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Zahlen, bitte!

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Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten

Florian Klenk Konrad Pesendorfer FALTER VERLAG POLITIK


Zahlen, bitte! Was Sie schon immer Ăźber Ă–sterreich wissen wollten Florian Klenk Konrad Pesendorfer

Falter Verlag


Impressum ISBN 978-3-85439-617-8 Š 2018 Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. 1011 Wien, Marc-Aurel-StraĂ&#x;e 9 T: +43/1/536 60-0, F: +43/1/536 60-935 E: bv@falter.at, service@falter.at W: faltershop.at Alle Rechte vorbehalten. Autoren Florian Klenk, Konrad Pesendorfer Lektorat Helmut Gutbrunner Gestaltung Beton.studio Layout Raphael Moser, Andreas Rosenthal Produktion Susanne Schwameis Druck Gedruckt in der EU


Inhalt

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Vorwort Florian Klenk Einleitung Konrad Pesendorfer

Wie viel Geld geben wir eigentlich für Forschung aus und wie wird es investiert? War der  Euro  wirklich ein „Teuro“ ? Stimmt es wirklich, dass Sie alle Zwetschkenbäume zählen? Wieso wird im Burgenland und in Kärnten so viel gestorben? Warum sind Kindergarten-Kinder später in der Schule in Mathematik so erfolgreich? Wie wird eigentlich Armut gemessen und was unterscheidet sie von Not? Wie lange muss ein Österreicher arbeiten, damit er sich ein Auto leisten kann? 5


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Wer kommt eigentlich zur Erholung zu uns und wo machen wir Urlaub? Welche Daten gibt es über das Christkind? Verdienen Frauen wirklich weniger als Männer? Warum sterben so viele Männer im Straßenverkehr? Wer profitiert eigentlich von der österreichischen Kulturnation? Müssen wir heute mehr Angst vor Kriminalität haben als früher? Wie viele Jugendliche werden im Jahr 2050 noch in Österreich leben? Wer kann sich das Heizen in Österreich nicht leisten? Wer ist der wirtschaftlich Stärkste im ganzen Land? 6


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Hilfsarbeiter, Handwerker, Maturant und Akademiker – wer verdient wie viel? Wie fit und fett, wie krank und gesund sind die Österreicher? In welchen Bundesländern leben eigentlich die meisten Pendler? Kann wirklich jeder Sechste in Österreich nur schlecht lesen? Welche sind die jüngsten, ältesten und beliebtesten Gemeinden des Landes? Wie gut oder schlecht schaut es denn mit unseren Staatsfinanzen aus? Wann heiraten wir am liebsten und wie lange dauert es bis zur Scheidung? Wieso sind Immobilien heute so teuer, wo sind die Preise am stärksten gestiegen? Wie geht es Frauen in Österreich heute und wie war das vor 20 Jahren? 7


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Wie viele Schulkinder hat Österreich und wie viele von ihnen machen Matura? Wie ist es um die Lebensqualität der Österreicher wirklich bestellt? Was sagt das Bruttoinlandsprodukt über unsere Volkswirtschaft aus? Wie wird Wien bevölkert und welche Bezirke sind besonders begehrt? Wie viele Universitäten gibt es in Österreich und wer studiert dort was? Wie viel bringt die kalte Progression dem Staat und wie viel bekommen wir zurück? Wohin verreisen wir im Sommer am liebsten und wo kostet der Urlaub am wenigsten? Um wie viel verdienen Frauen weniger als Männer, und wie misst man das? Wieso messen EU und Österreich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich? 8


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Verbrauchen wir heute mehr Energie und wer ist denn der größte Energiefresser? Gibt es eigentlich einen Braindrain aus Österreich und wer verlässt unser Land? Wie oft übersiedeln wir, welche Bundesländer sind out und welche in? Wie oft gehen wir in den Krankenstand und wer von uns geht denn krank ins Büro? Wie sehr wird Österreich zubetoniert und welche Auswirkungen hat das? Welche Sozialkontakte pflegen die Österreicher und wer ist in Vereinen aktiv? Wie viele Schulen haben wir in Österreich und warum gibt es weniger Volksschüler? Welche Unternehmen werden gegründet und wo sind sie erfolgreich? Was geben Österreicher für das Wohnen aus und wer kann sich die Mieten noch leisten? 9


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Wie viele Spitalsbetten gibt es bei uns und welche Krankheiten werden dort behandelt? Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund leben bei uns? Wo ist die Wiener Wirtschaft richtig stark und warum hat die Stadt so viele Arbeitslose? Wie wichtig ist der Außenhandel für Österreich, wer sind unsere Handelspartner? Wie hat sich die Jagd verändert und wo in Österreich wird das meiste Wild erlegt? Wie viele Schulden hat Österreich und wem gegenüber haftet sie mit unserem Geld? Wer muss früher sterben und warum leben Frauen fünf Jahre länger als Männer?

117 Stichwortregister 120 Autoren

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Stimmt es wirklich, dass Sie alle Zwetschkenbäume zählen? Was wissen wir über unsere Landwirtschaft, was ernten unsere Bauern und wie leben sie davon? Reden wir über die Bauern? Konrad Pesendorfer: Beginnen wir mit der Ernte: Wir haben einen sehr hohen Selbstversorgungsgrad. Wenn jemand eine Mauer um uns baute … … könnten wir uns selbst ernähren. Bei welchen Gütern sind wir autark? 95 Prozent des im Inland konsumierten Getreides werden in Österreich produziert, bei Milch produzieren wir mit 162 Prozent sogar mehr, als wir trinken – vor 20 Jahren waren es bei beiden Produkten rund 100 Prozent. Ein zentrales Nahrungsmittel der Österreicher, den Wein, keltern wir zu 83 Prozent selbst – in guten Erntejahren auch zu 100 Prozent. Wie sieht es mit den Tieren aus? Der Rinderbestand hat in den letzten 20 Jahren von 2,3 Millionen auf 1,9 Millionen abgenommen, ebenso der Schweinebestand von 3,7 Millionen auf 2,6 Millionen. Wie viele Höfe hatten wir früher, wie viele haben wir heute? 1996 hatten wir noch 239.000 landwirtschaftliche Betriebe, heute sind es gerade noch 166.000. Viele Kleinbauern sind verschwunden, während die verbleibenden Betriebe immer größere Flächen bewirtschaften. 38 Prozent sind Bergbauern – auch dort gab es Rückgänge. Etwas mehr als 20.000 Betriebe werden als Biobauernhöfe geführt. Wo leben die meisten Bauern? In Niederösterreich, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich. Das hat natürlich geografische Gründe, das Land ist flach. In Niederösterreich zählen wir mehr als 40.000 Betriebe, in der Steiermark knapp 38.000. In 18

diesen Bundesländern werden auch die größten Flächen bewirtschaftet. Was leisten unsere Bauern ökonomisch, und was bekommen sie dafür? Der Beitrag der Land- und Forstwirtschaft zur gesamten Wertschöpfung des Landes ist mit 1,3 Prozent relativ gering. Der Dienstleistungssektor trägt hier mit 70 Prozent wesentlich mehr bei. Die wichtige Bedeutung der Landwirtschaft liegt woanders als in der monetären Wertschöpfung. Wie hat sich die finanzielle Lage unserer Bauern verändert? Die landwirtschaftlichen Einkommen pro Arbeitskraft haben sich in den letzten vier Jahren rückläufig entwickelt. Die Einkommen von Bauern lassen sich allerdings nur bedingt mit jenen von Angestellten vergleichen: Die Besteuerung erfolgt pauschal, die Sozialversicherung ist anders geregelt, meist müssen sie keine Miete zahlen und können sich selbst versorgen. Fließen die Agrarsubventionen in die richtigen Kanäle? Der Subventionsanteil am gesamten landwirtschaftlichen Einkommen ist nach wie vor sehr hoch – ein Großteil davon kommt aus der EU. Früher wurden vorwiegend Produktionspreise gestützt. Heute macht der Anteil der ländlichen Entwicklung bereits mehr als die Hälfte der Agrarausgaben aus. Stimmt es eigentlich, dass Sie Zwetschkenbäume zählen? Ja, wir erfassen die Größe und Produktion der Obstanlagen. Insgesamt gibt es ca. 24,5 Millionen Obstbäume – rund 90 Prozent davon entfallen auf Äpfel, etwa fünf Prozent auf Steinobst.


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433.000 Betriebe

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2013

2010

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2003

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9 ha 1951

Ø Landwirtschaftlich genutzte Fläche

Ø Gesamtfläche

18 ha

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166.000 Betriebe

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe (schwarze Linie) und Fläche in Österreich seit 1951

Quelle: STATISTIK AUSTRIA – Agrarstrukturerhebung 2013

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Müssen wir heute mehr Angst vor Kriminalität haben als früher? Auch wenn die mediale Berichterstattung speziell in knallbunten Blättern einen anderen Eindruck erweckt: In Österreich sinkt die Zahl der Verurteilungen. Ein Gespräch über rückfällige Männer und brave Jugendliche. Müssen wir uns in Österreich mehr vor Verbrechen fürchten als früher? Konrad Pesendorfer: Wir machen seit 1947 Statistiken über gerichtliche Verurteilungen und hatten 2015 die historisch niedrigsten Werte – sowohl was Verurteilungen als auch was verurteilte Personen betrifft. Wie viele Verurteilungen gab es 2015? Es gab 29.511 verurteilte Personen, womit erstmals weniger als 30.000 Personen pro Jahr verurteilt wurden. Insgesamt waren es 32.118 Verurteilungen, da manche Personen mehrmals im Jahr verurteilt wurden. Der Spitzenwert lag übrigens 1959 bei über 123.000 Verurteilungen. Stimmt es, dass Jugendliche besonders häufig kriminell werden? Nein, 83 Prozent der verurteilten Personen waren zum Zeitpunkt der Tat älter als 20 Jahre, elf Prozent zwischen 18 und 20 Jahre. Nur sechs Prozent waren Jugendliche (14- bis 17-Jährige). Gemessen an der Wohnbevölkerung gleichen Alters werden aber junge Erwachsene (18 bis 20 Jahre) überdurchschnittlich oft verurteilt. Wie sieht denn der typische verurteilte Straftäter aus? 86 Prozent aller Straftäter sind männlich, 94 Prozent sind 18 Jahre oder älter. Sind Ausländer öfter kriminell als Inländer? Vier von zehn Delikten, die einer Verurteilung zugrunde liegen, werden von Nichtösterreichern verübt – bei einem Migrationsanteil von 15 Prozent an der Gesamtbevölkerung ist das überdurchschnittlich. Allerdings müssen hier die 759 fremdenpolizeilichen Delikte, das sind vier Prozent der bei Ausländern im Jahr 2015 38

geahndeten Delikte, gesondert behandelt werden. Wie oft werden Frauen verurteilt? Den über 25.000 verurteilten Männern stehen etwas mehr als 4000 Frauen gegenüber. Frauen haben damit einen Anteil von etwa 14 Prozent an allen Verurteilten. Was sind die häufigsten Delikte? Die häufigsten Delikte sind Vermögensdelikte wie etwa Diebstahl oder Sachbeschädigung, gefolgt von Körperverletzung und Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz. 2015 wurden 23 vollendete und 35 versuchte Morde verurteilt. Gehen die Verurteilten alle ins Gefängnis? Bei zwei Dritteln aller Verurteilungen werden Freiheitsstrafen ausgesprochen. Sechs von zehn dieser Freiheitsstrafen sind allerdings bedingte Freiheitsstrafen. Bei 23 Prozent aller Verurteilungen wird eine unbedingte Geldstrafe verhängt. Gelingt die Resozialisierung, oder heißt es „einmal Häfn, immer Häfn“? Ein Drittel aller Verurteilten wird in weiterer Folge wieder verurteilt – und das meist recht zeitnah zur Ausgangsverurteilung beziehungsweise Haftentlassung. Bei Personen, die eine unbedingte Freiheitsstrafe zu absolvieren hatten, ist die Rückfallquote jedoch mit 46 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt. Wer wird am öftesten rückfällig? Männer werden häufiger wieder verurteilt als Frauen. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren haben mit 60 Prozent die höchste Wiederverurteilungsquote. Auch bei Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz gibt es mit 40 Prozent eine überdurchschnittliche Tendenz zur Wiederverurteilung.


4% 4 5% 3

24% Sonstige 60% Österreich

12% EU-Ausland

56% 0

8% 2 15% 1

Staatsangehörigkeit

Anzahl Vorverurteilung 6% Jugendliche 14- bis 17-Jährige

2% 65+ Jahre 5% 55 bis <65 Jahre

11% Junge Erwachsene 18- bis 20-Jährige

13% 45 bis <55 Jahre

30% 14 bis <25 Jahre

19% 35 bis <45 Jahre

83% Erwachsene (21-Jährige und älter)

30% 25 bis <35 Jahre

Alter bei Rechtskraft des Urteils

14% Frauen

12% 5 oder mehr

Alter zum Tatzeitpunkt

86% Männer

Geschlecht

Merkmale der verurteilten Personen 2015

Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gerichtliche Kriminalstatistik

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Wie fit und fett, wie krank und gesund sind die Österreicher? Wie steht es um unsere Gesundheit in einem Land, in dem das Schnitzel aus der Panier herausschaut und der Erdapfel im Mayonnaisesalat glänzt? Wie fit oder fett sind die Österreicher tatsächlich? Wie gesund fühlen sich die Österreicher? Konrad Pesendorfer: Die Selbsteinschätzung ist sehr positiv. 80 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen finden, sie haben einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand. Anfang der 1990er-Jahre hatten wir noch deutlich schwächere Werte: Bei den Männern 68, bei den Frauen 66 Prozent. Aber ist der Durchschnittsösterreicher tatsächlich so fit und gesund? Mehr als die Hälfte der Männer und 39 Prozent der Frauen sind übergewichtig, wobei es bei den über 45-Jährigen deutlich mehr sind. Frauen ernähren sich gesünder als Männer. Aber ungefähr jeder dritte Mann und jede vierte Frau unter 60 Jahren rauchen täglich und nur etwa jeder Zweite bewegt sich täglich. Sind Frauen auch sportlicher als Männer? Bei den unter 30-Jährigen sind die Burschen sportlicher. Da macht mehr als die Hälfte der Männer zumindest zwei Mal die Woche Muskeltraining, bei den Frauen ist es knapp ein Drittel. Was tut uns am häufigsten weh? Am meisten geklagt wird über chronische Kreuz- und Nackenschmerzen sowie Kopfschmerzen. In allen Altersgruppen leiden Frauen häufiger an Schmerzen. Wie oft gehen wir zum Arzt? Drei von vier Österreichern und Österreicherinnen gehen zumindest einmal im Jahr zum Arzt. Am häufigsten werden praktische Ärzte aufgesucht, gefolgt von Zahnärzten und sonstigen Fachärzten.

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Sind Akademiker gesünder als Arbeiter? Es gibt einen Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit, der sich einerseits durch eine gesündere Lebensführung bei Menschen mit höherem Bildungsabschluss erklären lässt, andererseits durch eine geringere körperliche Belastung. Frauen mit Hochschulabschluss leben im Durchschnitt 2,8 Jahre länger als Pflichtschulabsolventinnen, bei den Männern beträgt diese Differenz sogar 6,8 Jahre. Woran sterben die meisten Leute? 2015 starben in Österreich 83.073 Personen, 43 Prozent an Herz-Kreislauf-Krankheiten, 25 Prozent an Krebs. Weitere häufige Todesursachen waren Krankheiten der Atmungsorgane oder der Verdauungsorgane. Nimmt die Zahl der Krebskranken in Österreich ab oder zu? Derzeit leiden etwas mehr als 330.000 Personen in Österreich an Krebs. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt bei ca. 39.000 pro Jahr. Gemessen an der Gesamtbevölkerung gehen die Krebserkrankungen seit Ende der 1990erJahre zurück, bei den Männern etwas stärker als bei den Frauen. Was sind denn die häufigsten Krebsarten? Bei den Frauen ist die häufigste Krebsart der Brustkrebs, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs. Bei den Männern sind es Prostata-, Lungen- und Darmkrebs. Mit welchem Alter geben wir denn – statistisch gesehen – den Löffel ab? Die Lebenserwartung liegt derzeit bei den Männern bei 78,6 Jahren und bei den Frauen bei 83,6 Jahren.


9%

15–29

4%

Männer

30–44

Pflichtschule Lehre/BMS Höhere Schule/Hochschule

12%

7%

45–59

22%

11%

60–74

16% 15%

Insgesamt

3%

Frauen

30–44

4%

45–59

75+

Insgesamt

10% 19%

11%

17%

9%

60–74

21% 18% 18%

9% 5%

17%

6%

20%

25%

19%

13%

3%

28%

32%

21%

15%

75+

15–29

21%

15%

15%

21%

18%

Anteil der Personen mit Adipositas nach höchster abgeschlossener Schulbildung, Alter und Geschlecht 2014 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2014 Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 15 und mehr Jahren. Rundungsdifferenzen

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Wann heiraten wir am liebsten und wie lange dauert es bis zur Scheidung? Vor allem im Mai läuten die Kirchenglocken. Er gilt als der traditionelle Hochzeitsmonat. Wie oft wird in Österreich geheiratet und wie lange halten Österreichs Ehen? Heiraten die Österreicher eigentlich immer noch gerne? Konrad Pesendorfer: Im Jahr 2016 haben einander 44.475 Paare das Jawort gegeben. Für knapp zwei Drittel der Paare war das die beiderseitige Erstehe. Ist das mehr oder weniger als früher? Die Anzahl der Eheschließungen steigt im Trend leicht an. Hier müssen wir allerdings die zunehmende Bevölkerung und die Tatsache berücksichtigen, dass wir seit 2015 die im Ausland geschlossenen Ehen von Österreichern dazurechnen. In Österreich gab es 2016 pro 1000 Personen der Wohnbevölkerung 4,7 Eheschließungen, zehn Jahre davor waren es 4,5. In welchen Bundesländern wird denn besonders gerne geheiratet? Über dem Durchschnitt von 4,7 Ehen pro 1000 Einwohner liegen Vorarlberg, Salzburg, Wien, Oberösterreich und Tirol. Heiraten wirklich die meisten Paare im Mai? Historisch gesehen war der Monat Mai der Heiratsmonat schlechthin. In den letzten zehn Jahren sehen wir aber eine Aufteilung der Hochzeitstermine über den gesamten Sommer. 2016 war der Juni mit 6112 geschlossenen Ehen der beliebteste Monat, gefolgt von Juli und August. Und wie steht es mit der vorehelichen Enthaltsamkeit? Da machen wir natürlich keine exakten Statistiken. Aber immerhin werden im Durchschnitt 1,4 gemeinsame voreheliche Kinder in die Ehe eingebracht. Wie viele Ehen werden wieder geschieden?

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Die Scheidungsrate liegt derzeit bei 41,6 Prozent. Mitte der 1950er-Jahre betrug die Scheidungsrate noch rund 14 Prozent. Danach gab es einen kontinuierlichen Anstieg, der 2006 mit 50 Prozent einen Höhepunkt erreichte. Seither sinkt die Scheidungsrate wieder. Wie lange hält eine Ehe im Durchschnitt? Die mittlere Ehedauer liegt bei knapp elf Jahren. Fast jede vierte Ehe wird aber bereits innerhalb der ersten fünf gemeinsamen Ehejahre wieder geschieden. 87 Prozent der Ehen werden einvernehmlich geschieden. Wie alt sind die Österreicher bei ihrer ersten Hochzeit? Das mittlere Alter des Bräutigams bei der ersten Ehe liegt heute bei 32,6 Jahren, jenes der Braut bei 30,3. Und wie war das früher? In den 1970er-Jahren war das mittlere Alter der Braut 21,7 und jenes des Bräutigams 24,4 Jahre. Seither steigt es kontinuierlich an, wobei der Abstand zwischen Männern und Frauen etwas kleiner wird. Wie sieht es mit den eingetragenen Partnerschaften von Homosexuellen aus? Gibt es da mehr oder weniger? 2016 wurden 475 eingetragene Partnerschaften begründet, das ist eine Steigerung von mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Wiener. Gab es auch statistische Ausreißer? Das älteste Brautpaar war im Jahr 2016 gemeinsam 167 Jahre alt: Ein 83-jähriger Mann heiratete eine 84-jährige Frau. Den größten Altersunterschied verbuchte mit 55 Jahren ein 78-jähriger Bräutigam, der eine 23-Jährige ehelichte. Umgekehrt war es eine 62-jährige Frau, die einen 29-jährigen Mann heiratete, der Altersunterschied betrug also 33 Jahre.


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Gesamtscheidungsrate 1951–20152 43%

42%

38%

Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung, Statistik der Ehescheidungen. Ab 2015 erstmals inklusive der im Ausland geschlossenen Ehen von Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich 1Median (die Hälfte der Eheschließenden sind jünger, die Hälfte älter). 2Die Gesamtscheidungsrate gibt an, wie groß der Prozentsatz der Ehen ist, die durch eine Scheidung (und damit nicht durch den Tod eines der beiden Ehepartner) enden. Basis für die Berechnung der Gesamtscheidungsrate sind die im jeweiligen Jahr beobachteten Scheidungen, die in Beziehung zu jenen Eheschließungsjahrgängen gesetzt werden, aus denen sie stammen (ehedauerspezifische Scheidungsraten)

2015

2005 2007 2010

2000

1995

1990

1985

1980

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49% 43%

20%

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1960

1955

1951

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1975

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18%

1970

18%

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46%

33% 26%

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2015

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2010

21

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1995

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1990

22

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1985

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1980

24

1975

24

1970

25

1965

24

25

1960

25

1947 1950

Frauen

26

1955

Männer

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2000

Mittleres Erstheiratsalter 1947–20151

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Wie viele Schulkinder hat Österreich und wie viele von ihnen machen Matura? Wie viele Schülerinnen und Schüler gibt es in Österreich, welche Schulzweige sind besonders beliebt und wie viele Heranwachsende schaffen die Matura? Wie viele Schülerinnen und Schüler gibt es eigentlich in Österreich? Konrad Pesendorfer: Wir haben insgesamt 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler, wobei es um ca. 30.000 mehr Schüler als Schülerinnen gibt. Etwa 50 Prozent von ihnen lernen im Pflichtschulbereich. In der Volksschule sind es 330.000, und die Neue Mittelschule (NMS) besuchen 179.000 Schülerinnen und Schüler. Im Sekundarbereich ist die beliebteste Schulform die Berufsbildende Höhere Schule (BHS) mit 133.000 Schülerinnen und Schülern, gefolgt von Berufsschulen mit 117.000 und der Oberstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS) mit 91.000. Sprache ist ein wesentlicher Schlüssel zum Bildungserfolg. Wie viele Schüler haben nicht Deutsch als Umgangssprache? Etwa ein Viertel der Schülerinnen und Schüler haben im Österreich-Durchschnitt nicht Deutsch als Umgangssprache, wobei Wien mit einem Anteil von knapp 50 Prozent heraussticht. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit einer anderen Umgangssprache finden wir in den NMS, Sonderschulen, Polytechnischen Schulen und in der BMS. In der Volksschule waren es im Schuljahr 2015/16 österreichweit 29, in Wien aber bereits 57 Prozent. Und wie viele Schulen gibt es? Insgesamt hat Österreich etwas mehr als 6000 Schulen. Die Hälfte davon sind Volksschulen und 88 Prozent öffentliche Schulen.

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Wie haben sich die Unterrichtsbedingungen im Laufe der Zeit verändert, etwa im Hinblick auf die Klassengröße? Seit dem Schuljahr 2007/08 hat man sich für die Pflichtschulen eine Klassengröße von maximal 25 Kindern pro Klasse vorgenommen. In den Volksschulen, Hauptschulen und NMS sowie den Polytechnischen Schulen hat man dieses Ziel fast zur Gänze erreicht. Bei den Volksschulen hatten wir 2014/15 durchschnittlich 18 Kinder pro Klasse, in der Sekundarstufe I sind es 21 – der OECD-Durchschnitt lag mit 21 und 23 darüber. Vor zehn Jahren war die durchschnittliche Klassengröße in den Volksschulen mit 20 und in der Sekundarstufe I mit 24 etwas höher. Aber im internationalen Vergleich haben wir mit zwölf Kindern pro Lehrkraft im Primärbereich und neun im Sekundarbereich ein äußerst günstiges Schüler-Lehrer-Verhältnis. Wie gelingt der Aufstieg von der NMS in eine höhere Schule im Vergleich zur Hauptschule früher? Wir sehen, dass 45 von 100 Kindern der Übertritt von einer NMS in höhere Schulen gelingt, im Vergleich zu 36 aus Hauptschulen. Allerdings schaffen es dann nur knapp 70 Prozent der NMS-Aufsteiger, die erste Oberstufenklasse auch zu bestehen – ein etwas geringerer Anteil als bei den Hauptschülern. Und wie viele machen dann letztlich die Matura? Im Schuljahr 2014/15 haben in Österreich 43.857 Schülerinnen und Schüler die Matura erfolgreich abgelegt. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung der 18- bzw. 19-Jährigen bedeutet das einen Anteil von 43 Prozent. Bei den Burschen maturieren allerdings nur 36 Prozent der Altersgruppe erfolgreich, während es bei den Mädchen 50 Prozent sind.


Von 100 Hauptschulkindern1 …

... wechselten 36 in eine höhere Schule. 26 davon schafften den Aufstieg in die nächste Klasse. Von 100 Kindern aus Neuen Mittelschulen2 …

... wechselten 45 in eine höhere Schule. 31,5 davon schafften den Aufstieg in die nächste Klasse.

Übertritt von Hauptschulkindern bzw. Kindern aus Neuen Mittelschulen in höhere Schulen Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Schulstatistik. Kinder aus den 305 Schulen, die 2008/09, 2009/10 oder 2010/11 auf NMS umgestellt wurden. 1Abschlussjahrgang 2010/11, 2 Abschlussjahrgang 2013/14

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Wohin verreisen wir im Sommer am liebsten und wo ist der Urlaub am günstigsten? Sommer, Sonne, Sonnenschein, wir packen unsere sieben Sachen ein. Wohin verreisen die Österreicher am liebsten und wo ist der Auslandsurlaub statistisch gesehen am günstigsten? Wenn die Schule zu Ende geht und die Menschen ihre Koffer packen, um in den Urlaub zu fahren, wohin zieht es da die Österreicherinnen und Österreicher hauptsächlich? Konrad Pesendorfer: Etwas mehr als die Hälfte der Urlaubsreisen der Österreicher im Sommer gehen ins Ausland. Italien ist dabei mit 23 Prozent der Auslandsreisen die beliebteste Reisedestination – gefolgt von Kroatien und Deutschland. Aber immerhin 44 Prozent der österreichischen Sommergäste, die Urlaub machen, bleiben auch im Inland. Und wie hat sich das über die Zeit entwickelt? Die Auslandsreisen gewinnen im Sommer stärker an Bedeutung. 2016 gab es mehr als vier Millionen Sommerurlaube ins Ausland – im Zehn-Jahres-Vergleich stellt das einen Zuwachs von 27 Prozent dar. Auch Inlandsreisen haben in diesem Zeitraum zugenommen – allerdings war das Wachstum mit 15 Prozent weniger dynamisch als bei den Auslandsreisen. Gibt es Österreicher, die gar nicht verreisen? Ja – und das sind gar nicht so wenige. 2016 haben 42 Prozent angegeben, im Sommer gar nicht auf Urlaub zu fahren. Wo ist es denn besonders günstig, Urlaub zu machen? Wenn man die Preisniveaus verschiedener Länder vergleicht, dann bekommt man etwa in Bulgarien und Rumänien das meiste für sein Geld. Für 100 Euro, die man in Österreich verdient, kann man dort Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 220 bzw. 201 Euro bekommen. Auch Mexiko und die Türkei sind mit 174 und 171 Euro Gegenwert relativ güns78

tig. Wenn man auf die beliebtesten Urlaubsdestinationen der Österreicher schaut, so ist das Preisniveau in Italien mit 106 Euro und Deutschland mit 98 Euro vergleichbar mit dem österreichischen. Kroatien ist mit 153 Euro an Waren und Dienstleistungen, die man mit 100 in Österreich verdienten Euro erstehen kann, relativ günstig. Auch in Griechenland ist das Preisniveau niedriger als in Österreich. Und wo ist es besonders teuer, den Urlaub zu verbringen? In der Schweiz mit 66 Euro, in Dänemark und Schweden liegt das Preisniveau deutlich über jenem von Österreich, und man muss tiefer in die Tasche greifen, um dasselbe Ausmaß an Waren und Dienstleistungen zu bekommen, das man hierzulande mit 100 Euro kaufen kann. Wie kann man so etwas berechnen? Wir sehen uns die Preise von vergleichbaren Gütern und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern an, die im Tourismus eine Rolle spielen, und setzen sie in Relation zueinander. Zum Beispiel vergleichen wir den Preis für einen Liter stilles Mineralwasser in Österreich in Euro mit dem Preis für ein vergleichbares Mineralwasser in der Schweiz in Schweizer Franken, in Slowenien in Euro und so weiter. Andere Güter, deren Preise wir vergleichen, sind zum Beispiel ein Tagesticket für den öffentlichen Verkehr, eine Nächtigung im Vier-Sterne-Hotel oder eine Portion Spaghetti bolognese im Restaurant. Im ökonomisch-statistischen Fachjargon nennt man das Kaufkraftparitäten. Die Berechnung von Kaufkraftparitäten ist nicht nur vom jeweiligen Preisniveau in den einzelnen Ländern abhängig, sondern auch vom entsprechenden Wechselkurs zum Euro.


100

Schweiz (€ 66)

150

200

Dänemark (€ 76) Schweden (€ 79) Australien (€ 82) Irland (€ 92) Belgien (€ 94) Frankreich (€ 94) USA (€ 95) Ver. Königreich (€ 95) Deutschland (€ 98) Niederlande (€ 98) Japan (€ 100) Österreich (€ 100) Italien (€ 106) Zypern (€ 117) Spanien (€ 121) Slowenien (€ 123) Griechenland (€ 126) Portugal (€ 130) Slowakei (€ 149) Kroatien (€ 153) Polen (€ 153) Ungarn (€ 166) Türkei (€ 171) Tschechische Republik (€ 172) Mexiko (€ 174) Rumänien (€ 201) Bulgarien (€ 220)

Welchen Gegenwert haben 100 Euro im Urlaub 2017?

Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Preisniveaus und Kaufkraftparitäten, Stand: Mai 2017

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„Fake News“ und „alternative Fakten“ regieren die Welt. Dieses Buch ist eine Kampfansage an diese Politik der Unwahrheiten. Es enthält Fakten, Zahlen und Daten: über Österreich und seine Bewohner, über unsere Schulen, Spitäler, Lebensgewohnheiten und vor allem unsere Politik. Der als Aufdeckungsjournalist bekannte FALTER-Chefredakteur Florian Klenk und Konrad Pesendorfer, Chef der STATISTIK AUSTRIA, unterhalten sich in 50 kleinen Interviews über alle gesellschaftlichen Facetten Österreichs, die die STATISTIK AUSTRIA vermessen und zahlenmäßig erhoben hat. Illustriert werden die Gespräche mit präzisen Tabellen und Diagrammen. Ein unentbehrliches und leicht lesbares Handbuch für alle, die über Österreich wirklich etwas wissen wollen.

www.falter.at 9783854396178


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