Skip to main content

fitness MANAGEMENT international 01/23 (Vollversion)

Page 1

Zielgruppe versus Lifestyle „Up to age“: Alle Altersgruppen zum Training motivieren

Lesen Sie die Erfolgsstory des natural fit ab Seite 48

Implikationen für das Marketing Mitglieder und Nichtmitglieder im direkten Vergleich

1/2023 Febr./März Nr. 165 www.fitnessmanagement.de EUR 9/12 (D/INT) C 31071
Neuer Vorstand beim DSSV Welche Herausforderungen die Branche im Jahr 2023 erwartet

Wieder Rückenwind für die Branche

Heute vor zwei Jahren waren die Fitness- und Gesundheitsanlagen geschlossen. Heute vor einem Jahr herrschten erhebliche Zugangsbeschränkungen. Beide Ereignisse fanden jeweils zu der Jahreszeit statt, in der die Branche für gewöhnlich etwa 30 Prozent der Jahresneumitgliedschaften generiert – und trotz der extrem schwierigen Bedingungen zum Jahresbeginn 2021 und 2022 geht es in 2023 wieder vorwärts

Erfreulicherweise herrschen heute wieder normale(re) Bedingungen. Die guten Vorsätze der Deutschen für das Jahr 2023 geben den Fitness- und Gesundheitsanlagen Rückenwind. Laut Statista Consumer Insights geben 48 Prozent der Befragten an, mehr Sport treiben zu wollen, z. B. im Fitnessstudio. Damit ist dies der zweithäufigste Vorsatz für 2023. Dieser wird nur noch durch „gesünder ernähren“ (49 % der Befragten) getoppt, was ebenfalls durch Ernährungsberatung im Studio erreicht werden kann. Ein weiterer positiver Indikator für die gesamte Branche ist die hohe Rücklaufquote bei der Eckdatenstudie: Bereits Ende Dezember 2022 wurden mehr Teilnehmer registriert als im gesamten Vorjahr, was auf einen strukturierteren Geschäftsverlauf schließen lässt. Danke an alle Betreiberinnen und Betreiber für die Unterstützung dieser wichtigen Datenerhebung.

Beim DSSV hat sich ebenfalls einiges getan. Prof. Dr. Thomas Wessinghage wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen DSSV-Präsidenten gewählt. Für die Branche ist dies ein starkes Signal, dass der Verband mit einer solch prominenten und vernetzten Person in der Politik, den Medien und der Medizin besetzt ist. Wessinghage steht für die Fortführung von rund 40 Jahren Verbandsarbeit. In dieser Zeit wurde vieles erreicht: Beispielsweise hat sich die Mitgliederzahl seit 1989 mit 1,5 Millionen mittlerweile versechsfacht, ein eigenes Berufsbild wurde geschaffen, duale Studiengänge wurden etabliert, die Fitnessbranche wurde als Sozialpartner in die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) integriert – um nur ein paar Meilensteine zu nennen. Der ehemaligen Präsidentin Birgit Schwarze, dem Hauptamt, welches Refit Kamberovic innehatte, dem Team in Hamburg, den 3.500 DSSV-Mitgliedsstudios, den 120 Fördermitgliedern sowie allen Branchenakteuren ist hierfür große Anerkennung sowie Lob und Dank für das Geleistete auszusprechen.

Mit dieser erfolgreichen Verbandsarbeit geht es weiter vorwärts. Neben Thomas Wessinghage wurde Werner Kündgen als Vizepräsident wiedergewählt und Ralf Capelan als Schatzmeister in den erweiterten Vorstand des DSSV aufgenommen. Unser Redaktionsteam konnte die drei für ein exklusives Interview gewinnen, um über die Zukunft des DSSV sowie die Pläne für 2023 zu sprechen (S. 52). Dazu zählt auch das DSSV-Event vom 26. bis 29. Oktober 2023 auf Kreta , welches nach drei Jahren coronabedingter Pause endlich wieder stattfindet (S. 50).

Neben den verbandspolitischen Themen haben wir auch wieder Input für Ihren Praxisalltag in leserfreundlicher Manier aufbereitet. Unsere Redaktion hat sich angeschaut, wie eine zielgruppenspezifische Kundenansprache optimal gelingen kann. Im Artikel „Up to age“ ab Seite 24 berichten wir über drei Best-Practice-Beispiele. Passend dazu schauen wir in unserem MANAGEMENT Impuls auf hybride Fitnessangebote für unterschiedliche Mitgliedergenerationen und wachsende Kundenansprüche (S. 74). Zudem finden Sie einen aufschlussreichen Artikel aus unserer Wissenschaftsredaktion zum Thema Konsumentenverhalten: Neueste Daten von Mitgliedern in Fitnessstudios und Nichtmitgliedern wurden analysiert. Daraus ergeben sich wertvolle Erkenntnisse über die Trainingsmotive und das Trainingsverhalten für Ihr Vertriebs- und Marketingteam (S. 42).

Viel Spaß beim Lesen

Quelle: Statista Consumer Insights (2022). Häufigste gute Vorsätze für das Jahr 2023 in Deutschland. Zugriff am 09.01.2023. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/952182/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-den-beliebtesten-neujahrsvorsaetzen/

EDITORIAL Foto: fitness MANAGEMENT
01/23 fitness MANAGEMENT international 3

Ihr Unternehmen.

Eine Erfolgsgeschichte.

Schreiben Sie das nächste Kapitel gemeinsam mit uns, der besten privaten Hochschule im Bereich Gesundheit, als Ihrem starken Bildungspartner.

www.dhfpg.de
NEU Bachelor Sport- und Bewegungstherapie
40 Jahre Branchenerfahrung 7 duale Bachelor-Studiengänge 4 Master-Studiengänge 1 Graduiertenprogramm mehr als 100 Hochschulweiterbildungen Bachelor Sport-/Gesundheitsinformatik Bachelor Fitnessökonomie Bachelor Sportökonomie Bachelor Gesundheitsmanagement Bachelor Fitnesstraining Bachelor Ernährungsberatung MBA Sport-/Gesundheitsmanagement Master Fitnessökonomie Master Sportökonomie Master Prävention u. Gesundheitsmanagement

„Up to age“: Zielgruppe versus Lifestyle

Mitglieder und Nichtmitglieder im Vergleich

INHALT 01/23

AKTUELLES

10 Aktuelles aus der Fitness- und Gesundheitsbranche 18 Studio des Monats: pure fitness Altenkirchen 24 „Up to age“: Zielgruppe versus Lifestyle 36 DHfPG erneut Testsieger 38 FIBO 2023: Messe setzt auf Prävention 40 Fachinput für Ihren Erfolg: der FIBO Congress 2023 42 Mitglieder und Nichtmitglieder im Vergleich –Studie der DHfPG liefert Erkenntnisse für das Marketing 48 Einfach effektiv bewegen – mit milon & five

DSSV

52 Der DSSV blickt auf ein bewegtes Jahr zurück 54 Ein neuer Vorstand und viele Herausforderungen: Interview mit den neuen Vorstandsmitgliedern des DSSV 62 Recht: Krankenstand im Unternehmen 66 Kommentar Prof. Dr. Thomas Wessinghage: Anerkennung für die Branche

MANAGEMENT

68 Erfolg durch Praxisbezug im Studium: Niklas Brinkmann 70 Daniel Neumann, Geschäftsführer en consulting, im Interview: So kommen Fitnessstudios zu neuen Mitgliedern 74 MANAGEMENT Impuls: Hybride Fitnessangebote für unterschiedliche Mitgliedergenerationen 78 LES MILLS: Sechs Fitnesstrends, auf die wir uns freuen dürfen 80 Mehr Mitglieder als Einwohner – dank EGYM Ökosystem 82 „Wir schaffen einzigartige, maßgeschneiderte Erlebnisse“ Interview mit Markus Sigl, Geschäftsführer wellyou fitness 84 Generationsübergreifend begeistern: Zielgruppenspezifische Kommunikations- und Content-Strategie

42 24
Tim Josko Edith Gribs Thomas Mathes Bernhard Beidl Prof. Dr. Sarah Kobel

FIBO 2023: Messe setzt auf Prävention

DSSV: Ein neuer Vorstand und viele Herausforderungen

Erfolgreich in zwei Welten: hybride Fitnessangebote

www.fitnessmanagement.de

FITNESS & GESUNDHEIT

88 AURUM: Sechs Minuten gegen Muskelschwund 90 Gesund und unbeschwert altern – lebensbegleitendes Fitness- und Gesundheitstraining

94 miha bodytec: Impulse für eine gesunde Zukunft! 96 Wer trainiert, profitiert: Einfluss systematischen Fitnesstrainings auf Alterungseffekte 100 Panatta Hip Thrust: Premiumerlebnis für die Gesäßmuskulatur 102 Generationsübergreifende Gruppenkurse 106 Die MetaCheck Gen-Diät Lite bietet neue Vorteile und ein attraktives Provisionsmodell 108 Tipps und Ansätze für einen gesunden Schlaf

WISSENSCHAFT & PRAXIS

DHfPG/BSA Aktuell: Studium – Weiterbildung – Qualität 114 Kommentar Albert Busek: Bekenntnisse einer außergewöhnlichen Künstlerin – Adele 116 Science News: Wissenschaft für die Studiopraxis 118 Science-Lab: Zielgruppenspezifische Empfehlungen für das Muskelaufbautraining 120 Partnerverband BfB: Die Zusammenarbeit des BfB e. V. mit der BSA-Akademie und der DHfPG wird ausgebaut 122 Veranstaltungen 2023 124 Buchtipp: Erfolgreich in die Führungsposition 126 Kolumne Antonio e Silva: Ein Blick ins nächste Fitnessjahr

Fachartikel der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie

112
74
38
54

For a strong and

13 – 16 APR 23 Exhib

ition Centre Cologne

healthy
Get your ticket fibo.com
society.

Foto:

Unter dem Motto „for a strong and healthy society“ erweitert die FIBO ihr Angebot für medizinische Berufsgruppen und Institutionen. Gemeinsam mit Partnern wie der DHfPG und BSA-Akademie, „Exercise is Medicine“, EuropeActive und dem European Health & Fitness Forum, Verbänden, Sportärzten und Fachmedien entwickelt sie den Trend von gesundheitsorientiertem Fitnesstraining weiter. Mehr zur Ausrichtung und Neuerungen der FIBO in 2023 lesen Sie ab Seite 38. www.bit.ly/fibo-praevention

Nach 38 Jahren als DSSV-Präsidentin tritt Birgit Schwarze nicht erneut an und Prof. Dr. Thomas Wessinghage (mitte) wird einstimmig zum neuen Vorstizenden gewählt. Für die Branche ist dies ein starkes Signal, denn Wessinghage ist sowohl in der Politik, der Medizin als auch in den Medien bestens vernetzt. Mit Werner Kündgen (Vizepräsident; rechts) und Ralf Capelan (Schatzmeister; links) stellt sich der Verband damit zukunftssicher. Mehr dazu ab Seite 54. www.bit.ly/dssv-neuer-vorstand

Foto: RSG Group GmbH

Neue Geschäftsführung bei der RSG Group

CDU/CSU-Fraktion fordert mehr Prävention AKTUELLES | ANZEIGE

Knapp zwei Monate nach dem Tod ihres CEO Rainer Schaller hat die RSG Group GmbH im Dezember 2022 ihr neues Führungsteam vorgestellt. Mit Dr. Jobst Müller-Trimbusch und Hagen Wingertszahn übernimmt eine Doppelspitze die Geschäftsführung. Die Unternehmensgruppe will sich unter der Führung wieder verstärkt auf das Kerngeschäft Fitness konzentrieren. Dabei steht auch im Fokus, den Mitarbeitenden Sicherheit zu geben und die Ertragskraft weiter zu stärken. www.bit.ly/rsg-geschaeftsfuehrer

DHfPG ist erneut Testsieger

Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) ist vom Deutschen Institut für Service-Qualität erneut als „Beste private Hochschule im Bereich Gesundheit“ ausgezeichnet worden. Als einzige der acht verglichenen Hochschulen schnitt die DHfPG im Gesamtergebnis mit „sehr gut“ ab. Was das Marktforschungsinstitut vom Angebot und Service der DHfPG überzeugte, erfahren Sie ab S. 36. www.dhfpg.de/testsieger

Jetzt
DSSV e. V.: Neuer Präsident und Vorstand gewählt FIBO mobilisiert gegen Bewegungsmangel
Shutterstock
Fotos: fitness MANAGEMENT
–
Deutschland braucht ganzheitliche Präventionskonzepte und eine gezielte Bewegungsförderung: Zu diesem Schluss kommt die CDU/ CSU-Fraktion in dem Positionspapier „Sport als Prävention – Mehr Bewegung für ein gesünderes Leben“ (20/4666). In ihrem offiziellen Antrag fordert sie die Bundesregierung zum Handeln auf. So müssten die vorhandenen Strukturen effektiver genutzt und zugleich konsequent weiterentwickelt werden. www.bit.ly/cdu-csu-praevention fitness MANAGEMENT international 01/23 10
Foto: NDABCREATIVITY
stock.adobe.com Foto: DHfPG/BSA

Jetzt

UnserTipp:

Für unser beliebtes inkospor® Active PRO 80® gilt in Zukunft: Protein-Dosis ohne Weißblech-Dose!

Der Umwelt zuliebe bieten wir ihr Active PRO 80® ab dem ersten Quartal 2023 nur noch im 500 g Zip-Beutel an.

Aber keine Sorge: Der Inhalt bleibt natürlich unverändert. Auch zukünftig gibt’s die leckeren 80 % Eiweiß aus den vier Komponenten Milch, Molke (Albumine & Globuline) sowie Ei. Für eine optimale Versorgung mit Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen.

Von jetzt an die schicken inkospor®-Dosen nicht mehr entsorgen, sondern aufbewahren. Dann lassen sie sich später ganz einfach aus den Zip-Beuteln neu befüllen – und sie haben auch in Zukunft einen powermäßigen Hingucker im Regal, aus dem sie ihre Kunden an der Theke glücklich shaken können.

DOSEN SAMMELN! POWER REFILL

Unsere Produkte werden unter strengsten medizinischen Standards in Roth, Deutschland, produziert.

INKO Internationale Handelskontor GmbH • Am Espan 1-3, D-91154 Roth | INKO Diätkost- und Sportartikelhandelsges. m.b.H. • A-2344 Maria Enzersdorf Soledor AG • CH-4416 Bubendorf WWW.INKOSPOR.COM /INKOSPOR INKOSPOR_DEUTSCHLAND

UVSV-Fachkräfte müssen alle fünf Jahre die gesetzlich vorgeschriebene Rezertifizierung absolvieren. An der BSA-Akademie kann die für die Rezertifizierung notwendige eintägige „Fortbildung UVSV“ auch ortsunabhängig im Livestream besucht werden. Die Zertifizierungsprüfung wird direkt anschließend an diese digitale Präsenzphase ebenfalls online von der unabhängigen Zertifizierungsstelle BSA-Zert durchgeführt.

www.bsa-akademie.de/uvsv

Pünktlich zum Neujahrsstart veröffentlichte das American College of Sports Medicine (ACSM) seine Studie zu den globalen Fitnesstrends. Auch in 2023 haben es die Wearables an die Spitze geschafft. Das Treppchen wird komplettiert durch Krafttraining mit freien Gewichten und Training mit dem eigenen Körpergewicht. Angebote aus den Corona-Jahren (bspw. Heimtraining) haben deutlich an Relevanz verloren und finden sich nicht mehr in den Top Ten.

www.bit.ly/acsm-trends-2023

Bundestag beschließt Energiepreisbremse

Mit milliardenschweren Entlastungen sollen die Folgen der rasant gestiegenen Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen abgefedert werden. Der Bundestag beschloss am 15. Dezember 2022, die langersehnten Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme sowie eine Härtefallregelung für Nutzer anderer Heizmittel. Die Neuerungen beinhalten wichtige Anpassungen für Studiobetreiber und Gesundheitsunternehmer.

www.bit.ly/entlastung-energiepreisbremse

PRIME TIME fitness setzt auf YOND by ruleev

Für jeden Anwendungsbereich die individuell beste Lösung finden und integrieren: Diese Philosophie verfolgt PRIME TIME fitness schon immer. Um die verschiedenen Systeme in den Studios nun auch optimal zu vernetzen und den Mitgliedern neben dem physischen auch ein digitales Trainingserlebnis bieten zu können, wird nun die moderne und flexible Gym-Management-Software YOND als neues Tool in allen Clubs eingesetzt.

www.bit.ly/prime-time-fitness-yond

Musikfans aufgepasst: Über die Technogym App kann nun auf die Lieblings-Playlists von Apple Music wie z. B. auf „Smooth Ride“, „Sweat It Out“ oder „Fast Feet“ zugegriffen werden. Mit der neuen Apple Music-Integration können Technogym-Abonnenten auf einen Katalog von mehr als 100 Millionen Songs, von Experten kuratierte Wiedergabelisten und die besten Künstlerinterviews, Gespräche und Weltpremieren mit Apple Music Radio zugreifen.

www.bit.ly/technogym-apple-music

Nach einem Jahr im Amt hat CEO Thomas Nemmaier die ACISO Holding zum 31. Dezember 2022 auf eigenen Wunsch verlassen. Die Einzelmarken ACISO CONSULTING GmbH, INJOY QUALITY GmbH und ELEMENTS sind nach der Umstrukturierung durch die Lafayette Mittelstand Capital eigenständig handlungsfähig. Darüber hinaus stärkt die FITCOMPANY seit Mitte 2022 die Synergien der Geschäftsfelder der ACISO-Gruppe.

www.bit.ly/aciso-neustrukturierung

Wechsel an der Spitze der ACISO Holding Schnittstelle zwischen Technogym und Apple Music ACSM stellt die Fitnesstrends für 2023 vor „Fortbildung UVSV“ digital absolvieren
kebox – stock.adobe.com
PRIME TIME fitness Foto: ACISO Consulting GmbH
fitness MANAGEMENT international 01/23 12 AKTUELLES | ANZEIGE
Foto: DHfPG/BSA Foto:
Foto: Natee Meepian – stock.adobe.com Foto:
Foto: Technogym Germany GmbH
NUR VOM 16.1. BIS ZUM 11.3.2023! AKTION JETZT BESTELLEN UND AKTIONSPAKET * SICHERN! Eiweiss Wenden Sie sich an ihren INKO Außendienstmitarbeiter oder rufen sie an unter +49 (0) 91 71 80 33 00. WWW.INKOSPOR.COM /INKOSPOR INKOSPOR_DEUTSCHLAND INKO Internationale Handelskontor GmbH | Am Espan 1-3 | D-91154 Roth INKO Diätkost- und Sportartikel Handelsgesellschaft mbH | A-2344 Maria Enzersdorf Unsere Produkte werden unter strengsten medizinischen Standards in Roth, Deutschland, produziert. *Ab einem Bestellwert von 799,- €

erwerben

Seit dem 1. Januar 2023 müssen Personen, die EMS-Training an Kunden anwenden, über die von der NiSV geforderte „Fachkunde EMF“ zur Stimulation verfügen. Bei fehlendem Fachkundenachweis drohen Bußgelder. Um die Zertifizierung zu erwerben, muss eine geeignete Schulung sowie eine Prüfung absolviert werden. Die BSA-Akademie bietet die Lehrgänge „EMS-Trainer/in“ und „EMS-Trainer/in (hybrid)“ an. Die Zertifizierungsprüfung erfolgt über die BSA-Zert. www.bsa-akademie.de/ems

Nach erfolgreicher Partnerschaft in anderen Regionen der Welt arbeiten Myzone und UFC GYM auch in der DACH-Region zusammen. „Wir fühlen uns sehr geehrt, ein Teil der UFC GYM Germany-Reise zu sein und dazu beizutragen, mit dem neuen Konzept den deutschen Fitnessmarkt positiv zu verändern, damit mehr Menschen mehr Spaß an Bewegung haben“, resümiert Hubertus Effinger (rechts), Country Manager Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) für Myzone. www.bit.ly/ufc-gym-myzone

bekannt gegeben

Die LifeFit Group geht den nächsten Schritt in ihrer Wachstumsstrategie. Mit der Übernahme der 27 Anlagen (Stand: Dezember 2022) der LOFT Holding GmbH bzw. LOFT Franchise GmbH erweitert die LifeFit Group (u. a. Fitness First, Barry's, ELBGYM, smile X und InShape) das bestehende Studioportfolio auf dem deutschen Markt. FitnessLOFT verfügt mit mehr als 65.000 Mitgliedern über hochwertig ausgestattete Studios mit einer „Loft-inspirierten“ Inneneinrichtung. www.bit.ly/lifefit-group-fitnessloft

Direkt nach dem Check-in im Studio die Körperzusammensetzung messen: Das ermöglicht die auf dem Open SPACE Event in Krefeld vorgestellte Kooperation des MedTech-Unternehmens seca und der Fitness-Management-Software Magicline. Fitnessstudios erhalten somit ein medizinisch validiertes Monitoring-Tool, das in die Magicline Software eingebunden ist. Dadurch lassen sich beispielsweise seca TRU Messungen automatisiert abrechnen. www.bit.ly/seca-magicline

Die Mitglieder des Schweizer Branchenverbands swiss active haben auf ihrer offiziellen Versammlung in Zürich am 30. November 2022 den früheren Coop- und Emmi-Finanzchef Reto Conrad zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. „Die Fitnessbranche nimmt in der Gesundheitsförderung in unserem Land eine wichtige Rolle ein“, weshalb er gemeinsam mit dem Verband die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft von Fitness und Gesundheit in der Schweiz stellen will. www.bit.ly/swiss-active-conrad

Die niederländische Fitnesskette Basic-Fit hat zum Jahresende 2022 weiteres Mitgliederwachstum und Clubexpansionen kommuniziert, nachdem das vorherige Jahr mit 3,35 Millionen Mitgliedschaften und 1.200 Clubs abgeschlossen wurde. Für 2023 plant das Unternehmen, seine Mitgliedschaften in Frankreich anzupassen und in allen europäischen Studios die Energiekosten zu senken. Hierfür wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

www.bit.ly/basic-fit-ziele

Basic-Fit gibt Ziele für 2023 bekannt Reto Conrad ist neuer Präsident von swiss active Myzone und UFC GYM bauen Partnerschaft aus „Fachkunde EMF“ zur Stimulation Kooperation von seca und Magicline Foto: DHfPG/BSA Foto: LifeFit Group MidCo GmbH Foto: Myzone Group Ltd Foto: Sport Alliance GmbH Foto: BASIC-FIT Foto: swiss active
fitness MANAGEMENT international 01/23 14 AKTUELLES | ANZEIGE
LifeFit Group übernimmt FitnessLOFT

Erlebe die medizinisch validierte seca TRU.

Die Körperanalyse aus der Welt der Medizin jetzt in Deinem Studio. Bestimme die Muskelmasse, Fettmasse und viele weitere Parameter und hilf Deinen Mitgliedern ihr gesünderes Selbst zu entdecken.

secaTRU.com

Entdecke die seca TRU auf der FIBO 2023 oder mache jetzt gleich einen Termin

DEN EIGENEN REKORD KNACKEN?

Mit Landmarks haben die Trainierenden das Ziel vor Augen – ob Eiffelturm, Pyramiden oder Empire State Building.

STUFE FÜR STUFE MAXIMALE SICHERHEIT

Sensoren stoppen die Climbmill bevor etwas passieren kann. Extra tiefe Stufen, die stets an der tiefsten Position Halt machen, bieten höchsten Komfort.

WARTUNG IM HANDUMDREHEN

Die Antriebskette in Motorrad-Qualität und das ölfreie ECBSystem bieten leise und wartungsarme Performance. Für den Servicefall reicht eine Münze zum Öffnen der Seitenwand.

Millionen Zuschauer haben die 24 h-Challenge beim RTL Spendenmarathon live gesehen! Sie haben erlebt wie der bestehende Weltrekord übertroffen wurde – und viel Geld für den guten Zweck gespendet. Spätestens jetzt kennen Ihre Mitglieder unsere Matrix Climbmill und wünschen sich genau diese sportliche Herausforderung auf der Trainingsfläche!

Für Sie als Studiobetreiber sollte die Climbmill jedoch nicht zur Herausforderung werden. Deshalb haben wir sie extrem robust, wartungsarm und sicher gemacht.

| matrixfitness.eu Matrix - Johnson Health Tech. GmbH | Europaallee 51 | D-50226 Frechen | Tel: +49 (0)2234 9997 100
PERFORMANCE CLIMBMILL 24H WELTREKORD GEKNACKT: 22 Climbmills + Joey Kelly + 21 Teams in 24 Stunden: 3,2 Mio Stufen oder 659 km und 890.000 Euro für Kinder in Not

Studio des Monats: pure fitness Altenkirchen

Training pur

Training in seiner besten Form in stylischer Atmosphäre – nicht mehr, aber auch nicht weniger – ist das Markenzeichen des pure fitness Altenkirchen. Das Team setzt das Studiokonzept mit Know-how, Empathie und Liebe für Sport und Bewegung erfolgreich um und hat seit der Studioeröffnung viele Herausforderungen mit Bravour gemeistert.

Text: Jürgen Wolff
GmbH &
des
pure fitness Februar 2023 Altenkirchen fitness MANAGEMENT international 01/23 18 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Fotos: © Manfred Limbach / pure fitness Clubs
Co. KG Studio
Monats

Nomen est omen: die Kernkompetenz ist pure Fitness. Im Studiokonzept von pure fitness gibt es keine Wellness, keine Sauna, keine Massageliegen und auch keine Kinderbetreuung.

Das pure fitness in Altenkirchen wurde im September 2019 eröffnet. Altenkirchen liegt in der Mittelgebirgslandschaft des Vorderen Westerwaldes und wird auch das „nördliche Tor zum Westerwald“ genannt. Im 20 Kilometer entfernten Hennef wurde 2011 mit diesem Konzept das erste Studio eröffnet, das sehr erfolgreich läuft und erst 2016 an einem neuen Standort auf 1.600 Quadratmeter vergrößert wurde. Für die Betreiber der pure fitness Clubs GmbH & Co. KG Markus Friesenhagen, Nikolai Meurer und Steffen Wörsdörfer war deshalb klar, dass sie weitere Studios mit dem „pureKonzept“ eröffnen würden, wenn sich die Gelegenheit ergebe.

Einem befreundeten Unternehmer aus Altenkirchen gefiel das Design und das Konzept des pure fitness Hennef so gut, dass er den Betreibern eine Gewerbefläche anbot, auf der das pure fitness Altenkirchen heute steht.

Mit Einsatz und Empathie gegen die Pandemie

Der Start des pure fitness Altenkirchen verlief sehr gut und vielversprechend. Aber während das Team noch in der Findungsphase war und lernte, wie „der Spirit der Menschen hier ist und wie die Kunden ticken“, um passgenaue Angebote zu entwickeln, brach die Pandemie aus. In den ersten 18 Monaten seines Bestehens war das pure fitness länger geschlossen als geöffnet.

Studioleiter Christoph Vits und sein Team haben aber mit viel Einsatz und Empathie dagegengehalten. „Wir hatten das Glück, dass gleich zur Eröffnung der Ansturm sehr groß war, weil die Menschen sich ein günstigeres Fitnessangebot hier oben in Altenkirchen gewünscht hatten. Alle im Team gaben damals richtig Gas und jedes neue Mitglied erhielt eine intensive

Einweisung, mit allen wurde der persönliche Kontakt gesucht und es wurden gute Gespräche geführt. Dadurch hatten wir gleich zum Start eine sehr starke Kundenbindung. Viele unserer Mitglieder haben uns während der Schließungszeiten dann bereitwillig unterstützt, was uns unglaublich geholfen hat. Über die Pandemiezeit hatten wir ein Online-Kursangebot sowie einen Einkaufsservice und sind mit unseren Mitgliedern in festen Telefonsprechzeiten und über Newsletter ständig in Kontakt geblieben. Im Nachhinein haben wir die tolle Unterstützung über Gutscheine, Ausgleichszeiten und viele kleine Goodies kompensiert.“

Der Lifestylefaktor macht den Unterschied

Das Alleinstellungsmerkmal des pure fitness basiert auf dem Studiokonzept: die Reduktion auf das Wesentliche, das Training, der damit verbundene niedrige Preis für eine Mitgliedschaft, das stylische Design mit behaglicher Atmosphäre, die gehobene Geräteausstattung und vor allem der enge persönliche Kontakt des Teams zu seinen Mitgliedern – all diese Attribute machen das pure fitness in Summe besonders.

Insbesondere im etwa 6.500 Einwohner und Einwohnerinnen zählenden und eher ländlich gelegenen Altenkirchen kommt das pure fitness mit seiner Lifestyleausrichtung sehr gut an. „Wir haben viele junge Mitglieder. An Wochenenden müssten sie sich etwa zwei Stunden vorher auf den Weg machen, um in Köln etwas zu unternehmen“, erläutert Christoph Vits. „Hier oben gibt es für junge Menschen nicht so viele Möglichkeiten zum Ausgehen. Wir haben durch Pizzapartys und spezielle Aktionen hier vor Ort etwas angeboten und das hat sehr gut funktioniert. Während es freitags um 20 Uhr in vielen Studios leer wird, weil sich alle auf die ‚Piste‘ vorbereiten, geht es bei uns richtig rund. Wir haben uns als Alternative zum ‚feiern gehen‘ etabliert. Auch unsere Öffnungszeiten von 6 bis 23 Uhr sind für eine ländliche Umgebung ungewöhnlich. Unsere Kundinnen und Kunden müssen nicht nach der Arbeit trainieren, sondern können es auch vorher machen.“

01/23 fitness MANAGEMENT international 19
Der Fokus liegt auf gutem Training ohne viel „Schnickschnack“ Viel Raum für den Austausch in behaglicher Atmosphäre

Stark in Social Media

Um diese Stärken an Mitglieder und insbesondere an mögliche Interessierte zu kommunizieren, setzt das Team vor allem auf Social Media. „Bei uns trainieren Menschen in allen Altersgruppen und auch unser Betreuungskonzept wurde dementsprechend entwickelt. Das Durchschnittsalter unserer Mitglieder – der Anteil an Männern und Frauen ist ausgeglichen – liegt bei etwa 33 Jahren. Das heißt, die Jüngeren haben sich zu unserer Hauptzielgruppe entwickelt und die erreicht man heute am effektivsten über Social Media. Natürlich verschicken wir auch Weihnachtspost und vor der Eröffnung haben wir auch mit Flyern geworben, aber bei Werbung für Aktionen im Studioalltag kommt über Social Media halt sofort Rückmeldung, weil die Kundinnen und Kunden nicht noch anrufen müssen.“

Die beiden pure fitness Studios in Altenkirchen und Hennef werden über gemeinsame Facebook- und Instagram-Accounts präsentiert. In beiden Studios kümmert sich je eine Person um die regelmäßigen Postings. Im pure fitness Altenkirchen übernimmt eine dual Studierende, die sich für digitale Medien begeistert, diese Aufgabe, die sich gerade während der beiden Lockdowns als eminent wichtiges Kommunikationstool erwiesen hat.

Authentizität und Training

„Bei der Verteilung der Zuständigkeiten im Team haben wir uns an den Stärken jeder und jedes Einzelnen orientiert. Nicht jede gibt gern Kurse und nicht jeder erstellt gute Personalpläne. Die beiden ‚Trainingsfreaks‘ kümmern sich schwerpunktmäßig um den Trainingsbereich, eine Kollegin betreut unsere Social-Media-Präsenz und zwei haben ihre Stärken in der Organisation und Verwaltung. Jeder kennt sich im Bereich

des bzw. der anderen aus, aber die Verantwortlichkeiten sind verteilt, sodass sich ein tolles Teamwork entwickelt hat, in das alle ihre Stärken einbringen können. Davon profitiert das Studio enorm, weil die Begeisterung einfach authentisch ist“, erklärt der Studioleiter.

Authentisch ist vor allem, dass das gesamte Team des pure fitness Altenkirchen für den Fitnesssport „brennt“. Christoph Vits sowie die beiden dual Studierenden Alina Kober und Jan Windhagen haben sich für ihren ersten Wettkampf im Powerlifting angemeldet. „Wir haben Ambitionen“, sagt Christoph Vits. „Das pusht auch die Mitglieder, weil sie ja mitbekommen, dass wir jeden Tag hart trainieren, entsprechend Know-how haben und die Übungen, die wir zeigen, selbst auf hohem Niveau machen. Dass wir die Begeisterung täglich vorleben, untermauert auch unseren Expertenstatus.“

Diese Leidenschaft für gutes, zielorientiertes Training ist einer der Erfolgsfaktoren des pure fitness. Auch wenn ein Großteil der Mitglieder social-media-affine junge Leute sind, trainieren sowohl in Hennef als auch in Altenkirchen ebenso Menschen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. „Wir haben einige, die immer Sport getrieben haben, auch im Alter noch sehr fit sind und durchaus noch auf Leistung trainieren“, sagt Christoph Vits. „Die sind bei uns genauso an der richtigen Adresse wie die Älteren, die etwas für ihre Grundfitness tun wollen, damit sie besser durch den Alltag kommen. Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die trainieren wollen, einen sportlichen Lifestyle lieben und außer einer fundierten Trainingsbetreuung und einer tollen Atmosphäre nichts weiter brauchen.“

Umweltschutz durch Energieeffizienz Umweltschutz und Energieeffizienz waren bereits beim Bau

Über 20 Kursstunden pro Woche in stylischen, hellen Kursräumen Das gesamte Team des pure fitness Altenkirchen „brennt“ für den Fitnesssport
KG fitness MANAGEMENT international 01/23 20 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Fotos: © Manfred Limbach / pure fitness Clubs GmbH & Co.

des Studios ein Thema, was sich seit Beginn der Energiekrise durch ein enormes Sparpotenzial bezahlt macht. Mit Strom wird das pure fitness Altenkirchen von der hauseigenen Photovoltaikanlage auf dem Studiodach versorgt. Zunächst hatten die Betreiber geplant, den Strom in das Netz einzuspeisen, was sich aber nach kurzer Zeit als unwirtschaftlich erwies. Deshalb fiel die Entscheidung, den Strom selbst zu nutzen. Die Firmenfahrzeuge sind alle Elektroautos. Sie werden über das hauseigene Netz mit Solarstrom aufgeladen und fahren fast klima- und vor allem kostenneutral.

Der Trainingsbetrieb und alle wichtigen Prozesse im pure fitness sind ressourcenschonend gestaltet und laufen digital. Einlass, Trainingsbetreuung und -steuerung werden digital unterstützt. Kursbuchungen und Vertragsabschlüsse sind ebenso papierlos möglich, wobei das Trainerteam der älteren, weniger technikaffinen Generation ihre Mitgliedsverträge und Trainingspläne gern auch in Papierform zur Verfügung stellt, falls gewünscht.

Spaß an der Kundenbetreuung

Der Dienstleistungsaspekt ist für Christoph Vits ein entscheidender Faktor: „Es ist mir persönlich sehr wichtig, dass alle Spaß am Kundenkontakt haben.“ Neben dem offenen, aufmerksamen und empathischen Umgang mit Interessierten und Mitgliedern sind eigenverantwortliches Denken und Handeln elementar. „So ein Studioalltag ist eben nicht monoton, sondern sieht jeden Tag ein bisschen anders aus. Um 19 Uhr ist es immer voll, das Telefon klingelt und zwei Interessierte warten, während es mittags oft sehr ruhig ist. Für den reibungslosen Betrieb ist es wichtig, dass mein Team in ruhigeren Phasen Routinetätigkeiten selbstständig erledigt und für die Stoßzeiten vorarbeitet“, so der Studioleiter.

Christoph Vits

Der Studioleiter des pure fitness Altenkirchen, Christoph Vits, ist 29 Jahre alt, stammt aus Hennef und hat seine eigene Erfolgsgeschichte geschrieben. Zu viel Zeit vor dem PC, zu viel ungesundes Essen und Übergewicht: Im Alter von 16 Jahren zog er selbst den Schlussstrich und begann zu trainieren. Am Anfang zu Hause mit einem Freund, danach ging es in einem Studio weiter, weil die Gewichte größer wurden. Nach zwei Jahren Bundeswehr, wo er feststellte, wie gut sein Körper Belastungen meistert, machte er sich auf die Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Im pure fitness Hennef absolvierte er als dual Studierender den Bachelor of Arts Fitnessökonomie. Nach dem Abschluss bekam er die Gelegenheit, im neuen pure fitness in Altenkirchen die Studioleitung zu übernehmen, zunächst als Doppelspitze mit Fabian Stanke, seit Frühling 2022 als alleiniger Studioleiter. Fabian Stanke übernahm die Leitung in Hennef. Christoph Vits schloss im Dezember 2022 den MBA-Studiengang Sport-/Gesundheitsmanagement ab und ist leidenschaftlicher Powerlifter.

Plötzlich international

Dass die Fähigkeit, sich auf Englisch gut zu verständigen und internationale Studiomitglieder zu beraten und zu betreuen, zu den gefragten Qualifikationen gehört, würde man zunächst nicht von einem Studio erwarten, das am nördlichen Rand des Westerwaldes liegt. Aber im Jahr 2022 haben sich durch den Überfall Russlands auf die Ukraine überall auf der Welt Veränderungen ergeben. In Altenkirchen und der näheren Umgebung haben Geflüchtete aus der Ukraine vorübergehend eine Bleibe gefunden. Viele von ihnen wollten trainieren und haben im pure fitness Altenkirchen anfragt. „Mittlerweile kann man mit dem Google-Übersetzer auf dem Handy schon einigermaßen kommunizieren, wenn man Zeit hat und beide reinsprechen. Aber, wenn es mal schnell gehen muss, man ein Abo oder die richtige Technik erklären möchte, ist Englisch schon wichtig“, erklärt Christoph Vits. „Die wichtigsten Trainingsbegriffe sollten Trainerinnen und Trainer auf Englisch umsetzen können. Wir hatten darüber hinaus das Glück, dass zwei aus unserem Team etwas Russisch und Ukrainisch sprechen und verstehen.“

01/23 fitness MANAGEMENT international 21
Funktionalität und modernes Design – der Look von pure fitness

Gastfreundschaft und Flexibilität

Rund 30 aus der Ukraine Geflüchtete trainieren im pure fitness. Neben den sprachlichen Herausforderungen ergeben sich durch die neuen Gäste immer wieder Hürden, die das Team aber mit viel Kreativität, Flexibilität und vor allem großer Empathie überwindet: Die neuen Mitglieder aus der Ukraine haben oft keine großen finanziellen Möglichkeiten und selten ein Konto in Deutschland oder eine EC-Karte, noch können sie abschätzen, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können und wie lange sie den Vertrag in Anspruch nehmen werden. Das Team hat deshalb ein exklusives Angebot mit einer stark reduzierten Aktivierungsgebühr und einem Monatspreis, der normalerweise für zwölf Monate Mitgliedschaft gilt, entwickelt. Die Schlüsselqualifikationen, auf Situationen flexibel zu reagieren oder auf Menschen einzugehen, haben hier ihren hohen Stellenwert unter Beweis gestellt.

DER Ansprechpartner für Training

Strategische Kooperationen pflegt das pure fitness mit vielen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die in Altenkirchen ansässig sind. Dabei handelt es sich in der Regel um Firmenfitnessprogramme, die je nach Bedarf des Unternehmens individuell ausgestaltet werden. Aktuell bahnt sich eine Kooperation mit einem Footballverein sowie dessen Cheerleadingteam an. „Wir gehen natürlich aktiv auf die Firmen zu, werden aber auch häufig kontaktiert. Dabei kommt uns zugute, dass unser Studiokonzept auf das reine Training reduziert ist. Unsere Preise sind deshalb günstiger als bei den Wettbewerbern und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für unsere Partnerfirmen besser zu überschauen“, so Christoph Vits. „Meine Vision ist, dass wir der erste Ansprechpartner sind, wenn sich irgendjemand in Altenkirchen für Fitness, Kraftoder Ausdauersport interessiert.“

Das pure fitness Altenkirchen in Zahlen Fläche des Studios gesamt: 1.300 m2 Krafttraining: 800 m2, davon 100 m2 Ladys Gym Cardiotraining: 200 m2 Fläche für Kurse: 200 m2 Ausstattung Kraft: Matrix, EGYM, Hammer Strength Cardio: Matrix Kurse: LES MILLS Mitarbeitende pure fitness Altenkirchen 2 Festangestellte, 5 dual Studierende, 4 Servicekräfte in Teilzeit, 5 externe Kurstrainer pure fitness GmbH & Co. KG 30 Mitarbeitende insgesamt pure fitness Altenkirchen Kölner Str. 76 | 57610 Altenkirchen | www.purefitness-clubs.de/altenkirchen „Meine Vision ist, dass wir der erste Ansprechpartner sind, wenn sich irgendjemand
Altenkirchen
Fitness, Kraft-
in
für
oder Ausdauersport interessiert.“
KG fitness MANAGEMENT international 01/23 22 AKTUELLES | STUDIO DES MONATS
Fotos: © Manfred Limbach / pure fitness Clubs GmbH & Co.

Smart Therapieren mit EGYM.

Das innovativste Wachstumskonzept von Physiotherapeuten für Physiotherapeuten.

Führe deine Praxis, Mitarbeiter und Patienten in eine gesunde Zukunft und baue mit EGYM eine erfolgreiche und unabhängige Trainingstherapie auf, die frei von Verschreibungen und Verordnungssätzen ist.

Scanne den QR-Code und erfahre mehr zum smarten Therapietraining!

EGYM GmbH I Einsteinstraße 172 I 81677 München | egym.com | sales@egym.com

Alle Altersgruppen zu Fitness- und Gesundheitstraining motivieren

„Up to age“: Zielgruppe versus Lifestyle

Statt von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Rentnerinnen und Rentnern sprechen wir heute von spezielleren Zielgruppen wie der Generation X, Y und Z, den Millennials und den Babyboomern. Das Selbstverständnis der Menschen hat sich verändert. Die Individualisierung nimmt zu und der Lifestyle prägt heute stärker das Verhalten als das reale Alter. Verändert diese Entwicklung auch den Studioalltag? Wie weit müssen Studiobetreibende ihr Angebot und ihre Marketingaktivitäten anpassen, damit sich wirklich alle Mitglieder von Jung bis Alt angesprochen fühlen und Lust haben, ins Studio zu kommen? Dazu haben wir Tim Josko, Bernhard Beidl sowie Edith Gribs und Thomas Mathes befragt.

Text: Anke Sörensen und Jürgen Wolff
fitness MANAGEMENT international 01/23 24 AKTUELLES | ZIELGRUPPENMANAGEMENT
Foto: Flamingo Images –
stock.adobe.com

Noch vor einigen Jahrzehnten gab es eine strikte Trennung zwischen Jung und Alt. Ab 50 Jahren galt man als alt, verhielt sich entsprechend und regte sich eher über die Exzesse der Jugend auf, als ihr nachzuahmen. Heute laufen 50-Jährige in Jeans, Sneakern und Hoodie herum, freuen sich, wenn ihre Kids sich nicht heimlich ihre Klamotten ausleihen, gehen auf Punkrockkonzerte und Raves und nutzen permanent Social Media. „50 ist das neue 30“ ist nicht nur ein Spruch, sondern ein Lebensgefühl. Für den „Golden Ager Report 2019“ wurden 1.525 Personen zwischen 50 und 79 Jahren befragt (Schwabl, 2019). Im Schnitt fühlten sich die Befragten um zehn Jahre jünger als sie waren. „Alt“ ist man laut dieser Studie frühestens ab 70, für Befragte über 60 Jahre sogar erst ab 75. Interessant für unsere Branche ist die Aussage, dass ab 50 Jahren Gesundheit und körperliche sowie geistige Fitness als besonders wichtig eingeschätzt werden und auch im fortgeschrittenen Alter viel dafür getan wird.

Demografischer Wandel

Dank der besseren medizinischen Versorgung steigt die Lebenserwartung. Das zu erreichende Lebensalter sowie einzelne Lebensphasen verschieben sich real um Jahre nach hinten. Jede zweite Person in Deutschland ist heute älter als 45 und jede fünfte älter als 66 Jahre (Statistisches Bundesamt, 2022). Der „Golden Age Report“ zeigt, dass der demografische Wandel zunehmend zu einer Verschiebung der Kaufkraft in Zielgruppensegmente jenseits der bisher werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen führt (ARD-Werbung SALES & SERVICES, 2021/2022). Die Zahl der kaufkräftigen Konsumenten 50 plus wächst kontinuierlich. Positiv für die Fitnessbranche auch hier: In den Bereichen Gesundheit und Freizeit steigen die Konsumausgaben mit zunehmendem Alter kontinuierlich an.

Wer besucht die Fitnessstudios?

In deutschen Studios dominieren allerdings die Jüngeren. Die „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ ergeben, dass zwei Drittel der Mitglieder in Deutschland über alle Fitness- und Gesundheitsanlagen hinweg gesehen zwischen 20 und 50 Jahre alt sind (DSSV, 2022). Das Durchschnittsalter aller Mitglieder liegt derzeit bei 40,5 Jahren und ist durch die Corona-Pandemie leicht rückläufig. Ebenfalls über alle Anlagen hinweg liegt der Anteil der 50- bis 60-Jährigen bei 15,7 Prozent, der ab 60-Jährigen nur bei 9,9 Prozent.

Gemessen daran, wie wichtig der Generation 50 plus das Thema Lebensqualität ist, die entscheidend von den Faktoren Fitness, Gesundheit und Mobilität (= Unabhängigkeit) bis ins Alter beeinflusst wird, ist hier noch viel „Luft nach oben“, um Neumitglieder zu gewinnen. Doch wie spricht man eine Zielgruppe an, die sich jünger fühlt, als sie ist? Gesundheitsorientiertes Fitnesstraining kann nicht die einzige Lösung sein, weil große Teile der eigentlichen Zielgruppe sich als zu fit und zu „cool“ dafür ansehen.

Gleichzeitig darf die große Gruppe der jüngeren Mitglieder bei der Konzeption und Weiterentwicklung der Angebote nicht vernachlässigt werden.

Stereotype sind out – Individualisierung ist in

Die Anforderungen und Ansprüche der einzelnen Mitglieder sind heute so vielfältig wie die Bandbreite ihres Alters, sozialen Status, Lifestyles und Selbstbildes. Kundinnen und Kunden lassen sich in unserer hoch individualisierten Gesellschaft nicht „über einen Kamm scheren“ und sich den Kategorien Jung oder Alt nicht mehr einheitlich zuordnen. Themen wie Achtsamkeit sind generationsübergreifend wichtig. In Yoga- oder Mobility-Kursen trainieren heute beispielsweise immer mehr verschiedene Altersgruppen miteinander. Was zählt, ist das gemeinsame Ziel.

CenterCom Version 6

Sichern Sie sich jetzt Ihren Vorsprung!

Neue Features, intuitive Prozesse und eine benutzungsfreundliche Oberfläche: Die Version 6 von CenterCom unterstützt Sie im Cluballtag und das lokal, mobil, in der Cloud oder per App!

Erreichen Sie Ihre Ziele mit wenigen Klicks und setzen Sie Ihr Geschäftsmodell nach Ihren Vorstellungen um.

Profitieren Sie von mehr Mitgliedern, reduzierten Kosten und einem höheren Ertrag!

Mehr Infos auf www.mac-centercom.de

M.A.C. CenterCom GmbH Franckstraße 5 71636 Ludwigsburg Telefon 0 71 41 / 9 37 37 - 0 info@mac-centercom.de

SGN 2.E06.1
SGN
2.E22.1
01/23 fitness MANAGEMENT international

Fit4Slim 22 %

Wer sind sie?

zumeist weiblich (68 %) 18 – 39 Jahre (ø 38 %)

Ihre Ziele?

Training als Mittel zum Zweck: abnehmen, besser aussehen. Ihnen fällt das „Aufraffen“ am schwersten.

Fit4Sports 15 %

Wer sind sie? zumeist männlich (65 %) alle Altersklassen (ø 41 %) Ihre Ziele?

ZIELE?

Entspannung Gewichtsreduktion Aussehen Muskelaufbau Gesundheit Aufmerksamkeit, Anerkennung

Fit2Share 18 %

Wer sind sie? zumeist männlich (70 %) 18 – 39 Jahre (ø 35 %)

Ihre Ziele?

Passionierte Trainierende, Fitness ist Spaß, Lebenseinstellung und Status. Leistungs- und erfolgsorientiert. Höchste Ausgabebereitschaft.

Fitness ist Statussymbol und Mittel zur Selbstinszenierung –aber auch ein Muss. SocialMedia-affin. Investieren in Bekleidung, Zubehör und NEM.

Abb. 1: Verschiedene Kundentypologien im Überblick (mod. nach GIM, 2018)

Google, Facebook und Amazon verdienen mit ebendieser individualisierten Ansprache ihr Geld. Diese Tech-Giganten tracken das Nutzungsverhalten ihrer Kundinnen und Kunden und erstellen daraus Profile, die an deren Wünschen und Bedürfnissen ausgerichtet sind – das Alter spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Auch für Studios ist entscheidend, wie gut sie ihre Mitglieder oder potenziellen Kundinnen und Kunden kennen. Die Werbung potenzieller Neukundinnen und -kunden kann deshalb besser über die Vermittlung eines Lebensgefühls und positiver Werte laufen als über vermeintlich altersgerechte Motive, in denen sich eine Zielgruppe eventuell nicht wiedererkennt oder wiedererkennen will. Denn: „Ältere denken und handeln zudem mitunter ‚jugendlicher‘ als die Jüngeren selbst. In der Ära der Post-Demografie wird die komfortable Idee der soziografisch definierten Zielgruppe abgelöst von Lebensstilen, die durch Werte, Einstellungen und Konsummuster definiert sind.“ (Zukunftsinstitut, 2022).

Verschiedene Fitnesstypen

Die „Germany in Motion“-Studie teilt Kunden auf Grundlage ihrer Motive für regelmäßiges Fitnesstraining in unterschiedliche Typologien ein und definiert fünf bedürfnisbasierte Typen, die sich primär in Bezug auf die Dimensionen Gesundheit/ Ausgleich, Leistungsmotivation und Außenwirkung unterscheiden (vgl. Abb. 1). Für eine kundenzentrierte Verkaufsstrategie mit nachhaltigem Erfolg sollte der USP genau zu

Lese-Tipp: „Zielgruppenspezifische Verkaufsstrategien“ von Florian Kreis, erschienen in der Ausgabe 01/2021 der fitness MANAGEMENT international.

Sport2Move 22 %

Wer sind sie? weiblich (49 %) und männlich (51 %) 40 – 64 Jahre (ø 45 %)

Ihre Ziele?

Körperliche Betätigung als Ausgleich zum Alltag mit einer gewissen intrinsischen Leistungsmotivation. Klassische Individualsportler, selten im Fitnessstudio anzutreffen.

Sport2Support 23 %

Wer sind sie? zumeist weiblich (61 %) 50 – 64 Jahre (ø 47 %)

Ihre Ziele?

Fitness als „runde Sache“: verbindet Freude an Bewegung, Gesundheit und Geselligkeit. Schätzen fachliche Betreuung.

diesen unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Mitglieder passen – von Jung bis Alt.

Was wollen die Kundinnen und Kunden?

Wer die Ziele, Wünsche, Bedürfnisse, Einstellungen, No-Gos und Stolpersteine seiner Zielgruppen kennt, kann darauf reagieren – von der Marketingstrategie und Ausrichtung des Studios, dessen Design, Geräteausstattung und Kursangebote bis hin zur Betreuung durch ein qualifiziertes Team. „[Für] die Betreuung vor Ort bedeutet dies gleichermaßen, dass es bei mehreren Zielgruppen, die sich bezüglich Alter, Geschlecht, Wünschen und Voraussetzungen unterscheiden, einer gesonderten Ansprache bedarf, um niemanden abzuschrecken oder auszugrenzen“ (Gärttner, 2022). Denn egal, in welchem Alter ein Mitglied startet: Nur, wenn es den Nutzen und Mehrwert seines Trainings erkennt und sich wohlfühlt, kann es zum Botschafter des Studios werden.

Unsere Experten

Ein Spagat zwischen unterschiedlichen Zielgruppen: Wie es gelingen kann, alle Kundinnen und Kunden zeitgemäß anzusprechen, abzuholen und ihnen optimale Trainingsbedingungen zu liefern, erläutern Tim Josko (Josko fitness), Bernhard Beidl („Athlet des Lebens“, GYM&BOX) sowie Edith Gribs und Thomas Mathes (Halle 22) auf den folgenden Seiten.

Auszug aus der Literaturliste

Schwabl, T. (2019). Golden Ager Report. Zugriff am 07.12.2022. Verfügbar unter http://www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/c17b0dd2-1fa84ba4-9510-5cd753825eca.pdf

DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Kreis, F. (2021). Jeder Kunde ist anders – So überzeugen Sie beim Verkauf. Zielgruppenspezifische Verkaufsstrategien. fitness MANAGEMENT international, 1 (153), 94–96. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte info@fitnessmanagement.de.

Was sind die Ziele körperlicher Betätigung?
fitness MANAGEMENT international 01/23 26 AKTUELLES | ZIELGRUPPENMANAGEMENT

Biostrength™ hilft Ihnen, die häufigsten Fehler beim Krafttraining zu vermeiden und so bis zu 30% bessere Ergebnisse zu erzielen. Dank des patentierten Biodrive Systems können Sie einfach Ihr Ziel wählen und Biostrength™ stellt automatisch die optimalen Widerstände für Sie ein.

Zudem erhalten Sie ein Biofeedback in Echtzeit und trainieren immer mit der für Sie idealen Belastung. Biostrength™ gibt immer das richtige Tempo, sowie die richtige Anzahl von Wiederholungen und Ruhezeiten vor.

Jetzt mehr erfahren auf technogym.com

SPASS UND MOTIVATION Biofeedback und KI für Echtzeitkontrolle BIODRIVE SYSTEM PATENTIERT PERSONALISIERTE ROM Richtige ROM und Geschwindigkeit OPTIMALE BELASTUNG Maximale Muskelkontraktion KORREKTE KÖRPERHALTUNG Automatische Positionsanpassung
Biostrength.™ Superior Results, Faster. NEUROMUSKULÄRE AKTIVIERUNG Erhöhte neuromuskuläre Aktivierung

„Up to age“

„Wegbegleiter für das große Ganze“

fMi: Der tätowierte Best Ager beim Crosstraining, junge Frauen mit Langhanteln bei Deadlifts und Kniebeugen, Seniorinnen im Zumba-Kurs – beobachten Sie einen Wandel im Lifestyle und im Selbstverständnis Ihrer Mitglieder?

Können wir die Studiomitglieder von heute noch genauso adressieren wie vor 20 Jahren?

Bernhard Beidl: Die Veränderung der Fitnessbranche hat nach den Lockdowns nochmals an Fahrt aufgenommen. Immer mehr Menschen nutzen digitale Medien, um vorab zu recherchieren, was der Markt ihnen in Bezug auf Gesundheit bieten kann. Meines Erachtens wird ein herkömmliches Fitnessstudio nicht mehr nur als „Muckibude“ gesehen und verkannt, sondern dort mehr Wohlbefinden gesucht und oft auch gefunden. Die Strategie der Studios bzw. der kompletten Branche sollte definitiv ganzheitlicher werden. Der Wunsch, den Geist und den Körper gleichermaßen zu fordern und zu fördern, ist in jeder Altersschicht gewachsen.

Lassen sich die Kundinnen und Kunden heute noch in spezifische Alters- bzw. Zielgruppen unterteilen? Inwiefern muss man Stereotypen in der Denkweise aufbrechen, um für möglichst viele Mitglieder ein passendes Trainingsumfeld und -angebot zu schaffen?

Es wird sichtlich schwieriger, Mitglieder in Zielgruppen zu unterteilen und ist aus meiner Sicht auch gar nicht mehr erwünscht. In meinem Studio und meiner CrossFit® Box sehe ich, wie Teenager den Senioren und Seniorinnen die Hantel in die Hand drücken und umgekehrt. Jeder „performt“ dort nach seinen eigenen Möglichkeiten und für seine eigenen Ziele. Die entscheidende Maßnahme, die jeder von uns treffen muss, ist es, qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen. Bei uns bekommt z. B. ein Kraftdreikämpfer einen Trainer oder eine Trainerin mit Kraftdreikampferfahrung und ein Fan von CrossFit ® einen erfahrenen CrossFit ® Athleten bzw. eine kompetente Trainerin an die Seite gestellt. Rehabilitationspatienten dagegen trainieren nach der Arbeit mit einem Physiotherapeuten auch mit einem Rehabilitationstrainer weiter. Eine Symbiose aller Trainer und Trainerinnen mit den verschiedensten Stärken sollte das A und O einer jeden ganzheitlichen Anlage im Fitness- und Gesundheitsbereich sein. Denn diese sorgt für ein Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen und wachsen können.

Die Bandbreite der Studiobesucher reicht heute von der Generation Z bis zu den Babyboomern. Nutzen Sie für die verschiedenen Mitgliedergruppen unterschiedliche Ansprachen und entsprechende Marketingtools?

14 Jahre lang war Bernhard Beidl im Polizeidienst tätig. Während dieser Zeit wurde er weltweit eingesetzt und bildete als Einsatztrainer Polizisten und Polizistinnen in Taktik, Technik, Sonder- und Amoklagen aus und fort. Danach kündigte er den Staatsdienst, um seine Leidenschaft als Trainer, Coach und Dozent auszuleben. Zu seinen Klientinnen und Klienten zählen Gesundheitstrainierende, aber auch Nationalspieler, Nationalspielerinnen, Jiu-Jitsu-Weltmeisterinnen und Kraftdreikämpfer. Neben dem Bau seines Trainingscenters „Bernhardtrainiert“ 2014 wurde auch die „CrossFit® Lakefront Box“ ins Leben gerufen. Auf dem „GYM&BOX Areal“ bietet sein Team ganzheitlich mehr Wohlbefinden für alle Altersund Leistungsgruppen.

www.gymandbox.at/personaltrainer/bernhard

Interview mit Bernhard Beidl, „Athlet des Lebens“, GYM&BOX Bernhard Beidl
fitness MANAGEMENT international 01/23 28 AKTUELLES | ZIELGRUPPENMANAGEMENT
Fotos: Bernhard Beidl

Wir haben damit begonnen, über verschiedene Zutrittskarten bzw. Mitgliedschaften für unterschiedliche Uhrzeiten die Kapazitäten des Studios besser auszulasten. So haben Jugendliche die Möglichkeit, eine günstige Abendmitgliedschaft zu erwerben, mit der sie ab 19 Uhr ihr Training starten können, während die ältere Generation auf Frühmitgliedschaften zurückgreifen kann. Trotz allem forcieren wir mit verschiedenen gemeinsamen Events die Verbindung zwischen all den verschiedenen Mitgliedern.

Für die Generation 50 plus sind Personal-Training-Mitgliedschaften natürlich erschwinglicher als für Jugendliche. Diese Mitgliedschaften helfen dabei, den „inneren Schweinehund“ zu bezwingen und sind ein wichtiger Faktor, um diverse Unsicherheiten oder vielleicht sogar Vorurteile bezüglich eines Fitnessstudios zu bekämpfen. Des Weiteren ist Personal Training aber auch ein Erfolgsgarant. Ein Training mit einem Trainer oder einer Trainerin zu einem festen Termin bringt nachweislich Erfolg, das zeigt uns die Praxis.

Abgeholt werden Interessenten immer dort, wo sie zu finden sind. Inserate in Bezirkszeitungen haben unseres Erachtens zwar noch Erfolg bei der Generation 60 plus, der größte Teil jedoch erfolgt im ländlichen Bereich durch Mundpropaganda. Deshalb sollte sich die Fitness- und Gesundheitsbranche eine große Scheibe von der Tourismusbranche abschneiden. „Verdienen“ kommt von „dienen“, das vergessen viele Studiobetreibende. Was man anbietet, sollte man auch dort zeigen, wo die Menschen sich am meisten aufhalten – und das ist heute am Smartphone.

In welchen spezifischen Bereichen haben Sie Ihr Angebot erweitert bzw. in Ihr Portfolio investiert, um „auf der Höhe der Zeit“ zu agieren? Inwieweit grenzen Sie sich dadurch von Ihren Mitbewerbern ab?

Das bereits angesprochene Eins-zu-eins-Personal-Training sowie die Gesundheitsstunde in Kleingruppen sind die beiden Bereiche, die wir im Moment am häufigsten adaptieren und verbessern. Stark gewachsen ist auch das Kindertraining, für das wir in unserem Team eine Fitnesstrainerin/Kinderpädagogin beschäftigen. Der Aufbau unserer eigenen Online-Coaching-App ist die größte Abgrenzung von unseren Mitbewerbern und lässt uns wahrlich Grenzen sprengen. Dort verbinden wir Training, Ernährung, Regeneration und Reflexion und können auch weit ab von unserem Standort Klienten und Klientinnen erfolgreich betreuen. Wer diesbezüglich nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, deshalb lag unser Fokus klar auf diesem Bereich.

Werden die Trainings- und Kursangebote wirklich nur von der ursprünglich anvisierten Zielgruppe genutzt oder mischen sich die Interessen und Ansprüche der Mitglieder inzwischen unabhängig vom Alter?

Eine ganz klare Abgrenzung gibt es nicht, trotz allem gibt es aber natürlich auch Kurse, die auf spezielle Zielgruppen abgestimmt werden. Grundsätzlich jedoch sorgt „alles unter einem Dach“ für ein Miteinander statt Nebeneinander. Besonders für mich als mittlerweile 44-Jährigen sind die Gespräche mit Jugendlichen sowie auch mit reiferen Mitgliedern eine Bereicherung. Ich erfahre generationsübergreifend, wo „der Schuh drückt“ und kann sehr gut ableiten, welche Verbesserungen wichtig wären.

Welche Herausforderungen und Chancen gehen mit der steigenden Nachfrage nach individualisierten Konzepten in Sachen Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung einher? Welche Lizenzen sind wichtig, um Kunden optimal abzuholen? Heute bildet man Menschen nicht mehr zu Trainern und Trainerinnen aus, sondern vielmehr zu Coaches. Ein Trainer sieht z. B. die Muskulatur, ein Coach betrachtet den Menschen als Ganzes. Deshalb ist es für mich als Studioleiter sowie als Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und Referent an der BSA-Akademie extrem wichtig, die von unseren Klientinnen und Klienten geforderte Ganzheitlichkeit zu lehren. Klar gibt es Spezialisten und diese sind auch wichtig, trotzdem darf kein Spezialist das große Ganze aus den Augen verlieren. So hat jeder Trainer seine spezifischen Stärken, entweder im Umgang mit Senioren, im Leistungssport oder in der Sportrehabilitation. Aber alle haben auch die Stärke im Umgang mit dem Individuum Mensch. Das ist essenziell.

Wo sehen Sie im Markt Potenzial für weiteres Wachstum? Was müssen Studiobetreiber tun, um von der steigenden Nachfrage nach individualisierten Angeboten auch langfristig zu profitieren?

Das Potenzial liegt für mich definitiv in Ganzheitlichkeit gespickt mit Authentizität und Menschlichkeit. Jedes Unternehmen sollte Menschen finden und ausbilden, die sich nicht nur als Mitarbeiter und Mitarbeiterin sehen, sondern als Wegbegleiter und Wegbegleiterin für das große Ganze, das ganzheitliche Wohlbefinden der Menschen. Wenn diese darüber hinaus über verschiedene Stärken verfügen, lässt sich ein Team formen, welches jegliche Anforderungen ebenso wie individualisierte Angebote abdecken kann. Wenn der Klient profitiert, profitiert auch das Unternehmen.

01/23 fitness MANAGEMENT international 29

„Up to age“

„Den Mut haben, anders zu denken”

fMi: Der tätowierte Best Ager beim Crosstraining, junge Frauen mit Langhanteln bei Deadlifts und Kniebeugen, Seniorinnen im Zumba-Kurs – beobachten Sie einen Wandel im Lifestyle und im Selbstverständnis Ihrer Mitglieder?

Können wir die Studiomitglieder von heute noch genauso adressieren wie vor 20 Jahren?

Tim Josko: Im Studio sehen wir einen Querschnitt des aktiven Teils der Gesellschaft in unserer Region. Die Älteren wirken heutzutage längst nicht mehr alt und sehen nicht mehr so aus, sondern wollen ihren Lebensabend genießen und auf der Harley in den Club fahren (lacht). Junge Mädchen, die heute an die Langhantel gehen, sind sehr von den Posts und Trainingsvorschlägen auf den Social-Media-Plattformen beeinflusst, aber selbst reifere Frauen um die 60 Jahre wagen sich zum ersten Mal daran, weil sie davon beeinflusst werden.

Lassen sich Studiomitglieder heute noch in spezifische Altersbzw. Zielgruppen unterteilen? Oder muss man Stereotypen in der Denkweise aufbrechen, um für möglichst viele Mitglieder ein passendes Trainingsangebot zu schaffen?

Für mich ist wichtig, dass unser Unternehmen generationsübergreifend für bestimmte Werte steht, die unabhängig von wechselnden Interessen Vertrauen schaffen. Unsere Kundinnen und Kunden fühlen sich gut aufgehoben und trainieren mit Gleichgesinnten. Wir bedienen eine breite Altersrange von 14 bis 95 Jahre. Ein Fitnessclub ist einer der wenigen Orte, an dem sich unterschiedliche Generationen mit den gleichen Zielen treffen. Es ist spürbar, wie Ältere den Kontakt mit Jüngeren genießen und umgekehrt. Voraussetzung sind eine Atmosphäre und ein Umgang, mit der bzw. dem sich alle identifizieren können. Dann entsteht ein unvergleichliches Miteinander. Unsere Herangehensweise wird von der Frage bestimmt, welche Problemlösung und Unterstützung wir den unterschiedlichen Altersklassen anbieten können, sowie davon, wo die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Generationen liegen.

Die Bandbreite der Studiobesucher reicht heute von der Generation Z bis zu den Babyboomern. Nutzen Sie für die verschiedenen Mitgliedergruppen unterschiedliche Ansprachen und entsprechende Marketingtools?

Was zählt, ist die Kommunikation. Wir sind ein Familienunternehmen. Wie kommuniziere ich, dass wir im Studio ein familiäres Miteinander leben? Viele Unternehmen schreiben sich klassische Floskeln auf die Fahnen, wie „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“. Wichtig ist aber, wie das gelebt wird. Ich bin überzeugt, dass sich die Werte in der Teamkultur und Mitarbeiterstruktur widerspiegeln müssen, um unterschiedliche

Tim Josko

Der Geschäftsführer des „Josko fitness“ wurde 1985 quasi in das Studio hineingeboren. Sein Laufstall stand auf der Trainingsfläche, später hat Tim Josko für fünf Mark sonntags die Geräte geputzt. In einem dreijährigen Fernstudium in einem Fitnessclub in Worms und einigen Zusatzausbildungen sammelte er viele Erfahrungen außerhalb des eigenen Betriebes, bevor er 2007 aktiv in das Unternehmen einstieg. 2014 übernahm Tim Josko die Geschäftsführung von seinen Eltern und gründete 2022 außerdem ein Start-up, um die Entwicklung des Unternehmens noch weiter voranzutreiben.

www.josko-fitness.de Foto: Josko fitness fitness MANAGEMENT international 01/23 30 AKTUELLES | ZIELGRUPPENMANAGEMENT

Altersgruppen zufriedenzustellen. Wenn auf der Trainingsfläche nur junges Personal arbeitet, ist es schwierig, Ältere überzeugend anzusprechen. Also brauche ich auch Teammitglieder, die über 60 Jahre sind. Unterschiedliche Generationen und Altersklassen im Team sind sehr wichtig für mich. Das lässt sich an einem Standort mit 40 Mitarbeitenden leichter umsetzen als in einer größeren Kette, die sich in erster Linie auf eine hohe Anzahl an Mitarbeitenden konzentrieren muss, wodurch andere Stärken unter Umständen in den Hintergrund rücken – ein wichtiger Grund, warum sich das ältere Publikum in kleineren Unternehmen gut aufgehoben fühlt. Das ist eine große Chance für inhabergeführte Einzelclubs. Wir fahren wenige externe Marketingkampagnen, sondern konzentrieren uns auf die Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ im Frühjahr und im Herbst. Die ist sehr erfolgreich, weil unsere Mitglieder sehr zufrieden sind. Für Bestandsmitglieder sind wir über unsere SocialMedia-Plattformen aktiv. Mein Learning: Wer auf unsere Posts reagiert, ist zum großen Teil 50 plus. Die Älteren liken und kommentieren viel, folgen aber weniger Accounts als z. B. eine Zwanzigjährige. Andere Studiobetreibende konzentrieren sich in ihren Social-Media-Kanälen stark auf die junge Zielgruppe, wir liefern bewusst gemischte Themen für alle Altersgruppen. Neben dem Newsletter produzieren wir einmal pro Woche seit über 13 Jahren die schön gestaltete Zeitung „News“. Obwohl wir pro Woche an über 2.000 Abonnenten Newsletter verschicken, werden etwa 300 physische Exemplare wöchentlich im Club mitgenommen. Mit den gleichen Informationen bedienen wir also unterschiedliche Kanäle für verschiedene Altersgruppen, auch ein internes TV-Angebot. Der Mix macht es.

In welchen Bereichen haben Sie Ihr Angebot erweitert bzw. in Ihr Portfolio investiert, um „auf der Höhe der Zeit“ zu agieren? Inwieweit grenzen Sie sich dadurch von Ihren Mitbewerbern ab?

Wir wollen Probleme besser lösen als die Mitbewerber. Leider werden Probleme in unserem Gesundheitssystem eher verzerrt. Gleichzeitig besteht meine Zielgruppe aus einem Personenkreis, der bereit ist, selbst Verantwortung zu übernehmen. Früher wartete ein Mitglied mit einem Knieproblem drei Monate lang auf einen Termin beim Orthopäden, kam zwei Wochen später ins Studio und versuchte, uns zu erklären, was der Arzt meinte. Unsere Lösung dafür ist Josko fitness Health. Im Studio bieten ein Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin sowie ein Heilpraktiker und Osteopath eine Sprechstunde auf Selbstzahlerbasis an. Außerdem beschäftigen wir auch einen Physiotherapeuten im Kernteam. Bei über zwei Drittel der Termine ist ein Trainer dabei, der mit dem Arzt bzw. Therapeuten den Lösungsweg definiert und diesen dann direkt mit dem Kunden in der Trainingsplanung umsetzt.

In den letzten anderthalb Jahren führten wir mit unseren Kunden 370 Health-Termine erfolgreich durch, für die wir in der Vergangenheit intern keine Lösung gehabt hätten. Das ist die moderne Form der Therapie, miteinander statt gegeneinander. Wir erweitern das, organisieren für die Mitglieder auch externe Arzttermine und stellen ein Ärzteteam zusammen, das gemeinsam an der Problemlösung der Kunden arbeitet.

In Kombination mit dem Spaß, der bei uns gelebt wird, ist das ein sehr konstruktives, positives Herangehen an Gesundheitsprobleme, von dem vor allem die ältere Zielgruppe in Zukunft enorm profitieren wird.

Werden die Trainings- und Kursangebote wirklich nur von der ursprünglich anvisierten Zielgruppe genutzt oder mischen sich die Interessen und Ansprüche der Mitglieder inzwischen unabhängig vom Alter?

Wichtig ist es, sowohl für Ältere als auch für die Jüngeren ein Angebot zu schaffen, in dem sie sich wiederfinden, und einen Ort, an dem man gern zusammen Zeit verbringt. BODYJAM® und BODYCOMBAT® sind z. B. permanent von der jungen Zielgruppe ausgebucht, für sie veranstalten wir Bar- und ZumbaNights in einem angesagten Club. Bei den „Fit for Agern“ im Kurs läuft „Aber bitte mit Sahne“, anschließend gibt es ein Kaffeekränzchen. Mehrfach im Jahr veranstalten wir für die Älteren Rebenwanderungen und für das gemischte Publikum Yoga im Park oder am Samstagabend Livekonzerte im Club. Der Querschnitt aller Mitglieder ist auf unserem Social-MediaKanal schön zu sehen. Dann gibt es aber auch Rita, die mit 84 jeden Samstag am Zumba-Kurs teilnimmt. Basis sind die gemeinsamen Werte. Das können wir toll bedienen. Es ist unsere Stärke, dass wir ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit zwei Generationen in der Führung sind und dadurch eine besondere Clubkultur leben – mit jungen Studenten und auch Mitarbeiterinnen, die seit 30 Jahren dabei sind. Aus dieser breiten Range entstehen Ideen und Konzepte. Dafür musst du die Bedürfnisse, Treiber und Barrieren deiner Zielgruppe kennen, das kann am besten, wer selbst dazugehört.

Welche Herausforderungen und Chancen gehen mit der steigenden Nachfrage nach individualisierten Konzepten in Sachen Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung einher? Welche Lizenzen sind wichtig, um Kunden optimal abzuholen? Wir konzentrieren uns darauf, ein Netzwerk von Experten ins Haus zu holen, die in der Region bekannt sind und eigene Praxen haben. Mit zwei Bachelor-Absolventen der Studiengänge Fitnessökonomie und Gesundheitsmanagement und einem Physiotherapeuten sind wir im Kernteam auf der Fläche sehr gut aufgestellt. Dazu kommen noch weitere Trainer, Trainerinnen und Studierende. Persönlichkeit und Altersstruktur sind meiner Meinung nach in Bezug auf alters- und zielgruppengerechte Ansprache genauso wichtig wie die Fachkompetenz, die man sich nach Bedarf aneignen sollte.

Wo sehen Sie im Markt weiteres Wachstumspotenzial? Was müssen Studiobetreibende tun, um langfristig von der steigenden Nachfrage nach individualisierten Angeboten zu profitieren?

Ich muss klar überlegen: Für was stehe ich als Unternehmer? Was sind meine Werte und Kernbotschaften? Welche Probleme löse ich besser als andere? Die Babyboomer sind die erste Generation, die mit Sport älter geworden ist und am eigenen Leib erfährt, wie ein aktiver Lebensstil das Älterwerden beeinflusst. Sie sprechen aus Erfahrung – eine riesige Chance für unser Image. Die Gesellschaft wird immer älter. Für die Arbeit mit Älteren zählt: Menschen brauchen Menschen. Das haben wir mit der Digitalisierung, Automatisierung und Vereinfachung von Strukturen aus den Augen verloren. Ältere Personen brauchen Nähe, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Persönlichkeiten, also die Investition in Kundennähe. Dort liegt das große Potenzial, nachhaltig zu einer gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen. Wenn wir sagen, wir sind Teil einer Lösung, müssen wir dafür Strukturen schaffen und den Mut haben, ein bisschen anders zu denken.

01/23 fitness MANAGEMENT international 31

„Up to age“

„Mehrwert und Leistung glaubwürdig kommunizieren“

fMi: Der tätowierte Best Ager beim Crosstraining, junge Frauen mit Langhanteln bei Deadlifts und Kniebeugen, Seniorinnen im Zumba-Kurs – beobachten Sie einen Wandel im Lifestyle und im Selbstverständnis Ihrer Mitglieder?

Können wir die Studiomitglieder von heute noch genauso adressieren wie vor 20 Jahren?

Edith Gribs: Der Wandel ist in jedem Fall da und auch bei uns in der Halle 22 spürbar. Ein früheres „Kohortendenken“ nach Altersklassen ist schon längst passé. Sicherlich ergeben sich durch die Umstände des allgemeinen unbeweglichen Lebenswandels und auch durch die überalternde Gesellschaft bekannte Probleme bei unseren Mitgliedern. Tatsächlich spielt das Alter dabei weniger eine Rolle, vielmehr ist es wichtig, die soziale Wahrnehmung und die individuell-fachliche Lösung des Einzelnen in den Mittelpunkt der Mitgliederkommunikation zu stellen.

Lassen sich die Studiomitglieder heute noch in spezifische Alters- bzw. Zielgruppen unterteilen? Inwiefern muss man Stereotypen in der Denkweise aufbrechen, um für möglichst viele Mitglieder ein passendes Trainingsumfeld und -angebot zu schaffen?

Selbstverständlich fühlen sich viele Menschen nach wie vor einer Altersgruppe zugehörig. Aber eine Zielgruppe muss ja nicht zwangsläufig nach Alter unterteilt sein, sondern eher nach Interessen und diese sind heutzutage vielseitig und eben nicht mehr klar nach Alter differenzierbar. Da findet sich die 70-jährige Seniorin schon einmal an den Battle Ropes wieder und der 19-jährige Studierende möchte sich beim Yoga entspannen und seinen Stress abbauen.

Frühere Stereotypen existieren weniger und somit muss das Nutzungsverhalten des Mitgliedes individueller und flexibler möglich sein. Die Möglichkeiten sollten hierbei State of the Art sein genau wie der Ort, an dem das Training stattfindet. Wir stellen insgesamt eine große Offenheit für neue Angebote fest.

Die Bandbreite der Studiobesucher reicht heute von der Generation Z bis zu den Babyboomern. Nutzen Sie für die verschiedenen Mitgliedergruppen unterschiedliche Ansprachen und entsprechende Marketingtools?

Edith Gribs

Edith Gribs studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln und eröffnete nach einer kurzen Lehrtätigkeit 1982 ihr erstes Fitnessstudio. Im Mai 2000 folgte in der denkmalgeschützten Halle eines ehemaligen Stahlwerks die Eröffnung des Studios „Halle 22 Sport und Fitness“. Die heutige „Halle 22 Fitness & Gesundheit e. K.“ verfügt über 4.450 Quadratmeter Fläche inklusive einer Praxis für Physiotherapie. Seit 2010 betreibt Edith Gribs auch erfolgreich einen zweiten Fitnessclub in Willich.

Thomas Mathes

Thomas Mathes kommt ursprünglich aus dem Bereich Marketing in der Werbebranche. Er entdeckte vor 32 Jahren seine Liebe zum Fitnesssport und arbeitete nebenberuflich in einem kleinen Fitnessstudio als Trainer. Im Jahr 2000, mit Öffnung der Halle 22, entschied er sich, ganz in die Branche zu wechseln und hauptberuflich dort zu wirken. 2002 schloss er ein Studium zum Diplom-Fitnessökonom ab und ist heute Mitglied der Geschäftsleitung der Halle 22.

Interview mit Edith Gribs, Inhaberin Halle 22, und Thomas Mathes, Marketing und Verkauf Halle 22
www.halle22.de Foto: Halle 22 fitness MANAGEMENT international 01/23 32 AKTUELLES | ZIELGRUPPENMANAGEMENT

Thomas Mathes: Mittfünfziger fühlen sich wie 40-Jährige, 65-Jährige wie Anfang 50. Immer weiter klaffen das biologische und das gefühlte Alter auseinander. Die richtige Nutzenkommunikation ist demnach schon bei der Mitgliedergewinnung ein Thema und darf sich später beim gewonnenen Mitglied nicht verlieren. Egal bei welcher Altersgruppe, der Mehrwert und die Leistung sollten glaubwürdig kommuniziert werden.

Wir nutzen nach wie vor sämtliche Online- und Offline-Kommunikationsmedien, um unsere Markenbotschaft gezielt zu senden – von der Postwurfsendung über die regionale Pressemeldung und den monatlichen E-Mail-Newsletter bis zur eigenen Studio-App und den bekannten Social-MediaKanälen wie Facebook und Instagram. Diese werden wir im Jahr 2023 noch um einen TikTok-Kanal erweitern und sind gespannt auf die Resonanz.

In welchen spezifischen Bereichen haben Sie Ihr Angebot erweitert bzw. in Ihr Portfolio investiert, um „auf der Höhe der Zeit“ zu agieren? Inwieweit grenzen Sie sich dadurch von Ihren Mitbewerbern ab?

Edith Gribs: Wir haben immer schon regelmäßig in unsere Anlage investiert. In 2020/2021 ist eine 650 Quadratmeter große Outdoortrainingsfläche entstanden, die wir mit der Firma Perform Better realisiert haben. Diese umfasst einen „Body & Mind-Bereich“ speziell für die gemäßigteren Kurse, wie z. B. Yoga, Pilates, Rückentraining und Qigong, sowie eine Fläche für Containertrainings, aber auch für das Training an Geräten. Die Indoor Cycler können ihre Bikes direkt auf die Outdoorfläche schieben. Auch hier sollen sich möglichst alle Interessengruppen und Altersklassen wiederfinden.

Des Weiteren haben wir erst kürzlich einen multifunktionalen Raum mit der Firma Cube eingerichtet, in dem wir frühkindliche Bewegung bei Kindern ab einem Jahr fördern möchten –im Sinne der Mitglieder von morgen. Vor Corona war dies ein klassischer Kinderhort, in dem „nur“ gespielt wurde.

Vor wenigen Monaten haben wir ein neues Gerät für die BioImpedanz-Analyse angeschafft und den Bereich Diagnostik modernisiert. Hierüber möchten wir das Wissen unserer Mitglieder über die eigenen Gesundheitsdaten unterstützen –unabhängig von einer Trainerressource – und so die Entwicklung unserer Mitglieder zum „Educated Customer“ erreichen.

Aktuell planen wir unseren gesamten Eingangs- und Bistrobereich neu, zu einem Wohlfühlort, an dem man erst einmal ankommen kann, besondere Wertschätzung erhält und zum Verweilen eingeladen wird. Wir wollen damit den besonderen „Halle 22-Moment“ erlebbar machen und Halle 22 im Sinne der Kundenbindung auch emotional fest im Leben und im Alltag unserer Kundinnen und Kunden integrieren.

Werden die Trainings- und Kursangebote wirklich nur von der ursprünglich anvisierten Zielgruppe genutzt oder mischen sich die Interessen und Ansprüche der Mitglieder inzwischen unabhängig vom Alter?

Thomas Mathes: Das Durchschnittsalter unserer Kunden liegt aktuell bei 49,5 Jahren. Somit ist es nicht verwunderlich, dass bei uns nahezu alle Altersklassen vertreten sind und

viele mittlerweile querbeet alle Lösungsangebote nutzen. Unser Bestreben war es schon immer, dass wir variantenreiche Trainingsangebote für alle anbieten, die sie auch nutzen wollen, abhängig vom individuellen Fitnesslevel.

Zu berücksichtigen ist dabei – besonders bei der Gestaltung des Kursprogramms –, eine gute Durchdringung zu erreichen, sodass Neu- oder Wiedereinsteiger die Möglichkeit haben, den Spaß am Training zu finden. Die treuen Mitglieder, die mit uns gewachsen sind, kommen meistens regelmäßig und haben ihren „Platz“ im Angebotsportfolio schon gefunden. Dabei setzen wir weiterhin auf die Klassiker im Trainings- und Kursbereich, da sie eine hohe Akzeptanz haben, ergänzen diese jedoch immer wieder durch innovative Angebote und testen diese regelmäßig durch Special Days, Intro-Workshops und Events.

Welche Herausforderungen und Chancen gehen mit der steigenden Nachfrage nach individualisierten Konzepten in Sachen Mitarbeiterqualifikation und Weiterbildung einher? Welche Lizenzen sind wichtig, um Kunden optimal abzuholen? Sicherlich besteht die Herausforderung in der heutigen Zeit darin, generell die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und diese sollten entsprechend qualifiziert sein. Eine „Fitnesstrainer/in-B-Lizenz“ bildet dabei die Basis für weitere Qualifikationen. Lange Jahre schon fördern wir den eigenen Nachwuchs als Ausbildungsbetrieb der DHfPG. Außerdem beschäftigen wir derzeit auch Physio- und Sporttherapeuten, Diplom-Sportlehrer und tragen Sorge dafür, dass bei uns regelmäßig Inhouse-Ausbildungen mit diversen Branchenpartnern wie five, milon, BALLance oder Position stattfinden.

Gleichzeitig fördern wir auch das Know-how unserer Mitarbeiter durch externe Lizenzausbildungen und Schulungen in allen Bereichen, bis hin zur Personal-Trainer-Ausbildung, um den Weiterbildungsstandard und eine hohe Fähigkeit im Bereich Leistungs- und Nutzenkommunikation zu gewährleisten.

Wo sehen Sie im Markt Potenzial für weiteres Wachstum? Was müssen Studiobetreiber tun, um von der steigenden Nachfrage nach individualisierten Angeboten auch langfristig zu profitieren?

Edith Gribs: Wir glauben, dass der Gesundheitsmarkt als einer der Megatrends ungebrochen ist und dass der demografische Wandel genau auf dieses Thema einzahlen wird. Doch nicht nur die älteren Mitglieder, auch die jungen wachsen heute mit einem anderen Qualitätsbewusstsein auf als früher. Wir sehen uns genau dort, im Qualitätssegment und möchten unseren Mitgliedern ein wirkliches Trainingserlebnis bescheren, so als würde man in sein zweites Zuhause kommen.

Wachstum sehen wir auf jeden Fall im Bereich der Zielgruppen Kinder und Jugendliche, bei flexiblen Angeboten für Firmenfitness und niedrigen Einstiegsmöglichkeiten über Rehasport. Des Weiteren sind Paragraf-20-Kurse zu verschiedenen Bewegungsfeldern wie Rücken, Beweglichkeit, Abnehmen und gesunde Ernährung sowie Entspannung und Stressabbau gute Mittel für eine nachhaltige Kundengewinnung und die Möglichkeit, Zusatzumsatz zu generieren.

01/23 fitness MANAGEMENT international 33

Einzige Hochschule mit dem Ergebnis „sehr gut“

DHfPG erneut Testsieger

Qualität überzeugt – immer wieder. Das beweist auch der erneute Sieg der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) in einer Studie des verbraucherorientierten, unabhängigen Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) im Auftrag des Nachrichtensenders ntv. Das Testergebnis „sehr gut“ sichert der DHfPG wiederum den Titel „Beste private Hochschule im Bereich Gesundheit“.

Auch in der Gesundheitsbranche sind Fach- und Führungskräfte mit akademischem Abschluss, wie dem B. A. Sport- und Bewegungstherapie oder dem M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement der DHfPG, ein essenzieller Hinweis auf die hohe Betreuungsqualität einer Anlage. Doch wie sieht es für Studieninteressierte in Bezug auf Angebot an Studiengängen, Beratung und Service von privaten Hochschulen mit Schwerpunkt Gesundheit aus? Um das herauszufinden, hat das DISQ im Auftrag des Nachrichtensenders ntv die acht größten privaten Hochschulen in diesem Bereich getestet. Die DHfPG ging als klarer Sieger hervor.

DHfPG überzeugt – schon wieder!

Als Einzige der insgesamt acht privaten Hochschulen konnte die DHfPG mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ überzeugen. Im Fazit der Studie heißt es: „[Die] Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement ging einzig mit einem sehr guten Resultat als Testsieger aus der Studie hervor. Die Internetseite enthielt sehr viele nützliche Informationen wie einen Studienfinder und Details zur Preisgestaltung. Am Telefon gaben die Studienberater freundliche und verständliche Auskünfte. Das Studienangebot war überaus vielfältig und sehr umfangreich. Zudem verfügte die Hochschule über […] die Möglichkeit der Promotion.“ Damit gewinnt die DHfPG zum zweiten Mal in dieser Kategorie und wird als „Beste private Hochschule im Bereich Gesundheit“ ausgezeichnet.

Die Service-Studie Mithilfe eines Mystery-Tests (insgesamt 248 Servicekontakte)

wurde der Service der acht größten privaten Hochschulen mit Schwerpunkt Gesundheit, gemessen an der Studierendenzahl zum Wintersemester 2020/2021, analysiert. Dazu fanden je zehn verdeckte Telefon- und E-Mail-Tests sowie jeweils zehn Betrachtungen der Websites durch geschulte Testkundschaft und eine detaillierte Analyse des Internetauftritts statt. Die Angebotsuntersuchung der Hochschulen erfolgte durch einen Vergleich von Studienangeboten und Vertragsbedingungen (Stand der Daten: 1. Oktober 2022). Die in der Service- sowie Angebotsanalyse erreichte Punktzahl wurde zu 60 bzw. 40 Prozent in der Gesamtbewertung berücksichtigt – beide Male erreichte die DHfPG ebenfalls Platz eins. Die von August bis Oktober 2022 durchgeführte Studie soll Transparenz schaffen und die Servicequalität in Deutschland verbessern.

Das DISQ

Seit 2006 führt das privatwirtschaftliche, unabhängige, verbraucherorientierte DISQ im Auftrag von Medien, wie z. B. ntv, Wettbewerbsanalysen durch. Aus den Ergebnissen dieser Studien lässt sich erkennen, wer aus Kundensicht in Sachen Service führend ist. Das ermöglicht es den Verbraucherinnen und Verbrauchern, die jeweils beste Hochschule, Bank oder Versicherung auszuwählen.

Die gesamte Studie finden Sie zum Download unter: www.dhfpg.de/testsieger

Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 01/23 36 AKTUELLES | TESTSIEGER | ANZEIGE
organized by BS A-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit School for Health Management media partners GLOBAL FITNESS 3 Tage Kongress Programm mit 5 parallelen Themensträngen pro Tag Top-Referenten mit praxisorientierten und direkt umsetzbaren Inhalten Über 80 Vorträge für Geschäftsleitende, Führungskräfte, Trainer/­innen CONGRESS 13 – 15 APR 23 Exhibition Centre Cologne Fachkongress + Leitmesse — schon ab 99 Euro! Die ideale Kombination für alle Fachbesucher. Alle Informationen und Tickets: fibo-congress.com

Für eine starke und gesunde Gesellschaft

Fitness und Bewegung schaffen die Grundlage für körperliche Gesundheit. Die FIBO 2023 setzt vom 13. bis zum 16. April 2023 ihren Fokus darum noch stärker auf Gesundheit und Prävention – mit neuen Formaten, Kooperationen und einem renommierten „Health Ambassador“.

Gemeinsam mit Initiativen und Partnern wie „Exercise is Medicine“, EuropeActive und dem European Health & Fitness Forum, der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie, Verbänden, Sportärzten und Fachmedien stellt die FIBO 2023 den Gesundheitsaspekt von Fitness noch weiter in den Vordergrund.

Mit ihrem neuen „Health Ambassador“, dem renommierten Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse, will die FIBO zudem den Wert von Fitness für die Gesundheit auch für die breite Masse sichtbar und vor allem erlebbar machen. „Uns ist es wichtig, die Schlüssel- und Vorreiterrolle der Fitnessbranche für die Gesundheit der Menschen deutlich darzustellen“, so Silke Frank, Event Director der FIBO. „Unser Ziel ist es, alle Akteure der Branche zusammenzubringen, um über dieses Netzwerk die größtmögliche Wirkung zu erreichen.“

Transformation der Fitnessbranche

Dass die Fitnessbranche in gleich mehreren Bereichen eine

Vorreiterrolle einnimmt, macht das European Health & Fitness Forum (EHFF) von EuropeActive zum Messeauftakt deutlich. Bereits am FIBO-Vortag, 12. April, bringt das EHFF die Topentscheider und -entscheiderinnen der Branche zusammen. „Transformational Leadership“ lautet das Motto der Vorträge und Diskussionen und beschreibt, wie die Branche die Entwicklungen und neuen Anforderungen gestalten kann.

Von der mentalen Fitness bis zur Sportmedizin Neue Ansätze und praktische Beispiele aus allen Bereichen zeigt die FIBO dann an den vier darauffolgenden Messetagen. Gesundheit und Prävention (z. B. Betriebliches Gesundheitsmanagement und Training), Ernährung und Mentale Fitness sind u. a. Themen des FIBO Congress, der von den Expertinnen und Experten der DHfPG und BSA-Akademie gestaltet wird.

Ein praxisbezogenes Programm für Studiobetreibende, Trainerinnen und Trainer, Sportmediziner und ganz speziell auch für Physiotherapeuten hat der Meeting Point Health in Halle 8 zu bieten. Dort stehen die Synergien und die Vernetzung der

FIBO 2023: Messe setzt auf Prävention
FIBO fitness MANAGEMENT international 01/23 38 AKTUELLES | EVENTS | ANZEIGE
Foto/Grafik: Behrendt und Rausch

unterschiedlichen Disziplinen rund um Fitness und Gesundheit im Zentrum. Im Speziellen findet am Freitag der „Exercise is Medicine Day“ statt. Mit anwendungsnahen und indikationsspezifischen Beispielen, innovativen Methoden der Diagnostik, modernen und kombinierten Therapien sowie individualisiertem Training beschäftigen sich außerdem die Vorträge des neuen Symposiums der Sportmedizin und -physiotherapie „When therapy becomes training“, das vom Georg Thieme Verlag in Kooperation mit der sportärztezeitung organisiert wird.

Zusätzlich dazu bietet das Angebot „Physio Future“, das jungen Physiotherapeutinnen und -therapeuten Chancen und Möglichkeiten aufzeigt, wie sie nach der Ausbildung in den Beruf einsteigen können, eine Plattform zum Netzwerken.

Innovationen sollen neue Zielgruppen anlocken Ergänzend zum Gesundheitsschwerpunkt in Halle 8 wird es in 2023 erstmals einen Meeting Point Spa & Wellness, der in Kooperation mit dem Deutschen Wellness Verband e. V. gestaltet wird, geben. In unmittelbarer Nachbarschaft zur themenbezogenen Ausstellungsfläche ist ein fachspezifisches Bühnenprogramm sowie ein Bereich zum Netzwerken geplant.

Mit der „Gaming & Activity Area“ in Halle 5.2 schafft die FIBO ein zusätzliches Format für eine neue Community auf der Messe. Gaming und Bewegung schließen sich nicht aus, das will die FIBO deutlich machen. Neben der Möglichkeit mit Pro´s an der Konsole zu gamen und bekannte Creator kennenzulernen, können die Besucher Workouts ausprobieren, erfahren, wie die Gesamtperformance durch entsprechende Ernährung verbessert, und welche Rolle die Regeneration auch im ambitionierten eSport spielt.

„Tech Valley“ – Digitalisierung optimiert Fitnessangebot

Auch die Digitalisierung bestimmt zunehmend die Fitnessbranche und den Gesundheitsbereich. In unmittelbarer Nach-

barschaft zum Future Forum entsteht darum in Halle 7 das „Tech Valley“. Die Fläche bietet etablierten Unternehmen und Start-ups eine Bühne. Vor allem Studiobetreibende finden hier verschiedene Apps, Soft- und Hardwarelösungen zur Optimierung von Geräten und Fitnessangeboten.

Studieren und probieren

Nutrition, Fashion und Beauty bestimmen das Bild in Halle 4.2 Dreh- und Angelpunkt wird die „Lifestyle Area“, wo in Impulsvorträgen und Interviews über fitnessgerechte Ernährungsthemen informiert wird. Es bleibt aber nicht bei Vorträgen allein: Die Expertinnen und Experten bereiten vor Ort schmackhafte und gesunde Gerichte zu – Probieren ausdrücklich erlaubt.

HYROX meets FIBO Erstmalig wird es auf der diesjährigen FIBO eine HYROX-Competition geben. Interessierte können sich bei der „Fitness Competition for Every Body“ in Halle 4.1 mit der Konkurrenz messen.

FIBO POWER bringt Athleten und Fans zusammen Bodybuilding-Athleten wie Jay Cutler, Phil Heath, Urs Kalecinski, Tim Budesheim und David Hoffmann zu treffen, mit ihnen Fotos zu machen, Autogramme zu sammeln und Fragen zu stellen – das macht die Halle 10.2 zum Anziehungspunkt. Neben Bodybuilding-Wettkämpfen und verschiedenen Talkrunden auf der FIBO POWER Stage präsentieren sich dort auch die Strongman-Sportler in Seminaren an den Fachbesuchertagen und Wettkämpfen am Wochenende.

Jetzt Tickets sichern Alle Unterstützer des Mottos „For a strong and healthy society“ können sich schon jetzt die Ticktes für die FIBO 2023 sichern: www.fibo.com

Eine genaue Übersicht aller Themen und Special Areas finden Sie unter www.fibo.com

01/23 fitness MANAGEMENT international 39

Uhrzeit Referent/ Referentin Vortrag

11:00 UhrChristoph Mundt

Unternehmenskultur –strategisches BGM in der Praxis

Themenstrang

Betriebliches Gesundheitsmanagement

12:00 Uhr Prof. Dr. Ulf Sobek Atme dich stark! Training

13:00 UhrStefan Haase

14:15 Uhr Prof. Dr. Julia Krampitz

Acht erfolgversprechende Finanzierungsarten für die Fitness- und Gesundheitsbranche

Existenzgründung

StrEssen – mit den richtigen Ernährungsgewohnheiten auf zu neuer Energie Ernährung

16:15 UhrRalf Capelan Markt- und Umweltanalyse –Chancen ergreifen und Risiken vermeiden! Management

Informieren, netzwerken, durchstarten!

Fachinput für Ihren Erfolg: der FIBO Congress 2023

In wenigen Wochen ist es wieder soweit: Vom 13. bis 15 April 2023 findet der FIBO Congress im Congress-Centrum Nord Koelnmesse im Rahmen der FIBO statt. Und auch in diesem Jahr haben die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und die BSA-Akademie, die den Kongress unter Federführung der FIBO organisieren und durchführen, ein spannendes Vortragsprogramm „im Gepäck“. Lassen Sie sich die abwechslungsreichen Vorträge und die vielseitigen Netzwerkmöglichkeiten auf keinen Fall entgehen!

Foto: DHfPG/BSA
40 fitness MANAGEMENT international 01/23 AKTUELLES | FIBO CONGRESS VORBERICHT | ANZEIGE
Do. April 13.

April 14.

UhrzeitReferent/ReferentinVortrag

Themenstrang

11:00 UhrPatrick Berndt Zielspezifische Übungsauswahl im KrafttrainingTraining

12:00 UhrBarbara Nützel Achtsamkeit im organisationalen Kontext Mentale Fitness/Coaching

14:15 UhrAnke Mächler

Gesundheitstage als Akquisetool Management

15:15 Uhr Henrik Gockel Existenzgründung: Mit welchem Konzept starte ich meine Selbstständigkeit Existenzgründung

16:15 UhrClive Salz Schneller, höher, weiter … Ernährung

Sa.April 15.

UhrzeitReferent/ReferentinVortrag

Themenstrang

10:00 UhrProf. Dr. Sarah KobelDer (potenzielle) Fitnesstreibende Management

11:00 UhrRalf Capelan

Vom Geschäftsmodell über den Lean-Startup-Ansatz zum Businessplan Existenzgründung

12:00 UhrHarald Gärtner Ernährungsirrtümer Ernährung

14:15 Uhr Prof. Dr. Arne Morsch/ Prof. Dr. med. Jürgen Rissland

16:15 UhrNicolai Rolli

Individualisiertes Fitnesstraining mit Post-COVID-Betroffenen Training

Selbstregulation – so steuern wir unsere Gedanken und Gefühle Mentale Fitness/Coaching

Das gesamte Programm des diesjährigen FIBO Congress finden Sie unter www.fibo-congress.com/programm.

B

ranchenangehörige haben dieses Event fett in ihrem Kalender markiert: die alljährlich stattfindende weltweit größte Fachmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit – die FIBO. Und zum zweiten Mal findet nun auch die Neuauflage des FIBO Congress statt, der parallel zur FIBO Möglichkeiten zum Informieren, Netzwerken und Austauschen bietet.

Drei Tage, über 80 Vorträge

Die Besucherinnen und Besucher erwartet an den drei der vier Messetagen der FIBO ein Top-Programm: In über 80 branchenrelevanten Vorträgen aus den Themensträngen Training, Management, Ernährung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Mentale Fitness/Coaching und Existenzgründung liefern die renommierten Referentinnen und Referenten direkt umsetzbare Inhalte und aufschlussreiche Erkenntnisse.

Für Fragen und weiterführende Gespräche zu den praxisorientierten Tipps und aktuellen Themen der Vorträge stehen die

Referierenden jeweils im Anschluss an ihre Vorträge in der Speakers Corner bereit. Darüber hinaus bietet der Fachkongress für Experten und Unternehmen aus den Themenfeldern Fitness, Prävention und Gesundheit vielerlei Gelegenheiten zum Kontakte knüpfen.

Die perfekte Kombination

Die Verbindung aus Leitmesse und Fachkongress – FIBO und FIBO Congress – ist ideal für alle Brancheninteressierte, die up to date bleiben wollen: Auf der Messe können sie neueste Entwicklungen und Trends direkt ausprobieren und auf dem Kongress erleben sie erstklassige Vorträge. Mehr aktuelles Branchen-Know-how geht nicht.

Tickets sichern

Seien Sie also unbedingt vom 13. bis 15. April im CongressCentrum Nord Koelnmesse dabei! Tickets für den FIBO Congress erhalten Sie unter www.fibo-congress.com

Fr.
01/23 fitness MANAGEMENT international 41

Implikationen

für

Marketing Mitglieder und Nichtmitglieder im Vergleich

Wie werden Fitnessanlagen tatsächlich wahrgenommen? Diese Frage stellen sich viele in der Branche. Neueste Forschungsergebnisse der DHfPG erlauben nun den Vergleich zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern hinsichtlich Einstellung, Trainingshäufigkeit, Verhaltensintentionen der Menschen und der subjektiven Bedeutung von Gesundheit. Die Ergebnisse liefern wichtige Implikationen für das Marketing von Fitnessanlagen.

das
Fotos: kleberpicui, Krakenimages.com –
stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 01/23 42 AKTUELLES | FACHARTIKEL STUDIENERGEBNISSE
Text: Prof. Dr. Sarah Kobel

erade Anfang des Jahres fassen viele Menschen Vorsätze. Nicht selten gehören eine gesündere Lebensweise, eine bessere Ernährung und ein regelmäßiges Fitnesstraining dazu. Die Diskrepanz zwischen dem gewünschten und dem tatsächlichen Verhalten ist häufig aber groß. Um das Marketing entsprechend zielgruppenspezifisch auszurichten und Personen tatsächlich nachhaltig zu einem regelmäßigen Fitnesstraining zu bewegen, brauchen Fitnessanlagen Einblicke „in die Köpfe“ ihrer (potenziellen) Mitglieder. Jüngste Forschungsergebnisse der DHfPG erlauben den Vergleich zwischen Personen mit einer aktiven (N = 534) und Personen ohne Mitgliedschaft (N = 443) hinsichtlich Gesundheitsorientierung, Einstellung zum Training, Trainingshäufigkeit und ihren Verhaltensabsichten. Auch zeigen die Ergebnisse, wie die Fitnessbranche von diesen beiden Personengruppen in Bezug auf ihre Gesundheitskompetenz wahr-

genommen wird und ob dieses Fremdbild mit dem Selbstbild der Branche, die sich schwerpunktmäßig im Bereich Gesundheit positioniert sieht, übereinstimmt.

Blicken Fitnessanlagen durch die Brille der Kunden statt durch die des Unternehmers, öffnen sich ihnen ganz neue Perspektiven, die die Grundlagen ihrer Marketingaktivitäten sein sollten.

Die Bedeutung von Gesundheit Krisen wie die Corona-Pandemie führen häufig dazu, dass sich Werteorientierungen der Menschen verschieben. Daher ist es wenig verwunderlich, dass Gesundheit einen Zuwachs an Bedeutung erfahren hat: Für 51,9 Prozent der Mitglieder

G
01/23 fitness MANAGEMENT international 43

Wahrgenommene Gesundheitskompetenz

nierung der Studios in diesem Bereich. Die Ergebnisse der DHfPG aber zeigen, dass dieses Selbstbild der Branche nicht immer mit dem Fremdbild übereinstimmt. Während Personen mit einer aktiven Mitgliedschaft den Anlagen eine recht hohe Gesundheitskompetenz zuschreiben (M = 3,73, Skala von 1 = überhaupt nicht kompetent bis 5 = sehr kompetent), bewegt sich diese bei Nichtmitgliedern nur im durchschnittlichen Bereich (M = 3,36) und ist damit signifikant geringer ausgeprägt. Andere Gesundheitsdienstleister wie Orthopäden oder Physiotherapeuten werden von den beiden Gruppen hinsichtlich ihrer Gesundheitskompetenz jedoch gleich bewertet (vgl. Abb. 1). Dass die Unterschiede in der Wahrnehmung der Gesundheitskompetenz nur bei Fitness- und Gesundheitsanlagen auftreten, zeigt, dass die Anlagen ihre Außenwahrnehmung verändern und ihren Gesundheitsauftrag dringlicher nach außen vermitteln müssen.

Mitglieder (n = 521) Nichtmitglieder (n = 439)

Skala: 1 = überhaupt nicht kompetent bis 5 = sehr kompetent ** p < 0,001

Abb. 1: Wahrgenommene Gesundheitskompetenz

sowie für 57,8 Prozent der Nichtmitglieder hat Gesundheit im Vergleich zu vor der Corona-Krise eher bis stark an Bedeutung gewonnen. Sie besitzt aktuell für beide Gruppen einen sehr hohen Stellenwert (MMitglieder = 4,17, MNichtmitglieder = 3,95; Skala von 1 = überhaupt nicht wichtig bis 5 = sehr wichtig).

Besteht ein Fit zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung?

Die Fitnessbranche hat den Wert von Gesundheit längst erkannt und ihren Gesundheitsauftrag internalisiert. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der immer stärker werdenden Positio-

3,66 3,77 3,24

3,97 3,73 3,62 3,9 3,36 3,81 3,29

Wichtig ist also, dass die Branche ihren bedeutsamen Gesundheitsauftrag glaubwürdig nach außen kommuniziert und in den Köpfen der Zielgruppe verankert. Gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte sind hier unerlässlich, um das Fremdbild der Branche ihrem Selbstbild anzugleichen. Die hohe Gesundheitskompetenz, die Mitglieder den Anlagen zuschreiben, sollte sich mit jedem Training in den Anlagen bestätigen und weiter festigen. Positives Empfehlungsverhalten trägt hier

3,66 2,83 3,62

fitness MANAGEMENT international 01/23 44 AKTUELLES | FACHARTIKEL STUDIENERGEBNISSE

IstSoll 2 1 3 4 5 1 2 3 4 5
Skala: 1 = stimme überhaupt nicht zu, 5 = stimme vollkommen zu ** p < 0,001 Abb. 2: Lebensstil der Personen ohne aktive Mitgliedschaft (aktuell vs. Wunsch) 3,32
Stehen Unternehmen für bestimmte Werte ein, muss diese Werteorientierung glaubhaft nach außen vermittelt werden. Ein regelmäßiger Abgleich von Selbst- und Fremdbild deckt hier möglichen Handlungsbedarf auf.
Qualifizierte Beschäftigte als Stellschraube für die Außenwahrnehmung
Lebensstil der Personen ohne aktive Mitgliedschaft (aktuell vs. Wunsch)

nachhaltig dazu bei, die Außenwahrnehmung zu ändern. Eine entsprechende Kommunikationsstrategie seitens der Fitnessanlagen sollte ebenfalls den Fokus auf eine glaubwürdige Vermittlung der Gesundheitskompetenz der Anlagen legen.

Eine gelebte Werteorientierung geht weit über das Marketing hinaus. Die Mitarbeiter müssen die Werte des Unternehmens internalisieren und in der Interaktion mit den Kunden verkörpern. Der Wert Gesundheit wird hier durch gut qualifiziertes Personal verkörpert, das auf die Belange der Kunden eingeht.

Lebensstile von Mitgliedern vs. Nichtmitgliedern

Generell zeigt sich, dass Mitglieder ihren Lebensstil in vielen Facetten signifikant gesünder einstufen als Nichtmitglieder. Daher erscheint es nachvollziehbar, dass Personen ohne aktive Mitgliedschaft ihren Lebensstil verbessern möchten. Sie wollen ihre körperliche Fitness optimieren, sich gesünder ernähren und Stress durch körperliches Training reduzieren (vgl. Abb. 2).

Steigerung der Trainingshäufigkeit und -dauer angestrebt

5

4

2,91 3,45

3,96

3

Körperliches Befinden in Abhängigkeit der Trainingshäufigkeit 2 1

Skala: 1 = sehr schlecht bis 5 = sehr gut ** p < 0,001

Abb. 3: Körperliches Befinden in Abhängigkeit der Trainingshäufigkeit

Mitglieder trainieren aktuell zwei- bis dreimal (52,5 %) oder sogar mindestens viermal (24,6 %) pro Woche bei einer Anzeige

Trainingsdauer von insgesamt 276 Minuten. 23 Prozent trainieren maximal einmal wöchentlich. Jedes zweite Mitglied (50,6 %) würde sein wöchentliches Trainingspensum gern auf mindestens viermal pro Woche steigern.

Auch die Nichtmitglieder würden ein regelmäßiges Training gern als feste Routine in ihr Leben integrieren. Dies gelingt ihnen, wie die Daten zeigen, aktuell jedoch nicht: Zwei Drittel der Nichtmitglieder trainieren aktuell maximal einmal wöchentlich (67,7 %), 25 Prozent zwei- bis dreimal. Die durchschnittliche wöchentliche Trainingszeit der Nichtmitglieder beträgt im Durchschnitt aktuell 196 Minuten, angestrebt werden 215 Minuten. Mehr als jeder Zweite möchte hierzu zwei- bis dreimal pro Woche trainieren, jeder Vierte sogar viermal oder häufiger.

Damit die Menschen ihr gewünschtes Trainingsverhalten realisieren können, ist ein aktives Zutun der Fitnessanlagen erforderlich. Die Anlagen sollten einen Beitrag leisten, um die Nichtmitglieder zu einem regelmäßigen Training und insbesondere zum Durchhalten zu bewegen. Erste Trainingserfolge können als positive Verstärker genutzt werden.

Ein solcher Trainingserfolg liegt beispielsweise im subjektiv wahrgenommenen körperlichen Befinden. Unabhängig von einer bestehenden Mitgliedschaft zeigt sich, dass Menschen, die häufiger trainieren, sich körperlich signifikant besser fühlen als Personen, die seltener trainieren (vgl. Abb. 3).

Marketingempfehlungen für Fitnessanlagen

Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchung der DHfPG, die Mitglieder mit Nichtmitgliedern vergleicht, liefern die Basis für erste Handlungsempfehlungen für die Akteure der Branche. Dass Nichtmitglieder als Mitglieder gewonnen werden können, zeigt sich daran, dass auch sie ein regelmäßiges körperliches Training tendenziell als „eher erstrebenswert“ einstufen (M = 3,62, Skala von 1 = überhaupt nicht erstrebenswert bis 5 = sehr erstrebenswert). Gesundheit ist für beide Gruppen von höchster Bedeutung. Insbesondere bei Nichtmitgliedern aber muss der Gesundheitsauftrag der Anlagen durch das Marketing stärker und glaubwürdig in den Köpfen verankert werden –aktuell bewegt sich die zugeschriebene Gesundheitskompetenz nur im mittleren Bereich. Bei den Mitgliedern zeigt sich, dass jeder Zweite gern mindestens viermal pro Woche trainieren möchte. Aktuell gelingt dies „nur“ 24,6 Prozent. 23 Prozent der Befragten mit einer aktiven Mitgliedschaft trainieren nur maximal einmal pro Woche. Hier besteht großes Potenzial, diese Mitglieder zu einem regelmäßigeren Training zu bewegen. Ein enormes Potenzial zeigt sich in diesem Bereich bei den Nichtmitgliedern. Mehr als drei von vier streben ein regelmäßiges körperliches Training an.

Häufig bedarf es motivationaler Reize von außen, um die Verhaltensintention in konkretes Handeln zu transferieren. Die intrinsische Motivation ist bei Nichtmitgliedern gering ausgeprägt. Gleichzeitig besteht das Streben nach einem gesünderen Lebensstil. Die Fitnessanlagen sollten durch entsprechende Kommunikationsaktivitäten unterstützend wirken, bestehende Mitglieder sollten in ihrem aktuellen Lebensstil bestärkt werden.

Fazit

Auch diese Untersuchung der DHfPG zeigt, wie wichtig eine fundierte Kenntnis des „Innenlebens“ der jeweiligen Zielgruppe ist. Während die Fitnessbranche die Bedeutung einer Positionierung im Bereich „Gesundheit“ erkannt und ihren Gesundheitsauftrag internalisiert hat, gilt es nun, die Sichtweise der Zielgruppe zu kennen. Mitglieder und Nichtmitglieder zeigen hier eine unterschiedliche Wahrnehmung der Gesundheitskompetenz der Anlagen, die vom Marketing entsprechend unterschiedlich adressiert werden sollte. Gleichzeitig liefert die Studie wertvolle Einblicke, wie die Bindung von bestehenden und die Gewinnung neuer Kundinnen und Kunden gelingen kann. Die Konsumentenverhaltensforschung erklärt das Warum und Wie des Verhaltens der Kundschaft. Nur wer die Antworten auf diese Fragen kennt, kann Erfolgspotenziale identifizieren und realisieren. Die dargestellte Studie liefert hier einen ersten wichtigen Beitrag.

Prof. Dr. Sarah Kobel promovierte am Institut für Konsum- und Verhaltensforschung an der Universität des Saarlandes. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der DHfPG und leitet dort die Abteilung Wissenschaft und Forschung. Seitdem hat sie für Forschungsprojekte mehrere Marktbefragungen unter Studiobetreibern und Fitnesskunden begleitet.

www.dhfpg-bsa.de

FIBO Congress vom 13. bis 15. April 2023 – Sie möchten mehr u. a. zu den Motiven von Trainierenden und Nichttrainierenden sowie zur Rolle von Gesundheit beim Fitnesstraining erfahren, dann besuchen Sie Prof. Dr. Sarah Kobels Vortrag „Der (potenzielle) Fitnesstreibende – verstehen, was ihn bewegt“.

Es erwarten Sie über 80 Vorträge in sieben branchenrelevanten Themensträngen. Infos und Tickets unter: www.fibo-congress.com

Prof. Dr. Sarah Kobel
Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 01/23 46 AKTUELLES | FACHARTIKEL STUDIENERGEBNISSE

Das ultimative KundenbindungsTool.

Erfahre mehr über die Myzone-Technologie unter myzone.org oder deutschland@myzone.org

2+
Gegründet im Jahr 2011 84 Länder 20 Sprachen 9000 Myzone Clubs
Millionen ausgelieferte Geräte

Einfach effektiv bewegen

Im November 2022 eröffnete Norman Hein seine dritte Gesundheitseinrichtung, das natural fit in Mengkofen. Sein Motto: „einfach effektiv bewegen“. Warum er dabei seit 2016 aus voller Überzeugung auf milon & five setzt und was er dieses Mal bewusst anders macht, erzählt er uns im Interview.

fMi: Es gibt sicher rosigere Zeiten für eine Studioneueröffnung. Was hat Dich dazu bewogen, im November 2022 einen weiteren natural fit Standort zu eröffnen?

Norman Hein: Wir waren motiviert und überzeugt davon, dass das Trainingskonzept an unserem dritten Standort funktionieren würde. So einfach war das (lacht). Okay, es gehört noch etwas mehr dazu. Aber um ehrlich zu sein, finden sich immer Ausreden und Ängste, da muss weder Corona noch eine Energiekrise kommen. Was zählt, ist das Vertrauen in sein Team und sich selbst. Vertrauen in das, was man tut und was

man kann. Da muss man oftmals seine Komfortzone verlassen und schwierige Entscheidungen treffen, ganz klar. Aber nur so wächst man über sich hinaus und kann etwas Neues schaffen. Das ist die eine Seite: der Spirit, die innere Einstellung.

Auf der anderen Seite muss man so eine Entscheidung langfristig planen und sämtliche Chancen und Risiken abwägen. Uns haben dabei die Erfahrungswerte der beiden anderen Standorte geholfen – auch, wenn Mengkofen etwas anders funktioniert.

Letztlich hat bei uns beides gepasst: die Einstellung und die wirtschaftliche Ausgangssituation. Also war die Entscheidung gefallen und bislang haben wir sie nicht bereut. Nach nur zwei Wochen hatten sich bereits über 100 Mitglieder angemeldet! Ich wusste ehrlich nicht, wie ich die Einweisungstermine unterbringen sollte.

Das natural fit in Mengkofen ist Deine dritte Anlage. Inwiefern unterscheidet sich das Trainingskonzept von den Konzepten der anderen Studios?

fitness MANAGEMENT international 01/23 48 AKTUELLES | TRAININGSKONZEPT | ANZEIGE
Volle Kraft voraus: Gesundheitstraining mit milon & five
Fotos: natural fit
natural fit Geschäftsführer Norman Hein

Mengkofen steht noch mehr unter dem Motto „einfach effektiv trainieren“. Wir haben viel mehr Platz zur Verfügung – 380 Quadratmeter – und können deshalb noch mehr Trainingsvielfalt bieten. Konkret heißt das: ein Kraft-BeweglichkeitsParkour, five-express fürs Warm-up im Stehen, elf milon Q Kraftgeräte, five-pro für das geübtere Muskellängentraining, zwei Cardio-Zirkel mit Bikes und Crosstrainer und der SKILLCOURT fürs Gehirntraining.

Mit dieser Kombi können wir noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden eingehen und maßgeschneiderte Lösungen bieten. Das trifft für mich genau den Puls unserer Zeit und hebt das Gesundheitstraining auf ein neues Level.

Im Gegensatz zu Mallersdorf und Köfering setzen wir erstmals auf ein modulares Preissystem. Im Basic-Paket sind der Kraft-Beweglichkeits-Parkour und five inkludiert. Themenbereiche wie das freie elektronische Krafttraining oder der SKILLCOURT lassen sich dazubuchen. Für die monatliche Kündbarkeit zahlt man bei Bedarf noch etwas obendrauf.

Welche Erfahrungen hast Du in den ersten Wochen sammeln können, was die Modularität anbelangt?

Das Schöne ist, dass bislang etwa 70 Prozent die All-inLösung gewählt haben, 20 Prozent setzen auf eine Zwischenvariante und das Basic-Paket haben gerade mal zehn Prozent unserer Mitglieder gebucht. Auch die Variante mit monatlicher Kündigung schließen nur wenige Kunden ab. Dennoch halte ich es für wichtig, sämtliche Optionen anzubieten.

Hängt das auch von Deiner Zielgruppe ab?

Das spielt sicher auch eine Rolle. Wir sehen uns mit den drei natural fit Einrichtungen klar als Anbieter für Gesundheitstraining. Das heißt, wir sprechen Trainierende an, die etwas für ihre Gesundheit tun möchten – im Idealfall präventiv mit dem richtigen Kraft- und Beweglichkeitstraining. Da holen wir viele Leute ab, die vor einem klassischen „Pumperstudio“ Scheu haben.

Gleichzeitig bieten wir mit den elektronischen Kraftgeräten von milon aber auch ambitionierten Trainierenden die Möglichkeit, exzentrisch überhöht zu trainieren und das Maximum an Muskelreiz herauszuholen. Die Kombi macht´s! Uns ist einfach wichtig, dass alle Trainierenden das für sie richtige Training ausüben können, um eine möglichst hohe Lebensqualität lange zu erhalten.

Wie sahen Deine Marketingaktionen zur Eröffnung aus?

Eigentlich ganz klassisch: Print, online und Weiterempfehlung. Alles, was geht. Ich würde mich da nie auf nur einen Kanal verlassen und nehme lieber etwas mehr als weniger Budget in die Hand. Natürlich spielt es uns auch in die Karten, dass Mallersdorf nur 20 Kilometer entfernt liegt und wir in der Region schon als Gesundheitsanbieter bekannt sind.

Du deckst mit deinem Gerätepark nahezu alles ab: Muskel-, Beweglichkeits-, Herz-Kreislauf- und Gehirntraining. Warum setzt Du dabei seit sechs Jahren auf milon & five?

five zählt seit 2016, milon seit 2018 zu unserer Standardausstattung. Mich haben die Qualität und Philosophie der beiden

deutschen Firmen überzeugt. Da steckt neben aller moderner Hightech noch echte Handarbeit drin. Außerdem habe ich mich von Beginn an immer top beraten und betreut gefühlt –in allen Belangen.

Neben vielen Software-Innovationen waren für uns dieses Jahr insbesondere die Kombi von Kraft- und Muskellängentraining im Kraft-Beweglichkeits-Parkour sowie der milon YOU als neues Screening- und Testingtool spannend. Den milonizer kenne ich schon seit Jahren und ich kann sagen: Da steckt nochmal um einiges mehr an richtig cooler Technik drin! Auch der SKILLCOURT passt super ins Konzept.

Außerdem finde ich es klasse, dass man mit der milon Software alle Geräte einrichten und steuern kann – und das sogar studioübergreifend.

Was rätst Du anderen Betrieben, die derzeit in puncto Investitionen eher zurückhaltend sind? Es muss nicht immer die 100.000-Euro-Investition sein. Manchmal genügt es schon, sich in einer kleinen Runde jede Woche eine Stunde Zeit zu nehmen – also zu investieren (!) –und zu überlegen, was man effektiver oder einfacher machen könnte, auch mit kleineren Mitteln. Was funktioniert gut, was kann man ausbauen?

Wird es dann doch die größere Investition, sollte man sich darauf konzentrieren, nicht noch ein fünftes Rad an den Wagen zu schrauben. Das oberste Ziel sollte immer sein, einen Mehrwert für den Kunden zu generieren, also zum Beispiel das Training einfacher und effektiver zu gestalten. Wichtig dabei ist, lösungsorientiert zu denken und Ängste auszublenden.

In die Zukunft schauen kann ich auch nicht. Was ich aber kann – und nur jedem rate – ist, das Beste aus der aktuellen Situation herauszuholen. Gerade im Bereich Gesundheitstraining haben wir so unglaublich viel Potenzial. Wir können etwas bewegen. Einfach und effektiv. Und das ist, was zählt!

01/23 fitness MANAGEMENT international 49
Im großzügig angelegten five Bereich können Mitglieder ihre Beweglichkeit trainieren
KRETA 26. - 29. Oktober 2023 JETZT ANMELDEN Anmeldung und Informationen www.dssv.de/event 4 Tage, 3 Nächte - Mehr als ein Branchentreffen
abwechslungsreiche Natur und Freizeitangebote gepaart mit außergewöhnlichen Vorträgen und Workshops bieten die perfekten Voraussetzungen für ein unvergessliches Event . "
Kretas
2023
Endlich wieder:
EVENT DSSV

Ein bewegtes Jahr geht zu Ende Der Rückblick

Diese Themen haben die Studiobetreiber beschäftigt: Corona, faire Verbraucherverträge, Arbeitskräftemangel, Mindestlohnerhöhung, Energiekosten und die steigende Inflation waren nur einige der Punkte, mit denen wir uns 2022 in unserer Verbandstätigkeit befassten. Das Jahr 2022 war geprägt von Veränderungen, Herausforderungen und Emotionen. Ein Jahr, das uns in aller Klarheit aufgezeigt hat, wie schnell sich in unserer Welt vermeintlich Verbindliches auflösen kann.

Obwohl die Pandemie in unserer täglichen Verbandsarbeit aufgrund der Vielzahl an Hilfsprogrammen, der anhaltenden Probleme mit der Auslegung der Verordnungen sowie der Verlängerung der Schlussabrechnung bis zum 30. Juni 2023 immer noch präsent war, wurde sie zur Mitte des Jahres durch andere Ereignisse überlagert.

Wichtige Gesetzesänderungen

Auf Corona folgten zum 1. März 2022 die fairen Verbraucherverträge. Das Gesetz hat auch für Fitnessstudiobetreiber weitreichende Auswirkungen, da insbesondere die gesetzlich zulässigen Laufzeiten und Kündigungsfristen erheblich geändert werden mussten. Ab dem 1. Juli 2022 wurde zudem für online abgeschlossene Verträge ein „Kündigungsbutton“ verpflichtend. Steht die Kündigungsschaltfläche nicht bereit, führt das dazu, dass der Verbraucher jederzeit fristlos kündigen kann. Darüber hinaus können Verstöße über Abmahnungen und die gerichtliche Verfolgung von Unterlassungsansprüchen geahndet werden. Die „Arbeitsbedingungenrichtlinie“ ((EU) 2019/1152) des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates wurde in Deutschland zum 1. August 2022 umgesetzt. Das hat zu einer spürbaren Änderung des sogenannten Nachweisgesetzes (NachwG) geführt. Diese Gesetzesände-

rung birgt Anpassungsbedarf für viele Arbeitsverträge, die seit dem 1. August 2022 neu geschlossen oder geändert wurden.

Erhöhung des Mindestlohns

Zum 1. Oktober 2022 wurde der gesetzliche Mindestlohn auf 12 Euro brutto pro Stunde angehoben. Für Sie als Betreibende bedeutete die Erhöhung, dass Sie das Personalkostenbudget neu bewerten und berechnen mussten. Um die richtigen Entscheidungen hinsichtlich der Personalplanung treffen zu können, verschaffen wir Ihnen in unserem DSSV-Mitgliederbereich einen Überblick über die möglichen Beschäftigungsformate. Minijobber, kurzfristig Beschäftigte und Midijobber bieten eine sozialversicherungstechnisch günstige Alternative zu anderen Arbeitnehmenden. Auf hochqualifizierte Mitarbeitende sollten Sie aber selbstverständlich keinesfalls verzichten, da sie den direkten Weg zur Kundenzufriedenheit und -bindung darstellen. In diesem Fall sind dual Studierende immer eine optimale Ergänzung der Personaldecke.

Auswirkungen der Energiekrise

Aufgrund des Ukrainekrieges sind die Energiekrise und die damit einhergehende steigende Inflation die wichtigsten Themen, die uns seit Mitte des Jahres beanspruchen. Nach vielen Gesprächen, an denen wir als Arbeitgeberverband aktiv in Berlin mitwirkten, ist nun klar: Mit milliardenschweren Entlastungen sollen die Folgen der rasant gestiegenen Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen abgefedert werden. Der Bundestag beschloss demnach Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme, die ab 1. März 2023, rückwirkend zum 1. Januar 2023, für Entlastung sorgen sollen, sowie eine Härtefallregelung für Nutzer anderer Heizmittel. Heute ist bereits abzusehen, dass die Preisbremsen schlicht nicht ausreichen, um die existenzielle Not vieler Menschen und Unternehmen zu lindern. Millionen Privatpersonen sowie kleine und mittelständische Unternehmen können es sich nicht leisten, den doppelten Preis für Strom, Gas oder Öl zu bezahlen. Auch wenn die wesentlichen Eckpunkte zur Entlastung von Bürgern und Wirtschaft im Bundestag und im Bundesrat verabschiedet wurden – an den Details der Umsetzung wird aktuell noch gefeilt –, sind wir für Sie weiter in Gesprächen mit Berlin!

www.dssv.de
fitness MANAGEMENT international 01/23 52 DSSV | KOLUMNE
EINZIGARTIGE BIOMECHANIK FÜR OPTIMALEN TRAININGSERFOLG, ZERTIFIZIERUNG NACH MPG MAXIMALER ERFOLG DURCH FUNDIERTE STUDIOKONZEPTE KRAFTGERÄTE | CARDIO | FUNCTIONAL | FREEWEIGHTS | CROSSTRAINING HOIST Fitness Germany GmbH | Bonner Wall 122 | 50677 Köln | +49 (0) 221 96 46 18 38 | info@hoist-fitness.comHOIST.FITNESS.GERMANY HOIST.FITNESS.DEUTSCHLAND GENERALIMPORTEUR FÜR DEUTSCHLAND & ÖSTERREICH. -

Ein neuer Vorstand und viele Herausforderungen

Das neue Jahr beginnt

Ein neuer Vorstand wird im neuen Jahr die Geschicke unseres Verbandes lenken. Die Zusammenarbeit von Prof. Dr. Wessinghage als Präsident, Werner Kündgen als Vizepräsident und Ralf Capelan als Schatzmeister wird die Strategie für die kommende Legislaturperiode vorgeben.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen und Erfahrungen der letzten beiden Jahre müssen wir die zentrale Rolle der Fitness- und Gesundheitsstudios im Kontext der Volksgesundheit gegenüber der Politik und Gesellschaft noch prominenter vertreten und in den Köpfen der Entscheidungsträger fest verankern. Als renommierter Facharzt und Mediziner genießt Prof. Dr. Wessinghage eine hohe Wertschätzung und ist in wichtigen relevanten Medizin- und Präventionsnetzwerken vertreten. Gleichzeitig ist er auch innerhalb der Branche und der Gesundheitspolitik bestens vernetzt. Durch seine Wahl zum Präsidenten versprechen wir uns hier wertvolle Synergieeffekte sowie neue Chancen, um die gesundheitsrelevante Rolle der Branche weiter zu untermauern.

Mit Steuerberater Werner Kündgen bleibt ein wichtiger Bestandteil des vorherigen Vorstandes im Amt. Hiermit gewährleisten wir unter anderem weiterhin den unermüdlichen Einsatz in Bezug auf eine Mehrwertsteuersenkung in unserer Branche. Monetäre Entlastungen sind eine lohnende Voraussetzung, um noch mehr Menschen davon zu überzeugen, in ihre Gesundheit zu investieren – zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft. Werner Kündgen macht sich deshalb für eine finanzielle Entlastung in Form einer Mehrwertsteuersenkung für Mitgliedsbeiträge stark. Weitere steuerrechtliche sowie das Sachverständigenwesen betreffende Themenfelder liegen ebenfalls in der strategischen Ausrichtung des Vizepräsidenten.

Damit die Fitness- und Gesundheitsunternehmen betriebswirtschaftlich zukunftssicher planen können, braucht es vonseiten der Politik mehr (finanzielle) Unterstützung und größeren wirtschaftlichen Rückhalt. Allein aus gesundheitsökonomischer Sicht müssen die entsprechenden Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zukünftig noch enger

zusammenarbeiten. Hier möchte Ralf Capelan ansetzen. Mit seiner langjährigen Expertise als Unternehmensberater, Führungskraft und Dozent wird er zudem den Mitgliedern des DSSV eine professionelle Unterstützung sein und sich den ökonomischen und kaufmännischen Themen der Mitglieder annehmen.

Fazit

Wir wollen explizit die Anerkennung der Fitness- und Gesundheitsanlagen als Teil des Gesundheitssystems. Die Fitnessbranche ist ein starker Treiber der Binnenkonjunktur, ein verlässlicher Arbeitgeber und über ihre Betriebe eine anerkannte Ausbildungsstätte – kurzum eine attraktive Branche mit Zukunft. Der DSSV fordert eine angemessene Wertschätzung der Branche und eine weitere Optimierung der Rahmenbedingungen. Unsere Branche steht für körperliche Aktivität, für soziales und geistiges Wohlbefinden, für glaubwürdige Lösungen bei zahlreichen Gesundheitsproblemen unserer Gesellschaft sowie für die Möglichkeit, den Menschen mehr Lebensqualität zu verschaffen.

www.dssv.de
Foto: fitness MANAGEMENT fitness MANAGEMENT international 01/23 54 DSSV | KOLUMNE
Florian

Prof. Dr. Thomas Wessinghage

DSSV-Präsident

fMi: Herr Prof. Dr. Wessinghage, Sie sind seit vielen Jahren eng mit dem Fitness- und Gesundheitsmarkt und dem DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen verbunden. Wo liegen aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen, vor denen die Branche steht? Prof. Dr. Thomas Wessinghage: Noch nie war der gesundheitliche Präventionsbedarf so groß wie heute: Die CoronaPandemie und die beiden Lockdowns haben der Volksgesundheit stark zugesetzt und die Branche vor immense Herausforderungen gestellt. Umfangreiche Studienergebnisse bspw. aus den beiden wissenschaftlichen Abhandlungen der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, DHfPG, und die CoronaStudien weiterer einschlägiger Institutionen, unter anderem der TU München, haben klar aufgezeigt, dass der Bewegungsmangel und die damit einhergehenden Zivilisations-krankheiten auf einem neuen Rekordniveau liegen. Was es jetzt braucht, sind ganzheitliche branchenübergreifende Präventionslösungen, um diesen negativen Entwicklungen gesamtgesellschaftlich zu begegnen.

In Sachen Prävention gibt es also gemeinsam noch viel zu tun – Hat Sie das für die Kandidatur zum DSSV-Präsidenten motiviert? Warum wollen Sie sich noch mehr einbringen und engagieren?

zung innerhalb des Gesundheitswesens ergeben sich für unsere Fitness- und Gesundheitsbranche, den Verband und die Fitnessindustrie neue Synergien, die wir gewinnbringend nutzen wollen, um der Branche so einerseits zu noch mehr Akzeptanz zu verhelfen und die Prävention durch neue Netzwerke mit Krankenkassen, Kommunen und Unternehmen weiter voranzubringen.

Seit einigen Jahren haben Sie den DSSV-Vorstand bereits aktiv als Gesundheitsexperte unterstützt und zusammen mit Verbandspartnern, wie der DHfPG und BSA-Akademie, zukunftsweisende Projekte angestoßen. Wie wichtig sind solche und andere gesundheitspolitische Aktivitäten für die Branche?

„Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die gesundheitliche Eigenverantwortung der knapp 10 Millionen Menschen, die regelmäßig in Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen trainieren, künftig die gebührende Wertschätzung in der Gesellschaft erfährt.“

Auf jeden Fall – mein Herz schlägt schon sehr lange für die Branche, es ist meine Passion. Mit ihren professionellen Gesundheitsdienstleistungen sind die Fitness- und Gesundheitsstudios aus meiner Sicht die zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, sich körperlich und mental rundum fit zu halten. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Volksgesundheit, der in der Praxis leider allzu häufig unterschätzt bzw. deutlich zu wenig wertgeschätzt wird.

Aus diesem Grund möchte ich mich in meiner neuen Rolle als DSSV-Präsident noch mehr einbringen, Verantwortung übernehmen und auf allen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Ebenen für die Belange der Branche einsetzen. Durch meine persönlichen Kontakte und die gute Vernet -

Sie sprechen sicher den Erfolg der „Fitmach-Aktion“ an. Dieses Modellprojekt in Kooperation mit dem saarländischen Gesundheitsministerium, der DHfPG, dem Verein für Prävention und Gesundheit im Saarland (PuGiS) e. V. sowie den ortsansässigen Krankenkassen ist ein Paradebeispiel dafür, wie branchenübergreifende Projekte Menschen zu mehr Bewegung und einem gesunden Lebensstil motivieren können. So ein Projekt wäre auch auf Bundesebene umsetzbar und wünschenswert, um die Prävention gemeinsam weiter voranzubringen. Des Weiteren stellen wissenschaftliche Erkenntnisse, die man aus diesen Projekten sowie Studien und Umfragen, wie bspw. den „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“ gewinnt, eine wichtige Diskussionsgrundlage dar, um die Gesundheitsrelevanz der Branche mit aktuellen Zahlen zu untermauern und weiteren Handlungsbedarf aufzuzeigen. Auf dem 6. Parlamentarischen Abend des DSSV, der DHfPG und BSA-Akademie in Berlin haben wir am 18. Mai 2022 über ebendiese Herausforderungen mit namhaften Bundestagsabgeordneten und Krankenkassenvertretern diskutiert und weitere Ideen gesammelt sowie Projekte und Kooperationen angestoßen. Als DSSV-Gesundheitsexperte konnte ich vor kurzem u. a. beim digitalen Fachgespräch der CDU/CSU zum Thema „Bessere Prävention durch mehr Bewegung – Lösungen für eine gesündere Gesellschaft“ am 19. Oktober 2022 die zentrale Rolle

Foto: fitness MANAGEMENT fitness MANAGEMENT international 01/23 56 DSSV | NEUER VORSTAND

der Studios im Rahmen der Prävention in den Fokus rücken. Weitere Podiumsdiskussionen mit anderen Fraktionen sind in Planung.

Und wie soll es weitergehen? Welche Weichen wollen Sie zusammen mit dem neuen Vorstandsteam nach Ihrem Amtsantritt stellen und was sind Ihre Ziele?

Mit unseren bisherigen Aktivitäten sind wir auf viel positive Resonanz und offene Ohren gestoßen – darauf wollen wir aufbauen! Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir die Unterstützung der Studios sowie Mitglieder, die unsere Interessen auch auf kommunaler Ebene vertreten und sich dort aktiv einsetzen können. Als Verband und Sprachrohr der Branche wollen wir die Gesundheitspolitik und die Prävention künftig noch aktiver mitgestalten und zusammen mit dem neuen Vorstand viel bewegen.

Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die gesundheitliche Eigenverantwortung der knapp 10 Millionen Menschen, die regelmäßig in Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen trainieren, künftig die gebührende Wertschätzung in der Gesellschaft erfährt. Dies einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln und mehr Menschen diesem Vorbild folgen zu lassen, ist mein Ziel für die nächsten Jahre.

Der Facharzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin ist Prorektor der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Im Laufe seiner ärztlichen Karriere hatte er u. a. verschiedene Führungspositionen in großen Rehakliniken inne und war zuletzt als Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Medical Park Kliniken im Tegernseer Tal tätig.

Im Juli 2008 wurde ihm der Professorentitel der DHfPG im Fachbereich Fitnesstraining, Studiengebiet Medizin/Trainingswissenschaften verliehen.

Weltruhm erlangte er als Ausnahmeathlet: Unter anderem wurde er 1982 Europameister über 5.000 Meter in Athen und siegte in 22 Deutschen Meisterschaften. Er stellte eine Vielzahl europäischer Rekorde auf – zwei deutsche Bestzeiten über 1.500 und 2.000 Meter sind bis heute ungebrochen.

Zu den Themen Laufen und Ernährung ist er ein gefragter Experte z. B. für Seminare und Publikationen.

www.dssv.de 01/23 fitness MANAGEMENT international 57

Werner Kündgen

fMi: Herr Kündgen, als Vizepräsident des DSSV haben Sie die Geschicke des Verbandes bereits seit mehr als 30 Jahren aktiv mitgestaltet und viel erlebt. Was dürfen wir aus Ihrer Sicht vom neuen interdisziplinären Expertenteam im DSSV-Vorstand erwarten?

Werner Kündgen: Ich bin überzeugt, dass wir mit den neu gewählten Vorstandsmitgliedern ein starkes Führungsteam bilden, so die Interessen unserer Mitglieder in allen Belangen optimal vertreten und der Branche noch mehr Gehör verschaffen können. Jedes Vorstandsmitglied ist auf seinem jeweiligen Fachgebiet ein absoluter Experte und bringt langjährige Branchenerfahrung sowie ein großes persönliches Netzwerk mit. Diese Expertise wollen wir im Vorstand zentral bündeln und neue wichtige Impulse für die Branche setzen. Davon werden der Verband und vor allem auch die DSSV-Mitglieder langfristig profitieren. Zusammen mit den jeweils zuständigen DSSV-Expertengremien und dem DSSV-Juristenteam sind wir aus meiner Sicht für die Zukunft kompetent und interdisziplinär aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen und Projekte gemeinsam anzugehen. Wir werden an die professionelle und engagierte Arbeit des bisherigen Vorstands um Birgit Schwarze nahtlos anknüpfen und den eingeschlagenen Weg der Professionalisierung konsequent weiterverfolgen, um den Mitgliedern auch in Zukunft möglichst praxisnahe Unterstützungen und einen bestmöglichen Service zu bieten.

Gesundheitsbetriebe durch die sich ständig verändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen massiv erhöht hat. Egal ob anstehende Rückzahlung von Corona-Hilfen, potenzielle neue Unterstützungspakete oder die angekündigte Gaspreisbremse – die Studiobetreiber haben sehr viele Fragen und sind zunehmend verunsichert, wie man diesen Entwicklungen begegnen soll. Das liegt aus meiner Sicht vor allem an fehlenden Informationen und der Komplexität der Regelungen, die die Unternehmen derzeit sehr stark belasten.

„In diesen schwierigen und unruhigen Zeiten gilt es zusammenzuhalten und an einem Strang zu ziehen. Darum bitte ich alle Studiobetreiber: Werden Sie aktiv, bringen Sie sich ein und stellen Sie jetzt mit uns gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft!“

In Ihrer Rolle als Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Fitness- und Freizeitanlagen und Berater des DSSV waren Sie und Ihr Team in den letzten beiden Jahren sicher enorm gefordert. Mit welchen Schwierigkeiten und Problemen haben die Fitnessstudiobetreiber derzeit am meisten zu kämpfen?

Die letzten Monate waren für das ganze DSSV-Team sehr turbulent und fordernd. Viele Studiobetreiber haben angesichts der steigenden Energiekosten, der hohen Inflation und der fehlenden bzw. geringeren Umsätze aus den Corona-Jahren 2020/2021 mit Existenzängsten zu kämpfen. Hinzu kommt, dass sich der bürokratische Aufwand für die Fitness- und

Was brauchen die Studios, um die wachsenden wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen zu meistern und wie kann der DSSV seine Mitglieder dabei bestmöglich unterstützen? Mit unserem zehnköpfigen Beratungsteam stehen wir den Mitgliedern und Unternehmen bei den wachsenden Herausforderungen täglich unterstützend und beratend zur Seite. Wir klären aktiv auf und haben stets ein offenes Ohr für die aktuellen Bedürfnisse, die die Studios an uns herantragen. Das gilt besonders auch für unsere praxisnahen Online-Seminare und Workshops, in denen wir gezielt auf „brennende“ Fragen, Themen und Wünsche unserer Mitgliederstudios eingehen und diese zusammen mit unterschiedlichen Fachexperten beleuchten. Neben diesen DSSV-eigenen Unterstützungen und Hilfestellungen brauchen die Studios jetzt seitens der Politik vor allem Zukunftsperspektiven, mehr Planungssicherheit/Transparenz, weniger bürokratische Hürden und schnelle, unkomplizierte Lösungen, damit sie ihrem Gesundheitsauftrag auch effektiv nachkommen können. Das gemeinsame Ziel muss es sein, dem zunehmenden Bewegungsmangel über alle Altersspannen hinweg aktiv zu begegnen. Denn nur so können möglichst viele Menschen von den gesundheitspositiven Effekten des Fitnesstrainings profitieren und durch eine gezielte Prävention künftig Krankheitskosten vermieden bzw. deutlich reduziert werden.

Gemeinsam ist man stärker: Warum sollten sich noch mehr Studios dem DSSV anschließen?

Als Dachverband und politische Interessenvertretung der knapp

Foto: fitness MANAGEMENT fitness MANAGEMENT international 01/23 58 DSSV | NEUER VORSTAND

9.500 deutschen Fitness- und Gesundheitsstudios braucht der DSSV eine möglichst große und starke Mitgliederbasis. Neben den zahlreichen Vorteilen und Mehrwerten, die mit einer Mitgliedschaft einhergehen, setzen die Studios mit ihrem Beitritt auch ein klares Statement und wichtiges Signal für die Einheit und die Zukunft der Branche. Der DSSV ist einer der Spitzenverbände in der BDA (Anm. der Red.: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und somit als seriöser und kompetenter Ansprechpartner für die Politik, die Kostenträger (Krankenkassen), die Medien und andere gesellschaftliche Institutionen anerkannt. Dieses Standing erfordert unglaublich viel Zeit, Engagement sowie eine Stange Geld. Das kann nur durch eine große und breite Mitgliederbasis erreicht werden.

In diesen schwierigen und unruhigen Zeiten gilt es zusammenzuhalten und an einem Strang zu ziehen. Darum bitte ich alle Studiobetreiber: Werden Sie aktiv, bringen Sie sich ein und stellen Sie jetzt mit uns gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft!

Werner Kündgen

Der Steuerberater sowie öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Fitnessund Freizeitanlagen wirkt bereits seit über 30 Jahren in den Geschicken des DSSV mit. Als Vizepräsident des Verbandes und ehemaliges Vorstandsmitglied des Deutschen Fitness- und Aerobic Verbandes e. V. ist er mit den Besonderheiten der Branche bestens vertraut.

Neben seinen Tätigkeiten als Mitglied in der ehem. KfW Beraterbörse und langjähriger Geschäftsführer der Steuerberatungsund Treuhandgesellschaft Kündgen & Kündgen ist er bereits in der Vergangenheit als Leiter der Steuerabteilung für den DSSV im Einsatz gewesen und stellt seine steuerrechtliche Expertise dem Verband und den Mitgliedern weiterhin zur Verfügung.

www.dssv.de 01/23 fitness MANAGEMENT international 59

Ralf Capelan

DSSV-Schatzmeister

fMi: Herr Capelan, was hat Sie motiviert, neben Ihren bisherigen Tätigkeiten für den DSSV jetzt zusätzlich auch das Amt des Schatzmeisters zu übernehmen?

Ralf Capelan: Als fester Bestandteil des Eckdatenteams unterstütze ich den DSSV bereits seit 2014 bei der Studie zu den „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“. Gleichzeitig stehe ich dem DSSV-Vorstand seit Ende 2021 in ökonomischen und kaufmännischen Fragen als BWL-Experte beratend zur Seite. Für mich ist die Übernahme des Schatzmeisterpostens somit der nächste konsequente Schritt, um mich noch mehr in die Verbandsarbeit des DSSV einzubringen. Gemäß dem Motto: „Be a part of something bigger“, möchte ich tatkräftig mit anpacken, um die Branche voranzubringen und weiter zu professionalisieren.

Inwiefern kommen Ihnen für die künftigen Aufgaben Ihre langjährige Praxiserfahrung und Ihr betriebswirtschaftliches Know-how zugute? Welche Synergieeffekte bzw. Mehrwerte ergeben sich daraus für die Mitglieder? Durch meine mehr als dreißigjährige Praxiserfahrung sowie meine Tätigkeiten als selbstständiger Unternehmensberater und Hochschuldozent an der DHfPG bin ich in der Branche sehr gut vernetzt. Ich stehe im ständigen Austausch mit Studiobetreibern und weiß, was die Unternehmen derzeit beschäftigt bzw. was sie brauchen und wo „der Schuh drückt“. Dieses Wissen wollen wir künftig noch zielführender für die Verbandsarbeit nutzen, damit die Betreiber die wachsenden betriebswirtschaftlichen Herausforderungen nach der Corona-Pandemie auch erfolgreich meistern und ihre Unternehmen zukunftssicher aufstellen können. Bei allem, was wir tun, steht dabei immer der größtmögliche Nutzen und der Mehrwert für die DSSV-Mitglieder im Vordergrund.

schwieriger. Wie unterstützt der DSSV seine Mitgliedsstudios in dieser schwierigen Phase?

Wir haben in den letzten Monaten intensiv daran gearbeitet, den Studios praxisnahe Hilfestellungen und Unterstützung zu bieten. Dazu gehören u. a. Online-Seminare und Experten-Workshops zu unterschiedlichsten Themen, die für das Studio- bzw. Personalmanagement derzeit wichtig sind. Diese Inhalte stehen im internen Mitgliederbereich frei zur Verfügung und wurden seitens der Betriebe und ihrer Mitarbeiter dankend angenommen. Im Rahmen einer eigenen Energie-Kampagne haben wir die Studios auch über mögliche Einsparpotenziale aufgeklärt und ihnen mit dem „Leitfaden Kostenmanagement in Fitness- und Gesundheitsanlagen“ ein wichtiges Tool an die Hand gegeben, um die eigenen Kosten effektiv im Blick zu halten und zu managen. Darüber hinaus werden wir in der betrieblichen Beratung einen Schwerpunkt unserer Verbandsarbeit setzen. Darauf können sich die Mitgliedsbetriebe verlassen.

„Wir sind Teil der Lösung und als ‚GameChanger‘ ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitssystems. Umso wichtiger ist es, jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen und die Branche weiter voranzutreiben.“

Derzeit stehen viele Fitness- und Gesundheitsstudios in wirtschaftlicher Hinsicht vor großen Herausforderungen. Fehlende Umsätze, steigende Energiekosten und die hohe Inflation machen ein „gesundes“ Wirtschaften immer

Wo sehen Sie im Markt derzeit den größten Handlungsbedarf, um die Unternehmen zukunftssicher aufzustellen und die Branche gemeinsam weiter voranzubringen? Neben den angesprochenen ökonomischen Aspekten sehe ich besonders im zunehmenden Fachkräftemangel eine große Herausforderung. Zwar hat die Branche mit hohen Qualitäts- und Qualifikationsstandards in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt, doch das ist nicht genug –denn vielerorts fehlt es derzeit an Fach- und Führungskräften. Viele Stellen bleiben unbesetzt und die Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften wird zunehmend schwieriger. Das ist eine Entwicklung, der wir als Branche gemeinsam aktiv begegnen sollten. Wenn wir langfristig konkurrenzfähig bleiben, den hohen Präventionsbedarf decken und steigende Mitgliederbedürfnisse befriedigen wollen, müssen wir mehr denn je in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter investieren! Mit der DHfPG und BSA-Akademie hat der DSSV einen kompetenten, renommierten und seit Jahren etablierten Bildungspartner an seiner Seite, um diese Herausforderung zu meistern.

Foto: fitness MANAGEMENT fitness MANAGEMENT international 01/23 60 DSSV | NEUER VORSTAND

Wie beurteilen Sie das mittel- und langfristige Wachstumspotenzial der Branche?

Aus meiner Sicht ist die Fitness- und Gesundheitsbranche nach wie vor ein Zukunftsmarkt mit großem Wachstumspotenzial und vielen Job- sowie Karriereperspektiven. Wir sind Teil der Lösung und als „Gamechanger" ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitssystems. Umso wichtiger ist es, jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen und die Professionalisierung der Branche weiter voranzutreiben. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, noch mehr Menschen für das Training im Studio zu begeistern und die Reaktionsquote von aktuell 11,1 Prozent langfristig auf über 20 Prozent zu steigern.

Ralf Capelan

Der Diplom-Betriebswirt und M. A. Gesundheitsmanagement ist Dozent, Autor und Tutor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Ralf Capelan studierte im Anschluss an seine Ausbildung zum Bankkaufmann Betriebswirtschaftslehre an der FH in Düsseldorf mit den Schwerpunkten Marketing, Unternehmensführung und Controlling.

Nachdem er viele Jahre in einer der größten Unternehmensberatungen im Fitness- und Freizeitmarkt sowie als Mitglied der Geschäftsleitung in zwei führenden Fitnessketten tätig war, gründete er sein eigenes Beratungsunternehmen.

Im Jahr 2001 wurde Ralf Capelan von der IHK zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ernannt.

Seit 2014 gehört er zum festen Autorenteam der „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft“.

www.dssv.de 01/23 fitness MANAGEMENT international 61

Was Betreiber wissen müssen Krankenstand im Unternehmen

Besonders während der kalten Jahreszeit sehen sich viele Arbeitgeber immer wieder mit Fragen rund um die Anzeigeund Nachweispflicht ihrer Mitarbeiter im Krankheitsfall konfrontiert. Auf was es ankommt und wie Sie sich als Betreiber Diskussionen und Ärger ersparen können, erklärt DSSV-Juristin Gülizar Cihan.

–stock.adobe.com fitness MANAGEMENT international 01/23 62 DSSV | RECHT
Foto:
drubig-photo

Alle Jahre wieder bereitet das Thema Krankenstand den Unternehmen Kopfschmerzen, denn mit der Kompensation der Arbeitskraft allein ist es nicht getan. Grund genug, die wichtigsten Fragen in den FAQ zu beantworten.

1) Muss ich meinen Arbeitnehmer bei Krankheit weiter bezahlen?

Die Erkrankung eines Arbeitnehmers ist für einen Betrieb immer eine Herausforderung, da auf der einen Seite der Mitarbeiter ersetzt werden muss. Auf der anderen Seite ist das Unternehmen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) verpflichtet, das Gehalt weiter zu bezahlen, zunächst aber nur für bis zu sechs Wochen.

Sobald der Arbeitnehmer wegen derselben Krankheit länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist, erhält er von seiner Krankenkasse das sogenannte Krankengeld. Der Arbeitgeber muss dann kein Entgelt fortzahlen.

Hinweis: In den ersten vier Wochen der Beschäftigung hat ein Mitarbeiter keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das übernehmen in der Regel dann die Krankenkassen. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung entsteht erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses (§ 3 Abs. 3 EFZG).

2) Wie muss die Krankmeldung

erfolgen?

Sobald ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, hat er seinem Arbeitgeber dies unverzüglich mitzuteilen. Auch die voraussichtliche Dauer muss bekannt gegeben werden. Unverzüglich bedeutet ohne schuldhaftes Zögern, d. h. der Mitarbeiter muss sich nach einer an den Umständen des Einzelfalles festzumachenden Überlegungs- und Prüfungsfrist bei seinem Arbeitgeber melden. Auf welche Weise die Mitteilung erfolgen muss, ist gesetzlich nicht geregelt.

Beinhaltet weder der Arbeitsvertrag eine entsprechende Regelung und existiert hierzu auch keine Dienstanweisung, kann der Arbeitnehmer jeden Weg der Kontaktaufnahme wählen.

Hinweis: Haben Sie als Studiobetreiber keine Regelung getroffen, können Mitarbeiter sich per WhatsApp, E-Mail, telefonisch oder auch durch Kollegen oder Verwandte, Bekannte oder Freunde bei Ihnen krankmelden.

Die Bedeutung der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU)

Gemäß §§ 5 und 7 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) stellt die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung das gesetzlich vorgesehene Mittel zum Nachweis der Arbeitsunfähigkeit dar.

Mitarbeiter haben dem Arbeitgeber, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage andauert, am darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zugänglich zu machen. Diese Frist von drei Kalendertagen kann vom Arbeitgeber vorab im Arbeitsvertrag kürzer gestaltet werden.

Wichtig: Nachträglich können diese Vorgaben per Dienstanweisung angeordnet werden. Der Arbeitgeber darf die Anweisungen grundsätzlich gegenüber jedem Mitarbeiter individuell gestalten, solange er nicht schikanös und willkürlich handelt.

3) Darf trotz Krankmeldung gearbeitet werden?

Das Wichtigste zuerst: Eine AU ist kein Arbeitsverbot! Wenn sich der Mitarbeiter wieder gesund und arbeitsfähig fühlt, kann er trotz AU-Vorlage wieder zur Arbeit gehen. Einer sogenannten Gesundschreibung bedarf es nicht.

Der Arbeitgeber muss an dieser Stelle aber seiner Fürsorgepflicht nachkommen und sich vergewissern, dass der eigentlich noch krankgeschriebene Mitarbeiter wirklich ohne Einschränkungen arbeiten kann. Die Sorge darum, dass die Berufsgenossenschaftsversicherung bei einem Unfall des krankgeschriebenen Mitarbeiters nicht zahlen würde, ist unbegründet.

Nichtsdestotrotz sollte der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber mitteilen, dass er frühzeitig an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wird.

4) Was ist die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)?

Seit Januar 2023 muss die AU nicht mehr in Papierform vorgelegt werden. Statt der Vorlage muss der Mitarbeiter dem Arbeitgeber Bescheid geben, dass die eAU abrufbar ist. Die Bringschuld des Arbeitnehmers verwandelt sich damit in eine Holschuld des Arbeitgebers. Spätestens an dem auf den dritten Krankheitstag des Arbeitnehmers folgenden Arbeitstag muss der Arbeitgeber die Krankmeldung aber bei der Krankenkasse abrufen können.

Wichtig: Als gesetzlich vorgesehenes Beweismittel wird der Mitarbeiter vom Arzt aber weiterhin eine Papierbescheinigung erhalten. Ansonsten wäre es für den Arbeitnehmer und Patienten nahezu unmöglich zu beweisen, dass er laut behandelndem Arzt arbeitsunfähig ist, wenn dieser beispielsweise vergisst, die Meldung an die Krankenkasse weiterzuleiten.

01/23 fitness MANAGEMENT international 63

5) Ab welchem Tag muss die eAU bereitstehen?

Der Arbeitgeber kann nicht wahllos die eAU seiner Mitarbeiter abrufen. Nur dann, wenn der Mitarbeiter ihn darüber unterrichtet, dass er beim Arzt war und dieser ihn für arbeitsunfähig erklärt hat, darf der Abruf seitens des Betreibers stattfinden.

Ab welchem Tag eine eAU zur Verfügung gestellt werden muss, ist in manchen Konstellationen gar nicht einfach zu ermitteln. Ist nichts Anderes geregelt, gilt nach § 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG, wie zuvor dargestellt, eine Frist von drei Tagen. Das Gesetz unterscheidet zwischen Kalender- und Arbeitstagen. Konkret muss die Arbeitsunfähigkeit an drei Kalendertagen bestehen. Nur dann ist der Mitarbeiter dazu verpflichtet, am darauffolgenden Arbeitstag eine eAU zur Verfügung zu stellen.

Beispiel: Der Arbeitnehmer arbeitet von montags bis freitags. Erkrankt er an einem Dienstag, muss die eAU am Freitag vom Arbeitgeber abrufbar sein.

Erkrankt der Mitarbeiter am Donnerstag, muss unterschieden werden: War er am Freitag und am Samstag ebenfalls krank, muss die eAU am Montag vom Arbeitgeber abgerufen werden können. War der Arbeitnehmer am Samstag nicht mehr arbeitsunfähig, benötigt er keine eAU. Da für die Vorlagefrist die Anzahl der Kalendertage von Bedeutung ist, bleibt es in diesem Beispielfall irrelevant, ob der Mitarbeiter am Samstag hätte arbeiten müssen oder nicht.

chende Zweifel bestehen in der Regel dann, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise immer wieder für kurze Dauer und/ oder sehr häufig erkrankt oder stets am Ende und am Anfang der Woche krankgeschrieben ist.

Wichtig: Arbeitgeber haben keinen Anspruch darauf, zu erfahren, was der erkrankte Mitarbeiter genau hat. Daher wird auch der Krankheitsgrund nicht in der AU genannt. Krankgeschriebene müssen außerdem nicht zwingend das Bett hüten. Grundsätzlich gilt, dass alles, was die Genesung nicht beeinträchtigt, während einer Krankschreibung erlaubt ist.

8) Wie ist die Regelung für Kinderbetreuung?

Die elterliche Fürsorgepflicht hat immer Vorrang vor der vertraglichen Pflicht, die Arbeit anzutreten. Daher gilt die notwendige Betreuung eines kranken Kindes als unverschuldeter und unvermeidbarer persönlicher Grund im Sinne des § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Damit dürfen in diesen Fällen Arbeitnehmer früher von der Arbeit gehen oder der Arbeit ganz fernbleiben, bei voller Bezahlung.

War der Arbeitnehmer – trotz Verpflichtung dazu – nicht beim Arzt und es wurde deswegen keine eAU ausgestellt, muss der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leisten; er kann den Arbeitnehmer dafür abmahnen und ihm ggf. sogar kündigen. Ob eine (fristlose) Kündigung tatsächlich möglich ist, lässt sich aber nur nach Prüfung des Einzelfalls beurteilen.

7) Ist der Mitarbeiter krank oder macht er „blau“?

Grundsätzlich hat die ärztliche Bescheinigung in Form der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Gesetz (§ 5 EFZG) vollen Beweiswert; d. h. mit Vorlage dieser Bescheinigung beweist der Mitarbeiter, dass er nicht arbeiten kann. Sollte der Arbeitgeber Umstände vorlegen können, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit beinhalten, ist dieser Beweiswert erst einmal erschüttert. Seine dann wiederauflebende Darlegungs- und Beweislast wird der Arbeitnehmer wieder nur durch die Entbindung von der Schweigepflicht seiner behandelnden Ärzte erfüllen können.

Beispiel: Wenn ein Mitarbeiter sich im Studio krankmeldet und Fotos in sozialen Medien postet, wie er zum selben Zeitpunkt in einem anderen Studio trainiert, dürfte der Beweiswert der Krankschreibung erschüttert sein.

Unter bestimmten Umständen kann der Arbeitgeber das ärztliche Attest durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) überprüfen lassen. Voraussetzung für diese Überprüfung und die damit einhergehende Untersuchung des Mitarbeiters ist zum einen, dass dieser gesetzlich versichert sein muss; zum anderen müssen konkrete und schlüssige Zweifel am Mangel der Arbeitsunfähigkeit bestehen. Entspre-

Eine Eingrenzung dieses Rechts findet nur insoweit statt, als dass man seine Arbeitspflicht nicht unverhältnismäßig lange niederlegt. Bei einem unter zwölf Jahre alten Kind geht man von fünf Tagen aus, die als verhältnismäßig angesehen werden. Vorgenannte Geltung des § 616 BGB kann vertraglich ausgeschlossen werden. Dann bekommen Mitarbeiter lediglich Kinderkrankengeld und müssen ab dem ersten Tag der Erkrankung des Kindes eine entsprechende Bescheinigung vom Arzt haben. Vorzulegen ist diese dem Arbeitgeber wiederum an dem Arbeitstag, der dem dritten Krankheitstag des Kindes folgt.

Das Kinderkrankengeld wird dem Arbeitnehmer in der Regel direkt von der Krankenkasse ausbezahlt und beträgt 90 Prozent des Gehaltes.

Wichtig: Alleinerziehende haben seit 2021 einen Anspruch auf Kinderkrankengeld für 60 Tage im Jahr; bei Paaren hat jedes Elternteil einen Anspruch auf 30 Tage. Hat der Mitarbeiter mehrere Kinder, kann er bis zu 65 Tage in Anspruch nehmen – ist er alleinerziehend, dann sogar bis zu 130 Tage.

Gülizar Cihan, DSSV-Juristin Gülizar Cihan war jahrelang als selbstständige Rechtsanwältin in verschiedenen Fachrichtungen tätig. Gleichzeitig war sie einige Zeit in einem mittelständischen Unternehmen rechtsberatend aktiv. Seit August 2021 gehört sie zur Rechtsabteilung des DSSV und berät die Mitglieder vor allem in verwaltungsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen.

Tel.: 040 - 766 24 00, E-Mail: jurist@dssv.de

6) Was passiert, wenn die AU gar nicht oder nicht rechtzeitig vorgelegt wird?
Foto: fitness MANAGEMENT fitness MANAGEMENT international 01/23 64 DSSV | RECHT

Anerkennung für die Branche

Erst einmal möchte ich mich herzlich bei allen DSSV-Mitgliedern für den Vertrauensvorschuss und die einstimmige Wahl zum Präsidenten des DSSV e. V. bedanken. Gleichzeitig gilt meine Anerkennung auch der bisherigen Präsidentin Birgit Schwarze, dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Refit Kamberovic, aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes. Frau Schwarze und Herr Kamberovic haben über vier Dekaden Pionierarbeit geleistet: Es hat ein Wandel in der Erscheinungsform stattgefunden, weg von der reinen Bodybuilding-Branche hin zur modernen Fitness- und Gesundheitsbranche. Diese erfolgreiche Aufbauarbeit gilt es nun fortzusetzen und hierfür stehe ich dem DSSV und der gesamten Branche seit Beginn des Jahres in meiner neuen Funktion als Verbandspräsident mit voller Überzeugung zur Verfügung.

Unser Hauptziel muss es sein, der Branche und allen Akteuren die Anerkennung zu verschaffen, die ihnen gebührt. Wir begegnen einer steigenden Anzahl an kranken Menschen. Gleichzeitig wissen wir, dass für dieses beängstigende Wachstum von gesundheitlichen Problemen der moderne Lebensstil und Bewegungsmangel als Hauptursachen auszumachen sind. Dabei ist die nachhaltigste und effizienteste Lösung für den Bewegungsmangel bereits im Wort selbst enthalten: Bewegung.

Dennoch fehlt bislang die gebührende Anerkennung unserer Branche mit knapp 9.500 Einrichtungen und rund 9,5 Millionen Mitgliedern. Es geht darum, Menschen, die einer selbstfinanzierten körperlichen Aktivität in der Fitness- und Gesundheitsbranche nachgehen, wertzuschätzen. Gemeinsam mit allen Partnern, Freunden und Gleichgesinnten aus der Politik, unter den Kostenträgern im Gesundheitswesen sowie den sozialen Sicherungssystemen soll diese Form des Trainings künftig mehr unterstützt werden.

Dieser Support ist einzufordern und stößt bereits heute auf fruchtbaren Boden. Denn die Fitness- und Gesundheitsbranche weist enorme Potenziale auf. Sie ist die Antwort auf Fragen, die leider derzeit vielen Entscheidern in Politik und Gesellschaft noch unbeantwortbar erscheinen: Wie kann die ständige Steigerung von Kosten im Gesundheitssystem gebremst werden? Wie können die massiven finanziellen Defizite der Krankenversicherungen behoben werden? Wie können soziale Sicherungssysteme vor dem Kollaps bewahrt werden? Aus meiner Sicht gelingt dies nur auf dem Weg der vermehrten Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit. Dafür bietet unserer Branche bewährte, zeitgemäße Lösungsstrategien – die sich ohne Beitrags- und Steuerzahlungen finanzieren.

Hier werde ich mit dem Vorstand des DSSV, den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle in Hamburg sowie den Mitgliedern und Förderern des Arbeitgeberverbands weiter ansetzen. Meiner Wahl zum DSSV-Präsidenten werden Taten folgen und jeder, der sich diesem Vorhaben anschließen möchte, ist herzlich eingeladen mitzuwirken.

Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und freue mich sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Ihnen.

Ihr Prof. Dr. Thomas Wessinghage Präsident des DSSV e. V.

fitness MANAGEMENT international 01/23 66 DSSV | XXXXXXXXXX
fitness MANAGEMENT
Foto:
Prof. Dr. Thomas Wessinghage Präsident DSSV e. V.
KOMM ENTAR
Prof. Dr. Thomas Wessinghage

Als Fitnessökonom zum Area Manager bei Fitness First

Erfolg durch Praxisbezug im Studium

Niklas Brinkmann hat sein duales Bachelorund weiterführendes Master-Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) absolviert. Da Sport immer seine Leidenschaft war, entschied er sich, auch beruflich in der Fitnessbranche Fuß zu fassen. Mittlerweile ist der 30-Jährige als Area Manager bei Fitness First für die Region Nord/Mitte tätig.

Für Niklas Brinkmann war früh klar, dass ihm eine Tätigkeit im Sportbereich Spaß machen würde. Nachdem er sein BWL-Studium abgebrochen hatte, überlegte er, Betriebswirtschaft und Sport zu kombinieren: „Ich wusste, dass es Fitnessökonomie als Studiengang gibt, also habe ich mich über das duale DHfPG-Studium informiert.“

Durch Schülerpraktikum im Fitnessstudio zum Studium an der DHfPG Er trat mit dem INJOY-Fitnessstudio in Wolfsburg in Kontakt. Dort hatte Niklas Brinkmann Jahre zuvor sein Schulpraktikum absolviert. Kurz nach dem Anruf unterschrieb er bereits den Arbeitsvertrag für die Ausbildung im Rahmen des dualen Studiums an der DHfPG.

An die Studienzeit selbst erinnert er sich gern zurück: „Ich fand die Möglichkeit des Fernstudiums mithilfe von Studienbriefen cool. Man bereitete sich zu Hause selbstständig vor und kam dann bestens vorbereitet zur Präsenzphase, wo man die

Themen mit Dozierenden besprechen konnte. Auch der Kontakt mit den anderen Studierenden war echt super.“

Direkter Einstieg im Studiobetrieb Bereits ab Studienbeginn arbeitete der Fitnessökonom auf der Trainingsfläche mit. „Meine Einsatzbereiche waren extrem abwechslungsreich. Ob Empfangsbereich, Trainingsbereich oder Organisatorisches – ich habe viele Einblicke bekommen.“

Im Anschluss an seinen Bachelor entschied sich Niklas Brinkmann für den weiterführenden MBA-Studiengang Sport-/ Gesundheitsmanagement. „Die Module waren super spannend – speziell Strategisches Management.“ Während des Studiums absolvierte er ein Praktikum bei Volkswagen im Bereich Sportmarketing: „Das war super, doch ich habe gemerkt, dass die Fitnessbranche der Bereich ist, in dem ich arbeiten möchte.“ Also bewarb er sich bei Fitness First als Trainee zum Club Manager.

Einstieg als Trainee bei Fitness First Niklas wurde als Trainee in Hamburg eingesetzt, wo er zu Beginn für eine gewisse Zeit in jedem der acht Clubs arbeitete. So bekam er erste Einblicke hinter die Kulissen der Fitnesskette. „Durch den Besuch von Schulungen zu Führung und wirtschaftlichem Handeln habe ich immer wieder gemerkt, dass der MBA die absolut richtige Entscheidung für mich war. Viel Wissen konnte ich direkt in der Praxis anwenden.“

Mittlerweile ist der 30-Jährige Area Manager für die Region Nord/Mitte und für insgesamt 13 Studios in Hamburg, Kassel, Göttingen, Bielefeld und Münster verantwortlich.

Sein Tipp für Studierende

„Allen Bachelor-Studierenden kann ich nur empfehlen, ein MasterStudium zu absolvieren. Der MBA hat mich auf der fachlichen Ebene echt weitergebracht. Zudem bringt er Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern zusammen. Und sich in verschiedenen Bereichen auszutauschen, hilft unglaublich viel.“

Zur ganzen Erfolgsgeschichte unter: www.dhfpg.de/nbrinkmann

Text: Sophie Wild und Ronja Reuber Foto: Fitness First Germany GmbH
MANAGEMENT | PERSONENPORTRÄT fitness MANAGEMENT international 01/23 68

So kommen Fitnessstudios zu neuen Mitgliedern

„Online-Marketing funktioniert, sobald man verstanden hat, dass es darauf nicht ankommt“, erklärt Daniel Neumann. Was zunächst widersprüchlich klingt, ist der Kern des Erfolgskonzeptes: Mit der en consulting GmbH setzt er dort an, wo die Arbeit anderer Online-Marketing-Agenturen endet. Im Interview verrät der Experte, wie Fitnessstudioinhaber mit Online-Marketing am besten Mitglieder gewinnen können, was die Methoden der en consulting GmbH so erfolgreich macht und welche Ziele das Unternehmen darüber hinaus verfolgt.

fitness MANAGEMENT international 01/23 70
MANAGEMENT | CONSULTING | ANZEIGE
Inhaber der Sports and Motion Fitnessclubs Interview mit Daniel Neumann, Geschäftsführer der en consulting GmbH Daniel Neumann Gründer und Geschäftsführer der en consulting GmbH Inhaber der Sports and Motion Fitnessclubs Daniel Erpenbach Gründer und Geschäftsführer der en consulting GmbH Inhaber der Sports and Motion Fitnessclubs Foto: en consulting GmbH

Die en consulting GmbH ist eine Unternehmensberatung, die Studioinhaberinnen und -inhaber bei der Gewinnung neuer Mitglieder unterstützt. Die beiden Geschäftsführer Daniel Neumann und Daniel Erpenbach sind selbst Inhaber von zwei Fitnessstudios. Gemeinsam mit ihrem Team betreuen sie aktiv mehr als 120 Studios, denen sie bei der Optimierung ihrer Prozesse helfen.

Die Gesundheits- und Fitnessbranche ist ein hart umkämpfter Markt. Jedes Fitnessstudio verfolgt das gleiche Ziel: neue Mitglieder gewinnen. In der Welt des Online-Marketings hat man den großen Bedarf der Branche erkannt und so tauchen immer mehr Anbieter am Markt auf, die Lead-Generierung für Fitnessstudios anbieten. Doch viele Leads führen nicht automatisch zu vielen neuen Mitgliedern und so bleibt der erhoffte Erfolg für Studiobetreibende oft aus. Die en consulting GmbH generiert für ihre Kundinnen und Kunden nicht nur Leads, sondern hilft ihnen im Anschluss auch, diese in Mitgliedsverträge zu verwandeln.

Expertise und umfassende Betreuung

„Wo die Arbeit anderer Agenturen aufhört, fängt unsere erst an“, verrät Daniel Neumann. Als Inhaber eigener Studios kennen die Unternehmer den „Schmerz“ der Branche und haben eine funktionierende Lösung entwickelt. Mit professionellem Online-Marketing und ausgeklügelten Strategien unterstützen sie ihre Kunden dabei, zuverlässig neue Mitglieder für ihre Fitnessstudios zu gewinnen.

Die Unternehmensberatung für mittel- bis hochpreisige Studios zeichnet sich durch umfassende Betreuung sowie tiefes Branchenwissen und eine beeindruckende Expertise aus. Im Interview mit fMi verrät Daniel Neumann, worin sich die en consulting GmbH grundlegend von anderen Anbietern unterscheidet, was zu seinem breiten Dienstleistungsangebot gehört und warum sein Erfolgskonzept ursprünglich zu eigenen Zwecken entwickelt wurde.

fMi: Herr Neumann, was bietet die en consulting GmbH ihren Kunden genau an?

Daniel Neumann: Unser Angebot teilt sich in zwei Dienstleistungen: Zum einen haben wir das Agenturgeschäft, mit dem wir für Studioinhaberinnen und -inhaber qualitativ hochwertige Leads durch Online-Marketing und andere digitale Strategien generieren. Zum anderen vermitteln wir im zweiten Schritt klare Prozesse, mit denen aus den gewonnenen Leads auch Mitglieder werden.

Im Schnitt können wir für unsere Kunden 27 zusätzliche Mitglieder im Monat generieren, je nach Werbebudget natürlich auch mehr. Das Problem mit der Mitgliedergewinnung haben wir für unsere eigenen Fitnessstudios gelöst und daraus unser Consulting-Unternehmen entwickelt. Unsere eigenen Clubs haben wir so optimiert, dass wir selbst nicht mehr vor Ort sein müssen und sie quasi passiv führen.

Mit unserem Angebot grenzen wir uns deutlich von anderen Anbietern am Markt ab. Die meisten Agenturen liefern lediglich Interessentendaten. Ihre Dienstleistung hört dort auf, wo unsere beginnt. Wir wissen, dass das eigentliche Problem der Studios darin liegt, den Prozess im Nachgang

erfolgreich zu gestalten. Es ist enorm wichtig, wie die Mitarbeitenden mit den Interessierten arbeiten – sowohl bei der Terminierung als auch vor Ort. Deswegen helfen wir unseren Kunden beim Konvertierungsprozess und legen unseren Kernfokus darauf, aus den gewonnenen Leads mehr Mitglieder zu machen.

Wer zählt zur Zielgruppe der en consulting GmbH und welche Probleme bringen ihre Kunden mit? Unser Angebot richtet sich in erster Linie an inhabergeführte Fitness- und Gesundheitsstudios. Die Mitgliedsbeiträge unserer Kunden variieren zwischen 35 und 90 Euro im Monat. Etwa 90 Prozent unserer Kunden haben im Vorfeld bereits schlechte Erfahrungen mit Online-Marketing gemacht. Sie haben mit Lead-Agenturen zusammengearbeitet, die ihren Fokus stark auf günstige Leads legen, mit denen viele unqualifizierte Kontakte generiert werden, und die den Prozess nach der Lead-Generierung völlig außer Acht lassen. Die Ergebnisse führen zu großem Frust bei Studioinhabern und deren Mitarbeitern, da die meisten Leads für sie nicht zu gebrauchen sind.

Sie wissen oft auch nicht, wie sie im Anschluss mit den online gewonnenen Interessierten umgehen müssen. Wir wissen genau, dass alles mit dem Prozess steht und fällt und legen gezielt „den Finger in die Wunde“. Die Kunden, die zu uns kommen, teilen sich alle ein Problem: Sie wollen mehr Mitglieder. Zwar wissen sie, dass die Lösung im Online-Marketing zu finden ist, doch fehlt ihnen das nötige Know-how, es zielführend umzusetzen.

Die en consulting GmbH steht für Branchenkenntnis und Expertise

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Team von en consulting in der Praxis ab? Wir nehmen unseren Kunden und seine Mitarbeitenden auf die gesamte Reise mit; das unterscheidet uns im Kern von unseren Mitbewerbern. Sobald ein Interessent für einen Club generiert wurde, kann man diesen in unserem InteressentenTool mit einem Status versehen. So kann der Kunde auf einen Blick sehen, welche der Interessenten Mitglieder geworden sind und wo jene Leads gerade stehen, die noch keine neuen Mitglieder geworden sind.

Gleichzeitig geht dieses Feedback auch an uns. Wir haben allein vier Mitarbeiter, die ausschließlich im Erfolgsmanagement beschäftigt sind und diese Ergebnisse unserer Kunden extern optimieren. Sie rufen unsere Kunden in regelmäßigen Abständen an, geben die Zwischenbilanzen bekannt und unterbreiten konkrete Vorschläge zur Optimierung.

Datenbasiert können wir ganz genau sehen, welche Mitarbeitenden der Studios noch Coaching-Bedarf haben und an welchen Stellen es noch hakt. So können wir den Inhaberinnen und Inhabern von außen ein ungeschöntes Feedback geben, das ihnen wirklich bei der Optimierung hilft. Jeder Kunde hat einen ihm zugeordneten Erfolgsmanager, der die Ergebnisse sicherstellt. Ich kenne kein Consulting-Unternehmen, das so arbeitet wie wir. Unsere Vertragslaufzeit ist im Branchenvergleich sehr kurz – wir halten unsere Kunden durch herausragende Ergebnisse, nicht durch lange Laufzeiten.

01/23 fitness MANAGEMENT international 71

Welche sind die typischen Bedenken, mit denen die Kunden Ihnen begegnen? Gibt es Vorurteile, die Sie zunächst entkräften müssen?

Die Hauptvorurteile, mit denen wir konfrontiert werden, begründen sich darin, dass die meisten Studioinhaber in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit anderen Agenturen gemacht haben. Ihnen fehlt das Vertrauen, sodass sie zunächst glauben, wir wären nur ein weiterer Anbieter, der leere Versprechungen macht. Diese Bedenken kann ich in der Regel schnell entkräften, wenn ich erzähle, dass wir selbst zwei eigene Studios haben.

Ich bin aber auch ehrlich und sage den Kundinnen und Kunden, dass es nicht einfach wird. Es gibt verschiedene Konzepte und wir wissen aus Erfahrung, was bei unseren Kunden funktioniert. Doch es braucht ein System und vor allem auch die Bereitschaft, sich von außen auf Fehler hinweisen zu lassen und sich weiterzuentwickeln. Jeder kann sich immer weiter optimieren – auch wir machen es so.

Mit welchen Ergebnissen können Ihre Kunden rechnen? Gibt es vielleicht einen Kunden, bei dem die Zusammenarbeit mit der en consulting GmbH besonders erfolgreich war?

20 bis 30 neue Mitgliedschaften zusätzlich im Monat sind unser erstes Ziel mit jedem Neukunden. Ein Kunde von uns betreibt ein Premiumstudio mit einem großen Wellness- und Spa-Bereich. In den ersten zwölf Wochen der Zusammenarbeit mit uns hat dieser Kunde 60.000 Euro Zusatzumsatz gemacht, während seine Investition inklusive Werbebudget bei 1.500 Euro pro Monat lag. Das ist natürlich ein außergewöhnliches Beispiel. Ein sechs- bis siebenfacher Return on Invest ist jedoch immer möglich, wenn alle Zahnräder sauber ineinandergreifen.

Woher stammt Ihre Expertise und wie kam es zur Geschäftsidee und zur Gründung der en consulting GmbH?

Mein Geschäftspartner Daniel Erpenbach und ich sind beide gelernte Sport- und Fitnesskaufleute. Wir haben in mehreren Studios gearbeitet und uns 2015, nach fast 18-monatiger

Planung, unseren gemeinsamen Traum vom eigenen Fitnessstudio erfüllt. Das Studio hat knapp 1.000 Quadratmeter und hat seinen Standort in einem Kölner Vorort. Mit einer Kombination aus Online-Marketing, unserem Branchenwissen und einem validen Terminierungs- und Verkaufsprozess haben wir ein Konzept für unseren Club entwickelt, das sehr erfolgreich wurde. 2016 hatten wir bereits über 1.000 Mitglieder. Genau zwei Jahre später haben wir einen weiteren Standort eröffnet und ebenso schnell mit Mitgliedern gefüllt.

Ein Konzept für

den Eigenbedarf wird

zum Erfolg für die ganze Branche

Daraufhin haben wir entschieden, uns mit der en consulting GmbH ein zweites Standbein aufzubauen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir uns aus dem operativen Geschäft in unseren eigenen Studios zurückgezogen haben, um uns ganz auf die Unterstützung anderer Studios zu konzentrieren. Wir wissen ganz genau, wie es ist, im Studio Verträge zu verkaufen und verfügen über eine große Branchenexpertise.

Wo möchten Sie mit der en consulting GmbH in Zukunft noch hin? Was ist Ihre Mission?

Unsere Mission ist es, die Branche und die Studiobetreibenden wachzurütteln. Es klingt paradox, aber sie müssen verstehen, dass Online-Marketing funktioniert, wenn man weiß, dass es nicht auf Online-Marketing ankommt. Der Prozess nach der Lead-Generierung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Viele Inhaber und Inhaberinnen denken, dass nur noch tolles Online-Marketing zählt. Zweifelsohne brauchen Studios heute gute Leads in adäquater Anzahl, aber Leads allein reichen nicht für ein stetiges Wachstum. Mit Online-Marketing kann man einen Club bis unter die Decke füllen, wenn man versteht, dass es nicht nur um Leads geht.

en consulting GmbH Otto-Hahn-Alle 16, 50374 Erftstadt www. enfitnessmarketing.com

fitness MANAGEMENT international 01/23 72 MANAGEMENT | CONSULTING | ANZEIGE
Foto:
en consulting GmbH
Daniel Neumann und das Team der en consulting GmbH
Fit im Forderungsmanagement
„Aus der Puste komme ich jetzt nur noch beim Training. Um den Rest kümmert sich Inkasso Becker Wuppertal.“
Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co. KG Part of Lowell Group Friedrich-Engels-Allee 32 42103 Wuppertal Fon 0202 49 37 12 24 Mail vertrieb.ibw@lowellgroup.de www.inkassobecker.de Foto: ©istockphoto.com/Drazen Zigic
Wir bieten Ihnen zahlreiche Dienstleistungsangebote zur Unterstützung und Vereinfachung des Forderungsmanagements. Dabei gehört der Ankauf titulierter und nicht titulierter Forderungen seit Jahrzehnten zu unserem Kerngeschäft.
Alle Infos gibt es hier: www.lowellgroup.de/ueberuns/kooperationen/fabit
Körperlich und finanziell bei bester Gesundheit –Lowell kooperiert jetzt mit Fabit.

Hybride Fitnessangebote

für unterschiedliche Mitgliedergenerationen Das Beste aus zwei Welten

Generationsübergreifende Fitness- und Gesundheitsangebote werden für Studios immer wichtiger. Im gleichen Atemzug hört man oft: „Hybriden Studiokonzepten gehört die Zukunft.“ Aber was genau versteht man eigentlich unter „hybriden Angeboten“? Wie lassen sich die Vorzüge von stationären und digitalen Angeboten bestmöglich verknüpfen, um den Ansprüchen von unterschiedlichen Mitgliedergenerationen gerecht zu werden? Das Interview mit Patrick Müller vom pm sports club in Dresden liefert Antworten.

Laut den „Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022“ (DSSV, 2022) liegt das Durchschnittsalter der Studiomitglieder derzeit bei 40,5 Jahren. In vielen Studios trainieren aktuell drei oder sogar mehr Generationen zusammen unter einem Dach (Schmidt & Wolff, 2022): Babyboomer, Generation X, Millennials und Generation Z. Jede dieser Zielgruppen hat unterschiedliche Bedürfnisse, Trainingsvorlieben und -gewohnheiten, die es zu berücksichtigen gilt (Mehr dazu lesen Sie in unserer Strecke „Up to age“ auf Seite 30 ff.). Also, wo fängt man an?

Angebote für unterschiedliche Generationen

Diese bunt gemischte und heterogene Mitgliederstruktur stellt für viele Fitness- und Gesundheitsstudios einerseits eine Herausforderung dar, bietet andererseits aber auch Potenzial für zusätzlichen Umsatz und stärkere Kundenbindung (Kreis, 2021). Um wachsenden Mitgliederbedürfnissen und neuen Marktanforderungen (Club Industry, 2020; IHRSA, 2022) gerecht zu werden, ist es wichtig, dass Betreibende und Trainerteams genau wissen, wie die Mitglieder ticken, und sich regelmäßig über die Fitness- und Workouttrends (Thompson,

fitness MANAGEMENT international 01/23 74 MANAGEMENT | IMPULS
Text: Florian Schmidt und Jürgen Wolff
stock.adobe.com
Foto: insta_photos –

2022) sowie Geräte- und Softwareinnovationen informieren und das eigene Studioangebot kontinuierlich weiterentwickeln.

Der Faktor Mensch

entscheidet

Gerade in den Corona-Jahren hat sich im Fitnessmarkt sehr viel verändert und die Nachfrage nach hybriden Fitnessangeboten ist gestiegen. Immer mehr Mitglieder wollen – egal ob vor Ort im Studio, zu Hause oder auch unterwegs – qualifiziert betreut werden und mit ihren Trainerinnen und Trainern bzw. dem Studio interagieren (LES MILLS, 2021).

Die Digitalisierung und Vernetzung der Studios bietet viele innovative Möglichkeiten, um Kundinnen und Kunden – im Studio und außerhalb – noch zielführender und individueller zu betreuen (Speicher, 2022; Wang et al., 2021). Die persönliche Bindung ans Studio, ein empathisches, authentisches Trainerteam und die dadurch geförderte Loyalität der Mitglieder sind wichtige Erfolgsfaktoren, die man bei aller Euphorie um die Digitalisierung nicht vernachlässigen sollte. Der Faktor Mensch spielt im hybriden Studiokonzept nach wie vor eine zentrale Rolle.

Mehr Flexibilität und neue Trainingserlebnisse

Wer unterschiedlichen Mitgliedergenerationen flexible Lösungen bieten und mit stationären und digitalen Kursangeboten in der Praxis überzeugen will, kommt heute an einem passenden Mix aus klassischen Vor-Ort-, Online-Live- und On-DemandKursen fast nicht mehr vorbei (Karalus, 2021).

Die neuen Kurs- und Betreuungsformate sind aber keinesfalls als vollwertiger Ersatz bzw. Konkurrenz für das Training vor Ort zu sehen (Kobel & Preuschoff, 2020). Vielmehr sind die digitalen Lösungen eine optimale Ergänzung zum bestehenden Angebot. Wer als innovatives Studio unter der Konkurrenz herausstechen und Trainierende begeistern, motivieren und langfristig binden möchte, sollte deshalb seine Angebote zielführend kombinieren und die Vorzüge aus der analogen und der digitalen Trainingswelt gemeinsam mit dem Trainerteam gewinnbringend für sich einsetzen.

Erfolgreich mit dem optimalen Mix

Wie solch ein kundennahes Hybridkonzept aussehen kann und worauf man bei der Umsetzung besonders achten sollte, haben wir mit Patrick Müller im Interview besprochen. In seinem Studio pm sports club in Dresden setzt er mit seinem Team eine Kombination aus intensiv betreutem Training und einem enorm vielfältigen Kursprogramm mit umfangreichen virtuellen Optionen für die Mitglieder erfolgreich um.

Auszug aus der Literaturliste

DSSV e. V. – Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (Hrsg.). (2022). Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2022. Hamburg: Hrsg. Karalus, K. (2021). Egal wann – egal wo: Die Zukunft des Gruppentrainings. fitness MANAGEMENT international, 3 (155), 106–108.

LES MILLS. (2021). Global Fitness Report 2021. Zugriff am 26.10.2022. Verfügbar unter https://www.lesmills.com/global-fitness-report/ Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte info@fitnessmanagement.de.

InBody – das digitale Gesundheitskonzept

Mit InBody WEB, einer cloudbasierten Datenmanagementsoftware, InBody App und InBody TOUCH geht InBody den nächsten Schritt Richtung vernetzter Trainingsfläche. Mit den neuen digitalen Lösungen von InBody lassen sich die Arbeitsabläufe effizienter gestalten. Sie bieten Ihren Kunden eine innovative, von modernen Technologien gestützte Leistung bei geringerem Personalbedarf, ganz ohne Einbußen in der Betreuungsqualität.

Hier gibt‘s mehr Infos zum digitalen InBody Check-Up

Jetzt scannen und Ihren persönlichen Beratungstermin vereinbaren

Tel.: 06196 / 76916 62 | E-Mail: erfolg@inbody.com www.InBody.com

Anzeige

Das Beste aus zwei Welten: hybride Fitnessangebote für unterschiedliche Mitgliedergenerationen

„Wenn es die Clubs nicht machen, machen's andere!“

fMi: Wie wichtig ist für Studios heute ein guter Mix aus stationären und digitalen Betreuungs- und Kursangeboten?

Patrick Müller: Es ist vor allen Dingen innerhalb der letzten drei Jahre sehr wichtig geworden. Ich selbst bin seit dem Umzug meines Studios in die neue Location vor fünf Jahren mit digitalen Angeboten und einer virtuellen Plattform relativ gut unterwegs gewesen, wobei diese Plattform noch eine Vor-Ort-Betreuung mit sich bringt.

Die Lockdowns haben uns natürlich noch einmal die Augen geöffnet. Im ersten Lockdown war ich noch strikt dagegen, mit eigenem Content nach außen zu gehen und wir haben nur über LES MILLS+ Club Affiliate Content an unsere Kunden weitergegeben. Als es sich abzeichnete, dass wir längere Zeit geschlossen bleiben würden, habe ich meine Meinung komplett geändert. Jetzt sind wir soweit, dass wir unsere Partner und Kunden virtuell mit Live-Classes und Livestreams über die LES MILLS Affiliate-Plattform versorgen können.

Die ganz simple Aussage ist: Wenn wir es in den Clubs nicht machen, machen‘s andere. Apple Fitness+, Peloton oder andere Anbieter, die jetzt auf den Markt gekommen sind, machen es ja ganz gut. Ich denke auch, dass große Unternehmen wie Amazon sich nicht davor verschließen werden, irgendwann Content bereitzustellen.

Inwiefern haben hybride Angebote in den beiden Corona-Jahren an Bedeutung gewonnen?

Sie haben stark an Bedeutung gewonnen. Man merkt immer noch, dass die Mitglieder im Studio nach wie vor vorsichtig und zögerlich sind. Gerade jetzt in den vergangenen Monaten hat man die Unsicherheit im Hinblick auf diesen Winter gespürt. Wir hatten einige Anfragen von Kundinnen und Kunden, die nach Mitgliedschaftsmodellen gefragt haben, bei denen sie sich über Livestreams oder andere Arten von Content ins Studio einloggen und auch zu Hause trainieren können.

Um welche digitalen Formate haben Sie Ihr Studioportfolio in diesem Zeitraum erweitert?

Hinzugekommen sind die Livestream-Classes. Die Kunden können sich über Zoom einwählen. Wir sind Partner bei Magicline, die ihre App ganz gut weiterentwickeln und Zoom integriert haben. Das hat das Handling von Bild und Ton sehr vereinfacht – und darum ging es eigentlich. Im Lockdown war es noch schwierig, Zoom-Classes anzubieten, weil Zoom noch nicht in die Verwaltungsstruktur eingebunden werden konnte.

Bei uns sind mehrere Kameras dauerhaft installiert. Wir haben nicht einfach nur ein Bild und filmen die Trainerinnen und Trainer von vorn, sondern die Kameras wechseln selbstständig und wir haben einen abwechslungsreichen Stream. Alle Kunden können sich einwählen.

Wir haben auch eine Online-Mitgliedschaft ins Leben gerufen. Es kam häufiger vor, dass Kundinnen und Kunden aus Dresden wegzogen, aber trotzdem weiterhin unsere Kurse besuchen wollten. Diese Kunden haben über uns Equipment gekauft und sind über ihre Online-Mitgliedschaft jetzt dabeigeblieben und loggen sich immer wieder mit ein. Das bleibt auch so.

Wie sieht der hybride Mix bei Ihnen im Studio konkret aus? Wir haben nur einen Raum, das ist ein Indoor-Cycling-Raum. Wir haben für diesen Raum eine kleine Station aufgebaut. Am Anfang und in der Übergangsphase, als die Leute lieber noch zu Hause geblieben sind, hatten die Trainer vorn noch einen Monitor, wo sie die Teilnehmenden gesehen haben. Das ist jetzt nicht mehr so. Unser Team hat über einen gesonderten Log-in Zugriff auf den Chat und kann dort auf Fragen oder Hinweise der Teilnehmenden – Musik zu laut, Bild zu dunkel oder Ähnliches – reagieren.

Unsere Trainerinnen und Trainer geben eine ganz normale Class für die Kunden, die live vor Ort sind. Die Trainer müssen am

GmbH fitness MANAGEMENT international 01/23 76 MANAGEMENT | IMPULS
Interview mit Patrick Müller, geschäftsführender Gesellschafter pm sports Club, Dresden
Foto: pm sports

Patrick Müller ist 46 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Als Leistungsturner ist er mit Sport aufgewachsen. Nachdem er die Karriere als Turner verletzungsbedingt aufgeben musste, war er in der Wettkampfaerobic erfolgreich und kam über Jobs als Trainer mit Studios in Kontakt. Nach einem parallel laufenden Studium der Sportwissenschaften machte er sich als Gruppenfitnessmanager für eine Studiokette in Chemnitz selbstständig. Durch diese Tätigkeit kam Patrick Müller mit LES MILLS in Kontakt und arbeitete dort zunächst im Vertrieb, besuchte weltweit Trainings und Events und wurde mit 28 Jahren National Trainer. 2012 eröffnete er einen eigenen Club in Dresden. Nach einem Umzug 2017 hat der pm sports Club sein Zuhause heute in einem ehemaligen Theater in der Äußeren Neustadt, einem Szeneviertel Dresdens. www.pmsports.de

gende Werkzeug bekommen, um auf die Kameras einzugehen und mit den Kameras zu arbeiten.

Vor Ort, online-live und on demand: Welche Generation bevorzugt welche Angebote?

Mit einem Altersdurchschnitt unter unseren Mitgliedern von 31 Jahren sind wir ein sehr junges Studio. Die Mittdreißiger und Anfang Vierziger nutzen die Livestream-Formate vor allen Dingen spät abends stärker, weil sie vielleicht zu Hause Kinder haben und mit dem Sport ihren Alltag ausklingen lassen. Die virtuellen Classes im Studio werden stärker von den Jüngeren genutzt. Da kristallisiert sich eine Zielgruppe heraus, die schon früh um 18 Uhr am Start ist.

Welche Rolle spielen dabei ihre Trainerinnen und Trainer?

Rechner mit der Maus nur auf „Start“ drücken und dann geht es los. Es kam für uns darauf an, dass alles einfach zu handhaben ist, damit jeder Instruktor das System bedienen kann. Darüber hinaus muss das System stabil funktionieren, damit man seine Teilnehmer nicht enttäuscht. Selbst preislich war es am Ende für uns keine so große Investition.

Produzieren Sie den virtuellen Content für den pm sports Club inhouse mit Ihrem Team oder greifen Sie auf externes Know-how und die Infrastruktur von Dienstleistern zurück? Sowohl als auch – die Livestreams produzieren wir selbst. Diese Inhalte kombinieren wir mit Content von der LES MILLS+ Club Affiliate Plattform zu einem digitalen Zusatzangebot für unsere Kunden. Bei der Affiliate-Plattform haben unsere Kunden über einen besonderen Link, den wir kreieren, Zugriff auf die LES MILLS+ App, melden sich dort an und bezahlen dort auch ihren Beitrag, der nicht ans Studio geht. Für uns funktioniert es sehr gut. Wir haben rund 100 Subscriber, die unser Angebot regelmäßig zu Hause nutzen und sich zum Teil sogar Indoor-Bikes für zu Hause angeschafft haben.

Mit neuen Tools gehen auch immer wachsende Herausforderungen an die Trainerqualifikation einher: Was müssen Fachkräfte heute mitbringen, um Kunden im Studioalltag analog und digital rundum professionell betreuen zu können?

Grundvoraussetzung sind natürlich die „Fitnesstrainer/inB-Lizenz“ und in unserem Fall die entsprechenden LES MILLS Qualifikationen. Darüber hinaus war unsere Hauptprämisse, dass wir die Bedienung aller Tools so einfach wie möglich gestalten wollten. Dazu gehört auch, dass die Trainerinnen und Trainer nicht noch Unmengen an neuem technischen Know-how brauchen, um eine Class zu unterrichten. Deshalb haben wir die Handhabung intern geschult.

Am Anfang hatten wir mehrere Workshops von LES MILLS zum Verhalten bei Livestreams. Da haben wir das grundle-

Die meisten meiner Trainerinnen und Trainer sind fest angestellt und natürlich angehalten, die Kurse in Gesprächen mit den Kunden anzuteasen, damit sie Lust bekommen, mal reinzuschnuppern. Grundsätzlich entwickeln wir all unsere Trainingspläne immer inklusive Kursangebot. D. h. wir bieten die Kurse nicht nur an und sagen „Das könnte dir Spaß machen“, sondern integrieren sie konkret in den Plan: Von z. B. vier Trainingstagen pro Woche solltest du eine halbe Stunde BODYPUMP® machen, an einem anderen Tag brauchst du ein Cardioformat – immer plus Ergänzung auf der Trainingsfläche. Wir binden unser Kursangebot in das umfassende Training fest ein. Das teasert die Leute und die Trainer spielen dabei natürlich eine entscheidende Rolle.

Was gilt es bei der Planung und Umsetzung von Hybridlösungen für Studios zu beachten? Bei der Investition in digitale Angebote sollte man immer versuchen, den Club auf verschiedene Beine zu stellen. Die Digitalisierung sollte nie das Leitthema ablösen, sondern immer als ergänzendes Angebot gesehen werden. Es sollte nicht die Intention von Studios sein, alles digital oder hybrid anzubieten, um mit weniger Personal die gleiche Anzahl an Mitgliedern zu erreichen. Die Intention von Studios sollte immer das qualitativ hochwertige betreute Training sein.

Der entscheidende Gedanke hinter unserem hybriden Angebot war immer, den Kursraum optimal zu nutzen. Der Kursraum wird durch fünf, vielleicht sechs Liveformate am Tag belegt. Das sind fünf oder sechs Stunden. Der Club hat aber in der Regel 14 bis 16 Stunden geöffnet. Um diese Leerstände zu überbrücken, eignen sich virtuelle Formate sehr gut.

Ein weiterer guter Aspekt digitaler Angebote ist, dass wir es ganz gut schaffen, damit die Hemmschwelle für Neueinsteiger abzubauen, die vielleicht nie in eine Class gehen würden, in der alle schon alles zu können scheinen.

Was Clubs auf alle Fälle beachten müssen, ist die Bedienbarkeit. Es darf nicht kompliziert sein, weil es sonst Zeit kostet und Ressourcen frisst. Für die Streamingausrüstung sollte man sich bemühen, das beste Tool zu finden, damit der Ton mit der Instruktor-Stimme und der Musik sowie das Bild bei den Leuten zu Hause gut ankommen. Wie groß darf die Ausrüstung sein? Wie viel Platz habe ich dafür vorgesehen? Das sind so die Punkte, bei denen man sich entweder gut beraten lassen oder halt probieren sollte. Wir haben viel probiert.

01/23 fitness MANAGEMENT international 77

Das erwartet uns in 2023

Sechs Fitnesstrends, auf die wir uns freuen dürfen

Von hybriden Workouts über #FitTok bis zu unerwarteten Comebacks: Auch im Jahr 2023 erwartet die Fitnessbranche wieder einige Trends. Daher ist es Zeit für einen Blick darauf, was im nächsten Jahr angesagt ist.

Schon das Jahr 2022 hatte für Fitnessfans einiges zu bieten. Davor darf und muss sich dieses Jahr aber nicht verstecken. Auch in 2023 erwarten uns eine Vielzahl von Trends und Innovationen, die für Mitglieder und Trainer:innen viel Potenzial bieten. Was genau auf uns wartet, zeigt diese Top sechs:

1) Von der Kannibalisierung zur Koexistenz Der Boom von Homeworkouts weckte Befürchtungen, herkömmliche Fitnessstudios könnten ihre beste Zeit hinter sich haben. Das Jahr 2023 könnte diese Bedenken auf den Kopf stellen.

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass wir ins Zeitalter von Omnifitness eingetreten sind, in dem das Training im Studio und das Training zu Hause nebeneinander bestehen und sich gegenseitig ergänzen können. Die Mehrheit der Verbraucher:innen bevorzugt heute einen Mix im Verhältnis 60:40 aus Live- und digitalen Workouts, mit einem steigenden Trend. Heute wissen wir, dass hochwertige digitale Angebote Fitnessstudios dabei helfen können, online neue Fans zu gewin-

nen, Markenaffinität aufzubauen und sie schließlich zu „Vollmitgliedern“ zu machen.

Die Fähigkeit digitaler Fitnessangebote, mehr Menschen für Live-Workouts zu begeistern, wurde beim LES MILLS LIVE Event in London im Oktober 2022 deutlich, bei dem über 5.000 Menschen zu einem unvergesslichen Fitnesswochenende zusammenkamen. Während bei LES MILLS Events vor der Pandemie typischerweise ein Verhältnis von 80:20 zwischen Instruktor:innen und Studiomitgliedern herrschte, setzte sich das Publikum beim LES MILLS LIVE Event in London zu 40 Prozent aus Instruktor:innen, zu 20 Prozent aus Mitgliedern und zu 40 Prozent aus LES MILLS+ User:innen, die zum ersten Mal an einer Live-Fitnessveranstaltung teilnahmen, zusammen. Bei letzteren Personen handelt es sich um neue Marktteilnehmer:innen, die sich in kleinen Schritten an digitale Fitnessangebote herangetastet haben, nun „flügge“ werden und in Live-Fitnesserlebnisse eintauchen wollen – sowohl auf Events als auch in Fitnessstudios.

2)

Generation Active Während der Pandemie setzten Fitnessstudios vermehrt auf

78 fitness MANAGEMENT international 01/23 MANAGEMENT | FITNESSTRENDS | ANZEIGE

Technologien, um ihre Mitglieder in Bewegung zu halten. Der nächste Erfolgsfaktor für das Wachstum wird zweifellos die Fähigkeit sein, die Generation Z und die Millennials – oft auch als „Generation Active“ bezeichnet – für sich zu gewinnen.

Die Generation Z und die Millennials machen mehr als 80 Prozent der Fitnesskonsument:innen aus. Dennoch haben Studios auf der ganzen Welt angesichts des harten Konkurrenzkampfes Schwierigkeiten, diese wichtige Zielgruppe zu überzeugen und langfristig an sich zu binden. Studios, die mit der Zeit gehen und die Erwartungen dieser Zielgruppe an ansprechende Trainingserlebnisse erfüllen können, sind gut aufgestellt, um sie für ihr Angebot zu begeistern.

3) Erfolgsfaktor #FitTok

Fernab von lustigen Tanzvideos hat sich TikTok fest als die Social-Media-Plattform für junge Menschen etabliert und sich einen großen Einfluss erarbeitet – vor allem, wenn es um Fitness geht.

#FitTok, die Untersektion von TikTok, die sich mit Trainings-Hacks und Fitnesstipps befasst, hat bis Dezember 2022 über 40 Milliarden Aufrufe verzeichnet. Und obwohl #FitTok manchmal die Bühne für zweifelhafte Ratschläge und gefährliche Diät- und Abnehminhalte ist, ist es auch die Heimat einer lebendigen Community von Content Creator:innen, die die nächste Generation von Fitnessfans inspirieren und mit informativen Inhalten versorgen.

Aufgrund der regelmäßig aufkommenden Fitnesstrends auf #FitTok, ist dies ein vielversprechender Weg für Studios, ihre Glaubwürdigkeit und das Fachwissen ihrer Trainer:innen zu nutzen, um neue Zielgruppen zu inspirieren, zu begeistern und zu gewinnen. Die Topthemen hier sind:

• Tipps zu Ausführung und Technik

• Zielgerichtete Trainingspläne

• Motivation und Inspiration

• Ernährungstipps

• Angebote für Equipment und Ausstattung

• Allgemeine Informationen zu Gesundheit und Wohlbefinden

4) Echten Mehrwert bieten

Angesichts der weltweiten Rezession und steigender Lebenshaltungskosten nehmen Verbraucher:innen ihre monatlichen Ausgaben genauestens unter die Lupe und überlegen, auf welche sie verzichten können. Das bedeutet, dass Fitnessunternehmen noch mehr dafür tun müssen, ihren Mitgliedern einen Mehrwert zu bieten, und das in einer Zeit, in der die Betriebskosten dramatisch steigen.

Wie können sich Fitnessstudios bei diesen Herausforderungen trotzdem durchsetzen? Die Verbesserung des Mitgliedererlebnisses und die Maximierung sozialer Kontaktpunkte durch Aktivitäten wie Gruppenfitness tragen dazu bei, Mitglieder emotional an ein Studio zu binden. Ein erweitertes Angebot an Dienstleistungen könnte darüber hinaus der Schlüssel für zusätzliche Einnahmen sein. Angesichts knapper Budgets können Fitnessstudios Kund:innen ein überzeugendes Omnifitnessangebot machen, etwa eine All-inclusive-Mitgliedschaft, die ein digitales Fitnessabo als Ergänzung zum Training im Studio überflüssig macht.

5) Virtual Reality – vielleicht DER Trend?

2022 war ein bahnbrechendes Jahr für den Bereich Virtual Reality (VR), da die zunehmende Verbreitung und die größere Auswahl an Brillen dabei halfen, VR in den Mainstream zu katapultieren. Die Meta Quest 2 VR-Brille ist nach wie vor der dominierende Akteur, jedoch hat TikTok Eigentümer ByteDance kürzlich die PICO Brille mit einem starken Fokus auf dem chinesischen Markt gelauncht. Auch PlayStation und Apple werden 2023 VR-Brillen auf den Markt bringen und damit das Wachstum weiter ankurbeln.

Ungewöhnlich für den Gaming-Bereich ist jedoch, dass Fitness eine der größten Wachstumskategorien ist. Kurzfristig wird der vielleicht größte Segen des Metaverse darin bestehen, Fitnessmarken dabei zu helfen, mit neuen Zielgruppen in Kontakt zu treten und den Grundstein für künftiges Engagement sowohl online als auch im Studio zu legen.

6) Indoor Cycling legt einen Gang zu Nach einem Jahrzehnt des Wachstums, das durch den Boom von Boutique-Studios angetrieben wurde, waren die letzten Jahre für Indoor Cycling nicht gerade einfach. Was ist also der Grund für das „Cycling Comeback“?

Vielleicht erweist sich die Tatsache, dass Cycling-Räume der rentabelste Bereich eines Fitnessstudios pro Quadratmeter sind, gerade in diesen schwierigen Zeiten als attraktiv für Fitnessstudios. Vielleicht erweist sich die Leichtigkeit des Trainings auf dem Bike – und die Zugänglichkeit für alle Arten von Mitgliedern – als Stärke in einer Zeit, in der eine Rekordzahl von Fitnessanfänger:innen in die Studios strömt. Vielleicht ist es aber auch die Tatsache, dass Cycling im Zeitalter von Omnifitness vom Studio über den Kursraum zum Homeworkout bis hin zum Outdoortraining übertragbar ist, die den Reiz ausmacht. Wie auch immer die Antwort ausfällt, 2023 könnte das Jahr sein, in dem sich wieder vermehrt Fitnessfans aufs Bike schwingen.

Können wir bei einem dieser Trends unterstützen? Dann freuen wir uns über eine Nachricht an info@lesmills.de. Mehr Infos unter www.lesmills.de.

Fotos: LES MILLS GERMANY GmbH 01/23 fitness MANAGEMENT international 79

Mehr Mitglieder als Einwohner – dank EGYM Ökosystem

Die LANDphysio Lauchdorf ist eine visionär geführte, höchst innovative Physioeinrichtung. Das Gründer- und Geschäftsführer-Ehepaar, Andreas und Judith Bucher, setzt seit dem Start 2018 voll auf das EGYM Ökosystem. Resultat: 58 Prozent der Patienten wurden zu Mitgliedern und innerhalb von vier Jahren gelang es, den Mitgliedsbeitrag um über 80 Prozent anzuheben.

Lauchdorf ist eine kleine Gemeinde im Ostallgäu mit gerade einmal 370 Einwohnern. Das muss man wissen, um korrekt einschätzen zu können, was es bedeutet, wenn eine ortsansässige Rücken- und Gelenkpraxis aktuell sage und schreibe über 600 Mitglieder hat! Andreas Bucher ist Physiotherapeut, seine Frau Judith Bucher ist Fitnesstrainerin. Die beiden wollten sich unbedingt selbstständig machen, aber nicht nach dem klassischen Konzept der Physiotherapie, sondern ganz neu gedacht. Judith Bucher: „Wir wollten langfristige Lösungen für unsere Patienten erzielen. Andreas hat

die Erfahrung gemacht, dass Patienten keinen richtigen Erfolg haben und irgendwann zu Dauerpatienten werden. Unsere Vision war eine andere: Ein Ort, wo wir Physiotherapie und medizinisches Training kombinieren, damit unsere Patienten eine langfristige Lösung bekommen und der eigentliche Schmerz einfach wegbleibt.“

Unternehmen komplett auf EGYM Ökosystem aufgebaut Gleichzeitig waren Andreas und Judith auf der Suche nach

LANDphysio Lauchdorf
fitness MANAGEMENT international 01/23 80 MANAGEMENT | PRAXISKONZEPT | ANZEIGE
Fotos: EGYM GmbH

einer Lösung, die sie nicht die ganze Zeit an die Behandlungsliege zwingt, sondern die Patienten dazu anleitet, selbst etwas für sich zu tun: einfach und für jeden umsetzbar. Judith Bucher: „Wir lernten das EGYM Ökosystem kennen, mit dem sich unsere Idee umsetzen ließ. In der Folge haben wir unser ganzes Unternehmen darauf aufgebaut. Wir gründeten LANDphysio – eine Einrichtung mit Physiotherapie und medizinischer Trainingstherapie, in die Menschen kommen, die eine langfristige Lösung suchen.“

2018 ging‘s los – auf 77 Quadratmetern mit acht EGYM Strength- und fünf EGYM Smart Flex Geräten. „Dank des EGYM Ökosystems setzten wir unsere Vision sehr erfolgreich um und machten unsere Patienten zu langfristigen Mitgliedern. Der Andrang war so groß, dass wir innerhalb kurzer Zeit zusätzliche EGYM Geräte gekauft haben“, erinnert sich Andreas Bucher. „Und nach zwei Jahren waren wir an der Kapazitätsgrenze, sodass wir uns für einen Anbau entschlossen haben.“ Seit Anfang 2022 verfügt die LANDphysio über eine Fläche von 550 Quadratmetern mit 22 EGYM Smart Strengthund zwölf Smart Flex Geräten. In sieben Therapieräumen sind insgesamt 17 Mitarbeiter tätig, darunter fünf Therapeuten.

Das Team der LANDphysio motiviert seine Patienten zu Bewegung in Eigenverantwortung. Andreas Bucher: „Die Leute sollen spüren, wie mehr Bewegung und Belastung den Körper verändert. Mit EGYM sehen sie, wie einfach es sein kann, selbst aktiv zu werden und das Training auch ohne anwesendes Personal durchzuführen. An den EGYM Geräten fühlen sich die Patienten sicher und üben selbstständig genau so, als ob der Therapeut dabei wäre.”

Die Power der EGYM Trainer App

Für Andreas Bucher steht fest: „Unser Schlüssel zum Erfolg ist die EGYM Trainer App, die wir sehr stark nutzen. Sie ist für uns die digitale Patientenakte. Und wir haben damit ein System geschaffen, in dem die Betreuung nahtlos weitergeht, ganz gleich, welcher Mitarbeiter mit den Patienten oder Mitgliedern arbeitet. Die Trainer App zeigt uns: Wo befindet sich der Patient, was hat er schon gemacht, wo hat er noch Defizite, wo müssen wir ihn fördern? Da werden alle Notizen eingetragen und jeder Mitarbeiter sieht bei jedem Kontakt mit jedem Mitglied alle Details. Der Therapeut hat jetzt endlich ein einfaches Instrument an der Hand, mit dem er die Patienten begleiten und verbessern kann.“ Regelmäßige Kraftmessungen ließen genau erkennen, welche Körperstruktur wie stark sei. EGYM wandelt diese Daten in ein biologisches Alter um – bestens verständlich für Therapeut und Patient.

Das Fazit von Andreas und Judith Bucher: „Wir haben es in der LANDphysio geschafft, mit relativ geringer Mitarbeiterzahl so viele Mitglieder zu betreuen, die sich bei uns einfach wohlfühlen. Im Gegensatz zur klassischen Physiotherapie investieren unsere Patienten in ihre Gesundheit und schließen nach der Therapie sechs-, zwölf- oder 24-monatige Mitgliedschaften ab, um langfristig an ihrer Gesundheit zu arbeiten. Unentschlossenen Patienten geben wir im Rahmen eines Präventionskurses nach Paragraf 20 SGB V die Möglichkeit, acht Wochen lang begleitet einen Kurs zu machen, der auch an EGYM Geräten stattfindet. Bis zu 70 Prozent dieser Patienten werden nach dem Kurs Mitglied bei uns.“

LANDphysio Lauchdorf kompakt

• Ca. 600 Quadr atmeter Trainingsfläche mit 22 EGYM Smart Strength- und zwölf Smart Flex Geräten sowie EGYM Fitness Hub. Branded Member App, Trainer App, EGYM Wellpass. Über 600 Mitglieder – fast eine Verdoppelung in nur sechs Monaten.

• Die LANDphysio ist täglich von 5:00 bis 23:00 Uhr geöffnet, Therapeuten sind von 7:00 bis 19:00 Uhr vor Ort. D. h. Training ist auch ohne anwesendes Personal möglich, denn der komplette Trainingsraum ist digitalisiert.

• 95 Prozent der Kunden haben 24-Monatsmitgliedschaften, weil sie langfristig an ihrer Gesundheit arbeiten bzw. sie erhalten möchten.

• 58 Pr ozent der Patienten wurden zu Mitgliedern, und innerhalb von vier Jahren gelang es, den Mitgliedsbeitrag um über 80 Prozent anzuheben.

www.landphysio.de

Scannen Sie den QR-Code und erfahren Sie, wie die LANDphysio vom EGYM Ökosystem profitiert:

EGYM GmbH | Einsteinstraße 172 | 81677 München Tel. +49 89 9213 105 100 | egym.com | sales@egym.com

01/23 fitness MANAGEMENT international 81

schaffen einzigartige, maßgeschneiderte Erlebnisse“

wellyou betreibt Anfang des Jahres 2023 25 Fitnessanlagen – bisher ausschließlich im Norden der Republik. Im niedersächsischen Nienburg (Weser) steht bereits die 26. Filiale unmittelbar vor der Eröffnung. Die Fitnesskette mit Wurzeln in Schleswig-Holstein konnte unter der Führung von Christian Rapior und Markus Sigl auch während der PandemieJahre expandieren und setzt mit dem Slogan „nordisch by nature“ ihr Wachstum weiter fort. fMi hat mit Geschäftsführer Markus Sigl über die Ausrichtung und die Positionierung der Marke wellyou sowie deren Expansion über den Norden hinaus gesprochen.

Geschäftsführer Markus Sigl hat uns in seinem Interview in der fMi-Ausgabe 6/2022 das Unternehmen wellyou nähergebracht. Er hat geschildert, wo die Kette ihre Wurzeln hat und wie wellyou sich in den knapp zwei Jahrzehnten seines Bestehens sowie auch seit Januar 2021 unter der Doppelspitze Christian Rapior und Markus Sigl entwickelt hat. Einen besonderen Fokus legt die Unternehmensleitung auf ihre Mitarbeitenden, deren Entwicklung und Perspektiven im Unternehmen. wellyou stellt das Motto „good place to work“ verstärkt in den Vordergrund. Die zentralen Themen im zweiten Teil des Interviews sind die Ausrichtung und die Positionierung die Marke wellyou

fMi: Wie würden Sie die Positionierung der Marke wellyou beschreiben? Welche Entwicklung hat die Ausrichtung des Unternehmens unter der Führung Rapior/Sigl genommen?

Markus Sigl: Wachstum im umkämpften Discountfitnessmarkt war für uns nur durch eine völlig neue Herangehensweise möglich – so viel war uns klar. Also begannen wir 2020/2021, die Stärke der Marke wellyou und die aktuelle Positionierung auf potenzielle Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu untersuchen. Die Menschen im Norden verlassen sich seit knapp 20 Jahren für körperliche Gesundheit auf wellyou . Darauf können wir sehr stolz sein, wir fühlen uns aber auch verpflichtet und motiviert, dem Norden auch weiterhin ein großartiges Fitnessangebot zu fairen Preisen anzubieten. Diese Kontinuität soll sich auch in der Markenführung als wesentlicher Treiber unseres Erfolges wiederfinden. Wenn die Budgets überschaubar sind – wie aktuell unter dem Druck der Inflation und Pandemie –, sind neben einer starken Kampagne besonders die Kontinuität und Kreativität entscheidende Faktoren, damit eine Botschaft bei der Zielgruppe hängen bleibt. Also mussten

MANAGEMENT | UNTERNEHMENSENTWICKLUNG | ANZEIGE
Interview mit Markus Sigl, geschäftsführender Gesellschafter wellyou Gruppe
Fotos: wellyou Holding fitness MANAGEMENT international 01/23 82
„Wir

wir uns neu entdecken. Das ist uns gelungen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird auch zukünftig im Discountmarkt ein bestimmender Faktor sein. Mir ist klar, dass ein günstiger Einstiegspreis allein nicht mehr ausreicht. Wir mussten den Mitgliedern Gründe liefern, sich emotional an die Marke wellyou zu binden. Dafür mussten wir der Marke selbst erst einmal ein Gesicht geben.

Gemeinsam mit einem Team aus mir bestens vertrauten Dienstleistern haben wir zuerst einmal eine eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelt, von der unsere Kommunikation profitiert und die uns deutlich glaubwürdiger macht. Wir sehen uns selbst als sympathische, humorvolle, aber auch gern provokante Fitnesskette aus dem Norden. Das ist genau das, was unsere Marke von anderen unterscheidet.

Ein unterstützender Faktor als Differenzierungsmerkmal ist für uns die Mediakommunikation. Dafür haben wir uns deutlich digital und sehr breit aufgestellt. Außerdem haben wir viel Zeit und Mühe in die Produktion hochwertiger ContentFormate investiert und bedienen einen komplexen Mix mehrerer Medien.

Um unserem Anspruch gerecht zu werden, müssen wir mögliche Content-Ideen täglich „frisch denken“; ganz nah an der Zielgruppe und dem Tagesgeschehen sein. Wir entscheiden, auf welche Art und Weise wir ein Thema aufgreifen und wie unsere Marke im Zuge einer neuen Kampagne Stück für Stück weiterentwickelt werden soll. Die rebellische und humorvolle Positionierung passt im Kern natürlich hervorragend zu unserer Zielgruppe und zum Thema Fitness. Sie lässt uns genug kreativen Spielraum.

Durch welche Kernkompetenzen und Attribute soll sich das Unternehmen zukünftig vom Wettbewerb abheben? Welche Schwerpunkte werden Sie in den kommenden Jahren bei der Positionierung setzen?

Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir all unsere Vorteile auf eine unmissverständliche Art vermitteln und eine visuelle Identität schaffen können. Wir haben herausgefunden, dass Marken mit einer starken regionalen Historie auch überregional erfolgreich sein können. Man identifiziert sich gern mit authentischen Geschichten und Typen. Den norddeutschen Bezug und unsere Attribute stellen wir nun konsequent in unserer Kommunikation heraus. Die Menschen wissen mittlerweile sehr genau, wo wir herkommen und wer wir sind.

Im zunehmend wettbewerbsintensiven Markt müssen sich Fitnessstudios eindeutig abgrenzen und aus der Masse herausstechen. Für unsere Mitglieder müssen wir deshalb einzigartige, maßgeschneiderte Erlebnisse schaffen. Dafür setzen wir auf digitale Automatismen im Einklang mit analogen Prozessen. Das beginnt mit unseren Online-Marketing-Aktivitäten, setzt sich auf unserer Website fort und wird konsequent von der Ankunft über das Training bis hin zur Verabschiedung durch unsere Mitarbeitenden in den Studios umgesetzt. Gleichzeitig steht unser neues Design für eine neue Epoche, stärkt die Marke und spiegelt all unsere Maßnahmen auch visuell wider.

Wir fühlen uns für die Erlebnisse unserer Mitglieder verantwortlich! Gemeinsam mit unseren Mitgliedern feiern wir ihre

Von

www.wellyou.eu

Trainingserfolge. Wir unterstützen diese Kultur durch eine Vielfalt an digitalen Tools und haben die Studiowelt u. a. durch EGYM, den mescan oder die Implementierung von LES MILLS Livekursen und Solarien massiv aufgewertet.

Wie begegnen Sie den aktuellen Herausforderungen, wie z. B. den steigenden Preisen und Lieferengpässen? Natürlich sind wir darauf fokussiert, die Kosten unseres Unternehmens kritisch zu überprüfen und zu konsolidieren. Wir versuchen, unsere Kundschaft weitestgehend von den Mehrbelastungen zu verschonen und kämpfen darum, unseren Einstiegspreis weiterhin zu halten. Wir profitieren hier ganz enorm von unseren etablierten operativen Strukturen aus über 20 Jahren Bestehen. Das existierende Netzwerk aus Partnern und Dienstleistern, das riesige Engagement und der Einsatz unserer Studiomitarbeitenden helfen uns und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung im Betrieb unserer Studios.

Wo sehen Sie das Unternehmen wellyou fitness in zwei Jahren? Welche strategischen Ziele verfolgen Sie? Unsere überzeugende Markenidentität ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Das gilt sowohl für das Gewinnen neuer Kunden als auch für die Bindung unserer Mitglieder sowie natürlich unserer Mitarbeitenden. Gerade als starke Marke werden wir uns auch zukünftig regelmäßig fragen, für welche Werte wellyou steht, welche Stärken wir haben und was wir unseren Beschäftigten bieten können. Mit dem Grundgedanken, dass wir immer besser werden können, und einem starken Team werden wir unseren Wachstumskurs mit viel Augenmaß weiter fortsetzen und viele neue Ideen entwickeln.

wellyou Verwaltungsgesellschaft mbH Langer Segen 8–10 24105 Kiel www.wellyou.eu

01/23 fitness MANAGEMENT international 83
Markus Sigl, Jahrgang 1987, verheiratet und Vater eines Sohnes, stammt aus Willingen im Sauerland. Durch den Besuch der dortigen „Eliteschule des Sports“ kam er früh mit dem Leistungssport in Berührung. Nach dem Abitur studierte er Sportökonomie und Romanistik und arbeitete u. a. als Sportjournalist. Nach einer Selbstständigkeit als Personal Trainer war er fünf Jahre für die RSG Group tätig. 2018 an arbeitete er für FITNESSLOFT zunächst als Regionalmanager, dann als Head of Sales and Marketing. Seit Ende 2020 ist Markus Sigl geschäftsführender Gesellschafter bei wellyou fitness. Nach wir vor liebt er das Fitnesstraining sowie Golf und Reisen und verbringt gern viel Zeit mit seiner Familie.

Generationsübergreifend begeistern

Jeder Kunde ist anders – Das gilt insbesondere dann, wenn die Trainierenden in Ihrem Studio aus unterschiedlichen Generationen stammen. Denn jede Mitgliedergeneration unterscheidet sich in ihren Werten, Normen und Verhaltensmustern. Daraus resultieren individuelle Trainings- und Kommunikationsbedürfnisse, die Sie bei der Ausgestaltung Ihrer Angebots-, Kommunikations- und Content-Strategie berücksichtigen sollten. Der Artikel liefert Ihnen praxisnahe Umsetzungstipps, die Ihnen dabei helfen, alle Generationen gemeinsam zu begeistern, zu motivieren und sie zusammenzubringen.

Zielgruppenspezifische Kommunikations- und Content-Strategie
fitness MANAGEMENT international 01/23 84 MANAGEMENT | FACHARTIKEL GENERATIONSMANAGEMENT

Das Durchschnittsalter in den deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen liegt aktuell bei 40,5 Jahren (DSSV, 2022). Dies verdeutlicht das Interesse an und die hohe Nachfrage nach Fitness- und Gesundheitsangeboten über alle relevanten Altersgruppen hinweg.

Generationsmanagement als Herausforderung

Häufig trainieren bis zu vier Generationen (Babyboomer, Generation X, Millennials, GenZ) zusammen in einer Anlage. Das damit verbundene heterogene Mitgliederklientel sowie die ständig neu aufkommenden Fitnesstrends und die steigenden Ansprüche der Kundschaft führen aus unternehmerischer und marketingstrategischer Sicht zu einer zunehmenden Herausforderung (Deloitte & EuropeActive, 2021; IHRSA, 2021).

Es ist essenziell, dass Sie Ihre Zielgruppen und deren individuellen Bedürfnisse kennen und dieses Wissen zielführend einsetzen (Kreis, 2021). Dadurch kann es Ihnen gelingen, Ihre Mitglieder bestmöglich zu erreichen und eine langfristig funktionierende Studiocommunity zu schaffen. Denn das Studio bildet für viele Kunden neben dem Training eine Art sozialer Treffpunkt, der Generationen zusammenführt und verbindet (Schmidt & Wolff, 2022).

Unterschiedliche Fitnessgenerationen auf einen Blick

Mithilfe der „Germany in Motion“-Studie, des „IHRSA Health Club Consumer Report“ (2020) und des „Les Mills Global Consumer Fitness Survey“ (2019) lassen sich unterschiedliche Trainingsvorlieben bzw. -motive der einzelnen Generationen ableiten (GIM, 2018). Neben den Trainingspräferenzen unterscheiden sie sich in ihrer Mediennutzung und dem da -

mit verbundenen Kommunikationsverhalten (Kleinjohann & Reinecke, 2020; Statista, 2020). Abbildung eins bietet Ihnen eine Übersicht über die Bedürfnisse und Verhaltensmuster der einzelnen Fitnessgenerationen, denen Sie als Studiobetreibende gerecht werden müssen.

Schubladendenken vermeiden –individuelle Lösungen bieten Die untenstehende Abbildung gibt Ihnen eine grundlegende Orientierung, wie und vor allem womit Sie unterschiedliche Mitgliedergenerationen erreichen können. Sie sollten Ihre Kundschaft jedoch nicht ausschließlich anhand des Alters in stereotype „Marketingschubladen“ stecken.

Aus der Übersicht lassen sich hilfreiche Informationen für Ihre persönliche Angebotsgestaltung und Vermarktung ableiten. In der Praxis werden die einzelnen Aspekte jedoch oft nur isoliert betrachtet, was wertvolles Potenzial verschenkt: Nutzen Sie dieses Wissen und überlegen Sie, mit welchem individuellen Angebots-, Kommunikations- und Content-Mix Sie den Kundennutzen steigern und den wachsenden Bedürfnissen nach individuellen Fitnessangeboten gerecht werden können (Kobel & Schmidt, 2021).

Mit dem richtigen Generationenmix überzeugen Stichwort „Customer Centricity“: Richten Sie Ihr Angebot an den individuellen Trainingsvorlieben/-zielen aus und wählen Sie den richtigen Content-Mix für die passenden Kanäle. Durch eine klare Fokussierung auf einzelne Kundengruppen und die darauf abgestimmte Marketingstrategie können Sie langfristig ein höheres Maß an Kundenbindung und eine Umsatzsteigerung erreichen (Große-Holtfort, 2017).

Abb. 1: Unterschiedliche Mitgliedergenerationen und deren Bedürfnisse (eigene Darstellung)

Foto/Grafiken: rawpixel.com, VectorRocket, iiierlok_xolms, warmworld –stock.adone.com Babyboomer (1954 – 1965) Generation X (1966 – 1980) Millennials (1981 – 1995) GenZ (1996 – 2010) Geführtes Gerätetraining Rückenfitness Indoor Cycling Geräte- und Freihanteltraining Gruppenkurse Cardio Functional Training Freie Gewichte Yoga Digitale Angebote HIIT Cardio-Kickboxen Gesundheit Soziale Kontakte Mobilität Gewichtsreduktion Allgemeine Fitness Work-Life-Balance Leistungssteigerung Wettkämpfe Entspannung Entertainment Aussehen Aufmerksamkeit 1 bis 3 Mal pro Woche 1 bis 3 Mal pro Woche 2 bis 4 Mal pro Woche 2 bis 3 Mal pro Woche Trainingsvorlieben Trainingsziele Trainingshäufigkeit Kommunikationskanäle und Social-Media-Nutzung 01/23 fitness MANAGEMENT international 85

Grundsätzlich sollte Ihr Content-Mix immer hilfreich, inspirierend, motivierend und aktivierend sein (Neust & Spitko, 2022). Doch wie sollte eine solche Angebots-, Kommunikations- und Content-Strategie im Detail aussehen? Die folgenden Praxistipps bieten Ihnen eine wertvolle Orientierung.

Für Babyboomer bildete Arbeit lange Zeit den Mittelpunkt ihres Lebens. Inzwischen sind Teile dieser Generation bereits im Rentenalter und auf der Suche nach Gemeinschaft, sozialen Kontakten und immer neuen Herausforderungen. Was sie nicht wollen, ist als „alt“ betitelt zu werden (Bellan, 2019). Vermeiden Sie daher bei direkter Ansprache Begriffe, die mit dem Älterwerden assoziiert werden können.

Auch im Marketing werden Babyboomer meist wenig differenziert betrachtet und weitgehend pauschal adressiert. Ein Großteil dieser Generation ist jedoch durchaus leistungsfähig und gehört aus eigener Sicht noch lange nicht zum „alten Eisen“ (Kobel, 2019). Vielmehr möchten sie mit anderen in Kontakt treten und schätzen die altersübergreifende Interaktion. Denken Sie daher „out of the box“ und bieten Sie neben Seniorenkursen auch fordernde generationsübergreifende Leistungen an. Dabei schätzen Babyboomer eine hohe Betreuungs- und Servicequalität (Yu et al., 2014).

Babyboomer erreichen Sie mit direkter Ansprache und klassischer Werbung mittels Printmedien – aber auch Facebook gewinnt innerhalb der Zielgruppe zunehmend an Bedeutung (Lucero, 2017). Also warum nicht mit einer positiven Ansprache, motivierenden Videos und adäquaten Social-Media-Inhalten „alte“ Denkmuster durchbrechen und auch digital Kundennähe schaffen?

Die Generation X verkörpert Unabhängigkeit, Individualismus und Sinnsuche. Gleichzeitig legt sie Wert auf Familie und materielle Absicherung (Kleinjohann & Reinecke, 2020). Daher sind sie auf der Suche nach individuellen Trainingsangeboten mit attraktiven Vergünstigungen. Außerdem sind sie empfänglich für Treueprogramme und Rabattaktionen (Lucero, 2017). Bieten Sie ein auf diese Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittenes Leistungsangebot mit exklusiven Preisen, Aktionen sowie flexiblen Laufzeit- und Mitgliedschaftsmodellen.

Egal ob Cardio, Gruppen-, Geräte- oder Freihanteltraining –diese Zielgruppe sucht Abwechslung, hinterfragt und informiert sich gern. Mithilfe von Tutorials und „How-toVideos“ inklusive nützlicher Trainings- und Ernährungstipps sowie attraktiven visuellen Inhalten auf Facebook und YouTube schaffen Sie es, diesen „Wissensdurst“ zu stillen (Bellan, 2019). Überzeugen und inspirieren Sie dabei mit Fachwissen, Humor und Überraschungseffekten (Neust & Spitko, 2021).

Die Generation X steht auf informative und aktuelle Postings – und teilt sie gern!

Millennials legen viel Wert auf Selbstverwirklichung und leben im „Hier und Jetzt“. Sie achten auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und sind weniger auf der Suche nach materiellen Dingen, sondern vielmehr nach Erfahrungen (Staut, 2019).

fitness MANAGEMENT international 01/23 86 MANAGEMENT | FACHARTIKEL GENERATIONSMANAGEMENT Fotos/Grafiken: rawpixel.com, VectorRocket –stock.adobe.com | DHfPG/BSA

Zwischen Action, maximaler Leistung und Entspannung –diese Generation steht neben klassischem Training auf vielseitige Angebote aus den Bereichen Functional Fitness und Yoga (IHRSA, 2020). Sie will flexibel auf hybride Fitnessangebote zurückgreifen und sowohl im Studio als auch zu Hause trainieren (LES MILLS, 2019). Schaffen Sie deshalb – vor Ort und digital – nachhaltige Fitnesserlebnisse, bei denen Körper und Geist gefordert werden.

Millennials bevorzugen Dienstleistungen und Produkte mit Story. Storytelling kann Ihnen dabei helfen, auf authentische und glaubwürdige Art und Weise, das Interesse und die Neugier der Zielgruppe zu wecken. Setzen Sie dabei auf Testimonials, persönliche Erfolgs- sowie Trainerporträts und bieten Sie auf Ihren Social-MediaKanälen Blicke hinter die Kulissen des Studioalltags. So schaffen Sie eine frühzeitige Identifikation mit Ihrem Unternehmen (Lohau, 2022).

Millennials sind online und offline gut vernetzt – Ihnen ist wichtig, wie Freunde, Bekannte oder andere Mitglieder Ihre Leistungsangebote beurteilen. Positive Google Reviews, unabhängige Bewertungen und eine hohe Weiterempfehlungsrate bilden daher wichtige Instrumente, die Sie zur Neukundengewinnung und Mitgliederbindung nutzen sollten.

gen. Aufgrund der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne ist es wichtig, bereits innerhalb der ersten drei Sekunden ein Engagement der GenZ herbeizuführen und so ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen (Neust & Spitko, 2021).

Ebenfalls spielt für sie das Thema ökologische Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Mit dem passenden Content können Sie sich als nachhaltiges Unternehmen positionieren und schaffen es so, die GenZ für sich zu gewinnen.

Fazit

Um Mitglieder generationsübergreifend zu begeistern und Ihre Fitnesscommunity nachhaltig zu stärken, sollten Sie die aufgezeigten Aspekte berücksichtigen und zielgerichtete Maßnahmen ableiten, die den unterschiedlichen Trainings- und Kommunikationsbedürfnissen gerecht werden. Vier Generationen unter einem Dach bilden eine große Herausforderung – jedoch auch eine Chance und ein Indiz dafür, dass Fitness keine Altersgrenzen kennt und Menschen verbinden kann.

Die GenZ ist technikaffin – ihre primären Informationsquellen bilden Snapchat, YouTube, Instagram und TikTok. Sie wünschen sich ein mobiles und interaktives Trainingserlebnis, das zu ihrem Lebensstil passt (LES MILLS, 2019). Um dies zu gewährleisten, sollten Sie die Studiovernetzung weiter vorantreiben (Speicher, 2021). Mit einer eigenen Trainings-App, digitalen Fitness-Challenges, Gamification-Elementen, VR und immersiven Fitnessangeboten können Sie beim „Mitgliedernachwuchs“ punkten. Zudem ermöglichen Sie eine studioübergreifende Betreuung, die Ihnen dabei hilft, die GenZ langfristig zu motivieren und zu begeistern.

Reduzieren Sie Ihre Kommunikation auf die digitalen Kanäle und kreieren Sie „Snackable Content“, der sich in den Alltag der Zielgruppe integrieren lässt. Erstellen Sie kurze, unterhaltsame Multi-Clip-Videos mit Audioeffekten und kreativen Tools, die zur Interaktion und Teilnahme anre-

Bastian Thum Bastian Thum, MBA Sport- und Gesundheitsmanagement, hat Branchenerfahrung als stellvertretender Studiomanager in einem mittelständigen Fitnessunternehmen gesammelt. Heute ist er als pädagogischer Mitarbeiter, Tutor und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referent an der BSA-Akademie tätig. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Bellan, J. (2019). Generation XYZ – So gelingt die Zielgruppenansprache. Zugriff am 02.11.2022. Verfügbar unter https://www.pictima.de/blog/generation-xyz-so-gelingtdie-zielgruppenansprache International Health, Racquet & Sportsclub Association (IHRSA) (Hrsg.). (2021). 2021 IHRSA Global Report. Zugriff am 02.11.2022. Verfügbar unter https://www.ihrsa.org/ publications/the-2021-ihrsa-global-report/ Kleinjohann, M. & Reinecke, V. (2020). Marketingkommunikation mit der Generation Z. Erfolgsfaktoren für das Marketing mit Digital Natives. Wiesbaden: Springer Gabler. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

FIBO Congress vom 13. bis 15. April 2023 – nehmen Sie teil und freuen Sie sich auf Bastian Thums spannenden Vortrag „Erfolgreiches Generationenmarketing. Durch zielgruppenspezifische Kommunikations- und Content-Strategien generationenübergreifend begeistern“.

Es erwarten Sie über 80 Vorträge in sieben branchenrelevanten Themensträngen. Infos und Tickets unter: www.fibo-congress.com

01/23 fitness MANAGEMENT international 87

„Ältere Menschen sind das treueste und doch am wenigsten bediente Kundensegment in der Fitnessbranche“, sagt Tobias Hackl, Leiter AURUM Academy und Franchisenehmer des AURUM Studios in Basel, Schweiz. „Wir haben es zu unserer Mission gemacht, den Menschen die Kraft zu garantieren, das Leben zu genießen.“

Zügig zur Bushaltestelle gehen und eine Tasche heimschleppen. Klappt das mit 65 Jahren plus noch so gut wie früher? Im Alter schwindet oft die Muskulatur, wenn man nicht gezielt gegensteuert. Darunter leidet auch die Knochenfestigkeit. Studien weisen darauf hin, dass Osteoporose sowie Muskelschwund, auch bekannt als Sarkopenie, und deren Ursachen oft eng miteinander verwoben sind. Schuld am schleichenden Verlust von Muskulatur und Knochensubstanz sind vor allem ein altersbedingt veränderter Hormonspiegel, eine schlechtere Durchblutung, Bewegungsmangel, nachlassender Appetit und zu wenig eiweißhaltige Kost. Zwischen dem 45. und 90. Lebensjahr schwindet etwa die Hälfte der Muskulatur.

AURUM Übungen für die zweite Lebenshälfte Gezieltes hochintensives Training, das für ältere Personen geeignet ist, kann den Knochenschwund aufhalten oder ihm vorbeugen. Die Mühe lohnt sich: Denn wenn Muskeln und Knochen durch Inaktivität weiter an Substanz verlieren, steigt die Gefahr zu stürzen um das Dreifache – so auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Außerdem sind auch Kraftreserven dafür verantwortlich, wie gut es einem Menschen trotz eines akuten oder chronischen Leidens geht. Mit AURUM Training, dem Schweizer Konzept zum Kraftaufbau in jedem Alter, kann man dem Muskelschwund entgegenwirken. Das Spannende an AURUM: Lediglich sechs Übungen müssen einmal pro Woche unter Anweisung des Personal Trainers bzw. der Personal Trainerin absolviert werden: Beinpresse, Ruderzug, Brustpresse, Lumbar Extension (wie ein Deadlift, nur sitzend), Klimmzug (sitzend) und Schulterdrücken. Kraftzuwachs ist garantiert.

Über AURUM Training

„AURUM Training erfolgt ohne Gewichte. Hier dient die Widerstandskraft der Trainierenden, die zu jedem Zeitpunkt von unserer Technologie gemessen und den Trainierenden widergespiegelt wird, als die ideale Belastung. Dies ermöglicht den maximalen und sicheren Reiz in jedem Gelenkwinkel, für jeden Menschen in jedem Alter und auf jedem Fitnessniveau. Es macht Spaß, nur einmal pro Woche zu trainieren und sichtbare Ergebnisse zu erzielen“, lächelt Tobias Hackl, während er den Namen seines Vaters über die Tastatur in den Computer eingibt. „Dieses Training möchte ich jedem Menschen ans Herz legen, der in nur sechs Minuten wöchentlich das Beste für seine Gesundheit tun möchte.“

AURUM Training ist ein vertikal integriertes Franchisesystem im Bereich High-IntensityKrafttraining, das in Mikrostudios angeboten wird. Das Besondere daran ist die eigens entwickelte, digital verbundene Krafttrainingsmaschine und Datenplattform AURUM One. Sämtliche Handgriffe im Studio wurden digitalisiert, damit der Trainer bzw. die Trainerin sich voll auf die Kundenbetreuung konzentrieren kann. Die Kunden verwendet eine App, um ihre Fortschritte zu sehen, Termine zu buchen und ihren Account- und Abonnementstatus zu verwalten. Der AURUM Wachstumsplan sieht vor, Ende 2023 auf 50 Standorte zu wachsen. Sei dabei!

fitness MANAGEMENT international 01/23 88 FITNESS & GESUNDHEIT | FRANCHISE | ANZEIGE
www.aurumfit.com Fotos: AURUM Fit.
Vater ist um 58 Prozent stärker geworden, seitdem er bei mir trainiert.“
Mein
Tobias Hackl, AURUM Franchisenehmer in Basel Minuten
Sechs
gegen Muskelschwund
Was bringt AURUM Training für Personen 65 plus?

Lebensbegleitendes Fitness- und Gesundheitstraining Gesund und unbeschwert altern

Lebensstilbedingt manifestiert sich in allen Altersgruppen ein zunehmender Bewegungsmangel und damit einhergehend ein vermeidbares Gesundheitsrisiko. Dieser Artikel zeigt auf, welche Herausforderungen es in den einzelnen Lebensabschnitten zu bewältigen gilt und weshalb sich ein gesundheitsorientiertes Fitnesstraining in jedem Alter lohnt.

Foto: David Pereiras –stock.adobe.com
fitness MANAGEMENT international 01/23 90 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL FITNESSTRAINING IN JEDEM ALTER
Text: Laura Blanz

Regelmäßiges Fitness- und Gesundheitstraining spielt lebenslang eine wichtige Rolle für den Aufbau und Erhalt von Gesundheit. Während in jungen Jahren die motorische und kognitive Entwicklung sowie die Gewohnheitsbildung eines aktiven Lebensstils im Vordergrund stehen, zielt das Training mit steigendem Alter auf die Prävention kardialer Risikofaktoren ab. Die Vorteile eines regelmäßigen Gesundheitstrainings im Erwachsenenalter manifestieren sich im Erhalt der Leistungsfähigkeit und der Vermeidung chronischer Erkrankungen. Im gehobenen Alter lässt sich durch ein adäquates Training dem Alterungsprozess entgegenwirken und die Lebensqualität verbessern (Brown, Peiffer & Martins, 2013; Shephard, 1995). Zudem zeigen Studien, dass sich ein regelmäßiges Training lebensphasenübergreifend positiv auf die vielfältigen Faktoren von Gesundheit auswirkt (Malina, 2001; Soendenbroe et al., 2022; Tait et al., 2022). Demnach lohnt es sich, so früh wie möglich mit dem Trainieren zu beginnen.

Training in der Kindheit und Jugend

Die Lebenswelten haben sich geändert, was sich auch bei den Jüngsten unserer Gesellschaft bemerkbar macht. Lange, ununterbrochene Sitzzeiten zeigen sich bereits in Kindergarten und Schule, dabei haben motorische Kompetenzen und körperliche Fitness einen unumstrittenen Einfluss auf die physische, psychosoziale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – und später auch auf die Gesundheit im Erwachsenenalter (Köble, Postler, Oberhoffer-Fritz & Schulz, 2022; Schmidt, Magnussen, Rees, Dwyer & Venn, 2016; Tait et al., 2022). Lediglich ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland erfüllt die Mindestbewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 60 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Tag (vgl. Tab. 1) (Woll et al., 2019).

Zunehmend rückt neben der aeroben Leistungsfähigkeit auch eine gezielte Förderung der Kraftleistungsfähigkeit in den Vordergrund. Studien belegen, dass ein Krafttraining für Kinder und Jugendliche – altersgerecht und abwechslungsreich gestaltet – sicher und durchaus sinnvoll ist. Es wurden positive Effekte auf die Entwicklung der sportlichen und alltagsmotorischen Leistung, auf die Gesundheit sowie auf das psychosoziale Wohlbefinden nachgewiesen (Büsch, Prieske, Puta, Gabriel & Granacher, 2017). Daher empfiehlt die WHO, zusätzlich muskelkräftigende Übungen mindestens drei Mal wöchentlich durchzuführen, wobei die Interessen und Neigungen des jeweiligen Kindes miteinbezogen werden sollten (vgl. Tab. 1). In den frühen Jahren ist es entscheidend, die Freude an Bewegung zu fördern (Pfeifer et al., 2017). Es gilt, kreativ zu werden und Möglichkeiten zu schaffen, wodurch bereits

junge Menschen Freude an einem regelmäßigen Training finden. Fitnesseinrichtungen können einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Bewegungsempfehlungen leisten, indem sie verschiedene Kurse für Kinder und Jugendliche anbieten, die durch geschultes Personal spielerisch angeleitet werden. Gleichzeitig wird eine Betreuungs- und somit Trainingsmöglichkeit für Eltern geschaffen, die bis dato keine Zeit für die eigene Gesundheit aufwenden konnten. Ab dem 15. bzw. 16. Lebensjahr kann sukzessive der Einstieg in ein individuelles Kraft- und Ausdauertraining stattfinden, um die Heranwachsenden nachhaltig an einen aktiven Lebensstil zu gewöhnen.

Training im Erwachsenenalter

Der Trend „Bewegungsarmut und lange Sitzzeiten“ setzt sich im Erwachsenenalter fort. Es mangelt nicht nur an intensiven Sporteinheiten, sondern auch an alltäglicher Bewegung (Loss, 2022). Fast 80 Prozent der Frauen und Männer in Deutschland im erwerbstätigen Alter schaffen es nicht, die Mindestempfehlungen für gesundheitsförderliche Bewegung (vgl. Tab. 2) zu erfüllen (Wallmann-Sperlich & Froboese, 2014). Zusätzlich gibt die Hälfte der Erwachsenen an, während der Arbeitszeit vorwiegend zu stehen oder zu sitzen, was neueren Forschungen zufolge als eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung chronischer Erkrankungen gilt (Finger, Mensink, Lange & Manz, 2017a; Manz, Domanska, Kuhnert & Krug, 2022).

Allein durch die Erfüllung der Bewegungsempfehlungen kann das Risiko für allgemeine Sterblichkeit signifikant (bis zu 30 %) reduziert werden (Finger, Mensink, Lange & Manz, 2017b). Erste Studien belegen außerdem, dass die gesundheitsschädlichen Folgen langer Sitzzeiten durch vermehrte körperliche Aktivität teilweise kompensiert werden können (Ekelund et al., 2019). Muskuloskelettale Beschwerden, die in Deutschland nach wie vor die meisten Arbeitsunfähigkeitstage „verantworten“, können durch ein gezieltes Krafttraining vorgebeugt oder verbessert werden. Gleichzeitig steuert ein adäquates Krafttraining dem physiologischen Verlust von Muskelmasse, der ab dem 30. Lebensjahr ca. zehn Prozent pro Dekade beträgt, effektiv entgegen (Meyer, Wing, Schenkel & Meschede, 2021; Stemper, 2010). Auch auf kognitiver Ebene kann regelmäßige Bewegung die Leistungsfähigkeit langfristig fördern (Hakala et al., 2019; Hakala et al., 2021).

Von Zeitmangel geprägt muss gerade in der mittleren Lebensphase der unumstrittene Nutzen eines Fitnesstrainings für die Gesundheit hervorgehoben werden. Um die erwerbstätigen Generationen zu erreichen, bietet sich für Fitnesseinrichtungen die Möglichkeit, gezielte Kooperationen mit

Tab. 1: Bewegungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche (5 – 17 Jahre) (WHO, 2020)

Zielparameter

Aerobe körperliche Aktivität

Empfehlung

durchschnittlich 60 Minuten/Tag ausdauerorientierte Bewegung mit moderater bis hoher Intensität; an mind. 3 Tagen/Woche aerobe Aktivitäten mit hoher Intensität

Muskelkräftigende körperliche Aktivität an mind. 3 Tagen/Woche muskelkräftigende Aktivität

Sedentäres Verhalten

Anteil der sitzenden Tätigkeit begrenzen, insbesondere die Bildschirmzeit in der Freizeit

01/23 fitness MANAGEMENT international 91

Tab. 2: Bewegungsempfehlungen für Erwachsene (18 – 64 Jahre) sowie ältere Erwachsene (ab 65 Jahren) (WHO, 2020)

Zielparameter Bewegungsempfehlung

Aerobe körperliche Aktivität

Muskelkräftigende körperliche Aktivität

Sedentäres Verhalten

Arbeitgebern aufzubauen. Durch ein regelmäßiges und fachkundig angeleitetes Training der Mitarbeitenden kann der Krankenstand in Unternehmen nachhaltig reduziert werden (Initiative Gesundheit & Arbeit [iga], 2019). Gleichzeitig können so die Mitgliederzahlen der Fitnesseinrichtungen steigen, wodurch sich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten ergibt.

Training im gehobenen Alter

Mehr Zeit führt im Rentenalter leider nicht zu mehr Bewegung. Fast ein Drittel der über 65-Jährigen ist körperlich überhaupt nicht aktiv, ein weiterer großer Teil ist es in zu geringem Maße (Manz et al., 2022), obwohl ausreichend körperliche Aktivität sowohl die Morbidität als auch die frühzeitige Mortalität verringern kann (Löllgen & Löllgen, 2012). Die Bewegungsempfehlungen der WHO bleiben für Erwachsene ab 65 Jahren unverändert (vgl. Tab. 2). Hinzu kommt die Empfehlung, mindestens dreimal wöchentlich Gleichgewichts- und Koordinationsübungen durchzuführen, um auch hier einem altersbedingten Rückgang dieser Fähigkeiten entgegenzuwirken (WHO, 2020).

Die Vorteile eines kombinierten Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstrainings sind für die Gesundheit und die Lebensqualität im Alter enorm. Auch Menschen, die ihr Leben lang unsportlich waren, können im Rentenalter mit dem Trainieren beginnen und schnell Erfolge erzielen. Studien belegen, dass auch Personen über 75 Jahre durch ein gezieltes Krafttraining ihr Muskelvolumen sowie die muskuläre Leistungsfähigkeit steigern können (Grgic et al., 2020). Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zudem maßgeblich zur Sturzprävention und damit zur Aufrechterhaltung der Mobilität und Selbstständigkeit älterer Menschen bei (Sherrington et al., 2019). In Form von Gruppentraining können Fitnessstudios zusätzlich den sozialen Aspekt aufgreifen und aktiv gegen Einsamkeit und Isolation vorgehen.

Lese-Tipp: Wenn Sie mehr über die Einflüsse eines systematischen Fitnesstrainings auf Alterungseffekte erfahren möchten, lesen Sie den Artikel von Andreas Barz ab Seite 96. Sie möchten weitere Infos zu Gruppentrainingsformaten mit älteren Personen, dann lesen Sie den Artikel von Michelle Post (S. 102).

mind. 150 – 300 Minuten/Woche ausdauerorientierte Bewegung mit moderater Intensität oder mind. 75 – 150 Minuten/Woche ausdauerorientierte Bewegung mit höherer Intensität oder eine Kombination aus beiden Intensitäten

an mind. 2 Tagen/Woche muskelkräftigende Aktivität für alle großen Muskelgruppen

Anteil der sitzenden Tätigkeit begrenzen; wenn möglich, sitzende Aktivität durch körperliche Aktivität jeglicher Intensität ersetzen; Kompensation langer Sitzzeiten durch vermehrte körperliche Aktivität

Fazit

Optimalerweise sollte ein körperlich aktiver Lebensstil bereits in der Kindheit, Jugend und im jungen Erwachsenenalter etabliert und bis ins hohe Lebensalter beibehalten werden. Denn die gesundheitlichen Vorteile eines Fitnesstrainings wirken lebensphasenübergreifend. Dennoch ist es nie zu spät, mit dem Trainieren zu beginnen, wenngleich feststeht: besser heute als morgen.

Die Sportwissenschaftlerin (M. Sc.) arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referentin an der BSA-Akademie im Fachbereich Gesundheitsförderung.

www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste

Köble, K., Postler, T., Oberhoffer-Fritz, R. & Schulz, T. (2022). A Better Cardiopulmonary Fitness Is Associated with Improved Concentration Level and Health-Related Quality of Life in Primary School Children. Journal of clinical medicine, 11 (5).

Loss, J. (2022). Editorial: Gesundheitsverhalten in Deutschland – kein Grund zur Entwarnung! Journal of Health Monitoring, 7 (3), 3–5.

World Health Organization (2020). WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour. Geneva: World Health Organization.

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

fitness MANAGEMENT international 01/23 92 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL FITNESSTRAINING IN JEDEM ALTER Foto: DHfPG/BSA
OPTIMUM11 GmbH Kampstr. 37 32052 Herford Fon 05221 6929256 www.optimum11.de RAURBEF -ANGEBOT NUR 429 € STATT 364 € “ROUND-UP” EDELSTAHL-BOX INKLUSIVE 4.800 TÜCHER SPRÜHFLASCHE WAR GESTERN –BESTWIPES SIND HEUTE! JETZT UMSTEIGEN UND NUR VORTEILE GENIESSEN! H 90 cm, Ø 30 cm, mattschwarz / Edelstahl, zzgl. MwSt. und Lieferung. Sofort verfügbar! VORGETRÄNKTE DESINFEKTIONSTÜCHER! Keine hohen Papierpreise, kein lästiges Nachfüllen von Sprühflaschen und keine Aerosole mehr. + sparsamer (ab 1,3 ct / Blatt) + sauberer + sicherer + schneller BESTWIPES-ANGEBOT AB 41,99 € pro Karton = 6 Rollen je 800 Blatt, zzgl. MwSt. und Lieferung. Sofort verfügbar! BESTWIPES GANZ EASY BESTELLEN:

miha bodytec

Impulse für eine gesunde Zukunft!

Aufbauend auf über 15-jähriger Erfahrung und in Zusammenarbeit mit namhaften Forschern aus Gesundheits- und Sportwissenschaften sowie Therapeuten entwickelt und produziert das Unternehmen in Deutschland Ganzkörper-EMS-Technologie von höchster Qualität und vertreibt diese weltweit.

Das deutsche Unternehmen miha bodytec hat seit seiner Firmengründung 2007 die bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend unbekannte GanzkörperElektromyostimulation (GK-EMS) als sichere, hocheffektive und zeitoptimierte Trainings- und Therapiemethode etabliert. Mit dem Nachweis der Wirksamkeit von Medizinischer EMS in zahlreichen Studien ist miha bodytec überzeugt, mit der EMS-Technologie, die bei geringem Zeitaufwand und persönlicher Betreuung einen hohen Wirkungsgrad verspricht, neue Lösungen im Gesundheitsmarkt etablieren zu

können. Mit dem zugelassenen Medizinprodukt miha bodytec medical existiert seit über zehn Jahren das passende Equipment zur Anwendung der Medizinischen EMS. Durch die von miha bodytec vorangetriebene Weiterentwicklung der EMS-Geräte und die Einführung diverser technischer Innovationen nimmt diese Technologie auch zunehmend Bedeutung im medizinischen Sektor ein.

miha bodytec betreibt neben ihrem Hauptsitz, der Produktion in Deutschland, weitere Niederlassungen in den USA und

fitness MANAGEMENT international 01/23 94 FITNESS & GESUNDHEIT | EMS-TRAINING | ANZEIGE
Foto: miha bodytec GmbH

England. Mit der freiwilligen Zertifizierung nach dem Medical Device Single Audit Program (MDSAP) dokumentiert die miha bodytec GmbH, dass sie die derzeit höchsten weltweit gültigen Qualitätsstandards der Medizintechnikbranche einhält.

„Gesundheit neu denken – für einen starken, mobilen und gesunden Körper bis ins hohe Alter“ miha bodytec kombiniert die Erfahrungen aus der bewährten Elektrotherapie als passive Behandlungsmethode mit einer aktiven Komponente für den ganzen Körper und schafft so ein zeitgemäßes und nachhaltiges Anwendungskonzept für Therapie und Prävention: die Medizinische Elektromyostimulation.

Damit wird den gesundheitlichen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft und einem zunehmend sitzenden Lebensstil begegnet. Mit Medizinischer EMS erschließt sich dem Gesundheitssektor eine Methode, die von Jung bis Alt einen starken Präventivansatz verfolgt und zugleich in vielen Therapiefeldern Einsatz findet. Neben dem nicht-spezifischen Rückenschmerz, der Sarkopenie und dem Muskelschwund im Alter erweitert sich kontinuierlich das Einsatzspektrum bei weiteren Indikationen.

Als marktführendem Hersteller von Medizinprodukten für den Einsatz von Ganzkörper-Elektromyostimulation liegt miha bodytec eine sichere Anwendung und damit eine positive Verbreitung der Technologie besonders am Herzen! Daher arbeitet das Unternehmen partnerschaftlich mit einer Vielzahl von Agierenden des Gesundheitswesens zusammen und steht in engem Austausch mit Wissenschaft und Forschung sowie zahlreichen Anwendern aus der Praxis.

Auf Basis dieser Erfahrungen gelingt es, die Technologie der Medizinischen EMS für den wirksamen und sicheren Praxiseinsatz zur Verfügung zu stellen und täglich weiterzuentwickeln. Das Engagement dient der Gesunderhaltung einer zukunftsorientierten Gesellschaft – mit einem innovativen Ansatz, der für Effizienz, Sicherheit und Effektivität steht.

Produkte und Support

Alle Produkte von miha bodytec sind für den langfristigen und wartungsarmen Dauerbetrieb im Gesundheitsbereich konzipiert und als Medizinprodukte zertifiziert. Ebenfalls erfüllen die miha bodytec EMS-Systeme die Vorgaben der Safety-First-Leitlinien der Wissenschaft sowie der DIN-Norm 33961-5 für die EMS-Anwendung. Durch den obligatorischen Haltegriff, die aufwendige magnetische Drehreglertechnologie und die konsequente Umsetzung einer Single-User-Bedienung wird dabei die maximale Anwendungssicherheit erreicht.

Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen, zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse seiner Kundschaft. Alle Mitarbeitenden sind als Medizinprodukteberater speziell ausgebildet und können fachliche Fragen kompetent beantworten. Die kostenlosen Erstberatungen vor Ort bieten Ihnen als Inhabende und Mitarbeitende die ideale Gelegenheit, die Technologie rund um die Medizinische EMS und ihre Einsatzmöglichkeiten kennenzulernen und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu bleiben.

miha bodytec II medical –für den stationären Einsatz miha bodytec II medical vereint innovative Technologie, komfortable Bedienung und modernes Design zu einem einzigartigen System. Das updatefähige Steuergerät besteht aus Aluminium und ist fest auf einem stabilen Bodenständer mit Haltegriff montiert. Der miha bodytec II medical ist ein geprüftes Medizinprodukt und entspricht darüber hinaus den hohen Anforderungen internationaler Zulassungsbehörden (FDA, Anvisa, SAA). Die Anbindung an das Elektrodensystem i-body erfolgt bei miha bodytec II medical durch das innovative und selbstfindende magnetische Verbindungssystem i-body connect, das es wahlweise auch als „wireless-Variante“ gibt.

miha bodytec m.ove –für maximale Flexibilität

Bei der Entwicklung des miha bodytec m.ove Systems standen maximale Flexibilität bei Anwendung und Transport an oberster Stelle. Die Anbindung an das Elektrodensystem i-body erfolgt daher bei miha bodytec m.ove ausschließlich durch das kabellose Verbindungssystem i-body connect wireless. Beim Verbindungssystem wie auch beim Steuergerät sind hochwertige und weltweit zugelassene Batteriesysteme integriert, die einen langen netzunabhängigen Betrieb gewährleisten.

Mit der Transport- und Bodenständerlösung stehen zwei Optionen zur Auswahl. Sowohl für die interne Anwendung in verschiedenen Behandlungsräumen oder unterschiedlichen Etagen als auch für den externen Transport zu unterschiedlichen Einsatzorten gibt es für den miha bodytec m.ove innovative Lösungen.

Das miha bodytec m.ove System ist ein geprüftes Medizinprodukt und entspricht allen regulatorischen Anforderungen, die für ein funkbetriebenes Gerät zu erfüllen sind (RED, FCC).

Elektrodensystem i-body

Das für den Dauerbetrieb konzipierte und zum Patent angemeldete Elektrodensystem i-body überzeugt durch optimale Passform. Über eine flexible Funktionsweste mit integrierten Elektroden können alle Muskelgruppen individuell aktiviert werden. Ergänzt wird die Weste um einzelne i-body Elektrodengurte für Arme, Beine und Gesäß. Das gesamte Elektrodensystem ist waschbar und antibakteriell ausgerüstet.

miha bodytec LogX –eine Komplettlösung für alle Prozesse miha bodytec LogX ist die ideale Lösung für Anbieter von EMS-Training, die alle organisatorischen und kaufmännischen Abläufe in einer einzigen Software vereint haben möchten. Ob Terminkalender, Online-Buchungssystem oder Vertragsund Beitragsmanagement – alles steht online per Tablet oder Smartphone ohne Installationsaufwand zur Verfügung.

Mit miha bodytec LogX ist auch die verpflichtende Dokumentationsanforderung gemäß Strahlenschutzverordnung vollautomatisch erfüllt, denn sie verfügt als einzige Software über eine direkte Anbindung an die miha bodytec Geräte.

miha bodytec GmbH Siemensstr. 1, D-86368 Gersthofen www.miha-bodytec.com

01/23 fitness MANAGEMENT international 95

Wer trainiert, profitiert

Einfluss systematischen Fitnesstrainings auf Alterungseffekte

In Deutschland beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung ca. 80 Jahre und liegt damit deutlich höher als noch vor einigen Jahrzehnten (Statistisches Bundesamt, 2022). Der biologische Alterungsprozess selbst lässt sich zwar nicht aufhalten, aber insbesondere durch Training positiv beeinflussen.

fitness MANAGEMENT international 01/23 96 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL FITNESS VS. ALTERN
stock.adobe.com
Fotos: Anatoliy Karlyuk –

Das Altern ist ein komplexer und dynamischer Prozess, der mit einem Verlust an körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit einhergeht und ca. ab dem 40. Lebensjahr einsetzt. Das Ausmaß an Abbauprozessen nimmt dabei mit steigendem Alter zu (Dziechciaż & Filip, 2014). Auf Ebene der Skelettmuskulatur kommt es sowohl zu einem qualitativen als auch quantitativen Verlust an Muskelmasse (Wilkinson, Piasecki & Atherton, 2018). In Bezug auf die Ausdauerleistungsfähigkeit lässt sich eine Verminderung über die Lebensspanne beobachten (Betik & Hepple, 2008).

Darüber hinaus kommt es zu weiteren motorischen und kognitiven Einbußen, die in multidimensionaler Form die Belastbarkeit reduzieren und die Krankheitsanfälligkeit erhöhen. Im Sinne der Primärprävention sollte idealerweise in jungen Jahren die körperliche Leistungsfähigkeit auf ein möglichst hohes Niveau gebracht werden, um auch im fortgeschrittenen Alter über eine adäquate Funktionskapazität zu verfügen. Allerdings profitieren selbst ältere Neulinge von den gesundheitlichen Effekten eines gezielten Trainings und können ihre konditionellen und koordinativen Fähigkeiten verbessern (Füzéki & Banzer, 2017, S. 142).

Effekte durch Ausdauertraining

Das „Bruttokriterium“ der Ausdauerleistungsfähigkeit ist die maximale Sauerstoffaufnahme, da sie alle sauerstoffaufnehmenden, -transportierenden und -verarbeitenden Organsysteme integriert. Im Laufe des Lebens lässt sich eine Abnahme der VO2max beobachten. Dabei wird von einem Verlust von ca. fünf bis zehn Prozent pro Dekade mit Beginn des 40. Lebensjahres ausgegangen (Betik & Hepple, 2008).

Dass diese Abnahme allerdings von regelmäßiger sportlicher Aktivität in besonderem Maße positiv beeinflusst oder sogar aufgehalten werden kann, zeigt eine Studie mit ehemaligen Skilangläufern. Dabei wurde eine Stichprobe aus neun Athleten (Durchschnittsalter: 81 Jahre), die ihr ganzes Leben sportlich aktiv waren, mit untrainierten Altersgenossen verglichen. Die mittlere VO2max (in ml/min/kg) der Trainierten war nicht nur 80 Prozent höher als die der Untrainierten, sondern entsprach in etwa der VO2max von untrainierten 40-Jährigen (Trappe et al., 2013). Jedoch lässt sich durch Training die Reduktion der Ausdauerleistungsfähigkeit nicht nur abmildern, sondern in Teilen auch umkehren. So kann selbst bei älteren Personen durch regelmäßiges Ausdauertraining die VO2max noch deutlich erhöht werden. Nach 26 Wochen Ausdauertraining (3x pro Woche, 40 min, Intensität: 50 – 85 % VO2max) konnte sogar bei über 70-jährigen Trainingsneulingen eine Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme um 22 Prozent festgestellt werden (Hagberg et al., 1989).

Die höhere VO2max bei sportlich aktiven Senioren hat neben der besseren Alltagsbelastbarkeit auch große Auswirkung auf das gesundheitliche Risiko. So hat eine hohe Ausdauerleistungsfähigkeit auch einen präventiven Einfluss auf die potenzielle Entstehung von kardiovaskulären Krankheiten (Williams, 2001).

Effekte durch Krafttraining

Auch die Kraftfähigkeit erhält mit zunehmendem Alter eine immer größer werdende Bedeutung für die Bewältigung von Aktivitäten des täglichen Lebens. Treppen steigen, die

Einkaufstüten tragen oder von einem Stuhl aufstehen sind Alltagsaktivitäten, die ein gewisses Kraftniveau erfordern. Allerdings nimmt die Muskelkraft ohne entsprechende Trainingsreize ab dem 30. Lebensjahr um ca. ein Prozent jährlich ab, wobei der Verlust ab dem 60. Lebensjahr sogar noch drastischer ausfällt (Wilkinson et al., 2018). Gerade im fortgeschrittenen Alter wird die Alltagsbewältigung dementsprechend schwieriger. Die daraus resultierende Abnahme der Mobilität und körperlichen Aktivität führt zu einer weiteren Verschlechterung der Fitness.

Vor allem Krafttraining stellt daher eine wichtige Säule im Fitnesstraining älterer Personen dar. Die altersbedingten Verluste können in gewissem Maß durch Training auch wiedererlangt werden. Nach 20 Wochen regelmäßigen Ganzkörpertrainings sind beispielsweise bei 65-Jährigen durchschnittliche Muskelmassezuwächse von 1,1 Kilogramm realistisch (Peterson, Sen & Gordon, 2011). Selbst bei 90-jährigen Trainingsneulingen wurden nach einem achtwöchigen Krafttraining mit drei Trainingseinheiten pro Woche und einer Intensität von 80 Prozent des Einwiederholungsmaximums (1-RM) noch eine Zunahme des Muskelquerschnitts sowie eine Kraftsteigerung des M. quadriceps femoris von durchschnittlich 174 Prozent beobachtet (Fiatarone et al., 1990).

Wer im Alter über mehr Kraft und einen hohen Muskelmasseanteil verfügt, profitiert jedoch nicht nur von reduzierter Gebrechlichkeit und erhöhter Mobilität im Alltag, sondern auch von einem allgemein geringeren gesundheitlichen Risiko (Rijk, Roos, Deckx, van den Akker & Buntinx, 2016). Des Weiteren spielt ein regelmäßiges systematisches Krafttraining auch in der Prävention und Therapie von Osteoporose eine wichtige Rolle, da sich durch die mechanischen Belastungen beim Training die Mikroarchitektur des Knochens verbessert (Hong & Kim, 2018). Weiterhin sollten die Effekte von

01/23 fitness MANAGEMENT international 97

Krafttraining für das Herz-Kreislauf-System nicht außer Acht gelassen werden, hier ist beispielsweise die blutdrucksenkende Wirkung gut belegt (Li et al., 2022).

Alter und Regeneration

Der steigende Anteil an sportlich aktiven älteren Personen zeigt, dass dank langjährigem kontinuierlichem Training auch in hohem Alter beeindruckende sportliche Leistungen möglich sind (Tayrose, Beutel, Cardone & Sherman, 2015). Trotz dieser hohen Belastbarkeit wird bei älteren Athletinnen und Athleten teils pauschal von einer längeren Regenerationszeit und höheren Anfälligkeit für trainingsinduzierte Muskelschäden ausgegangen. Zutreffend ist, dass ältere Personen im Allgemeinen ein geringeres muskuläres Regenerationsvermögen aufweisen. Ob dies jedoch auch für ältere Sportlerinnen und Sportler zutrifft, die über langjährige Trainingserfahrung – und entsprechende Leistungsfähigkeit –verfügen, ist weniger eindeutig belegt, als teils angenommen wird (Fell & Williams, 2008).

Bei Studien zur akuten Erholung sowie Mikrotraumatisierung der Muskulatur nach intensiven Trainingseinheiten konnte zumindest kein Unterschied zwischen trainierten 20-Jährigen und trainierten 40-Jährigen festgestellt werden (Hottenrott et al., 2022; Markus et al., 2022). Die Länge der erforderlichen Regenerationszeit hängt also vermutlich in erster Linie von der Höhe des Trainingsreizes sowie von der körperlichen Leistungsreserve und nicht vom biologischen Alter ab. Wer über eine gute Fitness verfügt und regelmäßig trainiert, kann sich auch in höherem Alter von intensiven körperlichen Belastungen relativ schnell erholen.

Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit

Durch intensitätsorientiertes Krafttraining lässt sich auch die neuromuskuläre Ansteuerung verbessern und so die Kontraktionsschnelligkeit erhöhen. Sind die koordinativen und konditionellen Voraussetzungen gegeben, können auch explosiv ausgeführte ballistische Übungen (z. B. Reißen und Stoßen) die Fähigkeit zur schnellen Kraftentfaltung erhöhen (Mc Dermott, Balshaw, Brooke-Wavell, Maden-Wilkinson & Folland, 2022). Auch im Hinblick auf Koordination und Beweglichkeit lassen sich durch entsprechende Übungsauswahl und Bewegungsausführung im Rahmen des Krafttrainings Trainingseffekte erzielen. Ein gezieltes Gleichgewichtstraining kann zusätzlich im Sinne der Sturzprophylaxe eingesetzt werden (Chodzko-Zajko et al., 2009).

Tipps für die Praxis

Die Gestaltung des Trainings sowie die Wahl der Belastungsparameter muss bei älteren Personen immer unter Berücksichtigung der gesundheitlichen und funktionellen Vo-

raussetzungen erfolgen. Da pauschale Trainingspläne für diese Zielgruppe ungeeignet sind, bedarf es qualifizierter Trainerinnen und Trainer, die individualisierte Trainingsstrategien entwickeln können. Eine hohe Relevanz ist auch der psychisch-sozialen Komponente des Fitnesstrainings zuzuschreiben. Da das Älterwerden häufig auch mit Veränderungen im Bereich der sozialen Eingebundenheit einhergeht, spielen soziale Kontakte im Training in diesem Kontext eine wichtige Rolle.

Fazit

Training wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf Alterungseffekte aus. Auch wenn man möglichst früh mit dem Training beginnen sollte, können selbst Späteinsteigende noch bedeutsame Trainingseffekte erzielen. Für ältere Personen sollte das Training jedoch nicht nur als Mittel zum Zweck gesehen werden, denn das regelmäßige Fitnesstraining mit Gleichgesinnten und das Verfolgen von Trainingszielen bis ins hohe Alter ist in sich selbst Ausdruck eines aktiven Lebensstils.

Der Fitnessökonom und Sportwissenschaftler hat neben seiner Tätigkeit als Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und Referent an der BSA-Akademie langjährige Erfahrung als Personal Trainer. Außerdem betreute er Studien zu den gesundheitlichen Effekten von Ausdauertraining. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Betik, A. C. & Hepple, R. T. (2008). Determinants of VO2max decline with aging: an integrated perspective. Applied physiology, nutrition, and metabolism = Physiologie appliquee, nutrition et metabolisme, 33 (1), 130–140. https://doi.org/10.1139/H07-174

Füzéki, E. & Banzer, W. (2017). Bewegung und Gesundheit im Alter. In W. Banzer (Hrsg.), Körperliche Aktivität und Gesundheit. Präventive und therapeutische Ansätze der Bewegungs- und Sportmedizin (S. 139–156). Berlin: Springer.

Markus, I., Constantini, K., Goldstein, N., Amedi, R., Bornstein, Y., Stolkovsky, Y. et al. (2022). Age Differences in Recovery Rate Following an Aerobic-Based Exercise Protocol Inducing Muscle Damage Among Amateur, Male Athletes. Frontiers in physiology, 13, 916924. https://doi.org/10.3389/fphys.2022.916924

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

Nehmen Sie vom 13. bis 15 April 2023 am FIBO Congress teil und freuen Sie sich auf die spannenden Vorträge „Minimalisten, Weekend Warrior und Overachiever“ sowie „Von ‚Laufen ohne Schnaufen‘ bis Laktatleistungsdiagnostik“ von Andreas Barz.

Es erwarten Sie über 80 Vorträge in sieben branchenrelevanten Themensträngen! Infos und Tickets unter: www.fibo-congress.com

fitness MANAGEMENT international 01/23 98 Foto: DHfPG/BSA FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL FITNESS VS. ALTERN
Andreas Barz

KOSTENLOSE POTENZIALANALYSE FÜR FITNESS- UNDGESUNDHEITSSTUDIOS!

JETZT

NEU STARTEN:

PHYSIOTHERAPIE ALS ERFOLGSKONZEPT

Erfahren Sie von uns wie Sie … erfolgreich eine Physiotherapie eröffnen oder integrieren. mit dem neuen Geschäftsfeld wirtschaftlich erfolgreich sind. aus Patienten Mitglieder machen können. die Gesundheitsrelevanz als Wettbewerbsvorteil nutzen.

STANDORT Bergische Str. 25, 58239 Schwerte TELEFON 02304 - 999 300 0 E-MAIL kontakt@kws-schwerte.de

Premiumerlebnis

für die Gesäßmuskulatur Panatta Hip Thrust

Durch die klassische Hip-Thrust-Übung in Rückenlage ergänzt der Panatta Hip Thrust die breite Palette der Panatta-Geräte für das Training der hinteren Oberschenkelmuskulatur (ischiocrurale Muskulatur) sowie das gezielte Training der Gesäßmuskulatur (Musculi glutaei).

Modernste Biomechanik und Ergonomie

Das innovative Gerät wurde anhand modernster Erkenntnisse der Biomechanik sowie Ergonomie konzipiert und sorgt zusätzlich für die korrekte Haltung des Rückens bei der Übungsausführung. Das Rückenpolster und die Polsterrolle des Panatta Hip Thrust ermöglichen es, die Schubbewegung der Hüfte ergonomischer und effizienter auszuführen als z. B. bei einer Übung mit der Langhantel, was insbesondere bei großen Lasten komfortabler und deutlich sicherer ist.

Physiologisches Training

Bei der Übungsausführung wird insbesondere die Oberschenkelmuskulatur angesteuert, wobei eine spezifische Aktivierung der Gesäßmuskulatur entwickelt wird. Durch die Flexion der Knie wird das Engagement der Oberschenkelmuskeln reduziert und die Isolierung des Gesäßmuskels gefördert. Die Hip-Thrust-Übung kann sowohl bilateral mit

beiden Oberschenkeln als auch einseitig durchgeführt werden, um einen noch höheren Reiz auf den Gesäßmuskel und die hüftstabilisierenden Muskeln zu erzielen. Die Durchführung der Übung erfordert zusätzlich Kontrolle der Core-Stability, um die korrekte Haltung des Rückens zu gewährleisten. Während des Trainings auf dem Panatta Hip Thrust erzeugen Trainierende eine aufsteigende Belastungskurve, die bei gleichzeitiger Streckung von Hüfte und Rumpf sowie Öffnen und Schließen des Hüftgelenks ein effizientes und physiologisches Training der Gesäßmuskulatur garantiert.

Effizienz und Komfort

Vier grundlegende Elemente kennzeichnen den Panatta Hip Thrust:

• ein zentraler, gepolsterter Sitz, auf dem Trainierende vor Übungsbeginn ihre Position einnehmen;

• eine große höhenverstellbare Plattform, auf der die Füße platziert werden;

• eine hydraulisch einstellbare, komfortable Polsterrolle, die einen einfachen Ein- und Ausstieg ermöglicht und über die das Trainingsgewicht bewegt wird;

• ein großes, bewegliches Rückenpolster, das der Bewegung des Benutzers während des Trainings folgt.

fitness MANAGEMENT international 01/23 100 FITNESS & GESUNDHEIT | GERÄTEINNOVATION | ANZEIGE
100 % „Made in Italy“ Besuchen Sie die Welt von Panatta: www.panattasport.com @panattasport, @panattaofficial
Fotos: Panatta
Entdecken
Sie mehr Scannen Sie den QR-Code und erhalten Sie alle Details und Informationen zum Hip Thrust von Panatta.

Come together and train together

Gemeinsames Trainieren mit unterschiedlichen Altersgruppen, speziell mit Kindern und Senioren, kann für Fitness- und Gesundheitsanlagen als Herausforderung und Chance angesehen werden. Wieso ein gemeinsames Training sinnvoll ist, welche Vorteile und Umsetzungsmöglichkeiten sich hier bieten und wie beide Altersgruppen voneinander profitieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Lese-Tipp: Was Sie über Kinder als Zielgruppe im Fitnessstudio wissen sollten, erfahren Sie im Fachartikel „Fit Kids oder Couch-Potatoes“ von Cornelia Müller. Scannen Sie dazu einfach den nebenstehenden QR-Code.

Dass Sport bereits ab dem Kindesalter eine gesundheitsförderliche Maßnahme ist, sollte mittlerweile in der Gesellschaft weitestgehend bekannt sein. Beim Training spielen hierbei vor allem altersgerechte Angebote entsprechend der Entwicklungsphasen eine Rolle (Haber, 2018, S. 336). Aus diesem Grund bieten immer mehr Anlagen Gruppentrainingsangebote wie „Fit Kids“ an.

Generationsübergreifende Gruppenkurse Foto: LIGHTFIELD STUDIOS –stock.adobe.com Text: Michelle Post
fitness MANAGEMENT international 01/23 102 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GRUPPENTRAINING

Trotz des hohen Stellenwerts von Sport im Kindesalter steigt die Anzahl an muskuloskelettalen und kardiovaskulären Erkrankungen bei Kindern an (Ferrauti, Stadtmann, Ulbricht & Kappenstein, 2020, S. 508–510). Ein Risikofaktor hierfür ist der Bewegungsmangel (Hebebrand & Bös, 2022, S. 112), obwohl ein kindlicher Bewegungsdrang natürlich und angeboren ist. Erst mit dem Bilden von gesundheitsfördernden Faktoren durch ein bewusstes und unbewusstes Lernen vom familiären und alltäglichen Umfeld entstehen Schutzfaktoren für verschiedene Erkrankungen. Werden durch das soziale Umfeld eines Kindes jedoch nur gesundheitshemmende Faktoren gebildet, steigen auch gleichzeitig die Risikofaktoren für einige Erkrankungen.

Im Kindergarten und in der Schule werden die empfohlenen täglichen Bewegungszeiten von mindestens 60 Minuten oft nicht erreicht, daher muss das Bewegungspensum durch eine aktive Freizeitgestaltung erfüllt werden. Hierzu eignen sich verschiedene Gruppentrainingsangebote (Rütten & Pfeifer, 2017, S. 223–225; Ring-Dimitriou et al., 2020). Bei der Trainingsgestaltung für Kinder sollte hierbei vor allem der Fokus auf dem spielerischen Aufbau liegen. So entwickeln junge Menschen den Spaß an der Bewegung und bauen dadurch gesundheitsförderliche Ressourcen sowie eine intrinsische Motivation, sich regelmäßig bewegen zu wollen, auf (Ring-Dimitriou et al., 2020).

Beim Gruppentraining sollte bis zum sechsten Lebensjahr vorwiegend ein koordinatives Training durchgeführt werden, da in diesem Alter das für Bewegungsabläufe essenzielle Fundament entwickelt wird. Im Fokus steht die Förderung des Gleichgewichts, der Reaktion und der Orientierung. Ab dem zehnten Lebensjahr können darauf aufbauend ausdauerund kraftorientierte Spiele eingebunden werden (Haber, 2018, S. 338–340; Ferrauti, Stadtmann, Ulbricht & Kappenstein, 2020, S. 510–512).

Alterungsprozesse abschwächen

Eine der einschränkenden Veränderungen im Alter ist die Abnahme der koordinativen Fähigkeiten; ohne ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen kann eine Person den Alltag nur schwer meistern. Koordinationstraining ist insbesondere für eine Sturzprophylaxe von zentraler Bedeutung, da Stürze zu den größten Gefahren für die Gesundheit älterer Menschen zählen. Ein Sturz kann viele Folgen mit sich bringen, da mit der daraus resultierenden körperlichen Verletzung ein vorübergehender oder sogar kompletter Verlust der Eigenständigkeit einhergehen kann (Jansen et al., 2021). Neben Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen sollten zur Sturzprophylaxe Gangschulungen, Reaktionsspiele und Balanceübungen durchgeführt werden. Diese lassen sich einfach und effektiv in ein Training, bspw. in einen Parcours, integrieren (Bachl, Lercher & Schober-Halper, 2020, S. 272, S. 294; Gosch, 2022).

Das Gruppentraining bildet hier neben dem Personal Training, das aufgrund der intensiven Betreuung eine individuelle Trainingsgestaltung gewährleistet, einen möglichen Gestaltungsrahmen für ältere Menschen (Bachl, Lercher & Schober-Halper, 2020, S. 294), da die Trainingsinhalte im sozialen Miteinander umsetzbar sind und gleichzeitig die Häufigkeit von Stürzen durch eine Verbesserung der muskuloskelettalen Leistungsfähigkeit, der koordinativen Fähigkeiten sowie des Gleichgewichtssinnes verringert werden kann. Durch Partner- oder Gruppenübungen kann außerdem ein Sicherheitsgefühl entstehen. Damit rückt die Angst zu fallen in den Hintergrund und die Personen können sich besser auf die korrekte Übungsausführung konzentrieren. Des Weiteren werden psychosoziale Aspekte positiv beeinflusst. In Gesellschaft fühlen sich ältere Menschen meist wohler und der Einsamkeit im Alter wird entgegengewirkt (Gosch, 2022).

Je älter die Personen sind, umso besser eignen sich wieder spielerische Übungsformen. Dadurch werden negative Assoziationen mit dem

DIE FITNESSSACHVERSTÄNDIGEN

Kündgen Noll Sabrina Fütterer

Steuerberater und von der IHK Koblenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wirtschaftlichkeitsberechnung für Fitnessund Freizeit-Anlagen.

Joseph-von-Fraunhofer-Str. 1 53501 Grafschaft (Ringen)  Telefon: 02641 - 800 40 www.kuendgen.de

Von der IHK Bonn/Rhein-Sieg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung von Fitnessund Freizeit-Anlagen.

Auf dem Freibogen 3 53127 Bonn Telefon: 0228 - 298 701 www.fitnesssachverstaendige.de

Von der Handelskammer Hamburg öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Wirtschaftlichkeitsanalysen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), insbesondere Sport-, Fitness- und Gesundheits-Anlagen.

Dahlenkehre 3i 21077 Hamburg Telefon: 040 - 648 343 57 www.fitnesssachverstaendige.de

01/23 fitness MANAGEMENT international

Älterwerden und dem Begriff „Sturzprophylaxe“ abgewandt und der Spaß an der Bewegung in den Vordergrund gestellt.

Durch das Abschwächen von Alterungsprozessen steigt die Lebensqualität und die intrinsische Motivation zur regelmäßigen körperlichen Aktivität (Bachl, Lercher & Schober-Halper, 2020, S. 294; Gosch, 2022).

Zwei Lebenswelten – eine Fitnesscommunity

Eine aktive Freizeitgestaltung ist vom Kindes- bis ins hohe Erwachsenenalter förderlich für die Gesundheit. Werden beide Zielgruppen hinsichtlich der Trainingsgestaltung betrachtet, stellen sich neben den Effekten eines koordinativen Trainings weitere deutliche Übereinstimmungen heraus. Beide Parteien sollten ein Krafttraining absolvieren, um den aktiven Bewegungsapparat zu stabilisieren und muskuloskelettale Erkrankungen zu minimieren. Zusätzlich unterstützen die Jüngeren den Knochenaufbau und die Älteren wirken einem Knochenschwund entgegen (Bartl & Bartl, 2021, S. 104–105).

Auch von Ausdauertrainingsinhalten profitieren sowohl die Kinder als auch die älteren Menschen, da so kardiovaskulären Erkrankungen vorgebeugt oder bei bestehenden Erkrankungen die Auswirkungen reduziert werden können (Ferrauti, Stadtmann, Ulbricht & Kappenstein, 2020). Daneben wird bei beiden Altersgruppen ein spielerisches Vorgehen empfohlen, um den Spaß an der Bewegung an sich zu fördern und das faktische Training in etwas Angenehmes zu „verpacken“.

Die praktische Umsetzung eines generationsübergreifenden Gruppenkurses sollte zielgruppenspezifisch erfolgen, um beiden Altersgruppen einen adäquaten Trainingsreiz zu ermöglichen. Ein Praxisbeispiel hierfür ist das Spiegelspiel. Dieses ist für alle Teilnehmenden – dank Variabilität auch für zahlreiche Erkrankungsbilder – geeignet. Hierbei gibt Person A Bewegungen vor, die von Person B nachgeahmt werden müssen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, es können sowohl einfache Bewegungen als auch koordinative Aufgaben oder Gleichgewichtsübungen integriert werden. Das Spiel eignet sich auch als Gruppenübung, kann mit zusätzlichen Geräten kombiniert werden und hat je nach Übungswahl unterschiedliche Fokusse. Die gesamte Muskulatur kann gestärkt, die Ausdauer gefördert und die Koordination verbessert werden (Bachl, Lercher & Schober-Halper, 2020, S. 301). Um den Kindern eine ausreichende Bewegungszeit zu ermöglichen, können „Rennpausen“ eingelegt werden, in denen sich die Kinder bewegen und die älteren Personen –wenn nötig – regenerieren können, wodurch eine bestmögliche Kursatmosphäre durch Einbezug der individuellen Bedürfnisse geschaffen wird.

Koordinative Übungen mit dem Ball sowie einfache Bewegungsparcours können sowohl für junge als auch ältere Personen einen wichtigen Anteil an der Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit haben und durch spielerische Inhalte in der gemeinsamen Umsetzung die Freude an Bewegung fördern. Die Kombination aus Inhalten – z. B. ein vorangehender Laufparcours für Kinder, an dessen Ende Bälle aus einem Korb genommen und aus einer gewissen Distanz zu den älteren Partnerinnen und Partnern geworfen werden müssen –, bezieht sowohl den kindlichen Bewe -

gungsdrang als auch koordinative Aspekte des Werfens und Fangens bei beiden Zielgruppen mit ein. Hier sind die Kompetenzen der Trainerinnen und Trainer von größter Wichtigkeit, da der Einbezug aller Personen bei einer heterogenen Gruppe durch mögliche Variationen der Trainingsinhalte essenziell ist.

Die Akquise der angesprochenen Zielgruppen kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Großeltern, die bereits Mitglieder in den Fitness- und Gesundheitsanlagen sind, können ihre Enkelkinder mitbringen, wodurch frühzeitig eine neue Zielgruppe erschlossen und an die Anlage gewöhnt wird. Des Weiteren können potenzielle Kooperationen mit Kindergärten und Altersheimen für Anlagenbetreibende, losgelöst von bereits bestehenden Mitgliedern, eine durchaus lukrative Ergänzung des Studioportfolios darstellen. Demnach ist das Zusammenkommen ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt und zusammen trainieren ein Erfolg für alle Beteiligten.

Fazit

Eine aktive Freizeitgestaltung bildet bei Kindern die Basis für einen gesunden Lebensstil, bei älteren Menschen reduziert sie altersbedingte Begleiterscheinungen und Erkrankungen. Das Training beider Altersgruppen verfolgt zwar unterschiedliche Ziele, gestaltet sich inhaltlich jedoch oft ähnlich. Die Fitness- und Gesundheitsanlagen können sich diesen Vorteil zunutze machen und durch generationsübergreifende Gruppenangebote neue Mitglieder gewinnen und sich vom Markt abheben.

Michelle Post, M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement, war als Unternehmensleitung einer Fitnessanlage tätig. Sie gibt ihre langjährige Erfahrung im Gruppentraining für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen als Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie als Referentin an der BSA-Akademie weiter. www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste

Bachl, N., Lercher, P. & Schober-Halper, B. (2020). Bewegt Altern. Professionelle Strategien für ein gesundes und aktives Älterwerden. Berlin, Heidelberg: Springer.

Ferrauti, A., Stadtmann, T., Ulbricht, A. & Kappenstein, J. (2020). Training im Kindes- und Jugendalter. In A. Ferrauti (Hrsg.), Trainingswissenschaft für die Sportpraxis (S. 507–546). Berlin, Heidelberg: Springer.

Rütten, A. & Pfeifer, K. (2017). Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Das Gesundheitswesen, 79 (S 01), 2–3.

Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

Foto: DHfPG/BSA
Michelle Post
fitness MANAGEMENT international 01/23 104 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL GRUPPENTRAINING

Neue Vorteile und attraktives Provisionsmodell

MetaCheck Gen-Diät Lite

In den vergangenen Monaten hat die for me do GmbH vermehrt die Rückmeldung erhalten, dass viele Fitnessstudios und Personal Trainer:innen die MetaCheck Gen-Diät gern anbieten, sich aber weder einen Lagerbestand aufbauen noch in Vorkasse treten möchten. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen zwei besondere Angebote überlegt, um seine Kund:innen bestmöglich zu unterstützen.

Ab sofort können Sie sich einen Gutscheincode hinterlegen lassen, mit dem Ihre Kund:innen dann selbst im Online-Shop von for me do die MetaCheck Gen-Diät als „Lite-Version“ kaufen können. Sie müssen also nicht mehr wie zuvor in Vorkasse treten und sich auch keine Testkits auf Vorrat legen. for me do versendet die MetaCheck Gen-Diät direkt zu den Kund:innen nach Hause, wo diese den Wangenschleimhautabstrich durchführen und die Probe dann an das Labor zurückschicken können. Als Dankeschön erhalten die Studios für ihre Vermittlung zehn Prozent Provision pro verkaufter MetaCheck Gen-Diät Lite; für die Kund:innen gibt es einen Preisnachlass in gleicher

Höhe. Da die Auswertung der Ergebnisse in dieser Version nur noch als PDF-Datei versendet wird, entfällt für Sie auch der Zeitaufwand für das Auswertungsgespräch. Damit die Kund:innen trotzdem alle wichtigen Informationen erhalten, bekommen sie das „MetaCheck Gen-Diät“-Buch gratis dazu.

Ein weiterer großer Vorteil bei dieser MetaCheck Variante ist, dass Sie diese an Kund:innen in ganz Deutschland verkaufen bzw. den Gutscheincode an alle Interessierten geben können und nicht mehr wie bisher ortsgebunden sind. Sollten Sie Kund:innen im europäischen Ausland haben, können auch diese die MetaCheck Gen-Diät Lite kaufen.

fitness MANAGEMENT international 01/23 106
Foto: for me do FITNESS & GESUNDHEIT | ERNÄHRUNGSBERATUNG | ANZEIGE

Die MetaCheck Gen-Diät Lite bietet ebenfalls ein ausführliches Analyseergebnis mit:

Meta-Typ-Bestimmung

• Optimale Makronährstoffverteilung für die Abnehmund Stabilisierungsphase

• Vier-Wochen-Ernährungsplan und weitere Rezepte in der App

• Lebensmittelliste mit über 800 Lebensmitteln

• Zugang zum Ernährungsportal

• Analyse und Erklärung fünf weiterer wichtiger Abnehmfaktoren (Jo-Jo-Effekt, Muskelmasseverlust, Hungergefühl, Sättigungsgefühl und viszerales Fettgewebe)

Sport-Typ-Bestimmung

• Optimale Verteilung für 60 Minuten Sport

• Individuelle Trainingsempfehlung

• Individuelle Trainingseinstellung für das Galileo® Training

• Individuell geeignete Kursangebote

Wir unterstützen Sie bei der Neukund:innengewinnung

Immer wieder erreichen uns Anfragen, ob vor Ort eine Infoveranstaltung zur MetaCheck Gen-Diät gegeben werden kann, um alle auftretenden Fragen von Interessierten zu beantworten

und Fitnessstudios sowie Personal Trainer:innen bei der Neukund:innengewinnung zu unterstützen.

Die MetaCheck Expert:innen unterstützen Sie gern bei der Durchführung einer exklusiven Online-Infoveranstaltung und erklären Ihren Interessierten alles rund um die MetaCheck Gen-Diät. Melden Sie sich gern zwecks Terminabsprache! Ab einer Personenanzahl von zehn Teilnehmenden ist die Infoveranstaltung gratis.

Ihr Weg zum:zur MetaCheck Berater:in

Sie sind noch kein:e MetaCheck Berater:in, möchten die Gen-Diät oder die anderen MetaCheck Produkte aber in Ihr Portfolio aufnehmen? Dann melden Sie sich gern bei der for me do GmbH und vereinbaren Sie einen Schulungstermin. Nach erfolgreich abgelegter MetaCheck Berater:in Prüfung erhalten Sie Ihr Zertifikat und können als MetaCheck Berater:in tätig werden. Mit Marketingprodukten unterstützt das Unternehmen Sie auch bei der Werbung und Kund:innengewinnung.

Erfahren Sie auf der Website www.formedo.de alles Weitere rund um die MetaCheck Produkte. Das Team berät Sie auch gern persönlich und freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme!

for me do GmbH Salzdahlumer Straße 196 • 38126 Braunschweig 05 31 - 866 933 44 • info@formedo.de

01/23 fitness MANAGEMENT international 107
Foto:
–stock.adobe.com fitness MANAGEMENT international 01/23 108 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL SCHLAFCOACHING
Gorodenkoff

Tipps und Ansätze für einen gesunden Schlaf

Besser schlafen dank Coaching-Methoden

Schlaf gut – alles gut! Diese Redewendung bringt es auf den Punkt, denn: Wer nicht genügend schläft, beeinträchtigt in der Folge die eigene kognitive, psychomotorische und physische Leistungsfähigkeit. Ein erholsamer Schlaf fördert die Regeneration und die Gesundheit. Coaches können in diesem Lebensbereich ihrer Kundschaft ihre Kompetenzen ebenfalls einbringen und auf die Rand- und Rahmenbedingungen für einen guten Schlaf einwirken.

Gemäß einer Erhebung des Robert Koch-Instituts und des Statistischen Bundesamtes beträgt der Durchschnitt für die optimale Zeitspanne eines Schlafes, der sich subjektiv als sehr gut und erholsam bezeichnen lässt, sieben Stunden und vierzehn Minuten (2005, S. 7). Dieser Messwert ist jedoch nicht als verbindliche Maßgabe anzusehen, da das Schlafbedürfnis individuell ausgeprägt ist und im Laufe eines Lebens variiert. Die empfohlene Schlafdauer divergiert von sieben bis neun Stunden bei gesunden Erwachsenen (18 bis 64 Jahre), bei Kindern im Vorschulalter sogar zwischen zehn bis 13 Stunden (Hirshkowitz et al., 2015). Zeit, Veranlagung, Alter und Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle beim menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Den Ausschlag für die Qualität des Schlafes geben letztlich aber folgende drei Fragen: Wie erholt ist man am nächsten Morgen? Ist man tagsüber müde und unkonzentriert? Oder fühlt man sich gut und energiegeladen?

Wie wirkt fehlender Schlaf auf die Leistung? Schlafmangel sowie Einschlaf- bzw. Durchschlafprobleme stellen für viele Menschen, egal ob im Kindes-, Jugendoder Erwachsenenalter, eine alltägliche Herausforderung dar. Daher verwundert es nicht, dass laut einer Erhebung der Techniker Krankenkasse jede dritte Person in Deutschland schlecht schläft. Schlafmangel und/oder eine schlechte Schlafqualität können zu einer Beeinträchtigung der kognitiven und physischen Leistungsfähigkeit führen (Robert KochInstitut, 2005). Ferner begünstigt anhaltender Schlafmangel viele Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen, gleichzeitig steigt das Risiko für Übergewicht und einen gestörten Zuckerstoffwechsel. Weitere Folgen in Kombination mit länger andauerndem Stress können unter anderem eine herabgesetzte Immunfunktion, Gereiztheit sowie Konzentrationsschwierigkeiten sein (Techniker Krankenkasse [TK], 2017; Irwin, 2002).

Was sind mögliche Ursachen von Schlafstörungen?

Ab und zu schlecht zu schlafen, ist nicht ungewöhnlich und auch nicht problematisch. Anhaltende Schwierigkeiten können

aber die Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigen. Sie sollten ernst genommen und abgeklärt werden. Wenn der individuelle Schlafrhythmus und die Schlafphasen gestört sind, kann das zahlreiche Gründe haben: Stress ist beispielsweise ein Faktor, der viele Menschen am Einschlafen hindert. Grund dafür ist die anhaltende Produktion von Stresshormonen, darunter Cortisol und Adrenalin. Sinkt die Ausschüttung dieser Hormone nicht wie üblich zur Schlafenszeit ab, bleibt der Körper in einem Zustand hoher Wachsamkeit und das Einschlafen wird verhindert.

Die Diagnostik in der Schlafmedizin ist vielfältig und interdisziplinär ausgerichtet, denn bei Schlafstörungen spielen fast immer unterschiedliche Einflüsse eine Rolle: soziale, internistische, neurologische, psychologische und psychiatrische (Wetter, Popp, Arzt & Pollmächer, 2019, S. 25).

Was ist Coaching?

Das Wort „Coach“ bezeichnete ursprünglich den Kutscher, der die Pferde dirigiert und sicher sowie schnell ans Ziel lenkt. Von dieser Bedeutung, jemanden sicher und schnell ans Ziel zu bringen, ist bis heute etwas im Verständnis von Coaching erhalten geblieben.

Rauen (2005) definiert Coaching als personenzentrierten Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann und zeitlich begrenzt sowie freiwillig ist. Dabei ist das Ziel, alle vorhandenen Kräfte und Potenziale eines Klienten so zu optimieren und zu stärken, dass er seine Fähigkeiten zum Selbstmanagement kontinuierlich verbessert.

In diesem Sinne wurde der Begriff „Coach“ oder „Coaching“ in viele Bereiche wie Sport, Berufsleben und Gesundheit übertragen. Im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention spricht man häufig von Gesundheitscoaching. Hierbei stehen vorrangig Themen der Gesunderhaltung und der Gesundheitsorientierung von Lebens- und Arbeitsstil im Fokus. Mögliche Themenfelder sind unter anderem Bewegung, Entspannung, Ernährung und Stressmanagement.

109 01/23 fitness MANAGEMENT international

Wie kann

Coaching bei Ein- und Durchschlafproblemen helfen?

Der Coach gibt Anregungen und unterstützt seine Kundschaft beim Aufbau einer gesunden Schlafqualität. Er gibt hierbei jedoch keine Ratschläge und fungiert nicht als Problemlöser.

Seine Aufgabe besteht vielmehr in der Unterstützung, um die anstehenden Problemsituationen selbstständig zu lösen und sich persönlich weiterzuentwickeln, d. h. er gibt Hilfestellung dabei, die Prozessqualität zu steigern. Coaching kann in diesem Sinne Ansätze zur Verbesserung der Schlafhygiene schaffen. Dies kann zum Beispiel...

• das Führen von Schlaf- bzw. Stresstagebüchern,

• das Festlegen von Schlafenszeiten,

• das Durchführen und Erlernen von Entspannungstechniken (z. B. Atementspannung, Körper- und Fantasiereise),

• das Überdenken von Verhaltensweisen, wie z. B. Alkoholund Koffeinkonsum, Essgewohnheiten, Medienkonsum, Medikamentengebrauch

• sowie das A usüben von körperlicher sowie sportlicher Aktivität sein.

Der Benefit von Coaching in diesem Zusammenhang ist einerseits das individuelle Erkennen von ungesunden Verhaltensweisen, welche die Schlafqualität negativ beeinflussen, und andererseits deren Veränderung hin zu Verhaltensweisen, die zu einem erholsamen und gesunden Schlaf beitragen. Dies führt zu mehr Ausgeglichenheit, einer verbesserten Regenerationsfähigkeit sowie zu einer Vermeidung von Überlastungen und kann langfristig akuten und chronischen Stress reduzieren. Außerdem leistet Coaching einen wichtigen Beitrag zum Erlernen einer individuellen Selbstregulation (Jansen, Seidl & Richter, 2019). Gedankenschleifen und das Kreisen der Gedanken um schlechten Schlaf und Schlafstörungen sollen bewusst wahrgenommen werden. Während der erste Schritt also das Einführen von Gewohnheiten sein kann, z. B. das Umsetzen fester und geregelter Schlafenszeiten und Aufstehzeiten, sollen im zweiten Schritt die negativen Gedankenschleifen bewusst gestoppt werden. Im dritten Schritt können positive und förderliche Gedanken etabliert werden, die im Sinne einer Selbstinstruktion eingeübt werden müssen. Dies wird auch als „kognitive Umstrukturierung“ bezeichnet. Hier ist es die Aufgabe des Coaches, gemeinsam mit seiner Kundschaft einen individuellen Plan zur positiven Strukturierung zu erarbeiten.

Zur Verbesserung des eigenen Schlafverhaltens sowie der Schlafqualität ist neben der professionellen Unterstützung durch einen externen Coach auch der Einsatz von Selbstcoaching-Tools sinnvoll. Diese können zur Selbstorganisation anregen oder eigenaktive Veränderungen anstoßen und optimalerweise im Rahmen eines Coaching-Gesprächs empfohlen und besprochen werden.

Durch nachfolgende Tipps zum Selbstcoaching können relevante Faktoren für einen besseren Schlaf gestärkt werden:

• das Schlafzimmer zu einer kleinen „Wohlfühloase“ machen

• eine optimale Schlaftemperatur (16 – 20 °C) schaffen

• eine geeignete Matratze, weder zu weich noch zu hart, finden

• eine ruhige und eventuell dunkle Umgebung fokussieren

Einsatz und Wirkung von Entspannungstechniken

Entspannungstechniken haben das Ziel, zu geistiger und körperlicher Ruhe beizutragen. Sie können helfen, Stress und körperliche Anspannung zu verringern und den Gedankenfluss zu unterbrechen, der vom Schlafen abhält. Methoden oder Verfahren zur Entspannung sind beispielsweise autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga, Atementspannung, Körperreisen oder Qigong. Damit ein Entspannungscoaching nachhaltig wirkt, ist es ratsam, die Bedürfnisse, die Vorkenntnisse, das gewünschte Ziel und die momentane Situation der zu beratenden Person zu kennen. Aufbauend auf diesen Informationen können kleine (ca. zehnminütige) Entspannungsübungen aus der jeweiligen Entspannungstechnik in ein Coaching-Gespräch integriert werden. Der Einsatz und die Durchführung von Übungssequenzen kann direkt zu Beginn, zwischendurch oder am Ende der Sitzung erfolgen. Wichtig ist, dass die Klientel ein Feedback zu der Übung gibt, um Beobachtungen und Empfindungen mit dem Coach zu besprechen.

Fazit

Schlafqualität und Schlafmangel können die kognitive und physische Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Durch gezieltes Coaching können wegbegleitende Maßnahmen und Verhaltensweisen dazu beitragen, die Schlafhygiene positiv zu verändern bzw. zu fördern. Zusätzlich haben sich verschiedene Entspannungsmethoden als hilfreich erwiesen. Diese lassen sich ohne Weiteres in ein Coaching integrieren.

Sandra Gärttner

Sandra Gärttner ist Dozentin der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie Referentin der BSA-Akademie. Sie verfügt über mehrere Jahre praktische Erfahrung im Individual- und Gruppentraining, als Kursleiterin, z. B. für Wirbelsäulengymnastik, Pilates, Achtsamkeits- und Entspannungstraining.

www.dhfpg-bsa.de

Auszug aus der Literaturliste Rauen, C. (Hrsg). (2005). Handbuch Coaching. Göttingen: Hogrefe. Techniker Krankenkasse (Hrsg.). (2017). Schlaf gut, Deutschland! TK-Schlafstudie 2017. Zugriff am 15.11.2022. Verfügbar unter https://www.tk.de/resource/blob/ 2033604/118707bfcdd95b0b1ccdaf06b30226ea/schlaf-gut-deutschland-data.pdf Wetter, T.-C., Popp, R., Arzt, M. & Pollmächer, T. (2019). Schlafmedizin. Das Wichtigste für Ärzte aller Fachrichtungen. München: Elsevier. Für eine vollständige Literaturliste kontaktieren Sie bitte marketing@dhfpg-bsa.de.

Foto: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 01/23 110 FITNESS & GESUNDHEIT | FACHARTIKEL SCHLAFCOACHING

NEU:

„Neurotrainer/in-B-Lizenz“

Trainingsergebnisse optimieren

Sie fragen sich, wie Sie das Training Ihrer Kundschaft noch wirksamer gestalten können? Die Lösung: der neurozentrierte Trainingsansatz! Seit Ende 2022 bietet die BSA-Akademie den neuen Basislehrgang „Neurotrainer/ in-B-Lizenz“, dessen Inhalte sich an Erkenntnissen der Neurowissenschaft orientieren. Im Lehrgang erwerben Sie die notwendigen Fertigkeiten zur Umsetzung einer Trainingssteuerung mit trainingspraktischen Inhalten des Neurotrainings. So können Sie Ihre Kundschaft individuell, fachlich kompetent und effektiv betreuen. Lassen Sie sich unter Tel.: 0681 6855 143 persönlich beraten. www.bsa-akademie.de/neuro

NEU: „Digital Content Creator“ Moderne Konzepte zunutze machen

Um die Nachfrage nach digitalen Angeboten und Lösungen bedienen zu können, bedarf es Kompetenzen zur eigenständigen Planung, Entwicklung, Umsetzung und Bewertung digitaler Angebote für das Fitness- und Gesundheitstraining. Diese erwerben Sie im ab sofort buchbaren Lehrgang „Digital Content Creator“ der BSA-Akademie. Nach Abschluss sind Sie in der Lage, digitale Angebote für Einheiten im Individual- und Gruppentraining umzusetzen, flexibel auf Veränderungen am Markt zu reagieren, digitale Vermarktungskampagnen zu planen. Interessiert? Dann rufen Sie uns gern unter der Tel.: 0681 6855 143 an. www.bsa-akademie.de/dcc

Zum Sommersemester 2023 fällt der Startschuss für den neuen dualen Bachelor-Studiengang Sport- und Bewegungstherapie an der DHfPG. Unternehmen können jetzt noch Studieninteressierte anmelden und Bewegungsfachkräfte qualifizieren, die mit Abschluss des Studiums dazu befähigt sind, als Sport- und Bewegungstherapeut/-in in der Komplextherapie zu arbeiten. Gleichzeitig sind die Absolventen in der Lage, abrechnungsfähige Bewegungsangebote in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention durchzuführen. Im Rahmen der Gesundheitsförderung besitzen sie die notwendigen Kompetenzen, um gesundheitsbezogenes Wissen zu vermitteln und zur praktischen Umsetzung gesundheitssportlicher Aktivitäten anzuleiten. Durch eine Kooperation mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) kann nach erfolgreichem Abschluss und unter Erfüllung der Voraussetzungen die Zusatzqualifikation „Sport und Bewegungstherapie DVGS“ erworben werden.

Beratung zum Studiengang erhalten Sie unter Tel.: 0681 6855 580.

www.dhfpg.de/bsbt

dhfpg.de bsa-akademie.de

bsa-zert.de

B. A. Sport- und Bewegungstherapie Jetzt noch anmelden und im Sommer starten!
Fotos: DHfPG/BSA fitness MANAGEMENT international 01/23 112 WISSENSCHAFT & PRAXIS | BILDUNG | ANZEIGE
NEU NEU

Jetzt studieren – später bezahlen!

DHfPG unterstützt ihre Master-Studierenden

Sie haben einen DHfPG-Bachelor-Abschluss und möchten ein Master-Studium anschließen? Die Finanzierung der Studiengebühren ist aber noch nicht „in trockenen Tüchern“? Kein Problem, denn die DHfPG unterstützt Sie in der Verwirklichung Ihres Plans mit einer zuvorkommenden Zahlungsvariante: Zahlen Sie die Studiengebühren einfach erst nach Abschluss Ihres Master-Studiums zurück. Sechs Monate nach Beenden Ihres Studiums beginnt die Bezahlung in variablen Raten (25 Monate à 390 Euro oder 52 Monate à 195 Euro). Eine vorzeitige, vollständige Zahlung ist ebenfalls jederzeit problemlos möglich.Gern besprechen wir mit Ihnen diese und viele weitere Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten im Rahmen Ihres Studiums an der DHfPG.

Nehmen Sie gern Kontakt zum DHfPG-Service-Center unter Tel.: 0681 6855 599 auf und lassen Sie sich individuell beraten.

www.dhfpg.de/spaeter-bezahlen

Attraktive Angebote der BSA-Akademie Lehrgangspakete entlasten den Geldbeutel

Mit der BSA-Akademie an Ihrer Seite können Sie sich in staatlich geprüften und zugelassen Lehrgängen qualifizieren und dabei auch noch bares Geld sparen! Denn die Lehrgangspakete kombinieren jeweils zwei fachbereichsinterne oder fachbereichsübergreifende Qualifikationen zu einem Vorteilspreis. So sparen Sie 20 Prozent gegenüber Einzelbuchungen. Beim „Basispaket II“, das die Lehrgänge „Existenzgründung“ und „Mentaltrainer/in-B-Lizenz“ enthält, entspricht das einer Ersparnis von 420 Euro! Mit dem Lehrgangspaket „Coachingmethoden in der Gesundheitsförderung“, das den Lehrgang „Gesundheitscoach“ mit dem Workshop „Coachingmethoden“ kombiniert, sparen Sie sogar 489 Euro im Vergleich zum Listenpreis. Insgesamt bietet die BSA-Akademie 18 solcher Lehrgangspakete. Gemeinsam mit der BSA-Akademie können Sie auch in Krisenzeiten in hochwertige Qualifizierungen investieren!

Weitere Informationen zu diesem Sparangebot erhalten Sie im BSA-Webshop oder unter Tel.: 0681 6855 143. www.bsa-akademie.de/paketpreis

Über die DHfPG und die BSA-Akademie informieren

Nutzen Sie jetzt die Infoveranstaltungen vor Ort und digital oder die Infovideos der DHfPG und BSA-Akademie, um das Studien- bzw. Lehrgangskonzept sowie das Bildungsangebot der beiden Institutionen näher kennenzulernen. Scannen Sie dazu einfach die nebenstehenden QR-Codes.

bsa-akademie.de dhfpg.de 01/23 fitness MANAGEMENT international 113

Bekenntnisse einer außergewöhnlichen

Künstlerin Adele: Wahrheit, Wille, Weg – Comeback!

Seit den Anfängen unserer Branche in Deutschland halten sich in Teilen der Bevölkerung immer noch hartnäckig einige Vorurteile, wenn es um das gezielte Körpertraining geht. Dabei „schreit“ der Körper in unserer technisierten Welt geradezu nach Bewegung und bei richtiger Anwendung gibt es nur Vorteile.

Die totale Überzeugung der Branchenpioniere wurde durch wissenschaftliche Studien und die daraus resultierenden Erkenntnisse in nunmehr fast 70 Jahren umfassend bestätigt. Wie ich schon oft geschrieben habe, ist für mich das Fitness-

studio ein „magischer Platz“. Hier werden nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten geboten, um körperliche Fitness zu erreichen und zu erhalten. Die Auswirkungen können aber weit darüber hinausgehen.

Es gibt dafür unzählige und auch individuell sehr unterschiedliche Beispiele. Ein ebenso herausragendes wie offenherziges Beispiel lieferte die britische Künstlerin Adele bei ihrem Comeback Ende 2021. Die hier eingefügten AdeleZitate sprechen für sich und lassen einen zunächst staunend zurück – zum einen über so viel Offenheit bei sehr privaten

fitness MANAGEMENT international 01/23 114 WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOMMENTAR ALBERT BUSEK
Text: Albert Busek
„Leben, es ging wirklich ums ÜBERleben!“
Fotos: Sony Music | Simon Emmett Raven Varona

Themen und zum anderen über die positiven Kaskaden, die Adeles Körper, Geist und Seele in der wohl schwierigsten Phase ihres Lebens durchströmten. Schon als ich die ersten Berichte darüber las, war ich fasziniert und blieb dran – ging es doch ganz essenziell darum, dass ihr Comeback erst durch ein totales Umdenken der Lebensweise ermöglicht wurde.

Bewegung, Aktivität, Training, Ernährungsumstellung und ein sehr strukturierter Tagesablauf machten diese höchst ungewöhnliche Transformation möglich. Wie in der fMi schon seit Jahrzehnten immer wieder herausgestellt wird, ist gerade unter schwierigen Voraussetzungen die qualifizierte Betreuung entscheidend.

Schrittweise zum Erfolg

Adele engagierte zunächst einen qualifizierten Personal Trainer nur für ihre Rückenprobleme, da sie erst nicht daran glaubte, dass sie dauerhaft bei einem umfassenden Fitnesstraining bleiben würde. Das änderte sich jedoch sehr schnell, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Betreuung. Ein Zitat aus einem meiner früheren Berichte trifft auf Adele zu 100 Prozent zu: „Nothing beats the real thing“.

Hold on

mir vollzog sich das über drei Jahre und für die Menschen sah es dann ziemlich drastisch aus. Aber die Menschen haben, glaube ich, nicht verstanden, warum ich mit dem Sport angefangen habe. Ich habe so oft versucht, es zu erklären. Es ging nicht darum, dass ich beschlossen habe, plötzlich schlank zu werden. Meine Ängste waren so schlimm, ich musste die irgendwie loswerden.“

Gewichtheben, Cardio und Boxen

„I swear to God, I am such a mess

The harder that I try, I regress

I’m my own worst enemy

Right now I truly hate being me

Every day feels like the road I’m on Might just open up and swallow me whole How do I feel so mighty small

When I’m struggling to feel at all?

Just hold on Let time be patient

Je mehr ich über Adele und ihr Training erfuhr, desto größer wurde meine Bewunderung für sie als Mensch. Bis dahin kannte ich zwar wie Millionen andere ihre bekanntesten Songs, aber ich wusste nicht, dass sie ihre Kunst als Songwriterin ganz wesentlich aus den Erlebnissen in ihrem Alltag schöpft – schonungslos ehrlich.

Mut zur Wahrheit

Auf die Frage, ob sie jetzt auch ein „Sport-Guru“ sei, antwortete Adele mit einem Augenzwinkern: „Ich bin jetzt eine Athletin. Ich liebe es, Gewichte zu heben, das ist mein Lieblingssport. Ich mache auch Cardio, das gehört dazu. Gewichtheben und Boxen liebe ich.“ Der erstaunte Journalist: „Boxen?“ Wieder mit Augenzwinkern sagte Adele: „Ja, Vorsicht ...Boxen ist wie ein Puzzle, du weißt nie, was als nächstes kommt und wie du darauf reagieren musst. Der Energielevel ist sehr hoch. Oft habe ich zu viel Energie und kann mich so auspowern. Beim Gewichtheben finde ich es so faszinierend, wie man sich Monat für Monat steigern kann. Das macht mich unglaublich stark und gibt mir einen starken Willen. Ich liebe es, ja, ich liebe es.“

You are still strong Let pain be gracious Just hold on, just hold on“

Training wirkt auch mental

Bei ihrem ersten Liveauftritt nach sechs Jahren vor dem Griffith-Observatorium in L. A. 2021 sang sie über die Zeit ihrer Scheidung im selbst geschriebenen Song „Hold on“. Rückblickend sagt Adele dazu: „Ich hatte nicht die Absicht, über das zu schreiben, was in meinem Privatleben passiert. Aber dann hat es wirklich geholfen. Die größte Aufgabe bestand darin, darauf zu warten, dass ich wirklich wusste – wie geht’s mir eigentlich? Dann war es einfach und dann hatte ich das Gefühl, dass es vielen Menschen helfen kann, zu zeigen, dass Scheidung menschlich ist. Eine Scheidung betrifft ja Erwachsene und Kinder“ (Adeles Sohn ist zehn). Dass es aber überhaupt dazu kam, verdankt Adele der nachhaltigen Umstellung ihrer Lebensweise.

Topthema Abnehmen

Bei der ersten Pressekonferenz 2021 kamen fast nur Fragen zu ihrem extremen Gewichtsverlust. Früher kamen auch sehr viele Fragen zu ihrem damals allerdings deutlich höheren Gewicht! Beide Male war das nicht das Wesentliche für Adele, aber sie hat Verständnis dafür. „Bei

Wir alle erleben Höhen und Tiefen, bei Adele fühlte es sich seit 2006 wohl so an wie eine sehr lange Achterbahnfahrt. Dass Adele jetzt fit und schlank ist, war eigentlich nur ein „Nebenprodukt“. Ihr über drei Jahre durchgeführter Trainings- und Diätplan hat sie wieder ins Gleichgewicht gebracht, ihr die Ängste genommen und ihr schließlich das wiedergegeben, was für uns alle wichtig ist: Selbstvertrauen und Lebensfreude!

ADELE

Adele Laurie Blue Adkins wurde am 5. Mai 1988 in London geboren. Die Sängerin und Songwriterin ist unter dem Künstlernamen Adele bekannt und lebt in Los Angeles. Erste Erfolge hatte sie ab 2006, wurde für ihre Musik mit dem Oscar und Golden Globe ausgezeichnet und ist 15-fache Grammy-Gewinnerin. „21“ ist mit über 31 Millionen verkauften Exemplaren weltweit das meistverkaufte Album des 21. Jahrhunderts. Bislang hat Adele weit über 100 Millionen Tonträger verkauft.

Privat führte sie von 2011 bis 2019 eine Beziehung mit Simon Konecki. Sohn Angelo kam 2012 zur Welt. Kurz nach der Hochzeit 2017 trennte sich das Paar. Adele zog sich ins Privatleben zurück und feierte mit „Easy on Me“ 2021 ihr Comeback. Nach sechs Jahren gab sie im Oktober 2021 ihr erstes Livekonzert in L. A.

01/23 fitness MANAGEMENT international 115
Albert Busek Experte für Bodybuilding und Fitness

Aktuelle Forschungsergebnisse im Fokus Wissenschaft für die Studiopraxis

Influence of Resistance Training Proximity-to-Failure on Skeletal Muscle Hypertrophy

Untersuchungsschwerpunkte

Muss man beim Krafttraining zwingend bis zum Punkt des momentanen Muskelversagens trainieren, um optimale Muskelaufbaueffekte zu erzielen? Antworten liefert eine systematische Übersichtsarbeit inkl. Metaanalyse.

Methode

Im Rahmen der Literaturrecherche wurden die Datenbanken PubMed, SCOPUS und SPORTDiscus durchsucht. Unter Berücksichtigung von Ein-/Ausschlusskriterien wurden 15 Studien einbezogen.

Zentrale Ergebnisse

Es zeigte sich eine nicht lineare Beziehung zwischen der Nähe zum Muskelversagen und den dadurch erzielten Hypertrophieeffekten. Es ist zwar ratsam, bis zu einer gewissen Nähe zum Muskelversagen zu trainieren, allerdings sollte man nicht bis zu diesem Punkt gehen, da dies negative Auswirkungen auf die erforderliche Regeneration sowie die mögliche Adaptation hat.

Praxisrelevanz und Fazit

Die Studie liefert Trainern und Trainerinnen wichtige Erkenntnisse für die Trainingssteuerung. Um ein effektives Muskelwachstum zu erzielen, hilft das Motto: „Viel bringt viel“; nicht immer –vielmehr kann dies im Hinblick auf den langfristigen Trainingserfolg sogar negative Effekte mit sich bringen.

Refalo, M. C., Helms, E. R., Trexler, E. T., Hamilton, D. L. & Fyfe, J. J. (2022). Influence of Resistance Training Proximity-to-Failure on Skeletal Muscle Hypertrophy: A Systematic Review with Meta-analysis. Sports Med. Zugriff am 04.12.2022. Verfügbar unter doi: 10.1007/s40279-022-01784-y

EMS-Training gehört in qualifizierte Hände

WB-EMS Market Development –Perspectives and Threats

Untersuchungsschwerpunkte

Aufgrund seiner Zeiteffizienz, Effektivität sowie der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wird das GK-EMS-Training immer beliebter. Welche Herausforderungen und Probleme mit der jüngsten Marktentwicklung einhergehen, beleuchteten deutsche EMS-Experten.

Fitnesstraining für ein langes Leben

Independent and joint associations of weightlifting and aerobic activity with all-cause mortality

Untersuchungsschwerpunkte

Die Studie untersuchte, welchen Einfluss Krafttraining (Gewichtheben) allein und in Kombination mit aerobem Training auf das erhöhte Sterblichkeitsrisiko, ausgelöst durch bestimmte Zivilisationskrankheiten, hat.

Methode Methode

Auf Basis des aktuellen Forschungsstandes, der gesetzlichen Vorgaben und unter Berücksichtigung der Expertenleitlinien für den GK-EMS-Einsatz analysierten die Autoren kritische Entwicklungen rund um die zunehmende – meist unbeaufsichtigte –GK-EMS-Anwendung im privaten Sektor und deren Risiken.

Zentrale Ergebnisse

In der Verantwortungsverlagerung von zertifiziertem Fachpersonal zu den Trainierenden selbst sehen die Experten einen deutlichen Rückschritt in der Entwicklung der professionellen GK-EMS-Anwendung. Durch den unbeaufsichtigten Einsatz werden wichtige Qualitäts- und Sicherheitsstandards unterwandert, die im Studio gewährleistet werden und ein sicheres Training garantieren.

Praxisrelevanz und Fazit

Aus diesem Grund kommen die Experten zu dem Schluss, dass die private, unzureichend überwachte GK-EMS-Anwendung mehr Gefahren als potenzielle Vorteile birgt und das Training deshalb immer unter Aufsicht von qualifiziertem Fachpersonal erfolgen sollte.

Berger, J., Fröhlich, M. & Kemmler, W. (2022). WB-EMS Market Development – Perspectives and Threats. International Journal of Environmental Research and Public Health 19 (22), 14211.

Unter Berücksichtigung von demografischen und lebensstilbezogenen Risikofaktoren wurden Daten von 99.713 Teilnehmenden einer Krebsvorsorgestudie sowie Follow-up-Ergebnisse von Befragungen ausgewertet.

Zentrale Ergebnisse

Die Analysen ergaben, dass sportlich aktive Personen – unabhängig davon, ob sie nur Gewichte stemmten oder zusätzlich Ausdaueraktivitäten betrieben – ein geringeres Sterberisiko aufwiesen als inaktive Vergleichspersonen. Gewichtheben (ein- bis zweimal pro Woche) allein war mit einer um neun bis 22 Prozent niedrigeren Gesamtmortalität verbunden. Wurde zusätzlich auch gemäß der WHO-Empfehlungen aerob trainiert, war das Risiko 41 bis 47 Prozent niedriger.

Praxisrelevanz und Fazit

Mit ihrem kombinierten Kraft-AusdauerAngebot sind Fitnessstudios der ideale Ort, um sich gesund zu halten – diesen Trumpf gilt es auszuspielen!

Gorzelitz, J., Trabert, B., Katki, H. A., Moore, S. C., Watts, E. L. & Matthews, C. M. (2022). Independent and joint associations of weightlifting and aerobic activity with all-cause, cardiovascular disease and cancer mortality in the Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening Trial. British Journal of Sports Medicine, 56, 1277–1283.

fitness MANAGEMENT international 01/23
116 WISSENSCHAFT & PRAXIS | SCIENCE NEWS
Hypertrophie: No pain no gain?
Fotos: NDABCREATIVITY, innervisionpro, Nomad_Soul –stock.adobe.com

für das Muskelaufbautraining

Einfluss der Satzanzahl auf Hypertrophieprozesse

Im Muskelaufbautraining besitzt das wöchentliche Trainingsvolumen einen nachweislichen Einfluss auf das Ausmaß der Anpassungseffekte. Welche Empfehlungen zur optimalen Satzanzahl pro Muskelgruppe für verschiedene Alters- und Leistungsstufen aus der aktuellen Studienlage abgeleitet werden können, wurde in einer Master-Thesis der DHfPG untersucht.

Die Ausprägung der Belastungsparameter bestimmt die durch Krafttraining verursachten Adaptationen des Organismus (Freiwald, 2007, S. 283). Dem Trainer obliegt es im Rahmen der Trainingsplanung, die individuell optimale Konfiguration der einzelnen Parameter zu wählen, um die gewünschten Trainingseffekte (z. B. Muskelaufbau) der Trainierenden zu optimieren.

Im Muskelaufbautraining kommt dem Trainingsvolumen eine Schlüsselrolle zu (Schoenfeld, Ogborn & Krieger, 2017). Üblicherweise wird das Trainingsvolumen im Krafttraining als Gesamtheit des im Training bewegten Gewichts definiert: Sätze x Wiederholungen x Last (Bompa & Haff, 2019, S. 71).

Während diese Form der Volumenkalkulation in den traditionellen Kraftsportarten Olympisches Gewichtheben und Kraftdreikampf aufgrund der fast ausschließlichen Nutzung der Langhantel noch relativ praktikabel erscheint, besteht für das Krafttraining im Fitness- und Gesundheitssport eine Reihe von Problemen. Durch hersteller- und bauartspezifische Unterschiede vermeintlich gleicher Trainingsgeräte, beispielsweise Flaschenzugsysteme und Exzenter, sowie den enormen Aufwand der Kalkulation des Trainingsvolumens in Kilogramm scheint die Volumenangabe „Sätze x Muskelgruppe x Woche“ für das fitnessorientierte Krafttraining deutlich praxistauglicher und effizienter zu sein. Auch Freiwald (2007, S. 291) nennt die Gesamtanzahl der Sätze als Möglichkeit zur Quantifizierung des Trainingsvolumens.

Baz-Valle, Fontes-Villalba und Santos-Concejero (2021) kommen in ihrem systematischen Review ebenfalls zu dem Schluss, dass die Anzahl der Sätze eine adäquate Methode zur Volumenquantifizierung darstellt, solange die Wiederholungszahl zwischen sechs und 20 plus liegt, während die anderen Belastungsparameter konstant gehalten werden. Sie weisen darauf hin, dass in diesem Zusammenhang die Frage beantwortet werden muss, wie viele Sätze pro Muskelgruppe pro Woche für ein Hypertrophietraining optimal sind. Diese praxisrelevante Fragestellung bildet die Grundlage zur Durchführung einer systematischen Literaturrecherche im Rahmen der hier vorgestellten Master-Thesis an der DHfPG.

Zielgruppenspezifische
Empfehlungen
Grafik/Foto: GN.STUDIO –stock.adobe.com | Kopton Fotografie GmbH fitness MANAGEMENT international 01/23 118 WISSENSCHAFT & PRAXIS | NEUES AUS DER WISSENSCHAFT

Tab. 1: Empfehlung für Satzzahl beim Muskelaufbautraining

StudienZielgruppe

4 untrainierte Sportler < 50 Jahre

7 trainierte Sportler < 50 Jahre

Empfehlungen

Minimum: 2 bis 6 Sätze/Woche/Muskelgruppe Optimum: Steigerung auf bis zu 18 Sätze/Woche/Muskelgruppe

Minimum: 6 bis 9 Sätze/Woche/Muskelgruppe Optimum: Steigerung auf bis zu +30 Sätze/Woche/Muskelgruppe

Minimum: > 4 Sätze/Woche/Muskelgruppe

5 untrainierte Sportler > 50 Jahre

Methodik

Zur Beantwortung der vorgestellten Forschungsfrage wurde eine systematische Recherche nach relevanten Primärstudien in den Datenbanken PubMed (Meta-Datenbank des Bereichs Biomedizin der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten), SURF (Datenbank des Bundesinstituts für Sportwissenschaften) und SPONET (Datenbank des Instituts für angewandte Trainingswissenschaften der Uni Leipzig) durchgeführt. Die Suche ergab zunächst die Anzahl von 1.791 potenziell relevanten Treffern, welche durch inhaltlichen Abgleich mit den zuvor definierten Ein- und Ausschlusskriterien sowie anhand einer Überprüfung des Volltextzugriffs auf zunächst 19 Studien reduziert werden konnte.

Nachdem die methodische Qualität der Primärstudien anhand einer modifizierten PEDro-Skala geprüft wurde, konnten letztendlich 16 Studien zur Beantwortung der Forschungsfrage dieser systematischen Übersichtsarbeit herangezogen werden.

Ergebnisse

Bei der Auswertung wurde berücksichtigt, dass sowohl das Alter als auch die Trainingserfahrung die zu erwartenden Effekte beeinflusst und sie damit zu unterschiedlichen Volumenempfehlungen führen könnten. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der betrachteten Studien nach dem biologischen Alter (< 50 und > 50 Jahre) und dem Trainingsalter der Probanden (<1 Jahr = untrainiert und >1 Jahr = trainiert) differenziert (vgl. Tab. 1). Da zum Untersuchungszeitpunkt keine Daten für trainierte Testpersonen über 50 Jahren vorlagen, konnte hierfür keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Vier der betrachteten Studien ermöglichten die Schlussfolgerung, dass für untrainierte Sportler unter 50 Jahren bereits zwei bis sechs wöchentliche Sätze pro Muskelgruppe ausreichen können, um signifikante Muskelaufbaueffekte auszulösen. Eine Steigerung auf bis zu 18 wöchentliche Sätze pro Muskelgruppe kann das Muskelwachstum optimieren. Insgesamt sieben Studien untersuchten trainierte Sporttreibende unter 50 Jahren. Diese können erste nennenswerte Effekte ab sechs bis neun wöchentlichen Sätzen pro Muskelgruppe erwarten, wobei bei leistungsorientiert Trainierenden temporär auch mehr als 30 wöchentliche Sätze pro Muskelgruppe nötig

Optimum: Steigerung auf 12 bis 18 Sätze/Woche/Muskelgruppe

sein können, um die Ergebnisse zu optimieren. Eine Steigerung der Satzanzahl sollte innerhalb des Trainingszyklus in kleinen Schritten (je 10 – 20 %) erfolgen und sich hinsichtlich der Obergrenze nach der individuellen Belastungstoleranz richten.

Fünf weitere Studien betrachteten untrainierte Sportler über 50 Jahre, welche bereits mit vier wöchentlichen Sätzen pro Muskelgruppe erste Muskelzuwächse erreichen können. Bei zwölf bis 18 wöchentlichen Sätzen pro Muskelgruppe sind die geschätzten Hypertrophieffekte noch größer.

Fazit

Die Betrachtung der Studienlage hat gezeigt, dass die Empfehlungen für eine minimal erforderliche sowie eine optimale Anzahl an wöchentlichen Trainingssätzen pro Muskelgruppe sowohl vom biologischen als auch vom Trainingsalter abhängig gemacht werden sollten.

Die dargestellten Ergebnisse können dabei als erste Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in der Trainingspraxis angesehen werden.

Aufgrund der limitierten Studienanzahl sowie der hohen interindividuellen Variabilität der Reaktion auf Hypertrophietrainingsreize können solche Empfehlungen jedoch nie Allgemeingültigkeit erlangen. Daher muss das Trainingsvolumen wie alle anderen Belastungsparameter auch immer individuell angepasst werden, um optimale Trainingsfortschritte zu erzielen.

Alter: 27

Abschluss: M. A. Prävention und Gesundheitsmanagement

Aktuelle Tätigkeit: Sporttherapeut im Rehabilitations- und Trainingszentrum REHA Bergedorf GmbH

DHfPG-Science-Lab: Master-Thesis Fachbereich Trainings- und Bewegungswissenschaft Daniel Heck
01/23 fitness MANAGEMENT international 119

Zusammenarbeit BfB e. V., DHfPG und BSA-Akademie wird ausgebaut

Untersuchung zur Stärkung der Besonnungsbranche

Nach den Entwicklungen der letzten Jahre ist auch die Besonnungsbranche stark von der Krise gezeichnet. Eine Schlüsselrolle bei der Überwindung der Krise, insbesondere mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Branche, kommt damit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Besonnungsbranche zu. Hierzu wird eine gemeinsame Untersuchung des BfB e. V., der BSA-Akademie und der DHfPG im 1. Quartal 2023 durchgeführt.

Zwar zeigen jüngste Erkenntnisse, dass Lifestyleaspekte der Besonnung mit Elementen von Wellnessund Gesundheitsdienstleistungen harmonieren und es ist davon auszugehen, dass Kundinnen und Kunden die Angebote in der Innenstadt als belebend wahrnehmen und entsprechend mit steigender Intensität nachfragen. Allerdings steigen auch die Anforderungen der Kundinnen und Kunden, insbesondere hinsichtlich dermatologischer Sicherheit und professioneller Betreuung und Beratung. Die Erfüllung derartiger Erwartungen der Kundinnen und Kunden erfordert eine zunehmende Professionalisierung der Branche.

Zertifizierung als Vertrauensfaktor

Die Zertifizierung von Personen als „Fachkraft UVSV“ ist eine Maßnahme, mit der die Zertifizierungsstelle, beispielsweise die BSA-Zert, bestätigt, dass die zertifizierte Person die Kompetenz besitzt, die gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte des Zertifizierungsprogramms zur „Fachkraft UVSV“ anzuwenden. Als Fachpersonal gemäß UV-Schutz-Verordnung ist qualifiziert, wer an einer Schulung bei einem zugelassenen Bildungsträger teilgenommen hat und zusätzlich von einer anerkannten

Zertifizierungsstelle geprüft und zertifiziert wurde. Die Zertifizierung stellt damit nicht nur die geforderte Professionalisierung der Branche sicher. Auch ist sie nach außen für Kundinnen und Kunden sichtbar, wodurch das Vertrauen in die Dienstleistung als solche und die Branche insgesamt gesteigert und gefestigt werden kann, was den langfristigen Erfolg der Branche sichert.

Forschungspartnerschaft gestartet

Um einen Überblick über den aktuellen Schulungsstand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Besonnungsbranche zu bekommen und die Notwendigkeit entsprechender Qualifikationsmaßnahmen aufzudecken, führt der Bundesfachverband Besonnung e. V. gemeinsam mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie im ersten Quartal 2023 eine Untersuchung durch. Ziel ist es, wichtige Einblicke in das Kerngeschäft von Solarienbetrieben zu gewinnen und die notwendigen Insights zu erlangen, auf Basis derer essenzielle Handlungsempfehlungen für die Branche abgeleitet werden können. Damit soll es gelingen, die Branche insgesamt besser aufzustellen, sie zu stärken und ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.

iPiotr
–stock.adobe.com BfB e. V. fitness MANAGEMENT international 01/23 120 WISSENSCHAFT & PRAXIS | PARTNERVERBAND BFB
Text: Holger
Fotos:
Mitelski

Mit der DHfPG und der BSA-Akademie als führende Anbieter von dualen Studiengängen, nebenberuflichen Lehrgängen und Zertifizierungen im Bereich Sun, Beauty & Care hat der Verband einen starken Partner an seiner Seite, um das Forschungsvorhaben umzusetzen und die Branche mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig zu stärken.

Ihre Teilnahme zählt!

In Abstimmung mit dem BfB e. V. werden die DHfPG und die BSA-Akademie im ersten Quartal 2023 eine telefonische Befragung bei Solarienbetreibenden durchführen. Diesbezüglich erhalten die Betriebe in KW 2/2023 Post, in der das weitere Vorgehen erläutert wird.

Einen guten Ausbildungsstand des Fachpersonals sicherzustellen ist uns als Bundesfachverband sehr wichtig! Wir bitten deshalb ausdrücklich alle Solarienbetreiberinnen und -betreiber darum, sich an der im Februar beginnenden telefonischen Befragung zu beteiligen. Selbstverständlich werden die erhobenen Daten bei der Analyse anonymisiert. Nach erfolgreichem Abschluss der Befragungen wird den Teilnehmenden ein Ergebnisbericht zur Verfügung gestellt.

Unterstützen Sie bitte mit Ihrem aktiven Beitrag die weitere Qualitätsverbesserung unserer Branche!

Holger Ziegert

Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Ziegert ist Mitglied des BfB-Vorstands. Seit 2008 ist er u. a. als Geschäftsführer und Gesellschafter der AYK Gruppe mit Sitz in Köln aktiv. Zuvor durchlief er Führungs-, Geschäftsführer- und Vorstandspositionen in Unternehmen der Medizintechnik sowie der Kosmetik- und Freizeitindustrie.

Bundesfachverband Besonnung e. V. (BfB) Talblick 24 77960 Seelbach Telefon: 07823 - 96 29 14 Telefax: 07823 - 96 29 15 www.bundesfachverband-besonnung.de

BSA-Zert

Zertifizierungsstelle der BSA-Akademie

NEU

Rezertifizierung auch in digitaler Form als Livestream möglich digital vor Ort

n Erstzertifizierung und Rezertifizierung n nebenberuflich mit nur 1 Tag Präsenzphase n Prüfung direkt im Lehrgangsanschluss n Bundesweite Lehrgangszentren n Inhouse-Schulung möglich bsa-akademie.de/uvsv

FACHKRAFT UVSV UV-SCHUTZ-VERORDNUNG ERFÜLLEN!
BS
Prävention, Fitness, Gesundheit School for Health Management
A-Akademie
Anzeige

Veranstaltungen

2023

VIKOMOTORIKTM Kongress 27.01.23 | Schweinfurt www.skillcourt.training

APR.

European Health & Fitness Forum 12.04.23 | Köln www.europeactive.eu/event/EHFF

FIBO Congress 13.04. – 15.04.23 | Köln www.fibo-congress.com

FIBO 13.04. – 16.04.23 | Köln www.fibo.com

JAN. SEP.

REHACARE 13.09. – 16.09.23 | Düsseldorf www.rehacare.de

therapie DÜSSELDORF 15.09. – 16.09.23 | Düsseldorf www.therapiemesse-duesseldorf.de

FEB. OKT.

MAI

therapie LEIPZIG 04.05. – 06.05.23 | Leipzig www.therapie-leipzig.de

TheraPro 03.02. – 05.02.23 | Stuttgart www.messe-stuttgart.de/therapro Aufstiegskongress 06.10. – 07.10.23 | Mannheim www.aufstiegskongress.de

DSSV-Event 26.10. – 29.10.23 | Kreta www.dssv.de/event

Präsentation der „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2023“ 22.03.23 | Köln www.dssv.de

MEET THE TOP Fitness 27.03. – 30.03.23 | Mallorca www.meet-the-top.fitness

JUN.

REHAB 15.06. – 17.06.23 | Karlsruhe www.rehab-karlsruhe.com

Neuro Innovation Day 16.06. – 17.06.23 | Hennef www.artzt.eu

Sports, Medicine and Health Summit 22.06. – 24.06.23 | Hamburg www.sports-medicine-health-summit.de

MRZ. NOV.

MEET THE TOP Physio 09.11. – 12.11.23 | Mallorca www.meet-the-top.physio

MEDICA 13.11. – 16.11.23 | Düsseldorf www.medica.de

ISPO Munich 2023 28.11. – 30.11.23 | München www.ispo.com

122 fitness MANAGEMENT international 01/23 WISSENSCHAFT & PRAXIS | EVENTS
MetaCheck Gen-Diät Deine DNA.
Lebensgefühl. | Tel.: 0531 - 866 933 44 | www.formedo.de Infos unter formedo.de MetaCheck ® Gen-Diät Ihre Vorteile als Businesspartner Bestellung bequem online Kostenlose Infoveranstaltung 10 % Rabatt für Ihre Kund:innen Inkl. MetaCheck® Gen-Diät Buch
Dein neues

Reiner Bröckermann Erfolgreich in die Führungsposition

Die wichtigen Kompetenzen für Führungskräfte

29,95 €

Reiner Bröckermann | ISBN: 978-3-7910-5526-8

Sprache: Deutsch | Softcover | Seitenzahl: 200

»Erfolgreich in die Führungsposition«

Hier lernen Nachwuchskräfte, wie erfolgreiche Führung funktionieren kann. Dabei geht es darum, den zur eigenen Persönlichkeit passenden Führungsstil zu entwickeln, die Aufgaben und Führungsinstrumente zum Leiten von Teams zu erlernen und sich die Grundlagen erfolgreicher Kommunikation sowie Konflikt-, Selbst- und Zeitmanagement anzueignen.

Prof. Dr. Reiner Bröckermann setzt sich mit der Frage auseinander, was „führen“ genau bedeutet. Als Personalexperte kennt er die Hindernisse auf dem Weg in die erste Führungsposition gut. Wer zum ersten Mal Führungsverantwortung übernimmt, handelt oft intuitiv und setzt sich durch hohe Selbsterwartung unter Druck. Um Nachwuchskräfte zu unterstützen und Schwierigkeiten zu vermeiden, werden hier alle relevanten Bereiche in Bezug auf Führung thematisiert – von Kommunikation, Planung, Delegation, Förderung, Zusammenarbeit und Beurteilung bis hin zum erfolgreichen Selbstmanagement.

Junge Führungsnachwuchskräfte gewinnen so mehr Klarheit über ihre neue Rolle und lernen wichtige Führungsinstrumente wie Gesprächsführung und Methoden der Konfliktsteuerung kennen, um überzeugend auftreten und wirksam sowie konsequent führen zu können. So macht das Buch Lust auf Personalführung.

IMPRESSUM

Verlag und Herausgeber fitness MANAGEMENT –

Privates Institut für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH Beutnerring 9 D-21077 Hamburg

Partnerschaften

Offizielles Organ des DSSV e. V. und BfB e. V., Nationaler Medienpartner von EuropeActive

Geschäftsführer Janosch Marx, Johannes Marx

Vertrieb und Anzeigen Refit Kamberovic, Alisha Dittmer, Cara Jedamski

Kontakt

Telefon: +49 (0) 40 / 300 945 - 0 E-Mail: info@fitnessmanagement.de

Website www.fitnessmanagement.de

Redaktionelle Mitarbeit Andreas Barz, Dr. Joshua Berger, Patrick Berndt, Laura Blanz, Albert Busek, Gülizar Cihan, Alisha Dittmer, Antonio e Silva, Sandra Gärttner, Daniel Heck, Prof. Dr. Sarah Kobel, Florian Kündgen, Michelle Post, Ronja Reuber, Carolin Schmidt, Florian Schmidt, Anke Sörensen, Bastian Thum, Prof. Dr. Thomas Wessinghage, Sophie Wild,

Gendergerechte Sprache

Versand Deutschland, Österreich, Schweiz

Lieferbedingungen

Einzelheftpreis 9 EUR* Jahresabonnement Inland 43 EUR* Jahresabonnement Ausland 61 EUR* *inkl. MwSt. und Versandkosten

Kündigungsfrist 1 Monat vor Ablauf des Bezugsjahres

Produktion

Prospektus Druckerei Tartu Str. 6 H-8200 Veszprem

Registereintragung Amtsgericht Hamburg HRB 147152

VerpackG-Registrierungsnummer DE5601912575515

ClimatePartner ID 11266-2002-1001

Jürgen Wolff, Holger Ziegert

Lektorat Lena Henning, Carolin Schmidt, Sophie Wild

Layout und Bildbearbeitung Lars Marschalek, Katharina Mühlenberg, Lara-Chantal Müller, Stefanie Reifschneider

Als Fachverlag, der das Leitmagazin einer offenen und bunten Zukunftsbranche herausgibt, sehen wir uns in einer Vorbildfunktion. Dazu gehört auch eine klare Haltung bzgl. Gleichbehandlung und gegenüber Diskriminierung jeglicher Art. Bei allen Bezeichnungen in unseren Publikationen, die sich auf Personen beziehen, sind mit der gewählten Formulierung alle Geschlechter gemeint, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit teilweise nur das generische Maskulinum oder die weibliche Form verwendet wird.

Wie hat Ihnen unsere Ausgabe gefallen? Nehmen Sie bis zum 17. März 2023 an unserer OnlineUmfrage teil und nutzen Sie die Chance, das Buch „Erfolgreich in die Führungsposition“ zu gewinnen! Zur Umfrage gelangen Sie über den nebenstehenden QR-Code oder den folgenden Link:

bit.ly/umfrage_fMi_0123

Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage tragen Sie dazu bei, die Qualität unserer Fachpublikation weiter zu steigern. fitness MANAGEMENT dankt Ihnen und freut sich, Sie bei der nächsten Ausgabe oder über unsere Online-Kanäle wieder begrüßen zu dürfen!

Urheber- und Verlagsrechte Alle in diesem Magazin veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Anzeigen sowie redaktionellen Anzeigen (Advertorials). Kein Teil dieses Magazins darf außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgendeiner Form vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben oder zugänglich gemacht, in Datenbanken aufgenommen, auf elektronischen Datenträgern gespeichert oder in sonstiger Weise elektronisch vervielfältigt, verbreitet oder verwertet werden. Zuwiderhandlungen sind strafbar.

Hinweis

Namentlich gekennzeichnete Artikel sowie Beiträge, die mit dem Begriff „Anzeige“ gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Haftung für Internetadressen

Diese Publikation enthält Internetadressen zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte die PIPG GmbH keinen Einfluss hat. Deshalb wird für diese fremden Inhalte kein Gewähr übernommen und eine Haftung seitens der PIPG GmbH ausgeschlossen.

www.fitnessmanagement.de

124 WISSENSCHAFT & PRAXIS | BUCHTIPP fitness MANAGEMENT international 01/23
IN 5 MINUTEN DAS BUCH GEWINNEN!
Innovationen & neue Trends entdecken Business meets Freizeit auf Mallorca Mehr als 100 Hersteller vor Ort Hochkarätige Speed-Dating-Meetings 3 Übernachtungen inkl. Vollpension Fachvorträge & wertvolles Netzwerken Anmeldung für Inhaber & Geschäftsführer von Fitness- und Gesundheitsanlagen: www.meet-the-top.de

Ein Blick ins nächste Fitnessjahr

Wie geht es weiter?

Das neue Jahr ist da und ich empfehle jedem Fitnessstudio, eine Analyse der aktuellen Managementstrategie vorzunehmen. Ist das Konzept noch Gewinn versprechend oder muss ich meine Planung optimieren? Welche Strategien helfen Fitnessstudios, eine Rezession so zu überstehen, dass sie wieder florieren können?

Offensive und Defensive

Die besten Chancen haben Fitnessstudios, deren Betreibende es schaffen, offensive und defensive Maßnahmen bestmöglich zu vereinen. Meine sechs Marketingtipps für neuen Umsatzaufschwung sind nicht immer leicht zu implementieren, funktionieren aber ausgesprochen gut.

Die defensiven Maßnahmen

1. Verändern Sie die Öffnungszeiten. Prüfen Sie die Checkin-Statistik und registrieren Sie die Zeitfenster, in denen sich wenige Kund:innen im Studio aufhalten, z. B. mittags oder am Wochenende. Eine Mittagspause, Training nur bis 21 Uhr abends oder Öffnungszeiten am Sonntag bis 14 Uhr sind Maßnahmen zur Verbesserung des aktuellen Zustands. Hier sind schnelle Energiesparmaßnahmen möglich. Überprüfen Sie kontinuierlich die monatlich eingesparten Energiekosten. Der durchschnittliche Verbrauch von Fitnessstudios liegt bei ca. 30 bis 45 kWh/m2 im Jahr. Übrigens: Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Fitnessstudios liegt bei ca. 550 bis ca. 700 kWh pro Mitglied.

2. Vorsicht mit Rabatten. Teilweise beginnen Fitnessstudios in Krisenzeiten damit, Rabatte anzubieten. Die niedrigen Abopreise sollen mehr Kund:innen anlocken. Kurzfristig funktioniert diese Strategie, langfristig jedoch nicht. Meine langjährige Erfahrung bestätigt mir, dass es strategisch optimaler ist, einzelne Dienstleistungen gratis statt rabattiert anzubieten.

3. Optimieren Sie die Finanzierungsund Versicherungsstruktur, überprüfen Sie Ihre Zins- und Darlehenskonditionen und sprechen Sie mit Ihrer Hausbank über die vorhandenen Spielräume für eine Optimierung.

Die offensiven Maßnahmen

1. Der Stellenwer t des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist enorm gestiegen. Richten Sie eine neue BGM-Abteilung mit ein bis zwei Mitarbeiter:innen ein. Entwickeln Sie Vorträge zu unterschiedlichen Themen für interessierte Firmen/Institutionen, wobei Altenpflege, Rettungsdienst, Kindergärten, Krankenhäuser und Busunternehmen zuerst im Fokus stehen sollten. Prüfen Sie, wie Ihre Konkurrenz vor Ort zu diesem Thema aufgestellt ist.

2. Erstellen Sie einen Exper t:innenblog. Recherchieren Sie vorher Blogs und Veröffentlichungen in der Studiobranche, um sich den Einstieg zu erleichtern. Veröffentlichen Sie jede Woche neue Beiträge und werben Sie damit per E-Mail-Marketing und über Ihre Social-Media-Konten. Alle Ihre Mitarbeitenden können dafür schreiben. Themenangebote könnten sein: „Deinem Körper geht es nicht gut“, „Mit Yoga gegen Stress“, „Knieschmerzen lassen sich vermeiden“ oder „Fit sein auch ab 60“.

3. Schaffen Sie echten Mehrwert. Generieren Sie neue Leads mit der WhatsApp Business App oder noch besser mit der WhatsApp Business API, da diese Medien schnelle Verbreitung, individuelle Ansprache/Schnellantworten und Sichtbarkeit garantieren. Die vier Möglichkeiten sind:

a) Chat wurde über die Website gestartet. b) Chat wurde über ein soziales Netzwerk gestartet. c) Chat wurde über bezahlte Anzeigen gestartet.

d) Kund:innen werben Freund:innen. (Öffnungsraten von bis zu 98 %)

Effektive Kommunikation mit Mitarbeiter:innen in Krisenzeiten

Ein optimales Team ist in diesen Zeiten für jedes Fitnessstudio extrem wichtig, neue Impulse sind äußerst effektiv für einen Powerstart. Ihre Managementmaßnahmen sollten sein:

• Durchführung eines wöchentlichen kurzen Netzwerktreffs für Mitarbeiter:innen (getrennt nach Abteilungen)

• Monatliche Online-Zeitung für das Team

• Quar talsweise Beschäftigtenumfragen und Evaluation

• Weiterbildungsmaßnahmen – Potenziale fördern, um Fachkräftemangel vorzubeugen

Antonio e Silva Experte für Gesundheitswirtschaft und Fitnessstudiomarketing
Yingyaipumi –stock.adobe.com | Volker Beushausen fitness MANAGEMENT international 01/23 126 WISSENSCHAFT & PRAXIS | KOLUMNE
Fotos:

Bildung schafft Aufstieg

Nebenberuflich Mitarbeiter qualifizieren mit über 80 staatlich geprüften und zugelassenen Lehrgängen. Das Absolvieren der Präsenzphasen ist vor Ort oder digital möglich.

Profitieren Sie von 40 Jahren Branchenerfahrung!

ORIGINAL STARK FÜR DIE BRANCHE
DAS
BSA-Akademie Prävention, Fitness, Gesundheit School for Health Management
bsa-akademie.de/fmi

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook