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Artinside Frühling 2013

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Artinside

Das Museumsmagazin der Region Basel Ausgabe Frühjahr 2013

Die Picassos sind da! Eine Retrospektive aus Basler Sammlungen 17.03.2013 – 21.07.2013 Kunstmuseum Basel Ferdinand Hodler 27.01.2013 – 26.05.2013 Fondation Beyeler, Riehen Tinguely@Tinguely Ein neuer Blick auf Jean Tinguelys Werk bis 30.09.2013 Museum Tinguely Steve McQueen Schaulager

Mandla Reuter Kunsthalle Basel Louis Kahn The Power of Architecture Vitra Design Museum/D

Matta. Fiktionen Museum Frieder Burda/D Schuldig HMB – Historisches Museum Basel

Kunstmuseum Basel | Die Picassos sind da! | Pablo Picasso, Les deux frères, 1906

Die Collection der Fondation des Treilles Fondation Fernet Branca/F


Was ist

Kunst? Kunst weckt Emotionen und eröffnet neue Perspektiven, sie ist ein Spiegel der Gesellschaft – ohne die Kunst wäre die Welt ein karger Ort.

Deshalb möchten wir jungen Menschen und Interessierten die Türe zur Faszination der Kunst öffnen. Als Partner der Fondation Beyeler unterstützen wir die Kunstvermittlung für Familien und Jugendliche. Die Publikation «Was ist Kunst?» informiert auf einfache und verständliche Weise über die verschiedenen Aspekte von Kunst.

Das Buch «Was ist Kunst?» jetzt kostenlos bestellen unter: www.ubs.com/fondationbeyeler

Wir werden nicht ruhen

© UBS 2013. Alle Rechte vorbehalten.


Editorial

Bernhard Mendes Bürgi

Liebe Kunstfreunde

Auch das heutige “ Selbstverständnis Basels

als Kulturstadt beruht in entscheidendem Mass auf den Erfahrungen, die eine ganze Generation Basler im Picassojahr 1967 machte

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Bernhard Mendes Bürgi

Die Titelbilder dieser Ausgabe Hauptausgabe Pablo Picasso, Les deux frères, 1906 Die Stadt Basel hat eine besondere Beziehung zu Picasso. 1967 bewilligte die Bevölkerung von Basel-Stadt durch eine Volksabstimmung einen Staatskredit von 6 Millionen Franken, und die Baslerinnen und Basler sammelten in einer einmaligen Aktion 2,4 Millionen Franken, um die beiden bedeutenden Gemälde Les deux frères und Arlequin assis für das Kunstmuseum zu sichern.

Teilauflage Fondation Beyeler Ferdinand Hodler, Die Dents du Midi von Champéry aus, 1916 Ferdinand Hodler widmete sich befreit und in neuartiger Weise seinen grossen Lebensthemen: der Schönheit der Schweizer Berge und Seen, seiner Faszination für Frauen sowie der Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz und dem Tod. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler bietet erstmals eine umfangreiche Übersicht über Hodlers Spätwerk der Jahre von 1913 bis 1918.

Die Picassos sind da! Ab Mitte März steht das Kunstmuseum Basel ganz im Zeichen von Pablo Picasso und zeigt eine Retrospektive, die alleine aus Basler Sammlungen bestritten wird. Zum ersten Mal sind die hochkarätigen Picasso-Bestände des Kunstmuseums und der Fondation Beyeler unter einem Dach zu sehen. Dazu gesellen sich Werke aus zahlreichen Basler Privatsammlungen zu einem hochkarätigen Musée Picasso, wie es auf Zeit wohl nur noch in New York oder Paris möglich ist. Vereint sind Werke aus allen Phasen und allen Werkgattungen. So ist vorherrschend ein höchst aufschlussreiches Nebeneinander von Malerei einerseits, Zeichnung und Grafik andererseits zu sehen, wie es 2006 auch bei der grossen Präsentation der Basler Jahre von Hans Holbein dem Jüngeren prägend war, ergänzt um Skulptur. Ich freue mich ganz besonders auf unmittelbare Nachbarschaften von Bildern, die man nun für vier Monate zusammen sehen kann, so zum Beispiel das Familienbildnis Homme, femme et enfant, 1906, aus dem Kunstmuseum, das Picasso 1967 der Stadt Basel geschenkt hat, und Femme, 1907, eine Ölstudie zu den Demoiselles d’Avignon aus der Fondation Beyeler. Die jetzige grosse Sonderausstellung widmet sich einem für Basel eminent wichtigen Kapitel der Kunstgeschichte. Sind doch die Stadt Basel und Picasso auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Picassos Karriere und das Verständnis, das die Welt heute von seiner künstlerischen Leistung und seiner Position in der Kunstgeschichte hat, sind in beinahe allen Phasen entscheidend von Basler Sammlern, Kunsthistorikern und Händlern mitgeprägt worden. Und umgekehrt standen für viele Baslerinnen und Basler am Anfang ihres Interesses für die moderne Kunst ästhetische Erfahrungen, die sie im Angesicht von Picassowerken gemacht haben. Auch das heutige Selbstverständnis Basels als Kulturstadt beruht in entscheidendem Mass auf den Erfahrungen, die eine ganze Generation Basler im Picassojahr 1967 machte. Heute setzen wir eine Ausstellungsreihe des Kunstmuseums Basel fort, in dener verschiedenste Aspekte von Picassos Œuvre in den Mittelpunkt gestellt wurden. Unter der Ägide von Franz Meyer waren dies 1971 – noch zu Lebzeiten des Künstlers – Pablo Picasso zum 90. Geburtstag sowie im Jahr 1976 Pablo Picasso. Aus dem Museum of Modern Art New York und aus Schweizer Sammlungen. Meyers Nachfolger Christian Geelhaar organisierte zwei Picasso-Ausstellungen, die bis heute den wissenschaftlichen Diskurs über die entsprechenden Werkphasen Picassos prägen. Dies sind 1981 die Ausstellung Pablo Picasso: Das Spätwerk. Themen 1964–1972 und 1990 Picasso und Braque: Die Geburt des Kubismus (gemeinsam mit dem Museum of Modern Art, New York). Kommen und schauen Sie: Die Picassos sind da!

Ihr Bernhard Mendes Bürgi, Direktor Kunstmuseum Basel

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Inhalt

14 Ferdinand Hodler, Selbstbildnis, 1914

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Pablo Picasso, Arlequin assis, 1923

6 Die Picassos sind da! Kunstmuseum Basel

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Das Kunstmuseum Basel zeigt eine gross angelegte Retrospektive zu Pablo Picasso, die allein aus Basler Sammlungen zu­ sammengetragen wird. Zum ersten Mal sind die hochkarätigen Picasso-Bestände des Kunst­museums Basel und der Fondation Beyeler unter einem Dach zu sehen, dazu gesellen sich Werke aus zahlreichen Basler Privat­ samm­lun­gen, die sonst dem Publikum nicht zugänglich sind.

Steve McQueen, Static, 2009

12 Steve McQueen Schaulager Basel Mit der bisher umfassendsten Ausstellung des Videokünstlers und Filmemachers Steve McQueen (geb. 1969 in London) setzt das Schaulager einmal mehr neue Massstäbe.

13 Louis Kahn Vitra Design Museum Die erste Retrospektive seit zwei Jahrzehnten umfasst eine Vielfalt an Architekturmodellen, Originalzeichnungen und Reiseskizzen, Fotos und Filmen.

14 Ferdinand Hodler Fondation Beyeler Ein sensibler Selbstdarsteller und Rebell, Vollblutkünstler und leidenschaftlicher Kunsttheoretiker, bestens vernetzt nach München, Wien und Paris. Der Maler Ferdinand Hodler prägte wie kein anderer Künstler das Selbstbild der Schweiz. Die Ausstellung thematisiert sein Spätwerk in einer Zeit, in der das Werk dieses charakterstarken und unangepassten Künstlers international wiederentdeckt wird.


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Jahre Artinside

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28 Matta, L'Impencible, 1957

22 Ausstellungsansicht Tinguely@Tinguely im Museum Tinguely, 2012

30 Max Ernst, Un tissu de mensonges, 1959

20 Schuldig, Ausstellungsansicht, 2012

20 Schuldig. HMB – Historisches Museum Basel Die Ausstellung gibt Einblick in das Leben, den Umgang mit Straftäterinnen und Straftätern, die Vorstellungen von Schuld, Recht und Gerechtigkeit.

21 Mandla Reuter Kunsthalle Basel Zum ersten Mal in der Schweiz wird der deutsche Künstler Mandla Reuter in der Kunsthalle Basel mit einer Einzelausstellung vorgestellt.

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13 Louis Kahn, Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch Louis Kahn, 1962–83

22 Tinguely@Tinguely Museum Tinguely Vor 16 Jahren, im Oktober 1996, wurde das Museum Tinguely eröffnet. Seither ist die grösste Sammlung von Arbeiten Jean Tinguelys noch weiter gewachsen. Seine Werke werden erstmals seit langer Zeit wieder die gesamte Ausstellungsfläche einnehmen. 20 Jahre nach dem Tod des Künstlers wird mit einer neuen Präsentation auch eine revidierte Sicht auf seine künstlerische Arbeit vorgestellt.

Mandla Reuter, Installationsansicht Regionale 13, 2012

28 Matta. Fiktionen Museum Frieder Burda Das Museum Frieder Burda wirft einen neuen Blick auf Mattas Werk und zeigt seine verblüffende Aktualität für die zeitgenössische Malerei auf.

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Die Collection des Treilles in der Fondation Fernet Branca

Vorschau Ausstellungen ausserhalb der Region Service, Artinside Agenda

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Artinside Pablo Picasso, Le poète, 1912


Ein kurzer Besuch und eine lange Geschichte von Anita Haldemann und Nina Zimmer*

7 Die Picassos sind da! Eine Retrospektive aus Basler Sammlungen 17.03.2013 – 21.07.2013 Kunstmuseum Basel www.kunstmuseumbasel.ch

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ablo Picasso war nur einmal für eine Nacht in Basel, im Hotel Trois Rois am 7. September 1932, als er auf dem Weg nach Zürich haltmachte. Er war mit seiner Frau Olga und ihrem Sohn Paulo im schicken Hispano Suiza unterwegs und kam direkt aus Paris. Dem Fotografen Kurt Wyss erzählte Picasso bei ihrem Zusammentreffen 1967, dass er sich damals 1932 eigentlich mit Paul Klee verabredet hatte, der aber nicht erschien. Picasso genoss jedoch den Blick vom Hotel auf die Stadt, im Interview mit der Basler «National-Zeitung» erinnerte er sich: «Ich habe dort die Nacht über auf dem Balkon gestanden. Das Hotel hiess Drei Könige und liegt am Rhein. Der Blick ist sehr schön. Noch nie habe ich einen so schwarzen Fluss gesehen, tintenschwarz. Und man hörte die Strassenbahnen fahren, dann nur noch ein paar Autos, endlich ging irgendwo eine Türe, und dann war die ganze Stadt still.» Die Stadt Basel und Picasso sind dennoch heute auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Picassos Karriere und das Verständnis, das die Welt heute von seiner künstlerischen Leistung und seiner Position in der Kunstgeschichte hat, sind in beinahe allen Phasen entscheidend von Basler Sammlern, Kunsthistorikern und Händlern mitgeprägt worden. Und umgekehrt standen für viele Baslerinnen und Basler am Anfang ihres Interesses für die moderne Kunst ästhetische Eindrücke, die sie angesichts von Werken Picassos empfingen. Ebenso haben die Erfahrungen, die eine ganze Generation von Baslerinnen und Baslern im Picasso-Jahr 1967 machte, zum heutigen Selbstverständnis Basels als Kulturstadt beigetragen. Die besonderen Basler Beziehungen zu Picasso reichen jedoch noch weiter zurück. Kunst­sammler wie Raoul La Roche, Rudolf Staechelin, Karl Im Obersteg und Maja Sacher-Stehlin legten noch vor dem Zweiten Weltkrieg bedeutende Sammlungen an, in denen Picasso prominent vertreten ist. Viele dieser erstklassigen Werke sind heute in die Sammlung des Kunstmuseums Basels eingegangen

oder werden dort dauerhaft gezeigt; das Museum selbst hatte bereits seit den 1920er-Jahren erste Werke für sein Kupferstichkabinett erworben und durch bedeutende Ankäufe von Gemälden seit den 1950er-Jahren den Bestand kontinuierlich erweitert. Nach dem Krieg hat Ernst Beyeler das Werk des spani­schen Künstlers den Basler Kunstliebhabern in Galerieausstellungen ver­mittelt und gleichzeitig seine eigene, imposante Sammlung aufgebaut. Heute befindet sich in Basler Privatbesitz eine in Dichte und Qualität erstaunliche Konzentration von Werken. Durch die einmalige Zusammenführung all dieser Bestände kommt eine umfassende Ausstellung zu­stan­de,

Pablo Picasso, Femme dans un fauteuil, 1927

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Pablo Picasso, Études, 3. Mai 1943

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die alle wichtigen Werkphasen Picassos auf höchstem Niveau darstellt. Im zweiten Obergeschoss des Kunstmuseums, das erstmals seit der Van-Gogh-Ausstellung wieder vollständig einer einzigen Ausstellung gewidmet ist. 165 Werke ermöglichen einen Einblick in alle seine faszinierenden Schaffensperioden von der Blauen und der Rosa Periode über den Kubismus bis zum surrealistisch geprägten Werk der 1930er-Jahre, sowie dem Schaffen der 1940er- und 1950er-Jahre bis einschliesslich des Spätwerks. Dabei machen Picassos abrupte Stilwechsel und die aussergewöhnliche Vielfalt seiner Bildideen und seine technische Raffinesse den Ausstellungsrundgang abwechslungsreich. Hinzu kommt, dass Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphik sowie Skulpturen von Picasso einander gegenübergestellt werden. Dem Besucher ermöglicht dies, verblüffende Wechselbeziehungen zu beobachten. So sind etwa die parallel entstandenen Varianten von DoraMaar-Köpfen auf Leinwand und Papier spannend zu vergleichen. Oder die zwei Zeichnungen zu Les Demoiselles d’Avignon erlauben einen Einblick in die Entstehung des epochemachenden Gemäldes am Anfang des Kubismus. Im Spätwerk ist dann eher der Unterschied zwischen dem skizzenhaften Charakter der späten Gemälde und der viel

kontrollierter wirkenden Präzision der späten Zeichnungen bemerkenswert. Die Ausstellung umfasst insgesamt 165 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen. Sie wird ergänzt durch eine Dokumentation des Picasso-Jahres 1967, die neben Originaldokumenten auch Fotografien von Kurt Wyss beinhaltet. Ein Dokumentarfilm, der in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen entstanden ist, kann ebenfalls in der Ausstellung gesehen werden. Haldemann und Zimmer haben die Ausstellung gemeinsam vorbereitet. *Nina Zimmer hat in Göttingen Kunstgeschichte studiert und an der Hamburger Kunsthalle gearbeitet, bevor sie 2007 als Kuratorin ans Kunstmuseum Basel gekommen ist. *Anita Haldemann hat in Bern und Baltimore Kunstgeschichte studiert und ist seit 2001 Kuratorin am Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel.


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Artinside Pablo Picasso, VĂŠnus et l'Amour, 9. Juni 1967


Eine Stadt für die Kunst – Das Basler Picasso-Jahr 1967

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in spezielles Kapitel der Basler PicassoRezeption stellen die Geschehnisse rund um die Ankäufe und Schenkungen von insgesamt sieben wichtigen Werken Picassos im Jahr 1967 dar. Auslöser waren Picassos Les deux frères und Arlequin assis. Die Werke aus der Sammlung Rudolf Staechelin befanden sich als Deposita seit 1947 im Kunstmuseum Basel. 1967 musste die Basler Charterfluggesellschaft Globe Air nach einem Flugzeugabsturz Konkurs anmelden. Hauptaktionär Peter Staechelin, der Sohn Rudolf Staechelins, kam dadurch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Vertraglich war geregelt, dass die Sammlung nur in dem Fall veräussert werden durfte, wenn ein Familienmitglied in eine finanzielle Notlage geriet. Mit dem Konkurs von Globe Air war dieser Fall eingetreten. Der Verlust wurde auf 29 Millionen Schweizer Franken geschätzt und es drohte der Verkauf der Werke. Die Öffentlichkeit hatte rasch von dem Fall Kenntnis erhalten, und ein beispielloser Empörungsschrei ging durch Basel. 8,4 Mil-

Artinside Pablo Picasso, Nu couché et homme au masque, 1969

lionen Schweizer Franken hiess es aufzubringen, damit die beiden hoch bedeutenden Picassos in Basel bleiben konnten. Die Regierung und der Grosse Rat bewilligten am 12. Oktober 1967 – mit nur wenigen Gegenstimmen – 6 Millionen. 2,4 Millionen mussten privat aufgetrieben werden. Am 25. November fand in ganz Basel ein «Bettlerfest» statt, bei dem buchstäblich die ganze Stadt auf den Beinen war. Es wurden Buttons gedruckt, Spiele, Stände und Umzüge organisiert. Gegen den Beschluss des Grossen Rates wurde jedoch das Referendum ergriffen und die Basler Stimmbürger hatten über den 6-Millionen-Kredit zu befinden. Es bildeten sich zwei Lager. Eine Fraktion lehnte es ab, für unsinnige moderne Kunst so viel Geld auszugeben, man solle doch lieber Altersheime bauen. In der Pro-PicassoFraktion sammelten sich kunstinteressierte Bürger und die protestfreudige Jugend («All you need is Pablo», lautete ein Transparent), schliesslich aber breite Bevölkerungsschichten. In der kantonalen Volksabstimmung am

17. Dezember befanden am Ende 32 118 Bürger gegen 27 190 Bürger den Kredit für gut. Es war dies historisch wohl das erste Mal, dass ein Gemeinwesen aufgefordert war, in einer demokratischen Volksabstimmung über den Ankauf moderner Kunst zu entscheiden. Picasso verfolgte das Geschehen interessiert von Mougins bei Nizza aus. Das Plebiszit zugunsten seiner Kunst rührte ihn so, dass er spontan den damaligen Basler Museumsdirektor Franz Meyer in sein Atelier einlud, um der Stadt Basel drei Gemälde zum Geschenk zu machen: Homme, femme et enfant von 1906, Vénus et l’Amour und Le couple, beide von 1967, sowie eine wichtige und grossformatige Studie zu den Demoiselles d’Avignon. Daraufhin schenkte auch Maja Sacher (vormals Hoffmann-Stehlin) das kubistische Bild Le poète. Der einzigartige Picasso-Segen hatte dem Kunstmuseum den Zuwachs von sieben Werken beschert. Zwei Jahre später ergänzte der Verein der Freunde des Kunstmuseums Basel die Picasso-Sammlung um eine mit Feder gezeichnete Étude pour «Les deux frères».


Sister Corita Kent, come alive, 1967

Tell It To My Heart: Collected by Julie Ault von Nikola Dietrich*

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ie Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Basel zeigt eine erlesene Auswahl von Arbeiten der Sammlung Julie Ault. Sie war ein Gründungsmitglied von Group Material (neben Tim Rollins und Doug Ashford), eines in New York ansässigen Künstlerkollektivs, das sich 1979 formierte und Ausstellungen und öffentliche Projekte zu aktuellen politischen Themen und Fragen zu Ästhetik bis ins Jahr 1996 organisierte. Neue künstlerische Formate sollten erprobt werden, die mehr Raum für eine grössere Vielfalt und Experimente zuliessen. Politische Kunst wurde vom Kollektiv nicht als Kunst über Politik verstanden im Sinne einer Abstraktion und Repräsentation, sondern als Kunst, die in Form von Dialogen entstand. Zusätzlich war Ault extensiv als Künstlerin, Kuratorin, Autorin und Herausgeberin tätig. Ihre eigene visionäre Praxis, mit weitreichenden Wurzeln in verschiedene Formen der Kollaboration, lieferte die Inspiration für dieses einzigartige Ausstellungsformat. Aus ihrem intensiven Dialog mit Künstlern resultierten zahlreiche wichtige Ausstellungen, Publikationen wie auch Freundschaften. So gingen denn auch die meisten Arbeiten als Geschenke der Künstler in die Sammlung ein, mit denen sie einen andauernden Dialog unterhielt. Das Potenzial

des kollaborativen Prozesses innerhalb der Kunst wird dadurch unterstrichen, dass die Konzeption der Ausstellung und Publikation in Zusammenarbeit mit Ault und einer Gruppe von Einzelpersonen geschah, mit denen sie in den letzten drei Jahrzehnten in unterschiedlichen Funktionen zusammengearbeitet hat, einschließlich Künstlern wie Danh Vo, Martin Beck und Jason Simon. Die Sammlung selber umfasst Werke von Künstlern wie Felix Gonzalez-Torres, Sister Corita, Andres Serrano, Nancy Spero oder Roni Horn und vielen anderen. Es werden über 200 Werke zu sehen sein, die eine sehr persönliche Erfahrung der letzten 30 Jahre mit einer spezifischen Kunstgemeinschaft zum Ausdruck bringen, die sich ursprünglich um New York herum zentrierte. Es war ausschlaggebender Anreiz für das Projekt, die vielen Kunstwerke zusammenzubringen und «eine Situation zu schaffen, in der es möglich wurde zu erfassen, inwiefern diese ausserhalb ihres direkten häuslichen Kontexts miteinander in Beziehung stehen, als eine öffentliche Ausstellung nämlich, die sich in einem kommunalen Zusammenhang äussert und einbringt» (Ault). *Nikola Dietrich ist Kuratorin des Museums für Gegenwartskunst

Julie Ault Tell It To My Heart 02.02.2013 – 12.05.2013 Museum für Gegenwartskunst Basel www.kunstmuseumbasel.ch

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Steve McQueen, Charlotte, 2004, Filmstill

Steve McQueen Steve McQueen 16.03.2013 – 01.09.2013 Schaulager Basel www.schaulager.org

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it der bisher umfassendsten Ausstellung des 1969 in London geborenen radikalen Videokünstlers und Filmemachers Steve McQueen setzt das Schaulager einmal mehr neue Massstäbe. Für die diesjährige Ausstellung werden zwei Geschosse des Hauses in Münchenstein mit einer aufwendigen Architektur in eine Kinostadt verwandelt. Innen- und Aussenräume, Durchblicke und Spiegelungen und unterschiedliche Intensitäten von Lichtquellen und von Dunkelheit schaffen eine mystische Atmosphäre, in der auch einzelne Fotoarbeiten und das bewegende Werk «Queen and Country» ihren Platz finden.

Dem Kunstpublikum ist Steve McQueen vor allem seit 1999 bekannt, als er, unter anderem mit der legendären Arbeit «Deadpan» (einer künstlerischen Hommage an Buster Keaton), den renommierten britischen Turner-Preis gewann. Auch seine Teilnahme an der documenta 11 (2002) mit den Meisterwerken «Western Deep» und «Carib’s Leap» blieb den Besuchern in eindrücklicher Erinnerung. Im Schaulager sind nun nicht nur diese Videos wiederzuentdecken. Erstmals überhaupt werden über zwanzig filmische Arbeiten Steve McQueens einander gegenübergestellt: eine Ausstellung, die in ihrer Andersartigkeit und Vielseitigkeit auch für die Besucher eine Herausforderung darstellt. Um es ihnen zu ermöglichen, alle Filme in ihrem Reichtum an Eindrücken zu erleben, berechtigt das Eintrittsticket zum dreimaligen

Besuch der Ausstellung. Ausserdem wird die Präsentation von einem vielseitigen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet, über das ein detailliertes Ausstellungsund Programmheft informiert. Steve McQueen, Charlotte, 2004 Der skulpturale Charakter von Steve McQueens Filmen, ihre fast greifbare Materialität und die physische Auswirkung auf den Betrachter treten in der Arbeit «Charlotte» deutlich hervor. Ganz in Rot getaucht, geht von diesem 16-mm-Film eine Atmosphäre aus, die an eine Dunkelkammer erinnert. In einer einzigen festen Einstellung fixiert die Kamera das Auge der Schauspielerin Charlotte Rampling, dem sich der Zeigefinger des Künstlers auf bedrohliche Weise nähert, und erzeugt ein fast unerträgliches Gefühl von Verletzbarkeit und Spannung.


Louis Kahn

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Louis Kahn, Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch, 1962 – 83

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er amerikanische Architekt Louis Kahn (1901–1974) gilt als einer der grossen Baumeister des 20. Jahrhunderts. Mit komplexen Raumkompositionen und einer meisterhaften Licht-Choreografie schuf Kahn Bauten von archaischer Schönheit und universaler Symbolkraft. Zu seinen wichtigsten Werken gehören das Salk Institute im kalifornischen La Jolla (1959–65), das Kimbell Art Museum im texanischen Fort Worth (1966–72), das Indian Institute of Management in Ahmedabad (1962–74) und das Parlament von Bangladesch in Dhaka (1962–83). Die erste Kahn-Retrospektive seit zwei Jahrzehnten umfasst eine bislang noch nie präsentierte Vielfalt an Architekturmodellen, Originalzeichnungen und Reiseskizzen, Fotos und Filmen. Dabei werden alle wichtigen Projekte Kahns ausführlich dokumentiert – von seinen frühen Stadtplanungen und Einfamilienhäusern bis zu monumentalen Spätwerken wie dem Roosevelt Memorial (1973-74), das im Oktober 2012 posthum fertiggestellt wurde. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören ein vier Meter hohes Modell des spektakulären City Tower für Philadelphia (1952-57) sowie nie gezeigte Filmaufnahmen von Nathaniel Kahn, dem Regisseur des Films My Architect. Bereichert wird der Blick auf Kahns architektonisches Schaffen durch eine Auswahl von Reisezeichnungen, die einen neuen Blick auf Kahns künstlerische Tätigkeit werfen. Interviews mit Architekten wie Frank Gehry, Renzo Piano, Peter Zumthor oder Sou Fujimoto unterstreichen die heutige Bedeutung von Kahns Werk, das mit dieser Ausstellung wieder entdeckt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.

Begleitend zu Louis Kahn – The Power of Architecture organisiert das Vitra Design Museum ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Gästen wie Zaha Hadid, David Adjaye, Sou Fujimoto, Nathaniel Kahn, Charlie Koolhaas und vielen mehr. In der Vitra Design Museum Gallery wird vom 1. Februar bis zum 26. Mai 2013 eine Ausstellung des deutschen Künstlers Thomas Florschuetz gezeigt. Sie präsentiert grossformatige Fotografien von Bauten Louis Kahns, von Oscar Niemeyers Brasilia sowie vom Neuen Museum und von dem Palast der Republik in Berlin.

Louis Kahn The Power of Architecture 23.02.2013 – 11.08.2013 Vitra Design Museum www.design-museum.de

Weitere Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery: Thomas Florschuetz Extrakt 01.02.2013 – 26.05.2013 www.design-museum.de

Artinside Louis Kahn vor einem Modell des City Tower Project in einer Ausstellung an der Cornell University, Ithaca, New York, 1958


Ferdinand Hodler, Genfer See mit Mont Blanc am fr端hen Morgen, 1918


Ferdinand Hodler


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Ferdinand Hodler, Bergbach bei Champéry, 1916

Ferdinand Hodler

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erdinand Hodler in der Fondation Beyeler – das ist ein besonderes Fest für die Augen. Die wunderbaren Berglandschaften, diese atemberaubenden Blicke über den Genfer See, die Alpengipfel über dem Nebelmeer: Niemand hat es besser als Ferdinand Hodler vermocht, die Faszination der Schweiz in Bildern darzustellen. Manchmal fragt man sich sogar, ob Hodler durch seine Gemälde die Alpensicht nicht eigentlich erst «erfunden» oder zumindest so stark beeinflusst hat, dass er zu einer Art Lehrer im Anschauen der Alpen geworden ist. Wer denkt nicht unwillkürlich an Hodler, wenn man in Bern über die Kirchenfeldbrücke fährt und vor sich Eiger, Mönch und Jungfrau sieht, darüber die Mondsichel? Oder wenn man mit der Bahn auf dem Weg nach Lausanne ist und direkt nach dem Tunnel bei Puidoux über den Genfer See blickt, unten eine leichte Dunstschicht,

von Ulf Küster* darüber die Berge? Hodler hat die kulturelle Identität des Landes geprägt: Sein Einfluss reicht sogar bis in die Politik. Eine Reproduktion seines grossen Wandbildes Der Rückzug von Marignano im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich hing im Bunker des Bundesrates während des Zweiten Weltkrieges. Die heroische Darstellung einer Niederlage, die dennoch zu einem Triumph wird, ist ein Symbol für die Schweizer Neutralitätspolitik geworden, dessen Werke zeitweilig sogar die Banknoten des Landes zierten. Unbestreitbar: Hodler ist in der Schweiz der berühmteste Künstler des Landes. Ausserhalb der Landesgrenzen ist seine Popularität aber keineswegs so gross wie in seinem Heimatland. Dabei hat das Werk Hodlers nicht nur den Schweizern etwas zu bieten. Bester Beweis ist diese Ausstellung, die von der Fondation Beyeler in Kooperation mit der Neuen Galerie


Ferdinand Hodler, Das Jungfraumassiv von Mürren aus, 1914

Ferdinand Hodler 27.01.2013 – 26.05.2013 Fondation Beyeler, Riehen www.fondationbeyeler.ch New York konzipiert wurde. Dort, an der 5th Avenue, in einem der interessantesten Museen New Yorks, war Hodler ein Riesenerfolg und für viele die Entdeckung des letzten Kunstherbstes. Wenn Hodler auch im Unterschied zu den USA hier nicht mehr wirklich entdeckt werden muss, ist doch die Ausstellung in der Fondation Beyeler, dem wohl meistbesuchten Kunstmuseum der Schweiz, eine wirkliche Chance, diesen zu Lebzeiten schon bestens nach München, Wien und Paris vernetzten Künstler in einem anderen Licht zu sehen und sein Spätwerk, das erstmalig in der Schweiz umfassend gezeigt wird, zu würdigen. Die Ausstellung konzentriert sich auf Hodlers Spätwerk, Werke aus den letzten fünf Jahren seines Lebens, zwischen 1913 und 1918. Hodler, der sich aus einfachsten Verhältnissen zu einem damals weltbekannten Künstler

emporgearbeitet hatte, dessen Bilder – schon damals – zu hohen Preisen gehandelt wurden, der sehr wohlhabend geworden war, musste niemandem mehr etwas beweisen. Befreit von äusseren Zwängen widmete er sich seinen bevorzugten Themen: Landschaften und Frauen, wobei er ebenfalls eine neue Leidenschaft für das Selbstporträt entwickelte und die vielfältigen Möglichkeiten der Farbe für sich neu entdeckte. Das Gefühl, nur noch eine begrenzte Lebenszeit zu haben, brachte ihn wohl dazu, sich mit Ewigkeit, mit der Endlichkeit des Lebens und der Unendlichkeit der Kunst zu beschäftigen. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Hodlers Landschaftsgemälde, besonders seine berühmten Nahund Fernsichten auf die Alpen. Besonders wichtig und ergreifend sind die Bilder seiner Geliebten der späten Jahre, Valentine Godé-Darel. Die Mutter seiner 1913 ge-

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18 Ferdinand Hodler, Bildnis der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

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borenen Tochter Paulette hatte enorme Bedeutung für das Werk Hodlers. Kurz nach der Geburt der Tochter wurde bei Godé-Darel eine Krebserkrankung diagnostiziert. Ihr Leiden und ihren Tod hat Hodler in einer berühmten Serie von Zeichnungen und Gemälden begleitet. Niemals vorher ist das Sterben eines Menschen berührender dargestellt worden. Das präzise Protokoll des körperlichen Verfalls, das mit den Bildern der statisch ruhenden Toten endet, ist gleichzeitig ein bewegendes Dokument der Zuneigung durch einen Künstler, der Einfühlung wohl besonders durch seine Kunst zeigen konnte. Sein letztes vollendetes Figurenbild, Blick in die Unendlichkeit, das in mehreren monumentalen Versionen existiert, zeigt fünf Frauen in blauen Gewändern, die in tänzerischer Bewegung dargestellt sind. Ihre Reihung ist theo-

retisch bis ins Unendliche fortzusetzen. Mit der Idee und der Ausführung der verschiedenen Fassungen beschäftigte sich Hodler von 1910 bis kurz vor seinem Tod 1918. Das grösste Bild der Serie, aus dem Kunstmuseum Basel, und die Version, die Hodler bei sich zu Hause hatte, können wir in unserer Ausstellung zeigen. Hod­ler ging es um eine Art Denkmal des «Ewig Weiblichen» und für ihn persönlich um eine Art Summe seines Lebens. In den letzten Monaten vor seinem Tod konnte Hodler seine Wohnung kaum mehr verlassen, sein immer schlimmer werdendes Lungenödem, seine Asthmaanfälle schränkten seine Bewegungsfähigkeit stark ein. Ferdinand Hodler malte, bevor er selbst Teil der «grossen Einheit» wurde, wie er das einmal Cuno Amiet gegenüber genannt hatte, eine Serie von Blicken vom Balkon seiner Wohnung,


über den Genfer See, auf den in der Ferne erscheinenden Mont Blanc, weil er nicht mehr in sein Atelier gehen konnte. Die Bilder zeigen diese Sicht zu unterschiedlichen Tageszeiten, vor allem aber am frühen Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, wenn die Konturen klar umrissen sind, die Flächen aber nur wenig strukturiert als Farben erscheinen. Im zentralen Raum unserer Ausstellung sind die wichtigsten Werke aus dieser Serie vereinigt. Kündigt sich bei diesen Bildern die abstrakte Farbfeldmalerei eines Mark Rothko oder eines Barnett Newman an? Hodler benützt vor allem changierende Varianten zweier Grundfarben, Gelb und Blau: Hier geht es um das Wesentliche in der Malerei, um Farbe und Form, mit denen Hodler die grosse Einheit der Natur feiert. *Ulf Küster ist seit 2004 Kurator in der Fondation Beyeler. Er hat in Freiburg/Breisgau Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und klassische Archäologie studiert.

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Ferdinand Hodler. The Fondation Beyeler is the first Swiss museum to present a comprehensive exhibition of Ferdinand Hodler's late work. His international significance for modern art becomes especially apparent from these final years of his career. Hodler, whose paintings shaped the self-image of Switzerland like no other artist's, was at the same time one of the most important artists of the transition period from the 19th century to Modernism. The Fondation Beyeler show, comprising about 80 works, focuses on Hodler's late phase (1913–18). On view are works executed during the last five years of his life. By this time the artist, who came from a socially deprived background, no longer needed to prove anything, as he was prosperous and widely recognized. In his late paintings he turned once again to the great themes of his life and activity, representing them in series and variations: his involvement with self-portraiture, his legendary depictions of the Swiss Alps, his fascination with women, death and eternal life. Hodler's works grew increasingly radical and abstract. A special concern of the exhibition is to define Hodler's importance as a pioneer of modern painting.

Artinside Ferdinand Hodler, Blick in die Unendlichkeit, 1913/14-1916


Schuldig – Verbrechen. Strafen. Menschen.

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Fotografie der Korbflechterei im Gefängnis Schellenmätteli Basel, um 1950

Schuldig – Verbrechen. Strafen. Menschen. bis 07.04.2013 HMB – Museum für Geschichte/Barfüsserkirche www.hmb.ch

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chuldig oder unschuldig, kriminell oder legal, schwere Straftat oder Kavaliersdelikt. Die Anschauungen über Kriminalität und Kriminelle wandeln sich laufend. Manche Verhaltensweisen, die früher als kriminell eingestuft waren, sind heute entkriminalisiert. Andere Taten, wie Mord, wurden zu jeder Zeit verurteilt. Der Dominikanerpater Heinrich von Rheinfelden belästigt Bäckerjungen und Karrenknechte. Susanna Schaub tötet nacheinander drei Ehemänner mit Gift. Paul Kopp ergattert bei einem Raubmord 15 Franken. Studenten, Schülerinnen und Lehrlinge blockieren aus Protest die Tramschienen. Mit welchen Taten, Handlungen oder Denkweisen machen sich Menschen in unterschiedlichen Epochen schuldig oder kommen mit dem Gesetz in Konflikt?

Ein eierlegender Hahn wird geköpft. Der Selbstmörder Andrea Zamometiç wird zur Strafe in den Rhein geworfen. Hans Lüdin wird wegen falscher religiöser Überzeugung zum Tod verurteilt, Anna Maria Seiler als Kindsmörderin enthauptet. Hiazinth Bayer wird als letzter Baselbieter hingerichtet. Auf streikende Arbeiterinnen und Arbeiter wird geschossen. Wie bestraft die Gesellschaft zu unterschiedlichen Zeiten? Wie denken Baslerinnen und Basler heute über die Todesstrafe? Die Ausstellung zeigt rund 30 Kriminal-, Rechts- und Streitfälle, die sich in der Region Basel zutrugen. Sie erzählt die Geschichten von Täterinnen und Tätern, Opfern, Beschuldigten, Verurteilten, Urteilenden, Bestraften und Strafenden.

Impression aus der Ausstellung Scheich Ibrahims Traum

Weitere Ausstellung im Museum für Wohnkultur

Scheich Ibrahims Traum Schätze aus der Textil- und Schmucksammlung von Widad Kamel Kawar bis 07.04.2013 Museum für Wohnkultur www.hmb.ch


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Mandla Reuter, Installationsansicht Regionale 13, When I look at things, I always see the space they occupy, 2012

No such street

Mandla Reuter bis 10.03.2013 Kunsthalle Basel www.kunsthallebasel.ch

Die Kunsthalle Basel eröffnet das neue Jahr mit der ersten Einzelausstellung des deutschen Künstlers Mandla Reuter in der Schweiz.

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ie Arbeiten Reuters, die teils für die Ausstellung geschaffen wurden, thematisieren in unterschiedlicher Manier die Trennung von öffentlichen, privaten und institutionellen Orten sowie die von realen und fiktiven Räumen. Einige Arbeiten in der Kunsthalle Basel beziehen sich auf ein Stück Land in Los Angeles, das von Reuter gekauft wurde und am Rande der amerikanischen Metropole zum Fallbeispiel seiner Auseinandersetzung mit Fiktion und Realität wird. An die Adresse versendete Briefpost wird mit der Bemerkung «No such street» zurück an den Absender geschickt, während ein Katasterplan der Stadt Los Angeles und der Dreck auf dem weissen Fussboden, der von dem Grundstück stammt, die Existenz des Ortes zu beweisen scheinen. Reuters Interesse an der Funktion von Räumen sowie deren Verwandlung und Umstrukturierung

wendet er auch auf die Kunsthalle an: Indem er die unteren Ausstellungsräume der Kunsthalle Basel in zwei Hälften mit separaten Zugängen teilt, hebt der Künstler die visuelle, physische wie psychische Beherrschbarkeit von Räumen hervor. So erreicht man durch den Haupteingang vom Steinenberg nur die ersten drei Säle, während sich ein grosser Teil seiner Präsentation in den letzten beiden Sälen abspielt, die wiederum nur durch den Hintereingang der Kunsthalle Basel auf der Klostergasse erreichbar sind. Auf diese Weise macht Reuter den Ausstellungsort mit einfachen und wirkungsvollen Eingriffen oder Gesten neu erfahrbar, sensibilisiert den Betrachter auf institutionell aufgeladene Räumlichkeiten und beleuchtet ästhetische sowie soziale Bedingungen der Kunstproduktion. Die Ausstellung Mandla Reuters in der Kunsthalle Basel lässt die Produktion von Raum als aktiven Prozess sichtbar werden, indem sie Strukturen, Handlungen sowie ein Verständnis für Raum und dessen Funktion erst hervorbringt.

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Ein neuer Blick auf Jean Tinguelys Werk

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it der grossen Überblicksausstellung Tinguely@ Tinguely wird der Künstler 16 Jahre nach Eröffnung des Museums als wichtiger Impulsgeber der internationalen Kunstszene um 1960 neu vorgestellt. Der Ausstellungsparcours eröffnet mit einer reich bebilderten Biografie und den ersten Werkgruppen der Jahre 1954–55: Mit den Méta-Herbins, den Méta-Malevitchs, den Blanc sur blancs, den ersten Machines à dessiner und den Volumes virtuels erfand Tinguely Werke, die der europäischen Nachkriegskunst mit ihrer Bewegung, der Einbindung des Zufallsmoments und der Hinwendung zur

Aktivierung der Sinne neue Wege eröffneten. Besondere Beachtung finden seine radikalen Aktionen und Happenings, mit denen er tote Abfallprodukte der Konsumgesellschaft zu neuem, eigensinnig-absurdem, aber oft nur kurzem Leben erweckte. Homage to New York von 1960 war weltweit das erste sich selbst zerstörende Kunstwerk überhaupt. Die Zerstörungsaktion Study for an end of the World No. 2 von 1962 trug bereits das Potenzial der Inszenierung von Landschaft in sich. Für Tinguelys Werk waren seine zahlreichen Gemeinschaftsarbeiten, die schon ab 1962 entstanden, von gros-


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Installationsansicht im Museum Tinguely mit den Werken Tinguelys: Safari de la Mort moscovite 1989 (links), Plateau agriculturel, 1978 (Hintergrund) und Fatamorgana, 1985 (rechts) sowie Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia 1987

ser Bedeutung. Le Cyclop, zwischen 1971 und 1991 in Millyla-Forêt südlich von Paris entstanden, trug die Idee eines Gesamtkunstwerks in sich. Diese «Freundschaftsplastik» von über 22 m Höhe gestaltete er zusammen mit Künstlern wie Niki de Saint Phalle, Bernhard Luginbühl, Daniel Spoerri, Eva Aeppli und vielen weiteren. Tinguelys Skulpturen sprechen den Betrachter stets auf mehreren Ebenen an. Sie haben kinetische, optische, akustische, manchmal auch olfaktorische und haptische Ausstrahlung. Zu der Reihe von akustisch wirkenden Grossskulpturen kann auch die begehbare Grosse MétaMaxi-Maxi-Utopia von 1987 gezählt werden. Der Mensch wird darin – wie bei Charlie Chaplins Modern Times – zum

Teil der Maschine und verliert sich in einem mechanischen Labyrinth und Räderwerk. Tinguely war einer der radikalsten und subversivsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Viele Grundfragen und Themen unserer Existenz scheinen in seinen Werken auf: das Verhältnis des Menschen zur Maschine, Schönheit und Nutzlosigkeit der Bewegung, der Klang, das Geräusch und die Musik, das Schattenspiel, die Leichtigkeit und die Schwere, die Auflösung und die Leere, die Elemente und die Infragestellung der Rollen von Autor, Zuschauer und Kunstwerk. Dass Tinguelys künstlerische Errungenschaften mit Leichtfüssigkeit, Humor, Ironie und Parodie einhergehen, zählt zu den besonderen Qualitäten seines Œuvres.

Tinguely@Tinguely bis 30.09.2013 Museum Tinguely www.tinguely.ch


«Sodeli, d'Kuttlebutzer»

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ie Kuttlebutzer waren von 1957 bis 1999 eine Clique, die die Basler Fasnacht mit ihrer Kreativität und ihrem Nonkonformismus stark prägte. Grafiker, Gestalter und Künstler beeinflussten die Gruppe massgeblich. Sie verbrachten die Fasnachtstage stets abseits der üblichen Pfade. Ihre permanente Auflehnung gegen das organisierende Fasnachtscomité war legendär, sie führte zu spektakulären Aktionen wie dem grossen Bumm 1974, bei dem das Comité mit Rauch und Petarden sinnbildlich in die Luft gesprengt wurde. Diese Aktion war die erste, bei der auch Jean Tinguely als Kuttlebutzer tätig wurde. Er war der Sprengmeister, wie er auch später mehrere Züge seiner Clique entwarf. Insbesondere die Stadtindianer (1976) und die Atompolizei (1985) sowie der Pleitegeier- und Phönixzug (1988), den er gemeinsam mit dem Künstler Christoph Gloor kreierte, waren wichtige und prägende Ereignisse – und kunstvoll gestaltete Züge. Dabei war bei den Kuttlebutzer von Anfang an die Beteiligung jedes Einzelnen bei der Ausarbeitung eines Sujets von zentraler Bedeutung. Auch bei den Fasnachtszügen der Grafiker Ferdi Afflerbach, Robi Hiltbrand, Hanspeter Hort und anderer oder dem berühmten Geisterzug (1965) von Max Kämpf waren immer alle Mitglieder mit der Ausarbeitung ihres Kostüms und der Larve betraut. Damit ergab sich Die Kuttlebutzer, Stadtindiander, 1976

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Sodeli, d'Kuttlebutzer 23.01.2013 – 14.04.2013 Museum Tinguely www.tinguely.ch

eine Vielfältigkeit im Zug, die sich von der lange vorherrschenden Einheitlichkeit anderer Cliquenauftritte völlig unterschied. Heute ist die Beteiligung aller Partizipierender die Regel geworden. Die Kuttlebutzer waren aus einem gleichnamigen Schnitzelbangg hervorgegangen, der in den späteren 1940er und den 1950er Jahren mit seinen scharfen Versen und seinen originell gestalteten «Zeedeln» (dt. Handzettel) Furore gemacht hatte. Den satirischen Esprit übertrugen diese Sänger in die Clique, die von Beginn an bei der Fasnacht mit angriffslustigen Sujets auffiel. 1959 hiess es «Kuttlebutzer auf dem Wege zum Ruhm», in dem die Zensur eines Films von Stanley Kubrick durch den Schweizerischen Bundesrat (auf Druck Frankreichs, dessen Armee sich durch den Film verunglimpft fühlte) kritisiert wurde. Die Haltung der Kuttlebutzer, sich gegen Unterdrückung der Meinungs- und Kunstfreiheit zu wehren, wurde Programm und prägte noch manch spätere Sujets.

Das Museum Tinguely zeigt Entwürfe, Requisiten, Larven (Masken) und zahlreiche Begleitdokumente der Kuttlebutzer – und somit auch die Entwicklung der Fasnacht, dieses grössten, jährlich stattfindenden Volksfestes der Schweiz.


Schweizerdeutsche Redewendung: «kuttle putze» Kutteln bezeichnen im Deutschen die essbaren Eingeweide im Tiermagen. Roh sind Kutteln ungeniessbar. Man muss sie gründlich putzen, um das übelriechende, halbverdaute Material im Magen loszuwerden. Dies geschieht durch wässern und langes Auskochen. Man muss die Kutteln also ordentlich traktieren, bevor sie essbar werden. Wer jemandem d'kuttle putzt, dreht ihn energisch durch die Mangel und liest ihm die Leviten.

Kuttlebutzer. Jean Tinguely always had a particular fondness for the Carnival celebrations of the city of Basel, where he spent his youth and childhood, attending the highly animated three-day on several occasions. In 1974 he first participated actively joining the «Kuttlebutzer Clique». This group in fact had been famous since the 1950s for avant-garde costumes and props created for the parade by artists and graphic designers. By carrying on this tradition, Tinguely and the other members set new artistic standards for the «Basler Fasnacht». The Museum Tinguely is exhibiting designs, props and masks («Larven») associated with the «Kuttlebutzer» and thus offering a special picture of the development of this largest of all Switzerland’s popular festivities. Artinside Sodeli d' Kuttlebutzer, 1974


Ad Petersen, Martial Raysse bei der Arbeit für die Gruppenausstellung «Dylaby» vor dem Eingang des Stedelijk Museums, Amsterdam, 1962

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Les mille lieux de l'art Fotografien von Ad Petersen


Ad Petersen 27.02.2013 – 26.05.2013 Museum Tinguely www.tinguely.ch

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ie Ausstellung stellt zum ersten Mal in der Schweiz Fotografien von Ad Petersen (geb. 1931 in Zaandam/NL) vor, der von 1960 bis 1990 als Konservator am Amsterdamer Stedelijk Museum zahlreiche wichtige Ausstellungen organisierte. Mit seiner Kamera porträtierte und dokumentierte er die Arbeit berühmter Künstler der Generation Tinguelys, darunter Beuys, Cage, Christo, Fontana, de Saint Phalle, Kienholz, Oldenburg, Raetz, Rauschenberg, Raysse, Soto, Spoerri, Topor u.v.a. Zeichnungen, Briefe und Dokumente, die von einer oft lebenslangen, freundschaftlichen Verbundenheit des Museumsmanns und Fotografen zu den Künstlern zeugen, ergänzen die Ausstellung. Seine feinfühligen Aufnahmen nehmen den Betrachter mit zu «Tausend Orten der Kunst». Es sind Milieustudien der 1960er und 1970er Jahre, einer Zeit des Aufbruchs, die eine Vielfalt neuer Kunst-

Les mille lieux de l’art. Photographies by Ad Petersen Ad Petersen (b. 1931) was from 1960 to 1990 curator at the Stedelijk Museum in Amsterdam. During this period he captured on photographs his encounters and collaborations with numerous international artists (including Christo, Duchamp, Fontana, de Saint Phalle, Kienholz, Oldenburg, Raetz, Rauschenberg, Tinguely and many others). His sensitive portraits and other photographs offer extraordinary insights both into the work and also into the private sphere of the artists concerned. This photographic material is complemented by works of art, letters and other documents that provide a record of the often life-long friendships between this fine photographer and exhibition curator and the artists with whom he worked.

formen hervorbrachte. Ad Petersen befand sich «mittendrin» und nahm begeistert teil am internationalen Kunstgeschehen. Er besuchte die Künstler in ihren Ateliers, hielt sie in Fotoserien bei der Arbeit fest, mit denen es ihm gelang, den faszinierenden Augenblick der Umsetzung der Inspiration in ein Kunstwerk mit seiner Kamera festzuhalten. Noch heute ermöglichen es die Fotografien von Petersen, die teilweise vor einem halben Jahrhundert entstanden, die spezielle Atmosphäre der damaligen Zeit nachzuempfinden. Sie zeugen von einer kreativ-anarchischen Energie und Lebenslust und lassen einen spontan an John Irvings Ausspruch «Life is serious, but art is fun!» denken.

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Zur Ausstellung erscheint im Luzerner Verlag Edizioni Periferia eine Fotopublikation mit Texten von Jean-Christophe Ammann und Ad Petersen, 176 Seiten.

Artinside Ad Petersen, Party bei den Lalannes nach der Eröffnung von Daniel Spoerris Ausstellung im CNAC, Paris, 1972


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Matta, Les Grandes Expectatives, 1966

Kosmische Fantasieräume Sphärische Farben, riesige Formate: «Matta. Fiktionen» im Museum Frieder Burda Wiederentdeckung des bedeutenden chilenischen Malers in grosser Retrospektive

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as Werk des chilenischen Malers Matta ist von verblüffender Aktualität. Die Ausstellung Matta. Fiktionen im Museum Frieder Burda wirft einen neuen Blick auf diesen grossen Maler, den es in Deutschland wieder zu entdecken gilt. Vom 19. Januar bis 2. Juni 2013 sind in Baden-Baden rund 40 grossformatige Gemälde von Matta zu sehen. Die Ausstellung spannt einen Bogen von den surrealistischen Anfängen des Künstlers bis hin zu seinen Panoramaformaten.

Matta, 1911 in Chile geboren und 2002 in Italien gestorben, zählt zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Seine Gemälde nehmen die fantastischen Sphären von Science-Fiction und Computerspielen vorweg. Er stellte bereits 1937 mit den Surrealisten in Paris aus und schuf in seiner Malerei kosmische Fantasieräume. Von seinem Werk gingen in den vierziger Jahren wichtige Impulse aus. Bei aller Abstraktion spiegeln seine Bilder immer auch die Zeitgeschichte. Obwohl Matta nicht in der Sammlung Frieder Burda vertreten ist, passt seine Malerei mit ihren sphärischen Farben und riesigen Formaten hervorragend in das Museum. Die klare Architektur Richard Meiers stellt ihr einen ausgleichenden Pol entgegen und bietet den Raum, den die Bilder benötigen. Frieder Burda: «Auf die Kunst der


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Matta Fiktionen 19.01.2013 – 02.06.2013 Museum Frieder Burda/D www.museum-frieder-burda.de amerikanischen Abstrakten Expressionisten um Jackson Pollock hatte Matta nachhaltigen Einfluss. In meiner Sammlung sind seit meinen wiederholten Aufenthalten in den USA in den siebziger Jahren einige Werke dieser Künstler vertreten und bilden darin eine wichtige Gruppe, die mir ausserordentlich viel bedeutet.» Die gezeigten Arbeiten stammen teilweise aus dem Familienbesitz, bedeutende Leihgaben kommen auch aus internationalen Privatsammlungen und Museen, unter anderem der Neuen Nationalgalerie in Berlin, der Tate in London, dem Moderna Museet in Stockholm und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid. Kuratiert wird die Ausstellung von der Matta-Expertin Marga Paz. Sie beschreibt die Arbeiten des Chilenen folgendermassen: «In seinem umfangreichen und viel-

Weitere Ausstellung im Museum Frieder Burda

Emil Nolde 15.06.2013 – 13.10.2013 Museum Frieder Burda/D www.museum-frieder-burda.de

schichtigen Werk verarbeitete Matta Impulse aus unterschiedlichen Bereichen wie Architektur, Naturwissenschaften, Politik, Literatur, Poesie und Religion. Mit der Verbindung von Kunst und Wissenschaft wollte er einen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen leisten.» Ausgangspunkt seiner Malerei war meist die Zeichnung, mit der er Räume erfasste, die er in den Farbraum erweiterte. Ausgehend von den Primärfarben Rot, Gelb und Blau, die sein Frühwerk bestimmten, differenzierte sich die Palette zunehmend. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum Hamburg und versammelt Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers.

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Die Collection der Fondation des Treilles gesammelt von Anne Gruner Schlumberger Die Collection der Fondation des Treilles bis 12.05.2013 Fondation Fernet Branca www.fondationfernet-branca.org

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nne Gruner Schlumberger hat im Laufe ihres Lebens eine bedeutende Sammlung an Kunstwerken aller Epochen zusammengetragen. Einen Teil dieser Kunstwerke hat sie der Stiftung Fondation des Treilles vererbt, darunter Werke von Dubuffet, Giacometti, Picasso, Max Ernst oder Victor Brauner (die sie persönlich kannte und mit denen sie freundschaftlichen Umgang pflegte, was ihrem Briefwechsel zu entnehmen ist). Daneben zählte die Sammlung auch Werke von Künstlern aus jüngerer Zeit. Ihre Vorliebe für Kunst beschränkte sich im Übrigen nicht nur auf die Malerei, sondern sie sammelte auch Stiche – vornehmlich

Artinside Max Ernst, un tissu de mensonges

Werke ihres Freundes Roger Vieillard, Ehgatte der Malerin Anita de Caro– und Skulpturen, wie insbesondere Werke von FrançoisXavier Lalanne und von de Laurens. Die eklektische Auswahl von Anne Gruner Schlumberger vereint in dieser sehr subjektiv geprägten Kunstsammlung Werke der gelehrten und volkstümlichen Künste gleichermassen, von der Antike bis zur Moderne. Dominiert wird die dreihundertneunzig Werke umfassende Sammlung jedoch von der modernen Kunst (Gemälde, Skulpturen und Mobiliar) von insgesamt siebzig Künstlern. Dreizehn von ihnen wie Victor Brauner, Anita de Caro, Max Ernst, Luis Fernandez,

Diego Giacometti, François-Xavier Lalanne, Henri Laurens, Pablo Picasso, Yassilakis Takis und Roger Vieillard sind jeweils mit über zehn Werken vertreten. Diese Sammlung zählt vornehmlich Künstler fantastischer Prägung, darunter Surrealisten. Sie besteht aus nahezu gleichen Teilen aus Gemälden, Skulpturen und Werken auf Papier, Zeichnungen und Stichen. Die Sammlung beinhaltet zudem auch rund sechzig Bücher von Künstlern mit insgesamt dreihundertneununddreissig Illustrationen von zwanzig unterschiedlichen Illustratoren, bei denen es sich zum Teil um Originale handelt.


Vorschau

Das nächste Artinside erscheint am 22. Mai 2013 mit diesen Themen 31

Max Ernst, Der Hausengel oder Der Triumph des Surrealismus, 1937 Zilvinas Kempinas, O (Between Fans), 2006

Piet Mondrian, Komposition mit Gelb, Blau und Doppellinie, 1933

Fondation Beyeler 26.05.2013 – 08.09.2013

Kunstmuseum Basel 08.09.2013 – 19.01.2014

Museum Tinguely 05.06.2013 – 22.09.2013

Max Ernst

Piet Mondrian – Barnett Newman – Dan Flavin

Zilvinas Kempinas. Slow Motion

Max Ernst (1891–1976) gehört zu den vielseitigsten Künstlern der Moderne. Mit über 170 Werken präsentiert die grosse Retrospektive in der Fondation Beyeler all seine Schaffensphasen, Entdeckungen und Techniken. So erhält der Besucher zum ersten Mal in der Schweiz seit Ernsts Tod im Jahr 1976 die Gelegenheit, das mannigfaltige Werk dieses Jahrhundertkünstlers in seinem gesamten Reichtum zu erleben. Max Ernsts Kreativität im Umgang mit Bild- und Inspirationsquellen, die Brüche zwischen den zahlreichen Werkphasen und Sujets überraschen den Betrachter.

Die grosse Sonderausstellung konzentriert sich auf das Werk von drei eminent wichtigen Künstlern der Moderne, Piet Mondrian (Amersford/Niederlande 1872 – 1944 New York), Barnett Newman (New York 1905 – 1970 New York) und Dan Flavin (New York 1933 – 1996 Riverhead, NY), die je einer anderen Generation angehören. Alle drei Künstler haben sich der abstrakten Kunst verpflichtet, dies jedoch unter jeweils ganz anderen geistigen und gesellschaftlichen Vorzeichen. Dennoch vertrauen sie alle der Askese der bildnerischen Mittel, von Farbe und Form, um die Dimension der Kunst ins Universale zu weiten.

Die Werke des in New York lebenden litauischen Künstlers Zilvinas Kempinas sind ebenso minimalistisch wie kinetisch. Er schafft mit einfachsten Mitteln komplexe und atmosphärische Raumsituationen von grosser Schönheit, die Installationen spielen mit Luft und Leichtigkeit, Reliefs mit Zeit und Zufall. Die grosse Einzelausstellung im Museum Tinguely entfaltet sich sowohl in eigenen Räumen als auch im Dialog mit Werken Tinguelys.

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Kunstwerk

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Ausstellungen ausserhalb der Region Basel

Bern | Kunstmuseum Itten – Klee. Kosmos Farbe

Was ist eine Zeichnung? Die grundlegende Frage hat Timmermans in ein eigentliches künstlerisches Universum

und Video ist sein Werk tief in der traditionell-ländlichen und religiösen indischen Gesellschaft zu verorten. Als Basismaterial für seine Skulpturen verwendet und kombiniert der Künstler oft Alltagsgegenstände wie Blechgeschirr, Tongefässe, Fahrräder oder einfache Lebensmittel.

Hugo Suter veranschaulichen, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit Grau sehr unterschiedlich motiviert ist. bis 28.04.2013   www.aargauerkunsthaus.ch

Zürich | Kunsthaus Chagall – Meister der Moderne

Das Kunstmuseum Bern zeigt die künstlerische Auseinandersetzung von Johannes Itten und Paul Klee mit dem Thema der Farbe. Dabei werden Aspekte herausgearbeitet wie Farbe und Esoterik, Farbaura, Farbharmonie, Farbe und Abstraktion, Farbe und Natur und Teilung der Farbe. 30.11.2012 bis 01.04.2013   www.kunstmuseumbern.ch

übersetzt mit Alltagsbeobachtungen, Systemanalysen oder Visionen urbaner Räume zwischen Disneyfication und Gotham- City-Ästhetik. Die Stadt als Metapher sowie der Schaffensprozess an sich bilden die Grundlagen seines künstlerischen Handelns. Die Ausstellung Ante Post Ante ist Ante Timmermans erste umfassende Werkschau in einem Schweizer Museum. bis 17.03.2013   www.kunstmuseumsg.ch

Der 1976 im belgischen Ninove geborene Ante Timmermans gilt als einer der spannendsten Zeichner der Gegenwartskunst. Seine Installation Make a Molehill out of a Mountain (of Work), 2012 (im Bild) basiert auf einer zeichnerischen Arbeit, wird jedoch räumlich und performativ erweitert. Johannes Itten, Die Begegnung, 1916

Make a Molehill out of a Mountain (of Work), 2012

Ante Timmermans – Ante Post Ante

  www.kunstmuseumthun.ch

Aarau | Kunsthaus

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Was ist Grau genau?

Thun | Kunstmuseum Subodh Gupta. Spirit Eaters In enger Zusammenarbeit mit dem indischen Künstler Subodh Gupta (geb. 1964) konzipiert das Kunstmuseum Thun seine erste Einzelausstellung in der Schweiz. Neben eigens für die Ausstellung produzierten Arbeiten sind auch bekannte monumentale Werke zu sehen. Sie betonen unterschiedliche Aspekte in Guptas Schaffen. In seiner medialen Vielfalt von Skulptur, Malerei

St. Gallen | Kunstmuseum

16.02.2013 bis 28.04.2013

Die Sammlungsausstellung Was ist Grau genau? verweist auf den gezielten Einsatz der (Nicht-)Farbe Grau in der Schweizer Kunst von den 1950er-Jahren bis heute. Werke von Balthasar Burkhard, Helmut Federle, Franz Fedier, Alex Hanimann, Markus Raetz oder Subodh Gupta, Faith Matters, 2007 Maia Aeschbach, Archivfächer, 2001

Das Kunsthaus Zürich zeigt eine Ausstellung mit rund 90 Gemälden und Arbeiten auf Papier von Marc Chagall (1887–1985). Seine Bilder vom russischen Dorfleben, seine schwebenden Figuren, fliegenden Kühe und Hähne sind weltbekannt. Jetzt korrigiert das Kunsthaus Zürich manches Klischee, das Chagalls späten Ruhm begründete, und würdigt seinen Beitrag zur Avantgarde. Die Ausstellung konzentriert sich auf die für die Karriere des Künstlers entscheidenden Jahre 1911–1922. 08.02.2013 bis 12.05.2013   www.kunsthaus.ch Marc Chagall, Moi et le village, 1911

Genfer See mit Mont Blanc am frühen Morgen, 1918, Privatsammlung, Foto: Hulya Kolabas

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Fondation Beyeler

Baselstrasse 101, CH-4125 Riehen Tel +41 61 645 97 00 Fax +41 61 645 97 19 fondation@fondationbeyeler.ch www.fondationbeyeler.ch Öffnungszeiten. Mo–So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr Eintrittspreise. Erwachsene CHF 25.– IV/Gruppen ab 20 Pers. CHF 20.– Studenten bis 30 Jahre CHF 12.– Jugendliche 11–19 Jahre CHF 6.– Familienpass CHF 50.– Jeden Montag von 10 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 20 Uhr vergüns­tigte Eintrittspreise

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Museum für Gegenwartskunst

St. Alban-Graben 16, CH-4010 Basel Tel +41 61 206 62 62 Fax +41 61 206 62 52 www.kunstmuseumbasel.ch Öffnungszeiten. Di–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen Eintrittspreise. Pablo Picasso CHF 21.– (inkl. ständige Sammlung) Erwachsene CHF 15.– IV-Bezüger CHF 8.– Studenten bis 30 Jahre CHF 8.– Jugendliche 13–19 Jahre CHF 8.– Gruppen (ab 20 Pers.) CHF 10.–

Kunsthalle Basel

St. Alban-Rheinweg 60, Basel Tel +41 61 206 62 62 Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen. www.kunstmuseumbasel.ch www.elaine-mgk.ch Öffnungszeiten. Di–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen Eintrittspreise. Erwachsene CHF 12.– Jugendliche CHF 5. IV-Bezüger CHF 5.Studierende bis 30 J. CHF 5.–

Kloster Schönthal, Langenbruck/CH CH-4438 Langenbruck Tel +41 61 706 76 76 mail@schoenthal.ch www.schoenthal.ch Öffnungszeiten. Sa/So 11–18 Uhr Eintrittspreise. Erwachsene Studenten/Künstler Familien Gruppen ab 6

Kunstmuseum Basel

Steinenberg 7 CH-4051 Basel Tel. +41 61 206 99 00 info@kunsthallebasel.ch www.kunsthallebasel.ch Öffnungszeiten. Di/Mi/Fr 11–18 Uhr Do 11–20.30 Uhr Sa/So 11–17 Uhr Eintrittspreis. CHF 10.–/6.– inkl. SAM Schweizerisches Architekturmuseum

Vitra Design Museum, Weil am Rhein/D

CHF 10.– CHF 8.– CHF 20.– CHF 8.–

Charles-Eames-Str. 2 D-79576 Weil am Rhein Tel +49 76 21 702 32 00 info@design-museum.de www.design-museum.de Öffnungszeiten. täglich 10–18 Uhr regulär/ermässigt Eintrittspreise. Eintritt Museum € 9.– / 7.– Eintritt Museum + Ausstellungsführung: Eintritt + € 6.– Architekturführung: € 12.–/10.– Kombiticket (Museum + Architekturführung) € 16.–/14.– Kinder unter 12 Jahren gratis

Bildnachweis | Titelseite: Pablo Picasso, Les deux frères, Frühsommer 1906, Kunstmuseum Basel, Depositum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | bei einem Teil der Auflage: Ferdinand Hodler, Die Dents du Midi von Champéry aus, 1916, Nestlé Art Collection, Foto: © Nestlé Art Collection S.4 Pablo Picasso, Arlequin assis, 1923, Kunstmuseum Basel, Depositum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | Fondation Beyeler: Ferdinand Hodler, Selbstbildnis, 1914, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, Foto: Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen | Schaulager: Steve McQueen, Static, 2009, Videoinstallation, Ton, 7‘ 3‘‘, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, Courtesy the Artist, Emanuel Hoffmann-Stiftung © Steve McQueen | S.5 Museum Tinguely: Ausstellungsansicht Tinguely@Tinguely, 2012 © Museum Tinguely | Museum Frieder Burda: Matta, L´Impencible, 1957, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden | Vitra Design Museum: Louis Kahn, Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch, Louis Kahn, 1962 – 83 | Historisches Museum Basel: Trülle © HMB Basel, Foto: HMB Peter Portner | Kunsthalle Basel: Mandla Reuter, Installationsansicht Regionale 13 – When I look at things, I always see the space they occupy, Kunsthalle Basel 2012, Foto: Gunnar Meier | Fondation Fernet Branca: Max Ernst, Un tissu de mensonges, 1959 © Fondation Fernet Branca | S.6 Le poète, 1912, Kunstmuseum Basel, Geschenk von Maja Sacher-Stehlin an die Stadt Basel; Depositum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | S.7 Pablo Picasso, Femme dans un fauteuil, 1927, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Ernst und Hildy Beyeler, Foto: Robert Bayer, Basel © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | S.8 Pablo Picasso, Études, 3. Mai 1943, Privatbesitz, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich S.9 Pablo Picasso, Vénus et l'Amour, 9. Juni 1967, Kunstmuseum Basel, Geschenk des Künstlers an die Stadt Basel; Depositum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler, © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | S.10 Pablo Picasso, Nu couché et homme au masque, 1969 Grafitstift, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Ernst und Hildy Beyeler, Foto: Peter Schibli, Basel © Succession Picasso / ProLitteris, Zürich | S.11 Sister Corita Kent, come alive, 1967, Courtesy Corita Art Center, Immaculate Heart, Community, Los Angeles | S.12 Steve McQueen, Charlotte, 2004, Filminstallation, ohne Ton, 5‘42‘‘, Endlosprojektion, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel,

Artinside

Impressum. Artinside – Das Museumsmagazin der Region Basel Das Magazin Artinside wurde vor zehn Jahren nach einer Idee von Matthias Geering und Fausto De Lorenzo gegründet. Herausgeber: Matthias Geering Chefredaktion | Artdirection | Produktion: Sibylle Meier Lauftext Meier Geering, Oberwilerstrasse 69, CH-4054 Basel Korrektorat: Lesley Paganetti, Basel

Museum Tinguely

Schaulager

Museum der Kulturen Basel

HMB – Museum für Geschichte|Barfüsserkirche

Paul Sacher-Anlage 1, CH-4002 Basel Tel +41 61 681 93 20 Fax +41 61 681 93 21 infos@tinguely.ch www.tinguely.ch Öffnungszeiten. Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen Eintrittspreise. Erwachsene CHF 15.– Schüler, Studenten, Lehrlinge, AHV, IV CHF 10.– Gruppen ab 20 Personen CHF 10.– Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen gratis

Ruchfeldstrasse 19, 4142 Münchenstein CH-4000 Basel Tel +41 61 335 32 32 info@schaulager.org www.schaulager.org Öffnungszeiten. Während der Ausstellung: Di, Mi, Fr 14–20 Uhr, Do 14–22 Uhr Sa, So 12–18 Uhr Eintrittspreise. Ticket für drei Eintritte Erwachsene CHF 18.– Senioren, Behinderte, Gruppen ab 10 Personen CHF 12.– Jugendliche 11–18 Jahre und Auszubildende bis 30 CHF 10.–

Münsterplatz 20, CH-4051 Basel Tel + 41 61 266 56 00 info@mkb.ch www.mkb.ch Öffnungszeiten. Di–So: 10.00–17.00 Jeden ersten Mittwoch im Monat: 10.00–20.00 Eintrittspreise. Erwachsene CHF 16.– Jugendliche 13–19 J. CHF 5.– Personen in Ausbildung CHF 5.– IV und Gruppen (ab 10 Pers.) CHF 11.–

Barfüsserplatz, CH-4051 Basel Tel +41 61 205 86 00 historisches.museum@bs.ch www.hmb.ch Öffnungszeiten. Di–So 10–17 Uhr | Mo geschlossen Eintrittspreise. Erwachsene CHF 15.– Jugendliche 13–19 J. CHF 5.– Personen in Ausbildung bis 30 Jahre CHF 5.– Gruppen (ab 10 Pers.) CHF 13.-

Museum Frieder Burda, Baden-Baden/D

Fondation Fernet Branca, Saint-Louis/F

Lichtentaler Allee 8b D-76530 Baden-Baden Tel +49 07221/39898-0 office@museum-frieder-burda.de www.museum-frieder-burda.de Öffnungszeiten. Di bis So 10–18 Uhr, Montag geschlossen Eintrittspreis. Euro 10.–

2, rue du Ballon F-68300 Saint-Louis Tel. +33 38 969 10 77 musee-fernet-branca@wanadoo.fr www.fondationfernet-branca.org Öffnungszeiten. Mi–Fr 14–19 Uhr. Mo–Di geschlossen Eintrittspreis. Euro 7.–/6.–, Kinder unter 12 Jahren gratis

Courtesy the Artist, Emanuel Hoffmann-Stiftung © Steve McQueen | S.13 oben: Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch, Louis Kahn, 1962 – 83 © Raymond Meier | unten: Louis Kahn vor einem Modell des City Tower Project in einer Ausstellung an der Cornell University, Ithaca, New York, Februar 1958 © Sue Ann Kahn | S.14-15 Ferdinand Hodler, Genfer See mit Mont Blanc am frühen Morgen, 1918, Foto: © Kunsthaus Zürich, Schenkung des Holenia Trust in Andenken an Joseph H. Hirschhorn | S.16 Ferdinand Hodler, Bergbach bei Champéry, 1916, Bündner Kunstmuseum, Chur, Foto: SIK-ISEA, Zürich | S.17 Ferdinand Hodler, Das Jungfraumassiv von Mürren aus, 1914, © Musée d’art et d’histoire, Genf, Foto: © Musée d'art et d'histoire Genf, Yves Siza | S.18 oben: Ferdinand Hodler, Bildnis der kranken Valentine Godé-Darel, 1914, Sammlung Rudolf Staechelin, Depositum im Kunstmuseum Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler | S.18 unten: Ferdinand Hodler, Blick in die Unendlichkeit, 1913/14-1916, Kunstmuseum Basel, Foto: © Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler | S.20 Fotografie der Korbflechterei im Gefängnis Schellenmätteli, Basel, um 1950, Polizeimuseum BaselStadt, Fotograf unbekannt | unten: Impressionen der Ausstellung Scheich Ibrahims Traum Foto: HMB Peter Portner | S.21 Mandla Reuter, Installationsansicht Regionale 13 – When I look at things, I always see the space they occupy, Kunsthalle Basel 2012, Foto: Gunnar Meier | S.22-23 Installationsansicht im Museum Tinguely mit den Werken Tinguelys: Mort Moskovite, 1982 (Mitte), Plateau Agriculturel (Hintergrund) und Meta-Harmonie (rechts) © Museum Tinguely, Basel, Foto: Bettina Matthiessen | S.24 Die Kuttlebutzer, Stadtindianer, 1976 © Foto, Helen Sager | S.25 Sodeli d'Kuttlebutzer © Museum Tinguely Basel, Foto Helen Sager | S.26 Ad Petersen: Martial Raysse bei der Arbeit für die Gruppenausstellung «Dylaby» vor dem Eingang des Stedelijk Museums, Amsterdam, 1962 | rechts:Ad Petersen: Party bei den Lalannes nach der Eröffnung von Daniel Spoerris Ausstellung im CNAC, Paris, 1972, v.l.n.r.: Sam Mercer, Claude Lalanne, Claude und Micheline Renard, Meret Oppenheim, Jean Tinguely, François-Xavier Lalanne, Hete Hünermann, Daniel Spoerri, Jackie Monnier, Etienne-Emile Baulieu | S.28-29 Matta, Les Grandes Expectatives, aus der Werkgruppe L’ Honni Aveuglant, 1966, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013, Abdruck honorarfrei im Rahmen der Ausstellung, im Museum Frieder Burda in Baden-Baden | S.30 Max Ernst, Un Tissu de Mensonges, © Fondation Fernet Branca | S.31 v.l.n.r: Max Ernst, Der Hausengel oder Der Triumph des Surrealismus, 1937, Privatsammlung © 2012, ProLitteris, Zürich | Piet Mondrian (1872–1944) Komposition mit Gelb, Blau und Doppellinie, 1933, Privatsammlung | Zilvinas Kempinas, O (Between Fans), 2006, Magnetband, Ventilatoren, Masse variabel

info@artinside.ch | www.artinside.ch Ausgabe Frühjahr 2013 | Erscheint drei Mal jährlich | Auflage 186 000 Exemplare Bildbearbeitung/Druck: Vogt-Schild Druck, Derendingen Ein Teil der Auflage ist der Basler Zeitung und der Badischen Zeitung (Ausgabe Stadt Freiburg) vom 23. Januar 2013 beigelegt Jahresabo Schweiz: CHF 20.–, Jahresabo EU: Euro 20.– | ISSN 1660-7287 Die nächste Ausgabe erscheint am 22. Mai 2013


Ferdinand Hodler, Genfer See mit Mont Blanc am frühen Morgen, Detail, 1918, Privatsammlung, Foto: Hulya Kolabas

Die Kunst – Triebfeder für Innovation Seit über fünf Jahren setzt sich Bayer Consumer Care AG am Standort Basel als aktiver Partner der Fondation Beyeler für eine nachhaltige Erhaltung und Weiterführung von Kunst und Ressourcen ein.

ments von Bayer. Der Austausch von interkulturellem Wissen ist ein bedeutender Antrieb unserer innovationskraft. Es ist dabei ebenso wichtig für uns, die Kunst für unsere nachkommen zu erhalten.»

Die Fondation Beyeler widerspiegelt die Werte und Eigenschaften für die Bayer steht: ein Unternehmen mit langjähriger Tradition und einem festen Sitz in der Schweiz, das eine starke internationale Ausstrahlung geniesst und dessen Kompetenzen weltweit anerkannt werden.

James Koch, Kaufmännischer Direktor der Fondation Beyeler über die Zusammenarbeit mit Bayer: «Die wichtigste Voraussetzung für die Wahl von Partnerschaften sind für uns die Kriterien der Qualität, nachhaltigkeit, und Werte. Die Fondation Beyeler ist ein offenes und dynamisches Museum, das den Zugang zur Kunst ermöglicht und die kulturelle Bildung fördert. Mit Bayer haben wir eine vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit gefunden, die uns schon seit Jahren in der Vermittlung der Kunst engagiert unterstützt.»

Felix Reiff, Geschäftsführer Bayer Consumer Care AG, ist von der Kulturförderung überzeugt: «Seit mehr als 100 Jahren ist die Kulturarbeit ein wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Engage-

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