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fitness MANAGEMENT international 03/22 (Vollversion)

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3/2022

Juni/Juli

Nr. 161

EUR 9/12 (D/INT)

KRAFTCON. DIE INHOUSE FITNESSMESSE.

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„Fitmach-Aktion“ bewegt das Saarland Positives Zwischenfazit in teilnehmenden Studios nach wenigen Wochen

Generationenmanagement Unternehmensnachfolge und -übergabe aktiv gestalten

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EDITORIAL

Die passende Infrastruktur

I

n den letzten zwei Jahren wurden wir häufig mit der Frage konfrontiert, welchem Bereich die Betriebe der Fitness- und Gesundheitsbranche zuzuordnen sind. Die drei Hauptkategorien, die dabei immer wieder zur Sprache kamen, waren „Freizeit“, „Sport“ und „Gesundheit“. Aufgrund der jeweils herrschenden Verordnungslage waren viele der Meinung, dass der Bereich „Gesundheit“ zutreffender wäre als „Sport“ oder „Freizeit“. Jedoch sollten Verordnungen nicht die primäre Motivation für eine Einordnung sein. Überzeugender ist die Tatsache, dass viele unserer Betriebe auch Gesundheitsangebote in ihrem Dienstleistungsportfolio haben. Zusammen mit den DSSV-Vertreter:innen hatten wir auf der FIBO sowie dem Parlamentarischen Abend in Berlin die Möglichkeit, diese Frage Bundestagsabgeordneten und hochrangigen Vertreter:innen der gesetzlichen Krankenversicherungen zu stellen. Die Antwort war überraschend direkt: Die Regierung und die Krankenkassen stehen vor einer nie dagewesenen gesundheitspolitischen Herausforderung, bei der die Fitness- und Gesundheitsbranche zukünftig eine wichtige Rolle spielen wird. Diese Herausforderung ergibt sich aus Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Es müssen dringend Maßnahmen getroffen werden, um die Bevölkerung gesund zu erhalten sowie das öffentliche Gesundheitssystem zu entlasten. Und die Betriebe in der Fitness- und Gesundheitsbranche haben hierfür die passende Infrastruktur. Fakt ist, dass die Pandemie die Politik und die Fitnessbranche enger in den Dialog gebracht hat. Ein konkretes Beispiel ist das Modellprojekt „Fitmach-Aktion“ im Saarland, initiiert von der DHfPG und unterstützt vom DSSV e. V. Das Gesundheitsministerium und die gesetzlichen Krankenkassen des Saarlandes beteiligen sich finanziell, um Menschen zu einem Training im Fitnessstudio zu bewegen. Das ist ein Meilenstein, der erreicht wurde! Weitere Details zu diesem wegweisenden Projekt finden Sie in unserem Update-Bericht ab Seite 20.

„Wir freuen uns auf Ihr Feedback!“

Neben den politischen Aktivitäten widmen wir uns in dieser Ausgabe der fitness MANAGEMENT international auch den Kund:innen in den Studios. Die individuelle Betreuung der Mitglieder durch qualifizierte Trainer:innen ist der Schlüsselfaktor in der Infrastruktur unserer Branche. Dies wurde uns in unseren Gesprächen mit den politischen Vertreter:innen mehrfach bestätigt. In unserem MANAGEMENT Impuls gehen wir darauf ein, wie Sie spezifische Angebote für unterschiedliche Zielgruppen optimal umsetzen können (S. 62ff).

Foto: fitness MANAGEMENT

Dass die Infrastruktur in unserer Branche auch über Generationen hinweg erhalten bleibt, ist nicht selbstverständlich. Deshalb hat sich unsere Redaktion mit dem Thema Generationenmanagement im Studio auseinandergesetzt. Anhand von zwei Best-Practice-Beispielen zeigen wir Ihnen ab Seite 24, wie die Unternehmensnachfolge langfristig geplant werden und gelingen kann. Aber auch für Gründer:innen haben wir in dieser Ausgabe Praxistipps, um erfolgreich Teil dieser Infrastruktur zu werden. Mehr dazu in unserem Artikel „Existenzgründung in unterschiedlichen Märkten“ ab Seite 32 sowie in der Kolumne von Florian Kündgen „Dos and Don'ts für Start-ups“ ab Seite 48. Bevor Sie mit der Lektüre starten, folgende Idee: Lassen Sie uns nicht in starren Kategorien wie „Freizeit“, „Sport“ oder „Gesundheit“ denken. Sehen Sie Ihren Betrieb viel mehr als wichtigen Bestandteil einer ganzheitlichen Infrastruktur, die den Menschen ein besseres und fitteres Leben ermöglicht.

Janosch Marx Geschäftsführer fitness MANAGEMENT

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Jetzt auch für Experten Mit dem neuen Open Modus und EGYM Smart Strength für die freie Trainingsfläche

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INHALT

Walter Müller

Michael Klein

Marco Wolter

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Daniel Müller

Felix Voigt

Patrick Heisel

„Fitmach-Aktion“ bewegt das Saarland

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Generationenmanagement: Die Nachfolge gestalten

INHALT

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AKTUELLES 8 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche 14 Studio des Monats: Vitadrom Soltau 20 „Fitmach-Aktion“ bewegt das Saarland 24 Generationenmanagement: Die Nachfolge gestalten 32 Interdisziplinär: Existenzgründung in unterschiedlichen Märkten 38 Interview mit Phillip Mills: „Die Fitnessbranche muss innovativ sein“ 40 DHZ Fitness und FIBO: Solidarität mit der Ukraine 41 Aufstiegskongress 2022: Better & stronger! 42 gym80: KRAFTcon. – die Inhouse Fitnessmesse 44 Kommentar Albert Busek: Happy Birthday – ARNOLD 75

DSSV 48 52 54 58 60

Dos and Don'ts für Start-ups Social-Media-Kommunikation will gelernt sein Recht: Mitgliedsverträge online abschließen Neue Fördermitglieder und Mitglieder Kommentar Birgit Schwarze: Die Aufbruchstimmung ist da

MANAGEMENT 62 68 70 72 76

MANAGEMENT Impuls International: Wie geht Generationenmix? LES MILLS: Erfolgsschlüssel Gruppenfitness FACEFORCE: Die richtige Vermarktung Leitfaden für Gründer:innen: Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit Lowell: Ein ausgezeichneter Partner für Ihr Studio


Florian Kündgen

32

Interdisziplinär: Existenzgründung in unterschiedlichen Märkten

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Interview mit Phillip Mills

48

Dos and Don'ts für Start-ups

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FITNESS & GESUNDHEIT

WISSENSCHAFT & PRAXIS

78 Trainingssteuerung im Ausdauertraining 82 Branchenkonzepte im Praxischeck: Trainingsformen mit hoher Intensität 88 EGYM Ökosystem: ein völlig neues Trainingserlebnis 90 milon YOU: Dein Einstieg in das Training der Zukunft 92 Concept2: „Zuverlässige Geräte, tolle Partnerschaft“ 94 Körperformen Lizenzpartnerin Nathalie Hütsch 96 Das Vier-Faktoren-Modell des Ganzkörper-EMS-Trainings 100 EMS-Heimtraining – der Wolf im Schafspelz 102 Panatta: SUPER SQUAT MACHINE 104 Experten Allianz: Systematisches Muskeltraining 106 MetaCheck: Jetzt digital verfügbar! 108 Ernährungsberatung im Studio: Steigende Erwartungen durch (Pseudo-)Wissen

112 DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität 114 Personenporträt: Jens Schulze 116 Science News: Wissenschaft für die Studiopraxis 118 Partnerverband BfB: Die „Eckdaten der deutschen Besonnungsbranche 2022“ 120 Buchtipp: „Invicto – Unbezwingbar“ 122 Kolumne Antonio e Silva: Wer kauft mein Produkt?

Fachartikel der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie


AKTUELLES | ANZEIGE

Grafik: ~ Bitter ~ – stock.adobe.com

EMS-Training: Neuerungen und geplante Kontrollen

6. Parlamentarischer Abend in Berlin

Nach der Einführung der Melde-, Aufklärungs- und Dokumentationspflicht (seit dem 1. Januar 2022) kommen nun Kontrollen zur Durchführung dieser Regelungen aus der novellierten Strahlenschutzverordnung. Sehr weit fortgeschritten ist das Bundesland Schleswig-Holstein: Hier wurden EMS-Betriebe bereits aufgefordert, Unterlagen bei der zuständigen Behörde einzureichen. Besonderes Augenmerk wird auf die Einhaltung der Dokumentationspflicht gelegt.

Unter dem Motto „fit & gesund in Deutschland – Fitnessstudios bewegen das Land“ sprachen der DSSV e. V. und seine Bildungspartner, die DHfPG und die BSA-Akademie, auf dem 6. Parlamentarischen Abend in Berlin mit Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft über die Bedeutung der Gesundheits- und Fitnessbranche für die Gesunderhaltung der deutschen Bevölkerung. Die Veranstalter konnten sich im Anschluss über große positive Resonanz freuen.

www.bit.ly/ems-nisv

www.dhfpg.de/parlamentarischer-abend

Foto: whyframeshot – stock.adobe.com

Foto: fitness MANAGEMENT

Dienstleistungsbranche klettert aus Corona-Tief

milongroup setzt globalen Wachstumskurs fort

Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stehen die Chancen für Dienstleistungsunternehmen nach der Pandemie deutlich besser als für Unternehmen anderer Branchen. Insbesondere Fitness- und Gesundheitsdienstleister:innen können von einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein und einem hohen Präventionsbedarf profitieren. Ähnlich optimistisch war demnach auch das Feedback zur FIBO 2022.

Um den internationalen Markt weiter auszubauen, holt die milongroup Jimmy Andrew von BOOFIT Ltd. als externen Berater mit an Bord. Der gebürtige Schotte besitzt über 30 Jahre Erfahrung in der Erschließung und dem Ausbau neuer Fitnessmärkte im Ausland. Die offizielle Vertragsunterzeichnung fand im Rahmen der FIBO 2022 am Stand der milongroup statt. Mehr zur Zusammenarbeit erfahren Sie im exklusiven fM ONLINE-Interview mit Jimmy Andrew.

www.bit.ly/zukunftsmarkt-fitnessbranche

www.bit.ly/interview-andrew

Foto: Jirapong – stock.adobe.com

DSSV-Leitfaden: effektiv Kosten sparen Die Corona-Krise und die aktuellen politischen Ereignisse beeinflussen jede einzelne Kostenposition erheblich. Um den Betreiber:innen eine Hilfestellung zur Einsparung der Unternehmenskosten zu geben, hat der DSSV e. V. in Kooperation mit dem Wirtschaftsinstitut für Fitness und Freizeit (W.I.F.F. GmbH) einen Leitfaden erstellt, der Kostenrichtwerte und Optimierungsmaßnahmen vorstellt. DSSV-Mitglieder haben im internen Bereich kostenfreien Zugriff auf die Publikation. www.bit.ly/dssv-leitfaden

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IN IN So


WIR FEIERN MIT IHNEN

MIT VIELEN NEUEN PRODUKTEN IN UNSEREM JUBILÄUMSJAHR Seit 40 Jahren entwickeln wir Sporternährungsprodukte in Topqualität. Mit unseren Produkten unterstützen wir einen bewussteren Lebensstil ebenso wie ambitionierten Leistungssport. 40 Jahre INKO, die wollen wir mit ihnen feiern. Dazu haben wir unsere ganze Erfahrung genutzt und präsentieren eine Reihe spannender, neu entwickelter Produkte. Freuen Sie sich mit uns auf viele weitere tolle Überraschungen in unserem Jubiläumsjahr!

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Foto: DHfPG/BSA

Foto: EGYM GmbH

Gemeinsam lernen – endlich wieder vor Ort möglich

Gemeinsame Mission: EGYM übernimmt Gymlib

An der DHfPG und der BSA-Akademie können Studierende und Lehrgangsteilnehmende die Präsenzphasen wieder vor Ort besuchen. Dies gilt sowohl für die Studiengangszentren der DACH-Region als auch für die Lehrgangszentren in Deutschland und Österreich. Dabei wird die Einhaltung von Schutzmaßnahmen weiterhin empfohlen. Selbstverständlich bleibt das Angebot, die Lehrveranstaltungen bzw. Präsenzphasen in digitaler Form zu absolvieren, bestehen.

Gesundheit und Wohlbefinden für alle Beschäftigten in Europa – mit dieser gemeinsamen Mission greifen EGYM und das französische Unternehmen Gymlib nach der europäischen Marktführung im Firmenfitnesssegment. Das Münchner Sports-Tech-Unternehmen übernimmt den nach eigenen Angaben größten Anbieter im französischen Corporate-Fitnessmarkt. Kaufpreis: ein hoher zweistelliger Millionenbetrag.

www.dhfpg.de/newsroom

www.bit.ly/egym-gymlib

Foto: virtuagym

Fotos: In Shape GmbH | LifeFit Group

Virtuagym erhält Investition

LifeFit Group übernimmt Fitnesskette In Shape

Fitnesstechnologie-Anbieter Virtuagym hat eine neue Investition in Höhe von drei Millionen Euro erhalten. Bereitgestellt wird diese Summe von Icecat, einem in Amsterdam ansässigen Technologieunternehmen. Die Investition unterstützt das weitere internationale Wachstum, wobei ein Großteil der Mittel in die innovative All-In-OneSoftware für Clubmanagement, Coaching und Engagement in der Gesundheits- und Fitnessbranche fließt.

Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie verfolgt die LifeFit Group weiter ihre Expansionsziele und übernimmt die Fitnesskette In Shape. Gemeinsam mit den Gründern Nicola Scheller und Michael Schetter wird Martin Seibold, CEO der LifeFit Group, die Marke weiterführen. Die in der Region zwischen Stuttgart und Ulm bekannte und etablierte Marke In Shape umfasst 13 Clubs, mehr als 15.000 Mitglieder und 300 Mitarbeitende.

www.bit.ly/invest-virtuagym

www.bit.ly/lifefitgroup-inshape

Foto: www.dsb.digital

Foto: TECHNOGYM S.p.A

Gesundheit braucht Training

Technogym: neue Trainingserfahrungen

86 Prozent aller Todesfälle in Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO auf Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Einer der maßgeblichen Risikofaktoren ist die zunehmende körperliche Inaktivität und eine der effektivsten Gegenmaßnahmen ist das systematische Muskeltraining. Welchen Einfluss regelmäßiges Training auf die Gesundheit von Menschen hat, erfahren Sie ab Seite 104.

Technogym kündigt neue Produkte und digitale Lösungen an. Das Unternehmen will mit neuen, fesselnden Trainingserlebnissen Fitnessclubs attraktiver machen und dabei helfen, zusätzliche Einnahmen inner- und außerhalb der Einrichtungen zu generieren. Mit Mywellness 6.0, einer Open-CRM-Softwareplattform, soll es Fitnessclubs ermöglicht werden, die Benutzer:innenerfahrung ihrer Mitglieder zu verbessern und zu maximieren.

www.gesundheit-braucht-training.de/

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AKTUELLES | STUDIO DES MONATS io ud St

des Mon at s

Vitadrom Ju ni 2 0 2 2

Vitadrom Soltau

Fusion von Fitness, Wellness und Therapie Text: Anke Sörensen

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Fotos: Vitadrom

Das Städtchen Soltau mit etwa 22.000 Einwohner:innen liegt beschaulich in der Lüneburger Heide und ist staatlich anerkannter Luftkurort mit Solekurbetrieb. Doch in Bezug auf Gesundheit hat der Ort viel mehr zu bieten: Im Gesundheitszentrum Vitadrom, angegliedert an die Soltau Therme, werden Therapie, Fitness und Wellness auf höchstem Niveau miteinander verknüpft. Die Übergänge von der medizinischen Trainingstherapie zum Fitnesstraining und umgekehrt sind fließend. Mit einem topmodernen Gerätepark, vielfältigen Trainings- und Behandlungsmethoden und hochqualifiziertem Fachpersonal sichert Geschäftsführer Bernd Schors den hohen Anspruch seines Unternehmens und hat so schon diverse Spitzensportler:innen wieder fit gemacht.


U

m zu verstehen, warum das Zusammenspiel von Therapie und Fitness im Vitadrom in Soltau so wunderbar funktioniert, lohnt ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Als Bernd Schors 1996 die Idee hatte, Therapie und Fitness an einem Standort zusammenzuführen und eine umfassende Betreuung zu bieten, war das ein Novum. Der Physiotherapeut betrieb damals mit seiner Frau seit zehn Jahren eine Praxis für klassische Physiotherapie und Bobath. Mit dem ARIS eröffnete er 1996 in Soltau zunächst ein Ambulantes Rehazentrum. „Die Verknüpfung von Therapie und Training war weitgehend unbekannt. Zunächst haben wir nur Therapie angeboten“, erzählt Bernd Schors. „Aber schon zwei Jahre später war klar, dass die Nachfrage hoch ist und genug Selbstzahler:innen in den therapeutischen Fitnessbereich kommen würden.“ 1998 gliederte er daher ein Fitnessstudio an das Rehazentrum an: das Vitadrom – der Name steht für die Lebendigkeit, das Leben und die Vielfalt des Angebots.

Symbiose auf der Trainingsfläche 2006 bot sich die Gelegenheit, in einen Neubau in der Soltau Therme zu ziehen, der 2018 nochmals erweitert und umgebaut wurde. Auf 1.350 Quadratmetern entstand ein Premiumangebot, das Therapie und Training vorbildlich verbindet. Sowohl räumlich als auch personell gibt es fließende Übergänge. Nur der reine Therapiebereich ist separiert, der medizinische Trainingsbereich geht in den Fitnessbereich über. „Da wir den ganzen Tag medizinische Trainingstherapie und Krankengymnastik am Gerät anbieten, ist permanent Fachpersonal auf der Fläche. Wir beschäftigen acht Physiotherapeut:innen und einen Diplom-Sportlehrer“, so Bernd Schors. „In diesem Umfang ist das im Fitnessbereich anderer Studios nicht üblich. Alle eben Genannten arbeiten sowohl in der ambulanten Reha, im Fitnessbereich als auch im Personal Training und geben Kurse wie Hot Iron® und Pilates.“ Auch finanziell haben der Trainings- und Therapiebereich im Unternehmen den gleichen Stellenwert: „In beiden Bereichen machen wir etwa jeweils die Hälfte des Umsatzes. Von daher sind beide für mich feste, ebenbürtige Standbeine. Unser Ziel ist es, sie weiterhin gemeinsam so erfolgreich zu führen, wie wir es bisher getan haben.“ Als ehemaliger Cheftherapeut des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) e. V. betreute Bernd Schors gemeinsam mit seinem Team im Vitadrom bereits zahlreiche Leistungssportler:innen und machte sie wieder wettkampftauglich. 03/22

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Ausstattung und Angebot des Fitnessstudios Die Mitglieder des Fitnessstudios profitieren von der engen Verzahnung von Therapie und Training sowie der professionellen Betreuung durch zertifizierte Physiotherapeut:innen und Fitnesstrainer:innen. Auf Grundlage einer Anamnese werden individuelle Trainingspläne erarbeitet. Trainiert wird im lichtdurchfluteten Raum. Die Anlage ist mit modernen Technogym Geräten ausgestattet, wie dem Biocircuit, der ARTIS Line für Kraft- und Ausdauertraining und der Skill Line. Auch Functional Fitness spielt im Vitadrom eine große Rolle. Ebenso wie beim Athletiktraining an Lang- und Kurzhanteln und beim Crosstraining schulen die Trainer:innen die Teilnehmenden in der richtigen Ausführung, um Beschwerden zu vermeiden und Trainingserfolge zu erzielen. Ein umfangreiches Programm bietet 30 verschiedene Fitness- und Wasserkurse pro Woche, von Ausdauer über Kräftigung bis Mobility. Während die Nutzung des Hallenbades der Soltau Therme in der Mitgliedschaft enthalten ist, können die Saunen und Sole zu vergünstigten Konditionen genutzt werden.

Hohe Qualifikation Das Vitadrom setzt bei seinen Mitarbeiter:innen auf Ehrlichkeit, Höflichkeit und offenes Auftreten sowie auf Fachkompetenz. Alle Fitnesstrainer:innen und dual Studierende wurden im Studio ausgebildet und übernommen, wie Fitnessleiter Lucas Günter, der auch sehr erfolgreich die Social-Media-Abteilung leitet. Insgesamt arbeiten hier 27 festangestellte Mitarbeiter:innen. In wöchentlichen Besprechungen erarbeiten die Teams in den einzelnen Abteilungen neue Lösungen, um gemeinsam immer besser zu werden. Alle Bereiche sind digitalisiert und miteinander vernetzt, von der Reparatur eines Trainingsgeräts bis zum Urlaubsantrag. Jede:r Mitarbeiter:in hat ein eigenes Tablet und ist über Apps in die digitale Unternehmenskommunikation eingebunden.

Angenehmes Miteinander Bernd Schors hat mit „VitaSquad“ eine einfache, aber effektive Teambuilding-Maßnahme etabliert. Alle zwei Monate findet ein zweistündiges Teamevent statt. Per Losverfahren werden abteilungsübergreifend drei bis vier Personen gezogen. Diese Gruppe denkt sich gemeinsam eine Aktion aus, die sie anschließend als Teamevent vorbereiten. „Das kann eine Wanderung oder ein selbst gekochtes Essen sein. Ich weiß

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AKTUELLES | STUDIO DES MONATS

Bernd Schors Der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Vitadrom ist Physiotherapeut, Osteopath und Lehrer für Osteopathie, medizinische Trainingstherapie und Krankengymnastik am Gerät, außerdem seit 2021 Ausbildungsleiter für Osteopathie. Nach seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten in Trier gründeten Bernd und seine Frau Andrea Schors 1986 die Krankengymnastik Praxis Schors. Zehn Jahre später eröffnete er ARIS, ein Ambulantes Rehazentrum in Soltau, das er 1998 um den Fitnessbereich Vitadrom erweiterte. 2006 folgte der Umzug in die Soltau Therme mit dem Ziel, Wellness, Fitness und Therapie zu verbinden. Parallel betreute Bernd Schors zwölf Jahre lang Leichtathlet:innen in Trainingslagern, bei Wettkämpfen und in der Reha. Viele Leistungssportler:innen kamen zur Behandlung nach Soltau. Von 2004 bis 2010 war er Chefphysiotherapeut des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) e. V. und begleitete 2008 die deutsche Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Peking.

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Digitaler Vorreiter Der Fitnessbereich ist bereits seit 2014 vollständig digitalisiert und nutzt dafür mywellness der Firma Technogym, das zehn verschiedene Apps in der Vitadrom App miteinander verknüpft. Sobald ein Neumitglied den Vertrag unterschrieben hat, bekommt es den Zugang zur Vitadrom App. Diese deckt von persönlichen Daten und E-Mail-Verkehr über Trainingspläne, Trainingsdokumentation innerhalb und außerhalb des Studios, Kurspläne und Buchungen bis hin zu Challenges die ganze Bandbreite des „Fitnesslebens“ ab. Bernd Schors dazu: „mywellness von Technogym ist sehr umfangreich und lässt sich sehr gut einsetzen. Wir sind jedoch die Einzigen in Deutschland, die es so intensiv nutzen. Technogym Deutschland kommt zum Erfahrungsaustausch zu uns, weil sie ihre Anwendungen für den Therapie- und Fitnessbereich optimieren wollen. Wir sind ihr 'Best Case Fitnessclub' und sie wollen wissen, warum wir das können und andere es nicht auch so machen.“ Über die Coach-App ist jedes Mitglied einem:einer FiItnesscoach:in zugeordnet. Diese:r sieht so auf einen Blick, wer lange nicht mehr im Studio war oder einen neuen Trainingsplan braucht. Dass im Zuge der Pandemie auch der Therapiebereich vollständig digitalisiert wurde, mache den Übergang einfacher, so der Geschäftsführer: „Die Schnittmenge zwifitness MANAGEMENT international

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Fotos: Vitadrom

„Die Physiotherapie und der Fitnessbereich sind im Vitadrom absolut gleichwertig. Unser Ziel ist es, die Patient:innen und Mitglieder bei allen gesundheitlichen Fragen, beim Training und bei der Regeneration zu unterstützen und ihnen beste Bedingungen in puncto Ausstattung und Betreuung zu bieten. Dazu ist der fließende Übergang zwischen Trainingstherapie und Fitness optimal geeignet.“

vorher auch nicht, was wir machen und bin nur derjenige, der bezahlt. Die zufällige Zusammensetzung der Gruppe macht ihren Reiz aus. Letztes Mal waren es eine Kosmetikerin, ein Masseur, eine Reinigungskraft und jemand aus dem Fitnessbereich“, so der Geschäftsführer. Auch in ernsten Situationen ist er als Ansprechpartner für sein Team da. Das Vitadrom bietet Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) für die Mitarbeiter:innen an. Wer gesundheitliche Probleme hat, kann ein Therapieangebot oder Behandlungen wahrnehmen.


Die Eckdaten des Vitadrom schen Kund:innen aus der Physiotherapie und dem Fitnessbereich ist groß. Der Vorteil: Trainierende und ihre Betreuer:innen kennen und vertrauen sich. Wenn mich nach einem Kreuzbandriss ein Diplom-Sportlehrer in der ambulanten Reha bereits drei Wochen betreut hat, kümmert er sich im Fitnessbereich weiter um mich. Alle Daten liegen ihm vor, er kann mir digital einen Trainingsplan erstellen und diesen jederzeit anpassen. Selbst wenn der:die Ansprechpartner:in einmal wechseln sollte, gibt es keinerlei Reibungsverluste.“

Vitadrom als Gesundheitsdienstleister In der Region ist das Vitadrom bestens vernetzt. Als ambulantes Trainingszentrum arbeitet es eng mit den örtlichen Ärzt:innen zusammen und bietet für alle Krankenkassen Funktionstraining, Rehasport und Präventionstraining an. Im Rahmen von BGM-Maßnahmen kooperiert es mit diversen Institutionen und Firmen wie dem Finanzamt, der Polizei oder Hagebaumärkten. Dabei gibt es drei Modelle: Entweder bietet das Vitadrom direkt im Betrieb Leistungen an oder Mitarbeitende kommen zu Gruppenkursen ins Studio. Am häufigsten aber bezuschussen Firmen eine Mitgliedschaft ihrer Mitarbeiter:innen. Von den drei weiteren Fitnessstudios in Soltau hebt sich das Vitadrom mit dem USP „Therapie und Fitness in einem Unternehmen“ deutlich ab und positioniert sich eindeutig im Premiumsektor. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 49 Jahren, das jüngste Mitglied ist 16, das älteste ist 86. „Ich halte nicht viel von spezifischen Zielgruppen“, betont Bernd Schors. „Die Menschen wollen mit ihren Bedürfnissen gesehen werden und ihre Ziele erreichen, ob Fitness, Gesundheitssport, Training für sich selbst oder ihre Außenwirkung. Insofern hat jede:r das Recht, sich bei uns zu verwirklichen, unabhängig vom Alter.“ Dafür sorgt das gesamte Team an jedem einzelnen Tag – mit einem Konzept, das sich über viele Jahre erfolgreich bewährt hat. 03/22

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Fläche des Studios gesamt: Kraft- und Cardiobereich: Kurse: Skillkurse: Krankengymnastik, Trainingstherapie und Reha: Wellness:

1.350 m2 700 m2 120 m2 120 m2 120 m2 80 m2

Ausstattung und Angebot Kraft: Technogym: Biocircuit, ARTIS, Pure Strength Line, Outrace Functional, Selection Line, Kinesis®, 4D PRO®, CrossCise, Boulderwand, Real Life Fitness, Cardio: Technogym Skill Line, ARTIS, ClimbX Kurse: Über 30 Fitness- und Wasserkurse von Hot Iron® über Pilates bis zu Aquajogging und CrossCise Wellness: Wellness und klassische Massagen, Wohlfühlbäder, Kosmetikanwendungen, Saunen, Schwimmbad und Solebecken werden in der Soltau Therme mit benutzt, ebenso Duschen, Umkleiden und Toiletten Gesundheit: Galileo®, Posturomed® Diagnostik: HRV-Scan, Körperanalyse, Puls-Trainingszonenanalyse Krankengymnastik: Physiotherapie, Osteopathie, Massagen, Lymphdrainage, Sportphysiotherapie Trainingstherapie: Manuelle Therapie, KGG, MTT, Bobath Ambulante Reha: EAP, KG Neuro, Funktionstraining, Rehasport Mitarbeitende: 27 Festangestellte, 5 Aushilfen 3 Fitnesstrainer:innen, 8 Physiotherapeut:innen, 2 Masseure, 1 Diplom-Sportlehrer, 2 Kosmetikerinnen, 2 Auszubildende, 1 dual Studierende, 6 Verwaltungsangestellte, 3 Reinigungskräfte Vitadrom Mühlenweg 17 29614 Soltau www.vitadrom.net Instagram @vitadrom.official

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AKTUELLES | AKTIONEN

Mehr als jede zweite Anlage mit dabei!

„Fitmach-Aktion“ bewegt das Saarland Text: Ronja Reuber und Carolin Schmidt

Nach nur wenigen Wochen „Fitmach-Aktion“ ist das Ziel erreicht: 1.000 Proband:innen haben sich für das Modellprojekt angemeldet und mehr als die Hälfte aller Anlagen im Saarland nehmen teil. Warum die Resonanz vonseiten der Studios und der Saarländer:innen so groß ist und wie die ersten Tage „Fitmach-Aktion“ vor Ort waren, haben wir die Studiobetreiber Marco Wolter (Fitness Loft Saarbrücken) und Patrick Heisel (SportART Völklingen) gefragt.

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rstmals arbeiten das saarländische Gesundheitsministerium, die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), der Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V., die saarländischen gesetzlichen Krankenkassen und Fitness- und Gesundheitsanlagen sowie der DSSV e. V. als Unterstützer an einem Projekt zusammen – die „Fitmach-Aktion“. Das Ziel: Saarländer:innen für mehr Bewegung begeistern.

Der Ablauf des Modellprojekts

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Das Modellprojekt soll den Grundstein legen, damit Menschen mit einem bislang fehlenden oder unzureichenden Bewegungsverhalten ein Training langfristig in ihren Alltag integrieren und so aktiv einen Beitrag für ihre Gesundheit leisten. Saarländische Studios können unter angepassten Umständen weiterhin an der „Fitmach-Aktion“ teilnehmen. Anmeldung sowie Infos unter Tel.: +49 681 6855 457 www.fitmach-aktion.de

fitness MANAGEMENT international

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Fotos: DHfPG/BSA

1.000 Proband:innen, die gar nicht, wenig oder unregelmäßig sportlich aktiv sind, absolvieren in einem wohnortnahen Fitness- oder Gesundheitsstudio ihrer Wahl ein achtwöchiges, individuell ausge-

richtetes Trainingsprogramm gemäß den evidenzbasierten Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mit Fragebögen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten während der Trainingsphase ausgefüllt werden, dokumentieren die Fitnessfachkräfte, wie oft die Proband:innen das Training absolvieren bzw. absolviert haben, wie ihr körperliches sowie mentales Befinden ist und welche Motivation sie zum jeweiligen Zeitpunkt zum Training antreibt.


Bereits vor dem offiziellen Start war die Resonanz der saarländischen Studios groß – viele wollten Teil der „Fitmach-Aktion“ sein. Dazu gehörten auch Marco Wolter (Fitness Loft Saarbrücken) und Patrick Heisel (SportART Völklingen). Was die große Zahl an saarländischen Studios zur Teilnahme bewogen hat und wie sie die ersten Tage „Fitmach-Aktion“ vor Ort erlebten, haben wir diese beiden stellvertretend gefragt. fMi: Herr Wolter, Sie waren mit dem Fitness Loft Saarbrücken eines der ersten saarländischen Studios, das sich der „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ angeschlossen hat. Was hat Sie vom Modellprojekt überzeugt? Marco Wolter: Ich war begeistert davon, dass das Gesundheitsministerium, die DHfPG, PuGiS e. V. und die saarländischen Krankenkassen mit großem Engagement und einem ganz klaren Bekenntnis zu Fitness- und Gesundheitstraining gemeinsam hinter der Aktion stehen. Immer noch werden wir von vielen nicht als die Expert:innen für Gesundheit und Training wahrgenommen, die wir sind. Da ist ein solches Modellprojekt natürlich eine unschätzbare Hilfe, um diese Menschen überhaupt zu erreichen und vom Nutzen unseres Angebots zu überzeugen. Wie haben Sie den körperlichen und mentalen Zustand Ihrer Trainierenden nach der Wiedereröffnung erlebt? Ganz einfach ausgedrückt: katastrophal. Ich bin jetzt seit 30 Jahren Trainer und weiß ganz genau, welchen Effekt ein gezieltes Training auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben kann bzw. kenne ich die Auswirkungen körperlicher Untätigkeit. Aber die negativen Folgen einer so langen Trainingspause auf einen Schlag bei hunderten Leuten zu erleben war absolut erschreckend. Wir haben noch dazu sehr viele ältere Mitglieder, für die das Training praktisch die Grundvoraussetzung für den Erhalt ihrer Selbstständigkeit im Alltag ist. Von denen haben nicht wenige so abgebaut, dass sie bei uns nicht mehr weiter trainieren konnten, weil sie nach dem Lockdown körperlich gar nicht mehr in der Lage waren, das Studio aufzusuchen. Menschen, die zuvor noch Liegestützen und Kniebeugen machten und an Kursen teilnahmen, standen sechs Monate später kurz vor dem Einzug ins Altersheim. Das miterleben zu müssen, hat mich sehr traurig und wütend gemacht. Aber auch bei Mitgliedern mit weniger offensichtlichen körperlichen Defiziten waren die Messungen ernüchternd. Unser Diagnostiksystem, das u. a. Körperfett, Kraft und Beweglichkeit misst, hat Verschlechterungen des biologischen Alters um bis zu zehn Jahre erfasst – besonders bei jungen Menschen! Wie war die Resonanz in der Bevölkerung auf Ihre Teilnahme an der „Fitmach-Aktion“? Haben sich mittlerweile bereits Proband:innen angemeldet oder befinden sich einige vielleicht schon im Training? Wir haben bereits in der ersten Woche 35 Teilnehmer:innen für die Studie gewinnen können, was für ein Studio unserer Größe ein wirklich ausgezeichnetes Ergebnis ist! Natürlich 03/22

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Marco Wolter, Geschäftsführer Fitness Loft Saarbrücken

braucht so etwas immer ein bisschen Vorlaufzeit, daher haben aktuell erst ca. zehn Personen mit der Studie begonnen. Aber wir sind absolut zufrieden, auch weil wir es geschafft haben, alle Trainingslevel zu erreichen: von Anfänger:innen bis zu Wiedereinsteiger:innen; alte sowie junge Menschen usw. Welche Vorteile kann Ihr Studio selbst aus der Teilnahme am Modellprojekt ziehen? Neben dem Imagegewinn, den wir uns für die ganze Branche erhoffen, und den daraus folgenden positiven Effekten hoffen wir darauf, dass möglichst viele Studienteilnehmende nach den acht Wochen eine Mitgliedschaft bei uns abschließen. In Zahlen können wir das jetzt natürlich noch nicht ausdrücken. Aber ich denke, die Hoffnung ist schon berechtigt, dass die Proband:innen nicht nur das kostenfreie Training „abstauben“ wollen, sondern dankbar für die Einstiegsmöglichkeit in körperliche Aktivität sind und auch langfristig in ihre Gesundheit investieren möchten. Inwiefern, glauben Sie, kann das Modellprojekt die Menschen zu mehr körperlichem Training und zu mehr Bewegung motivieren? Wir wissen, wie extrem sich der zunehmende Bewegungsund Trainingsmangel auf die Entstehung oder Verschlechterung von u. a. Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes auswirkt. Diesen Trend umzukehren ist kein Sprint, sondern ein Marathon und da ist es natürlich mit einer Studie bei Weitem nicht getan. Aber auch wenn die „Fitmach-Aktion“ nur ein kleiner Schritt ist, bin ich überzeugt davon, dass es genau der richtige Schritt zur genau richtigen Zeit in die richtige Richtung ist.

Initiatoren

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AKTUELLES | AKTIONEN diszipliniert auszufüllen. Danach erfolgt aufgrund der anonymisierten Befragung, die wir ja nicht einsehen können, unsere normale Anamnese und die auf den:die Klient:in eingestellte Trainingsplangestaltung. Mir zeigt das, dass der Zeitfaktor nicht unbedingt eine Rolle spielt, wenn wissenschaftlich seriös und transparent für den:die Kund:in gearbeitet wird. Ich kenne das in dieser Art und Weise hauptsächlich von meinen Personal Coachings. Dort ist die Zeit, die für die Zielsetzung des:der Kund:in aufgewendet wird, deutlich höher als im normalen Studioalltag.

Patrick Heisel, Geschäftsführer SportART Völklingen

fMi: Herr Heisel, haben Sie mit SportART in der langen Zeit als Branchenmitglied, seit 1998, bei einem solchen Projekt bereits mitgewirkt? Wie war Ihr erster Eindruck von der „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“? Patrick Heisel: In den letzten 24 Jahren hat das SportART in Völklingen einige Erfolgsmodelle begleitet, z. B. „Völklingen lebt gesund“ und später dann „Das Saarland lebt gesund“ oder „Fit for Firefighting“, ein bis heute erfolgreiches Projekt in Kooperation mit der Feuerwehr. Aber die „Fitmach-Aktion“ ist ein sehr vielversprechender Ansatz, um Menschen für mehr Bewegung zu motivieren. Denn körperliches Training ist ein „Jungbrunnen“ für alle. Das predige ich seit über 30 Jahren meinen Kund:innen sowohl als Personal Coach als auch in meinem Gesundheitsstudio SportART. Wie haben die Menschen in Ihrem Umfeld auf die „Fitmach-Aktion“ und die Teilnahme Ihres Studios reagiert? Haben sich mittlerweile bereits Proband:innen angemeldet oder befinden sich einige vielleicht schon im Training? Die Reaktionen waren durchweg positiv. Es haben sich aufgrund unserer Werbung und den persönlichen Ansprachen schon Personen gemeldet, bevor die Aktion überhaupt offiziell gestartet ist. Inzwischen haben wir eine Vielzahl von Bewerbungen für das Projekt erhalten und dementsprechend auch schon viele Trainingseinweisungen vorgenommen. Mit diesem Ansturm habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Was sind die Vorteile, die Sie für Ihr eigenes Studio aus der Teilnahme am Modellprojekt ziehen können? Zum einen sind die Proband:innen durch die positive Ansprache und die sehr gute Werbung motivierter, etwas für ihren Körper zu tun. Auch ist ihre Hemmschwelle durch das kostenlose Training geringer. Zum anderen sind alle motiviert, die zum Teil aufwendigen Fragebögen ordnungsgemäß und

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Durch Corona hat sich der Bewegungsmangel in der Bevölkerung zusehends verstärkt. Wie haben Sie Ihre Mitglieder nach der Wiedereröffnung erlebt? Corona hat sehr viel durcheinandergewirbelt. Es wurde teilweise der Eindruck erweckt, dass körperliche Bewegung im Sinne eines bewussten Trainings nicht wichtig sei. Glücklicherweise konnten wir bei SportART gemeinsam mit unseren Kooperationsstudios im Netzwerk QFiSa unseren Mitgliedern mittels Online-Trainings, E-Mail oder Telefon dabei helfen, diese Zeit gut zu überstehen. Diejenigen, die unseren Trainingseinheiten online nicht folgen konnten, waren nach der Wiedereröffnung überglücklich, sich endlich wieder unter professioneller Betreuung bewegen zu können. Gerade unsere Osteoporose-, Rheuma- und Rehasportgruppen haben deutlich mehr Motivation durch die wissenschaftlich fundierte Führung unserer Trainer. Die „Fitmach-Aktion: fit & gesund im Saarland“ des Gesundheitsministeriums des Saarlandes in Kooperation mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) als Projektverantwortliche und dem Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V als Projektpartner kommt zur rechten Zeit, um den Menschen einen adäquaten sowie einfachen (Wieder-)Einstieg in ein gesundes Training zu ermöglichen und sie so (zurück) ins Studio zu bringen.

Projektpartner

Foto: Nicole Langholz

Unterstützt von

Inwiefern, glauben Sie, kann das Modellprojekt die saarländische Bevölkerung tatsächlich langfristig für regelmäßiges körperliches Training begeistern? Nun, es handelt sich hier um ein in dieser Art noch nicht durchgeführtes Projekt namhafter Institutionen. Inwiefern dies das Verhalten einer Bevölkerung verändern kann, wage ich nicht vorherzusagen. Aber man kann den Menschen durch transparente und wissenschaftlich fundierte Arbeit den Weg zu einer besseren Gesundheit ebnen. Den nächsten Schritt müssen sie dann selbst tun. Oftmals ist aber gerade das das Problem. Die „Fitmach-Aktion“ senkt diese Hemmschwelle deutlich ab und wir als Betreiber:innen können alle Menschen durch Qualität der Betreuung überzeugen. Spüren sie dann erste Erfolge, weil sie also gut betreut werden, und erreichen sie kleine Ziele, ist das Wichtigste von unserer Seite geschehen. Denn nichts ist besser als Eigenmotivation. So kann sich auch ein seit Langem etabliertes negatives Verhalten langfristig ändern.

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AKTUELLES | GENERATIONENMANAGEMENT

Generationenmanagement: Übernahme und Nachfolge

Die Nachfolge gestalten Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff

Früher oder später muss sich jede:r Unternehmer:in der Frage stellen, ob, wann und wie der Betrieb an eine:n Nachfolger:in übergehen soll. Neben der Suche nach einem:einer geeigneten Nachfolger:in ist auch eine Reihe formaler Fragen zu klären. Außerdem sind die emotionalen Aspekte einer Übergabe nicht zu unterschätzen – schließlich geht es um das eigene Lebenswerk. Was gilt es bei der Planung von Übernahme und Nachfolge zu beachten? Welche Maßnahmen haben sich bewährt? Wie gelingt das Loslassen? fitness MANAGEMENT international hat mit zwei Studiobetreibern, die ihre Nachfolge erfolgreich geregelt haben bzw. noch gemeinsam mit ihrem Nachfolger in der Geschäftsführung tätig sind, sowie den Nachfolgern selbst gesprochen.

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ie Zahl der Studios, für die eine Übergabe- bzw. Nachfolgeregelung in den kommenden Jahren ansteht, wird steigen. Die Fitnessunternehmer:innen der „ersten Generation“, die ihre Anlagen in den 1980er-Jahren gegründet haben, sind inzwischen rund 40 Jahre dabei. Da die Anzahl der Fitness- und Gesundheitsanlagen bis zum Beginn der Corona-Pandemie fast kontinuierlich gestiegen ist, wird auch die Regelung der Übergabe und Nachfolge in den kommenden Jahren für viele Unternehmer:innen ein Thema werden.

Die Suche nach einer qualifizierten Nachfolge Sobald der Entschluss gefasst ist, das eigene Unternehmen kurz-, mittel- oder langfristig in vertrauensvolle Hände zu über-

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Am unkompliziertesten ist eine Nachfolgeregelung mit Kandidat:innen aus dem familiären Umfeld, die im besten Falle im und mit dem Unternehmen aufgewachsen sind. Wenn es in der eigenen Familie keine Kandidat:innen gibt, wird von vielen Betreiber:innen die Übernahme durch Mitarbeiter:innen, die idealerweise eine leitende Funktion im Unternehmen innehaben, favorisiert. In beiden Fällen kennen sich die Parteien und wissen, was sie voneinander erwarten können. Beide Lösungen haben den großen Vorteil, dass nicht extern nach einem:einer Nachfolger:in gesucht werden muss. Die Möglichkeiten eines Betriebsübergangs in die nächste Generation sind vielfältig. Wie die Nachfolge auch geregelt wird: Die Vorbereitung der Übergabe des Unternehmens braucht ihre Zeit und den Rat von Expert:innen – insbesondere für rechtliche und steuerliche Punkte –, verlangt Geduld aller Parteien und eine gute Kommunikation gegenüber allen Mitarbeitenden und den Kund:innen.

Nachfolge erfolgreich geregelt Wie die Nachfolgefrage und die Übergabe von Fitness- und Gesundheitsanlage erfolgreich geplant und gestaltet werden kann, erläutern zwei Betreiber und ihre Nachfolger auf den kommenden Seiten.

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Betreiber:innen von Fitness- und Gesundheitsstudios haben häufig aus dem Nichts über viele Jahre ein gut laufendes Unternehmen aufgebaut und es über Höhen und Tiefen hinweg entwickelt. Sie haben einen erheblichen Teil ihres Lebens in ihrem Betrieb verbracht, tragen die Verantwortung für ihre Mitarbeitenden und stehen zu langjährigen Kund:innen in fast familiärem Kontakt. Der Gedanke, dieses Lebenswerk irgendwann zu übergeben, ist für viele verständlicherweise schwer. Dennoch bietet es viele Vorteile, sich rechtzeitig und ohne Druck mit dem Thema „Nachfolge für die Unternehmensleitung“ auseinanderzusetzen und mögliche Lösungen zu prüfen.

geben, beginnt die Herausforderung – Wer kommt als Nachfolger:in infrage?


Walter Müller betreibt gemeinsam mit seinem Sohn Daniel elf Kraftwerk Fitnessclubs im Saarland und in Rheinland-Pfalz (mit ca. 10.000 Mitgliedern), denen im Juli 2022 auf Teneriffa das erste Fitnessstudio im Ausland folgen wird. Zwei bis drei weitere Studios auf den Kanaren sollen hinzukommen. Der Inhaber der Spirit4 Studios in Unterfranken, Michael Klein, hat in seinem Mitarbeiter:innenstab mit Felix Voigt einen

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geeigneten Kandidaten gefunden, der sich der Aufgabe der Geschäftsführung nun mit Leidenschaft stellt. In den Interviews mit fitness MANAGEMENT international sprechen das Vater-Sohn-Gespann und der ehemalige Chef gemeinsam mit seinem Nachfolger über die Vorteile der Zusammenarbeit, kurze Kommunikationswege, unbedingtes Vertrauen, Mut zu Fehlern und gleiche Sichtweisen.

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AKTUELLES | GENERATIONENMANAGEMENT

Generationenmanagement: Übernahme und Nachfolge langfristig planen

„Ein Glücksfall, dass wir unternehmerisch harmonieren“ Interview mit Daniel Müller und Walter Müller, Kraftwerk Fitnessstudios

fMi: Wann haben Sie begonnen, sich mit der Nachfolge als Geschäftsführer auseinanderzusetzen oder war der Berufsweg von vornherein klar vorgezeichnet? Daniel Müller: Zunächst war es nicht meine Intention, der Nachfolger meines Vaters zu werden. Ich begann 2012 mein duales Bachelor-Studium Fitnessökonomie im Studio meines Vaters und lernte dort über drei Jahre, hielt mir aber parallel durch ein zusätzliches BWL-Studium erst einmal viele Möglichkeiten offen. Danach konnte ich es nicht abwarten, mein erstes eigenes Studio zu eröffnen – koste es, was es wolle. Nach Abschluss des Studiums machte ich mich 2015 mit dem QualiLife Fitnessclub in Neunkirchen selbstständig. Bereits ein halbes Jahr später folgte ein zweiter in Quierschied. Erst zwei Jahre später brandeten wir das Studio in Saarbrücken, vormals TC Fitness Treff, ebenfalls zu QualiLife um, um damit bessere Synergieeffekte zu erzielen.

Was waren Ihre Beweggründe dafür, in die Geschäftsführung zu wechseln? Daniel Müller: Während der Zusammenarbeit wurde uns sehr schnell bewusst, dass ich gern Entwicklungen vorantreibe, Ideen in die Tat umsetze und mich über den Erfolg dieser Entscheidungen freue. Viele unserer Ansätze waren sehr innovativ und effektiv. Ich war mutig genug, nicht nur ein Studio zu managen, sondern gleich mehrere. So war uns schnell klar, dass ich als Geschäftsführer fungieren wollte. Meine ersten Erfahrungen in den eigenen beiden Studios haben mir dabei sehr geholfen. Wie haben Sie versucht, Ihrem Sohn den Einstieg in die Geschäftsführung zu erleichtern? Walter Müller: Das ging eigentlich von allein. Wir sind beide unheimlich sportaffin, ob Fußball, Golf oder Fitness. Nachdem mein Sohn in meinem Unternehmen die Ausbildung absolviert hatte, war mir klar, dass er irgendwann einsteigen würde. Auf eigenen Wunsch eröffnete er aber zuerst gleich zwei Fitnessstudios , damit hatte ich so schnell nicht gerech-

Walter Müller Walter Müller war zunächst parallel zu seinem Studium der Sportwissenschaften in Saarbrücken und an der Sporthochschule Köln und später hauptberuflich Fußballprofi beim FC Homburg, bei Fortuna Köln und beim 1. FC Saarbrücken. Insgesamt absolvierte er 306 Spiele in der zweiten Bundesliga, 30 in der Bundesliga und zog 1985 als Mannschaftskapitän mit dem 1. FC Saarbrücken ins DFB Pokal Halbfinale ein. Von 1987 bis 1989 war er Manager des 1. FC Saarbrücken. Nach seinem Abschluss als Diplom-Sportlehrer arbeitete er im Schuldienst und gründete 1984 sein erstes Fitnessstudio TC Fitness Treff, das 2011 durch die Gründung einer Physiotherapiepraxis erweitert wurde. 2016 eröffnete er das erste Kraftwerk Fitnessstudio in Saarbrücken und arbeitet seit 2017 gemeinsam mit seinem Sohn in der Geschäftsführung.

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Fotos: Kraftwerk Fitnessstudios

Im gleichen Jahr, 2017, verließ der Partner meines Vaters das Unternehmen und ich stieg als Geschäftsführer ein. Es war keine klassische Nachfolgeregelung, keine vorgezeichnete Übernahme, sondern hat sich so ergeben. Ich konnte meine Führungsqualitäten erst in der Selbstständigkeit testen, auf eigenen Füßen stehen und Lehrgeld zahlen. Mein Vater hat mir den Weg geebnet, das war von beiden Seiten so gewollt. Heute arbeiten wir als ebenbürtige Geschäftspartner sehr eng zusammen und ich hoffe, dass das möglichst lange so bleiben wird.

Walter Müller: Ich habe noch nicht losgelassen, dazu besteht kein Anlass. Wir sind gleichberechtigte Partner und ich werde weiterarbeiten, solange es mir Freude macht. Es macht mir großen Spaß, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der genauso denkt wie ich und in der Branche groß geworden ist. Sich da regelmäßig auszutauschen, ist eine optimale Situation.


net. Ich denke, dass eine Unternehmensübernahme von Kindern nur dann sinnvoll ist, wenn wirklich ihr Herz am Betrieb hängt und der Wille vorhanden ist, etwas zu verändern. Wenn der Spaß an der Sache fehlt, ist es mit Sicherheit sinnlos. Wie haben Sie die Übernahme von Verantwortung und Führung im Studio organisiert? Daniel Müller: Hinter uns steht ein sehr gutes Team, das uns sehr professionell unterstützt. So waren die Organisation und der Aufbau neuer Strukturen zwar viel Arbeit, jedoch kein Problem. Die Aufgabenbereiche und die Verantwortung haben wir uns sehr gut aufgeteilt: Mein Vater ist vor Ort für das operative Geschäft zuständig: Er regelt u. a. das Personalmanagement, die Finanzbuchhaltung, die Kund:innenbetreuung sowie die Mitgliedschaften und ist Ansprechpartner für die Mitarbeitenden. Das hält mir den Rücken frei. Ich bin für die strategische Ausrichtung zuständig, für Digitalisierung, Expansion, Weiterentwicklung und Marketing. Alle operativen Fragen gehen an meinen Vater und ich vertraue ihm blind. Wir müssen die Entscheidungen des anderen nicht kontrollieren, jeder hat komplette Handlungsfreiheit. Wenn es um größere Investitionen geht, sprechen wir uns natürlich ab. Klassische Entscheidungen wie personelle Fragen werden eigenständig getroffen. Es vereinfacht die Arbeit ungemein, dass wir uns in der Geschäftsführung sehr einig und in der Meinung oft deckungsgleich sind. Das schafft mir eine Menge Freiheiten, um mich um expansive Themen zu kümmern, neue Standorte anzuschauen, mit Vermieter:innen zu verhandeln, Leasingpartner:innen ins Boot zu holen und hohe Investitionen zu tätigen. Ich bin wirklich dankbar, dass ich mit meinem Vater jemanden an der Seite habe, der keine schlechten Entscheidungen trifft. Walter Müller: Im Zweifelsfall stimmen wir uns ab. Wir haben kaum Meinungsverschiedenheiten, weil wir sehr ähnlich denken. Obwohl mein Sohn viel unterwegs ist, tauschen wir uns ständig aus, sehen uns oft und telefonieren sehr viel. Wenn etwas ansteht, kommunizieren wir es direkt und treffen dann eine Entscheidung. Das läuft nicht in festen Meetings nach Terminplan, sondern wir regeln auf dem kurzen Dienstweg, was gerade anliegt und notwendig ist. Auch privat, z. B. im Urlaub, im Restaurant oder bei Familientreffen, ist das Busi-

ness unser Hauptthema. Das ist sicherlich in jeder Familie so, die gemeinsam einen Betrieb führt – weil es Spaß macht und unsere Passion ist. Was hätten Sie gemacht, wenn Ihr Sohn nicht bei Ihnen eingestiegen wäre? Es gab keine Alternativen und deswegen war es ein Glücksfall, dass mein Sohn die gleichen Interessen hat und wir unternehmerisch absolut harmonieren. Die Expansion hätte ich mit Sicherheit weniger vorangetrieben als er, wahrscheinlich hätte mir der Mut gefehlt. Ich war immer ein bisschen vorsichtiger, habe auch zunächst meinen Lehrerberuf nicht aufgegeben, als ich das Studio eröffnete. Sicher wäre ich weiter in der Branche tätig und hätte vielleicht das eine oder andere Studio in der nahen Umgebung eröffnet, aber nicht in der Größenordnung, wie es jetzt läuft. Was machen Sie bewusst anders als Ihr Vater? Daniel Müller: Ich bin etwas mutiger als mein Vater, auch risikobereiter. Das kann natürlich auch mal einen Misserfolg mit sich bringen, aber ich bin bereit, das zu riskieren. Ansonsten habe ich von meinem Vater extrem viel gelernt. In der Vergangenheit habe ich Lehrgeld bezahlt und hätte auf ihn hören sollen. Aber man macht Fehler, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Ein Beispiel: Mein zweites Studio in Quierschied war die ersten zwölf Monate lang nicht kostendeckend. Damals riet mir mein Vater, langsamer zu expandieren und nicht den erstbesten Mietvertrag zu unterschreiben. Ich tat es trotzdem und musste finanziell bluten. Für unseren großen Club auf Teneriffa habe ich jetzt ganz anders verhandelt. Unterm Strich hat mir der Fehler von damals also geholfen. Aktuell haben wir in den ersten sechs Wochen in Teneriffa über 1.000 Anmeldungen im Vorverkauf. Auch die Arbeit an sich machen wir anders. Ich bin bewusst wenig vor Ort. Mit Abstand kann ich besser an meinem Unternehmen arbeiten und über neue Preismodelle, Marketingaktionen und strategische Fragen nachdenken, die uns nach vorn bringen. Aus Unternehmersicht tut es mir gut, mir wirklich Zeit zu nehmen, und zu schauen, wo die Reise hingeht, statt von morgens bis abends im Club zu sein.

Daniel Müller 2015 schloss Daniel Müller die Studiengänge Bachelor of Arts Fitnessökonomie (DHfPG) und Bachelor of Arts Betriebswirtschaftslehre ab und übernahm mit dem QualiLife Fitnessclub im saarländischen Neunkirchen sein erstes Studio, 2016 folgte in Quierschied das zweite. 2017 absolvierte er den MBA-Studiengang Sport-/Gesundheitsmanagement, ein gemeinsamer Studiengang der DHfPG und der Universität des Saarlandes. Im selben Jahr stieg er in die Geschäftsführung ein und treibt seitdem die Expansion maßgeblich voran. Inzwischen gehören elf Kraftwerk Fitnessclubs und die Boulderhalle Boulderwerk ins Portfolio.

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Welche Ausbildungen, Kenntnisse und Erfahrungen haben sich in Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer als besonders wertvoll herausgestellt? Daniel Müller: Tatsächlich würde ich sagen, dass mir meine Studiengänge eine gute Grundlage gegeben haben. Für meine tägliche Arbeit waren aber vor allem die Misserfolge wirklich wertvoll. Fehler, die man begeht, sind wohl die beste Erfahrung und Lehre, die man ziehen kann. Welche Tipps haben Sie für zukünftige Unternehmer:innen, die sich auf eine Übergabe vorbereiten? Man sollte in allen Abteilungen einmal selbst tätig gewesen sein, um zu wissen, wie die Dinge dort laufen. Außerdem sollte man mit ganzem Herzen bei der Sache sein und lieben, was man tut. Dann funktioniert vieles von selbst.

Ich rate dazu, einfach Dinge zu wagen, mutig zu sein, sich in wichtige Themen einzulesen, sich durch Hörbücher zu motivieren und sich mit Partner:innen aus der Branche auszutauschen – aber auch Fehler zu begehen und nicht aufzugeben, wenn einmal sehr harte Zeiten kommen.

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Unterschiedliche Ansätze, verschiedene Blickwinkel: Wie gehen Sie mit Konflikten um und lösen sie? Bevor wir eine neue Strategie fahren, überlegen wir lange und informieren uns sehr gründlich. Dann finden wir einstimmig eine Lösung, das ist wichtig. Schwierige Entscheidungen diskutieren wir über mehrere Wochen, bis wir zu einer Lösung gelangen. Ich kann mich an keine studiospezifische Entscheidung erinnern, bei der wir nicht einer Meinung waren. Wir haben zum Beispiel lange über monatlich kündbare Verträge diskutiert, zig Studios besucht und mit anderen Betreiber:innen gesprochen. Daniel Müller: Wenn einer von uns von einem Kongress oder der FIBO ein neues Thema mitbringt, befassen wir uns intensiv mit der Materie. Wir brauchen das Know-how, um eine Strategie zu entwickeln oder eine Investition zu beurteilen, wie beispielsweise die Vertragsabschaffung. Monatlich kündbare Verträge gibt es bei uns schon seit drei Jahren und wir waren damit vor Corona einer der ersten Fitnessclubs. Wir mussten es tun. In Saarbrücken herrscht mit die höchste Studiodichte in Deutschland. Nur, wenn wir uns am Kund:innennutzen orientieren, entscheiden sie sich für uns. Natürlich barg diese Entscheidung ein gewisses Risiko, aber wenn man zu lange in seinen alten Mustern stecken bleibt, ist man irgendwann nicht mehr da. fitness MANAGEMENT international

Foto: Kraftwerk Fitnessstudios

In den verschiedenen Bereichen braucht man interne und externe Berater:innen, qualifiziertes Fachpersonal im Marketing, Personalmanagement und in der Finanzbuchhaltung – gute Leute, auf die man sich verlassen kann. Niemand kann alles wissen. Extern sind gute Steuerberater:innen sehr wichtig, gerade, wenn eine Expansion ansteht und es um Fragen der Haftung, der Rechtsformen etc. geht. Ganz wichtig sind auch branchenfremde Berater:innen, die mit dem Blick von außen, ohne „Fitnessbrille“, wertvolle Tipps liefern.

Welche Tipps geben Sie Unternehmer:innen, die eine Nachfolgeregelung mit einem Familienmitglied planen? Walter Müller: Eine Nachfolgeregelung mit Familienmitgliedern ist nur sinnvoll, wenn bei dem:der Nachfolger:in der Enthusiasmus für die Sache wirklich vorhanden und die fachliche Kompetenz gegeben ist. Beides ist bei uns der Fall, sodass ich selbst oft der Lernende bin.

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AKTUELLES | GENERATIONENMANAGEMENT

Generationenmanagement: Übernahme und Nachfolge langfristig planen

„Es zählt die Bereitschaft, den Extraschritt zu gehen“ Interview mit Michael Klein und Felix Voigt, SPIRIT4 GmbH

fMi: Herr Klein, wann haben Sie begonnen, sich mit der Regelung Ihrer Nachfolge in der Geschäftsführung auseinanderzusetzen und was war der Anlass für diese Überlegung? Michael Klein: Ab dem Moment in meinem Leben, ab dem ich durch eine Krankheit vor Augen geführt bekommen habe, dass es ab sofort wichtig ist, mit meinen Ressourcen, wie eigener Kraft und Energie, bewusst umzugehen. Mir war klar, dass ich die Verantwortung für meinen Betrieb, für meine Mitarbeiter:innen und alle Partner:innen habe und jemanden brauche, der:die das Unternehmen in meinem Sinne weiterleiten wird. Wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, gibt es nichts Schöneres als die Gewissheit, dass das eigene Lebenswerk gesichert durch eine vertraute Person weitergeführt wird.

Wie kam es zu dem Entschluss, Ihren Mitarbeiter Felix Voigt in die Geschäftsführung des SPIRIT4 in Bergtheim aufzunehmen und welche Faktoren waren für Sie entscheidend? Felix war mittel- bis langfristig mein Wunschkandidat für diese Position. Dass diese Entscheidung früher gefallen ist, lag in meiner Krankheit begründet.

Welche Ausbildungen, Kenntnisse und Erfahrungen haben sich in Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer als besonders wertvoll herausgestellt? Rückblickend hat sich für mich ausgezahlt, immer interessiert und neugierig zu bleiben. Man sollte nie aufhören, offen für neue, unbekannte Dinge und Inhalte zu sein. Zur Ausbildung kann ich duale Studiengänge empfehlen. Wichtige Inhalte der Unternehmens- und Personalführung, der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie der Trainingslehre mit medizinisch-therapeutischem Bezug werden vermittelt und können direkt in der Praxis angewandt werden – so wie es bei SPIRIT4 geschieht. Die Kombination aus Theorie und Praxis ist einfach gut. Man wächst mit dem breiten Wissen aus dem Studium in das Unternehmen hinein und kann sich die Inhalte herausziehen, die einen selbst und das Unternehmen im Studioalltag voranbringen.

Michael Klein Michael „Mike“ Klein ist Inhaber der SPIRIT4 GmbH & Co. KG. Er wurde in Wien geboren. An der Karl-Franzens-Universität in Graz absolvierte er ein Studium der Sportwissenschaften, das er 1997 mit Diplom abschloss. Erste Erfahrungen in der Fitnessbranche sammelte er als Trainer und als Studioleiter im ehemaligen Fitness-Paradies im damaligen Arnold-Schwarzenegger-Stadion in Graz. Von 1997 bis 2001 sammelte Mike Klein als Skischulleiter im ROBINSON Club Arosa in der Schweiz Erfahrungen als Gastgeber. Als Consultant im Bereich Sport, Fitness und Wellness war er von 2001 bis 2005 in der Hotellerie tätig. 2003 begann Mike Klein, ein eigenes Studiokonzept zu entwickeln, die „Spirit4-Vision“. 2004 eröffnete er seinen ersten SPIRIT4 Fitness & Wellness Club im unterfränkischen Arnstein. 2008 gründete er im Zuge der Eröffnung seines zweiten Clubs, des SPIRIT4 in Werneck, die SPIRIT4 GmbH & Co. KG. 2017 gründete er mit seinem Sohn die adlantis Marketing + Consulting GmbH und 2018 eröffnete er das SPIRIT4 in Bergtheim.

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Fotos: adlantis Marketing + Consulting GmbH

Was war Ihre Wunschlösung für die Nachfolge und welche Alternativen wären für Sie infrage gekommen? Meine Wunschlösung war, eine:n Geschäftsführer:in einzusetzen, der:die wie ich stets bereit ist, diesen einen Extraschritt für das gemeinsame Ziel zu gehen. Felix Voigt hat mir das von seinem ersten Tag an bei SPIRIT4 gezeigt und ist den Weg mit mir gegangen. Diese Wunschlösung war alternativlos.

fMi: Herr Voigt, was hat Sie dazu bewogen, in die Geschäftsführung zu wechseln? Felix Voigt: Meine Entscheidung, diesen Schritt zu gehen, resultiert vor allem aus dem Vertrauen zu Michael und zum SPIRIT4, das durch 13 Jahre Betriebszugehörigkeit sehr stark gewachsen ist. Mit dem nötigen Respekt gegenüber Michael kann ich sagen, dass aus dem Verhältnis vom Mitarbeiter zum Chef eine Freundschaft geworden ist, in der sich beide aufeinander verlassen können.


Ich bin der Meinung, dass Aus- und Weiterbildungen essenziell sind, auch, wenn es dann vielleicht nur die letzten zehn Prozent sind, die dich entscheidend voran bringen und dir den so wichtigen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

dann mal verschiedene Blickwinkel gab, haben wir uns einfach zusammengesetzt und schnell einen gemeinsamen Weg gefunden. Meinungsverschiedenheiten oder Reibungspunkte hatten wir in 13 Jahren bisher tatsächlich nicht.

Herr Klein, was waren die ersten Maßnahmen, die Sie ergriffen haben, um die Nachfolgeregelung umzusetzen und wann haben Sie die Nachfolge auf den Weg gebracht? 1. Ein langes und ausführliches Gespräch mit meiner Frau. 2. Ein ehrliches Ja zu diesem Entschluss. 3. Alle rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen geklärt, um für Felix und mich Sicherheit zu haben. 4. Den Vorschlag mit Felix besprochen. 5. Die Unterlagen mit unseren Vertrauenspersonen – Rechtsanwalt, Steuerberater und Notar – vorbereitet. 6. Diese Unterlagen mit Felix besprochen. 7. Den Notartermin für den 19. August 2021 vereinbart und den Geschäftsführervertrag mit Gültigkeit zum 1. Juli 2021 gemeinsam mit Felix unterschrieben.

Herr Klein, welche Tipps geben Sie Unternehmer:innen, die eine Nachfolgeregelung mit einem:einer Mitarbeiter:in planen? Michael Klein: Zunächst gilt es das persönliche Vertrauensverhältnis zu dieser Person für sich selbst einzuschätzen und zu prüfen. Es gilt, weiterhin zu bedenken, dass unternehmerisches Verständnis sowie die entsprechenden Softskills wichtige Voraussetzungen sind, um ein Unternehmen erfolgreich leiten zu können.

Wie haben Sie die Übergabe und Übernahme von Verantwortung und Führung im Studio organisiert? Felix hat seinen Club bereits in den letzten zwölf Monaten allein geführt und geleitet. Sein Team und auch die Gäste haben seinen Einsatz sehr geschätzt. Somit war die Information, dass Felix Voigt Geschäftsführer wird bzw. ist, für jede:n eine sehr positive Nachricht und brauchte keine Organisation. Herr Klein, Herr Voigt – unterschiedliche Ansätze, verschiedene Blickwinkel: Gibt oder gab es im Zuge dieser Übergabe Reibungspunkte, Meinungsverschiedenheiten oder auch Konflikte? Wenn ja, wie gehen Sie damit um bzw. wie haben Sie diese gelöst? Michael Klein: Ich kann mich nicht an solche Situationen erinnern. Vielleicht verschiedene Blickwinkel – dann nehmen wir uns etwas Zeit und suchen nach einer Lösung, die für uns beide zufriedenstellend ist. Jeder von uns ist bereit, diesen einen Extraschritt für den anderen zu gehen.

Herr Voigt, welche Tipps geben Sie Studiomitarbeitenden Ihrer Generation, die mit dem Gedanken spielen, den Betrieb des:der Arbeitgeber:in zu übernehmen? Felix Voigt: Wenn die Chance sowie das Vertrauen in die Firma und den:die Arbeitgeber:in da ist und man selbst für das Unternehmen und diese zukunftsorientierte Branche brennt – Michael hat vorhin gesagt: „Wenn man bereit ist, den Extraschritt zu machen“ –, dann sollte man diesen Weg gehen, auch wenn man Bedenken hat. Dass Mike mir zukünftig beratend zur Seite stehen wird, gibt mir Sicherheit und tut gut. Zum Abschluss noch die Frage an Michael Klein: Wie hat sich das Loslassen für Sie angefühlt? Michael Klein: Zu Beginn war es wirklich nicht leicht. Ich habe Zeit gebraucht, für mich ein ehrliches Ja zu bekommen. Das war meiner Rekonvaleszenz geschuldet. In dieser Zeit war mein wichtigstes Ziel, wieder ganz gesund zu werden und Felix hat mir sehr geholfen, weil er mir unglaublich viel abgenommen hat. Als ich das erkannt habe, war das Loslassen letztendlich einfach. www.spirit4.de

Felix Voigt: Ich bin mit der Philosophie von Mike und dem SPIRIT4 in dieser Branche aufgewachsen und weiß, wie die Dinge im Sinne von SPIRIT4 zu handhaben sind. Wenn es

Felix Voigt Felix Voigt ist Geschäftsführer des SPIRIT4 Clubs Bergtheim. Nach der Ausbildung zum Hotelfachmann war er bis 2009 in einem Würzburger Hotel tätig. Von 2009 bis 2012 absolvierte er ein duales Studium im Bereich Gesundheitsmanagement bei SPIRIT4. Ab 2013 hatte er die stellvertretende Studioleitung des Clubs in Arnstein inne und war dort anschließend Studioleiter, bevor er 2019 zunächst die Studioleitung und dann im Juli 2021 die Geschäftsführung im SPIRIT4 Club Bergtheim übernahm.

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AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR

Existenzgründung in unterschiedlichen Märkten

Text: Carolin Schmidt und Florian Schmidt

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Foto: NDABCREATIVITY – stock.adobe.com

Praxistipps für den erfolgreichen Schritt in die Selbstständigkeit


Die Präventions-, Fitness- und Gesundheitsbranche bietet Gründer:innen zahlreiche Möglichkeiten, um sich den Traum von der Selbstständigkeit zu erfüllen. Welche das sind und was es bei der Existenzgründung in unterschiedlichen Marktsegmenten zu beachten gilt, erklären die DHfPG-Dozenten Lukas Ney, Dr. Joshua Berger und Sascha Tetzlaff mit praxisnahen Expertentipps.

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ie unterschiedlichen Facetten und Marktsegmente der Präventions-, Fitness- und Gesundheitsbranche ermöglichen es Existenzgründer:innen, den Schritt in die Selbstständigkeit auf verschiedenste Weisen zu wagen (Ney & Clemann, 2018). Egal, ob als Studiobetreiber:in, EMSFranchisenehmer:in, Personal Trainer:in, Ernährungsberater:in oder BGM-Expert:in – die Karriere- und Aufstiegschancen im Zukunftsmarkt Prävention, Fitness und Gesundheit stehen trotz der beiden schwierigen Corona-Jahre 2020 und 2021 nach wie vor gut. Das Thema Gesundheit ist durch die Pandemie nochmals deutlich mehr in den gesellschaftlichen Fokus gerückt (DHfPG, 2021), was mittel- bis langfristig zu einer steigenden Nach-

frage nach fitness- und gesundheitsnahen Dienstleistungen führen und der Branche einen weiteren Wachstumsschub bescheren wird (Moustakas et al., 2021; DSSV, 2022). Wer von diesem Wachstumsschub profitieren und jetzt die Weichen für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit stellen will, sollte dabei sowohl branchenspezifische Besonderheiten als auch aktuelle Marktentwicklungen berücksichtigen. Die drei DHfPG-Experten Lukas Ney, Dr. Joshua Berger und Sascha Tetzlaff erläutern aktuelle Herausforderungen und Chancen für die Existenzgründung in unterschiedlichen Marktsegmenten und liefern wertvolle Praxistipps für den Weg in die Selbstständigkeit. Literaturliste Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. (Hrsg.). (2021). Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention durch regelmäßiges Fitnesstraining: Die Bedeutung der Fitness- und Gesundheitsbranche als Gesundheitsdienstleister – eine wissenschaftliche Betrachtung. Zugriff am 30.03.2022. Verfügbar unter https:// www.dhfpg-bsa.de/wp-content/uploads/sites/2/2021/09/dhfpg_abhandlung.pdf DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Moustakas, L., Szumilewicz, A., Mayo, X., Thienemann, E. & Grant, A. (2021). Foresight for the Fitness Sector: Results from a European Delphi Study and Its Relevance in the Time of COVID-19. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17 (23), 8941. Ney, L. & Clemann, T. (2018). Berufliche Selbstständigkeit in der Fitness- und Gesundheitsbranche – Erfolgreiche Existenzgründung (Teil 1). fitness MANAGEMENT international, 136 (2), 42–46.

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AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR

Qualifizierte Gründungsinteressierte können vom positiven Image eines bereits bestehenden Unternehmens und vom gestiegenen Gesundheitsbewusstsein profitieren.

Lukas Ney Der Betriebswirt ist als Dozent, Autor und Tutor an der DHfPG und als Referent an der BSA-Akademie tätig. Lukas Ney durchlief bereits mehrere berulfiche Stationen u. a. in der Gesundheitsbranche und gründete darüber hinaus selbst bereits zwei Start-ups.

fMi: Aktuell stehen viele Fitness- und Gesundheitsstudios nicht nur vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern auch vor einem anstehenden Generationswechsel. Zahlreiche Betreiber:innen sind auf der Suche nach geeigneten Nachfolger:innen. Welche Chancen ergeben sich dadurch für Gründungsinteressierte, die sich jetzt selbstständig machen wollen? Lukas Ney: Der Generationswechsel erweist sich für die „Pionier:innen“ unter den Studiobetreiber:innen als herausfordernd. Das oftmals über Jahrzehnte aufgebaute Unternehmen, in das viel Herzblut geflossen ist, soll in verantwortungsvolle und vor allem auch fähige Hände übergeben werden. Auf der Seite der potenziellen Nachfolger:innen bieten sich hier gute Übernahmechancen. Qualifizierte Fachkräfte mit Gründungsinteresse können so nicht nur vom positiven Image eines bereits bestehenden Unternehmens, sondern auch vom gestiegenen Gesundheitsbewusstsein in der Gesellschaft profitieren – diese Rahmenbedingungen können also eine hervorragende Einstiegschance in den Markt bieten. Franchisemodell oder doch eigenständiges und unabhängiges Studiokonzept? Worin sehen Sie die wichtigsten Unterschiede, die Gründer:innen kennen sollten? Die wichtigsten Unterschiede betreffen die unternehmerischen Spielräume. Das Franchisemodell verhilft dem:der Gründer:in mit einem vorgegebenen Konzept, einem großen Netzwerk und bewährtem Support in vielen unternehmerischen Fragen zu einem schnellen Marktzugang. Allerdings verspricht ein eigenständiges Studiokonzept deutlich mehr Unabhängigkeit und Platz für eigene Ideen, es verlangt aber auch mehr Eigenverantwortung. Jede:r Gründungsinteressierte muss nach eigenem Ermessen und in Abhängigkeit zu individuellen Präferenzen und Fähigkeiten entscheiden, welches Konzept für ihn:sie eher geeignet ist.

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Wo sehen Sie die größten Fallstricke und Herausforderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit? Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist ein komplexer Vorgang. Gründungsinteressierte sehen sich zunächst mit viel Unsicherheit und zahlreichen bürokratischen Hürden konfrontiert. Mit einer professionellen Planung, in der der Risikoreduktion eine hohe Priorität eingeräumt wird, kann man sich gut für die kommende Selbstständigkeit rüsten. In diesem Kontext muss die Relevanz einer sehr robusten Finanzplanung betont werden. Wer hier „auf Kante näht“, also zu viele Risiken eingeht und sehr knapp kalkuliert, wird am Markt nicht lange bestehen können. Der wichtigste Faktor für Erfolg oder eben Misserfolg ist jedoch die eigene Persönlichkeit: Man muss sich im Vorfeld genau und selbstkritisch überlegen, ob man für diesen Weg geeignet ist und ob man ihn wirklich gehen will. Wie können Existenzgründer:innen diese Hürden effektiv meistern und was müssen sie alles mitbringen, um als selbstständige Unternehmer:innen im Fitness- und Gesundheitsmarkt erfolgreich Fuß zu fassen? Die Risiken einer Selbstständigkeit wirken auf den ersten Blick womöglich bedrohlich, aber man kann sie deutlich verringern. Zunächst gilt es, fachliche sowie persönliche Unsicherheiten systematisch zu reduzieren, indem man sich eingängig informiert und sich optimal vorbereitet. Branchenspezifische Existenzgründungslehrgänge bieten Interessierten zielführende Unterstützung für die zentralen Entscheidungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie klären umfassend über Fallstricke, Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen auf und liefern praxisnahes Knowhow für den Einstieg in den Fitness- und Gesundheitsmarkt. fitness MANAGEMENT international

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Fotos: DHfPG/BSA

Für welche spezifischen Gründer:innentypen ist welches Konzept aus Ihrer Sicht besser geeignet und warum? Für Gründer:innen, die sich für die Existenzgründung und die anschließende unternehmerische Tätigkeit unterstützende

„Leitplanken“ wünschen, ist Franchising tendenziell besser geeignet. Wer viel Wert auf Flexibilität und Unabhängigkeit legt, sollte ein eigenständiges Studiokonzept entwickeln. Es klingt fast banal, aber zunächst müssen sich vor allem junge Gründungsinteressierte selbst kennenlernen, um diese wegweisende Entscheidung auf einer soliden Grundlage treffen zu können.


Der EMS-Sektor stellt für Existenzgründer:innen mit unterschiedlichsten Gründungsintentionen einen interessanten und zukunftsträchtigen Markt dar.

Dr. Joshua Berger Der promovierte Sportwissenschaftler, Schwerpunkt GK-EMS-Training, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der DHfPG und als Referent an der BSA-Akademie tätig. Als Mitglied im EMS-Fachkreis beschäftigt er sich mit aktuellen Themen rund um EMS-Training sowie mit Leitlinien für den konventionellen Gebrauch.

fMi: Laut den aktuellen „Eckdaten der deutschen FitnessWirtschaft 2022“ war der EMS-Sektor der einzige Branchenzweig, der trotz der Corona-Pandemie und den beiden Lockdowns weiterwachsen konnte. Warum ist das so und wie beurteilen Sie das langfristige Wachstumspotenzial des EMS-Markts? Dr. Joshua Berger: Während der Corona-Pandemie musste die komplette Fitnessbranche umdenken und an vielen Stellen individualisierte Angebote schaffen, da Abstandsregelungen sowie eine Reduzierung der Personenzahl plötzlich vom Staat bzw. Land vorgeschrieben wurden – das stellte die Inhaber:innen der Studios vor enorme Probleme. EMS-Training konnte aufgrund der personalisierten Betreuung, wie sie im Personal Training üblich ist, frühzeitig wieder stattfinden, was gerade in der schwierigen Phase einer Pandemie eine besondere Kund:innenbindung schafft. Aus diesem Grund ist das Wachstumspotenzial des EMS-Markts sehr groß, nicht nur im Fitness-, sondern insbesondere auch im Therapie-, Gesundheits- und Präventionssektor. Eine individualisierte Trainingsgestaltung unter Einbezug aller persönlichen Komponenten charakterisiert das EMS-Training und ermöglicht es, die Ziele der Kund:innen in engem Kontakt mit den Trainer:innen zu realisieren und so die Gesundheit nachhaltig zu verbessern. Der EMS-Sektor stellt daher für Existenzgründer:innen mit unterschiedlichsten Gründungsintentionen einen interessanten und zukunftsträchtigen Markt dar, was sich nicht zuletzt auch in den Eckdaten 2022 widerspiegelt. Für viele Gründer:innen bietet die EMS-Branche den perfekten Einstieg in die Selbstständigkeit. Was genau macht die Branche für Gründungsinteressierte aus Ihrer Sicht so interessant? Die Branche bietet Gründungsinteressierten umfangreiche Lösungen für eine Selbstständigkeit. Von bewährten Franchisemodellen bei überschaubaren Investitionsvolumina über Lizenzgebungsmodelle bis hin zum komplett unabhängigen Aufbau einer Selbstständigkeit haben sich unterschiedlichste Formen am Markt etabliert, was Gründer:innen eine hohe Flexibilität ermöglicht. Da EMS-Training – abgesehen von den geltenden Kontraindikationen – keine Personengruppe ausschließt und einen niedrigschwelligen Zugang zu Training ermöglicht, kann durch adäquates Marketing prinzipiell jede Person als Kund:in akquiriert werden, was die Zielgruppe maximiert und somit schnelle Aufstiegs- und Expansionschancen schafft. 03/22

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EMS-Kund:innen erwarten von den Anbieter:innen heute deutlich mehr Dienstleistungsorientierung und entsprechende Zusatzangebote – Was müssen Gründer:innen alles mitbringen, um diesen Anforderungen in der Praxis umfassend gerecht zu werden und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen? Neben trainingswissenschaftlichen und EMS-spezifischen Kompetenzen spielt für eine erfolgreiche Existenzgründung vor allem auch betriebswirtschaftliches Know-how eine wichtige Rolle. Des Weiteren sollten für die Kund:innen individualisierte Angebote geschaffen werden, sodass z. B. durch eine zusätzliche Ernährungsberatung sowie umfangreiche Diagnostiken der Gesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit ein ganzheitliches Betreuungsangebot geschaffen wird. Ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell ist somit maßgeblich von den fachlich-inhaltlichen sowie sozialen Kompetenzen der Inhaber:innen und Angestellten abhängig, da diese Voraussetzungen eine langfristige Kund:innenbindung und somit eine betriebswirtschaftliche Absicherung gewährleisten. Der EMS-Markt professionalisiert und spezialisiert sich immer mehr. Welche rechtlichen und gesetzlichen Besonderheiten sollten EMS-Gründer:innen beachten, wenn sie sich selbstständig machen wollen? Nach der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) unterliegen alle EMS-durchführenden Unternehmen bereits einer Meldepflicht für die verwendeten Geräte. Ab 1. Januar 2023 dürfen darüber hinaus nur Personen EMSTraining an Kund:innen anwenden, die über die erforderliche „Fachkunde EMF“ verfügen. Ohne diesen Nachweis ist die Durchführung eines EMS-Trainings in der kommerziellen Anwendung gesetzlich untersagt. Diese gesetzliche Novellierung dient der Sicherheit der Kund:innen und garantiert eine kompetente Betreuung durch qualifiziertes Personal. Eine zusätzliche Zertifizierung nach der aktuellen DIN-Norm 33961 stellt des Weiteren ein Qualitätsmerkmal dar, welches das eigene Unternehmen von Mitbewerber:innen abgrenzt und die betriebseigenen Kompetenzen hervorhebt.

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AKTUELLES | INTERDISZIPLINÄR

Gründer:innen brauchen eine große Portion Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsstärke, analytisches Denken sowie ausgeprägte Sozialkompetenzen.

Sascha Tetzlaff Seine langjährige Branchenerfahrung im Zweiten Gesundheitsmarkt in den Bereichen Fitness und Physiotherapie macht Sascha Tetzlaff, M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement, zum absoluten Branchenkenner. Er ist außerdem als pädagogischer Mitarbeiter und Dozent an der DHfPG tätig.

fMi: Auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist für Gründer:innen ein relevanter und interessanter Markt. Welche Möglichkeiten zur Existenzgründung bestehen in diesem Sektor? Sascha Tetzlaff: In der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) wie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) gibt es viele Möglichkeiten: Anbieter:in von Bewegungs- und Beratungsleistungen in der Prävention und der BGF oder selbstständige:r BGM-Berater:in für KMUs. Außerdem werden zunehmend reine BGM-Studios bzw. Physiopraxen in z. B. Wirtschaftsunternehmen implementiert – betrieben durch externe Dienstleister:innen. Die Digitalisierung wird zukünftig auch spannende Arbeitsfelder bieten.

unbedingt auf eine Anerkennung durch den Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement e. V. (BBGM) als neutrale Qualitätsinstitution geachtet werden. Man sollte auch natürlich über interdisziplinäre Kompetenzen in Betriebswirtschaftslehre, Marketing und Gesundheitsförderung verfügen. Daher sollte auch ein Hochschulstudium Gesundheitsmanagement mit entsprechenden Schwerpunkten in Erwägung gezogen werden. Je nach Abschluss darf man dann z. B. Präventionskurse nach Paragraf 20 SGB V im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten durchführen. Gründer:innen brauchen eine große Portion Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsstärke, analytisches Denken sowie ausgeprägte Sozialkompetenzen, denn der Faktor Mensch steht im Mittelpunkt.

Mitarbeiter:innengesundheit und Prävention haben durch die Pandemie deutlich an Relevanz gewonnen. Dennoch ist der Schritt in die BGM-Branche bei Weitem kein Selbstläufer und bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Welche sind das und wie kann man diesen in der Praxis begegnen? Neben Demografie und Fachkräftemangel werden Veränderungen durch den Wandel hin zur Arbeitswelt 4.0 für viele Betriebe zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Für die angepassten Berufsbilder, Strukturen und Arbeitsweisen bedarf es neuer Lösungen. Diese komplexen Herausforderungen stellen hohe qualitative Ansprüche an die BGM-Anbieter:innen, die über entsprechende Kompetenzen verfügen müssen. Darum ist es wichtig, sich mit einem guten Businessplan auf die Chancen und Risiken des Marktes vorzubereiten und sich mit einem durchdachten Konzept zu positionieren, um den Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen zu bieten.

Welche Praxistipps können Sie v. a. auch DHfPG-Studierenden geben, die sich nach ihrem Bachelor- bzw. Master-Studium im BGM-Markt selbstständig machen wollen? Es ist sinnvoll, sich bereits während des Studiums ein erstes Netzwerk aus Kommiliton:innen und Dozent:innen aufzubauen. Dies kann Gründer:innen später Türen öffnen und zu wichtigen Kooperationen führen. Zum Kontakte und Netzwerke knüpfen eignen sich auch spezifische BGM- oder Personalmessen. Des Weiteren würde ich jedem:jeder Studierenden dazu raten, Praxiserfahrung zu sammeln. Von der Organisation eines Gesundheitstages, über Vertriebsmaßnahmen bis hin zu Firmenfitness bieten sich häufig erste Gelegenheiten, um in die Arbeit von BGM-Berater:innen o. Ä. reinzuschnuppern. Manchmal muss man aber auch die „Extra-Meile“ gehen und sich Chancen erarbeiten, wie z. B. durch zusätzliche Praktika.

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Es bieten sich neben den bereits erwähnten auch Unternehmer:innennetzwerke, Regionaltreffen oder Netzwerken über Social Media an. Ich empfehle auf jeden Fall eine unabhängige Zertifizierung wie sie durch den BBGM e. V. vergeben wird. Eine Mitgliedschaft im Verband kann hier zusätzlich zu Synergien führen. Ein gut durchdachtes Konzept, eine klare Positionierung und eine fokussierte Leistungskommunikation sind aber entscheidend. Insbesondere durch die Demografie, die sich verändernde Arbeitswelt und die Digitalisierung werden sich auch in Zukunft noch viele Handlungsfelder im BGM für Absolvent:innen ergeben. fitness MANAGEMENT international

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Foto: DHfPG/BSA

Welche persönliche Voraussetzung und beruflichen Qualifikationen sind Ihrer Meinung nach essenziell, um im BGM-Bereich ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich erfolgreich am Markt zu etablieren? Durch die vielen Tätigkeitsfelder können verschiedenste Wege zum eigenen beruflichen Erfolg führen. Neben spezifischen Kompetenzen zur Gesundheitsförderung im Setting Betrieb bedarf es vor allem auch rechtlicher, steuerlicher und ökonomischer Kenntnisse. Eine Möglichkeit der Kompetenzerwerbung können dabei subakademische Ausbildungen sein. Dabei sollte


AKTUELLES | INTERNATIONAL

Phillip Mills, Jahrgang 1955, ist Executive Director von LES MILLS International. Der ehemalige Weltklasseleichtathlet entwickelte in den 1980er-Jahren gemeinsam mit seinem Vater LES MILLS GruppenfitnessProgramme für Fitnessstudios. fM Geschäftsführer Janosch Marx traf Phillip Mills auf der FIBO in Köln.

Interview: Phillip Mills über die wichtigsten Erkenntnisse aus der COVID-Pandemie

„Die Fitnessbranche muss innovativ sein“

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Foto: fitness MANAGEMENT

LES MILLS Executive Director Phillip Mills sprach mit Janosch Marx, Geschäftsführer fM, über die Fitnessbranche und die großen Herausforderungen der kommenden Jahre. In dem exklusiven Interview gibt er Einblicke in die wichtigsten Lehren des Unternehmens aus der COVID-Pandemie und erklärt, wie Fitnessstudiobetreiber:innen ihre Mitglieder zurück in die Clubs holen können.


fMi: Die Corona-Krise scheint sich dem Ende zuzuneigen und die Fitnessbranche atmet auf. Wir haben sogar bereits einige große Veranstaltungen wie aktuell die FIBO. Wie fühlt sich das nach der zweijährigen Pandemie für Sie an? Phillip Mills: Es ist wunderbar, sich wieder lebendig zu fühlen. Es ist, als wären wir jetzt in einer anderen Welt. Die Menschen haben nicht mehr das Gefühl, eingesperrt zu sein. Ich bin sicher, dass die Dinge bald wieder normal sein werden. Für uns ist es das erste Mal seit zwei Jahren, dass wir überhaupt außerhalb unseres Heimatlandes Neuseeland sein dürfen. Wir sind sehr froh, dass wir die FIBO besuchen konnten. Meiner Meinung nach ist die FIBO die bedeutendste Fitnessmesse der Welt. Und ich sage immer allen Fitnessstudiobesitzer:innen auf der ganzen Welt: „Ihr müsst zur FIBO gehen. Das ist unglaublich.“

2007/2008 zurückerinnert, standen die Leute damals trotzdem vor den Apple Stores Schlange, um das neueste iPhone zu kaufen. Wenn wir die Menschen begeistern, dann werden sie auch vor den Fitnessclubs Schlange stehen.

Wie war die bisherige Resonanz der Studiobetreiber:innen auf den neuen Omnichannel-Ansatz von LES MILLS? Wir haben dieses Konzept ursprünglich vor sieben Jahren eingeführt. Anfangs waren die Clubs skeptisch. Sie sagten: „Oh, ihr wollt uns Konkurrenz machen und uns unsere Mitglieder wegnehmen.“ Wir antworteten: „Nein!“. Die Forschung zeigte bereits damals, dass die Menschen eine Mischung aus Training zu Hause und Training im Club bevorzugen. Daran hat sich müssen nicht viel geändert.

"Wir neue Dinge tun, die die Leute begeistern und sie wieder in die Clubs locken."

Wie war die Situation der Fitnessbranche in Ihrem Heimatland Neuseeland, verglichen mit anderen Ländern? Es war sehr schlimm. Das einzig Gute war, dass in den zwei Jahren bis zum letzten Weihnachtsfest in Neuseeland nur sehr wenige Menschen gestorben sind. Aber wir mussten wirklich einen hohen Preis dafür zahlen. Die Fitnessclubs waren in den letzten zwei Jahren neun Monate lang geschlossen und in der restlichen Zeit gab es auch in Neuseeland und Australien ziemlich strenge Auflagen. Das hat die Fitnessbranche hart getroffen.

Wir betreiben in Neuseeland unsere eigenen Clubs. Deshalb schauen wir uns immer an, was in der Welt passiert, wer die besten Konzepte macht und welche innovativen Ansätze es gibt. Daraus ziehen wir dann wertvolle Erkenntnisse für uns. Bevor wir nach Köln gekommen sind, waren wir bereits einen Monat lang durch die USA gereist und auch zwei Wochen lang in Europa unterwegs. Wir haben uns viele Clubs angesehen und mit vielen Besitzer:innen gesprochen. Und es ist sehr interessant zu sehen, wer aus der Krise erfolgreich hervorgegangen ist.

Natürlich haben während der COVID-Pandemie viel mehr Menschen zu Hause trainiert, weil die Clubs geschlossen waren. Aber jetzt betreiben wieder 60 Prozent ihr Fitnesstraining vor Ort und nur noch 40 Prozent von zu Hause aus, was dem Niveau vor Corona entspricht. Außerdem gibt es klare Hinweise darauf, dass viele Menschen ihre ersten „Trainingsschritte“ zu Hause machen und dann in den Club kommen. Wir nutzen die Inhalte aus dem Heimfitnessbereich, um Menschen in die Studios zu bringen. Die Rückmeldungen, die wir erhalten, bestätigen das. Wir geben eine Menge Geld aus, um die Fitnessbranche populärer und attraktiver zu machen. Die Flut hebt alle Boote. Dennoch nehmen wir die Bedenken der Clubs ernst und ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Clubs ihr „Ökosystem“ schützen. Deshalb stellen wir ihnen die Inhalte zur Verfügung, damit sie diese an Ihre Mitglieder weitergeben können. Während der Lockdowns haben wir die Clubs mit einer Menge kostenloser Inhalte versorgt. Die Clubs wiederum wussten das sehr zu schätzen, weil sie ihren Mitgliedern zu Hause diese Inhalte zur Verfügung stellen konnten. Dies stärkte die Beziehung zwischen den Clubs und ihren Mitgliedern.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Wie empfinden Sie die Stimmung unter Fitnessbranche im kommenden Jahr? den Studiobetreiber:innen? Es hat sich gezeigt, dass sich die Länder, die Ich denke, dass fast jede:r betroffen ist. Selbst die Beschränkungen als Erste aufgehoben in Schweden, wo es keine Schließungen gab, haben, schnell erholt haben. Für Deutschland haben viele Leute einfach aufgehört, in die Das gesamte Interview erwarte ich das Gleiche für den Rest des Clubs zu gehen. Die einzige Kette, die ich können Sie hier als Video Jahres. Aber wir haben alle eine Menge Geld kenne, der es gut geht, ist Crunch Fitness von anschauen. verloren – oder besser: es ist Geld, das wir meinem Freund Geoffrey Dyer in Florida. Alle nicht verdient haben. Wir werden wahrscheinanderen Fitnessstudios, die ich kenne, wurden lich ein oder zwei Jahre brauchen, um das wieder aufzuholen. in Mitleidenschaft gezogen. Aber zum Glück haben sie sich Aber es sieht so aus, als gäbe es jetzt mehr Menschen, die seit den Lockerungen viel besser erholt als erwartet. sich für Fitness interessieren. Welche Maßnahmen können die Betreiber:innen In den Ländern, die früh die Lockdowns beendeten, wird der Ihrer Meinung nach ergreifen, um die Menschen davon Markt größer sein als je zuvor, und das wird für die Branche zu überzeugen, wieder ins Fitnessstudio zu gehen? großartig. Wir dürfen jedoch nicht einfach das Gleiche maWir müssen Neues wagen. Jetzt ist die Zeit für Innovationen! chen wie immer. Die Fitnessbranche muss innovativ sein. Wir Viele Clubs haben sich während der Schließungszeit auf Inmüssen neue Dinge tun, die die Leute begeistern und sie novationen konzentriert. Wir müssen die Leute motivieren, wieder in die Clubs locken. Aber ich bin mir sehr sicher, dass wieder in die Studios zu kommen und wir dürfen jetzt nicht uns das gelingen wird. erstarren. Wenn man sich an den globalen Finanzkollaps 03/22

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AKTUELLES | #SUPPORTUKRAINE

DHZ Fitness und FIBO

Solidarität mit der Ukraine Yuliya Kravchenko (Inter Atletika) und David von Hase (DHZ Fitness)

Text: Alisha Dittmer, David Köndgen und Jürgen Wolff

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n schweren Zeiten zusammenhalten: Aktuell zeigen viele Menschen und Unternehmen aus allen Teilen der Welt ihr Mitgefühl für die vom Krieg gebeutelte Ukraine. Auch die deutsche Fitnessbranche zeigt ihre Solidarität. Allen voran setzten DHZ Fitness und der Veranstalter Reed Exhibitions auf der diesjährigen FIBO ein starkes Zeichen.

DHZ Fitness und FIBO machen es möglich Der ukrainische Gerätehersteller Inter Atletika konnte nicht wie geplant zur FIBO nach Köln anreisen, auf der das Unternehmen seit 2004 Stammgast ist. „Wir haben überlegt, wie wir helfen und unterstützen können“, sagt der Geschäftsführer von DHZ Fitness, David von Hase, im Interview mit fitness MANAGEMENT. Als Partner von Inter Atletika stellte DHZ zusammen mit der FIBO kurzfristig einen Stand auf die Beine. Auf der Fläche in Halle 7 wurde durch Reed Exhibitions ein blau-gelber Teppich ausgelegt. DHZ Der Firmensitz von Inter Atletika in Butscha wurde bei den Angriffen zerstört.

Fitness bestückte den Stand mit den Outdoorgeräten der Explode-Linie, die von Inter Atletika hergestellt und von DHZ in Deutschland vertrieben werden.

„We thought we wouldn’t make it to FIBO“ Inter Atletika hat seinen Sitz in der vom Krieg besonders hart getroffenen Stadt Butscha bei Kyiv. Yuliya Kravchenko, Export Managerin, hatte Butscha rechtzeitig verlassen. Eine Vorahnung – kurz nach Beginn der kriegerischen Handlungen – sorgte für diese Flucht, die sie zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Schwager antrat. Die schrecklichen Aufnahmen aus Butscha und den anderen Regionen rund um die Hauptstadt Kyiv zeigen, dass diese Vorahnung unter Umständen ihr Leben gerettet hat. Mit dem Auto machte sie sich auf den Weg ins Nachbarland Ungarn, um über Budapest nach Köln zu gelangen und Inter Atletika auf der FIBO zu vertreten.

Yuliya Kravchenko

Die Interviews mit Yuliya Kravchenko und David von Hase finden Sie hier und auf unseren Social-Media-Kanälen:

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Das starke Auftreten und die gewählten Worte von Yuliya Kravchenko in all unseren Gesprächen und in unserem Interview, hat uns alle sehr beeindruckt. Unmittelbar nach der Messe reiste sie wieder zurück in ihr Heimatland. Dort wollen sie und Inter Atletika bei der Verteidigung und dem Wiederaufbau ihres Landes helfen. fitness MANAGEMENT international

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Fotos: fitness MANAGEMENT | Inter Atletika

„In solch schwierigen Zeiten bedeutet die Unterstützung durch verschiedene Länder auf der ganzen Welt die aufrührerische Kraft, die allen Ukrainer:innen einen Grund gibt, unser Land noch besser zu verteidigen und stärker zu sein.“


ANZEIGE | FACHKONGRESS | AKTUELLES

Aufstiegskongress 2022

Better & stronger! Endlich heißt es wieder: Der Aufstiegskongress findet VOR ORT in Mannheim statt! Vom 7. bis 8. Oktober 2022 treffen sich Entscheider:innen sowie Mitarbeitende der Fitness- und Gesundheitsbranche im m:con Congress Center Rosengarten, um sich über die aktuellsten Trends und Themen im Markt zu informieren und miteinander zu netzwerken. Das Motto in diesem Jahr: „Better & stronger“.

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eit dem Ende der coronabedingten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen befindet sich die Fitness- und Gesundheitsbranche wieder auf dem „Vormarsch“. Die Studios dürfen wieder hoffen: Die Mitglieder finden den Weg zurück in die Anlagen und die Zahl der Neukund:innen steigt wieder. Ein weiterer Lichtblick sind die erneut unter Normalbedingungen stattfindenden Veranstaltungen und Treffen der Branche, wie der Aufstiegskongress und die FIBO. Die Branche kann endlich wieder vor Ort zusammenkommen.

Krise. Gleichzeitig stieg auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Gesundheitstraining und die damit verbundene Eigenverantwortung.

Vorfreude auf eine tolle Zeit in Mannheim

Zusätzlich spielt das Thema „Qualifizierte Betreuung“ eine immer wichtigere Rolle. Sind die Trainer:innen in den Anlagen entsprechend ausgebildet, können sie ihre Kund:innen effektiv bei der Erreichung ihrer persönlichen Ziele, z. B. Abnehmen oder Muskelaufbau, unterstützen. Nur so halten sie ihr Leistungsversprechen ein und steigern gleichzeitig als Problemlöser:innen die Relevanz der Branche in der Gesellschaft.

Nachdem 2019 mit mehr als 1.100 Teilnehmenden das bisher erfolgreichste Jahr in Mannheim war, wurde der Aufstiegskongress 2020 und 2021 coronabedingt online durchgeführt. Obwohl die Resonanz auf das digitale Angebot durchweg positiv war, möchten die Veranstalter – die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, die BSA-Akademie und die BSA-Zert – die Kraft des Vor-Ort-Kongresses mit dem bewährten Konzept wieder aufleben lassen.

Foto: DHfPG/BSA

Die Besucher:innen dürfen sich erneut auf spannende Vorträgen renommierter Referent:innen aus den Bereichen Fitness, Gesundheit, Ernährung, Management, Coaching und Gruppentraining freuen. Auch das Rahmenprogramm kehrt mit bekannten Formaten wie der Partner-Ausstellung und der Speakers Corner zurück.

Das Motto 2022: Better & stronger Durch die Corona-Pandemie wurde das gewohnt stetige Wachstum der Fitness- und Gesundheitsbranche unterbrochen – Unternehmen sowie Anlagen gerieten unverschuldet in die 03/22

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Genau diese Entwicklung sollte die Branche jetzt – nach dem Ende der coronabedingten Einschränkungen – nutzen, um mehr Menschen für ein gesundheitsorientiertes Fitness- und Krafttraining zu begeistern und zu alter wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden.

Bleiben Sie up to date Melden Sie sich auf der Kongresswebsite zum kostenfreien Newsletter an oder folgen Sie uns auf Facebook und bleiben Sie über den Aufstiegskongress immer aktuell informiert.

Save the date – vor Ort in Mannheim! Merken Sie sich diesen Termin: 7. bis 8. Oktober 2022, m:con Congress Center Rosengarten. Und seien Sie dabei, wenn die Branche nach langer Zeit wieder auf dem Aufstiegskongress zusammenkommt. Mehr Infos und Tickets unter: www.aufstiegskongress.de

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AKTUELLES | VERANSTALTUNG | ANZEIGE

Premiere in 2022

KRAFTCON. DIE INHOUSE FITNESSMESSE.

Getreu dem Motto „Wir wollen niemals aufhören zu begeistern!“ haben die #KINGOFMACHINES auf der Inhouse Fitnessmesse „KRAFTcon.“ viele Neuerungen und Produktinnovationen präsentiert. Der Gerätehersteller veranstaltete das dreitägige Event in seinen „heiligen Hallen“ und präsentierte dort neue Geräteserien und Prototypen.

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er gym80 Inhaber Simal Yilmaz resümiert begeistert: „Wir sind immer noch überwältigt von dem positiven Feedback und der Vielzahl an zukünftigen Projekten, die wir während der ‚KRAFTcon.‘ fixiert haben“.

Echtes Produktionsfeeling!

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Aber damit nicht genug; Wer dann noch mit den eigenen Händen etwas erschaffen wollte, konnte an einem Do-it-yourselfProjekt teilnehmen. Aus demselben vier Millimeter Ovalrohr, aus dem auch die Maschinen gefertigt werden, sowie weiteren Einzelteilen aus Stahl entstanden eindrucksvolle Miniaturhanteln mit passendem Ständer.

Innovation ist „Firmen-DNA“ Präsentiert wurden bei dem Event nicht nur die Geschichte und Fertigungshallen von gym80, sondern auch mehrere neue Maschinen sowie Prototypen, die mit großem Interesse begutachtet und getestet wurden.

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Fotos: gym80 International

Die Produktion am Standort Gelsenkirchen ist einzigartig in der Fitnessbranche, denn gym80 konstruiert und produziert seit 1980 mit über 95 Prozent Fertigungstiefe direkt im Ruhrpott. Modernste Technik und Handarbeit werden hierbei vereint, sodass Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen. Die Chance, dies mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben, ließen sich viele der Gäste nicht entgehen. Teilweise schon zum wiederholten Male nahmen sie an der spannenden und interessanten Reise durch das Herzstück des Unternehmens

teil. Vom Ovalrohr bis zum Endprodukt – lebhaft erklärt von Fachmännern und -frauen aus dem gym80-Team!


Neben der PURE KRAFT Low Row, die einen einzigartigen Reiz in der Zielmuskulatur setzt, beeindruckte die neue PURE KRAFT Viking Press unter anderem mit einem dreifach verstellbaren Range-of-Motion-Regler und unilateraler Trainingsmöglichkeit. Die stehende Abduktion bescherte den Tester:innen definitiv Muskelkater im Gluteus, ebenso die neue Donkey Calf Raise in den Waden. Die neue PURE KRAFT Bizeps Überkopf und die Trizeps Überkopf mit Steckgewicht, die beide ideal den Zielmuskel erreichen, erregten ebenfalls die Aufmerksamkeit der Besucher:innen und wurden ausgiebig getestet. Mit einer extra angefertigten Langhantel sowie beidseitigen Trittstufen gehörte auch die Rowing Bench zu den Highlights, die an diesem Tag erstmalig präsentiert wurden. Neu aufleben lässt gym80 außerdem die Nackendrückmaschine mit Steckgewicht, die schon vor 30 Jahren Teil der Produktpalette war. Mit einer zusätzlichen Einstiegshilfe, Fußplatten für maximale Stabilität sowie angepassten Griffen können maximale Trainingsergebnisse erzielt werden.

Einmalige Gewinnchancen und attraktive Angebote! Nicht nur für gym80 waren die drei Tage der Inhouse Fitnessmesse ein voller Erfolg – auch die Kund:innen profitierten von attraktiven Angeboten, wie kostenlosen Installationen, freie Wahl der Individualisierungsoptionen oder Lieferung frei Haus. Ein paar Eventteilnehmer:innen durften sich dazu noch besonders freuen, denn nach Auftragsabschluss hatte man automatisch die Chance auf einen der außergewöhnlichen Gewinne, wie eine Reise nach Los Angeles für zwei Personen mit Training im Bodybuilding-Mekka Gold’s Gym und einer InsiderTour durch die Stadt der Engel – großartige Preise im Gesamtwert von 175.000 Euro!

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Legendärer Freitag! Der zweite Eventtag war der Haupttag der „KRAFTcon.“, weshalb viele bekannte Persönlichkeiten, erfolgreiche Bodybuilder:innen sowie Fitnessinfluencer:innen ebenfalls Gäste in Gelsenkirchen waren. Neben diesen waren noch einige andere VIPs im Headquarter zu finden – die Marvel Helden Hulk, Captain America und Black Widow posierten gern mit den begeisterten Gästen für ein gemeinsames Foto. Kräftemessen konnte man außerdem nicht nur an den Geräten im riesigen Showroom von gym80, sondern auch indem man sich mit Thors Hammer duellierte. Nur ein:e wahre:r Held:in kann diesen bewegen – wer das wohl alles geschafft hat!? Gegen 17 Uhr ging die Tagesveranstaltung dann in das Abendevent über. Ein Barkeeper-Duo übernahm den Barbereich, per Flying Buffet wurde ausgezeichnetes Essen gereicht, der hauseigene DJ sorgte für ausgelassene Stimmung und eine atemberaubende Akrobatik-Lasershow brachte alle Anwesenden zum Staunen. Bis in die Nacht wurde gemeinsam gefeiert und auf eine erfolgreiche Zukunft angestoßen!

Drei besondere Tage „Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmenden der ersten ‚KRAFTcon. – die Inhouse Fitnessmesse‘ bedanken! Spannende Gespräche, erfolgreiche Abschlüsse und ein toller Freitagabend haben die drei Tage zu etwas ganz Besonderem gemacht. Wir bleiben weiterhin unserer Mission treu und wollen die Welt jeden Tag ein weniger stärker machen!“ sagt Carolin Kämpf, Head of Communication bei gym80. gym80 International GmbH Wiesmannstraße 46 | 45881 Gelsenkirchen | info@gym80.de www.gym80.de

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AKTUELLES | KOMMENTAR ALBERT BUSEK

Happy Birthday

ARNOLD 75

1969 nach seinem dritten „Mr. Universum“-Titel in London, ein Jahr nach seiner Auswanderung in die USA

Text und Fotos: Albert Busek

Die zwei Zahlen hinter den sechs Buchstaben klingen unfassbar, jedenfalls für Millionen Menschen in aller Welt, die Arnold Schwarzenegger als Actionstar, Ausnahmeathleten oder Politiker kennen. Seine weltweite Popularität hat bereits vor vielen Jahren eine unfassbare Dimension erreicht, sodass man bei Nennung seines Vornamens auf allen Kontinenten sofort weiß, wer gemeint ist. Mit dieser außergewöhnlichen Aura werden fast automatisch die Attribute Stärke, Energie, Beharrlichkeit und vieles mehr verbunden – aber nicht „älter werden“.

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m Volksmund heißt es: Wer lange leben will, muss älter werden! Am 30. Juli 2022 wird Arnold Alois Schwarzenegger 75 Jahre alt. Wenn ich seinen unerschütterlichen Glauben an die Verwirklichung neuer Ziele und seine aktuellen

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Aktivitäten auf so vielen Gebieten in Betracht ziehe, muss ich schreiben: 75 Jahre jung! In seinem Geburtshaus in der Gemeinde Thal bei Graz wurde vor elf Jahren das Museum „Arnie’s

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Life“ eröffnet, das sein Schulfreund Peter Urdl initiiert hat und das seither Besucher:innen aus aller Welt begeistert.

weiter Ferne. Unserer kleinen Gruppe war das egal, wir waren total davon überzeugt und lebten unseren Traum.

Unzählige Berichte, Bücher und Dokumentationen sind über Arnold produziert worden. In diesem Beitrag auch nur ansatzweise dieses so herausragende Leben zu beschreiben, ist nicht möglich. Auch den Teil seines Lebens, der mit unserer Fitness- und Gesundheitsbranche zu tun hat, kann ich nur stichwortartig in einigen Beispielen zusammenfassen.

Vom 1. August 1966 bis 19. September 1968 lebte und trainierte Arnold dann in München. Diese Zeit bezeichnete er mehrmals öffentlich als „Sprungbrett für meine Karriere in Amerika“, letztmals am 7. September 2021 in Köln.

Fokus auf Erfolg Als Arnold vor 60 Jahren bei der „Athletik Union Graz“ zunächst als Gewichtheber begann, hatte er schon Bodybuilding „im Visier“. Das wurde allerdings nur toleriert, solange er auch seine Leistung im Gewichtheberteam erbrachte. Damals setzte Arnold erstmals eine Priorität, die immer wieder aufs Neue für sein gesamtes weiteres Leben entscheidend werden sollte: Alles, aber auch wirklich alles dem angesteuerten Ziel unterzuordnen und sich total darauf zu fokussieren. Arnold brachte seine Leistung im Team und trainierte zusätzlich gezielt unter so widrigen Umständen für die angesteuerte Bodybuildingkarriere, dass die meisten in seiner Situation wohl aufgegeben hätten. Schon damals waren es sein unbändiger Wille und die Liebe zum „Eisen“, die alles ermöglichten. In diesen schweren Anfangsjahren fand Arnold im späteren Mitglied des Bundesrats, Alfred Gerstl aus Graz, ab 1962 neben seiner Mutter Aurelia seinen größten Förderer, vor allem auch, was die regelmäßige Versorgung mit zusätzlichen Mahlzeiten betraf. Mit „Fredi“ verband Arnold eine lebenslange Freundschaft bis zu dessen Tod 2016. Noch während seiner Zeit beim österreichischen Bundesheer wagte Arnold 1965 trotz Reiseverbots seine erste internationale Wettkampfteilnahme in Stuttgart. So lernte ich ihn am 31. Oktober 1965 bei der Meisterschaft „Bestgebauter Athlet“ kennen. Arnold gewann den Juniortitel mit Idealpunktzahl und ich machte ihm als damaliger Studioleiter (Schillerstraße, München) unmittelbar nach der Siegerehrung im Wulle-Festsaal das Angebot, nach München zu kommen. Um diesen Vorgang zeitlich richtig einzuordnen, muss man wissen, dass Muskeltraining damals entweder abgelehnt oder belächelt wurde. Akzeptanz und so etwas wie eine Fitnessbranche waren noch in

1966 beim Training im Universum-Sportstudio in der Schillerstraße 36 in München

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Next Step USA Als Arnold am 19. September 1968 von München nach London flog, um am professionellen „Mr. Universum“-Wettkampf teilzunehmen, wusste keiner von uns, dass er nicht mehr zurückkommen würde. Nach Arnolds Sieg schickte ihm der amerikanische Medienmogul Joe Weider ein Flugticket zum „IFBB Mr. Universum“-Wettkampf in den USA. Zwar verlor Arnold in Miami umstritten, aber Joe machte ihm das Angebot, in den USA zu bleiben und dort mit ihm zu arbeiten. Der Rest ist Geschichte.

Wachsende Popularität der Branche Für unsere heutige Branche war Arnolds Auswanderung in die USA 1968 ein entscheidendes Element zur weltweiten Popularisierung des partiellen Muskeltrainings. Er wurde zunächst in den Special-Interest-Publikationen von Joe Weider, dann in unzähligen Berichten in Zeitungen, Zeitschriften und im TV weltweit zur Galionsfigur für Muskeln, Kraft und eine athletische Figur. Im deutschsprachigen Raum durfte ich von 1963 bis 2017 als Redakteur und Fotograf der Zeitschriften Sport Revue, Athletik Sportjournal, Muscle & Fitness und FLEX und nun der fMi meinen Teil zu dieser Entwicklung beitragen und Arnolds unglaubliche Karriere hautnah miterleben. Was Muhammad Ali im Boxen wurde, gelang Arnold Schwarzenegger im Bodybuilding – THE GREATEST! Der 18. Januar 1977 wurde mit der Premiere von „Pumping Iron“ in New York zum bis dahin wichtigsten Meilenstein für die im Entstehen befindliche Fitnessbranche. Das Muskeltraining landete endlich im Mainstream – mit Arnold als überzeugendem und unwiderstehlichem Protagonisten. Sogar im Whitney Museum of American Art (MoMA) in New York zeigten Arnold und seine Athletenkollegen vor versammelter

Mit Autor Albert Busek (r.) 1990 auf einer der vielen privaten Bergtouren

Nach fünf Weltmeister- und sieben „Mr. Olympia“-Titeln proklamierte ihn Ben Weider (r.), Präsident des Weltverbandes IFBB, 1993 zum „Greatest Bodybuilder of the 20th Century“

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AKTUELLES | KOMMENTAR ALBERT BUSEK

Bei der Premiere von „Conan“ 1982 in München

Beim „Great American Workout 1991“ stellte Arnold seine Mutter dem US-Präsidenten-Ehepaar George und Barbara Bush vor

Presse ihr Posing als „lebende Skulpturen“. Die öffentliche Resonanz auf den Film und die Darbietung im Whitney Museum waren überwältigend positiv.

Filmkarriere des Ausnahmesportlers Eine neue Ära begann und erneut sorgte Arnold nach seinem ersten großen Spielfilm „Kaktus Jack“ an der Seite von Filmlegende Kirk Douglas 1979 und vor allem als „Conan der Barbar“ 1982 für Schlagzeilen. Ich gehörte damals zu den ganz wenigen, die ihm auch eine ganz große Karriere beim Film zutrauten. Zu genau hatte ich vom Beginn unserer Freundschaft an hautnah miterlebt, welche unglaublichen Energien Arnold freisetzen kann, um ein angepeiltes Ziel zu erreichen. Wie kein anderer deutschsprachiger Einwanderer seit 1945 setzte Arnold in den folgenden Jahrzehnten den „amerikanischen Traum“ im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in Taten um, die selbst in den USA als unvergleichlich und einmalig eingestuft werden. Anfang der Neunzigerjahre erreichte er auch in der Filmbranche die absolute Spitze – er wurde zum erfolgreichsten „Box Office Star“ der Welt, also zu dem Filmstar, der an den Kinokassen das meiste Geld einspielte. Seine spektakuläre Körperpräsenz in vielen „Arnold-Filmen“ brachte der Fitnessbranche von Nahrungsergänzungsmitteln über Trainingsbekleidung und -geräte bis hin zu den Sportstudios immer wieder mächtige Schübe.

Politische Ambitionen

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Soziales Engagement Seit vielen Jahren gehören weitere große Projekte zu seinen Herzensangelegenheiten: - USC Schwarzenegger Institute - After-School All-Stars - Arnold Sports Festival Dass Arnold zusätzlich in vielfältiger Weise sozial Schwächere unterstützt und auch für die Make-A-Wish-Foundation zur Verfügung steht, macht alles noch unglaublicher, wenn man bedenkt, dass auch für ihn der Tag nur 24 Stunden hat. „Schneller schlafen“, meinte er einmal augenzwinkernd auf die Frage nach seinem Zeitmanagement. Bei allem, was Arnold seit den Anfängen seiner weltweiten Karriere machte, warb er bei jeder sich bietenden Möglichkeit für die Fitnessbranche, auch während seiner Jahre als Gouverneur (2003–2011), selbst wenn ihn seine Berater des Öfteren davon abbringen wollten. Egal, was Arnold alles in seinem Leben erreicht hat – er war und ist zuallererst EINER VON UNS in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung. Die Zahl 75 drehe ich um und sage: DANKE Arnold für 57 Jahre Freundschaft. Bis hierher war es eine herrliche „Reise“. Bleib gesund.

Fotos: Albert Busek

Im Januar 1990 wurde Arnold von US-Präsident George H. W. Bush zum „Chairman of the President’s Council on Physical Fitness and Sports“ berufen. Arnold nahm dieses erste große Mandat so ernst, dass er – auf eigene Kosten – alle 50 US-Bundesstaaten besuchte. Dabei brachte er jeweils die führenden Persönlichkeiten im weitesten Sinne aus Sport, Fitness, Gesundheit, Ausbildung und Politik an einen Tisch. In dieser Zeit organisierte er auch die legendären „Great American Workouts“ am White House South Lawn und auf der großen Terrasse des Capitols Albert Busek Experte für Bodybuilding in Washington. Für mich war es folgerichtig, und Fitness dass Arnold seine Energie zum geeigneten Zeit-

punkt in die politische Arena einbringen würde, was er dann am 7. August 2003 mit der Ankündigung seiner Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien auch tat – ganz „Arnold-like“ in der populären TV-Show seines Freundes Jay Leno. Mit 55 Prozent der Stimmen wurde Arnold Schwarzenegger am 7. Oktober 2003 zum 38. Gouverneur Kaliforniens gewählt. Mit dem „Global Warming Solutions Act“ (AB 32) von 2006 schrieb Arnold Schwarzenegger als Gouverneur Umweltgeschichte und setzt sich bis heute kontinuierlich für eine bessere Umwelt ein. Dazu zählt auch die alljährliche „Schwarzenegger Climate Initiative“ in Wien (wieder am 14. Juni 2022).

HAPPY BIRTHDAY „Mr. Joy“ ARNOLD

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DSSV | KOLUMNE

Dos and Don'ts für Start-ups

Von Anfang an erfolgreich starten Text: Florian Kündgen

Um Sie von der ersten Minute an vor den typischen Fehlern bei der Existenzgründung zu schützen, möchte ich Ihnen hier fünf der häufigsten Fehler aufzeigen. In unserer täglichen Verbandsarbeit und den Gesprächen mit Existenzgründer:innen lassen sich wiederkehrende Muster erkennen. Mit diesem Artikel stelle ich Ihnen wertvolle Tipps vor, mit denen Sie Ihre Erfolgschancen erhöhen können.

A

ußerdem werde ich Ihnen erläutern, warum Ihr Vorhaben von vornherein akribisch und detailliert geplant werden sollte. Denn sonst könnte es bereits an Ihrer Geschäftsidee scheitern – und es ist mir ein Anliegen, dass Sie es schaffen! Ich möchte Ihnen die Angst nehmen und zeigen, dass wir als DSSV e. V. mit unserer Expertise immer als starker Partner an Ihrer Seite sind – von der ersten Minute an.

Fehler eins Mein Produkt gibt es noch nicht. Meine Geschäftsidee ist einzigartig. Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe, kann ich nicht mehr zählen. Viele Menschen glauben, sie hätten eine nie da gewesene Geschäftsidee, z. B. Fairtrade®-T-Shirts bestickt mit exotischen Tieren, „unkaputtbare“ Autoreifen oder Weingläser, die je nach Alkoholgehalt die Farbe ändern. Es gibt viele „smarte“ Ideen. Fakt ist aber, dass diese Produkte oft bereits existieren oder schon einmal gescheitert sind. Damit kommen wir zu

Tipp 1: Die Faszination für eine Geschäftsidee sollte Sie nicht „überrennen“. Sie können gern Feuer und Flamme sein, sollten sich aber ein gesundes Maß an Skepsis bewahren. Eine kurze Google-Suche ohne Treffer auf der ersten Seite heißt noch lange nicht, dass Ihre Idee neu ist oder Sie konkurrenzlos sind. Eventuell haben Sie nur die falschen Keywords genutzt. Genau das passiert leider immer wieder. Die Sehnsucht nach Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und dem wirtschaftlichen Erfolg macht die Gründer:innen schon zu Beginn betriebsblind. Sie glauben, Sie hätten ein Konzept oder eine Dienstleistung entwickelt, das bzw. die vielen gefällt. Ein Produkt, das über mehrere Jahre zu einer konstant hohen Nachfrage führt und letztendlich einen hohen Return on Investment einbringt. Kurz gegoogelt, nichts in der näheren Umgebung gefunden – euphorisch wird mit der Umsetzung begonnen, werden hohe Investitionen getätigt, langfristige Leasing- oder Mietverträge

Grafik: Ms.Moloko – stock.adobe.com

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geschlossen. Am Eröffnungswochenende werden 50 Mitgliedschaften geschrieben, das war es. Der Break-even ist ganz weit weg. Am Ende zeigt sich, dass alle Mitbewerber:innen im Umkreis Ähnliches bieten bzw. schnell aufs „Boot“ mit aufgesprungen sind. Die Fehler sind klar: Der Markt wurde per Google-Recherche nur mangelhaft analysiert, die Zielgruppe nicht bestimmt. Die Geschäftsidee ist nicht einzigartig. Was die Unique Selling Proposition (USP = Alleinstellungsmerkmal) angeht, ist man in der sogenannten Gefahrenzone (vgl. Abb. 1).

Fehler zwei Keinen echten USP haben

DIE FITNESSSACHVERSTÄNDIGEN

Der USP wird so häufig gepredigt, aber doch ignoriert oder unterschätzt. Sicher ist es in unserer Branche schwer, noch ein echtes Alleinstellungsmerkmal zu finden. Es sei denn, Sie gehen mit dem neuesten Trend. Aber das ist risikoreich! Wie lange hält der Trend an? Besteht Bedarf dafür dort, wo Sie Ihre Dienstleistung anbieten möchten? Tipp 2: Überlegen Sie sich lieber, was Sie anders machen können. Selbst, wenn Sie dadurch nur eine kleine Zielgruppe ansprechen, könnten Sie genau DER:DIE Anbieter:in sein, der:die einzig und allein diese Zielgruppe bedient und damit wirtschaftlich erfolgreich ist. Schauen wir uns die folgende Grafik an:

Werner Kündgen

Das können Sie gut

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Steuerberater und von der IHK Koblenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsberechnung für Fitnessund Freizeit-Anlagen.

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zZzZ ?

Das möchten Ihre Kund:innen

X

Das kann Ihre Konkurrenz gut

Abb. 1: Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens (Unique Selling Proposition)

Von der IHK Bonn/Rhein-Sieg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Fitnessund Freizeit-Anlagen.

Günter Noll

Auf dem Freibogen 3 53127 Bonn Telefon: 0228 - 298 701 www.fitnesssachverstaendige.de

? = Risikozone: Wettbewerbsfähiges Schlachtfeld. Hier gewinnen Sie nur schwer. Nutzen Sie Emotionen und Innovationen – das ist am wichtigsten. X = Gefahrenzone: Ihre Konkurrenz erfüllt die Bedürfnisse der Verbraucher:innen besser als Sie. Verwerfen Sie die Idee. Dort, wo Sie Ihr Vorhaben starten möchten, ist es nahezu chancenlos. Hier herrschen extrem hohe Markteintrittsbarrieren. zZzZ = Keine Zielgruppe. Zu viel Konkurrenz in Bereichen, die den Verbraucher:innen egal sind. Reine Zeitverschwendung. USP = Gewinnerzone. Klarer Unterschied, der den Bedürfnissen entspricht. Aufbauen, ausbauen und sich weiter von der Konkurrenz abheben. Nur, wer sind Ihre Kund:innen? Haben Sie eine Idee von ihnen? Schauen wir uns dazu Fehler drei an. 03/22

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Sabrina Fütterer

Von der Handelskammer Hamburg öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Wirtschaftlichkeitsanalysen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), insbesondere Sport-, Fitness- und Gesundheits-Anlagen.

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DSSV | KOLUMNE

Fehler drei Unklare Zielgruppe Spätestens, wenn Sie Werbung schalten, müssen Sie Ihre Zielgruppe definieren. Zu diesem Zeitpunkt ist es aber eigentlich bereits zu spät, denn darüber sollten Sie sich bereits Gedanken machen, bevor Sie Ihr Produkt bzw. Ihr Studio entwickeln. Eine Zielgruppe definiert die Eigenschaften der potenziellen Kund:innen, die einen Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt haben und ist somit eng verwoben mit dem USP und Ihrer Geschäftsidee. Anhand der Eigenschaften dieser Zielgruppe können Sie das Kauf- bzw. Nutzungsverhalten abschätzen und gezielt Werbung schalten. Eigenschaften Ihrer Zielgruppe können dabei das Alter und die Herkunft sein, das verfügbare Einkommen, das Konsumverhalten, die Vorlieben und ethischen Werte. Mithilfe dieser Kenntnisse können Sie gezielt Emotionen und Bedarf bei Ihren potenziellen Nutzer:innen wecken und diese u. a. zum Abschluss eines Mitgliedsvertrages bewegen. Wenn Sie Ihre Zielgruppe nicht kennen, gibt es mehrere Möglichkeiten, an Informationen zu kommen. Suchen Sie auf Statista gezielt nach Informationen. Auch Google Scholar kann eventuell helfen. Aber auch wir als DSSV sind Ihr Ansprechpartner und damit Tipp 3!

das Ganze sich wirklich verkauft, führt kein Weg an Werbung vorbei. Ihr Angebot muss gefunden werden, damit es gekauft wird. Versuchen Sie, Kooperationen einzugehen. Suchen Sie zum Beispiel nach Testimonials, die bewerben und schalten Sie aktiv Werbung. Planen Sie hierfür „ein paar Euros“ ein. Tun Sie das nicht erst, nachdem Sie eröffnet haben, sondern bereits vorher. Wenn Sie beispielsweise ein neues Studio eröffnen möchten, ist der Beginn Ihres Bauvorhabens oder die Unterschrift unter dem Mietvertrag ein guter Zeitpunkt, mindestens jedoch drei bis sechs Monate vorher. Seien Sie bereits vor Ort und machen Sie aktiv auf sich aufmerksam. Lassen Sie die ersten Interessent:innen schon vorab ein und zeigen Sie Ihre Baufortschritte. Nehmen Sie potenzielle Mitglieder auf Ihre Reise mit. Schließen Sie möglichst vorab so viele Mitgliedschaften ab, dass Sie den Break-even erreichen, wenn es tatsächlich losgeht. Und noch ein kleiner Tipp: Planen Sie Ihr Vorhaben so, dass Sie eröffnen, wenn die meisten Menschen sich für eine Mitgliedschaft interessieren – also im Januar oder Februar eines Jahres. Die guten Vorsätze potenzieller Mitglieder bringen Ihnen Vertragsabschlüsse.

Fehler fünf Ich brauche zuerst eine Website, um mein Produkt/meine Dienstleistung zu verkaufen

Wenn Sie lediglich einen ersten groben Überblick über Ihre Zielgruppe erhalten möchten (z. B. Alter, Geschlecht, Herkunft), können Sie auch einen themenrelevanten Blogartikel schreiben und diesen auf Facebook für acht Wochen bewerben lassen, ohne die Zielgruppe einzuschränken. Ziel ist es nicht, Leads zu generieren, sondern zu analysieren, wer aus der Umgebung Ihren Beitrag interessant findet. Nach der Werbemaßnahmen sehen Sie, wer mit Ihrem Beitrag interagiert hat, welche Altersgruppen am stärksten vertreten sind und woher die Leute kommen. Dieses Beispiel liefert Ihnen einen ersten groben Rahmen.

Dieser Fehler kann Ihr Business direkt „das Leben kosten“. Denn über Ihre Website werden Sie sehr lange überhaupt nichts verkaufen. Der Grund dafür ist, dass eine neue Website weder bei Google indexiert ist, noch eine Domain Authority besitzt und wahrscheinlich erst einmal kaum Besucher:innen hat. Je nachdem, wie gut Ihre Website ist, erreichen Sie im Monat wahrscheinlich an die 25 bis 100 Besucher:innen. Das ist keine Reichweite, die Ihnen Geld einbringen wird. Sie sollten zwar von Beginn an Ihre Website aufbauen, aber nicht erwarten, damit Neuabschlüsse zu generieren.

Fehler vier Denken, ein Produkt verkauft sich (von allein), nur weil es gut ist

Schalten Sie lieber Werbung über Social Media – auf Facebook und Instagram. So können Sie Ihre Werbung peu à peu optimieren. Sie sehen anhand vom Return on Investment, ob sich die Werbeanzeigen lohnen und können gezielt agieren. Durch die demografischen Merkmale der Werbeanalysetools von Facebook oder Instagram lernen Sie Ihre Zielgruppe besser kennen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse können Sie dann Ihre Website zielgruppengerecht erstellen.

Sie haben ein Topprodukt/eine Topdienstleistung, das/die sich im Idealfall von der Konkurrenz abhebt? Super! Das ist eine sehr gute Grundlage. Sie sollten sich jetzt nur nicht darauf verlassen, dass sich Ihr Angebot einfach so verkauft. Woher sollen Ihre potenziellen Mitglieder wissen, dass Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung qualitativ gut ist, ohne dieses/diese zu kennen? Damit

Ja, Sie sollten langfristig eine Website aufbauen, um auch darüber Neuabschlüsse zu generieren. Verzetteln Sie sich jedoch nicht mit „Website only“ als Quelle des Marketings! Es spricht auch im Jahr 2022 nichts gegen klassische Werbung über Printmedien oder gegen Werbung auf Social Media oder über Google Ads. Natürlich gibt es noch viel mehr Fallstricke bei einer Existenzgründung, die aber alle lösbar sind! Wir als starker Partner stehen Ihnen gern zur Seite – ab der ersten Minute.

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Tipps zum Erstellen eines Businessplans, zu Fördermöglichkeiten, Finanzierungsplänen und zur Rechtsformwahl finden Sie unter diesem QR-Code. fitness MANAGEMENT international

Foto: DHfPG/BSA

Florian Kündgen stellvertretender Geschäftsführer des DSSV e. V.

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DSSV | SOCIAL-MEDIA-KOMMUNIKATION

W D O N’T F E E D Text: Alexander Wulf

Social-Media-Kommunikation will gelernt sein Der Umgang mit negativen Kommentaren und Bewertungen auf Social-Media-Kanälen war bereits vor Corona für viele ein unsicheres Gebiet. Die schwierige pandemische Lage hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Konfrontationen im Internet nochmals erhöht hat. Durch die lang anhaltenden Lockdowns und die damit einhergehenden Unsicherheiten haben es auch vermehrt Fitness- und Gesundheitsanbieter:innen mit unangemessenen Nachrichten zu tun bekommen. Aber wie gehe ich mit kritischen und grenzwertigen Kommentaren im Internet richtig um? Löschen? Melden? Ignorieren? Erwidern? Eins ist klar – aufgrund der Komplexität und Diversität der Kommentare und Bewertungen gibt es keine Patentlösung. Sinnvoll ist es jedoch, einen Ablaufplan zu gestalten, wie Sie auf kritische Stimmen im Netz reagieren sollten.

ir möchten mit diesem Artikel einen Anreiz schaffen, um sich dem Thema zumindest in den Grundzügen und schon vor dem ersten Konflikt zu widmen. Mittlerweile hat fast jedes Fitnessstudio ein Unternehmensprofil in den diversen sozialen Netzwerken. Wenn nicht, sollte das schnellstmöglich nachgeholt werden. Viel zu groß ist das Marketingpotenzial, um es nicht für seine Anlage zu nutzen – verbunden mit überschaubaren Kosten und leistbarem Arbeitsaufwand. Aber die Plattformen haben auch ihre Tücken, mit denen jede:r früher oder später konfrontiert wird. Nur selten sehen sich Unternehmen einem Shitstorm ausgesetzt, aber User:innen, die ein Interesse am oder eine Verbindung zum Unternehmen haben, können Posts nutzen, um ihr Missfallen in den Kommentaren kundzutun – in angemessenem Ton als konstruktive Kritik, viel zu oft aber auch nicht.

Nur drei Prozent enden im Shitstorm Laut einer Studie des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, Bitkom e. V. gaben nur drei Prozent der befragten Unternehmen an, einem Shitstorm ausgesetzt gewesen zu sein. Fast jedes zweite der 639 befragten Unternehmen gab an, online negative Erfahrungen gemacht zu haben. Das reicht dabei von der Kritik am Produkt (25 %) oder an der Firmenpolitik (9 %) bis hin zu handfesten Beleidigungen (7 %). Das Risiko eines „ausgewachsenen“ Shitstorms ist also eher gering. Dennoch sollte der Umgang mit Konfrontationen in den sozialen Netzwerken geübt sein.

Gesetzliche Regelung – Maße nicht nachzuverfolgen oder schlecht umgesetzt Bei Kommentaren mit Beleidigungen oder Herabwürdigungen greift Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention – Meinungsfreiheit gilt für jede:n, solange niemand diskriminiert wird. Extreme, hasserfüllte Kommentare sind damit strafbar. Auch das deutsche Strafgesetzbuch (StGB) enthält einige Paragrafen, die bei ausgearteten Kommentaren wirksam werden können, z. B. die Paragrafen 185 (Beleidigung), 186 (üble Nachrede) und 187 (Verleumdung). Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) zieht auch die Betreiber:innen von Social-Media-Plattformen stärker in die Verantwortung. „Rechtswidrige Inhalte“ wie Beleidigungen und menschenverachtende Posts, die gemeldet werden, müssen innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Das wird jedoch von den Verantwortlichen bislang nur schlecht umgesetzt.

Möglicherweise bringt die kürzliche Einigung der Institutionen und Mitgliedstaaten der EU zum Digital Services Act (DSA)

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Grafik: philllbg – stock.adobe.com

Ein Team vom Zentrum gegen digitale Hassbotschafen (CCDH) in Washington hat 2021 714 Hasseinträge auf Facebook, Twitter, TikTok, Instagram und YouTube ausfindig gemacht und den Plattformen gemeldet. Bei den Einträgen handelte es sich um eindeutige antisemitische Kommentare. Nach zwei Monaten wurde die Reaktion der Betreiber:innen kontrolliert. 7,3 Millionen Mal wurden diese 714 Kommentare abgerufen – nur 16 Prozent wurden in allen Social-Media-Kanäle gelöscht. Leiter des Teams Imran Ahmed sagte dazu: „Wenn man wissen möchte, welches Unternehmen am besten mit diesen Inhalten umgeht, landet man beim Frisurenwettbewerb von fünf glatzköpfigen Männern. Alle haben schlecht abgeschnitten …“


und zum Digital Markets Act (DMA) Ordnung in den virtuellen „Wilden Westen“. Die Verordnungen sollen für mehr Sorgfaltspflicht, Wettbewerb und Fairness bei den großen Anbieter:innen führen. Der endgültige Text soll noch im Sommer 2022 verabschiedet werden und nach kurzer Übergangsfrist für alle EU-Staaten gelten. Dennoch Grund genug, sich nicht auf Gesetze oder die Plattformen zu verlassen und selbst aktiv zu werden. Entwickeln Sie präventive Maßnahmen, um auf negative Kommentare und Bewertungen konstruktiv zu reagieren.

Communication is the key Wichtig ist, nehmen Sie übereifrige Beschwerden nicht persönlich. Sie als Studiobetreiber:in sowie auch wir machen diese Arbeit – neben der ökonomischen Komponente – aus Überzeugung. Versuchen Sie, trotz Ihrer Emotionen objektiv zu bleiben und sich in die Situation des:der Absender:in zu versetzen. Es ist zu empfehlen, emotionalen Abstand zu gewinnen und gemeinsam mit Ihrem Team eine Lösung zu finden. Damit kommen wir zum ersten Punkt – zeigen Sie Einfühlungsvermögen und Verständnis. Das fällt schwer bei einem unangebracht aggressiven Kommentar, ist jedoch zielführender als Ignoranz oder Konfrontation. Oft war während des Lockdowns die ausbleibende Kommunikation oder die falsche Information der Mitglieder verantwortlich für deren Frust. Suchen Sie den Austausch und lernen Sie aus dieser Erfahrung. Fast jede Beschwerde kann für beide Seiten einvernehmlich gelöst werden und womöglich ein:e Kund:in gehalten oder als Führsprecher:in gewonnen werden.

Don’t feed the troll Begrenzen Sie Ihre Antwort auf aggressive Nachrichten mit Fakten und suchen Sie die weitere Kommunikation außerhalb der Plattform. In einem persönlichen Gespräch zeigen sich beide Seiten wesentlich verständnisvoller und weitere Missverständnisse können vermieden werden. An einer ausschweifenden Debatte in den Kommentaren sollten Sie sich nicht weiter beteiligen. Vermeiden Sie eine Eskalation, indem Sie dem „Troll“ kein weiteres Futter geben. Versuchen Sie stattdessen, ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Hier ist die Vorbereitung besonders wichtig: Teilen Sie einem:einer Mitarbeitenden die Aufgabe klar zu und definieren Sie, wie er:sie auf Kommentare reagieren soll. Tauschen Sie sich aus und formulieren Sie eine zielführende Erwiderung. Vermeiden Sie einen langen Dialog und bieten Sie dem:der Absender:in einen weiteren Austausch abseits der Kommentarfunktion an. Ist die Kritik noch so berechtigt, sollten Beleidigungen oder herabwürdigende Beiträge immer gemeldet oder, wenn möglich, gelöscht werden.

Break the ice So schwierig ein Shitstorm ist – sollte es trotz aller Bemühungen dazu kommen –, bietet er auch Chancen. Unter anderem ist Ihnen hier viel mehr Aufmerksamkeit als durch traditionelles Marketing sicher. Potenzielle Kund:innen oder Mitglieder mit ähnlichem Anliegen werden darauf achten, wie der Konflikt gelöst wird und wie Sie sich äußern. Sollte es gelingen, das Problem geschickt zu lösen, clever zu antworten und beste03/22

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hende Probleme zu kommunizieren, ist das „Ruder“ wieder in Ihrer Hand. Gleichzeitig können Sie darauf hinweisen, dass ein Shitstorm keine angemessene Reaktion ist. Transparenz und Glaubwürdigkeit schaffen Treue bei Ihren Mitgliedern. Auch mit Humor können Konflikte entschärft werden. Dabei sollte die Kritik oder der:die Kritiker:in nicht lächerlich gemacht werden – ein schmaler Grat, der Ihnen aber viel Sympathie einbringen kann. Nicht zu vergessen sind Bewertungsportale. Diese sind noch „empfindlicher“ als Social-Media-Plattformen, denn hier wirkt sich schlechtes Feedback direkt negativ aus. Erhebungen zeigen, dass negative Bewertungen nicht nur die Durchschnittsnote und das Ranking eines Unternehmens verschlechtern, sondern auch langfristige Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Stellen Sie sich jeder Kritik mit einem Gegenkommentar. Zwar bleibt die schlechte Bewertung häufig bestehen, aber künftigen Kund:innen kann verdeutlicht werden, dass es sich nicht um Ihren Standard handelt und es ein Einzelfall bleiben soll. Hier zusammengefasste nützliche Tipps, wie Sie auf gehässige oder negative Kommentare auf Social Media und in Bewertungsportalen reagieren können: O rdnen Sie Kommentare ein: Handelt es sich um einen konstruktiven, negativen oder beleidigenden Kommentar? Gewinnen Sie Abstand: Folgen Sie nicht zwingend Ihrem ersten Impuls, sondern tauschen sich mit Ihrem Team über eine angemessene Reaktion aus. Formulieren Sie eine Reaktion: Sie können auf den Kommentar antworten, ihn löschen oder ihn ignorieren. Lassen Sie aber nicht zu viel Zeit verstreichen. Suchen Sie direkten Kontakt: Vermeiden Sie einen langen Austausch über Social-Media-Plattformen. Bieten Sie einen direkten und persönlichen Austausch an. Nutzen Sie Kritik: Jede Beschwerde kann auch konstruktiv betrachtet werden. Negative Kommentare bieten auch Chancen, sich zu verbessern. Vertreten Sie Unternehmenswerte: Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen erleichtern eine erfolgreiche Kommunikation und sind der Fitnessbranche sicher nicht fremd.

Fazit

Wir empfehlen Ihnen, noch vorab eine Strategie für eine geschickte und eloquente Kommunikation im World Wide Web zu entwickeln. Behalten Sie positive und negative Beiträge im Auge. Überlegen Sie, wie Sie humorvoll, mit Mehrwert und zielführend auf Kommentare reagieren können. Zusätzlich können Sie eine „Hausordnung“ mit Verhaltensregeln für Ihr Unternehmensprofil erstellen, auf das Sie nach Bedarf verweisen können. Im Zweifelsfall können Sie sich von den Juristinnen des DSSV rechtlich unterstützen lassen: jurist@dssv.de. Erfahrungen müssen in diesem Bereich selbst gesammelt werden. Mit einer offenen Kommunikation, die zulässt, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, sind Sie auf dem richtigen Weg. Auszug aus der Literaturliste Bitkom e. V. (2017). Social Media: Fast jedes zweite Unternehmen hat im Netz schon Gegenwind bekommen. Zugriff am 28.04.2022. Verfügbar unter https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Fast-jedeszweite-Unternehmen-hat-im-Netz-schon-Gegenwind-bekommen.html Kroll LLC. (2021). Communications Leaders Risk Survey. Zugriff am 21.04.2022. Verfügbar unter https:// www.kroll.com/-/media/kroll/pdfs/publications/reputational-risks-world-accelerating-digital-chatterreport.pdf Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte dssv@dssv.de.

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DSSV | RECHT

So geht es richtig

Mitgliedsverträge online abschließen Text: Gülizar Cihan

Rechtliche Hürden kennen und von Anfang an Fehler vermeiden – wir führen Sie sicher durch den „Paragrafendschungel“ bis zum wirksam abgeschlossenen OnlineMitgliedsvertrag.

W

er mit der Zeit gehen will, kann sich der Digitalisierung nicht mehr entziehen. Daher bieten viele Fitnessstudios, abgestimmt auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder, inzwischen Mitgliedsverträge online an. Das ist auf den ersten Blick ein einfacher Weg, um Neumitglieder zu gewinnen. Doch wer nicht alles beachtet, was der Gesetzgeber für die Wirksamkeit eines via Internet abgeschlossenen Dauerschuldverhältnisses fordert, hat später das Nachsehen. Grundsätzlich gilt: Alle Voraussetzungen, die ein wirksam vor Ort im Studio abzuschließender Mitgliedschaftsvertrag benötigt, müssen online ebenfalls erfüllt sein. Der Vertrag muss konkret und deutlich die Pflichtangaben zum Studio, zu Laufzeiten, Preisangaben und Kündigungsmodalitäten (u. a. Fristen, Form wie z. B. „in Textform“) abbilden. Besonderheiten und zusätzliche Anforderungen aufgrund des Abschlusses via Internet ergeben sich insbesondere in Bezug auf die Thematiken AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutz und Verbraucherstreitbeilegung nach § 36 VSBG.

Grundsätzliches vorab

In der Praxis hat es sich bewährt, dem Mitglied am Ende des Bestellvorgangs noch einmal alle wichtigen Informationen in einer Übersicht darzustellen und diese bestätigen zu lassen.

AGB wirksam online einbeziehen Vorab sei darauf hingewiesen, dass AGB eine rechtliche „Gefahrenquelle“ darstellen, die durch das Regeln aller für Sie relevanten Themen im Hauptvertragstext minimiert werden kann. Entscheiden Sie sich dennoch dazu, AGB zu verwenden, müssen Sie vor allem in der virtuellen Welt des World Wide Web den Hinweis auf Ihre AGB deutlich gestalten, auf versteckte oder unklare Hinweise verzichten sowie das Neumitglied zwingend vor Abschluss des Vertrages mit den AGB konfrontieren. Die besten Methoden hierzu sind, sich entweder die AGB vom Mitglied per Checkbox/Häkchen bestätigen zu lassen oder den Vertragsschluss erst technisch zu ermöglichen, nachdem die AGB komplett durchgescrollt worden sind.

Online-Datenschutzklausel Ähnlich verhält es sich mit der beim Online- und Vor-Ort-Vertrag immer zwingend erforderlichen Datenschutzklausel. Das Neumitglied muss sie durch eine Checkbox oder ein Häkchen bestätigen. Gleichzeitig muss sie inhaltlich aber weiterreichen und ergänzend über besondere Risiken des digitalen Abschlusses informieren – so bei SSL- bzw. TLS-Verschlüsselung beispielsweise mit folgendem Text: „Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Übertragung vertraulicher Inhalte, die Sie an uns als Seitenbetreiber senden, nutzt unsere Website eine SSL-bzw. TLS-Verschlüsselung. Damit sind Daten, die Sie über diese Website übermitteln, für Dritte nicht mitlesbar. Sie erkennen eine verschlüsselte Verbindung an der ‚https://‘Adresszeile Ihres Browsers und am Schlosssymbol in der Browserzeile.“ Für die Verwendung zum Beispiel genetischer, biometrischer oder Gesundheitsdaten wird rechtlich die ausdrückliche Einwilligung des Mitglieds benötigt. Online gibt es hier keine Ausnahme. Möglich ist, sich diese Einwilligung durch das Verwenden gesondert anklickbarer Kästchen bestätigen zu lassen. Unzulässig ist es, dass das Neumitglied diese lediglich mit bereits vorausgefülltem Kästchen zur Kenntnis nehmen kann. Es

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Grafik/Foto: andrew_rybalko – stock.adobe.com | fitness MANAGEMENT

Was vor Ort das Kund:innengespräch ist, muss online durch andere unmissverständliche Maßnahmen verwirklicht werden. Daher gilt es für den vollständigen Ablauf bis zum Vertragsschluss und danach eine einfache und unkomplizierte Führung des:der Neukund:in über die Website und durch den

„Bestellprozess“ bis hin zur möglichen Vertragskündigung zu gewährleisten. Dies kann durch verständlich formulierte und einfach abrufbare Info- bzw. Dialogboxen und die Möglichkeit des:der Anwender:in, seine:ihre Eingabe während des Bestellprozesses zu korrigieren, verwirklicht werden. Außerdem hat das Studio sicherzustellen, dass mittels angemessener, wirksamer und zugänglicher technischer Mittel Fehler erkannt und berichtigt werden können.


bedarf also einer aktiven Handlung, um diese Daten rechtlich einwandfrei erheben und nutzen zu dürfen.

Bei Online-Verträgen ist zusätzlich dieser Hinweis zwingend erforderlich:

Als Verwender:in und Studioinhaber:in müssen Sie die oben genannte besondere Einwilligung im Fall der Fälle nachweisen können. Bis zum Erhalt der wirksamen Einwilligung dieser Daten sind diese auch nicht zu nutzen. Ansonsten können Sie mit sehr kostspieligen Rechtsfolgen konfrontiert werden, sodass hier besonders sorgfältig vorzugehen ist.

Informationen zur Online-Streitbeilegung gemäß Art. 14 Abs. 1 ODR-VO: Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit, die Sie unter https://ec.europa.eu/consumers/odr/ finden. Unsere E-Mail-Adresse lautet: ……

Der Widerruf – exklusiv für Online-Verträge

Ab wann gilt der Online-Vertrag als geschlossen?

Bei Vertragsabschlüssen über das Internet besteht für Verbraucher:innen ein zweiwöchiges Widerrufsrecht gemäß §§ 312g, 355 BGB. Darauf müssen Sie als Unternehmer:in hinweisen und ein Muster zur Verfügung stellen. Falls nicht, kann das Neumitglied, das gleichzeitig Verbraucher:in ist, binnen eines Jahres und zwei Wochen jederzeit den Vertrag widerrufen. Die Rechtsfolge ist, dass der gesamte Vertrag rückabgewickelt werden muss. Das wiederum bedeutet, dass alle Mitgliedsbeiträge inklusive der meist sehr kostspieligen Zahlungen für die Startpakete etc. an das Mitglied zurückzuerstatten sind.

Nachdem das Neumitglied vorgenannte Prozesse durchlaufen und den Button „Jetzt kostenpflichtig abschließen“ angeklickt hat, muss unverzüglich eine Bestätigungs-E-Mail versandt werden. Diese muss den vollständigen Vertrag, die AGB, die individuelle Datenschutzerklärung, die Widerrufsbelehrung sowie das entsprechende Widerrufsformular als PDF enthalten. Erst jetzt haben Sie als Studiobetreiber:in das Angebot des Neumitglieds rein rechtlich angenommen und der Mitgliedschaftsvertrag ist schlussendlich durch den Versand dieser Bestätigungs-E-Mail zustande gekommen. Eingescannter oder elektronischer Unterschriften bedarf es auf diesem Wege nicht.

Rechtswirksam ausschließen können Sie das Widerrufsrecht nicht. Auch ein Verzicht des Neumitglieds ist pauschal nicht möglich. Sobald das Neumitglied von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, sind ihm alle bis dahin getätigten Einmaloder bisher getätigten wiederkehrenden Zahlungen zurückzuerstatten. Diese Rückzahlungspflicht können Sie reduzieren, indem Sie sich bei Vertragsschluss ausdrücklich von dem:der Verbraucher:in bestätigen lassen, dass diese:r verlangt, dass das Studio bereits vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Ausführung der beauftragten Dienstleistung beginnt (§ 357 Abs. 8 BGB). Damit müssen bei einem Widerruf das Startpaket und der anteilige Monatsbeitrag nicht erstattet werden. DSSV-Mitglieder finden im Mitglieder-Login auf der Website des DSSV sowohl die Widerrufsbelehrung als auch das Muster einer Widerrufserklärung.

Verbraucherstreitbeilegung – besondere Hinweispflicht nicht nur für Online-Verträge

Das bringt die Zukunft: Kündigungsbutton Die Neuregelung des § 312k BGB (neue Fassung) führt zwingend dazu, dass ab dem 1. Juli 2022 allen Mitgliedern ein Online-Kündigungsbutton zur Verfügung gestellt werden muss. Dieser muss deutlich sichtbar und leicht zugänglich auf der Homepage platziert, leicht verständlich zu bedienen und klar als Kündigungsbutton, z. B. mit der Aufschrift „Verträge hier kündigen“ bezeichnet sein. Der Aufbau und die konkreten Anforderungen finden sich im § 312k BGB leicht verständlich. DSSV-Mitglieder finden im Mitglieder-Login auf der Website des DSSV detaillierte Hinweise hierzu. Die Rechtsfolge bei fehlendem oder unzureichendem Button ist die sofortige Kündbarkeit des Mitgliedsvertrages. Insofern ist es hier empfehlenswert, mit größter Sorgfalt vorzugehen.

Seit dem 1. Februar 2017 muss zusätzlich bei allen Verträgen – online oder vor Ort geschlossen – sowohl in den AGB als auch auf der Website darüber informiert werden, inwieweit das Unternehmen bereit oder verpflichtet ist, am Streitbeilegungsverfahren vor einer Schlichtungsstelle teilzunehmen. Diese Informationspflicht trifft aber nur Studios, die mehr als zehn Mitarbeiter:innen beschäftigen. Stichtag zur Berechnung der Mitarbeiter:innenzahl ist der 31. Dezember des Vorjahres. Es zählen Mitarbeiter:innen nach Köpfen unabhängig von der Stundenzahl. Gülizar Cihan, DSSV-Juristin

Somit ist für vor Ort geschlossene Verträge mindestens folgender Hinweis aufzunehmen: Information zur Verbraucherstreitbeilegung nach § 36 VSBG: Wir werden nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle im Sinne des Verbraucherstreitbeilegungsgesetzes teilnehmen und sind hierzu auch nicht verpflichtet. 03/22

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Zu allen rechtlichen Fragen rund um den Studioalltag bietet die Rechtsabteilung des DSSV im Rahmen einer bestehenden Mitgliedschaft die Möglichkeit, eine kostenlose rechtliche Erstberatung mit Einschätzung der Rechtslage zu erhalten, beispielsweise nach Erhalt einer Attestkündigung, zur Überprüfung von Vertragsklauseln oder zu arbeitsrechtlichen Themen. Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de

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DSSV | NEUE FÖRDERMITGLIEDER & MITGLIEDER

Der DSSV begrüßt –

Neue Fördermitglieder Vorstellung Hidden Profits Marketing Brauchen Sie dringend neue Mitglieder für Ihr Studio? Hidden Profits Marketing wurde 2004 gegründet und ist mittlerweile europäischer Marktführer im Bereich Online-Fitness-Marketing. Aktuell betreut die Agentur mit Sitz in Amsterdam mehr als 800 Clubs und verhilft diesen zu einem konstanten Strom an Leads und Neumitgliedern. Das Team besteht aus rund 50 Marketingexpert:innen und verfolgt die Mission, Fitness- und Gesundheitsstudios zu mehr Wachstum zu verhelfen. Ziel ist es, Betreiber:innen zu entlasten und Studios im Bereich des Online-Fitness-Marketings zu professionalisieren. Die Grundlage des Erfolgs bildet die sogenannte Wachstumsformel. Diese stellt den Studios ein komplettes Marketingpaket (Website, Google Ads, Social-Media-Werbung) zur Verfügung. Intelligente Automatisierungstechniken wie direkte Buchungsmöglichkeit, der Telefonassistent, eingebaute Qualitätsbooster oder das Lead-Management-System helfen dabei, Leads in Neumitglieder „umzuwandeln“. Darüber hinaus steht jedem Club neben einem:einer Online-Marketer auch ein:e persönliche:r Client-Success-Manager:in zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Club werden Strategien aufgesetzt und Erfolge erarbeitet. Dadurch sind höchste Standards garantiert, wodurch sich Hidden Profits Marketing eindeutig von herkömmlichen Agenturen unterscheidet. Hidden Profits Marketing ist als einzige Online-Fitness-Marketingagentur der Welt sowohl zertifizierter Facebook- als auch Google-Business-Partner. Online-Fitness-Marketing-Handbuch 2022 Leidet Ihr Club aktuell noch immer unter den Folgen der Corona-Krise? Schreiben Sie weniger Neumitglieder als gewohnt? Hidden Profits Marketing ist offizielles DSSV-Fördermitglied und publizierte zur FIBO das exklusive Online-Fitness-Marketing-Handbuch 2022. Entdecken Sie mithilfe von fünf ausgewählten Expert:innen Tipps, wie Sie in den kommenden Monaten zu mehr Mitgliedern gelangen und eine Umsatzsteigerung sicherstellen können. https://www.hiddenprofitsmarketing.com/de/online-fitness-marketing-handbuch-2022-dssv/

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Neue Mitglieder Bodystreet Symbiont Dennis Koca 34453 Bad Arolsen

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DSSV | KOMMENTAR

Die Aufbruchstimmung ist da Start war die FIBO 2022 – immer noch und immer wieder die größte internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit. Es lief erheblich besser als es von vielen in unserer Branche erwartet wurde! Und wir sind sehr froh darüber – über den Erfolg der Aussteller:innen, über die zahlreichen Fachbesucher:innen und über das rundherum ausgezeichnete Echo in den bundesweiten Medien.

Das hat Signalwirkung für die Bundesrepublik Ebenfalls Signalwirkung – auch zukünftig für die Bundesrepublik – hat das Modellprojekt im Bundesland Saarland. Die „Fitmach-Aktion“ wurde Anfang April 2022 offiziell in Saarbrücken gestartet. Besonders wichtig: Erstmalig beteiligen sich das Gesundheitsministerium, die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), der Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V. sowie die saarländischen gesetzlichen Krankenkassen und mittlerweile über 60 Fitness- und Gesundheits-Anlagen – die Hälfte aller Betriebe im Saarland – gemeinsam an einem Projekt. Selbstverständlich unterstützt der DSSV e. V. als Europas größter Arbeitgeberverband für Fitness- und Gesundheits-Anlagen dieses einzigartige Modellprojekt ebenfalls.

Birgit Schwarze Präsidentin DSSV e. V.

Inaktive Menschen in die Fitnessstudios Studienergebnisse der DHfPG verdeutlichen den zentralen Beitrag, den die qualifizierte Betreuung in Fitnessstudios mit den individuell zugeschnittenen Kraft- und Ausdauertrainingsprogrammen für die Gesundheit der Menschen leistet. Bei dem jetzt laufenden Modellprojekt werden 1.000 gar nicht, wenig oder unregelmäßig sportlich aktive Menschen in einem der beteiligten Fitnessstudios ein auf sie zugeschnittenes Trainingsprogramm absolvieren, das den evidenzbasierten Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entspricht.

Gesundheitsministerium unterstützt Projekt Das saarländische Gesundheitsministerium unterstützt dieses Modellprojekt, um eine langfristige Steigerung der körperlichen Aktivität der Bevölkerung zu bewirken – mit sicherlich mehr als positiven Auswirkungen. Selbiges gilt auch für die Krankenkassen – die Kosten für die Begleiterscheinungen eines ungesunden Lebensstils müssen wir gemeinsam in den Griff bekommen. Das Saarland soll aber nur die erste Station des wegweisenden gesundheitlichen Modellprojektes sein – denn es hat definitiv das Potenzial, auf andere Bundesländer übertragen zu werden. Auch PuGiS e. V. ist erfreut über die Beteiligung der zahlreichen Fitness- und Gesundheits-Anlagen an diesem Projekt. Die Chancen, die diese Betriebe bieten, sind enorm, da sie die vorhandenen kommunalen Ressourcen um ein Vielfaches erweitern. Ich bin überzeugt von unserer Zukunft und unseren Chancen – bleiben Sie mit mir gemeinsam dran – in diesem Jahr und allen weiteren!

Foto: fitness MANAGEMENT

Alle guten Wünsche sende ich Ihnen aus Hamburg Ihre Birgit Schwarze

Birgit Schwarze

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MANAGEMENT | IMPULS INTERNATIONAL

Mitglieder generationenübergreifend motivieren und überzeugen

Wie geht Generationenmix? Text: Florian Schmidt und Jürgen Wolff

Wer sich als Fitness- und Gesundheitsunternehmer:in langfristig am Markt positionieren und sich erfolgreich eine Existenz aufbauen will, braucht ein innovatives Studiokonzept, das unterschiedlichen Zielgruppen und Generationen gerecht wird. Wie ein solches Konzept aussehen und in der Praxis umgesetzt werden kann, erläutert der österreichische Studiobetreiber, Personal Trainer sowie Dozent der DHfPG und der BSA-Akademie, Bernhard Beidl, in einem Interview.

S

teigende Kund:innenansprüche, ein heterogenes Mitgliederklientel und neue Trainingstrends (Thompson, 2022) werden für Studiobetreiber:innen sowohl aus unternehmerischer als auch aus marketingtechnischer Sicht zu einer zunehmenden Herausforderung.

Kund:innennahe Dienstleistungen für unterschiedliche Generationen Das Durchschnittsalter in den deutschen Fitness- und Gesundheitsanlage liegt laut den „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ aktuell bei 40,5 Jahren (DSSV, 2022).

Foto: Alessandro Biascioli – stock.adobe.com

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Nicht selten trainieren in den Anlagen drei oder sogar mehr Generationen (Gen Z, Millennials, Babyboomer usw.) miteinander unter einem Dach. Jede Generation bringt unterschiedliche Bedürfnisse, Voraussetzungen und Ziele mit, denen man als Studiobetreiber:in bzw. Trainer:in in der Praxis gerecht werden muss (Kreis, 2021). Zusätzlich spielen im Rahmen der Positionierung die Faktoren Gesundheit, Training und Lifestyle heute eine wichtige Rolle und die Grenzen zwischen diesen einzelnen Angebotsbereichen werden zunehmend fließender. Dadurch steigen die Anforderungen an die Dienstleistungs- und Betreuungsqualität kontinuierlich an (IHRSA, 2021).

Wachsende Ansprüche an eine interdisziplinäre Trainingsbetreuung Die Kund:innen erwarten ihm Rahmen der Studiomitgliedschaft heute ein hohes Maß an Flexibilität, Individualität, Qualität und Professionalität (DHfPG, 2021; Deloitte & Europe Active, 2021). Diese Erwartungshaltung reicht von einer umfassenden interdisziplinären Trainingsbetreuung – analog und auch zunehmend digital – über ergänzende Ernährungs-, Entspannungs- und Regenerationsangebote bis hin zu flexiblen Mitgliedschafts- bzw. Bezahlmodellen. Wer hier dienstleistungsorientiert agiert und seine Angebotsund Servicepalette dementsprechend flexibel und kund:innen-

nah aufstellt, kann generationenübergreifend bei seinen Mitgliedern punkten und Neukund:innen überzeugen.

Erfolgskonzept im Burgenland – nachgefragt! Wie ein solches Studiokonzept in der Praxis aussehen kann und welche Vorteile es mit sich bringt, erläutert Studiobetreiber und DHfPG- sowie BSA-Dozent Bernhard Beidl im Interview. In Weiden am See im österreichischen Burgenland betreibt er die „CrossFit® Lakefront Box“ sowie ein angeschlossenes Gym mit gesundheitsorientierter Ausrichtung. In seinem GYM&BOX gehen glückliche Menschen vom vierten bis zum 86. Lebensjahr ein und aus.

Literaturliste Deloitte & EuropeActive. (Hrsg.). (2021). The European Health & Fitness Market Report 2021. Zugriff am 30.03.2022. Verfügbar unter https://www2.deloitte.com/de/de/pages/ consumer-business/articles/report-european-health-fitness.html Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. (Hrsg.). (2021). Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention durch regelmäßiges Fitnesstraining: Die Bedeutung der Fitness- und Gesundheitsbranche als Gesundheitsdienstleister – eine wissenschaftliche Betrachtung. Zugriff am 31.03.2022. Verfügbar unter https://www. dhfpg-bsa.de/wp-content/uploads/sites/2/2021/09/dhfpg_abhandlung.pdf DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. IHRSA. (Hrsg.). (2021). 2021 IHRSA Global Report. Zugriff am 30.03.2022. Verfügbar unter https://www.ihrsa.org/publications/the-2021-ihrsa-global-report/ Kreis, F. (2021). Jeder Kunde ist anders – So überzeugen Sie beim Verkauf: Zielgruppenspezifische Verkaufsstrategien. fitness MANAGEMENT international, 1 (153), 94–96. Thompson, W. (2022). Worldwide Survey of Fitness Trends for 2022. ACSM's Health & Fitness Journal 1/2 (26), 11–22.

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MANAGEMENT | IMPULS INTERNATIONAL

Mitglieder generationenübergreifend motivieren und überzeugen

„Authentizität macht den Unterschied“ Interview mit Berhard Beidl, Inhaber von Athlet des Lebens, GYM&BOX, Weiden am See, Österreich

Nach 14 Jahren Polizeidienst, in denen er weltweit eingesetzt wurde und als Einsatztrainer Polizist:innen in Taktik, Technik, Sonderund Amoklagen aus- und fortbildete, kündigte Bernhard Beidl seinen Staatsdienst, um seine Leidenschaft als Trainer, Coach und Dozent zu leben. Gesundheitstrainierende, aber auch Nationalteamspielerinnen, Jiu-Jitsu-Weltmeisterinnen und Kraftdreikämpfer zählen zu seinen Klient:innen. Neben dem Bau seines Trainingscenters „Bernhardtrainiert“ 2014 wurde auch die „CrossFit® Lakefront Box“ ins Leben gerufen. Auf dem „GYM&BOX Areal“ bietet sein Team ganzheitlich mehr Wohlbefinden für alle Alters- und Leistungsgruppen.

fMi: Sie vereinen in Ihrer Anlage unterschiedliche Trainings- und Betreuungskonzepte unter einem Dach. Wie beschreiben Sie selbst Ihr Angebot? Bernhard Beidl: Vorab freue ich mich, dass unser Konzept Interesse geweckt hat. Beschreiben würde ich es als „All-in-one-Konzept“. Wir wollen alles, was für ganzheitlich mehr Wohlbefinden sorgt, hier bei uns unter einem Dach anbieten. Dazu gehört unseres Erachtens nach Bewegung, Ernährung, Reflexion, Regeneration sowie die Physio- oder Sportphysiotherapie. Unser Ziel ist es seit jeher auch, Möglichkeiten für In- und Outdoortraining zu schaffen und weitestgehend zu verbinden.

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Das macht uns natürlich stolz. Und der Austausch zwischen den verschiedenen Generationen fühlt sich für alle Mitglieder sowie auch für das gesamte Trainer:innenteam unglaublich familiär an. Die einzige Herausforderung ist lediglich, den unterschiedlichen Musikgeschmack der verschiedenen Altersschichten zur gleichen Zeit zu treffen (lacht). Jung lernt von älter und umgekehrt. So hat so manches ältere Mitglied durch die Jugend im Studio Social Media für sich entdeckt, während die Jugend gelernt hat, die Lebensweisheiten der Älteren zu schätzen. Durch welche Maßnahmen und Prozesse bewältigen Sie diese Herausforderungen? Unser Team setzt sich aus Menschen zwischen 18 und 73 Jahren zusammen. Jede Generation hat so ihre:n Ansprechpartner:in. Das ist auf jeden Fall ein Schlüssel für die Harmonie, die bei uns herrscht. Dass Fitness auch hier in Österreich längst in jeder Altersschicht angekommen ist, ist unübersehbar. Wie die jeweiligen Menschen abgeholt werden müssen, ist ein Lernprozess, den jede:r Trainer:in bei uns durchlaufen muss. Mir als Inhaber ist es wichtig, dass jede:r Trainer:in jedes Mitglied beim Namen kennt und wir auch die Mitglieder untereinander durch Events, kleinere Wettkämpfe oder sonstige gemeinsame Unternehmungen untereinander bekannt machen. fitness MANAGEMENT international

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Foto: Malerischuntalentiert

Wie heterogen ist die Altersstruktur der Mitglieder und Kund:innen in Ihrem Studio? Welche Herausforderungen gehen damit in der Studioorganisation und im Marketing einher? Ein Konzept, das für jede:n etwas bietet, muss natürlich jede Leistungsstufe und Altersschicht abdecken können. Bei den Mitgliedern in unserem Fitnessstudiobereich haben wir einen Altersdurchschnitt von 40 Jahren. In der „CrossFit® Lakefront Box“ drücken unsere Kleinsten das Durchschnittsalter auf ca. 30 Jahre. Aufgrund der noch immer eingeschränkten Möglichkeiten der Kleinsten im Kindergarten und in den Schulen starten hier schon Vierjährige mit spielerischem Training unter Aufsicht einer Pädagogin und Fitnesstrainerin. Völlig anders läuft unter demselben Dach unser Kleingruppen-Personal-Training mit Sportrehabilitationspatient:innen bzw. Menschen reiferen Alters ab: Mit

einer Altersspanne vom vierten bis zum 86. Lebensjahr gehen glückliche Menschen bei uns ein und aus.


Welche Angebote werden von welcher Trainings- bzw. Altersgeneration besonders gern genutzt? Diese Frage ist wirklich sehr schwer zu beantworten. Grundsätzlich war unser erster Gedanken bei der Gründung von GYM&BOX, das Beste aus zwei Welten zu vereinen. Jede:r sollte alles nutzen können. Wir bieten CrossFit®, d. h. Gewichtheben inklusive allem, was dazugehört, hochqualitativ geleitet durch eine CrossFit® Level 3 Trainerin an. Das Athletiktraining leitet bei uns ein ehemaliger Fußballprofi, u. a. für komplette Mannschaften, und unser Verein für Kraftdreikampf bietet auch für Leistungssportler:innen aus diesem Bereich alles, was nötig ist. Wir haben herausgefunden, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliches Training mögen. Aber sie probieren gern alles aus, wenn – wie bei uns – die Möglichkeit besteht. Die ältere Generation ist zum größten Teil in unserem Gymbereich aktiv, gemischt mit den klassischen jugendlichen Studiomitgliedern. Die CrossFit® Box wird von der älteren Generation lediglich für die betreuten Kleingruppen-Personal-Trainings genutzt. Die Jüngeren bis etwa 40 nutzen sowohl das Gym als auch die Box. Gemeinsame Sportevents verbinden beide Gruppen und die Synergieeffekte sind einfach grandios. Ihr Motto lautet: „#TeamAthletDesLebens“ – die jüngsten Trainierenden sind die Kund:innen von morgen. Wie kann man speziell diese Zielgruppe zunächst erreichen und dann bestmöglich motivieren und schon frühzeitig für einen aktiven Lebensstil und das Training im Studio begeistern? Während sich einige Studios auf die ältere Generation fokussieren und sich andere wiederum durch Discountpreise auf jüngeres, finanziell weniger gut situiertes Klientel stürzen, ist unser Ansatz auch hier ganzheitlich. Unsere verschiedenen Mitgliedschaftsoptionen tragen dazu bei, dass wir alle Ziel-

gruppen nahezu gleichermaßen ansprechen, obwohl wir uns eher im Premiumsektor ansiedeln. Darüber hinaus sind unser Kindertraining, das gemeinsame Kinder-Eltern-Training und die „Teensstunden“ mit hoher Wahrscheinlichkeit einzigartig. Die Kinder bei unserer Trainerin abgeben zu können, um selbst etwas für die Gesundheit zu tun, sorgt für weniger Ausreden. Gemeinsam mit den Kindern zum Training zu gehen, bringt zugleich auch eine Vorbildfunktion mit sich. Haben die Kinder bei uns mal Fuß gefasst, wollen wir deren Bewegungsdrang natürlich fördern. Durch unser Training formen wir auch die Champions von morgen. Unsere Kleinsten sind gewachsen und wir durften im Laufe der Jahre von nationalen bis hin zu Europameister:innen- oder Weltmeister:innentiteln schon alles begleiten. Ihre Kund:innen können neben klassischen Trainings- und Kursangeboten auch zwischen zahlreichen Personal Trainings und Zusatzleistungen wählen. Ein derart umfangreiches Leistungsportfolio bringt große Herausforderung für die Mitarbeiter:innenqualifikation sowie Personalplanung und den Personaleinsatz mit sich. Wie gehen Sie damit um? Was klein begann, wurde nun wirklich riesig. Noch 2014 stand ich neben meinem Hauptberuf als Polizist allein in meinem ca. 200 Quadratmeter kleinen Studio. Die Dimensionen haben sich rasch verändert und mir wurde bewusst, dass neben dem besten Equipment der Welt, Trainer:innen mit Know-how und Leidenschaft benötigt werden. Ich denke, es ist nahezu einzigartig, dass einige Trainer:innen 24 Stunden Tag ein Tag aus, inklusive der Nacht hier auf unserem Areal verbringen. Wir haben einen eigenen Trainer:innenbereich mit Küche, Flipper, Whirlpool und auch einer Sauna auf dem Grundstück. Wir arbeiten nicht nur zusammen, wir leben zusammen und vor allem wachsen wir gemeinsam.

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MANAGEMENT | IMPULS INTERNATIONAL

Das eigene Training sowie die Fortbildungen eines:einer jeden Einzelnen sind mir persönlich am wichtigsten. Jede:r Trainer:in hat seine:ihre Stärken – diese zu forcieren, ist meine Aufgabe. Ich bin 24 Stunden am Tag mit Feuer und Flamme im Einsatz, egal ob Gym, Box oder für meine Lehrtätigkeiten an der DHfPG und der BSA-Akademie. Der positive Stress tut mir gut und hält mich jung genauso wie die große Bandbreite an Generationen, die sich bei uns trifft. Welche interdisziplinären Qualifikationen müssen Trainer:innen mitbringen, um Mitglieder aus unterschiedlichen Zielgruppen möglichst professionell und ganzheitlich zu betreuen? Wir setzen ein Studium an der DHfPG oder den Weg in Richtung „Fitnesstrainer/in-A-Lizenz“ an der BSA-Akademie voraus. Auch Sportwissenschaftler:innen sind bei uns untergekommen. Letztendlich ist es der ständige Austausch untereinander, der uns als Team einfach immer professioneller arbeiten lässt. Wir wissen, was wir hier geschaffen haben und das schätzen auch unsere Klient:innen, die uns zu größten Teilen schon seit 2014 unterstützen und uns treu sind. Flexibilität und Individualität spiegeln sich auch in Ihren verschiedenen Mitgliedschaftsmodellen wider. Welche Möglichkeiten stehen hier zur Auswahl und wie kommen diese flexiblen Tarifoptionen bei Ihren Kund:innen an? Flexibilität und Individualität fordert das Leben von uns allen. Mitgliedschaftstarife ohne Bindung haben wir seit 2014 – nicht erst seit den Lockdowns. Unsere Kund:innen sind dafür dankbar. Diejenigen, die eine Mitgliedschaft bei uns haben, trainieren auch regelmäßig. Diejenigen, die für einige Monate keine Zeit haben und pausieren, kommen anschließend gern wieder. Die Mundpropaganda ist unser Marketingtool Nummer eins. Hat man viele begeisterte Kund:innen, kommen auch weitere

hinzu. Unsere Tarife setzen sich aus Frühmitgliedschaften für die Uhrzeit von 06.30 bis 16.30 Uhr, Ganztagsmitgliedschaften von 06.30 bis 22.00 Uhr und Spätmitgliedschaften von 19:00 bis 22:00 Uhr sowie Wochenendmitgliedschaften zusammen. Diese zu „switchen“, um höchste Flexibilität zu bekommen, ist monatsweise möglich. Auch das wird sehr geschätzt. Welche Tipps geben Sie Studiobetreiber:innen an die Hand, um langfristig ein motivierendes Trainingsumfeld zu schaffen, in dem Jung und Alt gemeinsam trainieren und Spaß haben können? Dürfte ich nur ein Wort wählen, wäre dies Authentizität. Lebe und liebe, was Du tust! Das spürt jede:r Besucher:in. Wenn ich weiter aushole, würde ich ein Trainer:innenteam empfehlen, das zusammenpasst wie ein Puzzle, sodass für jede Art von Mitglied der:die passende Ansprechpartner:in dabei ist. Ein weiterer Rat ist, sich auf zwei Social-Media-Kanäle zu fokussieren, um sichtbar zu sein. Auch die ältere Generation ist mittlerweile auf Facebook zu finden, während die Jüngeren sich eher Instagram und Snapchat widmen. Ich bin 43 Jahre alt und kommuniziere mit jüngeren Coachees, die ich trainieren darf, über Snapchat oder, wenn es sein muss, auch über TikTok – ein weiterer Grund, ein Trainer:innenteam zu haben, das eine große Altersspanne hat. „Sei frech, wild und wunderbar“, würde Pipi Langstrumpf sagen. GYM&BOX ist definitiv on- und offline zu finden – sowohl mit professionellen Tipps rund um die Themen Bewegung, Ernährung, Regeneration und Reflexion als auch mit einer großen Portion Humor sowie mit vollkommener Transparenz, was unser Unternehmen betrifft. Unsere Stammmitglieder sind ein wesentlicher Teil unseres Betriebes und das zeigen wir ihnen auch.

Foto: Christoph Novak

Bernhard Beidl (m.) und das Team von „GYM&BOX“

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MANAGEMENT | ROCKSTAR-INSTRUKTOR:INNEN | ANZEIGE

Erfolgsschlüssel Gruppenfitness

Der Trick, um Top-Talente für den Kursraum zu gewinnen Rockstar-Instruktor:innen sind einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Fitnessstudios und können Mitgliederzahlen in die Höhe schnellen lassen. Aber wie sehen sie aus und wo sind sie inmitten eines weltweiten Arbeitskräftemangels zu finden? Manchmal muss man außergewöhnliche Wege gehen, um die besten Mitarbeiter:innen der Welt zu finden.“ – ein Zitat von Apple-Visionär Steve Jobs, das auch in unserer Branche zutrifft. Großartige Mitarbeiter:innen sind das einzige Alleinstellungsmerkmal, das die Konkurrenz nicht kopieren kann. Kein Wunder also, dass sie – und insbesondere Instruktor:innen – so wichtig für den Erfolg von Studios sind, vor allem, wenn Mitglieder wieder heiß auf ihre Lieblingskurse sind.

Angesichts des Mangels an Trainer:innen und Personal in der Fitnessbranche ist es nun wichtiger denn je, Toptalente zu gewinnen – und sie langfristig zu halten.

REKRUTIERUNG BEGINNT IN DEN EIGENEN VIER WÄNDEN Der wichtigste Schritt ist zeitgleich auch einer der schwierigsten, denn Toptalente sind schwer zu finden und noch schwerer langfristig zu halten. Wenn einzelne großartige Instruktor:innen Hunderte von Mitgliedern in ein Studio ziehen und dort halten können, ist es nur logisch, dass ein Team großartiger Instruktor:innen im Laufe der Zeit Tausende von Mitgliedern anziehen kann. Ganz gleich, ob es darum geht, die Mitgliederbindung zu steigern, die Mitgliedergewinnung voranzutreiben oder dem Studio zu helfen, sich von der Masse abzuheben: Instruktor:innen der Spitzenklasse haben die Fähigkeit, einen echten Unterschied zu machen.

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Die besten Talente könnten sich direkt im eigenen Kursraum verstecken. Über 55 Prozent der bestehenden Instruktor:innen haben sich für ihre erste Ausbildung angemeldet, weil sie das jeweilige Programm als Teilnehmer:in selbst regelmäßig besucht hatten.

DIE LÖSUNG KANN SO EINFACH SEIN Sobald die Suche in den eigenen vier Wänden ausgeschöpft ist, gilt es, die Suche auszuweiten und in Universitäten, in Tanz-, Karate- oder Yogaschulen, im Theater oder wo auch immer die perfekten Talente für den Kursraum schlummern könnten Ausschau zu halten. Ein Schlüssel dabei können Partnerschaften mit diesen Institutionen sein. Rockstar-Instruktor:innen sind in der Regel energiegeladene und dynamische Persönlichkeiten, die die wichtige Zielgruppe der Millennials und der Generation Z ansprechen. Diese machen mittlerweile mehr als 80 Prozent aller Menschen aus, die für Sport Geld ausgeben (LES MILLS, 2021). Fast alle dieser Instruktor:innen sind in Social Media aktiv, was SocialMedia-Kanäle bei der Rekrutierung von neuen Talente zu vielversprechenden Tools macht.

TALENT VS. TECHNIK – WAS IST WICHTIGER? Motivation ist der Eckpfeiler jeder Kund:innenbindungsstrategie und auch in diesem Bereich zeichnen sich Toptalente aus, denn sie haben die Fähigkeit, zusätzliche Motivation und eine tiefere Bindung zum Training zu schaffen. Großartige Instruktor:innen sorgen dafür, dass Mitglieder nicht trainieren, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen.

„Trotz der digitalen Fortschritte, die während der Pandemie gemacht wurden, sind es unsere Mitarbeiter:innen, die die Mitglieder dazu gebracht haben, ihre Mitgliedschaft abzuschließen, und es sind unsere Mitarbeiter:innen, die sich als der Schlüssel dazu erweisen, sie zu halten“, unterstreicht Phillip Mills. Angesichts der Tatsache, dass Verbraucher:innen heute eine Mischung aus digitalem und Live-Training im Studio im Verhältnis 40 zu 60 bevorzugen (LES MILLS, 2021), wird es für unseren künftigen Erfolg von großer Bedeutung sein, wie Teams und Talente im Studio eingesetzt und gefördert werden, um die perfekte Symbiose zwischen Live- und digitalen Angeboten zu kreieren.

AUSRUHEN IST NICHT Das Rekrutieren von neuen Talenten hört nie auf – aber es wird einfacher. Wenn Sie eine klare Vorstellung davon haben, welche Art Mensch Sie in Ihrem Studio beschäftigen wollen, können Sie leichter entscheiden, welche Instruktor:innen Sie rekrutieren und welche nicht. Auch wenn strategische Partnerschaften helfen können, die Anzahl der Instruktor:innen in Ihrem Studio zu erhöhen, ist es wichtig, einen „Always on“-Ansatz bei der Rekrutierung zu verfolgen, da es sich immer auszahlt, eine starkes Team zur Auswahl zu haben. Gute Instruktor:innen zu finden, kann so einfach sein. Wir haben Tools und Ressourcen, mit denen wir beim Aufbau eines TopTeams unterstützen, sodass mehr Zeit bleibt, um das eigene Studio voranzutreiben. Sprechen Sie uns an: info@lesmills.de. Literaturliste LES MILLS. (2021). LES MILLS Global Fitness Report 2021. Zugriff am 20.04.2022. Verfügbar unter https://www.lesmills.com/de/global-fitness-report/

Fotos: LES MILLS GERMANY GmbH

Sie sind der entscheidende Vorteil von Fitnessstudios gegenüber digitalen Fitnessanbieter:innen. Auch wenn Studios vielleicht nicht mit der Finanzkraft von Apple, Google und Co. mithalten können, haben sie ein Ass im Ärmel, das Big Tech nicht bieten kann: höchst engagierte Communitys, in deren

Mittelpunkt authentische, menschliche Beziehungen und Live-Trainingserlebnisse stehen.

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MANAGEMENT | KOLUMNE | ANZEIGE

Die richtige Vermarktung

Der Köder muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler! Marketingweisheiten wie diese gibt es viele. Warum aber gerade solche Weisheiten in der zunehmend egozentrischen Gesellschaft etwas in Vergessenheit geraten sind und warum diese genau deswegen aktueller als je zuvor sind, erklärt Marketingexperte Dominik Weirich.

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ale Carnegie machte an einem anschaulichen Beispiel klar, was genau hinter der genannten Weisheit steckt: Als er eines schönen Tages angeln ging, fragte er sich, was wohl der beste Köder sei. Am liebsten hätte er Erdbeeren mit Sahne an den Haken gehängt, weil dies seine Lieblingsspeise war. Als er darüber nachdachte, was passieren würde, wenn er diesen Köder ins Wasser ließe, wurde ihm schnell klar, dass der Angelausflug ein großer Reinfall werden würde. Aus ihm nicht nachvollziehbaren Gründen bevorzugten Fische nämlich Würmer oder gar Maden. So groß sein Missverständnis dafür auch war, so erfolgreich war sein Angelausflug, als er entsprechend Maden und Würmer nutzte. Eigentlich logisch!

Dominik Weirich, CEO der FACEFORCE GmbH

Gemeinsam mit Pascal Braun (M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement mit den Schwerpunkten „Marketing und Vertrieb“ sowie „Coaching“, DHfPG) gründete er die FACEFORCE GmbH 2012. Das Marketingunternehmen zeichnet sich durch jahrelange Erfahrungen im Fitnessmarkt aus. Dominik Weirich arbeitet zudem als Dozent und Speaker im Bereich Online- und Social-Media-Marketing. Früher hat er Projekte im Bereich Soziologie am Sportwissenschaftlichen Institut des Saarlandes koordiniert. In Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes hat er ein sportwissenschaftliches Buch publiziert.

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Beide Ansätze sind mittlerweile allerdings an ihren Grenzen angekommen. Woran man das erkennt? Auf der einen Seite erhöhen viele große Fitnessketten momentan ihre Preise und auf der anderen Seite kommen immer mehr Trainingsgeräte und -konzepte auf den Markt. Die Leistungsbeschreibungen und -versprechungen werden immer differenzierter und im Endeffekt für die Kund:innen schwerer nachvollziehbar. Quasi wirkungslos! Das Ziel muss es sein – aber auch bleiben –, ein Unternehmenswachstum zu erreichen und langfristig Gewinne zu erzielen. Hierfür sollten die genannten zwei Fehler vermieden werden, indem auch die alte Marketingweisheit berücksichtigt wird. Gern unterstützt Sie das Team der FACEFORCE bei der Umsetzung geeigneter Strategien. fitness MANAGEMENT international

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Foto/Grafik: FACEFORCE GmbH | Engel73 – stock.adobe.com

Dominik Weirich studierte an der Universität des Saarlandes Sportwissenschaft (Diplom) mit den Schwerpunkten Trainingswissenschaft/Ökonomie/ Soziologie/Psychologie.

In der heutigen Vermarktung sehen wir zwei unterschiedliche Ansätze: den Schwellenansatz und den Leistungsansatz. Der Schwellenansatz versucht, die Eintrittsschwellen in eine Mitgliedschaft maximal zu reduzieren. Dies funktioniert über den Preis und die Laufzeit. Der Leistungsansatz versucht hingegen, mit der erbrachten Leistung zu überzeugen.


MANAGEMENT | FACHARTIKEL EXISTENZGRÜNDUNG

Leitfaden für Gründer:innen

Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit Text: Thorsten Clemann

In der Fitness- und Gesundheitsbranche denken Jahr für Jahr viele Gründungsinteressierte über den Schritt in die Selbstständigkeit nach. Doch wie gelingt der erfolgreiche Start in die Selbstständigkeit und was gilt es dabei alles zu beachten? Der folgende Praxisleitfaden liefert Gründer:innen wertvolle Orientierung sowie hilfreiche Umsetzungstipps für den Gründungsprozess.

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alles beachtet werden? Für welche Aspekte sollte man zum Start in die Selbstständigkeit möglichst viel Zeit, Geld und Energie investieren und welche Themen können erst einmal hintangestellt werden?

Doch welche Themen sind dabei besonders wichtig und müssen zuerst angegangen werden? Was sollte bei der Gründung

Schon bei diesen grundlegenden Fragen herrscht in der Praxis häufig eine gewisse Unsicherheit, was in der weiteren Umsetzung

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Foto: oatawa – stock.adobe.com

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larheit und Struktur sind wesentliche Eckpunkte, die sich viele Gründer:innen auf dem Weg in die Selbstständigkeit in der Fitness- und Gesundheitsbranche wünschen.


zu zahlreichen Fallstricken, Hindernissen und Problemen führen kann.

Wie wichtig ist der Businessplan? Ein klassischer Businessplan hat im Rahmen einer Existenzgründung in zahlreichen Situationen natürlich nach wie vor immer noch seine Daseinsberechtigung. Als planerische Grundlage eines Gründungsvorhabens kann er sowohl für Gründer:innen als auch für weitere interne und externe Adressat:innen (z. B. Geldgeber:innen, Netzwerkpartner:innen, potenzielle Kund:innen) ein wichtiges Planungs-, Kontroll- und Kommunikationsinstrument sein. Auch für die Beantragung von Fördermitteln und die Vergabe von Krediten wird er von den jeweiligen Parteien explizit gefordert. Doch ein Businessplan ist in der Praxis nicht selten auch eine Ansammlung unbestätigter Hypothesen und kommt damit des Öfteren einem Blick in die Glaskugel gleich. In ihm wird häufig versucht, die Unternehmenszukunft planbar zu machen, obwohl sie das faktisch nicht oder nur in begrenztem Maße wirklich ist. So können unternehmerische Risiken (Clemann, 2020), beispielsweise veränderte Marktbedingungen und externe Einflüsse, nicht immer vollständig einkalkuliert werden und bringen akribisch geplante und detailverliebte Businesspläne auch schnell an ihre Grenzen. Die letzten beiden turbulenten Corona-Jahre 2020 und 2021 haben das sehr deutlich gezeigt. Wie umfangreich ein Businessplan konkret aussehen und wie viel Zeit Gründer:innen dafür effektiv investieren sollten, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und kann pauschal so nicht beantwortet werden. Generell gilt: Je eher für den Start in die Selbstständigkeit externe Finanzmittel benötigt werden, umso wichtiger ist ein umfassender und aussagekräftiger Businessplan.

Relevante Fragen rund um Recht, Steuern und Versicherungen Doch wie sieht es mit anderen relevanten Gründungsthemen aus? Gerade rechtliche, steuerliche und versicherungstechnische Fragen bereiten vielen Gründungsinteressierten schon lange vor dem eigentlichen Schritt in die Selbstständigkeit große Sorgen. Doch die Angst, die mit diesen Themen häufig einhergeht, ist erfahrungsgemäß oftmals unbegründet. Denn es gibt für Interessierte praxisnahe Existenzgründungslehrgänge und Workshops, die über diese Themen informieren und wichtige Hilfestellungen bieten. Sobald sich Gründer:innen schließlich selbstständig machen, können dann in einem weiteren Schritt spezifische Detailfragen mit entsprechend qualifizierten Rechts-, Steuer- und Versicherungsexpert:innen besprochen werden.

Häufiges Problem: Detailverliebtheit statt klarer Fokus Viele Gründer:innen sind der festen Überzeugung, dass schon direkt zu Beginn der Selbstständigkeit ein durchgestyltes Logo, eine eigene Website, Flyer oder hippe Visitenkarten ein absolutes Muss sind. Aber braucht es das wirklich schon zu diesem frühen Zeitpunkt? 03/22

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So werden teilweise Wochen oder gar Monate damit verbracht, an dem optimalen Logo, der perfekten Online-Präsenz oder dem meisterhaften Werbe-Claim zu arbeiten, statt sich mit zentralen Kernaspekten der Gründung und den konkreten Bedürfnissen der potenziellen Wunschkund:innen auseinanderzusetzen – die für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit aber so wichtig wären. Nicht selten werden für die Marketingaspekte schon kurz nach der ersten Geschäftsidee Unsummen an finanziellen und zeitlichen Ressourcen aufgewendet, ohne überhaupt eine:n erste:n Kund:in gewonnen oder gar einen Euro verdient zu haben. Gerade hier lohnt es sich deshalb, Prioritäten zu setzen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Denn beim erfolgreichen Aufbau einer Selbstständigkeit haben ganz andere Themen zunächst eine weitaus höhere Relevanz. Der nachfolgende Leitfaden kann Gründer:innen hierbei eine gute Orientierung geben und beleuchtet die zentralen Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Schritt 1: Klarheit über sich selbst gewinnen Bevor es in die Selbstständigkeit geht, ist es wichtig, die eigene Motivation zu hinterfragen und die persönlichen Ziele und Intentionen, die damit verbunden sind, klar herauszuarbeiten. Gründungsinteressierte sollten sich daher folgende Fragen stellen: • Welche Werte sind mir besonders wichtig? • Für welche Themen „brenne“ ich wirklich? • Welche Ressourcen in Form von Zeit, Wissen und Geld stehen mir derzeit zur Verfügung? Welche zusätzlichen Qualifikationen brauche ich für das Gründungsvorhaben? • Wie, wo, mit wem und auf welche Art und Weise möchte ich heute, aber auch in Zukunft überhaupt arbeiten und leben? Diese Fragen gilt es zuallererst zu beantworten, denn sie entscheiden schlussendlich darüber, ob der Schritt in die Selbstständigkeit wirklich zielführend ist und welches Geschäftsmodell dafür überhaupt infrage kommt. Möchte man zukünftig zum Beispiel örtlich flexibel bleiben, wäre eine Selbstständigkeit mit einem festen Standort in vielen Fällen sicherlich nicht die beste Wahl. Wenn der Wert „Sicherheit“ für einen selbst einen bedeutenden Stellenwert hat und allein der Gedanke an hohe Schulden einem schlaflose Nächte bereitet, dann sollte man beispielsweise auch tunlichst vermeiden, in allzu starke finanzielle Abhängigkeit zu externen Geldgeber:innen zu treten. Besonders dieser intensiven Selbstreflexion wird bei vielen Gründungen leider kaum oder nur sehr wenig Beachtung geschenkt. Das Resultat ist, dass viele Selbstständige sich von Anfang an ein Unternehmen aufbauen, das zumindest langfristig nicht der eigenen Persönlichkeit und der Zukunftsplanung entspricht. Stimmt in einem solchen Fall aber die Strategie, kann es sein, dass das Unternehmen dennoch wirtschaftlich gut läuft und rentabel ist. Doch die eigene Motivation und Lebenszufriedenheit leiden auf Dauer stark darunter, weil die entstehenden Rahmenbedingungen einfach nicht zu den eigenen Wertevorstellungen und dem bevorzugten Lebens- und Zukunftsmodell passen.

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MANAGEMENT | FACHARTIKEL EXISTENZGRÜNDUNG

Schritt 2: Richtige Strategie und Zielgruppe wählen Sind diese persönlichen Eckpfeiler geklärt, kann in einem nächsten Schritt das eigentliche Gründungsvorhaben und vor allem die Frage nach den zukünftigen Wunschkund:innen stärker in den Fokus gerückt werden. Die Entwicklung einer Erfolg versprechenden Geschäftsstrategie (Clemann, 2019; Friedrich, Malik, & Seiwert, 2018) und die Auswahl einer passenden Zielgruppe fallen einem danach meist auch deutlich leichter. Bei Gründungen im Fitness- und Gesundheitsmarkt ist es in der Regel empfehlenswert, nicht die breite Masse als Zielgruppe auszuwählen, da die entsprechende Zielgruppe zu heterogen ist und die Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen der Menschen viel zu unterschiedlich sind (Kreis, 2021). Viel sinnvoller ist es, sich von Beginn an auf eine bestimmte Zielgruppe zu fokussieren und für diese der:die beste Problemlöser:in am Markt zu werden. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass man die lukrativsten oder attraktivsten Märkte direkt für sich besetzen und potenzielle Kund:innen gezielt ansprechen kann. Zudem ist eine solche Spezialisierungsstrategie bei Marktveränderungen häufig deutlich anpassungsfähiger und mit geringeren Investitionsvolumina und laufenden Kosten verbunden. Beim Blick in die Fitness- und Gesundheitsbranche wird dies bei den verschiedenen Mikrostudiokonzepten sehr gut deutlich.

Schritt 3: Zielgruppenverständnis entwickeln und Annahmen frühzeitig testen Wenn die Auswahl der entsprechenden Zielgruppe(n) feststeht, gilt es, die geplanten Produkte und Dienstleistungen auf den Prüfstand zu stellen und deren Kund:innennutzen umfassend zu hinterfragen. Das oberste Ziel bei allem unternehmerischen Handeln sollte dabei immer sein, die Probleme, Wünsche und Bedürfnisse der Menschen besser zu kennen als sie selbst (Merath, 2016). Denn nur mit kund:innennahen Dienstleistungen und zeitgemäßen, attraktiven Produkten können Gründer:innen aus dem umkämpften Markt der Mitbewerber:innen hervorstechen und Kund:innen nachhaltig überzeugen, begeistern und so langfristig binden (Kobel & Schmidt, 2021). Der Faktor Kund:innennähe spielt insbesondere für selbstständige Unternehmer:innen eine zentrale Rolle. Deshalb ist es wichtig, sämtliche Annahmen, die über die Probleme, Wünsche und Präferenzen der Zielgruppe aufgestellt wurden, frühzeitig zu überprüfen und mit aktuellen Studienergebnissen, Umfragen, Kund:inneninterviews usw. abzugleichen. Das eigene Angebot wird folglich nicht „im stillen Kämmerlein“ konzipiert, sondern sollte schon möglichst frühzeitig mithilfe von direktem Feedback potenzieller Kund:innen getestet und im Rahmen der Umsetzung dann kontinuierlich weiter optimiert werden. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Zielgruppen fällt es vielen Unternehmer:innen in der Folge dann deutlich leichter, die eigenen Leistungen zielführend zu vermarkten (Russ, 2022).

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Angesichts wachsender Kund:innenbedürfnisse spielen die Faktoren Individualität, Flexibilität und Qualität (Weber & Schmidt, 2021) auch bei Neugründungen heute mehr denn je eine entscheidende Rolle und sollten deshalb von Anfang an berücksichtigt werden.

Fazit Die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge anzupacken ist ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Ein falscher Fokus und Fehler zu Beginn des Gründungsprozesses können sehr schnell viel Zeit, Geld und auch Motivation kosten. Wer hier mithilfe des vorgestellten Praxisleitfadens vorgeht, schafft von Anfang an klare Strukturen, vermeidet potenzielle Fallstricke und stellt die Weichen für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft.

Thorsten Clemann Thorsten Clemann ist Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Referent an der BSA-Akademie im Fachbereich Ökonomie/Management. Als Unternehmensberater und Business Coach unterstützt er Gründer:innen und Selbstständige dabei, wirtschaftlich erfolgreich zu werden und ihre persönlichen Ziele zu erreichen. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Bleiber, R. (2010). Erfolgreiche Existenzgründung: Planung, Gründung, Finanzierung (2. Auflage). Freiburg: Haufe-Lexware Verlag. Clemann, T. (2020). Erfolgsstrategien zur Risikoreduktion – Der Umgang mit unternehmerischen Risiken. fitness MANAGEMENT international, 150 (4), 66–67. Friedrich, K., Malik, F. & Seiwert, L. (2018). Das große 1x1 der Erfolgsstrategie: EKS – Die Strategie für die neue Wirtschaft (24., aktualisierte Aufl.). Offenbach: GABAL Verlag GmbH. Merath, S. (2016). Die Kunst seine Kunden zu lieben. Neurostrategie für Unternehmer (5., erweitertete Aufl.). Offenbach: GABAL Verlag GmbH. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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Foto: DHfPG/BSA

Schritt 4: Umsetzung eines markttauglichen und zukunftsfähigen Geschäftsmodells

Besteht die Gewissheit, dass die eigenen Dienstleistungen auf dem Markt von der jeweiligen Zielgruppe auch tatsächlich nachgefragt werden, muss nun für das eigene Angebot noch ein möglichst passgenaues Geschäftsmodell gefunden und umgesetzt werden. Neben der Frage nach der Wirtschaftlichkeit spielen hierbei auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Ein solides Finanzmanagement (Bleiber, 2010) ist für den langfristigen Erfolg in der Selbstständigkeit ein absolutes Muss. Geringe Fixkosten und ausreichend Liquiditätsreserven sichern im Worst Case die Handlungs- und damit oft auch die Überlebensfähigkeit des Unternehmens. Ein innovatives Geschäftsmodell (Rolli, 2022) sollte im Idealfall deshalb immer auf mögliche Marktveränderungen schnell und flexibel reagieren und jederzeit entsprechend angepasst werden können.


MANAGEMENT | FORDERUNGSMANAGEMENT | ANZEIGE

Fit im Forderungsmanagement – wir haben es schwarz auf weiß!

Ein ausgezeichneter Partner für Ihr Studio

Auf unseren letztjährigen Auszeichnungen als führendes Unternehmen im Forderungsmanagement und dem positiven Feedback, das uns unsere Kund:innen im Tagesgeschäft zukommen lassen, wollten wir uns nicht ausruhen.

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nfang 2022 haben wir daher ein externes Forschungsinstitut damit beauftragt, mehr als 50 unserer Vertragspartner:innen nach ihrer Meinung zu un-

serer Arbeit zu befragen. Nun haben wir es schwarz auf weiß: Inkasso Becker Wuppertal – Part of Lowell Group wurde in allen Kategorien mit einer ausgezeichneten Punktzahl bewertet:

8,85 von 10

Transparente, proaktive Kommunikation

8,63 von 10

Kontakt und Austausch mit dem Lowell-Kund:innenmanagement 8,41 von 10 Qualität bei der Umsetzung von Wünschen und Bedürfnissen

8,35 von 10

Reputationsschonender Umgang mit Konsument:innen

8,11 von 10

Das COVID-Management seit 2020

8,33 von 10

Professionalität bei Vertragsverhandlungen

8,69 von 10

Die Frage „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit dem Unternehmen Lowell?“ wurde mit 8,73 von 10 möglichen Punkten beantwortet. Das macht uns stolz! Wir freuen uns, dass sich so viele unserer Kund:innen die Zeit genommen haben, uns

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und unsere Leistungen zu bewerten. Damit helfen sie uns, noch besser zu werden. Vielen Dank dafür an alle Umfrageteilnehmer:innen.

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Grafik/Fotos: absent84 – stock.adobe.com | Lowell Financial Services GmbH

Branchenerfahrung und -kompetenz


„ Der enge Dialog mit unseren Kund:innen macht uns zum Vorreiter der Branche!

„

Anna Gaul

Senior Sales Managerin, Inkasso Becker Wuppertal – Part of Lowell Group

„ Durch unsere automatisierten Prozesse unterstützen wir schnell und einfach im Forderungsmanagement.

„

René Hinrichs

Senior Sales Manager, Inkasso Becker Wuppertal – Part of Lowell Group

Die Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co. KG – Part of Lowell Group gehört mit rund 2.500 Kund:innen zu den Marktführer:innen im Bereich Forderungsmanagement in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Unter dem Motto „Liquidität statt Verwaltungsaufwand“ unterstützt das Unternehmen bereits seit über 65 Jahren seine Kund:innen dabei, nicht gezahlte Mitgliedsbeiträge zu realisieren. Dabei gehört der Ankauf titulierter und nicht titulierter Forderungen seit vielen Jahrzehnten zum erfolgreichen Kerngeschäft der Wuppertaler Spezialisten.

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Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co. KG Part of Lowell Group Friedrich-Engels-Allee 32, 42103 Wuppertal Tel.: 0202/49371-224 E-Mail: vertrieb.ibw@lowellgroup.de Web: https://ibw.lowellgroup.de

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FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL INTENSITÄTSBESTIMMUNG

Trainingssteuerung im Ausdauertraining

Text: Andreas Barz

Ausdauertraining stellt für viele Trainierende einen elementaren Teil des Trainings dar. Die Trainingssteuerung – und besonders die Wahl der richtigen Intensität – ist dabei häufig eine „Blackbox“. Qualifizierte Trainer:innen sollten hier Licht ins Dunkel bringen und mit einfachen Mitteln zielgerichtete Belastungsvorgaben machen.

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Foto: Friends Stock – stock.adobe.com

Herausforderung Intensitätsbestimmung


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usdauertraining verfolgt per Definition das Ziel, sowohl die Ermüdungswiderstandsfähigkeit als auch die Regenerationsfähigkeit zu verbessern. Konkret ist damit gemeint, dass eine gegebene Belastung möglichst lange aufrechterhalten werden kann und man sich nach Belastungsende möglichst schnell erholt (Hanakam & Ferrauti, 2020, S. 345). Diese theoretische Annäherung verdeutlicht, weshalb ein spezifisches Training der Ausdauer im Fitnesstraining für alle Zielgruppen sinnvoll ist. Denn wie gut die Ausdauer ist, zeigt sich beim Aufstieg in den dritten Stock genauso wie beim Laufen eines Halbmarathons oder beim Absolvieren mehrerer Sätze Kniebeugen.

chung eine entscheidende Rolle. Unterschiedliche Belastungsintensitäten haben Einfluss auf die Form der Energiebereitstellung (aerob vs. anaerob) sowie die Anteile der verschiedenen Energiesubstrate (v. a. Glukose vs. Fettsäuren) (Tomasits & Haber, 2016). Dabei geht eine höhere metabolische Beanspruchung unter anderem mit einem Anstieg der Laktatproduktion einher. Die Unterschiede in der Energiebereitstellung sind im Übrigen mit die wesentlichen Differenzierungsmerkmale der verschiedenen Ausdauertrainingsmethoden und deren Anpassungseffekte (Fünten, Faude, Skorski & Meyer, 2013, S. 182). Vor diesem Hintergrund hat sich die Einteilung in verschiedene Trainingsbereiche etabliert (vgl. Tab. 1).

Die Intensität beeinflusst die metabolische Beanspruchung

Die entscheidende Stellschraube, um eine gezielte metabolische Beanspruchung anzusteuern, ist für Trainer:innen also vor allem der Belastungsparameter Intensität. In der Trainingspraxis ist jedoch die eindeutige Bestimmung der geeigneten Trainingsintensität häufig schwierig.

Erfahrungsgemäß sind im gesundheitsorientierten Ausdauertraining die Aspekte „Gewichtsreduktion“ und „Verbesserung der allgemeinen Fitness“ die dominierenden Motive. Häufig wird das Training dabei ohne konkrete Belastungsvorgaben, sondern rein intuitiv gesteuert. Auch wenn dieser Ansatz durchaus zum Erfolg führen kann, lassen sich erst durch gezielte Belastungsvorgaben spezifische Anpassungen erreichen. Im Ausdauertraining spielt vor allem die metabolische Beanspru-

Intensitätssteuerung im Ausdauertraining Im Rahmen der Trainingsplanung und -steuerung muss zunächst geklärt werden, welche Bezugsgröße gemeint ist, wenn von der Belastungsintensität die Rede ist. Im Krafttraining haben sich hier beispielsweise das One-Repetition-Maximum (1-RM) oder das Mehrwiederholungsmaximum (X-RM) als gängige Bezugsgrößen etabliert. Für das Ausdauertraining

Tab. 1: Verschiedene Trainingsbereiche im Ausdauertraining (modifiziert nach Hottenrott, 2006; Neumann, Pfützner & Berbalk, 2013; Reed & Pipe, 2014). Zu beachten ist, dass sich die Anzahl und genauen Grenzwerte der Trainingsbereiche bei verschiedenen Autor:innen voneinander unterscheiden können.

Bereich

Weitere Bezeichnung

Intensität (in % HFmax)

RPE (6–20)

Talk-Test

1

REKOM, regeneratives Training

50–60

9–11

Sprechen uneingeschränkt möglich

2

GA1, aerobes Training

60–75

12–14

Sprechen uneingeschränkt möglich

4

GA2, anaerober Bereich

75–90

15–17

Sprechen eingeschränkt möglich

5

wettkampfspezifisches Ausdauertraining (WSA)

90–100

≥18

Sprechen nicht möglich

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FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL INTENSITÄTSBESTIMMUNG werden Intensitätsangaben häufig in Prozent der maximalen Herzfrequenz (HFmax) angegeben (vgl. Tab. 1). Die tatsächliche HFmax kann nur über eine Ausbelastung ermittelt werden. Die für einen Ausbelastungstest erforderlichen gesundheitlichen und motivationalen Voraussetzungen erfüllen jedoch die wenigsten Personen im gesundheitsorientierten Fitnesstraining. Die andere Möglichkeit der näherungsweisen Bestimmung der maximalen Herzfrequenz mittels Faustformeln (z. B. 220 – Lebensalter) ist eine pragmatische, aber unpräzise Alternative, da die tatsächliche HFmax selbst bei Personen gleichen Alters stark variabel ist (Nes et al., 2013). Zudem konnte gezeigt werden, dass es beim Training mit einem bestimmten fixen Prozentsatz der HFmax zu erheblichen Unterschieden in der Laktatproduktion und der metabolischen Beanspruchung kommt (Meyer et al., 1999). Auf individueller Ebene können also Intensitätsangaben anhand der HFmax ihren Zweck – nämlich einen bestimmten Trainingsbereich anzusteuern – deutlich verfehlen. Die Intensitätsangaben in Prozent HFmax sind dennoch von Bedeutung, da sie als grobe Orientierung dienen und mittels Pulsuhr oder Fitnesstracker leicht gemessen werden können. Für die Ansteuerung spezifischer Trainingsbereiche sollten jedoch noch weitere Möglichkeiten der Intensitätssteuerung hinzugezogen werden.

Intensitätssteuerung anhand der Leistung Diese Möglichkeit der Intensitätssteuerung richtet sich vor allem an ambitionierte Freizeitsportler:innen, die über die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine maximale Belastung verfügen. Bei dieser Methode der Intensitätssteuerung werden die Trainingsbereiche anhand der Bestzeit über eine bestimmte Distanz abgeleitet. So würden beispielsweise ca. 70 Prozent der Durchschnittsgeschwindigkeit einer Zehn-Kilometer-Bestzeit dem Tempo eines Grundlagenausdauertrainings (GA1) entsprechen (Marquardt, 2017, S. 104). Dies lässt sich damit begründen, dass bei einem maximalen Lauf über zehn Kilometer die Energiebereitstellung physiologisch im oberen Bereich des aerob-anaeroben Übergangs stattfinden muss. Eine langsamere Laufgeschwindigkeit führt daher auch zu einer vermehrt aeroben Energiebereitstellung. Bestimmte Ergometer bieten auch über integrierte Testprogramme die Möglichkeit, leistungsbezogene Größen wie die Functional Threshold Power (FTP) oder die Critical Power bzw. den Critical Speed zu ermitteln und darüber Trainingsbereiche abzuleiten (vgl. MacInnis et al., 2018).

Gerade unerfahrene Personen bedürfen zu Beginn regelmäßigen objektiven Feedbacks. Hierbei sollten Trainer:innen neben der RPE auch die Herzfrequenz, die erbrachte Leistung und ihre eigene Erfahrung berücksichtigen. In diesem Zusammenhang kann auch der Talk-Test als weiteres Hilfsmittel eingesetzt werden. Dieser Test basiert auf dem physiologischen Mechanismus, demnach mit steigender Laktatkonzentration höhere Mengen CO2 abgeatmet werden müssen und dadurch die Atmung unökonomischer wird. Spätestens beim Übergang in den dominant anaeroben Stoffwechselbereich ist daher Sprechen nur noch eingeschränkt möglich. So sollte Sprechen im Bereich GA1 noch ohne Probleme und im Bereich GA2 bereits erschwert möglich sein. Obwohl dieses Vorgehen zunächst sehr trivial und ungenau erscheinen mag, haben zahlreiche Studien gezeigt, dass mittels des Talk-Tests Trainingsbereiche auf unterschiedlichen Leistungsniveaus präzise angesteuert werden können (Reed & Pipe, 2014).

Fazit Beim Ausdauertraining wird die Intensität häufig rein intuitiv gesteuert. Allerdings liegt gerade in der individuellen Intensitätssteuerung das Potenzial, zielgerichtete Trainingseffekte hervorzurufen. Es existieren einige Möglichkeiten, um im gesundheitsorientierten Training die Belastungsintensität zu kontrollieren. Angaben mit Bezug zur HFmax dienen zwar als grobe Richtlinien, müssen jedoch auf individueller Ebene kritisch angewandt werden. Mit dem subjektiven Belastungsempfinden und dem Talk-Test verfügen Trainer:innen über zusätzliche Werkzeuge, um die Belastung zu steuern und differenzierte Intensitätsvorgaben zu machen. Ihr Einsatz bietet daher die Möglichkeit, das Ausdauertraining deutlich zielgerichteter zu gestalten und dadurch qualitative Trainingsberatung anzubieten.

Intensitätssteuerung mittels subjektivem Belastungsempfinden und Talk-Test

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Andreas Barz Andreas Barz ist Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Gesundheitssport. Er ist als Dozent, Autor und Tutor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referent an der BSA-Akademie tätig. Als passionierter Ausdauersportler nimmt er unter anderem an Langdistanztriathlons teil. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Hottenrott, K. (2006). Trainingskontrolle mit Herzfrequenz-Messgeräten (1. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer. Neumann, G., Pfützner, A. & Berbalk, A. (2013). Optimiertes Ausdauertraining. Trainingsplanung, Leistungsaufbau, Ernährungstipps (7. Aufl.). Aachen: Meyer & Meyer. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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Foto: DHfPG/BSA

Die gängigste Form, das subjektive Belastungsempfinden (engl. rate of perceived exertion = RPE) abzubilden, stellt die Borg-Skala dar. Dabei ordnet die trainierende Person der momentanen Belastung jeweils einen Wert von sechs („sehr, sehr leicht“) bis 20 („sehr, sehr hart“) zu (Borg, 1982). Es gibt jedoch auch weitere RPE-Skalen, z. B. von eins bis zehn. Beim Einsatz subjektiver Skalen ist es wichtig, klare und anschauliche Referenzpunkte vorzugeben. So sollte beispielsweise eine Person, die mit dem Ausdauertraining beginnt, die Anstrengung beim Training im Bereich GA1 als etwas höher im Vergleich zu einem zügigen Spaziergang empfinden. Die Werte der Skala können dann den einzelnen Trainingsbereichen zugeordnet werden. Moderates GA1-Training sollte daher auf der klassischen Borg-Skala im Bereich zwischen elf und 14 liegen (vgl. Tab. 1).


FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK HOCHINTENSIVES TRAINING

Branchenkonzepte im Praxischeck: Trainingsformen mit hoher Intensität

Die Intensität macht‘s Text: Jürgen Wolff

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Foto: Arsenii – stock.adobe.com

Trainingsangebote, die von den Trainierenden hohe Intensitäten über einen kurzen Zeitraum fordern, haben Konjunktur: Die Zahl der CrossFit® Boxen ist von 2001 bis 2018 weltweit auf über 14.000 gestiegen. Die Studiokette F45 hat sich mit ihrem Angebot eines hochintensiven Gruppentrainings in etwas mehr als zehn Jahren zu einer der international am schnellsten wachsenden Franchisemarken entwickelt. Was macht diese Trainingsformen so attraktiv? Unter welchen Voraussetzungen ist hochintensives Training in Studios erfolgreich oder funktioniert es nur in Boutique-Formaten?


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er Grundgedanke hinter einem Training mit intensiven Belastungen ist, in kurzer Zeit intensiv auf das Herz-Kreislauf-System oder die Muskulatur einzuwirken und dadurch eine entsprechend starke Anpassungsreaktion hervorzurufen. Wie groß ist der Markt für diese Trainingsformen? fitness MANAGEMENT international macht den Praxischeck.

HIT, HIIT, SIT, Tabata, HIFT Hochintensive Trainingsbelastungen kommen in verschiedenen Trainingsformen zum Einsatz. HIT ist die Abkürzung für High Intensity Training oder hochintensives Training. Es stammt aus dem Bodybuilding und kennzeichnet Techniken zur Intensitätssteigerung im Krafttraining, die den trainierten Muskel vollständig ermüden. Dazu gehören HIT-Methoden wie erzwungene Wiederholungen oder Drop- bzw. Reduktionssätze. Das hochintensive Intervalltraining oder High Intensity Interval Training, kurz HIIT, ist durch kurze Trainingszeiten und geringe Belastungsumfänge mit hohen bis maximalen Belastungsintensitäten gekennzeichnet. HIIT ist ein trainingsmethodischer Ansatz, der sowohl im Fitness- als auch im Leistungssport sowie in der Prävention und der Rehabilitation Anwendung findet. Seit Jahren zählt HIIT zu den Spitzenreitern unter den Fitnesstrends. Das American College of Sports Medicine (ACSM) listet HIIT in seinem Ranking der Top 20 Fitnesstrends für 2022 auf Platz 7. Das Konzept von HIIT kann problemlos ohne den Einsatz von Zusatzmaterial wie Kleingeräte ausgeführt werden, da der Ursprung dieser Trainingsvariante im Laufsport liegt. Aufgrund dieser Tatsache können Trainierende auch eine eigene, sprintbezogene Abwandlung des HIIT ausführen, das sogenannte Sprint-Intervalltraining (SIT). Dabei werden hochintensive Sprintintervalle absolviert (Kettenis, 2021). Auch Tabata ist eine Variante des hochintensiven Intervalltrainings. Die Besonderheit dieser HIIT-Form liegt im sehr kurzen Zeitaufwand von gerade einmal vier Minuten, die in acht Intervalle aufgeteilt sind. Laut Kettenis (2021) umfassen diese jeweils vier Trainings- (20 Sekunden Belastung) und vier Entspannungsphasen (10 Sekunden Pause). High Intensity Functional Training oder hochintensives funktionelles Training (HIFT) ist eher unter dem Namen „Crosstraining“ bekannt. Laut Rupp (2020) kommt das Crosstraining aus den USA und zählt dort zu einer der Trendsportarten. Mit dem eigenen, weltweit bekannten Franchisesystem CrossFit®-Training wird diese Trainingsform international vermarktet. Der Schwerpunkt von Crosstraining liegt stärker in der funktionellen Ausrichtung und in der Kombination von Übungen u. a. aus dem Turnen und Gewichtheben. Hinzu kommen zusätzliche Ausdauereinheiten (Glassman, 2002; Rupp, 2020).

HIIT – effektiv für Kraft- und Ausdauertraining Einer der am häufigsten genannten Gründe, nicht regelmäßig zu trainieren oder gar nicht erst mit dem Training zu beginnen,

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ist Zeitmangel. Die aktuelle Studienlage zeigt jedoch, dass sowohl für nachweisbare Effekte im Kraft- als auch im Ausdauertraining nur wenig Zeit investiert werden muss (Bohr, 2022). Insbesondere HIIT setzt hier erstaunliche Maßstäbe. Die Zeitersparnis ist allerdings bei Weitem nicht der einzige Vorteil. Mit HIIT können zahlreiche Ziele, wie z. B. Körperfettreduktion, Steigerung der aeroben und anaeroben Ausdauerleistungsfähigkeit oder Aufbau von Muskelmasse, erreicht werden. Das macht diese Trainingsform so attraktiv für die unterschiedlichsten Zielgruppen (Kettenis, 2021).

Ausdauertraining: zeiteffiziente Alternative Für das Ausdauertraining haben eine Reihe aktueller wissenschaftlicher Studien HIIT als zeiteffiziente Alternative bestätigt, mit der ähnliche Trainingseffekte erzielt werden können wie durch ein wesentlich länger dauerndes Training mit den Dauermethoden. Den aktuellen Stand der Wissenschaft zum Thema „HIIT im Ausdauertraining“ behandelte Katrin Bohr im Artikel „Zeitaufwand vs. Trainingseffekt“ in der Ausgabe 01/2022 der fMi: „Im Jahr 2016 untersuchten Gillen et al. dazu bei sportlich inaktiven Männern die Auswirkungen eines zehnminütigen Sprint-Intervalltrainings (3 x 20 Sekunden Fahrradsprint unter Vollbelastung mit jeweils zwei Minuten Entlastung – 3 TE/Woche) im Vergleich zu einem 45-minütigen Training nach der extensiven Dauermethode (ca. 70 % Hfmax – 3 TE/Woche). Hierbei konnte festgestellt werden, dass das kurze intensive Intervalltraining die kardiometabolische Gesundheit in gleichem Maße verbessert wie das klassische Ausdauertraining nach der Dauermethode. Denn trotz des fünffach geringeren Volumens des Intervalltrainings waren die positiven Effekte auf die kardiorespiratorische Fitness, die Insulinsensitivität und den Mitochondriengehalt nahezu identisch. Die Autor:innen schlussfolgerten daraus, dass ein Sprint-Intervalltraining mit einem wöchentlichen Engagement von 30 Minuten genauso effektiv ist wie 150 Minuten moderat-intensives Ausdauertraining pro Woche. .... Knowles, Herbert, Easton, Sculthorpe und Grace (2014) beobachteten die zeitsparenden, gesundheitspositiven Effekte des HIIT sogar bei älteren, lebenslang inaktiven Menschen. Bereits ein hochintensives Intervalltraining, das lediglich alle fünf Tage mit vier bis sechs Intervallen durchgeführt wurde, verbesserte die Einstufung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die Trainingsmotivation sowie die aerobe Kapazität. Dementsprechend ist HIIT auch für Ältere mit fehlender Trainingserfahrung eine geeignete Möglichkeit, um die Gesundheit und Belastbarkeit mit geringem Zeitaufwand positiv zu beeinflussen.“

Krafttraining: überzeugende Variante Für eine Einschätzung der Effekte hochintensiver Trainingsformen auf die Kraftfähigkeit ist ein Blick auf HIFT oder Crosstraining sinnvoll, da hier Elemente aus dem Gewichtheben und dem Kraftdreikampf mit eingebunden werden. HIFT braucht den Vergleich mit traditionellen Trainingsmethoden nicht zu „fürchten“ (Rupp, 2020). Den aktuellen Stand der Wissenschaft zum Thema „Krafteffekte von HIFT“ behandelte Johanna Rupp im Artikel „Crosstraining – Wirksamkeit und Risiken“ in der Ausgabe 03/2020 der fMi: Zwei jüngere Studien (De Sousa et al., 2016; Hermassi et al., 2017) „belegen, dass mit HIFT ähnliche Verbesserungen in den Bereichen Kraftausdauer, Hypertrophie und Maximalkraft erzielt werden können wie mit traditionellem Krafttraining. Barfield et al. (2012) wiesen nach, dass Crosstrainingprogramme, wie sie bei CrossFit® üblich sind, im Vergleich zu traditionellen Trainingsprogrammen eine höhere Effektivität im Bereich Kraftausdauer aufweisen. Mit traditionellem Krafttraining konnten allerdings bessere Maximalkraftwerte erzielt werden, obwohl auch beim Crosstraining eine signifikante Verbesserung beobachtet werden konnte.“

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FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK HOCHINTENSIVES TRAINING

Effekte auch bei geringem Umfang Nach Sabag, Little und Johnson (2021) sind die Ergebnisse von HIIT trotz des geringeren Umfanges ähnlich der eines klassischen aeroben Trainings. So sind Verbesserungen der kardiorespiratorischen Fitness, der Glukosekontrolle, des Blutdrucks und der Herzfunktion messbar.

Einfache Trainingssteuerung Anders als bei den klassischen Methoden des Intervalltrainings ist die Belastungsgestaltung im HIIT nicht exakt standardisiert (Kettenis, 2021). So haben Trainer:innen einen großen Handlungs- und Interpretationsspielraum und können die Einheiten individuell auf die Zielsetzungen und körperlichen Gegebenheiten der Trainierenden anpassen. Steuerbar ist die Belastungsintensität über Parameter wie die Herzfrequenz, das subjektive Belastungsempfinden oder über die Komplexität der Leistung (Kettenis, 2021).

Für einen Praxischeck von Trainingsformen mit intensiver Belastung ist es unabdingbar, den positiven Effekten das Risiko für Verletzungen des Muskel-Skelett-Systems gegenüberzustellen. Insbesondere das CrossFit®-Training ist im Zuge seiner steigenden Beliebtheit von Wissenschaftler:innen hinsichtlich des Verletzungsrisikos geprüft worden. Im Jahr 2013 untersuchten Hak, Hodzovich & Hickey die Verletzungsanfälligkeit von 132 CrossFit®-Anwender:innen.

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„Trotz der beschriebenen Erkenntnisse konnte durch die Studien nicht belegt werden, dass die Verletzungsgefahr im Vergleich zu traditionellen Sportarten, z. B. Spielsportarten, erhöht ist (Hak, Hodzovich & Hickey, 2013; Poston, et al., 2016)“ (Rupp, 2020).

Betreuung für sicheren Trainingserfolg Laut Kettenis (2021) stellt HIIT einen zeitökonomischen Trainingsansatz dar, der Trainierenden zahlreiche Trainingseffekte bietet. Da die Belastungskomponenten für HIIT nicht exakt standardisiert sind und viel Handlungsspielraum zulassen, sollten den Trainierenden erfahrene und qualifizierte Trainer:innen an die Seite gestellt werden. Da HIIT mit einer hohen anaerob-laktaziden Belastung einhergeht (Wanjek, 2018; Kettenis, 2021), sind die Regenerationszeiten zu beachten. Eine optimale Abstimmung von Belastung und Erholung sollte daher obligatorisch sein (Kettenis, 2021). Durch gut aus- und regelmäßig weitergebildete Trainer:innen ist der Grundstein für eine sichere Trainingsbetreuung gelegt. Hinzu kommt die Notwendigkeit einer individuell abgestimmten Trainingsplanung, die zusammen mit dem Trainer:innenteam Überlastungen sowie Verletzungen durch fehlerhafte fitness MANAGEMENT international

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Foto: peopleimages.com – stock.adobe.com

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Laut dieser Erhebung hatten 74 Prozent der Teilnehmenden Verletzungen erlitten, die auf das Training zurückzuführen waren. Besonders betroffen waren die Schultern, der untere Rücken sowie die Arme und Ellenbogen.


Übungsausführung oder einer Übermotivation frühzeitig entgegenwirken kann (Kettenis, 2021).

Individuelle Umsetzbarkeit nutzen Im Gegensatz zu vielen anderen Trainingsformen bieten hochintensive Einheiten einen entscheidenen Vorteil: ihre individuelle Umsetzbarkeit kennt quasi keine Grenzen! So ist allein bereits durch die Wahl der unterschiedlichen Trainingsvarianten, also HIT, HIIT, HIFT, SIT und Tabata, eine erste Unterteilung möglich. Auch lassen sich diese Varianten als Personal Trainings bzw. Small Group Personal Trainings anbieten oder ins Kursprogramm integrieren. Auch ein Ortswechel nach draußen – gerade in den warmen Monaten – oder der Einsatz von Hilfsmitteln (ganze Gerätezirkel oder Kleinequipment wie Kettlebells oder Battle Ropes) sorgen für Abwechslung. Hierdurch präsentiert sich hochintensives Training als attraktives Angebot, das individuell auf die Studioform, die Zielgruppe und die Infrastruktur vor Ort angepasst und jederzeit überarbeitet werden kann.

Hochintensive Trainingsformen im Studio Die Vorteile des hochintensiven Trainings sind vielfältig. Aber lassen sich diese beeindruckenden „Pferdestärken“, die sich aus zeitlicher Effizienz, effektivem Training und verhältnismäßig kleinem Budget zusammensetzen, auch nachhaltig erfolg-

reich in einem Studio Tag für Tag an die Kund:innen bringen? HIIT- und Crosstrainingskonzepte werden bislang hauptsächlich in Boutique-Studios für eine noch eher spitze Zielgruppe angeboten. Doch wie kann eine erfolgreiche Umsetzung für die Studiopraxis gestaltet werden? Das erläutert Malte Gertenbach , der in Kiel und Altenholz zwei Studios unter der Marke FIT betreibt. Im Fokus seines Angebotes steht Small Group Functional Fitness in kurzen und intensiven Intervalleinheiten. Seine Mitglieder und Kund:innen trainieren in Kleingruppen mit bis zu zehn Teilnehmer:innen und werden dabei von seinem qualifizierten Team in 30-Minuten-Einheiten professionell gecoacht. fitness MANAGEMENT international hat mit Malte Gertenbach über das Studiokonzept von FIT, seine Kund:innen, die Qualifikationen seines Teams sowie Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Perspektiven gesprochen. Auszug aus der Literaturliste Bohr, K. (2022). Zeitaufwand vs. Trainingseffekt. Effizientes Kraft- und Ausdauertraining. fitness MANAGEMENT international, 1 (159), 116–118. Kettenis, L. (2021). HIIT – effizient und effektiv. Angewandte Trainingswissenschaft (Teil 9). fitness MANAGEMENT, international, 5 (157), 106–108. Rupp, J. (2020). Crosstraining – Wirksamkeit und Risiken. fitness MANAGEMENT international, 3 (149), 96–98. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte presse@fitnessmanagement.de.

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FITNESS & GESUNDHEIT | PRAXISCHECK HOCHINTENSIVES TRAINING

Branchenkonzepte im Praxischeck: Trainingsformen mit hoher Intensität

„Die Generation 60 plus hat den größten Mehrwert“ Malte Gertenbach, Gründer und Geschäftsführer FIT GmbH & Co. KG

Malte Gertenbach Der Sportwissenschaftler (M. A.) Malte Gertenbach war bereits während seines Studiums an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als Personal Trainer tätig. Nach seinem Abschluss eröffnete er 2011 in der Kieler Innenstadt das erste FIT, ein Studio mit einem neuen Konzept für funktionelles Small Group Personal Training. 2019 folgte der zweite Standort am Leistungszentrum des Handball-Bundesligisten THW Kiel in Altenholz, einem Vorort von Kiel. www.fit-kiel.de

fMi: In Ihren FIT Studios bieten Sie hochintensive funktionelle Trainingsformen mit einer gesundheitsorientierten Ausrichtung an. Wie würden Sie Ihr Studiokonzept beschreiben? Was waren Ihre Beweggründe, dieses Trainingskonzept in Ihren Studios anzubieten? Malte Gertenbach: Ich habe Sportwissenschaften studiert und 2010 meinen Abschluss gemacht. Während meines Studiums habe ich als Personal Trainer gearbeitet und mir immer wieder überlegt, diese Form von betreutem Training einer größeren Kund:innengruppe zugänglich zu machen – sowohl die persönliche Betreuung als auch die funktionelle Trainingsmethodik –, weil Personal Training ein Luxusgut und für viele Menschen nicht erschwinglich ist. Damit man es finanziell realisieren kann, muss es in Gruppenform stattfinden, in einem Preissegment, mit dem man eine größere Zielgruppe erreicht als mit Personal Training. Aus dieser Überlegung ist dann schnell die Idee entstanden, es mit funktionellem Kleingruppentraining zu versuchen.

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Einsteiger:innen starten bei uns mit einem kostenlosen Auftakttermin inklusive Start-up-Check. Hier führen wir eine umfassende Anamnese inklusive BIA-Körperanalyse durch. Wir ermitteln den Ist-Zustand, um dann für die nächste Zeit den Fortschritt zu dokumentieren. Danach geht es im Eins-zueins-Setting mit einem:einer Trainer:in in den Trainingsraum zu einem kleinen Assessment, wo erste Übungen durchgeführt werden und auf dieser Basis die Trainingsempfehlung für das eigentliche Probetraining in der Gruppe gegeben wird. Dort starten wir mit dem Functional-Basic-Konzept. Der Basic-Kurs dauert 45 Minuten, nicht 30, weil wir uns für die Technikschulung und die Einweisung mehr Zeit nehmen. Die Kursstärke haben wir auf acht Leute beschränkt, um die Betreuung auch wirklich leisten zu können. Ziel ist, alle Kund:innen in unsere Level-eins- und Level-zwei-Gruppen zu überführen, die mit einer Dauer von 30 Minuten und kürzeren Pausen kompakter gestaltet sind, dort setzen wir die Techniken voraus. Nach einer Aktivierungsphase werden zunächst Mobilität und Stabilität adressiert. Im anschließenden „Focus fitness MANAGEMENT international

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Foto: Manuel Weber

Wir haben das klassische Studiokonzept quasi umgedreht. Bei uns gibt es kein freies Training, sondern ausschließlich Training mit entsprechender Betreuung. Unsere Mitglieder müssen sich keine Gedanken über die Zusammenstellung des Trainings, über Intensitäten oder die richtige Ausführung machen. Wenn sie nach einer halben Stunde wieder gehen, können sie sicher sein, dass sie ihren ganzen Körper richtig gut trainiert und dabei entsprechend ihrer Intensität ihre Komfortzone verlassen haben. Dadurch ist das Training bei uns sehr effektiv. Unsere Mitglieder machen im Vergleich zum klassischen Gerätetraining überdurchschnittlich große Trainingsfortschritte und nehmen die Verbesserung ihrer Leistung bewusst wahr. Das führt zu einer starken Motivation, die für uns auch ein entscheidender Faktor ist.

Wie haben Sie dieses anspruchsvolle Trainingsangebot mit vielen Kursen und das entsprechende Betreuungskonzept im Studiobetrieb miteinander kombiniert? Wir haben zwei Strandorte: einen am Leistungszentrum des THW Kiel in Altenholz und den anderen in der Kieler Innenstadt. An beiden Standorten geben wir ungefähr 100 Trainingseinheiten pro Woche, in denen wir mit einem Gruppe-Trainer:in-Verhältnis von eins zu acht arbeiten – maximal eins zu zehn. Die Organisation des Trainingsbetriebes haben wir in Form einer App digitalisiert, die unsere Mitglieder auf ihrem Smartphone haben und in der die Einheiten verwaltet werden.


Part“ werden 15 bis 18 Minuten funktionelle Kräftigungsübungen durchgeführt. Am Ende gibt es dann noch eine Workout-Phase, in der die ganze Trainingseinheit in einem Intervalltraining für sechs bis acht Minuten auf die Spitze getrieben wird, indem wir verschiedene Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden nochmals miteinander kombinieren. Der Unterschied zwischen Level eins und Level zwei ist nur die Intensität. Level zwei ist schon ein ernsthaftes Athletiktraining, das aber für jede:n, der:die regelmäßig trainiert, machbar ist. Wie lässt sich der Spagat zwischen Motivation und Trainingssicherheit gewährleisten und welche Rolle kommt dabei den Trainer:innen zu? Der Erfolg unseres Angebotes steht und fällt mit den Trainer:innen. Sie müssen das Konzept leben, es den Kund:innen vermitteln, sie motivieren und so dafür sorgen, dass es Trainingserfolge gibt. Es ist letztendlich wie bei allen Trainingskonzepten: Es zählt die Stimmung in der Trainingseinheit. Wenn man „nur“ fachlich gut ist, es aber nicht schafft, die Stimmung in der Einheit hochzuhalten, dann macht es den Kund:innen keinen Spaß. Andersherum – wenn man nur der „Gute-Laune-Bär“ ist, der die Leute nicht individuell betreuen kann, entspricht das eben auch nicht der Erwartungshaltung unserer Mitglieder. Und die ist gerechtfertigterweise sehr hoch, weil wir für unsere Mitgliedschaften höhere Preise aufrufen als viele klassische Studios. Was macht den besonderen Charakter dieser Kurse aus und wie unterscheiden sie sich von klassischen Kurskonzepten? Die Gruppe ist kleiner und wir sind dichter dran an den Trainierenden. Wenn die Teilnehmendenzahl deutlich über zehn hinausgeht, wird es schwierig, eine individuelle Betreuung hinzubekommen. Wir führen ein Training durch, auch wenn nur vier oder fünf Leute angemeldet sind. In unseren Einheiten wird die Motivation nicht über laute Musik und Ansagen über ein Mikro erzeugt. Gemeinsam trainieren ja, aber mit dem Blick auf das individuelle Limit. Unsere Mitglieder suchen nach Betreuung und Individualität. Sie wollen sicher sein, dass sie die Übungen richtig ausführen. Unseren Trainer:innen fällt auf, wenn etwas schiefgeht und sie korrigieren sofort im Eins-zu-eins-Kontakt und eben nicht über Mikro und Lautsprecher. Welche Zielgruppen betreiben dieses spezifische Training in Ihren Studios vor allem? Was ist der häufigste Grund Ihrer Kund:innen, sich für das FIT zu entscheiden? Generell kann jede:r zu uns kommen. Wir freuen uns über jedes Mitglied und können jede:n fitter machen. Unsere Kernzielgruppe sind die „In-der-zweiten-Hälfte-desLebens-Ankommer“, die gut im Job sind und Familie sowie Beruf vereinen wollen. Wir adressieren schwerpunktmäßig besser situierte Leute, 35 plus, die häufig einen stressigen Job haben. Die wollen maximal effektiv trainieren und nicht zwei Stunden im Fitnessstudio verbringen, um dann doch nicht gut trainiert zu haben, weil es zu voll war und keiner sie motiviert hat. Dieses Klientel können wir in 30 Minuten am Limit mit strukturierten, qualifiziert angeleiteten Einheiten perfekt bedienen. 03/22

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Welche Zielgruppen haben Ihrer Einschätzung nach das größte Wachstumspotenzial für Trainingskonzepte mit hochintensiven Belastungen? Inwieweit haben Sie Ihr Marketing darauf eingestellt? Wir fokussieren uns gerade in Richtung der Generationen 50 und 60 plus. Das hat viele Gründe: Zunächst gibt es den demografischen Wandel, der unaufhaltsam dazu führt, dass es anteilig immer mehr ältere Leute geben wird. Entscheidend ist aber, dass wir mit unserer Trainingsmethode und unserem Betreuungsansatz in der Generation 60 plus die größten Mehrwerte erzielen können, weil der Alltagsübertrag in diesem Kund:innensegment so groß ist. Wir erzielen unmittelbare Effekte für alle Alltagssituationen: Gangsicherheit, Aufstehen, richtiges Heben etc. Wir verbessern die Lebensqualität dieser Altersgruppe. Unser Marketing müssen wir entsprechend anpassen bzw. wieder etwas breiter aufstellen, weil diese Zielgruppe eben noch nicht Social-Media-affin ist. Wir greifen inzwischen wieder mehr auf die ganz klassischen Werbemittel zurück: Anzeigen in regionalen Zeitungen, Boning-Systeme. Wir machen viel Marketing über Erfolgsgeschichten – übrigens auch in Social Media. Unser wichtigstes Marketing-Tool ist aber die Mund-zu-Mund-Propaganda. Neben dem Training an sich ist für uns die Gruppendynamik ein essenzieller Faktor. Vor zehn Jahren haben wir noch in erster Linie das funktionelle Training beworben. Heute setzen wir im Marketing auf die persönliche Betreuung und eben die Gruppendynamik. Unsere aktuellen Kampagnen heißen „better together“ und „Mit echten Profis trainieren“. Eignen sich Trainingskonzepte aus diesem spezifischen Bereich für klassische Studios, um zusätzlichen Umsatz zu generieren? Klar, warum nicht. Das hängt natürlich immer von der Gesamtausrichtung des Studios ab, vom Einzugsgebiet, von der Positionierung und von den bestehenden Kund:innen. Ein Selbstläufer ist die Trainingsform trotz aller Vorteile nicht. Der springende Punkt ist, dass sich die Studios für hochintensive Trainingsformen aufstellen müssen – insbesondere personell. Wenn die Mitglieder für ein zusätzliches Angebot extra bezahlen müssen, dann muss man ihnen auch einen spürbaren Mehrwert bieten, der ohne qualifizierte Mitarbeiter:innen kaum erfolgreich sein wird. Welche Empfehlungen haben Sie für Existenzgründer:innen, Trainer:innen und Studiobetreiber:innen, die sich dafür interessieren, intensive Trainingformen zu etablieren bzw. ihr Angebot um diese zu erweitern? Ich glaube, dass es wichtig ist, sich maximal zu positionieren. Für Trainingsformen, die so betreuungsintensiv sind, eignet sich nur der Premiumbereich, den man professionell angehen muss. D. h. die eigene Expertise, die Expertise der Mitarbeitenden und die intensive Betreuung müssen dem:der Kund:in einen eindeutig spürbaren Mehrwert bringen. Wenn das nicht klar genug ist, dann sehen die Kund:innen den Unterschied zum klassichen Studio oder auch zum Discounter nicht.

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FITNESS & GESUNDHEIT | SMARTES TRAINING | ANZEIGE

Mit dem EGYM Ökosystem zu einem völlig neuen Trainingserlebnis

Smarter, effizienter, mehr Spaß

Smarte Trainingsgeräte, digitale Apps, Software, Services und die Produkte von über 100 angeschlossenen Premiumpartnern – und das alles auf einer offenen Plattform: Das EGYM Ökosystem bildet die gesamte „Fitnessreise“ innerhalb und außerhalb des Studios ab und belohnt alle Mitglieder – unabhängig von ihren Trainingszielen, Vorkenntnissen oder ihrem Leistungsniveau – mit einem nahtlosen individuellen Trainingserlebnis.

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GYM bedeutet personalisiertes Training, das nicht nur smarter und effizienter ist, sondern vor allem Spaß macht – und das für alle Menschen, vom Einsteiger bis zum Experten, mit der richtigen Portion Nutzerführung, Motivation und Flexibilität. Vom Onboarding mit EGYM Fitness Hub, über Krafttraining mit EGYM Smart Strength – einschließlich dem neuen Open Modus – bis hin zu Mobilitätstraining mit EGYM Smart Flex und Kardiotraining mit EGYM Smart Cardio: EGYM Workouts begeistern durch ein nahtlos vernetztes Trainingserlebnis und motivieren Mitglieder, ihre Trainingsziele zu erreichen.

Das EGYM Ökosystem – smarte Workouts für „echte Menschen“

Kontakt Einsteinstraße 172 81677 München

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Tel. +49 89 9213 105 100 egym.com sales@egym.com

EGYM Smart Flex EGYM Smart Flex ist das erste smarte Mobilitäts- und Flexibilitätstrainingserlebnis: Smart Flex stellt sich vollautomatisch auf das Mitglied ein und gibt die idealen Belastungs- und Pausenzeiten mit Licht- und Vibrationssignalen vor, für ein korrektes und zielgerichtetes Muskellängentraining. EGYM Smart Cardio EGYM Smart Cardio macht Ausdauertraining mit nur einer Handbewegung smart: Die Mitglieder loggen sich mit ihrer EGYM ID per RFID an sämtlichen vernetzten Partnergeräten ein und erleben auch dort die EGYM Experience. EGYM Digital EGYM Digital vernetzt alle Trainingserfolge über die Grenzen des Studios hinaus und begeistert so mit einem voll integrierten Trainingserlebnis. Dazu bietet EGYM eine Reihe digitaler Lösungen an, wie die EGYM Trainer App oder die Branded Member App sowie Schnittstellen zu beliebten Apps und Wearables, die die Mitglieder außerhalb des Studios einsetzen.

Erfahren Sie mehr über das EGYM Ökosystem und seine Upselling-Potenziale für Betreiber

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Fotos: EGYM GmbH

NEU: EGYM Smart Strength Open Modus Im Open Modus profitieren alle Mitglieder – vom Einsteiger bis zum Experten – auch außerhalb des Zirkels von den beliebten Highlights der EGYM Kraftgeräte. Dazu gehören die automatische Geräteeinstellung, verschiedene Trainingsmethoden und smarte Trainingsprogramme. Mitglieder ohne EGYM ID trainieren im Gastmodus wie bisher, auch ohne Armband oder Karte.

EGYM Fitness Hub EGYM Fitness Hub ist das Herzstück der vernetzten Trainingsfläche. Er unterstützt Trainer und hilft Mitgliedern, mit intuitiven Messungen und leicht verständlichen Fortschrittsvisualisierungen motiviert zu bleiben. Blitzschnelles Onboarding, optimale Mitgliederbetreuung und dauerhafte Motivation – alles direkt auf der Trainingsfläche.


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FITNESS & GESUNDHEIT | ONBOARDING | ANZEIGE

milon YOU

Dein Einstieg in das Training der Zukunft Aller Anfang ist – motivierend! Ein gelungener Start ins Training ist garantiert, wenn man milon YOU in seiner Einrichtung stehen hat. Die neue, weiterentwickelte Generation des biometrischen Bodyscanners steht für einen schnellen Trainingseinstieg mit hohem Erlebnisfaktor.

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er gesamte Onboarding-Prozess von milon YOU ist maximal verkürzt, sodass neue Mitglieder schnell und einfach ins Training gebracht werden können. In wenigen Sekunden sind die Daten eingetragen und das Screening startet: Der Scan der Körpermaße liefert nun noch präzisere Ergebnisse für ein höchst individuelles und effizientes Training, das sofort beginnen kann. Denn wie gehabt stellen sich alle milon Q Geräte anhand der gemessenen Daten automatisch ein. Während der Screenings lassen sich auch körperliche Einschränkungen sowie individuelle Schmerzpunkte und -zustände erfassen.

Erkennen, warum und wofür man trainiert Bei der Entwicklung von milon YOU stand stets der:die User:in im Fokus. So sollen Trainierende ein besseres Verständnis für ihren eigenen Ist-Zustand und die angestrebten Ziele sowie Fortschritte auf dem Weg dorthin erhalten. Zu Beginn wird zwischen drei verschiedenen Trainingsmotiven ausgewählt. Wenn gewünscht, kann der passende Trainingsplan sogar automatisch zugewiesen werden. Dann stehen regelmäßige Rechecks auf dem Programm, die valide Auskunft über zentrale Fragen des Trainingszustandes geben – sowohl persönlich als auch im Vergleich zum Durchschnitt (Alter, Geschlecht). Im Rahmen von neuen Fitness- und Beweglichkeitstests stellen Trainierende ihre Reaktionsfähigkeit, Beweglichkeit und die kognitiven Fähigkeiten auf die Probe. Verständliche Auswertungen mit neuen Visualisierungen sorgen dabei für noch mehr Motivation im Trainingsalltag.

3D-Avatar-Technologie

www.milongroup.com

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Fotos: milon Industries GmbH

Highlight von milon YOU ist eine neue 3D-Avatar-Technologie, die im Wettbewerbsumfeld einzigartig ist. Auf dem riesigen Display erscheint ein digitales Abbild des:der Benutzer:in. Der wahlweise männliche oder weibliche Avatar schlüpft in die Rolle des:der Coach:in oder Trainingspartner:in und gibt in Echtzeit konstruktive Rückmeldungen, die z. B. die richtige Haltung betreffen. Die besondere 3D-Optik bringt die User Experience auf ein neues Level.


FITNESS & GESUNDHEIT | EVENTS | ANZEIGE

Concept2 Ergometer weltweit bei Events im Einsatz

„Zuverlässige Geräte, tolle Partnerschaft“ HYROX, The World Series of Fitness Racing, hat trotz Pandemie im Mai eine überaus erfolgreiche Saison 2022 beendet. fitness MANAGEMENT international hat mit HYROX Gründer Christian Toetzke über die Perspektiven der Eventserie und deren Partnerschaft mit Concept2 gesprochen.

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ist das eine einmalige Entwicklung. Eine Pandemie ist ja die ungünstigste Situation, die man sich überhaupt ausdenken kann. Welche Prognosen geben Sie uns für die nächste HYROXSaison, die im Herbst beginnt? Wird es Neuerungen oder neue Events geben? Ja. Wir wollen in jeder neuen Saison unser Produkt weiter verbessern: „Wie kann ich die Teilnehmer:innen-Experience noch besser machen?“ „Was kann die Events noch weiter aufwerten?“ Da werden wir uns wieder neue Sachen überlegen. Mit der zunehmenden Anzahl an Events bekommen wir auch mehr Möglichkeiten, in Ausstattung zu investieren, die wir bei den Events einsetzen können. Teilnehmer:innen können sich auf Neuerungen freuen, die alle Abläufe und die Experience verbessern. In der kommenden Saison werden wir einige neue Märkte erschließen. Wir werden uns von 30 Events in diesem Jahr auf 50 steigern. Da ist zunächst der gesamte mittlere Osten, den wir Anfang Mai mit einem Partner zusammen gelauncht haben – Dubai, Katar, Bahrain, Ägypten und Saudi-Arabien. Spanien werden wir von einem Event in Madrid auf fünf ausbaufitness MANAGEMENT international

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Fotos: Sportograf/HYROX | fitness MANAGEMENT | Concept2 Deutschland GmbH

fMi: Die HYROX-Saison 2022 haben Sie am 14. Mai mit den bisher größten World Championships in Las Vegas beendet. Welches Fazit ziehen Sie nach dieser Saison auch mit Blick auf die abebbende Pandemie und die damit einhergehenden Herausforderungen für Sie als Veranstalter? Christian Toetzke: Es war für uns die bisher mit Abstand erfolgreichste Saison. Wir sind extrem zufrieden, vor allem weil sich die Serie nach zwei Jahren Pandemie quasi vom Start weg sofort weiterentwickelt hat. Wir haben bei fast allen Events, die es vor der HYROX Gründer Pandemie schon gab, höhere TeilnehmenChristian Toetzke denzahlen gehabt als vorher und haben mit UK und den Niederlanden zwei neue Märkte gelauncht, die extrem erfolgreich laufen. Das Event in London, das mit 4.000 Teilnehmenden das größte war, das wir jemals hatten, und die WM in Las Vegas mit 1.200 Teilnehmenden bestärken uns darin, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere Vision erreichen zu können. Für einen so jungen Brand wie HYROX – unsere erste Saison war 2018 und 2020 kam Corona –


en. Wir haben also jetzt zusätzlich Barcelona, Bilbao, Málaga und Valencia mit im Angebot. In Skandinavien werden wir mit Events in Stockholm und Kopenhagen neue Märkte dazunehmen, den holländischen Markt werden wir noch erweitern und auch den UK-Markt ausbauen mit auf jeden Fall noch einem Event in Glasgow. Nach dem Erfolg in Las Vegas werden wir auch den U.S.-Markt erweitern. Darüber hinaus wird es vor allem in den großen Ballungsräumen zwei Events geben: in London, in New York und in Los Angeles. Wir haben extrem viel vor und das ist auch für die Fitnessbranche eine gute Perspektive: All die Menschen, die sich anmelden, um an den Events teilzunehmen, werden trainieren wollen oder – wenn sie bereits trainieren – gezielt trainieren wollen. Gyms haben die Möglichkeit, mit HYROX ihr Geschäft zu erweitern, neue Mitglieder zu gewinnen und Bestandsmitgliedern neue Optionen und Trainingsziele zu bieten. Das ist ein ähnliches Phänomen, wie man es vom Triathlon oder vom Marathon kennt. Wir wollen mit möglichst vielen Gyms zusammenarbeiten.

Der Concept2 Ergathlon

Wie ist das internationale Feedback auf die Kombination von Ausdauer- und Kraftausdauerelementen, die sogar erfahrene CrossFit®-Trainierende vor Herausforderungen stellt? Gut, dass Sie die Frage stellen. Es ist tatsächlich so, dass wir jetzt in kürzester Zeit ein wahnsinniges Feedback bekommen haben – nicht nur in Special-Interest-Magazinen wie Men's Health, sondern auch in renommierten Publikumsmedien wie The Times (London) wird über HYROX berichtet. Die Eventserie wird als neuer Trend bezeichnet, als neue Herausforderung, als neues Event für die Bucket List.

Weitere Infos unter www.concept2.de/ergathlon

Es wird immer mehr darüber geschrieben, wie man für HYROX trainiert. Das ist für mich sehr wichtig. Wir sind überzeugt davon, dass es eine der gesündesten Formen von Training ist. Und das ist eine ganz wichtige Message, die wir auch verbreiten wollen. HYROX ist nicht nur ein supercooles Event, das unglaublich Spaß macht, sondern es ist generell auch eine extrem ausgewogene und gesunde Form zu trainieren, die in der Kombination international sehr erfolgreich ist. Ich gehe davon aus, dass die Erfolge im Ausland wieder nach Deutschland „zurückschwappen“ werden. Als Partner im Ergometerbereich setzt HYROX von Beginn an auf Concept2. Wie ist diese Partnerschaft entstanden? Concept2 unterstützt uns in unserer Entwicklung. Wenn wir jetzt in neue Märkte gehen, brauchen wir überall ja neue Geräte. Und ja, da ist eine sehr enge Partnerschaft entstanden. Aus meiner Sicht stellt Concept2 auch die konstantesten und verlässlichsten Produkte her. Die Geräte sind einfach „competition proof“. Wir haben diverses Equipment getestet, bevor wir mit HYROX an den Start gegangen sind. Da waren tolle Geräte dabei, mit vielen Features, die aus unserer Sicht für den Wettbewerb aber zu störungsanfällig waren. Für HYROX ist zudem wichtig, dass die Geräte identisch sind – bei der Widerstandsgebung und in der Performance –, weil wir für alle Teilnehmer:innen gleiche Bedingungen brauchen. Concept2 hat in dem Bereich einen unglaublich hohen Standard erreicht. Man merkt einfach, dass das Unternehmen aus dem Rudersport kommt. 03/22

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Am 10. September 2022 feiert der Concept2 Ergathlon seine Premiere. Der Ergathlon ist eine Ein-Tages-Competition, bei der sich die teilnehmenden Athlet:innen den Concept2 Ergometern stellen. Die Challenge 500 Meter auf dem RowErg, 1.000 Meter auf dem BikeErg und noch einmal 500 Meter mit dem SkiErg schnellstmöglich bewältigen. Frauen und Männer starten jeweils in den Altersklassen 18-29, 30-39, 40-49 und 50 plus. Den Ergathlon gewinnt, wer die Gesamtdistanz auf allen drei Geräten am schnellsten zurücklegt!

Indoor Rowing Technik und Know-how in Kooperation mit dem DRV Indoor Rowing in der Box, im Ruderverein oder im Studio sinnvoll vermitteln, die Rudertechnik verbessern und das Wissen über Indoor Rowing vertiefen – in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ruderverband (DRV) hat Concept2 in 2022 Events für Trainer:innen konzipiert. Termine und Veranstaltungsorte 20. August 2022 in Hamburg 24. September 2022 in Berlin 15. Oktober 2022 in Frankfurt 29. Oktober 2022 in München 19. November 2022 in Viersen Referent:innen - Tim Grohmann, Olympiasieger im Rudern - Marc Swienty, Diplom-Trainer DOSB - Anna Mühle, Ergometer-Welt- und Europameisterin - Ivan Saric, ehemaliges Mitglied der DRV-Nationalmannschaft Inhalte - Rudertechnik, Techniktraining und Videoanalyse - Trainingsplanung beim Indoor Rowing - Performance Monitor PM5 richtig nutzen sowie Pflege der Rudergeräte von Concept2 Wenn Sie an der Anmeldung interessiert sind, können Sie diese auch gern direkt über den Deutschen Ruderverband vornehmen. Weitere Infos unter: www.concept2.de/ausbildung

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FITNESS & GESUNDHEIT | EMS-TRAINING | ANZEIGE

Körperformen Lizenzpartner:innen

Sei frei, sei unabhängig – sei dein eigener Glücksformer! „Bis heute bin ich glücklich und zufrieden mit meiner Entscheidung und habe dies keinen Tag bereut!“, freut sich Nathalie Hütsch. Im Jahr 2017 eröffnete die junge Unternehmerin als Körperformen Lizenzpartnerin ihr erstes eigenes EMS-Studio. Und das, obwohl sie wenige Jahre zuvor noch keinerlei Berührungspunkte mit Elektromyostimulationstraining, kurz EMS-Training, hatte.

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ter eröffnete sie sogar ein weiteres Studio. Nathalie Hütschs Geschichte ist kein Einzelfall. Sie ist eine von mehr als 150 #Glücksformern an über 250 Standorten.

Körperformen – von Beginn an ein Erfolg Die Unternehmensgründung 2011 und das erste eröffnete fitness MANAGEMENT international

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Fotos: Körperformen

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rfolgreiche:r Unternehmer:in werden, ganz ohne eigenen Businessplan und mit nur wenig Startkapital, das geht nicht? Oh doch! Mit Körperformen als Lizenzpartner kann nun beinahe jede:r erfolgreich in die Selbstständigkeit starten. Mit ihrem ersten Studio in Bornheim machte sich Nathalie Hütsch zu ihrer eigenen Chefin. Drei Jahre spä-


EMS-Studio in Bonn waren für die Geschäftsführer Sammy Pesenti und Marcel Kentenich der Startschuss für ihren „Erfolgsmarathon“. Mit ihrem ausschließlich auf EMS-Training ausgerichteten Konzept konnten die beiden Unternehmer ihre Marke Körperformen nach nur fünf Jahren als wachstumsstärkste Marke auf dem EMS-Markt positionieren. Körperformen ist dabei nicht nur Betreiber eigener EMS-Studios, die Gründer haben außerdem ein ausgefeiltes Lizenzpartner:innensystem erarbeitet, das ambitionierten und engagierten Newcomer:innen den unternehmerischen Einstieg in die Fitness- und Gesundheitsbranche ermöglicht.

Wachstumsstärkste Marke auf dem Markt Mehr als 150 #Glücksformer haben bereits ihre Chance ergriffen und als Körperformen Lizenzpartner:innen ein eigenes Studio eröffnet. Inzwischen sind an über 250 Standorten in Deutschland, Schweiz, Österreich und Italien Körperformen EMS-Studios zu finden. Dabei ist der EMS-Markt noch lange nicht „gesättigt“. Das Potenzial ist nach wie vor enorm. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 wurden in Deutschland 1.427 Studios gezählt, die sich ausschließlich auf EMS-Training spezialisiert haben. Dies entspricht laut den „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ einem Anteil von 15 Prozent des Gesamtmarkts. Körperformen verzeichnet seit 2016 die meisten Neueröffnungen pro Jahr und ist damit die wachstumsstärkste Marke im Bereich EMS-Training. Allein im vergangenen Jahr konnte Körperformen knapp 40 neue Standorte eröffnen. Auf dem EMS-Markt haben sich inzwischen Lizenz- und Franchisesysteme erfolgreich durchgesetzt. Die Wachstumskurve für EMS als Trainingsform ist daher deutlich steiler. Das Investitionsvolumen für ein Lizenzpartner:innenstudio ist dabei wesentlich geringer als bei einem eigenständigen Studio. Dies ist vor allem für junge Unternehmer:innen ein großer Vorteil. Hinzu kommt, dass die Markteintrittsbarrieren durch eine Lizenzpartner:innenschaft deutlich geringer sind. Der DSSV geht davon aus, dass die Anzahl der EMS-Studios in den kommenden drei bis fünf Jahren allein in Deutschland auf 2.500 Clubs ansteigen wird. Der EMS-Markt ist also bereit für Ihr Körperformen Studio!

Welche Voraussetzungen brauche ich, um Lizenzpartner:in zu werden? Das schlüsselfertige und erprobte Konzept von Körperformen macht den Weg in die Selbstständigkeit jetzt ganz leicht. Soziale Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsstärke, unternehmerisches Denken, Teamfähigkeit und Führungsfähigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung des Lizenzpartner:innenkonzepts. Eine fitnessspezifische Ausbildung, ein Studium oder Erfahrungen als Fitnessstudiobetreiber:in zählen dagegen nicht dazu. Körperformen bietet ein eigenes Schulungskonzept für die Lizenzpartner:innen, durch das sich jegliches erforderliches Know-how erwerben lässt. Dass dies funktioniert, zeigt einmal mehr Nathalie Hütsch. Vor ihrer Ausbildung hatte die junge Unternehmerin keinerlei Berührungspunkte mit EMS. Erst während ihrer Ausbildung lernte sie die besondere Art des Trainings und das Konzept kennen. Neben Trainingsschulungen zählen auch Schulungen im Bereich Marketing und Verkauf sowie DSGVO zum umfangreichen Schulungskonzept. Körperformen macht Sie rundum fit für den Schritt in die Selbstständigkeit. 03/22

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In nur zwölf Wochen in die Selbstständigkeit – so funktioniert's: Ihr:e eigene:r Chef:in? Noch nie war es so einfach! Unabhängig, erfolgreich und selbstständig – das können Sie sein! Wer sich für eine Körperformen Lizenzpartner:innenschaft entscheidet, kann sich vom ersten Tag der Selbstständigkeit an auf einen starken Partner und Unterstützer verlassen. Als wachstumsstärkste Marke auf dem EMS-Markt verfügt Körperformen über mehr als zehn Jahre Erfahrung und Knowhow, von dem die Lizenzpartner:innen umfassend profitieren können. Dazu zählen bereits die Standortanalyse und Objektsuche ebenso wie die Vorbereitungen auf die Bankgespräche für Darlehen. Für ein erfolgreiches Unternehmen ist ein guter Business- sowie Marketingplan unverzichtbar. Als Körperformen Lizenzpartner:in profitieren junge Unternehmer:innen von einem bereits erfolgreich bewährten Businessplan. In den weiteren Schritten erfolgen der Umbau und die Renovierung des Studios sowie die Bestellung der EMS-Geräte. Das Lizenzpartner:innenkonzept kann von jedem:jeder umgesetzt werden. Möglich ist dies durch das umfangreiche Schulungsangebot. Noch während der Entstehung des Studios erhalten die Lizenzpartner:innen alle notwendigen Schulungen. Gutes Personal ist wichtig und ausschlaggebend für zufriedene Kund:innen und den Erfolg eines Studios. Das Körperformen Team unterstützt die Lizenzpartner:innen daher bei der Mitarbeiter:innensuche, sodass die Eröffnung mit einem perfekten Team erfolgt. Dank der großen Expertise und der Unterstützung von Körperformen ist es auch Neuunternehmer:innen möglich, nach nur zwölf Wochen ein eigenes Studio zu eröffnen und die ersten Kund:innen zu empfangen.

Starre Richtlinien? Nein, danke! Franchise- und Lizenzsysteme gibt es auf dem EMS-Markt viele, das Körperformen Lizenzpartner:innenkonzept hebt sich jedoch deutlich von herkömmlichen Systemen ab. Es ist lange erprobt, konstant und zuverlässig. Mit diesem strategisch erfolgreich geplanten Konzept ermöglicht Körperformen seinen Lizenzpartner:innen das Maximum an Unterstützung und sichert gleichzeitig das höchstmögliche Maß an unternehmerischer Flexibilität. Der bereits fertiggestellte Erfolgsplan und die nachhaltige Unterstützung, auch über die Gründung hinaus, vereinfachen den Weg in die Selbstständigkeit. Bei Körperformen steht immer der:die Lizenzpartner:in und dessen:deren Entwicklung im Fokus. Die monatlichen Lizenzgebühren sind daher nicht wie branchenüblich vom Umsatz des Studios abhängig. Mit einer monatlichen Gebühr von 749 Euro bleibt den Körperformen Lizenzpartner:innen die unternehmerische Freiheit erhalten. Weiterhin reagieren Körperformen Lizenzpartner.innen individuell und flexibel auf Geschäftsveränderungen und setzen ihre ganz eignen Marketingideen um. Werbekosten für flächendeckende Werbeaktionen entstehen ihnen dabei keine.

Wie werde ich zum #Glücksformer? Sie möchten ihr Glück endlich selbst formen? Ihr:e eigene:r Chef:in sein und mit einem starken Partner an ihrer Seite so richtig durchstarten? Willkommen in der Körperformen Familie! Vereinbaren sie gleich ein Beratungsgespräch auf www.koerperformen.com/lizenzpartner-werden und leben Sie Ihren Traum von der Selbstständigkeit!

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FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL EMS-TRAINING

Sicheres und effektives Ganzkörper-EMS-Training

Text: Dr. Joshua Berger

Ganzkörper-Elektromyostimulation (GK-EMS) zählt zu den führenden Trainingsformen in Boutique- und Mikrostudios und hat sich durch zahlreiche positive Effekte sowie den intensiven Personal-Training-Charakter bewährt. Welche Faktoren beeinflussen allerdings das GK-EMS-Training und worauf sollte man bei der Planung und Umsetzung achten?

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Foto: contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Das Vier-Faktoren-Modell des Ganzkörper-EMS-Trainings


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K-EMS bezeichnet die simultane Stimulation aller großen Muskelgruppen (mindestens sechs applizierte Stromkanäle) mit einem trainingswirksamen Reiz und wird als hochintensive und zeiteffiziente Trainingsform in unterschiedlichen Bereichen angewendet. Vom Fitnesstrend für Gewichtheber:innen in den 1970er-Jahren bis hin zu einem der am stärksten wachsenden Bereiche im Leistungsumfang von Fitness- und Gesundheitsanlagen gemäß DIN-Norm 33961 hat das GK-EMS einen langen Weg hinter sich (DSSV, 2022).

Leistungssteigerungen durch GK-EMS Die zu trainierende Zielgruppe sowie die gewählten Trainingsinhalte sind wie bei jedem sportlichen Training auch beim GK-EMS zwei der zentralen Inhalte, die berücksichtigt werden müssen, um Leistungssteigerungen zu erzielen. Diese Leistungssteigerungen bzw. die Effektivität des Trainings hängen von diversen Faktoren wie der Wahl der Stimulationsparameter der GK-EMS ab und variieren je nach trainierender Person oder der Dauer der Trainingsperiode (Filipovic, Kleinöder, Dörmann & Mester, 2012). Die Maximalkraft ist einer der am häufigsten untersuchten Parameter und konnte Verbesserungen in der Rumpfextension (> 20 %), der Rumpfflexion (> 33 %) sowie der Knieextension (> 31 %) und der Knieflexion (> 20 %) durch unterschiedliche GK-EMS-Protokolle aufweisen (Berger, 2021). Die Höhe der Leistungssteigerungen variiert hierbei je nach Zielgruppe und angewandten Stimulationsparametern. Es konnten allerdings bei adäquater Anwendung des GK-EMS sowohl bei Freizeitsportler:innen als auch bei Eliteathlet:innen maßgebliche Verbesserungen der Maximalkraft, der Sprunghöhe sowie der Sprintschnelligkeit festgestellt werden (Berger, Ludwig, Becker, Kemmler & Fröhlich, 2020; Berger et al., 2020; Filipovic et al., 2012). Speziell der positive Einfluss von GK-EMS auf unspezifische Rückenschmerzen ist ein essenzieller Aspekt, da Personen mit Kinesiophobie (Bewegungsangst), begrenzten Zeitressourcen oder eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Vorerkrankungen aufgrund der Zeiteffizienz und gelenkschonenden Belastung ein reali-

Zielgruppe Patient:innen Freizeit-/ Breitensport Leistungssport Unterschiedliche Altersklassen

sierbares Training geboten wird, das wiederum eine Alternative zum kommerziellen Krafttraining darstellt (Weissenfels et al., 2019).

Das Vier-Faktoren-Modell des GK-EMS Bei der Planung und Durchführung eines GK-EMS-Trainings müssen diverse Faktoren berücksichtigt werden, um ein sicheres und effektives Training zu gewährleisten und einen Trainingserfolg zu ermöglichen. Im kommerziellen Kontext ist auf Basis der aktuellen Strahlenschutzverordnung (NiSV) sowie der deutschen Norm DIN 33961 anhand der relativen und absoluten Kontraindikationen klar eingegrenzt, mit welchen Personen GK-EMS durchgeführt werden darf (Kemmler et al., 2019). Abgesehen von der Anwendung im kommerziellen Sektor können weitere Personengruppen mit Vorerkrankungen internistischer oder orthopädischer Art z. B. in der klinischen Therapie trainiert werden, was allerdings je nach Zielgruppe zusätzliche Maßnahmen und Anpassungen der Trainingsinhalte bedingen kann. Das Vier-Faktoren-Modell beschreibt den Zusammenhang der essenziellen Inhalte zur Durchführung und Überprüfung von GK-EMS, die situationsspezifisch aufeinander abgestimmt werden müssen.

Zielgruppe Die Zielgruppe des GK-EMS ist breit gefächert und beinhaltet tendenziell alle Personen, die ebenfalls ein konventionelles Krafttraining durchführen könnten. Darüber hinaus ist die Anwendung bei Patient:innen, die durch Vorerkrankungen wie z. B. Sarkopenie oder Adipositas nur eingeschränkt bewegungsfähig sind, möglich und effektiv. Die Durchführung eines konventionellen Krafttrainings wird für Personen mit diesen Erkrankungen aufgrund unterschiedlicher Aspekte, wie einer erhöhten Gelenkbelastung, maßgeblich erschwert oder ist für sie sogar ausgeschlossen (Kemmler, Engelke & Stengel, 2012). Auf Grundlage der Charakterisierung der gewählten Zielgruppe, was in der Planung eines sicheren und effektiven GK-EMS immer den ersten Schritt darstellt, erfolgt die Festlegung der Trainingsinhalte.

Trainingsinhalte Gerätespezifisch

Stimulationsparameter, Elektrodenanzahl etc.

Trainingsspezifisch

statische/dynamische Übungen, Zusatzgeräte, Belastungsnormative etc.

Diagnostik Sicherheit Allgemein

DIN-Norm, Strahlenschutzverordnung, Kontraindikationen etc.

Spezifisch

CK Kontrolle, Belastungsfragebögen etc.

Anthropometrie

Gewicht, Körperfett etc.

Leistungsdiagnostik

Maximalkraft, Schnellkraft etc.

Blutuntersuchung

Cholesterin, Inflammation, onkologische Marker etc.

Weitere Diagnostiken Abb. 1: Das Vier-Faktoren-Modell des GK-EMS (Berger, 2021) 03/22

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Trainingsinhalte Bei den gewählten Trainingsinhalten kann in gerätespezifische sowie trainingsspezifische Aspekte unterteilt werden. Die Gerätespezifik stellt im GK-EMS eine Besonderheit dar, da die spezifischen Stimulationsparameter variabel wählbar sind und keiner einheitlichen Anwendung unterliegen. Viele Varianten aus Impulsstärke (Intensität des Impulses), Impulsfrequenz (Anzahl der Impulse, die pro Sekunde auf den Körper einwirken) sowie dazugehörigem Impulsdauer- und -pausenverhältnis sind in vorangehenden Untersuchungen kombiniert worden. Die Intensitätssteuerung mittels einer CR10-BorgSkala bei einer subjektiv wahrgenommenen Anstrengung von RPE 4–8 (RPE = rate of perceived exertion), einer Impulsfrequenz von 85 Hz sowie einer Impulsdauer von vier bis sechs Sekunden mit einer anschließenden Pause von vier Sekunden haben sich hierbei in der praktischen Anwendung bewährt und werden vorrangig verwendet. Es sollte in der Planung stets ein besonderer Fokus auf der Intensitätssteuerung liegen, da beim GK-EMS durch die unwillkürliche Kontraktion der Muskulatur physiologische Schutzmechanismen wie muskuläres Versagen im konventionellen Krafttraining nicht bestehen, weswegen es eher zu einer Überlastung des Organismus kommen kann. Trainingsspezifische Inhalte charakterisieren die Übungsauswahl, die Verwendung von zusätzlichen Geräten sowie die Häufigkeit des Trainings. Diese Aspekte sind in besonderem Maße von der gewählten Zielgruppe abhängig, da z. B. mit Athlet:innen vorrangig dynamische Übungen mit höherer Intensität durchgeführt werden, wohingegen bei Patient:innen mit Vorerkrankungen moderat-intensive, statische Trainingsinhalte gewählt werden. Die Wahl adäquater Trainingsinhalte basierend auf der Zielgruppe bedingt im direkten Umkehrschluss die Diagnostik.

medizinischen, kommerziellen Sektor durch die Implementierung der Abfrage von Kontraindikationen reguliert und bietet den Anwendenden eine Hilfestellung für die Frage, mit welchen Zielgruppen GK-EMS unbedenklich durchführbar ist. Losgelöst hiervon kommt dem Faktor Sicherheit in dem vorliegenden Modell auch deswegen ein besonderer Stellenwert zu. Durch die fehlenden physiologischen Schutzmechanismen bei GK-EMS sowie aufgrund der hohen körperlichen Belastung kommt den Trainer:innen eine besondere Sorgfaltspflicht zu. Der Sicherheitsaspekt beeinflusst daher alle weiteren Faktoren und sollte in seiner Beständigkeit wiederkehrend im Trainingsverlauf überprüft werden – beispielsweise durch Abfrage der Trainingsintensität zur Vermeidung von Überlastung oder durch Abfrage von plötzlich auftretenden Kontraindikationen vor den Trainingseinheiten usw.

Fazit Das Vier-Faktoren-Modell des GK-EMS unterliegt einer stetigen Dynamik: Die Veränderung eines Faktors beeinflusst automatisch alle weiteren und kann je nach Ausprägungsgrad deren Anpassung bewirken. Es fasst demnach die für das GK-EMS essenziellen Faktoren zusammen, um eine Maximierung des Trainingserfolgs durch die Kontrolle der Inhalte bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos für Trainierende zu ermöglichen. Somit kann das Modell als Leitbild zur sicheren, effektiven und zielführenden Anwendung eines GK-EMS-Trainings betrachtet werden (Berger, 2021).

Diagnostik Alle Möglichkeiten zur Überprüfung potenzieller Leistungssteigerungen bzw. physischer Adaptation durch GK-EMS werden unter dem Faktor Diagnostik zusammengefasst. Die Möglichkeiten sind hierbei nahezu unbegrenzt und umfassen beispielsweise Maximalkraftdiagnostiken, Sprungdiagnostiken, Messungen der Körperzusammensetzung oder Blutuntersuchungen. Die Wahl der adäquaten diagnostischen Maßnahmen wird ebenfalls von der Zielgruppe beeinflusst, da z. B. Athlet:innen Maximalkraft- sowie Sprungdiagnostiken problemlos durchführen können, diese allerdings für viele Zielgruppen aufgrund potenzieller physischer Überforderung inadäquat wären und Verletzungsrisiken bergen würden. Ein weiterer Faktor, die Sicherheit, spielt aus diesem Grund auch hier eine wichtige Rolle.

Sicherheit

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Dr. Joshua Berger arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent im Fachbereich Fitness/Individualtraining an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und als Referent an der BSA-Akademie. Seit 2017 ist er Mitglied im EMS-Fachkreis, der sich mit aktuellen Themen rund um EMS-Training sowie mit praktischen Leitlinien für den konventionellen Gebrauch befasst. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Berger, J. (2021). Eine Evaluation der Anwendbarkeit und Effektivität von Ganzkörper-Elektromyostimulation. Dissertation. Technische Universität Kaiserslautern. Kaiserslautern. Kemmler, W., Weissenfels, A., Willert, S., Fröhlich, M., Ludwig, O., Berger, J. et al. (2019). Recommended Contraindications for the Use of Non-Medical WB-Electromyostimulation. Deutsche Zeitschrift fur Sportmedizin, 70 (11), 278–282. Weissenfels, A., Wirtz, N., Dörmann, U., Kleinöder, H., Donath, L., Kohl, M. et al. (2019). Comparison of Whole-Body Electromyostimulation versus Recognized Back-Strengthening Exercise Training on Chronic Nonspecific Low Back Pain: A Randomized Controlled Study. BioMed research international, 2019, 1–9. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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Foto: DHfPG/BSA

Durch besondere physiologische Ansprüche sowie eine hohe Intensität des Trainingsreizes ist das GK-EMS eine besondere Herausforderung für den Organismus und kann bei falscher Anwendung gesundheitliche Schäden hervorrufen. Untersuchungen konnten immense Erhöhungen des Enzyms Kreatinkinase nach zu intensiven, initialen GK-EMS-Anwendungen feststellen, was ein ernst zu nehmendes Risiko für den Organismus darstellt (Kemmler, Teschler, Bebenek & Stengel, 2015). Die Anwendung von GK-EMS ist im nicht-

Dr. Joshua Berger


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Fitnesstrend oder akutes Gefährdungspotenzial?

EMS-Heimtraining – der Wolf im Schafspelz Text: Dr. Joshua Berger und Prof. Dr. Michael Fröhlich

Der Gesetzgeber hat Ganzkörper-Elektromyostimulation (GK-EMS) in der Anwendung im kommerziellen sowie therapeutischen Sektor diversen Richtlinien und Vorgaben unterworfen, die ein sicheres und effektives Training unter professioneller Betreuung gewährleisten sollen. Wo liegt das Gefährdungspotenzial eines privaten EMS-Heimtrainings und warum ist gerade GK-EMS für ein selbstständiges Heimtraining oder als hybrides Trainingsangebot nicht geeignet?

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Bereits vor 2016 erste Negativbeispiele in der Anwendung 2014 und 2015 wurden von unterschiedlichen Autor:innen Einzelfallstudien mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen von GK-EMS publiziert (Finsterer & Stollberger, 2015; Kastner, Braun & Meyer, 2014). In diesen Fällen kam es nach einer oder mehreren GK-EMS-Anwendungen zu einer Rhabdomyolyse, was einen Gewebezerfall quergestreifter Muskulatur darstellt.

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Die Entwicklung der EMS-Branche in den vergangenen Jahren führte somit von einer nicht regulierten, teils fehlerhaften Anwendung mit potenziell intensiven physischen Schäden zu einem sicheren und effektiven Personal Training mit qualitativ hochwertigen EMS-Geräten sowie fachlich geschultem Personal, das Trainierenden eine bestmögliche Betreuung fitness MANAGEMENT international

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Fotos: Rabizo Anatolii – stock.adobe.com | DHfPG/BSA

anzkörper-Elektromyostimulation (GK-EMS) ist eine zeiteffiziente und hocheffektive Trainingsform. Aufgrund des Personal-Training-Charakters sowie der individuellen Steuerung der Trainingsintensität ermöglicht sie einem breiten Anwender:innenkollektiv ein hochindividualisiertes Training, weshalb sie nicht zuletzt sowohl im leistungssportlichen-, therapeutischen- als auch im kommerziellen Sektor praktiziert wird. Durch die simultane Stimulation großer Muskelgruppen werden ohne hohe Gelenkbelastung unwillkürliche Kontraktionen der Muskulatur ausgelöst und somit Leistungssteigerungen generiert, was eine Zugänglichkeit des Trainings auch bei motorischen Einschränkungen, wie unspezifischer Rückenschmerz, und im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen bei Sarkopenie oder anderweitigen Vorerkrankungen ermöglicht (Berger, 2021).

Infolgedessen wurde seitens öffentlicher Institutionen eine Regulierung in der Anwendung des GK-EMS gefordert, da Anwender:innen der Trainingsform ein größeres Verständnis für die physiologischen Mechanismen benötigten und Strategien zur Vermeidung der potenziell schädlichen Wirkung entwickelt werden müssten (Kemmler, Fröhlich & Eifler, 2021). Dies geschah in Form von Handreichungen des EMS-Fachkreises sowie im Rahmen einer Deutschen Industrie Norm (DIN 33961-5). Die Publikation als auch die Norm erläuterten spezifisch die sichere Anwendung des GK-EMS durch die Trainer:innen und wiesen auf Kontraindikationen beim GK-EMSTraining hin (Kemmler, Fröhlich, Stengel & Kleinöder, 2016; Kemmler et al., 2019). Anschließend wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Jahr 2018 eine Verordnung zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen (NiSV) veröffentlicht, die GK-EMS-Training miteinbezieht und seitdem diverse Anforderungen an die kommerzielle GK-EMS-Anwendung stellt. Nicht nur die Durchführung des Trainings, sondern auch die ordnungsgemäße Verwendung des Gerätes muss genau protokolliert werden. Ab 1. Januar 2023 fordert die NiSV des Weiteren eine Zertifizierung aller EMS-Trainer:innen („Fachkunde EMF“ zur Stimulation), um ein sicheres und effektives GKEMS-Training zu gewährleisten und körperliche Schäden der Trainierenden zu vermeiden. Um zu dieser Zertifizierung zugelassen zu werden, müssen Personen eine Schulung (24 Lerneinheiten) absolvieren, in der die theoretischen Hintergründe des GK-EMS sowie – unter ärztlicher Betreuung – die Anwendung an Kund:innen intensiv behandelt werden (BMU, 2019). Zulassungsvoraussetzung für diese Schulung ist der Nachweis über eine Übungsleiter:innen- oder Trainer:innenlizenz mit mindestens 120 Lerneinheiten (à 45 Minuten).


ermöglicht. Studiobetreiber:innen haben umfangreich in das angestellte Personal sowie die EMS-Geräte und die Studioausstattung investiert, um die Betreuung zu optimieren und den Kund:innen ein sicheres und effektives Training zu bieten. Dies spiegelt sich ebenso in den „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ wider. Es zeigt sich, dass die EMSBranche trotz Corona-Pandemie in der Anzahl der Studios gewachsen ist (DSSV, 2022).

GK-EMS in der Heimanwendung oder als hybrides System Trotz steigender Studiozahlen wurde auch die EMS-Branche in der Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Ebenso veränderte sich an vielen Punkten das Profil von Kund:innen der Fitnessbranche im Allgemeinen, weshalb Heimtrainingsangebote generell immer populärer werden. Neue Geschäftsmodelle versuchen sich daher an einer missbräuchlichen Anwendung von GK-EMS im Heimgebrauch und werben mit einer unbegrenzten Trainingsmöglichkeit, einfachem Handling und umfangreichen Leistungssteigerungen. Die Angebote beginnen hier bereits bei einer kleinen monatlichen Leihgebühr für Geräte, variieren bezüglich Kosten und Qualität der Produkte und bieten teilweise Informationen über Apps oder ein hybrides System aus betreutem Training vor Ort, mobilem Training für unterwegs und zusätzlichem Heimtraining an.

Beschränkung der Heimtrainingssysteme notwendig Ein Verbot der privaten, nicht beaufsichtigten Anwendung von GK-EMS liegt trotz Empfehlungen des EMS-Fachkreises und der Strahlenschutzkommission zum aktuellen Zeitpunkt offiziell nicht vor. Trotz der (noch) zulässigen Anwendung im Heimbereich stellt sich die Frage, ob dies eine Entwicklung ist, die die EMS-Branche weiterbringt oder vor noch größere Herausforderungen stellt. Ab dem 1. Januar 2023 darf GK-EMS in der kommerziellen Anwendung nur von zertifiziertem („Fachkunde EMF“ zur Stimulation) oder medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden, um die Kund:innen zu schützen und potenzielle Zwischenfälle zu vermeiden. Eine exzessive private Durchführung des GK-EMS ohne professionelle Unterstützung wird die Zahl der Zwischenfälle und physiologischen Überlastungen mit großer Wahrscheinlichkeit exponentiell ansteigen lassen, woraus weiterführende staatliche Beschränkungen resultieren könnten. Die Anwendung von GK-EMS wurde trotz der gesundheitlichen Risikoeinschätzung der Strahlenschutzkommission der Kategorie „hoch“ bislang unter Vorlage einer Fachkunde auch ausgebildetem Personal („Fachkunde EMF“ zur Stimulation) ermöglicht. Sollte die Durchführung nur noch medizinischem Fachpersonal vorbehalten sein, würden nahezu 2.000 Inhaber:innen von EMS-Studios sowie viele hundert Angestellte, die deutschlandweit in dieser Branche tätig sind, in Ihrer Existenz gefährdet sein. Des Weiteren würde das Bild des GK-EMS als individualisiertes, sicheres und effektives Training für ein breites Anwender:innenkollektiv dauerhaft massiv geschädigt werden und als Geschäftsmodell unwiderruflich vom Markt verschwinden. Trotz der weitgehenden Möglichkeit der technischen Umsetzung sollte in der Trainingsdurchführung des GK-EMS demnach nicht auf ein digitalisiertes, Video- oder App-basiertes System vertraut, sondern auf die kompetente Betreuung durch geschultes Fachpersonal für ein sicheres und effektives Training zurückgegriffen werden. 03/22

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Konsequenz für Kund:innen des EMS-Marktes Alle Entwicklungen des EMS-Marktes der letzten Jahre hatten stets die Sicherheit der Trainierenden durch hohe qualitative Standards sowie die effektive Trainingsdurchführung durch qualifiziertes Personal im Fokus. Die eigenständige Anwendung und somit die Verlagerung der Verantwortung von qualifiziertem Personal zu den Anwender:innen persönlich wäre ein klarer Rückschritt der Entwicklung des EMS-Trainings und birgt mehr Gefahren als potenziellen Nutzen, sowohl individuell für die Trainierenden als auch für die gesamte Branche.

Dr. Joshua Berger Dr. Joshua Berger arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent im Fachbereich Fitness/Individualtraining an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und als Referent an der BSA-Akademie. Seit 2017 ist er Mitglied im EMS-Fachkreis, der sich mit aktuellen Themen rund um EMS-Training sowie mit praktischen Leitlinien für den konventionellen Gebrauch befasst. www.dhfpg-bsa.de

Prof. Dr. Michael Fröhlich Er leitet die Arbeitsgruppe Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Bewegungs- und Trainingswissenschaft“ an der Technischen Universität in Kaiserslautern. Er hat zahlreiche nationale und internationale Beiträge zu GK-EMS publiziert und ist Gründungsmitglied des EMS-Fachkreises. Er war maßgeblich an der Erstellung der Leitlinien für die sichere GK-EMS-Anwendung beteiligt und gilt als Vertreter der Safety-First-Strategie. Im Springer-Verlag erschien das gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Kemmler von der Universität Erlangen-Nürnberg und Prof. Dr. Christoph Eifler von der DHfPG verfasste Essential „Ganzkörper-Elektromyostimulation – Effekte, Limitationen, Perspektiven einer innovativen Trainingsmethode“.

Auszug aus der Literaturliste Berger, J. (2021). Eine Evaluation der Anwendbarkeit und Effektivität von Ganzkörper-Elektromyostimulation. Dissertation, Technische Universität Kaiserslautern. Kaiserslautern. DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Finsterer, J. & Stollberger, C. (2015). Severe rhabdomyolysis after MIHA-bodytec(R) electrostimulation with previous mild hyper-CK-emia and noncompaction. International Journal of Cardiology, 180, 100–102. Kemmler, W., Fröhlich, M. & Eifler, C. (2021). Whole-Body Electromyostimulation: More Effectiveness and Safety Due to More Regulation? Current Developments, Challenges and Perspectives. Journal of Biomedical Research & Environmental Sciences, 2 (6), 429–430. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

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SUPER SQUAT MACHINE Die Panatta Super Squat Machine ist ideal für ein umfassendes Training aller Muskeln des Oberschenkels und des Gesäßes. Sie ermöglicht dem:der Trainierenden, eine Hocke mit geführter Bewegungskurve auszuführen, ohne dass das Risiko eines Gleichgewichtsverlustes besteht. Zusätzlich behält der Rücken während der Ausführung die völlige Bewegungsfreiheit.

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as Gerät ist mit einem Federausgleichssystem ausgestattet, das das Leergewicht des Schubhebels reduziert und die Benutzung des Gerätes auch für Anfänger:innen erleichtert. Das Gegengewicht zusammen mit dem Hebelsystem der plattentragenden Arme moduliert den Widerstand, der mit einer progressiven Erhöhung der Last während der Streckung von Hüfte und Knie erzeugt wird. Auf diese Weise entwickelt das Gerät eine physiologische Belastungskurve, die der Kraftkurve der wichtigsten Muskeln der unteren Gliedmaße, die an der Kniebeuge beteiligt sind, entspricht. Hierdurch wird eine physiologische Muskelkontraktion ermöglicht, die während der gesamten Range of Motion hoch und konstant bleibt.

Position 2 – Stand auf dem schrägen Teil der Plattform In dieser Position werden die Füße auf den schrägen Teil der Plattform gestellt, was zu einer Veränderung der Dynamik der Übung führt –die Gelenkbewegung der Hüfte wird im Verhältnis zu den Knien und dem Sprunggelenk größer. Dabei werden die Gesäß- und Kniesehnenmuskeln stärker beansprucht.

Die große Plattform ist als doppelte Arbeitsstation konzipiert, um verschiedene Muskelaktivierungen zu ermöglichen. Damit bietet das Gerät zwei Varianten der Übungsausführung, die jeweils unterschiedliche Muskeln der unteren Extremitäten aktivieren:

Position 1 – Stand auf dem horizontalen Teil der Plattform In der traditionellen Hocke liegt die Wirkungslinie der Last im Bereich der Fußauflagen. Somit besteht eine ausgewogene Verteilung der Arbeit zwischen den verschiedenen Gelenken der Hüfte sowie den Knien und dem Sprunggelenk. Vorrangig werden dann der M. quadriceps femoris, der M. gluteus maximus und die ischiocrurale Muskulatur trainiert.

Safety first Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit des:der Benutzer:in gelegt. Durch ein Easy-Start-System mit einem von Hand zu betätigenden Hebel und durch eine AntiRutsch-Behandlung der Plattform wird für einen sicheren Stand gesorgt und das Risiko des Gleichgewichtsverlustes minimiert.

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Systematisches Muskeltraining

Die Lösung für ein langes, gesundes Leben 86 Prozent aller Todesfälle in Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO auf die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Einer der maßgeblichen Risikofaktoren ist die zunehmende körperliche Inaktivität und eine der effektivsten Gegenmaßnahmen ist das systematische Muskeltraining.

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„Training reduziert das Risiko für die meisten chronischen Lebensstil-Erkrankungen deutlich“

Prof. Dr. Ingo Froböse

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Das stellt Prof. Dr. Ingo Froböse, Professor am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln

und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts für Training in der Prävention (FIT-Prävention), fest. Und diese Feststellung ist nicht aus der Luft gegriffen, denn mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Studien, die diese These unterstützen.

Zwei Einheiten Muskeltraining pro Woche Neueste Übersichtsarbeiten fassen die Erkenntnisse von zurückliegenden Studien zusammen und kommen zu dem Ergebnis: Schon zwei Einheiten Muskeltraining pro Woche, mindestens jedoch zwei Einheiten alle zehn Tage, können das Risiko für die meisten Lebensstil-Erkrankungen reduzieren (Bull et al., 2020). Beispielsweise konnte regelmäßiges Muskeltraining in vier Studien mit einer um 30 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit für eine Diabetes mellitus Typ 2 Erkrankung in Verbindung gebracht werden (Giovannucci et al., 2021). Auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Krebserkrankung zu sterben, war um etwa 12 Prozent reduziert, wenn die Betroffenen regelmäßig Muskeltraining absolvierten (Momma et al., 2022). Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz traten um 20 bis 25 Prozent fitness MANAGEMENT international

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aut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind Lebensstil-Erkrankungen für 86 Prozent der Todesfälle in der europäischen Region verantwortlich (WHO, 2021). Zu den verbreitetsten Lifestyle-Erkrankungen zählen Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und auch psychische Störungen wie Depressionen oder muskuloskelettale Leiden wie beispielsweise Rückenschmerzen. Als sogenannte nicht übertragbare Erkrankungen weisen diese Gesundheitsprobleme gemeinsame Risikofaktoren und damit auch gemeinsame Handlungsmöglichkeiten auf. Einer der wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren ist die zunehmende körperliche Inaktivität und eine der effektivsten Gegenmaßnahmen ist das systematische Muskeltraining.


seltener bei Menschen auf, die Muskeltraining betrieben (Giovannucci et al., 2021).

Prävention und Behandlung von Erkrankungen In einem Review von 18 Studien konnte festgestellt werden, dass Muskeltraining funktionelle Veränderungen im Gehirn hervorruft, die den Abbau von Gehirnmasse vermindern und bestimmte kognitive Funktionen verbessern (Herold et al., 2019). Diese trainingsbedingten Anpassungen könnten bedeutend für die Prävention und Behandlung von demenziellen Symptomen sein. In mehreren aussagekräftigen wissenschaftlichen Untersuchungen behauptete sich das Muskeltraining als effektives und vor allem selbstbeeinflussbares Mittel zur Behandlung von depressiven Symptomen. Von großer Bedeutung waren hier die individuellen Präferenzen, Ziele und Barrieren der Betroffenen (Nebiker et al., 2018). Durch systematisches Muskeltraining und eine proteinhaltige Ernährung kann sogar dem voranschreitenden und generalisierten Verlust von Skelettmuskelmasse bei Sarkopenie vorgebeugt oder dieser Prozess verzögert werden (Cruz-Jentoft et al., 2019; Rogeri et al., 2022). Besonders zum Erhalt der Selbstständigkeit und zur Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit im Alter ist das von hoher Relevanz. Und auch in der Prävention und Therapie von chronischen Rückenschmerzen, die sich sowohl durch fehlende, falsche oder zu starke Belastung einstellen können, ist gezieltes Muskeltraining mittlerweile nicht mehr wegzudenken (Geneen et al., 2017).

Fazit

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Literaturliste Bull, F. C., Al-Ansari, S. S., Biddle, S., Borodulin, K., Buman, M. P., Cardon, G. et al. (2020). World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine, 54 (24), 1451–1462. Cruz-Jentoft, A. J., Bahat, G., Bauer, J., Boirie, Y., Bruyère, O., Cederholm, T. et al. (2019). Sarcopenia: Revised European consensus on definition and diagnosis. Age and Ageing, 48 (1), 16–31. Geneen, L. J., Moore, R. A., Clarke, C., Martin, D., Colvin, L. A. & Smith, B. H. (2017). Physical activity and exercise for chronic pain in adults: An overview of Cochrane Reviews. The Cochrane Database of Systematic Reviews. Zugriff am 28.04.2022. Verfügbar unter https://doi.org/10.1002/14651858.CD011279.pub2 Giovannucci, E. L., Rezende, L. F. M. & Lee, D. H. (2021). Muscle-strengthening activities and risk of cardiovascular disease, type 2 diabetes, cancer and mortality: A review of prospective cohort studies. Journal of Internal Medicine, 290 (4), 789–805. Herold, F., Törpel, A., Schega, L. & Müller, N. G. (2019). Functional and/or structural brain changes in response to resistance exercises and resistance training lead to cognitive improvements – a systematic review. European Review of Aging and Physical Activity, 16 (1), 10. Momma, H., Kawakami, R., Honda, T. & Sawada, S. S. (2022). Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases: A systematic review and meta-analysis of cohort studies. Zugriff am 28.04.2022. Verfügbar unter https://doi.org/10.1136/bjsports-2021-105061 Nebiker, L., Lichtenstein, E., Minghetti, A., Zahner, L., Gerber, M., Faude, O. & Donath, L. (2018). Moderating Effects of Exercise Duration and Intensity in Neuromuscular vs. Endurance Exercise Interventions for the Treatment of Depression: A Meta-Analytical Review. Zugriff am 28.04.2022. Verfügbar unter https://www.frontiersin.org/article/10.3389/ fpsyt.2018.00305 Rogeri, P. S., Zanella, R., Jr., Martins, G. L., Garcia, M. D. A., Leite, G., Lugaresi, R. et al. (2022). Strategies to Prevent Sarcopenia in the Aging Process: Role of Protein Intake and Exercise. Nutrients, 14 (1). Weltgesundheitsorganisation. (2021). Was sind nichtübertragbare Krankheiten? Zugriff am 28.04.2022. Verfügbar unter https://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicablediseases/ncd-background-information/what-are-noncommunicable-diseases

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faktoren: Jo-Jo-Effekt, Muskelmasseverlust, Hungergefühl, Sättigungsgefühl und viszerales Fettgewebe


MetaCheck nutritest22 IgG-Nahrungsmittelunverträglichkeiten können bei Trainierenden zu Beschwerden und dadurch wiederum zu Leistungseinbußen führen. Der MetaCheck nutritest22 misst den Spiegel der Antikörper im Blut gegen 22 definierte Proteinquellen, die sich oftmals in der Ernährung von Trainierenden finden. Eine Vermeidung der problematischen Lebensmittel kann die unangenehmen Reaktionen im Körper vermindern. Der Körper erholt sich und kann wieder die volle Leistung beim Training erbringen.

MetaCheck nutritest90 Unser MetaCheck nutritest90 ist nicht nur für Trainierende ideal, sondern für jede:n, der:die sich im Alltag nach einer Steigerung seines:ihres körperlichen Wohlbefindens sehnt. Durch eine ausgewogene Ernährung, Sport und einen guten Schlaf soll der Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Doch nicht jede körperliche Belastung ist auf einen unausgewogenen Lebensstil zurückzuführen. Es kann auch ein Zusammenhang mit der Ernährung geben. „Du bist, was du isst.“ Dieser Zusammenhang begründet sich darauf, dass 03/22

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manche Nahrungsmittel zu einer Erhöhung bestimmter Antikörperspiegel führen. Das belastet den Organismus, ohne ihn zugleich wirklich krank zu machen. Der MetaCheck nutritest90 misst, ob ein erhöhter GesamtIgG-Antikörperspiegel im Blut gegen 90 definierte Lebensmittel vorliegt. Eine Vermeidung der problematischen Lebensmittel kann die unangenehmen Reaktionen im Körper vermindern und so die damit verbundenen Beschwerden lindern. Positive Effekte können ein stabiler Blutdruck, eine verbesserte Verdauung, ein „klarer Kopf“ bis hin zu einem insgesamt positiveren Körpergefühl sein.

Erfahren Sie auf unserer Website www.formedo.de alles Weitere rund um die MetaCheck Produkte. Wir beraten Sie auch gern persönlich!

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FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL ERNÄHRUNGSBERATUNG

Informierten Kund:innen gerecht werden

Ernährungsberatung im Studio Bestseller, Influencer:innen, „Dr. World Wide Web“ – Die Liste der Möglichkeiten, um heutzutage an gesundheits- und ernährungsbezogene Informationen zu kommen, lässt sich fast unendlich weiterführen. Doch wie sinnvoll ist die Eigenrecherche im Internet? Und welche Herausforderungen bringt diese Informationsflut für Ernährungsfachkräfte im Studio mit sich?

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Foto: Roman – stock.adobe.com

Text: Christina Esser


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ie meisten Gesundheitsinformationen, die im Netz kursieren, sind schlichtweg falsch – das hat ein deutsch-russisches Forschungsteam herausgefunden, das 1,5 Milliarden Suchanfragen nach gesundheitsbezogenen Informationen durchforstet hat (Bondarenko, Shirshakova, Driker, Hagen & Braslavski, 2021). Eine aktuelle Studie, in der 100 Bestseller zu den Themen Ernährung und Gesundheit überprüft wurden, kam zu dem Ergebnis, dass die wenigsten Autor:innen einen Abschluss im Ernährungsbereich hatten (Marton, Wang, Barabási & Ioannidis, 2020). Dem nicht genug, werden in Social Media auch Fehlinformationen über schwere Krankheiten wie Krebs gestreut. Etwa ein Drittel der Beiträge zur Prävention und Therapie von Krebs enthielten Fehlinformationen. Fast 80 Prozent davon waren sogar gesundheitsschädlich. Zusätzlich verheerend war dabei, dass die durchschnittliche Anzahl der Zugriffe auf Beiträge mit Fehlinformationen höher war als die auf wissenschaftlich fundierte Beiträge (Johnson et al., 2021). Das stellt Ernährungsfachkräfte vor große Herausforderungen, denn Beiträge mit Titeln wie „Lebensmittel, die garantiert helfen abzunehmen“ versprechen schnelleren und effektiveren Erfolg als das eigentlich effizientere und nachhaltigere „alte Lied“ der Energiebilanz.

Steigende Erwartungen durch steigendes (Pseudo-)Wissen Fakt ist, die Informationsflut ist da. Aber wie sollen Laien erkennen, welche Aspekte wahr sind? Hier kommen die Ernährungsfachkräfte im Studio ins Spiel. Unsicherheiten, die auch durch die große Zahl an widersprüchlichen Informationen entstehen, können durch eine kompetente Ernährungsberatung aus der Welt geschafft werden. Vor ein paar Jahren war die Frage „zwischen Tür und Angel“ meist: „Kannst du mir einen Ernährungsplan schreiben?“ Obwohl Ernährungsexpert:innen auch damals schon mehr als nur diese Dienstleistung anbieten konnten, sind sie heute geforderter denn je. Die Fragen sind komplexer geworden: „Sind Kartoffeln vom Vortag gesünder?“, „Ich habe in der Zeitung dieses Saftkonzentrat gefunden, soll ich mir das kaufen?“, „Wie kann ich mich nachhaltiger ernähren?“, „Was hältst du von Microgreens?“, „Was soll ich nehmen, wenn ich einen Muskelkrampf habe?“ oder aber „Was ist deine Meinung zu Ashwagandha?“ Nicht nur die Fragen stellen eine Herausforderung dar. Immer mehr Menschen haben zudem eine Lebensmittelintoleranz, Malabsorption oder möchten sich in verschiedenen Lebensphasen vegan ernähren, wie z. B. im Muskelaufbau oder in der Schwangerschaft.

Ernährungstrends 2022 Wie komplex die Ernährungsthemen sind, die unsere Gesellschaft beschäftigen, zeigt auch der neue Trendreport, der die zehn wichtigsten Ernährungstrends 2022 vorstellt (NUTRITION HUB DE, 2022). 1. 2. 3. 4. 5. 6. 03/22

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Klimafreundliche und nachhaltige Ernährung Vegane und pflanzenbasierte Ernährung Digitale Ernährungsberatung in Therapie und Prävention Bewusstsein für gesunde Ernährung Personalisierte Ernährung und Biohacking Convenience Food und gesundes Essen to go

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FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL ERNÄHRUNGSBERATUNG 7. Ernährung für den Darm und Probiotika 8. Ernährungsmythen und falsche Ernährungsinformationen aufdecken 9. Betriebliche Gesundheitsförderung 10. Ernährungsbildung in Kita und Schule Wie können Sie es nun schaffen, diese ganzen Herausforderungen zu meistern und trendgerecht beraten zu können? Die Antwort ist: up to date bleiben! Mit diesen Tipps bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand:

Investieren Sie stetig in Weiterbildungen. Abonnieren Sie Fachzeitschriften im Ernährungs- und Fitnessbereich und schaffen Sie sich Zeitfenster, diese zu lesen. Abonnieren Sie Newsletter beispielsweise von führenden Fachgesellschaften, Hochschulen, Verbänden, Instituten oder Wissenschaftler:innen. So erfahren Sie, was die Ernährungswelt gerade bewegt wie aktuell das Thema „Nachhaltige Ernährung“. Vernetzen Sie sich und machen Sie sich dadurch sichtbar! Egal ob vor Ort oder digital. So lernen Sie voneinander, können sich gegenseitig unterstützen und Informationen austauschen. Schauen Sie sich an, welche neuen Ernährungs(-fach) bücher es auf dem Markt gibt. Folgen Sie Influencer:innen im Ernährungs- und Fitnessbereich. Nicht unbedingt als stichhaltige Informationsquelle, sondern um die neuesten Trends kennenzulernen und um gegebenenfalls zu beworbenen Produkten Stellung nehmen zu können. Bieten Sie Ihre Ernährungsberatung vor Ort sowie digital an. Die digitale Ernährungsberatung in Therapie und Prävention liegt nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie im Trendreport 2022 sehr weit vorne. Haben Sie dabei keine Angst vor technischen Herausforderungen. Halten Sie die Augen auf beim Lebensmittelkauf! Schauen Sie auch in Regale, die Sie sonst meiden. So können Sie den Kund:innen gleich das Gefühl vermitteln, dass Sie Produkt XY kennen. Ein ganz besonderes Augenmerk sollte auf den Nahrungsergänzungsmitteln liegen. Da dieses Thema weiterhin präsent ist. Die Regale mit Nahrungsergänzungsmitteln sind in Drogeriemärkten sehr üppig gefüllt. Im Internet ist die Auswahl natürlich weitaus größer. Auch in diesem Bereich ist es wichtig, sich entsprechend weiterzubilden.

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Gegen die vielen falschen Informationen im Netz kann etwas getan werden. Die mediale Präsenz einer Ernährungsfachkraft oder eines Fitnessstudios bietet die Chance, selbst aktiv zu werden. So kann fundiertes Ernährungswissen geteilt werden, um Ernährungsmythen zu bekämpfen. Gleichzeitig schließen sich Fachkräfte dem Ernährungstrend auf Platz acht: „Ernährungsmythen und falsche Ernährungsinformationen aufdecken“ an. Die Sichtbarkeit und Reichweite von Ernährungsfachkräften wird erhöht und sie können sich dadurch selbst vermarkten (NUTRITION HUB DE, 2020).

Fazit Anforderungen an eine Ernährungsberatung sind aufgrund der vielen leicht zugänglichen Informationen zum Thema Ernährung gestiegen. Kund:innen sind immer informierter und haben durch ihr bereits aufgenommenes „(Pseudo-)Wissen“ immer höhere Erwartungen. Daher dürfen sich Ernährungsfachkräfte nicht auf ihrer Ausbildung ausruhen, sondern sollten sich ständig weiterbilden, aktuelle Trends kennen und bewerten können und wissen, was ihre Kund:innen interessiert. So werden sie automatisch den wachsenden Kund:innenerwartungen im Studio gerecht und können neue Kund:innen gewinnen.

Christina Esser Christina Esser, B. A. Ernährungsberatung, arbeitet als Dozentin, Tutorin und Autorin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referentin an der BSA-Akademie im Fachbereich Ernährung. Sie ist als Referentin und als lizenzierte Trainerin im Ernährungs- und Trainingsbereich tätig. www.dhfpg-bsa.de Literaturliste Bondarenko, A., Shirshakova, E., Driker, M., Hagen, M. & Braslavski, P. (2021). Misbeliefs and Biases in Health-Related Searches. In G. Demartini, G. Zuccon, J. S. Culpepper, Z. Huang & H. Tong (Hrsg.), Proceedings of the 30th ACM International Conference on Information & Knowledge Management (S. 2894–2899). New York: ACM. Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention. (2021). Informationsqualität und Evidenz – Gesundheitsinfos unter der Lupe – FETeV. Zugriff am 28.03.2022. Verfügbar unter https://fet-ev.eu/informationsqualitaet/#Beratungsmaterialien_Downloads Johnson, S. B., Parsons, M., Dorff, T., Moran, M. S., Ward, J. H., Cohen, S. A. et al. (2021). Cancer Misinformation and Harmful Information on Facebook and Other Social Media: A Brief Report. Zugriff am 02.05.2022. Verfügbar unter https://doi.org/10.1093/jnci/djab141 Marton, R. M., Wang, X., Barabási, A.‑L. & Ioannidis, J. P. A. (2020). Science, advocacy, and quackery in nutritional books: an analysis of conflicting advice and purported claims of nutritional best-sellers. Zugriff am 02.05.2022. Verfügbar unter https://doi. org/10.1057/s41599-020-0415-6 NUTRITION HUB DE. (2020). Zwischen Rabattcodes und Diät-Shakes: Wie stehen ErnährungsexpertInnen zu Social Media (Teil 1). Zugriff am 22.03.2022. Verfügbar unter https://www.nutrition-hub.de/post/ernaehrungsexpertinnen-social-media NUTRITION HUB DE. (2022). Essen mit Verantwortung und Leidenschaft: Die 10 TOP Ernährungstrends 2022. Zugriff am 10.03.2022. Verfügbar unter https://www.nutrition-hub.de/post/trendreport-ernaehrung-10-top-ernaehrungstrends-2022

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Foto: DHfPG/BSA

Dennoch: Ernährungsthemen sind sehr breit gefächert und deshalb müssen Ernährungsfachkräfte nicht direkt auf alles eine passende Antwort haben. Die Recherche zu neuen Trends oder weiterführenden Informationen kann z. B. über Ernährungsfachbücher oder -fachzeitschriften erfolgen. Für die Studiensuche im Internet bieten sich wissenschaftliche Datenbanken wie z. B. Pubmed an. Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention, FET e. V. (2021) hat Tools entwickelt, die Ernährungsfachkräfte verwenden können, um qualitativ hochwertige Informationen im Netz von minderwertigen unterscheiden zu können.

Ernährungsmythen aufdecken


WISSENSCHAFT & PRAXIS | BILDUNG | ANZEIGE

Studium–Weiterbildung–Qualität Informationen und Neuigkeiten der BSA-Akademie, der BSA-Zert und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG)

Schulung und Zertifizierung in den Bereichen UVSV und EMS Jetzt mit der BSA-Akademie und BSA-Zert gesetzliche Anforderungen erfüllen

Fotos: DHfPG/BSA | Piotr Mitelsk – stock.adobe.com

Gemäß der UV-Schutz-Verordnung (UVSV) ist für das Betreiben von UV-Bestrahlungsgeräten (Solarien) zertifiziertes Fachpersonal gesetzlich vorgeschrieben. Auch im Bereich Elektromagnetische Felder (EMF) muss der:die Betreiber:in eines EMS-Gerätes ab 1. Januar 2023 sicherstellen, dass die Person, die die Anlage anwendet, die erforderliche „Fachkunde EMF“ zur Stimulation besitzt. Die BSA-Akademie bietet mit dem Lehrgang „Fachkraft UVSV“ die gesetzlich geforderte Schulung zur Vorbereitung auf die gleichnamige, DAkkS-akkreditierte Erstzertifizierung an, die von der BSA-Zert, der unabhängigen Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie, durchgeführt wird. Auch die nach fünf Jahren notwendige „Fortbildung UVSV“ zur Rezertifizierung kann bei der BSA-Akademie absolviert werden. EMS-Trainer:innen, die bereits jetzt den gesetzlichen Voraussetzungen der NiSV zur Anwendung von EMS-Training an Kund:innen entsprechen möchten, können mit dem BSA-Lehrgang „EMS-Trainer/in“ die gesetzlichen Anforderungen zur Absolvierung der ebenfalls DAkkS-akkreditierten Erstzertifizierung „Fachkunde EMF“ zur Stimulation erfüllen. Zukünftig wird das Lehrgangsangebot in beiden Bereichen durch digitale Formate ergänzt und damit die Vor-OrtPräsenz verkürzt.

www.bsa-akademie.de/uvsv; www.bsa-akademie.de/ems

Studiengänge >> dhfpg.de

Lehrgänge >> bsa-akademie.de

Zertifizierung >> bsa-zert.de

Mehr Infos zum dualen Bachelor- und Master-Studium, zu den BSA-Lehrgängen oder zur Zertifizierung unter: Tel. +49 681 6855 143

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NEU: Kommunales Gesundheitsmanagement Weiterbilden mit der BSA-Akademie Der neue BSA-Lehrgang „Fachkraft für Kommunales Gesundheitsmanagement“ qualifiziert die Teilnehmenden dazu, gesundheitsfördernde Strukturen in kommunalen Settings zu entwickeln. Dies bietet Mitarbeitenden von Fitness- und Gesundheitsunternehmen die Möglichkeit, Kooperationen mit Kommunen sowie mit angrenzenden Settings, wie Schulen oder Kitas, beispielsweise im Bereich Bewegung einzugehen. Im Master-Studiengang Prävention und Gesundheitsmanagement bietet die DHfPG den Schwerpunkt „Kommunales Gesundheitsmanagement“ an. Infos unter www.dhfpg.de/mpgm www.bsa-akademie.de/fkgm

NEU: Digitaler BSA-Workshop „Vegane Ernährung“ Jetzt Dienstleistungsangebot erweitern Immer mehr Menschen ernähren sich vegan und verzichten damit vollständig auf tierische Produkte. Da dieser Ernährungstrend immer beliebter wird, bietet die BSA-Akademie ab sofort den eintägigen Workshop „Vegane Ernährung“ an. Im Rahmen einer digitalen Unterrichtsphase erlangen die Teilnehmenden die notwendigen Kompetenzen, um ihren Kund:innen eine individuelle Beratung zu veganer Ernährung unter Berücksichtigung einer bedarfsgerechten Nährstoffzusammensetzung anbieten zu können. Geeignet ist der Workshop für Personen, die über eine „Ernährungstrainer/in-B-Lizenz“ oder vergleichbare Qualifikationen im Ernährungsbereich verfügen. www.bsa-akademie.de/vegane-ernaehrung

NEU: Studyfinder der DHfPG für Unternehmen B. A.-Studiengang für Ihren Betrieb finden Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) bietet einen kostenfreien Betriebe-Studyfinder an. Durch dieses Angebot sollen Unternehmen noch besser bei der Wahl von passenden dualen Bachelor-Studiengängen der DHfPG für die Qualifizierung ihrer Fachkräfte unterstützt werden. Um vom Studyfinder profitieren zu können, beantworten die Unternehmen einige ausgewählte Fragen und erhalten dann eine Übersicht mit den Studiengängen, die hinsichtlich der Inhalte am besten zu ihnen passen. Bei Fragen zum dualen Studium an der DHfPG kontaktieren Sie gern den Career Service unter Tel.: +49 681 6855 580. www.dhfpg.de/betriebe-studyfinder

Über die DHfPG und die BSA-Akademie informieren Die DHfPG und die BSA-Akademie bieten Infoveranstaltungen vor Ort sowie kostenfrei abrufbare Infovideos auf ihren Websites an. Jeweils zwei Mal im Monat werden digitale Infoveranstaltungen zum Studium an der DHfPG bzw. zu den Lehrgängen der BSA-Akademie angeboten. Beide Unternehmen sind regelmäßig auf (digitalen) Messen vertreten. Alle Termine finden Sie unter: >> dhfpg.de/events

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>> bsa-akademie.de/events

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WISSENSCHAFT & PRAXIS | PERSONENPORTRÄT

Head of Customer Experience bei LES MILLS

Mit DHfPG-Studium die Karriereleiter hinauf Text: Ronja Reuber und Carolin Schmidt

Jens Schulze studierte nach dem Abitur zunächst ein Semester Geografie in Berlin. Zu dem Zeitpunkt war er bereits seit Langem Mitglied im Deltha Fitness Club in seinem Heimatort Greven und trainierte dort regelmäßig. So erfuhr er schließlich auch von der Möglichkeit eines dualen Studiums in der Fitness- und Gesundheitsbranche und ergriff daraufhin sofort die Gelegenheit.

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ach seiner Rückkehr aus Berlin in seine Heimatstadt Greven fragte ihn der Inhaber des Fitnessstudios, in dem er damals regelmäßig trainierte, ob er ein duales Studium an der BSA-Private Berufsakademie, heute Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), beginnen möchte. „Und ich dachte: ‚Das ist mein Weg‘", erinnert sich Jens Schulze. Damals bot die BSA vier duale Bachelor-Studiengänge an: Fitnesstraining, Fitnessökonomie, Ernährungsberatung und Gesundheitsmanagement. „Fitnesstraining stand bei mir schon immer im Fokus. Deswegen entschied ich mich auch für den dualen Bachelor-Studiengang Fitnesstraining, auch aufgrund der ausgewählten Trainerlizenzen, die man sich nach erfolgreichem Abschluss der entsprechenden Studienmodule in den Studiengängen kostenfrei anrechnen lassen konnte. Das war optimal.“

Duales Studiensystem hat überzeugt Die Kombination aus Fernstudium, Lehrveranstaltung und betrieblicher Ausbildung gefiel Jens Schulze sehr gut. „Das Besondere war, dass man das Gelernte direkt anwenden konnte. Es war auch interessant zu sehen, wie sich die Hochschule in den 3,5 Jahren entwickelte, von der BSA-Private Be-

rufsakademie zur Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Bis heute haben sich Hochschule und Lehre stetig weiterentwickelt und sich der Branche angepasst. Mittlerweile kann man z. B. frei wählen, ob man die Lehrveranstaltungen vor Ort an den 11 Studienzentren der DACH-Region und/oder digital absolvieren möchte. Das ist wirklich toll!“ Während seiner Praxisphasen konnte der Grevener sehr früh viel Verantwortung übernehmen. „Bereits in meinem zweiten Ausbildungsjahr übernahm ich die Leitung unseres neueröffneten Studios.“

Ein steiler Karriereweg bis zu LES MILLS „Ich war breit aufgestellt und konnte meinen Weg selbst wählen. Besonders hilfreich war dabei die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs, der neben trainingswissenschaftlichem Know-how auch wichtiges wirtschafts-, natur- und gesundheitswissenschaftliches Fachwissen vermittelt.“ Nach einigen weiteren Stationen in der Fitness- und Gesundheitsbranche nahm Jens Schulze schließlich eine Stelle als Regionalleiter Nord bei LES MILLS an. „Nach ca. zwei Jahren habe ich dann die Position als Head of Customer Experience übernommen und bin seitdem für Deutschland und Österreich verantwortlich.“

Sein Tipp für Studierende

Foto: rainerkeuenhof.de

„Immer Fragen stellen. Und vor allem an sich selbst glauben und Gas geben. Alles ist möglich mit dem Studium an der DHfPG. Ich hätte mir nie träumen lassen, heute so eine Position zu haben. Ich kann es nur jedem empfehlen!“ Zur ganzen Erfolgsgeschichte unter: www.dhfpg.de/jschulze

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Trainingsangebot gezielt erweitern – Jetzt dual Studierende ausbilden! B. A. Fitnesstraining l

Fernstudium mit kompakten Lehrveranstaltungen – vor Ort und/oder digital – plus betriebliche Tätigkeit

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qualifiziert zur sportlichen Leitung in z. B. Fitnessstudios – insbesondere für die Gesamtkonzeption, Entwicklung und Führung der Bereiche Individual- und Gruppentraining

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ein Studienstart ist jederzeit möglich

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5 weitere duale

Bachelor-Studiengänge, u. a. Sport-/Gesundheitsinformatik

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

University of Applied Sciences

dhfpg.de/bft


WISSENSCHAFT & PRAXIS | SCIENCE NEWS

Aktuelle Forschungsergebnisse im Fokus

Wissenschaft für die Studiopraxis

Mit neuem Wachstum aus der Krise

Muskeltraining als „Lebenselixier“

Fitness senkt Alzheimerrisiko

Der deutsche Fitnessmarkt: Studie 2022

Muscle-strengthening activities are as-

Against Alzheimer's and Related Disor-

sociated with lower risk and mortality in

ders

Untersuchungsschwerpunkte In der 19. Auflage der nationalen Branchenstudie präsentiert Deloitte detaillierte Zahlen und Rankings zum deutschen Fitness- und Gesundheitsmarkt. Methode Als Datengrundlage für den Report wurden u. a. die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ (DSSV, Deloitte & DHfPG) sowie zahlreiche weiterführende Studienergebnisse herangezogen. Zentrale Ergebnisse Aufgrund der anhaltenden Pandemie sowie der langen Lockdownphase hatten die Studios auch 2021 mit Umsatz- (-46,4 %) und Mitgliederverlusten (-10,2 %) zu kämpfen. Die Zahl der Anlagen blieb im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant (-0,5 %). Nach dem Restart zogen die Check-in-Zahlen zeitnah wieder merklich an und der Entwicklungstrend zeigt seitdem wieder nach oben. Aktuelle Konsument:innenbefragungen und langfristig angelegte Investitionen in die Zukunft der Branche stimmen die Expert:innen optimistisch.

Deloitte. (Hrsg.). (2022). Der deutsche Fitnessmarkt: Studie 2022. Zugriff am 15.04.2022. Verfügbar unter https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/de/ Documents/consumer-business/Deloitte_Deutsche_ Fitnessstudie_2022.pdf

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major non-communicable diseases

Untersuchungsschwerpunkte In ihrem Review untersuchten japanische Forscher:innen relevante Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Muskel-/Krafttraining und spezifischen Sterblichkeits- und Krankheitsrisiken von Erwachsenen. Methode Mittels einer systematischen Literaturrecherche wurden dazu die Datenbanken MEDLINE und Embase gescreent. Unter Berücksichtigung diverser Einund Ausschlusskriterien wurden 16 Studien in die Analysen einbezogen. Zentrale Ergebnisse Laut den Ergebnissen war regelmäßige Muskelaktivität mit einem um bis zu 20 Prozent niedrigeren Gesamtmortalitätsrisiko verbunden. Schon 30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche können das Entstehungsrisiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes signifikant senken.

Praxisrelevanz und Fazit Die Studie unterstreicht einmal mehr, wie wichtig präventives Fitnesstraining ist. Durch eine optimale Kombination aus Kraft- und Ausdauerangebot können diese Effekte weiter gesteigert werden – weshalb die Studios der ideale Trainingsort sind, um sich langfristig fit und gesund zu halten. Momma, H., Kawakami, R., Honda, T. & Sawada, S. (2022). Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. Zugriff am 14.04.2022. Verfügbar unter https://bjsm. bmj.com/content/bjsports/early/2022/01/19/ bjsports-2021-105061.full.pdf

Untersuchungsschwerpunkte In einem Vortrag auf dem 74. Meeting der American Academy of Neurology stellten Dr. Edward Zamrini und sein Team erste ausgewählte Ergebnisse ihrer Studie zum Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness und dem Alzheimerrisiko vor. Methode Ausgewertet wurden Daten von 649.605 Personen im Alter zwischen 30 und 95 Jahren, die zwischen 2000 und 2017 einen standardisierten Laufbandtest absolviert hatten und regelmäßig medizinisch untersucht wurden. Auf Basis der Testergebnisse wurden die Personen in fünf unterschiedliche Fitnesslevelgruppen (niedrig bis sehr hoch) klassifiziert. Zentrale Ergebnisse Klarer Trend: Je höher das Fitnesslevel umso niedriger das Alzheimerrisiko. Die Gruppe mit dem höchsten Fitnesslevel wies ein um 33 Prozent geringeres Risiko auf als die Vergleichsgruppe mit dem niedrigsten Fitnessstatus. Praxisrelevanz und Fazit Körperlich fitte Menschen erkranken demnach mit geringerer Wahrscheinlichkeit an dieser Form von Demenz als inaktive Personen. Durch seine positiven Effekte ist Fitnesstraining in Sachen Prävention also nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Gesundheit sehr wichtig. Zamrini, E., Cheng, Y., Kokkinos, P., Faselis, C., Sheriff, H., Shao, Y. et al. (2022, 27. Februar). Cardiorespiratory Fitness Is Protective Against Alzheimer's and Related Disorders. [Vortrag beim 74. American Academy of Neurology’s Annual Meeting 2022 – The Great Neuro Reunion, Washington].

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Fotos: Deloitte GmbH | Halfpoint, Asier – stock.adobe.com

Praxisrelevanz und Fazit Die Studie sendet wichtige positive Signale und verdeutlicht zusammen mit dem „European Health & Fitness Market Report 2022“, dass sich die Branche nach den beiden schwierigen Corona-Jahren 2020/2021 wieder erholt und sie angesichts eines gestiegenen Gesundheitsbewusstseins mittelbis langfristig weiter wachsen wird.

Cardiorespiratory Fitness Is Protective


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WISSENSCHAFT & PRAXIS | PARTNERVERBAND BFB

JETZT TEILNEHMEN per Link oder QR-Code Teilnehmen können Sie durch Scannen des QR-Codes oder unter folgendem Link: fitnessmanagement.de/bfb

Zweite Eckdaten-Erhebung gestartet – jetzt mitmachen!

Die „Eckdaten der deutschen Besonnungsbranche 2022“ Die Erfassung der Eckdaten durch den Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) und die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) dient dazu, die Besonnungsbranche in ihrer Gesamtheit abzubilden. Die Ergebnisse sollen Entscheider:innen aus der Politik, dem Bankensektor, der Presse und auch der Öffentlichkeit helfen, sich in Zukunft ein fundiertes Bild von der Branche zu machen. Alle Besonnungsstudios werden aufgefordert, an der Online-Umfrage teilzunehmen.

„Visitenkarte“ der Branche Die Untersuchung schafft als wissenschaftliche Studie Transparenz und trägt dazu bei, die Besonnungsbranche nach außen besser darzustellen. Damit wird die Akzeptanz auch über die Branchengrenzen hinaus erhöht, beispielsweise in

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der Wahrnehmung der Politik, der Medien sowie der breiten Öffentlichkeit. Somit sind diese Daten die „Visitenkarte“ der Besonnungsbranche. Die Studie wird im Herbst 2022 durch den Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) publiziert.

Erfolgreiche Kooperation wird fortgeführt Bereits in 2020 hatte der Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) die erste Studie in dieser Größenordnung durchgeführt. Mit den Kooperationspartnern DHfPG, als wissenschaftliche Forschungseinrichtung, und CMS Hasche Sigle, als prüfende Anwaltskanzlei, konnte eine sachlich fundierte und aussagekräftige Studie publiziert werden. Diese Kooperation soll dieses Jahr fortgesetzt werden. fitness MANAGEMENT international

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Foto: eggeeggjiew – stock.adobe.com | BfB e. V.

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it der Erhebung der „Eckdaten der deutschen Besonnungsbranche“ führt der Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) bereits zum zweiten Mal eine repräsentative Untersuchung der Branche durch. Die Erhebung der Daten erfolgt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG).


Das positive Feedback sowie die repräsentativen Daten aus der Studie sind in unserer Verbandsarbeit für die Besonnungsbranche unerlässlich. Wir freuen uns auch in diesem Jahr über eine hohe Beteiligung seitens der Besonnungsstudios.“ Holger Ziegert 2. Vorsitzender des Vorstandes und Pressesprecher Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) Holger Ziegert

Besonnungsstudios sind aufgefordert teilzunehmen Die Eckdaten-Erhebung wird in Form einer anonymisierten Online-Befragung durchgeführt. Der Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) ruft alle Studios zur Teilnahme auf, die mit mindestens vier Solarien ausgestattet sind. Alle Angaben, die zur Identifizierung verwendet werden könnten, sind freiwillig. Die Studienpartner garantieren den sorgsamen Umgang mit allen vertraulichen Daten und werden die Ergebnisse ausschließlich anonymisiert sowie in aggregierter Form im Rahmen dieser Studie verwenden. Bis Juli 2022 soll die Befragung von insgesamt rund 3.200 Sonnenstudios beendet sein. Die Daten dienen auch als Grundlage für Studierende der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), um weitere wissenschaftliche Arbeiten zum Solarienbetrieb zu verfassen. Teilnahme unter: fitnessmanagement.de/bfb

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Holger Ziegert ist Mitglied des BfB-Vorstands. Seit 2008 ist er u. a. als Geschäftsführer und Gesellschafter der AYK Gruppe mit Sitz in Köln aktiv. Zuvor durchlief er Führungs-, Geschäftsführerund Vorstandspositionen in Unternehmen der Medizintechnik sowie der Kosmetik- und Freizeitindustrie.

Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) Talblick 24 77960 Seelbach Telefon: 07823 - 96 29 14 Telefax: 07823 - 96 29 15 www.bundesfachverband-besonnung.de

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WISSENSCHAFT & PRAXIS | BUCHTIPP Marcos Vázquez

Invicto – Unbezwingbar

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Jahresabonnement Inland 43 EUR*

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Jahresabonnement Ausland 61 EUR* Marcos Vázquez | ISBN: 978-3-95972-559-0 Sprache: Deutsch | Hardcover | Seitenzahl: 320

»Invicto – Unbezwingbar« Klassische Philosophie trifft auf moderne Psychologie: Die Qualität unseres Lebens hängt entscheidend vom Zustand unseres Geistes ab. Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, ihre mentale Kraft auf Ziele auszurichten, die sie wirklich erreichen möchten. Sie werden abgelenkt und sind frustriert. Sie schaffen es nicht, Versuchungen zu widerstehen und trotz widriger Umstände auf Kurs zu bleiben. Ihre Träume und Ziele geben sie irgendwann auf. So die These des Autors Marcos Vázquez, der mit seinem Blog „Fitness Revolucionario“ in Spanien sehr bekannt ist, mehrfach für seine Arbeit im Bereich der Gesundheitserziehung ausgezeichnet wurde und mit „Radio Fitness Revolucionario“ einen der meistgehörten spanischsprachigen Gesundheits- und Fitnesspodcasts betreibt. Glücklicherweise können wir unsere Art zu denken trainieren und dafür auf die Erfahrung und Weisheit einiger der klügsten Köpfe zurückgreifen, so Marcos Vásquez. Stoiker wie Seneca, Epiktet und Marcus Aurelius werden in diesem Buch zu unseren persönlichen Mentoren. Dabei ist es kein einfacher Leitfaden zur Optimierung der eigenen Gewohnheiten. Es geht vielmehr um das große Ganze: die Entwicklung einer eigenen Lebensphilosophie, einer individuellen Haltung zum Leben mit praktischen Umsetzungsvorschlägen. Die Kombination aus klassischer Philosophie und moderner Hirnforschung ergibt schließlich ein mächtiges mentales Arsenal, das hilft, die eigene Lebensqualität entscheidend zu verbessern.

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E-Mail:

11266-2002-1001

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Website www.fitnessmanagement.de

Redaktionelle Mitarbeit

Jürgen Wolff, Alexander Wulf,

Andreas Barz, Dr. Joshua Berger,

Holger Ziegert

Patrick Berndt, Katrin Bohr, Albert Busek, Gülizar Cihan,

Lektorat

Thorsten Clemann, Alisha Dittmer,

Carolin Schmidt

Christina Esser, Antonio e Silva, Prof. Dr. Michael Fröhlich,

Layout und Bildbearbeitung

David Köndgen, Florian Kündgen,

Lars Marschalek,

Ronja Reuber, Carolin Schmidt,

Lara-Chantal Müller,

Florian Schmidt, Anke Sörensen,

Stefanie Reifschneider

Gendergerechte Sprache Als Fachverlag, der das Leitmagazin einer offenen und bunten Zukunftsbranche herausgibt, sehen wir uns in einer Vorbildfunktion. Dazu gehört auch eine klare Haltung gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Mit Beginn des Jahres 2022 verwenden wir deshalb in unseren Medien gendergerechte Sprache. Uns ist wichtig, niemanden auszuschließen – vor allem nicht sprachlich. Urheber- und Verlagsrechte Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzeigen sowie redaktionellen Anzeigen

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WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOLUMNE

Wer kauft mein Produkt?

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s wird immer schwieriger, ein Fitnessprodukt oder eine Dienstleistung an neue Interessent:innen zu bringen. Diese sind von „Ja-Verbraucher:innen“ (vor Corona) zu „Nein-Verbraucher:innen“ (während Corona) bzw. einer Mehrheit von „Vielleicht-Verbraucher:innen“ (nach Corona) geworden. Wie kann es gelingen, unschlüssige Interessent:innen zu überzeugten „Ja-Verbraucher:innen“ zu machen? In Zeiten der Verunsicherung ist Vertrauen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die drei wichtigsten Marketingbotschaften Ihres Studios: • Zurück zu alten Routinen führen: Fitnesstraining als Investition in die Gesundheit. • Gefühl von Sicherheit erzeugen: Optimale Belüftungssysteme und Outdoorangebote ergänzen das zertifizierte Hygienekonzept. • Bedeutung von Marken nimmt zu: Der Stellenwert von Qualität ist höher als der des Preises. Die Corona-Krise hat die Verbraucher:innen aufs Höchste sensibilisiert. Werben Sie mit Ihren qualifizierten Mitarbeiter:innen für Ihr Studio. Schalten Sie eine Anzeige in der Lokalzeitung, in der Sie die oben genannten Themen platzieren. Die Resonanz Ihrer Kund:innen wird sicher positiv sein und Sie generieren zahlreiche neue Leads.

den oben angeführten Beschwerden vorzubeugen. Der neue Megatrend lautet: Individualisierung. Die Kund:innen erwarten persönliche Lösungen für gesundheitliche Probleme statt allgemeingültige Konzepte. Der persönliche Eingangstest in Fitnessstudios erlebt momentan ein enormes „Comeback“. Die Kund:innen orientieren sich an individuellen Leistungen. Praxen mit dem Schwerpunkt Sportmedizin, Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung haben einen enormen Zuwachs.

Mit Marketingtools zum Erfolg

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Preise verschiedener Produkte und Dienstleistungen sind deutlich. Konsument:innen reagieren leider sehr sensibel auf derartige Änderungen, mit dem Ergebnis, dass sie sich an neuen Produkten und Dienstleistungen orientieren. Starten Sie eine Werbekampagne mit dem Titel: Alles wird teurer, nur wir nicht. Diese Anzeige wird sich jede:r einprägen.

Fitnessstudios werden sich durch gleichartige Preise, homogene Angebote oder Digitalisierung immer ähnlicher. Kund:innen können nicht mehr zwischen Anlage A, B oder C unterscheiden. Alle verfügen über ein perfektes Equipment und geschultes Trainingspersonal. Die Frage nach dem effizientesten Fitnessstudio bleibt offen. Viele Studios reagieren mit Preissenkungen. Aber: Billiger hat noch nie gewonnen. Eines der größten Geheimnisse für ein erfolgreich geführtes Fitnessstudio ist die Präsentation klarer Strategien zur Lösung von Gesundheitsproblemen. Die geschickte Verortung als Problemlöser:in ist Ihr stärkstes Marketinginstrument.

Nach der Corona-Krise gab es ein „Reset“, Konsument:innen haben das Interesse an vielen Produkten und Dienstleistungen verloren. Sie sollten daher die Sichtbarkeit Ihres Fitnessstudios in Ihrer Region anhand dieser fünf Punkte überprüfen: • Reichweite auf Facebook und Instagram • Besucher:innenstatistik • Kommunikation mit Ihren Bestandskund:innen (z. B. Newsletter, Themeninfoabende) • Google-Suche: bei Eingabe von „Fitnessstudioname + Stadt“ sollte Ihre Website auf Platz eins stehen • Facebook Posts mit zielgruppengerechten Themen

Preisstabilität: Alles wird teurer, nur wir nicht

Problem: Karteileichen „Mindestens die Hälfte meiner Mitglieder sind Karteileichen“. So lautete die Aussage eines Fitnessstudiobesitzers während eines meiner Seminare. Meine Antwort hieß: „Das Abo einer Zeitung, die ich nicht lese, würde ich kündigen“. Die Zeiten für derartige Geschäftsmodelle sind definitiv vorbei, wir kämpfen um alle aktiven Mitglieder. Kund:innen, die regelmäßig zum Training erscheinen, sind überzeugt von den positiven Auswirkungen dieser Aktivität und werden nicht so schnell kündigen. Ich habe erfolgreich damit geworben, dass Mitglieder, die einmal pro Woche Muskeltraining bzw. Gruppentraining betreiben, besser ins Studio integriert sind und von einer optimalen Abwechslung im Training profitieren. Auszug aus der Literaturliste

Antonio e Silva Experte für Gesundheitswirtschaft und Fitnessstudiomarketing

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Megatrend Individualisierung Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam im Team Konzepte zu entwickeln, um

Robert Koch-Institut. (2021). Journal of Health Monitoring. Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland. Ergebnisse der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring, 6 (3), 1–14. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte info@fitnessmanagement.de.

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Fotos: luismolinero – stock.adobe.com | Volker Beushausen

Gesundheitliche Probleme Ihrer Kund:innen in Deutschland: • Rückenschmerzen – 61,3 Prozent • Knieschmerzen – 20 Millionen • Hüftschmerzen – Ca. 200.000 künstliche Gelenke werden pro Jahr implantiert. Arthrose als Volkskrankheit betrifft rund 15 Millionen. • Übergewicht – 8,18 Millionen wollen abnehmen

Worauf es ankommt: Sichtbarkeit


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