Als Frutiger Gruppe tragen wir Verantwortung gegenüber unserer Umwelt, der Gesellschaft und den kommenden Generationen. Nachhaltigkeit verstehen wir als Chance, unsere Leistungen im Bau- und Immobiliendienstleistungsumfeld langfristig zukunftsfähig auszurichten – durch sichere Arbeitsplätze, verlässliche Partnerschaften, einen bewussten Umgang mit Ressourcen sowie durch Innovationen, die Wirkung entfalten.
Dieser Nachhaltigkeits-Kurzbericht 2025 knüpft an unsere Nachhaltigkeitsstrategie (Vision 2030) an und fasst die wichtigsten Themen, Zielbilder und Beispiele zusammen. Der Fokus liegt auf jenen Handlungsfeldern und Kennzahlen, die für unsere Entwicklung besonders relevant sind und sich jährlich weiterentwickeln.
Für vertiefte Hintergründe und ausführliche Inhalte verweisen wir auf die umfassenderen Nachhaltigkeitsberichte der Frutiger Gruppe.
Vision & Zielbilder
Soziale Nachhaltigkeit
Unsere Vision: Wir gelten als attraktiver Arbeitgeber der Baubranche und schaffen eine gesunde, sichere Arbeitsumgebung. Familie und Beruf sollen für Frauen und Männer vereinbar sein, und wir fördern Entwicklung sowie Nachwuchs in allen Regionen.
Konkrete Ziele (Auszug): Wir wollen keine Arbeitsunfälle. Der Frauenanteil in der Gruppe soll bis 2030 auf 20 % und bis 2040 auf 30 % ansteigen. Zudem stärken wir die Ausbildung (Lehrstellen/Praktika) und investieren in Aus- und Weiterbildung.
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Unsere Vision: Eine klare Eigentümerstruktur und finanzielle Unabhängigkeit sind das Fundament unserer Firma. Wir entwickeln uns in den Regionen weiter, stärken lokale Wertschöpfung und treffen Entscheidungen auf Basis von Lebenszykluskosten. Gleichzeitig bauen wir Know-how für Kreislaufwirtschaft und Wiederverwendung systematisch aus.
Ökologische Nachhaltigkeit
Unsere Vision: Wir reduzieren unseren ökologischen Fussabdruck konsequent. Unser Ziel ist Netto-Null bis 2040 – unterstützt durch Energieeffizienz, erneuerbare Energie, nachhaltige Materialwahl und den schrittweisen Umbau unseres Maschinen- und Fuhrparks.
Konkrete Ziele (Auszug): Dienstleistungen bis 2040 CO₂-frei. 50 % des Fuhrparks bis 2030 fossilfrei (oder alternative Antriebssysteme). Energieverbrauch von Betriebsgebäuden und Baustellen um mindestens 10 % reduzieren sowie die Eigenproduktion (z.B. PV) auf geeigneten Dächern ausbauen.
Innovation
Unsere Vision: Innovation ist ein Hebel, um Sicherheit, Qualität und Umweltwirkung in unseren Projekten messbar zu verbessern. Wir testen neue Technologien, skalieren erfolgreiche Pilotierungen und arbeiten in geeigneten Projekten in partnerschaftlichen Modellen (z.B. Projektallianzen), um gemeinsam bessere Lösungen zu realisieren.
Tag der Arbeitssicherheit 2025
Am 28. April 2025 setzte die Frutiger Gruppe ein starkes Zeichen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Zum «Tag der Arbeitssicherheit» lancierten wir die gruppenweite Sensibilisierungskampagne «Hey! Stopp!». Im Zentrum stand eine einfache, aber konsequente Botschaft: Zeitdruck darf niemals ein Grund sein, die Sicherheit zu vernachlässigen –und jede Person trägt Verantwortung, nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die der anderen.
Anlässlich dieses Tages besuchten alle Abteilungsleitenden und Mitglieder der Geschäftsleitung Baustellen in der ganzen Schweiz. Der persönliche Austausch vor Ort – inklusive Sicherheitsrundgängen mit Bauführung und Polieren – sollte das Bewusstsein schärfen, unsichere Situationen frühzeitig anzusprechen, gemeinsam Verbesserungen umzusetzen und eine Kultur zu stärken, in der «wir reden miteinander» auch bei Sicherheitsthemen gelebt wird.
Motto und Kernbotschaften
«Hey! Stopp! – Ich bin verantwortlich für mich und für die anderen.» Wir achten auf uns und auf unsere Kolleginnen und Kollegen, sprechen unsicheres Verhalten an, melden unsichere Zustände und halten fest: Gesundheit ist wichtiger als der Termin.
Umsetzung auf den Baustellen
Die Baustellenteams wurden aktiv einbezogen (Kurz-Inputs, Diskussion konkreter Fälle, gemeinsames Commitment). Sicherheitsrundgänge wurden – wo möglich – dokumentiert (z.B. via Quentic), damit Beobachtungen nicht verpuffen, sondern zu konkreten Massnahmen führen.
Warum das wichtig ist
Arbeitssicherheit ist Führungsaufgabe – und gleichzeitig Teil der täglichen Zusammenarbeit auf jeder Baustelle. Mit dem Tag der Arbeitssicherheit haben wir ein sichtbares «Tone from the Top»-Signal gesetzt: hinschauen, ansprechen, handeln. So reduzieren wir Risiken, verhindern Unfälle und sorgen dafür, dass alle nach der Arbeit gesund nach Hause gehen.
Start der 5. Generation im Aktionariat der Frutiger Gruppe
Im Jahr 2025 haben wir einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte unserer Familienunternehmung erreicht: Im Rahmen der Nachfolge im Aktionariat wurden in einem ersten Schritt Cedric, Manuel, Parsa und Puyan an der Frutiger Gruppe beteiligt. Damit ist die 5. Generation – gemeinsam mit Luc und Thomas Frutiger – Teil der Eigentümerstruktur.
In den kommenden Jahren werden die neuen Aktionäre schrittweise an die Frutiger Gruppe herangeführt, damit sie das Unternehmen, unsere Mitarbeitenden und die Verantwortung als Aktionäre kennenlernen. Gleichzeitig bleibt Kontinuität gewährleistet: Luc und Thomas Frutiger bleiben weiterhin gemeinsam als Co-Verwaltungsratspräsidenten aktiv.
Dieser Schritt stärkt unsere langfristige Unabhängigkeit und sichert die Wertebasis der Frutiger Gruppe als familiengeführtes Unternehmen. Er schafft zudem Verbindlichkeit für die nachhaltige Weiterentwicklung der Gruppe – im Sinne unserer Mitarbeitenden, unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Partner.
Netto-Null bis 2040 -
unser CO2-Fussabdruck
Die CO2-Bilanz 2025 macht sichtbar, wo die Frutiger Gruppe heute steht und welche Hebel auf dem Weg zu Netto-Null entscheidend sind. Sie schafft Transparenz über die wesentlichen Treibhausgasemissionen unserer Tätigkeiten und bildet damit eine wichtige Grundlage für eine wirksame Klimastrategie. Unser Anspruch ist klar: Bis 2040 wollen wir unsere Dienstleistungen klimaneutral erbringen und die dafür notwendigen Veränderungen Schritt für Schritt in Betrieb, Beschaffung und Fuhrpark verankern.
Methodik und Systemgrenzen
Die Bilanzierung orientiert sich an der Systematik des Greenhouse Gas Protocols. Berücksichtigt werden direkte Emissionen aus eigenen Anlagen, Fahrzeugen und Maschinen, indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie sowie ausgewählte vor- und nachgelagerte Emissionen aus der Wertschöpfungskette. Damit werden sowohl die operativen Haupttreiber als auch relevante Einflussbereiche wie Abfall, Wasserverbrauch, Pendlerverkehr und Investitionen abgebildet.
Ergebnisse 2025
Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Frutiger Gruppe auf rund 23’923 t CO2e. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 5 % (siehe auch Kap. Umsatzbereinigte Gesamtemissionen). Der überwiegende Anteil entfällt mit 16’101 t CO2e auf Scope 1 und damit auf direkte Emissionen aus dem operativen Betrieb. Scope 2 umfasst 903 t CO2e, während Scope 3 mit 6’920 t CO2e die weiteren indirekten Emissionen zusammenfasst.
Die grössten Emissionsquellen liegen weiterhin im energieintensiven Kerngeschäft. Geschäftsfahrten verursachten rund 17’579 t CO2e, die Wärmeerzeugung rund 1’840 t CO2e und der Stromverbrauch rund 1’386 t CO2e. Ergänzend wurden der Pendlerverkehr mit rund 1’391 t CO2e sowie Investitionen in Fahrzeuge und Baumaschinen mit rund 900 t CO2e bilanziert (aktualisierte Hochrechnung auf der Datenbasis 2024).
Besonderes Gewicht hat die Transformation des Fuhrparks. Wo die betrieblichen Anforderungen es zulassen, setzen wir auf fossilfreie und emissionsarme Antriebstechnologien. Bis 2030 soll mindestens die Hälfte des Fuhrparks fossilfrei betrieben werden; ab 2030 richten wir Investitionen grundsätzlich auf fossilfreie Maschinen und Fahrzeuge aus. Damit verbinden wir ökologische Verantwortung mit der langfristigen Leistungsfähigkeit unseres operativen Geschäfts.
Umsatzbereinigte Gesamtemissionen
Bei der Einordnung der Gesamtemissionen ist die wirtschaftliche Entwicklung mitzuberücksichtigen. Der Umsatz der Frutiger Gruppe stieg von 800 Mio. CHF im Jahr 2024 auf 850 Mio. CHF im Jahr 2025. Umsatzbereinigt liegen die Gesamtemissionen damit rund 6 % tiefer. Im Verhältnis zum Umsatz hat sich die CO2-Bilanz somit weiter verbessert.
Einordnung nach Scopes
Scope 1 bleibt mit rund zwei Dritteln der Gesamtemissionen der zentrale Ansatzpunkt. Haupttreiber sind Diesel und weitere Treibstoffe für Fahrzeuge, Maschinen und Baustellenbetrieb. Scope 2 widerspiegelt den Verbrauch von Strom und Fernwärme. Scope 3 zeigt, dass auch indirekte Emissionen aus Mobilität, Ressourcenverbrauch und Investitionen gezielt in die Steuerung einbezogen werden müssen.
Fazit
Die Bilanz 2025 bestätigt, dass wir unsere Klimaziele nur durch konsequente Massnahmen im operativen Alltag erreichen. Priorität haben die schrittweise Dekarbonisierung des Fuhrparks, ein effizienterer Energieeinsatz, die Elektrifizierung geeigneter Anwendungen sowie die weitere Verbesserung der Datengrundlage. Damit stärken wir die Transparenz über die wesentlichen Emissionstreiber und schaffen eine belastbare Grundlage für die nächsten Umsetzungsschritte.
Ausblick
In den Jahren 2026 und 2027 erarbeiten wir auf der aktuellen Datenbasis aufbauend, einen konkreten Netto-Null-Absenkpfad bis 2040. Dieser legt für jede Bilanzierungseinheit verbindliche Massnahmen, Zwischenziele und Verantwortlichkeiten fest und folgt einer klaren Prioritätenreihenfolge: Emissionen wo immer möglich vermeiden, bestehende Prozesse optimieren, verbleibende Emissionen gezielt reduzieren und nur unvermeidbare Restemissionen kompensieren. Zudem soll die Datenqualität stufenweise weiterentwickelt werden: weg von ausgabenbasierten Umrechnungen hin zu einer möglichst direkten Erfassung relevanter Mengen- und Verbrauchsdaten. Damit erhöhen wir die Steuerungsfähigkeit, schaffen Transparenz über den Beitrag der einzelnen Einheiten und richten unsere Massnahmen konsequent auf das Netto-Null-Ziel 2040 aus.
Wir sind Frutiger
Mit Freude bauen wir. Seit 1869. Aus einem Familienunternehmen aus Thun ist eine schweizweit tätige Baugruppe mit vielfältigen Kompetenzen geworden. Unsere Kultur bleibt geprägt von Nähe, Verantwortung und dem Anspruch, gemeinsam Grosses zu schaffen.
Unsere Werte
Gemeinsam · Engagiert · Unternehmerisch · Verantwortlich · Respektvoll
100
Lernende, die wir zu Profis ausbilden
Eine Vielfalt von Mitarbeitenden, aus Nationen
43
2‘500
Menschen, die sich täglich engagieren
155 Über Jahre Erfahrung und Firmenkultur
850 Mio.
Umsatz, den wir jährlich gemeinsam erwirtschaften
8 %
Frauenanteil, den wir stetig steigern
Familienunternehmen in der Generation 5.
Über diesen Bericht
Nachhaltigkeit bleibt für uns ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Wir setzen uns ambitionierte Ziele, messen Fortschritte und entwickeln unsere Massnahmen gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Partnern und Kunden weiter – damit wir auch künftig mit Freude bauen können.
Herausgeber
Frutiger Gruppe
Frutigenstrasse 37 3600 Thun
glf@frutiger.com
Paolo Altundag, Mitglied der Geschäftsleitung Frutiger Gruppe
Bilder stammen, wenn nicht anders angegeben, von David Schweizer oder unserer Redaktion.
Ausgabedatum
Juni 2026
Hinweis
Dieser Kurzbericht ist eine komprimierte Darstellung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Wir verzichten bewusst auf den Druck des Berichtes.
Dieser kann auf frutiger-gruppe.com heruntergeladen werden.
Zertifizierungen
Zertifizierungen und Bewertungen machen unsere Managementsysteme überprüfbar und unterstützen die kontinuierliche Verbesserung.
ISO 9001 | ISO 14001
Klare Prozesse und Verantwortlichkeiten – für eine verlässliche Projektabwicklung von der Planung bis zur Ausführung und für systematisches Lernen aus Erfahrungen.
Strukturiertes Steuern von Umweltaspekten (Ressourcen, Energie, Abfall, Emissionen) und Verankerung von Umweltzielen in Führung und Alltag.
EcoVadis Bronze
Bestätigung, dass wir zentrale Themen wie Umwelt, Arbeitsund Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung strukturiert adressieren – und Ansporn für weitere Verbesserungen.
EcoEntreprise (Westschweiz)
Praktischer Rahmen zur Umsetzung und Dokumentation von Umwelt- und Nachhaltigkeitsmassnahmen – abgestimmt auf regionale Anforderungen und Prioritäten.
Anhang zum Kurzbericht Nachhaltigkeit
Anhang zum Kurzberich Nachhaltigkeit 2025 der Frutiger Gruppe
Mit dem vorliegenden Anhang zum Nachhaltigkeitsbericht 2025 informieren wir gebündelt über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten. Durch die Veröffentlichung wollen wir transparent darstellen, was uns als Unternehmen wichtig ist und welchen Beitrag wir mit unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten leisten. Wir orientieren uns hierbei an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Eine wahrheitsgetreue Berichterstattung nach bestem Wissen ist für uns selbstverständlich.
Universelle Themen
Die Organisation und ihre Berichterstattungspraktiken
Die Frutiger Gruppe umfasst die Frutiger AG und zehn Tochtergesellschaften. Sie ist neben Frankreich und Deutschland vor allem in der Schweiz tätig und hat ihren Hauptsitz an der Frutigenstrasse 37, 3600 Thun (GRI 2-1). Die Berichterstattung im Bereich der Nachhaltigkeit sowie alle Datenangaben beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf die gesamte Frutiger Gruppe (GRI 2-2). Die Frutiger Gruppe berichtet in Übereinstimmung mit den GRI-Standards für die Periode vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025. Der Bericht wird jeweils im Frühjahr publiziert und erscheint jährlich. Fragen und Kommentare können gerne an glf@frutiger.com gesendet werden (GRI 2-3). Es wurde keine Richtigstellung oder Neudarstellung von Informationen vorgenommen (GRI 2-4). Der Kurzbericht Nachhaltigkeit 2025 wurde nicht extern geprüft (GRI 2-5).
Tätigkeiten und Mitarbeitende
Die Frutiger Gruppe ist hauptsächlich im Hochbau, Tiefbau und Infrastrukturbau des privaten und öffentlichen Bausektors sowie in baunahen Spezialgebieten tätig (GRI 2-6). Die Frutiger Gruppe beschäftigte im Berichtsjahr 2025 insgesamt 2‘511 Mitarbeitende, davon 656 technisch-kaufmännisches Personal und 1‘855 gewerbliches Personal (Stichtag Dez. 2025). Der Frauenanteil betrug 7,4 % (GRI 2-7). Die nachhaltige Beschaffung wird gruppenweit über eine Warengruppenstruktur, Richtlinien, Lieferantenkodex, Lieferantenbewertung und gesteuert.
Unternehmensführung
Die Organisation der Frutiger Gruppe ist dem jeweils aktuellen Organigramm zu entnehmen (GRI 2-9). Das Kontrollorgan (Verwaltungsrat) der Frutiger Gruppe ist ebenfalls dem aktuellen Organigramm zu entnehmen (GRI 2-10). Die beiden Eigentümer der Frutiger Gruppe, Luc und Thomas Frutiger sind die beiden Co-Verwaltungsratspräsidenten (GRI 2-11). Ihre Aufgabe ist die strategische Führung der Gruppe und die periodische Überprüfung der strategischen Zielerreichung (GRI 2-12). Die Themen Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit werden übergreifend von der zuständigen Leitung der Frutiger Gruppe koordiniert, die direkt an den Verwaltungsrat berichtet (GRI 2-13). Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde Mitte 2022 durch den Verwaltungsrat der Frutiger Gruppe genehmigt und in Kraft gesetzt (GRI 2-14). Interessenkonflikte: Prozessbeschreibung gemäss ISO 9001, verbindliche Weisung für Führungskräfte und regelmässige Schulung (GRI 2-15). Gesammeltes Wissen des höchsten Kontrollorgans: Regelmässiges Traktandum in der Verwaltungsratssitzungen (GRI 2-17).
Strategie, Richtlinien und Praktiken
Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde Mitte 2022 durch den Verwaltungsrat der Frutiger Gruppe genehmigt und in Kraft gesetzt (GRI 2-22; GRI 2-23). Im Berichtsjahr 2024 sind keine Verstösse gegen Gesetze und Verordnungen festgestellt worden (GRI 2-27). Ein WEKO-Fall zur BERAG ist gemäss Unterlagen weiterhin beim Bundesgericht hängig (GRI 2-27). Mitgliedschaften der Frutiger Gruppe: Schweizerischer Baumeisterverband, Stiftung FAR, Infra Suisse, SVBS Schweiz. Verband der Betonbohr- und Schneideunternehmungen, Entwicklung Schweiz, Avenir Suisse Förderstiftung, WORKcontrol Suisse AG und weitere (GRI 2-28).
Einbindung von Stakeholdern
Die Frutiger Gruppe berücksichtigt die Interessen verschiedener Anspruchsgruppen, die sich (nicht abschliessend) in vier Hauptkategorien gliedern: Politik und Gesellschaft (Behörden und Regulierungsbehörden), Wirtschaft (Branchenverbände, Lieferanten und Mitbewerber), Kundinnen und Kunden/Bevölkerung (Geschäfts- und Privatkunden sowie Investoren), Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertretungen (Gewerkschaften, Arbeitnehmervertretungen und interne Vertretungen der Mitarbeitenden) (GRI 2-29). Die Frutiger Gruppe pflegt einen regelmässigen und offenen Austausch mit ihren wichtigsten Stakeholdern zu Nachhaltigkeitsthemen.
Tarifverträge: Mitarbeitende mit einem Gesamtarbeitsvertrag fallen ausnahmslos unter die Kollektivvereinbarungen des Landesmantelvertrags (LMV). Damit unterstehen über 78 Prozent der Mitarbeitenden im Inland einem Gesamtarbeitsvertrag. Kadermitarbeitende unterliegen einem privatrechtlichen Kadervertrag (GRI 2-30).
Wesentliche Themen
Detaillierter Beschrieb im Nachhaltigkeitsbericht 2022, S. 6 und 7 (GRI 3-1; GRI 3-2; GRI 3-3).
Ökonomische Themen
Wirtschaftliche Leistung
Unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Der Umsatz der Frutiger Gruppe betrug im Jahr 2025 rund CHF 850 Mio (GRI 201-1).
Marktpräsenz und Mindestlohn
Die Geschäftsstandorte befinden sich fast ausschliesslich in der Schweiz (95 Prozent der Mitarbeitenden). Zusätzlich ist die Diamantbohr Gruppe in Bergheim (Frankreich) und in Deutschland tätig. 78 Prozent der Mitarbeitenden sind in einem Landesmantelvertrag (LMV) angestellt, der einen Mindestlohn und Lohnbänder für die jeweilige Qualifikation garantiert. Der im LMV festgelegte Mindestlohn liegt rund ein Fünftel über den gesetzlichen Mindestlöhnen in den Schweizer Kantonen. Die übrigen 22 Prozent der Mitarbeitenden sind nach leistungsorientierten Marktlöhnen angestellt (GRI 202-1).
Die oberen Führungskräfte konnten zu einem wesentlichen Teil innerhalb der Frutiger Gruppe über Beförderungen angestellt oder lokal bzw. regional angeworben werden (GRI 202-2).
Antikorruption
Alle Standorte werden regelmässig von der externen Revisionsstelle auf Korruptionsrisiken überprüft. Die in der Schweiz geltenden Compliance-Anforderungen werden eingehalten. Es finden regelmässig Schulungen statt (GRI 205-1). Neueintretende Kadermitarbeitende werden zum Thema Compliance geschult und unterzeichnen mit dem Arbeitsvertrag eine verbindliche Compliance-Erklärung. Darüber hinaus verfügt die Frutiger Gruppe über ein verbindliches Regelwerk bezüglich Annahme und Vergabe von Geschenken und anderen Vorteilen. Diese Regeln werden kommuniziert. Mitarbeitende in exponierten Positionen erhalten eine vertiefte Schulung (GRI 2052). Im Berichtsjahr sind keine Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der Frutiger Gruppe bekannt (GRI 205-3).
Wettbewerbswidriges Verhalten
Keine Verurteilungen wegen wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolbildung. Ein Verfahren, welches die Frutiger AG betrifft, ist seit dem Frühjahr 2026 vor dem Bundesgericht hängig (GRI 206-1).
Ökologische Themen
Energie
Der Energieverbrauch innerhalb der Organisation wurde für 2025 wie folgt ausgewiesen: Stromverbrauch 11‘825‘000 kWh, Brennstoffe 6‘254‘000 kWh und Treibstoffe 5‘613‘000 Liter. Der Stromverbrauch stieg gegenüber 2024 deutlich an; der Treibstoffverbrauch blieb gegenüber 2024 weitgehend stabil. Relevante Scope-3-Emissionen entstehen insbesondere durch Baustoffe, Transporte durch Dritte, Abfall und Entsorgung sowie Lieferketten; diese werden zunehmend über relevante Kategorien, Branchenwerte, interne Daten und Lieferantendaten überwacht (GRI 302-2; GRI 305-3). Massnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs umfassen Photovoltaik, Umstellung auf Fernwärme und Wärmepumpen, Betriebsoptimierungen, LED-Beleuchtung, Elektromobilität, Eco-Drive, Vermeidung von Leertransporten und den Einsatz elektrischer Baumaschinen (GRI 302-4).
Wasser und Abwasser
Die Frutiger Gruppe verfolgt wo immer möglich den Grundsatz, Produktionswasser zu reinigen und im weiteren Produktionsprozess wiederzuverwenden. Sämtliche betrieblich abgeleiteten Abwässer entsprechen den gesetzlichen Vorgaben des Gewässerschutzgesetzes sowie der dazugehörigen Verordnung (GRI 303-2). Die Frutiger Gruppe bezieht das Trinkwasser für den häuslichen und gewerblichen Gebrauch aus dem Verteilnetz der kommunalen Wasserversorgungen. Das Trinkwasser besteht je nach Jahreszeit aus einer Mischung von Quell- und Grundwasser (GRI 303-3). Die Qualität des Abwassers entspricht den Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes und der dazugehörigen Verordnung (GRI 303-4). Das entnommene Wasser (GRI 303-3) wird wieder in den Wasserkreislauf zurückgeführt (GRI 303-4). Es entsteht somit kein Wasserverbrauch im Sinne von GRI 303-5.
Biodiversität
Mit Ausnahme des Abbaugebietes der AG Balmholz, welches sich teilweise in einem Naturschutzgebiet befindet, betreibt die Frutiger Gruppe keine Gebäude und Anlagen in Biodiversitäts-Schutzgebieten (GRI 304-1). Der Abbau von Gesteinsmaterial im Steinbruch der AG Balmholz erfolgt in Übereinstimmung mit den kantonalen Genehmigungen und unterliegt regelmässigen Kontrollen durch die zuständigen Behörden. Bisher gab es keine wesentlichen Beanstandungen. Die Baustellen der Frutiger Gruppe werden von einer Umweltbaubegleitung überwacht. In Zusammenarbeit mit dieser werden beispielsweise mehrmals jährlich invasive Neophyten auf den Baustellen entfernt (GRI 304-2). Im Rahmen der sukzessiven Wiederherstellung des Abbaugebiets des Steinbruchs AG Balmholz, werden - mit externer Umweltbegleitung - natürliche Lebensräume wiederhergestellt (GRI 304-3).
Emissionen
Direkte THG-Emissionen (Scope 1), indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2), sonstige indirekte THGEmissionen (Scope 3) und Senkung der Treibhausgasemissionen: Siehe Kurzbericht Nachhaltigkeit 2025 (GRI 3051; GRI 305-2; GRI 305-3; GRI 305-5). Stickoxid, Schwefeldioxid und Feinstaub werden in den Untertagbaustellen von den Führungskräften stichprobenartig gemessen. Bei einer Überschreitung der Arbeitsplatzgrenzwerte werden umgehend Massnahmen zur Emissionsminderung vor Ort eingeleitet. Zudem sind alle Fahrzeuge, Baumaschinen, Kompressoren und Hilfsgeräte mit Feinstaubpartikelfiltern ausgestattet (GRI 305-7).
Abfall
Hierbei handelt es sich überwiegend um Haus- und Gewerbemüll, der in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt und zur Energiegewinnung (meist Fernwärme) genutzt wird (GRI 306-1). Das Vorgehen bei der Abfallentsorgung entspricht den Anforderungen des Umweltschutzgesetzes (USG) und der Abfallverordnung (VVEA) (GRI 306-2). Der Umfang des betriebsinternen Abfalls (ohne Baustellen) beträgt 1‘390 to (GRI 306-3). In den Bürogebäuden und Werkhöfen erfolgt die Abfalltrennung mindestens nach Papier, Karton, PET, Glas, Eisen und Kunststoff. Für baustellenbezogene Abfälle wird vor Beginn jeder Baustelle ein Abfalltrennkonzept erstellt und umgesetzt. Bauholz wird, soweit möglich, der Weiterverarbeitung in der Spanplatten- und Möbelindustrie zugeführt (GRI 306-4).
Umweltbewertung der Lieferanten
Die Schlüssellieferanten der Frutiger Gruppe werden regelmässig anhand von Umweltkriterien überprüft und wo nötig, werden Massnahmen ergriffen (GRI 308-1). Die wichtigsten Lieferanten werden regelmässig zu ihren Umweltmanagementsystemen und Massnahmen zur Schonung der Umwelt befragt. Es werden stichprobeweise Begehungen vor Ort bei den Lieferanten durchgeführt. Alle Holzlieferanten müssen nachweisen, dass ihr Holz FSC zertifiziert ist und/oder das Label «Schweizer Holz» trägt (GRI 308-2).
Soziale Themen
Beschäftigung und Elternzeit
Im Jahr 2025 beschäftigte die Frutiger Gruppe 2‘511 Mitarbeitende. In den letzten drei Jahren wurden 1‘063 Mitarbeitende neu eingestellt, während 974 Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben (GRI 401-1). Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit betrug 11 Jahre. Alle Mitarbeitenden, Mütter und Väter, haben Anspruch auf Elternurlaub; der Mutterschaftsurlaub beträgt 16 Wochen und der Vaterschaftsurlaub 2 Wochen.
Mitteilungsfrist bei betrieblichen Veränderungen
Die Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmervertreter bei betrieblichen Veränderungen richten sich grundsätzlich nach dem Gesetz (Obligationenrecht) und wurden zusammen mit den vertragschliessenden Gewerkschaften in den jeweiligen Gesamtarbeitsverträgen (LMV) zusätzlich geregelt. Die Mindestmitteilungsfristen richten sich nach dem Obligationenrecht (GRI 402-1).
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Jede Abteilung bzw. Tochtergesellschaft verfügt über eine benannte Kontaktperson für Arbeitssicherheit (KOPAS), an die sich Mitarbeitende jederzeit mit Fragen oder für eine Beratung zu Arbeits- und Freizeitsicherheit wenden können. Zudem werden die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Unternehmenskommission behandelt. Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, sich jederzeit an ihre gewählten Vertreter zu wenden, um Anträge und Anliegen einzureichen (GRI 403-1). Die Frutiger Gruppe erstellt risikoorientierte Gefährdungsbeurteilungen für die Baustellen und untersucht systematisch Ereignisse und Vorfälle (GRI 403-2). Im Berichtsjahr stiegen die BU gemäss Gesundheitsbericht 2025 der Frutiger Gruppe gegenüber dem Vorjahr von 128 auf 146 Unfälle pro 1.000 Mitarbeitende (GRI 403-9). Im Berichtsjahr lag die Absenzen-Quote der arbeitsbedingten Erkrankungen innerhalb der Frutiger Gruppe bei 4,2 % (GRI 403-10).
Aus- und Weiterbildung
Die durchschnittliche jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung betrug im Berichtsjahr 64.900 Stunden (GRI 404-1). Schulungen und Instruktion Arbeitssicherheit: Monatlich werden alle gewerblichen Mitarbeitenden in der Produktion während 15 Minuten zu einem aktuellen Thema zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und Gesundheit geschult. Dies ergibt im Jahr 2025 rund 4‘700 Schulungsstunden. Führungsschulung, Baukader-, Maschinisten-, Spezialisten-Ausbildung: Die Mitarbeitenden nutzen das Angebot von externen Ausbildungsanbietern (GRI 404-2).
Diversität und Chancengleichheit
Im Berichtsjahr beschäftigte die Frutiger Gruppe rund 2’511 Mitarbeitende, wobei der Frauenanteil 7,4 % betrug. In Führungspositionen lag der Anteil bei 5 %. Das Verhältnis von Grundgehalt und Vergütung zwischen Frauen und Männern wurde mit dem Standard-Analyse-Tool Logib überprüft. Die Analyse ergab ein positives Ergebnis. Nach Berücksichtigung von Faktoren wie Ausbildung, Berufserfahrung und Anforderungsniveau lag der nicht erklärbare Lohnunterschied – wie in den Vorjahren – unter der Toleranzgrenze des Bundes von ±5 % (GRI 405-1).
Nichtdiskriminierung
Es sind im Berichtsjahr keine Vorfälle gemeldet worden (GRI 406-1).
Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
Im Berichtszeitraum wurden keine Betriebsstätten und Lieferanten identifiziert, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte (GRI 407-1).
Kinderarbeit
Die Frutiger Gruppe ist ausschliesslich in der Schweiz tätig und als Unternehmen nicht direkt mit Menschenrechtsfragen, insbes. Kinderarbeit, konfrontiert (GRI 408-1).
Zwangs- oder Pflichtarbeit
Im Berichtszeitraum wurden keine Betriebsstätten und Lieferanten identifiziert, die ein erhebliches Risiko für Zwangs- oder Pflichtarbeit aufweisen (GRI 409-1).
Soziale Bewertung der Lieferanten
Der Lieferantenkodex der Frutiger Gruppe ist im Internet in vier Sprachen abrufbar (GRI 414-1). Aktuell sind in der Lieferkette der Frutiger Gruppe keine negativen sozialen Auswirkungen bekannt (GRI 414-2).
Datenschutz und Datensicherheit
Im Berichtsjahr 2025 wurde ein bestätigter Informationssicherheitsvorfall verzeichnet, der auch als kritischer Vorfall eingestuft wurde. Die Frutiger Gruppe verfügt über Massnahmen zur Informationssicherheit, darunter Schulungen, Risikobewertungen, Kontrollverfahren, Incident-Response-Prozess, Backupkonzepte, Datenschutzvorgaben und Regelungen zur Lenkung von Dokumenten und Daten. Phishing-Tests wurden zu 99,31 % bestanden. (GRI 418-1).