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JANUAR 2017

Januar 2017 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50

SAMMLER JOURNAL

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine Schätzungen Auktionen Ausstellungen 32 Seiten Sonderheft

GEMI

LACKKUNST JEAN DUNAND Spielzeug DER MODERNE GEMÄLDE HANS JÜRGEN KALLMANN


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www.doebritz.de


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I N H A LT

Januar 2017 · B 1309 | € 6,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 7,00 | Be/Ne/Lux € 7,50

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Sammlertermine Schätzungen Auktionen Ausstellungen

K U N STM A R K T Asien – Europa

32 Seiten Sonderheft

LACKKUNST JEAN DUNAND Spielzeug DER MODERNE GEMÄLDE HANS JÜRGEN KALLMANN

JEAN DUNAND Von Bettina Krogemann

Titelfoto: Kelly Gallery, New York

AU K T I O N S N OT I Z E N Vor- und Nachberichte SAMMLER-SERVICE

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MAGAZIN

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MESSETERMINE

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FOTOKUNST

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AUKTIONSTERMINE

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SPIELZEUG DER MODERNE

INSERENTENVERZEICHNIS

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Von Sabine Spindler

LITERATURTIPP

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AUSSTELLUNGSTERMINE

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AUSSTELLUNGEN

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VORSCHAU | IMPRESSUM

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HANS-JÜRGEN KALLMANN Von Anja Iwa

AU K T I O N S P R E I S E Russisches Porzellan

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S A M M L E R- S E R V I C E

Die bisherige Rubrik „Dialog” wird in veränderter Form als „Sammler-Service“ weitergeführt. Die Einschätzung der Objekte wird künftig auf die Schultern vieler Experten verteilt – vor allem die Online-Auktionsplattform AUCTIONATA unterstützt uns mit bis zu hundert Spezialisten aus verschiedensten Fachbereichen. Das bedeutet: mehr Abwechslung bei den Themen und unterschiedliche Herangehensweise bei der Beantwortung (kurz/informativ oder ausführlich/im historischen Kontext). Die Rubrik ist ferner ein Angebot an alle Auktionshäuser, eine interessante und spannende Einlieferung kunsthistorisch zu beschreiben und von der Bewertung bzw. dem Auktionsergebnis zu berichten. Weiterhin gilt: Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Fragen zu Ihrem Erbstück, Dachbodenfund oder liebgewordenen Antiquitäten haben, senden Sie bitte Ihre Anfrage mit detaillierter Beschreibung und aussagekräftigen Fotos an uns unter folgender Adresse: Gemi Verlags GmbH, Redaktion Sammler-Service, Pfaffenhofener Straße 3, 85293 Reichertshausen oder per E-Mail an: info@gemiverlag.de. Ausgewählte Beiträge werden veröffentlich.

Wildschwein im Winter Zwei Ölgemälde Wir sind entschlossen, aus Altersgründen uns von einigen Dingen zu trennen. Um unseren Kindern und Enkelkindern gerecht zu werden, bitten wir Sie, uns eine Einschätzung zu diesen Bildern zukommen zu lassen. N. N.

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Das erste Bild (Wildschwein): Es handelt sich hier um ein Ölbild auf unbekanntem Grund in unbekannter Größe. Es ist gerahmt und scheint in gutem Zustand zu sein. Es ist rechts unten wahrscheinlich mit „F. Reimann“ handsigniert und offenbar undatiert; ich möchte es in die Mitte des 20.

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Jahrhunderts datieren. Das professionell gemalte Bild zeigt ein Wildschwein im winterlichen Wald. Ich lese die Signatur als „F. Reimann" und sehe von hier aus keinen Grund, daran zu zweifeln, dass das Bild von dem deutschen Maler Friedrich Reimann (1896-1985) stammt. Ich möchte eine Schätzung von 380 Euro vornehmen. Das zweite Bild (Winterlandschaft): Es handelt sich hier um ein Ölbild, wohl auf Holz, in der Größe 52 x 72 cm. Es ist gerahmt und scheint in gutem Zustand zu sein. Es ist rechts unten sehr schwer lesbar handsigniert und offenbar undatiert; ich möchte es in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts datieren. Das professionell gemalte Bild zeigt eine Winterlandschaft. Ich lese die Signatur mit viel Phantasie als „M. G. Wywiorski", und sehe von hier aus keinen Grund, daran zu zweifeln, dass es sich hier um ein Bild des polnischen Malers Michael Gorstkin Wywiorski (1861-1926) handelt. Ich möchte eine Schätzung von 1.800 Euro vornehmen. Auctionata Experte

31 Phasen Berliner Mondatlas von 1967 Die Aufnahmen der Mondoberfläche stammen aus dem Berliner Mondatlas, erarbeitet von Adolf Voigt und Hans Giebler, herausgegeben im Jahr 1967 von der Wilhelm-Foerster Sternwarte in Berlin. Es handelt sich um 108 fotografi-

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www.kastern.de


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„Von Geist anstrengender Arbeit“ 31. Antiquaria – Antiquariatsmesse in Ludwigsburg „Peregrina – Fremd in der Fremde?“ heißt das diesjährige Motto, und was die Aussteller mitbringen, zeigt das breite Spektrum des Themas. In der Fremde sein – sei es freiwillig oder unfreiwillig – heißt ja immer, sich mit den neuen Gegebenheiten auseinandersetzen zu müssen. Hier einige Beispiele: Bertha Schweller, ein Mädchen, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts Deutschland verlassen hatte und in die USA gezogen war, hat liebevoll ein Album mit Oblaten (geprägte farbige Glanzbilder) zusammengestellt. Sie mischt Erinnerungen an die alte Heimat (Bild von Kaiser Wilhelm) mit dem, was sie neu erlebt (Bild von Abraham Lincoln). Besonders schön ist die fast blattgroße Abbildung eines Mopses, der in jedem Land seine Heimat gehabt haben könnte. 1.900 Euro erwartet das Antiquariat Lorych (Berlin) für das Kleinod. 31 Briefe hat Jacques-Louis de Valon, Marquis de Mimeure, an seinen in Dijon lebenden Vater geschrieben. Er berichtet ihm von seinen Erlebnissen während des Feldzugs am Ober- und Mittelrhein von Juni 1693 bis Oktober 1694. Versendet wurden die mit 8 Sous taxierten Briefe aus Straßburg, Landau und den jeweiligen Feldlagern bei Bruchsal, Langenbrücken, Heidelberg, Rot, Waldsee, Oggersheim, Osthofen, Alsheim, Trebur-Geinsheim, GauOdernheim, Gau-Bickelheim, Langenlonsheim, Minfeld und Zweibrücken. Andanti (Schwäbisch Gmünd) verlangt für das spannende Konvolut 6.800 Euro. Das „Handbuch zur Aufnahme fremder Sprachen“, verfasst von Georg von der Gabelentz im Auftrag der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts, sollte helfen, fremde Sprachen zu erlernen. Hinter 1200 Begriffen, von Aal bis Zwölf konnten Kolonialbeam-

Album e la Compagnie de chemin de fer d’Orléans Invasion allemande de 1870-1871. Ponts brisés pendant la guerre, Photographies de Gabriel Blaise. 1871. Suite de 18 photographies. 10.000 Euro (photovintagefrance, Arnaville); 31. Antiquaria in Ludwigsburg

te das fremde Wort eintragen. Bis heute gilt es als Standardwerk und wird weiterhin gedruckt. (Hannen, Düsseldorf, 680 Euro). 500 Jahre Reformation – das Jubiläum hinterlässt seine Spuren auch im An-tiquaria-Katalog. Rezek (München) präsentiert für 2.200 Euro einen Text von Martin Luther, betitelt mit „Warumb des Bapsts und seyner Jungernn bucher von Doct. Martino Luther vorbrannt seynn. Laß auch antzeygen wer do will, Leopold Trattinnick, Neue Arten warumb sie D. Luthers von Pelargonien deutschen Urbucher vorprennet ha- sprungs. 1825 (ff), 95 kolorierte benn“. Der Hintergrund: Tafeln (von 96). 6.800 Euro, 1520 hatte Papst Leo X. die (Rezek, München); 31. Antiquaria Bulle „Exsurge Domine“, in in Ludwigsburg der Martin Luther androhte, und an verschiedenen Orten wurde von der Kanzel dazu aufgerufen, seine Schriften zu verbrennen. Luther beantwortet dies damit, dass er seinerseits den Codex Iuris Canonici und genannte päpstliche Bulle vor dem Elstertor in Wittenberg verbrannte. Ein Happening der anderen Art fand 1965 in der Galerie Parnass statt. 24 Stunden lang präsentierten sich Avantgardekünstler wie Joseph Beuys, Bazon Brock, Charlotte Moorman, Nam June Paik, Eckart Rahn, Tomas Schmit und Wolf Vostell – die Größen des Fluxus. Der damals noch wenig bekannte Beuys muss mit seiner Aktion „und in uns … und unter uns … landunter“ das anwesende Publikum deutlich irritiert haben. Grunzend und die meiste Zeit auf einer in Folie eingehüllten Apfelsinenkiste sitzend, schlug er sich etwa mit Kinderboxhandschuhen ins Gesicht oder griff nach umliegenden Gegenständen. Bodo Niederprüm hat viele Szenen mit seinem Photoapparat festgehalten. Limitierte Silbergelatineabzüge auf Barytpapier bietet Hannen (Düsseldorf) meist für 890 Euro je Blatt an. 1816 schreibt E. T. A. Hoffmann einen Brief an seinen Verleger Georg Reimer und entschuldigt sich dafür, dass er ihn mit der Ablieferung seiner Erzählung „Das Sanktus“ so lange warten lässt:„Freund Hitzig kann es bezeugen, wie seit drey Monathen ein ungewöhnlicher Andrang von zeitraubender und Geist anstrengender Arbeit es mir als unmöglich gemacht hat, an etwas anderes zu denken. Von Woche zu Woche hoffte ich die längst im Innern ganz fertige Erzählung: Das Sanktus, vollenden und sie Wolgebohrn persönlich bringen zu können, mit leeren Händen mocht ich nun durchaus nicht kommen“. 28.000 Euro soll das Autograph einspielen. (Inlibris/Kotte, Wien/Roßhaupten). Der Antiquaria-Preis 2017 wird am 26. Januar 2017 am Abend des Eröffnungstages der Messe im Podium der Musikhalle verliehen. Der Preis ist ab 2017 mit 10.000 Euro dotiert. TELEFON I 0711/2348526 INTERNET I www.antiquaria-ludwigsburg.de


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Erinnerungen an Picasso Antik & Kunst und ARTe in Sindelfingen

Edles Silber fürs Domizil: Reich gedeckt ist die Tafel an Schätzen bei der Antik & Kunst 2017 in Sindelfingen Foto: Messe Sindelfingen

Schnittstelle 7. design.Börse.Berlin Einmal im Jahr tummeln sich mehr als 5000 Besucher im Stockwerk 4 der Galeria Kaufhof am Berliner Ostbahnhof. Auf der internationalen Vintageschau können Fans von Designklassikern und Vintagemöbeln drei Tage lang originale Einzelstücke sehen und erwerben. In der einzigartigen und für Berlin exemplarische Atmosphäre des ehemaligen Centrum Warenhaus finden 85 Aussteller ein ideales Forum für die Präsentation von Möbel- und Produktdesign der letzten 120 Jahre. Auf 3000 qm werden Stilikonen vom Art déco und Bauhaus bis hin zum Midcentury Design im seltenen Original gezeigt und von internationalen Händlern, Galeristen und Privatsammlern zum Kauf angeboten. Vintage Furniture der 50er- bis 70er-Jahre, DDR-Design, Industrials und zeitgenössische Entwürfe junger Designer ergänzen das Angebot. Neben Möbeln gibt es ein breites Spektrum an selten gesehenen Sammlerobjekten aus den Bereichen Keramik, Glas, Technik und Schmuck zu bewundern. Die Börse versammelt Gelungenes und Ausgefallenes, ebenso wird Experimentelles neben bekannten Meisterwerken in Szene gesetzt. Die Messe versteht sich als Schnittstelle zwischen Sammlern, Händlern, Galeristen, Auktionshäusern, Museen, jungen talentierten Gestaltern und breiter, designaffiner Öffentlichkeit. Zur Vervollständigung ihrer Sammlungen finden nicht allein Fachleute Anregung, neben ausgesuchten Raritäten animieren ebenso erschwingliche Stücke für unterschiedlichste Zwecke und Interieurs zum Kauf. Für die „Öffentliche Expertenschätzung“ des renommierten Auktionshauses Quittenbaum aus München können mitgebrachte Designerstücke gratis begutachtet und bewertet werden und die Studioausstellung „Industrieform-DDR“ von Dipl. Journal. Günter Höhne gibt anschaulichen Einblick in die Geschichte der Designpioniere. (27. bis 29. Januar). TELEFON I 030/5099382 INTERNET I www.design-boerse-berlin.de

Antike Kostbarkeiten und edle Kunst der vergangenen Jahrhunderte, präsentiert als ein inspirierendes Tête-à-tête, laden Kunstliebhaber, Sammler und Stilbewusste im kommenden Januar wieder zu einem erlesenen Sightseeing auf der Antik & Kunst in der Messe Sindelfingen ein. Ob DürerGrafik, Biedermeiermöbel oder Jugendstil-Schmuck: Wer die Ästhetik liebt und das Edle schätzt, kalibriert hier gleich am Eingang seine Sinne. Und auf Picasso-Freunde warten diesmal gleich mehrere Highlights. Antikes von edler Provenienz sowie Kunst der vergangenen Jahrhunderte, kombiniert mit einer abendlichen Kunstfahrt und literarischen Momenten – die Antik & Kunst startet mit einer reichen Tafel an ästhetischen Herrlichkeiten in ein neues Messejahr. Renommierte Aussteller aus dem In- und Ausland werden sich in der Zeit vom 12. bis 15. Januar 2017 wieder in der Messe Sindelfingen versammeln und dem Messepublikum ihre ebenso erlesenen wie schönen Kostbarkeiten präsentieren: Antikschmuck von höchstem kunsthandwerklichem Anspruch, exquisite Möbelstücke aus den unterschiedlichsten Epochen, Porzellan, Gläser und Fayencen, Kupferstiche und Malerei der alten und der neuen

Design Börse Berlin


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Längst zu einer lieben Tradition ist überdies die Kunst-Trilogie am Messesamstag geworden. Stilvoll chauffiert im Oldtimer-Bus werden die Besucher dabei zu ausgewählten Galerien und Museen in der Nachbarschaft entführt. Busfahrt, Galerien-Eintritt und die jeweilige exklusive Kurzführung vor Ort sind für die Messebesucher kostenlos. Zeitgleich mit der Antik & Kunst findet in der Messe Sindelfingen eine weitere Kunstmesse statt: Die ARTe 2017 im Obergeschoss der Messe Sindelfingen ist ausschließlich der Gegenwartskunst gewidmet und zeigt ihrem Publikum junge Kunst des 21. Jahrhunderts, dargeboten in neuen, kreativen Präsentationsformen – ein Event, der den Messebesuch zu einem epochenübergreifenden Kunstgenuss macht. Die „Antik & Kunst“ findet vom 12. bis 15. Januar 2017 in der Messe Sindelfingen statt. TELEFON I 07031/7910 INTERNET I www.antik-kunst-messe.de

Ehrengast Kunstmesse BRAFA in Brüssel

Claude Levy, Vase, Vase bemalt mit zwei Gesichtern, circa 1920, ø 29 cm; Galerie Mathivet bei der BRAFA in Brüssel

Meister – eine reiche Offerte, die passionierte Sammler, Kunstliebhaber und stilbewusste Lifestyler gleichermaßen schwach werden lässt. Auf die Authentizität der ausgestellten Kostbarkeiten, so betont Projektleiterin Birgit Strehler, ist Verlass: „Wir lassen jedes einzelne Exponat in Bezug auf Echtheit und Alter von einem renommierten Expertenteam jurieren. Nur was dessen Kenneraugen standhält, wird auch auf der Messe offeriert.“ Picasso-Freunde werden sich auf zwei erlesene literarische Kunsttermine auf der Messe freuen, die dem großen Ausnahmekünstler aus dem 20. Jahrhundert gewidmet sind: Exklusiv auf der Antik & Kunst wird der Berliner Autor Boris Friedewald für das Messepublikum am 14. und 15. Januar aus seinem Werk „Die Tiere von Picasso“ lesen. In seinem bei Prestel erschienenen Buch rückt Friedewald eine ganz besondere Facette im Leben und Schaffen des spanischen Kunstgenies in den Fokus: Picassos Welt der Tiere, mit denen der Meister sich sein ganzes Leben lang umgab und die auf faszinierende und berührende Weise Eingang in sein Werk fanden. Doch damit nicht genug: Korrespondierend zur Lesung wird auf der Antik & Kunst ein exklusiver Reigen an Fotos präsentiert, auf denen Pablo Picasso in seiner letzten Schaffensphase beim Besuch einer mehrtägigen Fiesta in Arles zu sehen ist. „Vive Pablo! Picasso in Arles“ nennt sich die Kassette, in der die zwölf in Vitrinen gezeigten Schwarzweiß-Abzüge von Originalnegativen gesammelt sind. Die einzigartigen Fotografien stammen aus dem Nachlass von Roland Hehn, dem einzigen Fotografen, den Picasso in seiner letzten Lebensphase noch zuließ.

Bereits seit Jahren entwickelt sich die im Januar stattfindende Kunstmesse BRAFA zur kulturellen Pflichtveranstaltung des europäischen Kunstmarkts. Wie bereits im Vorjahr kommen zu ihrer nächsten Ausgabe vom 21. bis 29. Januar 2017 in Brüssel 132 führende Galeristen und Kunsthändler aus 16 Ländern auf dem Tour & Taxis-Gelände zusammen, darunter dreizehn Neuzugänge. Archäologische Objekte, Schmuck, Gemälde, Skulpturen, Möbel, Design, Keramik, Porzellan, Pendeluhren, Kunstobjekte, Glaskunst, antike Rahmen, Original-Comics und zeitgenössische Arbeiten repräsentieren dabei mehr als vier Tausend Jahre Kunstgeschichte aus allen Kontinenten. 2016 schloss die letzte BRAFA mit einem erneuten Besucherrekord von mehr als 58.000 Gästen, Zeichen für ihr

Nicolas De Stael (Saint Petersburg 1914-1955 Antibes), Les Martigues, 1954; Bailly Gallery bei der BRAFA in Brüssel

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fachkundiges und anspruchsvolles Publikum. Die Aussteller zeigten sich ebenfalls hochzufrieden, ein klarer Beweis dafür, dass der Markt im Bereich hochwertiger Kunst stark bleibt. Die Veranstalter der BRAFA setzen deshalb auch zukünftig weniger auf neue Rekordzahlen als auf eine stetige Verbesserung der Qualität der Messe auf allen ihren Ebenen. Um diese Herausforderung zu meistern, wurden 132 Aussteller zur Teilnahme zugelassen, vergleichbar mit dem letzten Jahr, darunter dreizehn Neuzugänge: Galerie Anne Autegarden (Brüssel – dekorative Kunst und Design des 20. Jh.); Belgian Fine Comic Strip Gallery (Luxemburg – OriginalComics von Hergé); Galerie de la Béraudière (Genf, Brüssel – Gemälde des 19. Und 20. Jh.); BERNIER/ELIADES GALLERY (Athen/Brüssel – zeitgenössische Kunst); Brenske Gallery (München – Ikonen); Patrick De Brock Gallery (Knokke – zeitgenössische Kunst); Bernard de Grunne Tribal Fine Arts (Brüssel – Stammeskunst); Rodolphe Janssen (Brüssel – zeitgenössische Kunst); La Mésangère, Albert Vandervelden (Lüttich – europäische Möbel und belgisches Silber des 17. und 18. Jh., Gemälde und Skulpturen aus dem 15. bis 18. Jh.); Galerie Seghers (Ostende – Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus dem 19. und 20. Jh.); Pierre Segoura (Paris – Gemälde, Zeichnungen, Kunstobjekte, antike Möbel, Fotos); Galerie Sismann (Paris – Europäische Skulptur 1000 – 1800); Omer Tiroche (London – zeitgenössische Kunst). Es ist gute Tradition der BRAFA, jedes Jahr einen neuen Ehrengast zu präsentieren. 2017 wird dies in besonderer Form geschehen, nämlich als Hommage an den 1928 geborenen argentinischen Künstler Julio Le Parc. Ein weiterer wichtiger Gast der nächsten BRAFA ist die König-BaudouinStiftung, die anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihres Fonds für das Kulturerbe das Programm der täglichen stattfindende Brafa Art Talks kuratiert. TELEFON I 0211/2095830 INTERNET I www.brafa.be

Bewerbung läuft Kölner Liste in der XPOST in Köln Parallel zur Art Cologne findet die Kölner Liste vom 28. bis 30. April 2017 in der XPost Köln statt. Zum vierten Mal präsentiert die Entdeckermesse ein breites Spektrum an internationaler zeitgenössischer Kunst zu erschwinglichen Preisen und positioniert sich als sinnvolle Ergänzung zur Art Cologne. Die kuratierte Messe richtet sich vor allem an junge Sammler und Kunstliebhaber, die in den Dialog mit internationalen Künstlern treten möchten und ein einzigartiges Original für die eigenen vier Wände suchen. Neben dem klassischen Kunstpublikum der Art Cologne spricht die Kölner Liste neue Zielgruppen an, denen u.a. mit speziellen Vorträgen und Führungen die Freude an zeitgenössischer Kunst vermittelt werden soll. Ein Shuttle zwischen den beiden Messen wird eingerichtet. Nach dem Weggang der Art.Fair nach Düsseldorf ist die Kölner Liste 2017 neben der Art Cologne die einzige Kunstmesse in der Domstadt und hat im Gegensatz zu dieser auch am Sonntag geöffnet.„Wir glauben an Köln als wichtigstem

Die Kunst der Annäherung; Kölner Liste

deutschen Kunstmarkt-Standort und halten ihm weiterhin die Treue!“, sagt Messedirektor Jörgen Golz. „Die Stadt kann ein zusätzliches Angebot an zeitgenössischer Kunst gut gebrauchen, denn die Nachfrage nach bezahlbarer Kunst ist hoch, und die meisten Positionen auf der Art Cologne dürften selbst für gutverdienende Kunstliebhaber unerschwinglich sein.“ 2016 haben 84 Aussteller aus 15 Ländern über siebentausend Kunstinteressierten, Sammlern und Multiplikatoren ihre Arbeiten präsentiert. Dem Wachstumstrend der letzten Jahre folgend, werden mehr als 100 internationale Aussteller und über 10.000 Besucher erwartet. Die Kölner Liste bietet den Ausstellern die Gelegenheit, neue Positionen auf einem der wichtigsten Kunstmärkte Europas zu zeigen und von der hohen Kapital- und Sammlerdichte in NordrheinWestfalen und den angrenzenden Beneluxländern zu profitieren. Neue Location der Kölner Liste ist die XPOST in der Kölner Innenstadt, einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus dem Jahr 1895. In Kombination mit der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln bildet die XPOST mit 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche den idealen Rahmen für die die Präsentation moderner Kunst. Die günstigen Kojenpreise sorgen dafür, dass auch jungen Projekträumen, Künstlern und Galerien der Zugang zum internationalen Kunstmarkt geöffnet wird. Zum zweiten Mal legt die Kölner Liste mit der Photography Section (Kurator: Stefan Maria Rother) einen Fokus auf internationale, auf Fotografie spezialisierte Galerien, Künstlern und Stiftungen. In der 2016 erfolgreich gestarteten Urban Art Section (Kurator: Guillaume Trotin) findet sich das Lebendige, Authentische und Nicht-Elitäre dieser Kunst in reflektierter Form wieder. Hier verlassen Graffitis und Street Art urbane Betonwände und treten in interaktiven Dialog mit dem interessierten Publikum. Ab sofort sind internationale Projekträume, Künstler und Galerien eingeladen, sich als Aussteller zu bewerben. Die Bewerbung ist kostenfrei. Angesprochen sind vor allem Projekträume, Künstler und Galerieprogramme, die spannende neue Arbeiten präsentieren möchten. TELEFON I 030/77008993 INTERNET I www.koelner-liste.org


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www.auktionshaus-loesch.de

Antikes & Kurioses - Auktion Mittwoch 18. Januar 2017 Antik-Kunst-Varia-Schmuck - Auktion Donnerstag 26. Januar 2017

www.caselton.de Bitte beachten Sie unsere neue Anschrift:

www.kunst-und-kuriosa.de

EINLADUNG ZUR KUNSTAUKTION Donnerstag, 29. Dezember 2016 Beginn 10.00 Uhr – Saalöffnung 9.00 Uhr Vorbesichtigung GmbH

Mo. 26.12.16 10.00 -18.00 Uhr Di. 27.12.16 10.00 -18.00 Uhr Mi. 28.12.16 sind wir telefonisch erreichbar.

Auktionskatalog unter: www.auktionshaus-walldorf.de Heinrich-Hertz-Straße 9 D-69190 Walldorf bei Heidelberg

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Telefon 06227 / 40 43 Telefax 06227 / 63 64 2 info@auktionshaus-walldorf.de

D R . RO L F T H E U R E R Sonntag , den 08. Januar 2017

Filderhalle Leinfelden-Echterdingen

Eisenbahn-, Puppen- und Spielzeugmarkt, 11–15.30 Uhr

Spielzeugsalon Böblingen

Eisenbahn-, Puppen- und Spielzeugmarkt, 11–15.30 Uhr

Samstag , den 01. April 2017

Kongresshalle Böblingen Sonntag , den 14. Mai 2017

Eisenbahn-, Puppen- und Spielzeugmarkt, 11–15.30 Uhr

Kursaal Bad Cannstatt Sonntag , den 10. September 2017

Bürgerzentrum Bruchsal

SEAS

Süddt. Europatauschbörse für altes Spielzeug, 10.30–15.30 Uhr

Dr. R. Theurer, Wiesbadener Str. 74, D-70372 Stuttgart, Tel. (0711) 5 59 00 44, Fax (0711) 5 59 00 54 Mail: info@theurers.de • www.theurers.de


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www.antik-kunst-messe.de


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dar, wohingegen Frankreich nur 13 Prozent verzeichnet. Im Windschatten von Zao zeigt sich auch für Chu Teh-Chun eine außerordentliche Nachfrage in China und im Rest der Welt, so dass auch sein Marktwert buchstäblich zu Höhenflügen ansetzt: 100 Dollar, die im Jahr 2000 investiert wurden, sind jetzt im Durchschnitt 1.665 Euro wert (das entspricht einem Wachstum von 1.565 Prozent). In Paris fanden bereits einige Versteigerungen in Millionenhöhe statt, aber die schönsten Werke werden oft in London und New York

einige Werke an: Innerhalb von zwei Jahren wurden in Frankreich sechs Prozent seines Umsatzes generiert, in China hingegen 91 Prozent. Lin Fengmian war von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Bildenden Kunst. Bei seiner Rückkehr nach China unterrichtete der Künstler unter anderem Zao Wou-ki und Chu Teh-chun, die ihrerseits nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankreich gingen. Die renommierten Erben von Lin Fengmian Lin Fengmian war ein wichtiger Botschafter zwischen Asien und Europa. Dieser Bewunderer des Werkes von Rouault und der westlichen Avantgarde erfand mithilfe der Instrumente und Materialien der chinesischen Malerei eine andere Moderne. Lin Fengmian wurde 1928 zum Direktor der Kunstakademie von Hangzhou ernannt (die anschließend zur Kunstakademie von Zheijang wurde) und richtete sich stark nach dem französischen Modell. Seine Lehranstalt stützte sich auf das pädagogische Material des Kunstunterrichts in Paris, indem er kreative Techniken aus der westlichen Welt einführte. Chu Teh-Chun, Zao Wou-Ki und Wu Guanzhong genossen diesen Unterricht und Zao Wou-Ki sowie Chu TehChun reisten in den 40er-/50er-Jahren nach Frankreich. Heutzutage erweisen diese Beiden sich als die chinesischen Künstler mit dem höchsten Marktwert im Ausland (außerhalb Chinas). Zao Wou-ki hat auf französischem Boden bereits mehrere Auktionen in Millionenhöhe erzielt. Asien ist erpicht auf seine Werke und stellt über 85 Prozent des Umsatzes von Zao

Lin Fengmian: Dancing girls (Sotheby’s, London, 11/2016; Zuschlagspreis 157.220 Euro (Foto: © Sotheby’s)

verkauft – ansonsten in Asien. Dort spielen sich dank der großen Sammler, die ihre Landsleute unterstützen, die bedeutendsten Auktionen ab. Der französische Markt lässt sich von Trends und Spekulationen kaum beeinflussen. Er konzentriert sich auf Künstler, die im Lauf des 20. Jahrhunderts mit Bravour eine kulturelle Verschmelzung zwischen China und Frankreich zustande gebracht haben. Diese Künstler kamen nach Frankreich, um zu studieren, zu schaffen, zu unterrichten. Manche von ihnen wurden zu Lebzeiten anerkannt, wie Zao Wou-ki (der vom Präsidenten der französischen Republik 1993 zum Amtsträger der Ehrenlegion befördert wurde), andere wurden nach einem zurückgezogenen, aber sehr schaffensreichen Leben wiederentdeckt – wie Tang Haiwen, der ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wie Chu Teh-Chun und Zao Wou-ki nach Frankreich gekommen war. Sie alle haben eine alternative Avantgarde geboten, einen beispiellosen Treffpunkt zweier herausragender Kulturen. Heutzutage steigt ihr Marktwert weiter an, da sie die sicheren Werte verkörpern, die von Kunsthistorikern in China wie in Europa gleichermaßen geschätzt werden, und weil sie den Test der Zeit bestanden haben. QUELLE | artprice.com


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F OTO K U N ST

Jürgen Winkler 1951 - 2016

Jürgen Winkler. Uomo di Cagna, Korsika, 1981. © Jürgen Winkler

Jürgen Winkler. Ama Dablam mit Chörten, Nepal, 1992. © Jürgen Winkler

Jürgen Winkler ist der Prototyp des „Bergfotografen", des Bergsteigers mit der Kamera: Mit seinen Aufnahmen von Bergen und Menschen hat er alpine Kulturgeschichte geschrieben. Zahlreiche Motive sind zu Ikonen des neuzeitlichen Bergsteigens geworden. Über Jahrzehnte hat Winkler den Alpinismus mit der Kamera begleitet, auch und gerade außerhalb von Bergsteiger-Kreisen hat er das Bild der Berge geprägt. In einer großen Retrospektive zeigt das Alpine Museum in München noch bis 5. Februar das vielfach ausgezeichnete Werk Jürgen Winklers aus den Jahren 1951 bis 2016. Jürgen Winkler (*1940) ist ausgebildeter Fotograf und geprüfter Bergführer, also ein Meister der Kamera in den Alpen ebenso wie auf über 100 Trekkingreisen in den Gebirgen der Welt. Die erste Retrospektive seines Gesamtwerks schlägt den Bogen von den Schwarzweißaufnahmen der 50er-Jahre bis zu neuesten Arbeiten mit der Digitalkamera. Weitere

Jürgen Winkler. Seilschaften unterwegs zur Petersenspitze, Ötztaler Alpen, 1971. © Jürgen Winkler

Schwerpunkte bilden Porträts von Menschen im Himalaya und in den Anden, Naturstillleben und das vielschichtige „andere Bild" der touristisch versehrten Bergwelt. Bekannt wurde Jürgen Winkler ab den 60er-Jahren vor allem durch seine Schwarzweißaufnahmen: Schwarzweißfotografie lebt von der Grafik, von Linien und Flächen, Licht und Schatten. Lohnende Motive finden sich oft dort, wo die Kontraste hart aufeinander treffen, idealerweise im verschneiten Gebirge oder im Gletschergelände. Winkler zeigt auch die Menschen als Besucher in einer überwältigenden Natur, beim Wandern und Klettern, mit Steigeisen, Eispickel und Ski. Selbst seine „Action"-Fotos sind sorgfältig komponiert, er spielt mit der Spannung zwischen extremer Nähe und Ferne, Schärfe und Unschärfe. Bereits Anfang der 80er-Jahre fing Winkler an, den banalen Alltag im zivilisierten Gebirge zu dokumentieren. Die „anderen Bilder" aus dem Lebens- und Transitraum, dem Wirtschafts- und Erholungspark Alpen stoßen bei Bewunderern seiner „schönen" Bergaufnahmen nicht selten auf Unverständnis. Seit 2012 fotografiert Jürgen Winkler mit einer Digitalkamera. Seine Motive sucht er nicht, sondern er findet sie – sehr oft in der nächsten Umgebung, im Alpenvorland zwischen Isar und Loisach. Es ist Fotografie im reinen Sinn: Zeichnen mit Licht, unbelastet von komplizierter Logistik, körperJürgen Winkler. Das andere licher Anstrengung und den Bild der Berge, 2003. © Jürgen Gefahren des Alpinismus. Winkler INTERNET | www.alpenverein.de/Kultur


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F OTO K U N ST

Peter Keetman: Pendel-Schwingung, 1952. © Stiftung F. C. Gundlach

Peter Keetman

Peter Keetman: Baustelle Marienplatz, München 1954. In: Das Deutsche Lichtbild 1956. © Stiftung F.C. Gundlach

Retrospektive Mit der Retrospektive in seinem 100. Geburtsjahr wird das fotografische Lebenswerk Peter Keetmans (1916-2005) gewürdigt. Die Ausstellung bringt die Fotografie Peter Keetmans sowohl in ihr Verhältnis zur Gruppe „fotoform" der 1950er-Jahre als auch zur Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit seit den 1920er-Jahren und verfolgt das außergewöhnliche Werk bis in die 1990er-Jahre. Peter Keetman gestaltet die Bildfläche mit rein fotografischen Mitteln. Charakteristisch für sein Werk sind seine Aufmerksamkeit für Linien und Formen, für Flächen und

Strukturen. Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg findet er unter dem Einfluss von Adolf Lazi und in Auseinandersetzung mit seinen Weggefährten von „fotoform” wie Otto Steinert und Toni Schneiders zu seinem spezifischen Stil, den er bis zu seinem Tod nur noch graduell verändert. Er kehrt immer wieder zu bestimmten Themen zurück, darunter Natur- und Stadtlandschaften, Abstraktionen von Materialformen, Porträts, Fotogramme sowie weitere fotografische Experimente. Viele der Motive entstammen seinem unmittelbaren Lebensumfeld. In seinen Aufnahmen spiegelt sich trotz aller Kühle und Distanz ein großer Respekt vor der Natur, von Landschaften bis hin zu Detailaufnahmen. Die Ausstellung wird noch bis 12. Februar in Hamburg in den Deichtorhallen/Haus der Fotografie gezeigt. INTERNET | www.deichtorhallen.de

Kreuzberg – Amerika Werkstatt für Photographie 1976-1986

Peter Keetman: VW-Werk: Hintere Kotflügel, 1953. © Stiftung F.C. Gundlach

Ab Mitte der 1970er-Jahre fand in Deutschland ein unvergleichlicher Aufbruch in der Fotografie statt: Eine jüngere Generation baute in kürzester Zeit in verschiedenen Initiativen eine neue Infrastruktur für einen anderen Blick auf die Fotografie auf und definierte das Medium bewusst als eigenständige Kunstform – bis heute. Die von Michael

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bert Adams, Diane Arbus, Lewis Baltz, Larry Clark, William Eggleston, Larry Fink, John Gossage und Stephen Shore. Diese Auswahl wird in einen Dialog gesetzt mit Bildern von Fotografen, Dozenten und Gästen der Werkstatt. Zum Ausstellungsprojekt erscheint in der Verlagsbuchhandlung Walther König die gemeinsame Publikation „Werkstatt für Photographie 1976-1986". INTERNET | www.co-berlin.org

Huene, Penn, Avedon Haus der Fotografie Hamburg Ohne Titel, aus: Portrait, 1983. © Michael Schmidt

Schmidt 1976 in Berlin gegründete „Werkstatt für Photographie" war eines dieser innovativen Modelle: Aus dem unkonventionellen Dialog zwischen anerkannten Fotografen und Amateuren, zwischen technischer Vermittlung und inhaltlicher Kritik sowie auf der Basis dokumentarischer Ansätze entstand eine besondere künstlerische Haltung, die über lange Zeit stilprägend war. Die „Werkstatt für Photographie" erlangte durch Ausstellungen, Workshops und Kurse internationales Niveau und etabliert sich zu einem wichtigen Ort des transatlantischen fotografischen Dialogs zwischen Kreuzberg, Deutschland und Amerika. Am Anfang dominierte eine streng dokumentarische Sehweise, die sich an der damaligen sachlichen Ästhetik des Werks von Michael Schmidt ausrichtete und sich in einer radikalen Verweigerung gängiger fotografischer Normen auf eine schonungslose Darstellung des Alltags und der Wirklichkeit konzentrierte. Später experimentierte die junge Fotografenszene mit neuen Formen des Dokumentarischen und entwickelte eine eigenständige, künstlerische Autorenschaft mit meist unkonventionellen Perspektiven. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der „Werkstatt für Photographie" präsentieren C/O Berlin, das Museum Folkwang Essen sowie das Sprengel Museum Hannover ein gemeinsames Projekt mit drei Ausstellungen, das erstmals den Werdegang dieser Institution und ihrer Akteure beschreibt. C/O Berlin zeigt im Amerika Haus (Hardenbergstraße 2224, 10623 Berlin) noch bis 12. Februar die Ausstellung „Kreuzberg – Amerika". Hier werden ca. 250 Exponate ausgestellt, darunter von Teenage Lust, 1981. © Larry international renommierten Clark, Courtesy of Luhring Fotografen, die in der WerkAugustine, New York statt ausgestellt haben: Ro-

Huene, Penn und Avedon – jeder einzelne dieser Fotografen stellt für sich bereits ein unschlagbares Highlight der amerikanischen Fotografiegeschichte dar. Die subtile Handhabung der Linie diente als signifikantes Merkmal der Arbeiten dieser drei Ikonen, ist dabei aber in Abhängigkeit von der jeweiligen Stilistik des Fotografen sehr unterschiedlich definiert. Noch bis 12. Februar werden im Haus der Fotografie in den Deichtorhallen in Hamburg (Deichtorstr. 1-2) Porträts prominenter Persönlichkeiten, aufgenommen von den drei Fotografen, gezeigt, zudem außergewöhnliche Modeinszenierungen, Akte und Körperbilder. Alle ausgestellten Arbeiten sind aus der Sammlung F. C. Gundlach.

George Hoyningen-Huene, 1900-1968. Ohne Titel, New York, 194142, Silbergelatine. © Estate George Hoyningen-Huene Sammlung F.C. Gundlach/Haus der Photographie. Inv.-Nr. 014489


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Porträtierten vor einer weißen Leinwand und ohne alle weiteren technischen Hilfsmittel ablichtete. INTERNET | www.deichtorhallen.de

Film-Stills Albertina Wien

Irving Penn, Girl in veiled hat (Jean Patchett), New York, 1949. © The Irving Penn Foundation

Chronologisch wird mit George Hoyningen-Huene (19001968) der Zeitraum ab etwa 1930 bis in die frühen 1950erJahre abgedeckt. Seine ersten Modeaufnahmen für die Zeitschrift „Vogue" entstanden ab etwa 1926, er arbeitete später für „Harper’s Bazaar”. Hoyningen-Huene war ein begnadeter Porträtist zahlreicher Hollywoodstars sowie anderer berühmter Zeitgenossen. Seine kühlen, sachlichen und subtilen Aufnahmen beeinflussten insbesondere Irving Penn (1917-2009) und Richard Avedon (1923-2004) als Fotografen der nachfolgenden Generation. Irving Penn ist der fraglos bekannteste Kamerakünstler des 20. Jahrhunderts. Besondere Berühmtheit erlangte er durch seine zwischen Eleganz und Sachlichkeit oszillierenden Modeinszenierungen u.a. für die amerikanische, englische und französische Ausgabe der Zeitschrift „Vogue". Seine psychologisch komplexen Porträts Prominenter werden ergänzt durch die hochsensiblen Aufnahmen Angehöriger fremder Kulturkreise. Penn gilt neben Richard Avedon als Neuerer der Bildnisund Modefotografie, der seine Bildideen puristisch, sachlich und in nahezu spartanischer Kargheit formulierte. Richard Avedon gilt auch als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als Grenzgänger zwischen freier und an Aufträge gebundener Fotografie gründete er 1946 das Richard Avedon Studio in New York und belieferte fortan den „New Yorker" mit Porträtfotografien. Seine Porträts sind berühmt für die enorme Offenheit, die die inneren Stärken und Schwächen der abgelichteten Personen erkennen lassen. Sein puristischer Stil der späteren Jahre war von der Arbeit mit der Großformatkamera gekennzeichnet, mit der er die

Film-Stills sind sowohl visuelle Spuren des Films als auch eigenständige fotografische Bildformen. Während Dreharbeiten auf Filmsets aufgenommen, basieren sie auf einem aufwändigen Verfahren, bei dem Fotografen Filmszenen eigens für die Fotokamera reinszenieren. In einer Ausstellung widmet sich die Albertina in Wien erstmals diesem Genre. Vorgestellt werden 150 Film-Stills der 1910er- bis 1970er-Jahre, wodurch ein Querschnitt durch Strömungen der Foto- und Filmgeschichte wie Piktorialismus, Expressionismus oder Neorealismus ermöglicht wird. Anhand von Bildern regulärer Standfotografen, aber auch von Magnum Mitgliedern wie Henri Cartier-Bresson und Ernst Haas werden drei Aspekte der intermedialen Bezüge des Genres hervorgehoben: die von Brüchen und Kopplungen gekennzeichneten Schnittstellen zwischen Fotografie und Film, die Funktion von Standbildern und ihr künstlerischer Mehrwert. (-26.2.) INTERNET | www.albertina.at

Richard Avedon, Nastassja Kinski and the serpent, Los Angeles, 1981, printed 1982. © The Richard Avedon Foundation

Anonym, Drehaufnahmen am Set von „The Magnificent Seven”, 1960. Silbergelatine. © Österreichisches Filmmuseum

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Jahren. Wer anhand dieser Publikation den Künstler auf den verschlungenen Pfaden seines Lebens begleitet und seine alles andere als stringente künstlerische Laufbahn verfolgt, wird ihn künftig anders wahrnehmen, als einen Vertreter einer Künstlergeneration aus einer nicht nur in Deutschland überaus bewegten Zeit.

Ein Leben in Bildern Malerei Von der Bank, Matthias / Heitmann, Claudia / Lange, Sigrid (Hg.): Rudolf Schlichter – Eros und Apokalypse, 240 Seiten, Abbildungen überwiegend in Farbe, Michael Imhoff Verlag, Petersberg, 2015, Preis: € 39,95. Rudolf Schlichter? – Bei einem Gang durch die deutsche Museumslandschaft stößt selbst ein eifriger und aufmerksamer Besucher nur selten auf ein Gemälde des 1890 in Calw geborenen Künstlers und wenn, dann handelt es sich vermutlich um ein Porträt, entstanden zwischen 1925 und 1930. Mit diesen Werken, wie dem Bildnis von Bert Brecht,

ISBN 978-3-7319-02

Ganz sachlich Fotografie Bulk, Julia (Hg.): Die Entdeckung der Dinge – Fotografie und Design, Klappenbroschur, 144 Seiten, 260 farbige und 58 s/w-Abbildungen,Wienand Verlag, Köln, 2015, Preis: € 29,80. In der Rangliste der namhaften deutschen Industriedesigner steht der Name Wilhelm Wagenfeld ganz weit oben, und egal, ob es um seine Tätigkeit für die Jenaer Glasfabrik, die Württemberger Metallwarenfabrik, besser bekannt unter dem Kürzel WMF, die Porzellanhersteller Rosenthal und Fürstenberg oder den Klassiker schlechthin, die nach ihm benannte Tischleuchte, geht, Wagenfeld schrieb Designgeschichte und hat auf diversen industriellen Fel-

heute im Münchner Lenbachhaus, oder dem Porträt der Prostituierten Margot (s.o.) hat Schlichter allerdings „Ikonen der Kunst der Goldenen Zwanziger“ geschaffen. Falls also die Sprache auf Rudolf Schlichter kommt, dann in der Regel als einem Vertreter der „Neuen Sachlichkeit" und meist wird sein Name in einem Atemzug mit dem seiner Künstlerkollegen Otto Dix und George Grosz genannt. Gerecht wird man diesem Maler, Zeichner, Illustrator, Karikaturisten und Autor damit allerdings nicht, davon ist man am Mittelrhein Museum in Koblenz ebenso überzeugt wie im Kunstverein „Talstrasse“ in Halle. Gemeinsam wurde deshalb das Projekt Eros und Apokalypse, im Sinne einer Werkschau mit knapp 150 Exponaten erarbeitet. Der Titel Eros und Apokalypse umreißt Schlichters Werk nicht nur thematisch, sondern lässt sich gleichermaßen als chronologische Entwicklungslinie im Gesamtoeuvre interpretieren, von den pornographisch Grafiken der Anfangszeit hin zu den surrealistischen Untergangsszenarien im Spätwerk in den frühen 1950er-


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dern deutliche Spuren hinterlassen. Sein kreatives Erbe verwaltet die Wilhelm Wagenfeld Stiftung, die ihren Sitz in Bremen hat. In ihrem Depot befinden sich u.a. über 2000 Fotos und Negative, die Wagenfeld ab 1954 bis zur Schließung seiner Werkstatt 1978 angesammelt hat. Wenigstens einen Teil davon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und längerfristig zur Verfügung zu stellen, war Anliegen einer Ausstellung und dieser Publikation. Der Textteil widmet sich in erster Linie der Frage, weshalb und zu welchem Nutzen der

rein zum Scheitern verurteilt gewesen. Als Frau war der 1867 geborenen Käthe Kollwitz ein Kunststudium in Deutschland damals verwehrt und so verlegte sie sich zunächst auf das grafische Fach. Mit dem Erscheinen ihres Zyklus‘ „Der Weberaufstand“ 1898 gelang ihr der künstlerische Durchbruch. Die Künstlerin fühlte sich jedoch eingeengt durch die öffentliche Wahrnehmung als reine Grafikerin. Auch um sich anderen Themen zuwenden zu können, musste sie neue Ausdrucksmöglichkeiten suchen. In den plastischen Arbeiten fand die damals knapp 40-Jährige als Autodidaktin eine neue Herausforderung und schließlich deren Erfüllung. Das Käthe-Kollwitz Museum in Köln besitzt neben seiner stattlichen Sammlung an Druckgrafik und Zeichnungen außerdem ihr komplettes, museal greifbares plastisches Werk. Von den 43 nachweisbaren bildhauerischen Projekten sind 19 erhalten, 15 davon wurden in Bronze vervielfältigt, vier ließ Käthe Kollwitz, die zu ihrem eigenen Bedauern nicht selbst zu Hammer und Meisel greifen konnte, als Steinskulpturen anfertigen. Leider hat nie ein geregeltes Gussprogramm existiert, weder die Künstlerin noch ihr Sohn Hans hat später die Anzahl der Abgüsse limitiert, was

Bauhausschüler diesen immensen Archivbestand überhaupt angehäuft hat. Über das Thema Sachfotografie im Allgemeinen und ihrem Verhältnis zur freien Fotografie sprach die Autorin mit den Fotografen Hans Hansen und Fritz Haase, Professor für Grafik-Design. ISBN 978-3-86832-298-9

Nur ein Mädchen! Plastik Seeler, Annette: Käthe Kollwitz – Die Plastik. Werkverzeichnis. 432 Seiten, 290 Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß, Hirmer Verlag, München, 2016, Preis: € 59,90. Der Plan über eine akademische Ausbildung eine künstlerische Karriere als Historienmalerin anzustreben, wofür selbst der Vater votiert hätte, war eigentlich von vornehedazu geführt hat, dass heute mitunter bis zu 120 Exemplare eines Modells in aller Welt verstreut sind. Die Autorin dieses Werkverzeichnisses befasste sich allerdings nicht ausschließlich damit, das plastische Werk von Käthe Kollwitz ausfindig zu machen, zu katalogisieren und autorisierte Abgüsse von Raubkopien zu unterscheiden, sie setzt sich in diesem Werkverzeichnis außerdem eingehend mit der Person der Künstlerin auseinander, gibt einen Einblick in ihre praktische Arbeitsweise sowie ihre künstlerische Gedankenwelt, mit dem Ziel dem zwar quantitativ relativ überschaubaren bildhauerischen Oeuvre von Käthe Kollwitz dem ihm gebührenden Stellenwert zukommen zu lassen. ISBN 978-3-7774-25573

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SAMMLER JOURNAL 02 / 2017

SAMMLER JOURNAL

ISSN 1863-0332

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Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

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ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

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CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTEURE

Nicola Fritzsch Heidrun Th. Grigoleit Karin Probst Helene Stümpfle-Wolf Joscha Eberhardt

AUTOREN DIESER AUSGABE

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Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/08 vom 01.11.2008 Dieser Ausgabe liegt das Magazin „Werte bewahren – Erben und Vererben” bei. Wir bitten um Beachtung.


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