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Fruchthandel Magazin - Ausgabe 1/2026

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01 I 2026

Halle 5.2 Stand A-50 Offizieller Kooperationspartner der FRUIT LOGISTICA 2026

FRESH CONVENIENCE: VERARBEITUNG ALS SCHLÜSSEL ZUR MODERNEN ERNÄHRUNG Neue Züchtungstechniken: „Trojanisches Pferd“ oder notwendiges Tool?

EU-KOMMISSION

ROSENKOHL

Vorschlag zu Änderungen bei Pflanzenschutz-Zulassungen S. 24

Zwischen Angebotsdruck und Importkonkurrenz S. 28


EIN FRUCHTHANDEL SPECIAL

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INHALT

FHHGGG

N. 01 I 2026 09. 01. 2026

06 AUFTAKT 06 D er Tag des Deutschen Apfels erobert Himmel über Dresden 07 Niedersachsen: Landvolk warnt vor Fehlkurs in Brüssel

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08 SAATGUT & SORTENENTWICKLUNG 08 Züchtungstechniken: „Trojanisches Pferd“ oder notwendiges Tool?

10 Neue Züchtungstechniken: Bundesregierung bleibt gespalten 10 Rijk Zwaan: Züchtungs- und Forschungskapazitäten in De Lier erweitert

11 EU-Rat einigt sich auf Position zur Saatgutverordnung 12 Bejo: Innovation, Inspiration und Bio-Kompetenz auf der FRUIT LOGISTICA

14 FRESH CONVENIENCE 14 Deutschland: Mehrwertsteuer auf Speisen neu geregelt 15 Gemeinschaftsverpflegung:

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Fresh-Cut als Motor der Ernährungswende

16 KRONEN: Effiziente Verarbeitungslösungen für frische Lebensmittel 18 Sormac: Weniger wegnehmen und dafür mehr herausholen 20 Smits Uien: Die geschälte Zwiebel als Türöffner – mit Convenience-Zwiebeln international wachsen

22 Bequemlichkeit gewinnt – selbst gekocht wird trotzdem 22 LEH: KI-Kochroboter im Test

24 PFLANZENSCHUTZ 24 EU-Kommission schlägt Anpassungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vor

25 Resilienz des deutschen Kartoffelstandorts ausbauen 26 Umweltbundesamt soll Vetorecht behalten 27 Österreich: Wirkstoffverfügbarkeit als zentrale Herausforderung

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28 PRODUKTE IM TREND 28 Rosenkohl: Zwischen Angebotsdruck und Importkonkurrenz

30 DEUTSCHLAND 30 Unternehmertage Spargel & Erdbeer: Veränderungen werden immer rasanter

32 Kaum Preisspielraum bei Gemüse in der Saison 2025 34 Starkes Jahr für Apfelerzeuger

35 OSTEUROPA 35 Polen: Interesse an Äpfeln nimmt zu

15

38 SCHLUSSPUNKT

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38 Forschung: Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten RUBRIKEN

Titelfoto: eyewave - AdobeStock

22 Personelles 33 DFHV-Kolumne 38 Themenvorschau / Impressum

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EDITORIAL

Neues Jahr, alte Herausforderungen MICHAEL SCHOTTEN

„Ohne eine kohärente Agrarpolitik droht der Verlust genau jener Betriebe, die für Ernährungssicherheit, ländliche Räume und Umweltleistungen unverzichtbar sind.“

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as neue Jahr hat nicht nur mit guten Wünschen und großen Hoffnungen begonnen, sondern auch mit tiefer Trauer und wachsender Verunsicherung. Die Feuertragödie in der Schweiz, bei der so viele junge Menschen ihr Leben verloren haben oder schwer verletzt wurden, hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Auf weltpolitischer Bühne hat US-Präsident Trump nicht viel Zeit verloren, um Stärke – oder für was immer man es halten mag – zu demonstrieren. Dem militärischen Sturz Maduros durch US-Truppen könnten nun ähnliche Schritte in Kolumbien folgen. Und in Deutschland sind wir mit einem Bundeshaushalt ins Jahr gestartet, der zwar viele Innovationen verspricht und das Land endlich aus seiner wirtschaftlichen Agonie befreien soll, der aber seine Wirksamkeit erst noch unter Beweis stellen muss. Im Fokus des 524,5 Mrd schweren Programms stehen Investitionen, Strukturreformen und Konsolidierung. So sollen u.a. die Energiepreise durch die Abschaffung der Gasspeicherumlage, niedrigere Stromnetzentgelte und gebremste CO2-Preise sinken. Der Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro, das Kindergeld auf 259 Euro, die Pendlerpauschale auf 38 Cent. Steuerliche Entlastungen betreffen insbesondere die Gastronomie, wo die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen auf sieben Prozent die Branche um 3,6 Mrd Euro jährlich entlasten soll. Dies alles kann das Wachstum beflügeln, aber die erhofften Impulse werden einige Zeit auf sich warten lassen. Entlastung steht auch auf dem nachweihnachtlichen Wunschzettel des Agrarsektors ganz oben. Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes nach einer „Agenda für Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit“ wirkt dabei weniger wie ein strategisches Wunschkonzert als vielmehr wie ein Hilferuf. Steigende Kosten, wachsende Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit entwickeln sich zunehmend zu einer strukturellen Belastung. Zwar verweist DBV-Präsident Joachim Rukwied auf Erfolge wie die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ab 2026 oder den Abbau einzelner Dokumentationspflichten. Diese Maßnahmen sind wichtige Signale, sie ändern jedoch nichts daran, dass grundlegende Probleme fortbestehen. Vor allem der Ruf nach Wettbewerbsgleichheit innerhalb der EU und nach einer stärkeren Fokussierung auf Ernährungssicherheit in der europäischen Politik unterstreicht, dass nationale Entlastungen allein nicht ausreichen werden. Besonders deutlich werden die Herausforderungen im Obst- und Gemüsebau. Trotz günstigerer Witterungsbedingungen im Jahr 2025 konnten viele Betriebe wirtschaftlich nicht profitieren. Insbesondere, wenn das Wetter zeitgleich im Süden und im Norden Europas mitspielt, wie die Gemüsebranche in den zurückliegenden Monaten leidvoll erfahren musste. Mengenzuwächse nutzen bekanntlich nichts, wenn die Preise zu stark unter Druck geraten. Überschneidungen und Überangebote, zurückhaltender Konsum und steigende Produktionskosten haben die Erzeugerpreise somit noch stärker unter Druck gesetzt. Die wachsende Lücke zwischen Kosten und Erlösen gefährdet langfristig die Existenz vieler Höfe – ein Trend, der sich sowohl im Obstals auch im Gemüsebau zeigt. Politische Entlastungen sind notwendig, reichen aber bei weitem nicht aus, solange Marktmechanismen, europäische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Erwartungen nicht zusammen gedacht werden. Ohne eine kohärente Agrarpolitik droht der Verlust genau jener Betriebe, die für Ernährungssicherheit, ländliche Räume und Umweltleistungen unverzichtbar sind. Die Landwirtschaft steht an einem Wendepunkt.

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AUFTAKT

Der Tag des Deutschen Apfels erobert Himmel über Dresden

Hunderte Drohnen formen Apfel-Silhouetten, Botschaften und grafische Elemente, die über der Elbe sichtbar werden.

KERNOBST

KONSUM Am 11. Januar 2026 zeichnet eine Drohnenshow spektakuläre Apfelmotive in den Abendhimmel – und setzt ein Zeichen für Regionalität, Genuss und nachhaltigen Obstbau, so Deutsches Obst und Gemüse. Der „Tag des Deutschen Apfels“ bietet auch 2026 wieder Anlass, dieses besondere Lebensmittel in den Mittelpunkt zu stellen und seine Bedeutung für Ernährung, Kultur und Wirtschaft im ländlichen Raum wertzuschätzen, besonders durch eine Drohnenshow. Am 11. Januar 2026 um 18 Uhr verwandelt sich das Dresdner Elbufer in ein faszinierendes Schau-Fenster für den Apfel: Hunderte Drohnen formen

Apfel-Silhouetten, Botschaften und grafische Elemente, die über der Elbe sichtbar werden und sich in das Ensemble zwischen Frauenkirche, Brühlscher Terrasse und Altstadt einfügen. Dabei entstehe ein Panorama, das Tradition, Genuss und Hochtechnologie in unmittelbarer Nähe des drittgrößten deutschen Apfel-Anbaugebiets miteinander vereine. Die Show mache sichtbar, was den Apfel heute auszeichne: Herkunft, Wertschätzung und Innovationskraft. Denn die Inszenierung im öffentlichen Raum soll nicht nur unterhalten, sondern auch ein Zeichen setzen – für regional erzeugte Lebensmittel, moderne Landwirt-

Acht neue Dual-Fuel Methanol Containerschiffe Hapag-Lloyd hat einen Neubauauftrag über acht Containerschiffe mit der chinesischen Werft CIMC Raffles unterzeichnet. Die bestellten Einheiten, so die Reederei, haben eine Kapazität von jeweils 4.500 TEU und sollen 2028 und 2029 ausgeliefert werden. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 500 Mio US-Dollar. Die neuen Schiffe werden mit hochmodernen Dual-Fuel Methanol Antrieben ausgestattet. Sie sind um bis zu 30 % effizienter als ältere Schiffsgenerationen in der gleichen Größenklasse und können methanolbetrieben insgesamt bis zu 350.000 t CO2e pro Jahr einsparen. „Die neuen Schiffe werden dazu beitragen, ältere Tonnage zu ersetzen, die Hapag-Lloyd Flotte weiter zu dekarbonisieren und die Abhängigkeit vom Chartermarkt zu reduzieren“, sagte Rolf Habben Jansen, CEO der Hapag-Lloyd AG. 6 | FRUCHTHANDEL

Foto: Deutsches Obst und Gemüse

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schaft und bewussten Konsum. In deutschen Obstanlagen werden heute zahlreiche Sorten angebaut, die Geschmack, Frische und Qualität mit den Anforderungen moderner Landwirtschaft verbinden. Neue Züchtungen greifen veränderte Vorlieben auf und kommen Verbraucherpräferenzen entgegen: aromatisch, knackig, lange haltbar. Gleichzeitig ermöglichen einige neue Sorten eine effizientere Produktion, die besser mit Wetterextremen und Schädlingsdruck zurechtkommt. Damit zeigt der Apfel, dass er Tradition und Innovation zugleich ist – und dass sich Genuss an moderne Ansprüche anpassen kann. Dass der Apfel gern gekauft wird, liegt nicht nur am Geschmack. Er hat einen Vorteil, der zunehmend an Bedeutung gewinnt: Regionalität. Darüber hinaus sind Obstanlagen mehr als Produktionsorte. Sie gelten als ökologisch wertvolle Räume. So verbindet der Apfel nachhaltige Landwirtschaft mit praktischer Alltagstauglichkeit.

… dass die Geschwindigkeit der Veränderungen zunimmt und es darum gehen muss, nicht immer nur zur Plattitüde ,Herausforderungen’ zu greifen, sondern Lösungsmöglichkeiten Aspekt für Aspekt konkret zu formulieren und anzugehen.“ Thomas Kühlwetter, Chefredakteur Spargel & Erdbeerprofi Lesen Sie mehr dazu ab Seite 30

Große Chancen durch Freihandelsabkommen zwischen Neuseeland und Indien KIWIS Zespri begrüßt den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen Neuseeland und Indien, das laut dem Unternehmen eine neue Ära in den Beziehungen einläutet und enorme Chancen für Kiwis eröffnet. Im Rahmen des Abkommens und zum ersten Mal für Indien werden neuseeländische Erzeuger von der Abschaffung der Zölle auf Kiwi-Exporte nach Indien in Höhe von bis zu 15.000 t pro Jahr profitieren, wobei für alle darüber hinausgehenden Mengen ein reduzierter Zollsatz von 16,5 % anstelle der 33 % gilt. Die Verkäufe von Zespri nach Indien wurden durch den Zoll stark eingeschränkt und haben neuseeländische Erzeuger in der vergangenen Saison 9 Mio NZ-Dollar bei einem Umsatz von 27 Mio NZ-Dollar gekostet. 01 I 2026


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Landvolk warnt vor Fehlkurs in Brüssel

Foto: Landvolk

NIEDERSACHSEN Zum Jahresbeginn richtet sich der Blick der Landwirtschaft nach vorn – und mit Sorge nach Brüssel, wie der Landvolk Pressedienst (LPD) mitteilt. Aus Sicht des Landvolks entscheidet sich in den kommenden Monaten, ob die deutsche und europäische Landwirtschaft auch nach 2027 eine tragfähige Zukunft hat. Für das Landvolk ist klar: Ohne eine zukunftsfähige und finanziell gut ausgestattete Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist diese Aufgabe nicht zu stemmen. Doch genau daran lässt der im Sommer 2025 vorgelegte Vorschlag der EU-Kommission für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028 bis 2034 Zweifel aufkommen. Geplante Kürzungen, die faktische Abkehr von der bewährten Zwei-Säulen-Struktur und die Einbindung der GAP in nationale und regionale PartnerschaftsLandvolkpräsident Dr. Holger Hennies fonds gefährden aus Sicht des Berufsstandes die europäische Ausrichtung der Agrarpolitik. „Was die Kommission vorlegt, passt nicht zu ihren eigenen Ankündigungen von Wettbewerbsfähigkeit, fairen Einkommen und Bürokratieabbau“, kritisiert Landvolkpräsident Holger Hennies. „Statt Planungssicherheit drohen neue Unsicherheiten, mehr Bürokratie und ein Flickenteppich nationaler Regelungen.“ Besonders alarmierend ist für das Landvolk die finanzielle Dimension. Die vorgesehenen rund 294 Mrd Euro für die GAP ab 2028 bedeuten real eine deutliche Kürzung. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert deshalb ein GAP-Budget von mindestens 500 Mrd Euro für die erste und zweite Säule. Für das Landvolk muss die GAP ab 2028 vor allem eines leisten: einen Beitrag zum Abbau der Überregulierung. Nach dem ernüchternden Non-Paper der EU-Kommission vom November 2025 sieht das Landvolk nun das EU-Parlament und den Rat in der Pflicht. Es gehe darum, grundlegende Korrekturen vorzunehmen und einen Strukturbruch in der europäischen Landwirtschaft zu verhindern. „Die GAP ist kein Selbstzweck“, fasst Hennies zusammen. „Sie ist das Rückgrat unserer Landwirtschaft und der ländlichen Räume. Wenn Europa es ernst meint mit Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfung, dann braucht es eine starke, eigenständige und verlässlich finanzierte GAP.“

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SAATGUT & SORTENENTWICKLUNG

„Trojanisches Pferd“ oder notwendiges Tool? Züchtungstechnik ► „Die EU“, sprich Parlament, Rat und Kommission, waren sich in den Trilog-Verhandlungen Anfang Dezember einig: NGT1-Pflanzen, d.h. solche, die auch in der Natur bzw. durch konventionelle Züchtung auftreten können, sollen von den meisten Regelungen der EU-Gesetzgebung über genetisch modifizierte Pflanzen ausgenommen werden. So lautet das (bisher provisorische) Ergebnis der Verhandlungen, das von Parlament und Rat noch in einer 2. Lesung durchgewunken werden muss. Inga Detleffsen und Christine Weiser

Foto: Artem/AdobeStock

nete hätten zudem Schutzmechanismen eingefügt, um Marktkonzentrationen zu verhindern sowie um „die Erschwinglichkeit und einen fairen Zugang für Landwirte zu gewährleisten“, die das Recht behalten sollen, Saatgut aufzubewahren und wieder anzupflanzen, heißt es dort weiter. Außerdem werde die Kommission gemeinsam mit Interessensgruppen spätestens 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung einen „EU-Verhaltenskodex für Patente“ ausarbeiten.

NGT-Saatgut bleibt im gleichen Genpool, beschleunigt natürliche Prozesse, statt diese zu verändern und kann bei Dürren, Hitze oder der Reduktion von Düngemitteln helfen.

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ie Reaktionen auf die Entscheidung waren zahlreich und gingen weit auseinander. Warnende Worte kommen aus Deutschland, für Bioland-Präsident Jan Plagge handelt es sich um ein „trojanisches Pferd“: „Unter dem Deckmantel des Fortschritts schleichen sich Risiken, Abhängigkeit und Konzerninteressen in unsere Felder und auf unsere Teller“, Europa begebe sich in Abhängigkeiten von Konzernen. Wenn diese „die volle Kontrolle über Saatgut und Patente und damit über die Ernährungssouveränität Europas“ übernähmen, werde es „kaum möglich“ sein, diese „im Nachhinein wieder zu entreißen“, hieß es in einer Mitteilung des Verbands, der Konsumenten, die Landwirtschaft und die Züchtung aufruft, den Entwurf im Frühjahr 2026 durch gemeinsamen Widerstand zu stoppen. Für die General-

sekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet, war die mögliche Einführung von Patenten ein wichtiger Aspekt. Diese dürften den Züchtungsfortschritt nicht blockieren, erklärte sie noch vor dem Trilog: „Wenn zentrale Pflanzeneigenschaften von einzelnen Unternehmen monopolisiert werden, verlieren unsere Landwirte und kleine und mittelständische Züchter den Zugang zu wichtigem genetischem Material”. Allein in Deutschland hätten rund 150 Betriebe „leistungsfähigere, widerstandsfähigere und regional angepasste Sorten“ entwickelt – diese Strukturen zu gefährden, hätte weitreichende Folgen, warnte Sabet. Einer Mitteilung des EU-Parlaments zufolge sollen Patente zwar möglich sein, allerdings nicht für natürlich vorkommende oder biologisch erlangte Eigenschaften. Abgeord-

Wichtiger Fortschritt und große Risiken Für Frankreich ist die Entscheidung ein Schritt zwischen wichtigem Fortschritt und großen Risiken. „Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels brauchen Landwirte neue Tools“, erklärte der EU-Abgeordnete Pascal Canfin. NGT-Saatgut bleibe im gleichen Genpool, beschleunige natürliche Prozesse, statt diese zu verändern und könne bei Dürren, Hitze oder der Reduktion von Düngemittel helfen. Die Notwendigkeit, die Konsumenten über den Einsatz von NGT1-Saatgut zu informieren, sieht er nicht: Wer sicher sein möchte, keine entsprechend veränderten Pflanzen zu verzehren, könne Bio-Erzeugnisse kaufen, da diese auf Wunsch der Bio-Verbände vom Einsatz neuer genomischer Techniken ausgenommen wurde, so Canfin. Die Einigung sei ein wichtiger Fortschritt für europäische Landwirte, um sich an den Klimawandel und seine Folgen anzupassen, gehe aber nicht so weit, wie es Modelle der USA 01 I 2026


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Coldiretti: NGT als „Chance“

Kompatibilität mit dem italienischen Landwirtschaftsmodell, das auf Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit basiert“, so Prandini. Für Mario Pezzotti, Professor für Agrargenetik an der Universität Verona, geht der Tag in die Geschichte ein. Die Entscheidung bringe die Wissenschaft einen Schritt voran und fördere die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Landwirtschaft. Coldiretti habe zur Bildung eines europäischen Bündnisses der Länder beigetragen, die seit jeher gegen herkömmliche Gentechnik waren, die Bedeutung der NGT für die Zukunft der Landwirtschaft jedoch erkannt hätten, ergänzte Prandini. Nun gelte es, die NGT schnellstmöglich für den Einsatz verfügbar zu machen, betonte er abschließend.

Laimburg: Information und Forschung Als Forschungseinrichtung für die Südtiroler Landwirtschaft hat es sich das Versuchszentrum Laimburg eigenen Angaben zufolge zur Aufgabe gemacht, den Herausforderungen Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln und die Anpassung an den laufenden Klimawandel auch durch die Prüfung und Züchtung neuer Apfel- und Rebsor-

ten zu begegnen. Diese neuen Sorten sollen einerseits eine erhöhte Resilienz gegenüber Hitze und Trockenheit aufweisen und andererseits vor allem tolerant gegenüber Schaderregern sein, um den Bedarf an Pflanzenschutzmitteln signifikant zu senken und den Südtiroler Obst- und Weinbau nachhaltiger zu gestalten. Mit klassischen Kreuzungs- und Selektionsmethoden seien Fortschritte hier zwar möglich, aber zeit- und kostenintensiv. Neue genomische Techniken können diese Prozesse beschleunigen, da gezielt Eigenschaften in bereits bewährte Sorten eingebracht werden können. Die wissenschaftliche Gemeinschaft gehe überwiegend davon aus, dass Pflanzen der Kategorie 1 kein höheres Risiko für Mensch und Umwelt darstellen als klassisch gezüchtete Sorten. Das Versuchszentrum Laimburg sieht seine Aufgabe darin, die Südtiroler Landwirtschaft wissenschaftlich zu unterstützen – durch Forschung, Sortenentwicklung und transparente Information der Bevölkerung. Die Diskussion um NGTs sei komplex, und das Versuchszentrum Laimburg möchte dazu beitragen, dass diese Diskussion auf wissenschaftlich fundierten Fakten stattfinden kann. 

Das Versuchszentrum Laimburg will den Herausforderungen an den laufenden Klimawandel durch die Prüfung und Züchtung neuer Apfelsorten begegnen.

Foto: Baibaz/AdobeStock

Für den italienischen Landwirtschaftsverband Coldiretti stellen NGT eine „außerordentliche Chance für die Landwirtschaft dar“, wie Präsident Ettore Prandini betonte. Die neuen genomischen Techniken seien nicht mit herkömmlicher Gentechnik zu vergleichen, sondern reproduzierten gezielt Mechanismen der natürlichen Auslese und „gewährleisten eine vollständige

Die neuen genomischen Techniken sind nicht mit herkömmlicher Gentechnik zu vergleichen, sondern reproduzieren gezielt Mechanismen der natürlichen Auslese.

Foto: pixabay

oder Brasilien täten, weshalb er diesen Kompromiss Anfang 2026 zu unterstützen gedenke, betont der französischstämmige Abgeordnete und Koordinator von „Renew Europe“ auf LinkedIn. Kritische Stimmen gibt es in der Tageszeitung Le Monde unter Bezug auf AFP zu lesen: „Wir spielen den Zauberlehrling, nehmen den Konsumenten ihre Entscheidungsfreiheit“ und „treiben die Landwirte in die Arme globaler Großkonzerne“, mahnte der sozialistische EU-Abgeordnete Christophe Clergeau im Parlament. Die Organisation Pollinis, die sich v.a. für Insektenschutz einsetzt, befürchtete „große Risiken für unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung“, und die ausbleibende Info an die Verbraucher sei „ein Angriff auf die Grundrechte der Konsumenten“, wird die zur NGO gehörende Charlotte Labague zitiert. „Frankreich, das sich bisher erfolgreich gegen transgene GMO gewehrt hat, läuft Gefahr, von den neuen genomischen Techniken überrannt zu werden“, stellt die unabhängige Umweltjournalistin Juliette Duquesne zur EU-Entscheidung auf LinkedIn fest.

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SAATGUT & SORTENENTWICKLUNG

Neue Züchtungstechniken: Bundesregierung bleibt gespalten

Foto: BMLEH / Thomas Trutschel

POLITIK In Bezug auf den Umgang mit den Neuen Züchtungstechniken bestehen in der Bundesregierung weiterhin Differenzen. Das hat die Billigung der Reform des europäischen Gentechnikrechts durch den Ständigen Ausschuss der EU-Botschafter (Coreper) deutlich gemacht. Während Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär das Votum der Mitgliedstaaten begrüßten, kamen aus dem Ressort von Bundesumweltminister Carsten Schneider kritische Töne. Die beiden CSU-geführten Ministerien bezeichneten die Deregulierung der neuen Verfahren als sachgerecht und verwiesen auf den Koalitionsvertrag. Darin sei vorgesehen, die Biotechnologie als Schlüsseltechnologie zu fördern und ihre Anwendung regulatorisch zu erleichtern. „Die Entscheidung aus Brüssel schafft klare Rahmenbedingungen für moderne Pflanzenzüchtung und eröffnet neue Chancen für mehr Nachhaltigkeit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit“, so Rainer. Gleichzeitig nehme er nach eigenen Angaben die Bedenken von Landwirten und Verbrauchern sehr ernst. Das Bundeslandwirtschaftsminister Bundesumweltministerium sprach von einer Aufweichung des Gentechnikrechts. „Sollte das Alois Rainer begrüßte das Votum der EU-Parlament diese Entscheidung nicht korrigieren, wird es entscheidend darauf ankommen, Mitgliedstaaten. den Schaden für Deutschland zu begrenzen“, hieß es. Ressortchef Schneider hatte vor der Abstimmung im Coreper angekündigt, dass Deutschland nicht zustimmen werde. „Die große Mehrheit der Menschen will selber entscheiden können, ob sie sich mit oder ohne Gentechnik ernähren“, ließ sich der SPD-Politiker zitieren. Erwartungsgemäß positiv fiel die Reaktion auf die Einigung unter den EU-Botschaftern bei der Europäischen Saatgutvereinigung Euroseeds aus. Generalsekretär Garlich von Essen sprach von einer sehr willkommenen und ermutigenden Entwicklung. Europa sei entschlossen, Innovationen, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit voranzutreiben. Der neue Rechtsrahmen müsse der Agrarund Ernährungswirtschaft ermöglichen, ihre weltweite Führungsposition auszubauen und zu stärken. Lob erhielt die Bundesregierung vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). „Es ist richtig und wichtig, dass Deutschland der unausgegorenen und wirtschafts- und verbraucherschädlichen Abschaffung der Gentechnik-Kennzeichnungspflicht in der EU nicht zugestimmt hat“, erklärte Geschäftsführer Alexander Hissting. Das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (Testbiotech) warnte vor einem Freibrief für die Industrie. Sollte der neue Rechtsrahmen in Kraft treten, ziehe sich die EU weitgehend aus ihrer Verantwortung für die Wahrung des Schutzes von Mensch und Umwelt zurück und überlasse diese den freien Kräften des Marktes. AgE

Züchtungs- und Forschungskapazitäten in De Lier erweitert

Foto: Rijk Zwaan

RIJK_ZWAAN Die Eröffnung unter dem Namen „De Hybride Phase 2” markiert den nächsten Schritt in den Züchtungsaktivitäten des Unternehmens für Tomaten, Paprika und Auberginen, hieß es. Die neue Anlage schaffe zusätzlichen Raum für Forschung und Entwicklung im Bereich innovativer Sorten. „Neben der Schaffung von zusätzlichem Raum unterstreicht diese Erweiterung das Engagement von Rijk Zwaan für Forschung, Innovation und die Zukunft der Gemüsezüchtung”, erklärte Amanda van Oord, Züchtungsmanagerin für Paprika und Auberginen, bei der Eröffnungsfeier am 9. Dezember 2025. „Hier trifft Kreativität auf Wissenschaft, um gesunde, widerstandsfähige und schmackhafte Sorten für kommende Generationen zu entwickeln.” Zum Zeitpunkt der Eröffnung befanden sich in der Anlage bereits junge Tomaten-, Paprika- und Auberginenpflanzen, die den Beginn des Selektionsprozesses für die Züchter bilden. „Diese Erweiterung umfasst zahlreiche neue Abteilungen, die für Selektionsversuche, Sortenprüfungen und Vorzüchtungsforschung genutzt werden“, erklärte Van Oord. „Wir werden in der Lage sein, eine Vielzahl von Pflanzenmaterialien aus aller Welt zu untersuchen.“ Aus dem Gewächshaus De Hybride stammen zahlreiche Markteinführungen, darunter die Aubergine Pallada, das Clean-Leaf-Konzept, die preisgekrönte verzehrfertige Snackpaprika Tatayoyo, die süße Spitzpaprika Sweet Palermo und ToBRFV-resistente Tomatensorten. Neben den neuen Selektionsabteilen umfasse die Zum Zeitpunkt Erweiterung einen neuen Isolationsbereich für die geder Eröffnung zielte Erforschung abiotischer Stressfaktoren, die laut befanden sich Rijk Zwaan einen Schwerpunkt darstellen. Hier werden in der Anlage in kleineren Abteilungen gezielt Mechanismen und Gebereits junge ne erforscht, die die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen Tomaten-, verbessern können, damit sie mit extremen BedingunPaprika- und gen wie Hitze, Kälte, Salzgehalt und Trockenheit besAuberginenser zurechtkommen. Diese Arbeit wird als zunehmend pflanzen, die wichtig angesehen, da der Klimawandel in immer mehr den Beginn des Regionen zu extremeren Wetterbedingungen führt. Selektionspro„Dies ist ein bedeutender Fortschritt sowohl für die zesses für die Saatguttechnologie als auch für die Züchtung“, fügte Züchter bilden. Van Oord hinzu. c.c. 10 | FRUCHTHANDEL

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EU-Rat einigt sich auf Position zur Saatgutverordnung Brüssel ► Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich nach langen Verhandlungen auf eine gemeinsame Position zur geplanten europäischen Saatgutverordnung verständigt. Damit ist der Weg für die Trilogverhandlungen mit Europäischem Parlament und EU-Kommission frei. Ziel des Trilogs ist es, einen gemeinsamen, endgültigen Verordnungstext auszuhandeln, dem sowohl Rat als auch Parlament zustimmen können.

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Nach einem erfolgreichem Abschluss des Trilogs kann die Saatgutverordnung formal verabschiedet und in Kraft gesetzt werden.

Foto: Europäische Kommission

er Rat fordert in seiner Position mehrere Änderungen am Vorschlag der EU-Kommission, der im Juli 2023 vorgelegt worden war. Ziel ist es, die neue Saatgutverordnung praktikabler zu gestalten und den Verwaltungsaufwand für Behörden sowie für professionelle Anwender zu verringern. Gleichzeitig einigten sich die Mitgliedstaaten darauf, dass neue Sorten künftig verpflichtend darauf geprüft werden sollen, welchen Wert sie für eine nachhaltige Nutzung und einen nachhaltigen Anbau haben. Nach dem Willen des Rates soll die Sortenzulassung jedoch nicht in den Anwendungsbereich der EU-Kontrollverordnung fallen. Zudem sprechen sich die Mitgliedstaaten für weitere Ausnahmen aus, die den bürokratischen Aufwand reduzieren sollen. Präzisiert werden sollen außerdem die Regelungen für Ausnahmen beim Saatguttausch sowie für die nicht-professionelle Nutzung. Die Europäische Kommission hatte mit ihrem Entwurf eine Neuregelung der Erzeugung und Vermarktung von Saatgut und Vermehrungsmaterial vorgeschlagen. Das Europäische Parlament hatte seine Verhandlungsposition bereits im

April 2024 verabschiedet. Zuvor hatten sich die Mitgliedstaaten jedoch lange Zeit nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können. Mehrfach hatten einzelne Länder Nachbesserungen gefordert.

Einfacheres und klareres Regelwerk Mit der geplanten Verordnung soll ein einfacheres und klareres Regelwerk für das europäische Saatgutrecht geschaffen werden. Gleichzeitig sollen nationale Umsetzungsspielräume begrenzt

werden, ohne dabei den technologischen Fortschritt auszubremsen. Perspektivisch soll die Neuregelung dazu beitragen, Saatgut bereitzustellen, das besser an den Klimawandel angepasst ist und so einen Beitrag zur Ernährungssicherheit leistet. Nach Angaben des Rates ist ein erstes Treffen im Rahmen des Trilogs in Kürze vorgesehen. Erst nach einem erfolgreichen Abschluss des Trilogs kann die Saatgutverordnung formal verabschiedet und anschließend in Kraft gesetzt werden. 

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SAATGUT & SORTENENTWICKLUNG

Innovation, Inspiration und Bio-Kompetenz auf der FRUIT LOGISTICA Bejo ► Das Unternehmen wird vom 4. bis 6. Februar 2026 auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin vertreten sein, die neuesten Innovationen präsentieren, Besucher mit neuen Konzepten inspirieren und drei Jahrzehnte Engagement für den Bio-Anbau feiern. Von Anbauern und Händlern über Verarbeiter bis zum Einzelhandel sind alle Partner der Gemüsebranche eingeladen, zu erleben, wie Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit den Fortschritt weiterhin vorantreiben.

Mutiger Twist des Vertrauten

Fotos: Bejo Samen GmbH

Ein zentrales Highlight ist Red Power F1, das neue Konzept, das dem vertrauten Spitzkohl einen mutigen Twist verleiht.

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er Klimawandel macht deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Sorten sind. Fortschritte wie die B-MOX®-Saatgutbehandlung und neue Züchtungen mit erhöhter Resistenz sind entscheidend, so das Unternehmen. Die B-MOX®-Technologie stärke Jungpflanzen von Beginn an, fördere die Wurzelbildung, erhöhe die Stresstoleranz und verbessere die Gesundheit der Pflanzen, was letztlich zu höheren Erträgen führe. Diese Vorteile werden auf der Messe anschaulich präsentiert.

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Bejo stellt zudem mehrere neue Sorten vor, die speziell für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Marktes entwickelt wurden. Dazu zählen die Bundzwiebel Protector F1, die Zucchini Balaton F1, Mini-Romana Cologne, Knollensellerie Carla F1, Porree Snooker F1 sowie die Weißkohlsorten Affection F1 und Fusion F1. Dank ihrer verbesserten Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wie Mehltau und Fusarium sorgen diese Sorten für zuverlässige Ernten und minimieren Risiken für die Anbauer.

Die FRUIT LOGISTICA 2026 biete auch Produktinspirationen, die auf moderne Verbraucher zugeschnitten sind. Ein zentrales Highlight sei Red Power F1, das neue Konzept, das dem vertrauten Spitzkohl einen mutigen Twist verleihe. Einfach anzubauen, vielseitig verwendbar und ganzjährig verfügbar, passe Red Power F1 nahtlos in bestehende Anbau- und Verarbeitungsprozesse. Seine lebhafte Farbe, der frische Geschmack und die knackige Textur machen ihn sowohl im Regal als auch in der Küche zum Hingucker. Neben Red Power F1 wird eine vielfältige Auswahl aus Bejos Produktkonzept-Portfolio präsentiert, mit starkem Fokus auf Geschmack, Gesundheit und Convenience. Besucher können Snack-Gemüse wie Möhren und Kohlrabi entdecken sowie das Purple Power-Konzept, das eine farbenfrohe Auswahl nährstoffreicher violetter Gemüse präsentiert.

30 Jahre Engagement für Bio Bejo feiert das 30-jährige Jubiläum seines Bio-Programms – ein Meilenstein, der die langfristige Vision und das kontinuierliche Engagement für die biologischen Anbauer unterstreiche. Die Nachfrage nach Bio-Saatgut wachse stetig, und das Sortiment umfasse mittlerweile über 30 Gemüsearten und mehr als 150 Sorten. Zum Jubiläum beginne jeder Messetag mit einem kleinen Festmoment unter dem Motto „DIREKT von ANFANG an“, der den Be01 I 2026


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suchern einen frischen und genussvollen Start in den Tag biete. Eine besondere Neuheit in diesem Jahr sei der Blumenkohl Alcantara F1, eine leistungsstarke CMS-freie Hybridsorte, der speziell für den biologischen Anbau entwickelt wurde. Damit erweitere Bejo sein Angebot an Kohlgemüse um eine Sorte, die optimal für 100 % biologische Produktionssysteme geeignet sei und die Zuverlässigkeit und Leistung biete, die die Anbauer erwarten.

Eine besondere Neuheit in diesem Jahr ist der Blumenkohl Alcantara F1, eine CMS-freie Hybridsorte, die speziell für den biologischen Anbau entwickelt wurde.

Treffen Sie das Bejo-Team Ein Team von Spezialisten freut sich darauf, Besucher willkommen zu heißen und Einblicke in die neuesten Marktentwicklungen, Züchtungsfortschritte und Produktinnovationen zu geben.  Halle 1.2, Stand C-13

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FRESH CONVENIENCE

Mehrwertsteuer auf Speisen neu geregelt HoReCa | Deutschland ► Lange wurde es gefordert, nun ist es beschlossene Sache: Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 wurde in Deutschland die umsatzsteuerliche Behandlung von Speisen in der Gastronomie neu geregelt. Der Deutsche Bundestag beschloss das Gesetz bereits Anfang Dezember 2025. Am 19. Dezember 2025 stimmte dann noch der Bundesrat zu. Die neue Regelung ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft. Seitdem unterliegen Speisen, die im Rahmen gastronomischer Leistungen abgegeben werden, dauerhaft dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, egal ob sie vor Ort verzehrt oder außer Haus mitgenommen bzw. geliefert werden. Nadine Schotten fassung ersetzt damit die bisherige Differenzierung nach Verzehrform, die in der Praxis zu unterschiedlichen Steuersätzen innerhalb eines Angebots geführt hatte.

Foto: N. Schotten

Vereinheitlichung der steuerlichen Behandlung

Mit dem Inkrafttreten zum 1. Januar 2026 ist die Besteuerung von Speisen in der Gastronomie erstmals dauerhaft einheitlich geregelt.

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ie Rechtsgrundlage ist eine Änderung des Umsatzsteuergesetzes. Restaurant- und Catering-Leistungen für Speisen werden künftig unabhängig davon, ob sie vor Ort verzehrt oder außer Haus abgegeben werden, einheitlich mit sieben Prozent besteuert. Getränke sind von der Regelung ausgenommen und unterliegen weiterhin dem regulären Steuersatz von 19 %. Die gesetzliche Neu-

Die Neuregelung gilt bundesweit und betrifft alle gastronomischen Betriebe, die Speisen im Rahmen einer gastronomischen Leistung anbieten. Dazu zählen klassische Restaurants, Cafés und Bistros ebenso wie Gemeinschaftsverpflegung, Kantinen sowie Konzepte mit Fokus auf frisch zubereitete Speisen und Fresh-Convenience-Lösungen. Maßgeblich ist die Abgabe von Speisen als Teil einer gastronomischen Leistung; die Betriebsgröße oder das jeweilige Konzept sind für die Anwendung des Steuersatzes unerheblich. Für Betriebe mit hohem Anteil an frischer Küche und vorbereiteten, aber frisch produzierten Speisen bringt die Änderung eine Vereinheitlichung der steuerlichen Behandlung. Die bisher notwendige Unterscheidung zwischen Vor-Ort-Verzehr und AußerHaus-Abgabe entfällt. Dies vereinfacht insbesondere die Abrechnung und Kassensystematik, da Speisen künftig unabhängig vom Konsumort gleich zu behandeln sind.

Rechtliche Klarheit und Planungssicherheit

für eine dauerhafte Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen eingesetzt. Nach Angaben des Verbandes schafft die nun geltende Regelung vor allem Verlässlichkeit und eine verbesserte Planungsgrundlage für gastronomische Betriebe. Die einheitliche steuerliche Behandlung von Speisen, unabhängig vom Verzehrort, vereinfacht die Kalkulation und reduziert Abgrenzungsfragen, die bislang insbesondere bei gemischten Angeboten aus Vor-Ort-Verzehr, Mitnahme und Lieferung entstanden sind.

Administrativer Aufwand sinkt Gleichzeitig sinkt aus Sicht des Verbandes der administrative Aufwand, da unterschiedliche Steuersätze innerhalb eines Angebots nicht mehr berücksichtigt werden müssen. Dies betrifft unter anderem Kassensysteme, Abrechnungsprozesse sowie die steuerliche Dokumentation. Besonders Betriebe mit einem hohen Anteil an frisch zubereiteten Speisen profitieren von der klaren gesetzlichen Regelung, da frühere Differenzierungen zwischen Vor-Ort-Verzehr und Außer-Haus-Abgabe entfallen. Der DEHOGA betont, dass die Neuregelung „eine dauerhaft verlässliche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen“ schaffe und die Besteuerung gastronomischer Speisen damit klar und nachvollziehbar geregelt sei. 

Der DEHOGA Bundesverband hatte sich bereits im Vorfeld mehrfach 01 I 2026


Foto: Inka - AdobeStock

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Fresh-Cut als Motor der Ernährungswende Gemeinschaftsverpflegung ► Mehr Bio und mehr Regionalität in den Kantinen. Was auf dem Papier nach einem guten Plan klingt, erweist sich im Alltag oft als Herausforderung. Das zeigt die Studie „Strategien für mehr bioregionale Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung“ der Universität Hohenheim, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Die Autorinnen und Autoren beschreiben darin, dass der größte Stolperstein nicht in der Produktion liegt, sondern in der Verarbeitungskette dazwischen: Küchen finden kaum vorverarbeitete Fresh-CutProdukte in bioregionaler Qualität, obwohl sie diese für einen reibungslosen Betrieb dringend benötigen.

Küchen arbeiten am Limit Gleichzeitig wird innerhalb der Studie deutlich gemacht, warum der Wandel langsamer verläuft als politisch vorgesehen. Küchen arbeiten wirtschaftlich am Limit, stehen im Spannungsfeld zwischen Preis, Qualität und Zeitdruck und sind auf verlässliche Lieferwege angewiesen. Wenn Bio-Regionalität zusätzlichen Aufwand erzeugt, bleibt sie oft auf kleine Pilotprojekte beschränkt. Die Studie nennt deshalb, neben fehlender Vorverarbeitung, auch Logistik, Bündelung, Vergaberecht und digitale Beschaffungsprozesse als zentrale Herausforderungen. Erst wenn Verarbeitung, Logistik und Bestellwege angepasst und professionalisiert wer01 I 2026

Foto: Heinz

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und 15 bis 18 Mio Menschen essen zufolge täglich in deutschen Kantinen, insbesondere in Schulen, Kitas, Kliniken und seniorenorientierten Einrichtungen. Baden-Württemberg hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen 30 % bis 40 % der eingesetzten Lebensmittel bioregional sein. Dieses Ziel lässt sich der Studie zufolg jedoch nur erreichen, wenn Verarbeitungs- und Logistikprozesse angepasst werden. Genau dort liegt demnach die strukturelle Lücke: Es fehlen Fresh-Cut-Produkte, die Küchen sofort nutzen können, ohne zusätzliche Arbeitsschritte. Die Studie zeigt, wie groß das Potenzial wäre. Wenn öffentliche Küchen in Baden-Württemberg ihren Einkauf auf nur 30 % Biogemüse umstellen würden, vorausgesetzt aus regionaler Produktion, müsste dafür die ökologische Anbaufläche für Gemüse um etwa 18 % und für Kartoffeln um rund 14 % erweitert werden. Hier wird laut den Autorinnen und Autoren deutlich: Eine Steigerung der bioregionalen Absatzmengen führt automatisch zu einem höheren Bedarf an Fresh-Cut-Gemüse, das küchenfertig und zuverlässig verfügbar ist. Wie es heißt, macht dies die Fresh-Cut-Branche zu einem entscheidenden Faktor, denn der Umbau der Gemeinschaftsverpflegung beginnt nicht erst auf dem Feld, sondern an dem Punkt, an dem Rohwaren verarbeitbar werden. Fresh-Cut-Unternehmen können diese Lücke schließen, indem sie regionale Rohware übernehmen, waschen, schneiden, küchenfertig verpacken und termingerecht in geeigneten Gebindegrößen liefern. Was heute fehlt, ist also nicht das Gemüse selbst, sondern die Vorstufe, die es in die Kantine bringt.

Viele Einrichtungen würden der Studie zufolge gerne stärker bioregional kochen, doch Personal- und Zeitressourcen sind begrenzt.

den, kann nachhaltige Verpflegung im Alltag funktionieren. Die Autorinnen und Autoren betonen außerdem, wie wichtig kreative Speiseplanung, neue Rezepturen und aktive Gästekommunikation sind, um Akzeptanz zu schaffen und Kosten aufzufangen. Frische Qualität fällt auf, und Transparenz über Herkunft zahlt sich aus. Doch auch dafür braucht es Produkte, die ohne Zusatzaufwand einsatzbereit sind.

Chance für Fresh-Cut-Unternehmen In ihrem Fazit empfiehlt die Studie, kleine und mittlere Unternehmen beim Aufbau von Vorverarbeitungs- und Bündelungsstrukturen gezielt zu fördern. Fresh-Cut kann damit zu einem Motor der Ernährungswende werden statt nur zu einem Teilbereich der Warenwirtschaft. Wenn Gemüse nicht erst in der Kantine aufwendig bearbeitet werden muss, sondern küchenfertig ankommt, erleichtert das nicht nur die Umstellung, sondern ermöglicht sie vielerorts erst. So kann die Gemeinschaftsverpflegung vom politischen Ziel zum praktischen Alltag werden. Bioregionale Ernährung entscheidet sich damit nicht nur im Anbau, sondern vor allem zwischen Ernte und Ausgabe, also dort, wo Gemüse gewaschen, geschnitten und verpackt wird. Genau dort liegt die Chance für Fresh-Cut-Unternehmen, sich als Schlüsselakteure in einer nachhaltigen und regional verankerten Lebensmittelversorgung zu positionieren. nsc FRUCHTHANDEL | 15


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Effiziente Verarbeitungslösungen für frische Lebensmittel KRONEN | Kehl ► Vom 4. bis 6. Februar 2026 präsentiert KRONEN auf der FRUIT LOGISTICA in Berlin in Halle 1.1, Stand A-20 seine aktuellen Maschinen und Systemlösungen zur industriellen Verarbeitung von Salat, Gemüse, Obst und weiteren frischen Lebensmitteln. Mit einem breit gefächerten Maschinenportfolio und praxisnahen Neuheiten zeigt das internationale KRONEN-Team, wie moderne Verarbeitungstechnik Effizienz, Hygiene und Produktqualität miteinander verbindet.

vor allem die Umsetzbarkeit im laufenden Produktionsalltag im Fokus. „Unsere Kunden weltweit stehen vor der Herausforderung, immer höhere Hygienestandards, flexible Produktanforderungen und steigende Effizienzvorgaben unter einen Hut zu bringen. Genau dafür entwickeln wir bei KRONEN passgenaue Verarbeitungstechnik, verlässlich, innovativ und auf den Praxiseinsatz abgestimmt“, erklärt Stephan Zillgith, Sprecher der Geschäftsführung der KRONEN GmbH. „Die FRUIT LOGISTICA ist für uns der ideale Ort, um gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern neue Ideen zu diskutieren und innovative Lösungen zu zeigen.“

Fotos: KRONEN

Industrielle Frischeverarbeitung – live erlebbar

Die HEWA 3800 wurde für das hygienische Vorwaschen, Waschen und Entkeimen von Produkten entwickelt.

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RONEN beliefert Kunden in über 120 Ländern und ist in mehr als 80 Ländern mit seinen Vertriebspartnern vertreten. Die modularen Maschinen und Linien ermöglichen eine individuelle Skalierung: von teilautomatisierten Systemen bis hin zu vollintegrierten Verarbeitungslösungen. Dabei steht neben der Leistungsfähigkeit

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht ein ausgewähltes Spektrum an Lösungen zur Umsetzung effizienter und hygienischer Prozesse bei der Fresh-Cut-Verarbeitung. Dabei zeigt KRONEN leistungsstarke Einzelmaschinen, die Großteils auch als Komponenten für integrierte Linienkonzepte eingesetzt werden können. Gezeigt werden unter anderem: • Bandschneidemaschinen GS 10-2 und GS 20: Universell einsetzbar zum Schneiden verschiedenster Produkte wie Salate, Gemüse, Obst oder Kräuter – mit hoher Durchsatzleistung und optimaler, reproduzierbarer Schnittqualität • Würfel-, Streifen-, Scheibenschneidemaschinen KUJ V und KUJ-HC 220: Hochleistungsmaschinen für

das präzise Schneiden von Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln: für bis zu 2,5 t bzw. 8 t pro Stunde • Schneidemaschine Tona V: Ideal für die flexible, halbautomatische Herstellung von Scheiben, Segmenten oder Sticks aus Obst und Gemüse • Krautschneidemaschine CAP 350: Für die kontinuierliche und gleichmäßige Verarbeitung von bis zu 5 t Weiß- und Rotkraut pro Stunde, mit variabler Schnittstärke Waschmaschine HEWA 3800: • Entwickelt für das hygienische Vorwaschen, Waschen und Entkeimen von Produkten bei gleichzeitiger Energie- und Wassereffizienz – leicht zugänglich für die Reinigung. • Salat- und Gemüseschleudern KS100 Plus und KS-7 ECO: Für das schonende Trocknen von gewaschenem Schnittgut mit optimalem Schleuderergebnis • Verpackungsmaschinen Flex L und Flex M vom KRONEN-Partner GKS Packaging: Für flexible, automatisierte Verpackungslösungen – kompakt, zuverlässig und für unterschiedliche Verpackungstypen einsetzbar. • Automatisches Korbkarussell: Das neue System ermöglicht einen schnellen, hygienischen Korbwechsel und verhindert Produktverlust im Anschluss an den Waschprozess.

iWEIGH ergänzt das Portfolio Erstmals mit am Stand vertreten ist das Unternehmen iWEIGH aus den 01 I 2026


FH Die HEWA 3800 ist optimiert im Hinblick auf Hygiene und Reinigung.

iWEIGH wird in Berlin u.a. moderne Wägetechnik für die Lebensmittelverarbeitung präsentieren. Niederlanden. iWEIGH zeigt moderne Wägetechnik für die Lebensmittelverarbeitung, darunter die neue Normwaagen-Waage für kombinierte Wäge- und Verpackungsprozesse sowie eine Tischwaage für exakte Portionierungen. Die Integration in KRONEN-Lösungen erlaubt eine zusätzliche Effizienzsteigerung und Prozesskontrolle entlang der gesamten Produktionslinie.

Praxisorientierte Lösungen Interessierte Fachbesucher sind eingeladen, sich in Berlin einen persönlichen Eindruck von der neuesten KRONEN-Technologie zu verschaffen. Vor Ort bietet sich die Gelegenheit, die Maschinen und Prozesse live in Betrieb zu sehen, einschließlich Anwendungstipps aus der Praxis vom KRONEN-Team,

das in internationaler Besetzung vertreten ist. Für kulinarische Impulse sorgt KRONEN-Messekoch Andreas Eigner, der frische kulinarische Highlights direkt am Stand zubereitet.  Halle 1.1, Stand A-20


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Weniger wegnehmen und dafür mehr herausholen Sormac ► Schon bald öffnet die FRUIT LOGISTICA in Berlin ihre Tore. Viele Unternehmen bereiten sich gerade darauf vor, ob als Aussteller oder als Besucher. Auch bei Sormac in Venlo herrscht reges Treiben: alle Maschinen werden nochmals geprüft und für den Transport fertig gemacht. So auch die OptiCor OC-60, die neben diversen weiteren Produkten des niederländischen Maschinenspezialisten schon bald live in Berlin zu erleben sein wird. Nadine Schotten

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Bis zu 2.100 Eisbergsalatköpfe pro Stunde können mit der OptiCor OC-60 verarbeitet werden.

Die OptiCor OC-60 wurde für Kopfgrößen von 90 mm bis 220 mm Durchmesser entwickelt und ist flexibel im Umgang mit unterschiedlichen Formen.

Foto: Sormac

ie OptiCor OC-60 wurde speziell für die Verarbeitung von Eisbergsalat entwickelt und übernimmt sowohl das Entfernen des Strunks als auch – sofern gewünscht – das Schneiden des Salates. Dabei ermöglicht ihr besonderer Aufbau die Strunkentnahme von unten her und hebt sie damit von anderen auf dem Markt befindlichen Systemen ab. „Auf diese Weise erzielen wir eine 100 %-ige Trennung von Abfall und Produkt“, erklärt Roy Lemmen, Vertriebsleiter bei Sormac, gegenüber dem Fruchthandel Magazin. Die Befüllung der Maschine kann nach Angaben des Venloer Maschinenexperten auf zweierlei Weise erfolgen: Entweder werden die Salatköpfe manuell in die Edelstahltaschen der OptiCor OC-60 eingelegt oder sie werden über ein optional erhältliches automatisches Füllsystem zugeführt, das einen vollautomatischen Prozess ermöglicht. „Wir setzen bei den Taschen kon-

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sequent auf Edelstahl. Das ist nicht nur der hohen Robustheit geschuldet, sondern wir schließen so auch jegliches Risiko von Kunststoffabrieb im Prozess aus“, sagt Lemmen. Die Maschine bestehe vollständig aus rostfreiem Stahl und entspreche den aktuellen europäischen Hygienerichtlinien (EHEDG). Nachdem der Salat in den Edelstahltaschen (manuell oder automatisch) platziert wurde, bewegen sich diese taktgesteuert im Start-Stopp-Verfahren. Wie Lemmen erklärt, befindet sich unter den Taschen eine Kamera, die den Strunk erkennt und ihn auf einem intuitiven digitalen Bedienfeld (HMI) sichtbar darstellt. Dies ermöglicht eine einfache und sichere Positionierung des Salatkopfes. Ist der Kopf korrekt ausgerichtet, wird dies durch ein optisches Signal bestätigt.

Jeder Salatkopf wird separat erfasst Im nächsten Schritt misst die Kamera den Durchmesser des Salatkopfes, erkennt die Lage des Strunks und berechnet daraus für jeden einzelnen Salat automatisch die ideale Entkerntiefe. Diese Tiefe kann auf Wunsch manuell angepasst und feinjustiert werden. „Wir vermessen wirklich jeden Salat separat“, sagt der Maschinenexperte. „Dadurch erreichen wir eine hohe Präzision und eine Ausbeute von mindestens 95 %.“ Anschließend fahren kegelförmige Messer auf die errechnete Tiefe aus und entfernen nur so viel Material wie nötig. Die Messer lassen sich innerhalb weniger Minuten sicher und einfach wechseln. „Es klingt so einfach: Loch bohren, Strunk raus, fertig“, sagt Lemmen. „Aber wenn man es 01 I 2026


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richtig tut, entscheidet dieser eine Schritt über die Ausbeute. Es klingt nach wenig, aber das spart unter Umständen Tonnen.“

Präzisionsmodus vs. Schnellentkernmodus Nach dem Entkernen kann der Eisbergsalat optional in zwei oder vier Stücke geteilt werden, ohne dabei die Leistung zu reduzieren. „Neben dem Präzisionsmodus, der maximale Qualität gewährleistet, verfügt die OptiCor OC-60 über einen Schnellentkernmodus, in dem zugunsten eines höheren Durchsatzes leichte Abstriche in der Genauigkeit möglich sind. Bis zu 35 Köpfe pro Minute sind erreichbar. Für Betriebe bedeutet das nicht nur Flexibilität in der Verarbeitung, sondern auch eine deutliche Entlastung im Alltag.“ Darüber hinaus betont der Vertriebsleiter, dass die Maschine eine kleine Grundfläche besitzt und sich damit leicht in Verarbeitungslinien integrieren lässt. „Das hygienische Design, ein Rahmen ohne Bodenkontakt sowie unterhalb des Produktstroms platzierte Antriebe sorgen für leichte Reinigung und hohe Lebensmittelsicherheit. Zudem ar-

beitet die Maschine auf einer ergonomischen Arbeitshöhe, was dem Bedienkomfort zugutekommt“, erläutert Lemmen. Mit der OptiCor OC-60 präsentiert Sormac in Berlin eine Maschine, die ein vielfach unterschätztes Kernproblem bei der Verarbeitung von Eisbergsalat löst. Sie holt dank der Anwendung präziser bildgebender Verfahren buchstäblich aus jedem Salatkopf das Maximum heraus.

Das könnte laut Roy Lemmen u.a. auch für Sandwich-Hersteller oder Zulieferer von Burgerketten interessant sein. Wer mehr hierüber oder andere Lösungen, die Sormac während der FRUIT LOGISTICA präsentiert, erfahren möchte, ist am Messestand des Unternehmens herzlich willkommen. 

Nach dem Entkernen kann der Eisbergsalat optional in zwei oder vier Stücke geteilt werden.

Halle 1.1, Stand C-40

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Halle 1.1 C-40

OptiCor OC-60 Die Sormac OptiCor kombiniert Vision-Technologie, Präzision und Geschwindigkeit, um die effizienteste Lösung zum Entstrunken von Eisbergsalat zu bieten. ■ 99,9 % Genauigkeit bei der Kopfpositionierung durch optische Kontrolle ■ Über 95 % Ertrag durch kegelförmige Strunkentfernung ■ 0 % Kunststoff im Produktstrom dank Taschen aus rostfreiem Stahl ■ 100 % Abfalltrennung durch das Entstrunken von unten Mehr über präzises Entstrunken erfahren? Besuchen Sie unseren Stand. Unsere Experten beraten Sie gerne.

www.sormac.com

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info@sormac.de

+49 (0)2163 577 7461

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Die geschälte Zwiebel als Türöffner – mit Convenience-Zwiebeln international wachsen Smits Uien | Mol Fresh Food ► Wenn ein Produkt auf nahezu jedem Teller der Welt zu finden ist, wird es leicht unterschätzt. Für Marcel Coulier, Exportmanager bei Smits Uien, gilt genau das Gegenteil: Die Zwiebel ist eines der spannendsten Produkte der Frischebranche. „Sie ist kein simples Commodity-Produkt“, sagt Coulier im Gespräch mit dem Fruchthandel Magazin. „Die Zwiebel ist wahrscheinlich das meistverwendete Gemüse der Welt – und sie steckt in fast jedem Gericht. Genau das macht sie so interessant.“

Fotos: Smits Uien

Jochem Wolthuis

Vakuumierte, geschälte Zwiebeln bieten konstante Qualität, Hygiene und Zeitersparnis.

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eit gut einem Jahr arbeitet Coulier bei Smits Uien – ein Jahr, in dem sich vieles bewegt hat. Persönlich blickt er sehr zufrieden zurück: „Ich arbeite hier mit unglaublich viel Freude. Was mich vom ersten Tag an beeindruckt hat, ist die enorme Leidenschaft und das Fachwissen der Mitarbeitenden.“ Viele von ihnen seien seit Jahrzehnten im Unternehmen tätig. „Diese Erfahrung ist Gold wert. Sie sorgt für Stabilität, Qualität und ein tiefes Produktverständnis – und macht die Arbeit jeden Tag besonders.“ Ein entscheidender Schritt ist die enge Zusammenarbeit mit Mol Fresh Food. 2024 fusionierte Smits Uien mit dieser Zwiebelschnittfirma. Marcel Coulier: „Wir haben beide unsere Spezialitäten. Mol Fresh

Food ist vor allem spezialisiert auf geschälte Zwiebeln, die zu 80 % an die Industrie geliefert werden. Smits Uien bietet ihre frisch geschnittenen Zwiebeln zu 90 % an die Gastronomie an. Es gibt viele Kunden, die sowohl geschälte als auch geschnittene Zwiebeln wollen und dafür einen Gesamtlieferanten bevorzugen. Wir wollen das anbieten können. Wir sehen vor allem Synergievorteile im Ausland. Die Einbeziehung von Mol Fresh Food hat unsere Möglichkeiten und Kundenkreis erweitert. Wir konnten deshalb 2025 auf internationaler Ebene ein erfreuliches Wachstum verzeichnen. Gemeinsam wurde eine Strategie entwickelt, die sich als äußerst erfolgreich erwiesen hat. „Wir gewinnen heute viele Kunden zunächst über geschälte Zwiebeln“, erklärt Coulier.

„Diese Produkte werden vom Markt sehr stark nachgefragt.“ Die vakuumierten Zwiebeln sind bis zu 14 Tage haltbar und bieten Küchen und Verarbeitern klare Vorteile: weniger Personalaufwand, mehr Hygiene, konstante Qualität. Diese erste Zusammenarbeit ist dabei häufig nur der Anfang. „Die geschälten Zwiebeln sind eine perfekte Einstiegslösung“, so Coulier. „Sobald Vertrauen aufgebaut ist, fällt der Schritt zu unseren frisch geschnittenen Zwiebeln deutlich leichter.“ Genau diese Kombination aus Einstieg und Ausbau habe sich bewährt. „Wir sehen das ganz klar an unseren steigenden Exportzahlen.“

Wachstum in Europa Besonders dynamisch entwickelt sich das Geschäft derzeit in Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Der britische Markt spielt dabei eine Schlüsselrolle. „In Großbritannien wird extrem viel Zwiebel konsumiert – auch durch die indische und pakistanische Esskultur“, sagt Coulier. Gleichzeitig sei der Markt sehr convenience-orientiert. „Die Offenheit für vorverarbeitete Lösungen ist dort besonders groß.“ Ein wichtiger Impuls kam vom Messeauftritt auf der Food & Drink Messe in Birmingham. Dort präsentierte Smits Uien erstmals ein neues Konzept: Live-Cooking mit einem Koch auf dem Stand. „Wir wollten zeigen, was man alles mit einer Zwiebel machen kann. Das hat enorm gut funktioniert – wir haben dadurch viele neue Kontakte gewonnen, auch über den 01 I 2026


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britischen Markt hinaus.“ Frankreich entwickelt sich parallel als interessanter Absatzmarkt, allerdings mit anderen Präferenzen. „Dort liegt der Fokus weniger auf geschälten Zwiebeln, sondern stärker auf frisch geschnittenen Produkten“, erklärt Coulier. Sorten wie die SchalotteZwiebel seien besonders gefragt. „Wir sind dort noch vergleichsweise neu aktiv, sehen aber ein klares Wachstumspotenzial.“

Deutschland wichtigster Exportmarkt In den Niederlanden ist Smits Uien seit Jahren Marktführer im Segment der geschnittenen Zwiebeln. „Dort spricht man in der Branche längst nicht mehr einfach von Zwiebeln, sondern vom Smits-uitje“, sagt Coulier. „Das ist nach über 40 Jahren Marktpräsenz ein großes Kompliment und zeigt, wie stark unsere Produkte im Markt verankert sind.“ Diese Position bilde auch die Basis für den weiteren internationalen Ausbau. Auf dem Weg der weiteren Internationalisierung bleibt Deutschland der wichtigste Wachs-

tumsmarkt. „Hier liegt noch sehr viel Potenzial“, betont Coulier. „Viele Kunden beginnen zu verstehen, dass es nicht nur um Zeit- oder Kostenersparnis geht, sondern um gleichbleibende Qualität.“ Smits Uien arbeitet überwiegend mit niederländischen Zwiebeln aus langfristigen Partnerschaften mit rund 25 festen Erzeugern. Spezielle Sorten mit höherem Trockensubstanzgehalt machen die Produkte besonders gut geeignet für das Schneiden. „Diese Kombination aus Rohware, Know-how und Verarbeitung ist unser Fundament.“

Ganzjährige Liefersicherheit Ein weiterer Faktor ist die Liefersicherheit. Durch die Produktion an zwei Standorten können Smits Uien und Mol Fresh Food ganzjährig zuverlässig liefern. „Gerade bei steigenden Mindestlöhnen, Energieund Logistikkosten ist Planbarkeit für unsere Kunden entscheidend. Wer mit uns arbeitet, hat das ganze Jahr über das gleiche Produkt – ohne Konservierungsstoffe, mit langer Haltbarkeit und konstanter Qualität“,

sagt Coulier. Auch bei Messeauftritten ist diese Professionalität sichtbar. Auf Foodservice-Messen wie der Intergastra (Halle 1-J51) und der Internorga (Halle A4-507) setzt Smits Uien auf Inspiration. „Zwiebeln haben einen sehr niedrigen Rohwarenpreis“, so Coulier. „Aber mit guten Konzepten lassen sich in der Gastronomie hohe Margen erzielen.“ Das wolle man zeigen: kreative Anwendungen, kleine Gerichte, neue Ideen. „Allein dafür lohnt sich der Besuch unseres Standes.“ Für Coulier schließt sich mit dieser Entwicklung ein Kreis. Nach vielen Jahren auf der Einkaufsseite – im Großhandel und in der Gastronomie – arbeitet er heute auf der Produktionsseite. „Ich kenne die Denkweise der Kunden sehr gut. Am Ende geht es um Qualität, Verfügbarkeit und einen fairen Preis.“ Dieses Verständnis in Beratung und Inspiration umzusetzen, sei für ihn der größte Antrieb. „Wenn wir es schaffen, Kunden langfristig mitzunehmen und gemeinsam zu wachsen, dann haben wir alles richtig gemacht.“ 

Marcel Coulier, Exportmanager bei Smits Uien

Halle 3.2, Stand C-03

SMITSUIEN.NL

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PERSONALIEN JANA SCHIMKE IST NEUE HAUPTGESCHÄFTSFÜHRERIN

DEHOGA Bundesverband

Fotos: DEHOGA

Jana Schimke hat am 1. Januar 2026 die Hauptgeschäftsführung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) übernommen. Bereits zum 1. Oktober 2025 trat sie in den Verband ein, um den Übergang gemeinsam mit der bisherigen Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges zu gestalten. Hartges, die den DEHOGA zwei Jahrzehnte an der Spitze erfolgreich geprägt hat, geht nach mehr als 36 Jahren Verbandsarbeit Ende Februar 2026 in den Ruhestand. Jana Schimke bringt eine umfangreiche politische und wirtschaftliche Expertise in ihre neue Rolle ein. Die Diplom-Politikwissenschaftlerin war von 2008 bis 2013 für die Bundesvereinigung der Jana Schimke Ingrid Hartges Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) tätig. „Mit Jana Schimke gewinnen wir eine profilierte Nachfolgerin, die Politik und Wirtschaft gleichermaßen kennt und bestens mit den Interessen des Gastgewerbes vertraut ist. Sie bringt die Erfahrung und Kraft mit, unsere Branche in einer herausfordernden Zeit sicher in die Zukunft zu führen. Wir freuen uns, eine der wichtigsten Führungspositionen des DEHOGA Bundesverbandes sehr zügig mit einer TOP-Nachfolgerin besetzen zu können. Zugleich verabschieden wir mit Ingrid Hartges eine Persönlichkeit von außergewöhnlicher Strahlkraft und Durchsetzungskraft, deren jahrzehntelanger Einsatz für Hotellerie und Gastronomie beispiellos ist und unseren höchsten Dank verdient.“

Bequemlichkeit gewinnt – selbst gekocht wird trotzdem ERNÄHRUNGSREPORT_2025 Der Wunsch nach unkomplizierter und zeitsparender Ernährung prägt das Essverhalten der Menschen in Deutschland zunehmend. Das zeigt der Ernährungsreport 2025 der forsa Gesellschaft für Sozialforschung. Demnach ist es für mehr als die Hälfte der Bevölkerung wichtig, dass Mahlzeiten einfach und schnell zuzubereiten sind. 57 % der Befragten geben an, dass dieser Aspekt beim Essen sehr wichtig oder wichtig ist. Seit 2015 ist der Wert signifikant gestiegen. Der wachsende Stellenwert der schnellen Zubereitung spiegelt sich jedoch nicht in einer stärkeren Nutzung klassischer Fertiggerichte wider. Nur ein Prozent der Befragten gibt an, täglich fertige Gerichte wie Tiefkühlprodukte oder Konserven zu essen. Auch Gerichte, die geliefert oder abgeholt werden, spielen kaum eine Rolle. Der Report macht deutlich, dass Zeitersparnis zwar an Bedeutung gewinnt, aber nicht mit dem Verzicht auf Frische oder Eigenzubereitung einhergeht. Vielmehr kochen viele Menschen weiterhin regelmäßig selbst. 43 % der Befragten bereiten in einer gewöhnlichen Woche nahezu täglich eigene Gerichte mit frischen Zutaten zu, 37 % kochen zweibis dreimal pro Woche. Insgesamt geben 72 % an, dass sie grundsätzlich gerne kochen. Frische Lebensmittel sind entsprechend im Alltag verankert: 71 % der Befragten essen täglich Obst und Gemüse, 64 % konsumieren täglich Milchprodukte. Neben der schnellen Zubereitung bleiben Geschmack und Gesundheit die wichtigsten Leitlinien beim Essen. Für 98 % ist es entscheidend, dass Speisen gut schmecken, 90 % legen Wert auf gesunde Ernährung. Der Ernährungsreport zeigt damit ein vielschichtiges Bild: Während Zeit und Alltagstauglichkeit zunehmend an Gewicht gewinnen, bleiben hohe Anforderungen an Qualität, Frische und Genuss bestehen. 22 | FRUCHTHANDEL

LEBENSMITTELEINZELHANDEL

KI-Kochroboter im Test Die Rewe Region West testet mit dem Projekt „Fresh & Smart“ einen vollautonomen KI-Kochroboter. In einem Pilotmarkt in Düsseldorf-Heerdt bereitet ein Roboter des Technologieunternehmens Circus Group frisch gekochte Gerichte wie Pasta, Currys oder Süßspeisen direkt im Markt zu. Die Speisen werden über ein digitales Terminal bestellt und sind ab 3,50 Euro erhältlich. Weitere Pilotmärkte sind geplant. Der eingesetzte Roboter arbeitet autonom, überwacht Hygiene- und Prozessparameter selbstständig und soll durch KI-gestützte Bedarfsprognosen auch Lebensmittelabfälle reduzieren. REWE sieht in dem Konzept ein neues Segment zwischen Handel und Gastronomie. Auch der Wettbewerber Edeka sammelt Medienberichten zufolge erste Erfahrungen mit automatisierter Küche: In einzelnen Märkten, u.a. in Schleswig-Holstein, werden Kochroboter in Zusammenarbeit mit externen Technologieanbietern getestet.

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LÄUFT: ÄHER NTDOWN RÜCKT N DER COU SPARGEL R Ü F N EGIN SAISONB arkt

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1 4 . 0 3 . 2 0 2 5 I F R U I T N E T M E D I A I N T E R N AT I O N A L

2 1 . 0 3 . 2 0 2 5 I F R U I T N E T M E D I A I N T E R N AT I O N A L

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DER COUNTDOWN LÄUFT: SAISONBEGINN FÜR SPARGEL RÜCKT NÄHER

PILZE: CHAMPIGNONS BLEIBEN SPITZENREITER – KEIN MANGEL AN INNOVATIONEN

Frucht und Fracht – im Reefermarkt

Südafrikas Citrusbranche zwischen

wird eine leichte Entspannung erwartet

Unsicherheit und Wachstumspotenzial

BANANEN

NEUE EU-VORSCHRIFTEN

GENTECHNIK-DEREGULIERUNG

FRANKREICH

Neue Forschungsergebnisse untermauern Bedrohung S. 7

Schluss mit „supreme“ oder „premium“ S. 14

Eingeknickt oder Chancen geschaffen? S. 7

Kartoffelexporte legen weiter zu S. 13

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2 8 . 0 3 . 2 0 2 5 I F R U I T N E T M E D I A I N T E R N AT I O N A L

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ERDBEEREN AUS SPANIEN: WARTEN AUF SONNE UND TROCKENES WETTER

STICHTAGE FÜR SPARGEL: SAISON NIMMT AN FAHRT AUF

Flandern: REO präsentiert Zukunftsstrategie

Internationaler Handel:

und neue Markenarchitektur

Der Urknall der globalen Zollpolitik?

PFLANZENSCHUTZ

BVEO-GREMIENTAGUNG

BVEO-GREMIENTAGUNG

PHYSIK DER FRISCHE

Fliegende Doktoren, Impfstoffe und Antischimmel-Lösungen S. 22

Politische Zeitenwende gefordert S. 6

Besorgte Blicke nach Berlin und Brüssel S. 8

Mit Zentrifugentechnik sicher trocknen S. 26

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PFLANZENSCHUTZ

EU-Kommission schlägt Anpassungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vor

Foto: Andrii Yalanskyi - AdobeStock

Omnibus-Vereinfachungspaket ► Die Europäische Kommission hat am 16. Dezember 2025 ein OmnibusVereinfachungspaket für den Lebens- und Futtermittelbereich vorgelegt. Teil dieses Pakets sind Vorschläge zur Änderung der unionsrechtlichen Vorgaben für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Ziel der Initiative ist es nach Angaben der Kommission, bestehende Rechtsvorschriften zu vereinfachen und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Der Kommissionsentwurf zur Vereinfachung der Pflanzenschutzmittelzulassung ist Teil eines umfassenderen Omnibus-Pakets für den Lebens- und Futtermittelbereich.

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ernpunkt des Entwurfs ist eine Anpassung der bisherigen Regelung, wonach Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel grundsätzlich nur für einen begrenzten Zeitraum zugelassen werden und anschließend einer erneuten Bewertung unterliegen. Künftig sollen Zulassungen nach dem Willen der Kommission nicht mehr automatisch befristet sein. Stattdessen ist vorgesehen, Neubewertungen anlassbezogen vorzunehmen, etwa bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, veränderten Expositionsbedingungen oder Hinweisen auf zusätzliche Risiken. Für Wirkstoffe mit als hoch eingestuften Gefährdungseigenschaften sollen weiterhin besondere Prüfanforderungen gelten.

Darüber hinaus sieht der Vorschlag vor, Verfahren für Wirkstoffe mit geringem Risiko sowie für alternative Pflanzenschutzlösungen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die Kommission verweist darauf, dass regulatorische Ressourcen dadurch stärker auf problematische Stoffe konzentriert werden könnten.

Reaktionen im Europäischen Parlament Im Europäisches Parlament hat der Vorschlag zu Reaktionen geführt. Die Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) äußerte Vorbehalte gegenüber einer Abkehr von regelmäßigen Neubewertungen. Vertreter der Fraktion erklär-

ten, dass das bestehende System zeitlich befristeter Zulassungen eine kontinuierliche Berücksichtigung des wissenschaftlichen Fortschritts ermögliche. Insbesondere neu auftretende Risiken sowie langfristige Umweltwirkungen könnten auf diese Weise systematisch überprüft werden. Bereits vor der Veröffentlichung des Omnibus-Pakets hatten führende Vertreter der S&D-Fraktion in einem Schreiben an Ursula von der Leyen auf mögliche Auswirkungen der geplanten Änderungen hingewiesen. Nach Angaben der Fraktion hält sie an ihrer Position fest, dass Änderungen am Zulassungssystem nicht zu einer Absenkung bestehender Gesundheits- und Umweltschutzstandards führen dürften. Über die internen parlamentarischen Reaktionen sowie den Inhalt des vorab bekannt gewordenen Entwurfs hatte zunächst das Fachinformationsmedium AGRA Europe berichtet.

Weiteres Gesetzgebungsverfahren Der Vorschlag der Kommission ist noch nicht rechtskräftig. Er wird nun im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens im Europäischen Parlament und im Rat der EU beraten. In diesem Prozess können Änderungen am Entwurf vorgenommen werden. Eine Entscheidung über die künftige Ausgestaltung der Zulassungsregelungen für Pflanzenschutzmittel wird erst nach Abschluss der parlamentarischen und zwischenstaatlichen Beratungen erwartet.  01 I 2026


Foto: Daniel Ernst/AdobeStock

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Resilienz des deutschen Kartoffelstandorts ausbauen UNIKA | DKHV | IVA ► Für die Wertschöpfungskette Kartoffeln sind innovative Lösungen gesucht, um regionale Kartoffeln im Anbau, in der Ladentheke und in Verarbeitungsprodukten anbieten zu können, betonen UNIKA und DKHV. Anlässlich des Runden Tisches zur Schilf-Glasflügelzikade am 16. Dezember 2025 in Berlin, mahnten die Branchenverbände die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA) und der Deutsche Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV) an, dringend die praxisnahe Forschung zu intensivieren.

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r. Justus Böhm, Beiratsvorsitzender der UNIKA: „Die sukzessive Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade und somit der von ihr übertragenen bakteriellen Krankheiten an Kartoffeln, bedarf einer breit angelegten Bekämpfungsstrategie. Verschiedenen Maßnahmen im gesamten Ackerbau, dazu gehören bspw. auch der integrierte Pflanzenschutz und Innovationen bei der Schädlingsbekämpfung und der Züchtung, stellen die Säulen der Bekämpfungsstrategie dar. „Wir können die Wertschöpfung in den ländlichen Räumen aufrechterhalten, wenn wir aus der Situation lernen und mit abgestimmten Maßnahmenpaketen schnell und zielgerichtet reagieren“, führt Martin Roffhack, Mitglied des DKHV-Vorstands, aus. Noch immer sei zu wenig über den Schaderreger-Wirtspflanzen-Komplex bekannt. Böhm und Roffhack plädierten bei dem Runden Tisch für einen finanziellen Ausbau praxisnaher Projekte und der Schaffung entsprechender Personalkapazitäten in Bund und Ländern. „Wir dürfen den Anbaustandort Deutschland nicht gefährden, denn dieser sichert nicht nur die Versorgung mit diesem hochwertigen Produkt Kartoffeln, sondern auch Arbeitsplätze zumeist im ländlichen Raum und trägt damit zur 01 I 2026

Steigerung der regionalen Wirtschaftskraft bei“, so Roffhack. „Aufgrund der hohen Intensität, mit der der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, sich des Themas angenommen hat und auf Lösungen einwirkt, sind wir guter Hoffnung, wirkungsvolle Maßnahmen und Mechanismen zu entwickeln. Dafür möchten wir Minister Rainer ausdrücklich danken“, ergänzt Böhm.

Ernste Bedrohung für Versorgungssicherheit Der Industrieverband Agrar e.V. (IVA) hat die wachsende Bedrohung für zentrale Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben unterstrichen. IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer betonte: „Die Schilf-Glasflügelzikade ist eine neue Herausforderung für unsere Landwirtschaft. Wir müssen jetzt Lösungen finden, bevor ganze Ernten gefährdet sind. Ein zentrales Problem bleibt die Dauer der Zulassung innovativer Pflanzenschutzmittel in Deutschland. Gerade für die Zulassung neuer Produkte müssen in den betroffenen Kulturen die entsprechenden EPPO-Richtlinien (Versuchsvorschriften) so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Nur so können die Antragsteller auch die notwendigen Zu-

lassungsversuche erstellen.“ Der IVA würdigt das Engagement des Bundesministers Alois Rainer und seines Hauses, die bereits wichtige Schritte wie Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln ermöglicht haben. Der IVA unterstütze die Forderung nach hochwirksamen Beizmitteln: Eine nachhaltige Kontrolle der Schilf-Glasflügelzikade sei nur möglich, wenn diese Beizmittel sowohl für die betroffenen Kulturen als auch für die Wirtspflanzen eingesetzt werden können. Dies sei entscheidend, um Infektionsketten zu unterbrechen und den Krankheitsdruck zu senken. Ohne dieses Instrument sei eine langfristige Bekämpfung nicht möglich. Neben der Versorgungssicherheit gehe es um die Wirtschaftskraft des ländlichen Raums. Zuckerfabriken, Kartoffelverarbeitung und Gemüsebau sind tragende Säulen regionaler Wertschöpfung. Ein Wegfall dieser Strukturen hätte irreversible Folgen für Arbeitsplätze und Standortfaktoren. „Die bisherigen Schritte sind wichtig, aber sie reichen nicht aus. Wir brauchen entschlossenes Handeln, um die Landwirtschaft und die ländlichen Räume zu schützen. Der heutige Austausch im BMLEH war ein wichtiger Schritt, jetzt müssen wir gemeinsam die nächsten gehen“, appelliert Gemmer.  FRUCHTHANDEL | 25


PFLANZENSCHUTZ

Foto: Martin Stallmann / Umweltbundesamt

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Pflanzenschutzmittelzulassungen dürfen nur im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt erteilt werden.

Umweltbundesamt soll Vetorecht behalten Politik ► Das umstrittene Vetorecht des Umweltbundesamtes (UBA) bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln soll in dieser Legislaturperiode offenbar nicht eingeschränkt werden. Darauf deutet zumindest die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hin.

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arin wurde sich u.a. erkundigt, ob die Bundesregierung plane, das Einvernehmen des Umweltbundesamtes bei der Zulassung in Deutschland zu verändern oder aufzuheben. „Es sind keine rechtlichen Änderungen hinsichtlich des Status des Umweltbundesamtes als Einvernehmensbehörde vorgesehen“, erklärt die Bundesregierung dazu. Hintergrund ist, dass in Deutschland neben der zuständigen Zulassungsbehörde, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), auch das UBA sowie das Julius KühnInstitut (JKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Zulassungsprozess beteiligt sind. Während der Einfluss von JKI und BfR durch ihren Status als „Beneh-

mensbehörden“ begrenzt ist, kommt dem UBA eine stärkere Rolle zu: Pflanzenschutzmittelzulassungen dürfen nur im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt erteilt werden, was einem faktischen Vetorecht gleichkommt. Nicht nur Interessenvertretern der agrarchemischen Industrie ist dieser Sonderstatus ein Dorn im Auge. Zuletzt hat sich auch eine Mehrheit der Agrarministerien auf Landesebene dafür ausgesprochen, das UBA zu einer Benehmensbehörde zu degradieren. Denn durch die „Blockadehaltung“ des Bundesamtes werde der Zulassungsprozess in Deutschland unnötig erschwert und verlangsamt, so der Vorwurf. Umweltschutzorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) haben sich dagegen vehement für eine Beibehaltung des Status quo ausgesprochen und vor einem „Durchregieren der Chemiekonzerne“ gewarnt. Zwar haben Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die behördliche Zusammenarbeit beim Zulassungsprozess zu „verschlanken“. Auf eine Änderung des rechtlichen Status des UBA konnten sich die Regie-

rungsparteien dabei aber offenbar nicht einigen. Bekanntlich haben sich vor allem Vertreter von CDU/ CSU für eine Schwächung der Behörde eingesetzt. Aus der Antwort geht weiter hervor, dass die Bundesregierung bei der Verringerung der Risiken durch Pflanzenschutzmittel auf moderne Technik setzen will. Geschehen soll dies auf „praxistaugliche Weise und zusammen mit der Landwirtschaft“. Präzisionslandwirtschaft, Anreize für den integrierten Pflanzenschutz, „digitale Experimentierfelder“ sowie die Förderung von „Zukunftsbetrieben“, in denen digitale Techniken und Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, seien dabei das Mittel der Wahl, heißt es weiter. AgE

RECHTSPRECHUNG

EuGH erklärt Cypermethrin-Zulassung für rechtswidrig Der Europäischer Gerichtshof (EuGH) hat die erneute Genehmigung des insektiziden Wirkstoffs Cypermethrin durch die EU-Kommission aus dem Jahr 2021 für rechtswidrig erklärt. Nach Auffassung der Richter wies das Zulassungsdossier erhebliche Mängel auf. Insbesondere seien die vorgesehenen Maßnahmen zur Minderung der Risiken für Insekten weder ausreichend wissenschaftlich begründet noch realistisch umsetzbar. Zudem sei die Langzeittoxizität mindestens eines cypermethrinhaltigen Produkts nicht hinreichend geprüft worden. Geklagt hatte das Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN Europe. Die EU-Kommission ist nun verpflichtet, ihre Entscheidung zur Verlängerung der Zulassung bis Ende 2029 erneut zu überprüfen. Nach Einschätzung von PAN Europe könnte der Wirkstoff in der Folge vom Markt genommen werden müssen. Cypermethrin gehört zur Wirkstoffgruppe der Pyrethroide. Es wird u.a. in der Tiermedizin sowie im Acker- und Gemüsebau und in der Forstwirtschaft zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt. AgE

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Wirkstoffverfügbarkeit als zentrale Herausforderung Österreich ► Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zählt zu den am intensivsten diskutierten Themen der landwirtschaftlichen Produktion. Insbesondere im Obst- und Gemüsebau stehen Betriebe vor der Aufgabe, Kulturen wirksam vor Schaderregern wie Pilzen, Insekten und anderen Schadfaktoren zu schützen und gleichzeitig strenge rechtliche Vorgaben einzuhalten. Der Österreichische Branchenverband für Obst und Gemüse (ÖBOG) weist darauf hin, dass der Obst- und Gemüsebau weiterhin auf wirksame Pflanzenschutzmaßnahmen angewiesen ist. ÖBOGObmann Manfred Kohlfürst betont, dass es dabei weniger um ein Übermaß als vielmehr um einen zunehmenden Mangel an verfügbaren Wirkstoffen gehe.

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Strenges Zulassungsverfahren und Kontrollen Alle in Österreich und der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchlaufen ein mehrstufiges Zulassungsverfahren, das im Durchschnitt rund elf Jahre dauert. Dabei werden mögliche Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt umfassend geprüft. Zusätzlich überwachen Behörden regelmäßig Rückstände in Lebensmitteln, Wasser und Umweltmedien. Laut ÖBOG zeigen amtliche Untersuchungen, dass österreichische Produkte im Vergleich zu Importware geringe Rückstandsbelastungen aufweisen, was auch auf nationale Vorgaben zurückgeführt wird. Nach Daten der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in Österreich zwischen 2011 und 2024 um rund 30 % zurückgegangen. Auch die Gesamtmenge der in Verkehr gebrachten Wirkstoffe – ohne Berücksichtigung von Kohlendioxid – ist seit 2011 rückläufig. CO2 wird seit 2016 statistisch erfasst, dient jedoch überwiegend der Schädlingskontrolle in Lagerstätten und nicht der Feldanwendung, was die Vergleichbarkeit mit früheren Jahren einschränkt. Aus Sicht des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse (ÖBOG) ist der Rückgang zugelassener Wirkstoffe im internationalen Vergleich problematisch. Manfred Kohlfürst, sieht darin eine wachsende Gefahr für die wirtschaftliche Tragfähigkeit einzelner Kulturen. 01 I 2026

Foto: RioPatuca Images - AdobeStock

ach Angaben des Verbandes sind Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig, um Ertragsausfälle zu vermeiden und Produktionsstandorte langfristig zu erhalten. Gleichzeitig unterliegen landwirtschaftliche Betriebe in Österreich besonders strengen Auflagen. Dazu zählen verpflichtende Aus- und Weiterbildungen, der Einsatz integrierter Pflanzenschutzstrategien wie Fruchtfolge, mechanische Verfahren sowie der Rückgriff auf Prognose- und Warndienste. Chemische Pflanzenschutzmittel kommen dabei laut ÖBOG erst dann zum Einsatz, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.

Auswirkungen auf Anbauflächen und Betriebe In der Praxis zeigen sich diese Entwicklungen unter anderem im Rückgang bestimmter Kulturen. So ist die Kirschenanbaufläche zwischen 2017 und 2023 deutlich gesunken. Gleichzeitig werden vermehrt importierte Produkte angeboten, die mit Wirkstoffen erzeugt wurden, die in Österreich nicht zugelassen sind. Der Verband sieht darin eine Herausforderung für die heimische Produktion und die regionale Versorgung. Auch strukturelle Faktoren spielen eine Rolle: In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Obstbaubetriebe in Österreich um rund 19 % zurückgegangen, die Anbaufläche um etwa 14 %. Im Gemüsebau kam es ebenfalls zu deutlichen Produktionsrückgängen bei einzelnen Kulturen. Aus Sicht des ÖBOG sind langfristig stabile Rahmenbedingungen erforderlich, um eine nachhaltige inländische Obst- und Gemüseproduktion sicherzustellen. 

Alle in Österreich und der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchlaufen ein mehrstufiges Zulassungsverfahren.

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PRODUKTE IM TREND

ROSENKOHL

Zwischen Angebotsdruck und Importkonkurrenz Marktentwicklung ► Mit dem Umschwung zu niedrigeren Temperaturen und herbstlicher Witterung richtete sich auch das Gemüsesortiment sowie das Interesse der Verbraucher Ende des vergangenen Jahres zunehmend auf klassische Wintergemüse wie Rosenkohl. Doch Rosenkohl ist nicht jedermanns Sache: Sein charakteristisches, leicht herbes Aroma polarisiert bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern seit jeher. Dennoch zählt das vitaminreiche Wintergemüse zu den festen Bestandteilen der saisonalen Küche und erreicht in den kälteren Monaten, insbesondere von Oktober bis Februar, seine Hochsaison. Farina Lurz, AMI Bonn

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er Anbau von Rosenkohl in Deutschland unterliegt jährlichen Schwankungen, da Ernte und Ertrag stark von der Witterung während der Vegetationsperiode abhängen. So begann die Saison 2024 mit vielen Ungewissheiten. Das nasse Frühjahr führte zu einem verspäteten Start, wodurch zahlreiche Landwirte später als üblich pflanzen konnten. Im Saisonverlauf war das Angebot teilweise knapp, was sich in steigenden Preisen und einer geringeren Werbeaktivität widerspiegelte. Im Jahr 2025 steht dagegen ein umfangreiches Angebot an Rosenkohl zur Verfügung, bedingt durch eine Ausweitung des Anbaus und hohe Erträge. Seit November 2025 herrscht auf dem deutschen Markt Angebotsdruck. Neben deutscher Ware gelangen auch große Mengen aus dem Benelux-Raum in den Handel. Obwohl ausreichend deutscher Rosenkohl verfügbar ist, ergänzen niederländische und belgische Partien regelmäßig das Sortiment und konkurrieren direkt mit deutscher Ware. Konkurrenz aus den Nachbarländern, vor allem aus den Niederlanden, gab es zwar schon immer, doch in diesem Jahr setzt sie die regionalen Betriebe besonders stark unter Druck. Das wirkt sich deutlich auf die deutschen Erzeuger aus, die Personal und Anbauflächen entsprechend geplant haben. Fehlende Aufträge führen zu spürbaren Umsatzverlusten. Die Nachfrage ist zwar saisongemäß rege, konnte jedoch nicht immer mit dem großen Angebot Schritt halten, sodass die Preise nachgaben.

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Anbaufläche langfristig kaum verändert Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde 2024 in Deutschland auf einer Fläche von 450 ha Rosenkohl angebaut. Damit ging die Anbaufläche im Vergleich zum entsprechenden Vorjahr um fast 20 % zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit 2013. Die Erntemenge sank um etwa 17 % auf rund 9.100 t. Dennoch lag der Ertrag 2024 mit 20 t/ha (+3 %) etwas höher als im Vorjahr. Gemessen an der gesamten Erntemenge an Frischgemüse in Deutschland, hat Rosenkohl nur einen sehr geringen Anteil. Der Anbau unterliegt

Das mit Abstand wichtigste Bundesland für den Rosenkohlanbau ist SchleswigHolstein.

meist nur geringfügigen jährlichen Schwankungen, die vor allem witterungsbedingt sind. Der langfristige Trend zeigt kaum Veränderungen: Von 2015 bis 2024 nahm die Anbaufläche jährlich lediglich um 4 ha bzw. 0,9 % zu. Parallel dazu stieg die Erntemenge um 346 t oder 3,6 % pro Jahr. Das mit Abstand wichtigste Bundesland für den Rosenkohlanbau ist Schleswig-Holstein. 2024 entfielen mit 236 ha über die Hälfte (52 %) der deutschen Gesamtanbaufläche auf diese Region. Zudem wurden dort mit 6.316 t fast 70 % der bundesweiten Erntemenge eingefahren. Seit 2020 wächst die Anbaufläche in Schleswig-Hol01 I 2026


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stein leicht um etwa 4,3 % bzw. rund 10 ha pro Jahr. Gerade im Grenzgebiet zu den Niederlanden hängt die Anbaufläche auch davon ab, auf welcher Seite der Grenze in einem bestimmten Jahr für die Tiefkühlindustrie angebaut wird. In den angrenzenden Bundesländern zu den Niederlanden schwankt die Anbaufläche daher stark und sinkt in manchen Jahren nahezu auf null. Über die deutschen Erzeugermärkte wurden 2024 laut AMI-Marktstatistik rund 2.519 t Rosenkohl vermarktet, 27 % weniger als im Vorjahr. Bezogen auf die Gesamterntemenge entspricht dies rund 28 % des über Erzeugerorganisationen abgesetzten Feinkohls. Die langfristige Entwicklung ist rückläufig. Seit 2015 sinken die vermarkteten Mengen jährlich leicht um etwa 5 t oder 0,2 %.

Importe spielen bedeutende Rolle Die deutsche Eigenproduktion hat für die Marktversorgung nur eine untergeordnete Bedeutung, während Importe wesentlich relevanter sind. Allerdings sind die Einfuhren in den vergangenen zehn Jahren leicht zurückgegangen. Der lineare Trend von 2015 bis 2024 zeigt ein durchschnittliches Minus von 241 t oder 1 % pro Jahr. Zuletzt wurden 2024 rund 23.986 t frischer Rosenkohl nach Deutschland importiert. Eine Herkunft dominiert dabei deutlich. Aus den Niederlanden stammten 2024 fast 88 % aller Importe. Zusammen mit Belgien (9 %) decken diese beiden Länder nahezu den gesamten Importmarkt ab. Tendenziell gingen die Einfuhren aus den Niederlanden in den ver01 I 2026

gangenen zehn Jahren jährlich um durchschnittlich 1,4 % oder 310 t zurück, während die Einfuhren aus Belgien um 3,8 % bzw. 63 t pro Jahr zunahmen. Auch die Einfuhren aus Frankreich legten im Trend zu, lagen 2024 mit 381 t jedoch deutlich hinter den großen Lieferländern zurück. In geringem Umfang exportiert auch Deutschland Rosenkohl. Im Jahr 2024 waren es 770 t. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg die Exportmenge nur leicht um durchschnittlich 18 t oder 3,2 % pro Jahr. Wichtigste Abnehmer sind Schweden, die Niederlande und Österreich.

Angebotsaktionen stark saisongeprägt Nicht nur die Nachfrage, sondern auch die Werbeaktivitäten im Lebensmitteleinzelhandel konzentrieren sich auf die Herbst- und Wintermonate. Nach einer Auswertung der AMI-Aktionspreise im LEH nimmt die Werbeaktivität

für Rosenkohl im Trend der Jahre 2018 bis 2024 jährlich um 1,7 % ab. Niederländische Ware steht im Mittelpunkt der Aktionen, dicht gefolgt von deutschem Rosenkohl. Angebote mit Rosenkohl aus niederländischem Anbau hatten in den vergangenen Jahren stets einen Anteil von mindestens 50 % an allen Werbeaktionen inne. Während die Werbeintensität für niederländische Ware seit 2018 jährlich um 6,3 % sinkt, steigt sie für deutsche Ware leicht um 0,6 % pro Jahr. Zum Berichtszeitpunkt liegen die Aktionspreise für 2025 bis einschließlich Kalenderwoche 50 und damit nahezu vollständig vor. Bereits jetzt wurden mit 197 Aktionen genauso viele Werbemaßnahmen gezählt wie 2024. Die Weihnachtsaktionen kommen noch hinzu, sodass die Werbeaktivität angesichts des großen Angebots in diesem Jahr voraussichtlich höher ausfallen wird als im Vorjahr. 

Die deutsche Eigenproduktion hat für die Marktversorgung nur eine untergeordnete Bedeutung.

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DEUTSCHLAND

Veränderungen werden immer rasanter Unternehmertage Spargel & Erdbeer ► Die Problematik Saisonarbeitskräfte und die Möglichkeiten durch moderne Erntetechnik darauf zu reagieren, zählten zu den bestimmenden Themen der 21. Unternehmertage Spargel & Erdbeer, zu denen sich Anfang Dezember rund 120 Akteure der Spargel- und Erdbeerbranche trafen. Ein paar Stichworte aus Vorträgen und Diskussionen. Marlis Heinz Anfang Dezember trafen sich rund 120 Akteure der Spargel- und Erdbeerbranche.

Fotos: Heinz

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er traditionelle Informationsund Gedankenaustausch fand diesmal in Dötlingen im Oldenburger Land statt. Veranstalter und Organisator war das Magazin Spargel- & Erdbeerprofi des Rheinischen Landwirtschaftsverlages. Gäste aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz vertraten vor allem große und kleine Erzeugerbetriebe, aber auch Zulieferer, Sortenzüchter, Forschungseinrichtungen, Branchenverbände, Medien sowie Beratungsunternehmen. „Beerenanbau vor großen Herausforderungen – wie finden wir die richtigen Lösungen?“, hatte Felix Koschnik (Leiter der Versuchsstation Langförden) seinen als Auftakt dienenden Vortrag genannt. Einen „Blick hinter die Strukturen und auf die Aktivitäten eines globalen Züchters“ warf das Publikum durch die Präsentation von Alfonso Lopez (Products Launching Manager bei Plantana). Das von ihm vorgestell-

Wilfried Kamphausen (QS) erläuterte die Auswirkungen der EU-Taxonomie auf Erzeugerbetriebe.

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te weltweit agierende spanische Unternehmen widmet sich der Züchtung und dem Vertrieb von Pflanzen. Der Schwerpunkt liegt auf Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren. „Unser Ziel ist es“, so Lopez, „Anbauern Sorten anzubieten, die optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind: Ertrag, frühe Reife, Geschmack und lange Haltbarkeit.“ Der Spargel in Deutschland stand im Mittelpunkt des Vortrages von Jürgen Schulze (Ubiga GmbH). Der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens sprach über „Entwicklungsmöglichkeiten für den wirtschaftlichen Spargelanbau trotz verschärfter Rahmenbedingungen – Potenziale in ausgewählten Teilbereichen.“ Als solche Teilbereiche beleuchtete er Bewässerung, Pflanzsysteme und Mechanisierung. Diese Ausführungen gaben den Anstoß für die fünf anschließenden Präsentationen zur Erntetechnik.

Wer erntet künftig zu welchen Bedingungen? Den vorgestellten Innovationen von Erntetechnik wäre wohl nie so viel Aufmerksamkeit beschieden gewesen, gäbe es nicht längst ein alles beherrschendes Problem, zu dessen Lösung die Maschinen möglicherweise beitragen könnten: der Mangel an zuverlässigen Saisonkräften. Dass dieser vielen Erzeugern Kopfzerbrechen bereitet, bewies nicht nur die Thematisierung in den Vorträgen, sondern auch in den Wortmeldungen und dem Erfahrungsaustausch am Rande der Veranstaltung. Da war die Rede von Arbeitsverweigerung bei unangenehmem Wetter, von Alkoholmissbrauch sowie von spontanen Heimreisen ganzer Gruppen. Manch ein Spargelerzeuger erzählte von Flächen, die er ohne die eingeplanten Stecher schon mitten in der Saison verlorengeben musste. Insofern traf Nicole Spieß (Haupt01 I 2026


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geschäftsführerin des Gesamtverbandes der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V.) mit ihrem Vortrag einen zentralen Punkt. Sie gab nämlich Antworten auf die Frage „Woher kommen unsere Saisonarbeitskräfte – wer erntet künftig zu welchen Bedingungen?“ Dem schloss sich ein Unternehmer, der von seinen aktuellen praktischen Erfahrungen berichtete, an: Markus Staden (Geschäftsführer Kraege Beerenpflanzen GmbH & Co. KG) beschäftigte sich mit dem Ansatz: „Sind Arbeitskräfte aus Drittstaaten eine Alternative für den deutschen Obst- und Gemüsebau?“ Ein weiteres Thema, mit dem sich die Tagung beschäftigte, war „KI in der Direktvermarktung“. Dazu sprach Niklas Pichler (Gründer und Geschäftsführer) von Storyhof, einer österreichischen Agentur für Content-Marketing. Deren Fokus liegt auf Betrieben in den Bereichen Agrar, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Gartenbau in Deutschland ist möglich Direktvermarktung – in der Veranstaltung häufig als lebenswichtig und rettender Ausweg für Spargel- und Erdbeerproduzenten hervorgehoben – spielt auch in jenem Komplex eine Rolle, der wegen der herrschenden Zuversicht eigentlich als Finale taugen könnte. Es hieß traditionell „Es geht weiter. Wie junge Betriebsnachfolgerinnen und Betriebsnachfolger die Zukunft

gestalten.“ Ins Rampenlicht traten da Bibi, Kim und Max Bieger, Geschwister, welche gerade die Krewelshöfe in der Eifel und in Lohmar übernehmen, und Charlotte Otte, die frischgebackene Chefin des Obsthofes Otte in Hiddenhausen nahe Bielefeld. Die Jungunternehmerinnen und -unternehmer überzeugten mit zahlreichen Ideen und machten deutlich, dass erfolgreicher Gartenbau in Deutschland möglich ist. Da hatten es die beiden den Vortragtag abschließenden Referenten nicht leicht, das begeisterte Publikum zurückzuholen zu Formularen, Kriterien, Krediten, Versicherungen und Verbandsarbeit. Wilfried Kamphausen (Bereichsleiter Obst-Gemüse-Kartoffeln der QS-Fachgesellschaft GmbH) sprach über „Anforderungen der EU-Taxonomie an Erzeugerbetriebe zur Kohlendioxid-Bilanzierung – mögliche Auswirkungen auf Kreditvergaben und Versicherungen“. Wiederholt an diesem Tage wurde Jürgen Schulze vor das Auditorium gebeten, diesmal als Vertreter des Netzwerkes Spargel- und Beerenverbände. Er berichtete über die Verbandsarbeit zur Sicherung akzeptabler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Thomas Kühlwetter (Spargel & Erdbeerprofi): „Die Geschwindigkeit der Veränderungen nimmt zu. Entscheidend ist, konkrete Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.“

men haben, mögen sehr unterschiedlich gewesen sein. Aber einig war man sich, so Thomas Kühlwetter, Chefredakteur der Zeitschrift Spargel & Erdbeerprofi, „… dass die Geschwindigkeit der Veränderungen zunimmt und es darum gehen muss, nicht immer nur zur Plattitüde ,Herausforderungen’ zu greifen, sondern Lösungsmöglichkeiten Aspekt für Aspekt konkret zu formulieren und anzugehen.“ 

Die Jungunternehmer Bibi, Kim und Max Bieger zeigten mit zahlreichen Ideen, dass erfolgreicher Gartenbau in Deutschland möglich ist.

Blick in andere Unternehmen Doch die Unternehmertage Spargel und Erdbeer spielten sich nicht nur im Konferenzraum ab. Der VeranDer Spargel in Deutschland stand im Mittelpunkt des Vortrages von Jürgen Schulze (Ubiga GmbH).

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staltungstag war eingerahmt von Besuchen bei Erzeugern der Region. Im vorrangig für den Bau von Stalleinrichtungen bekannten Unternehmen Big Dutchman fanden sich ebenfalls Bezüge zum Gartenbau: die Planung und der Bau von Hightech-Gewächshäusern sowie die Entwicklung von Energiespeichermöglichkeiten. Die Anregungen, die die Teilnehmer von der Veranstaltung mitgenom-

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DEUTSCHLAND

Für viele Produkte wurden im Saisonverlauf 2025 bestenfalls ähnliche Preise wie im Vorjahr erzielt, vielfach lagen sie auch darunter.

Kaum Preisspielraum bei Gemüse in der Saison 2025 Marktentwicklung ► Viele Verbraucher in Deutschland waren 2025 weiter im Krisenmodus. Meinung und Stimmung waren schlecht, das wirkte sich negativ auf die private Nachfrage aus. Die Lebenshaltungskosten in Deutschland blieben hoch. Durchaus verständlich also, dass die Verbraucher ihre Schwerpunkte etwas anders setzen. Eine hohe Sparquote und eine eher pessimistische Einkommenserwartung dämpfen den Konsum. In diesem Umfeld musste sich auch der Gemüsemarkt in der Saison 2025 finden. Michael Koch, AMI

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tarke Einstrahlung und hohe Temperaturen im zeitigen Frühjahr 2025 führten dazu, dass die Erntemengen an Frühgemüse in Deutschland schnell stiegen. Schon zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr baute sich dadurch Vermarktungsdruck auf. Dabei waren die Zahlen zur privaten Nachfrage unauffällig. Die Zahl der Angebotsaktionen im LEH hätte zeitweise etwas höher sein dürfen, um eine stärkere Nachfrage zu generieren. Zudem wurden nicht immer die niedrigen Preise auf Erzeugerebene auch an die Endverbraucher weitergegeben. Auch im weiteren Saisonverlauf war der Gemüsemarkt eher von einem etwas zu großen Angebot geprägt. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass die Anbauflächen 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgeweitet wurden. Vielmehr dürfte Gemüse auf einer ähnlich großen Fläche angebaut worden sein. Allerdings waren die Abernteraten in weiten Teilen der Saison deutlich höher als im Vorjahr. Das führte auch dazu, dass nicht alle Ware, die hätte geerntet werden können, auch von der Fläche geholt wurde. Auch die teils extremen Witterungsbedingungen haben dem Angebotsaufkommen nicht nachhaltig geschadet, so dass Phasen mit etwas höheren Preisen nur von kurzer Dauer waren.

Produktionskosten steigen weiter Selbst ein leichtes Plus bei den Erzeugerpreisen wäre nicht ausreichend, die weiter steigenden Produktionskosten zu decken. Der Preisindex landwirtschaftlicher Betriebsmittel hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Zuletzt waren es unter anderem wieder die Düngemittel, die zur Kostensteigerung beigetragen haben. Die zweite wesentliche Komponente bei den Produktionskosten sind die Löhne. Da der Mindestlohn 2025 erneut um drei Prozent höher lag als im Vorjahr, hat das 32 | FRUCHTHANDEL

entsprechende Auswirkungen auf die Produktionskosten. Schon in den vergangenen Jahren blieb von dem Anstieg der Erzeugermarktpreise nach einer Deflationierung um den Preisindex landwirtschaftlicher Betriebsmittel nichts mehr übrig. Nicht nur das Angebot an Gemüse aus deutscher Produktion war 2025 umfangreich. Auch die Einfuhren von frischem Gemüse nach Deutschland sind wieder auf Wachstumskurs und könnten den bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2021 sogar noch übertreffen.

Verbraucher kauften etwas mehr In der Gesamtbetrachtung für den Zeitraum Januar bis November mussten die privaten Verbraucher in Deutschland für Gemüse insgesamt, inklusive Importe, durchschnittlich 2,97 Euro/kg ausgeben. Das war rund ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das zeigt eine AMI-Analyse auf Basis des YouGov Haushaltspanels. Deutsches Gemüse war für die Verbraucher sogar um vier Prozent günstiger. Die Verbraucher haben unterm Strich auch etwas mehr Gemüse eingekauft als im Vorjahr. Inklusive der Importe stieg die Einkaufsmenge um knapp 2 %. Ausschließlich auf deutsches Gemüse bezogen, war der Anstieg

mit einem Plus um knapp 4 % noch etwas stärker.

Ausblick 2026 Die grundsätzlichen Herausforderungen der Branche werden 2026 weiterhin Bestand haben. Dazu gehören steigende Produktionskosten, die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln und die Zunahme von Extremwetterereignissen. Und da eben der Großteil der Gemüseernte, sowohl in Deutschland als auch in wichtigen Herkunftsländern, im Freiland heranwächst, wird wieder viel von den Witterungsbedingungen abhängen. Entsprechend werden die Karten am Gemüsemarkt wieder neu gemischt. Regionale Schadereignisse können meist überregional oder international ausgeglichen werden. Kommt es flächendeckend zu Ausfällen oder Einschränkungen, dann sind auch wieder entsprechende Preisreaktionen zu erwarten. Zu Beginn des neuen Jahres haben zunächst die Witterungsbedingungen in Spanien den größten Einfluss auf die Warenverfügbarkeit und damit auch auf die Preise. Lagergemüse ist in Deutschland zunächst noch reichlich verfügbar. Hier wird es darauf ankommen, wie hoch die Verluste im Rahmen der Aufbereitung ausfallen.  01 I 2026


DFHV KOLUMNE

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dfhv.de

ZUR SACHE

Da kann angeblich nur eine App helfen …

Fotos: Aan – AdobeStock, Alexander Raths – AdobeStock, Bits and Splits - AdobeStock

Seit langem ist Verbraucherschutzorganisationen wie der Verbraucherzentrale Bundesverband, aber auch den Grünen die aus ihrer Sicht undurchsichtige Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels ein Dorn im Auge. Beide wollen den Verbraucherinnen und Verbrauchern unbedingt helfen, beim Einkauf von Lebensmitteln Geld zu sparen. Es könne doch nicht sein, dass die Preise für Lebensmittel ununterbrochen stiegen, nur weil sich angeblich die Lebensmittelkonzerne die Taschen füllen. Dagegen müsse die Bundesregierung unbedingt etwas unternehmen. So fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband zum Beispiel seit längerem eine Ombudsperson für fairen Wettbewerb im Lebensmittelmarkt oder zusätzlich eine neutrale Preisbeobachtungsstelle. Die perfekte Lösung hat jetzt die Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gefunden. Um Verbrauchern die Suche nach günstigen Lebensmitteln zu erleichtern, fordert sie eine verpflichtende Vergleichs-App für die großen Supermarktketten. Dort sollen alle Preise in Echtzeit abrufbar sein. Alle großen Supermarktketten sollten demnach ihre Daten – ständig aktualisiert – in dieser App zur Verfügung stellen müssen. So würden die Preise immer in Echtzeit abgebildet werden. Das wäre die einzige Möglichkeit, der Macht der großen Ketten mehr entgegensetzen zu können. Wie soll das in der Praxis funktionieren? Nehmen wir der Einfachheit halber nur den Kauf von Obst und Gemüse. Haben sich diejenigen, die eine solche Forderung aufstellen, einmal überlegt, wie viele verschiedene Tomatensorten aus wie vielen verschiedenen Ursprungsländern in wie vielen Verpackungsgrößen angeboten werden? Welche App soll denn eine solche Vielfalt für die Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen – und ist das wirklich hilfreich oder übersichtlich? Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie mündige Verbraucherinnen oder Verbraucher dann natürlich nach dem Studium der entsprechenden App den wöchentlichen Einkauf planen. Die Tomaten sind bei Händler A besonders preisgünstig, also nix wie hin. Normalerweise hätte man dort auch Bananen gekauft, aber die sind bei Händler B viel günstiger. Und wo kaufen wir jetzt die Ananas, denn die sind bei Händler C günstig? Und was machen die Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sich die Preise während des Einkaufs ändern, da die Preise ja in Echtzeit übermittelt werden? Planen sie da um? Sparen kann man sicherlich nichts durch eine solche App, denn bei den erforderlichen zusätzlichen Fahrten fallen erhöhte Kosten für Kraftstoff an, es sei denn man erledigt alles mit dem Lastenrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ... Und mit der berühmten Forderung nach Entbürokratisierung hat ein solcher Ansatz auch nichts zu tun – ganz im Gegenteil. Ihr Jürgen Bruch DFHV-Präsident

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DEUTSCHLAND

Starkes Jahr für Apfelerzeuger Destatis | Baumobst ► Die deutschen Obstbaubetriebe blicken auf ein außergewöhnlich gutes Jahr 2025 zurück. Vor allem der Apfelanbau entwickelte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) äußerst positiv und sorgte für eine der höchsten Erntemengen der vergangenen Jahre. Insgesamt wurden in Deutschland rund 1.138.000 t Äpfel geerntet. Damit übertraf die tatsächliche Ernte nicht nur das ertragsschwache Vorjahr deutlich, sondern auch die bereits optimistische Prognose vom August.

dies Zuwächsen von 33,7 % beziehungsweise 34,3 %. Auch in Baden-Württemberg, unter anderem geprägt durch den Apfelanbau in der Bodenseeregion, lag die Ernte mit rund 387.000 t deutlich über dem langjährigen Mittel (+14,5 %). Zusammengenommen vereinen diese drei Bundesländer 65,5 % der Apfelanbaufläche Deutschlands und erzeugten 72,6 % aller heimischen Äpfel im Jahr 2025. Der überwiegende Teil der Apfelernte ist für den direkten Verzehr bestimmt. 75,5 % der geernteten Menge (rund 859.000 t) werden als Tafelobst vermarktet. Weitere 23,7 % (270.000 t) dienen als Industrie- oder Verwertungsobst, etwa für Saft, Konserven oder Apfelwein. Lediglich 0,8 % der Ernte (9.200 t) konnten aufgrund von Lager- oder Verarbeitungsverlusten nicht vermarktet werden.

Pflaumen- und Zwetschenernte auf hohem Niveau

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m Vergleich zu 2024 stieg die Apfelernte um 30,5 % bzw. 266.000 t. Auch gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre fiel das Ergebnis mit einem Plus von 17,2 % klar überdurchschnittlich aus. Lediglich im Ausnahmejahr 2018 wurde mit 1.199.000 t noch mehr geerntet. Bezogen auf eine bundesweite Anbaufläche von etwa 32.700 ha erzielten die Betriebe 2025 einen durchschnittlichen Ertrag von 34,8 t je Hektar. Eine zentrale Rolle im deutschen Apfelanbau spielen Niedersachsen, Hamburg und Baden-Württemberg. Besonders erfolgreich waren dabei Niedersachsen und Hamburg mit dem traditionsreichen Anbaugebiet Altes Land. Dort wurden mit 374.000 t in Niedersachsen und 65.400 t in Hamburg die höchsten Apfelerntemengen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2005 erzielt. Gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt entspricht

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Niedersachsen, Hamburg und Baden-Württemberg spielen eine zentrale Rolle im deutschen Apfelanbau.

Auch die Pflaumen- und Zwetschenernte fiel 2025 erfreulich aus. Mit 51.300 t lag sie deutlich über der Prognose vom Juli und übertraf sowohl das Vorjahr (+17,1 % bzw. 7.500 t) als auch den Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024 (+17,2 %). Das wichtigste Anbauland blieb Baden-Württemberg mit 17.900 t, was einem Plus von 3,4 % gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt entspricht. Besonders stark fiel der Zuwachs in Rheinland-Pfalz aus: Dort wurden 14.500 t geerntet – ein Plus von 40,5 % gegenüber dem langjährigen Mittel. Zusammen erzeugten beide Länder 63,2 % der deutschen Pflaumenernte. Auf einer Anbaufläche von rund 4.100 ha lag der durchschnittliche Ertrag bundesweit bei 12,5 t je Hektar. Der überwiegende Teil der Pflaumenernte (87,0 % bzw. 44.600 t) ist für den Frischmarkt vorgesehen. 10,1 % (5.200 t) werden als Industrieobst genutzt, während 2,9 % (1.500 t) nicht vermarktet werden konnten.

Äpfel dominieren die Baumobsternte Insgesamt wurden 2025 in Deutschland 1.284.000 t Baumobst geerntet. Davon entfielen 88,6 % auf Äpfel, gefolgt von Pflaumen und Zwetschen mit 4 %. Ergänzt wurde die Ernte durch 42.300 t Birnen (3,3 %), 37.300 t Süßkirschen (2,9 %), 9.800 t Sauerkirschen (0,8 %) sowie 5.700 t Mirabellen und Renekloden (0,4 %).  01 I 2026


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Interesse an Äpfeln nimmt zu Polen ► In der letzten Oktober-Woche 2025 wurde ein systematisch steigendes Interesse an polnischen Äpfeln festgestellt. Vor allem Kunden aus Rumänien, Litauen und Lettland zeigten sich an Apfelexporten aus Polen interessiert. Die Erklärung des entstandenen Trends hängt mit dem Frost in dieser Region zusammen, der die diesjährige Ernte dieser Früchte stark zerstört hat. Der Frost hat Südosteuropa am stärksten getroffen, und seine Auswirkungen machen sich in Form eines Obstdefizits bemerkbar. Dr. Henriette Ullmann

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Vor allem aus Rumänien und Litauen wird ein steigendes Interesse am Kauf polnischer Äpfel sichtbar.

Foto: zdjecia.biz.pl

ylwia Sałyga in ihrem Beitrag im Obst- und Gemüseportal „www.sadyogrody.pl“ betrachtet das Frostwetter und die Nähe der genannten Länder zu Polen als Gründe, warum sie mehr polnische Äpfel als im Vorjahr beziehen. Vor allem aus Rumänien und Litauen wird derzeit ein steigendes Interesse am Kauf polnischer Äpfel sichtbar. Aber auch Lettland zieht in ihren Apfelimporten nach. Laut Sałyga besteht neben diesen Ländern derzeit auch in Kroatien und Deutschland Interesse an polnischen Äpfeln. Deutschland war im Oktober wiederholt einer der größten Abnehmer. Auch aus Serbien ist eine Nachfrage zu verzeichnen. Die gefragtesten Sorten sind vor allem Prince, Jonagored und Idared. Eigentlich hätte man annehmen können, dass die polnischen Landwirte mit seinen steigenden Apfelexporten zufrieden sind, aber ihre Reaktion darauf fällt mäßig aus. So schreibt die Expertin: „Die Nachfrage ist da, aber wie sieht es mit den Preisen aus? Leider gehen diese beiden Faktoren nicht Hand in Hand. Im Vergleich zum Anfang Oktober wurden die Preise für sortierte Äpfel gesenkt – der Preis für Obstbauern ist gefallen. So sank beispielsweise der Preis für Jonaprince zum Sortieren von 1,60 PLN/kg (ca. 0,38 Euro) auf 1,20 PLN/kg (ca. 0,28 Euro) in der Größe 7+. Die Preise sind nicht einmal minimal – sie sind niedrig! Dies ist ein negativer Aspekt, da die ‚unerwartete‘ Situation auf dem diesjährigen Apfelmarkt uns in Bezug auf die vom Markt angebotenen Preise eigentlich zugutekommen

sollte.“ Größeres Interesse an Äpfeln aus Polen war schon im Monat September zu beobachten. Allerdings bezog es sich auf Kunden aus weit entfernten Ländern. Doch die Nachfrage war größer als das Angebot, das Polen bieten konnte, sagt Dr. Paweł Kraciński, Instytut Ekonomii i Finansów SGGW (dt. Institut für Wirtschaft und Finanzen der Warschauer Hochschule für Agrarwissenschaften) in seinem Beitrag im Informationsportal. Die vergangenen Jahre brachten nicht nur einen Anstieg der Verkaufszahlen, sondern auch eine stärkere Konzentration auf den Herbsthandel. Einige Obstbauern haben gelernt, dass es sich nicht lohnt, mit Gala bis zum Frühjahr zu warten, wenn es im Herbst Kunden gibt, die akzeptable Preise zahlen. Laut Kraciński können die polnischen Landwirte im Herbst und Winter Äpfel von höchster Qualität und Frische an-

bieten. Im Frühjahr ist die Qualität bereits geringer und es gibt eine größere Konkurrenz seitens der Länder der südlichen Erdhalbkugel. Nach Ansicht des Experten lohnt es sich also, diese Möglichkeit zu nutzen, denn die meisten Äpfel werden im Herbst in Kühlcontainern mit gutem Erfolg transportiert.

Für Ägypten zählt der Preis Etwa 35 % der Oktober-Exporte gingen nach Ägypten. In dieses Land können nicht nur Gala-Äpfel, sondern auch andere Sorten verkauft werden, sagt Kraciński. Große Bedeutung hat dort auch die Sorte Red Prince und auch andere Sorten, darunter grüne Sorten. Für die Kunden aus Ägypten zählt nur der Preis, setzt der Sachkundige fort. Je niedriger der Preis ist, desto größer ist das Interesse. Nach Ansicht der Exporteure entwickelt sich der FRUCHTHANDEL | 35


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Foto: Fox_Dsign/AdobeStock

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Handel gut, was auch aus den genannten Zahlen hervorgeht, betont der Experte. Gleiches gilt für Jordanien, wohin Polen 11 % der außerhalb der EU verkauften Apfelmenge geliefert hat. Auch die Araber aus Jordanien bevorzugen günstigere Früchte. Indische Abnehmer hingegen bevorzugen höhere Qualität, für die sie bereit sind, auch etwas mehr zu zahlen, sagt Kraciński. Ähnlich verhält es sich mit den Kunden aus Südamerika, wohin Polen in den letzten Saisons begonnen hat Äpfel zu liefern, hauptsächlich Gala. Deutlich mehr wird jedoch nach Indien verkauft. Im Oktober machten hier die Exporte ganze

19 % der Lieferungen außerhalb der EU aus (6.000 t). Die Erschließung ausländischer Märkte, insbesondere entfernter Märkte, ermöglicht die Verwertung der steigenden Produktion der Apfelsorten Gala und Red Delicuous. Die genannten Sorten und in geringerem Maße auch Golden Delicious sind für den weltweiten Handel am wichtigsten. Mit Golden gibt es ein kleines Problem, da das Interesse an grünen und gelben Sorten weltweit zurückgeht. Gleichzeitig wächst das Interesse an roten Sorten, vor allem Gala Royal, insbesondere in den sich entwickelnden asiatischen Ländern. Kraciński weist auf die Tatsache

hin, dass Indien zu den Ländern mit wachsender Bevölkerung gehört. Unter der riesigen Masse der dortigen Konsumenten gibt es einen Anteil wohlhabender Menschen, der zwar prozentual nicht sehr groß ist, aber wenn man bedenkt, dass Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt ist (1,5 Mrd Menschen), ist dieser Anteil dennoch bedeutend. Dazu der Experte: „Die Reicheren greifen gerne zu exotischen Früchten, da der größte Teil Indiens außerhalb der Klimazone liegt, in der Äpfel angebaut werden. Das ist eine Chance für uns, dort immer größere Mengen an Waren zu platzieren.“ 

Rosige Zukunft für Pilze erwartet Polen ► Das Land nimmt seit Jahren eine führende Position in der Produktion und im Export von Pilzen auf dem europäischen Markt ein. Laut „Poland-Export.com“ genießen polnische Pilze auf ausländischen Märkten hohes Ansehen dank klimatischer Bedingungen, moderner Anbaumethoden und dem Reichtum an natürlichen Wäldern. Es werden sowohl Zuchtpilze als auch Waldpilze in verschiedenen Formen exportiert: frisch, getrocknet, gefroren oder mariniert. Dr. Henriette Ullmann

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2021 gingen etwa 90 % der polnischen Champignonexporte in den EU-Markt.

Fotos: Pixabay

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olen zeichnet sich durch eine hohe Produktqualität aus, die auf strenge Anbau- und Erntevorschriften sowie auf den Schutz der Umwelt und der Natur zurückzuführen ist, erklärt das Handelsportal. Zu den am häufigsten exportierten Pilzarten gehören Champignons, Austernpilze, Pfifferlinge und Steinpilze. Es ist erwähnenswert, dass Polen seine Produktionskapazitäten schrittweise ausbaut, nach innovativen Anbaumethoden sucht und sein Exportvolumen systematisch steigert, wodurch es auf den Weltmärkten erfolgreich konkurrieren kann, erklärt „Poland-Export.com“. Dank moderner Lagerungs- und Trans-

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Zu den am häufigsten exportierten Pilzarten gehören neben Champignons auch Steinpilze, Austernpilze und Pfifferlinge. portmethoden behalten die Pilze ihre einzigartigen geschmacklichen und aromatischen Eigenschaften und gelangen zu Verbrauchern auf der ganzen Welt. Durch ihre hohe Qualität, ihre Vielfalt des Sortiments und die große Erfahrung im Anbau und in der Ernte können polnische Produzenten erfolgreich mit anderen Ländern konkurrieren.

Export in die EU war Volltreffer Dieser Trend wird bei den Champignons besonders sichtbar. Sie werden in Polen auf einer Fläche von über 255 ha angebaut und die Ernte erreicht dabei 360.000 t. In den Jahren 2020 bis 2024 stieg das Produktionsvolumen von Champignons von 340.000 t auf 360.000 t, was auf die anhaltende Nachfrage im In- und Ausland zurückzuführen war, berichtet das Portal „SadyOgrody.pl“ und bezieht sich dabei auf die Informationen der Polska Agencja Prasowa (dt. Polnische Presseagentur). Der nationale Champignonmarkt zeichne sich durch eine erhebliche territoriale Konzentration der Produktion aus. Die größte Champignonproduktion befindet sich in den Woiwodschaften Mazowsze (38 %) und Wielkopolska (32 %). Die Anfänge des Champignonanbaus in Polen reichen bis ins 01 I 2026

19. Jahrhundert zurück, aber bis Anfang der 1990er Jahre war ihre Produktion in Polen marginal. In den folgenden zwei Jahrzehnten war Russland der Hauptabnehmer für polnische Champignons. Bis 2014 wurde der russische Markt geschlossen und die Produzenten mussten neue Absatzmärkte suchen. Der Export in die Europäische Union erwies sich als Volltreffer. 2021 gingen etwa 90 % der polnischen Champignonexporte in den EU-Markt. Nach Angaben von KOWR, dem Krajowy Ośrodek Wsparcia Rolnictwa (dt. Nationales Zentrum für die Förderung der Landwirtschaft), einer Einrichtung der polnischen Regierungsbehörde, schwankten die Pilzexporte zwischen 202.000 t im Jahr 2020 und 245.000 t im Jahr 2024, wobei das Jahr 2020 das Jahr war, in dem der Handel aufgrund der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt wurde. 2024 wurden 245.000 t Champignons exportiert. Das entsprach 68 % der polnischen Champignonproduktion. Über 76 % der polnischen Champignonexporte gingen in EU-Länder, vorwiegend nach Deutschland (67.000 t), Frankreich (33.000 t), Italien (17.000 t) und Griechenland (14.000 t). Zu den größten Champignon-Abnehmern außerhalb der EU zählte Großbritannien mit 51.000 t. Kleinere

Mengen gingen nach Norwegen (4.000 t), in die Schweiz (1.800 t) und nach Israel (500 t). 2024 betrug der Gesamtwert der exportierten Champignons 558 Mio Euro, was einen Anstieg von 9 % gegenüber dem vorangegangenen Jahr bedeutet. Nach Deutschland wurden Champignons im Wert von 161 Mio Euro verkauft, und erzielte damit einen Wertanstieg von 16 %, gefolgt von Großbritannien mit einem Wert von 116 Mio Euro.

Export in die EU war Volltreffer Die Pilzproduktion ist sehr arbeitsintensiv und erfordert zahlreiche technologische Prozesse. Durch die richtige Auswahl, Programmierung und Implementierung von Anlagen wird ein spezifisches Mikroklima geschaffen, das die Optimierung von Erträgen und Produktionsprozessen ermöglicht, berichtet „SadyOgrody.pl“. Pilze bestehen zu bis zu 90 % aus Wasser, daher ist die Luftfeuchtigkeit ein entscheidender Faktor während ihres gesamten Wachstums- und Produktionsprozesses. Zu diesem Zweck werden vollautomatische Bewässerungssysteme eingesetzt. Sorgen bereiten den Produzenten in diesem Zusammenhang lediglich die steigenden Energie- und Arbeitskosten. Energie wird u.a. für den Betrieb von Klimaanlagen benötigt, was den ganzjährigen Anbau von Pilzen ermöglicht. Diese Faktoren beeinflussen den Preis und die Rentabilität der Produktion. Aber es gibt auch Hoffnungen. Die zunehmende Nachfrage nach ökologischen und gesunden Produkten lässt die Zukunft des polnischen Pilzexports rosig erscheinen. Das wachsende Interesse an gesunden Lebensmitteln und die steigende Nachfrage nach natürlichen und ökologischen Produkten stärken die Position Polens als führender Pilzexporteur zusätzlich, was auf eine weitere Entwicklung dieser Branche in den kommenden Jahren hindeutet. 

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SCHLUSSPUNKT

111. Jahrgang (gegründet 1916)

Foto: Lunghammer/TU Graz

VERLAG Fruitnet Media International GmbH Simrockstraße 64-66 I 40235 Düsseldorf Tel.+49-(0)211-99104-0 I info@fruchthandel.de www.fruchthandel.de HERAUSGEBER H. Günter Schweinsberg † GESCHÄFTSFÜHRUNG Ulrike Niggemann I Chris White

Extrahierte Tomatenreste im Schütteltrichter

Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten FORSCHUNG Abfälle aus der Tomatenverarbeitung sollen künftig Flugzeuge antreiben. Unter der Leitung der TU Graz entwickelt das EU-Projekt ToFuel ein neues Bioraffineriekonzept, das Tomatenreste in nachhaltigen Flugkraftstoff sowie in Dünger, Tierfutter und Speiseöl umwandelt. Das Forschungsteam strebt eigenen Angaben zufolge einen abfallfreien und klimaneutralen Prozess an, der gleichzeitig wirtschaftlich konkurrenzfähig ist und damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs leistet. Damit aus Tomatenresten ein hochwertiger Treibstoff entsteht, muss die Biomasse zuerst so aufbereitet werden, dass Mikroorganismen sie effizient verwerten können. ToFuel untersucht dafür zwei moderne Fraktionierungstechnologien. Bei der Extrusion wird die Biomasse unter Wärme und Druck behandelt und anschließend durch einen abrupten Druckabfall in ihre zellulären Bestandteile aufgebrochen. So entstehe eine optimal aufgeschlossene Biomasse für die folgende Fermentation, bei der Mikroorganismen Lipide produzieren, die später zu Flugtreibstoff verarbeitet werden. Bei der zweiten Fraktionierungstechnologie, der hydrothermalen Verflüssigung, wird die Biomasse unter hohem Druck und hohen Temperaturen in Bioöl und Biokohle umgewandelt. Bevor das gewonnene Bioöl zu Flugkraftstoff veredelt werden kann, muss es von vorwiegend stickstoffhaltigen Störionen gereinigt werden. Anschließend werden die Lipide und das Bioöl an der Montanuniversität Leoben über den HEFA-Prozess in einen Treibstoff umgewandelt, der die internationalen Qualitätsstandards für nachhaltigen Flugtreibstoff erfüllt. HEFA steht für „Hydrierte Ester und Fettsäuren“ und ist ein Verfahren zur Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff aus pflanzlichen, tierischen oder recycelten Fetten und Ölen. Zusätzlich analysiert das Projektteam die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Technologien. Die Nutzung von Tomatenresten schafft zudem neue Einnahmequellen für die Lebensmittelverarbeitung. Offizieller Projektstart von „ToFuel – An integrated Biorefinery for Sustainable Aviation Fuel Production from Tomato Residues“ war am 1. Januar 2026.

THEMENVORSCHAU Ausgabe

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Themenschwerpunkte

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13.01.2026

• Globaler Fruchthandel • Exoten und Spezialitäten • Produkte am POS: Mango

Special Spanien

23.01.2026

13.01.2026

Spanien auf der Fruit Logistica

Special 23.01.2026 Niederlande

13.01.2026

Niederlande auf der Fruit Logistica

Weitere Termine siehe www.fruchthandel.de/magazin/themenplan

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REDAKTION Tel. +49-(0)211-9 91 04-35 I redaktion@fruchthandel.de Michael Schotten (ms, Chefredakteur) I Nadine Schotten (nsc, Chefin vom Dienst) I Christine Weiser (cw) I Daniel Schmidt (dsch) I Inga Detleffsen (id) ANZEIGEN Tel.+49-(0)211-99104-40, anzeigen@fruchthandel.de Helmut Peskes (Anzeigenleiter) I Panagiotis Chrissovergis I Christian Hollenbeck I Gabi Höhle I Andreas Huber DESIGN Anna K. Schweinsberg, akschweinsberg@libero.it LAYOUT I EBV HP Medien, Mönchengladbach, hpmedien.de ABONNEMENTS I VERTRIEB Tel. +49-(0)211-9 91 04-12 I abos@fruchthandel.de Sebastian Felici EVENTS I AWARDS Tel. +49-(0)211-9 91 04-10 I events@fruchthandel.de Kaasten Reh (Leitung) PROJEKTMANAGEMENT I MARKETING Lena Manteuffel, Amy Broadfoot KORRESPONDENTEN - Niederlande: Jochem Wolthuis (jw), info@nldcommunicatie.nl - Spanien: Agronoticias: Daphne Schmidt (ds), daphne@agronoticias.es - Frankreich: Pascale Canova-Menke, p.canovamenke@promo-intex.com - Italien: NCX: Carla Buono (cb), media@ncx.it STÄNDIGE FREIE MITARBEITER Marlis Heinz (mhz) I Dr. Henriette Ullmann (hu) I Betina Ernst (be) I Louise Brodie, Lucentlands (lb) I Ralf Petrov (rp) Jahresabo Inland 280 € | Ausland 335 € | Digital-Abo 230 € (alle Preise inklusive Versandkosten, zuzüglich Mehrwertsteuer) Erscheinungsweise wöchentlich, ISSN 0429-7830 Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

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