DER FREIE BAUER Informationsblatt der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft
Ausgabe 07/2021
Manfred Muhr im Interview
Unsere Spitzenkandidaten
Almwirtschaft oder Wolf
Alle fünf Jahre wird die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer neu gewählt. Kärntens LWK-Vizepräsident Manfred Muhr zieht Bilanz und zeigt mögliche Wege für die Zukunft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern auf.
Landesjungbauernkandidat Roman Linder und Landesbäuerinnenkandidatin Maria Irrasch im Portrait. Die Freiheitliche Bauernschaft bietet mit einem eigenen Spitzenkandidaten für die Jungbauern und Bäurinnen ein breites Angebot für die Wähler.
Almwirtschaft und Wolf sind ein Widerspruch in sich und funktionieren einfach nicht. Es muss die Entscheidung fallen: Schutz der Almwirtschaft oder Schutz der Wölfe? Salzburg hat eine vernünftige Lösung erarbeitet und vorgezeigt, wie es richtig geht.
Artikel auf Seite 3 & 4
Artikel auf Seite 6 & 8
Artikel auf Seite 12 & 13
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Generalversammlung des Unabhängigen Bauernverbandes Landesgruppe Kärnten Vorstand neu gewählt
Kostenbremse in der Pflege
„Die Mehrheit der Pflegebedürftigen will lieber zu Hause betreut werden“ Allein die Installation von Pflegeberatern (Community Nurses) löst nicht das Problem bei der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen. Pflege, auch die zu Hause muss leistbar sein.
v. l. n. r.: 2. Obmann Stv. Bertram Terkl, Schriftführer Thomas Rinner, Ehrengast 1. LK-Vizepräsident Manfred Muhr, Obmann ÖR Ing. Helmut Fleißner, Kassaprüfer Josef Franzl, Kassier Markus Prieß, 1.Obmann Stv. Andreas Goritschnig
Mitte Mai fand im Gasthaus Fleissner am Zollfeld im Rahmen der geltenden Corona Bestimmungen die Generalversammlung des Unabhängigen Bauernverbandes, Landesgruppe Kärnten statt. Als Ehrengast konnte der 1. LK-Vizepräsident Manfred Muhr begrüßt werden. Der Unabhängige Bauernverband Landesgruppe Kärnten besteht seit dem Jahr 1955 und ist Teil des österreichischen unabhängigen Bauernverbandes. Nach dem Bericht des Obmannes und des Kassiers wurde der gesamte Vorstand entlastet.
werbsmilchbauer aus Moosburg und als zweiter Obmann Stellvertreter Bertram Terkl, ebenfalls Vollerwerbsmilchbauer aus Kappel am Krappfeld und ehemaliger Sprecher der IG-Milch Kärnten, gewählt.
Im Zuge der Neuwahl des Vorstandes wurde ÖR Ing. Helmut Fleißner wieder für die Dauer von drei Jahren als Obmann des UBV Kärnten gewählt. ÖR Ing. Helmut Fleißner (56) betreibt einen Vollerwerbsbetrieb in Maria Saal mit Schwerpunkt Stiermast. Er sitzt seit 2001 als unabhängiger Kammerrat in der Landwirtschaftskammer Kärnten und ist seit 2016 dort Obmann des Ausschusses für RechtsSteuer und Sozialpolitik. Zusätzlich dazu ist er noch Obmann des Kärntner Prüfund Kontrollringes und bekleidet Vorstandsämter in der BVG Kärntner Fleisch und der Kärntner Saatbau. Als erster Obmann Stellvertreter wurden einstimmig Andreas Goritschnig, Voller-
Zum Kassier wurde einstimmig Markus Prieß, Vollerwerbsbauer mit Schwerpunkt Mutterkuhhaltung aus Sirnitz gewählt. Er sitzt seit 2016 als Kammerrat in der Landwirtschaftskammer Kärnten und ist seit diesem Jahr dort auch Obmann des Ausschusses für Agrarpolitik und Europafragen.
Als Schriftführer wurde einstimmig Thomas Rinner, Land- und Forstwirt aus St. Salvator gewählt. Er sitz seit 2011 als Kammerrat in der Landwirtschaftskammer Kärnten und ist seit 20156 dort Obmann des Ausschusses für Biologische Landwirtschaft. Zusätzlich sitzt er noch im Vorstand des Maschinenringes Gurk.
Nach der erfolgten Wahl bedankte sich der neue Obmann bei seinen Kollegen für die Bereitschaft, gemeinsam Bauerninteressen zu vertreten und einstimmig wurde beschlossen, abermals zusammen mit der Freiheitlichen und unabhängigen Bauernschaft in die LK Wahl zu gehen. Denn nur gemeinsam sind wir stark!
„Es ist zwar nett, wenn neue Sozialbeamte Pflegebedürftige beraten, aber noch wichtiger wäre es, wenn es für die Betroffenen endlich mehr leistbare Kräfte geben würde, welche tatsächlich Pflegearbeit leisten“. So kommentiert der Kärntner FPÖ-Sozialsprecher LAbg. Harald Trettenbrein die von der SPÖ Kärnten bejubelte Anstellung von Pflegeberatern (Community Nurses). Kärnten müsse in der Pflege als erstes das größte Problem lösen, nämlich die Schieflage im System beseitigen. „Während die stationäre Pflege im Heim gut ausfinanziert ist, lassen wir die große Mehrheit der Senioren im Stich, die lieber zuhause versorgt werden will“, betont Trettenbrein. „Kärnten zählt zu den Bundesländern mit den höchsten Tarifen für mobile Pflege, während in Kärnten die geringsten Durchschnittspensionen bezogen werden“, fordert Trettenbrein eine Kostenbremse im derzeit höchst unfairen System. Auch die 24-Stunden-Betreuung müsse für mehr Menschen leistbar sein. Kärnten sollte daher, wie das Burgendland und Vorarlberg, einen zusätzlichen monatlichen Zuschuss von bis zu 600 Euro pro Monat gewähren. „Mehr Förderungen für ambulante Pflege muss erste Priorität haben. Niemand soll aufgrund seiner zu geringen Pension gezwungen sein, in ein Heim zu gehen“, verlangt Trettenbrein.
LAbg. Harald Trettenbrein Bereichssprecher für Soziales
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Manfred Muhr im Interview Alle fünf Jahre wird die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer neu gewählt. Im November ist es wieder so weit. Kärntens LWK-Vizepräsident Manfred Muhr zieht Bilanz und zeigt mögliche Wege für die Zukunft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern auf. Kärntens Bäuerinnen und Bauern wurden in den letzten Monaten und Jahren mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Wie werden sich Klimawandel, der immer wichtiger werdende Umweltschutz und letztlich die Corona-Krise auf unsere Agrarproduktion auswirken? Tatsache ist, dass sich der Klimawandel nicht leugnen lässt. Gerade wir Bauern sind tagtäglich damit konfrontiert, es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass gerade die aktive Landund Forstwirtschaft große Mengen an CO2 bindet. Dies muss von der Gesellschaft auch honoriert werden. In Sachen Umweltschutz haben Österreichs Bauern in den letzten Jahren gewaltige Vorleistungen erbracht, wer zukünftig mehr Umweltschutz haben will muss dies einerseits freiwillig machen können und andererseits dafür auch bezahlt werden. Die Corona Krise hat gezeigt, dass der Trend nach Regionalität ungebrochen und daher eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung unumgänglich ist. Gerade hier steht aber die ÖVP seit Jahren auf der Bremse. Sichere Versorgung mit bezahlbaren
Nahrungsmitteln, ein angemessenes Einkommen der Bäuerinnen und Bauern, die Bekämpfung des Klimawandels und die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen lauten die Ziele der EU-Agrarpolitik. Was muss sich ändern damit diese Ziele auch erreicht werden können? Der Konsument hat noch nie so wenig für Lebensmittel ausgegeben wie in der Gegenwart. Waren die Ausgaben für Essen und Trinken in den 50er Jahren noch bei knapp 50 Prozent des Einkommens, so liegen sie heute bei elf Prozent! Während die Umsätze bei den Handelsketten infolge Corona stark gestiegen sind, stagniert das Einkommen der Bauern. Es darf schon die Frage gestellt werden, warum es in der Vergangenheit nicht gelungen ist die Lebensmittelpreise mit der Inflation anzupassen. Zum NegativEinkommen der Bauern gehört aber die Belastungslawine der letzten Jahre, wie Abschaffung der Mutterkuhprämie, Erhöhung der Einheitswerte und andere Belastungen. Die Freiheitlichen haben keiner dieser Belastungen zugestimmt! Viele Experten wollen die bisherigen EU-Flächenförderungen zu Gunsten der
Förderung von nachhaltigen und umweltschonenden Arbeitsweisen schrittweise anpassen. Wäre das eine denkbare Variante? Wie bereits vorhin erwähnt haben Österreichs Bauern bereits gewaltige Vorleistungen in Sachen Umweltschutz geleistet, wer mehr haben möchte muss dies auch bezahlen und auf Freiwilligkeit aufbauen. Es macht wenig Sinn, die heimischen Bauern mit immer höheren Auflagen zu quälen und dann die nicht mehr vorhandenen Lebensmittel aus dem Ausland zu importieren, wo diese Auflagen keine Rolle spielen! Unser Modell der Förderung soll den Arbeitsplatz Bauernhof in den Fokus stellen, so wie es der freiheitliche Huber-Plan aus dem Jahr 1993 schon vorgesehen hat. Du hast als Landwirtschaftsexperte am Regierungsprogramm von Türkis-Blau federführend mitgewirkt. Wie viele freiheitliche Ideen sind im jetzigen TürkisGrün-Programm noch enthalten? Tatsächlich finden sich im aktuellen Regierungsprogramm noch viele freiheitliche Forderungen, die wir 2017
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festgeschrieben haben. Einer der wesentlichsten ist die durchgehende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Erfreulicherweise wurden auch einige Punkte aus dem türkis-blauen Regierungsprogramm umgesetzt, unter anderem die Abschaffung der 60 Hektar und 120 Vieheinheiten Grenze in der Pauschalierung oder die Anpassung der Beitragsgrundlagen in der Sozialversicherung Deine Fraktion hat in den letzten Jahren in der Landwirtschaftskammer viele agrarpolitische Themen angestoßen. Wie sieht Deine Erfolgsbilanz aus? In Summe der letzten fünf Jahre haben wir weit mehr als 100 Anträge zur Verbesserung der Situation der heimischen Landwirtschaft eingebracht. Allein in der Vollversammlung Mitte Juli dieses Jahres wurden 19 Anträge von der Fraktion der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft eingebracht. Warum der Bauernbund fünf unserer Anträge, „Rechtsanspruch auf Förderung“, „faires AMA-Gütesiegel“, “Dürrepaket für Kärnten“, “Einstellung des Bauvorhabens am kammereigenen Grundstück Ehrendörfl beim Schloss Ehrental“ und „Wahlkampf-Budgetobergrenze 50.000 Euro“ mehrheitlich abgelehnt hat bleibt unverständlich. Selbst der Antrag der SPÖBauern auf 35.000 Euro pro Fraktion als Höchstgrenze bei den Ausgaben für die Kammer-Wahlen fand keine Bauernbund Zustimmung. Aber Euer Vorschlag „Fairnessabkommen für die Wahl“ im November wurde in neun von zehn Punkten vollinhaltlich übernommen, bis auf den Punkt mit der Wahlkampfkosten-Obergrenze. Es war unsere Fraktion, die ein Fairnessabkommen für die LK-Wahl gefordert hat, da sich die Bauern eine konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen statt einer Schlammschlacht erwarten. Warum sich die Bauernbundmitglieder gegen eine Obergrenze der Wahlkampfkosten ausgesprochen haben, bleibt mir ein Rätsel. Abschließende „Sonntagsfrage“ zu den LWK-Wahlen im November: Warum sollten Kärntner Bäuerinnen und Bauern Dich und Deine Fraktion der Freiheitlichen und unabhängigen Bauernschaft wählen? Die Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte wurde von einer einzigen Partei, der ÖVP, dominiert! Die Einkommensentwickung
der letzten Jahre, die gestiegenen Belastungen und der bürokratische Wahnsinn sind eindeutig dieser Fraktion zuzuordnen. Meine Kollegen und ich reden nicht über die Landwirtschaft, sondern wir leben davon. Damit haben wir, die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft, die „Kompetenz der Betroffenheit“ und kennen die Herausforderungen der heimischen Bäuerinnen und Bauern. Deshalb bitten wir um das Vertrauen für die LK-Wahl am 7. November.
Zur Person: Manfred Muhr (45), bewirtschaftet mit seiner Familie einen biologischen Vollerwerbsbetrieb in der Gemeinde Moosburg. Betriebsschwerpunkte sind die Hühnermast, Mutterkuhhaltung, Ackerbau und Forst. Muhr ist seit 2011 Mitglied der LK-Vollversammlung und seit 2016 erster Vizepräsident der LK-Kärnten.
Manfred Muhr VizePRÄSIDENT Landesspitzenkandidat
Unsere Spitzenkandidaten im Land und den Bezirken
Gerhard Neunegger Spittal a. d. Drau
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Thomas Rinner St. Veit a. d. Glan Markus Priess Feldkirchen
Roman Berger Hermagor
Roman Linder Villach Stadt & Land Landesjungbauernkandidat
Josef Prisch Klagenfurt Stadt & Land
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Maria Irrasch Landesbäuerinnenkandidatin
Rosemarie Schein Wolfsberg
Michael Jörgl Völkermarkt
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Armutszeugnis
Bauern verlieren jeden Tag Geld „In den letzten zehn Jahren schrumpfte das bäuerliche Einkommen um rund 20 Prozent“ Multinationale Handelskonzerne feiern Rekordgewinne, die bäuerlichen Betriebe in Österreich zahlen die Rechnung. Die Bürgerinitiative „oekoreich“ fordert nun einen Systemwandel.
Landesjungbauernkandidat Roman Linder » » » »
Alter: 30 Jahre Verheiratet mit Lisa zwei Kinder Ausbildung: Matura an der KTS Villach, Studienabschlüsse in Business Management und Public Management an der FH Kärnten, Facharbeiter der Landwirtschaft
Gemeinsam mit meiner Familie betreiben wir in Afritz am See unseren Betrieb. Wir halten 25 Mutterkühe. Die männlichen Rinder werden als Einsteller verkauft, die Weiblichen werden als AMA Gütesiegel Jungkalbinnen vermarktet. Einige Rinder schlachten wir selbst und verarbeiten diese im Gasthof, welcher ebenfalls als Familienbetrieb geführt wird. Unsere Gebäude werden schon seit 35 Jahren mit Hackschnitzel geheizt. Das Holz dafür stammt aus dem eigenen Wald. Ebenso zu unserem Betrieb gehört die Vermietung einiger Gästezimmer und eines Ferienhauses. Um eine positive Veränderung für die Kärntner Bauern mitzugestalten habe ich mich entschlossen bei der Landwirtschaftskammerwahl als Kandidat anzutreten. Der Bauernbund und die ÖVP sitzen seit Jahrzehnten an den Schalthebeln in der Landwirtschaftspolitik und haben die heutigen Probleme
der Bauern verursacht, wie zum Beispiel die Abschaffung der Milchmengenkontingentierung oder die Erhöhung des Einheitswertes. Ich trete an, um die Interessen der Bauern zu vertreten, und nicht jene von Großkonzernen der EU. Ich stehe für die Zukunft der Bauern und sehe mich als Vertreter der Jungbauern und zukünftigen Hofübernehmer. Die Hofübernahme wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unter den schlechten Rahmenbedingungen immer schwieriger. Es gibt nur noch wenige Jungbauern, die sich bereit erklären den traditionellen Bauernhof weiter zu betreiben. Gemeinsam mit einem starken Team der freiheitlichen und unabhängigen Kammerräte werde ich auch in Zukunft dynamisch, zielstrebig und konsequent die Interessen der Kärntner Bäuerinnen und Bauern vertreten.
Ohne große Inszenierung hat Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger kürzlich neue Zahlen dazu vorgestellt, wie sich die landwirtschaftlichen Einkünfte der heimischen Bäuerinnen und Bauern entwickeln. Grundlage dafür ist der „Grüne Bericht 2021“, eine jährliche vom Ministerium erarbeitete Bestandsaufnahme zur Situation der Landwirtschaft in Österreich. Und deren Lage kann nur mit einem Wort zusammengefasst werden: Katastrophal. Mittlerweile verdienen die Bäuerinnen und Bauern in Österreich um rund 20 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Lag ihr durchschnittliches Einkommen im Jahr 2011 noch bei rund 35.000 Euro pro Jahr und Betrieb, sind es 2020 nur noch rund 28.000 Euro gewesen. In den letzten drei Jahren gab es zudem ein Netto-Minus von rund neun Prozent, die Entwicklung ist also ungebremst schlecht, am Ende verlieren Landwirte jeden Tag Geld.
Höfe müssen zusperren Und das, obwohl die Rohstoffpreise genauso wie alle anderen Lebenserhaltungskosten stark anziehen. Kein Wunder, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe für immer schließen müssen. Es existieren unterschiedliche Zahlen dazu, mal wird von sieben Höfen pro Tag gesprochen, die zusperren müssen, mal sind es zwölf Betriebe pro Tag. Die Verteilung in den Sektoren ist höchst unterschiedlich, besonders betroffen sind etwa die Schweine-Bäuerinnen und Bauern. Gleichzeitig verdienen sich insbesondere die Handelskonzerne aktuell eine goldene Nase, insbesondere da sie immer öfter auf importierte Ware zurückgreifen, wie „oekoreich“ zuletzt mehrfach bei Eiern oder Fleisch aufdeckte. Noch nie war die Ertragslage also so günstig für REWE, HOFER & Co
DER FREIE BAUER wie im Corona-Jahr 2020. Das Bewusstsein bei Konsumentinnen und Konsumenten für die Wichtigkeit guter Lebensmittel steigt, doch die Landwirte profitieren kaum davon.
Rekordgewinne
fite und importieren lieber Qualfleisch aus Litauen, wie aktuell HOFER, oder pflegen Geschäftsbeziehungen mit dubiosen Agrarkonzernen aus der Ukraine, wie das REWE macht, statt faire Preise zu bezahlen. Die Politik appelliert gleichzeitig an die Konsumentinnen und Konsumenten, sie mögen doch bitte heimische Lebensmittel einkaufen, blockiert aber immer noch die verpflichtende Herkunftskennzeichnung. So geht’s nicht mehr weiter, wir werden diese desaströse Dynamik in der Landwirtschaft nicht länger hinnehmen“ sagt dazu Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative „oekoreich“ und Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.
Denn während die Produzentinnen und Produzenten immer weniger Lohn für ihre ehrliche Arbeit erhalten, streifen die Handelsbetriebe neue Rekordgewinne ein. Als Konsument*innen können wir das kaum beeinflussen, außer wir kaufen bei Direktvermarktern ein. Für die Bürgerinitiative „oekoreich“, Nachfolgerin des erfolgreichen Tierschutzvolksbegehrens, kommt diese Entwicklung einem Armutszeugnis Die wichtigste Maßnahme zur Steigerung gleich und verlangt nach einem System- des landwirtschaftlichen Einkommens der Bäuerinnen und Bauern in Österreich ist wandel. die verpflichtende Herkunftskennzeich„Zurecht verlangen wir Konsumentinnen nung bei Lebensmitteln – von verarbeiteund Konsumenten höchste Standards bei ten Produkten im Supermarkt bis hin zum Tierwohl und Naturschutz – aber diejeni- Landgasthaus. Denn nur wenn die Konsugen, die sie zu erbringen haben, werden mentinnen und Konsumenten auf einen sträflich im Stich gelassen. Die Handels- Blick erkennen können, woher das Essen konzerne schauen nur noch auf ihre Pro- wirklich stammt, können sie sich auch für regionale Waren entscheiden.
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Schulterschluss Zudem gilt es die kleinbäuerlichen Betriebe im Zuge der GAP-Reform stärker zu fördern, auch Tierwohl und Naturschutz müssen entsprechend gewürdigt werden. Bislang fließt der Großteil der dutzenden Milliarden an EU-Agrarförderungen an die größten Betriebe und nicht an jene, die es besser machen. Davon profitiert die Massentierhaltung und nicht die kleinbäuerlichen Strukturen, wie sie in Österreich noch vorherrschen. Nicht zuletzt braucht es aber künftig auch mehr Kommunikation zwischen Konsumentinnen und Konsumenten Produzentinnen und Produzenten, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit regionaler, tier- und klimafreundlicher Lebensmittel zu schärfen. Plumpe Propaganda und durchsichtiges Marketing helfen da nachweislich nicht. Stattdessen muss man auf authentische Botschaften und Dialog auf Augenhöhe setzen – nur im Schulterschluss liegt die Kraft für Veränderung.
Kein Gleichheitsgrundsatz Unterschiedliche Verzugszinsen bei rückständigen Sozialversicherungsbeiträgen machen Bauern zu Melkkühen der bäuerlichen Sozialversicherung. Während die Verzugszinsen der ASVG um 3,38 Prozent auf 1,38 Prozent abgesenkt wurden, um den heimischen Unternehmern hier in ihrer angespannten Corona-Situation wirtschaftlich entgegenzukommen, bleiben die Verzugszinsen für die bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträge unverändert bei fünf Prozent. „Dies sind in Zeiten einer Nullzins-Politik glatte Wucherzinsen und dienen offensichtlich auch zur Querfinanzierung der Sozialversicherung. Das ist ein Schlag ins Gesicht der kleinstrukturierten Landwirtschaft und gegenüber allen beitragspflichtigen Landwirten, die in der momentanen Situation Schwierigkeiten haben, ihre SV-Beiträge fristgerecht zu bezahlen. Hier haben der ÖVP-Bauernbund und sein Präsident, der als angeblicher Bauernvertreter im Vorstand der SVS-Kärnten sitzt, ein weiteres Mal versagt“, ist der Vizepräsident der Kärntner Landwirtschaftskammer und Landesobmann der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft Manfred Muhr verärgert. Die SV-Beiträge machen bei den meisten landwirtschaftlichen Betrieben
„Wir fordern eine Absenkung der Verzugszinsen auf 1,38 Prozent, wie bei den ASVG Versicherten.“ Manfred Muhr
einen Großteil der Betriebsausgaben aus und sind laut Muhr durch die Belastungslawine der letzten SPÖ-ÖVP-Bundesregierung stark gestiegen. Die Freiheitlichen haben daher in der Landwirtschaftskam-
mer, im Kärntner Landtag und im Nationalrat mehrmals beantragt, zumindest zwei Quartalsbeiträge der Sozialversicherung als Coronahilfe für die heimische Landund Forstwirtschaft zur Gänze zu stunden. „Diese Anträge wurden von der schwarzgrünen Bundesregierung mit Hilfe aller ÖVP-Bauernbundfunktionäre abgelehnt“, so Manfred Muhr weiter, der den Kärntner Landwirtschaftskammerpräsidenten Siegfried Huber auffordert, auch für die betroffenen Landwirte eine Absenkung der Verzugszinsen auf 1,38 Prozent zu erreichen, um den Gleichheitsgrundsatz zu erhalten. Bereits mit der Sommerkampagne 2020 „Damit auch ich noch Bauer werden kann“ habe man laut FPÖ-Landesparteisekretärin Isabella Theuermann drauf hingewiesen, was bei vielen Gesprächen mit den heimischen Bauern das Hauptthema ist. „Viele müssen nebenbei Arbeiten gehen, um die hohen SV-Beiträge finanzieren zu können. Der nachfolgenden Generation möchte das niemand mehr zumuten. Künftig kann ohnehin nur über eine Absenkung der SV-Beiträge im Zuge der neuen Einheitswertfeststellung 2023 eine Entlastung der bäuerlichen Familien erfolgen“, erklärt Isabella Theuermann abschließend und kündigt diesbezügliche parlamentarische Initiativen der Freiheitlichen an.
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Fairnessabkommen In der Vollversammlung haben die Fraktionen einstimmig ein Fairnessabkommen für die Wahl der Kammer der Land- und Forstwirtschaft in Kärnten 2021 beschlossen. Die in der Vollversammlung vertretenen Fraktionen schließen anlässlich der im Herbst stattfindenden LK-Wahl den Wahlkampf betreffend folgende Vereinbarung. Diese Vereinbarung erlangt ihre Gültigkeit mit dem Datum der Vollversammlung vom 12. Juli 2021 und der Unterzeichnung dieses Abkommens durch den jeweiligen Fraktionsführer. Ziel dieses Abkommens ist die Sicherstellung eines fairen, seriösen, störungsfreien und sachlichen Wahlkampfes. Die Fraktionen stimmen überein, dass der demokratische Grundkonsens, das Ansehen der bäuerlichen Berufsgruppe und seiner Interessenvertretung im Wahlkampf nicht beschädigt werden dürfen.
Landesbäuerinnenkandidatin Maria Irrasch » » » »
Alter: 38 Jahre Zwei Kinder Vor drei Jahren Übernahme des elterlichen Betriebes in Mölbling. Politisch aktiv als: Gemeinderätin, Aufsichtsrätin der Molkereigenossenschaft St.Veit an der Glan und bei den ARGE-Meistern auf Bezirks- und Landesebene tätig.
Meine betriebliche Hauptausrichtung sind die Milchproduktion, Kalbinnenaufzucht und Ochsenmast. Hier liegt meine persönliche Leidenschaft bei den Milchkühen, die ich persönlich zur Gänze betreue und versorge. Ich bin auch in den letzten Jahren mit der Ausbildung zur Eigenbestandsbesamerin und zertifizierten Klauenpflegerin und weiteren Fortbildungen immer am laufenden um meine Tiere artgerecht betreuen und meine Felder, Wiesen und den Forst optimal bewirtschaften zu können. Meine Eltern unterstützen mich dabei, wo sie nur können und dafür bin ich den Beiden sehr dankbar. Ich möchte Frauen in der Landwirtschaft und aktiven Landwirtinnen ein Sprachrohr sein die täglich mit ihrer fachlichen Kompetenz bei den Tieren, auf den Feldern und Wiesen aber auch in Wald und Forst mit harter Arbeit, viel Liebe zum Beruf, neuen innovativen
Ideen zu mehr Wertschöpfung aber auch Arbeitserleichterung beitragen. Außerdem möchte ich meinen Berufskolleginnen den Mut geben gesehen zu werden. Sodass sie den Ansporn haben sich für Funktionen in der Öffentlichkeitsarbeit und in Gremien zur Verfügung zu stellen, um unsere Sichtweisen darzustellen und aktiv an neuen Wegen und Veränderungen mitzuarbeiten, für eine bessere gemeinsame Zukunft von uns allen. In den letzten Jahren habe ich durch meine Funktionen viele neue Erfahrung und Eindrücke sammeln können, habe mit interessanten und außergewöhnlichen Persönlichkeiten neue Wege beschritten. Das war mit ein Grund dafür, mich der Wahl zur Kammerrätin in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer zu stellen..
§1 Die Fraktionen verpflichten sich, den Wahlkampf in fairer und sachlicher Weise zu führen. Sie vereinbaren, persönliche Angriffe, Diffamierungen, ehrenrührige Behauptungen und persönliche Herabsetzungen zu unterlassen und auch nicht medial zu platzieren. Zudem verpflichteten sie sich, Respekt vor der Privatsphäre der KandidatInnen zur LKWahl zu üben sowie das Verbreiten falscher Tatsachen, irreführender Behauptungen und unrichtiger Darstellungen sowie jegliche Art des „Dirty Campaigning“ zu unterlassen. §2 Die Fraktionen • verzichten auf gegenseitige Verunglimpfungen, insbesondere auf Äußerungen, die geeignet sind, politische Gegnerinnen und Gegner als Person zu diskreditieren; • verpflichten sich dazu, ihre Autorenschaft bei von ihnen verbreiteten Botschaften oder bezahlter Werbung klar erkennbar zu machen; • verzichten auf falsche Tatsachenbehauptungen (Fake-News) sowie deren Weiterverbreitung und verpflichten sich, Tatsachenbehauptungen vor deren Verbreitung gründlich zu prüfen und • verzichten auf die Entfernung oder Zerstörung von Plakaten der jeweils anderen Fraktionen. §3 Die Durchführung von (Wahl-)Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten darf gegenseitig nicht gestört oder verhindert werden, auch nicht von der Fraktion nahestehenden Gruppen.
DER FREIE BAUER §4 Veranstaltungen der LK Kärnten dürfen nicht für Wahlwerbung von Fraktionen genutzt werden.
§8 Die Fraktionen kommen überein, dass Kandidatinnen oder Kandidaten, die gleichzeitig in der Landwirtschaftskammer Kärnten beschäftigt sind, nicht unter den ersten 25 §5 Listenplätzen auf der Wahlliste platziert Im Kärntner Bauer darf keine Wahlwer- werden. bung erfolgen. In den wöchentlichen Kommentaren der Kammerräte im Kärnt- §9 ner Bauer wird darauf verzichtet, sich auf Bei Verstößen gegen dieses Fairnessabandere Fraktionen oder Personen anderer kommen nehmen die Fraktionen sofort wahlwerbender Fraktionen zu beziehen. Kontakt auf, um die Situation im Kreis der Fraktionssprecher zu bereinigen. Gelingt §6 dies nicht, kann auf Antrag einer Fraktion Seitens des Präsidenten darf das Dienst- die Schlichtungsstelle angerufen werden. auto (mit oder ohne Chauffeur) nur für Die Schlichtungsstelle besteht aus fünf dienstliche Termine in Ausübung seines unabhängigen Experten. Jeder Fraktion Amtes als Präsident der LK Kärnten ver- obliegt die Nominierung eines Experten in wendet werden. die Schlichtungsstelle. Nach Entscheidung der Schlichtungsstelle erfolgt eine mediale §7 Kommunikation der Entscheidung und der Die Fraktionen werden ihre Kandidatinnen Begründung. und Kandidaten zur LK-Wahl sowie ihre jeweilige Landespartei, ihre Bezirks- und Der Inhalt des Fairnessabkommens ist Gemeinde-Organisationen über die Inhal- ident mit den Vorschlägen, welche die te dieses Abkommens informieren und auf Freiheitliche und unabhängige Bauerndie Einhaltung des Fairnessabkommens schaft in der Vollversammlung eingehinwirken. bracht hat, allerdings hatte unser Vorschlag zehn Punkte und nicht neun. Über
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eine Begrenzung der Wahlkampfkosten konnte keine mehrheitsfähige Einigung gefunden werden. Wir wollen auch nachstehenden Punkt im Fairnessabkommen verankert sehen: Die Fraktionen kommen überein, die Wahlkampfkosten für den LK-Wahlkampf auf 50.000,- Euro pro wahlwerbender Fraktion zu beschränken. Diese Obergrenze umfasst die Summe aller Geld und Sachausgaben, die die wahlwerbende Fraktion und die auf der jeweiligen Wählerliste platzierten Kandidaten für den Wahlkampf verwenden. Nicht unter diese Ausgaben fallen die Fahrtkosten und die Barauslagen auf Veranstaltungen bzw. Getränkespenden der jeweiligen Kandidaten. Die wahlwerbenden Fraktionen verpflichten sich, die Aufstellung der Gesamtkosten am Ende des Wahlkampfes wahrheitsgetreu offenzulegen. Für den Fall einer Überschreitung der vereinbarten Obergrenze von 50.000,- verpflichtet sich die jeweilige wahlwerbende Fraktion, den doppelten des über die vereinbarte Obergrenze hinausgehenden Betrages an die Organisation „Bauern helfen Bauern“ zu spenden.
EU greift nach unserem Wald Im Rahmen des europäischen Grünen Deals hat sich die EU mit dem Europäischen Klimagesetz das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die derzeitigen Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten erheblich zurückgehen. Als Zwischenschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität hat die EU für 2030 noch ehrgeizigere Klimaziele formuliert und sich dazu verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030, um mindestens 55 Prozent zu reduzieren. Die EU befasst sich derzeit im Rahmen des sogenannten Pakets „Fit für 55“ mit der Überarbeitung ihrer klima-, energie- und verkehrsbezogenen Rechtsvorschriften.
Damit sollen die geltenden Regeln an die Ziele für 2030 und 2050 angepasst werden. Insgesamt umfasst das Paket acht Vorschläge für den Ausbau bestehender Rechtsakte und fünf neue Initiativen für verschiedene Politikbereiche und Wirtschaftssektoren: Klima, Energie und Kraftstoffe, Verkehr, Gebäude, Landnutzung und Forstwirtschaft. Der Wald soll in Zukunft, und so will es die EU, also unsere Forstwirtschaft, ihren Anteil zur Erreichung der Klimaneutralität beitragen. In der neuen EU-Waldstrategie ist vorgesehen, dass ein Drittel unserer Waldgebiete nutzungfrei werden. Die in den letzten Jahren zielstrebig vorangetriebene Idee, vermehrt auf Holz, als nachwachsen-
den Rohstoff auch im Bauwesen, zu setzen wird damit ad absurdum geführt. Im Klartxt heißt, dass das die Forstwirtinnen und Forstwirte in Zukunft über 30 Prozent des Waldes nicht nach ihren Vorstellungen nutzen drüfen. Der Wald wird zukünftig offenbar nur mehr als Mittel zur CO²-Senkung angesehen. Die Holzentnahme wird als CO² Schuld im Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft angesehen. Es droht nicht nur eine Verminderung der Holznutzung, mit dem damit verbundenen Verlust von Arbeitplätzen in der holzverarbeitenden Industrie, sondern auch geringere Einnahmen für die Forstwirte, deren Meinung zu diesem klimapolitischen Vorhaben nicht eingeholt wurde.
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Die Zukun als Gegenwart
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Wertschätzung
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Die Bäuerin hält am Hof drei Hausecken zusammen, sagt ein Sprichwort. Leider war in den letzten Jahren von einer echten Wertschätzung der Bäuerinnen nichts zu merken, außer ein paar unterzeichnete Chartas ohne verbindliche Forderungen. Nach wie vor liegt die durchschnittliche Bäuerinnenpension um 30 Prozent unter der Pension der Bauern. Dieser Umstand spiegelt in keinster Weise die sozialen Leistungen der Bäuerinnen auf den Höfen wider. Damit die heimischen Bäuerinnen unbürokratisch und nachhaltig unterstützt werden, hat unsere Fraktion bei der letzten Vollversammlung folgenden Antrag an die Bundesregierung gestellt: Um den sozialen Leistungen der Bäuerinnen auf den Höfen gerecht zu werden, sollen die Pensionsansprüche der Bäuerinnen aus den PV-Beiträgen überproportional (Faktor 1,3 gegenüber Männern) bewertet werden. Damit wäre zumindest ein Teil der Doppelund Dreifachbelastung unserer Bäuerinnen gewürdigt, aus der sich zumindest eine faire Pension ergibt. Ich bedanke mich bei allen Fraktionen, die diesem Antrag ihre Zustimmung gegeben haben und hoffe auf eine rasche Umsetzung durch die Bundesregierung. Das müssen uns die Bäuerinnen wert sein!
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Sortenhighlights der Kärntner Saatbau zum Wintergetreide Herbstanbau 2021 Sortenhighlights der Kärntner Saatbau zum Wintergetreide Herbstanbau 2021 In Kärnten haben die zweizeiligen Wintergersten Sorten Tradition. Mit der neuen zweizeiligen Spitzensorte BORDEAUX bieten wir eine neue Wintergerste an, die alle Erwartungen der Landwirte erfüllt. BORDEAUX ist sehr standfest und hat eine sehr gute Kornqualität. Die weiteren Spitzensorten im zweizeiligen Sortimentsbereich sind SU VIRENI, HANNELORE, SANDRA, LENTIA und AMBROSIA. Als Winterbraugerste bieten wir auch heuer wieder die Sorte MONROE an. Als mehrzeilige Sorte bieten wir die Spitzensorte ADALINA an. ADALINA kombiniert die Spitzenerträge von mehrzeiligen Sorten mit der Kornqualität von zweizeiligen Sorten. Als Hybriden im Winterroggensortiment bieten wir die Sorten KWS TAYO und KWS JETHRO an. Die beiden Spitzenhybridsorten sind Ertragssieger, weisen eine sehr gute Standfestigkeit und sehr gute Qualitätseigenschaften aus. Das Sortiment rundet die Populationssorte DUKATO ab. Als Grünschnittrogen bieten wir im BIO und konventionellen Bereich die Sorte PROTECTOR an. Unser umfassendes Weizensortiment führt heuer die ertragsstarke und qualitativ hochwertige Mahlweizensorte TIBERIUS an. TIBERIUS ist frühreif, sehr standfest und hat ein sehr hohes Hektolitergewicht. Neben TIBERIUS bleibt die Sorte RGT REFORM die unangefochtene Spitzensorte im Mahlweizenbereich. Die Sorte HEWITT bleibt unser ertragsstärkster Futterweizen.
Im Qualitätsweizensortiment können wir mit der Sorte AURELIUS, den ertragsstärksten Grannenweizen, mit früher Reife und bester Standfestigkeit, präsentieren. Die Sorte BERNSTEIN kombiniert sehr hohe Erträge mit ausgezeichneter Qualität. BERNSTEIN ist ein Kolbenweizen, mittellang mit sehr guter Standfestigkeit und tolerant gegenüber den wichtigsten Krankheiten. AURELIUS und BERNSTEIN sind auch als BIO Saatgut erhältlich. Im Wintertriticale Sortiment können wir heuer zwei neue Spitzensorten anbieten. Die Sorte FIDEGO ist der Ertragssieger der letzten beiden Jahre. FIDEGO ist mittellang im Wuchs, ähnlich wie die bewährte Sorte TRIAMANT, frühreif, gesund und natürlich sehr ertragsstark. Mit der Sorte RIPARO bieten wir ebenfalls eine sehr ertragsstar-
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Spitzensorten für den Wintergetreide Herbstanbau 2021 Wintergerste: Wintergerste:
BORDEAUX, zweizeilig Winterweizen: BERNSTEIN (8) ADALINA, mehrzeilig Winterweizen: MOSCHUS (7)
Wintertriticale: RIPARO Wintertriticale: FIDEGO
Winterroggen: KWS JETHRO Hybrid Winterroggen: KWS TAYO Hybrid
Winterweizen: AURELIUS (7)
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ke, etwas kürzere und sehr standfeste Sorte an. Zusätzlich bieten wir die Sorten BOROWIK, CLAUDIUS, TRIAMANT, TRIBONUS, AGOSTINO und als Aktionssorte SW TALENTRO an. Im BIO Winterdinkelsortiment bieten wir die beiden SLK Sorten OSTRO und EBNERS ROTKORN an . Mit ZOLLERNSPELZ haben wir eine kürzere Dinkelsorte im Sortiment, die hohe Erträge, sehr gute Qualitätseigenschaften und eine sehr gute Standfestigkeit vereint.
„Zahle Höchstpreise für Schlachtkühe und Einsteller “
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Hausverstand
Almwirtschaft oder Wolf?
Deckmantel „Nahversorgung“ Das „Pilotprojekt SelbstbedienungsContainer“ einer österreichweit agierenden Supermarktkette gefährdet die wirtschaftliche Existenz der bäuerlichen Direktvermarkter. Eine bekannte österreichische Supermarktkette hat in vier Oberkärntner Gemeinden begonnen „Selbstbedienungs-Container“ aufzustellen und sieht dies als Pilotprojekt für ganz Österreich. ÖVP-Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig macht in den sozialen Medien jetzt eifrig Werbung dafür, was ihm ordentlich Kritik vom Landesobmann der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft Kärnten einbringt. „Auf der einen Seite fördert der ÖVP-Wirtschaftslandesrat die Nahversorger mit 300.000 Euro, dem gegenüber stehen mickrige 100.000 Euro für die bäuerlichen Direktvermarktungshütten aus dem Budget von ÖVP-Agrarlandesrat Martin Gruber. Jetzt geht Schuschnig auch noch her und bewirbt die neuen ‚SelbstbedienungsContainer‘ einer bekannten österreichischen Supermarktkette. Anscheinend wurde von der Kärntner Volkspartei der stets beworbene ‚Hausverstand‘ an der Supermarktkasse des gelben Handelskonzerns abgegeben“, wundert sich der Vizepräsident der Kärntner Landwirtschaftskammer Manfred Muhr über diese Marketingoffensive der Landes-ÖVP.
„SelbstbedienungsContainer einer Supermarktkette gefährden die Existenz bäuerliche Direktvermarkter“ Schwarze Schizophrenie Für Muhr ist die Aktion von Sebastian Schuschnig auch aufgrund einer anderen Tatsache äußert fragwürdig: „Das Vorgehen Schuschnigs in dieser Sache grenzt an schwarze Schizophrenie. Die angebliche ‚Bauernpartei‘ ÖVP und deren Repräsentanten geben einem Handelskonzern unter dem Deckmantel der Nahversorgung werbetechnische Schützenhilfe und fallen den heimischen bäuerlichen Direktvermarktern damit
in den Rücken.“ Muhr fordert die ÖVP auf endlich zum Vorteil der heimischen Landwirte zu arbeiten, die vielen bereits beschlossenen freiheitlichen Anträge in der Landwirtschaftskammer sowie im Landtag auch endlich umzusetzen und mit solchen verfehlten Werbeaktionen aufzuhören.
Schlag ins Gesicht der Bauern Manfred Muhr befürchtet, dass dies den Anfang vom Ende der bäuerlichen Direktvermarktungshütten bedeutet, sollte dieses Konzept des gelben Handelsriesen wirklich Schule machen. Er sieht einen Schlag ins Gesicht der heimischen Landwirte, die vom Handel schon lange keine ordentlichen Preise mehr für ihre Produkte bekämen und deshalb in die Direktvermarktung eingestiegen seien, um ihre Höfe zu erhalten und finanziell abzusichern. „Jetzt dürfen die bäuerlichen Direktvermarkter wieder bei einem Handelskonzern Bittsteller spielen, damit sie in dessen Sortiment gelistet werden. Derselbe Konzern wirbt im Übrigen gerade mit extremen Lebensmittel-Dumpingpreisen, das ist dann wohl auch in den neuen ‚Selbstbedienungs-Containern‘ zu befürchten. Warum unterstützt man nicht einfach das Aufstellen der bäuerlichen Direktvermarktungshütten? Damit hat die ÖVP wieder einmal ihr wahres Gesicht gezeigt, die Bauern braucht sie nur für ein regionales Image“.
Almwirtschaft und Wolf sind ein Widerspruch in sich und funktionieren einfach nicht. Es muss die Entscheidung fallen: Schutz der Almwirtschaft oder Schutz der Wölfe? Diese Forderung der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft wurde schon vor fünf Jahren thematisiert. Nachdem auf der Poludnigalm, der Eggeralm und der Wipfelalm im Gailtal seit Ende Juni 56 Nutztiere durch den Wolf gerissen wurden, hat das Land Kärnten durch Landesrat Martin Gruber eine fadenscheinige Minimallösung beschlossen. Bis zum 30. September läuft eine Ausnahme von den Schonvorschriften für den Wolf in diesem Gailtaler Almgebiet. Der „Wolf“ ist für den Abschuss freigeben. „Es macht den Anschein, als möchte sich ÖVP-Landesrat Gruber mit diesem einen Beschluss, jetzt am Ende der Almsaison, aus der Affäre ziehen. So kann man wenigstens sagen, dass man überhaupt etwas getan hat – im Gegensatz zu vor wenigen Wochen, wo laut Gruber überhaupt kein Handeln möglich war“, zeigt sich FPÖ-Landesparteiobmann NAbg. Erwin Angerer verärgert über die jahrelange Untätigkeit des zuständigen Referenten.
Salzburger Lösung „Salzburg hat eine vernünftige Lösung erarbeitet und vorgezeigt, wie es richtig geht – dort gibt es Entschädigungszahlungen für durch den Wolf verursachte Belastun-
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DER FREIE BAUER gen. Es kann doch nicht sein, dass wir in Kärnten nicht auch fähig sind, eine Lösung zu finden, die allen Almbauern hilft und nicht nur einigen wenigen. Schließlich haben wir bestätigte Wolfsrisse in ganz Kärnten“, erklärt dazu der freiheitliche Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Manfred Muhr, der weiter ausführt: „Was Landesrat Gruber momentan abliefert ist kein Paukenschlag, sondern ein Streichquartett. Unsere FPÖ-Forderung bleibt weiterhin aufrecht: Die Landesregierung hat in ganz Kärnten Weidegebiete und Almfutterflächen zu Maßnahmengebieten zu erklären und dort schnell und unbürokratisch eine Entnahme zu ermöglichen.“
nicht weiter durch völlig veraltete Richtlinien zu gefährden. ÖVP-Landwirtschaftsministerin Köstinger muss aktiv werden und die Änderung der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat steht für TierweltPflanzenwelt-Lebensraum) auf EU-Ebene forcieren. Ein weiterer Aufschub ist nicht zu rechtfertigen und eine andere Lösung kann es nicht geben.“
Warntaleln
Neue Richtlinien Die beiden FPÖ-Mandatare sind sich in Bezug auf das unschlüssige und undurchdachte Wolfsmanagement der Kärntner Landesregierung einig und appellieren ein weiteres Mal: „Almwirtschaft und Wolf sind ein Widerspruch in sich und funktionieren einfach nicht. Es muss die Entscheidung fallen: Almwirtschaft oder Wolf? Wir brauchen endlich die gesetzlichen Voraussetzungen, um unsere Kärntner Kultur- und Tourismuslandschaft
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„Unsere Kärntner Kulturund Tourismuslandschaft darf nicht weiter durch völlig veraltete Richtlinien gefährdet werden“ Manfred Muhr
Um auf die Wolfsproblematik hinzuweisen hat die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft eine Aktion zur Bewusstseinsbildung gestartet. „Mit der Aktion der ‚Wolfs-Warntafeln‘ setzen wir auf Bewusstseinsbildung unter den Landwirten und vor allem unter den Besuchern der heimischen Almen. So soll auf die Problematik des Wolfes und die damit verbundenen unruhigen Viehherden hingewiesen werden und Wanderer auf diese Gefahr aufmerksam gemacht werden“, so Manfred Muhr. Alle Landwirte, die solche Tafeln auf ihren Almen aufhängen möchten, können diese ab sofort unter office@fb-ktn.at kostenlos anfordern. Die Hinweistafeln werden von uns in den Formaten DIN A4 und DIN A3 kostenlos zur Verfügung gestellt.
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DER FREIE BAUER
Qplus Rind – Weiterentwicklung 2021/22 Das freiwillige Modul Qplus Rind wurde für die Periode 2021/22 weiterentwickelt und durch eine Erhöhung der Deminimis Zahlungen attraktiver gestaltet. Die Teilnahme über die Abwicklungsstelle BVG Kärntner Fleisch ist für das Jahr 2021 noch möglich.
Das Zusatzmodul Qplus Rind wurde für die Periode 2021/22 weiterentwickelt und die Teilnahme ist ab sofort möglich. Das Ziel des Programms Qplus-Rind ist, durch Kennzahlenauswertungen und die zwei jährlichen Leistungsberichte für Betriebe eine kontinuierliche Qualitäts- und Leistungsverbesserung in der Rinderhaltung zu ermöglichen. Durch konkrete Maßnahmen werden die biologischen Leistungen und zugleich auch die Anteile hochwertiger Qualitäten bei der Vermarktung gesteigert. Teilnehmen können Mutterkuhbetriebe,
Rindermastbetriebe und Kälbermastbetriebe welche einen aufrichtigen AMA Gütesiegel Erzeugervertrag haben oder BioBetriebe sind. Grundsätzlich müssen mind. 5 Mutterkühe bzw. mind. 5 Mastrinder/ Mastkälber im Jahr vermarktet werden. Die an „Qplus-Rind“ teilnehmenden Betriebe werden von der BVG Kärntner Fleisch betreut. Ein Mitarbeiter besucht den Betrieb zweimal jährlich und bespricht mit den Landwirten Fragen der Produktion bzw. die jährliche Auswertung der biologischen Leistungen sowie die Qualitäten der
gelieferten Tiere. Ab 2021 gibt es höhere Deminimis Unterstützung für teilnehmende Betriebe, welche von € 500 auf min. € 1.000 bis max. € 2.400 aufgestockt wurden. Durch gesteigerte Qualitäten können die Vermarktungserlöse verbessert werden. Damit wird auch die Attraktivität der ProgrammTeilnahme für Mutterkuh-, Rindermastoder Kälbermast-Betriebe weiter gestärkt. Interessierte Betriebe können sich direkt bei der BVG Kärntner Fleisch melden.
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Fröschl Johann
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DER FREIE BAUER
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Landesagrartag Kompetenz der Betroffenheit
Die Landes- und Bezirksspitzenkandidaten mit gf. Landesparteiobmann Erwin Angerer Am außerordentlichen Landesagrartag im Gasthaus Jordan in Ottmanach am Magdalensberg präsentierte die Freie und Unabhängige Bauernschaft ihr Wahlprogramm und ihre Kandidaten für die Landwirtschaftskammerwahlen Anfang November. „Ich bedanke mich für das einstimmige Vertrauen in mein Team und mich als Spitzenkandidat für die bevorstehende Landwirtschaftskammerwahl. Jetzt können wir als starke Gemeinschaft in eine spannende Wahlbewegung starten“, so Manfred Muhr, Landesobmann der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft sowie erster Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Kärnten. „Wir wollen die heimischen Bäuerinnen und Bauern, die nachhaltige und positive Perspektiven für ihren Berufsstand einfor-
dern, begleiten und unterstützen. Es kann nicht sein, dass Andere über den landwirtschaftlichen Produktpreis bestimmen, nur nicht wir als Produzenten – wir brauchen eine Anlaufstelle für agrarpolitische Themen, das sind wir unseren Bäuerinnen und Bauern schuldig. Die gegenwärtige Agrarpolitik wird seit Jahrzehnten vom tiefschwarzen ÖVP-Bauernbund vorgegeben und dominiert. Genau diese bauernfeindliche Dominanz wollen wir endlich brechen, dazu braucht es aber uns und unsere Politik des Weitblicks. Unsere Kandidaten sind als aktive Landwirte mit den tagtäglichen Herausforderungen konfrontiert und verfügen damit über die Kompetenz der Betroffenheit. Wir reden nicht nur von Landwirtschaft, wir leben davon, so Muhr. Auch der geschäftsführende FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer war unter
v. l. n. r. Landesjungbauernkandidat Roman Linder, Landesbäuerinnenkandidatin Maria Irrasch & Landesspitzenkandidat Manfred Muhr
den zahlreichen Besuchern und unterstrich in seiner Rede seine persönliche Verbundenheit zur Landwirtschaft. „Als selbst aktiver Landwirt weiß ich, wo der Schuh drückt. In meiner Tätigkeit als Bürgermeister und Nationalratsabgeordneter habe ich schon viele Initiativen in der Gemeinde und im Parlament zum Wohle der heimischen Bauern gesetzt. Leider wurden diese im Nationalrat von der selbsternannten Bauernpartei ÖVP durchwegs abgelehnt oder blockiert. Auch im Kärntner Landtag steht die FPÖ für die Rechte und den Schutz der heimischen Bauern ein. Bei der Landwirtschaftskammerwahl am 7. November gibt es die Chance für echte Veränderung in der Agrarpolitik. Manfred Muhr und sein freiheitliches und unabhängiges Team sind genau die richtigen Anpacker dafür“, so Erwin Angerer.
gf. FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer
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