mobile trip
RB 14365 Hildesheim - Braunschweig 05.12.2015, 14:45 – 15:18 Uhr
Auf einer Fahrt der Regionalbahn von Hildesheim nach Braunschweig installierte ich in einem Fenster der 1. Klasse 24 Handys, die, als Vorhang, die Fahrt filmten. Jedes war mit der Kamera nach außen und mit dem Display nach Innen gerichtet und übertrug die gefilmte Realität so in den Innenraum des REs. Die Handys hatte ich mir ausgeliehen. Der Ausflug nach Braunschweig fand in der Abwesenheit der Handybesitzer statt. Ihre Handys filmten und speicherten das, was sie nicht sehen konnten. Die Mobiltelefone ersetzten ihren Besitzern das erinnernde Auge – für die Passagiere des Zuges fungierten ihre Displays zeitgleich als Zugfenster, an denen, obgleich möglich, niemand vorbeischaute, um direkt auf das zu sehen, was die Handykameras aufnahmen und was durch die Handydisplays in den Innenraum des Zuges übertragen wurde. Die Handykameras wurden innerhalb von 3 min. angeschaltet und liefen bereits zu Beginn der Fahrt. Je nach Speicherkapazität und Batteriestatus filmten sie unterschiedlich lang die vorbeiziehende Landschaft während der Fahrt. Technisches Versagen gehörte dazu.
Š Franziska Harnisch, 2015