Skip to main content

2026.10_fegmagazin

Page 1

«Ich möchte Jesus jede Minute meines Lebens als Nummer 1 haben.»

«Wir brauchen manchmal nur einen neuen Blick auf das scheinbar Vertraute.»

Nicole, FEG Willisau

David Gronau, Leitung FEG Schweiz

Ausgabe Oktober 2026


Impressum Gratis-Zeitschrift der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz fegmagazin 10/26 | 120. Jahrgang erscheint 10-mal jährlich (Doppelnummern 07/08 und 12/01) HERAUSGEBER Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz Witzbergstrasse 7, 8330 Pfäffikon ZH 043 288 62 20 sekretariat@feg.ch | www.feg.ch REDAKTION Carmen Buchegger, Deborah Vassen Kommunikation FEG Schweiz redaktion@feg.ch LAYOUT FEG Kommunikation Carmen Buchegger, Deborah Vassen

LEKTORAT Hansueli Kägi, Ferdi Ammann BILDNACHWEIS Symbolbilder: unsplash+ DRUCK gndruck Bachenbülach REDAKTIONSSCHLUSS FÜR TEXTE UND INSERATE: Für fegmagazin 12-01/2026: 08. Oktober 2026 Für fegmagazin 02/2027: 08. Dezember 2026 redaktion@feg.ch | inserate@feg.ch SPENDEN FEG Schweiz, PC-Konto 30-6865-6 IBAN CH55 0900 0000 3000 6865 6 BIC POFICHBEXXX Online-Spenden unter www.feg.ch/spenden DU FINDEST UNS AUCH UNTER www.feg.ch instagram: @fegschweiz facebook: www.facebook.com/fegschweiz whatsapp: www.feg.ch/whatsapp

Inhalt Vision EU

FEG Schweiz 3 4 5 7 8 10 11 12 13 15 17

Was uns bewegt … | Leitung FEG Schweiz Einzelkämpfer ade! | Leitung FEG Schweiz Zwischen verschiedenen Welten | FEG Kinder Sie wagte den Schritt aufs Wasser | Sprungbrett Chile zum Lebe | FEG Unteres Aaretal WhatsApp-Adventskalender | FEG Bubikon Warum ich unsere Gemeinden liebe | LFS Neustart | Neujahrslager Ritter in Schönried | Chinderlager Wergeschätzte Verbundenheit | Tabor Unti-Reise nach Rumänien | Chrüzpunkt

Vision CH 18

2

Durch Welpenverkauf zu Jesus gefunden | Willisau

Oktober 2026 — fegmagazin

20 22 23 24

Ein wachsendes Missionsfeld | Leitung Den Gott der zweiten Chance getroffen | Polen Gott schickt Jugendliche | Italien Pflanzen und begiessen wir? | Spanien

Vision global 26

Sister Robert | SAM Global

Usem Läbe ... 27 29 30 31 32

Gibt es Fegefeuer und Ablass? | Fragen zur Bibel Wettbewerb Wendepunkte des Lebens Termine | FEG Schweiz Wenn Besonderes gewöhnlich wird | David Gronau


FEG Schweiz

Was uns bewegt ... «Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen bewirkt.» Phil 2,12f. Magst du Kaugummi? Da hat man was zum Kauen, was zu tun … Und immer wieder gibt der Kaugummi von seinem Geschmack ab, lässt dich wissen: Da ist noch mehr. Es lohnt sich, weiter zu kauen!

Josef Birrer Pastor FEG Landquart josef.birrer@ feg-landquart.ch

Ich bin nicht so der Kaugummi-Fan, aber wozu auch? Ich habe ja Bibelverse … Ich kaue lieber auf denen herum. Bei gewissen Versen lohnt es sich besonders: kauen, kauen, kauen, bis alles rausgekaut ist. Kürzlich stiess ich auf so einen Kau-Vers. Ich habe mir fast ein bisschen die Zähne herausgebissen: Verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen bewirkt (Phil 2,12f.). Ein echt zähes Ding. Sämtliche Kiefermuskeln waren im Einsatz. Aber das Kauen hat sich gelohnt! Blumigsüsse und würzig-scharfe Geschmacknoten kamen heraus: Auf der einen Seite der sich selbstlos Verschenkende, verschwenderisch Liebende, der es sich alles kosten lässt, um mich zu gewinnen. Auf der anderen Seite der unbestechlich Gerechte und vollkommen Heilige, der mich fragt: Was machst du daraus? Und mich an meine Selbstverantwortung erinnert. Zwei ziemlich spannungsgeladene Geschmacksrichtungen, die sich auf wundersame Art und Weise ergänzen und zeigen: Es lohnt sich, noch etwas weiter zu kauen!

Was die Leitung FEG Schweiz bewegt Am 20. August 2026 traf sich die LFS eine halbe Stunde früher, um, wie an der Retraite beschlossen, mehr Zeit für das gemeinsame Gebet zu haben. Eingeleitet wurde die Sitzung mit dem Bibelwort «Gib uns Mut und Kraft» (Neh 6,9 HFA), das dazu herausfordert, nicht nur um Schutz und Bewahrung zu beten, sondern auch um göttliche Befähigung zum guten Kampf des Glaubens. Personell stand die Wahl eines neuen Leiters für die Vision Schweiz im Zentrum. Die LFS freut sich sehr über die Zusage eines geeigneten Kandidaten. Sein Name wird mit dem Versand der Einladungen zur Delegiertenkonferenz (Ende September) bekannt gegeben. Noch konnte keine Nachfolge für das LFS-Mandat Mission gefunden werden. Jürg Wüthrich wird sein Mandat dennoch per Ende 2026 abgeben. Wir rechnen daher mit einer Vakanz. Die LFS freut sich, dass die FEG Unterseen-Interlaken ihr Aufnahmegesuch eingereicht hat und vom Status der «befreundeten Gemeinde» zur Bundesgemeinde wechseln möchte. Die Aufnahme ist an der Herbstdelegiertenkonferenz vorgesehen. Weitere Themen umfassten die Konferenz «Kirche für Andere» sowie das Projekt JC2033 (www.jc2033.world), eine weltweite Bewegung, die Christinnen und Christen zur Einheit und zum Zeugnis mobilisiert und im Jahr 2033 in den Feiern zum 2000-Jahr-Jubiläum der Auferstehung Jesu Christi gipfelt. Im Bereich Next Generation sollen die noch verfügbaren 20 % Stellenprozent für die Jugendevangelisation eingesetzt werden. Dafür wird Simon Schweyer ab dem 1. Oktober 2026 zu 20 % bei der FEG Schweiz angestellt, um die Jugendevangelisation mit TrueStory Nights zu fördern. In der FEG Wetzikon reduziert er dafür auf 80 %.

Daniel Rath Vorsitzender FEG Schweiz daniel.rath@feg.ch

fegmagazin — Oktober 2026

3


Leitung FEG Schweiz

Einzelkämpfer ade! Es ist wertvoll, wenn Einzelpersonen, Gemeinden und Werke missionarisch und diakonisch unterwegs sind. Aber das allein genügt nicht. Nicht für eine Stadt. Nicht für eine Region. Nicht für ein Land. Was wäre, wenn wir Kirchen und Werke nicht als Inseln, sondern als Teil eines lebendigen Ökosystems verstehen würden? Dann entstünde ein Bild von Gottes Reich, in dem sich Menschen, Gemeinden und Werke gegenseitig herausfordern, stärken und ergänzen, wie Organismen in einem intakten Ökosystem.

Daniel Rath Vorsitzender FEG Schweiz daniel.rath@feg.ch

verschiedenen Regionen der Schweiz stattfindet, ist eine logische Konsequenz dieser Vision.

Diese Idee des Zusammenwirkens ist nicht neu. Sie prägt die Bewegung der Freien Evangelischen Gemeinden seit ihrer Gründungszeit. Unsere geistlichen Väter waren nicht nur Evangelisten und Gemeindebauer, sondern auch Netzwerker.

Tim Keller hat für dieses Phänomen den Begriff des «Gospel Ecosystem» geprägt: ein Netzwerk aus kontextualisierter Theologie, kirchenübergreifender Zusammenarbeit und spezialisierten Diensten, die einander brauchen. Alan Platts «City Changers Movement» setzt einen weiteren Akzent: Jede Christin, jeder Christ ist ein Transformationsagent in seinem beruflichen und sozialen Umfeld, sei es im Klassenzimmer, Familie oder am Arbeitsplatz. Das Ökosystem entfaltet sich nicht top-down, sondern überall.

Aus dieser Überzeugung entstand die Schweizerische Evangelische Allianz. Die Verkündigung des Evangeliums sollte in Einheit geschehen, getragen von gemeinsamem Gebet und Zusammenarbeit. Gleichzeitig sollte sich die Kraft des Evangeliums in gesellschaftlichem Engagement und praktischer Nächstenliebe zeigen.

Die zentrale Frage lautet deshalb nicht: «Wie kann meine Gemeinde wachsen?», sondern: «Wie kann Gottes Reich in meiner Stadt sichtbar werden?» Das ist ein anderes Mindset. Es erfordert Demut, die Bereitschaft, eigene Profilierungsansprüche zurückzustellen und den Anderen als notwendigen Teil des Ganzen zu erkennen.

Diese Vision erfährt derzeit eine Neubelebung und prägt die Bewegung «Kirche für Andere». Hier arbeiten Gemeindeverbände, christliche Werke und Initiativen zusammen, damit Gottes Reich in der Schweiz wächst und Städte sowie Regionen durchdringt. Dass die erste «Kirche für Andere»-Konferenz dezentral in

Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei – es hat sie nie gegeben! Nicht weil Einzelne unwichtig wären, sondern weil die Aufgabe zu gross ist und wir einander brauchen. Deshalb wünschen wir uns alle FEGs mit an Bord in der Bewegung «Kirche für Andere». Melde dich noch heute für die erste Konferenz im März 2027 an.

Mehr Informationen zur «Kirche für Andere»-Konferenz und zum Inspirationstag mit Alan Platt findest du unter www.kirchefuerandere.ch. Weitere Informationen zur Bewegung sowie alle bisher erschienenen Artikel gibt es auf feg.ch/kirchefuerandere.

4

Oktober 2026 — fegmagazin


FEG Kinder

Zwischen verschiedenen Welten

Im Gespräch mit den Eltern einer meiner Schülerinnen erwähnte ich: «Es ist etwas Besonderes, wenn Kinder zwischen zwei Kulturen oder mit zwei Kulturen aufwachsen.» Die Familie stammt aus Asien und lebt seit einigen Jahren in der Schweiz. Sie suchen proaktiv Wege, ihr Kind bei der Integration zu unterstützen. Die Mutter antwortete: «Ja, im Moment ist es noch ‹zwischen den Welten›. Wir wünschen uns, dass es ‹mit zwei Welten› wird.» Sie wollen ihrer Tochter helfen, sowohl Beziehungen mit Kindern im Dorf wie auch mit ihrer Familie im Heimatland zu pflegen. Sabine Jäggi arbeitet als Leiterin von FEG Kinder und als Lehrerin für DaZ (Deutsch als Zweitsprache).

Bild: Interkulturelles Lager: Melk-Challenge auf dem Bauernhof.

sabine.jaeggi @feg.ch

Im Sommer durfte ich wieder in einem Lager für Menschen mit Migrationshintergrund mitleiten und miterleben: Menschen aus mindestens sieben Nationen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Wir versuchten, Gottes Liebe und Gottes Wort mit ihnen zu teilen, mit und ohne Sprache(n). Familien konnten gemeinsam Neues in der Schweiz erleben, mit anderen Familien Kontakte knüpfen und dabei auch ausprobieren, wie man aus anderen Kulturen kommend in der Schweiz leben

Bild: Eritreische Familie beim Skifahren.

In der Schweiz haben fast 60 Prozent der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren mindestens einen Elternteil mit ausländischen Wurzeln (Kasten). Diese Kinder – in unserer Nachbarschaft, in unseren Schulen, vielleicht in deiner Familie – wechseln zwischen Welten, die sich nicht nur sprachlich unterscheiden. Dabei können sie besondere Fähigkeiten und Stärken entwickeln und zu Brückenbauern werden. Oft sind jedoch die Herausforderungen offensichtlicher. Und es braucht Zeit und geschieht nicht von allein.

kann. Im letztjährigen Camp wurde ein Workshop sehr geschätzt, in dem Schweizer Eltern Austausch und Rat über Erziehungsfragen anboten. Ich denke an eine befreundete Familie aus Eritrea, die in der Schweiz bereits gut integriert ist. Die Eltern und Kinder sind in der Schule, dem Beruf, in der christlichen Gemeinde und der Jungschar mit Menschen unterwegs, gehen auf andere zu, tragen und prägen mit. Beim Einleben war es ihnen sehr wichtig, Freizeitaktivitäten ihrer Kinder zusammen mit Schweizer Kindern zu unterstützen: Vereine, Hobbys, gemeinsame Ausflüge. Sie haben mir erzählt, dass für sie die Frage nach den unterschiedlichen Kulturen (Herkunftsland/Schweiz) weniger wichtig sei, sondern dass sie «Jesus-Kultur leben» wollen, wo immer sie sind. Jesus verbindet Menschen. In Gott können Menschen Annahme, Identität und Zugehörigkeit finden, die Kulturgrenzen in den Hintergrund treten oder sogar überwinden lässt.

Kinder in der Schweiz – eine fasznierende Statistik findest du mit dem QRCode. Was denkst du, wieviel Kinder leben in einem Haushalt mit (teilweise) Migrationshintergund?

fegmagazin — Oktober 2026

5


Bild: Miriam Schelbert mit ihrer Tochter und ihrer Mutter.


FEG Sprungbrett

Sie wagte den Schritt aufs Wasser

Manchmal beginnt ein neuer Weg ganz unscheinbar vor einem Regal mit Flyern. Dort entdeckte Miriam Schelbert aus der FEG Embrach den Flyer vom Sprungbrett und wagte den mutigen Schritt ins Jahrestraining der FEG Schweiz. Heute schaut sie auf ein Jahr zurück, in dem Mut, Grenzen und Jesusvertrauen praktisch wurden. Wer: Miriam (Miri) Schelbert Alter: 45 Lieblingsbibelvers: 2. Timotheus 1,7 Lieblingsgegenstand: Auto Schönster Ort: Mein Garten im Sommer Mein Vorbild: Jesus und meine Mutter

Andrea Fuhrmann Leiterin Sprungbrett FEG Schweiz andrea.fuhrmann@feg.ch

Miriam, in drei Worten: Wer bist du? Eine freundliche, begeisterungsfähige und hilfsbereite Person. Obwohl ich manchmal mit meinem Selbstbild kämpfe, schaffe ich es immer wieder, das Positive oder besser gesagt Jesus in schwierigen Situationen zu finden. Was hat dich dazu bewegt, dich «aufs Sprungbrett» zu wagen? Jesus ;) Ich spürte schon lange, dass ich mich mehr in Gottes Reich investieren möchte. Als ich die Stelle als Jugendverantwortliche in der FEG Embrach ausgeschrieben sah, nahm ich all meinen Mut zusammen und bewarb mich. Ich bin ja doch schon etwas älter, aber unser Pastor war sehr offen. Nach einigen Gesprächen beschlossen wir, diesen Schritt zu wagen. Was begeistert dich am Sprungbrett? Dass man ein Jahr lang in die Kirchenarbeit hineinschauen darf. Man entdeckt, wo die eigenen Stärken liegen und in welchem Bereich Jesus einen gebrauchen möchte. Die ermutigende und freisetzende Art unserer Gemeinde hat mir dabei sehr geholfen. Besonders liebe ich Gespräche über Jesus, mit Jugendlichen genauso wie mit Senioren. Gab es auch Herausforderungen? Ja. Ich bin überhaupt kein Mensch für die Bühne. Bereits kleinere Sequenzen auf der Bühne kosten mich viel Energie und fordern mich heraus. Im Sprungbrett lernte ich nicht nur meine Begabungen kennen, sondern auch meine Grenzen. Das ist manchmal unangenehm, aber wertvoll. Darin habe ich auch erkannt, wie wichtig es ist, nicht auf mich, sondern auf Jesus zu schauen.

Hat sich deine Beziehung zu Jesus in diesem Jahr vertieft? Auf jeden Fall! Das tägliche Bibellesen mit dem Bibelleseplan hat mich näher zu Gott gebracht und ich durfte viel Spannendes über Gott und die vielen Menschen der Bibel lernen. Auch die Arbeit in der Kirche, das Vorbereiten von Inputs und die vielen Gespräche über Jesus haben mich näher zu ihm gebracht. Was war dein schönster Moment im Sprungbrett? Einer der coolsten Tage war für mich der Besuch beim Missionswerk Frontiers. Allgemein waren die Schulungstage immer spannend. Auch der Austausch mit Andrea und den anderen hat mir gutgetan. Welche Schritte durftest du im Coaching gehen? Im Coaching durfte ich vor allem lernen, eine gute Tagesstruktur zu entwickeln. Gerade weil ich Teilzeit in der Kirche arbeite, wurde mir bewusst, wie wichtig klare Grenzen sind: Wann arbeite ich und wann habe ich frei? Das hat mir geholfen, meine Aufgaben bewusster anzugehen und gleichzeitig sorgsam mit meinen Kräften umzugehen. Wie geht es nach dem Sprungbrett weiter? Da unser Pastor im September ins Sabbatical geht, werde ich ihn zuerst bei kleineren Aufgaben vertreten. Danach starte ich im Januar mit dem Bibeltrack im ICF Zürich. Ich freue mich sehr und bin gespannt, was ich noch alles lernen darf und wohin Jesus mich führen wird. Wem würdest du das Sprungbrett empfehlen? Jedem, der mehr in das Reich von Jesus investieren möchte, aber noch keine genaue Richtung weiss.

Keine Lust zu lesen? Hier geht’s zum Video von Miriam:

fegmagazin — Oktober 2026

7


Gemeindeporträt FEG Unteres Aaretal

Chile zum Lebe

«Als FEG Unteres Aaretal sind wir von Gottes leidenschaftlicher Liebe begeistert und wollen sie mit anderen Menschen erleben.» So lautet die Vision unserer Gemeinde. Darin stecken zwei Dimensionen des Wachstums: Wir wollen in die Tiefe und in die Weite wachsen: Wir wollen Gott immer tiefer kennen lernen, und aus dieser tiefen Gottesbegegnung gestärkt soll die Liebe Gottes auch nicht für sich selber behalten, sondern geteilt werden. Mit anderen Christen und Nicht-Christen. Und so soll die Gemeinde auch in die Weite wachsen.

Geschichtliches Seit etwa 1990/91 bestand in der FEG Baden-Wettingen (heute Chrüzpunkt) eine Vision für das untere Aaretal. Der offizielle Start der Gemeinde folgte dann 1992 mit vier ausgesandten Familien. Aus dem ersten Versammlungsraum musste man nach drei Monaten direkt wieder raus – der Vermieter hatte es sich anders überlegt – darauf traf man sich in einer Holzbaracke in Döttingen. Im Jahr 2008 konnte man dann in die heutigen Räumlichkeiten in Kleindöttingen umziehen und diese dann 2016 auch kaufen und mit viel eigener Muskelkraft renovieren.

pastor@fegunteresaaretal.ch

8

Oktober 2026 — fegmagazin

Heute sind wir eine familiäre und offene Gemeinde. In der Umgebung sind wir vor allem bekannt durch unsere Lebensmittelabgabestelle «Hand & Herz», die unterdessen auch durch eine Second-Hand-Kleiderstube ergänzt worden ist. Manche Bezüger und damit auch verschiedene Kulturen und Sprachen finden den Weg zu uns in den Gottesdienst. Als einzige Freikirche im unteren Aaretal wollen wir die Menschen nicht nur mit Diakonie, sondern auch mit dem Evangelium erreichen und wünschen uns beständige Ausrichtung auf Jesus und gerne auch etwas Verjüngung ;)

Bild: Unsere Gemeinde heute

Yannick Vogel Kontaktperson und Pastor

Heute sind wir…


Bild: Als unser heutiger Gottesdienstsaal noch eine Sanitär-Firma war.

Stimmen aus der Gemeinde

Jeannette Wüthrich Kernteam Hand & Herz Lebensmittelabgabestelle

Rebekka Kreis Leiterin Kinderprogramm «Kibiz»

Jeannette Wüthrich, was hat euch damals bewegt, eine Lebensmittelabgabestelle ins Leben zu rufen? Die Entstehung der Abgabestelle lässt staunen. Wenn Menschen auf verschiedenen Ebenen unabhängig voneinander denselben Weg erwägen, erinnert dies an Sprüche 21,1: «Der Herr kann Menschenherzen lenken wie Wasserbäche.» Im Jahr 2011 sprachen drei Frauen über die Not armutsbetroffener Menschen in der Region. Aus Nächstenliebe entstand der Wunsch, konkret zu helfen. Die Gemeindeleitung unterstützte die Idee und gemeinsam mit den regionalen Sozialämtern wurde der Bedarf geprüft. Die Rückmeldungen waren eindeutig positiv: Eine Lebensmittelabgabestelle wurde ebenso begrüsst wie eine Kaffeestube als Ort der Begegnung und des sozialen Austauschs für Frauen und Männer.

Rebekka Kreis, warum ist es dir wichtig, dich in die Kinder der FEG Unteres Aaretal zu investieren? Mir ist wichtig, in Kinder zu investieren, weil Glaube nicht einfach übernommen wird, sondern entdeckt, erforscht und im Laufe des Lebens zu einem eigenen, tragfähigen Glauben wächst. Ich wünsche mir, Kinder mit echtem Interesse an ihrer Person zu begleiten – in ihren Fragen, Zweifeln und ihrer Lebenswelt. Jesus stellt Kinder in die Mitte und nimmt sie ernst deshalb möchte ich auch ihrem Glauben und ihren Fragen mit derselben Aufmerksamkeit begegnen. Vertrauen auf Gott entsteht nicht nur durch das, was wir in der Gemeinde erzählen, sondern auch durch das, was Kinder im Alltag erleben. Mein Wunsch ist, dass Kinder ihren Glauben verwurzeln und selbst entdecken, dass Glaube, also das Vertrauen auf Jesus, sie trägt in den Herausforderungen heute und ihr ganzes Leben.

Noah Fetzer, was schätzt du an unserer Gemeinde? Schön, dass die Kibiz-Leiterinnen mit uns spannende Bastelsachen machen und dass sie auch Essen mitbringen. Die schönen Ausflüge und das ganze Gemeindewochenende haben mir auch sehr gefallen.

«Als FEG Unteres Aaretal sind wir von Gottes leidenschaftlicher Liebe begeistert und wollen sie mit anderen Menschen erleben.»

Noah Fetzer Gemeindebesucher

fegmagazin — Oktober 2026

9


FEG Innovation – FEG Bubikon

WhatsAppAdventskalender Wir möchten in dieser Rubrik sichtbar machen, wie Innovation in den Freien Evangelischen Gemeinden gelebt wird. Von kreativen Projekten bis zu wegweisenden Angeboten – wir machen innovative Ideen sichtbar und zugänglich. Lass dich inspirieren und entdecke, was andere Gemeinden bewegen. Was ist der WhatsApp-Adventskalender? Während der Adventszeit füllen wir WhatsApp- und Instagram-Status mit der guten Botschaft von Jesus Christus. In kurzen Impulsen von rund 60 Wörtern stellen wir an 24 Tagen Jesus vor. Kurz und trotzdem tief und perfekt zum einfachen Teilen. Dazu gibt es einen passenden Bibelleseplan in der Bibel-App. Sandro Filippi Pastor FEG Bubikon sandro.filippi @feg-bubikon.ch

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Im Evangelisationsteam suchten wir nach einer Idee für die Adventszeit, die einfach ist und doch eine grosse Reichweite erzielt. Aus verschiedenen Überlegungen entstand die Idee eines WhatsApp-Adventskalenders, der die Namen Gottes vorstellt. So entstand der Adventskalender und damit eine schöne Möglichkeit, ein öffentliches Bekenntnis für Jesus abzulegen. Was hat Gott durch den WhatsApp-Adventskalender in eurer Gemeinde/Umgebung getan? Durch den WhatsApp-Adventskalender konnten wir den Glauben einfach und alltagstauglich teilen. Auch introvertierte Menschen fanden eine Möglichkeit, die Botschaft von Jesus weiterzugeben. Viele wurden durch die Inputs und den Bibelleseplan ermutigt. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, dass Gott durch dieses Projekt Menschen berührt hat.

Was ist ein Highlight? Ein besonderes Highlight war zu erleben, wie Gott dieses Projekt geführt und erweitert hat. Im letzten Jahr wurde der Adventskalender sogar ins Italienische übersetzt und wir erhielten Rückmeldungen bis aus Paraguay. Besonders beeindruckend war Gottes Führung in der Vorbereitung und Ideenfindung. Wo liegen eure Herausforderungen? Herausfordernd ist es, passende Themen zu finden, die sich in 24 Inputs kompakt und relevant vermitteln lassen. Auch der Zeitaufwand wird schnell unterschätzt: Themen, Bibelstellen, Grafiken, Bibel-App, Inputs und Korrekturen benötigen viel Zeit. Was sollte man beachten, wenn man den WhatsApp-Adventskalender starten möchte? Fangt frühzeitig an und achtet auf eine professionelle Gestaltung. Schriftgrösse, Textlänge und Sprache sollten bewusst gewählt sein, damit die Inhalte verständlich bleiben. Mut zur Lücke hilft bei den Inputs. Wichtig sind auch Gebet und Rückmeldungen: Lasst eure Texte von anderen gegenlesen.

www.feg-bubikon.ch/ adventskalender-2026

10

Oktober 2026 — fegmagazin


Leitung FEG Schweiz

Warum ich unsere Gemeinden liebe «Jesus verkündigte das Reich – und gekommen ist die Kirche.» Ist das ein Vorwurf? Oder das Beste, was passieren konnte? Eine Einladung, die eigene Gemeinde mit neuen Augen zu sehen. Vom französischen Bibelwissenschaftler Alfred Loisy stammt die berüchtigte Aussage: «Jesus verkündigte das Reich, und gekommen ist die Kirche.» Loisy meinte das nicht als Vorwurf, sondern im besten Sinne: Die Kirche ist die Erfüllung dieser Verheissung - nicht Ersatz, sondern Gestalt des Reiches. Man kann den Satz aber auch anders lesen: Jesus habe das anbrechende Reich verkündigt – gekommen aber sei die Kirche. Die Institution. Gemäuer. Gewänder.

Reinhard Dannecker Leitung FEG Schweiz – Bereich Ausbildung & Pastoren reinhard.dannecker @feg.ch

Woran denkst du, wenn du sagst: «Ich gehe in die Gemeinde»? An ein Gebäude? Oder an Menschen, die als Lernende miteinander unterwegs sind? Als Menschen, die Fehler machen und sich wieder versöhnen. Die schwierige Wege miteinander teilen und sich gegenseitig tragen? Die gute Nachricht: Das Reich Gottes ist nicht abgesagt. Es ist angebrochen – «mitten unter uns» (Lk 17,21), weil der König selbst gegenwärtig ist (Mt 18,20). Und wo er da ist, ist Gemeinde. Wenn auch noch nicht vollendet: In diesem «schon – und noch nicht» leben wir.

«Wir bleiben nie Kirche für uns selbst.»

Gott hat grosse Gedanken über seiner Kirche. Sie ist der Ort, wo wir einen Vorgeschmack auf seine Fülle bekommen – wo wir schon «die Kräfte der zukünftigen Welt» schmecken (Hebr 6,5), als Anzahlung auf das, was kommt (Eph 1,14). Beim Abendmahl, das auf das grosse Hochzeitsmahl in der Ewigkeit vorausweist. Wo Hände sich zur Versöhnung ausstrecken und Menschen heil werden. Dort dann von Angesicht zu Angesicht, ganz und vollkommen (1Kor 13,12). Ich liebe unsere Gemeinden – weil Jesus durch seinen Geist mitten unter uns gegenwärtig ist und Menschen aus allen Kulturen zusammenkommen, um ihren König anzubeten, ihm zu dienen und sein Reich sichtbar zu machen. Darum bleiben wir nie Kirche für uns selbst. Wo Menschen den Vorgeschmack des Reiches Gottes erfahren, wird Kirche zur «Kirche für andere» - zum Ort, an dem Suchende dem begegnen, der mitten unter ihnen verkündet und erfahren wird.

fegmagazin — Oktober 2026

11


Neujahrslager

Neujahr als Neustart PRO TAG siehst du etwa 300 bis zu 1300 Werbebotschaften. Auf deinem Handy empfängst du 200–500 Mitteilungen täglich. Aber keine Statistik hat bisher erfasst, wie oft Gott dir Mitteilungen sendet. Oder wie du darauf reagierst.Am Neujahrslager stehen zwei Akteure im FOKUS: Du und Gott. Du bist herzlich eingeladen, über Neujahr eine Woche lang in Pistennähe deinen Fokus einmal neu auf Gott zu richten. Das in gemütlicher Gemeinschaft für jeden – Teens, Familien, junge Erwachsene. Deine Zeit rauscht an dir vorbei, To Dos stapeln sich oder gehen unter. Durchatmen – Pause, dann geht’s weiter – zum Aufatmen kommst du vielleicht kaum mehr. In dieser Welt leben wir, schnell, turbulent, bunt. Alle wollen unsere Aufmerksamkeit. Am meisten das Handy. Aber der ganze Lebensstil ist oft nach der grössten Effizienz oder dem grössten Guttun ausgerichtet. Wohin mit unseren Gedanken? Wem sollte unsere volle Aufmerksamkeit eigentlich gehören? Die Antwort ist klar, schliesslich liest du gerade eine christliche Zeitschrift: Die Gedanken gehören ins Gebet, die Aufmerksamkeit gehört Gott, Punkt! Respektive Ausrufezeichen. David Maul Kernteam NeLa info@ neujahrslager.ch

12

Aber so häufig finde ich mich selber in diesem Trubel des Alltags und verpasse immer wieder die Gelegenheiten, meinen Tag mit Gott zu verbringen. Allein bei den Vorbereitungen für das NeLa mit Thema «Fokus»

Oktober 2026 — fegmagazin

war mein Fokus ganz und gar nicht beim NeLa, sondern allen sonstigen Pendenzen, die dringender scheinen. Wie geht’s dir? Worauf fokussierst du dich im Leben, worauf baut dein Alltag? Im Neujahrslager wollen wir mit den Kernbestandteilen für ein stabiles geistliches Leben unseren Fokus «kalibrieren» –und das mit den bewährten Methoden:

🔥 Gebet 🔥 Bibellesen 🔥 Gemeinschaft Das Angebot soll allen offen sein, und darum bieten wir sogar drei Lager für Teens 16+ an. Und wenn du ein junger Erwachsener bist, der sich nicht mehr so teenig fühlt, passt du ideal ins NeLa 23up. Und wenn aus «dir» schon ein «Ihr» mit Kindern wurde, bietet sich für euch das Familien NeLa an. Wir freuen uns auf jede und jeden! Euer NeLa-Kernteam www.neujahrslager.ch


Chinderlager

Ritter in Schönried Fünf Personen in der Küche, 16 Leiter, 70 Kinder. Es war ein bunter Haufen aus kleineren und grösseren Grüppchen, der sich um 14.30 Uhr auf dem Parkplatz in Schönried zusammenfand. Als erstes suchten die Kinder ihre Kleingruppenleiter, bis alle ihre Rittergruppe gefunden hatte. Nach der Begrüssung des Hauptleiters, Christopher Hadisaputro, und einem lustigen Theaterstück von der Balduine, die doch fischen lernen wollte, aber in einem Ritterkurs gelandet war, startete das Chinderlager.

Ein Morgen im Chinderlager

Zippora Tönebön Mitarbeiterin Chinderlager zippora.toeneboen @gmail.com

Morgensport 15 Minuten nach dem Aufstehen, Stille Zeit in den Ritterkleingruppen, danach das Morgenessen und die Ämtli oder Freizeit. Vormittags sangen wir Lieder und hörten eine Geschichte aus dem 2. Buch der Chronik über einen König von Juda. Nach der Geschichte konnten die Kinder zwischen verschiedenen Angeboten wählen: Drinnen oder draussen spielen, basteln, lesen, eine Burg bauen mit Bioplo-Steinen, ein Hörspiel hören, töggele, Pingpong spielen oder in der Ruheecke dösen. Und das bis zum Mittagessen. Das war vermutlich der Lieblingsteil der meisten Kinder, denn dort konnten sie «machen, was sie wollten». Der Morgen lief an den meisten Tagen gleich ab und sorgte für eine gewisse Routine.

Ein Nachmittag im Chinderlager Nach dem Mittagessen gab es jeweils eine Siesta, in der die Kinder in den Zimmern etwas Ruhiges für sich machen oder ein Hörspiel hören durften. In dieser Zeit konnten die Leiter den Nachmittag besprechen. Um 14.30 Uhr ging es wieder weiter mit einem Geländegame oder einem Ritterturnier. Dort erlernten die Kinder ihre Ritterfähigkeiten und konnten sie direkt auf die Probe stellen. An zwei Tagen gab es ein Spezialprogramm. Einmal ging es einen ganzen Tag in die Badi. Und einmal mussten wir die entführte Prinzessin wieder befreien und dazu an verschiedenen Posten Münzen verdienen, um das Lösegeld für die sie zu bezahlen. Die Kidnapper forderten jedoch eine immer höhere Summe und so kam es zur grossen Wasserschlacht, wobei die Prinzessin heimlich befreit werden konnte. Alles in allem dürfen wir auf ein tolles Ritterlager zurückschauen und sind dankbar für Gottes Hilfe und Bewahrung in den herausfordernden Situationen.

Möchtest du auch so ein geniales Chinderlager erleben? Dann reserviere dir jetzt schon die Woche vom 17.–24. Juli 2027. Weitere Infos findest du unter www.chinderlager.ch

fegmagazin — Oktober 2026

13


Möchten Sie auch im Alter zuhause wohnen? Wir sind für Sie da beim Einkaufen, Spazieren, Kochen, Putzen oder immer, wenn Sie es wünschen. Ihr Schweizer Anbieter für Seniorenbetreuung stundenweise oder Live-in (24-Stundenbetreuung)

www.sentivo.ch I 052 338 20 22 1. und 8. November 2026

STUDIERE, WAS DU GLAUBST 23./24.10. Schnuppertage auf dem Campus 19.11. Schnupper-Stunde (online)

MACHEN SIE MIT!

Wir solidarisieren uns mit den Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Inserate

tsc.education/ schnuppern

BTh Theologie

BA Theologie + Pädagogik

TSCJahreskurs

BTh Theologie Fernstudium

BA Theologie + Musik

TSCJahreskurs Worship

Musik vom auf Youtube, Spotify & Co. Theologisches Seminar St. Chrischona

verfolgung.ch

Pastor Rezan, Syrien


Kinderheimat Tabor

Wertgeschätzte Verbundenheit Nach nun 30 Jahren darf ich Ende Jahr die Leitung der Kinderheimat Tabor in neue Hände legen und ich bin sehr dankbar darüber. Darum wird dies auch mein letzter Beitrag für das fegmagazin sein. Schnell war mir klar, was das Thema sein soll: «Wertgeschätzte VERBUNDENHEIT»! Ich möchte der ganzen FEG-Familie persönlich danke sagen für die 30 Jahre Unterstützung und darüber hinaus.

Urs Klingelhöfer bis Ende 2026 Leiter Kinderheimat Tabor heimleitung @kinderheimattabor.ch

An unserem Feriendomizil erhielten wir angekündigten Besuch von Freunden aus der Jugendzeit. Sie waren extra fast drei Stunden (ein Weg) unterwegs, um uns zu treffen. Die Begegnung war herzlich, offen und sehr schnell entstanden angeregte Gespräche über die aktuelle Situation, Familie, Gemeinde und den Glauben. Eine der Besucherinnen sagte: «Ist ja schon erstaunlich, obwohl wir uns in den letzten 30 Jahren nur wenige Male gesehen haben, scheint es fast wie früher nahtlos weiterzugehen. Es ist eine Nähe und Zugewandtheit spürbar – schon krass!» Bestimmt kennst du solche Situationen auch. Mich hat der Satz nachdenklich gemacht und zugleich auch sehr dankbar, denn genau das habe ich in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch bei Begegnungen in den FEG-Gemeinden und mit der Leitung der FEG Schweiz erleben dürfen. Geht man dem Begriff «Verbundenheit» noch etwas vertiefter nach, so findet man auch Begriffe wie Nähe, Vertrautheit, Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, Zuneigung, Seelenverwandtschaft oder Familiarität

und noch viele mehr (openthesaurus.de). Bevor aber diese Verbundenheit überhaupt erfahrbar ist, muss zuerst eine Verbindung geschaffen werden. Das Tabor ist zwar eine eigene Körperschaft als Verein, weiss sich aber mit dem Bund FEG auch aus der Gründungszeit von 1921 eng verbunden. Über die Jahrzehnte haben sich weitere enge, aktive und persönliche Verbindungen aufbauen lassen zu Einzelpersonen und zu Gemeinden, die uns eingeladen haben. Viele davon haben uns aktiv unterstützt, sind Kollektivmitglieder geworden, haben durch regelmässige und oft verborgene Gebete den Himmel bestürmt und damit Gottes Arm im Tabor oft unaufgeregt und fast unscheinbar bewegt. Auch finanziell und ideell wurden wir immer wieder unterstützt und ermutigt. Die Leitung FEG war uns stets zugewandt, fragte nach, liess sich einladen, ermöglichte die Teilnahme an Veranstaltungen wie an der MIKO, Pastorenreffen, Kongressen und noch viel mehr. Diese Verbundenheit wünsche ich auch der neuen Leitung!

«Viele haben durch regelmässige und oft verborgene Gebete den Himmel bestürmt und damit Gottes Arm im Tabor oft unaufgeregt und fast unscheinbar bewegt.»

fegmagazin — Oktober 2026

15


Chrüzpunkt Baden-Wettingen

Unti-Reise nach Rumänien Anstatt einer klassischen Unti-Abschlussfahrt nach Deutschland oder in der Schweiz reisen wir mit unseren Teenies kurz vor ihrem Unti-Abschluss für einige Tage nach Rumänien. Es ist eine Mischung aus Missionseinsatz und Abschlussfahrt. Melina Polifke erzählt, wie es dazu gekommen ist.

Melina Polifke war Jugendpastorin im Chrüzpunkt Baden-Wettingen. info@chruezpunkt.ch

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit euren Teenies nach Rumänien zu fahren? Die Idee, mit den Untis nach Rumänien zu fliegen, ist aus dem Wunsch entstanden, eine Reise zusammen zu machen, die mehr ist als einfach nur «fun». Es war die grosse Sehnsucht da, einen Unterschied zu machen. Also haben wir uns gefragt, wohin eine solche Reise gehen könnte. Einer unserer ehemaligen Pastoren, Hermann Meier, gründete eine Gemeinde in Brasov, Rumänien, und somit eröffnete sich die Möglichkeit, genau dorthin zu gehen. Was hat Gott durch die Unti-Reise nach Rumänien in eurer Gemeinde/Umgebung getan? In allererster Linie macht die Unti-Reise nach Rumänien einen riesigen Unterschied für unsere Teenies. Viele von ihnen waren noch nie in ihrem Leben so spürbar mit Armut konfrontiert, wie in den armen Dörfern Rumäniens. Es verändert etwas im Herzen, wenn man das einmal gesehen hat — auch für mich als Pastorin ist es immer wieder gut, dort zu sein und die Not der Menschen zu spüren. Gleichzeitig ist es auch schön, dass wir helfen können. Jedes Jahr können wir den Menschen Essens-Pakete verteilen, sie praktisch beim Kirchenbau unterstützen, für sie beten, ihnen von Jesus erzählen und auch finanziell segnen. Gleichzeitig hat dieser Einsatz einen riesigen Einfluss auf die Gruppendynamik vom Unti. Gemeinsam ins Ausland zu reisen schweisst enorm zusammen. Es ist schön zu sehen, wie solche Erlebnisse die Gruppe positiv prägen und Freundschaften auch über den Unti hinaus bestehen bleiben. Auch die Gemeinde wird involviert. Im Vorfeld machen die Untis häufig eine Spendenaktion, um Geld für die Reise zu sammeln. Es werden fleissig Crêpes und Waffeln gebacken. Es berührt mich jedes Jahr zu sehen, wie grosszügig die Gemeinde ist und wie fest sie sich freuen, dass unsere Jungen motiviert sind, einen Unterschied zu machen.

Was war ein Highlight? Jedes Jahr haben die Teenies die Möglichkeit, sich bei der Gestaltung eines Gottesdienstes unter den Ärmsten einzubringen. Es berührt mich immer wieder zu sehen, wie mutig die Jungen aus ihrem Leben erzählen und Zeugnis darüber geben, was Gott in ihrem Leben bewirkt hat. Natürlich muss man es auch ein bisschen aus ihnen rauskitzeln, aber im Nachhinein strahlen sie immer, wenn sie sich getraut haben. Immer wieder durften wir schon miterleben, wie Menschen ihr Leben Jesus gegeben haben — was für ein riesiges Privileg! Wo lagen eure Herausforderungen? Ich will ehrlich mit euch sein — man braucht schon auch ein bisschen Kraft und Nerven, um mit einer Gruppe von bis zu 12 pubertierenden Teenies ins Ausland zu fliegen. Es braucht mehr Vorbereitung und Planung und in einem Land wie Rumänien dann auch gleichzeitig genügend Flexibilität und Gelassenheit, wenn die Pläne über den Haufen geworfen werden. Aber jedes Mal, wenn ich müde vom Flughafen in Zürich wieder nach Hause fahre, weiss ich, dass es sich sehr gelohnt hat! Was sollte man beachten, wenn man eine Unti-Reise nach Rumänien starten möchte? Man sollte in jedem Fall eine verlässliche Kirche oder Organisation in Rumänien kennen, die auch Bedarf hat, dass man sie unterstützt. Es gibt nichts Schlimmeres, als mit motivierten Teenies, die einen Unterschied machen wollen, in Rumänien anzukommen und zu realisieren, dass es eigentlich nichts zu tun gibt. Ich finde es wichtig, auch genügend Zeit für FunAktionen einzuplanen. Es ist und bleibt auch noch eine Abschlussfahrt und so planen wir immer auch eine Wanderung (für manche mehr für andere weniger fun) und einen Ausflug in einen Seilpark ein. Ich bin der Überzeugung: Die Mischung macht’s.

fegmagazin — Oktober 2026

17


Vision Schweiz – Willisau

Durch Welpenverkauf zu Jesus gefunden Für uns historisch: Taufe in der Luther (Willisau). Noch in der Gemeindegründungsphase, nicht einmal als Gemeinde formiert, durften wir sieben Personen taufen. Besonders gefreut hat uns, dass die Täuflinge Familienangehörige und Freunde eingeladen haben und einige davon so zum ersten Mal eine biblische Taufe und deren Bedeutung mitbekamen. Wir wünschten, ihr hättet die Lebensberichte der Täuflinge mitgehört. Nicole berichtet uns von ihrem Weg zu und mit Jesus.

Klaus und Marie-Louise Aeschlimann Gemeindegründer in Willisau

Nicole, du bist Familienfrau, Landwirtin, Gemeinderätin und erlebst Jesus auf eindrückliche Weise. Ein Welpenverkauf brachte dich in Kontakt mit Béatrice, die dir nebst dem Hundekauf auch von Jesus erzählte. Wie sah deine Gottesbeziehung damals aus? Ich bin katholisch aufgewachsen und wusste vom lieben Gott. Grundsätzlich bin ich ein dankbarer Mensch und in Situationen, die mir Angst machten, betete ich auch zu ihm. Zu Jesus hatte ich keine Beziehung, das hab’ ich so auch nicht gelehrt bekommen. Für mich gab es nur den lieben Gott.

k.aeschlimann@ sunrise.ch ml.aeschlimann@ sunrise.ch

18

Oktober 2026 — fegmagazin

Was brachte dich zum Umdenken? Béatrice erzählte mir dann, wer Jesus ist und wie man im Alltag mit ihm leben kann. Hier ein konkretes Beispiel dazu: Sie war mit ihren Kindern bei uns zu Besuch. Damals war gerade vom Ladewagen ein Messer ins Heu gekommen und ich lud das Heu mit dem Kran in den Heustock, ohne zu merken, dass da ein Messer drin war. Mein Mann Simon sagte: «Uns fehlt ein Messer! Falls es im Heu sein sollte und in den Mischwagen kommt, werden wir grobe, unangenehme Konsequenzen haben.» Béatrice bekam dies mit und begann spontan frei zu beten – wir und alle Kinder mit dabei. Noch am gleichen Tag wurde das Messer im Heustock gefunden, was eigentlich gar nicht möglich ist. Es ist «unglaublich», aber wahr! Meine ersten Schritte im Glauben wurden von Predigten von Hanspeter Royer angestossen. Das nahm mir so richtig «den Ärmel rein». Durch weitere Gespräche mit Béatrice lernte ich Jesus besser kennen und darauf entschied ich mich bewusst für ein Leben mit ihm. Sie lud mich dann auch zum Glaubens-


teures Dampfreinigungsgerät an; leider half auch das nicht wirklich. In unserer Verzweiflung besuchten uns Klaus und Marie-Louise und beteten mit uns. Klaus ermutigte uns, das ganze Vertrauen in Jesus allein zu setzen. Seit diesem Tag ist die Milchqualität immer top und keine weitere Kuh wurde angesteckt. Es ist nicht nachvollziehbar, aber ein Wunder Gottes, das wir wieder erlebt haben. Daraufhin habe ich mich von allen homöopathischen Mitteln, Bücher und deren Gedankengut getrennt. Seither segnet uns Jesus noch viel mehr! Wir haben seither zum fünften Mal Zwillingskälber bekommen und es haben immer beide überlebt. Auch dies ist absolut ein Wunder. Wir sind reich gesegnet. Was hat dich bewegt, dich im Juli taufen zu lassen? Meine Taufe war bewusst ein Schritt auf Jesus zu. IHM Danke zu sagen, dass ich ein Kind Gottes sein darf. Mein Wunsch ist es, IHM möglichst nahe zu sein. IHN jede Minute meines Lebens als Nummer 1 zu haben. Danke für dein offenes Erzählen und Anteil geben, wie grossartig Gott ist. Wir sind dankbar, dass mit der Unterstützung von Vision Schweiz in Willisau eine Gemeinde entstehen darf. kurs in Willisau ein. Dieser half mir, die Geschichte von Jesus und Gottes Plan zu verstehen. Das stärkte meinen Glauben. Ihr habt auf eurem Landwirtschaftsbetrieb Jesu Hilfe diesen Sommer wieder besonders erlebt. Erzähl uns bitte davon. Unsere Kühe wurden schwer krank. Es gab immer wieder Euterentzündungen und die Qualität der Milch war schlecht. Immer mehr Kühe steckten sich an und wir begannen zu verzweifeln. Wir hatten diverse Fachleute vom Rindergesundheitsdienst, Tierärzte und Berater auf dem Hof. Schliesslich fand man heraus, dass Serratien, ein Bakterium, Auslöser waren (wie es zu diesen kam, wäre eine andere längere Geschichte).

«Klaus ermutigte uns, das ganze Vertrauen in Jesus allein zu setzen. Seit diesem Tag ist die Milchqualität immer top und keine weitere Kuh wurde angesteckt. Es ist nicht nachvollziehbar, aber ein Wunder Gottes, das wir wieder erlebt haben»

Wir probierten es erfolglos mit Schulmedizin und Antibiotika. Auch die Homöopathie, die ich immer im Stall angewendet hatte, versagte. Wir schafften ein

fegmagazin — Oktober 2026

19


Leitung Vision Schweiz und Europa

Ein wachsendes Missionsfeld Europa verändert sich rasant. Eine grosse Studie unter jungen Erwachsenen (16–29 Jahre) zeigt: Immer mehr Jugendliche wachsen ohne Glauben auf – und bleiben auch ohne Glauben. In Ländern wie Tschechien (91 %), Estland (80 %) oder Schweden (75 %) bezeichnet sich die überwältigende Mehrheit als religionslos. Gottesdienst und Gebet spielen für viele keine Rolle mehr: In mehreren Ländern sagen rund 60–70 % der jungen Menschen, dass sie nie eine Kirche besuchen oder beten.

Jürg Wüthrich Leitung FEG Schweiz, Missionen Leiter Vision Europa juerg.wüthrich @feg.ch

Doch das Bild ist nicht nur düster. In Polen, Litauen, Irland, Portugal – und sogar in Österreich – identifiziert sich noch über die Hälfte der jungen Generation als christlich. Gleichzeitig wird klar: Auch traditionell christliche Länder verlieren den Anschluss. Der Glaube wird kaum mehr weitergegeben. Wer ohne Glauben aufwächst, findet nur selten später zum Glauben. Die Zahlen sind ehrlich und hart: Auf 26 Christen, die den Glauben verlassen, kommt nur ein Mensch, der neu Christ wird. Das ist kein Grund zur Resignation – es ist ein klarer Weckruf. Europa braucht wieder Menschen, die beten, senden, geben und gehen. Mission ist nicht vorbei, sie beginnt direkt vor unserer Haustür neu. Junge Menschen suchen Sinn, Identität und Hoffnung – oft ohne je das Evangelium wirklich kennengelernt zu haben.

Bitte bete für Europa. Bitte investiere in missionarische Arbeit unter jungen Menschen. Jede Spende, jedes Gebet und jedes Engagement zählt. Gott ist noch lange nicht fertig mit diesem Kontinent. Jetzt ist unsere Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Das wollen wir als Vision Schweiz und Europa mit euch zusammen umsetzen. Bist du dabei?

Spendenbarometer

Vision Schweiz

Vision Europa

152‘000

401‘000

356‘000

108‘000

Budget

20

Oktober 2026 — fegmagazin

Ist

Budget

Ist


Herzlichen Dank für deine Unterstützung! Möchtest du für ein bestimmtes Land, Projekt oder einen konkreten Mitarbeiter spenden, kannst du dies online unter www.feg.ch/spenden tun, oder kontaktiere die Geschäftsstelle für einen personalisierten QR-Zahlschein: 043 288 62 20 | sekretariat@feg.ch | info@feg.ch

Bankverbindungen (manuelle Eingabe):

Codes für Banking-App:

TWINT-Codes:

FEG Schweiz IBAN CH45 0900 0000 3000 1257 6 BIC POFICHBEXXX lautend auf: Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz, 8330 Pfäffikon ZH

Vision Schweiz IBAN CH45 0900 0000 3000 1257 6 BIC POFICHBEXXX lautend auf: Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz, Vision Schweiz, 8330 Pfäffikon ZH

Vision Europa IBAN CH45 0900 0000 3000 1257 6 BIC POFICHBEXXX lautend auf: Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz, Vision Europa, 8330 Pfäffikon ZH

Vision global IBAN CH45 0900 0000 3000 1257 6 BIC POFICHBEXXX lautend auf: Freie Evangelische Gemeinden in der Schweiz, Vision Global, 8330 Pfäffikon ZH

www.feg.ch/spenden

fegmagazin — Oktober 2026

21


Vision Europa – Polen

Den Gott der zweiten Chance getroffen Roman war zwölf, als der Krieg ihn und seine Mutter aus der Ukraine vertrieb. In Polen fanden sie Schutz in einer Kirche und eine neue Gemeinschaft. Roman lernte die Sprache, fand Anschluss und wollte sich taufen lassen. Doch dann geriet er in einen gefährlichen Freundeskreis, schwänzte die Schule und wurde zum Dieb. Heute hat er den Schaden mit ehrlich verdientem Geld wiedergutgemacht. Er ist in die Kirche zurückgekehrt und bereitet sich erneut auf die Taufe vor. Im Februar 2022 kamen Katia und ihr zwölfjähriger Sohn Roman nach Piotrków Tryb. Sie fanden im Kirchengebäude Unterkunft. Katia engagierte sich im Musikdienst, Roman besuchte Gottesdienste und Kinderveranstaltungen. Er lernte rasch Polnisch, lebte sich in der Schule ein und schloss sich nach zwei Jahren der Jugendgruppe an. Bald fragte er, ob er sich taufen lassen könne.

Daniel Krystoń Gemeindegründer in Piotrków Trybunalski dkryston @pt.onet.pl

Doch Roman begann, mit Hooligans des örtlichen Fussballvereins herumzuhängen. Er schwänzte die Schule, seine Noten wurden schlechter, und er blieb immer öfter von zu Hause weg. Katia versuchte vergeblich, zu ihm durchzudringen. Auch meine Gespräche mit ihm änderten kaum etwas. Im Mai 2025 spitzte sich die Lage zu. Auf Drängen seiner Freunde stahl Roman Parfüm im Wert von 4000

Zloty (rund 870 CHF). Die Polizei suchte ihn, während seine Freunde ihm drohten, falls er sie verraten sollte. Mehr als 14 Monate später hat Roman den ganzen Betrag zurückgezahlt, verdient durch ehrliche Arbeit. Das Jugendgericht verzichtete auf einen Eintrag ins Strafregister. Roman wechselte die Schule, trennte sich von seinem früheren Freundeskreis und kehrte in die Kirche zurück. Heute arbeitet er im Multimedia-Team mit. In einem christlichen Ferienlager leitete er die Reinigungsgruppe. Mit Jugendlichen unserer Gemeinde gewann er einen landesweiten Wettbewerb im Auswendiglernen von Bibelversen. Auch die Beziehung zu seiner Mutter hat sich deutlich verbessert. Die wichtigste Veränderung aber geschah in seinem Herzen. Roman erkannte: Gott ist treu. Auch nach einer falschen Entscheidung kann man den Schaden wiedergutmachen und neu anfangen. Vor Kurzem fragte er mich erneut: «Kann ich mich taufen lassen?» Heute nimmt Roman an einem Jüngerschaftsprogramm teil und bereitet sich auf die Taufe vor. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass Gott Menschen nicht wegen ihrer Fehler abschreibt. Manchmal beginnt der Weg zurück dort, wo die Verzweiflung am grössten ist. Gott gibt eine zweite Chance.

Bilder: Roman erhielt von Gott eine neue Chance (links). Ich hatte ihm versprochen, dass ich ihn zum Mittagessen in ein Restaurant einladen würde, sobald er bis Ende Juni 2025 seine gesamten Schulden abbezahlt hätte. Ich habe mein Versprechen gehalten (rechts).

22

Oktober 2026 — fegmagazin


Vision Europa – Italien

Gott schickt Jugendliche Wie oft frage ich mich als Gemeindegründer, was ich tun soll. Der erste Schritt, sich Gott anvertrauen, kann da schnell mal vergessen gehen. Aber Gott hat seine Gemeinde, inklusive Teenager, nicht vergessen und er wird sie bauen!

Schwieriger Start Im Januar 2020 ist mein Missionarsdienst in Italien gestartet. Meine Frau Debora und ich sind mitten im Coronavirus im Gemeindegründungsprojekt «Groane» in Norditalien dazugestossen, um zu lernen und zu dienen, vor allem in der Jugendarbeit. Ein schwieriger Start damals: Die Gottesdienste waren online und von den Jugendlichen keine Spur. Ich organisierte einen Jugendabend. Von den fünf Teenies, die kamen, ist noch einer dabei. Nicht gerade eine super Quote. Die anderen vier habe ich über die Jahre trotzdem noch hie und da getroffen und es gab Möglichkeiten, über den Glauben zu reden. Ich bleibe dran.

Davide Carritiello Gemeindegründer in der Groane, Italien davidecarritiello@ gmail.com

Wachstum Doch was geschah noch? Im April 2020, also vier Monate nach meiner Ankunft, kommt eine neue Familie mit einem Teenager in die Gemeinde. Dieser bringt seinen Freund mit und so sind wir nun schon zu viert. Um eine grössere Gruppe zu sein, treffen wir uns anfangs mit der Jugend der Brianza-Gemeinde. Die Ju-

gendarbeit wächst und nach vier Jahren sind wir eine eigenständige Gruppe von zehn Jugendlichen. Zu unserem Programm gehören die jährlichen Übernachtungen in der Gemeinde, Fussball- und Padelmatches, aber auch Zeit mit Gott und der Bibel. Mittlerweile dienen zwei Teenies in der Technik und einer im Lobpreisteam. Ein anderer hat letztes Jahr seinen ersten Kurzmissionseinsatz in Rumänien gemacht. Die Teenies sollen nicht nur teilnehmen, sondern teilhaben und gestalten.

Highlight Diesen Sommer liessen sich zwei Jugendliche taufen. Einer davon ist der Sohn eines Fitness-Instruktors, der über ein Gemeindemitglied von uns erfuhr und dann seinen Sohn sandte. Aber wie im Titel schon angekündigt: Ich bin sicher, es ist Gott, der uns Jugendliche schickt. Und ER wird sie dann auch gebrauchen (vielleicht sogar senden), dass sie zum Segen werden mögen.

fegmagazin — Oktober 2026

23


Vision Europa – Spanien

Pflanzen und begiessen wir? Bei der Weitergabe des Evangeliums messen wir den Erfolg leicht daran, ob Menschen zum Glauben kommen. Das ist verständlich, denn das ist das Ziel. Aber Gott fordert uns auf, anders zu denken: «Haben wir gepflanzt und begossen?» (1Kor 3,6). Diese Frage soll nicht das Versagen entschuldigen, sondern uns helfen zu erkennen, was unsere Aufgabe ist und was allein Gottes Aufgabe bleibt.

Trotzdem wollen wir diesen Dienst treu weiterführen. Nun fragen wir uns: Wo sollen wir noch pflanzen und giessen? Wir denken an eine Gruppe Jugendlicher. Einige gehen schon zum Gottesdienst, andere nicht. Aber keiner hat sich bisher entschieden, Jesus nachzufolgen. Auch hier wollen wir treu säen.

Paulus schreibt an die Gläubigen in Korinth: «Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben» (1Kor 3,6). Damit macht er deutlich, wer im Prozess der Bekehrung was tut. Paulus und Apollos waren treue Mitarbeiter Gottes (1Kor 3,9), die ihren Auftrag erfüllten, aber Gott allein schenkt das Wachstum. Das bedeutet nicht, dass Gott Hilfe braucht, um Menschen zu retten. Derselbe Text macht deutlich, dass Gott allein das Wachstum schenkt. Aber Gott selbst hat bestimmt, dass Menschen durch die Verkündigung des Evangeliums gerettet werden (1Kor 1,21). Darin waren Paulus und Apollos treu.

Weil Jesus möchte, dass Kinder zu ihm kommen (Mt 19,14) und an ihn glauben (Mt 18,6), haben wir vom 20.–24. Juli bereits zum dritten Mal Kinderferientage für 6- bis 14-Jährige durchgeführt. Zwölf junge Christen aus Irland halfen mit. Anhand der Geschichte von Ruth erklärten wir das Evangelium. Besonders ermutigend war die Rückmeldung eines Grossvaters: «Mein Enkel hat beim Essen Jesus dafür gedankt, dass er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist.»

Isaac Ruiz Pérez Pastor der FIEIDE-Gemeindegründung in Santa Coloma de Cervelló. Diplomierter Statistiker und Absolvent des Theologiestudiums am FIT-IBSTE isaacidaniela@ gmail.com

Genau darin möchten auch wir in Santa Coloma de Cervelló wachsen: pflanzen, begiessen und Gott um Wachstum bitten. Von Februar bis Juni führten wir in Barcelona einen Alpha-Kurs mit fünf Nichtchristen durch. Alle sind Freunde von Gläubigen aus Santa Coloma. Wir konnten den Samen des Evangeliums säen. Nun wollen wir sie weiter begleiten, mit ihnen über den Glauben sprechen und das Gesäte «begiessen». Das ist nicht einfach, denn bisher hat sich noch niemand unserer Gemeinde angeschlossen.

«Besonders ermutigend war die Rückmeldung eines Grossvaters: «Mein Enkel hat beim Essen Jesus dafür gedankt, dass er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist.»

24

Oktober 2026 — fegmagazin

Betet bitte für das Wachsen des gesäten Wortes im Alpha-Kurs, in der Kinderferienwoche und für den geplanten Alpha-Kurs mit Jugendlichen.


Bilder: Bereit für den Alpha-Kurs in Barcelona (linke Seite) – Kinderferientage mit irischer Unterstützung (oben) und Jugendliche bei einer Gruppenarbeit zum Thema Ruth (rechts).

Die Gemeinde in Santa Coloma de Cervelló unterstützen (Kinderferientage, Alpha-Kurse oder ähnliche Projekte): Spende jetzt via TWINT oder unter www.feg.ch/spenden

fegmagazin — Oktober 2026

25


SAM global

«Sister Robert, you‘re beautiful!» «Devotion» nennen wir die drei Abende pro Woche, an welchen wir uns mit der Bibel auseinandersetzen Wir, das sind alle Schüler/innen vom Lighthouse Battambang in Kambodscha, der lokale Leiter Vanna und die Kurzzeiter, einer davon ich (eher als Zuschauer, meistens verstand ich nichts). Über mehrere Monate liefen die Abende sehr ähnlich ab. Jede/r durfte/musste einen Vers eines Kapitels vorlesen und einige teilten ihre persönlichen Gedanken zum Vorgelesenen mit. Ein gar trockenes und kopflastiges Programm für Jugendliche, die müde waren vom langen Tag.

Robert Steiner Mitarbeiter SAM global Robert.Steiner@ sam-global.org

26

Dann kam Bronson. Blond, schlank, grossgewachsen, durchtrainiert, lebhaft, ein Strahlemann. Bronson, der Amerikaner aus Kalifornien. Ich betone: Kalifornien. Auf keinen Fall Florida! Das hat er mir eingetrichtert. 30-jährig, Ehemann und Vater, spricht fliessend Englisch und Khmer. Er hat die Devotion zu seinem Projekt gemacht und kurzerhand umgekrempelt. Dabei konnte er sich auf seine langjährige Erfahrung als Bibellehrer bei YWAM (Youth with a Mission) Battambang stützen. Er war Feuer und Flamme für sein Projekt und Feuer und Flammen waren auch unverzichtbarer Bestandteil seines Projekts. Für mich bedeutete diese Neuerung erstens, dass ich endlich ein bisschen was verstehen (Bronson übersetzte zwischendurch auf Englisch), und zweitens, dass ich öfters im Hintergrund die Geschichte am Whiteboard zeichnen würde. Auch diverse Besorgungen standen neu auf dem

Oktober 2026 — fegmagazin

Programm. Einmal brachten Lukas (der damalige Projektleiter) und Bronson lebende Tiere mit – Vögel und zwei Schafe – welche sie anderntags wieder zurückgaben oder freiliessen. Ein anderes Mal sammelten die Schüler/innen Frösche, um die Froschplage darzustellen. Bei der Sintflut wurden alle überraschend mit Wasser nassgespritzt. Und an einem sehr denkwürdigen Abend musste ich spontan als Lea auftreten. Lea, Labans älteste Tochter und erste Ehefrau Jakobs. Es heisst, sie sei nicht sehr attraktiv gewesen. Ich gab mir dennoch Mühe, sie wenigstens weiblich rüberzubringen, und erntete für meine Darbietung schallendes Gelächter. In gespielter Bewunderung rief man mir zu: «Sister Robert, you’re beautiful!» Meine Nebenrolle blieb erstaunlich lange im Gedächtnis einiger Schülerinnen hängen, die mich fortan mit «Sister Robert» oder einfach «Sister» ansprachen. Ich war gebrandmarkt und kriegte meinen neuen Rufnamen bis zum Schluss meines Kurzeinsatzes nicht mehr ganz los. Trotzdem: Diese Abende haben immer Spass gemacht und ich bin sicher, dass die biblischen Geschichten in den Köpfen und Gesprächen weit über die Abende hinauslebten.

www.sam-global.org


Fragen zur Bibel

Gibt es ein Fegefeuer und Ablass?

Der katholische Katechismus sagt (KKK, § 1030): «Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu bekommen, die notwendig ist, um in die Freude des Himmels eingehen zu können.» Deshalb kann und sollte man für sich selbst und andere Menschen, die nach dem Tod diese Läuterung durchmachen, einen «Ablass» erlangen. Das ist eine Erleichterung oder Verkürzung der Zeit der Läuterung. Vor der Reformation im 16. Jh. wurden Ablässe von der Kirche für Geld verkauft. Das war ein Auslöser für die Reformation. Es ist aber heute verboten. Heute bekommt man Ablass durch Gebet, Messopfer, Wallfahrten und Werke der Nächstenliebe. Grundlage für den Ablass ist dabei ein «Schatz von Verdiensten», den Christus, Maria und die «Heiligen» (katholisch: sehr vorbildliche Christen) angesammelt haben. Die grössere Heiligkeit der anderen kann mir zugutekommen, weil ich mit allen Gläubigen aller Zeiten verbunden bin (KKK §§ 1471–1477).

Was könnten wir dazu in aller Kürze sagen?

Andreas Hahn Pfarrer FEG Hochdorf andreas@ feg-hochdorf.ch

Das heisst doch: Wer neu geboren ist, ist schon mit allem beschenkt, was er braucht, um in den Himmel einzugehen. Auch wenn mein praktisches Leben der vollkommenen Gerechtigkeit von Jesus noch nicht entspricht. Daher ist nach dem Tod keine Läuterungszeit nötig.

Zunächst: Die wichtigste Stelle zur Begründung von Fegefeuer und Ablass steht in 2. Makkabäer 12,45: «Darum veranstaltete er (Judas der Makkabäer) das Sühnopfer für die Verstorbenen, damit sie von der Sünde befreit werden.» Allerdings: Die Makkabäer-Bücher wurden von der frühen Kirche und den Reformatoren (und den Juden) nicht als zur Bibel gehörend anerkannt.

Problematisch ist auch die Ansicht, dass Maria und die Heiligen einen «Schatz von Verdiensten» ansammeln. Niemand kann so was. Auch sie haben es nötig, dass Jesus ihnen seine Gerechtigkeit einfach schenkt. Ihre guten Taten könnten nicht mal sie selbst retten. Wir sind alle völlig auf die Gnade von Jesus angewiesen, und bekommen sie in vollem Umfang dann, wenn wir uns ihm in die Arme werfen.

Ganz wichtig: Wenn ich mich Jesus anvertraue und «neu geboren» werde, sieht mich Gott als so vollkommen an, wie Jesus selbst es ist. Jesus beschenkt mich in diesem Moment mit seiner eigenen perfekten Gerechtigkeit. Vgl. Röm 3,24: «Sie werden für gerecht erklärt ohne Verdienst durch seine Gnade ...»; Röm 4,5: Auch wer keine Werke vorweisen kann, aber an Jesus glaubt, dem «wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet»; Heb 10,14: Das Opfer von Jesus hat alle, die an ihn glauben («die geheiligt werden»), vollkommen gemacht.

«Wer neu geboren ist, ist schon mit allem beschenkt, was er braucht, um in den Himmel einzugehen.»

fegmagazin — Oktober 2026

27


Inserate


Wettbewerb Wie heisst die Lebensmittelabgabestelle der FEG Unteres Aaretal? Gewinnen Sie einen BücherGutschein im Wert von CHF 100, einlösbar in jedem Buchladen.

Richtige Antwort:

Name: Adresse: PLZ/Ort: Tel.:

Antwort bis am 20. Oktober einsenden an: Deborah Vassen, FEG Kommunikation Calandastr. 38, 7000 Chur oder per Mail an: wettbewerb@feg.ch

E-Mail:

Gewinner Juli-August: Silvia Grand, Unterentfelden

Teilnahmebedingungen Die Teilnahme am Wettbewerb steht allen Personen offen. Ausgeschlossen sind Mitarbeitende der FEG Schweiz (und deren Angehörige). Alle richtigen Antworten kommen in die Verlosung. Der/die Gewinner/in werden schriftlich informiert. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Preis kann weder umgetauscht noch in bar ausbezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zu vermieten 3656 Tschingel 2,5 Zi-FW, 54 m², renov.+möbl., gr. Balkon mit atemberaubender Sicht auf Alpen + Thunersee, 1-2 Pers. CHF 760-795/Woche inkl. WLAN, EHP+Reinig., exkl. K‘taxe, s.m.moeri-eggimann@ swissonline.ch +41 79 377 62 93

Inserate

Gemeinde-Weekend Retraiten Familienferien Ferienwohnungen kurhaus-grimmialp.ch

fegmagazin — Oktober 2026

29


Usem Läbe ...

Wendepunkte des Lebens Geburten Steinekirche Basel 22. Juli: Nael Simon, von Sandra und Michel Schmied FEG Bern 26. Juni 2026: Jona Emil, von Stefanie und Raphael Stauffer Chile im Sidehof / FEG Rüti ZH 8. Juni 2026: Soline, von Nicolette und Tibor Lang FEG Hochdorf 13. Juli: Naël, von Lara und Philipp Harlacher FEG Utzenstorf 7. Juni: Gabriella Camille, von Nadja und Samuel Herrmann

Trauungen FEG Bern 8. August: Noemi Hüsing und Stefan Nyffenegger 15. August: Chiara Bertschy und Noah Meyer FEG Buchs 8. Juli: Rebekka Bonderer und Leo Schranzer 23. August: Tetiana und Denis Taran FEG Unteres Aaretal 22. August: Eveline Frank und Yannick Vogel

FEG Fuhr Wädenswil 22. Juli: Fritz Grimm, geboren am 2. Oktober 1930 FEG Langenthal 22. August: Jolanda Biester, geboren am 17. Mai 1931 FEG Rheinfelden 27. Juli: Suzanne Hélène Tschannen, geboren am 10. Dezember 1951 FEG Thun 29. Juli: Walter Dällenbach, geboren am 16. April 1944

FEG Utzenstorf 8. August: Alissa Rätz und Florian Hurst

FEG Utzenstorf 12. Juli: Sylvie Nadler, geboren am 19. März 1943

Todesfälle

FEG Wilchingen 22. August: Esther Meier-Weiss, geboren am 14. April 1938

Steinekirche Basel 12. August: Margrit Knöpfel, geboren am 3. Januar 1946

30

FEG Düdingen-Freiburg 18. August: Rosmarie Aebi, geboren am 27. Januar 1936

Oktober 2026 — fegmagazin

FEG Zürich-Trittligasse 13. August: Kateryna Chernyshova, Geboren am 20. Mai 1989


Usem Läbe ...

Was läuft in der FEG Schweiz? 4.–17. Oktober 2026 Untilager I & II www.untilager.ch 22. Oktober 2026 Schulungstag Sprungbrett: Gebetsformen und Anbetungsmöglichkeiten Prisma Kirche (FEG Rapperswil) www.feg.ch/sprungbrett 24. Oktober 2026 Jahreskurs für Teenie- und Jugendleiter EGW Bern besj.ch/teenie/Ausbildung.php 2.–4. November 2026 Mitarbeiterkonferenz FEG Schweiz Ländli, Oberägeri www.feg.ch/miko

8. Dezember 2026 Schulungstag Sprungbrett: Leitung Grundlagen Prisma Kirche (FEG Rapperswil) www.feg.ch/sprungbrett Ab 26./27. Dezember 2026 Neujahrslager und Familien-Neujahrslager www.neujahrslager.ch www.familien-nela.ch 27. Dezember – 01. Januar 2027 PraiseCamp www.praisecamp.ch 19.– 21. März 2027 – Kirchenkonferenz «Kirche für andere» Konferenz mit Viva Kirche Schweiz, VFMG und FEG Schweiz www.kirchefuerandere

7. November 2026 KIFO-Konferenz www.kifo-konferenz.ch 10. November 2026 Schulungstag Sprungbrett: Entstehung und Verlässlichkeit der Bibel Prisma Kirche (FEG Rapperswil) www.feg.ch/sprungbrett

Alle Termine unter www.feg.ch/agenda

21. November 2026 Delegiertenkonferenz FEG Schweiz www.feg.ch 27. November 2026 FutureMakers Erziehungsseminar www.feg.ch/ehefamilie

fegmagazin — Oktober 2026

31


Wenn Besonderes gewöhnlich wird Über Pfingsten waren wir als Familie in Strassburg. Unsere älteste Tochter hatte sich zum Geburtstag einen Städtetrip gewünscht. Natürlich gehörte für uns auch ein Museumsbesuch dazu. So landeten wir im Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg. Dort standen wir vor Werken von Gustave Doré. Besonders ein Bild zog uns in seinen Bann: «Le Christ quittant le prétoire». Wir standen davor und entdeckten immer neue Details. Als ich ein paar Schritte hinter meiner Frau Anna stand und ein Foto machte, fiel mein Blick auf einen jungen Mann am Ausgang des Raumes. Seit geraumer Zeit schaute er auf sein Handy. Die Kunstwerke schienen ihn nicht zu interessieren. Seine Uniform verriet mir: Er war kein Besucher, sondern Mitarbeiter des Museums. Während wir staunten, schien das, was uns faszinierte, für ihn blosser Arbeitsalltag zu sein. Gewohnheit lässt abstumpfen. Und irgendwie kann ich das verstehen. Was uns beim ersten Mal überwältigt, wird irgendwann vertraut. Was einmal besonders war, wird normal. Nicht weil es weniger wertvoll geworden wäre, sondern weil wir es schon so oft gesehen haben. Vielleicht kennen wir das auch in unserer Jesusnachfolge und im Gemeindebau. Dass Kirche für andere da ist. Dass Menschen Jesus begegnen. Dass wir uns nicht um uns selbst drehen, sondern gesandt sind. Eigentlich ein faszinierender Gedanke. Und doch kann auch er sich abnutzen. Wir haben ihn gehört, darüber gepredigt, diskutiert und Konzepte entwickelt. Mit unserem Schwerpunkt 2025++ «Kirche für Andere» wünschen wir uns, gemeinsam neu zu entdecken, was längst vor unseren Augen liegt: Menschen, die Gott liebt. Eine Kirche, die gesandt ist. Und Jesus, der uns einlädt, ihm mitten in dieser Welt zu folgen. Vielleicht brauchen wir manchmal nur einen neuen Blick auf das scheinbar Vertraute.

David Gronau Leitung FEG Schweiz – Bereich Innovation david.gronau@feg.ch


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
2026.10_fegmagazin by FEG Schweiz - Issuu