KÄRNTNER NACHRICHTEN GEGRÜNDET 1955 02Z03986 Herausgeber, Verleger und Medieninhaber: Kärntner Nachrichten, A.B.C. Werbeagentur Ges.m.b.H. Geschäftsführer: Armin Kordesch, Chefredakteur: Dr. Helmut Prasch, Anzeigenleitung: Daniela ClaureValdez. Satz, Layout und Graphik: Ekkehard Wande
Nr. 43 • 56. Jahrgang • Euro 0,51 inkl. 10 % MwSt. • P.b.b. 02Z032986 • Verlag: 9020 Klagenfurt, 29. Oktober 2010
9020 Klagenfurt, Kohldorfer Str. 98, Telefon 0 46 3/51 15 15, Fax DW 51, E-Mail: office@abc-werbeagentur.at Druck: Carinthia GmbH. & Co. KG, 9300 St. Veit/Glan, Industrieparkstraße 6
Der Winter lässt grüssen!
Familien werden zur Kasse gebeten, die Opposition übt heftige Kritik und vermisst neue Ideen!
Kärnten zeigt, wie`s geht: Vierter Budgetkonvent setzt Reformarbeit und Entschuldungsprogramm fort!
Seiten 4 und 5
Seite 5
THEMA DER WOCHE
2 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Rot-schwarzes Gruselbudget lässt Steuerzahler bluten Regierung beschließt Schröpfpaket der Sonderklasse. SPÖ und ÖVP bedienen sich wieder einmal bei den Bürgern. Betroffen sind vor allem Familien, Studenten und Pflegebedürftige. Das Sparpaket der Regierung steht – und es birgt einige Überraschungen. So wird das Familienbudget unerwartet stark gekürzt, die Pensionisten müssen künftig wieder ein Jahr lang auf die erste Pensionserhöhung warten, und im Bereich der Pflege drohen starke Einsparungen. Ausserdem wird die Mineralölsteuer erhöht, was wiederum alle Pendler stark belastet.
Absetzbetrag. Insgesamt werden dadurch bei den Familien rund 380 Millionen (!) Euro eingespart. Auch bei den Pflegegeldbeziehern setzt die Regierung den Sparstift an, Pensionisten müssen künftig wieder ein Jahr auf die erste Pensionserhöhung warten.
„Schröpfpaket der Sonderklasse“ Scharfe Kritik an den Budgetplänen der Bundesregierung kommt von den Freiheitlichen. Allein der Umstand, dass die Mineralölsteuer wieder einmal erhöht werden soll, sowie die Einschränkungen bei der 13. Familienbeihilfe sind für FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache Beweis dafür, dass man ein Schröpfpaket der Sonderklasse zu erwarten habe.
Oppositionschef Strache schäumt: Das ist ein reines Schröpfpaket!“ Die Einschnitte bei den Familien sind so umfangreich wie bei keiner anderen Gruppe. Gerade bei den Familienleistungen hat die Koalition den Rotstift angesetzt. Die Familienbeihilfe soll künftig nur noch bis zum 24. Lebensjahr ausgezahlt werden (bisher bis 26), die erst 2008 geschaffene 13. Familienbeihilfe wird gekürzt. Wegfallen werden der Mehrkinderzuschlag ab dem dritten Kind sowie die Beihilfe für arbeitssuchende Kinder. Ersatzlos gestrichen wird der Alleinverdiener-
Anstatt endlich eine anständige Verwaltungsreform durchzuführen, bediene sich die Bundesregierung wieder einmal bei den Bürgern, warf Strache SPÖ und ÖVP vor. Der Regierung mangle es völlig an zukunftsträchtigen Ideen. Kritik von allen Seiten erntet die Bundesregierung für ihr 2,8 Milliarden Spar- und Steuerpaket. Für großen Ärger sorgt vor allem die Erhöhung der Mineralölsteuer von 4 bis 5 Cent. Am Sonntag deponierten sowohl die Autofahrerclubs als auch Bundesländervertreter und die Arbeiter-
kammer ihren Unmut. Kritisiert wurden auch die Kürzungen im Sozialbereich. Auf Ablehnung stießen auch die Sparmaßnahmen im Bereich Soziales. Hier sind vor allem Familien betroffen. Aus Sicht des katholischen Familienverbandes Österreich hat die Familienpolitik sichtbar abgedankt. Clemens Steidl , Präsident des katholischen Familienverbandes, fordert die Regierung auf, auf die geplanten Kürzungen zu verzichten, denn es werde nicht für die Familien gespart sondern gegen die Familien gekürzt, so Steidl Es sei schlicht unbegreiflich, dass in einer kinderarmen Zeit die Familien zu Budgetsanierern gemacht werden, so Steidl weiter. Neben der Rücknahme von Leistungsstreichungen fordert Steidl einen Teuerungsausgleich wie er auch für Pensionisten gilt.
Pflegegeld, die vor allem Mindestpensionisten treffen würden. Die Einsparungen beim Zivildienst seien „ein Tritt ins Schienbein der sozial engagierten jungen Leute“, so Küberl.
Keine Strukturreformen Die Wirtschaftsforscher mahnten die Regierung indes, Strukturreformen vorzunehmen und die Staatsschulden nicht aus den Augen zu lassen. So sieht IHS-Chef Bernhard Felderer im skizzierten Pfad bis 2014 noch keine nachhaltige Konsolidierung der Schulden. Budgetexpertin Margit Schratzenstaller vom Wirtschaftsforschungsinstitut riet zudem mittelund langfristig zu einer Steuerreform, die den Faktor Arbeit entlastet und Lenkungseffekte im Umweltbereich bringt.
Rotstift bei Pflegegeld
Wahlzuckerl werden zu bitteren Pillen
Aber auch beim Pflegegeld wird der Rotstift angesetzt. Der erschwerte Zugang für die Stufen 1 und 2 soll 17 Millionen Euro an Einsparungen bringen. „Die Regierung muss aufpassen, dass aus sozialer Treffsicherheit nicht unsoziale Treffsicherheit wird“, warnte Caritas-Präsident Franz Küberl. Er kritisierte unter anderem die verschärften Zugangsbedingungen zum
Weiteres interessantes Detail: Viele der jetzigen Maßnahmen sind eine Rücknahme bzw. Korrektur der Beschlüsse der historischen Nationalratssitzung am 24. September 2008, vier Tage vor der Nationalratswahl. Damals wurden in einer Marathonsitzung mehre Milliarden Euro ausgegeben: Es wurden unter anderem die Hacklerregelung verlängert, die Fam-
THEMA DER WOCHE ilienbeihilfe aufgestockt, die Studiengebühren abgeschafft, das Pflegegeld erhöht, die Mehrwertsteuer auf Medikamente gesenkt und den Pensionisten eine außertourliche Erhöhung gewährt. Ein Teil dieser Beschlüsse wurde mit dem Budget wieder zurückge-
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nommen. Hiermit wird die einjährige Wartefrist auf die erste Pensionsanpassung wieder eingeführt. Das vorzeitige Auslaufen der Hacklerregelung kommt zwar nicht wie von der ÖVP gewünscht, es wird aber zumindest etwas nachjustiert. Der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten wird teurer.
Die wichtigsten Eckpunkte des geplanten rot-schwarzen Belastungspaketes! FAMILIENBEIHILFE: • Durch die Senkung der Anspruchsdauer bei der Familienbeihilfe vom vollendeten 26. auf das vollendete 24. Lebensjahr wird es künftig 35.000 Bezieher weniger geben. • Durch die Änderung der 13. Familienbeihilfe in einen Fixbetrag von 100 Euro für 6- bis 15-Jährige erspart sich die Regierung ganze 168 Millionen Euro. • Die Familienbeihilfe für arbeitssuchende Kinder zwischen 18 und 21 Jahren sowie nach der Berufsausbildung wird gestrichen. PFLEGEGELD: • Für Neufälle wird der Zugang für die Stufen 1 und 2 erschwert. • Für Stufe 1 sind künftig 60 Stunden pro Monat Pflegebedarf statt wie bisher 50 und für Stufe 2 nunmehr 85 statt 75 Stunden nötig. PENSIONEN: • Die einjährige Wartefrist bis zur 1. Pensionsanpassung wird wieder eingeführt. • Die Bundes-Beiträge für Bauern und Gewerbetreibende werden gesenkt. Diesen Gruppen steht somit eine Beitragserhöhung bevor. • Bei der Hacklerregelung wird der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten teurer. MINERALÖLSTEUER: • Die MöSt wird durch einen CO2-Zuschlag in Höhe von 20 Euro pro Tonne erhöht. • Das entspricht einer Anhebung von 5 Cent pro Liter Diesel und 4 Cent pro Liter Benzin. NOVA: Wer einen Neuwagen mit hohem Schadstoffausstoß (über 180g CO2) kauft, muss einen höheren CO2-Zuschlag zur Normverbrauchsabgabe (Nova) zahlen. Diese Maßnahme spült 2011 25 Mio. Euro und 2014 bereits 55 Mio. Euro in die Staatskasse.
Kommentar von Helmut Prasch
Null Ideen! Was der gelernte Österreicher schon seit langem vermutet hat, ist nun leider bittere Realität. Nachdem sich ÖVP-Finanzminister Josef Pröll mit verfassungsrechtlich bedenklichen Kniffen bisher vor einer Budgetdebatte im Parlament gedrückt hat, traf sich kürzlich die rotschwarze Bundesregierung zur Klausur in Bad Loipersdorf! Was da an Maßnahmen zur Befüllung der Staatskassen vorgestellt wurde, lässt einen das Schaudern kommen. Lässt man das parlamentarische Kauderwelsch als „heißen Dampf aus der Therme“ weg, bleiben folgende klare Botschaften übrig: Autofahrer, Raucher und Familien sind die Opfer des rotschwarzen „Schröpfkurses“ (copyright: HC Strache). Von neuen Ideen oder gar einem finanzpolitischen Kurswechsel, wie ihn vor allem der ehemals als „Wunderwuzzi“ vorgestellte Josef Pröll vollmundig versprochen hat, ist da rein gar nichts übrig geblieben. Stattdessen wird überall dort eingespart, wo es weh tut: bei den Kindern, beim Pflegegeld, beim Autokauf etc. Die Kritiker von Kardinal Schönborn bis HC Strache sind sich quer durch alle Schichten einig: Dieses Steuerpaket ist kein großer Wurf! Es lässt alle Einsparungen im Bereich der Verwaltung oder bei den Politikern und ihren Privilegien vermissen und trifft stattdessen jedermann. Den einstmals zitierten „kleinen Mann“ gibt`s schon gar nicht mehr! Wir sind alle kleine Leute, die diese Regierung langsam, aber sicher mal kann!
ABSETZBETRÄGE: Mit der Streichung des Mehrkindzuschlags ab dem 3. Kind und der Abschaffung des Alleinverdienerabsetzbetrags für Familien ohne Kinder ergeben sich für 2011 Einsparungen in Höhe von 125 Mio. Euro. TABAKSTEUER: Die Tabaksteuer wird um 25 bis 35 Cent pro Packung angehoben. FLUGTICKETABGABE: Auf Europa-Flügen fallen ab 2011 demnach 8 Euro an, auf längeren Flügen bis zu 40 Euro.
Zum Weltspartag haben die Österreicherinnen und Österreicher nichts zu lachen. Die Regierung dreht die Steuerschrauben unbarmherzig an.
LANDESPOLITIK
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Uwe Scheuch: Bundesregierung spart am falschen Fleck! Sparpotenzial einer Verwaltungsreform ist nach wie vor ungenutzt. „Das Budget der Bundesregierung spart am falschen Fleck. Statt mit einer Verwaltungsreform hunderte Millionen in der Struktur zu sparen, macht man es sich leicht, führt zusätzliche Steuerbelastungen ein und streicht die Unterstützung für Familien und Kindern. Klar, denn die Gewerkschaften sind unangenehme Verhandlungspartner. Aber zur Bewältigung der Krise dürfen Faymann und Pröll eigentlich nicht zu feig sein, wirklich nachhaltige Sparmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Sind sie aber.“ Mit diesen Worten kommentiert FPK-Obmann Uwe Scheuch die Budgetvorschläge der rot-schwarzen Bundesregierung. Für ihn ist klar: Es fehlt den Budget-Maßnahmen nicht nur jegliche Nachhaltigkeit, sondern auch jede zukunftsorientierte Perspektive.
Bei Verwaltung sparen Die große Koalition hat als ihre Legitimation immer die Verwaltungsund Strukturreform angeführt. Von solchen Ambitionen ist allerdings nichts zu merken – trotz des Spardrucks der Krise. „Wann, wenn nicht jetzt, wäre es notwendig, die millionenschwere Verwaltungsreform durchzuführen? Doppelgleisigkeiten und ineffiziente Strukturen reißen ein riesiges Loch in das Budget. Wieso geht man nicht endlich diese Baustelle an, bevor
man den Familien in die Tasche greift“, fragt Uwe Scheuch. Das Sparpotenzial einer umfassenden Verwaltungsreform ist für ihn nach wie vor ungenutzt. Dabei hat das Land Kärnten ja vorgezeigt, wie eine Pensionsreform im öffentlichen Bereich ausschauen könnte, und man hat auch angeboten, Musterland einer schlanken, kostengünstigeren Schulverwaltung zu werden. „Aber die Regierung hat sich nicht gegen die von ÖVP und SPÖ geführten Bundesländer durchgesetzt, weshalb alles beim teuren alten System bleibt“, erklärt Uwe Scheuch.
Kärnten zeigt, wie’s geht Es wird außerdem völlig außer acht gelassen, dass Kinder und Familien die Basis einer funktionierenden Gesellschaft und das Potenzial einer besseren Zukunft sind. „Statt mit Beamten über Gehaltserhöhungen zu verhandeln, sollte man mehr Geld zur Unterstützung der Jugend investieren. Auch hier zeigt Kärnten ja vor, wie etwa mit Babygeld und Jugendstartgeld genau jenen geholfen wird, die in einigen Jahren unser Pensionssystem stützen müssen“, erklärt der FPK-Obmann. Zudem findet er es erbärmlich, dass genau jene Wahlzuckerl, die Rot und Schwarz vor der National-
Geht mit der rot-schwarzen Bundesregierung und dem neuen Belastungspaket scharf ins Gericht: FPK-Chef Uwe Scheuch. ratswahl 2008 beschlossen haben, nun wieder zurückgenommen werde. „Das ist ein Nachweis für die Rückgrat- und Strategielosigkeit dieser Regierung. Die einzige fixe Größe bei
Rot und Schwarz ist das Schielen auf Wahlen. Aber bei denen werden sie ihre nächsten blauen Wunder erleben“, prognostiziert FPK-Landesobmann Uwe Scheuch.
LANDESPOLITIK
29. Oktober 2010 I KärntnerNachrichten 5
LR Dobernig: Reformarbeit für Kärnten wird fortgesetzt! 4. Budgetkonvent der Kärntner Landesregierung bringt weitere Reformen. Bisheriger Sparkurs greift. 2010 Senkung der Nettoneuverschuldung. In Kärnten wird weiter an den Reformen und der Reduzierung der Verschuldung gearbeitet. An den zweitägigen Beratungen im Rahmen des vierten Budgetkonventes der Kärntner Landesregierung nahmen neben LH Gerhard Dörfler, LHStv. Uwe Scheuch, Finanzreferent Harald Dobernig und LR Christian Ragger auch Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Abteilungsvorstand Horst Felsner und Fachbeamte teil. Die bereits umgesetzten und noch offenen Maßnahmen der bisherigen Budgetkonvente konnten gemeinsam evaluiert und vorangetrieben werden. Überdies wird die Pflegeheimverordnung überarbeitet, weitere Reformen gibt es auch im Personalbereich, bei den Landesgesellschaften, bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Förderpolitik. Diskutiert wurde ein Modell zur Neugestaltung der Landesgesellschaften mit dem Ziel, mit einer geringen Anzahl von Gesellschaften zugleich eine hohe Effizienz zu erreichen. Auch über die Förderpolitik, die Förderstruktur und eine Neuausrichtung der Fördermechanismen des Landes wurde beraten. Große Einsparungen wird es durch eine strikte Beschränkung der Öffentlichkeitsarbeit der Regierungsmitglieder ab dem kommenden Jahr geben. „In
der Verwaltung werden die Strukturreformen mit dem Kompetenzzentren-Modell fortgesetzt. Auf Bundesebene wird seit Jahrzehnten über eine mögliche Verwaltungsreform diskutiert, ohne dass etwas weiter geht. In Kärnten setzen wir sie seit dem Vorjahr bereits um“, betont der Finanzreferent. Die ursprünglich 23 Abteilungen des Landes wurden bereits auf derzeit 14 Kompetenzzentren zusammengefasst, Anfang des kommenden Jahres wird dieser Prozess fortgesetzt. Im Bereich der Pflegeheime soll die Heimverordnung überarbeitet werden. „Ziel ist es, durch strukturelle Änderungen mit geringeren Kosten eine gleichbleibende bzw. verbesserte Qualität sicherzustellen“, so Dobernig, der auch auf interessante Bundesländervergleiche verwies.
Geringere Personalkosten Im öffentlichen Dienst wird die Vorgehensweise mit dem selektiven Einstellungsstopp weitergeführt. Bisher konnten mit diesem Modell bereits 113 Planstellen und damit rund 4,3 Mio. Euro eingespart werden. „Wir setzen unsere Linie fort. Im Personalbereich wird es auch zu einer transparenteren Gestaltung des Budgetvoranschlages kommen. Eine Neuregelung hinsichtlich
Finanzlandesrat Mag. Harald Dobernig. der Überstunden soll kostendämpfend wirken. Unsere gemeinsame Verpflichtung gegenüber den Kärntnerinnen und Kärntnern ist es, diesen Weg der Reformen fortzusetzen“, betont Dobernig
Verschuldung abgesenkt Mit dem in der Regierung beschlossenen Nachtragsvoranschlag zum Budget 2010 werden Mehreinnahmen und Einsparungen bei den Ausgaben zur Senkung des Nettodefizits herangezogen. So kann die
Neuverschuldung von 246 Mio. auf 221 Mio. Euro gesenkt werden, mit weiteren 30 Mio. Euro wird eine Tilgungsrücklage für die kommenden Jahre gebildet. „Wir erfüllen mit den Mehreinnahmen des Landes keine politischen Wünsche mehr, sondern bedecken ausschließlich Pflichtausgaben wie die Erhöhung der Pensionen durch den Bund. Der Rest geht in die Reduzierung des Nettodefizits“, so Dobernig. Er werde auch dafür sorgen, dass weitere Mehreinnahmen ausnahmslos zur Senkung der Schulden herangezogen werden.
HINTERGRUND
6 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Rot-Grün und Rot-Schwarz: Kein Respekt vorm Wählerwillen! Obwohl die Landtagswahlen in Wien und der Steiermark nur einen klaren Sieger, nämlich die FPÖ, kannten, treten Rot und Schwarz den Wählerwillen mit Füßen. In Wien liebäugelt Michael Häupl bereits mit einer grünen Vizebürgermeisterin, in der Steiermark darf Franz Voves weiterhin als Landeshauptmann fungieren. Die ÖVP hält ihm dafür den Steigbügel“ Die einst von Franz Vranitzky ausgegebene „Ausg re n z u n g s p h i l o s o p h i e “ gegenüber der FPÖ scheint mittlerweile rot-schwarze Parteidoktrin zu sein. Koste es was es wolle: mit der FPÖ darf keine vernünftige Sachkoalition gebildet werden. Auch wenn es schon beinahe erniedrigend ist. Siehe Michael Häupl, der mit den freiheitlichen 28 Prozent eine perfekte Rathausmehrheit im Sinne der Wienerinnen und Wiener hätte, stattdessen aber lieber ein fragwürdiges Rot-Grün-Experiment wagt. Besonders interessant wird, welche Antwort die neue rot-grüne Achse, die bereits bis zum 3. November stehen soll, auf die Ausländerfrage in Wien haben wird, die schließlich wahlentscheidend war.
Rot-Grüne Chaosjahre Entsetzt zeigte sich die FPÖ über die rot-grünen Verhandlungen: „Häupl macht den Wienerinnen und Wienern ein grausiges Abschiedsgeschenk“, meinte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache zur Ankündigung Häupls, mit den Grünen koalieren zu wollen. Das bedeute fünf Jahre Chaostage für Wien. Damit werde auch das Votum der Wählerinnen und Wähler völlig ignoriert. Damit werde Wien endgültig zum Exer-
zierfeld linkslinker Gesellschaftsexperimente. Der längst an der Wirklichkeit gescheiterte MultikultiWahn werde in dieser Konstellation neue untragbare Dimensionen erreichen, warnte Strache. Von einer restriktiven Zuwanderungspolitik könne man sich dann gänzlich verabschieden, neue Rekorde bei den Einbürgerungen seien zu erwarten. Eine Stadtregierung bestehend aus Häupl, Vassilakou, Al-Rawi, Baxant und Co. mache dann die Wienerinnen und Wiener endgültig zu Fremden in ihrer eigenen Heimatstadt. Auch in der Sicherheitspolitik befürchtet Strache negative Entwicklungen, handle es sich bei den Grünen doch schließlich um eine dezidiert sicherheits- und polizeifeindliche Partei. Es sei kaum vorstellbar, dass sich eine rot-grüne Koalition um eine Aufstockung der Exekutive bemühe.
Alles beim Alten Alles beim Alten, spreich beim rot-schwarzen Alltagstrott bleibt in der Steiermark. Mit einem gravierenden Unterschied: Hier sitzt mit Gerhard Kurzmann auch die FPÖ wieder in der Landesregierung. Wie Kurzmann im Gespräch mit der APA erklärte, sei er mit der
Rot-schwarze Koalitionszwillinge Schützenhöfer und Voves, freiheitlicher Landesrat Gerhard Kurzmann in der Steiermark.
In Sorge um Wien: Die freiheitliche Rathausfraktion mit Wahlsieger HC Strache. Art, wie die Regierungsverhandlungen verlaufen seien, nicht einverstanden: „Es ist schon ungewöhnlich, nach einem Erstgespräch zwölf Tage nichts zu hören und dann von den beiden Großkoalitionären vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.“ Auf seinen Einwand hin, er möchte auch noch über andere Ressorts reden, sei ihm beschieden worden, dass dies leider nicht mehr gehe und habe dies mit Zeitdruck begrün-
det. „Diese Vorgangsweise ist auf großen Widerstand in meiner Partei gestoßen. Wir standen scharf an der Kante zur Frontalopposition.“ Schlußendlich wurde Kurzmann das Umweltressort überlassen, das in der Steiermark wegen der Industriebetriebe ein Schlüsselressort in Bezug auf den Erhalt von Arbeitsplätzen ist. Nicht auszudenken, wenn Grüne in der Mur-Mürz-Furche Visionen entwickeln würden.
UMWELT
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Kärnten testet Elektroautos von Mercedes-Benz Kärnten wird Testland für familientaugliche Elektroautos von Mercedes-Benz. Das gab Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler in einer Pressekonferenz bekannt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Land Kärnten und Mercedes-Benz Österreich sieht vor, dass ab Juli 2011 insgesamt 15 Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell ausgeliefert werden. Eigentümer der Fahrzeuge bleibt Mercedes-Benz Österreich, sie werden im Rahmen eines Full-Service-Leasingmodells an das Land Kärnten übergeben. „Mit diesem großen Test steigen wir in die Königsklasse der Elektromobilität ein“, betont Dörfler.
Kärnten steht unter Strom Wie der Landeshauptmann erklärt, wurde Kärnten u. a. wegen der Jahreszeiten für den umfassenden Alltagstest der Autos ausgewählt. So sehe man zum Beispiel, wie sich das Aufdrehen von Heizung und Klimaanlage auswirken. Er ist stolz auf die Zusammenarbeit mit der führenden Marke Mercedes-Benz sowie dem
Der Mercedes A-Klasse E-Cell Die Test-A-Klasse wird 95 PS haben, eine Spitzengeschwindigkeit von 150 km/h erreichen sowie in 5,5 Sekunden von 0 auf 60 beschleunigen. Die Reichweite der Akkus soll 120 bis 150 Kilometer betragen.
Klagenfurter Autohaus „Dr. Helmut Teissl & Sohn“ als einem führenden Kärntner Unternehmen. Dörfler ist überzeugt, dass das Elektroauto bereits an der Türe des Marktes stehe. Kärnten will das erste Bundesland sein, das den Umstieg auf diese Mobilitätsform schafft. Ziel seien 1.000 Elektroautos, mit denen man ein markantes Zeichen setzen will. Durch die Initiative „Lebensland Kärnten“ hat man bereits ein landesweites E-Tankstellennetz aufgebaut sowie E-Bikes und E-Scooter gefördert. „Unser Bundesland steht am stärksten unter Strom“, betont der Landeshauptmann.
„Kärnten befindet sich mit dem Test in der Königsklasse der Elektromobilität“, Verkehrsreferent LH Gerhard Dörfler.
Lebensland Kärnten Der Abteilungsleiter Albert Kreiner erklärt, dass Mercedes-Benz an Kärnten herangetreten ist, weil die topographischen und klimatischen Verhältnisse passen würden und weil „Lebensland Kärnten“ als Dachmarke bereits große Bekanntheit erlangt hat. Kärnten wird die weltweit einzige Modellregion für die AKlasse-Elektroautos sein. Sie sollen u. a. im Landesfuhrpark, beim Projekt „Sonnenstadt St. Veit“ oder im Zuge eines Feinstaubprojektes in Klagenfurt eingesetzt werden. Der Landeshauptmann ergänzte, dass er auch den Medien diese Autos zum Testen zur Verfügung stellen wolle.
ls eine Mischung zwischen Wandertag und Skifahren bezeichnete Sportreferent LH Gerhard Dörfler den 6. Franz Klammer-Weltcupwandertag, denn Bad Kleinkirchheim präsentierte sich im ersten Schneekleid. Mit dem Landeshauptmann und seiner Frau Margret wanderten Bischof Alois Schwarz und Pfarrer Uwe Träger, Kärntens Skikaiser Franz Klammer mit seinem Bruder Michael, der Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim, Matthias Krenn, Musi-Präsentator Arnulf Prasch, Richi di Bernardo, Ex-Skirennläuferin Sabine Egger sowie rund 500 wetterfeste Bergfreunde.
A
Bei der Talstation der Kaiserburgbahn gab es dann im großen Festzelt ein buntes Programm „Wenn der Kaiser ruft, ist auch der Schnee mit dabei“, sagte der Landeshauptmann, der sich freute, dass trotz kälteren Temperaturen so viele Menschen gekommen waren.
LANDESPOLITIK
8 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Comeback der Zweckbindung in der Wohnbauförderung Erste Konferenz der österreichischen Wohnbaulandesräte in Kärnten. „Wenn man den sozialen Wohnbau intelligent einsetzt, ist er Motor der Konjunktur. Hier kann man keine Mittel einsparen, sondern hier muss man mehr einsetzen.“ Das betonten bei der ersten Wohnbaulandesrätekonferenz die Ressortchefs von Kärnten und Oberösterreich, die Landesräte Christian Ragger (FPK) und Manfred Haimbuchner (FPÖ).
Für eine Zweckwidmung Die beiden treten vehement dafür ein, dass die Gelder der Wohnbauförderung ausschließlich für den sozialen Wohnbau verwendet werden dürfen. Diese Zweckbindung, die 2008 aufgehoben wurde, sodass die Mittel auch für andere Infrastrukturmittel verwendet werden durften, sollte wieder eingeführt werden. Insgesamt bekommen die Länder vom Bund 1,8 Milliarden Wohnbauförderungsmittel. Die Landesräte Ragger und Haimbuchner kündigten eine entsprechende gemeinsame Resolution aller Wohnbaureferenten an: „Wenn wir eine Zweckbindung erreichen, haben wir eine kontinuierliche Wohnungsentwicklung, können Mieten im mehrgeschossigen Wohnbau erhalten und es gibt kostengünstigere Mieten!“
„Budget-Fesseln“ Ein weiteres Ziel besteht
Kärntens Wohnbaulandesrat Christian Ragger mit seinem oberösterreichischen Kollegen Manfred Haimbuchner (FPÖ) darin, die Wohnbauförderung aus den üblichen „Budget-Fesseln“ zu befreien. „Es entspricht nicht den Erfordernissen einer nachhaltigen Entwicklung, wenn jedes Jahr die Dotierung unklar ist: Sozialer Wohnbau braucht eine mehrjährige fixe Planung. Dabei geht es auch um die Sicherheit der Arbeitsplätze in der Bauindustrie“, betont Christian Ragger. Daher sollten die Wohnbaubudgets für eine ganze Legislaturperiode fixiert werden.
Für Manfred Haimbuchner steht im Vordergrund, den sozialen Wohnbau als einen Konjunkturmotor zu betrachten: „Soziales und
leistbares Wohnen muss sichergestellt werden; die zweite Aufgabe liegt darin, Wohneigentum zu fördern.“ Die Wohnbauförderung ist dafür jedenfalls unverzichtbar. Es geht auch darum, den technischen Fortschritt für den sozialen Wohnbau zu nutzen.
Innovative Projekte In Pörtschach stellten mehrere erfolgreiche Baufirmen (Baupaktpartner) innovative Projekte vor. Im Vordergrund stehen dabei Häuser, mit denen der Energieverbrauch erheblich reduziert
wird oder die an verschiedene Lebensabschnitte anpassbar sind. Der Rohstoff Holz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Laut Landesrat Ragger sollen heimische Unternehmen die Chance bekommen, in Österreich Projekte zu realisieren, die in späterer Folge zum Exporthit werden. Gemeinsame Sitzungen der Wohnbaureferenten sollten auch dazu dienen, eine Angleichung der mitunter unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen zu erreichen. Die Referenten bzw. deren Stellvertreter haben mit Vertretern der Bauwirtschaft dieses Thema erörtert jedenfalls erstmals umfangreich bearbeitet.
KLAGENFURT
29. Oktober 2010 I KärntnerNachrichten 9
Freiheitliche Geschlossenheit am 29. Stadtparteitag Klagenfurt Christian Scheider als Stadtparteiobmann mit 100 Prozent in geheimer Wahl bestätigt! Stadtparteiobmann-Stellvertreter/in, Stadtparteivorstand und Stadtparteileitung einstimmig gewählt. Der 29. Ordentliche Stadtparteitag der Freiheitlichen in Klagenfurt stand nicht nur im Zeichen der Geschlossenheit, sondern zeugte auch von der Aufbruchstimmung aufgrund der für die Freiheitlichen erfolgreichen Wahlergebnisse in Wien und der Steiermark. In seinem Tätigkeitsbericht gab Stadtparteiobmann Christian Scheider einen Rückblick auf das erfolgreiche Wahljahr 2009, in dem es gelang, zum ersten Mal einen freiheitlichen Bürgermeister in der Landeshauptstadt zu stellen. Er sprach das schwierige Erbe der neu angetretenen Stadtregierung und die notwendigen Neuausrichtungen von vielen falsch aufgestellten Großprojekten an. Diese hätten zwar ihre Zeit in Anspruch genommen, wären jetzt aber alle auf dem richtigen Weg und kurz vor dem Abschluss. „Wir sind so erfolgreich, weil wir geschlossen Politik für die Bürgerinnen und Bürger machen, das hat uns stark gemacht. Diesen Weg werden wir weitergehen und die Menschlichkeit, Bürgernähe und Sensibilität für die Menschen in unserer Politik behalten“, so Christian Scheider. Er begrüßte den starken Rückenwind, den die Wahlen in der Steiermark und in Wien für die Freiheitlichen gebracht hätten und rief auf, weiterhin mit Ge-
Ausgezeichnete Stimmung herrschte beim 29. Stadtparteitag der Freiheitlichen in Klagenfurt, den auch FPKChef LHStv. Uwe Scheuch mit seinem Besuch beehrte. schlossenheit die Landeshauptstadt gemeinsam zu gestalten. Nach dem Finanzbericht, dem Bericht des Rechnungsprüfers und der Entlastung des Vorstandes kam es zum Tagespunkt Neuwahlen, der folgende wichtige Ergebnisse brachte:
100 Prozent für Christian Scheider In einer geheimen Wahl wurde der amtierende Stadtparteiobmann Bürgermeister Christian Scheider von den 79 Delegierten mit 100 Prozent
erneut zum Stadtparteiobmann gewählt. Scheider bedankte sich für das sehr große Vertrauen, welches ihm entgegengebracht wurde und versprach, auch in den nächsten Jahren wieder vollen Einsatz als Stadtparteiobmann zu bringen. In der darauffolgenden offenen Wahl wurden Vizebürgermeister Albert Gunzer, Kommerzialrätin GR Gertrude Amlacher und GR Stefan Petschnig einstimmig als Stadtparteiobmann Stellvertreter/in gewählt. Ebenso einstimmig erfolgte die Wahl der übrigen Mitglieder des Stadtparteivor-
standes und der Mitglieder der Stadtparteileitung. Auch Landesparteiobmann Uwe Scheuch begrüßte in seiner Rede das geschlossene Auftreten der Klagenfurter Stadtpartei, was ein sehr starkes Signal nach außen und an die politischen Mitbewerber sei. „Das ist gelebte Demokratie und solch eine Einstimmigkeit etwas Besonderes“, so FPKLandesobmann LHStv. Uwe Scheuch.
10 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Feierlich eröffnet wurde die Ausstellung „Colourful“ der Gläsernen Werkstätte der Lebenshilfe Kärnten im Neuen Verwaltungszentrum der Kärntner Landesregierung. Gezeigt werden Acrylbilder von beeinträchtigten jungen Menschen, die sie in den vergangenen Wochen in der Kunststätte der Gläsernen Werkstatt fertig gestellt haben. Kulturreferent LR Harald Dobernig zeigte sich von den Werken beeindruckt und bezeichnete die Ausübung von Kunst als „sinnstiftende Tätigkeit“. Mit der Ausstellung erhalten die Künstler jene Anerkennung, die sie verdienen“, so Dobernig, der auch auf die gute Betreuung in der Lebenshilfe Kärnten verwies und den jungen Künstlern sowie allen Verantwortlichen dankte.
Wie Sportreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Finanzlandesrat Harald Dobernig mitteilten, wird in Guttaring ein neues Sporthaus gebaut. Am Sportplatz Guttaring nahm Finanzreferent Dobernig kürzlich den Spatenstich für das neue Klubhaus vor. Das Bauvorhaben wird mit 125.000 Euro aus dem Zukunftsfonds unterstützt.
Da Tschriasche sagt: „In Loipersdorf hat die Koalition getagt, wozu? - das haben sich viele gefragt!“
REGIONALES
Kärnten ehrt „Helden von Chile“ Die „Helden von Chile“ aus Hüttenberg, Heinrich Tilz und Johannes Pemberger, wurden seitens des Landes Kärnten und der Marktgemeinde Hüttenberg mit einem eindrucksvollen Festakt offiziell geehrt und bedankt. Landeshauptmann Gerhard Dörfler übergab ihnen gemeinsam mit Landesrat Harald Dobernig sowie im Beisein des Hüttenberger Bürgermeisters Josef Ofner das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung. „Wir sind dankbar und sehr stolz auf euch“, betonten der Landeshauptmann und der Hüttenberger Bürgermeister Ofner anlässlich der großen Ehrung bereits beim Empfang vor dem Gebäude der Kärntner Landesregierung in Klagenfurt. Die Bergkapelle Hüttenberg, Reiftänzer aus Hüttenberg, Feuerwehrleute, Volksschüler sowie Familien, Freunde und Bekannte der beiden Lebensretter kamen, um an der offiziellen Ehrung teilzunehmen. Nicht nur die Bergkapelle spielte auf, auch der MGV Stahlklang aus Hüttenberg beeindruckte mit Kärntnerliedern. Der Landeshauptmann gratulierte den beiden Rettern herzlich und dankte ihnen und den Familien sowie auch den anwesenden Vertretern der Firma ÖstuStettin, Geschäftsführer Harald Pacher und Tunneltechnik-Bereichsleiter Manfred Sachs, die ebenfalls eigens zur Ehrung gekommen waren.
REGIONALES
29. Oktober 2010 I KärntnerNachrichten 11
Ausgelassene Oktoberfest-Stimmung herrschte am Ursulamarkt in Klagenfurt, wohin LHStv. Uwe Scheuch zahlreiche Freunde eingeladen hatte. Beim Puntigamer-Bieranstich waren unter anderem dabei: Landesrat Christian Ragger, die Bundesräte Peter Mitterer und Peter Zwanziger, Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider samt VzBgm. Albert Gunzer und den Stadträten Wolfgang Germ und Christine Jeremias, (Volks)Kulturreferent Harald Dobernig, Markt-Direktor Gerhard Winkler u.v.m. Zu Musik von den „Schmalzlern“ aus Bayern und der rockigen „Meisnitzer-Band“ aus Salzburg wurden kulinarische Schmankerln von Brandner-Catering verköstigt. Der unerwartete Wintereinbruch tat der Stimmung am Ursulamarkt jedenfalls keinen Abbruch.
Im Rahmen des Klagenfurter Ursulamarktes fand der traditionelle ORF Radio Kärnten Frühschoppen in der Messehalle 2 statt. Unterhalten wurden die Gäste vom Musikverein „Die Khevenhüller“, Bläsern der Musikschule Klagenfurt und der „Meisnitzer-Band“. Moderiert wurde der Frühschoppen von Manfred Tisal. Volkskulturreferent LR Harald Dobernig bezeichnete den Ursulamarkt als wirtschaftlich und volkskulturell wichtiges Fest für Kärnten.
Noch bis 11. Dezember spielt die „Kleine Komödie Kärnten“ das Stück „Zufälliger Tod eines Anarchisten“ von Dario Fo im Jazzclub Kammerlichtspiele in Klagenfurt. „Es ist interessant, wie die Ereignisse in Italien Anfang der 70er Jahre in Dario Fo’s Bühnenstück komödiantisch aufgearbeitet werden. Dabei wird auch das Agieren des Polizei- und Justizapparates kritisch hinterfragt und das Publikum zum Nachdenken angeregt“, so Kulturreferent LR Harald Dobernig beim Besuch der Vorstellung. Regie führt in bewährter Weise Heiner Zaucher. Besetzt ist das Stück mit Gabriela Zaucher, Seppi Ess, Hubert Jakl, Hubert Repnig und Christian Habich.
LESERBRIEFE
12 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Teuerungsausgleich Der Teuerungsausgleich ist eine soziale Alternative welche politisch außer Streit gestellt gehört. Gerade diese 100 bzw. 150 Euro sind für Menschen, die sonst wenig bis gar nichts besitzen, eine wirkliche Unterstützung. Auch bietet sich die Gelegenheit für die Teuerungsausgleichsbezieher das direkte Gespräch mit den
Politikern zu suchen, um über ihre Sorgen zu sprechen. Die Kritiker dieser Aktion sollten lieber nachdenken, was dies den Menschen bedeutet, anstatt vieles immer schlecht zu machen, nur weil die Idee von den Freiheitlichen gekommen ist. Jens Gramer Villach
Ich bin wieder dabei! Lange freute ich mich auf den Tag, an dem der Festzug zur 90-JahrFeier der Kärntner Volksabstimmung durch unsere Landeshauptstadt zog. Es war für mich ein bleibendes Erlebnis. So viele Menschen die gemeinsam den großen Kärntner Festtag gefeiert und ihren Beitrag geleistet haben. Zu diversen Leserbriefen muss ich festhalten, dass mir nicht klar ist wie
diese Sicht der Dinge entstehen kann. Mir wäre nicht aufgefallen, dass die Tribünen halb leer oder die Organisation schlecht gewesen wäre. Man muss sich die Dimensionen erst vorstellen, wie viele tausende Menschen sich in der Stadt befunden haben. Aus meiner Sicht ist eines sicher: In zehn Jahren bin ich auch wieder mit dabei! H. Waldner, Villach
„Schröpfpaket“
Minderheit
Anstatt einer längst notwenigen Verwaltungs- und Strukturreform wird die Bevölkerung mit Massensteuern „beglückt“. Das ist so ziemlich der einfachste und ideenloseste Zugang, den man sich vorstellen kann. Zusätzlich noch die Familienbeihilfe kürzen und den Ausbau des Koralmtunnels verschieben – eine politische „Glanzleistung“, die für sich selbst spricht!
In Maria Gail kommt eine Lehrerin nur deshalb nicht als Direktorin in Frage, weil sie kein Slowenisch kann. Wehret den Anfängen! Es geht darum, slowenenfreundliche Postenbesetzungen durchzuführen, wobei deutschsprechende Kärntner benachteiligt werden. Das darf nicht sein! Wie kann eine 3-ProzentMinderheit über die Lebensund Berufssituation der 97 Prozent der Mehrheit bestimmen? Dieter Stöhr Villach
Kurt Grabler per E-Mail
Gedanken zur Ortstafelfrage Wenn Haider (wie behauptet wurde) tatsächlich gemeinsam mit Schüssel der sogenannten Konsensgruppe den Auftrag zur Erarbeitung eines Lösungsvorschlages zur unter Kreisky längst gelösten Ortstafelfrage gegeben hätte, wie will man das mit seinem späteren Verhalten in Einklang bringen? Nach der Blockade von sozialistischer Seite hat er doch die gleiche Ansicht vertreten, die nach ihm ebenso der jetzige Landeshauptmann vertreten hat. Was für Kreisky recht war, kann weder für Haider noch für Dörfler falsch sein. Die Machenschaften um die Aufhebung der KreiskyRegelung waren längst kein Geheimnis mehr. Schüssel hat mit seinem Berater einen Adamovich zur Aufhebung (mit seiner Stimme) gewinnen können. Dazu leistete Andreas Khol nicht ohne Wissen eines Schüssel die Vorarbeit, indem er seinem Duzfreund Vouk eine Verkehrsüber-
tretung nahe legt und die daraus resultierende VfGHBeschwerde Adamovich die Möglichkeit zur Aufhebung des Volksgruppengesetzes samt Ortstafelregelung gab. Vier Jahre später im Jahr 2004 ließ Adamovich die Katze aus dem Sack, als er bei einem Gespräch mit einem Vertreter der Minderheit äußerte, er könne sich eine Lösung auf der Grundlage bis 20 Prozent vorstellen. Da auf der Grundlage von weniger als 20 Prozent ebenso die Kreisky-Regelung vollzogen wurde, während man im Vertrag von Osimo im Jahre 1975 (zwischen Italien und Jugoslawien) von 30 Prozent ausging, war ebenso für Haider klar, dass zur Aufstellung noch weiterer zweisprachiger Ortstafeln keine Veranlassung bestand und ein Handlungsbedarf einzig und allein darin besteht, die aufgehobene Ortstafelregelung wiederum in Kraft zu setzen. Dr. Siegfried Lorber Klagenfurt
Gedanken zur Ortstafelfrage Wenn es um das Schmieden großer Koalitionen geht, wie zuletzt in der Steiermark, wird immer wieder deren Lösungskompetenz als Argument ins Treffen geführt. Wenn ich mir aber das nunmehr in Ansätzen vorgestellte neue Belastungspaket ansehe, fällt mir nicht der Begriff „Lösungskompetenz“, sondern das Wort „Ideenlosigkeit“ ein. Das ist ja nichts Neues,
immer den Autofahrern, den Rauchern und den Familien Geld wegzunehmen. Das haben schon alle rot-schwarzen Koalitionen der Vergangenheit getan. Dass der Bundeskanzler schon einen Tag nach der Verkündigung dieser „Grauslichkeiten“ eine neue Steuerreform für 2012 ankündigt, ist ja nur mehr lächerlich! M. Ebner, Krumpendorf
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29. Oktober 2010 I KärntnerNachrichten 13
Start zur 171. Klassenlotterie 29 Chancen, Millionär zu werden „Reich werden mit Klasse“ heißt es wieder von 15. November 2010 bis zum 26. April 2011, und zwar in der 171. Klassenlotterie. Jeweils Montag gibt’s die Chance, Millionär zu werden. Lose sind bereits erhältlich, zusätzlich gibt es einen LCD-Fernseher von Sony zu gewinnen. Montag ist Klassenlotterie Millionentag. Jeden Montag wird ein Treffer zu 1 Million Euro gezogen. Bei der Schlussziehung geht es um einmal 5 Millionen und um fünfmal 1 Million Euro. Klassenlose sind in allen Geschäftsstellen erhältlich. Informationen und - jetzt neu – ein Gewinnspiel mit
einem LCD-Fernseher - gibt’s im Internet unter www.win2day.at/ klassenlotterie. Wer sich hier das KlassenlotterieVideo ansieht und dann eine Gewinnfrage richtig beantwortet, nimmt an der Verlosung eines Sony Monolith 3D-LCD Fernsehers teil.
29 Treffer in Millionenhöhe In der 171. Klassenlotterie werden im Laufe von sechs Klassen aus 250.000 Losen 248.196 Gewinne mit einer Gesamtgewinnsumme von 126 Millionen Euro gezogen.
Auf 28 Lose entfällt ein Gewinn von 1 Million Euro am 15. November beginnt es gleich mit der ersten Million Höhepunkt ist der 5 Millionen-Haupttreffer am Ende der Lotterie. Man kann an der Klassenlotterie mit einem ganzen Los oder mit Zehntelanteilen teilnehmen. Ein Zehntellos kostet für jede der sechs Klassen 15,- Euro, ein ganzes Los demnach 150,- Euro pro Klasse. Für den täglichen ZiehungsNervenkitzel sorgt die „Superklasse“, in der man täglich 100.000,Euro gewinnen kann. Informationen zur Klassen-
lotterie gibt es unter www.win2day.at/klassenlott erie sowie in den Geschäftsstellen der Klassenlotterie.
Neu: „MillionenLos“ mit vier Gewinnchancen: Wer holt die Silvester-Million? illionenLos“, das neue Spiel der Österreichischen Lotterien, bietet gleich vier Spiele pro Los. Es ist eine Kombination von
„M
Rubbellos und Nummernlotterie. Den Höhepunkt bildet die Ziehung eines
Treffers mit 1 Million Euro. Auf dem „MillionenLos“ gibt es drei Rubbelflächen, wobei Spiel 1 Sofortgewinne bis zu 50.000,- Euro ermöglicht. Silvesterziehung mit 1 Million Euro als Höhepunkt: Die zentrale Frage beim „MillionenLos“ lautet: „Wer geht nach der Silvesterziehung als neuer Millionär ins neue Jahr?“ Die Silvesterziehung ist der Nummernlotterie-Teil von „MillionenLos“. Unter drei aufzurubbelnden Sternen stehen drei sechsstellige Losnummern. Am 31. Dezember 2010 werden die drei gewinnbringenden Losnummern ermittelt,
die Ziehung wird in ORF 2 ausgestrahlt. Das neue „MillionenLos“ ist ab sofort in
Ziehung vom Mi., 20. 10. 2010
82358 Ziehung vom Do., 21. 10. 2010
48100 Ziehung vom Fr., 22. 10. 2010
90034 Ziehung vom Sa., 23. 10. 2010
V E R A N S TA LT U NG S T I P P K N E I P P - A K T I V- C L U B K L AG E N F U RT Vortrag im Kneippzentrum: „Patientenunterstützung in Kärnten“ Zu diesem Thema spricht Herr Dr. Erwin Kalbhenn.
Freitag, 29. Okt. 2010, 18.00 Uhr Information und Anmeldung im Kneippzentrum Klagenfurt Kolpinggasse 6, Tel 0463 55703 Büro: Di - Do. 9.00 bis 12.00 Uhr, Mi. 17.00 bis 18.00 Uhr
94553 Ziehung vom Mo., 25. 10. 2010
10683 Ziehung vom Di., 26. 10. 2010
16308
allen Vertriebsstellen der Österr. Lotterien zum Preis von 12,- Euro erhältlich.
VO R S C H AU 43. Runde 2010 1: Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien X 1 2: FK Austria Wien – SC Magna Wr. Neust. 1 1 3: SK Puntigamer Sturm Graz – FC Wacker Innsbr. X 2 4: LASK Linz – SV Josko Ried 1 2 5: SV Mattersburg – SV Kapfenberg 1 1 6: Schalke 04 – Bayer 04 Leverkusen 1 2 7: Werder Bremen – 1. FC Nürnberg 1 X 8: VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart X 2 9: 1. FC Köln – Hamburger SV X 2 10: FC St. Pauli – Eintracht Frankfurt 1 X 11: FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund 1 2 12: TSG 1899 Hoffenheim – Hannover 96 1 2 Spiel 1-4 TOTO-Torwette
WIRTSCHAFT
14 KärntnerNachrichten I 29. Oktober 2010
Stefan Mihalkovits ist neuer Vertriebsleiter bei Samson Druck tefan Mihalkovits (51) hat bei Samson Druck die Vertriebsleitung übernommen. Er verantwortet damit sämtliche Verkaufs- & Marketingaktivitäten im Vertriebsteam des Salzburger Unternehmens. Samson ist im Bereich Bogendruck führend in Österreich und zählt viele internationale Konzerne zu seinen Kunden. Mihalkovits ist gelernter Schriftsetzer und hat die Höhere Graphische Bundeslehranstalt in Wien absolviert. Der Kärntner verfügt über viele Jahre Berufserfahrung im Druck- und Verlagswesen. Er arbeitete unter anderem als Verkaufsleiter bei der Kärntner Woche und dem PapierGroßhandelsunternehmen PaperNet.
S
Über Samson Druck: Das Unternehmen Samson Druck wurde 1978 gegründet und hat seit 1989 seinen Stammsitz in St. Margarethen im Salzburger Lungau. Im Bereich des hochqualitativen Bogendrucks ist Samson in Österreich führend und arbeitet in technischer Hinsicht auch europaweit auf höchstem Niveau. Auf einer Produktionsfläche von über 5.000 Quadratmetern werden jährlich mehr als 4.000 Tonnen Papier verarbeitet. Das Leistungsspektrum von Samson umfasst Beratung, Druckvorstufe, Druck, Verarbeitung und Veredelung, Mailservice und den Versand als postzertifizierter Lettershop. Mit 90 Mitarbeitern zählt das Familien-
unternehmen von Eigentümer und Geschäftsführer Gerhard Aichhorn zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region Lungau. Samson Druck wurde bereits zwei Mal mit dem Staatspreis für das schönste
Buch Österreichs ausgezeichnet. Zu den Kunden von Samson Druck zählen unter anderem auch internationale Konzerne wie Swarovski, Porsche, Audi, Mercedes, Medicom oder Medicom.
KULTUR
29. Oktober 2010 I KärntnerNachrichten 15
KulTourGenuss – die zweite Staffel der beliebten kulturell-kulinarischen Stadtführungen beginnt am 30. Oktober! Termine:
eführtes Altstadtwandern, exotischer Kunstgenuss, mediterrane Esskultur, gewürzt mit literarischen Gustostückerln - das sind die Ingredienzien der neuen Staffel „KulTourGenuss“, die der „kulturRaum“ Klagenfurt nach dem großen Erfolg der ersten Serie weiter ausgebaut hat.
G
An drei Samstagen im Herbst, beginnend mit 30. Oktober, gibt's wieder „KulTourGenuss“ vom Feinsten in der Klagenfurter Innenstadt:
Fachkundige Altstadtführung Unter fachkundiger Altstadt-Führung geht es mit Start am Heiligen-Geist-Platz und Zwischenstopp in der Stadtgalerie zum literarischkulinarischen Zielpunkt, an dem die „KulTourGenuss“Wanderer ein LiteraturAperitif mit dem Schriftsteller Egyd Gstättner und ein delikates FischspezialitätenFinish erwartet.
30. Oktober, 13. November, 20 November jeweils ab 10 Uhr, Treffpunkt Heiligengeistplatz vor der Kirche. Dauer ca. 4 Stunden Info: am 20.11 wird um 16.30 Uhr der Christkindlmarkt eröffnet!
Stationen: 1 0 U hr , T r e f f p u n k t a m Heiligengeistplatz (vor der Kirche). Altstadtführung mit Renate Aichholzer, die mit Details und Anekdoten rund um das historische Klagenfurt aufwartet. Über den Kiki-Kogelnik-Brunnen geht es Richtung Landhaushof und von dort weiter zur Stadtgalerie: Führung durch die aktuelle Ausstellung bei Prosecco und Häppchen. "Bilder der fließenden Welt - Japanische Holzschnitte" umfasst 200 Werke, entstanden zwi-
schen dem 17. und 20. Jahrhundert mit den Schwerpunkten "Landschaft", "Schauspieler" und "Weibliche Schönheiten". Fortsetzun g der Altstadtwan deru ng mit Z iel im Fischrestaurant "Abbazia" in der Badgasse. Vor dem Essen liest der Schriftsteller Egyd Gstättner aus seinem kürzlich erschienenen Buch “Klagenfurt: Literarisches Porträt einer Stadt”. Essen, Plaudern, Trinken, Entspannen. Ende ca. 14 Uhr
Anmeldung und Kosten: bis 2 Tage vor dem jeweiligen Termin bei Tourismus Klagenfurt, Rathaus, Neuer Platz 1, Tel: 0463-537-2223 (Bürozeiten). Preis 25.- Euro, beinhaltet Altstadtführung, Galeriebesuch mit Führung, Prosecco und Häppchen, Lesung, Menü im Restaurant Abbazia plus ein Getränk. Maximal 25 Teilnehmer, Veranstaltung bei jedem Wetter. Kooperation kulturRaum Klagenfurt mit Stadtgalerie Klagenfurt und Tourismus Klagenfurt.