ARCHITEKTUR & WOHNEN
Beilage zu ff 43/2026 I Vers. in Post. - 45% I Art. 1 Abs. 1 I Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) NE/BZ I Poste Italiane SpA I Taxe percue / Tassa pagata
ff 43 22. 10. 2026
NEUE WOHNKULTUR Innenräume mit Stil und Atmosphäre
GELEBTES ERBE
Zwischen Bestand und Aufbruch: Das Aurora in Meran
ITALIENISCHE ELEGANZ So edel zeigt sich eine Bozner Wohnung aus den 1920er-Jahren
IM EINKLANG
Hommage an die Natur: So lebt eine W inzerfamilie in Dorf Tirol
karlpichler.it
EDITORIAL
INHALT
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, im Herbst erscheint Vertrautes plötzlich in einem anderen Licht, Farben und Stimmungen wandeln sich. Das trifft auch auf die Architektur und das Design in diesem Heft zu. Wir zeigen Ihnen Projekte, in denen Bestehendes neu gedacht wird und Alltägliches eine neue Bedeutung erhält. Unsere Reise führt dabei vom Burggrafenamt bis zum Zürichsee, zu vier ganz unterschiedlichen Projekten, die ein gemeinsamer Gedanke verbindet: Architektur lebt vom Dialog mit ihrer Umgebung. Im traditionsreichen Hotel Aurora in Meran etwa sehen wir, wie Geschichte bewahrt und zeitgemäß weiterentwickelt wurde. Ähnlich verhält es sich in der Casa Gino in Bozen, wo historische Mauern auf italienische Designklassiker treffen. In der Villa Atrium am Zürichsee dagegen geht es weniger um Historie als um eine zeitgenössische, klare architektonische Sprache, die durch Materialien, Farben und Möbel auf die neuen Bewohner abgestimmt wurde. Und wie es sich anfühlt, den Traum vom eigenen Weingut zu leben, erfahren wir im Apolloniahof in Dorf Tirol – wo sich die Einrichtung ganz dem Leben in der Natur anpasst.
Dein Land. Deine Wärme.
04 NEUES LEBEN
Wie ein Bozner Architekturstudio eine Villa am Zürichsee umgestaltet.
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Hommage an die Natur: So lebt eine Winzerfamilie in Dorf Tirol.
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Wie feld72 das Hotel Aurora in Meran weiterbaut und Hannes Peer das Innenleben neu interpretiert.
36 ITALIENISCHE ELEGANZ
Wie römische Architekten eine Bozner Wohnung aus den 1920er-Jahren s tilvoll beleben.
Lassen Sie sich inspirieren! Verena Spechtenhauser
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Editorialfoto: Franziska Unterholzner
IMPRESSUM „ff – Architektur & Wohnen“, 22.10.2026, Beilage zu ff 43, Herausgeber: FF-Media GmbH, Eintragung Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980, Nr. ROC 06262, Beiträge nach GvD Nr. 70/2017 erhalten. Presserechtlich v erantwortlich: Verena Pliger; Konzeption & Redaktion: Verena Spechtnhauser; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Titelseite: Alex Filz; Werbung: Elisabeth Forer-Naumann, Roswitha Rauter, Michael Disertori, Bernhard Elzenbaumer. © ® FF-Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf mit grafischen, mechanischen, elektronischen oder mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.
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Einladend: Für eine deutsch-südtirolerische Familie hat das Bozner Studio NOA eine Villa am Zürichsee neu gestaltet. Im Atrium geben Sichtbeton wände und hochwertiges Eichenparkett den Grundton an. Ein großflächiger Teppich aus Wolle und Viskose mit Akzenten in Senfgelb, Petrol und Salbeigrün bringen Farbe ins Spiel. Die ursprüngliche Metallbibliothek wurde durch ein eukalyptusgrünes Wandmöbel ersetzt, die Galerie blieb erhalten.
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SCHWEIZ
NEUES LEBEN Am Zürichsee hat das Bozner Studio NOA für eine Unternehmerfamilie eine Villa neu gestaltet – mit dem richtigen Gespür für Farbe und Textilien. Text: Verena Spechtenhauser | Fotos: Alex Filz
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1 1. Offen: Durch die großflächige Glasfront öffnet sich der Wohn bereich zum Innenhof – mit Garten, Teich, Seerosen und einem Ginkgobaum. Das Wasser schafft eine visuelle Verbindung zum nahe gelegenen Zürichsee. Das bestehende Sofa blieb e rhalten und wurde durch ein zweites ergänzt. 2. Stilvoll: Der Essbereich schließt nahtlos an das Wohnzimmer an. Ein markanter Tisch von Van Rossum und e legante Stühle von Ethnicraft prägen die Einrichtung. Ein besonderes Highlight ist der handgeknüpfte „Nishati“-Teppich von Walter Knoll aus Brennnesselfasern, chinesischer Seide und t ibetischer Hochlandwolle. Eine dezente Schiebetür markiert den Übergang zur Küche.
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3. Geschützt: Auch der Außenbereich wurde von NOA neu gestaltet. Rund um den Teich verteilen sich auf der teils überdachten Terrasse verschiedene Sitz- und Essbereiche. Vertikale Lamellen sorgen für Privatsphäre, ohne die Sicht auf den See zu versperren. Die Stühle von Ethnicraft greifen die Gestaltung des Innenraums auf.
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ie Gegend rund um den Zürichsee zählt zu den teuersten Wohn- und Immobilienregionen Europas. Am östlichen Seeufer, an der sogenannten „Goldküste“, hat sich eine deutsch-südtirolerische Unternehmerfamilie den Traum vom Eigenheim erfüllt. Statt neu zu bauen, entschied sie sich für den Kauf einer bestehenden Villa mit Blick auf den See. Für die Neugestaltung der Innenräume beauftragten die neuen Eigentümer das Bozner Architekturund Designstudio NOA. Der Wunsch an das Interior-Team: Die Villa sollte an die Bedürfnisse der Familie angepasst werden, ohne dabei ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.
EINE SINNLICHE REISE durch den Schweizer Winter
DER ENTWURF DER VILLA stammt von den Schweizer Architekturbüros LOT-Z und Meyer Dudesek, die das 610 Quadratmeter große Haus 2019 nach den Vorstellungen der damaligen Bauherren entwarfen. Der L-förmige Bau aus Sichtbeton mit großflächigen Verglasungen erstreckt sich über drei Wohngeschosse und ein Untergeschoss mit Garage. Die Architektur folgt einer klaren, reduzierten Formensprache. Präzise Linien und eine sorgfältige Materialwahl prägen das Erscheinungsbild. „Die Eigentümer haben sich sofort in das minimalistische Design des Hauses verliebt. Gleichzeitig wünschten sie sich für die Räume mehr Wärme, Farbe und Wohnlichkeit. ≥
Die CALIDA Herbst/Winter 2026 Kollektion fängt die stille Schönheit des sich wandelnden Jahres ein – von klaren Alpenmorgen, die nach Tannennadeln und fallenden Blättern duften, bis hin zu abendlichen Stunden im Kerzenlicht, umgeben von vertrauter Wärme. Inspiriert von den Schweizer Bergen erzählt sie eine Geschichte des Entschleunigens, des Ankommens und der Nähe in den ruhigen Momenten des Alltags. Wie ein Rückzug in ein abgelegenes Bergrefugium lädt die Kollektion auf eine Reise durch die Saison ein – geprägt von Wärme, Intimität und zeitloser Leichtigkeit.
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1. Flexibel: Das Arbeitszimmer im Zwischengeschoss kann bei Bedarf auch als Gästezimmer genutzt werden. Dafür wurde beim Umbau die Tür nach hinten versetzt. Durch das Fenster fällt der Blick auf den Zürichsee. Die ikonische Miffy-Lampe sorgt für eine spielerische Note. 2. Lichtdurchflutet: Die Glasbausteine schützen vor neugierigen Blicken und lassen zugleich Tageslicht ausreichend herein. Eine bodentiefe Fensterfront mit schlanken Aluminiumrahmen öffnet den Blick ins Freie. Terrakotta- und Erdtöne bringen Wärme in den Raum und wirken das ganze Jahr über stimmig.
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3. Abgetrennt: Am Ende der Galerie liegt das Gästezimmer, das zugleich Arbeitsplatz der Besitzerin ist. Unterschiedliche Materialien und gezielte Farbakzente verleihen dem Raum einen eigenen Charakter. Blickfang ist der königsblaue Ohrensessel. Dank einer Schiebetür kann das Zimmer vom übrigen Wohnbereich getrennt werden. 4. Reduziert: Der Arbeitsplatz liegt direkt vor einer großzügigen Glasfront – mit Blick ins Grüne. Der filigrane Schreibtisch bildet mit dem Eames Plastic Side Chair und der Tischleuchte ein ruhiges Ensemble.
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Fenster neu erleben.
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Spielerisch: Im Kinderzimmer gelangt man über eine Treppe aus Holzblöcken zur erhöhten Schlafebene. Ein Sicherheitsnetz sorgt für Schutz, während darunter ein maßgefertigtes Sideboard zusätzlichen Stauraum schafft. Das angrenzende Bad ist ganz in Weiß gehalten. Mit seiner schlichten Ausstattung und dem fugenlosen Harzboden fügt es sich in die reduzierte Gestaltung des Hauses ein.
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DIE ARCHITEKTEN
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NOA (Network of Architecture) ist ein internationales Architekturund Designstudio mit Sitz in Bozen, Mailand, Turin und Berlin. Gegründet wurde das Büro 2011 von den Architekten Lukas Rungger und Stefan Rier. Heute besteht das interdisziplinäre Team aus rund 30 Mitarbeitenden und zählt damit zu den größten Architekturbüros Südtirols. Zu den bekanntesten Arbeiten zählen das Farmhouse Torgglerhof, das Hotel Hubertus und die Aussichtsplattform Ötzi Peak in Südtirol. Darüber hinaus realisiert das Studio ein breites Spektrum an Bauaufgaben – von privaten Wohnhäusern und urbanen Wohnquartieren bis hin zu öffentlichen Bauten. Die Partner von NOA: Barbara Runggatscher, Andreas Profanter, Lukas Rungger, Stefan Rier und Christian Rottensteiner.
Außerdem sollte der Grundriss um ein Kinderzimmer mit eigenem Bad erweitert werden. Zusätzlich galt es, Platz für eine Badewanne und eine Sauna zu schaffen sowie die Raumakustik zu verbessern“, erklärt Florian Marsoner, Interior Designer bei NOA, der das Projekt gemeinsam mit Barbara Runggatscher betreute. AUSGANGSPUNKT FÜR DIE NEUGESTALTUNG war das fünf Meter hohe Atrium. Es verbindet den Eingangsbereich mit den angrenzenden Wohnbereichen und prägt den offenen Charakter des Hauses. Hier öffnet sich das Wohnzimmer über zwei Geschosse, es bildet das Herzstück des Hauses. Ursprünglich prägten eine raumhohe Bibliothek aus Metall und eine Galerieebene den Raum. „Die Vorbesitzer waren große Buchliebhaber. Diese Leidenschaft für Bücher bestimmte den damaligen Entwurf der Villa maßgeblich mit“, erzählt Marsoner. Da die bestehende Bücherwand nicht mehr den Bedürfnissen der neuen Bewohner entsprach, entwickelte das Interior-Team von NOA ein maßgefertigtes Wandmöbel aus Holz. Es bietet Platz für Bücher, Kunstwerke, Familienfotos und Reise erinnerungen und integriert zugleich Fernseher, Minibar sowie zusätzlichen Stauraum. Es fügt sich in die bestehende Architektur ein und verleiht ihr zugleich eine neue Note. Damit die Räume trotz Sichtbeton wohnlich wirken, ergänzte das Interior-Team die Einrichtung um ausgewählte Möbel und Textilien. Großzügige Teppiche, weiche Stoffe und gezielt eingesetzte Lichtelemente sorgen aber nicht nur für mehr Wohnlichkeit, sondern verbessern auch die Akustik des hohen Raums wesentlich. R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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1 1. Weitläufig: Der Boudoir-Flur verbindet den Wellnessbereich mit dem Master Bedroom. Ein maßgefertigtes Möbel bietet Stauraum und sorgt zugleich für Sichtschutz im Badbereich. Die große Glasfront öffnet den Blick ins Grüne.
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2. Großzügig: Im obersten Geschoss wurde der bestehende Duschbereich um eine Sauna und eine freistehende Badewanne erweitert. Die vertikale Holzverkleidung der Kabine bringt Wärme in den Raum und bildet einen harmonischen Kontrast zur Sichtbetondecke und zum hellen Parkett.
2 WIE SICH NEUE BEDÜRFNISSE in eine bestehende Architektur integrieren lassen, zeigt das erste Zwischengeschoss. Dort befanden sich ursprünglich die Arbeitsräume der ehemaligen Besitzer. Einer dieser Räume wurde in ein Kinderzimmer mit eigenem Bad umgestaltet – eine Herausforderung, da auf dieser Etage ursprünglich keine Sanitäranschlüsse vorhanden waren. Die massive Bauweise stellte dabei besondere Anforderungen an die Interior Designer und Bauleiter Michael Tschigg vom Studio Vera Gloor aus Zürich, denn nachträgliche Eingriffe in die Gebäudestruktur sind aufwendig und müssen sorgfältig geplant werden. „Wir wollten möglichst wenig in die Bausubstanz eingreifen. Deshalb haben wir einen Küchenschrank im Erdgeschoss umgenutzt und die notwendigen Leitungen von dort ins Zwischengeschoss geführt“, erklärt Florian Marsoner. Die beiden verbliebenen Räume wurden neu organisiert und mit multifunktionalen Möbeln ausgestattet. So können sie je nach Bedarf als Arbeits- oder Gästezimmer genutzt werden. AUCH IM OBERSTEN GESCHOSS wurde der Grundriss an die Bedürfnisse der Familie angepasst. Hier schufen Florian Marsoner und sein Team einen privaten Rückzugsort für die Eltern. Der großzügige Duschbereich wurde um eine Sauna und eine freistehende Badewanne ergänzt und zu einer kleinen Wellnesszone erweitert. Schlafzimmer, Bad und Ankleidebereich gehen fließend ineinander über und sind über einen Boudoir-Flur miteinander verbunden. Ein maßgefertigtes Möbel schafft zusätzlichen Stauraum und schirmt gleichzeitig WC und Waschbecken vom übrigen Raum ab. Eine angrenzende Terrasse erweitert den privaten Bereich nach draußen und bietet einen wunderschönen Ausblick auf den Zürichsee. „Der Bezug zum See war für unsere Planung zentral. Das Haus orientiert sich ja konsequent am Wasser, und in jedem Raum ist die besondere Atmosphäre des Sees spürbar. Diesem Gedanken folgt auch das Interior Design“, so Marsoner. DAS ERGEBNIS ist kein radikal erneuertes Haus, sondern eine behutsame Anpassung an das Leben der neuen Besitzer – ohne die klare Bestandsarchitektur zu überlagern. Und genau darin n liegt die Qualität dieses Eingriffs. R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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DORF TIROL
IM EINKLANG Eine junge Familie erfüllt sich den Traum eines Weinguts. Das Interior ist eine Hommage an die Südtiroler Natur. Text: Verena Spechtenhauser | Fotos: Camilla Cappelli
Naturverbunden: Helles Holz, Lehmwände, Naturfasern und erdige Töne prägen das Zuhause der Familie Folie in Dorf Tirol. Im Essbereich geben Decken und Möbel aus Holz den Ton an, der Farbton des Kunstharzbodens wurde auf die Lehmwände abgestimmt. Pendelleuchten aus Leinenstoff im skandinavisch-alpinen Stil ergänzen das natürliche Ambiente. Die großen Fenster im Essbereich sorgen für ein helles Zuhause.
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≥ IM EINKLANG Kontrast: Die Küche ist ein gelugener Mix aus F arben und Materialien. Dunkelgrüne Küchenfronten und eine Arbeitsplatte aus grünem Granit treffen auf warme Holzoberflächen und Hocker aus Jute.
Mittelpunkt: Die Kochinsel mit geometrischen Konturen ist Treffpunkt für Familie und Freunde. Für das richtige Licht sorgen Keramikleuchten.
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1. Split-Level: Der weiß verputzte olzofen bildet das Herzstück des H Raums. Ein lokaler Handwerker hat ihn in t raditioneller Bauweise gefertigt. Er verbindet den offenen Küchenund Essbereich mit der tiefer liegenden Wohnebene und schafft zugleich eine klare Gliederung. 2. Logenplatz: Maßgefertigte Holzregale bieten Platz für Bücher, Spielsachen und Instrumente. Die integrierte Sitzbank in der Fenster nische lädt zum Verweilen ein. Besonders: Das Sofa aus waldgrünem Lodenstoff lässt sich drehen und verwandelt sich mit wenigen Hand griffen in eine kleine Bühne für Konzerte oder Lesungen. 3. Kuschelecke: Zwischen den Sofas wurde Raum für die Kinder zum S pielen geschaffen. Der Boden aus Zirbenholz bringt Wärme in den Wohnbereich. Die Sitzbank am großen Fenster lädt zum Verweilen ein. An kalten Wintertagen lässt es sich direkt am Ofen besonders gemütlich sitzen.
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er sonnenverwöhnte Segenbühel in Dorf Tirol zählt zu den ältesten Weinanbaugebieten Südtirols. Am Südhang des Hügels, eingebettet zwischen Weinre ben und Apfelbäumen und mit weitem Blick auf die Meraner Bergwelt, liegt der Apolloniahof. Für Johanna und Eduard Folie ist das Weingut die Verwirkli chung eines lang gehegten gemeinsamen Traums. „Seit wir uns kennen, stand für uns fest, dass wir eines Tages auf unserem eige nen Hof leben möchten“, erzählt Johanna Folie lachend. Heute bewirtschaften die beiden Rebflächen in Dorf Tirol. Eduard küm mert sich um die Reben und die Weinherstellung, Johanna be treut den Hofladen. Zusammen mit ihren beiden kleinen Töch tern haben sie sich oberhalb von Meran ein Zuhause geschaffen, wo sie Familie und Arbeit wie selbstverständlich verbinden. DARÜBER, WIE SIE EINMAL leben und bauen möchten, haben sich Johanna und Eduard lange Gedanken gemacht. Ein Holz haus mit Lehmwänden sollte es werden, möglichst naturnah und mit Materialien, die sich für sie richtig anfühlen. Im November 2024 haben sie schließlich mit dem Bau der Hof stelle begonnen. Geplant wurde das Ensemble aus Wohnhaus und Hofladen vom Meraner Ingenieurbüro Christoph Gögele. Die Planer nutzten die Hanglage, um die verschiedenen Funkti onen des Hofs auf mehreren Ebenen anzuordnen: Der Hofladen ist von der Straßenseite aus zugänglich. Das Privathaus erstreckt sich dahinter über zwei Ebenen in Richtung Natur. Im o beren Geschoss mit den privaten Räume der Familie, im unteren
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1 1. Harmonisch: Das Treppenhaus verbindet Ober- und Untergeschoss. Unten wird gewohnt, oben geschlafen. Treppen, Wände und Decke sind komplett mit Holz verkleidet und sorgen für ein einheitliches Gesamtbild.
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2. Wohnlich: Im großzügigen Treppenhaus sorgen maß gefertigte Sitzstufen und Stauraumlösungen für Wohnlichkeit und zusätzlichen Platz. Hinter den Leinenvorhängen sind Schuhe und Mäntel ordentlich verstaut. Die Vorhänge verleihen dem Treppenhaus eine warme, einladende Atmosphäre. 3. Gemütlich: Durch das große Fenster fällt der Blick auf Dorf Tirol. Handgefertigte Keramikfliesen in Dunkelgrün setzen die Badewanne gekonnt in Szene. Von der Decke setzen Pendelleuchten aus Porzellan feine Akzente.
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DIE INNENARCHITEKTEN Die Innenarchitektin Joanna Lehnis hat sich 2021 in Bozen mit Saga Studios selbstständig gemacht. Zuvor arbeitete die 37-Jährige mit deutsch-englischen Wurzeln in l eitender Position als Innenarchitektin für das Bozner Architekturstudio NOA. Ihr Team realisiert Interior- und Architekturprojekte im Hotel bereich sowie für Privatkunden im I n- und Ausland. Mittlerweile b eschäftigt das Studio mehrere freie Mitarbeitende. Im Bild: Alessandro Perosillo, Joanna Lehnis, Maria Dal Canto und Jessy Lorenzon.
eschoss mit Küche, Ess- und Wohnbereich. Das Privathaus G ist über den Keller, wo der eigene Wein hergestellt und gelagert wird, mit dem Hofladen verbunden. Für die Innenraumgestaltung holten die Bauherren das Bozner Büro Saga Studios an Bord: mit der Innenarchitektin Joanna Lehnis und ihrer Mitarbeiterin Maria Dal Canto. „Wir konn ten bereits in einer frühen Bauphase in das Projekt einsteigen. Dadurch ließen sich Architektur und Innenraumgestaltung von Beginn an aufeinander abstimmen“, sagt Lehnis. Dadurch war es unter anderem möglich, Details wie die Fensteröffnungen mit zu definieren.
den stammt aus dem Sarner Wald und wurde von Eduard Folie selbst geschlagen. Auch die Möbel wurden bewusst schlicht und zurückhaltend gewählt. Joanna Lehnis und Maria Dal Canto war es besonders wichtig, den täglichen Gewohnheiten der Be wohner Raum zu geben. Diese gestalterische Haltung zeigt sich auch im Hofladen, wenn auch mit einer etwas anderen Akzen
RUHIG UND GEERDET, SO BESCHREIBT Joanna Lehnis die beiden Bauherren. In gemeinsamen Gesprächen sammelte sie die Vorstellungen der Familie und entwickelte daraus Schritt für Schritt ein konkretes und stimmiges Gestaltungskonzept. „Johanna und Eduard waren sehr offen und haben mir und meinem Team viel Vertrauen entgegengebracht.“ Die Innenräume sollten die natürliche Materialität des Holz baus weiterführen, ohne schwer oder rustikal zu wirken. Gleich zeitig galt es, den Alltag der Familie mitzudenken: das Leben mit zwei kleinen Kindern, die Liebe zur Musik und die Arbeit in der Landwirtschaft. Aber auch die Tatsache, dass sie gerne Freunde zu Gast haben. „Das Team von Saga Studios hat sofort verstanden, was uns wichtig ist und wie wir leben möchten. Mit viel Gespür für unsere Bedürfnisse hat es unsere Vorstellungen in Räume übersetzt, in denen wir uns von Anfang an zu Hause fühlen“, schwärmt die Bauherrin Johanna Folie. HOLZ, LEHM UND WARME ERDTÖNE. Die Gestaltung der In nenräume ist von natürlichen Materialien, wie Holz und Lehm, und einer zurückhaltenden Farbpalette geprägt. Durch das gan ze Haus ziehen sich Lodenstoffe, Naturstein, Keramik und dun kle Grüntöne. Von den große Fensternischen mit integrierten Sitzecken fällt der Blick direkt in den Garten. Die Verbundenheit der Bauherren zur Natur spiegelt sich be sonders in den Holzböden wider: Das Zirbenholz für die Bö R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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Effektvoll: Im Unterschied zum privaten Wohnbereich wurde das Interior im Hofladen expressiver gestaltet. Großformatige Pendelleuchten aus Flechtwerk prägen den hohen Raum. Im Mittelpunkt: runde, skulptural gestaltete Tische, die sich flexibel anordnen lassen.
tuierung. „Im Unterschied zum privaten Wohnbereich haben wir das Interior im Hofladen expressiver gestaltet. Die Produkte und die Menschen, die den Laden beleben, sollten dabei aber immer im Vordergrund stehen“, erklärt Joanna Lehnis.
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ERKUNDIGT MAN SICH BEI der Familie Folie nach ihrem Lieblingsort im Haus, sind sich alle einig: Es ist die Musikecke. Hier zeigt sich besonders gut, wie Joanna Lehnis und Maria Dal Canto die Interessen und Leidenschaften der Familie in die Gestaltung einfließen ließen. So entstanden Möbel, deren Maße sich an Kontrabass, Violine und Gitarre orientieren. Besonders ist auch das Sofa: Es lässt sich drehen und wird bei Bedarf zum Zuschauerbereich. Damit verwandelt sich das Wohnzimmer mit wenigen Handgriffen in eine kleine Bühne für Konzerte oder Lesungen. Die Bauherren sind sich einig: Eine schönere Umsetzung ihrer n Wünsche hätten sie sich kaum vorstellen können.
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©©© Visciani Visciani Photography Photography - Hotel - Hotel Bellavista Bellavista Trafoi Trafoi Visciani Photography - Hotel Bella Vista Trafoi
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Sommer ade... Sommer ade...
fuchs.it fuchs.it
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Das neue Sofa von Edra
Foto: Pietro Savorelli
Das Sofa Anywhere von Edra steht für eine neue Dimension des Komforts.
Das toskanische Unternehmen Edra steht für Möbel, die Komfort und Ästhetik einzigartig vereinen.
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talienisches Design, außergewöhnliche Formen und innovative Ideen: Seit 1987 steht das toskanische Unternehmen Edra für Möbel, die weit über ihre reine Funktion hinausgehen. Gegründet in der Nähe von Pisa, verbindet Edra traditionelle Handwerkskunst mit technologischer Forschung
und einer unverwechselbaren gestalterischen Handschrift. In Zusammenarbeit mit international renommierten Designern entstehen Möbel, die Komfort und Ästhetik auf besondere Weise vereinen. Dabei geht es nicht nur um die äußere Form, sondern auch darum, wie Menschen
Möbel erleben und nutzen. Viele Entwürfe von Edra zeichnen sich durch überraschende Funktionen, besondere Materialien und Lösungen aus, die den gewohnten Umgang mit Möbeln neu denken. So entstehen Designobjekte mit Charakter, die Räume prägen und zugleich den Alltag bereichern.
Auf dem Salone del Mobile in Mailand wurde das Sofa Anywhere vorgestellt, entworfen von Francesco Binfaré.
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Foto: Alessandro Moggi
Trias ist exklusiver Edra-Händler in Südtirol. Das Sofa Anywhere von Edra kann im Showroom im HOUSE70 in Brixen entdeckt werden.
Neuheit 2026: das Sofa Anywhere Auf dem Salone del Mobile in Mailand wurde das Sofa Anywhere erstmals vorgestellt. Entworfen von Francesco Binfaré, verbindet das neue Sofa eine außergewöhnliche Formensprache mit einer innovativen, beweglichen Struktur. Jetzt ist Anywhere bei den ersten Händlern angekommen – und gehört auch bei Trias im HOUSE70 in Brixen zu den Neuheiten, die bereits vor Ort entdeckt werden können. Ein Sofa, das sich verändert Das Besondere an Anywhere ist seine Anpassungsfähigkeit. Die Rückenlehnen lassen sich mit einer einfachen Bewegung verstellen. Dadurch verändert sich die Sitztiefe – von einer aufrechteren Sitzposition bis hin zu einer großzügigen Fläche zum Entspannen. Möglich ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
macht dies das von Edra entwickelte und atentierte „Cuscino Intelligente“. Das intellip gente Kissen ist in die bewegliche Struktur integriert und ermöglicht es, auch die Neigung der Rückenlehne individuell anzupassen. So entsteht Komfort, der sich unterschiedlichen Sitzpositionen und Bedürfnissen anpasst. Die einzelnen Elemente mit ihren organischen Formen lassen sich zudem unterschiedlich kombinieren. Anywhere kann dadurch seine Wirkung je nach Raum und Anordnung verändern – auch frei im Raum. Neu erleben bei Trias Als exklusiver Edra-Händler in Südtirol präsentiert Trias mehrere Kollektionen der italienischen Designmarke im HOUSE70 in Brixen. Mit Anywhere ist nun eine der Neuheiten des Designjahres 2026 hinzugekommen.
Wer das Zusammenspiel aus Design und beweglichem Komfort selbst erleben möchte, kann Anywhere ab sofort im HOUSE70 l entdecken.
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Julius-Durst-Straße 70 I-39042 Brixen T. 0472 971 206 info@trias.it www.trias.it No. 43 / 2026
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Foto: Giulio Ghirardi
Opulent: Der Eingangsbereich des Aurora wurde zur Visitenkarte des Hotels: ein Kunstwerk aus Keramik mit mehr als 2.000 handgefertigten Fliesen in über 30 fein abgestuften Farbtönen. Entworfen wurde es von Hannes Peer, umgesetzt wurde es in Zusammenarbeit mit Officine Saffi Lab. Inspiration für den Entwurf fand Hannes Peer in der brasilianischen Architektur.
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MERAN
GELEBTES ERBE feld72 baut das Hotel Aurora weiter, Hannes Peer interpretiert das Innenleben neu. Das kongeniale Ergebnis: Altes wird bewahrt, Neues ergänzt.
Foto: tschinkersten fotografie
Text: Verena Spechtenhauser
Im Dialog: Die Erweiterung des Hotel Aurora erfolgte nach dem Entwurf des Architekturbüros feld72. Unter dem neuen überhöhten Mansardendach entstanden 18 neue Gästezimmer. Die Hülle des Aufbaus ist eine Struktur aus Aluminium lamellen, die je nach Lichtverhältnissen und Blickwinkel unterschiedlich wirken. Mal erscheint die Struktur offen und durchlässig, mal dichter und geschlossener. Eine neue Passage mit Rezeption verbindet die Promenade mit dem Theaterplatz.
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Ton in Ton: Der Empfangstresen in der Lobby ist ein Hingucker. Er besticht mit seiner geschwungenen Form und dem m ahagonifarbenen Holz. Entworfen und gefertigt wurde er von der Tischlerei Rier, die auch die übrigen m aßgefertigten Holzarbeiten im Haus umgesetzt hat. Darüber hängt ein Kronleuchter aus M uranoglas von 6:am Glass. Kunstvoll: Mit dem Relief „Horizon“ bringt die Südtiroler Künstlerin Ursula Huber – sie ist die Mutter von Hannes Peer – ein Stück Südtiroler Landschaft in die Lobby. Der Terrazzoboden aus regionalem Stein knüpft an die Umgebung an und setzt die Passerpromenade im Innenraum fort.
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Foto Jaist Oliver
UM ZU VERSTEHEN, wie das Aurora zu dem geworden ist, was es heute ist, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Das Gebäude ist um 1876 entstanden, 1917 erwarb es die Familie Aukenthaler, die ursprünglich in der Steiermark im Obstbau tätig war. Die Familie führte das Aurora zunächst als einfache Pension mit Frühstück und angeschlossenem Kaffeehaus. Später kam ein Restaurant hinzu. 1964 dann der große Umbau, vorgenommen von den Großeltern der heutigen Besitzer Melanie und Philipp
Foto: Giulio Ghirardi
er Name Aurora steht in der Kurstadt Meran nicht nur für Gastfreundschaft, sondern auch für Kunst und Kultur – und das seit Jahrzehnten. Seit über 60 Jahren ist das traditionsreiche Hotel an der Passerpromenade ein Ort der Begegnung für Künstlerinnen und Musiker. Dass sich das Haus zu einem derart lebendigen Treffpunkt entwickelt hat, ist der Begeisterung der Familie Aukenthaler für die schönen Künste zu verdanken.
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1. Glamourös: Großzügige Sitzbereiche, Travertin und ein zentraler Kamin prägen die Lounge. Hannes Peer greift dabei E inflüsse der kalifornischen Moderne auf, insbesondere die Formensprache der Sheats-Goldstein Residence in Los Angeles von John Lautner. Die von Peer entworfenen Spiegelelemente spielen mit Licht und Reflexionen. Die originale Holzdecke blieb erhalten. 2. Vintage: In der Listening Bar finden sich Wände in ompejanischem Rot, Hochflorteppiche, Rauchglas p spiegel und mandarinenfarbenes Kirschbaumholz. Messingwandleuchten und lackierte Oberflächen erinnern an den g lamourösen Stil von Designerin Gabriella Crespi. Die Hi-Fi-Anlage wurde diskret in Möbel aus dunklem Nussbaumholz integriert. 3. Zeitlos: Die ursprüngliche Einrichtung des estaurants Artè wurde in den 1970er-Jahren vom R Südtiroler Meistertischler H erbert Kinkelin gestaltet. Messingdetails, Raumteiler und integrierte Pflanzen elemente wurden sorgfältig restauriert, Hannes Peer ergänzte den Bestand mit wenigen gezielten Eingriffen. Auch das Wandrelief aus den 1970er- Jahren blieb e rhalten. Es stammt vom Meraner Künstler Herbert Schönweger.
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Fotos: Giulio Ghirardi
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Aukenthaler. Vor allem die Großmutter bewies Weitblick: Sie organisierte den Umbau eigenständig und bestand schon damals auf ein eigenes Bad für jedes Zimmer. Später übernahm Tochter Brigitte das Haus und prägte es mit ihrem Engagement für Kunst und Kultur. Sie öffnete das Hotel für die Stadt und machte es zu einem Treffpunkt für Künstlerinnen und Künstler. „Es war unsere Mutter, die das Aurora zu dem gemacht hat, was es heute ist. Gäste und Einheimische zusammenzubringen war damals ein absolutes Novum“, erzählen die Geschwister, die das 28 No. 43 / 2026
Hotel heute in dritter Generation führen. Und genau diesen offenen Geist führen sie auf ihre eigene Weise fort. MIT DER ÜBERNAHME des Hotels wollten Melanie und Philipp Aukenthaler dem Aurora nicht nur inhaltlich, sondern auch architektonisch neue Impulse geben. Anlass dazu bot eine anstehende Dachsanierung: Ein bisher als Stauraum genutztes Geschoss und die vorhandene Kubatur boten die Möglichkeit, den Bestand um eine weitere Ebene zu erweitern. R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
Preisträger / Vincitore 2027
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Ansitz Heufler Oberrasen / Rasun di Sopra www.ansitzheufler.com
Tradition und Zukunft Tradizione e innovazione Wettbewerb: Einreichtermin 15. Mai 2027 Teilnahmebedingungen unter www.historischergastbetrieb.it Concorso: Termine di partecipazione 15 maggio 2027 Informazioni: www.albergostorico.it
DER HISTORISCHE GASTBETRIEB DES JAHRES IN SÜDTIROL Eine Auszeichnung der Stiftung Südtiroler Sparkasse in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und dem Hoteliers- und Gastwirteverband
L’ALBERGO STORICO DELL’ANNO IN PROVINCIA DI BOLZANO Un premio della Fondazione Cassa di Risparmio di Bolzano in collaborazione con la Soprintendenza provinciale ai beni culturali e l’Unione albergatori e pubblici esercenti
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DER DESIGNER HANNES PEER IM GESPRÄCH Was war Ihr Eindruck, als Sie das Aurora zum ersten Mal betreten haben? Hannes Peer: Ich fand es faszinierend, wie im Aurora verschiedene Zeitschichten aufeinandertreffen. Das Haus erzählt eine eigene Geschichte, die eng mit der Persönlichkeit der Familie Aukenthaler und der Entwicklung des Hotels verbunden ist. Besonders spannend fand ich die ursprünglichen Gestaltungselemente aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die für Südtirol damals ungewöhnliche Materialwahl und die eigenständige Handschrift, die das Haus bis heute prägt. Dazu gehört auch die Arbeit des Südtiroler Gestalters und Tischlers Herbert Kinkelin, dessen Werke einen Teil der Geschichte des Hauses erzählen.
ohne simples Kopieren historischer Formen. Eine wichtige Referenz war die Sheats-Goldstein Residence in Los Angeles von John Lautner. Skulpturale Volumen, fließende Übergänge und der Umgang mit Geometrie: All diese Qualitäten haben wir etwa in der Lounge aufgegriffen und für das Aurora neu interpretiert. Es geht nicht darum, unter schiedliche Stile aneinanderzureihen, sondern daraus eine eigene gestalterische Sprache zu entwickeln, die die Geschichte des Hauses weiterführt. Die Listening Bar ist der intimste Raum des Hauses. Wie entwirft man einen Raum für etwas so Immaterielles wie Klang und Musik? Das Aurora war schon immer eng mit Musik verbunden. Die Listening Bar
befindet sich zudem in einem Raum, der für die Seniorchefin Brigitte Aukenthaler eine besondere Bedeutung hatte. Mit der Bar wollten wir diese Geschichte aufgreifen und neu interpretieren. Musik in Architektur zu übersetzen, ist etwas sehr Subjektives. Mich interessiert, wie ein Raum eine Stimmung erzeugen kann, ähnlich wie eine Komposition. Dabei habe ich mich auch mit Daniel Libeskinds Überlegungen zur Beziehung zwischen Musik und Architektur beschäftigt. Im Aurora entsteht diese Atmosphäre durch Teppiche, Spiegel und eigens entworfene Leuchten. Die Gestaltung sollte dabei nicht zu inszeniert wirken, sondern einen Ort schaffen, an dem man sich wohlfühlt und ganz selbstverständlich bewegt.
Wie findet sich die richtige Balance zwischen Bewahren und Weiterentwickeln? Der Schlüssel liegt darin, die Geschichte eines Ortes und seine kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe zu verstehen, ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Jedes Zeitalter baut auf dem vorherigen auf, und jeder Künstler lässt sich von seinen Vorbildern inspirieren. Meine Haltung bezeichne ich deshalb gerne als „nostalgische Utopie“ oder „utopische Nostalgie“. Damit meine ich, dass Architektur nicht zum Museum werden darf, sondern auch eine Vorstellung von Zukunft in sich tragen muss. Im Aurora treffen alpine Einflüsse auf den Modernismus der 1970er-Jahre und auf Elemente der kalifornischen Architektur. Was hat Sie dazu inspiriert? Die Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre ist im Aurora sehr präsent. Mich interessiert, wie man diese Architektur aufgreifen und mit anderen Einflüssen verbinden kann,
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Hannes Peer, 50, studierte Architektur am Politecnico in Mailand und arbeitete bei OMA in Rotterdam und Zvi Hecker in Berlin. 2009 gründete er in Mailand sein eigenes Studio Hannes Peer Architecture, das heute sieben Mitarbeiter zählt. Das Studio ist in den Bereichen Architektur, Innenarchitektur sowie Produkt- und Möbeldesign tätig und realisiert Wohn-, Hotel- und Gewerbeprojekte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten g ehören die Aufwertung der archäologischen Stätte der Caracalla-Thermen in Rom, das The Manner Hotel in New York und die Erweiterung Spazio46 des Hotel Pergola in Algund. Aktuell arbeitet er unter anderem an Hotelprojekten am Comer See und in Venedig, einer Winterresidenz mit vier Chalets in Cervinia sowie Wohnprojekten in Italien. Zudem setzt er seine Zusammenarbeit mit dem italienischen Möbelhersteller Minotti fort.
Fotos: Giulio Ghirardi
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Familiensache: Melanie und Philipp Aukenthaler führen das Hotel Aurora in dritter Generation. Ihre Begeisterung für Kunst und Kultur haben sie von ihren Eltern übernommen. Die Lounge dient sowohl als Aus stellungsraum als auch als Bühne für das Kulturprogramm des Hotels.
Diese setzt sich aus einem historischen Westflügel aus dem 19. Jahrhundert und einem Ostflügel aus den 1960er-Jahren zusammen. Von Anfang an war es den Geschwistern wichtig, mit dem Neubau auch einen architektonischen Mehrwert für die Stadt zu schaffen. „Wir wollten eine Lösung finden, die sich harmonisch in das gewachsene Stadtbild einfügt“, erklärt Philipp Aukenthaler. Dafür suchten sie frühzeitig das Gespräch mit dem Denkmalamt und dessen damaliger Leiterin Waltraud Kofler-Engl. 2017 schrieb die Familie schließlich einen bezahlten Architekturwettbewerb aus, den das Architekturbüro feld72 gewann. Die Vorgabe des Denkmalamtes war klar: Die neue Architektur des Aurora sollte zeitgenössisch sein, ohne Vergangenes zu kopieren. „Die Passerpromenade lebt vom Nebeneinander verschiedener Bauepochen, die das Stadtbild bis heute bestimmen“, sagt Melanie Aukenthaler.
Ihre Anforderungen, unsere Kompetenzen. Anspruchsvolles Interior Design braucht präzises Handwerk und kreative Lösungen. Wir sind Ihr zuverlässiger Partner, der mitdenkt, berät und komplexe Gestaltungskonzepte in der eigenen Holzwerkstatt perfekt umsetzt.
DAS GEBÄUDE STÄRKER zur Stadt hin zu öffnen. Diesen Gedanken griff feld72 im Entwurf auf und überzeugte damit auf Anhieb. „Wir hatten das Gefühl, dass die Architekten Anne Catherine Fleith und Peter Zoderer unsere Vision vom Aurora wirklich verstanden haben. Vielleicht auch, weil Peter Zoderer in Südtirol aufgewachsen ist und die Region gut kennt“, erzählt Melanie Aukenthaler. info@rier.eu • rier.eu R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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„WIR WOLLTEN EINE LÖSUNG FINDEN, DIE SICH HARMONISCH IN DAS GEWACHSENE STADTBILD EINFÜGT.“
Foto: Giulio Ghirardi
Foto: tschinkersten fotografie
MELANIE UND PHILIPP AUKENTHALER
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1. Abgeschirmt: Vor den Fenstern der 18 neuen Zimmer sorgen Lamellen für Privatsphäre und schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Der Ausblick auf die Passer, die Berge und die Stadt bleibt dennoch erhalten. 2. Maßgeschneidert: Einflüsse der kalifornischen Moderne und der 1970er-Jahre treffen auf alpine Materialien. Betten, Leuchten und Möbel wurden von Hannes Peer eigens für das Aurora entworfen. Dunkles Nussbaumholz, weiches Leder und Teppiche prägen die Atmosphäre.
Foto: Giulio Ghirardi
3. Durchdacht: Fließende Übergänge zwischen Schlafund Badbereich lassen die Zimmer großzügiger wirken. Im Bad setzt regionaler Naturstein einen besonderen Akzent. Bei einer Zimmergröße von 25 bis 30 Quadratmetern wurde jeder Bereich sorgfältig geplant. Besonders raffiniert: Die Fernseher verschwinden hinter Kunstwerken.
Zum Entwurf des Architekturbüros gehörten sowohl die bauliche Erweiterung als auch die Organisation der neuen Räume und Anbindung zum Bestandsgebäude. Bis zur Baugenehmigung im Dezember 2024 wurde der Entwurf von den Architekten kontinuierlich weiterentwickelt. Prägend für die Aufstockung ist das neue, überhöhte Mansardendach. Darunter entstanden 18 neue Gästezimmer. Die Aufstockung wird von Aluminiumlamellen unterschiedlicher Tiefe und Breite umhüllt. Eine neue Passage mit Rezeption verbindet zudem die Promenade mit dem Theaterplatz. 32 No. 43 / 2026
DIE GESTALTUNG DER INNENRÄUME vertrauten Melanie und Philipp Aukenthaler ebenfalls einem Südtiroler an: Hannes Peer. „Wir haben seine Arbeit über Jahre verfolgt und waren uns sicher, dass er der Richtige für diese Aufgabe ist“, sagen Philipp und Melanie Aukenthaler. Für seine opulente, raffinierte Ästhetik und zeitlose Gestaltungssprache schafft es Hannes Peer regelmäßig in Rankings internationaler Architekturmagazine. Für den aus Tramin stammenden Architekten, der heute in Mailand lebt, war das Projekt eine Rückkehr zu seinen Wurzeln in Südtirol. Bereits bei seinem R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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Foto: tschinkersten fotografie
Das Stadtbild: Das Hotel Aurora liegt direkt an der ERBE ≥ GELEBTES Passerpromenade, zwischen Fluss und Meraner Altstadt. Trotz w echselnder architektonischer Einflüsse hat das Aurora seine städtebauliche Identität bewahrt. Der Umbau fügt sich in diesen Kontext ein und führt die Geschichte des Hauses zeitgemäß weiter.
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Unabhängig mit Fotovoltaikanlagen und Infrarotheizungen von Thermosol
Foto: Vilma Pflaum
Die Heizungsalternative!
DIE ARCHITEKTEN feld72 architects wurde 2002 gegründet. Das Architekturbüro mit Sitz in Wien und Südtirol arbeitet an der Schnittstelle von Architek tur, Urbanismus und Kunst. Das Spektrum reicht von Gebäuden und städtebaulichen Studien bis hin zu Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem österreichischen Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur, der Medaglia d’Oro all’Architettura Italiana und diversen österreichischen Staatspreisen für Architektur. Im Bild: Die Gründungsmitglieder von feld72 Mario Paintner, Anne Catherine Fleith, Michael Obrist, Peter Zoderer und Richard Scheich.
ersten Besuch im Aurora beeindruckten ihn die vorhandenen Materialien und Gestaltungselemente. „Sowohl die Gestaltung als auch die Materialien waren für Südtirol damals ungewöhnlich und ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus“, erinnert sich Hannes Peer. Gemeinsam mit der Familie Aukenthaler tauchte der Architekt tief in die Geschichte des Hauses ein. Er wollte verstehen, was erhalten werden sollte und wie sich das Bestehende weiterdenken lässt. So entstand eine Innenarchitektur, die verschiedene Zeitschichten verbindet und in eine eigenständige, zeitgenössische Formensprache überführt. In den Innenräumen treffen alpine Einflüsse auf den Modernismus der 1970er-Jahre und auf Elemente der kalifornischen Architektur. Messing, Travertin, Laaser Marmor und edle Hölzer, aber auch Spiegel und Teppiche prägen das Erscheinungsbild. Zugleich wurden die ursprünglichen architektonischen Merkmale des Gebäudes sorgfältig bewahrt und hervorgehoben. „Im Aurora war es mir wichtig, die historischen Elemente zu bewahren, spätere Eingriffe kritisch zu hinterfragen und das Haus behutsam weiterzuentwickeln, ohne seinen Charakter zu verändern“, fasst Hannes Peer seinen gestalterischen Ansatz zusammen. DAS NÄCHSTE KAPITEL der Familiengeschichte ist bereits in Arbeit. Geplant sind Arbeiten am Rooftop und die Renovierung der übrigen Zimmer. Und auch bei diesen Projekten wollen Melanie und Philipp Aukenthaler den Weg ihrer Familie fortführen: das Aurora weiterentwickeln, ohne die Geschichte n des Hauses aus dem Blick zu verlieren. R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
Seit über 30 Jahren arbeiten wir auf dem Gebiet der alternativen Energien – angefangen von thermischen Solaranlagen über Pellets- Holz- und Hackschnitzelheizungen bis hin zu Infrarotheizungen und Wärmepumpen, die wir nun mit Fotovoltaikanlagen kombinieren. Mit einer Mischung aus diesen Systemen sind wir imstande, jedem Kunden seine individuelle, von fossilen Brennstoffen unabhängige Heizanlage zu realisieren. Großen Zuspruch finden zurzeit unsere Fotovoltaikanlagen für die Warmwasserbereitung und Stromspeicher. Echte Alleskönner und Hingucker sind auch unsere Infrarotheizungen made in Germany & Austria. Als Ganzhausheizung oder auch als Heizungsergänzung sind sie flexibel einsetzbar in Form von Spiegeln, Bildern, Glas- und Standheizungen. Infrarotheizungen sind sehr kostengünstig im Verbrauch und langlebig (10 Jahre Garantie). Für alle unsere Heizsysteme bieten wir einen professionellen Kundendienst mit Ersatzteilgarantie. Besuchen Sie uns in unserem Ausstellungsraum in Tscherms und auf www.thermosol.it
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BOZEN
ITALIENISCHE
Ein römisches Architekturstudio verwandelt e mit historischem Flair und m
Text: Verena Spechtenhauser |
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CHE ELEGANZ
wandelt eine Wohnung aus den 1920er-Jahren: Flair und modernem Design.
Casa Gino: Die 95 Quadratmeter große Wohnung liegt im zweiten Stock einer Bozner Stadtvilla von 1928. Hinter den historischen Mauern schuf das römische Architekturbüro 02A einen modernen Open Space, der Vergangenheit und Gegenwart harmonisch miteinander verbindet. Das neu verlegte, von Hand geschliffene Parkett im italienischen Fischgrätmuster zieht sich durch die gesamte Wohnung. Besonders schön: die r ekonstruierten Stuckaturen an der Decke. Fließender Übergang: Zwei asymmetrische Bögen verbinden Wohn- und Essbereich mit der Küche. Im Essbereich bildet der Tisch „Regolo“ von Gianfranco Fini für Poltronova einen Designakzent.
chtenhauser | Fotos: Sara Magni
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1. Kreative Lösung: Die Küche wurde als Erweiterung des Wohnbereichs konzipiert. Auf einen Esstisch wurde auf Wunsch des Hausherrn verzichtet. Ein sympathisches Detail ist das Bücherregal, das an die Stelle klassischer Küchenelemente tritt.
2. Industrial Chic: Die Kochinsel aus Edelstahl bildet einen harmonischen Kontrast zum Fischgrätparkett und zum asiatisch anmutenden, hochglänzend lackierten Vorratsschrank. Akzente setzen Jugendstil-Wandleuchten und eine skulpturale Pendelleuchte aus Messing.
3. Italienisches Design: Der Wohnbereich besticht durch italienische Designklassiker wie die Tischleuchte „Snoopy“ von Achille und Pier Giacomo Castiglioni für Flos. Für Wärme sorgt die textile Boiserie von Dedar, eine moderne Interpretation der klassischen Holzvertäfelung.
Foto: Tim Love Weber
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ozen ist eine Stadt mit vielen architektonischen Gesichtern. Zwischen mittelalterlicher Altstadt und Bauten der Nachkriegsmoderne finden sich auch Viertel, die eng mit der Stadtentwicklung während des Faschismus verbunden sind. Eines davon ist das historische Rione Venezia im Stadtteil Gries-Quirein, unweit des Siegesdenkmals. Entstanden ist die Wohnsiedlung ab 1927 nach Plänen des Istituto Case Popolari di Venezia (Venediger Institut für sozialen Wohnungsbau). Gedacht waren die Wohnungen vor allem für Verwaltungsund Staatsbedienstete, die vielfach aus dem Veneto nach Bozen kamen. Wer heute durch das gutbürgerliche Viertel spaziert, fühlt sich tatsächlich ein wenig nach Venedig versetzt, mit einer Architektur, die ihre Herkunft bewusst zur Schau trägt. Auch 100 Jahre später prägen Bogengänge, kleine Innenhöfe, Ge-
Klein Venedig: Die Architektur des Bozner Wohnviertels Rione Venezia greift stilistisch die venezianische Bautradition auf. Diesen historischen Charakter wollte das Architekturbüro 02A bei der Renovierung bewahren und zugleich zeitgemäß weiterentwickeln.
simse, Loggien und Renaissancebalkone das Bild der sogenannten Villini.
Foto: Tim Love Weber
IM ZWEITEN STOCK eines dieser Stadthäuser befindet sich die Casa Gino. Die
rund 95 Quadratmeter große Wohnung wurde ursprünglich für eine Familie konzipiert – und entsprechend kleinteilig organisiert. Küche, Essbereich, Wohnzimmer und Nebenräume waren klar
Ein Haus, so massiv und echt wie ein Baum... Ein Vollholzhaus von holzius ist ein Ort, in dem seine Bewohner Kraft schöpfen und zur Ruhe kommen. Durch eine klare und materialgerechte Bauweise aus leim- und metallfreien Holzelementen entsteht ein gesunder Lebensraum, in tiefer Verbundenheit mit der Natur. www.holzius.com R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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DIE ARCHITEKTEN
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Foto: Giulia Natalia Comito
Die Architekten Marco Rulli und Thomas Grossi lernten sich 2013 bei der Vorbereitung auf die Staatsprüfung kennen und gründeten ein Jahr später das Architekturstudio 02A in Rom. Ihr erstes gemeinsames Projekt war die Renovierung einer Wohnung im römischen Stadtteil Monteverde. Heute zählt das Studio vier Mitarbeitende und widmet sich vor allem der Innenarchitektur. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Architekturzeitschriften veröffentlicht. Aktuell realisiert das Team Wohn- und Gastronomieprojekte in Rom und Umgebung sowie ein Ferienhaus im Fassatal.
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1. Feine Details: Hinter dem Bett öffnen sich zwei maßgefertigte Türen aus pudrig blauem Eisen und geriffeltem Glas. Sie führen in das private Bad und das großzügige, mit Teppich ausgekleidete Ankleidezimmer. Die Wandleuchten „Bikini“ von Servomuto greifen mit ihrer rauen Rattanoberfläche das Flechtmuster des Kopfteils aus Wiener Geflecht auf.
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voneinander getrennt. Für den neuen Eigentümer, der allein lebt und beruflich viel Zeit außer Haus verbringt, entsprach diese Aufteilung nicht mehr seinen Bedürfnissen. Für die Renovierung wandte er sich deshalb an das römische Architekturstudio 02A der beiden Architekten Marco Rulli und Thomas Grossi.
Im Gespräch wurde schnell klar: Es sollte nicht nur darum gehen die bestehende Raumaufteilung an eine Einzelperson anzupassen. Vielmehr sollte ein Wohnraum entstehen, der die Persönlichkeit und den Lebensstil seines Bewohners widerspiegelt: „Wenn man ein Haus für jemanden entwirft, taucht man zwangsläufig ein
2. Nostalgischer Charme: Das Fliesen muster sowie das Waschbecken mit den Armaturen aus der „Giò Ponti Collection“ von Mamoli erinnern an die Ästhetik des frühen 20. Jahrhunderts. So erhält das Bad einen subtilen historischen Touch.
Stück weit in dessen Leben ein. Das Haus wird zum Porträt der Person, die darin lebt“, erklären die beiden Architekten. IM MITTELPUNKT DER RENOVIERUNG stand eine grundlegende Neuorganisation der Räume. Marco Rulli und Thomas Grossi entwickelten gemeinsam mit
Vom guten Gefühl zum klaren Weg Das Nachhaltigkeitslabel Südtirol zeigt nach außen, wie ernst wir Nachhaltigkeit nehmen. Gleichzeitig erinnert es uns daran, den Weg täglich weiterzugehen. Viktor Franz, TEAM DR JOSEPH Träger vom Nachhaltigkeitslabel Level 3
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„DAS HAUS WIRD ZUM PORTRÄT DER PERSON, DIE DARIN LEBT“ MARCO RULLI, ARCHITEKT
1 2 1. Besondere Akzente: Das Bett wurde auf Wunsch des Hausherrn maßgefertigt. Elegante Akzente setzen die Messingdetails im Kopfteil. Ein besonderer Hingucker ist die dottergelbe Pendelleuchte „Alesia“ des italienischen Designers Carlo Forcolini.
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2. Privater Hammam: Eine maßgefertigte Glastrennwand mit eleganten Rundungen im Liberty-Stil trennt das Schlafzimmer vom e n-suite-Bad mit Dusche, Badewanne und einem zweiten Waschbecken. 3. Farbliche Raffinesse: Das Badezimmer in unklem Aubergine ist vollständig mit Kunstharz d verkleidet. Der intensive Farbton verleiht dem Raum eine besondere Tiefe. Das hellblaue Säulenwaschbecken setzt dazu einen markanten Kontrast.
ihrer Mitarbeiterin, der Architektin Ilaria Caprioli, ein offenes Wohnkonzept, das exakt auf den Alltag des Eigentümers zugeschnitten wurde. Die kleinteilige Raumaufteilung wich einem großzügigen Open Space. Zwei asymmetrische Bögen verbinden Küche, Wohn- und Essbereich. Gleichzeitig behalten die einzelnen Be42 No. 43 / 2026
reiche ihren eigenen Charakter. Die Küche wurde dabei bewusst kompakt gehalten: „Da der Eigentümer nur selten kocht, haben wir die Küche bewusst zurückhaltend gestaltet. Sie versteht sich als natürliche Erweiterung des Wohnraums, drängt sich aber nicht in den Vordergrund“, erklärt Architekt Rulli die Entscheidung.
Auch der Schlafbereich wurde neu organisiert. Das Schlafzimmer erhielt den Charakter einer Suite, mit Ankleide und einem direkt angebundenen WC. Ein besonderes Detail findet sich gegenüber dem Bett. Dort führt eine verglaste Tür in einen kleinen Spa-Bereich mit Dusche, Badewanne und Waschbecken. Funktionale Bereiche wie die Waschküche wurden platzsparend im Eingangsbereich untergebracht. Hinter bronzierten Spiegelflächen verborgen, bleiben sie weitgehend unsichtbar. Gleichzeitig lassen die Spiegel das Entrée größer wirken. ZEITGENÖSSISCHES italienisches Design im Wechselspiel mit historischem Charme prägt das Interieur der Casa Gino. Das neu verlegte, von Hand geschliffene Parkett im italienischen Fischgrätmuster, die restaurierten Originaltüren und Fenster sowie die rekonstruierten Stuckaturen bewahren die Verbindung zur Geschichte des Hauses. Für Kontraste sorgen hochglänzend lackierte Schreinerarbeiten, eine Küche aus Edelstahl und maßgefertigte Einbauten. Die Farbpalette bewegt sich zwischen warmen Naturtönen, dunkleren Nuancen und glänzenden Oberflächen, die dem Interieur Tiefe und Eleganz verleihen. Vintage-Möbel und Klassiker des italienischen Designs ergänzen die Komposition. „Das Interieur trägt auch die persönliche Handschrift des Bauherrn. Seine Begeisterung für Kunst und Design spiegelt sich in der Auswahl der Möbel deutlich wider“, so Rulli und Grossi. FÜR DIE ARCHITEKTEN von 02A war die Casa Gino das erste Projekt in Bozen. Ein Bauvorhaben aus rund 600 Kilometern Entfernung zu begleiten, war nicht immer einfach. Umso mehr schätzen die Architekten die Zusammenarbeit mit den Südtiroler Handwerksbetrieben. Und sie zeigten sich beeindruckt von deren Können und Sorgfalt. „Es ist schön, wenn Menschen, die sich vorher nicht kannten, gemeinsam etwas schaffen, auf das am Ende alle stolz sein können“, so die Architekten. Gut möglich also, dass die Erfahrung Lust auf weitere Projekte in n Südtirol macht. R © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl
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