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FALTER Viennale 14

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FALTER

Viennale 14 Die besten Filme. Alle Termine

Nr. 42a/14

Filme von Jessica Hausner, Dominik Graf, John Ford, Céline Sciamma, Abel Ferrara, Frederick Wiseman ... Erscheinungsort: Wien P.b.b. 02Z033405 W Verlagspostamt: 1010 Wien laufende Nummer 2471/2014

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Vorwort

Inhalt

Liebe Leserin, lieber Leser!

Schiller, Kleist und Betty Page Ein paar Empfehlungen aus dem Programm der Viennale

W Fotos: War ner Bros, ÖFM , V iennale (4)

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ie jedes Jahr erfreuen wir das Falter- und das Viennale-Publikum mit dieser Beilage. Sie wird von der Falter-Redaktion in Eigenregie gestaltet, von Michael Omasta redigiert und erscheint in Kooperation mit der Viennale. Das Falter-Publikum und das ­Viennale-Publikum sind bei allen Überschneidungen nicht deckungsgleich, und so hoffen wir, beiden die Möglichkeit zu wechselseitigen Entdeckungen zu geben. Beiden, dem Falter und der Viennale, ist jedoch eigen, dass sie gewiss nicht zu dem zählen, was man „Repräsentationskultur“ oder auch „repräsentativen Kulturalismus“ nennt. Dieser Begriff ist aus der jüngeren österreichischen Geschichte bekannt und bedeutet, dass man sich auf Kultur als etwas dem Leben und der Politik Enthobenes bezieht, um die Verhältnisse zu feiern und zu verfestigen. Beide, das Festival und die Zeitschrift, haben aber genau das Gegenteil im Sinn. Dass das ein Vergnügen am Sehen oder Hören nicht ausschließt, versteht sich. Für die ­Viennale und den Falter, Wiener Festival und Wiener Wochenzeitung, wünschen wir Ihnen viele anregende Stunden beim Lesen, Sehen, Hören. Herzlich

Poetische Propaganda Ein Jahrhundert nach seinem Regiedebüt ist er noch immer Zeitgenosse: John Ford (1894–1973) „Nein zu sagen ist ein Akt der Stärke“ Céline Sciamma erzählt in „Bande de filles“ über ein paar Girls aus der Pariser Vorstadt Die Revolte als Alltag und Ereignis „Maidan“, ein Filmdokument von Sergei Loznitsa über die ukrainische Bürgerrechtsbewegung Erinnerung an Harun Farocki Ein Tribut an den im Sommer verstorbenen deutschen Filmemacher und Autor Alte Meister, feine Unterschiede Abel Ferrara verneigt sich vor Pier Paolo Pasolini, Ron Mann erweist Robert Altman Respekt Timetable Alle Filme auf einen Blick: der Falter-Plan zur Viennale 14 „Man muss sich einen Weg durch das Filmmaterial denken“ US-Dokumentarist Frederick Wiseman hat ein Porträt der National Gallery gedreht Lexikon Empfehlungen der Redaktion und Kurzbeschreibungen aller Filme der Viennale 14 von A–Z

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Impressum

Armin Thurnher Chefredakteur Falter

Hans Hurch Direktor Viennale

Falter 42a/14 Herausgeber: Armin Thurnher Medieninhaber: Falter Zeitschriften GmbH, Marc-Aurel-Straße 9, 1010 Wien, T: 01/536 60-0, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at Redaktion: Michael Omasta Herstellung: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H.; Layout: Marion Großschädl, Raphael Moser; Lektorat: Patrick Sabbagh, Andrea Schmidtberger; Geschäftsführung: Siegmar Schlager Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau DVR: 047 69 86. In Kooperation mit der VIENNALE. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar.


TICKETINFORMATIONEN VORVERKAUFSSTELLEN

TICKETS IM INTERNET

Tickets bar, mit Bankomat oder per Kreditkarte

Tickets per Online-Banking oder Kreditkarte www.viennale.at

nEu Metro Kinokulturhaus I., Johannesgasse 4 von 18. Oktober bis 6. November täglich 10 bis 20 Uhr Schottentor U2-Station Schottentor/Universität von 18. bis 25. Oktober täglich 10 bis 20 Uhr Gartenbaukino 1., Parkring 12 von 18. bis 22. Oktober täglich 10 bis 20 Uhr

ZUSÄTZLICHE EXPRESSKASSEN AM 18. UND 19. OKTOBER

TICKETS IN DEN VIENNALE KINOS Gartenbaukino I., Parkring 12 • U3 Stubentor, U4 Stadtpark

TICKETS PER TELEFON

Stadtkino im Künstlerhaus I., Akademiestraße 13 • U1, U2, U4 Karlsplatz

Tickets per Kreditkarte Freeline 0800 664 014

urania I., Uraniastraße 1 • U1, U4 Schwedenplatz

TICKETVERKAUF FÜR DIE RETROSPEKTIVE

Am ersten Vorverkaufswochenende werden zusätzliche Expresskassen geöffnet. Die Expresskassen sind für Käufe von bis zu 10 Tickets vorgesehen, um eine raschere Abwicklung gewährleisten zu können. Stadtkino im Künstlerhauskino 1., Parkring 12 19. und 20. Oktober, 10 bis 20 Uhr (nur Expresskassen; nur Barzahlung) Gartenbaukino 1., Akademiestraße 13 19. und 20. Oktober, 10 bis 20 Uhr (2 Expresskassen; Bezahlung bar, mit Bankomat oder per Kreditkarte)

Tickets für die Retrospektive sind im Filmmuseum sowie an allen Viennale-Kassen erhältlich. Am Tag der jeweiligen Veranstaltung Ticketverkauf ausschließlich im Filmmuseum. An den Viennale-Kassen gelten die Preise der Viennale. Im Filmmuseum gelten die Preise des Filmmuseums.

AUSVERKAUFTE VORSTELLUNGEN Bei ausverkauften Vorstellungen werden ab 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn Wartenummern für Resttickets ausgegeben.

Metro Kinokulturhaus I., Johannesgasse 4 U1, U3 Stephansplatz • U1, U2, U4 Karlsplatz Die Kinokassen sind von 23. Oktober bis 6. November ab eine Stunde vor Beginn der ersten bis zum Beginn der letzten Vorstellung geöffnet. Ab 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung sind ausschließlich Tickets für die nächste Vorstellung erhältlich. Bei allen Vorstellungen gilt freie Sitzplatzwahl.

TICKETVORVERKAUF AB 18. OKTOBER 2014, 10 UHR TICKETPREISE Einzelticket Ab 10 tickets Ab 20 tickets

Mehr WERT-FILMNACHT

€9 € 8,50 pro Ticket € 7,80 pro Ticket

ERMÄSSIGUNGEN Ermäßigungen unter Vorweis der entsprechenden Ausweise. Einzelticket Ab 10 tickets Ab 20 tickets

€ 8,50 €8 € 7,30

€8 € 7,50 € 6,80

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Kunden der

Ermäßigungen mit der «Fernwärme-Servicecard» Inhaber der «Fernwärme-Servicecard» erhalten für Filme ausgewählter Zeitschienen je 2 Tickets zum Sonderpreis von je € 6,30.

VIENNALE MERCHANDISING Publikationen und Artikel des Festivals sind an allen Viennale Kassen erhältlich: Katalog Festival Katalog Retrospektive Plakate (A1) V’14-Filmstills-Plakat Schlüsselband

€ 15 € 19 €3 € 10 €3

Sa, 25. Oktober, ab 23 h, Gartenbaukino Die MehrWERT-Filmnacht ist ein Geschenk des Hauptsponsors Erste Bank an die Viennale-BesucherInnen. In der Nacht von 25. auf 26. Oktober gibt es durch die Zeitumstellung nicht nur eine Stunde mehr, sondern dazu noch eine ganze Mini-Serie mehr – nämlich gratis im Gartenbaukino begleitet von Einführungen durch Hans Hurch.

Frankreich 2014, 200 Min., DCP, OmeU Regie: Buno Dumont Mit: Alane Delhaye, Lucy Caron, Bernard Pruvost nähere infos zur MehrWERt-Filmnacht sowie zur ticketvergabe unter: www.sponsoring.erstebank.at www.viennale.at

CINÉ-CONCERT MAUDITE SOIT LA GUERRE Donnerstag, 20. november 2014, 20.30 uhr Gartenbaukino, 1., Parkring 12 Einzelticket Ermäßigt

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Schiller, Kleist und Betty Page Eine paar Empfehlungen aus dem Programm der Viennale VORSCHAU: MICHAEL OMASTA

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ie die Zeit verrinnt. Diesem simplen Umstand hat Manoel de Oliveira, dienstältester Filmemacher der Welt, mit „Chafariz das Virtudes“, seinem Trailer für die diesjährige Viennale, in einem einzigen Bild glasklar Ausdruck verliehen. Es zeigt einen schönen alten Brunnen, aus den Mündern der beiden steinernen Reliefköpfe sprudelt Wasser. Das Ganze dauert bloß eine Minute, aber die steht für die Ewigkeit. Filme haben’s da bedeutend schwerer: gestern gedreht, heute promotet, morgen auch schon wieder vergessen. Zwei der wenigen heuer, die bleiben werden, greifen zur Sicherheit gleich selbst in die Geschichte zurück: Jessica Hausners „Amour Fou“ und Dominik Grafs „Die geliebten Schwestern“. Beide haben einen recht jung verstorbenen Dichter zur Hauptperson (Heinrich von Kleist schied mit 34 aus dem Leben, Friedrich Schiller wurde 46 Jahre alt), und doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Der eine feiert die Liebe und das Leben, der andere die Liebe zum Tode – was in der Wahl der jeweiligen filmischen Mittel seinen unmittelbaren Niederschlag findet.

ner dieser Stadt in Mali sich gegen die islamistische neue Ordnung zur Wehr, die hauptsächlich aus Verboten besteht: singen, rauchen, Fußball spielen – verboten! „Ich hab’ keine Zeit für den Dschihad anderer Leute“, lässt ein alter Mann ein paar schwer bewaffnete Gotteskrieger wissen, und eine Gruppe junger Leute pfeift das Spiel an. Nur halt ohne Ball.

Diva des erotischen Kinos in 16mm: Betty Page in „Peppy Graceful Dance“

Fotos: Viennale, Stadtkino, Filml aden

Revolutionen in 16 mm haben die Ku-

ratoren Haden Guest (vom Harvard Film Archive) und Katja Wieder­spahn (von der Viennale) das mit Abstand aufwendigste Programm in der jüngeren Geschichte des Festivals getauft. Es widmet sich keiner Person, keinem Genre und keinem Thema, sondern besagtem 16-mm-Material, einem Format, das als einziges sowohl im Kino als auch weit darüber hinaus Verbreitung fand. Die knapp 80 Kurzfilme, die in dieser Reihe gezeigt werden, reichen vom im Kollektiv entstandenen Politfilm aus Mexiko („El grito“, 1968–71) über lyrische Pornos mit Erotikqueen Betty Page und Juke­box-Filme aus den 1950ern bis zu Bruce Baillie und anderen Klassikern der US-Avantgarde. Österreich ist darin mit nur einem Werk vertreten, dafür mit dem eines Meisters: „Asyl“ von Kurt Kren. Und während das Hauptprogramm des heurigen Festivals praktisch ausnahmslos von der Festplatte bzw. Digital Cinema Packages kommt, lebt 16 mm in Werken zeitgenössischer Künstlerinnen wie Tacita Dean oder umtriebiger Youngsters wie Jodie Mack wieder auf.

„The Many Faces of Comrade Gelovani“

Der virtuose Eröffnungsfilm der Viennale: „Amour Fou“ von Jessica Hausner

erzählt die außergewöhnliche Geschichte des aus Georgien stammenden Schauspielers Mikheil Gelovani. Der fand 1938 die Rolle seines Lebens: Stalin, dem er zum Verwechseln ähnlich sah, und den er während der folgenden 15 Jahre etwa ebenso oft im Kino verkörperte. Der junge georgische Filmemacher Mikheil Antadze, der am California Institute of the Arts studiert, hat sämtliche Leinwandauftritte „Stalins“ chronologisch zu einem quasi dokumentarischen Biopic des Diktators montiert. „Ein proletarisches Wintermärchen“ führt drei Georgier nach Deutschland, genauer nach Berlin, wo sie rosa Käppchen verabreicht bekommen und als Putzbrigade in einem Schloss arbeiten sollen. Unter einem Treppenaufgang prangt – wie in Avantgardefilmen von Dietmar Brehm: mitten im Bild – ein schwarzes Loch, das, so weiß ein Zwischentitel zu berichten, die Geschichte erzählt und so manch quälende Frage stellt: „War dies das Leben, das viel besungene?“ Tja, eben. Julian Radlmaier, der Regisseur dieses Stücks absurden Theaters, ist nebenbei Herausgeber der Schriften von Jacques Rancière. Und der kommt in diesem Heft auch noch an anderer Stelle vor. F

„Timbuktu“, die neue Arbeit von Ab-

derrahmane Sissako, berichtet von einem Kulturkampf ganz anderer Art, nämlich jenem zwischen Freiheit und Fundamentalismus. Mit viel Witz und Selbstbewusstsein setzen die Einwoh-

Viggo Mortensen, das weiß man seit der WM 2010, ist Argentinien-Fan. Den Film, für den er vor vier Jahren in Wien als Sigmund Freud vor der Kamera stand, hat die Viennale bereits in einer großen Gala gezeigt. Heuer wird der Schauspieler das Festival als Stargast beehren und – abgesehen von der Premiere eines neuen Films, „Jajau“ des Argentiniers Lisandro Alonso – mit einer sehr leicht überschaubaren Reihe bedacht. Zwei der sechs Titel sind von David Cronenberg, darunter „A History of Violence“ (2005). Darin tritt Mortensen gegen Ed Harris an, was beiden offenbar Spaß machte, sodass Harris drei Jahre später „Appaloosa“ mit Mortensen zusammen gedreht hat. Diese an John Ford geschulte Ballade fehlt allerdings.

Meisterwerk des politischen Kinos: „Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako

Die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem Programmteil


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Poetische Ein Jahrhundert nach seinem Regiedebüt ist er noch immer Zeitgenosse: HOMMAGE: GERHARD MIDDING

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r liebte den amerikanischen Kontinent mit einer geradezu körperlichen Inbrunst. Er liebte die Erde, den Staub, den Himmel. Es war eine zwiegespaltene Liebe, denn sie galt der unberührten Wildnis ebenso wie dem Prozess ihrer Verwandlung, dem heroischen Akt der Besiedelung. Er filmte ihn, als sei der Garten Eden nicht verloren, sondern würde gerade erst erschlossen. Kein anderer Regisseur hat die Schnittstelle zwischen Zivilisation und Natur derart lyrisch vermessen wie John Ford. Stets wählt er Perspektiven, die den Hintergrund mit einbeziehen und so die Charaktere tief in ihrer Umgebung verwurzeln. Dieser Regisseur ist der poetische Propagandist des amerikanischen Fortschritts, stellt ein authentisches Bindeglied dar zur Geschichte seines Heimatlandes. Er erzählt von der

In „3 Bad Men“ (1926) tritt zum ersten Mal in einem Western ein Homosexueller auf

Eroberung des Westens (auch dann, wenn die Filme auf anderen Kontinenten spielen, wie „The Lost Patrol“ oder sein letztes Meisterwerk, „Seven Women“), von seinen Legenden, Traditionen und Widersprüchen in Bildern, die so wahrhaftig wirken, als sei er selbst dabei gewesen.

Pfeife, Sonnebrille, Hut, der Regisseur in seiner Lieblingspose: „My name is John Ford, and I make Westerns.“

genossenschaft. Als er seine ersten Western in Hollywood drehte, war diese Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. Das benachbarte San Fernando Valley wurde noch von Banditen heimgesucht. Fords frühe Western spielen oft in der Gegenwart, Automobile treten auf den Plan, in „Bucking Broadway“ (1917) verschlägt es Harry Carey ins moderne New York. Den ruhe- und heimatlosen Helden, die Carey für ihn verkörpert, sind beide Seiten des Gesetzes vertraut, sind mithin frühe Studien der Charaktere, die später John Wayne in „Stagecoach“ (1939) und Henry Fonda in „My Darling Clementine“ (1946) spielen werden. Auch die Robustheit von Humor und Sentimentalität sind hier schon etabliert. Berühmt wird Ford 1924 mit „The Iron ­Horse“, der den Bau der ersten kontinentalen Eisenbahn schildert und in dem er dem Genre erstmals epischen Atem verleiht.

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Es war eine nur um Haaresbreite verpasste Zeit-


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Propaganda John Ford (1894–1973) im Filmmuseum

Den bezeichnenderen Film dreht er jedoch zwei Jahre später mit „3 Bad Men“. Die Geschichte dreier reuiger Galgenvögel, die sich für die Gemeinschaft opfern, ist ein Meisterwerk der Offenheit. Zum wahrscheinlich ersten Mal tritt in einem Western ein Homosexueller auf, dessen Auftreten zwar zunächst Spott erntet, der aber willkommen geheißen wird im Ford’schen Kosmos der Toleranz: „Wenn ein Mann das Herz auf dem rechten Fleck hat, ist es egal, welchem Geschlecht er angehört.“ Von nun an werden Episoden aus der Bibel zu einer zentralen Quelle der Ford’schen Szenarien. Alttestamentarisch ist ihre Moral jedoch nicht: Der Westen ist ein Ort, an dem Erneuerung möglich ist. In einer typischen Ford-Einstellung sind einmal Indianer auf einem Abhang zu sehen; das eine Mal nicht als Bedrohung, sondern als stumme, würdevolle Betrachter des Schauspiels, wie ihr Land neu besiedelt wird. Diese Perspektive wird sich später in seinem Werk wandeln, auch verdrängt werden, aber nicht verloren gehen. Stilistisch ist zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alles festgezimmert in Fords Kino. Noch ist die Kamera agiler, unternimmt aber bereits Schritte hin zu Zurückhaltung und Ökonomie, die seinen Stil über Jahrzehnte prägen werden. „Four Sons“ führt 1928 den Einfluss vor Augen, den F. W. Murnaus „Sunrise“ auf die Regisseure bei 20th Century Fox in der Abenddämmerung des Stummfilmkinos ausübte. Auch danach, bei „The Long Voyage Home“ (1940) und in „The Fugitive“ (1947), ist der Regisseur noch empfänglich für eine Bildsprache des skulpturalen Helldunkels, die ihm eigentlich fremd sein müsste. Mit „Sergeant Rutledge“ (1960) hält eine theatrale Lichtsetzung Einzug in sein Kino und mit „The Man Who Shot Liberty Valance“ (1962) eine Studiokünstlichkeit, die von der Brüchigkeit der Realität kündet. Seinem Blick eignet eine Großzügigkeit, die

Emotionen schon aus der Distanz einer Totalen schaffen kann und dafür nicht erst den Nachdruck der Nahaufnahme braucht. Seine Filme stoßen eine Tür auf, öffnen ein Fenster zur Welt. Er glaubt fest an die Verbindlichkeit der Erzählkonventionen Hollywoods. Ist der Regisseur, der mit „The Grapes of Wrath“ (1940) ein Wahrzeichen des sozialkritischen Kinos dreht, ein Liberaler oder ein Konservativer? Ein Interpretationsmodell, das der französische Regisseur Jean-Claude Brisseau Fortsetzung nächste Seite

Ein später Bürgerkriegsfilm aus dem Geiste Lincolns: „The Horse Soldiers“ (1959) mit John Wayne

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Was ist Ihr liebster Film von Ford? Blitzumfrage unter Viennale-Gästen Dominik Graf, Regisseur von „Die geliebten Schwestern“

Lieblings-Ford? Natürlich extrem schwierig. Ich nehm mal „How Green Was My ­Valley“, einen Sonntagnachmittagsfilm für die Ewigkeit. Eine Arbeiterfamilie im Wales des 19.-Jahrhundert-Endes, eine solidarische Gemeinschaft, singende Menschen, fröhliche Hochzeiten. Ein Rückblick in eine vermeintlich bessere Welt – aber gesehen aus der viel späteren, grausamen 20.-Jahrhundert-Gegenwart des erwachsenen Erzählers, der dann bereits die „schwarzen Finger der Kohle das Grün überwuchern“ sieht und sein einstmals geliebtes Tal verlässt. Was für eine Trauer, was für ein verlorenes Paradies.

Seine Western mag ich nicht so gerne, weil, da wurden meine Freunde, die Pferde, als Protagonisten nicht gut behandelt. Aber ein FordFilm, den ich uneingeschränkt mag ist: „Die Früchte des Zorns“, da ist John Ford so kapitalismuskritisch wie nie zuvor und nachher – dank John Steinbecks Vorlage. Wir begreifen, was es bedeutet, wenn die Bauern von den Großgrundbesitzern vertrieben werden. Und das ist ja heute noch (fast) genauso, nicht nur in den US of A. Christian Petzold, Regisseur von „Phoenix“

„My Darling Clementine“, und ich weiß gar nicht, ob das meine erste Empfindung war oder ob ich sie von Alexander Horwath, dem Direktor des Filmmuseums, einverleibt habe: Wie Henry Fonda die Balance sucht, auf der porch, auf dem hölzernen Stuhl, das ist das Kino und die Erzählung. Die Welt ist noch nicht gebaut, man tanzt auf nicht fertiggestellten Fundamenten, und die Liebe ist noch nicht erklärt, man blickt und weicht aus, man tanzt und nähert und distanziert sich. Man ist Sheriff, aber eigentlich müsste man sich rächen. In dieser Schwebe halten sich die Menschen und der Film. James Benning, Regisseur von „Farocki“ und „Natural History“

Ich bin kein Fan von John Ford. Da schau ich mir lieber was von Andy Warhol an. „Nude Restaurant“ vielleicht. F

Fortsetzung von Seite 7

entwickelt hat, ist hilfreich, um ihn zu verorten. Für Brisseau liegen dem US-Kino vier Mythen zugrunde. Der Westen, die Natur sind mit der Idee der Erlösung, des irdischen Paradieses verknüpft (das trifft auf Ford zu), während der Osten negativ konnotiert ist: Die Stadt an der Ostküste wird in der Regel als korrupt dargestellt (das ist in „Bucking Broadway“ noch der Fall) und verbindet sich mit der Erinnerung an Europa, das den Einwanderern als Ort der Tyrannei erscheint (allerdings nicht in „Four Sons“). Zwei weitere, in Opposition stehende Mythen sind der Individualismus, der meist verherrlicht wird, und demgegenüber das Kollektiv. Für Ford, darin zeigt sich sein europäisches Erbe, zählt die Gemeinschaft mehr als das Individuum. Sie ist für ihn der Hort der Demokratie. Die Mitglieder der „Lost Patrol“ stimmen ab, wie ihr weiteres Handeln aussehen soll. Die Gemeinschaft kann bei Ford in die Irre gehen, aber selbst ein Mob ist zu Einsicht fähig.

Mit melancholischer Schärfe hinterfragt Ford die Legitimation seiner Helden: Henry Fonda in „My Darling Clementine“, John Wayne in „The Searchers“ und mit Maureen O‘Hara in „The Quiet Man“

Gerhard Midding, Filmkritiker und Übersetzer, lebt in Berlin. Er schreibt u.a. für die Berliner Seine Figuren stellen sich in den Dienst der Zeitung, Filmbulletin, Zivilisation. Seine Kavalleriewestern be- Die Welt, epd-Film und schwören das Ideal, in Freiheit zu dienen. regelmäßig auch für Zu den wenigen Habseligkeiten des schwar- den Falter

zen Sergeant Rutledge gehört der Brief seines ehemaligen Herren, der ihn im April 1861 in die Freiheit entließ. Er kämpft nicht im Krieg des weißen Mannes, sondern für den eigenen Stolz. Niemand könne so gut filmen, sagte sein Bewunderer Bertrand Tavernier einmal, wie eine Armee erschöpft und verzweifelt heimkehrt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Fords Vision nach der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs verändert. Er dreht patriotische Propagandafilme, montiert aber auch das filmische Beweismaterial für die Nürnberger Prozesse. „She Wore a Yellow Ribbon“ (1949) handelt davon, wie das Kämpfen zu vermeiden wäre. In „The

Retrospektive John Ford vom 16.10. bis 30.11. im Österreichischen Filmmuseum. Die einzelnen Titel und Termine finden Sie im Programmteil

Searchers“ (1956) ist zum ersten Mal in einem amerikanischen Film zu sehen, wie die Armee ein Massaker unter Indianern anrichtet. In „Cheyenne Autumn“ leistet Ford 1964 gewissermaßen Abbitte dafür, dass er diesen Krieg bis dahin nur aus Sicht der weißen Siedler schilderte. „The Searchers“ ist gleichsam das Manifest

der Ambivalenz, in dem Ford seine eigene Erzählperspektive und das Leinwand­ image John Waynes einer Revision unterzieht. Schon zuvor fungiert seine Regie als ein Korrektiv der Wayne’schen Leinwandpersona. Man schaue sich nur einmal an, wie viel Raum er in „Fort Apache“ (1948) seinem Adjudanten Pedro Armendariz gibt oder wie nachhaltig ihm Maureen O’Hara in „The Quiet Man“ (1952) und anderswo seine Grenzen aufzeigt. Aber nun hinterfragt Ford die Legitimation des Helden, der im Namen der Gemeinschaft zu handeln meint, mit melancholischer Schärfe. Den Rassismus des von Wayne verkörperten Ethan Edwards lotet er mit ungekannter Konsequenz aus. In seinen Augen ist seine Nichte Debbie durch das Leben unter den Comanchen unrein geworden. Als „The Searchers“ herauskam, wurde er noch als konventioneller Westernheld wahrgenommen. Ein Jahrzehnt später war der Film bereits lesbar als Gleichnis auf den Vietnamkrieg. Heute würden wir das Ziel, das Ethan besessen verfolgt, einen Ehrenmord nennen. Dass er ihn dann doch nicht begehen kann, demonstriert die Gabe von Regisseur und Darsteller, Widersprüche in sich auszutragen. Ethan Edwards’ Zerrissenheit zwischen dem Traum von Familie und Gemeinschaft und seinem unerlösten Nomadentum rührt an die fundamentalen Mythen Amerikas. Das eine Mal schließt sich in Fords Werk eine Tür: Er muss abtreten, damit die Zivilisation entstehen kann. F

F o t o s : Ö ST E R R E I C H I S C H E S F I L M M U S E U M ( 2 ) , B F I L o n d o n , C a r o li n e L i n k , C hri s t i a n Schul z , ucl a , H y e n a F ilm s

Monika Treut, Regisseurin von „Von Mädchen und Pferden“


Falters Feine Filme Zum Start der VIENNALE 2014 am 23.Oktober erscheint die neue VIENNALE DVD Box 2014. Damit Sie cineastische Highlights der VIENNALE auch von der Couch aus genießen können!

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Die Box beinhaltet auch einige Goodies: • • • •

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Ein Reise durch ein weitgehend feindseliges Amerika. Der 27-jährige Regisseur/ Ko-Autor/Hauptdarsteller Alex Ross Perry gewinnt dem ur-amerikanischen Subgenre des Slacker/Nerd-Films einige neue Facetten ab.

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VIENNALE DVD BOX 2013 ANNA | A. Grifi & M. Sarchielli | 225 min, OMdU, € 9,90 CURLING | Denis Côté | 92 min, OmEngU, € 9,90 FOREIGN PARTS | V. Paravel & J. P. Sniadecki | 80 min, Engl./Span./Hebr., € 9,90 HASHOTER | Nadav Lapid | 112 min, OmEngU, € 9,90 O SOM AO REDOR | Kleber Mendonça Filho | 124 min, OmEngU, € 9,90 AND WE MADE THE ROOM SHINE | Bonus DVD 6 DVDs gemeinsam um nur € 39,90

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In einer Mädchenbande wie dieser wäre auch Regisseurin Sciamma gern dabei gewesen

„Nein zu sagen ist ein Akt der Stärke“ Céline Sciamma, die Regisseurin von „Bande de filles“, über Gangs, Rihanna und Frauen, die Filme machen JULIA PÜHRINGER / CANNES

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in erfinderisches Mädchen in Gender-Nöten („Tomboy“, 2011) und ein paar Girls, die sehnsüchtig auf das erste Mal warten („Water Lilies“, 2007), waren die Protagonistinnen der beiden vorherigen Filme, mit denen die französische Regisseurin Céline Sciamma auf sich aufmerksam machte. Mit „Bande de filles“ verschaffte sie heuer in der Altherrendomäne Cannes ausgerechnet einer Horde von notgedrungen rotzfrechen Gören Raum, die im eher unlustigen Alltag in der Pariser Vorstadt als rauflustige Mädchengang bestehen. Frei nach dem Motto: Wer an der Xbox sitzt, hat die Macht.

Zur Person

Céline Sciamma, geboren 1980 in Pontoise bei Paris, studierte französische Literatur und an der Filmschule La femis. Sie verfasste DrehbüFalter: Wie haben Sie die vier Mädchen cher zu Kurzfilmen gecastet? von Jean-Baptiste de Céline Sciamma: Wir sind auf der Straße auf Laubier (auch bekannt die Jagd gegangen: in der Innenstadt von als Techno-DJ namens Paris, in Einkaufszentren, bei einem Rihan- Para One). 2007 na-Konzert, bei H&M. Meine Castingdirek- stellte sie in Cannes ihr torin hat hunderte Mädchen getroffen, ich Regiedebüt „Naissance auch. Das hat schon ziemlich viel Kraft ge- des pieuvres“ („Water kostet, aber ich musste sie treffen, um qua- Lilies“) vor. „Bande de si ihre Energie zu spüren, schon allein, da- filles“ ist Sciammas mit ich mir diesen Film zutraute. Die Be- dritter Spielfilm

setzung der Hauptrolle (Marieme alias Vic, gespielt von Karidja Touré, Anm.) war besonders schwierig: Sie musste eine Newcomerin sein und auch das tatsächliche Alter ihrer Rolle haben; es gibt da schlicht und ergreifend so gut wie keine schwarzen Mädchen, die schon Profis sind, ich hoffe, das wird sich eines Tages ändern. Sie musste schön sein, auf eine Weise unvergesslich, einerseits wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, um eine Identifikationsfläche zu bieten, andererseits stark und unverwüstlich, sie ist schließlich in jeder einzelnen Szene des Films.

Was war die Grundidee für den Film? Sciamma: Ich habe so eine Mädchengruppe beobachtet: Sie waren laut, charismatisch, lebendig – ich habe mich dann einfach hingesetzt und ein Drehbuch geschrieben. Ich bin selbst in der Vorstadt aufgewachsen und wusste, was es heißt, am Rand zu sein, zu versuchen, man selbst zu sein, während man sozial unter Druck steht. Ich wollte, dass sie im Zentrum stehen, Platz haben. Dann sind das Drehbuch und die echten Mädchen aufeinandergetroffen und ich musste erstaunlich wenig ändern, es gewann an Legitimität, je mehr Mädels ich traf. Es gibt diese Szene, wo die Mädchen im Film vom Fußballplatz kommen und immer leiser werden, sobald die Jungs auftauchen. Ich fand das einerseits sehr wahrhaftig und andererseits sehr filmisch. Eine der Schauspielerinnen hat mir erzählt, dass ihr erst da bewusst wurde, dass sie sich tatsächlich so verhält. Waren Sie jemals Mitglied einer Bande? Sciamma: Nein, leider, das wäre ich gerne gewesen! In jedem meiner Filme geht es letztlich darum, Teil eines Teams zu werden. Aber ich bin in der Hinsicht jetzt mit 35 ein ganz erfolgreicher Teenager. (Lacht.) Eine Gang ist ja eine komplexe Sache – einerseits ist die Mitgliedschaft befreiend, andererseits muss man sich Regeln unterwerfen …

Sciamma: Ja, das ist paradox. Bubenhaft zu

sein befreit sie einerseits, anderseits spricht man damit die Sprache der Unterdrücker. Zuerst sind sie sauer, weil man sie des Ladendiebstahls verdächtigt, später sieht man, dass sie klauen. Wenn man schon beschuldigt wird, kann man’s auch gleich tun – genau diese Doppelbödigkeit wollte ich zeigen. Wann haben Sie entdeckt, dass es bei der Xbox auch um Macht geht? Sciamma: Das wurde zum Running Gag, früher hieß es: „ein Zimmer für sich allein“, heute bedeutet eine eigene Xbox dasselbe. Nach welchen Kriterien haben Sie die Schauplätze ausgewählt? Sciamma: Der Bau musste farbenfroh und gleichzeitig plastisch sein. Er hat diese Wege und Brücken und es fahren keine Autos herum, das war wichtig. Und man hat ständig den Eiffelturm im Blick, diesen Teil von Paris, wo man eigentlich gern wäre, so nah und doch so weit weg. Man ist da wie auf einer Insel. Wie viel von den Mädchen steckt im fertigen Film? Sciamma: Viel stand schon so im Drehbuch. Ich habe mir auch Szenen überlegt, die sie gerne spielen würden. Nicht, dass das immer geklappt hätte. (Lacht.) Nur drei Szenen sind improvisiert, bei diesen Dialogen waren sie dermaßen einfallsreich und schnell – da sind die Burschen völlig anders, die müssen nicht so kreativ sein, um Stärke zu zeigen, die Mädchen müssen sich ständig neu erfinden. Es gibt das Sprichwort, man soll nicht mit Kindern und Tieren drehen – gilt das auch für Teenager? Sciamma: Es ist erfüllender mit Teenagern, sie verändern einen. Mit Kindern muss man

F o t o s : A G A T F I L M S , V i e n n al e

Wie haben Sie den Soundtrack zusammengestellt? Mithilfe der Charts oder der Protagonistinnen? Sciamma: Rihanna habe ich selbst ­ausgesucht. Zu dem Song, zu dem sie im Film tanzen, haben sie auch auf dem Set immer getanzt, den habe ich einfach ­reingenommen. Ich habe sie gefragt, was sie hören, und gehofft, dass es nicht zu teuer wird. (Lacht.)

INTERVIEW:


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Hauptdarstellerin Karidja Touré: kein Profi, sondern eine Newcomerin

Gartenbau: Fr, 24.10., 20.30 Uhr Urania: Mo, 3.11., 13 Uhr (OmenglU)

spielen, die sind langweilig. Mit Teenagern fühlt man sich wieder jung, mit Kindern fühlt man sich wirklich alt. Im Film heißt es: „Du bist ja nur ein Mädchen“ – ist es Ihnen im Laufe Ihrer Karriere jemals passiert, dass die Themen Ihrer Filme runtergemacht wurden, weil es um Mädchen ging? Sciamma: Ja, aber das ist mehr ein Gefühl, niemand sagt einem das ins Gesicht. Im Moment habe ich aber kein Problem, meine

Filme zu finanzieren. An dem Tag, an dem ich um ein 10-Millionen-Budget ansuche, werde ich dann merken, ob ich ein Mädchen oder eine Filmemacherin bin. (Lacht.) In Cannes ist das immer wieder Thema: Mäßig gute Filme von Regisseuren sind im Wettbewerb, während genau zwei Beiträge von Regisseurinnen dabei sind – wo bleiben die schlechten Filme von Frauen? Sciamma: Wir können keinen Mist machen, wir müssen die Besten sein, damit wir an

Julia Pühringer ist Redakteurin des Fernsehmagazins Tele. Für den Falter interviewt sie Filmstars und Regisseure auf den Festivals von Cannes und Berlin

der Spitze mitspielen dürfen. Es fällt mir schwer, das hier zu beantworten, ich kann mich nicht beschweren. Aber natürlich ist das zynisch. Wie geht Mariemes Weg weiter? Sciamma: Sie hat die verschiedenen Identitäten ausprobiert, die ihr zur Verfügung standen, sie war Mädchen, Bub, Kriegerin, Braut, letztlich lehnt sie alle ab. Nein zu sagen ist ein Akt der Stärke. Wozu sie Ja sagen wird, wissen wir noch nicht. F

Kunst Theorie

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FR 14. NOV + SA 15. NOV 20.30 h in TQW / Halle G »Wonderfully relaxed precision!« (NY Times)

TIC KE T w w unter S w.t qw .at

(c) Caroline Ablain

Saison 2014/15

BORIS CHARMATZ MUSÉE DE LA DANSE Levée des conflits


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V i e n na le 14

Sergei Loznitsa setzt auf grundsätzlich widerständige Bilder, die dem Kinopublikum eigene Beobachtungen erlauben

Die Revolte als Alltag und Ereignis Das filmische Dokument „Maidan“ von Sergei Loznitsa erkundet den Alltag einer politischen Protestkultur RAMÓN REICHERT

D

er Maidan in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein geschichtsträchtiger Ort kollektiver Identitätsstiftung, der mit politischem Pathos und nationaler Energie aufgeladen ist. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird er als privilegierter Ort zur politischen Einflussnahme und als Bühne zur Herstellung von kollektiver Erinnerung angesehen. Heute gilt er als einer der wichtigsten Zeitzeugen der Weltpolitik: Er war ein Schauplatz der Oktoberrevolution, wurde in der deutschen Besatzungszeit okkupiert, hat die Auflösung der Sowjetrepublik mitgetragen, die Unabhängigkeit der Ukraine verkörpert; er steht mithin für die Zerrissenheit des 20. Jahrhunderts und war zuletzt die entscheidende Kampfzone des sogenannten Euromaidan im Februar 2014.

Sergei Loznitsa ist Chronist der Proteste in Kiew von November 2013 bis März 2014

An diesem Schauplatz drehte Sergei Loznitsa

einen sehenswerten Film, der kein Protestfilm im klassischen Sinn ist, sondern im Gegenteil durch seine nüchtern-abgeklärte Ethnografie der ukrainischen Bürgerrechtsbewegung hervorsticht. Der Begriff „Euromaidan“ bezeichnet die Proteste ab dem 21. November 2013, die durch die überraschende Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht unterzeichnen zu wollen, ausgelöst wurden. Die sich auf dem Maidan formierende Bürgerrechtsbewegung forderte die Amtsenthebung des Präsidenten Wiktor Janukowytsch, erneute Wahlen und drängte auf Einhaltung der Unterzeichnung des Abkommens. In seinem zweistündigen Dokumentarfilm zeigt der 1964 in Weißrussland geborene und in der Ukraine aufgewachsene Loznitsa ein Gespür für das Alltägliche und Gewöhnliche. Seine statisch und entrückt wirkenden Einstellungen geben den Blick frei für die logistische Organisation und die handwerkliche Arbeitsteilung der wochenlangen Proteste, die fast fünf Mo-

Ramón Reichert, Kulturwissenschaftler und Medientheroetiker, lebt in Wien. Herausgeber etlicher Bücher, u.a. „Kulturfilm im ,Dritten Reich‘“ oder zuletzt „Big Data: Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie“ (Transcript 2014)

Urania: Sa, 25.10., 20.30 Uhr Gartenbau: So, 26.10., 13 Uhr (OmenglU)

nate andauerten und sich gegen die Regierung des damaligen Präsidenten richteten. Es sind aber auch die Leerläufe, die flüchtigen Momente und die Protestkultur der Dinge, denen Loznitsa in mikroästhetischen Szenen eine heimliche Hauptrolle im Alltag der Revolte verleiht. Zu sehen sind die Randzonen der politischen Mobilisierung: die Sammel- und Verteilungspraktiken der Essensverpflegung, die Prozeduren der medizinischen Behandlung durch die Ärzteteams und die Verwaltungs- und Kontrollpraktiken zur Identifizierung der Protestteilnehmer. Im Unterschied zu Doku-Formaten wie der an-

lässlich des G8-Gipfels in Genua gedrehte Streifen „Disobbedienti“ (2001, Regie: Oliver Ressler) oder „99 %: The Occupy Wall Street Collaborative Film“ (2013), in denen der Diskurs der politischen Protestkultur mit seinen Interviews und persönlichen Close-ups dominierte, fokussiert „Maidan“ die soziale Performativität des Bürgerprotestes in Kiew. Mit seiner beobachtenden Haltung distanziert sich Loznitsa von den filmischen Mitteln, die oft eingesetzt werden, um Bürgerbewegungen als Kollektiv glaubwürdig darzustellen; er setzt sich mit der Frage auseinander, wie Kollektive überhaupt zusammenarbeiten können, um ein politisches Ziel zu erreichen. Der Film beginnt mit einer Massenszene und zeigt ein bereits formiertes Kollektiv, das die ukrainische Nationalhymne skandiert. Dieses Bild nimmt der Regisseur zum Anlass, um in der Folge die unterschiedlichen Praktiken zu thematisieren, die zur Herstellung von politischer Identität in Szene gesetzt werden. In diesem Sinne vermeidet er einseitige Parteilichkeit und zeigt in einer losen Ansammlung kleiner Szenen die Vielschichtigkeit der Bürgerrechtsbewegung. In zahlreichen Einstellungen rücken die Nebenschauplätze und Hinterbühnen der Maidan-Bewegung in den Vordergrund. Damit verschiebt Loznitsa die klassischen Gewichtungen des politischen Handelns und

der filmischen Darstellung. Die politische Bühnenrede und die Mündlichkeit als Medium der politischen Inszenierung werden ins Off verbannt und damit fragmentiert. In ihren Überlagerungen von Sichtbarem und Nichtsichtbarem bleiben die Bilder beweglich und widersprüchlich. Viele Einstellungen zeigen ein Bild, das die politischen Reden und nationalpatriotischen Gesänge im visuellen Off konterkariert. Loznitsa zeigt hier filmische Mittel und Möglichkeiten des Filmemachers auf, nationalistische Verschwörungsreden zu dekonstruieren. An die Stelle des Politischen als Repräsentation (Bühne, Redner) rückt der Film das Handwerkliche (abstrakt: das Performative) des politischen Aktivismus ins dramaturgische Zentrum. Überall sind Hände am Werk. Sie stehen für eine konkrete Kooperation und Zusammenarbeit, im Verteilen und Verbreiten von Nachrichten, Essen, Pflastersteinen oder Medizin bilden sie ein elementares Netzwerk von politischen Gesten. Die vielfältigen Beobachtungsfragmente erge-

ben nur einen vagen chronologischen Zusammenhang, entwickeln aber eine Sensibilität für eine Alterität der Bilder, die Jacques Rancière als ein „eigenständiges Regime der Bildlichkeit“ versteht. Damit sind grundsätzlich widerständige Bilder gemeint, die sich gegenüber politischer Vereinnahmung sperrig verhalten und dabei Abweichungen hervorrufen, indem sie sich keiner Genrekonvention eindeutig zuordnen lassen. Loznitsas formal strenger Dokumentarfilm erstellt Beobachtungsanordnungen für politische Bilder im Kinosaal. „Maidan“ verzichtet auf erklärende Kommentare, Affektmontagen, Interviews in Großaufnahmen und emotionalisierende Musik. Jenseits der Bildsuggestion politischer Parteilichkeit, narrativer Verkettung und authentischer Nähe zum Geschehen ermöglicht er dem Kinopublikum, seine eigenen Beobachtungen der Ereignisse auf dem Maidan zu machen. F

Fotos: Viennale

ANALYSE:


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Text: PETER NAU

ennengelernt habe ich ihn Anfang K der 70er-Jahre in seinem Westberliner Domizil nahe der Friedenau-

Fotos: HARUN FAROCKI FILMPRODUK TION

er Kaisereiche. Bitomsky und er saßen sich an zwei stattlichen Schreibtischen, die so aneinandergerückt waren, dass sie zusammen einen einzigen bildeten, gegenüber. Sie nannten diese Konstruktion ihren „Doppeladler“. Obwohl sie hier tagtäglich als Team arbeiteten, korrespondierten sie auch noch brieflich über Streitfragen miteinander, was mir sehr imponierte. Beider Filme schwebten mir damals als das wahre neue Kino vor, und ich schrieb über sie in der Filmkritik. Als Bitomsky/Farocki die Technik von Brechts Lehrstücken für den Film adap­tierten, war es ihr erstes Interesse, sie bruchlos mit dem eigenen Ton zu verschmelzen. Ich rühmte das, und Farocki sagte erfreut: „Das war gerade das Kunststück.“ Im Falle von „Zwischen zwei Kriegen“ (1978) ist es der spezifische Ton von Traurigkeit, der mit den ersten, vom Regisseur gesprochenen Worten des Films sich einstellt: „Ein Film aus den Klassenkriegen, in dem es nicht um die Schmerzen der Verletzten und die Qualen des Todes geht.“ Berührende Worte, die an die Schmerzen und Qualen erinnern. Farocki sprengte mit seinen Filmen den

bürgerlichen Kulturraum. Bewundernswert ist die Einfachheit, mit welcher er in „Zwischen zwei Kriegen“ die kapitalistischen Widersprüche, wie sie Marx herausgearbeitet hatte, artikuliert. Ein kleiner kommunistischer Zirkel, der sich in einer Gartenkolonie trifft, um ein Flugblatt zu verfassen, greift diese Widersprüche, die mit Technik, Ökonomie und Ökologie zu tun haben, auf. Indessen gehen Erklä-

Traum des Hochöfners: Szene aus „Zwischen zwei Kriegen“ (1978), einem Film aus den Klassenkriegen

Erinnerung an Harun Farocki Mit dem im Sommer verstorbenen Filmemacher und Autor zollt die Viennale einem ihrer treuesten Verbündeten Tribut Harun Farocki, geboren 1944 in Nový Jicín, gestorben 2014 in Berlin, schuf über 100 Filme für Kino und Fernsehen

rungen begrifflicher Art am Wesentlichen vorbei. Dieses kann nur von uns selbst entdeckt, nicht uns beigebracht werden. Daher geht, wie unsere Moral, auch unser Intellekt aus der Tiefe unseres eigenen Wesens hervor. Farocki kannte mich gut genug, um mir Einwände dieser Art in den Mund zu legen. Er erfand demnach eine Figur, den „Genossen Nau“, der, zuerst vor sich hinschauend, dann aufblickend, sagt: „Ich bin nicht einverstanden. Wir

sollten ein Flugblatt schreiben, in dem in einen Moment gefasst ist, was im Lebensmäßigen der Unterschied zwischen einem Arbeiterleben und einem Ausbeuterleben ist …“ Die Weimarer Republik ging ­zugrunde an dem Widerspruch zwischen dem Aufbau einer großen, rationalisierten Industrie und dem Fehlen von Absatzmärkten nach der Weltwirtschaftskrise. Sie rüstete, um zu überleben, für den Krieg. Farocki ­setzte unvergessliche ­Protagonisten ins Bild, deren Handeln diesen ­Zusammenhang veranschaulichte: den Hochöfner (Jeff Layton), den Ingenieur und den Schlotbaron. Als poetisch Forschender spürte er nicht nur Architektonisches aus jener künstlerischen Blütezeit auf, das sich mir tief eingeprägt hat; auch das be-

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rühmte Halbdunkel der deutschen Stummfilme, in dem die zerrissene soziale Welt, das Phosphoreszieren an den Rändern zum Ausdruck kommt, lebt wieder auf. Eine Hommage an Brecht/Dudows Film „Kuhle Wampe“ (1932) fügt sich gegen Ende zu in eine Reihe kurzer Szenen ein, welche für die Zerschlagung des kommunistischen Widerstands während rapider Einstürze des bürgerlichen Hauses stehen. Eines Sonntagmorgens rief mich Harun

von Duisburg aus in Westberlin an: „Peter, wir brauchen dich hier.“ – „Sofort?“ – „Wenn möglich noch schneller“, sagte er und legte auf. Gemächlich fuhr ich mit der Eisenbahn hin, um circa fünf Minuten lang vor einer Fabrikmauer zu stehen und so zu tun, als ob ich sie – über ein ­Stativ gebeugt – fotografierte. Während ich mich danach auf einer Art Regiestuhl ein wenig ausruhte, sagte Harun: „Du kannst jetzt wieder nach Hause fahren.“ Ich hätte sofort gehen können, aber ich saß nur da und starrte auf die Fabrikmauer, als hätte ich vergessen, wie man aufsteht. Wochen später sprach ich in Berlin den Off-Kommentar zu dieser Szene in ein Mikrofon. Und auch noch für eine andere Passage, die Harun mir auf den Leib geschrieben hatte. In ihr kam der Satz vor: „Während sie (die Ausbeuter) aus allem, was ihnen geschieht, einen Zusammenhang zwischen dem Vorherigen und dem Kommenden konstruieren können, währenddessen zerfließt unser ganzes Leben.“ F Peter Nau, legendärer Mitherausgeber der Filmkritik und Autor von „Irgendwo in Berlin. Ostwestlicher Filmdiwan“ (Verbrecher 2013) Die Termine zum Special Harun Farocki und zu James Bennings Film „Farocki“ finden Sie im Programmteil

Ein Film von Jessica Hausner

Ab 7. November im Kino


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V i e n na le 14

Die letzte Nacht des Pier Paolo Pasolini: eine respektvolle Hommage mit Willem Dafoe in der Titelrolle

Abel Ferrara verneigt sich vor Pier Paolo Pasolini, Ron Mann erweist Robert Altman Respekt

Kurz vorm Abheben: US-Regisseur Robert Altman bei den Dreharbeiten von „3 Women“ (1977)

BARBARA SCHWEIZERHOF

O

berflächlich gesehen haben Abel Ferrara und Pier Paolo Pasolini einiges gemeinsam: Katholizismus, italienische Wurzeln und eine gewisse Nähe zu Skandalen aller Art. Genauer betrachtet aber könnten sie kaum unterschiedlicher sein, vor allem was die Einstellung zu Letzterem angeht. Pasolini sezierte die Mechanismen des Skandals mit analytischer Schärfe: Einen Skandal auszulösen sei ein Recht, einen zu erleben eine Lust, und nur der sogenannte Moralist weise die Lust am Skandal zurück, lautet eine berühmte Stelle aus seinem letzten Interview. Abel Ferrara, der zuletzt mit seinem Dominique-Strauss-Kahn-Biopic „Welcome to New York“ für Aufregung sorgte, hat dagegen in seinen Skandalen die drei Positionen stets hemmungslos vermengt und etwa moralistisch darauf bestanden, am sichtlich lustvoll erlebten Skandal letztlich gar nicht beteiligt zu sein. Dennoch oder gerade deswegen begleitete sein Vorhaben, einen biografischen Film über Pasolini zu drehen, von Beginn an das Wort „skandalträchtig“. Doch dann passierte bei der Premiere des Films im September in Venedig das Unwahrscheinliche: Der Skandal blieb aus. Für die einen war es eine Enttäuschung, für die anderen eine freudige Überraschung: Ferraras „Pasolini“ provoziert ganz entgegen den Erwartungen nicht mit neuen „Enthüllungen“ über ein Mordkomplott oder eventuelle sexuelle Ausschweifungen. Der Film ist mehr nachsichtig-respektvolle Hommage als polemisches Postmortem, eher auf Versöhnung aus als auf neue Diskussionen.

F o t o s : V i e n n a l e , C O U R TES Y O F SAN D C ASTLE 5

Alte Meister, feine Unterschiede

TEXT:


V i e n n a l e 1 4    Die Handlung des Films zeichnet die letzten 24 Stunden im Leben des von Willem Dafoe mit entwaffnender äußerer Ähnlichkeit gespielten italienischen Regisseurs nach, ein Leben, durch das starke Trennlinien verliefen. Da gab es den braven Sohn, der liebevoll seiner Mutter zugetan war, es gab den öffentlichen Polemiker, der mit scharfen Worten die moderne Konsumgesellschaft geißelte, es gab den kreativen Kopf, der im Austausch mit nahen Freunden neue Projekte ersann, und es gab den Suchenden, der die nächtlichen Treffpunkte der römischen Stricher abfuhr.

Barbara Schweizerhof ist Redakteurin der deutschen Filmzeitschrift epd-Film (Frankfurt am Main)

Altman Urania: So, 26.10., 20.30 Uhr (OmU) Pasolini Gartenbau: Mo, 3.11., 20.30 Uhr und Mi, 5.11., 11 Uhr (OmenglU)

lesen hatte, der aber letztlich nicht allein handelte. Über die Motive der jungen Männer, ob sie nun aus Homophobie oder im Auftrag höherer Mächte handelten, gibt der Film keine Auskunft. Was einerseits wie Resignation wirkt, beinhaltet andererseits die skeptisch-vernünftige Erkenntnis, dass man die volle Wahrheit eben nie mehr erfahren wird. Vielleicht liegt darin dann doch ein Stück Skandal: dass Ferrara Pasolini als eine Figur verhandelt, die so weit in der Vergangenheit liegt. Dabei gilt doch, dass Regisseure so lange lebendig bleiben, so lange ihre Filme noch Zuschauer finden. Zu jenen großen lebendigen Toten, die gegenwärtig bleiben, weil jedes Jahr neue Fans „MASH“ oder „Nashville“ oder „Short Cuts“ entdecken, gehört Robert Altman, 2006 im Alter von 81 Jahren gestorben. Ron Mann verfolgte bei seinem Dokumentarfilm über den großen Maverick des amerikanischen Kinos den ehrgeizigen Ansatz, von Altman aus der Innenperspektive zu erzählen. Dazu lässt er Kathryn Reed, Altmans dritte Ehefrau und Lebensgefährtin für fast 50 Jahre, die Chronologie seines Lebens erzählen. Da-

zwischen kommt Altman selbst in Archivaufnahmen zu Wort. Der Fluss der streng chronologischen Erzäh-

lung über Leben und Werk wird unterbrochen durch Kurzstatements von berühmten Köpfen wie Bruce Willis, Keith Carradine, Elliott Gould, Julianne Moore, Lily Tomlin und vielen mehr, die jeweils ihre Definition von „altmanesque“ angeben. In seiner Form mag „Altman“ als konventionelle Dokumentation daherkommen, aber von den herkömmlichen Beispielen des Genres unterscheidet sich das Werk des Kanadiers Mann durch Präzision und Konzentration: Die ­privaten Anekdoten sind auf ein Minimum beschränkt, die volle Aufmerksamkeit gilt der Frage: „Herr Altman, wie haben Sie das gemacht?“ Weshalb man sich am Ende des Films die nächste Altman-Retrospektive herbeiwünscht. Ganz abgesehen davon, dass für den Kinogänger der letzten 30 oder 40 Jahre Altmans Filme zu Marksteinen der eigenen Biografie geworden sind. Sie sind, wie es in einem Zitat am Schluss heißt, viel mehr als nur Filme. F

SCHARF.NET

F o t o s : V i e n n a l e , C O U R TES Y O F SAN D C ASTLE 5

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Doku „Altman“, Biopic „Pasolini“: zwei Mavericks in Close-up

Ferrara lässt Pasolini in seinem Film in all

diesen Rollen vorkommen. Doch zeigt er sie nicht als Sammlung von Widersprüchen, sondern als Facetten eines einzigen, komplexen Charakters. Im für Ferrara ungewohnt kontemplativen Stil entfaltet sich vor den Zuschauern ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben eines sehr ungewöhnlichen Menschen. Pasolini gibt Interviews (unter anderem fällt das oben genannte Zitat zum Skandal), er schreibt an Freunde, er trifft Leute. Die für Ferrara so untypische würdig-respektvolle Note verdankt „Pasolini“ nicht zuletzt Dafoe, der Pasolini nicht nur äußerlich perfekt zu imitieren weiß, sondern ihm die Aura eines zwar verschlossenen, aber keineswegs mysteriösen, erwachsenen Mannes gibt, der sich und seine Fehler sehr gut kennt. Die Tat selbst schildert Ferrara völlig unskandalös in der heute gewissermaßen breit akzeptierten Fassung: als Mord durch den Stricherjungen, den Pasolini zuvor aufge-

F A L T E R   4 2 /1 4

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11.00 13.00 15.30 18.00 20.30

Stadtkino im Künstlerhaus

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23.00 11.00 13.30 16.00 18.30 21.00 12.00 14.30 17.00 19.30 22.00 11.00 13.30 16.00 18.30 21.00 23.30 13.00

urania

15.30 18.00 20.30 23.00

10.30 Court

(Chaitanya Tamhane, Indien 2014, OmenglU, 116 min)

Greenwich Village: Music That Defined a Generation (Laura Archibald, CAN/USA 2013, OF, 92 min)

Leviafan

(Andrey Zvyagintsev, RUS 2014, OmU, 137 min)

14.00 National Gallery

(Frederick Wiseman, F/USA 2014, OF, 174 min)

Jayueui Onduk

(Hong Sangsoo, Südkorea 2014, OmenglU, 66 min)

Timbuktu

Dólares de arena

(Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas, DOM/ARG/MEX 2014, OmenglU, 85 min)

Bande de filles

Clouds of Sils Maria

(Olivier Assayas, F 2014, OmenglU, 123 min)

Pulp: A Film About Life, Death and Supermarkets

P’tit Quinquin

Eastern Promises

A Place for Everyone

(Florian Habicht, GB 2014, OF, 90 min)

(David Cronenberg, GB/CAN 2007, OF, 100 min)

(Olivier Assayas, F 2014, OmenglU, 123 min)

Maidan

(Sergei Loznitsa, NL/Ukraine 2014, OmenglU, 133 min)

(Bruno Dumont, F 2014, OmenglU, 200 min) (Angelos Rallis, Hans Ulrich Gössl, B/Ö/RW 2014, OmenglU, 60 min)

Happy Christmas

Les Combattants

(Howard Brookner, USA/GB 1983/2014, OF, 90 min) (Joel Potrykus, USA 2014, OF, 97 min)

(Benny Safdie, Joshua Safdie, USA 2014, OF, 93 min) (John Michael McDonagh, IRL/GB 2014, OmU, 101 min)

(Alejandro Fernández Almendras, Chile/F 2014, OmenglU, 82 min)

Inárritu, USA 2014, OF, 119 min)

Deux jours, une nuit

(Jean-Pierre & Luc Dardenne, B/F/I 2014, OmU, 95 min)

Arrête ou je continue

Macondo

Magic in the Moonlight

A Girl Walks Home Alone at Night

Kuime

Frank

Deo Te-reo La-i-beu

Burying the Ex

Struktureller und freier Film

Ming of Harlem: Twenty One Storeys in the Air

(Ana Lily Amirpour, USA 2014, OmenglU, 100 min)

(Miike Takashi, J 2014, OmenglU, 94 min)

(USA 1958–1974, 70 min)

(Phillip Warnell, GB/USA/B 2014, OF, 71 min)

Pulp: A Film About Life, Death and Supermarkets

Mr leos caraX

Jayueui Onduk

(Florian Habicht, GB 2014, OF, 90 min) (Adirley Queirós, BR 2014, OmenglU, 93 min)

(Hong Sangsoo, Südkorea 2014, OmenglU, 66 min)

(Tessa Louise-Salomé, F 2014, OmenglU, 72 min)

(Sophie Fillières, F 2013, OmenglU, 102 min) (Lenny Abrahamson, GB/IRL 2014, OF, 95 min)

(Nathaniel Dorsky, USA 2013/14, 75 min)

Die Büchse der Pandora (Georg Wilhelm Pabst, D 1929, 119 min)

(Kim Byung-woo, Südkorea 2013, OmenglU, 97 min)

Studien zu Monet

14.00 The Iron Ministry

Casse

Plemya

El escarabajo de oro

À propos de Venise (Straub, F/CH 2013, OmenglU, 24 min) Nicht versöhnt … (Straub, Huillet, BRD 1965, 52 min)

(Bill Teck, USA 2014, OmU, 118 min) (J.P. Sniadecki, China/USA 2013, OmenglU, 82 min)

Die Gegenwart des 16-mm-Films (OF, 53 min)

Stella cadente

(Luis Minarro, E 2014, OmenglU, 105 min)

(Soon-Mi Yoo, USA/Südkorea/ P 2014, OmenglU, 72 min) (Nadège Trebal, F 2013, OmenglU, 90 min) (Alejo Moguillansky, Fia-Stina Sandlund, ARG/DK/SWE 2014, OmenglU, 100 min) O velho do restelo (M. de Oliveira, P/F 2014, OmenglU, 20 min) Phantom Power (P. Léon, F/RUS/P/ E/Ö/BY 2014, OmenglU, 75 min)

Schatten – Eine nächtliche Halluzination (Arthur Robison, D 1923, 85 min)

Los hongos

El color que cayó del cielo

Domino Effekt

Videogramme einer Revolution

He Bû Tune Bû

Zwischen zwei Kriegen

Stella cadente

(Luis Minarro, E 2014, OmenglU, 105 min)

Sauve qui peut (la vie)

La creazione di significato

Der brave Sünder

Eastern Promises

17.30 Dreyfus

O arquipélago (Gustavo Beck, BR/Chile 2014, OmenglU, 28 min) El futuro (Luis López Carrasco, E 2013, OmenglU, 67 min)

Sucesos intervenidos

(Jean-Luc Godard, F/CH/BRD/Ö 1980, OmenglU, 87 min) No Form (Tsai Ming-liang, TW 2012, 20 min) Zuo tian (Saw Tiong Guan, Malaysia 2013, OmenglU, 76 min)

(Kazim Öz, TR 2014, OmenglU, 81 min) (Simone Rapisarda Casanova, CAN/I 2014, OmenglU, 94 min)

Oden an eine untergegangene Welt

(Bruce Baillie, USA 1961–1965, englOF, 68 min)

The Many Faces of Comrade Leben – BRD Gelovani (Harun Farocki, D 1990, OmenglU,

(Harun Farocki, BRD 1978, OmenglU, 85 min)

(Fritz Kortner, D 1931, 109 min)

(Elwira Niewiera, Piotr Rosolowski, PL/D 2013, OmenglU, 76 min)

(David Cronenberg, GB/CAN 2007, OF, 100 min) (Diverse, ARG 2014, OmenglU, 73 min)

(Joe Dante, USA 2014, OF, 89 min)

Songs from the North

Bande à part

(Sergio Wolf, ARG 2014, OmenglU, 76 min)

(Woody Allen, USA 2014, OmU, 98 min)

One Day Since Yesterday: Peter Bogdanovich & The Lost American Film

La isla (Sotomayor, Klimkiewicz, Chile/PL/DK 2013, OmenglU, 30 min) Mercuriales (Virgil Vernier, F 2014, OmenglU, La princesa de Francia (Pineiro, 108 min) ARG 2014, OmenglU, 66 min)

Nathaniel Dorsky – vier neue Arbeiten

(Sudabeh Mortezai, Ö 2014, OmU, 98 min)

O velho do restelo (Manoel de João Bénard da Costa – Oliveira, P/F 2014, OmenglU, 20 min) Outros amarão as coisas Phantom Power (P. Léon, F/RUS/P/ que eu amei (Manuel Mozos, E/Ö/BY 2014, OmenglU, 75 min) P 2014, OmenglU, 75 min) Straub und Huillet bei der Arbeit … Von Caligari zu Hitler (Farocki, BRD 1983, OmenglU, 26 min) (Rüdiger Suchsland, D 2014, Georg K. Glaser … (Harun Farocki, OmenglU, 118 min) BRD 1988, 44 min)

(Harun Farocki, Andrei Ujica, D 1992, OmenglU, 106 min)

(Thomas Cailley, F 2014, OmU, 100 min)

(Ira Sachs, USA 2014, OF, 94 min)

Trudno byt’ bogom

(Oscar Ruiz Navia, CO/D 2014, OmenglU, 103 min)

(Lucas Belvaux, F/B 2013, OmenglU, 111 min)

21.00 Love Is Strange

(Kurt Bernhardt, D 1929, 83 min)

(Jean-Luc Godard, F 1964, OmenglU, 95 min)

(Joe Swanberg, USA 2013, OF, 82 min)

Birdman (or The Unexpected Virtue of Ignorance) (Alejandro González

(Oscar Ruiz Navia, CO/D 2014, OmenglU, 103 min)

(Aleksei German, RUS 2013, OmenglU, 170 min)

(Myroslav Slaboshpytskiy, Ukraine 2014, 132 min)

Calvary

Los hongos

(Leopold Jessner, D 1921, 49 min)

Plemya

(Drew Tobia, USA 2013, OF, 82 min)

Buzzard

(Pascale Ferran, F 2014, OmenglU, 128 min)

Die Frau, nach der man sich sehnt

Hintertreppe

See You Next Tuesday

Bird People

Branco sai, preto fica

(Jesse Moss, USA 2014, OF, 100 min)

(Martin Wallace, Jarvis Cocker, GB 2013, OF, 70 min)

Pas son genre

Domino Effekt

The Overnighters

(Jean-Luc Godard, F/CH 1990, OmenglU, 89 min)

The Big Melt

Matar a un hombre

23rd August 2008 (Mulvey, Abdullah, Lewis, GB 2013, OF, 22 min) Hams al moodun (Kasim Abid, Irak/GB 2013, OmenglU, 62 min)

(Elwira Niewiera, Piotr Rosolowski, PL/D 2013, OmU, 76 min)

Nouvelle Vague

6.30 Clouds of Sils Maria (Olivier Deux jours, une nuit Assayas, F 2014, OmenglU, 123 min) 11.00 Party Girl (Amachoukeli, Burger, (Jean-Pierre & Luc Dardenne, B/F/I 2014, OmU, 95 min) Theis, F 2014, OmenglU, 95 min)

Heaven Knows What

Dos disparos

(OF, 87 min)

(Ira Sachs, USA 2014, OF, 94 min)

Burroughs: The Movie

First Person Cinema und Tagebuchfilm

(Martín Rejtman, ARG/D/NL/Chile 2014, OmenglU, 104 min)

Love Is Strange

Ghesseha

(Rakhshan Banietemad, Iran 2014, OmenglU, 88 min)

(Abderrahmane Sissako, F/ Mauretanien 2014, OmU, 97 min) (Céline Sciamma, F 2014, OmenglU, 112 min)

10.30 Clouds of Sils Maria

(Richard Oswald, D 1930, 115 min)

Atlantis (Ben Russell, USA/Malta 2014, OmenglU, 24 min) Flüsse Täler Berge (Marco Kugel, D 2014, OmenglU, 41 min)

(Klaus Wyborny, D 1998–2014, OmenglU, 103 min) (Myroslav Slaboshpytskiy, Ukraine 2014, 132 min)

João Bénard da Costa – Outros amarão as coisas que eu amei (Manuel Mozos, P 2014, OmenglU, 75 min)

Radikale Ethnografie (OF, 129 min)

Assemblée générale (Luc Moullet, F 2013, OmenglU, 17 min) Ein prol. Wintermär­chen (Radlmaier, D 2014, OmenglU, 63 min)

The Iron Ministry

(J.P. Sniadecki, China/USA 2013, OmenglU, 82 min) Allemagne année 90 neuf zéro (Godard, F/D 1991, OmU, 62 min) Puissance de la parole (Godard, F 1988, OmenglU, 25 min)

20.00 Songs from the North Amateurfilm und Heimkino (Soon-Mi Yoo, USA/Südkorea/

Filme von Deborah Stratman

P 2014, OmenglU, 72 min)

(USA 1927–1970, OF, 76 min)

(USA 2009–2013, OF, 74 min)

16 mm im Krieg

(USA 1922–1980, OF, 85 min)

(David Cronenberg, CAN/USA 2005, OF, 96 min)

The Indian Runner

83 min)

(englOF, 95 min)

Sex auf 16 mm

A History of Violence

(Mikheil Antadze, GE/USA 2014, OmenglU, 67 min)

(Sean Penn, USA 1991, OmU, 126 min)

Bim Bam Boom… (Losier, USA/DK/ MEX 2013, OmenglU, 13 min) Mambo Cool (Chris Guide, CO/USA 2013, OmenglU, 62 min)

Zwischen zwei Kriegen

A Walk on the Moon

Der Geschmack des Lebens (Farocki, BRD 1979/, OmenglU, 29 min) Zum Vergleich (Harun Farocki, D/Ö 2009, englOF, 61 min)

Branco sai, preto fica

Uncertain Terms

Love Is Strange

The Overnighters

Baladna Alraheeb

Non-pic-tion-dai-ary

Nouvelle Vague

Six Tales Told

La isla (Sotomayor, Klimkiewicz, Chile/PL/DK 2013, OmenglU, 30 min) La princesa de Francia (Pineiro, ARG 2014, OmenglU, 66 min)

A Million Dreams

Arbeiter verlassen die Fabrik (Farocki, D 1995, OmenglU, 36 min) Nicht ohne Risiko (Harun Farocki, D 2004, OmenglU, 52 min)

Psychic Eden

Little Accidents

(Sara Colangelo, USA 2014, OF, 105 min)

15.30 Ferrailles d’attente (Teguia, Alg. 1998, OmenglU, 7 min) Gabbla (Tariq Teguia, Algerien/ F 2008, OmenglU, 138 min)

La creazione di significato

18.00 Assemblée générale (Luc Casse Moullet, F 2013, OmenglU, 17 min) Ein proletarisches Wintermär­chen (Nadège Trebal, F 2013, OmenglU, (Radlmaier, D 2014, OmenglU, 63 min) 90 min)

Of Hats and Horses

19.00 Uncertain Terms

(USA/CH 2013/14, OF, 72 min)

(Nathan Silver, USA 2014, OF, 72 min)

(Harun Farocki, BRD 1978, OmenglU, 85 min)

Villa Touma

(Suha Arraf, 2014, OmenglU, 85 min)

Happy Christmas

(Joe Swanberg, USA 2013, OF, 82 min)

(Tony Goldwyn, USA 1998, OF, 107 min) No Form (Tsai Ming-liang, TW 2012, 20 min) Zuo tian (Saw Tiong Guan, Malaysia 2013, OmenglU, 76 min)

Greenwich Village: Music That Defined a Generation (Laura Archibald, CAN/USA 2013, OF, 92 min)

Hotel Straussberg (Jan Soldat, D 2014, OmenglU, 27 min) Der Unfertige (Jan Soldat, D 2013, OmenglU, 48 min)

Six Tales Told

Städtebewohner

Court

(Thomas Heise, D 2014, OmenglU, 82 min)

Burroughs: The Movie

(Howard Brookner, USA/GB 1983/2014, OF, 90 min)

Dólares de arena

(USA/GB/GB/DE/Ö 2013/14, OF, 71 min) (Chaitanya Tamhane, Indien 2014, OmenglU, 116 min)

Matar a un hombre

(Alejandro Fernández Almendras, Chile/F 2014, OmenglU, 82 min)

(Mohammad Ali Atassi, Ziad Homsi, SY/LB 2014, OmenglU, 85 min) (USA/CAN/I/F 2013/14, OmenglU, 65 min) (Simone Rapisarda Casanova, CAN/I 2014, OmenglU, 94 min)

(Adirley Queirós, BR 2014, OmenglU, 93 min)

(Jung Yoon-Suk, Südkorea 2013, OmenglU, 93 min)

(Nathan Silver, USA 2014, OF, 72 min) (Jean-Luc Godard, F/CH 1990, OmenglU, 89 min)

(USA/Ö 2014, OF, 65 min)

(Ira Sachs, USA 2014, OF, 94 min)

(USA/GB/GB/DE/Ö 2013/14, OF, 71 min)

(Jesse Moss, USA 2014, OF, 100 min)

(Sara Colangelo, USA 2014, OF, 105 min)

20.30 One Day Since Yester- Sobre la marxa day: Peter Bogdanovich & (Jordi Morató, E 2014, OmenglU, The Lost American Film 77 min)

Time Lapse

Mauro

Mercuriales

They All Laughed

See You Next Tuesday

The Search for Weng Weng

(Drew Tobia, USA 2013, OF, 82 min)

(Andrew Leavold, AUS/PH 2013, OmenglU, 93 min)

Little Accidents

(Virgil Vernier, F 2014, OmenglU, 108 min)

(Bill Teck, USA 2014, OmU, 118 min) (Peter Bogdanovich, USA 1981, OF, 115 min)

Mange tes morts

(Jean-Charles Hue, F 2014, OmenglU, 98 min)

(Bradley King, USA 2014, OF, 103 min)

(Hernán Rosselli, ARG 2014, OmenglU, 80 min)

Sobre la marxa

Bande de filles

The Road

12.00 National Gallery

Kuime

Ghesseha

Ming of Harlem: Twenty One Storeys in the Air

Baladna Alraheeb

Art and Craft

He Bû Tune Bû

Revolução Industrial

Mauro

Ma’a al-Fidda

(Hernán Rosselli, ARG 2014, OmenglU, 80 min)

(Ossama Mohammed, Wiam Simav Bedirxan, F/SY 2014, OmenglU, 92 min)

Dos disparos

Bird People

Timbuktu

Von Caligari zu Hitler

El color que cayó del cielo

Arrête ou je continue

Nanting maste ga sönder

Ma’a al-Fidda

Maidan

Altman

21.00 Mange tes morts

52 Tuesdays

Futatsume no mado

Concerning Violence

O arquipélago (Gustavo Beck, BR/Chile 2014, OmenglU, 28 min) El futuro (Luis López Carrasco, E 2013, OmenglU, 67 min)

Hotel Straussberg (Jan Soldat, D 2014, OmenglU, 27 min) Der Unfertige (Jan Soldat, D 2013, OmenglU, 48 min)

Parole de kamikaze

Buzzard

Mr leos caraX

El escarabajo de oro

(Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas, DOM/ARG/MEX 2014, OmenglU, 85 min) (Phillip Warnell, GB/USA/B 2014, OF, 71 min) (Martín Rejtman, ARG/D/NL/Chile 2014, OmenglU, 104 min) (Ossama Mohammed, Wiam Simav Bedirxan, F/SY 2014, OmenglU, 92 min)

Concerning Violence

(Göran Hugo Olsson, SWE/FIN/DK/ USA 2014, OmenglU, 85 min)

(Jordi Morató, E 2014, OmenglU, 77 min) (Mohammad Ali Atassi, Ziad Homsi, SY/LB 2014, OmenglU, 85 min) (Pascale Ferran, F 2014, OmenglU, 128 min) (Sergei Loznitsa, NL/Ukraine 2014, OmenglU, 133 min)

(Céline Sciamma, F 2014, OmenglU, 112 min) (Sam Cullman, Jennifer Grausman, USA 2014, OF, 87 min) (Abderrahmane Sissako, F/ Mauretanien 2014, OmU, 97 min) (Ron Mann, CAN 2014, OmU, 95 min)

(John Hillcoat, USA 2009, OmU, 111 min) (Kazim Öz, TR 2014, OmenglU, 81 min) (Rüdiger Suchsland, D 2014, OmenglU, 118 min) (Jean-Charles Hue, F 2014, OmenglU, 98 min)

(Sawada Masa, F 2014, OmenglU, 75 min)

(Frederick Wiseman, F/USA 2014, OF, 174 min) (Frederico Lobo, Tiago Hespanha, P 2014, OmenglU, 73 min) (Sergio Wolf, ARG 2014, OmenglU, 76 min) (Sophie Hyde, AUS 2013, OmU, 114 min) (Joel Potrykus, USA 2014, OF, 97 min)

(Miike Takashi, J 2014, OmenglU, 94 min)

(Sophie Fillières, F 2013, OmenglU, 102 min) (Kawase Naomi, F/J/E 2014, OmenglU, 119 min) (Tessa Louise-Salomé, F 2014, OmenglU, 72 min)

(Rakhshan Banietemad, Iran 2014, OmenglU, 88 min)

(Ester Martin Bergsmark, SWE 2013, OmU, 85 min) (Göran Hugo Olsson, SWE/FIN/DK/ USA 2014, OmenglU, 85 min) (Alejo Moguillansky, Fia-Stina Sandlund, ARG/DK/SWE 2014, OmenglU, 100 min)


Alle Termine, alle Kinos auf einen Blick

Fr, 31.10.

Sa, 1.11.

erÖffnung 23.10., 19.30 & 23 UHR GARTENBAUKINO Der Viennale-14-Trailer: Amour Fou Chafariz das Virtudes

(Manoel de Oliveira, Ö/P 2014, 1 min)

so, 2.11.

(Jessica Hausner, Ö/LUX/D 2014, 96 min)

mo, 3.11.

di, 4.11.

Spielfilm  Dokumentarfilm  Kurzfilm  Fritz Kortner  Revolutions in 16 mm  Specials/In Focus  Viggo Mortensen  Harun Farocki OF Originalfassung  OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln  OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln  englOF englische Originalfassung

Mi, 5.11.

DO, 6.11.

Burying the Ex

Adieu au langage 3D

10.30 The Homesman

(Tommy Lee Jones, USA 2014, OmU, 122 min)

6.30 Frank (Lenny Abrahamson, GB/IRL 2014, OF, 95 min) 11.00 Stray Dog (Debra Granik, USA 2014, OF, 105 min)

Pasolini

Magic in the Moonlight

(Joe Dante, USA 2014, OF, 89 min)

(Jean-Luc Godard, F/CH 2014, OmU, 70 min)

20,000 Days on Earth

A History of Violence

Al doilea joc

(Corneliu Porumboiu, RO 2013, OmU, 97 min)

À propos de Venise (Straub, F/CH 2013, OmenglU, 24 min) Nicht versöhnt … (Straub, Huillet, BRD 1965, 52 min)

My Name Is Salt

13.30 Natural History

Von Mädchen und Pferden (Monika Treut, D 2014, OmenglU, 82 min)

P’tit Quinquin, Ep. 1 + 2

(James Benning, USA 2014, 77 min)

15.00 Siddharth

Überraschungsfilm

The Duke of Burgundy

(Peter Strickland, GB 2014, OF, 104 min)

Olive Kitteridge, Ep. 1 + 2

Red Army

15.00 P’tit Quinquin, Ep. 3 + 4

(134 min)

17.00 Die geliebten Schwestern

We Come as Friends

Listen Up Philip

Olive Kitteridge, Ep. 3 + 4

17.30 Kış Uykusu

19.00 Turist

21.00 Phoenix

21.00 La Chambre bleue

(Mathieu Amalric, F 2014, OmenglU, 76 min)

Pasolini

Whiplash

21.00 Jauja

(Christian Petzold, D 2014, 98 min)

23.30 20,000 Days on Earth

Jigoku de naze warui

Björk – Biophilia Live

Birdman (or The Unexpected Virtue of Ignorance)

23.30 Time Lapse

(Bradley King, USA 2014, OF, 103 min)

Turist

(Alejandro González Inárritu, USA 2014, OF, 119 min)

Stimmen

Dog Day Afternoon

Of Hats and Horses

(David Cronenberg, CAN/USA 2005, OF, 96 min)

12 Dicembre

(Giovanni Bonfanti, I 1971, OmenglU, 103 min)

Sorg og glaede

(Nils Malmros, DK 2013, OmenglU, 107 min)

21.00 Adieu au langage 3D

(Jean-Luc Godard, F/CH 2014, OmU, 70 min)

52 Tuesdays

(Sophie Hyde, AUS 2013, OmU, 114 min) Atlantis (Ben Russell, USA/Malta 2014, OmenglU, 24 min) Flüsse Täler Berge (Marco Kugel, D 2014, OmenglU, 41 min)

Videogramme einer Revolution

(Harun Farocki, Andrei Ujica, D 1992, OmenglU, 106 min)

Die Geliebte des Gouverneurs

(Friedrich Feher, D 1927, 86 min)

Els van Riel – Gradual Speed (Els van Riel, B 2013, 52 min)

Studien zu Monet (Aus dem Imaginären Museum) (Klaus Wyborny, D 1998–2014, OmenglU, 103 min)

(Richie Mehta, CAN/Indien 2013, OmenglU, 96 min)

(Dominik Graf, D/Ö 2014, OmU, 170 min)

(Iain Forsyth, Jane Pollard, GB 2013, OmU, 97 min)

Sauve qui peut (la vie)

(Jean-Luc Godard, F/CH/BRD/Ö 1980, OmenglU, 87 min)

(Iain Forsyth, Jane Pollard, GB 2013, OmU, 97 min)

(Hubert Sauper, F/Ö 2013, OmU, 105 min)

(Sion Sono, J 2013, OmenglU, 119 min)

10.30 Mula sa Kung Ano ang Noon

(Lav Diaz, Philippinen 2014, OmenglU, 338 min)

Sucesos intervenidos

(Andrew Leavold, AUS/PH 2013, OmenglU, 93 min)

16.30 Der Ruf

(Josef von Baky, BRD 1949, 104 min)

(Ester Martin Bergsmark, SWE 2013, OmenglU, 85 min)

Filme von Deborah Stratman (USA 2009–2013, OF, 74 min)

(Fedor Ozep, D 1931, 93 min) Oidhche Sheanchais (R. Flaherty, GB/IRL 1935, OmenglU, 12 min) Le Rappel des oiseaux (S. Batut, F 2014, OmenglU, 41 min) Arbeiter verlassen die Fabrik (Farocki, D 1995, OmenglU, 36 min) Nicht ohne Risiko (Harun Farocki, D 2004, OmenglU, 52 min)

Filme von Kevin Jerome Everson (USA 2009–2014, OF, 68 min)

(Bruce Baillie, USA 1961–1965, englOF, 68 min)

(USA/CH 2013/14, OF, 72 min)

El triste olor de la carne

Favula

Nepal Forever

Kollektives Kino

The Strange Death of Adolf Hitler

Que ta joie demeure

Revolução Industrial

(James Hogan, USA 1943, OF, 74 min)

(Denis Côté, CAN 2014, OmenglU, 70 min)

Judgment in Hungary

Von Mädchen und Pferden

(Cristóbal Arteaga Rozas, E 2013, OmenglU, 91 min)

Non-pic-tion-dai-ary

Oden an eine untergegangene Welt

(Sidney Lumet, USA 1975, OF, 124 min)

(Ruben Östlund, SWE/DK/F/NOR 2014, OmenglU, 118 min)

Schakale und Araber (Jean-Marie Straub, CH 2011, OmenglU, 11 min) De Palestijnen (Johan van der Keuken, NL 1975, OmenglU, 43 min)

Thwara Zanj

Der Mörder Dimitri Karamasoff

(Lisandro Alonso, ARG/USA/NL/F/ MEX/DK/D 2014, OmenglU, 108 min)

(Nadav Lapid, IL/F 2014, OmenglU, 120 min)

(Christian Dewald, Werner Michael Schwarz, Ö 2014, OmenglU, 85 min)

(Pedro Costa, P 2014, OmenglU, 104 min)

(Ruben Östlund, SWE/DK/F/NOR 2014, OmenglU, 118 min)

13.00 Haganenet

Holz einräumen (Simon Spitzer, Ö 2014, OmenglU, 17 min) Über Leben (Josh Josimovic, Ö/D 2014, OmU, 45 min)

Cavalo dinheiro

(Bruno Dumont, F 2014, OmenglU, 100 min)

(Sean Penn, USA 1991, OmU, 126 min)

Journey Into a Fog. Artur Berger – Filmarchitekt

(Sawada Masa, F 2014, OmenglU, 75 min)

(Nuri Bilge Ceylan, TR/D/F 2014, OmU, 196 min)

(Bruno Dumont, F 2014, OmenglU, 100 min)

The Indian Runner

(USA 1927–1970, OF, 76 min)

Leviafan

Parole de kamikaze

(Gabe Polsky, USA/RUS 2014, OmU, 85 min)

(Woody Allen, USA 2014, OmU, 98 min)

14.00 Amateurfilm und Heimkino

Red Army

(USA 1968–1979, OF, 66 min)

Kommunisten

Nanting maste ga sönder

(Mara Mattuschka, Ö 2014, OmenglU, 115 min)

21.30 Expanded 16

(Jean-Marie Straub, F/CH 2014, OmenglU, 70 min) (Eugène Green, F/I 2014, OmenglU, 107 min)

(USA 2009–2014, OF, 68 min)

(Harun Farocki, D 1990, OmenglU, 83 min)

(Damien Chazelle, USA 2013, OmU, 106 min)

Kommunisten

(Angelos Rallis, Hans Ulrich Gössl, B/Ö/RW 2014, OmU, 60 min)

La sapienza

Filme von Kevin Jerome Everson

Leben – BRD

(Lisa Cholodenko, USA 2014, OF, 113 min)

A Place for Everyone

(englOF, 95 min)

(Leobardo López Aretche, MEX 1968–71, englOF, 102 min)

(Nick Fenton, Peter Strickland, GB 2014, OF, 97 min)

(Lisa Cholodenko, USA 2014, OF, 119 min)

Of Stains, Scrap & Tires (Brameshuber, Ö/F 2014, OmenglU, 19 min) Tourisme international (Voignier, F/Nordkorea 2014, OmenglU, 48 min)

16 mm im Krieg

Kollektives Kino

(Abel Ferrara, F/B/I 2014, OmenglU, 87 min)

(Alexandre Rockwell, USA 2013, OF, 64 min)

11.30 Hacla (Tariq Teguia, Algerien/F 2002, OmenglU, 24 min) Roma wa la n’touma (Tariq Teguia, Alg./F/D 2006, OmenglU, 111 min)

(Jean-Marie Straub, F/CH 2014, OmenglU, 70 min)

(Alex Ross Perry, USA 2014, OF, 108 min)

Little Feet

(Diverse, ARG 2014, OmenglU, 73 min)

The Search for Weng Weng

(Farida Pacha, Indien/CH 2013, OmenglU, 92 min)

(Abel Ferrara, F/B/I 2014, OmenglU, 87 min)

(Leobardo López Aretche, MEX 1968–71, englOF, 102 min) (Gabe Polsky, USA/RUS 2014, OmU, 85 min)

(Tariq Teguia, AL/F/LB/QA 2013, OmenglU, 137 min)

17.30 Chu Chin Chow

(Walter Forde, GB 1934, OF, 103 min)

(Andrey Zvyagintsev, RUS 2014, OmU, 137 min)

(Jung Yoon-Suk, Südkorea 2013, OmenglU, 93 min)

Les Années Scopitone – Jukebox-Filme aus den 1950ern & 1960ern

(Raúl Perrone, ARG 2014, OmenglU, 80 min)

(Eszter Hajdu, H 2014, OmenglU, 112 min)

(Aljona Polunina, RUS/Nepal 2013, OmenglU, 89 min) (Frederico Lobo, Tiago Hespanha, P 2014, OmenglU, 73 min)

(Monika Treut, D 2014, 82 min)

Filme von Dorit Margreiter

Judgment in Hungary

(Ö 1992–2014, OF, 78 min)

(Eszter Hajdu, H 2014, OmenglU, 112 min)

Sex auf 16 mm

15.00 Farocki

Danton

Abdul the Damned

19.00 Forma

Que ta joie demeure

(USA 1922–1980, OF, 85 min)

(Hans Behrendt, D 1931, 93 min)

(James Benning, USA 2014, 77 min)

(Karl Grune, GB 1935, OF, 111 min)

Bande à part

They All Laughed

(Peter Bogdanovich, USA 1981, OF, 115 min)

(OF, 80 min) Zwei Museen (Heinz Emigholz, D 2013, 18 min) The Airstrip (Heinz Emigholz, D 2013, dF, 108 min)

Of Stains, Scrap & Tires (Brameshuber, Ö/F 2014, OmenglU, 19 min) Tourisme international (Voignier, F/Nordkorea 2014, OmenglU, 48 min)

La trattativa

The Road

Al doilea joc

The Big Melt

A Million Dreams

Psychic Eden

Schakale und Araber (Jean-Marie Straub, CH 2011, OmenglU, 11 min) De Palestijnen (Johan van der Keuken, NL 1975, OmenglU, 43 min)

Tiger Morse (Reel 14 of ****) (Andy Warhol, USA 1967, OF, 33 min) Outtakes from the Life of a Happy Man (J. Mekas, USA 2013, OF, 68 min)

10.30 The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring

Straub und Huillet bei der Arbeit … (Farocki, BRD 1983, OmenglU, 26 min) Georg K. Glaser … (Harun Farocki, BRD 1988, 44 min)

(Jean-Luc Godard, F 1964, OmenglU, 95 min)

(USA/CAN/I/F 2013/14, OmenglU, 65 min)

(Sabina Guzzanti, I 2014, OmenglU, 104 min)

(USA/Ö 2014, OF, 65 min)

(John Hillcoat, USA 2009, OmU, 111 min)

(Sakamoto Ayumi, J 2014, OmenglU, 145 min) (Corneliu Porumboiu, RO 2013, OmenglU, 97 min)

(Denis Côté, CAN 2014, OmenglU, 70 min) (Martin Wallace, Jarvis Cocker, GB 2013, OF, 70 min)

(Peter Jackson, USA/NZ 2001, OF, 178 min) 14.00 23rd August 2008 (Mulvey, Abdullah, Lewis, GB 2013, OF, 22 min) Hams al moodun (Kasim Abid, Irak/GB 2013, OmenglU, 62 min)

Oidhche Sheanchais (R. Flaherty, GB/IRL 1935, OmenglU, 12 min) Le Rappel des oiseaux (Stéphane Batut, F 2014, OmenglU, 41 min)

Tiger Morse (Reel 14 of ****) (Andy Warhol, USA 1967, OF, 33 min) Outtakes from the Life of a Happy Man (J. Mekas, USA 2013, OF, 68 min)

Siddharth

La Chambre bleue

Favula

15.30 Hacla (Tariq Teguia, Algerien/ F 2002, OmenglU, 24 min) Roma wa la n’touma (Tariq Teguia, Alg./F/D 2006, OmenglU, 111 min)

First Person Cinema und Tagebuchfilm

15.30 Ben o Değilim

La Marche à suivre

(Jean-Francois Caissy, CAN 2014, OmenglU, 74 min)

15.30 Der Geschmack des Lebens (Farocki, BRD 1979/, OmenglU, 29 min) Futatsume no mado (Kawase Naomi, F/J/E 2014, OmenglU, Zum Vergleich (Harun Farocki, 119 min) D/Ö 2009, englOF, 61 min)

Jauja

19.00 Holz einräumen (Simon Spitzer, Ö 2014, OmenglU, 17 min) Über Leben (Josh Josimovic, Ö/D 2014, OmU, 45 min)

My Name Is Salt

Journey Into a Fog. Artur Berger – Filmarchitekt

Filme von Dorit Margreiter

17.30 Kış Uykusu

(Ö 1992–2014, OF, 78 min)

(Nuri Bilge Ceylan, TR/D/F 2014, OmU, 196 min)

Zwei Museen (Heinz Emigholz, D 2013, 18 min) The Airstrip (Heinz Emigholz, D 2013, dF, 108 min)

La sapienza

Cavalo dinheiro

Stimmen

Halbe Welt

The Dog

(Alison Berg, Frank Keraudren, USA 2013, OF, 101 min)

The Duke of Burgundy

(Florian Flicker, Ö 1993, 83 min)

Dog Day Afternoon

El triste olor de la carne

We Come As Friends

Calvary

(Eugène Green, F/I 2014, OmenglU, 107 min)

(OF, 87 min)

(Farida Pacha, Indien/CH 2013, OmU, 92 min) (Pedro Costa, P 2014, OmenglU, 104 min)

(Richie Mehta, CAN/Indien 2013, OmenglU, 96 min) (Tayfun Pirselimoglu, TR/GR/F 2013, OmenglU, 124 min)

(Christian Dewald, Werner Michael Schwarz, Ö 2014, OmU, 85 min) (Mara Mattuschka, Ö 2014, OmenglU, 115 min)

(Mathieu Amalric, F 2014, OmenglU, 76 min)

Les Combattants

1971

Funerale du Mariano Lupo (I 1972, 14 min) 12 Dicembre (Giovanni Bonfanti, I 1971, OmenglU, 103 min)

Party Girl

(Johanna Hamilton, USA 2014, OF, 79 min)

Macondo

Frank

Phoenix

12.30 Ben o Değilim

(Christian Petzold, D 2014, 98 min)

(Tayfun Pirselimoglu, TR/GR/F 2013, OmenglU, 124 min)

(Thomas Cailley, F 2014, OmU, 100 min) (Sudabeh Mortezai, Ö 2014, OmenglU, 98 min)

(Lenny Abrahamson, GB/IRL 2014, OF, 95 min)

(Marie Amachoukeli, Claire Burger, Samuel Theis, F 2014, OmenglU, 95 min)

(Raúl Perrone, ARG 2014, OmenglU, 80 min)

(Sidney Lumet, USA 1975, OF, 124 min) (Hubert Sauper, F/Ö 2013, OmenglU, 105 min)

Farocki

(James Benning, USA 2014, 77 min)

(Peter Strickland, GB 2014, OF, 104 min)

(Lisandro Alonso, ARG/USA/NL/F/ MEX/DK/D 2014, OmenglU, 108 min)

Forma

(Sakamoto Ayumi, J 2014, OmenglU, 145 min)

(Cristóbal Arteaga Rozas, E 2013, OmenglU, 91 min) (John Michael McDonagh, IRL/GB 2014, OmU, 101 min)

Burying the Ex

(Joe Dante, USA 2014, OF, 89 min)

Deo Te-reo La-i-beu

Sorg og glaede

La trattativa

20,000 Days on Earth

16.00 Villa Touma

Jigoku de naze warui

La Marche à suivre

Bim Bam Boom… (Losier, USA/DK/MEX 2013, OmenglU, 13 min) Mambo Cool (Chris Guide, CO/USA 2013, OmenglU, 62 min)

Song from the Forest

Little Feet

Stray Dog

Pas son genre

(Lucas Belvaux, F/B 2013, OmenglU, 111 min)

Nepal Forever

The Homesman

(Debra Granik, USA 2014, OF, 105 min)

Nymph()maniac I (Director’s Cut)

Song from the Forest

Haganenet

The Many Faces of Comrade Gelovani

23.30 Nymph()maniac II (Director’s Cut)

Listen Up Philip

(Kim Byung-woo, Südkorea 2013, OmenglU, 97 min)

Heaven Knows What

(Benny Safdie, Joshua Safdie, USA 2014, OF, 93 min)

1971

(Johanna Hamilton, USA 2014, OF, 79 min)

(Nils Malmros, DK 2013, OmenglU, 107 min) (Michael Obert, D/CF/USA 2013, OmenglU, 96 min)

(Sabina Guzzanti, I 2014, OmenglU, 104 min) (Alexandre Rockwell, USA 2013, OF, 64 min)

A Girl Walks Home Alone at Night

20.00 Thwara Zanj

(Ana Lily Amirpour, USA 2014, OmenglU, 100 min)

(Tariq Teguia, AL/F/LB/QA 2013, OmenglU, 137 min)

Art and Craft

The Dog

(Sam Cullman, Jennifer Grausman, USA 2014, OF, 87 min)

(Alison Berg, Frank Keraudren, USA 2013, OF, 101 min)

(Iain Forsyth, Jane Pollard, GB 2013, OmU, 97 min)

(Lars von Trier, DK/SWE/F/B/D 2013, englOF, 148 min) (Lars von Trier, DK/SWE/F/B/D 2013, englOF, 178 min)

(Suha Arraf, IL 2014, OmenglU, 85 min)

(Michael Obert, D/CF/USA 2013, OmenglU, 96 min) (Alex Ross Perry, USA 2014, OF, 108 min)

(Sion Sono, J 2013, OmenglU, 119 min) (Aljona Polunina, RUS/Nepal 2013, OmenglU, 89 min) (Nadav Lapid, IL/F 2014, OmenglU, 120 min)

23.30 Whiplash

(Damien Chazelle, USA 2013, OmU, 106 min)

(Jean-Francois Caissy, CAN 2014, OmenglU, 74 min) (Tommy Lee Jones, USA 2014, OmU, 122 min)

(Mikheil Antadze, GE/USA 2014, OmenglU, 67 min)


Six Tales Told

John Ford

The Tony Longo Trilogy

(Thom Andersen, USA 2014, OF, 14 min)

El Adios Largos

(A. Lampert, USA/Mexiko 2013, OmeU, 11 min VIDEO) G Is the Dial (A. Lampert, GB 2013, OF, 6 min VIDEO) G/R/E/A/S/E (A. Pinent, E/CH/D 2013, OmeU, 21 min)

Retrospektive 16. Oktober bis 30. November

Twelve Tales Told

(Johann Lurf, Ö 2014, kein Dialog, 4 min)

The Dark, Krystle

18.30 Uhr

20.30 Uhr

The Sun Shines Bright

They Were Expendable

Young Mr. Lincoln

Fort Apache

Stagecoach

The Man Who Shot Liberty Valance

Just Pals

20.15 The Iron Horse

Pilgrimage

The Informer

Wagon Master

20.15 The Grapes of Wrath

Kentucky Pride

20.15 My Darling Clementine

Fr 24.10.

16.00 Doctor Bull (John Ford, USA 1933, OF, 79 min) 18.30 How Green Was My Valley (John Ford, USA 1941, OF, 118 min)

21.00 She Wore a Yellow Ribbon

Sa 25.10.

16.00 Rio Grande (John Ford, USA 1950, OF, 105 min) 18.30 The Quiet Man (John Ford, USA 1952, OF, 129 min)

21.00 The Long Voyage Home

So 26.10.

16.00 3 Bad Men (John Ford, USA 1926, OF, 99 min) 18.30 The Searchers (John Ford, USA 1956, OF, 119 min)

21.00 The Prisoner of Shark Island

16.00 The Fugitive (John Ford, USA 1947, OF, 104 min) 18.30 Lightnin’ (John Ford, USA 1925, OF, 104 min)

21.00 The Horse Soldiers

(Michael Robinson, USA 2013, OF, 10 min)

A Million Dreams Square Dance, Los Angeles County, California, 2013 (S. d. Fadas, USA 2013, OF, 9 min) La Nuit (Robert Fenz, USA/F 2014, stumm, 12 min) Two Weeks – Two Minutes (Judith Poirier, Kanada/USA 2013, kein Dialog, 2 min VIDEO)

womannightfilm

(Lee Anne Schmitt, USA 2014, OF, 5 min VIDEO)

Alan Vega, Just a Million Dreams (Marie Losier, F 2013, OF, 16 min)

ELSA merdelamerdelamer

(Abigail Child, USA 2013, OF, 4 min)

Strawberries in the Summertime (Jennifer

Reeves, Kanada/USA 2013, OF, 16 min VIDEO)

Psychic Eden Transformers: The Premake

(Kevin B. Lee, USA 2014, OF, 25 min)

Praxis – 14 (Selektion)

(Dietmar Brehm, Ö 2014, kein Dialog, 10 min VIDEO)

Psychic Driving

(William E. Jones, USA 2014, OF, 15 min VIDEO)

Eden’s Edge (Three Shorts on the Californian Desert) (Gerhard Treml, Leo Calice,

Ö/USA 2014, OF, 20 min) Canopy (K. Jacobs, USA 2014, stumm, 5 min VIDEO)

of Hats and Horses Joyas voladoras (A. Ravett, USA 2014, OF, 7 min) Pris dans le tourbillon (Fabrice Aragno, CH 2014, OmeU, 27 min) ’A iucata (M. Pennetta, CH 2013, OmeU, 38 min)

Filme von Deborah Stratman O’er the Land (USA 2009, OF, 52 min) Musical Insects (USA 2012, kein Dialog, 7 min VIDEO) Hacked Circuit (USA 2013, OF, 15 min)

Filme von Kevin J. Everson Fe26 (USA 2014, OF, 7 min VIDEO) Stoplight Liberty

(USA 2013, stumm, 2 min) Sound That (USA 2014, OF, 12 min)

Do 16.10. Fr 17.10. Sa 18.10. So 19.10. Mo 20.10. Mi 22.10. Do 23.10.

Mo 27.10.

Charlie’s Proof

(USA 2013, OF, 13 min)

Sugarcoated Arsenic (Claudrena Harold,

Kevin Jerome Everson, USA 2013, OF, 20 min)

Filme von Dorit Margreiter

Film Titel Liste (Dorit Margreiter, Mathias Poledna,

Heimo Zobernig, Ö 1997, kein Dialog, 4 min)

10104 Angelo View Drive

(Ö/USA 2004, stumm, 7 min) Aporia (GB/Ö 2009, OF, 13 min) Ballgasseland (Hans Küng, Dorit Margreiter, Florian Pumhösl, Mathias Poledna, Ö 1992, OF, 12 min) Pavilion (Ö/I 2009, stumm, 8 min)

Grandeur et décadence d’un petit … (GB/Ö 2004/2014, englOF, 14 min)

Broken Sequence

(China/Ö 2013, kein Dialog, 8 min) zentrum (D/Ö 2004, stumm, 3 min) cinéma (Ö 2014, stumm, 9 min)

Kartenvorverkauf AB 18. OKTOBER, tägl. 10–20 Uhr Gartenbaukino, 1., Parkring METRO KINOKULTURHAUS, 1., Johannesg. 4 Schottentor-Passage, 1., Schottentor

Kartenverkauf Retrospektive An den Vorverkaufskassen und im Filmmuseum (die Kasse öffnet eine Stunde vor der ersten Vorstellung) Reservierungen: Tel. 01/533 70 54 oder www.filmmuseum.at OF Originalfassung englOF englische Originalfassung OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln

(John Ford, USA 1939, OF, 100 min) (John Ford, USA 1939, OF, 96 min) (John Ford, USA 1920, OF, 61 min) (John Ford, USA 1933, OF, 95 min) (John Ford, USA 1950, OF, 85 min) (John Ford, USA 1925, OF, 77 min)

(John Ford, USA 1945, OF, 131 min) (John Ford, USA 1948, OF, 127 min) (John Ford, USA 1962, OF, 123 min) (John Ford, USA 1924, OF, 122 min) (John Ford, USA 1935, OF, 91 min) (John Ford, USA 1940, OF, 129 min) (John Ford, USA 1946, OF, 97 min)

(John Ford, USA 1949, OF, 103 min)

(John Ford, USA 1940, OF, 105 min) (John Ford, USA 1936, OF, 96 min)

(John Ford, USA 1959, OF, 119 min)

16.00 Drums Along the Mohawk

(John Ford, USA 1939, OF, 104 min) 18.30 Riley the Cop (John Ford, USA 1928, OF, 66 min)

Mi 29.10. The Brat (John Ford, USA 1931, OF, 65 min)

21.00 The Lost Patrol

(John Ford, USA 1934, OF, 73 min)

16.00 7 Women

(John Ford, USA 1965, OF, 84 min)

Do 30.10.

18.30 Wee Willie Winkie

(John Ford, USA 1937, OF, 100 min)

21.00 Sergeant Rutledge

(John Ford, USA 1960, OmU, 21 min)

16.00 Pilgrimage

(John Ford, USA 1933, OF, 95 min)

Fr 31.10.

18.30 Four Sons

(John Ford, USA 1928, OF, 99 min)

21.00 They Were Expendable (John Ford, USA 1945, OF, 131 min)

16.00 John Ford Goes to War

(John Ford, USA 1942–1951, OF, 95 min)

Sa 1.11.

18.30 The Whole Town’s Talking (John Ford, USA 1935, OF, 93 min)

21.00 3 Godfathers

(John Ford, USA 1948, OF, 106 min)

16.00 Directed by John Ford

Chevelle

(USA 2011, kein Dialog, 8 min) The Citizens (USA 2009, OF, 6 min)

(John Ford, USA 1953, OF, 94 min)

(Peter Bogdanovich, USA 1971, OF, 102 min)

So 2.11. Mo 3.11.

18.30 Steamboat Round the Bend

21.00 The Sun Shines Bright

Bucking Broadway (John Ford, USA 1917, OF, 44 min) The Shamrock Handicap (John Ford, USA 1926, OF, 70 min)

21.00 Two Rode Together

(John Ford, USA 1935, OF, 81 min)

When Willie Comes Marching Home Mi 5.11. (John Ford, USA 1950, OF, 82 min)

Do 6.11. Fr 7.11.

(John Ford, USA 1953, OF, 94 min)

(John Ford, USA 1961, OF, 109 min)

Fort Apache

(John Ford, USA 1948, OF, 127 min)

Doctor Bull

20.15 Cheyenne Autumn

The Fugitive

She Wore a Yellow Ribbon

(John Ford, USA 1933, OF, 79 min) (John Ford, USA 1947, OF, 104 min)

(John Ford, USA 1964, OF, 147 min) (John Ford, USA 1949, OF, 103 min)

16.00 The Iron Horse

(John Ford, USA 1924, OF, 122 min)

Sa 8.11.

18.30 Rio Grande

(John Ford, USA 1950, OF, 105 min)

The Quiet Man

(John Ford, USA 1952, OF, 129 min)

16.30 Wagon Master

(John Ford, USA 1950, OF, 85 min)

So 9.11. Fr 14.11.

18.30 The Informer

(John Ford, USA 1935, OF, 91 min)

My Darling Clementine

(John Ford, USA 1946, OF, 97 min)

7 Women

(John Ford, USA 1965, OF, 84 min)

16.00 Sergeant Rutledge

(John Ford, USA 1960, OmU, 21 min)

Sa 15.11. So 16.11. Mo 17.11. Sa 22.11.

18.30 Young Mr. Lincoln

(John Ford, USA 1939, OF, 100 min)

The Man Who Shot Liberty Valance (John Ford, USA 1962, OF, 123 min)

16.00 The Horse Soldiers (John Ford, USA 1959, OF, 119 min) 18.30 How Green Was My Valley (John Ford, USA 1941, OF, 118 min) 3 Bad Men

(John Ford, USA 1926, OF, 99 min)

16.30 Two Rode Together

(John Ford, USA 1961, OF, 109 min)

16.00 3 Godfathers (John Ford, USA 1948, OF, 106 min)

So 23.11. 18.30 Drums Along the Mohawk (John Ford, USA 1939, OF, 104 min) 16.30 The Whole Town’s Talking (John Ford, USA 1935, OF, 93 min)

Sa 29.11. 18.30 The Grapes of Wrath (John Ford, USA 1940, OF, 129 min)

21.00 Stagecoach

(John Ford, USA 1939, OF, 96 min)

16.00 The Prisoner of Shark Island (John Ford, USA 1936, OF, 96 min)

So 30.11.

18.00 The Long Voyage Home (John Ford, USA 1940, OF, 105 min)

20.15 The Searchers

(John Ford, USA 1956, OF, 119 min)

Tickets: Tel. 0800 664 014 oder www.viennale.at


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„Man muss sich einen Weg durch das Filmmaterial denken“ US-Dokumentarist Frederick Wiseman hat ein Porträt der National Gallery gedreht – und doch lieber keinen Rembrandt mitgehen lassen Allein im Museum: Eine faszinierende, dreistündige Tour durch die Londoner National Gallery

ren war. Eine Frau, die gerade einen Freund von mir besuchte, arbeitet dort. Sie kannte meine Filme und fragte mich, ob mich das interessieren würde, und hat mich dann dem Leiter der National Gallery vorgestellt. So etwas ist mir schon öfter passiert, allerdings noch nie beim Skifahren in der Schweiz. (Lacht.)

INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER / CANNES

I

F o t o s : V i e n n a l e , G R ET J E F E R G U SON

n über 40 Dokumentarfilmen erzählt der ehemalige Rechtsanwalt Frederick Wiseman seit 1967 vom Leben und Arbeiten. Er hat sich im Nobelstripclub herumgetrieben („Crazy Horse“, 2011), auf der Uni („At Berkeley“, 2013), sich mit den Ämtern der Ärmsten befasst und in Venedig gerade erst den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhalten. „Cinéma vérité“ ist für den 84-jährigen US-Filmemacher bloß ein hochtrabender französischer Terminus ohne Bedeutung, zu genau weiß er um die manipulative Kraft des dokumentarischen Kinos. Warum man sich trotz ähnlichem Schauplatz nach dem österreichischen Film „Das große Museum“ seinen Film „National Gallery“ unbedingt anschauen sollte, ist simpel: In Ersterem sieht man, wie das Bild des Präsidentenzimmers restauriert wird. In Letzterem, wie man die Kunst von Jahrtausenden vermittelt – und wie man eine gute Story erzählt, egal, ob per Ölschinken oder Film.

Frederick Wiseman, der Doyen des Dokumentarkinos, hat bei der Arbeit nur eine Regel: film weiter!

Ist es für Sie immer noch ein Vergnügen, hinter die Kulissen einer Institution schauen zu dürfen? Wiseman: Natürlich. Wenn man da ganz alleine sein darf, allenfalls mit einem Museumswärter in Sichtweite, der einen davon abhält, einen Rembrandt zu stehlen, ist das schon etwas Besonderes.

Falter: Haben Sie Regeln beim Filmemachen? Frederick Wiseman: Nur eine: Wenn du mit einer Szene einmal begonnen hast, dreh weiter, versuch nicht, zu erraten, was passieren wird. Sonst kannst du sicher sein, dass die Kamera gerade im entscheidenden Moment nicht läuft.

Finden Sie Ihre Themen oder finden Ihre Themen zu Ihnen? Wiseman: Das passiert oft per Zufall. Auf die National Gallery in London bin ich gekommen, weil ich in der Schweiz Ski fah-

Wie groß ist Ihre Crew? Ist es schwierig, mit Kamera in der Menge zu verschwinden? Wiseman: Wir sind immer nur zu dritt, da wird man leicht unsichtbar. Ich drehe allerdings selten an Orten, wo sich viele Menschen aufhalten. Interessanterweise macht das auch kaum einen Unterschied. Ich habe vor vielen Jahren in einem Wohlfahrtszentrum in New York gedreht („Welfare“, 1974). Die Mitarbeiter wussten, dass ein Film gedreht wird, aber die Klienten, die hereinkamen, nicht. Ich habe während der Gespräche am Schreibtisch gedreht und die Leute haben nicht einmal in die Kamera geschaut. Niemand hat mich gefragt, wer ich bin oder was ich hier mache. Keine Ahnung, warum das so ist, ich schätze, das ist eine Kombination aus Indifferenz und Narzissmus.

Gartenbau: Sa, 25.10., 14 Uhr Urania: Di, 28.10., 12 Uhr (OF)

Für „National Gallery“ haben Sie angeblich 170 Stunden gefilmt, wie gehen Sie an den Schnitt heran? Wiseman: Man muss sich einfach hinsetzen, bis der Film fertig ist, muss sich ei-

nen Weg durch das Material denken. Zuerst sichte ich, dann schneide ich die Sequenzen, von denen ich denke, dass ich sie verwenden werde. Damit beginnt die Arbeit an der Struktur – ich kann das nicht abstrakt machen, ich muss Szenen nebeneinanderstellen können und schauen, ob sie funktionieren. Ein Film muss zuerst einmal buchstäblich funktionieren, bevor man sich mit den übergeordneten Ideen auseinandersetzt, die die Reihenfolge der Szenen evoziert. Die Erstfassung dauert meistens eine Stunde länger als die Endfassung, und dann spiele ich mich damit, arbeite am Rhythmus, verändere die Anordnung. Das Schneiden ist dem Schreiben sehr ähnlich – da ist man durch das eigene Vorstellungsvermögen und den Sprachgebrauch beschränkt, ich bin es durch das Ausgangsmaterial. Was hat Sie am Alltag in dem Museum am meisten überrascht? Wiseman: Wie viel Wissen man braucht, um ein Bild zu lesen. Wenn man sich ein Bild aus dem Mittelalter ansieht und keine Ahnung von Kirchengeschichte hat, wird man es schwer haben und sich nur an der Form und Farbe erfreuen können. Da gibt es eine Art Code, durch den wird das Bild viel reicher. Haben die Leute an den Drehorten nie versucht, Sie zu beeinflussen? Wiseman: Nein, dieses Problem hatte ich nur bei meinem allerersten Film. „Titicut Follies“ (1967) war 24 Jahre lang teilweise verboten, weil ein Politiker Angst hatte, es könnte seiner Karriere schaden, dass er mir geholfen hat, eine Dreherlaubnis für eine Haftanstalt psychisch Kranker zu bekommen. Immerhin, eine verbotene Frucht habe ich vorzuweisen … F


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V i e n na le 14

Viennale 14 Spielfilme 52 Tuesdays (AUS 2013) R: Sophie Hyde D: Tilda Cobham-Harvey, Del Herbert-Jane, Beau Travis Williams. 114 min. Jane will mithilfe Operation und lang ersehnter Hormontherapie endlich zu James werden. Nicht ganz einfach für Billie, die 16-jährige Tochter, mit dieser radikalen Veränderung zurechtzukommen. Die beiden nehmen sich vor, 52 Dienstage zusammen zu verbringen. Urania: Di 28.10., 20.30 + Gartenbau: Fr 31.10., 23.00 (OmU) Amour Fou (Ö/LUX/D 2014) R: Jessica Hausner D: Birte Schnöink, Christian Friedel, Sandra Hüller, Stephan Grossmann, Barbara Schnitzler. 96 min. Lichtbildnerei der Melancholie, vom Freitod des Heinrich von Kleist anno 1811 inspiriert. „Mir ist auf Erden nicht zu helfen“, schmachtet der Autor einmal seine taffe Cousine Marie, dann wieder deren sensiblere Bekannte Henriette an: „Ich suche eine Partnerin nicht für das Leben, sondern zum Sterben.“ Gartenbau: Do 23.10., 19.30, 23.00 Calvary / Am Sonntag bist du tot (IRL/GB 2014) R: John Michael McDonagh D: Brendan Gleeson, Chris O’Dowd, Kelly Reilly, Isaach De Bankolé, M. Emmet Walsh. 101 min. Father James Lavelle nimmt einem Mann die Beichte ab, da eröffnet ihm dieser, dass er ihn am Sonntag in sieben Tagen töten wird. Der Priester kann, da ans Beichtgeheimnis gebunden, keine Hilfe erbitten, also nutzt er die Zeit, seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Nervig, aber ganz gut gespielt. Gartenbau: Di 28.10., 18.00 + Urania: Mi 5.11., 13.00 (OmU) Birdman (or The Unexpected Virtue of Ignorance) (USA 2014) R: Alejandro González Inárritu D: Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton, Andrea Riseborough. 119 min. Tragikomisches Künstlerdrama: Riggan Thomson, der vom einstigen Ruhm als Darsteller des Superhelden „Birdman“ zehrt, will sich als seriöser Regisseur am Broadway beweisen. Doch seine Raymond-Carver-Inszenierung gerät in arge Turbulenzen, als sein Hauptdarsteller von einem Scheinwerfer getroffen ausfällt und rasch Ersatz gefunden werden muss. Gartenbau: Mi 29.10., 18.00 + Di 4.11., 23.00 (OF) Bird People (F 2014) R: Pascale Ferran D: Mathieu Amalric, Philippe Duclos, Kate Moran. 128 min. Der an Panikattacken leidende Geschäftsmann Gary checkt am Pariser Flughafen im Hotel ein, das neugierige Zimmermädchen Audrey verwandelt sich nach einem Stromausfall in einen Spatz. David Bowies „Space Oddity“ liefert den mitreißenden Sound dazu. Urania: Sa 25.10., 18.00 + Gartenbau: So 26.10., 18.00 (OmenglU) Burying the Ex (USA 2014) R: Joe Dante D: Anton Yelchin, Ashley Greene, Alexandra Daddario. 89 min. Max ist süß, Evelyn sexy, die beiden ein tolles Paar. Allerdings ist Evelyn auch extrem dominant, und das selbst nachdem sie sich bei einem Unfall den Hals gebrochen hat! Eine „Zom Com“, verspricht Kultregisseur Dante, die ein für allemal beweist, dass gewisse Beziehungen einfach nicht umzubringen sind. Gartenbau: Do 30.10., 23.00 + Fr 31.10., 11.00 + Urania: Do 6.11., 13.00 (OF) Buzzard (USA 2014) R: Joel Potrykus D: Joshua Burge, Joel Potrykus, Teri Ann Nelson. 97 min. Marty Jacki-

tansky, ein kleiner Bankangestellter mit krimineller Neigung, fliegt auf, flüchtet sich in Wahnvorstellungen und schließlich nach Detroit, wo er zu einer Odyssee durch Motels, Fast-Food-Diner und Elektrofachmärkte antritt. „Ein klarsichtiger Blick auf die USA der Gegenwart, durch die Augen eines asozialen Paranoikers“ (Lukas Foerster). Gartenbau: Mo 27.10., 18.00 + Urania: Di 28.10., 23.00 (OF) La Chambre bleue (F 2014) R: Mathieu Amalric D: Léa Drucker, Mathieu Amalric, Stéphanie Cléau, Serge Bozon. 76 min. Fatale Begierde nach Roman von Georges Simenon: Julien verbringt die Nachmittage mit seiner Jugendfreundin Esther in einem blau tapezierten Hotelzimmer, bis vom Kleinstadtidyll seines bisherigen Lebens nichts mehr übrig ist. Rasant erzählter Krimi, schnörkelloses Melodram. Gartenbau: So 2.11., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 3.11., 13.30 (OmenglU) Clouds of Sils Maria (F 2014) R: Olivier Assayas D: Chloe Grace Moretz, Juliette Binoche, Kristen Stewart, Lars Eidinger. 123 min. All about Maria: Eine alternde Schauspielerin sieht sich bei der Arbeit an einem Theaterstück mit ihrem jüngeren Selbst konfrontiert und reißt in die Berge aus – nach Sils Maria, ausgerechnet! Gartenbau: Sa 25.10., 20.30 + So 26.10., 10.30 + Di 28.10., 6.30 (OmenglU) Les Combattants (F 2014) R: Thomas Cailley D: Adèle Haenel, Kévin Azais, Antoine Laurent. 100 min. Während eines Ausbildungskurses beim französischen Militär kommen Madeleine und Arnaud einander näher. Etwas schräge RomCom, an der frischen Luft gedreht in Aquitanien, der Heimatregion des Regisseurs. Gartenbau: Do 30.10., 18.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 23.30 (OmU) Court (Indien 2014) R: Chaitanya Tamhane D: Vira Sathidar, Vivek Gomber, Geentanjali Kulkami. 116 min. Narayan Kamble, ein politischer Aktivist, der mit ein paar Musikern durch die Arbeitersiedlungen im Distrikt von Mumbai tourt, steht wegen Mordes vor Gericht: Ein Bergarbeiter soll unter dem Eindruck seiner Songs in selbstmörderischer Absicht in den Stollen gegangen sein. Packendes Courthouse-Drama, das hart mit Indiens anachronistischer Justiz ins Gericht geht. Gartenbau: Fr 24.10., 10.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 21.00 (OmenglU) La creazione di significato (CAN/I 2014) R: Simone Rapisarda Casanova D: Pacifico Pieruccioni, Alexander auf der Heyde, Siria Battelli. 94 min. Pacifico lebt als Hirte in den Apuanischen Alpen. Hier, im Norden der Toskana, massakrierte einst die Waffen-SS kurz vor Kriegsende noch rasch Hunderte Zivilpersonen. Bis heute scheinen die Geister jener blutigen Vergangenheit nicht zur Ruhe gekommen zu sein. Landschaft, das Leben und die Legenden werden eins. Metro, Pleskow Saal: Sa 25.10., 17.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 18.30 (OmenglU) Deux jours, une nuit (B/F/I 2014) R: Jean-Pierre & Luc Dardenne D: Marion Cotillard, Fabrizio Rongione, Pili Groyne, Simon Caudry. 95 min. Sandra oder Bonus? Vor diese Frage werden die 16 Mitarbeiter einer kleinen Firma gestellt: Entweder ihre Kollegin wird gefeuert oder alle müssen auf eine Prämie von 1000 Euro verzichten. Ein Film über den Kapitalismus, die Krise und was das aus den Menschen macht. Gartenbau: Mo 27.10., 20.30 + Mi 29.10., 11.00 (OmU)

T e x te : M ichael O masta S abina Z eithamme r M ichael P ekle r

Dog Day Afternoon (USA 1975) R: Sidney Lumet D: Al Pacino, John Cazale, Penelope Allen, Charles Durning, James Broderick. 124 min. Geschichte eines Banküberfalls mit Geiselnahme, wie er sich am 22. August 1972 in Brooklyn tatsächlich ereignete. In sorgfältiger Detailschilderung erzählt Regiemeister Lumet von der Verfasstheit der Täter, den Hintergründen ihres Handelns und der Mechanismen eines Geiseldramas, das sich „dank“ der Medien in aller Öffentlichkeit abspielt. Ein quasi verspäteter Höhepunkt des New-HollywoodKinos. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 23.30 + Metro: Mi 5.11., 11.00 (OF) The Duke of Burgundy (GB 2014) R: Peter Strickland D: Sidse Babett Knudsen, Chiara D’Anna, Monica Swinn, Eugenia Caruso. 104 min. Das nach einer seltenen Schmetterlingsart benannte Drama erzählt von der Beziehung zwischen Amateur-Lepidopteristin Cynthia (Knudsen, of „Borgen“ fame) und ihrer neuen Haushälterin Evelyne, welche sich bereitwillig unterwirft und mehr und mehr zu ihrer Sex-Sklavin macht. Gartenbau: Mo 3.11., 15.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 21.00 (OF) Stella cadente / Falling Star (E 2014) R: Luis Minarro D: Àlex Brendemühl, Lola Duenas, Bárbara Lennie, Lorenzo Balducci. 105 min. Popkomödie, schwule Träumerei und Kammerspielfilm: Amadeo von Savoyen (1845–90), spanischer Regent, verliert mit dem Scheitern seiner fortschrittlichen Ideen nach und nach auch den Bezug zur Realität. Metro, Pleskow Saal: Mo 27.10., 14.30 + Metro: Di 28.10., 21.00 (OmenglU) Favula (ARG 2014) R: Raúl Perrone D: Lucia Ozan, Nix Noise, Aleli Sueldo, Sara Navarro. 80 min. Die freie Interpretation einer afrikanischen Fabel, im Stil von Opas Kino mit Rückpro-Technik gedreht: Vor diesem Hintergrund nimmt die Geschichte der am Rande des Dschungels und der Gesellschaft lebenden Familie ihren Lauf, die nach Ankunft einer Fremden eine neue Wendung nimmt. „Perrone überlagert diese minimalistischen Bilder mit einem maximalistischem Soundtrack“ (Mark Peranson). Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 13.30 + Metro: Mi 5.11., 16.00 (OmenglU) Forma (J 2014) R: Sakamoto Ayumi D: Umeno Nagisa, Matsuoka Emiko, Nozoe Seiji, Mitsuishi Ken. 145 min. Ein überraschendes Regiedebüt: Geschichte zweier ehemaliger Schulfreundinnen, Ayako und Yukari, die als Erwachsene nun auch die Schattenseiten ihrer Freundschaft kennenlernen. Ein gemessener Thriller in gedämpften Grau-, Schwarz- und Beigetönen, der volle Aufmerksamkeit erfordert. Metro, Pleskow Saal: Mi 5.11., 19.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 21.00 (OmenglU) Frank (GB/IRL 2014) R: Lenny Abrahamson D: Michael Fassbender, Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Tess Harper. 95 min. „Das Verrückteste an Soronprfbs ist nicht der unaussprechliche Name. Es ist auch nicht das an Spinal Tap erinnernde Problem, einen ziemlichen Verschleiß an Keyboardern zu haben. Es ist der Umstand, dass der Bandleader Frank (Fassbender!) niemals ohne seinen riesigen Pappmaché-Kopf zu sehen ist.“ (MaryAnn Johanson) Gartenbau: Di 28.10., 23.00 + Di 4.11., 6.30 + Urania: Sa 1.11., 13.00 (OF) Mula sa Kung Ano ang Noon / From What Is Before (Philippinen 2014) R: Lav Diaz D: Perry Dizon, Roeder Camanag, Hazel Orencio. 338 min. Episches sechsstündiges Schwarzweißdrama des philippini-

schen Großmeisters Lav Diaz, das die unter Diktator Marcos in den 1970er-Jahren erlassenen Notstandsgesetze in seiner Heimat zum Thema hat. Der große weiße Wal unter den Produktionen des heurigen Jahres, Gewinner des Hauptpreises beim Festival von Locarno. Metro: So 2.11., 10.30 (OmenglU) El futuro (E 2013) R: Luis López Carrasco D: Lucia Alonso, Queta Herrero, Rafael Ayuso, Sergio Jiménez. 67 min. Der Sieg der sozialistischen Arbeiterpartei sorgt für Ausgelassenheit und Tanzpartys in der linken Szene. Eine schillernde Wahlnacht, junge Menschen in somnambuler Verzückung. 1982 ist „el futuro“, die Zukunft für ein aufstrebendes, junges Spanien. Urania: Sa 25.10., 23.00 + Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 19.30 (OmenglU) Die geliebten Schwestern (D/Ö 2014) R: Dominik Graf D: Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Henriette Confurius, Ronald Zehrfeld, Claudia Messner. 170 min. Weimar, 1787. Charlotte von Lengefeld und ihre Schwester Caroline, verehelichte von Beulwitz, lernen den jungen Friedrich Schiller kennen und lieben. „Was mich von Anfang an fasziniert hat: Einen Film über Worte zu machen, Worte der Liebe, der Versprechen, der frohen Sehnsucht nach einem anderen bürgerlichen Leben.“ (Dominik Graf) Gartenbau: Sa 1.11., 17.00 (OmU) Bande de filles / Girlhood (F 2014) R: Céline Sciamma D: Karidja Touré, Assa Sylla, Lindsay Karamoh, Marietou Touré. 112 min. Marieme ist 16, lebt in Paris und hat jede Menge Probleme. Dann lernt sie drei im ganzen Viertel berüchtigte Mädchen kennen, verändert ihren Stil, bricht die Schule ab und nimmt den Namen Vic an. Stimmig erzählte Studie über aus Afrika stammende Teenager, die ihre Jugend im Schutz einer Clique erleben. Gartenbau: Fr 24.10., 20.30 + Urania: So 26.10., 13.00 (OmenglU) A Girl Walks Home Alone at Night (USA 2014) R: Ana Lily Amirpour D: Sheila Vand, Arash Marandi, Dominic Rains, Mozhan Marno. 100 min. Bad City, eine Geisterstadt im Iran, ist Schauplatz dieses Horrorfilms, der auf Schwarzweiß, Retro-Styling und Spaghetti-Western-Musik setzt. Niemand kennt das bedrohliche Geheimnis jenes Orts: Es lauert im Dunkel der Nacht, ist einsam und trinkt menschliches Blut. Gartenbau: So 26.10., 23.00 + Urania: Sa 1.11., 20.30 (OmenglU) El escarabajo de oro / The Gold Bug (ARG/DK/SWE 2014) R: Alejo Moguillansky, Fia-Stina Sandlund D: Rafael Spregelburd, Walter Jakob, Luciana Acuna. 100 min. Ein schwedischer und ein argentinischer Filmemacher bekommen den Auftrag, das Leben einer dichtenden Feministin zu verfilmen. Die gewitzten Argentinier schreiben das Drehbuch um, sodass sie nebenbei in einer alten Mission auf Schatzsuche gehen können. Ein schelmischer Kommentar zur Situation des argentinischen Independentkinos, der Titel spielt auf eine Geschichte von Edgar Allan Poe an. Metro: Mi 29.10., 16.00 + Urania: Do 30.10., 23.00 (OmenglU) Adieu au langage 3D / Goodbye to Language 3D (F/CH 2014) R: Jean-Luc Godard D: Héloise Godet, Zoé Bruneau, Kamel Abdeli, Jessica Erickson. 70 min. Ein Film, der die Zuschauer zu Versuchskaninchen macht: „Wie viel verträgt unsere Wahrnehmung? Wenn Filme zu schauen bedeutet, sehend zu denken, dann erteilt ‚Adieu au langage‘ Unterricht im Schielen.“ (Nino

FOTOS: VIENNALE, FILMARCHIV AUSTRIA

Viennale im Bild

Spielfilm „Time Lapse“ von Bradley King: Mumblecore goes Science Fiction, ein Blick in die Zukunft mit George Finn (S. 22)

„In Focus: Tariq Teguia“, algerischer Regisseur und mit Filmen wie „Rome Rather Than You“ Chronist der jungen Generation (S. 27)

„Special: Fritz Kortner“, Schauspieler aus Wien, hier im britischen Exil als Bösewicht in „Abdul the Damned“ von Karl Grune (S. 29)


Alle Termine, Film für Film, vom 23. Oktober bis zum 6. November Klingler) Gartenbau: Fr 31.10., 21.00 + Sa 1.11., 11.00 (OmU) Halbe Welt (Ö 1993) R: Florian Flicker D: Rainer Egger, Maria Schrader, Goran Rebic, Mercedes Echerer, Dani Levy. 83 min. Die Nacht wird zum Tag, den Tag verbrennt die Sonne. Florian Flickers zweiter Spielfilm, eine düstere Sci-Fi-Story – vom Überleben in einem subterranen Schmelztiegel, von Gedankenkontrolle und totaler Überwachung –, war ursprünglich als (noch) fiktive Doku über die Simulationsindustrie geplant. Vorführung in memoriam Florian Flicker (1965–2014). Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 3.11., 21.00 Happy Christmas (USA 2013) R: Joe Swanberg D: Anna Kendrick, Melanie Lynskey, Joe Swanberg, Mark Webber. 82 min. Weihnachten steht vor der Tür. Und mit ihm Jenny, die ungezogene kleine Schwester von Filmemacher Jeff, der mit Schriftstellergattin Kelly und dem zweijährigen Jude in Chicago lebt. „Eine leise, ernste Komödie über Ehe, Elternschaft und die alltäglichen Strapazen, ein unbändiges Kleinkind großzuziehen und dabei ein kreatives Leben zu führen.“ (Stephen Holden) Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 16.00 + Gartenbau: Do 30.10., 13.00 (OF) Trudno byt’ bogom / Hard to Be a God (RUS 2013) R: Aleksei German D: Leonid Yarmolnik, Aleksandr Chutko, Yuriy Tsurilo. 170 min. Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Das erfahren auch die paar Männer, die in naher Zukunft einen Planeten entdecken, der der Erde vor 800 Jahren gleicht. Ein dystopischer Entwurf, basierend auf Motiven des Romans der Brüder Strugazki, dessen Dreharbeiten sechs Jahre in Anspruch nahmen (und der erst nach dem Tod des Regisseurs von dessen Frau und Sohn fertiggestellt wurde). Metro: Sa 25.10., 21.00 (OmenglU) Heaven Knows What (USA 2014) R: Benny Safdie, Joshua Safdie D: Arielle Holmes, Caleb Landry Jones, Eleonore Hendricks. 93 min. New Yorker Vagabunden. Harley ist verrückt nach Ilya. Umgekehrt ist’s genauso, aber mit Worten schwierig zu sagen. Beide sind sie drogensüchtig, ständig hinter dem nächsten Schuss her. Bisher härtester Film der Safdie Brothers („Go Get Some Rosemary“, 2009). Gartenbau: Di 28.10., 15.30 + Urania: Fr 31.10., 20.30 (OF) Jayueui Onduk / Hill of Freedom (Südkorea 2014) R: Hong Sangsoo D: Ryo Kase, Sori Moon, Younghwa Seo, Euisung Kim. 66 min. In seinem 16. Spielfilm schickt Hong Sangsoo, der „Maestro der komischen Anthropologie“ (Toronto Filmfestival), einen waidwunden Japaner nach Seoul. Das „Hill of Freedom“, ein japanisches Café im pittoresken Bezirk Bukchon, dient als Ausgangspunkt für dessen Suche nach seiner Liebsten. Gartenbau: Fr 24.10., 15.30 + Metro: So 26.10., 21.00 (OmenglU) The Homesman (USA 2014) R: Tommy Lee Jones D: Tommy Lee Jones, Hilary Swank, David Dencik, William Fichtner, John Lithgow. 122 min. Die gottesfürchtige Siedlerin Mary Bee Cuddy rettet dem Outlaw George Briggs das Leben. Gemeinsam bringen sie drei Pioniersfrauen, denen das Land und die Härte des Lebens dort schlicht den Verstand geraubt hat, in die Zivilisation zurück. Klingt wie „The African Queen“, umgesiedelt nach Nebraska. Gartenbau: Mo 3.11., 10.30 + Urania: Do 6.11., 18.00 (OmU) Cavalo dinheiro / Horse Money (P 2014) R: Pedro Costa D: Ventura, Vitalina Varela, Tito Furtado, Benvindo Tavares. 104 min. Phantasmagorie der Langsamkeit. Schon einmal, in „Juventude em marcha“ (2006), hat Filmer Costa ihn begleitet: Ventura, den alten Einwanderer von den Kapverden, der von dunklen Erinnerungen geplagt und mittlerweile in einer verlassenen Klinik behandelt wird. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 21.00 + Metro, Pleskow Saal: So 2.11., 14.30 (OmenglU) Arrête ou je continue / If You Don’t, I Will (F 2013) R: Sophie Fillières D: Emmanuelle Devos, Mathieu Amalric, Anne Brochet. 102 min. Wer „Paarbeziehung“ sagt, muss auch „Beziehungsproblem“ sagen. Ein solches haben nun auch Pomme und Pierre, doch richtig trennen wollen die beiden sich nicht. Dann haut Pomme einfach aus Lyon ab und beschließt, ein paar Tage ganz für sich im Wald zu bleiben. Gartenbau: Di 28.10., 20.30 + Urania: Mi 29.10., 18.00 (OmenglU) Ben o Değilim / I’m Not Him (TR/GR/F 2013) R: Tayfun Pirselimoglu D: Ercan Kesal, Maryam Zaree. 124 min. Liebesgeschichte noir: Der einzelgängerische Nihat sieht dem wegen Mordes inhaftierten Mann seiner Kollegin Ayşe nicht nur ähnlich, sondern er beginnt allmählich dessen ganze Existenz zu übernehmen! Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 15.30 + Urania: Mo 3.11., 12.30 (OmenglU)

Jauja (ARG/USA/NL/F/MEX/DK/D 2014) R: Lisandro Alonso D: Viggo Mortensen, Ghita Norby, Viilbjork Malling Agger. 108 min. Kino als eine Reise in wilde, unwirtliche Natur: In seinem ersten internationalen Film setzt der Brasilianer Alonso einen dänischen Ingenieur Gunnar Dinesen und seine Tochter Ingeborg mitten in Patagonien aus, wo das Militär gerade einen Feldzug gegen die indigene Bevölkerung führt. Gartenbau: Mi 5.11., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 16.00 (OmenglU) Haganenet / The Kindergarten Teacher (IL/F 2014) R: Nadav Lapid D: Sarit Larry, Avi Shnaidman, Lior Raz, Hamuchtar. 120 min. Vorschullehrerin Nira hat es sich zur Aufgabe gemacht, den kleinen Yoav zu fördern: Bald schon überschreitet sie bei ihrem „Kreuzzug“ für das dichtende Wunderkind die Grenzen der Vernunft und des Gesetzes – ein Sinnbild für die israelische Gesellschaft heute. Urania: Mi 5.11., 20.30 + Metro: Do 6.11., 13.00 (OmenglU) Kommunisten (F/CH 2014) R: Jean-Marie Straub. 70 min. Ein „utopischer Film“, der sich aus sechs Teilen zusammensetzt: „Le temps du mepris“ (gedreht 2014 in der Schweiz nach dem Roman von André Malraux), „L’espoir“ (basiert auf „Arbeiter, Bauern“, 2001), „Le peuple“ (nach „Zu früh, zu spät“, 1982), „Les apuanes“ (gemäß „Fortini/Cane“, 1976), „L’utopie Communiste“ (nach „Der Tod des Empedokles“, 1987) und „Nouveau monde“ (adaptiert von „Schwarze Sünde“, 1989). Metro, Pleskow Saal: Fr 31.10., 14.30 + Metro: Sa 1.11., 21.00 (OmenglU) Leviafan (RUS 2014) R: Andrey Zvyagintsev D: Alexey Serenriakov, Elena Liadova, Roman Madianov. 137 min. Kolia hat eine Autowerkstatt in einer Kleinstadt an der Barentsee. Der korrupte Bürgermeister setzt alle Hebel in Bewegung, um sein Geschäft übernehmen und Kolia mitsamt Familie von seinem Grund und Boden zu vertreiben. Eine furchtlose Abrechnung mit Politik und Religion im Russland der Gegenwart. Gartenbau: Sa 25.10., 11.00 + Metro: Di 4.11., 21.00 (OmU) Listen Up Philip (USA 2014) R: Alex Ross Perry D: Jason Schwartzman, Elisabeth Moss, Jonathan Pryce, Krysten Ritter. 108 min. Philip, misanthropischer Möchtegern-Schriftsteller, lässt sein Leiden an sich und an New York an allem und jedem aus. Die Screwball-Variante des US-Indie-Befindlichkeitskinos Marke „mumblecore“, großartig. Gartenbau: Mo 3.11., 18.00 + Urania: Di 4.11., 23.00 (OF) Little Accidents (USA 2014) R: Sara Colangelo D: Elizabeth Banks, Boyd Holbrook, Jacob Lofland, Chloe Sevigny. 105 min. Den kleinen Unfällen geht eine Riesenkatastrophe voraus: Amos hat als Einziger das Grubenunglück in Beckley, West Virginia, überlebt. Nun wird er von den Hinterbliebenen der zehn getöten Kumpel unter Druck gesetzt, sich der Sammelklage anzuschließen, doch die Schäden werden bleiben. Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 21.00 + Mi 29.10., 16.00 (OF) Little Feet (USA 2013) R: Alexandre Rockwell D: Lana Rockwell, Nico Rockwell, Rene Cuante. 64 min. Los Angeles ist Schauplatz dieser Odyssee, auf die sich Lana, 7, und Nico, 4, nach dem Tod ihrer Mutter machen. „Meine Geschichte ist denkbar einfach und basiert auf der Idee, dass jeden Tag, wenn ein Kind aufwacht und sich selbst überlassen ist, ein großes Abenteuer beginnen kann.“ (A. Rockwell) Urania: So 2.11., 18.00 + Metro: Mo 3.11., 13.30 (OF) Los hongos (CO/D 2014) R: Oscar Ruiz Navia D: Jovan Alexis Marquinez, Calvin Buenaventura Tascón, Atala Estrada. 103 min. Ras und Calvin, zwei Straßenkünstler und Sprayer im kolumbianischen Cali, sind von den Neuigkeiten vom „Arabischen Frühling“ wie elektrisiert und schwören: „We will never be silent again!“ Metro, Pleskow Saal: Sa 25.10., 12.00 + Metro: So 26.10., 18.30 (OmenglU) Love Is Strange (USA 2014) R: Ira Sachs D: John Lithgow, Alfred Molina, Cheyenne Jackson, Manny Perez, Marisa Tomei. 94 min. Eminent politische Liebesgeschichte vom Regisseur von „Forty Shades of Blue“: Ben und George sind ein Paar und leben in Lower Manhattan; als sie nach 39 gemeinsamen Jahren heiraten, verliert George seinen Job als Musiklehrer an der katholischen Schule und so müssen die zwei ihr Apartment aufgeben und jeder für sich woanders unterkommen. Gartenbau: So 26.10., 21.00 + Mo 27.10., 11.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 29.10., 11.00 (OF) Macondo (Ö 2014) R: Sudabeh Mortezai D: Ramasan Minkailov, Aslan Elbiev, Kheda Gazieva. 98 min. In ihrem ersten Spielfilm erzählt Mortezai die Geschichte eines tschetschenischen Buben in einem österreichischen Flüchtlingsheim. Als ein Freund

1010, Rotenturmstr. 14 & 19 1010, Walfischgasse 3 1070, Mariahilfer Str. 22-24 1070, Mariahilfer Str. 68 1110, Simmeringer Hauptstr. 96a 1120, Meidlinger Hauptstr. 20 1170, Hernalser Hauptstr. 42-48 1170, Elterleinplatz 12 1190, Billrothstr. 41 1210, Turek Center, Schloßhofer Str. 11-15 1220, DZ, Donaustadtstraße 14, Top 706 2320, Schwechat, Wiener Str. 12-16 2201, Gerasdorf, G3 Shopping Resort NEU ab Oktober 2014: 1100, Hauptbahnhof, UG1.126 www.turek.at


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Spielfilm Miniserie

Drauf warten, dass der Hund bald stirbt

HBOs „Olive Kitteridge“ mit Frances McDormand und Richard Jenkins

ine Frau wie Olive Kitteridge – von scharfem Verstand, aber E jenseits der Menopause, mit bösem

Mundwerk, aber doch nur Lehrerin im saturierten Maine – tritt im Kino gewöhnlich als Nebenfigur auf, als eine Art Kontrastmittel zu jüngeren, erfolgreicheren oder auch nur liebenswerteren Figuren. Selbst in der literarischen Vorlage zu dieser HBO-Miniserie ist Olive Kitteridge, obwohl Titelfigur, nur eine unter vielen. Schildert doch Elizabeth Strout in ihrem „Roman in Geschichten“ die stets leicht deprimierenden Schicksale gleich einer ganzen Reihe von Maine-Bewohnern, die längst nicht alle mit Olive bekannt sind. Es klingt nach Vereinfachung oder sogar Verflachung, wenn man erzählt, dass in der „Fernsehfassung“ nun, verkörpert von Frances McDormand, Olive Kitteridge zur beherrschenden Hauptperson aufsteigt. Doch das Gegenteil ist der Fall: das Drehbuch von Jane Anderson, die Regie von Lisa Cholodenko und das Spiel von McDormand holen etwas aus der Vorlage heraus, das zugleich komplexer, witziger und ja, tiefer scheint. Das Format der Miniserie (das sich nach Todd Haynes’ „Mildred Pierce“ und Jane Campions „Top of the Lake“ offenbar als filmfestival­ taugliches Genre durchsetzt) kommt dem Stoff auf geheimnisvolle Weise entgegen: Schwer zu sagen, warum man sich einen 233-minütigen Film über eine ausgesprochen bissige ältere Frau und ihre oft unglückliche Ehe zu einem herzensguten Langweiler (Richard Jenkins) zwangsläufig als Geduldsprobe vorstellt, während vier rund einstündige Folgen den Zuschauer zum Binge-Watching verführen. Tatsächlich aber kann man kaum genug kriegen von Olives sarkastischen Bemerkungen. Als trauernder Witwer fragt Bill Murray sie an einer Stelle nach einem Grund fürs morgendliche Aufstehen. „Keine Ahnung“, antwortet Olive, „ich warte auch nur darauf, dass der Hund bald stirbt und ich mich erschießen kann.“

BARBAR A SCHWEIZERHOF

Gartenbau: 4.11., 15.30 + 18.00 (OF)

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seines toten Vaters auftaucht, wird dem elfjährigen Ramasan die enorme Kluft zwischen seinen Idealen und der Wirklichkeit bewusst. Spannendes, bei der Berlinale uraufgeführtes Migrantendrama. Gartenbau: Mi 29.10., 20.30 (OmU) + Urania: Fr 31.10., 13.00 (OmenglU) Magic in the Moonlight (USA 2014) R: Woody Allen D: Colin Firth, Emma Stone, Hamish Linklater, Marcia Gay Harden. 98 min. Ein renommierter Illusionist soll einer Hellseherin das Handwerk legen, die in den 1920ern an der Côte d’Azur ihr betrügerisches Unwesen treibt. Womöglich nicht Woody Allens schlechtester Film, schrieb der Guardian, und dennoch „desperately disappointing“. Gartenbau: Do 30.10., 20.30 + Do 6.11., 11.00 (OmU) Mambo Cool (CO/USA 2013) R: Chris Guide D: Jorge Gaviria, Hernán Padilla, Nelson María Betancur. 62 min. Drogendealer sind auch nur Menschen, die kleinen Fische müssen ums Überleben kämpfen. Der Film zeigt eine Handvoll von ihnen in einem halbverfallenen Gebäude in Medellin, wie sie ihrer Leidenschaft für Musik, Geschichte und den Mambo frönen. Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 22.00 + Urania: Fr 31.10., 18.00 (OmenglU) Mange tes morts (F 2014) R: Jean-Charles Hue D: Jason Francois, Michael Dauber, Frédéric Dorkel. 98 min. Jason, 18, ist Mitglied der Baptistischen Gemeinde. Zusammen mit seinem Bruder Mikael, der 15 Jahre im Gefängnis saß, und noch zwei weiteren christlichen Fundamentalisten macht er sich auf eine Reise, die ihn an die Quelle seines Glaubens führen soll. Urania: Mo 27.10., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 23.30 (OmenglU) Mauro (ARG 2014) R: Hernán Rosselli D: Mauro Martinez, Juliana Inae Simoes Risso, Victoria Bustamente. 80 min. Drama noir, Schauplatz: die Vorstädte von Buenos Aires. Als sich Metallarbeiter Mauro, ein Fälscher mit Drogenproblem und schwangerer Freundin, mit eigener Werkstatt quasi selbstständig machen will, platzt auch noch eine neue Frau in sein Leben. Komplikationen ohne Ende folgen. Urania: Mi 29.10., 15.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 21.00 (OmenglU) Mercuriales (F 2014) R: Virgil Vernier D: Philippine Stindel, Ana Neborac, Jad Solesme, Sadio Niakate. 108 min. Der Titel bezieht sich auf den Spitznamen zweier WTC-ähnlicher Bürohäuser in der Pariser Vorstadt: Vor dieser trostlosen Kulisse erleben zwei Mädchen und ein junger Mann, wie ihre Träume und Illusionen an der gesellschaftlichen Realität zerschellen. Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 23.30 + Metro: Di 28.10., 16.00 (OmenglU) Nicht versöhnt oder Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht (BRD 1965) R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet D: Henning Harmssen, Karlheinz Hargesheimer. 52 min. Meisterwerk: „Nicht versöhnt“ nimmt Heinrich Bölls „Billard um halbzehn“ als Ausgangspunkt für eine verästelt erzählte, rigoros gegen die herkömmliche Narrationsweise gerichtete Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte. Metro: Do 30.10., 16.00 + Gartenbau: So 2.11., 13.00 Nymph()maniac (Director’s Cut) (DK/SWE/F/B/D 2013) R: Lars von Trier D: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Stacy Martin, Shia LaBeouf, Willem Dafoe, Udo Kier. 326 min. Provokant, plump, poetisch, mit Pointe am Schluss: Der ältliche jüdische Junggeselle Seligman, der über Frauen nichts weiß, liest die schwerverletzte Joe im Rinnsal auf. Die selbstdiagnostizierte „Nymphomanin“ berichtet ihm von ihren einschlägigen Erfahrungen, in Rückblenden vollzieht sich der Wandel vom Teenie zur erwachsenen Frau. Intensität und Qualität des Erlebten verändern sich. Das betrifft die Darstellung der Sexualität ebenso wie die der Verzweiflung und der körperlichen und psychischen Grenzerfahrungen. Urania: Mo 3.11., 20.30, 23.30 (englOF) Olive Kitteridge (USA 2014) R: Lisa Cholodenko D: Frances McDormand, Richard Jenkins, Bill Murray, Zoe Kazan. 232 min. Kauzig-melancholisches Provinzdrama aus Crosby, Maine. Dort führt Titelheldin Olive zusammen mit ihrem Mann, dem Apotheker Henry Kitteridge, ein beschauliches Leben und geht als Hobbydetektivin kleinen und größeren Verbrechen wie auch manch einer Tragödie auf den Grund. Miniserie nach dem Roman von Elizabeth Strout, an zwei aufeinanderfolgenden Terminen werden je zwei Folgen gezeigt. Gartenbau: Di 4.11., 15.30, 18.00 (OF) Kuime / Over Your Dead Body (J 2014) R: Miike Takashi D: Ichikawa Ebizo, Shibasaki Ko, Ito Hideaki, Maiko. 94 min. Eine Theaterkompanie probt „Yotsuya Kaidan“, einen 200 Jahre alten, Blut triefenden Klassiker. Hinter der Bühne imitiert unterdessen das Leben um nichts weniger blutig die Kunst. Ein neuer Gruselfilm von Vielfilmer Miike. Gartenbau: Mo 27.10., 23.00 + Urania: Mi 29.10., 13.00 (OmenglU) Party Girl (F 2014) R: Marie Amachoukeli, Claire Burger, Samuel Theis D: Angélique Litzenburger, Joseph Bour, Mario Theis. 95 min. Angélice ist 60 und führt das Leben eines Party-Girls. Außerdem ist die Nachtclubtänzerin, die eventuell ihrer großen Liebe begeg-

net, die Mutter von Filmer Sam Theis und spielt sich hier quasi selbst. Eine Ode an das Leben, die Freiheit und vor allem das Feiern in Lothringen. Gartenbau: Di 28.10., 11.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 3.11., 23.30 (OmenglU) Pasolini (F/B/I 2014) R: Abel Ferrara D: Willem Dafoe, Ninetto Davoli, Riccardo Scamarcio. 87 min. Die letzten Monate im Leben des schwulen Regisseurs und Autors Pier Paolo Pasolini. Ferrara stützt seine Spekulationen durch Referenzen auf Pasolinis Filme sowie die Mitwirkung von Adriana Asti und Ninetto Davoli ab und macht sich kokett Ideen aus dessen letztem, unvollendetem Projekt zu eigen. Gartenbau: Mo 3.11., 20.30 + Mi 5.11., 11.00 (OmenglU) Pas son genre (F/B 2013) R: Lucas Belvaux D: Emilie Dequenne, Loic Corbery, Sandra Nikaké. 111 min. Philosophie führt in die Katastrophe, ist Cléments Vater überzeugt. Den jungen Philosophielehrer aus Paris jedoch führt sie nur nach Arras – und in die Arme der attraktiven blonden Friseurin Jennifer. Romantische Komödie aus Kant und Klatschmagazinen. Gartenbau: Do 30.10., 15.30 + Urania: Di 4.11., 18.00 (OmenglU) Phantom Power (F/RUS/P/E/Ö/BY 2014) R: Pierre Léon. 75 min. Seit den Anfängen des Kinos ist Paris die Hauptstadt der Vampire und anderer Phantome der Nacht: ein filmischer Almanach der Einsamkeiten, inspiriert von „Vendemiaire“ von Guillaume Apollinaire. Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 12.00 + Metro: Mi 29.10., 18.30 (OmenglU) Phoenix (D 2014) R: Christian Petzold D: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Michael Maertens. 98 min. Nelly, die Auschwitz schwer entstellt überlebt hat, macht sich im Berlin des Jahres 1945 auf die Suche nach ihrer großen Liebe Johnny. Als sie ihn findet, erkennt dieser nur eine vage Ähnlichkeit mit seiner totgeglaubten Frau und Nelly beginnt, ihrer eigene Doppelgängerin zu spielen. So geht großes deutsches Kino. Gartenbau: Sa 1.11., 21.00 + Urania: So 2.11., 13.00 La princesa de Francia (ARG 2014) R: Matías Pineiro D: Julián Larquier Tellarini, Laura Paredes, María Villar. 66 min. Nach dem Tod seines Vaters kehrt Victor mit einem neuen Projekt für seine ehemalige Theaterkompanie nach Buenos Aires zurück: Shakespeares „Verlorene Liebesmüh“ als Hörspiel. Fünf Schauspielerinnen, die ihn alle nur zu gut kennen, erwarten Victor. Metro: Mo 27.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 13.30 (OmenglU) Ein proletarisches Wintermärchen (D 2014) R: Julian Radlmaier D: Natia Bakhtadze, Sandro Koberidze, Ilia Korkashvili, Lars Rudolph. 63 min. Eine politische Farce, „das pfauenhafte Schaulaufen einiger satirisch entschlackter Ideologien“ (Nino Klingler): Drei georgische Reinigungskräfte sollen ein brandenburgisches Schloss für eine anstehende Vernissage herrichten. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 18.00 + Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 12.00 (OmenglU) P’tit Quinquin (F 2014) R: Bruno Dumont D: Alane Delhaye, Lucy Caron, Bernard Pruvost, Philippe Jore. 200 min. Arte-Vierteiler. Eine im Anus einer Kuh steckende Leiche ruft trottelige Polizisten auf den Plan. Die Aufklärung dieses und der noch folgenden amourös motivierten Mordfälle allerdings bleibt dem Lausbuben Quinquin und seinen Freunden überlassen. Gartenbau: Sa 25.10., 23.00 + Do 6.11., 13.00, 15.00 (OmenglU) El triste olor de la carne / The Sad Smell of Flesh (E 2013) R: Cristóbal Arteaga Rozas D: Alfredo Rodriguez, Sabela Vázquez, Ruth Sabucedo. 91 min. Alfredo Barrero macht den Eindruck eines ganz gewöhnlichen Mannes. Er scheint einer Arbeit nachzugehen, scheint ein Zuhause zu haben, ein glückliches Leben. Doch nichts ist, wie’s den Anschein hat. Eine menschliche Tragödie vor dem Hintergrund der Krise, mit Handkamera in einer einzigen Anderthalb-StundenEinstellung gedreht. Metro: Di 4.11., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 23.30 (OmenglU) Dólares de arena / Sand Dollars (DOM/ARG/MEX 2014) R: Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas D: Geraldine Chaplin, Yanet Mojica, Ricardo Ariel Toribio. 85 min. Anna kam als Touristin. Dann verlor sie ihr Herz an die Küstenstadt Samana und an Noeli, eine deutlich jüngere Einheimische. Nach zwei Jahren intensiver Leidenschaft wird ihre Beziehung jetzt auf eine Probe gestellt. Urania: Fr 24.10., 13.00 + Gartenbau: Sa 25.10., 18.00 (OmenglU) La sapienza (F/I 2014) R: Eugène Green D: Fabrizio Rongione, Christelle Prot Landman, Arianna Nastro. 107 min. Barocke Kulisse, schicksalhafte Begegnung: Ein Architektenehepaar, das den Sinn seines gemeinsamen Lebens wiederfinden möchte, und die Geschwister Lavinia und Goffredo treffen in Stresa aufeinander. Kamera, Dialoge und Schauspiel dominieren formale Strenge bis zur Einfallslosigkeit. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 21.00 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 12.00 (OmenglU) See You Next Tuesday (USA 2013) R: Drew Tobia D: Eleanore Pienta, Dana Eskelson, Molly Plunk. 82 min. Furchtlos schockierendes Grotesk-Psychodrama um eine verstörte, sozial eher wenig kompatible Studentin, ihre alkoholkranke Mutter sowie ihre lesbische

Schwester, die in einer ungesunden Beziehung mit einer älteren Afroamerikanerin steckt. Gartenbau: Di 28.10., 13.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 29.10., 23.30 (OF) Siddharth (CAN/Indien 2013) R: Richie Mehta D: Rajesh Tailang, Tannishta Chatterjee, Anurag Arora. 96 min. „Vor einigen Jahren begegnete ich auf den Straßen von Delhi einem Mann, der mich um Hilfe bat. Er erzählte, dass er seinen Sohn zum Arbeiten geschickt und danach nie mehr gesehen habe. ‚Siddharth‘ ist mein Versuch, über die Umstände dieser Tragödie zu berichten.“ (R. Mehta) Gartenbau: Sa 1.11., 15.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 13.30 (OmenglU) Nanting maste ga sönder / Something Must Break (SWE 2013) R: Ester Martin Bergsmark D: Saga Becker, Iggy Malmborg, Shima Niavarani. 85 min. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern. Sebastian ist androgyn, Andreas hetero: Er liebt die Frau in dem Mann, und die heißt Ellie. Urania: Do 30.10., 18.00 (OmU) + Metro, Pleskow Saal: Fr 31.10., 22.00 (OmenglU) Sorg og glaede / Sorrow and Joy (DK 2013) R: Nils Malmros D: Jakob Cedergren, Helle Fagralid, Ida Dwinger. 107 min. Signe, eine Lehrerin, verheiratet mit Filmemacher Johannes, hat ihr gemeinsames Kind getötet. „Ein zutiefst protestantisches Melodram, eine Meditation über die Grenzen der menschlichen Gesetze und die Unendlichkeit der Güte“ (Olaf Möller). Gartenbau: Fr 31.10., 18.00 + Urania: Sa 1.11., 15.30 (OmenglU) Futatsume no mado / Still the Water (F/J/E 2014) R: Kawase Naomi D: Murakami Nijiro, Yohinaga Jun, Matsuda Miyuki. 119 min. In einer Vollmondnacht im August entdeckt Kaito vor der japanischen Insel Amami-Oshima die Leiche eines im Wasser treibenden Mannes. Kyoko will ihm helfen, die magischen Zusammenhänge zwischen Leben, Tod und Liebe zu verstehen. Urania: Mi 29.10., 20.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 16.00 (OmenglU) Stimmen (Ö 2014) R: Mara Mattuschka D: Alexander E. Fennon, Julia Schranz, Raphael Nicholas, Stephanie Cumming. 115 min. Startenor und „Orpheus“-Interpret Alex ist nicht allein mit sich: In seinem „inneren Haus“ wohnen der schüchterne Alexander, Teenie Lex, sexy Sandra, Wunderkind Xandi. Außerdem mit von der Partie: ein Shrink und eine verliebte Korrepetitorin. Dann steigt die Handlung die Innenarchitektur der Psyche hinab. Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 21.00 + Metro: Di 4.11., 11.00 (OmenglU) Studien zu Monet (Aus dem Imaginären Museum) (D 1998–2014) R: Klaus Wyborny. 103 min. Ein fantastischer Filmessay über Kunst und Natur, Geschichte und Landschaft: Claude Monets Schaffen im normannischen Küstenort Pourville, wo während vier Aufenthalten zwischen 1882 und 1897 etwa 140 Gemälde entstanden, ist das Untersuchungsobjekt. Metro: Do 30.10., 11.00 + Fr 31.10., 21.00 (OmenglU) Ghesseha / Tales (Iran 2014) R: Rakhshan Banietemad D: Fatemah Motamedaria, Peiman Moadi, Baran Kosari. 88 min. Arbeitslosigkeit, Drogensucht, Aids, Prostitution, Hunger, fehlende Meinungsfreiheit: Mit Handkamera und in Episodenform verhandelt Filmerin Banietemad einige dringliche Probleme in ihrer Heimat – „ein Verzweiflungsschrei, der das politische Kino selbst befragt“ (Anke Westphal). Gartenbau: So 26.10., 15.30 + Urania: Do 30.10., 13.00 (OmenglU) Deo Te-reo La-i-beu / The Terror Live (Südkorea 2013) R: Kim Byung-woo D: Ha Jung-woo, Choi Duekmun, Choi Jin-ho. 97 min. Yoon Young-hwa, zum Radiosprecher degradierter Reporter, erlebt dank eines Bombenanschlags auf eine Brücke in Seoul ein unerwartetes Comeback. Schon bald erweist sich der Druck, ständig live über den Terror zu berichten, als der eigentliche Terror. Gartenbau: Mi 29.10., 23.00 + Urania: Fr 31.10., 15.30 (OmenglU) They All Laughed (USA 1981) R: Peter Bogdanovich D: Audrey Hepburn, Ben Gazzara, John Ritter, Colleen Camp, Patti Hansen. 115 min. „Wir schlafen nie!“, so der Slogan dreier mäßig erfolgreicher Privatdetektive, die sich zur Agentur zusammengeschlossen haben. Ihre Spezialgebiet ist die Überwachung von Ehefrauen, deren Treue sie dann gleich selbst auf die Probe zu stellen pflegen. Gedreht on Location in New York. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 23.30 + Metro, Pleskow Saal: Mo 3.11., 19.30 (OF) Timbuktu (F/Mauretanien 2014) R: Abderrahmane Sissako D: Ibrahim Ahmed, Toulou Kiki, Abel Jafri, Fatoumata Diawara. 97 min. Der islamische Fundamentalismus erreicht Timbuktu, als Erstes müssen Frauen fortan Handschuhe und Socken tragen, es darf nirgendwo mehr geraucht oder gesungen werden. Doch selbst Dschihadisten mit Maschinenpistolen sind machtlos gegen die Renitenz von ein paar Jugendlichen, die verbotenerweise Fußball spielen – nur halt ohne Ball. Meisterwerk. Gartenbau: Fr 24.10., 18.00 + Urania: So 26.10., 18.00 (OmU) Time Lapse (USA 2014) R: Bradley King D: Danielle Panabaker, Matt O’Leary, George Finn. 103 min. Ein seltsames Gerät aus dem Nachlass des nerdigen Wissenschaftlers von nebenan verändert das Leben von Finn, Jasper und Freundin Callie auf drastische

fotos: HBO/VIENNALE

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V i e n n a l e 1 4    Weise: Es spuckt alle 24 Stunden ein Foto aus der Zukunft aus! Bradley Kings Spielfilmdebüt. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 29.10., 21.00 + Gartenbau: Mi 5.11., 23.30 (OF) Matar a un hombre / To Kill a Man (Chile/F 2014) R: Alejandro Fernández Almendras D: Daniel Antivilo, Ariel Manteluna, Daniel Candia. 82 min. Der hart arbeitende Jorge, dessen Familie von einem Nachbarn terrorisiert wird, sieht sich gezwungen, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Kritischer Selbstjustizfilm, der die Zuseher auf eine Reise voller Angst, Wut und Trostlosigkeit schickt. Rache ist bitter! Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 23.30 + Gartenbau: Mi 29.10., 15.30 (OmenglU) Plemya / The Tribe (Ukraine 2014) R: Myroslav Slaboshpytskiy D: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy. 132 min. Virtuos durchchoreografiertes Internatsdrama rund um einen Gehörlosen, das ohne Untertitel und nur mit Zeichensprache auskommt. Neuankömmling Sergey muss sich gegen den sogenannten Tribe behaupten, eine Gruppe, die in Drogenhandel und Prostitution verstrickt ist. Gartenbau: Mi 29.10., 13.00 + Metro: Do 30.10., 13.30 Turist (SWE/DK/F/NOR 2014) R: Ruben Östlund D: Johannes Bah Kuhnke, Lisa Loven Kongsli, Clara Wettergren. 118 min. Seit zwei Tagen sind Tomas, Ebba und die Kinder zum Skilaufen in den französischen Alpen. Der kurze Moment einer Beinahe-Katastrophe genügt, um Ebbas Vertrauen in Tomas in seinen Grundfesten zu erschüttern. Tragikomische Beziehungsstudie, in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Gartenbau: Do 6.11., 19.00, 23.00 (OmenglU) Überraschungsfilm 134 min. Gartenbau: So 2.11., 15.30 Uncertain Terms (USA 2014) R: Nathan Silver D: David Dahlbom, India Menuez, Caitlin Mehner. 72 min. Robbie verlässt Brooklyn fluchtartig, weil seine Frau ihn betrogen hat, und übersiedelt aufs Land zu einer Tante, die ein Heim für schwangere Teenager leitet. Dort spielt er den Hausmeister und freundet sich mit der für ihr Alter – sehr – reifen Nina an. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 11.00 + Do 30.10., 19.00 (OF) Villa Touma (IL 2014) R: Suha Arraf D: Maria Treik, Cherien Dabis, Nisreen Faour, Ula Tabari. 85 min. Die junge, elternlose Palästinenserin Badia zieht nach Ramallah in die Villa ihrer drei Tanten, die ihr Christentum und andere Standesdünkel pflegen. Leicht verbumfiedeltes Regiedebüt von Suha Arraf, der Autorin von „The

Syrian Bride“ (2004). Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 13.30 + Urania: Di 4.11., 16.00 (OmenglU) Von Mädchen und Pferden (D 2014) R: Monika Treut D: Ceci Chuh, Alissa Wilms, Vanida Karun, Ellen Grell. 82 min. Schulabbrecherin Alex macht ein Praktikum auf einem Reiterhof droben im Norden. Kathy stammt aus wohlhabendem Hause. Aus der anfänglichen Rivalität entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Teenagern, die weit über ihre gemeinsame Liebe zu den Pferden hinausgeht. Gartenbau: Mi 5.11., 13.00 (OmenglU) + Metro: Do 6.11., 21.00 Whiplash (USA 2013) R: Damien Chazelle D: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser, Melissa Benoist. 106 min. Andrew studiert an der Musikhochschule in Manhattan. Angefeuert von Terence, seinem Mentor, kämpft er sich den Weg zum Top-Jazz-Schlagzeuger nach oben – bis das Fleisch aufreißt und die Trommel platzt. Gartenbau: Di 4.11., 20.30 + Urania: Mi 5.11., 23.30 (OmU) Jigoku de naze warui / Why Don’t You Play in Hell? (J 2013) R: Sion Sono D: Kunimura Jun, Tsutsumi Shinichi, Hasegawa Hiroki, Hoshino Gen. 119 min. Egal wie, egal wo, egal mit welchen Mitteln: „Why Don’t You Play in Hell?“ ist nicht nur ein Film übers Filmemachen, sondern vielmehr ein Aufruf zum Filmemachen – und die absolut talentfreien „Fuck Bombers“, vier pubertierende Filmnerds, folgen ihm! Gartenbau: So 2.11., 23.00 + Urania: Mi 5.11., 15.30 (OmenglU) Kış Uykusu / Winter Sleep (TR/D/F 2014) R: Nuri Bilge Ceylan D: Haluk Bilginer, Melisa Sözen, Demet Akbag. 196 min. Aydin, ein ehemaliger Schauspieler, führt zusammen mit seiner jungen Frau Nihal und seiner frisch geschiedenen Schwester Necla eine kleine Pension im anatolischen Hinterland. Der Winter bricht an. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 17.30 + Gartenbau: Mi 5.11., 17.30 (OmU) Thwara Zanj / Zanj Revolution (AL/F/LB/QA 2013) R: Tariq Teguia D: Fethi Ghares, Diana Sabri, John W. Peake, Sean Gullette. 137 min. Bei der Berichterstattung über aktuelle Konflikte in Südalgerien und im Libanon lernt Journalist Ibn Batutta in Beirut eine schöne Palästinenserin und das Schicksal der ZandschRebellen kennen: schwarze Sklaven, die sich im neunten Jahrhundert gegen das Kalifat der Abbasiden (heute im Irak) auflehnten. – Die bisherigen Arbeiten von Regisseur Teguia stellt die Viennale in einem Programm „In Focus“ vor. Urania: So 2.11., 20.00 + Metro, Pleskow Saal: Mo 3.11., 14.30 (OmenglU)

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Dos disparos / Zwei Schüsse (ARG/D/NL/Chile 2014) R: Martín Rejtman D: Rafael Federman, Susana Pampín, Benjamín Coehlo, Manuela Martelli. 104 min. Mit aberwitziger Sachlichkeit folgt „Dos disparos“ dem Fall eines jungen Mannes namens Mariano, der sich, einem plötzlichen Impuls folgend, eine Kugel in den Kopf und die zweite in den Bauch jagt und die Sache ohne gröbere Schäden übersteht – bis auf ein seltsam pfeifendes Echo, wenn er Flöte spielt. Urania: Fr 24.10., 18.00 + Metro: Sa 25.10., 13.30 (OmenglU)

Dokumentarfilme 12 Dicembre (I 1971) R: Giovanni Bonfanti. 103 min. Auf der Piazza Montana in Mailand explodierte am 12. Dezember 1969 eine Bombe. Dem Terroranschlag folgte eine landesweite polizeilich-politische Kampagne gegen die außerparlamentarische Linke, an einen Bürgerkrieg erinnernde Zustände lähmten ganz Italien. Ein Zeitdokument nach einer Idee von Pier Paolo Pasolini. Gartenbau: Fr 31.10., 15.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 23.30 (OmenglU) 1971 (USA 2014) R: Johanna Hamilton. 79 min. Dass Überwachungsmethoden in die öffentliche Diskussion geraten, ist kein rein gegenwärtiges Thema: 1971 brach eine Gruppe von Bürgern, die sich selbst „Citizen’s Commission to Investigate the FBI“ nannte, in ein FBI-Büro in Media, PA, ein und spielte das erbeutete Material der Presse zu. Urania: Fr 31.10., 23.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 23.30 (OF) 20,000 Days on Earth (GB 2013) R: Iain Forsyth, Jane Pollard. 97 min. Ein etwas anderer Dokumentarfilm zu einer Musikerpersönlichkeit: Der Ablauf des unaufgeregten 20.000. Tages im Leben von Nick Cave – er fällt in sein 55. Lebensjahr – ist fiktiv, gibt aber nicht weniger Einblick in die Biografie und Kreativität des Kopfes der Bad Seeds und Schriftstellers. Gartenbau: Sa 1.11., 23.30 + So 2.11., 11.00 + Urania: Mo 3.11., 15.30 (OmU) The Airstrip (Photographie und Jenseits 21) (D 2013) R: Heinz Emigholz. 108 min. Emigholz begann 1984 mit seiner Filmserie „Photographie und Jenseits“. Teil 21, eine Reise zu Bauwerken und Skulpturen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Japan, den USA und auf den Marianen, beschäftigt sich mit der Stunde null: Die Vorstellung vom Flug einer Bombe, die zwischen Abwurf und Detonationsort unterwegs ist, liegt dem Film zugrunde. Metro, Pleskow Saal: Di

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4.11., 19.30 (dF) + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 18.30 (englOF) Altman (CAN 2014) R: Ron Mann. 95 min. Porträt eines Filmemachers: Ron Mann, seit Jugend begeistert vom Schaffen Robert Altmans, der mit Werken wie „M.A.S.H.“, „McCabe & Mrs. Miller“ oder „Nashville“ Filmgeschichte schrieb, sammelt in seiner Hommage an den 2006 verstorbenen Regisseur Erinnerungen und Eindrücke seiner Bewunderer. Urania: So 26.10., 20.30 (OmU) Art and Craft (USA 2014) R: Sam Cullman, Jennifer Grausman. 87 min. Der Geruch nach Kaffee trug zu seiner Überführung bei: Mark Landis, der wahrscheinlich produktivste Kunstfälscher der USA, hatte den Alterungsprozess eines Bildes mittels des Bohnengetränks beschleunigt. Landis war als Schizophreniekranker ein Außenseiter, die Arbeit als Fälscher brachte ihm Anerkennung – er übergab seine Werke als Schenkungen an die Museen. Urania: So 26.10., 15.30 + Sa 1.11., 23.00 (OF) The Big Melt (GB 2013) R: Martin Wallace, Jarvis Cocker. 70 min. Sheffield ist seit über 100 Jahren ein Zentrum der britischen Stahlindustrie. In „The Big Melt“ verschmilzt Archivmaterial zur Geschichte der Stadt mit Musik: Thematisiert werden industrielle Herstellungsprozesse ebenso wie die gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Filmmusik besteht aus Aufnahmen jenes Livekonzerts, das die Premiere des Films im Juni 2013 begleitete. Gartenbau: Do 30.10., 11.00 + Metro, Pleskow Saal: Do 6.11., 22.00 (OF) Björk – Biophilia Live (GB 2014) R: Nick Fenton, Peter Strickland. 97 min. In ihrem achten Studioalbum, „Biophilia“, widmet Björk sich dem Verhältnis von Musik, Natur und Technologie. Fentons und Stricklands Konzertfilm kombiniert die 2013 aufgezeichnete Liveperformance im Londoner Alexandra Palace folgerichtig mit Animationen und Found Footage aus diesen Bereichen. Gartenbau: Mo 3.11., 23.00 (OF) Burroughs: The Movie (USA/GB 1983/2014) R: Howard Brookner. 90 min. William S. Burroughs (1914–1997) war Teil der Beat Generation, kontroversieller Autor von Werken wie „Naked Lunch“, Drogensüchtiger, Homosexueller und Reisender. Brookner schuf mit seinem Film 1983 das einzige Langfilmporträt zu und mit Burroughs. Interviews, intime Einblicke und surreale Sequenzen vermischen sich in dieser frisch restaurierten Fassung. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 23.30 + Gartenbau: Mo 27.10., 15.30 (OF)


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Spielfilm Mesalliance

Der Mann der Friseuse: „Pas son genre“

Jennifer wäscht Clément den Kopf: Emilie Dequenne und Loic Corbery

ie Originalität ist eine nachrangiD ge Sorge dieses Films. Schließlich ist sie ja ohnehin kein Garant für Frische und Lebendigkeit. Uns wurden schon oft ganz ähnliche Geschichten erzählt, etwa in „Ein Herz im Winter“ oder „Mademoiselle Chambon“: Das französische Kino hat eben ein feines Gespür für Mesalliancen. Auch Lucas Belvaux lässt sich in den Bann schlagen von der Begegnung zweier Menschen aus gegensätzlichen Milieus und von unterschiedlicher Liebesbereitschaft. Clément, ein nach Arras versetzter Philosophiedozent (Loic Corbery), trifft dort auf die muntere Friseurin Jennifer (Emilie Dequenne), die noch nie etwas von Kant gehört hat, dafür aber die Romane von Anna Gavalda verschlingt. Das kann nicht gutgehen. Aber Belvaux’ Tonfall trotzt der Aussichtslosigkeit seiner Liebesgeschichte. Er lässt sich ins Schlepptau nehmen vom Temperament seiner Heldin, die sich dem Leben auf Augenhöhe stellt. Das tut er ohne Herablassung, sondern voller Neugierde. In einem banaleren Film wäre Clément, der Theoretiker der Liebe, der flieht, sobald sie sich zeigt, die Hauptfigur. Hier gibt der passive Verführer nur die Perspektive vor. Denn tatsächlich fällt ihm die Rolle des Gegenspielers zu (auch wenn er vielleicht nicht weiß, dass er das ist), des ungehaltenen Versprechens. Corbery, Mitglied der Comédie francaise und Kinoneuling, verleiht ihm ambivalente Zurückhaltung. Dequenne hat alle Trümpfe der Klarheit und Unbedingtheit auf ihrer Seite. Ihr Regisseur jedoch ergreift für beide Partei.

GERHARD MIDDING

Gartenbau: 30.10., 15.30 + Urania: 4.11., 18.00 (OmenglU)

V i e n na le 14

Le Rappel des oiseaux / The Call of the Birds (F 2014) R: Stéphane Batut. 41 min. Die tibetische Beerdigungszeremonie der Himmelsbestattung sieht vor, den Körper des Verstorbenen zu zerteilen und Geiern zum Fraß zu hinterlassen. Auf einer Reise erhielt der französische Filmemacher Batut die Möglichkeit, eine solche Bestattung zu filmen. Im Gespräch mit einem Exiltibeter analysiert er die entstandenen Bilder. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 13.30 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 19.30 (OmenglU) El color que cayó del cielo (ARG 2014) R: Sergio Wolf. 76 min. Vor 4000 Jahren ging ein Meteoritenhagel über Chaco im Nordosten Argentiniens nieder. Seither ranken sich Legenden über diesen Ort und den „El Chaco“ genannten, weltweit zweitschwersten Meteoriten aus Eisen. Sergio Wolf unternimmt eine bemerkenswerte Spurensuche, die der mit dem Meteoriten untrennbar verknüpften Geschichte der indigenen Bevölkerung ebenso folgt wie der Leidenschaft heutiger Sammler und Wissenschaftler. Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 12.00 + Urania: Di 28.10., 18.00 (OmenglU) Concerning Violence (SWE/FIN/DK/USA 2014) R: Göran Hugo Olsson. 85 min. Olsson nähert sich seinem Thema, dem Freiheitskampf afrikanischer Länder, von zwei Seiten: Er verbindet 16-mmArchivmaterial aus der Zeit zwischen 1966 und 1984 mit Ausschnitten aus dem 1961 veröffentlichten Buch „Les Damnés de la terre“ des Psychiaters und Vordenkers der Entkolonialisierung Frantz Fanon, die von der Musikerin Lauryn Hill vorgelesen werden. Urania: Fr 24.10., 23.00 + Do 30.10., 20.30 (OmenglU) Sobre la marxa / The Creator of the Jungle (E 2014) R: Jordi Morató. 77 min. Im „Dschungel“, einem katalanischen Wald, baut Garrell seit 45 Jahren Baumhäuser, Labyrinthe und Wasserfälle. Besucher sind dem ungewöhnlichen Mann willkommen, Beständigkeit nicht. Seine Bauwerke sind einem Kreislauf von Zerstörung und Wiederaufbau unterworfen: Garrell möchte immer etwas zu tun haben. Urania: Sa 25.10., 13.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 21.00 (OmenglU) The Dog (USA 2013) R: Alison Berg, Frank Keraudren. 101 min. Manche Taten schaffen es umgehend ins Kino: Die Geschichte des Bankräubers John Wojtowicz, genannt „The Dog“, der 1972 unter großem Medieninteresse verhaftet wurde, erschien schon drei Jahre später als Krimi „Dog Day Afternoon“ auf der Leinwand. Mehr als zehn Jahre Arbeit erforderte nun die Doku über das Leben des charismatischen Gauners. Urania: So 2.11., 23.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 21.00 (OF) Domino Effekt (PL/D 2013) R: Elwira Niewiera, Piotr Rosolowski. 76 min. Abchasien ist immer noch vom Krieg gezeichnet, seine Unabhängigkeit wird vom Großteil der Welt nicht anerkannt. Seinen Titel hat der Film von einer Domino-Weltmeisterschaft, die der dortige Sportminister Rafael ausrichten soll. Seine Frau Natascha, eine russische Opernsängerin, fühlt sich in Abchasien mäßig wohl: eine Doku über eine Liebesbeziehung und einen politisch-militärischen Konflikt. Metro: Sa 25.10., 16.00 (OmU) + Metro, Pleskow Saal: Mo 27.10., 12.00 (OmenglU) Farocki (USA 2014) R: James Benning. 77 min. USAvantgardist Benning hatte den Plan, 29 Freunde mit 29 filmischen Kunstwerken zu beschenken. Einer Wolke ansichtig geworden, musste er an den Kollegen Harun Farocki denken und begann sie für ihn zu filmen. „Farocki“ ist diese Wolke, deren Aufnahme eine besondere Bedeutung hat: Kurz danach erfuhr Benning vom Tod des befreundeten Filmemachers. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 18.30 + Metro, Pleskow Saal: Do 6.11., 15.00 Flüsse Täler Berge (D 2014) R: Marco Kugel. 41 min. Marco Kugel erzählt vom Niedergang der Industrie im Ruhrpott: Nach über 100 Jahren Betrieb wird in Duisburg-Bruckhausen das letzte deutsche Schienenwalzwerk geschlossen. Ein Blick auf die Historie der Region und die politischen wie ökonomischen Hintergründe. Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 17.00 + Metro: Fr 31.10., 11.00 (OmenglU) Greenwich Village: Music that Defined a Generation (CAN/USA 2013) R: Laura Archibald. 92 min. Die Geschichte eines Stadtviertels, erzählt von Musikerpersönlichkeiten: Das Village in Manhattan wurde in den 1960ern zu einem Zentrum der Regierungskritischen, der Vietnamkriegsgegner und Bürgerrechtler, vor allem aber der Musiker, in deren Werk sich diese Bewegung niederschlug. Koryphäen wie Pete Seeger, Kris Kristofferson, Don McLean, Tom Chapin oder Judy Collins berichten. Gartenbau: Fr 24.10., 13.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 16.00 (OF) La Marche à suivre / Guidelines (CAN 2014) R: Jean-Francois Caissy. 74 min. Gerade den Auffälligen fehlt es oft an liebevoller Aufmerksamkeit. An einer kanadischen Oberschule werden Jugendliche, die in Schwierigkeiten geraten sind, von Vertrauenslehrern und sozialpädagogischen Beratern betreut. Regisseur Caissy fängt die Gespräche als beeindruckende zwischenmenschliche Entwicklungen ein. Stadtkino

im Künstlerhaus: Mo 3.11., 16.00 + Urania: Do 6.11., 15.30 (OmenglU) Hams al moodun (Irak/GB 2013) R: Kasim Abid. 62 min. Über zehn Jahre lang hat der gebürtige Iraker Kasim Abid drei Städte im Nahen und Mittleren Osten gefilmt. Von Fenstern und Balkonen aus zeichnete er den Alltag auf den Straßen von Ramallah, Erbil sowie Bagdad auf – ohne erklärenden Kommentar, ohne Dialoge. Schüsse, Sirenen, Hundegebell, Kinder, Bettler, Straßenverkäufer. Politische Brennpunkte in Augenblicken ohne Fernsehkameras. Metro: Fr 24.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 14.00 (OmenglU) The Iron Ministry (China/USA 2013) R: J.P. Sniadecki. 82 min. Eine Erkundung Chinas, unternommen im Inneren dahinratternder Züge. US-Filmer und Anthropologe Sniadecki reiste innerhalb von drei Jahren durch das riesige Land, sprach mit seinen Mitreisenden und fing ein, was sich in und zwischen den Waggons und Abteilen ereignete. Metro: Di 28.10., 14.00 + Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 14.30 (OmenglU) João Bénard da Costa – Outros amarão as coisas que eu amei (P 2014) R: Manuel Mozos. 75 min. Manuel Mozos, dem die Viennale vor zwei Jahren eine Werkschau widmete, porträtiert den Filmhistoriker und langjährigen Leiter der Cinemateca Portuguesa. Ein Erinnerungsfilm über einen Musikfreund, Italienkenner und Musil-Verehrer – und einen bemerkenswerten Kinoliebhaber des vergangenen Jahrhunderts. Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 12.00 + Metro: Do 30.10., 18.30 (OmenglU) Journey Into a Fog. Artur Berger – Filmarchitekt (Ö 2014) R: Christian Dewald, Werner Michael Schwarz. 85 min. Ein Künstler zwischen Österreich und der Sowjetunion: Artur Berger, 1892 in eine jüdische Familie geboren, arbeitete als Filmarchitekt bei der Wiener Sascha-Film, bevor er 1936 nach Moskau emigrierte. In der UdSSR wirkte er an 30 Film- und 20 Theaterprojekten mit. „Journey Into a Fog“ erforscht seinen Lebensweg in Verbindung mit den Utopien und Schrecken des vergangenen Jahrhunderts. Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 18.30 (OmU) + Metro, Pleskow Saal: Mo 3.11., 12.00 (OmenglU) Que ta joie demeure / Joy of Man’s Desiring (CAN 2014) R: Denis Côté. 70 min. Denis Côté zeigt Maschinen, Rituale und monotone Prozesse, Gesichter, Körper von Industriearbeitern. Er filmte in Fabriken und Werkstätten, um eine Allegorie der Arbeit zu schaffen. Seine Erkundungen stellen den Betrachter vor Fragen zum Verhältnis des Menschen zu seiner Arbeit, zum Wert, zur Bedeutung und zum Sinn des solcherart Tätigseins. Metro: Mi 5.11., 18.30 + Metro, Pleskow Saal: Do 6.11., 19.30 (OmenglU) Judgment in Hungary (H 2014) R: Eszter Hajdu. 112 min. 2008 und 2009 überfielen rechte Extremisten mehrere Roma-Dörfer in Ungarn. Sechs Menschen starben, fünf weitere wurden verletzt. Eszter Hajdu dokumentierte den zweieinhalb Jahre dauernden Prozess gegen vier Angeklagte: In einem kleinen Gerichtssaal treffen Angehörige der Opfer und die Täter aufeinander, schwere Ermittlungsfehler kommen ans Licht. Metro: Mi 5.11., 21.00 + Metro, Pleskow Saal: Do 6.11., 12.00 (OmenglU) Maidan (NL/Ukraine 2014) R: Sergei Loznitsa. 133 min. Beobachtung eines Aufstands: Im Winter 2013/14 zog das ukrainische Volk zum Protest gegen Präsident Janukowytsch auf den Maidan, den Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Der ukrainische Dokumentarfilmer Loznitsa ist um Objektivität bemüht: Er filmte, was ihm vor die aufgestellte Kamera kam. Urania: Sa 25.10., 20.30 + Gartenbau: So 26.10., 13.00 (OmenglU) The Many Faces of Comrade Gelovani (GE/USA 2014) R: Mikheil Antadze. 67 min. Eine Diktatur und ihr filmgewordener Personenkult: Es war die Lebensrolle des georgischen Schauspielers M.G. Gelowani, Stalin darzustellen. Eine Aufgabe, die er auf Anweisung des Diktators zwischen 1938 und 1953 erfüllte. Antadzes Werk ist ein Biopic mit Filmausschnitten und ein Blick auf die Methoden der Sowjetpropaganda. Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 22.00 + Urania: Do 6.11., 20.30 (OmenglU) Ming of Harlem: Twenty One Storeys in the Air (GB/USA/B 2014) R: Phillip Warnell. 71 min. In „Miami Vice“ gut für ein paar Gags, lebt mancher tatsächlich mit wilden Tieren zusammen: Antoine Yates teilte sein Appartement in Harlem jahrelang mit einem Alligator und einem Tiger. Phillip Warnell begibt sich auf die Spuren dieser Geschichte, filmt die Tiere in der rekonstruierten Wohnung, lässt Yates zu Wort kommen und kombiniert das Ergebnis mit Reflexionen des Philosophen Jean-Luc Nancy. Urania: Fr 24.10., 15.30 + Metro: Mo 27.10., 11.00 (OF) Mr leos caraX (F 2014) R: Tessa Louise-Salomé. 72 min. Seit seinem Regiedebüt „Boy Meets Girl“ gilt Leos Carax als Ausnahmeregisseur, seit „Les Amants du Pont-Neuf“ als unberechenbares Enfant terrible des Autorenfilms. Seine Arbeiten, wie zuletzt „Holy Motors“, werden euphorisch gefeiert und entschieden abgelehnt, aber stets eifrig diskutiert. Die Dokumentaristin Louise-Salomé hat Interviews mit

Schauspielern wie Denis Lavant und renommierten Kritikern geführt und diese mit Filmausschnitten zu einem Porträt montiert. Metro: Mo 27.10., 13.30 + Urania: Mi 29.10., 23.00 (OmenglU) My Name is Salt (Indien/CH 2013) R: Farida Pacha. 92 min. Jedes Jahr verlassen Tausende indische Familien ihre Heimatdörfer, um in der Wüste von Kutch Salz zu gewinnen. Filmemacherin Farida Pacha zeigt sich von den extremen Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen gleichermaßen beeindruckt wie von der bizarren Schönheit der Landschaft. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 18.30 (OmU) + Gartenbau: Mo 3.11., 13.00 (OmenglU) National Gallery (F/USA 2014) R: Frederick Wiseman. 174 min. Die Londoner National Gallery beherbergt Werke vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. US-Filmer Wiseman blickt hinter die Kulissen des Museums, spricht mit Experten, fängt die Beziehung zwischen Kunstwerk und Beobachter ein und betreibt mit seinem Film gleichzeitig Kunstvermittlung. Grandios. Gartenbau: Sa 25.10., 14.00 + Urania: Di 28.10., 12.00 (OF) Natural History (USA 2014) R: James Benning. 77 min. Grad blickte „Das große Museum“ hinter die Kulissen des Wiener Kunsthistorischen Museums, nun rückt US-Filmer James Benning das Naturhistorische Museum in den Mittelpunkt. Er dokumentiert allerdings nicht die Ausstellungsräume, sondern erkundet die unterirdische Architektur des Hauses. „Eine innere Landschaftsaufnahme“ (J. Benning). Gartenbau: Di 4.11., 13.30 Nepal Forever (RUS/Nepal 2013) R: Aljona Polunina. 89 min. Zwei russische Kommunisten begeben sich auf eine irrwitzige Mission nach Nepal. Eine dokumentarische Groteske, bei der kaum etwas hinzuerfunden wurde. Urania: Mi 5.11., 18.00 + Metro: Do 6.11., 16.00 (OmenglU) Non-pic-tion-dai-ary / Non-Fiction Diary (Südkorea 2013) R: Jung Yoon-Suk. 93 min. „Wir hassen die Reichen“ war der Slogan, der eine Gruppe junger Männer in den 1990er-Jahren zu bestialischen Morden anstiftete, die die Gesellschaft schockierten. Verknüpft mit dem Einsturz eines Einkaufszentrums und einer Brücke in Seoul im selben Zeitraum deckt Jung Yoon-Suk die gesellschaftspolitischen Strukturen im fortschrittsgläubigen Südkorea des späten 20. Jahrhunderts auf. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 13.30 + Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 14.30 (OmenglU) He Bû Tune Bû / Once Upon a Time (TR 2014) R: Kazim Öz. 81 min. Was passiert, bevor der Salat im Supermarktregal liegt? Kazim Öz beleuchtet die Welt der großteils kurdischen Lohnarbeiter, die nahe Ankara Gemüse anbauen – für winzige Löhne, ohne irgendeine Form von Versicherung. Ein Film über Ausbeutung, „die Methoden eines neuen Kolonialismus“ (Öz) und das Entflammen einer Liebe. Metro, Pleskow Saal: Sa 25.10., 14.30 + Urania: Mo 27.10., 15.30 (OmenglU) One Day Since Yesterday: Peter Bogdanovich & The Lost American Film (USA 2014) R: Bill Teck. 118 min. Die Geschichte einer tragischen Liebe und eine Hommage an die Ära des US-Autorenkinos der 1970er: Während Regisseur Peter Bogdanovich seinen Film „They All Laughed“ fertigstellte, verliebte er sich in die Schauspielerin Dorothy Stratten, die kurze Zeit später von ihrem Ehemann ermordet wurde. Zeitgleich musste Bogdanovich seinen Film retten, den das Studio zurückstellen wollte. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 20.30 + Metro: Di 28.10., 11.00 (OmU) Baladna Alraheeb / Our Terrible Country (SY/LB 2014) R: Mohammad Ali Atassi, Ziad Homsi. 85 min. Der Intellektuelle Yassin al-Haj Saleh, der unter dem Regime Assad 16 Jahre lang im Gefängnis saß, macht sich mit dem jungen Fotografen Ziad Homsi in seine Heimatstadt Raqqa auf. Doch die Stadt im Nordosten des Landes wird bereits von ISIS-Truppen kontrolliert. Die Gefährdung ihres Lebens zwingt beide Männer schließlich, ihr Heimatland zu verlassen. Urania: Sa 25.10., 15.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 13.30 (OmenglU) Outtakes from the Life of a Happy Man (USA 2013) R: Jonas Mekas. 68 min. Der gebürtige Litauer Mekas, der 1949 nach New York emigrierte, führte seit den 1950ern ein filmisches Tagebuch. Die Aufnahmen verdichtete der Freund Andy Warhols oder Allen Ginsbergs später zu Filmen wie „Walden“ oder „Lost Lost Lost“. Für sein neues Werk hat er nicht verwendete Teile dieser Alltagsaufnahmen zusammengestellt. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 13.30 + Mi 5.11., 11.00 (OF) The Overnighters (USA 2014) R: Jesse Moss. 100 min. Der Goldrausch war einmal, heute regiert das Öl. In der „Boomtown“ Williston in North Dakota, deren Bevölkerungszahl sich in der letzten Dekade verdreifachte, treffen täglich besitzlose Menschen ein, um Arbeit auf den Ölfeldern zu finden. Die „Overnighters“ werden von Pastor Jay Reinke in der Kirche der Gemeinde aufgenommen. Metro: Fr 24.10., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 11.00 (OF)

f o t o : V i e n n a l e / A G AT FIL M S

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Café · Bar · Events · Diskussionen TÄGLICH VON 18 UHR BIS 4 UHR FRÜH 1010 Wien, Dominikanerbastei 11 (U1, U4 Schwedenplatz) Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen und Konzerten!

VIENNALE FESTIVALZENTRUM

Do, 30. 10., 19 h – Gespräch WHY FAROCKI MATTERS Im Sommer diesen Jahres starb unerwartet der deutsche Filmemacher und Medientheoretiker Harun Farocki. Er zählte zu den bedeutendsten Dokumentaristen und Analytikern unserer Bilderwelt und hat nachhaltige Spuren im Kino- und Kunstbetrieb hinterlassen. Mit: Julian Radlmaier, Constanze Ruhm, Klaus Wyborny u.a. In Kooperation mit

Two Door Cinema Club

Do, 23.10., ab 22 h – Party ERÖFFNUNG TWO DOOR CINEMA CLUB DJ-SET / ETEPETETE Two Door Cinema Club (Cinema Club, Filmfestival, get it?) ist ein Fixstern am Indie-Himmel. Als DJs überraschen sie mit abwechslungsreichen Uptempo-Sets von House bis Nu-Disco. Für Verstärkung sorgt das All-Girl-DJ-Kollektiv Etepetete mit viel Bass und Liebe. Fr, 24. 10., ab 21 h – Konzert WOODS OF BIRNAM (LIVE) In Hausners AMOUR FOU spielt Christian Friedel die Hauptrolle. Nun veröffentlicht er sein erstes Musikalbum als Sänger gemeinsam mit den Musikern von Polarkreis 18. Woods of Birnam – erstmals in Wien on stage – stehen für atmosphärischen Pop mit einer Portion Theatralik.

Woods of Birnam

So, 26. 10., ab 21 h – DJ-Set HODA MOHAJERANI Die gebürtige Iranerin Hoda Mohajerani ist eine SingerSongwriterin und Poetin, deren musikalische Inspiration irgendwo zwischen Rumi und den Ramones liegt. An diesem Abend gewährt sie Einblicke in ihre persönliche Musiksammlung und legt Songs auf, die sie bewegen. Mo, 27. 10., ab 21 h – Talk & DJ-Set GESPRÄCH MIT GERHARD HEINZ / DJ CUT-EX & ALASKA AL Gerhard Heinz hat über 130 Kinofilme vertont, die Soundtracks werden nun vom Label Digatone wiederveröffentlicht. Gerhard Stöger (Falter) spricht mit Heinz über sein bewegtes Leben, Alaska Al und DJ Cutex (Digatone) spielen dazu Gustostückerln aus Heinz’ Schaffen, das von Kasperl bis Softpornos reicht.

Hoda Mohajerani

G.rizo

In Kooperation mit

Malia

So, 2. 11., ab 21 h – Party MALIA / DJ SAMIR (SOULSEDUCTION) Die britische Soul-Sängerin Malia steuerte zu Hubert Saupers WE COME AS FRIENDS mehrere Songs bei, die sie gemeinsam mit dem Wiener Jazzpianisten Philipp Nykrin zu Gehör bringen wird. SoulSpezialist DJ Samir sorgt für die stimmige Umrahmung des Abends. Mo, 3. 11., 20.45 h – Diskussion auf Englisch THE STATE OF THINGS Während Hollywood nur den Marktgesetzen der Maximierung folgt, gibt es in den USA auch ein ganz anderes Kino. Woher bezieht es seine Ideen und Stoffe, wie entsteht es? Wer steht dahinter? Und wie wird es gesehen? Mit: Debra Granik, Alex Ross Perry, Alexandre Rockwell und Peter Strickland. In Kooperation mit

Jonathan Toubin

Mo, 3. 11., ab 22 h – DJ-Set JONATHAN TOUBIN (NEW YORK NIGHT TRAIN) / HANNAH WAGNER (SWELL TIME VIENNA) Jonathan Toubin – kürzlich von VICE als bester DJ New Yorks tituliert – mixt in seinen energetischen Live-Sets obskure Rhythm & Blues, Rock’n’Roll und Soul-Platten und veranstaltet dazu Dance-Battles. Mit von der Partie: Hannah Wagner von Swell Time Vienna. Shake, what your Mama gave ya! In Kooperation mit

Di, 4. 11., ab 21 h – Konzert & Party FREE THE ROBOTS (LIVE) / RESTLESS LEG SYNDROME Schmetternde Beats, progressive Melodien, Wechsel zwischen analog und digital: Das ist elektronische Musik anno 2014 oder einfach: Free the Robots. Live kreiert der Kalifornier Klangkulissen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden. Danach: Party mit Restless Leg Syndrome. In Kooperation mit

Klub Mutti

Di, 28. 10., ab 21 h – Konzert & Party G.RIZO (LIVE) / SCHOOL DJ-SET G.rizo ist ein Allroundtalent: Sängerin, DJane, Produzentin und Konzeptkünstlerin. An diesem Abend darf man sich auf einen ihrer energiegeladenen Live-Auftritte freuen. Danach folgt ein DJ-Set von school. Mi, 29. 10., ab 21 h – DJ-Set & Party ANNA LEISER & MOOGLE (BEBOP RODEO) Bebop Rodeo sendet Radioshows in die digitale Welt, für die internationale und heimische Größen exklusives Material bereitstellen. Der Fokus liegt auf Tanzmusik zwischen Broken Beats und Deep House. Und wenn die Bebop-Crew selber an den Turntables werkt, geht die Post ab!

Fr, 31. 10., ab 22 h – DJ-Set SEXY DEUTSCH / HAM / VIHANNA / FLUX Ein Querschnitt durch die Wiener Nacht: Vier Kollektive schicken vier DJs in die Zentrale, die für einen Abend zwischen Bass und weißen Handtüchern sorgen. Mit dabei: Casual Clay (Vihanna), John Starks (Ham), Simke (Sexy Deutsch) und q35 (Flux). Trick or treat! Sa, 1. 11., ab 22 h – DJ-Set PASCAL RIOUX (FAVORITE RECORDINGS) / DJ SMOAB (RARE AND WELL DONE) Pascal Rioux, Label-Gründer und Mastermind des Vertriebs Pusher, ist eine Größe der Pariser Musikszene. Als DJ spielt er sich quer durch die Musikstile, von Soul, Funk und Brasil über HipHop bis hin zu House. DJ Smoab (Superfly) steht dem Franzosen als Local Support zur Seite.

In Kooperation mit

So, 26. 10., 19.30 h – Buchpräsentation & Gespräch BE SAND, NOT OIL Ein Abend zur Filmschau «Revolutionen in 16mm»: Neben der Präsentation des Buches «Be Sand, Not Oil. The Life and Work of Amos Vogel» findet ein Gespräch mit Gästen und KuratorInnen der 16mm-Filmreihe statt, darunter Michael Omasta (Synema, Falter), Haden Guest (Harvard Film Archive) und Katja Wiederspahn (Viennale).

QUARRY

Pascal Rioux

Fr, 24. 10., ab 22 h – DJ-Set ALEX BARCK (JAZZANOVA) / SOULPARLOR (TOKYO DAWN RECORDS) Dieser Abend gehört zwei DJ-Legenden: Alex Barck prägte die Generation Nu-Jazz und ist heute als Radiohost und DJ umtriebiger denn je. Frank Jensen spielt sich mit SoulParlor durch Clubs rund um den Globus. Was die beiden verbindet? Ihr Faible für intelligente Tanzmusik mit viel Seele. Sa, 25. 10., ab 22 h – Konzert & Party KONEA RA (LIVE) / MAKOSSA & MEGABLAST / SEBASTIAN SCHLACHTER Konea Ra, einer der vielversprechendsten heimischen Acts, präsentiert sein zweites Album: opulente Beats mit tiefsinnigem Gesang – kurz: Elektropop, der den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Mit dabei: Sebastian Schlachter und die FM4-DJs Makossa und Megablast.

Konea Ra

Harun Farocki

Do, 30. 10., ab 22 h – DJ-Set FILMEMACHERINNEN AN DEN PLATTENTELLERN In altbewährter Tradition legen auch heuer wieder einige ViennaleGäste ihre mitgebrachten Lieblingssongs auf. Es darf getanzt werden! Mit dabei sind Sebastian Brameshuber, Chris Gude, Dorit Margreiter, Joel Potrykus und Nathan Silver. Moderation: Norman Shetler.

b.fleischmann

Mi, 5. 11., ab 21 h – Party KLUB MUTTI À GOGO / MIA MERANO Kein Filmfestival ohne echte Diven! Klub Mutti, Wiens lustigste Drag Party bringt Eleganz und den unwiderstehlichen Charme der 60er auf die Bühne. DJ Mia Merano und Das_Em spielen Musik der 60er, Disco und alles was groovt. Make-Up – Not War: It’s Klub Mutti à gogo! Do, 6. 11., ab 22 h – DJ-Set & Party B.FLEISCHMANN / DIZZY WOMACK (DISCOBELLE RECORDS) Den Abschluss der diesjährigen Viennale bestreiten zwei DJs, die das ganze Spektrum elektronischer Tanzmusik abdecken: b.fleischmann ist eine Fixgröße in der Elektro-Szene, Dizzy Womack produziert Clubmusik aus HipHop, House und Techno. Quer durch die Genres ist an diesem Abend alles erlaubt. Let’s dance!


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Kurzfilme Die Meta-Ebene

Anale Fan-Altare, banale Fanfaren & andere Fanale

Found-Footage-Feier mit Ikonen der 1970er aus „Dynasty“ und „Grease“

Kurzfilmen wird Industrie-Foundzelebriert – mal zerebral, ImalnFootage zerrieben. Oder geföhnt, wie die

Gesten der Rivalinnen der 1980er-TVSerie ,,Dynasty“: Glas heben, Blick senken, Träne auf Befehl zu MidiKlavierkitsch. Der Titel „The Dark, Krystle“ zitiert Linda Evans’ Charakter und einen 1980er-Puppentrickfilm. Eine auf Rhythmus verzichtende Supercut-Retroversion von Matthias Müllers „Home Stories“. Müllers Sounddesigner Dirk Schae­fer liefert das Dialogfetzenfurioso zu „G/R/E/A/S/E“, Antoni Pinents handmade Décollage des Travolta-Retro-Musicals von 1979. Feier des materiellen Signifikanten in Lichtton­ knistern und Ölfrisur, Car-Chase und dreckig Tanzen, Aufriss im Filmriss, virtuos zerknittert, superopulent. Rasur von Schamhaar (auf dem Hügel?) überblendet mit Wallungen einer US-Dadaistin. „Elsa Merdelamerdelamer“ heißt das; Wortspiel regiert (gut so!), also steht auf Filmemacherin Abigal Childs Website „public“ statt „pubic hair“, statt Schamhaar öffentliches Haar. Lasst es uns spalten, die Screens gleich mit: „Transformers: The Premake“ kritisiert als Desktop-Documentary die KonzernKooptierung der Fan- und Gaffervideos von Blockbuster-Drehs: witzige Studie schamloser Bildermacht über Public Space. Macht-Ansagen von Studiologos montiert Johann Lurf in „­Twelve ­Tales Told“ zu dichtem Glitch-Hop mit Weltkugel. Und William E. Jones’ Archivruine einer alten TV-Doku über „Psychic Driving“ bei der CIA zeigt De-Patterning der Hirne und Bilder: Das kommt wohl von einer neben einen Magnet gelegten Videokassette. Da zieht’s dir alles raus!

DR . ROBNIK

Die einzelnen Termine finden Sie im Programmteil

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De Palestijnen / The Palestinians (NL 1975) R: Johan van der Keuken. 43 min. Ein bald 30 Jahre alter Film zum „Palästinenser-Konflikt“: Van der Keuken, der mehr als 50 Dokumentarfilme gedreht hat, arbeitete im Auftrag des Nederlands Palestina Komitee und untersucht die Hintergründe präzise. Die Idee eines jüdischen Staates wird verteidigt, gleichzeitig werden die politischen und wirtschaftlichen Kräfte, die zur Vertreibung der Palästinenser führen, herausgearbeitet. Metro: Mo 3.11., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 11.00 (OmenglU) Parole de kamikaze (F 2014) R: Sawada Masa. 75 min. Hayashi Fujio, ein 90-jähriger Veteran, erzählt von seinen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, als er sich freiwillig für den ersten Kamikaze-Angriff der kaiserlichen Armee Japans meldete. Urania: Mo 27.10., 23.00 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 14.30 (OmenglU) Zuo tian / Past Present (Malaysia 2013) R: Saw Tiong Guan. 76 min. In seinem Porträtfilm begleitet der Autor und Filmemacher Saw Tiong Guan den taiwanesischen Autorenfilmer Tsai Ming-liang bei dessen Arbeit. Während sich Tsai an seine Kindheit in Taiwan in den 1970ern und die ersten Kinobesuche mit den Großeltern erinnert, melden sich Ang Lee, Apichatpong Weerasethakul und Lee Kang-sheng zu Wort. Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 13.30 (OmenglU) A Place for Everyone (B/Ö/RW 2014) R: Angelos Rallis, Hans Ulrich Gössl. 60 min. Der grauenhafte Völkermord, den die Hutu 1994 an den Tutsi verübten, ist Hintergrund dieses im ruandischen Dorf Mwendo handelnden Films, in dem heute beide Völker wieder als Nachbarn zusammenleben. Benoite, eine Tutsi, deren gesamte Familie ermordet wurde, und Tharcisse, ein Hutu, dessen Vater zahlreiche Morde beging, sind die Protagonisten der Doku. Metro: Sa 25.10., 11.00 (OmenglU) + So 2.11., 18.30 (OmU) Pulp: A Film About Life, Death and Supermarkets (GB 2014) R: Florian Habicht. 90 min. 1988 verließen Pulp ihre Heimatstadt Sheffield und schrieben in London Britpop-Geschichte. Die Musikdoku erzählt die Geschichte der Band rund um den Exzentriker Jarvis Cocker, besucht das einfache Volk in Sheffield und ist ebendort natürlich auch beim Wiedersehenskonzert nach 25 Jahren dabei. Gartenbau: Fr 24.10., 23.00 + Metro: So 26.10., 13.30 (OF) Red Army (USA/RUS 2014) R: Gabe Polsky. 85 min. Slava Fetisow, Alexei Kasatonow, Sergei Makarow, Vladimir Krutow, Igor Larionow: der genialste Block der genialsten Eishockeymannschaft aller Zeiten. Auf dem Eis galt das sowjetische Team bis in die 1990er-Jahre als unschlagbar, wie der US-Filmer und ehemalige Spieler Polsky in dieser hochgelobten Sportdoku berichtet. Metro: Mo 3.11., 21.00 + Gartenbau: Mi 5.11., 15.30 (OmU) Revolução Industrial (P 2014) R: Frederico Lobo, Tiago Hespanha. 73 min. Dem Verlauf des Rio Ave folgend, nähern die beiden Regisseure sich einem hochgradig industrialisierten Teil Portugals. Landschaftsaufnahmen, Erinnerungen ehemaliger Fabrikarbeiter und die Auswirkungen der Wirtschafskrise in der Region verbinden sich zu einem episodenhaften Porträt. Urania: Di 28.10., 15.30 + Metro: Do 6.11., 18.30 (OmenglU) Casse / Scrap Yard (F 2013) R: Nadège Trebal. 90 min. Schrottplätze sind melancholische wie gesellige Orte. Jedenfalls im Blick von Filmerin Trebal, die sich diesen Männertreffpunkten, an denen noch brauchbare Bestandteile aus Autowracks geschraubt und glücklich davongetragen werden, annähert. Zwischen Stoßdämpfern und Schmierölflecken sammelt sie Erzählungen aus dem Leben der oft durch Emigration von ihren Familien getrennten Männer. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 18.30 + Metro: Mi 29.10., 13.30 (OmenglU) The Search for Weng Weng (AUS/PH 2013) R: Andrew Leavold. 93 min. Anfang der 1980er gab es eine Serie philippinischer James-Bond-Parodien, deren Hauptdarsteller ein kleinwüchsiger Mann namens Weng Weng war. Andrew Leavold heftet sich auf die Spuren des Schauspielers, der bald spurlos von der Bildfläche verschwand. Ein filmisches Denkmal für den ehemaligen Star und jung und mittellos verstorbenen Künstler. Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 23.30 + Metro: Sa 1.11., 16.00 (OmenglU) Al doilea joc / The Second Game (RO 2013) R: Corneliu Porumboiu. 97 min. Filmemacher Porumboius Vater war Schiedsrichter im Fußballspiel zwischen Steaua und Dinamo Bukarest, das 1988 stattfand und die visuelle Ebene von „The Second Game“ bildet. Der Sturz Ceauşescus war zu diesem Zeitpunkt kaum zu erahnen. Im Off ist die spontane Unterhaltung von Vater und Sohn zu hören, die sie beim Sichten des 25 Jahre zurückliegenden Spiels führten. Gartenbau: Sa 1.11., 13.00 (OmU) + Metro, Pleskow Saal: Mi 5.11., 22.00 (OmenglU) Ma’a al-Fidda / Silvered Water, Syria Self-Portrait (F/SY 2014) R: Ossama Mohammed, Wiam Simav Bedirxan. 92 min. Das Werk zweier Filmer, die sich nie persönlich begegnet sind: Der Syrer Ossama

Mohammed, der im französischen Exil lebt, und die Kurdin Wiam Simav Bedirxan verknüpfen Aufnahmen der Revolution zu einem Dialog in Bildern. „In Syrien filmen und sterben jeden Tag Youtuber; andere filmen und töten weiter“ (O. Mohammed). Urania: Fr 24.10., 20.30 + Do 30.10., 15.30 (OmenglU) Song from the Forest (D/CF/USA 2013) R: Michael Obert. 96 min. Der US-Amerikaner Louis Sarno wanderte als junger Mann in den zentralafrikanischen Regenwald aus und schloss sich den Bayaka-Pygmäen an, deren Musik ihn verzaubert hatte. 25 Jahre später reist er mit seinem Sohn nach New York City, um das Versprechen einzulösen, ihm dereinst seine alte Heimat zu zeigen. Urania: Sa 1.11., 18.00 + Di 4.11., 20.30 (OmenglU) Songs from the North (USA/Südkorea/P 2014) R: Soon-Mi Yoo. 72 min. In ihrem Langfilmdebüt widmet sich Soon-Mi Yoo aus Südkorea dem vom Führerkult um Kim Il-sung geprägten Nordkorea. Jenseits von Chauvinismus und Hohn untersucht sie in der Kombination eigener Aufnahmen mit Archivmaterial die bereits den Kleinsten eingetrichterte Staatsideologie sowie den Patriotismus der Menschen. Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 20.00 + Metro: Mi 29.10., 11.00 (OmenglU) Städtebewohner (D 2014) R: Thomas Heise. 82 min. In der „Comunidad San Fernando“, einem Gefängnis in Mexico-Stadt, leben circa 200 als Jugendliche verurteilte Straftäter. Maximal fünf Jahre sitzen sie hier ab. Thomas Heise rückt das Gefängnis als Institution in den Blick, vor allem aber versucht er, sich den Insassen und ihren Erlebnissen zu nähern, und urteilt dabei nicht. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 21.00 (OmenglU) Stray Dog (USA 2014) R: Debra Granik. 105 min. Debra Granik, seit „Winter’s Bone“ (2010) eine der wichtigsten Regisseurinnen des realistischen US-Kinos, begleitet den Biker und Vietnamveteranen Ron „Stray Dog“ Hall, der mit seiner mexikanischen Familie in einem Trailer-Park in Missouri lebt. Eine bemerkenswerte Arbeit über den amerikanischen Traum und die Freiheit, die auch mit der Harley Davidson nicht zu erreichen ist. Urania: Mo 3.11., 18.00 + Gartenbau: Di 4.11., 11.00 (OF) Sucesos intervenidos (ARG 2014) R: Diverse. 73 min. Von 1938 bis 1972 liefen in argentinischen Kinos vor Filmbeginn die „Sucesos Argentinos“, die heute als wichtige zeithistorische Dokumente auch zur politischen Geschichte des Landes gelten. Das Filmmuseum von Buenos Aires hat 25 heimische Filmemacher eingeladen, das Material für die Arbeit heranzuziehen und besagte Wochenschauen in neuer Form auf die Leinwand zurückzubringen. Metro, Pleskow Saal: Mo 27.10., 19.30 + Metro: Sa 1.11., 13.30 (OmenglU) Tourisme international (F/Nordkorea 2014) R: Marie Voignier. 48 min. Und noch ein Beitrag zur aktuellen Nordkorea-Doku-Blase: Marie Voignier stattet die offizielle Erzählungen (Reiseführer führen durch Museen, Künstlerateliers, Fabriken usw.), die sie auf Film gebannt hat, mit komplett neuer Tonspur aus. Metro: Sa 1.11., 18.30 + Metro, Pleskow Saal: So 2.11., 22.00 (OmenglU) La trattativa (I 2014) R: Sabina Guzzanti. 104 min. Guzzanti rekonstruiert den historisch größten MafiaProzess der 1990er als Doku-Fiction. Kronzeugen, Richter, Anwälte, Polizeichefs und Politiker werden von Schauspielern gespielt, tausende Seiten Prozessakte bestimmen das Drehbuch. Ein bis heute nicht abgeschlossenes Kapitel italienischer Politgeschichte. Urania: So 2.11., 15.30 + Metro, Pleskow Saal: Mo 3.11., 22.00 (OmenglU) Über Leben (Ö/D 2014) R: Josh Josimovic. 45 min. Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft: Die 1917 geborene Wienerin Mitzi Fleischer, die nach dem „Anschluss“ in die USA emigrierte, lernt 1955 bei einem Besuch in Wien den 1932 geborenen Radiogeschäftbetreiber Leo Josimovic kennen. Sein Sohn Josh Josimovic erzählt ihre Geschichte. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 19.00 (OmU) + Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 12.00 (OmenglU) Der Unfertige (D 2013) R: Jan Soldat. 48 min. Der junge deutsche Regisseur Jan Soldat macht keine konventionellen Filme: Nach Kurzfilmen zu Themen wie Zoophilie, Selbstbefriedigung oder BDSM porträtiert er mit „Der Unfertige“ einen Mann, der beschlossen hat, als Sklave zu leben. An sein Bett gekettet, berichtet Klaus Johannes Wolf, wie es zu diesem Entschluss kam. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 18.30 + Urania: So 26.10., 23.00 (OmenglU) Von Caligari zu Hitler (D 2014) R: Rüdiger Suchsland. 118 min. Zeitreise ins deutsche Kino der Weimarer Republik, geleitet von Kracauers politpsychologischem Klassiker. Im Mittelpunkt des Rückblicks auf die besten Jahre des deutschen Films steht das Werk Fritz Langs; an Ausschnitten aus „Metropolis“, „Nosferatu“ und „M“ führt auch kein Weg vorbei. Urania: Mo 27.10., 18.00 + Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 14.30 (OmenglU) We Come As Friends (F/Ö 2013) R: Hubert Sauper. 105 min. Seine Afrikareise führt den Filmemacher in den Sudan, als das Land eben in zwei Staaten zerfällt.

Der christliche Süden und der muslimische Norden werden durch internationale Interessen getrennt, die neuen Konflikte sieht Sauper als Wiederholung alter Kolonialstrukturen. Wer in Wahrheit der größere Feind ist, der darf als Freund kommen. Gartenbau: So 2.11., 18.00 (OmU) + Urania: Di 4.11., 13.00 (OmenglU) Branco sai, preto fica / White Out, Black In (BR 2014) R: Adirley Queirós. 93 min. Im Slum Ceilândia geschah in den 1980ern ein rassistisch motiviertes Verbrechen. Die Polizei stürmte eine Tanzveranstaltung der vorwiegend schwarzen Bevölkerung und verletzte mehrere Menschen schwer. Adirley Queirós lässt die Bewohner in einer Doku mit fiktiven Elementen zu Wort kommen: Ein Schauspieler verkörpert einen Regierungsbeamten, der die Anschuldigungen der Geschädigten untersucht. Metro: So 26.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 11.00 (OmenglU)

Kurzfilme 23rd August 2008 (GB 2013) R: Laura Mulvey, Faysal Abdullah, Mark Lewis. 22 min. Reflexionen über das Leben irakischer Intellektueller im Exil. Metro: Fr 24.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 14.00 (OF) À propos de Venise (F/CH 2013) R: Jean-Marie Straub D: Barbara Ulrich. 24 min. Seeufer, Baum, Wasser, Musiker, eine Katze, dazu Text von Maurice Barrès: „Wie werd ich lustig lachen, wenn alles durcheinandergeht.“ Metro: Do 30.10., 16.00 + Gartenbau: So 2.11., 13.00 (OmenglU) Assemblée générale (F 2013) R: Luc Moullet D: Pascale Bodet, Valérie Bousquet, Sabine Pakora. 17 min. Viel Lärm um Nichts: eine Jahresversammlung von Miteigentümern als absurdes Theater. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 18.00 + Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 12.00 (OmenglU) Atlantis (USA/Malta 2014) R: Ben Russell. 24 min. Atlantis, das von Platon beschriebene mythische Inselreich, entdeckt von Avantgardefilmer Russell. Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 17.00 + Metro: Fr 31.10., 11.00 (OmenglU) Bim Bam Boom, Las Luchas Morenas (USA/DK/ MEX 2013) R: Marie Losier. 13 min. Die Schwestern Rossy, Esther und Cynthia Moreno sind professionelle Luchadoras, sprich: Wrestlerinnen! Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 22.00 + Urania: Fr 31.10., 18.00 (OmenglU) Funerale du Mariano Lupo (I 1972). 14 min. Anonymes, stummes Dokument: Bilder vom Begräbnis eines 1972 in Parma ermordeten Mitglieds der außerparlamentarischen linken Opposition. Stadtkino im Künstlerhaus: So 2.11., 23.30 Holz einräumen (Ö 2014) R: Simon Spitzer D: Franz Scheidl, Max Stern. 17 min. Sohn und Vater machen Holz. Als der Sohn den Bus nach Haus in die Stadt verpasst, müssen sie den Abend miteinander verbringen. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 19.00 + Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 12.00 (OmenglU) Hotel Straussberg (D 2014) R: Jan Soldat. 27 min. Impressionen aus einem Hotel, das sich als „Militärcamp“ für schwule Gäste erweist. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 18.30 + Urania: So 26.10., 23.00 (OmenglU) La isla (Chile/PL/DK 2013) R: Dominga Sotomayor, Katarzyna Klimkiewicz D: Rosa García-Huidobro, Francisca Castillo, Niles Atallah. 30 min. Familie, Urlaub, Ferienhaus, einsame Insel, aber „wo ist eigentlich Jaime, wann kommt er endlich an“? Metro: Mo 27.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 13.30 (OmenglU) A Million Dreams (USA/CAN/I/F 2013/14). 65 min. Kurzfilmprogramm mit Silvia das Fadas: „Square Dance, Los Angeles County, California, 2013“, Robert Fenz: „La Nuit“, Judith Poirier: „Two Weeks – Two Minutes“, Lee Anne Schmitt: „womannightfilm“, Marie Losier: „Alan Vega, Just a Million Dreams“, Abigail Child: „ELSA merdelamerdelamer“, Jennifer Reeves: „Stawberries in the Summertime“. Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 16.00 + Mo 2.11., 11.00 (OmenglU) No Form (TW 2012) R: Tsai Ming-liang D: Lee Kangsheng. 20 min. Mit beinah schmerzhafter Langsamkeit bewegt sich Lee Kang-sheng in scharlachroter Mönchskutte durch urbane, stark frequentierte Plätze Taiwans. Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 13.30 O arquipélago (BR/Chile 2014) R: Gustavo Beck D: Álvaro Riveros, Patrícia Garcia. 28 min. Ein alltägliches Schicksal: Álvaro ist von Chile nach Brasilien emigriert, doch die Hoffnungen auf ein besseres Leben haben sich nicht erfüllt. Urania: Sa 25.10., 23.00 + Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 19.30 (OmenglU) Of Hats and Horses (USA/CH 2013/14). 72 min. Kurzfilmtripel: „Joyas voladoras“ von Abraham Ravett (USA 2014), „Pris dans le tourbillon“ von Fabrice Aragno (CH 2014), „A iucata“ von Michele Pennetta“ (CH 2013). Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 29.10., 18.30 + Metro: Do 6.11., 11.00 (OF)

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V i e n n a l e 1 4    Of Stains, Scrap & Tires (Ö/F 2014) R: Sebastian Brameshuber. 19 min. Dokumentarische Miniatur aus der Obersteiermark über drei junge Nigerianer und ihr Exportbusiness. Metro: Sa 1.11., 18.30 + Metro, Pleskow Saal: So 2.11., 22.00 (OmenglU) Oidhche Sheanchais (GB/IRL 1935) R: Robert Flaherty. 12 min. „A Night of Storytelling“: ein Fundstück, entstanden während Flahertys Dreh auf Aran, restauriert vom Harvard Film Archive. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 13.30 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 19.30 (OmenglU) O velho do restelo / The Old Man of Belém (P/F 2014) R: Manoel de Oliveira D: Diogo Dória, Luís Miguel Cintra, Mário Barroso. 20 min. Miguel de Cervantes, Luís Vaz de Camões, Camilo Castelo Branco und Teixeira de Pascoaes treffen im Garten eines modernen Wohnblocks aufeinander, um über ihre Werke zu räsonieren. Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 12.00 + Metro: Mi 29.10., 18.30 (OmenglU) Psychic Eden (USA/Ö 2014). 65 min. Kurzfilmprogramm mit „Transformers: The Premake“ (R: Kevin B. Lee, USA 2014), „Praxis – 14 (Selektion)“ (R: Dietmar Brehm, Ö 2014), „Psychic Driving“ (R: William E. Jones, USA 2014), „Eden’s Edge (Three Shorts on the Californian Desert)“ (R: Gerhard Treml & Leo Calice, Ö/USA 2014), „Canopy“ (R: Ken Jacobs, USA 2014). Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 16.00 + Mo 3.11., 11.00 (OF) Schakale und Araber (CH 2011) R: Jean-Marie Straub D: Barbara Ulrich, Giorgio Passerone, Jubarite Semaran. 11 min. Kafka, beim Wort genommen: „‚Du bist wirklich ein Fremder‘, sagte der Schakal, ‚sonst wüßtest du, daß noch niemals in der Weltgeschichte ein Schakal einen Araber gefürchtet hat. Fürchten sollten wir sie? Ist es nicht Unglück genug, daß wir unter solches Volk verstoßen sind?‘“ Metro: Mo 3.11., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 4.11., 11.00 (OmenglU) Six Tales Told (USA/GB/GB/DE/Ö 2013/14). 71 min. Avantgarde-Shorts von Thom Andersen: „The Tony Longo Trilogy“ (USA 2014), Andrew Lampert: „El Adios Largos“ (USA/MEX 2013) und „G Is the Dial“ (GB 2013), Antoni Pinet: „G/R/E/A/S/E“ (E/CH/D 2013), Johann Lurf: „Twelve Tales Told“ (Ö 2014), Michael Robinson: „The Dark, Krystle“ (USA 2013). Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 18.30 + Mi 29.10., 13.30 (OF) Tiger Morse (Reel 14 OF****) (USA 1967) R: Andy Warhol. 33 min. Heute schon wieder futuristisch: Glamour-Designerin Morse in ihrer Teeny Weeny

Boutique. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 13.30 + Mi 5.11., 11.00 (OF) Viennale-Trailer 2014: Chafariz das Virtudes (P/Ö 2014) R: Manoel de Oliveira. 1 min. „Brunnen der Tugend“ hat der 105-jährige Regisseur seinen Trailer für die Viennale genannt. Er zeigt einen Wandbrunnen in Porto, der tut, was Brunnen eben so tun: sprudeln. Ein Bild der vergehenden Zeit, des verrinnenden Lebens. Gartenbau: Do 23.10., 19.30, 23.00 Zwei Museen (Photographie und Jenseits 22) (D 2013) R: Heinz Emigholz. 18 min. Architekturfilm, der zwei Museen gegenüberstellt: das Museum of Art in Ein Harod, Israel, und The Menil Collection in Houston. Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 18.30

In Focus: Tariq Teguia Hacla / The Fence (Algerien/F 2002) R: Tariq Teguia. 24 min. Eine metaphorische Karte des Lebens in Algier: Vom bekannten Bab-El-Qued im Westen geht die Reise nach Ain-Benian an der Peripherie von Teguias Heimatstadt. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 15.30 + Metro, Pleskow Saal: So 2.11., 11.30 (OmenglU) Ferrailles d’attente (Algerien 1998) R: Tariq Teguia. 7 min. Fahrten durch Algier, in Zeitlupe, den Blick stets nach oben gerichtet, dazwischen Fotografien von Straßen und Menschen: ein Stadtporträt en miniature. Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 15.30 (OmenglU) Gabbla / Inland (Algerien/F 2008) R: Tariq Teguia D: Abdelkader Affak, Ines Rose Djakou, Ahmed Benaissa. 138 min. Weite Totalen, leinwandfüllende Steinwüsten, und auch von seinen Figuren hält Teguias Film über einen Topografen, der in der algerischen Einöde seiner Arbeit als Landvermesser nachgeht, reichlich Abstand. Stadtkino im Künstlerhaus: Do 30.10., 15.30 (OmenglU) Roma wa la n’touma / Rome Rather Than You (Algerien/F/D 2006) R: Tariq Teguia D: Samira Kaddour, Rachid Amrani, Ahmed Benaissa. 111 min. Als „slowmotion road movie“ hat Regisseur Teguia seinen Film beschrieben: Kamel und Zina wollen weg aus Algerien, aber ihre Versuche, gefälschte Papiere für eine Ausreise zu organisieren, bleiben stecken im Straßenlabyrinth Algiers. Mit geringen Mitteln entwirft Teguia ein plastisches Bild von alltäglichen, brutalen Chaos im Algier der 90er – und vom unverdrossenen Zwangsoptimismus einer jungen Generation. Stadtkino im

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Künstlerhaus: Fr 31.10., 15.30 + Metro, Pleskow Saal: So 2.11., 11.30 (OmenglU)

Tribute: Harun Farocki Arbeiter verlassen die Fabrik (D 1995) R: Harun Farocki. 36 min. Die Geschichte des Kinos, von 1895 an. Farocki analysiert Lumières Film von den Arbeitern beim Verlassen der Fabrik: Hierarchien und Wertsysteme tun sich auf, Geschichte wird sichtbar. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 16.00 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 22.00 (OmenglU) Georg K. Glaser – Schriftsteller und Schmied (BRD 1988) R: Harun Farocki. 44 min. Farockis Film zeigt Georg K. Glaser, den Autor von „Geheimnis und Gewalt“ – einen, dessen Schreiben und Werken sich zu einer Idee und Geste verdichtet haben; in gewisser Hinsicht ein Selbstbildnis des Filmemachers auch. Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 14.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 13.30 Der Geschmack des Lebens (BRD 1979/) R: Harun Farocki. 29 min. Der Geschmack des Lebens und wie er in der Musik von Jimi Hendrix, den Stones und Deep Purple – flüchtig, aber doch – gegenwärtig wird. Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 11.00 + Di 4.11., 15.30 (OmenglU) Jean-Marie Straub und Danièle Huillet bei der Arbeit an einem Film nach Franz Kafkas Romanfragment „Amerika“ (BRD 1983) R: Harun Farocki. 26 min. „Vielleicht habe ich diesen Film nur gemacht, um Straubs Anerkennung zu erhalten“ (H. Farocki). Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 14.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 5.11., 13.30 (OmenglU) Leben – BRD (D 1990) R: Harun Farocki. 83 min. Willkommen im Testlabor, in der Therapiegruppe, im Geburtshilfezentrum: Essay über die Mentalität einer Gesellschaft, in der Glück wie Elend mittels Sozialtechniken diszipliniert und ausrechenbar werden sollen. Metro, Pleskow Saal: Sa 25.10., 22.00 + Metro: Mo 3.11., 11.00 (OmenglU) Nicht ohne Risiko (D 2004) R: Harun Farocki. 52 min. Verhandlungen zwischen Technologieunternehmen und einem Risikokapitalgeber: Es geht um 750.000 Euro, 34 Prozent Firmenanteil und – die Metaebene – das Risiko in einer Gesellschaft, die Subjektivität und Zufall immer mehr zu kontrollieren trachtet. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 27.10., 16.00 + Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 22.00 (OmenglU)

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Videogramme einer Revolution (D 1992) R: Harun Farocki, Andrei Ujica. 106 min. Videoessay über den Aufstand gegen Ceauşescu und das Bild, das via TV davon vermittelt wurde. – Material des rumänischen Fernsehens wird ergänzt durch Amateurfilme, denn als das Regime fällt, „gehen die Kameras auf die Straße“ (Kommentar). Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 14.30 + Metro: Fr 31.10., 13.30 (OmenglU) Zum Vergleich (D/Ö 2009) R: Harun Farocki. 61 min. Ziegelsteine als Tonkörper der Gesellschaft: Ob sie was taugen oder nicht, erkennt man an den Tönen, die sie machen. Filmessay ohne Kommentar, gefertigt in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Indien und Burkina Faso. Stadtkino im Künstlerhaus: So 26.10., 11.00 + Di 4.11., 15.30 (englOF) Zwischen zwei Kriegen (BRD 1978) R: Harun Farocki D: Peter Fitz, Hildegard Schmahl, Jeff Layton, Michael Klier, Hartmut Bitomsky, Peter Nau. 85 min. Über die Zeit der Hochöfen, 1917 bis 1933, über die Entwicklung einer Industrie, über eine perfekte Maschine, die auf Hochtouren laufen und sich selbst zerstören musste. Luzide, fast abstrakte Studie über den Charakter der kapitalistischen Produktion. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 24.10., 11.00 + Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 14.30 (OmenglU)

Tribute: Viggo Mortensen Eastern Promises (GB/CAN 2007) R: David Cronenberg D: Viggo Mortensen, Naomi Watts, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl. 100 min. Cronenbergs Film ist in seiner geradlinigen Genrekonstruktion und der Besetzung von Viggo Mortensen als innerlich gespaltenem, gebrochenem Helden quasi ein Partnerstück zu „A History of Violence“: Mortensen spielt Kirill, einen Killer, der im Dienst einer russischen Mafiafamilie in London steht. Als eine junge Hebamme das Tagebuch einer verstorbenen Prostituierten in die Hände bekommt und deren Herkunft ergründen will, bringt sie sich unwissentlich in höchste Lebensgefahr. Metro: Fr 24.10., 11.00 + Metro, Pleskow Saal: Mo 27.10., 17.00 (OF) A History of Violence (CAN/USA 2005) R: David Cronenberg D: Viggo Mortensen, Mario Bello, Ed Harris, William Hurt. 96 min. Cronenbergs Film wirkt auf den ersten Blick wie ein konventioneller Thriller: Tom Stall, der seit 20 Jahren eine amerikanische Idylle mit Frau und Kindern in einer Kleinstadt lebt, wird durch das Auftauchen einiger Gangster mit seiner zweifelhaften

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Vergangenheit konfrontiert und zu immer neuen Heldentaten genötigt. Der klassische Western-Plot dient Cronenberg als Vorwand, die scheinbare Idylle als „Gewalt mit umgekehrten Vorzeichen“ darzustellen. – Ein ambivalentes Unterfangen, exzellent gespielt und von Peter Suschitzky grandios in Bilder übersetzt. Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 22.00 + Gartenbau: Fr 31.10., 13.00 (OF) The Indian Runner (USA 1991) R: Sean Penn D: David Morse, Viggo Mortensen, Dennis Hopper, Charles Bronson. 126 min. Ende der 1960er-Jahre, die Verfilmung eines Bruce-Springsteen-Songs; Frank (der Titelheld) findet sich heim aus Vietnam nicht mehr zurecht, erschlägt einen Barkeeper und bekommt es mit dem Gesetz zu tun – sein Bruder Joe ist Sheriff im District. Okay. Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 22.00 + Metro: Mi 5.11., 13.30 (OmU) The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring (USA/NZ 2001) R: Peter Jackson D: Elijah Wood, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Cate Blanchett, Ian McKellen. 178 min. Digital verdüstertes Fantasy-Spektakel nach J.R.R. Tolkien. Der erste Teil der Trilogie gilt vielen auch als der beste, aber was heißt das schon? Stadtkino im Künstlerhaus: Do 6.11., 10.30 (OF) The Road (USA 2009) R: John Hillcoat D: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Charlize Theron, Robert Duvall, Guy Pearce, Michael K. Williams. 111 min. Viggo Mortenson als Mann ohne Namen und sein Junge unterwegs „Richtung Süden ans Meer“. Die Landschaft braungrau, die Bäume tot, der Himmel konturlos und Menschen, die wieder Tiere geworden sind. Hillcoat hat „The Road“ von Cormac McCarthy verfilmt. Doch wie ist das, wenn man der letzte Mensch ist und es nicht weiß? Man wäre es einfach. Urania: Mo 27.10., 13.00 + Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 22.00 (OmU) A Walk on the Moon (USA 1998) R: Tony Goldwyn D: Diane Lane, Viggo Mortensen, Liev Schreiber, Anna Paquin. 107 min. Pearl und Mary Kantrowitz fahren mit ihren zwei Kindern über die Ferien in die Catskills. Doch der Sommer 1969, in dem Woodstock, Hippies und erste Mondlandung die Welt bewegen, geht selbst an ihnen nicht gänzlich unbemerkt vorüber. Produziert von Dustin Hoffman und Murray Schisgal. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 25.10., 11.00 (OF)

Special: Cinq fois Godard Allemagne année 90 neuf zéro (Ausgewählt von Jean-Pierre Gorin) (F/D 1991) R: Jean-Luc Godard D:

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Eddie Constantine, Hanns Zischler, Nathalie Kadem. 62 min. Eddie Constantine, erneut als Lemmy Caution (seinem Part in „Alphaville“) zu bewundern, stapft durchs eben vereinte Berlin und seine (Film-) Geschichte – so etwa kommt Lemmy beim Betreten des Interconti auf der anderen Seite der Drehtür „der letzte Mann“ Emil Jannings entgegen. Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 17.00 (OmU) Bande à part (Ausgewählt von Agnès Varda) (F 1964) R: Jean-Luc Godard D: Anna Karina, Claude Brasseur, Sami Frey, Louisa Colpeyn. 95 min. Heiter vorgetragene, von Godard selbst kommentierte FilmGeschichte, um ein Au-pair-Mädchen namens Odile, das einen Englischkurs besucht, dort einen gewissen Frantz kennenlernt, der sie mit seinem Freund Arthur bekannt macht: Die anschließende Tour durch den Louvre, die sie in neun 9 Minuten 43 Sekunden absolvieren, ist rekordverdächtig. Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 12.00 + So 2.11., 19.30 (OmenglU) Nouvelle Vague (Ausgewählt von Olivier Assayas) (F/CH 1990) R: Jean-Luc Godard D: Alain Delon, Domiziana Giordano, Roland Amstutz. 89 min. Collage aus Bildern und Tönen, aus der man, bei oberflächlicher Betrachtung, folgende „Geschichte“ subtrahieren könnte: Eine Großindustrielle nimmt sich einen Fremden zum Partner, der ihre Zuneigung nicht erwidert, lässt ihn bei einem Bootsausflug ertrinken und erlebt das Ganze noch einmal, jedoch in vertauschten Rollen, mit dessen Zwillingsbruder. Gartenbau: Mo 27.10., 13.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 28.10., 13.30 (OmenglU) Puissance de la parole (Ausgewählt von Luc Moullet) (F 1988) R: Jean-Luc Godard D: Jean Bouise, Laurence Côte, Lydia Andréi. 25 min. Einer von Godards schönsten, dichtesten, kürzesten Filmen: Diskussion zwischen zwei Engeln über den Ursprung der Schöpfung, frei nach Edgar Allan Poe. Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 17.00 (OmenglU) Sauve qui peut (la vie) (Ausgewählt von Pascale Ferran) (F/CH/BRD/Ö 1980) R: Jean-Luc Godard D: Isabelle Huppert, Jacques Dutronc, Nathalie Baye. 87 min. Ein Regisseur, der tödlich verunglückt, ein Mädchen, das aufs Land zieht, und eines, das sich das Geld zum Leben als Hure verdient. Godard versteht Schauspielerei als Prostitution, diese als Metapher für das Prinzip gesellschaftlicher Tauschverhältnisse. Metro, Pleskow Saal: Fr 24.10., 17.00 + Metro: Sa 1.11., 11.00 (OmenglU)

Special: Revolutions in 16 mm 16mm im Krieg 95 min. Programm mit „Camera Thrills of War“ (USA 1944), aus dem Avantgardist Bruce Baillie das Material für „A Movie“ entnahm; „Honra à Índia Portugesa“ (P 1961), eine Propagandawochenschau; und „No pincha!“ (F 1970, R: Tobias Engel, René Lefort, Gilbert Igel), ein Film für die FreiheitskämpferInnen im Dschungel von Guinea-Bissau. Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 22.00 + Fr 31.10., 12.00 (englOF) Amateurfilm und Heimkino (USA 1927–1970). 76 min. Heimkino, Underground- und Amateurfilme auf 16mm: „The Way We Were in 1927“ (1927), „De Bedienden van de Familie Sanders“ (NL 1935), „[Heart Mountain Relocation Center in Wyoming] (1942–45), „[Joan Crawford Home Movies]“ (1940–49), „Hunting Deer and ...“ (1953), „[Enema Medley]“ (1960–62), „Multiple Sidosis“ (1970, R: Sid Laverents). Metro, Pleskow Saal: Mi 29.10., 19.30 + Metro: Di 4.11., 14.00 (OF) Les Années Scopitone – Jukebox-Filme aus den 1950ern & 1960ern 80 min. Scopitones (1958–69), die direkten Vorläufer heutiger Musikvideos, wurden in jukeboxähnlichen Geräten mit Monitor nach Einwurf einer Münze abgespielt. Sie standen in Bars, Bahnhöfen u.a. öffentlichen Plätzen. Besonders beliebt waren sie in Frankreich, aber auch in (West-) Deutschland, Großbritannien und den USA. Gezeigt werden Jukebox-Filme aus der Sammlung Bernd Brehmer vom Werkstattkino München. Metro, Pleskow Saal: Di 4.11., 17.00 (OF) Els van Riel – Gradual Speed (B 2013) R: Els van Riel. 52 min. „Vor ein einigen Jahren begann ich Bilder zu sammeln – als Hommage an die im Verschwinden begriffenen Techniken des analogen Films. ‚Gradual Speed‘ besteht aus einer Reihe dieser Aufnahmen, eine Arbeit mit und für 16-mm-Schwarzweißfilm, verstanden als Material und als Metapher für all das, was wir nicht (er-)fassen können.“ (E. van Riel) Metro: Fr 31.10., 18.30 Expanded 16 (USA 1968–1979). 66 min. Vier Arbeiten, die Mehrfachprojektionen einsetzen, um 16mm mit einer überwältigenden licht-und-Ton-Maschinerie zur Explosion zu bringen: „Retour d’un repère“ von Rose Lowder (1979), „Third Eye Butterfly“ von Storm De Hirsch (1968), „Razor Blades“ von Paul Sharits (1968), „Tsuburekakatta migime no tame ni“ (For the

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Damaged Right Eye) von Matsumoto Toshio (J 1968). Metro: So 2.11., 21.30 (OF) First Person Cinema und Tagebuchfilm 87 min. Der Titel ist Programm. – Gezeigt werden Filme von Marie Menken: „Notebook“ (USA 1940–62), Margaret Tait: „A Portrait of Ga“ (GB 1952), Gunvor Nelson & Dorothy Wiley: „Schmeerguntz“ (USA 1966), Carolee Schneemann: „Plumb Line“ (USA 1968–71), Marjorie Keller: „The Answering Furrow“ (USA 1985), Matthias Müller: „Alpsee“ (D 1994). Sehr empfohlen! Metro: Fr 24.10., 13.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 16.00 (OF) Die Gegenwart des 16-mm-Films 53 min. 16 mm’s alive and kickin’! Filme von Tacita Dean: „The Green Ray“ (GB 2001), Matthew Buckingham: „False Future“ (USA 2007), Luke Fowler: „A Grammar for Listening, Part 3“ (GB 2009), Runa Islam: „This Much Is Uncertain“ (I/GB 2010), Richard Tuohy: „Ginza Strip“ (AUS 2014), Jody Mack: „Razzle Dazzle“ (USA 2014), Ben Rivers: „The Coming Race“ (GB/IRL 2006), Gaelle Rouard: „Minutes of Helicopters“ (F 2008). Metro: Di 28.10., 18.30 (OF) Kollektives Kino (MEX 1968–71) R: Leobardo López Aretche. 102 min. Auf 16 mm filmen Studierende die Proteste gegen Polizeiübergriffe im Vorfeld der Olympischen Spiele (1968), die im Massaker in Tlatelolco gipfeln. Zusammen mit Leobardo López Aretche arbeitete das Kollektiv am Schnitt und organisierte das Material zur scharfen Anklage. Metro, Pleskow Saal: Fr 31.10., 17.00 + Metro: Mo 3.11., 18.30 (englOF) Nathaniel Dorsky – vier neue Arbeiten (USA 2013/14) R: Nathaniel Dorsky. 75 min. „In meiner Arbeit“, so der Experimentalfilmer aus New York, „verwandelt sich die Leinwand in eine sprechende Gestalt, die Bilder sind reine Energie, nicht untergeordnete Symbole, Informationsquelle oder Erzählstoff. Ich setze Einstellungen zusammen, um durch zarte Überraschung Weisheit zur Offenbarung zu bringen.“ Nun ja. Gezeigt werden „Summer“, „December“, „February“, „Avraham“. Metro: Mo 27.10., 18.30 Oden an eine untergegangene Welt (USA 1961–1965) R: Bruce Baillie. 68 min. Drei frühe Werke des Lyrikers der West-Coast-Avantgarde: „Mr. Hayashi“ (1961), „Mass for the Dakota Sioux“ (1964) und „Quixote“ (1965), das Tagebuch eines Filmemachers, „der auf der Suche nach einem Helden ist, der sich ohne Ironie als Vermittler seiner Ansichten eignet. Die gefundenen Kandidaten können dem Anspruch kaum gerecht werden: erschöpfte Indianer in einem Waschsalon, ein alter Farmer, ein Preisboxer, ein nacktes

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V i e n n a l e 1 4    Mädchen, ein künstlicher Superman und sogar Tiere.“ (P.A. Sitney) Metro, Pleskow Saal: Sa 25.10., 19.30 + So 2.11., 17.00 (englOF) Radikale Ethnografie 129 min. Radikales ethnografisches Kino vor Jean Rouch. Arbeiten von António Campos: „Almadraba atuneira“ (P 1961), Michel Brault et al.:„La Lutte“ (CAN 1961), Richard P. Rogers: „Quarry“ (USA 1970), Jean Rouch: „Tourou et Bitti“ (F/Niger 1971), Timothy Asch & Napoleon Chagnon: „Children’s Magical Death“ (USA 1974), Leslie Thornton: „Oh, China, oh“ (USA 1983), Chick Strand: „Artificial Paradise“ (USA 1986) und Mark LaPore: „A Depression in the Bay of Bengal“ (USA 1996). Metro: Do 30.10., 21.00 (OF) Sex auf 16 mm (USA 1922–1980). 85 min. PeepshowFilme, Stag-Films aus den 1930ern, Filme mit Betty Page, der Erotikdiva ihrer Zeit: „Getting His Goat“ (1922), „Eveready Harton“ (1924), „Hillbillies Frolics“ (1920er), „The Hynotist“ (1930), „Natoma and Mr. Frederick“ (1940), „[Untitled Stag Film]“ (1950er), „Betty Page: Peppy Graceful Dance“ (1950er), „Mermaid’s Boudoir“ (1950er), „W-47 ‚Stormy‘“ (1958), „Achieving Sexual Maturity“ (USA 1973, R: Ben Norman), „Responding“ (1980, R: Deryck Calderwood). Metro, Pleskow Saal: Mo 27.10., 22.00 + Mi 5.11., 14.30 (OF) Struktureller und freier Film (USA 1958–1974). 70 min. A certain tendency in 1960s and 70s Avantgarde film-making. Werke von Shirley Clarke: „Bridges-GoRound“ (1958), Bruce Conner: „Cosmic Ray“ (1961), Robert Nelson: „Plastic Haircut“ (1963), Aldo Tambellini: „Black Is“ (1966), Richard Serra: „Hand Catching Lead“ (1968), Larry Gottheim: „Fog Line“ (1970), Ernie Gehr: „Shift“ (1974), Gary Beydler: „Pasadena Freeway Stills“ (1974) und Kurt Kren: „Asyl“ (Ö 1975). Metro: So 26.10., 11.00

Special: Fritz Kortner Abdul the Damned (GB 1935) R: Karl Grune D: Fritz Kortner, Adrienne Ames, Nils Asther, Esme Percy, Walter Rilla. 111 min. „Abdul the Damned“, entstanden nach einer Story des Wieners Robert Neumann, ist einer jener seltenen britischen Filme, die sich (in Form einer Allegorie wenigstens) schon lange vor Kriegsbeginn mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzten: So erinnert die Geschichte der Niederschlagung der Jungtürken 1908 durch Sultan Abdul Hamid nicht zufällig an die Ermordung Röhms und seiner SA-Männer durch die SS 1934. – In der Titelrolle, böse funkelnd, der große Fritz Kortner! Metro, Pleskow Saal: Do 6.11., 17.00 (OF) Der brave Sünder (D 1931) R: Fritz Kortner D: Max Pallenberg, Heinz Rühmann, Dolly Haas, Fritz Grünbaum. 109 min. Korrekt bis zur Ekelhaftigkeit tyrannisiert Leopold Pichler (M. Pallenberg) Bürokollegen und Familie. Bis dann einmal, unmittelbar vorm Wochenende, das Entsetzliche geschieht: Im Auftrag des Direktors hebt der Herr Kontor einen namhaften Geldbetrag von der Bank ab, verpasst den Büroschluss und wird in abenteuerliche Verwicklungen verstrickt. Drehbuch: Alfred Polgar, Kamera: Günter Krampf. Metro, Pleskow Saal: So 26.10., 17.00 Die Büchse der Pandora (D 1929) R: G.W.Pabst D: Louis Brooks, Francis Lederer, Fritz Kortner. 119 min. Jener Film Pabsts, der vermutlich am deutlichsten den Übergang vom deutschen Expressionismus zu dem, was Siegfried Kracauer „Neue Sachlichkeit“ nannte, markiert. Inmitten zu reiner Kolportage geronnener Motive aus Wedekinds „Lulu“ - entlang diffuser und freudloser Gassen - das blendend weiße Gesicht der Brooks, fotografiert von Günther Krampf. Eines der bleibenden Meisterstücke des deutschen Stummfilms. (Live-Musik: Florian Reithner). Metro: Mo 27.10., 21.00 Chu Chin Chow (GB 1934) R: Walter Forde D: George Robey, Anna May Wong, Fritz Kortner. 103 min. Musical rund um Ali Baba und die 40 Räuber, unter ihnen: Abu Hasan, verkörpert von Fritz Kortner – hier in seiner ersten Filmrolle im britischen, später US-amerikanischen Exil. Metro, Pleskow Saal: Mo 3.11., 17.30 (OF) Danton (D 1931) R: Hans Behrendt D: Fritz Kortner, Gustaf Gründgens, Lucie Mannheim, Alexander Granach. 93 min. Kortners Danton gegen Gründgens’ Robespierre, das ist Brutalität! Durch die Französische Revolution und ihre Folgen scheint hier Zeitgeschehen durch: die Bedrohung der Weimarer Republik durch Rüstung und zunehmende Gewalt. Metro, Pleskow Saal: Mi 5.11., 17.00 Dreyfus (D 1930) R: Richard Oswald D: Heinrich George, Fritz Kortner, Erwin Kalser, Albert Bassermann, Oskar Homolka, Grete Mosheim. 115 min. Prominent besetzte Chronik des Justizskandals um den französischen Hauptmann Dreyfus, der 1894 einem antisemitischen Komplott im Kriegsministerium zum Opfer fiel und für viele Jahre auf die Teufelsinsel verbannt wurde. Metro, Pleskow Saal: Di 28.10., 17.30 Die Frau, nach der man sich sehnt (D 1929) R: Kurt Bernhardt D: Fritz Kortner, Marlene Dietrich, Frida Richard, Oskar Sima. 83 min. Industriellensohn soll die Familie durch seine Heirat mit einer Tochter aus bestem Hause vor dem Bankrott retten. Noch während der Flitterwochen verliebt er sich in eine andere. (Livemusik: Florian Reithner) Metro: Sa 25.10., 18.30

Die Geliebte des Gouverneurs (D 1927) R: Friedrich Feher D: Otto Wallburg, Hedwig Wangel, Fritz Kortner, Magda Sonja. 86 min. Der übliche Kitsch unter gekrönten Häuptern, im Mittelpunkt: König Alexander von Serbien und seine Gemahlin Draga, deren Schicksal 1903 in Belgrad allerdings ein gar tragisches, blutiges Ende nahm. (Livemusik: Florian Reithner) Metro: Fr 31.10., 16.00 Hintertreppe (D 1921) R: Leopold Jessner D: Henny Porten, Fritz Kortner, Wilhelm Dieterle. 49 min. „Regennacht ist. Schwarz ruht der Hof.“ Dienstmagd, Postbote, Handwerker in einer Dreiecksgeschichte. Personen ohne Namen. Knapp die Fabel, eng die Räume, kaum Luft zum Atmen. Filmkammerspiel mit blutigem Ausgang. Script von Carl Mayer! (Livemusik: Florian Reithner) Metro: Fr 24.10., 21.00 Der Mörder Dimitri Karamasoff (D 1931) R: Fedor Ozep D: Fritz Kortner, Anna Sten, Fritz Rasp, Bernhard Minetti. 93 min. Nach Motiven des Romans von Dostojewski: Offizier Dimitri wird unschuldig als Vatermörder verurteilt und nach Sibirien verbannt. Metro, Pleskow Saal: Sa 1.11., 17.00 Der Ruf (BRD 1949) R: Josef von Baky D: Fritz Kortner, Lina Carstens, Charles Regnier. 104 min. „Der Ruf“, damals ein Misserfolg, gilt heute neben Peter Lorres „Der Verlorene“ (1951) als bedeutendes Dokument der Filmremigration. Fritz Kortner, 1947 in die BRD zurückgekehrt, spielt einen Professor, der nach seiner Flucht vor den Nazis in die Heimat zurückkommt und dort auf Ablehnung stößt. Metro: So 2.11., 16.30 Schatten – Eine nächtliche Halluzination (D 1923) R: Arthur Robison D: Fritz Kortner, Ruth Weyher, Gustav von Wangenheim, Alexander Granach, Fritz Rasp. 85 min. Spanischer Grande wacht bei einem Dinner herrisch über seine Frau und deren Kavaliere. Nach dem Essen führt ein Schattenspieler ein Schreckensdrama über mögliche Folgen der Eifersucht vor und stürzt seine Zuschauer in eine Vision, in der alle Beteiligten ihre unbewussten Begierden frei ausleben. Virtuos. (Livemusik: Florian Reithner) Metro: Mi 29.10., 21.00 The Strange Death of Adolf Hitler (USA 1943) R: James Hogan D: Ludwig Donath, Gale Sondergaard, George Dolenz, William Trenk. 74 min. Ein kleiner Magistratsbeamter aus Wien, der dem Führer zum Verwechseln ähnlich sieht, geht in den Untergrund. „Forgettable melodrama“, meinte die damalige Kritik über dieses sehenswerte Kuriosum, geschrieben von Fritz Kortner und Joe May. Metro: Di 4.11., 18.30 (OF)

Special: Broken Sequence Filme von Deborah Stratman (USA 2009–2013). 74 min. Spannendes Triple. – „O’er the Land“ (2009): eine Meditation über das Verhältnis der Amerikaner zu Schusswaffen. „Musical Insects“ (2012): Hommage an Bette J. Davis gleichnamigen Insektenbildband. „Hacked Circuit“ (2013): Geräuschmacher beim Film vertonen die Schlussszene von „The Conversation“. Not to be missed! Metro, Pleskow Saal: Do 30.10., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 31.10., 11.00 (OF) Filme von Dorit Margreiter (Ö 1992–2014). 78 min. Programm mit „Film Titel Liste“ (gem. m. Mathias Poledna und Heimo Zobernig, Ö 1997), „10104 Angelo View Drive“ (Ö/USA 2004), „Aporia“ (GB/Ö 2009), „Ballgasseland“ (gem. m. Hans Küng, Florian Pumhösl und Mathias Poledna, Ö 1992), „Pavilion“ (Ö/I 2009), „Grandeur et décadence d’un petit commerce de cinéma“ (GB/Ö 2004/14), „Broken Sequence“ (China/Ö 2013), „zentrum“ (D/Ö 2004), „cinéma“ (Ö 2014). Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 3.11., 18.30 + Metro, Pleskow Saal: Mi 5.11., 12.00 (OF) Filme von Kevin Jerome Everson (USA 2009–2014). 68 min. Everson, geboren 1965, ein Beobachter alltäglicher Situationen, gilt als vielversprechendste Kraft der US-Filmavantgarde. Programm mit „FE26“, „Stoplight Liberty“, „Sound That“, „Chevelle“, „The Citizens“, „Charlie’s Proff“, „Sugarcoated Arsenic“. Metro, Pleskow Saal: Fr 31.10., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 1.11., 11.00 (OF)

John Ford 3 Bad Men (USA 1926) R: John Ford D: George O’Brian, Lou Tellegen, Olive Borden, J. Farrell McDonald. 99 min. Drei Outlaws fällt ein junges Mädchen in den Schoß, da werden sie ganz zahm. „Three Bad Men“ gilt als eine der besten Arbeiten Fords aus der Stummfilmzeit: „Mit einer Land-Rush-Sequenz – man sieht, Bewegung, bewegte Bilder sind ein fester Bestandteil amerikanischer Geschichte“ (Frieda Grafe). – Klavierbegleitung (am 26.10.): Gerhard Gruber! Filmmuseum: So 26.10., 16.00 + Mo 17.11., 18.30 (OF) 3 Godfathers (USA 1948) R: John Ford D: John Wayne, Pedro Armendariz, Harry Carey jr., Ward Bond, Mae Marsh. 106 min. Fords zweite Version des Stoffes nach „3 Bad Men“, ein unfassbarer Kitsch. „Das Krippenspiel des Western. Der Film sollte denen vorbehalten bleiben, die guten Willens sind“ (Joe Hembus). Filmmuseum: Sa 1.11., 21.00 + So 23.11., 16.00 (OF) 7 Women (USA 1965) R: John Ford D: Anne Bancroft, Sue Lyon, Margaret Leighton, Flora Robson. 84 min.

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„Sechs Missionarinnen verteidigen an der Grenze zur Mongolei ihre Unschuld gegen eine Horde von Supermännern. Gerettet werden sie von einer Ärztin, die ihre Erfahrung mit amerikan. Männern an dieses Weltende getrieben hat. Auf einen Mongolen mehr kommt es ihr auch nicht an. Die Frauen spielen, wie Transvestiten, die Rollen, die Ford sonst mit Männern besetzte. Eine wirklich behutsame Weise, Weiblichkeit sich selbst darstellen zu lassen.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: Do 30.10., 16.00 + Fr 14.11., 18.30 (OF) The Brat (USA 1931) R: John Ford D: Sally O’Neill, Allan Dinehart, J. Farrell MacDonald. 65 min. Bühnenkomödie von Maude Fulton: „Ein skrupelloser Autor bringt eine Revuetänzerin heim, um sie als Vorbild für seinen nächsten Roman zu nehmen – mit erstaunlichen Folgen für den Lebenswandel seiner Snob-Familie.“ (C.H.) Filmmuseum: Mi 29.10., 18.30 (OF) Bucking Broadway (USA 1917) R: John Ford D: Harry Carey, Molly Malone, L.M. Wells. 44 min. 20 Cowboys galoppieren den Broadway runter: Eine nach Jahrzehnten wiederentdeckte, vom französischen Filmarchiv gekonnt restaurierte Regiearbeit des damals gerade 21-jährigen Ford, der schon hier den emotionalen und moralischen Aspekt des Westernplots in den Vordergrund rückt. Filmmuseum: Mo 3.11., 18.30 (OF) Cheyenne Autumn (USA 1964) R: John Ford D: Richard Widmark, Carroll Baker, Karl Malden, Sal Mineo, Edward G. Robinson, Dolores Del Rio, James Stewart, Ricardo Montalban. 147 min. In seinem letzten Western erzählt John Ford von der Flucht der Cheyenne aus dem Reservat und ihrem beschwerlichen Weg zurück in die alte Heimat, wobei sie unbarmherzig von den Regierungstruppen gejagt werden. Man hat dieses breit angelegte, ein bisserl mäandernde Epos gern als späte „Wiedergutmachung“ Fords an den Native Americans gesehen. Filmmuseum: Do 6.11., 20.15 (OF) Directed by John Ford (USA 1971) R: Peter Bogdanovich. 102 min. Anekdotisches über Leben und Werk von Ford, als Erzähler: Orson Welles. Interviews mit Henry Fonda, John Wayne, James Stewart plus Clips aus 27 Filmen – darunter auch „Straight Shootin’“ (1916/17), das älteste noch erhaltene Werk des Regisseurs, das in der Retrospektive allerdings nicht gezeigt wird. Na, irgendwer hat sich bestimmt was Schlaues dabei gedacht. Filmmuseum: So 2.11., 16.00 (OF) Doctor Bull (USA 1933) R: John Ford D: Will Rogers, Marian Nixon, Ralph Morgan, Louise Dresser, Andy Devine. 79 min. Typisch Ford’sche Typenkomödie: Will Rogers als Landarzt bekämpft Krankheiten und Kleingeister in seiner Gemeinde. „Wie Ford die Orte seiner Erzählung in Szene setzt, das ist völlig dokumentarisch“ (Jean-Marie Straub). Filmmuseum: Fr 24.10., 16.00 + Do 6.11., 18.30 (OF) Drums Along the Mohawk (USA 1939) R: John Ford D: Claudette Colbert, Henry Fonda, Edna May Oliver, Eddie Collins, John Carradine, Francis Ford. 104 min. 1776, die Zeit des Unabhängigkeitskriegs. Ein jungvermähltes Paar aus dem Staate New York zieht ins Mohawk-Tal. Als Engländer und Indianer das nahe liegende Fort angreifen, muss auch Henry an die Front und seiner Claudette adieu sagen. Schönes frühes Technicolor! Filmmuseum: Mi 29.10., 16.00 + So 23.11., 18.30 (OF) Fort Apache (USA 1948) R: John Ford D: John Wayne, Henry Fonda, Shirley Temple, Ward Bond, Victor McLaglen. 127 min. Der erste, überragende Teil von Fords sogenannter Kavallerie-Trilogie – die Geschichte der Truppe und ihres selbstgerechten neuen Kommandeurs Fonda, der sie – nur auf seinen eigenen Nachruhm bedacht – der Vernichtung durch die Apachen preisgibt. Filmmuseum: Fr 17.10., 20.30 + Mi 5.11., 20.30 (OF) Four Sons (USA 1928) R: John Ford D: Margaret Mann, James Hall, Charles Morton. 99 min. Ein Drama aus dem Bayern des Ersten Weltkriegs, inszeniert von John Ford im Stil eines Ufa-Films, wie ihn Regisseur F.W. Murnau Ende der 1920er in Hollywood populär gemacht hatte. Schön sentimental. – Einführung: Oliver Hanley, am Klavier: Gerhard Gruber! Filmmuseum: Fr 31.10., 18.30 (OF) The Fugitive (USA 1947) R: John Ford D: Henry Fonda, Dolores Del Rio, Pedro Armendariz, Ward Bond. 104 min. Henry Fonda spielt den Schnapspriester in dieser bildgewaltigen Verfilmung des Romans „Die Kraft und die Herrlichkeit“ von Graham Greene. „In Mexiko gedreht, überwiegend im Freien, und in ungewöhnlich langer Drehzeit. ‚Wir warteten auf das Licht, anstatt wie heute ohne Rücksicht auf das Licht zu fotografieren‘.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: Mo 27.10., 16.00 + Fr 7.11., 18.30 (OF) The Grapes of Wrath (USA 1940) R: John Ford D: Henry Fonda, Jane Darwell, John Carradine, Dorris Bowdon, Russell Simpson, John Qualen. 129 min. Die schwere Wirtschaftskrise treibt die Farmer aus Oklahoma gen Westen. Im Kalifornien, wo unter sie unwürdigen Bedingungen wieder Arbeit finden, nennt man sie verächtlich „Okies“. Im Herzen des Films: Henry Fonda, ein Ex-Sträfling, und John Carradine, ein Ex-Prediger. Zur Gänze im Studio aufgenommen, atmen Gregg Tolands Bilder dennoch den Duft der zeitgenössischen

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Fotografien eines Walker Evans. Filmmuseum: Mi 22.10., 20.15 + Sa 29.11., 18.30 (OF) The Horse Soldiers (USA 1959) R: John Ford D: John Wayne, William Holden, Constance Towers, Hoot Gibson. 119 min. „Ein Film aus dem Geiste Lincolns, alle Schranken überwindend. Ein rüder, einfacher Nordstaatler (Wayne) und eine Upper-Class-Südstaatlerin erobern sich gegenseitig. – Dass Schranken zu überwinden sind, zeigt Ford mit ganz elementaren Bildern. Der ganze Film spielt auf beiden Seiten eines Flusses.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: Mo 27.10., 21.00 + So 16.11., 16.00 (OF) How Green Was My Valley (USA 1941) R: John Ford D: Walter Pidgeon, Maureen O’Hara, Donald Crisp, Anna Lee, Roddy McDowall, John Loder, Barry Fitzgerald, Ann Todd. 118 min. Vom Leben in einem Kohlenarbeiterdorf in Wales: Eine Erzählung in Rückblende, filmischer Vergangenheitsform sozusagen, bei der einem das Herz bis zum Halse schlägt, wenn Angharad (O’Hara) ohne große Liebe den Sohn des Grubenbesitzers ehelicht, um die Not zu lindern, in der ihre Familie leben muss. Jeder Blick, jedes Wort stimmt, ein schönes, reiches Meisterwerk. Filmmuseum: Fr 24.10., 18.30 + So 16.11., 18.30 (OF) The Informer (USA 1935) R: John Ford D: Victor McLaglen, Heather Angel, Preston Foster, Una O’Connor, Wallace Ford. 91 min. Der naive Koloss McLaglen verrät während der irischen Freiheitskämpfe anno 1922 seinen Freund für ein paar Silberlinge an die Briten und versucht dann vergeblich, seiner Femeexekution zu entkommen. Fords größter Prestigeerfolg: Regie, Hauptdarsteller, Buch (Dudley Nichols) sowie Musik (Max Steiner) wurden mit dem Oscar ausgezeichnet. Filmmuseum: Mo 20.10., 20.30 + So 9.11., 18.30 (OF) The Iron Horse (USA 1924) R: John Ford D: George O’Brian, Madge Bellamy, Fred Kohler, Cyril Chadwick. 122 min. Die Geschichte vom Bau der transkontinentalen Eisenbahn: Das war’s dann mit dem Wilden Westen, ehe Hollywood ihn mit seinen Räuberpistolen fürs Kino neu erfand. „Die Landschaftspanoramen haben Tiefe, das Drama nicht. Well worth seeing; just don’t expect too much“ (Dave Kehr). – Am 19.10. am Klavier begleitet von Gerhard Gruber! Filmmuseum: So 19.10., 20.15 + Sa 8.11., 16.00 (OF) John Ford Goes to War (USA 1942-1951) R: John Ford. 118 min. Filme der Reihe „Why We Fight!“: Den Anfang macht „The Battle of Midway“ (1942), der Wendepunkt des Kriegs im Pazifik, gedreht in Farbe, montiert von Robert Parrish als Hommage an den gefallenen Sohn des Präsidenten - es folgen „John Ford Simulating Battle of Midway“ und „Torpedo Squadron 8“ (1942), „December 7th“ (1943) und, schon aus dem nächsten Krieg, „This is Korea!“ (1951). Filmmuseum: Sa 1.11, 16.00 (OF) Just Pals (USA 1920) R: John Ford D: Buck Jones, Helen Ferguson, George E. Stone. 61 min. Buck Jones, vergessener Star unzähliger Western der Stummfilmära, spielt einen Slacker („just watching people makes him tired!“), der in die Schullehrerin des Ortes verliebt ist und sich mit einem grad vom Zug gesprungenen kleinen Landstreicher anfreundet. Fords erster Film für Fox. – Zum Auftakt: „The Last Oulaw“ (1919), Einführung: Oliver Hanley. Live am Klavier: Gerhard Gruber! Filmmuseum: So 19.10., 18.30 (OF) Kentucky Pride (USA 1925) R: John Ford D: Henry B. Walthall, J. Farrell MacDonald, Gertrude Astor. 77 min. Eine kleine Komödie über Pferderennen in Kentucky. „Mit dem Geld korrumpiert man die Bauern, das sieht man in ‚Kentucky Pride‘, wo sie ein Pferd kaufen, dem sie am Samstag nichts zu essen geben, weil es bis zum folgenden Tag nicht arbeitet. Trotz allem sind unter ihnen zwei, die schwanken. So ist das immer bei Ford.“ (Jean-Marie Straub) Filmmuseum: Do 23.10., 18.30 (OF) Lightnin’ (USA 1925) R: John Ford D: Jay Hunt, Madge Bellamy, Wallace MacDonald. 104 min. „Der Landhotelbesitzer Bill Jones (gespielt vom 79-jährigen Stummfilmregisseur Jay Hunt) hört auf den Spitznamen Lightnin’: ein trinkfreudiger Faulenzer, der die Arbeit lieber seiner gereizten Gattin überlässt, die das unterbelegte Hotel eigentlich verkaufen möchte.“ (C.H.) – Am Klavier: Gerhard Gruber! Filmmuseum: Mo 27.10., 18.30 (OF) The Long Voyage Home (USA 1940) R: John Ford D: John Wayne, Thomas Mitchell, Ian Hunter, Ward Bond, Barry Fitzgerald. 105 min. Ein Filmgedicht, all denjenigen gewidmet, die nie nach Hause kommen können, weil ihre Heimat, die See, grenzenlos ist: „Heimathafen“, der Begriff ist ein Widerspruch in sich. – Manuskript von Dudley Nichols (basierend auf Texten Eugene O’Neills), Fotografie von Gregg Toland (basierend auf seinem visuellen Einfallsreichtum). Filmmuseum: Sa 25.10., 21.00 + So 30.11., 18.00 (OF) The Lost Patrol (USA 1934) R: John Ford D: Victor McLaglen, Boris Karloff, Wallace Ford. 73 min. Sieht aus wie ein Western, mutiert zum Horrorfilm und liefert den Blueprint des klassischen Combat-Films: die verirrte Kleingruppe aus „Typen“ beim Durchhhalten 1917 in einer Wüste, die heute Irak heißt. (Dr. Robnik) Filmmuseum: Mi 29.10., 21.00 (OF)

The Man Who Shot Liberty Valance (USA 1962) R: John Ford D: John Wayne, James Stewart, Lee Marvin, Vera Miles. 123 min. „Wie die Legenden des Westens entstanden. Der Mann, dessen Name im Titel vorkommt und der nicht der Held des Film ist, wird von hinten erschossen und nicht von dem Mann, der vor ihm stand und der in die Geschichte einging. Die wirklichen Helden des Westens sind die ungenannten, und die Realität, die den Geschichten vorausging, war anders“ (Frieda Grafe). Filmmuseum: Sa 18.10., 20.30 + Sa 15.11., 20.30 (OF) My Darling Clementine (USA 1946) R: John Ford D: Henry Fonda, Victor Mature, Linda Darnell, Walter Brennan. 97 min. Widerwillig nimmt Wyatt Earp den Job des Sheriffs an. Tombstone, „an open town“, wird beherrscht von einem riesigen Friedhof, den Clantons sowie einem saufenden, hustenden und Shakespeare zitierenden Gunslinger namens Holliday. Der Doc kommt aus dem Osten, Earp von Westen. Treffpunkt ist am O.K. Corral. (Am 23.10. wird die Pre-release Version mit 103 Minuten gezeigt!) Filmmuseum: Do 23.10., 20.15 + So 9.11., 20.30 (OF) Pilgrimage (USA 1933) R: John Ford D: Henriette Crosman, Heather Angel, Norman Foster, Hedda Hopper. 95 min. Ford, der Erste Weltkrieg und das Sentimentalische gehören zusammen wie „Four Sons“ (1928) und „Pilgrimage“ (1933). In beiden Filmen wird eine Mutter schuldig, ihren Sohn zum Militär und damit in den Tod geschickt zu haben. Erst der Zufall, eine Pilgerreise nach Frankreich, führt hier Jahre später zur Aussöhnung. Filmmuseum: Mo 20.10., 18.30 + Fr 31.10., 16.00 (OF) The Prisoner of Shark Island (USA 1936) R: John Ford D: Warner Baxter, Gloria Stuart, John Carradine, Harry Carey. 96 min. Ein braver Landarzt wird zu lebenslänglicher Haft in der Strafkolonie verurteilt, weil er den Lincoln-Attentäter John Wilkes Booth behandelt hat (ohne freilich zu ahnen, wer dieser Patient war). Er muss viel ertragen, ehe er sich im Kampf gegen eine tödliche Epidemie erneut bewähren darf. Einer von Fords schönsten Filmen aus den 1930er-Jahren. Filmmuseum: So 26.10., 21.00 + So 30.11., 16.00 (OF) The Quiet Man (USA 1952) R: John Ford D: John Wayne, Maureen O’Hara, Victor McLaglen, Barry Fitzgerald, Ward Bond. 129 min. Boxer Wayne kommt aus Amerika ins heimatliche Irland zurück, kauft das Stück Land seiner Familie zurück, verliebt sich in Nachbarin O’Hara. Fords Version von „Der Widerspenstigen Zähmung“. Grandios die Farben, bestens gelaunt die zwei Stars, urig der Humor der People of Inn-is-free. Ein Pflichttermin. Filmmuseum: Sa 25.10., 18.30 + Sa 8.11., 20.30 (OF) Riley the Cop (USA 1928) R: John Ford D: J. Farrell MacDonald, Louise Fazenda. 66 min. „‚You can tell a good cop by the arrests he doesn’t make‘ ist das Motto von Riley, einem Iren bei der New Yorker Polizei, der nie jemanden verhaftet hat. Als er einem Verdächtigen nach Deutschland folgen muss, gerät er in unerwartete Verwicklungen.“ (C.H.) Filmmuseum: Mi 29.10., 18.30 (OF) Rio Grande (USA 1950) R: John Ford D: John Wayne, Maureen O’Hara, Claude Jarman jr., Ben Johnson, Victor McLaglen. 105 min. Der Teil aus Fords berühmter Kavallerie-Trilogie, in dem die Atmosphäre des Noir die Leinwand dominiert. Es geht um die Armee und die Familie, darum, dass eins sich mit dem anderen nicht unter einen Hut bringen lässt: mehr Ehemelodram als Western, O’Haras erster Film mit dem Duke. Filmmuseum: Sa 25.10., 16.00 + Sa 8.11., 18.30 (OF) The Searchers (USA 1956) R: John Ford D: John Wayne, Vera Miles, Jeffrey Hunter, Natalie Wood, Ward Bond. 119 min. „Eigentlich sucht Ethan Edwards nicht seine Nichte, sondern deren Mutter, die für ihn längst verloren war, ehe Indianer sie töteten; eigentlich zieht Ethan den Indianern hinterher, weil er längst selbst ein Mischling ist, ein halber Indianer, der seinen Feinden die Augen ausschießt und den Skalp nimmt; eigentlich ist Amerika nicht das Gelobte Land – es verweigert sich den europäischen Usurpatoren.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: So 26.10., 18.30 + So 30.11., 20.15 (OF) Sergeant Rutledge (USA 1960) R: John Ford D: Jeffrey Hunter, Woody Strode, Constance Towers, Billie Burke, Juano Hernandez. 21 min. Mordprozess gegen einen schwarzen Sergeanten (der große Woody Strode) im Arizona des Jahres 1881. Der unschuldige Optimismus des frühen Ford, das Naive seines Volkskinos, hat sich in den 1960ern merklich verdunkelt. Seine „Perspektive wird distanzierter, und das grade wirkt so ergreifend: der Abschied von einer Illusion, die noch einmal in ihren schönsten Farben erscheint“ (F. Grafe). Filmmuseum: Do 30.10., 21.00 + Sa 15.11., 16.00 (OmU) The Shamrock Handicap (USA 1926) R: John Ford D: Leslie Fenton, J. Farrell MacDonald, Janet Gaynor, Louis Payne. 70 min. Wunderbares, pastorales Stummfilmdrama um einen irischen Pferdetrainer, der in Amerika sein Glück versuchen will. Der böse Sturz folgt wie das Amen im Gebet. Seine kleine Verlobten daheim ahnt nicht, dass er seither gelähmt ist. Filmmuseum: Mo 3.11., 18.30 (OF) She Wore a Yellow Ribbon (USA 1949) R: John Ford D: John Wayne, Joanne Dru, Ben Johnson, Victor McLaglen. 103 min. Der zweite Teil von Fords großer

Kavallerie-Trilogie. Die Zeit: 1878, Indianerunruhen. Der Held: ein verwitweter Soldat, der das Kommando trotz seines Alters nicht abgibt, alle Feinde überlistet und Blutvergießen verhindert. – Einer von Fords ersten in Farbe gedrehten Filmen; Winton C. Hoch empfand seine Bilder jenen des berühmten Westernmalers Frederic Remington nach. Filmmuseum: Fr 24.10., 21.00 + Fr 7.11., 20.30 (OF) Stagecoach (USA 1939) R: John Ford D: John Wayne, Claire Trevor, John Carradine, Thomas Mitchell, Tim Holt. 96 min. Eine Reise mit der Postkutsche – unternommen von einer sehr disparaten Gruppe von Personen, deren Charakter sich angesichts der Gefahr (Indianer!) nach und nach enthüllt. – Ford zum ersten Mal im Monument Valley, The Duke Wayne in der Rolle des Revolverhelden Ringo, die seine unvergleichliche Karriere begründete. Einer der bleibenden großen Klassiker des amerikanischen Wildwestfilms. Filmmuseum: Sa 18.10., 18.30 + Sa 29.11., 21.00 (OF) Steamboat Round the Bend (USA 1935) R: John Ford D: Will Rogers, Anne Shirley, Irvin S. Cobb, Eugene Pallette, John McGuire. 81 min. Aus den Südstaaten. Dank glänzender Geschäfte mit einem angeblichen Wundermittel hat Doc John Pearly sich den Traum vom eignen Mississippi-Dampfer mit Wachsfigurenkabinett an Bord erfüllt. Dramatischer Höhepunkt der burlesken Handlung: eine Wettfahrt auf Leben und Tod! Filmmuseum: So 2.11., 18.30 (OF) The Sun Shines Bright (USA 1953) R: John Ford D: Charles Winninger, Arleen Whelan, John Russell, Mae March, Ludwig Stössel, Russell Simpson, Slim Pickens. 94 min. „Wahlen um die Jahrhundertwende in Kentucky mit bramarbasierenden alten Männern. Ford kombiniert das mit dem Schicksal einer Prostituierten. Wie oft bei ihm schimmert versunkenes Matriarchalisches durch. Von seinen 129 Filmen ist ihm dieser der liebste.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: Do 16.10., 18.30 + So 2.11., 21.00 (OF) They Were Expendable (USA 1945) R: John Ford D: John Wayne, Robert Montgomery, Donna Reed, Jack Holt, Ward Bond. 131 min. Heldentum, Action, Galgenhumor: Die drei wesentlichen Zutaten dieses Kriegsfilms über ein Geschwader von Torpedobooten auf dem pazifischen Schauplatz des Zweiten Weltkriegs. Der „real life“-Hero von Bataan (verkörpert im Film von John Wayne) heißt John Bulkeley. Filmmuseum: Do 16.10., 20.30 + Fr 31.10., 21.00 (OF) Two Rode Together (USA 1961) R: John Ford D: James Stewart, Richard Widmark, Andy Devine, Annelle Hayes, John McIntire. 109 min. Ein zynischer US-Marshal und ein idealistischer Armee-Lieutenant, machen sich auf die Suche nach Weißen, die von Comanchen gefangen worden sind. Ende ihres blutigen Weges müssen sie feststellen, dass nicht alle „Befreiten“ bereit sind, in die Zivilisation zurückzukehren. Trotz der Besetzung nur ein Nebenwerk. Filmmuseum: Mo 3.11., 21.00 + Sa 22.11., 16.30 (OF) Wagon Master (USA 1950) R: John Ford D: Ben Johnson, Harry Carey, Joanne Dru, Ward Bond. 85 min. Eines der schönsten Beispiele für Fords Kunst, mit wenigen Details Charaktere und Situationen plastisch zu gestalten. Was den Film darüber hinaus zu einem der typischsten seines Regisseurs macht, ist die Art und Weise, in der Ford aus der von Frank Nugent einfach gehaltenen, geradlinigen Geschichte einen emotionsgeladenen Western macht. Schlicht ein Meisterwerk. Filmmuseum: Mi 22.10., 18.30 + So 9.11., 16.30 (OF) Wee Willie Winkie (USA 1937) R: John Ford D: Shirley Temple, Victor McLaglen, C. Aubrey Smith. 100 min. Klein-Shirley, Halbwaise, zieht mit ihrer Mutter zum Großvater, dem Kommandanten eines britischen Forts in Indien – wo sie in dem ebenso rauen wie großherzigen Sergeanten MacDuff sehr rasch einen kongenialen Spielkameraden findet. Filmmuseum: Do 30.10., 18.30 (OF) When Willie Comes Marching Home (USA 1950) R: John Ford D: Dan Dailey, Corinne Calvet, William Demarest, Colleen Townsend. 82 min. Militärkomödie. Erzählt wird die Geschichte eines Landeis, das sich bei Kriegsbeginn freiwillig zur Armee meldet und in geheimer Mission in Frankreich allerhand Heldentaten vollbringt. Als er in seinen Heimatort zurückkehrt, glaubt ihm niemand auch nur ein Wort. Filmmuseum: Mi 5.11., 18.30 (OF) The Whole Town’s Talking (USA 1935) R: John Ford D: Edward G. Robinson, Jean Arthur, Arthur Hohl, Wallace Ford. 93 min. Selten gezeigte Gesellschaftssatire mit Robinson in einer Doppelrolle: als Gangsterboss und als schüchterner Büroangestellter, der durch die Verwechslung mit jenem die Aufmerksamkeit einer hysterisierten Öffentlichkeit auf sich zieht. Empfiehlt sich! Filmmuseum: Sa 1.11., 18.30 + Sa 29.11., 16.30 (OF) Young Mr. Lincoln (USA 1939) R: John Ford D: Henry Fonda, Alice Brady, Marjorie Weaver, Arleen Whelan. 100 min. Henry Fonda, wie er als junger Anwalt auf einem abgemagerten Maultier in ein kleines Städtchen trottet, um seine Praxis zu eröffnen: So schlägt Ford seine Biografie der frühen Lebensjahre des späteren US-Präsidenten Lincolns auf. Diesen Film, soll Eisenstein gesagt haben, den hätte er gern selbst gemacht. Filmmuseum: Fr 17.10., 18.30 + Sa 15.11., 18.30 (OF)


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