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Familie in Südtirol
Erscheint sechsmal im Jahr · 45. JG · Nr. 4 · August 2020
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Saugt das Smartphone unsere Kinder ein? D TRINKEN
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Familienpolitik
Das Leben geht weiter S. 18
Ich bestimme mit! S. 8
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Urlaub von der Pflege – Entlastung für die Seele Pflege über einen langen Zeitraum bedeutet, sowohl körperlicher als auch seelischer Belastung standzuhalten, was häufig zu vielerlei Beschwerden führt. Nur durch regelmäßige Erholungsphasen, die immer wieder eine angemessene Regeneration unserer Kräfte ermöglichen, können wir ein hohes Leistungsniveau auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.
Kursbeitrag:
290 Euro für KFS-Mitglieder 310 Euro für Nicht-Mitglieder 48 Euro Einzelzimmerzuschlag
Mit Hildegard Kreiter, Kräuterexpertin, Leiterin von Kreativkursen, Kneipp-Gesundheitstrainerin, Gedächtnistrainerin.
Sonntag, 18.10.2020, 15.00 Uhr – Samstag, 24.10.2020, 15.00 Uhr im Haus der Familie in Lichtenstern, Ritten Anmeldung bis 28.09.2020: Katholischer Familienverband Südtirol Wangergasse 29 · 39100 Bozen · Tel. 0471 974 778 info@familienverband.it · www.familienverband.it
pflegenden Sollten Ihre zu nicht in dieser Zeit Angehörigen den er w ut betre in der Familie t die eh st be so , en könn eine Möglichkeit, um chen. e anzusu Kurzzeitpfleg tig Bitte rechtzei ern! m m kü m ru da
FamilienTeam®-Elterntraining Miteinander glücklich sein – mit Respekt, Humor und Liebe GRUN DK
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Das FamilienTeam®-Elterntraining unterstützt Eltern dabei, in kritischen Momenten kompetent, sicher und liebevoll zu handeln, damit die Beziehung zu den Kindern wächst und die Familie zu einem Ort der Achtsamkeit, Wertschätzung und Geborgenheit wird. Dienstag, 13.10.2020, 27.10.2020, 10.11.2020 und 17.11.2020 jeweils um 19.30 Uhr im Eltern-Kind-Zentrum in Kaltern Referentinnen: Deborah Visintainer und Katharina Swoboda, zert. FamilienTeam®Trainerinnen
In Zusammenarbeit mit der KFS-Zweigstelle Kaltern Infos und Anmeldung im KFS-Verbandsbüro: Tel. 0471 974 778 · info@familienverband.it · www.familienverband.it
P E RSCH N UP S R U K ktober 30.– 31. O er d im Haus Familie in rn, Lichtenste n te Rit
Kursbeitrag für alle vier Einheiten: KFS-Mitglieder: 75,00 €/Person, 95,00 €/Paar Nicht-Mitglieder: 90,00 €/Person, 110,00 €/Paar
Anmeldeschluss: 24.09.2020
VORWORT U N D I N HALT
Liebe Familien, Eine gute Politik vergisst auch nicht die
Armen im Land – und derer werden es leider immer mehr. Arm zu werden kann viele Ursachen haben, treffen kann es aber jeden von uns, und das schneller, als wir es für möglich halten. Bis von der öffentlichen Hand entsprechende Hilfe kommt, vergeht meist einiges an Zeit. Gut, dass es bei einer plötzlichen Notsituation trotzdem schnelle und unbürokratische Hilfen gibt, wie unseren Hilfsfonds „KFS-Familie in Not“. Nicht nur mir geht die Geschichte von Maria auf S. 18 unter die Haut. Deshalb ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass jeder für unseren Hilfsfonds gespendete Euro genau dort ankommt, wo er wirklich benötigt wird. Möge es das Leben gut mit euch meinen, das wünsche ich euch von ganzem Herzen – und habt weiterhin einen hoffentlich entspannten und gesunden Sommer!
Foto: Karlheinz Sollbauer
stellt euch vor, es sind Wahlen und keiner geht hin. Diesen Satz habt ihr so ähnlich sicher schon mal gelesen. In Südtirol ist diese Gefahr noch nicht gegeben, gelten wir doch als wahlfreudiges Volk, trotzdem nimmt auch hierzulande die Wahlbeteiligung kontinuierlich ab. Die Ende September 2020 stattfindenden Gemeinderatswahlen bieten die Gelegenheit, direkt Einfluss auf das zukünftige politische Geschehen in unserem Ort zu nehmen. Familien brauchen eine starke Lobby! Daher ist es wichtig, dass wir jene Kandidaten unterstützen, die sich für die Belange der Familie einsetzen. Als Einstimmung zum anstehenden Urnengang haben wir vier KFS-Zweigstellenleiterinnen befragt, wie zufrieden sie mit der Arbeit in ihrer Gemeinde sind. Ihre ausführlichen Antworten könnt ihr ab Seite 8 lesen.
Herzlichst
Angelika Mitterrutzner Präsidentin
Inhalt 8
Familienpolitik
Ich bestimme mit! Vier KFS-Zweigstellenleiterinnen äußern sich zu den Gemeinderatswahlen
17 Glauben
Toni Fiung feiert 40jähriges Priesterjubiläum
18 KFS-Familie in Not
Das Leben geht weiter Maria erzählt ihre ganz persönliche Geschichte
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Familie leben
Saugt das Smartphone unsere Kinder ein?
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Familienverbandelt die KFS-Kolumne
12 Das Land informiert 21 Kinderseite
22 Essen und Trinken 23 KFS intern
24 Im ganzen Land
FA MI LI E LEB EN
Saugt das Smartphone unsere Kinder ein?
Die digitalen Medien bieten jungen Menschen eine faszinierende Welt, die nur zu gerne entdeckt werden will. Das Smartphone bietet den Zugang zu diesen Welten. Eltern und Erwachsene sind damit aber häufig überfordert.
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ir erleben heute Kinder, die lieber Videospiele spielen als sich mit Freunden zu treffen, die ständig am Smartphone hängen und denen die digitale Welt scheinbar wichtiger ist als das „reale“ Leben. Kinder können sehr viel Zeit mit ihrem Smartphone verbringen und es scheint, sie würden vom Gerät regelrecht eingesaugt. Aber nicht das Smartphone besitzt diese Anziehungskraft, es sind die zahlreichen Apps. Wenn wir Ansprechperson für unsere Kinder bleiben wollen, dann müssen wir uns mit deren Lebenswelt auseinandersetzen. Zu verstehen, welche Bedeutung und Funktion Smartphones und digitale Medien für sie haben, hilft uns, sich unseren Kindern wieder anzunähern, in Beziehung zu bleiben und eigene Ängste und Sorgen abzubauen.
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Das Alter, in dem Kinder das erste Smartphone erhalten, sinkt zunehmend. Bereits im Grundschulalter nutzen oder besitzen viele Kinder ein Smartphone mit Internetzugang. Wenn ein Großteil der Schulfreunde im Besitz eines solchen Geräts ist und der Gruppendruck wächst, wird es für Eltern zunehmend schwierig, sich dem Bitten des Kindes zu widersetzen. So erhalten Kinder Geräte, die Zugang zu Inhalten ermöglichen, die nicht unbedingt für ihr Alter geeignet sind.
Warum Kinder ein Smartphone wollen Wenn Kinder älter werden, spielen Freunde, Beziehungen zu Gleichaltrigen, die Entwicklung einer eigenen Identität und eigener Interessen eine immer bedeutendere Rolle. Sie werden
FA MI LI E LEB EN
Kinder suchen Abenteuer, Entspannung und Emotionen – auch digital
Ein Tipp vorweg: Wenn Sie Ihrem Kind ein Smartphone geben, lassen Sie es nicht allein damit. Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind diese neue Welt. Suchen Sie zusammen altersgerechte und geeignete Apps und Spiele. Sie sollten besonders bei jüngeren Kindern Bescheid wissen, welche Apps es nutzt, welche Spiele es spielt und mit wem Ihr Kind in Kontakt ist!
zu selbstständigen Persönlichkeiten mit eigenem sozialen Netzwerk und eigenen Lebensvorstellungen. Schon immer suchten junge Menschen Erwachsenen-freie Orte: Räume, wo man unter sich ist und das Erwachsenwerden erprobt und erlernt wird. Waren es früher zum Beispiel Tanzlokale, Dorffeste oder Jugendräume, so erfüllen heutzutage auch soziale Medien dieses Bedürfnis. Deshalb gehören WhatsApp, TikTok und YouTube momentan zu den beliebtesten Apps auf dem Smartphone. Sie erleichtern den Kontakt mit Gleichaltrigen. Erlebnisse und Inhalte werden geteilt, Zugehörigkeit und Anerkennung werden durch Likes, Kommentare und Privatnachrichten erfahren.
Das Erwachsenwerden ist geprägt von dem Bedürfnis nach Körper- und Sinneserfahrungen. Es geht nicht nur darum, den Erfahrungshorizont zu erweitern oder ein Gefühl für den eigenen Körper und Geist zu entwickeln, sondern mit den eigenen Gefühlen, Gedanken, Sorgen und Ängsten zurechtzukommen. Junge Menschen sehnen sich nach Zuständen der Entspannung und der Spannung. YouTube oder TikTok bieten eine bequeme Möglichkeit, sich zu entspannen und Sorgen und Ängste zu verdrängen. Mit Videospielen dagegen lassen sich spannende Abenteuer mit Freunden erleben und, ganz nebenbei, wird das Belohnungssystem im Hirn bedient, was wiederum Lust auf mehr erzeugt.
Digitale Medien als Strategie, um mit negativen Gefühlen umzugehen?
Kinder suchen Orientierung
Heranwachsende durchleben keine einfache Zeit. Sich in dieser komplexen Welt zurechtzufinden kann ganz schön fordernd und anstrengend sein: Schulstress, Gruppendruck, die erste Liebe sowie körperliche Veränderungen müssen bewältigt werden. Keine einfache Aufgabe, vor allem dann, wenn das eigene Repertoire an Bewältigungsstrategien erst ausgebaut werden muss.
Kinder müssen die Welt erst verstehen lernen. Dafür braucht es Personen und Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Eltern funktionieren nur bis zu einem gewissen Punkt als Vorbilder. Mit der Zeit werden sie durch die größeren Geschwister, später durch Sportler, Stars oder Künstler ersetzt. Heute finden die Kinder diese Rollenvorbilder auf YouTube und Instagram. Dies können bekannte Videospieler oder Beautyblogger sein. Sie sprechen die Themen an, die in diesem Alter wichtig und relevant sind, und helfen so den jungen Heranwachsenden durch die schwierige Zeit der Pubertät.
Das Smartphone mit seinen vielen Apps bietet eine bequeme und wenig aufwändige Möglichkeit, um vor negativen Gefühlen oder Alltagsproblemen zu flüchten, und stellt eine „gute“ und schnelle Ablenkung dar. Auf Dauer jedoch ist diese Art der Problemlösung, genauso wie z.B. Alkohol, ungeeignet. Aus diesem Grund ist es hilfreich, wenn Kinder vielfältige Ressourcen besitzen, um mit negativen Gefühlen umzugehen. Gute Beispiele dafür sind Sport, künstlerische und kreative Tätigkeiten oder Entspannungsmöglichkeiten. Auch Bezugspersonen sind wichtig, an die man sich vertrauensvoll wenden kann.
Ersetzen die digitalen Welten das „echte Leben“? Digitale Medien sind zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Sie ermöglichen den Kontakt zu Freunden und Familien und helfen, den Alltag zu organisieren. Sie ersetzen aber keineswegs die Offline-Welt, sondern bieten lediglich einen zusätzlichen Handlungsraum – für einige mehr, für andere weniger. Besonders für Kinder und Jugendliche sind die digitalen Welten sehr anziehend, weshalb die Mediennutzung in diesem Alter häufig stark ansteigt. Es wird vieles ausprobiert, gespielt und gestreamt. Junge Menschen wollen Beziehungen pflegen, ihren Wissensdurst stillen, mit ihren neuen Gefühlen und Emotionen zurechtkommen. In den meisten Fällen pendelt sich die Mediennutzung mit zunehmendem Alter auf ein ausgewogeneres Niveau ein, weil erkannt wird, dass digitale Medien auf Dauer nicht den „echten“ Kontakt mit anderen Menschen ersetzen, nicht dieselben Gefühle und Wahrnehmungen erzeugen, wie dies z.B. Sport und Sexualität tun.
Das Smartphone lenkt ab Das Internet und seine Inhalte, Apps und Angebote sind so gestaltet, dass sie ständig nach Aufmerksamkeit rufen. Denn je mehr Zeit wir in einer App verbringen, je mehr Klicks und Likes wir generieren, je öfter wir in Games zurückkehren, desto mehr Daten werden gesammelt. Daher ermutigen uns diese Apps ständig, sie länger und öfter zu nutzen. Wir werden bewusst verführt, immer wieder und immer öfter unser Smartphone zu aktivieren. Diesen Ablenkungen und Verlockungen zu widerstehen, fällt nicht nur Kindern und Jugendlichen schwer.
Kinder brauchen Überlebensstrategien im Internet Digitale Themen sind unausweichlich präsent. Kinder und Jugendliche müssen für sich selbst Strategien entwickeln, um mit den digitalen Medien und dessen Inhal-
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Saugt das Smartphone unsere Kinder ein? Unsere Kinder gehören zu jener Generation, die von klein auf mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist. Instagram, YouTube oder WhatsApp sind die Orte, an denen man sich heute mit Freunden trifft, eigene Fotos zur Schau stellt und Videos kommentiert. Diese Generation hat mehrere Profile in verschiedenen sozialen Netzwerken, sammelt Freunde und erlebt spannende Abenteuer in faszinierenden Videospielen. Dabei ist es völlig normal, immer online und ständig mit der Welt verbunden zu sein. Der Elternabend schafft einen Überblick über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen und gibt Tipps zur Stärkung in der digitalen Erziehung. Manuel Oberkalmsteiner Freier Eintritt !
Anmeldung erforderlich Tel. 0471 974 778 Donnerstag, 01.10., 20 Uhr Oberbozen, Vereinshaus Dienstag, 06.10., 20 Uhr St. Andrä, VinzenzGoller-Haus Mittwoch, 07.10., 20 Uhr Marling, Pfarrsaal
ten umzugehen. Denn die digitale Welt ist widersprüchlich: Sie bietet Chancen und erweiterten Handlungsraum (beruflich und gesellschaftlich), ist aber auch vollgepackt mit negativen Begleiterscheinungen, wie Fake News, Hasskommentaren, menschenverachtenden Inhalten sowie Kommunikationsstress. In diesem Spannungsfeld müssen sich die Heranwachsenden zurechtfinden und sich eigene Überlebensstrategien aneignen, die in einer digitalisierten Welt notwendig sind. Momentan geschieht dies vorwiegend durch Learning by doing, mit Hilfe von Gleichaltrigen oder Influencern. Für Eltern, Erwachsene und die Schule gibt es viele Möglichkeiten, die Kinder dabei zu unterstützen. Sie haben nämlich ein starkes Bedürfnis, sich auch mit erwachsenen Bezugspersonen über digitale Themen auszutauschen. Kinder wünschen sich eine konstruktive und wertschätzende Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Begleiten Sie Ihr Kind beim Umgang mit (digitalen) Lebenswelt. dem Smartphone!
10 Tipps für Eltern im Umgang mit Medien in der Familie Das Südtiroler Netzwerk Eltern-medienfit, zu dem auch der KFS gehört, hat Tipps im Umgang mit Medien in der Familie entwickelt. Diese Tipps können helfen, die Medienkompetenz aller Familienmitglieder zu erhöhen und konfliktreichen Situationen den Wind aus den Segeln zu nehmen: 1. Achten Sie auf eine altersgerechte Anschaffung und Nutzung! 2. Seien Sie ein gutes Vorbild im Umgang mit Medien! 3. Zeigen Sie Interesse für die Mediennutzung Ihres Kindes! 4. Sorgen Sie für medienfreie Zeiten! 5. Mediennutzung soll zeitlich begrenzt sein! 6. Lassen Sie Ihr Kind in der digitalen Welt nicht allein! 7. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren im Internet! 8. Achten Sie auf den Umgang mit persönlichen Daten im Internet! 9. Ermutigen Sie Ihr Kind zur Netiquette! 10. Holen Sie sich Unterstützung und Hilfe! Auf der Website www.eltern-medienfit.bz finden Sie noch weitere Tipps für den Umgang mit Medien in der Familie. Auch Beratungsdienste und Unterstützungsangebote sind dort benannt.
Mittwoch, 21.10., 20 Uhr Vierschach, neue Feuerwehrhalle Donnerstag, 22.10., 20 Uhr Tiers, Haus der Dorfgemeinschaft
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Manuel Oberkalmsteiner ist Sozialpädagoge und Mitarbeiter im Forum Prävention, Fachstelle Sucht. Er nutzt digitale Medien kreativ für klangkünstlerische Projekte und sucht sich immer wieder digitale Auszeit in der Natur.