FALTER
Nr. 42b/18
Viennale 18 Die besten Filme. Alle Termine
F O T O : J O A N N A K U L I G I N „ Z I M N A W O J N A“, P O LY F I L M
Filme von Alice Rohrwacher, Pavel Pavlikovski, Paul Schrader, Jean-François Stévenin Interviews Debra Granik, Christiana Perschon, Corneliu Porumboiu Filmlexikon Alle Termine von 25.10. bis 8.11.
Österreichische Post AG, WZ 02Z033405 W, Falter Zeitschriften GesmbH, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien
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Liebe Leserin, lieber Leser!
Lernprozesse, Schauprozesse Zwei oder drei Anmerkungen zum Programm der Viennale oder: Warum es sich lohnt, ins Kino zu gehen Schönes Erinnern an schlechte Zeiten? Neue Filme von Kirill Serebrennikov, Pawel Pawlikowski und Jia Zhangke Eine Aura des Wunderbaren Alice Rohrwachers schöner Film „Glücklich wie Lazzaro“ eröffnet die Viennale Selbstermächtigung zum Selbstporträt Christiana Perschons Doku über die heimische Künstlerinnen-Avantgarde der 1970er-Jahre „Mein Revier ist das gewöhnliche Leben der normalen Amerikaner“ Debra Graniks neuer Film heißt zwar „Leave No Trace“, bleibt aber lange im Gedächtnis Lass das Volk hängen Vom Teufelskleid-Thriller bis zum Terrortribunal zeichnen Viennale-Filme Geschichte nach und neu Asketische Apokalypsen Paul Schraders „First Reformed“ und Jim Cummings’ „Thunder Road“ verhandeln Glaubenskrisen „Ich liebe Fußball für seine Unvollkommenheit“ Corneliu Porumboiu schenkt der Welt seine liebevolle Doku „Fotbal infinit“ Bilder der Anderen Roberto Minervini erweist sich als subtiler Beobachter politischer Mentalitäten in den USA Die Zärtlichkeit der Fremden Im Fokus: Der französische Schauspieler und Regisseur Jean-François Stévenin Lexikon Empfehlungen der Redaktion und Kurzbeschreibungen aller Filme der Viennale 18 von A–Z Timetable Alle Filme auf einen Blick: der FALTER-Plan zur Viennale 18
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Fotos: christiana per schon, Viennale, Heribert Corn, K atharina gossow
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Vorwort ie Leitung der Viennale bedeutet für mich Verantwortung und eine große Herausforderung. Sie bedeutet auch einen Wendepunkt in meiner eigenen persönlichen Erfahrung und Karriere. Mein Beruf ist sensibel für die Atmosphäre des Wandels, dem unsere Gesellschaft und unsere Zeit ausgesetzt ist, für Bewegungen, Mutationen und Migrationen. Ich spüre neue Bedingungen – soziale und berufliche –, an die ich mich gewöhnen muss, neue Situationen – soziale und kulturelle –, in die ich mich vertiefen kann. Und ich habe das Gefühl, dass die Viennale ein solider Punkt ist, um den Fluss der Zeit zu beobachten und aus der Perspektive meiner Arbeit aktiv ein Teil davon zu sein und in ihn einzugreifen. Herzlich, Eva Sangiorgi
Eva Sangiorgi, Direktorin Viennale
ie immer freue ich mich über die W kompetente Vorschauarbeit des Teams um Michael Omasta. Wie im-
mer freue ich mich über die gute Zusammenarbeit zwischen Festival und Zeitschrift, beide in vielem gleich gestimmt und mit ähnlichen Interessen. Dem Falter-Publikum wünsche ich eine spannende und vergnügliche Viennale unter der neuen Leitung von Eva Sangiorgi!
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Impressum
Armin Thurnher Herausgeber Falter
Falter 42b/18 Herausgeber: Armin Thurnher Medieninhaber: Falter Zeitschriften GmbH, Marc-Aurel-Straße 9, 1010 Wien, T: 01/536 60-0, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at Redaktion: Michael Omasta Herstellung: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H.; Layout: Marion Großschädl, Andreas Rosenthal; Lektorat: Helmut Gutbrunner, Patrick Sabbagh; Geschäftsführung: Siegmar Schlager Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau DVR: 047 69 86. In Kooperation mit der VIENNALE. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar.
Ticketinformationen Ticketverkauf ab 20. Oktober 2018, 10 Uhr An folgenden Viennale Kassen können Tickets erworben werden: — an den Vorverkaufsstellen — über die Viennale Website — per Telefon — in den Festivalkinos
VORVERKAUFSSTELLEN 20. bis 25. Oktober, täglich 10 bis 20 Uhr
(Barzahlung, Bankomat oder Kreditkarte)
TICKETVERKAUF FÜR DIE RETROSPEKTIVE THE B-FILM Hollywoods Low-Budget-Kino 1935–1959
Mit Vorverkaufsbeginn am 20. Oktober sind Tickets für die gesamte Retrospektive THE B-FILM (26. Oktober bis 5. Dezember) an allen Viennale Kassen sowie online und telefonisch erhältlich. Es gelten die Preise der Viennale. Für Mitglieder des Filmmuseums gelten die Preise des Filmmuseums (nicht bei Onlinekauf).
Metro Kinokulturhaus Schottentor Gartenbaukino (25. Oktober, 10 bis 17 Uhr)
VIENNALE MERCHANDISING Publikationen und Artikel des Festivals sind an allen Viennale Vorverkaufsstellen und in den Kinos sowie online erhältlich:
ZUSÄTZLICHE EXPRESSKASSEN Für Käufe von bis zu 10 Tickets
Katalog Festival Katalog Retrospektive V’18-Plakat V’18-Filmstills-Plakat Viennale Rucksack von Tucano Viennale DVD-Box 2014 und 2015 Viennale DVD-Box 2012 und 2013 Viennale Einzel-DVD 2012–2015
20. und 21. Oktober, 10 bis 20 Uhr
(nur Expresskassen; nur Barzahlung) Stadtkino im Künstlerhaus
Für alle Kassen – mit Ausnahme der Expresskassen – werden bei großem Andrang Wartenummern ausgegeben.
€ 15,— € 9,— € 3,— € 10,— € 35,— je € 19,90 je € 39,90 € 9,90
TICKETPREISE
Ticketsystem von WWTS
Einzelticket Ab 10 Tickets Ab 20 Tickets
€ 9,50 € 9,— € 8,30
pro Ticket pro Ticket
ERMÄSSIGUNGEN Ermäßigungen können bei Vorweis der entsprechenden Ausweise in Anspruch genommen werden. Einzelticket Ab 10 Tickets Ab 20 Tickets
€ 9,— € 8,50 € 7,80
pro Ticket pro Ticket Kunden der
STUDENTS’ DAYTIME TICKET UM €6,50 Ermäßigte Tickets für StudentInnen, SchülerInnen, Lehrlinge sowie Präsenz- und Zivildiener
Für alle Vorführungen vor 17.30 Uhr erhalten StudentInnen, SchülerInnen, Lehrlinge sowie Präsenzund Zivildiener unter 27 Jahren – gegen Vorweis des entsprechenden Ausweises – ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn ermäßigte Tickets um 6,50 Euro an der Kinokassa.
TICKETS IM INTERNET 20. Oktober bis 8. November
FREIE SITZPLATZWAHL
(Bezahlung per Online-Banking oder Kreditkarte)
Bei allen Vorstellungen der Viennale – mit Ausnahme der Galas – gilt freie Sitzplatzwahl.
www.viennale.at
TICKETS PER TELEFON 20. Oktober bis 8. November, täglich 10 bis 20 Uhr
(Bezahlung nur per Kreditkarte) 01/526 594 769
Per Telefon bzw. online gekaufte Tickets sind an allen Vorverkaufsstellen oder in den Viennale Kinos abzuholen. Ab 30 Minuten vor Beginn einer Vorstellung sind ausschließlich Tickets für diese Vorstellung erhältlich. TICKETVERKAUF IN DEN FESTIVALKINOS 25. Oktober bis 8. November
Geöffnet ab einer Stunde vor Beginn der ersten bis zum Beginn der letzten Vorstellung (Barzahlung, Bankomat oder Kreditkarte) Gartenbaukino Stadtkino im Künstlerhaus Urania Österreichisches Filmmuseum Metro Kinokulturhaus
Ab 30 Minuten vor Beginn einer Vorstellung sind ausschließlich Tickets für diese Vorstellung erhältlich.
RESTTICKETS BEI AUSVERKAUFTEN FILMEN 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn werden Wartenummern für Resttickets ausgegeben.
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Lernprozesse, Schauprozesse Zwei oder drei Anmerkungen zum Programm der Viennale oder: Warum es sich lohnt, ins Kino zu gehen VORSCHAU: MICHAEL OMASTA
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arum gehe ich ins Kino?“, fragte zu Weihnachten 1923 das Blatt der Wiener Kinobesucher seine Leserschaft. „Weil zuhause nix los ist“, lautete eine der pointiertesten Antworten. Die gleiche Frage stellt Filmer Paul Rosdy in seiner Doku „Kino Wien Film“, die einen kursorischen Rundgang durch mehr als Jahrhundert heimischer Kinogeschichte unternimmt, ein paar Besuchern eines Multiplex. „Eigentlich nur wegen der Nachos“, meint eine junge Frau gewitzt. Manchmal hole sie sich die auch bloß und schaue den Film dann zuhaus. Glücklicherweise gibt es noch ein anderes, ernsthafteres Kinopublikum in Wien, zum Beispiel das der Viennale. Dieses wird heuer, im ersten Jahr unter neuer Direktion, eventuell sogar besonders herausgefordert: Selten nur schien das Programm dichter, waren die verschiedenen Specials spröder oder die historische Retrospektive umfangreicher.
„News from the Archive“. Die Frage, welche Werke so relevant sind, dass man sie restaurieren und für zukünftige Generationen verfügbar halten muss, ist selten genug schlüssig zu beantworten. Bei der Viennale stehen freilich nicht die Restaurierungen kanonischer Großwerke – wie jüngst „7th Heaven“, „Le Silence est d’or“ oder „The Last Movie“ – auf dem Programm, sondern deutlich entlegenere Arbeiten von Regisseuren wie James Benning, Mohamed Zinet oder Djibril Diop Mambéty, der 1992 mit „Hyènes“ eine senegalesische Version von Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ realisiert hat. Von der Pracht und Vielfalt des Zelluloid
Emile de Antonios polemische Vietnamkriegs-Intervention: „In the Year of the Pig“
Die Pose einer Rebellin passt zu Alice,
der Teenagerin mit der roten Mähne. Sie legt sich mit ihrer Mutter an, mit den Lehrern, leugnet ihre Schwangerschaft zunächst, um sodann umso mehr Rücksichtnahme einzufordern. Radu Muntean bestätigt mit „Alice T.“ seinen Ruf als wesentlicher Autor des neuen rumänischen Kinos, das auf internationalen Festivals seit Jahren große Erfolge feiert. Selten hat ein Film derart schonungslos vom Erwachsenwerden erzählt. Alice, von Andra Guti mit viel Verve verkörpert, zieht alle Register – vom quengelnden Kleinkind über die trotzige Pubertierende bis zur coolen Möchtegern-FemmeFatale – und trifft schließlich eine Entscheidung, mit deren Konsequenz sie am Ende sehr allein ist.
Radu Munteans schonungslose Geschichte vom Erwachsenwerden: „Alice T.“
Fotos: Viennale
In eine moralische Zwickmühle manö-
vriert Wolfgang Fischer die Protagonistin seines bereits mehrfach ausgezeichneten Films „Styx“. Eine alleinstehende Ärztin, die sich bei einem Verkehrsunfall eben noch als Lebensretterin bewährt hat, bricht von Gibraltar aus zu einem Segeltörn auf und wird mit einem havarierten Flüchtlingsschiff konfrontiert. Es ist einer jener wie auf dem Reißbrett kalkulierten Problemfilme, die vor allem davon erzählen, wie beschissen die Welt ist und dass man als Einzelne/r nicht das Geringste daran ändern kann. Doch obwohl alles daran vorhersehbar ist, wühlt der Film emotional auf. Um folgenreiche Entscheidungen, näm-
lich von Filmarchivaren und Kuratoren, geht es auch in der neuen Reihe
Paul Rosdys „Kino Wien Film“, eine Kinoreise durch Wien von 1896 bis heute
erzählt „Analog Pleasure“, eine alljährlich fortgesetzte Reihe, die das Filmfestival als Kinemathek begreift. Dabei kommen exemplarisch Filme in allen gängigen Formaten – von Super-8 bis 70 mm – zur Vorführung. Als polemische Intervention auf 35 mm, dem klassischen Kinoformat, wird „In the Year of the Pig“ gezeigt, der 1970 als bester Dokumentarfilm für den Oscar nominiert war. Sein Regisseur, Emile de Antonio (1919–1989), dem die Viennale erstmals vor 15 Jahren ein Tribute widmete, war Marxist, Bohemien, Amerikaner. Auf den ersten Blick könnte man glauben, seine Filme beschränkten sich darauf, mit dem Haufen von Schwindlern und Mafiosi abzurechnen, die sich irgendwie die Regierung der Vereinigten Staaten unter den Nagel gerissen haben. Erst bei genauerem Hinschauen wird man des Reichtums seiner Arbeiten und der oft verblüffenden Positionen gewahr, mit denen sie der martialischen Rhetorik der „Falken“ und des Kalten Kriegs begegnen. So auch und vor allem „In the Year of the Pig“, der wiederholt Analo gien zwischen dem Kampf des vietnamesischen Volkes und der Geschichte der eigenen Befreiung herstellt, indem er etwa eine Inschrift aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg sehr einprägsam mit Bildern aus Vietnam alterniert. De Antonios Filme sind „Schauprozesse“ im eigentlichen Sinn des Wortes. Warum gehen Sie also ins Kino? Eventuell gibt es bessere Gründe als Langeweile oder Nachos. 129 recht plausible finden sich allein schon im Hauptprogramm der diesjährigen Viennale. Oder vielleicht reicht auch der Grund, den einer der Befragten anno 1923 im Blatt Wiener Kino einbekannt hat: „Um meine Fantasien und unterdrückten Sehnsüchte spielen zu lassen.“ Man wird sehen. Im Kino. F
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Schönes Erinnern an
schlechte Zeiten?
Mit ihren aktuellen Filmen blicken Kirill Serebrennikov, Pawel Pawlikowski und Jia Zhangke ohne Nostalgie auf die Vergangenheit zurück KRITIK:
BARBARA SCHWEIZERHOF
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in Biopic setzt selbstverständlich voraus, dass die Person, deren Leben verfilmt wird, einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt. Aber wer kennt schon Viktor Tsoi, einen Musiker der doch sehr fernen sowjetischen Epoche, dessen Tod auch schon 28 Jahre zurückliegt? In Russland gilt er heute als Kultfigur, so heißt es, aber bis in den „Westen“ sind die Songs seiner Band Kino nie wirklich vorgedrungen. Kirill Serebrennikov will diese Diskrepanz mit „Leto“ („Sommer“), seinem Biopic über die Rockszene im Leningrad der frühen 1980er, nicht etwa beseitigen, im Gegenteil, er schöpft aus ihr jene Wehmut, die den schwarz-weißen Bildern seines Films einen besonderen Schmelz verleiht. Die zwei Helden im Zentrum, beides früh verstorbene Legenden des russischen Rock, stellt er als Musiker dar, die sich ihrer marginalen Stellung im Gefüge der großen Pop-Historie sehr bewusst sind. Mikhail „Maik“ Naumenko (verkörpert von Roma Zver, einem der Popstars des heutigen russischen Showbusiness) ist Leadsänger einer Band namens Zoopark und fühlt sich in seinem heimischen Leningrad deshalb zu Nachahmertum verdammt, zweitrangig hinter den Namen, die wirklich zählen wie David Bowie, Iggy Pop oder Lou Reed. Ihre Platten – an die für ihn nicht leicht ranzukommen war – hütet er wie Gollum seinen Ring, aber in ähnlicher Weise halten ihn die Vorbilder auch in Gefangenschaft. Viktor Tsoi (verkörpert vom Deutsch-Korea-
ner Teo Yoo), den der erfahrenere Maik im Film unter seine Fittiche nimmt, jedoch legt gegenüber den Größen aus dem Westen die gleiche Haltung an den Tag wie sie die ganze Musikerszene gegenüber dem sowjetischen Regime zeigt: Man nimmt sie wahr, ohne ihre Autorität anzuerkennen. Es ist das Porträt solcher Haltungen, das „Leto“ auch für Zuschauer, die sich nicht für Sowjet-Rock interessieren, zu einem spannenden Film macht. Vieles, nicht alles an Serebrennikovs Film versteht man, ohne sich in der abgebildeten Epoche auszukennen. Vordergründig erzählt er eine romantische Dreiecksgeschichte, in der Maik eifersüchtig und melancholisch zugleich dabei zusieht, wie sich Viktor und seine Frau Natascha (Irina Starshenbaum) ineinander verlieben. Mit
Musical-Szenen zu westlichen Hits wie „Psycho Killer“ und einer Art Brecht’schem „Zweifler“, der die Bilder mit „das war so“ oder „das war nicht so“ kommentiert, zieht Serebrennikov Meta-Ebenen ein, die jeden Anflug von Nostalgie unterlaufen. Die Details, in denen er die damaligen Zensurmechanismen erfasst – bei Rockkonzerten muss das Publikum auf seinen Sitzen bleiben; statt Gulag droht das Eingezogenwerden nach Afghanistan –, weisen vom Film in die russische Gegenwart, in der Serebrennikov selbst seit über einem Jahr unter Hausarrest steht, aufgrund eines sehr wahrscheinlich fabrizierten Betrugsvorwurfs. „Leto“ hatte er gerade vorher noch abgedreht, aber zur Premiere nach Cannes war ihm sogar das Senden einer Botschaft untersagt. Auch Pawel Pawlikowskis „Cold War“ han-
delt von Musikern, von der Liebe und dem schmerzlichen Gefühl der Marginalität. Aber trotz der Ähnlichkeit des Sujets und der Schwarzweiß-Ästhetik könnten die Filme kaum unterschiedlicher sein. So ernst es dem Komponisten Viktor (Tomasz Kot) und der Sängerin Zula (Joanna Kulig) mit ihrer Musik auch ist, so ist sie bei Pawlikowski nicht selbst Thema, sondern Medium für die Gefühle seines Paars, eine Art Speicher, der all das bewahrt, was die beiden sich in ihrer jahrzehntelangen Liebesaffäre nie sagen können. Am Anfang, als im kargen Nachkriegspolen Viktor mit Staatsauftrag durchs Land zieht, ist die Musik noch ganz Mittel zum Zweck. Viktor sucht Sängerinnen für ein Folklore-Ensemble, in dem sich demonstrativ Volkstümlichkeit mit den ideologischen Zielen des Regimes verbinden lassen. So stößt er auf Zula, die eine großartige Stimme hat, aber als Entlassene aus einer Jugendstrafanstalt nicht gerade den gewünschten Vorgaben entspricht. Später, als die verschlungenen Wege des Schicksals zuerst Viktor, dann auch Zula nach Paris ins Exil bringen, wird die Musik moderner, jazziger. Für Zula steht sie für Herausforderung und Entfremdung, für Viktor bedeutet sie Entfaltung und Freiheit. Das Glück aber finden sie weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Auch „Cold War“ schaut ohne falsche Nostalgie auf eine Epoche voller Zwänge und Einschränkungen zurück, aber Pawli-
kowski verleiht ihr durch sein brillantes, geradezu schimmerndes Schwarzweiß zugleich die Aura des großen Kinos. Die Handlung erstreckt sich vom Ende der 1940er- bis zur Mitte der 1960er-Jahre, wobei es nur wenige Verweise auf reale historische Ereignisse gibt. Viktor und Zula sind jene Art von Zeitzeugen, die ihr Leben nicht im Zusammenhang der großen Geschichte wahrnehmen. Aber genau das macht sie zu idealen Resonanzkörpern für jene Töne, die die Epoche bestimmen. Was der Lauf der Zeit mit den Biografien der Einzelnen macht, ist schon länger ein Thema, das den chinesischen Regisseur Jia Zhangke umtreibt. Von „The Pickpocket“ aus dem Jahr 1997 an setzt er dabei im Hintergrund immer wieder die großen Umbrüche in Szene, die China in den letzten Jahrzehnten so stark verändert haben. In „Asche ist reines Weiß“ ist seine Hauptfigur, wie bereits im Vorläuferfilm „Mountains May Depart“, eine Frau, erneut von Tao Zhao gespielt. Sie erscheint zu Anfang als stolze Gangsterbraut an der Seite eines „Paten“ in einem von Bergarbeitern geprägten Provinzstädtchen. So stark ist ihre Liebe zu ihm, dass sie nach einer Schießerei auf offener Straße für ihn ins Gefängnis geht. Als sie Jahre später entlassen wird, muss sie feststellen, dass er nicht auf sie gewartet hat. Auf der Suche nach einer Konfrontation mit ihm, beginnt sie eine Odyssee durch ein Land, das ihr völlig unbekannt ist und in dem sie sich neu erfinden muss.
Barbara Schweizerhof lebt als Filmkritikerin in Berlin und Frankfurt und ist Redakteurin der Zeitschrift epd-Film
Jia Zhangke durchsetzt seinen Film mit
Asche ist reines Weiß / Jian hu er nü Gartenbau: Do, 1.11., 12.30 Uhr (OmenglU) Sa, 3.11., 20.45 Uhr (OmU)
konkreten zeitlichen Referenzen – vor allem auch ans eigene Werk. Im ersten Drittel erfährt man durch vorbeiziehende Demonstrationen und Lautsprecherausrufe vom wirtschaftlichen Niedergang des Bergbaus; später sieht man Tao Zhao zur DreiSchluchten-Talsperre zurückkehren, dem Handlungsort von „Still Life“, Jia Zhangkes Goldener-Löwen-Gewinner von 2006, in dem Tao Zhao ebenfalls eine Frau auf der Suche nach ihrem Mann spielte. Was er damals als Gegenwart zeigte, inszeniert er in „Asche ist reines Weiß“ als Vergangenheit. Schilder laden ein zu Bootstouren zu Orten, die demnächst im Wasser versinken werden. Das monströse Bauprojekt ist die allzu reale Metapher für einen Fortschritt, der ganze Biografien auslöscht. F
Cold War / Zimna Wojna Gartenbau: Mo, 29.10., 18 Uhr (OmU) Urania: Mi, 7.11., 19 Uhr (OmenglU) Sommer / Leto Gartenbau: Di, 30.10., 15.30 Uhr (OmU) Urania: Mi, 7.11., 21 Uhr (OmenglU)
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Das Glück finden Viktor und Zula weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs: Tomasz Kot und Joanna Kulig in „Cold War“
Fotos: Viennale
Ein Biopic über die Leningrader Rockszene der frühen 1980er-Jahre: „Leto“ mit Mikhail Naumenko und Teo Yoo
Odyssee einer verlassenen Gangsterbraut durch die chinesische Provinz: Tao Zhao in „Asche ist reines Weiß“
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SPONSOREN UND PARTNER DER VIENNALE 2018 Förderer
Eine Aura des Wunderbaren Soll man es Poesie nennen? Oder Magie? Alice Rohrwachers Film „Glücklich wie Lazzaro“ eröffnet die Viennale
Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft
ieser bewundernswerte Film von Alice Rohrwacher bestäD tigt uns einmal mehr die Leben-
Sponsoren
MEDIENPARTNER SONDERPUBLIKATIONEN
SPONSOREN Abrechtsberger Altmann & Kühne Austrian Airlines BLAUTÖNE blumenkultur Canon card complete Die Mietbar Faber Roller & Bike Shop FedEx GOMI Zelte & Mietmöbel Hong Kong Economic and Trade Office, Berlin Heineken Helga Algen.Superfood INFOSCREEN KULTURFORMAT Lusthaus Wien Mionetto Prosecco mytaxi Napoli Dragee Keksi Neu.Raum.Wien. Plantical Rauch Fruchtsäfte Red Bull Renault Österreich GmbH Schloss Gobelsburg Segafredo Zanetti Austria The Harmonie Vienna TRZEŚNIEWSKI Tucano UNIQA vienna fx|post production Vöslauer Mineralwasser Weingut Bründlmayer Weingut Christoph Edelbauer Weingut R&A Pfaffl Wiener Wohnen Wirecard CEE
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MINIATUR: PETER NAU
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digkeit des italienischen Kinos: So wie der biblische Lazarus zu neuem Leben erweckt wird, findet sich auf wundersame Weise der Geist des Neorealismus Fellini’scher und Rossellini’scher Prägung („Franziskus, der Gaukler Gottes“, 1950), frisch wie am ersten Tag, wieder ein. Mythische Figuren wie dieser Lazzaro treten in die Geschichte und die Filmgeschichte durch Türen ein, die vermauert, vergessen sind. Nachdem Lazzaro von einem hohen und steilen Abhang gestürzt ist, rührt ihn der hungrige Wolf nicht an. Jener findet zwar bei diesem Unfall den Tod, lebt dann aber weiter. Er lebt unter Bauern auf einer ent-
legenen Tabakplantage, ringsum nur der Himmel, steinübersäte Berge und Täler. Ohne einen Moment zu zögern, führt er jede Arbeit aus, die man ihm aufbürdet. Wenngleich er in seiner eigenen Welt lebt, erweist er sich den anderen gegenüber als solidarischer Gefährte: stumm, zeigend, freundlich. Er freundet sich mit dem Sohn der Marchesa an, die über die Bauern herrscht und ihnen das Wissen darüber, dass es so etwas wie Geld und
Bezahlung gibt, vorenthält (nach einer wahren Begebenheit aus neuerer Zeit). Dieser Sohn, Tancredi, der gegen das Regime seiner Mutter aufbegehrt, schließt mit Lazzaro Blutsbrüderschaft. Tancredi, der von einem Youtuber gespielt wird, scheint einem Jarmusch-Film entsprungen zu sein; er passt überhaupt nicht in die ländliche Szenerie. In der Stadt, wohin die Bauern nach ihrer Befreiung (Gesetz von 1982) umgesiedelt werden, trifft er Lazzaro wieder. Tancredi ist jetzt – schlagartig, so scheint es – gealtert, Lazzaro für immer jung. Eine Aura des Wunderbaren geht von ihm aus. Wenn es einen wie ihn gibt, so wird sich zeigen, ist alles möglich. Soll man es Poesie nennen? Surrealismus? Oder Magie? Unmerklich stellt sich jene geheime Konkordanz der Dinge mit einem Unsichtbaren, Übernatürlichen ein, von dem sie in gewisser Weise nur der Entwurf sind. Peter Nau, legendärer Mitherausgeber der Zeitschrift Filmkritik, lebt in Berlin. Veröffentlichte zuletzt ein Wiener Miniaturenbuch und eines über Filme von Peter Goedel Gartenbau: Do, 25.10., 19.30 + 23 Uhr (OmU) Fr, 26.10., 12.30 Uhr (OmU)
Business Cineplexx cyledge Direct Marketing European Youth Card Filmgalerie Achteinhalb freikarte.at Goldbach Audience KAFFEEKÜCHE Schottentor-Passage KINO VOD CLUB AUSTRIA ORF OMC Schüren Verlag Sky Österreich snipcard Thalia Tools at work UCI Kinowelt United Internet Media ZONE Media
Foto: Viennale
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Stumm, zeigend, freundlich: Lazzaro (Adriano Tardiolo)
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Frauen wie Lore Heuermann, die in den 1970ern als Künstlerinnen aktiv waren, konnten gar nicht anders, als auch politisch aktiv zu werden
Selbstermächtigung zum Selbstporträt D
ie 16-mm-Kamera beobachtet eine junge Künstlerin, wie sie die Leinwand grundiert. Mit einem dicken Pinsel verteilt sie weiße Farbe, von links nach rechs, von oben nach unten. Dann holt sie die nächste Leinwand. Aus dem Off dringen die Stimmen älterer Frauen. Eine nach der anderen erinnert sich daran, wie die gesellschaftliche Situation in Österreich vor 40 Jahren war, als sie damit begannen, ihr künstlerisches Selbstverständnis zu entwickeln.
Foto: christiana perschon
„Ich bin – als junge Künstlerin – selbst noch
auf der Suche nach meinem Lebensweg“, erklärt Christiana Perschon den Antrieb zu ihrem Debütfilm, „das heißt: Kunst machen zu können und – ich sage jetzt nicht: davon leben zu können – Lebensstrategien zu finden, damit sich das ausgeht. Und diese Lebensstrategien haben ganz viel damit zu tun, nicht nur Künstlerin zu sein, sondern auch Frau zu sein.“ Mit den fünf – heute legendären – Kunstpionierinnen verbindet die Regisseurin langjährige und inspirierende Freundschaften: „Ich war auf der Suche nach weiblichen Vorbildern. Auf der Suche nach Frauen, die mir zeigen, wie es gehen kann.“ Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack und Margot Pilz – das sind fünf jener vielen Frauen, die feministische Kunst gemacht haben, lange bevor das in Österreich so genannt wurde. Oder, anders formuliert: Frauen, die in den 1970er-Jahren als Künstlerinnen aktiv waren, konnten gar nicht anders, als auch politisch aktiv zu werden. Im Film erzählen die fünf: „Es ist so formuliert worden: dass
In „Sie ist der andere Blick“ arbeitet die Filmemacherin Christiana Perschon mit der heimischen KünstlerinnenAvantgarde der 1970er-Jahre zusammen FEATURE: DOMINIQUE GROMES
Metro/Pleskow-Saal: Di, 6.11., 20.30 Uhr (OmenglU) Metro/Historischer Saal: Mi, 7.11., 18.30 Uhr (OmenglU)
Frauen nicht kreativ sein können, weil sie durch die Mutterschaft definiert sind.“ „Es gab Galerien, die gesagt haben: einmal im Jahr eine Frau ausstellen, das reicht.“ „Ich bin in die Dunkelkammer gegangen, um zu entwickeln und der Professor ist mir nachgegangen, hat zugesperrt und angefangen, zu fummeln.“ „Natürlich, die 68er-Bewegung. Der Aktionismus. Die Aktion auf der Uni. Aber das waren alles Männer. Und die Frauen waren Objekte. Ich hab mich darin nie gesehen.“ „Sie ist der andere Blick“ ist nicht die Art von Dokumentarfilm, die man vielleicht erwartet. Christiana Perschon geht es nicht darum, historische Ereignisse nachzuerzählen oder Erstaunen über vermeintlich veraltete Gesellschaftsstrukturen hervorzurufen. Der Film greift kein einziges Mal auf Archivmaterial zurück. „Für mich gibt es eine Gleichzeitigkeit zwischen dem Damals und dem Heute“, erklärt die Regisseurin, „Mit meinem Kamerablick spüre ich diesen Berührungspunkten nach. Wo sich mein Ausdrucksmittel, der Film, trifft mit den unterschiedlichen Ausdrucksformen der Künstlerinnen. Und wo sich dann Parallelen nicht nur im kreativen Arbeitsprozess zeigen, sondern auch in den Erfahrungen, die man als Künstlerin in einer Gesellschaft macht.“ Ihr lichtdurchflutetes Atelier, in dem Chris-
tiana Perschon gedreht hat, überlässt sie nacheinander den fünf Protagonistinnen. Renate Bertlmann installiert ihre berühmten Latexhäute aus Kondomen und Schnullern auf einer Wäscheleine und erzählt von ihren Besuchen in Sexshops, die früher als
reine Männerdomäne galten. Mit Linda Christanell spricht Perschon über Intuition in der Kunstproduktion, gemeinsam erproben sie mit zwei Super-8-Kameras, was es bedeutet, wenn Frauen den Blick lenken. Die mittlerweile über 80-jährige Performancekünstlerin Margot Pilz empfindet ihren Körper noch immer als das stärkste Ausdrucksmittel. Während Karin Mack an ihre Fotoserie mit dem Titel „Zerstörung einer Illusion“ aus dem Jahr 1977 die Maßstäbe des 21. Jahrhunderts anlegt. Die „Selbstermächtigung zum Selbstporträt“ habe sie mit ihrer künstlerischen Arbeit gelernt. Und energisch zwischen ihren Bewegungsstudien auf und ab gehend, verkündet die noch immer kämpferische Lore Heuermann: „Die eigene Autonomie ist uns allen mitgegeben. Es ist uns nicht mitgegeben, uns unterzuordnen.“ Zwischen den einzelnen Interventionen gönnt
Christiana Perschon sich, und dem Publikum, vor allem eins: Raum für Reflexion – und Stille. Minutenlang lässt sie die eindrücklichen Worte der Künstlerinnen nachhallen, während sie Bilder und (leise) Töne des eigenen künstlerischen Kosmos auf die Leinwand wirft. „Film ist für mich zum Sprachrohr geworden, einen politischen Standpunkt einzunehmen“, meint Perschon, „die Gedanken und Geschichten der Künstlerinnen auf der Leinwand – das ist für mich wie ein Backup – gegen das Ohnmachtsgefühl und die Wut, die man bei Ungerechtigkeiten im Alltag heute noch verspürt. Eine Stärkung durch diese erfahrene Frauengeneration, die nun die Form eines Kinofilms angenommen hat.“ F
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„Mein Revier ist das gewöhnliche Der neue Film von Debra Granik heißt zwar „Leave No Trace“, bleibt aber lange im Gedächtnis INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER
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s ist die Wildnis, die Debra Granik anzieht. „Vielleicht, weil ich ein Vorstadtmensch bin“, sagt die Regisseurin. Ihr wildes Debüt „Winter’s Bone“ wurde 2011 für vier Oscars nominiert und hat eine junge, noch unbekannte Schauspielerin namens Jennifer Lawrence in den Olymp des Kinos katapultiert. Danach kam erst einmal lange nichts, dann eine Doku über einen Vietnamkriegsveteranen, „Stray Dog“. Er hatte in „Winter’s Bone“ einen Patriarchen gespielt; in seinem Hinterhof in Southern Missouri entdeckte Granik die Geschichte Amerikas. Als er sich mit seinem Motorrad auf den Weg zu einer Vietnamkriegsveteranen-Feier machte, begleitete sie ihn. Als er über seine Traumatherapie sprach, die er 40 Jahre nach dem Krieg begonnen hatte, auch. „Er war ein Mensch, der über die Gräben in unserem Land gesprochen hat“, sagt Granik. So kam es, dass aus dem Thema, das die Filmemacherin schon lange verfolgte, auch ihre nächste Arbeit entsprang. In „Leave No Trace“ lebt ein Kriegsveteran (Ben Foster) mit seiner halbwüchsigen Tochter (Thomasin McKenzie) in einem Zelt im Wald, unter dem Radar der Behörden. Doch irgendwann wird ihnen klar, dass das so nicht weitergehen kann.
Aussteiger unter sich: Kriegsveteran Will (Ben Foster) mit seiner Tochter Tom (Thomasin Harcourt McKenzie)
Sie sprechen über Film gern als kulturelle Anthropologie, wie verorten Sie da „Leave No Trace“? Granik: Diese Land hat so viele Postleitzahlen, schon allein jeder Bundesstaat! Ich habe das Gefühl, ich habe ein paar davon als Auftrag zugewiesen bekommen. Nicht 90210, nicht Dallas, nicht „Sex and the City“, nicht Opulenz und Glamour, nicht
Foto: viennale
Falter: Der Wald im Film, diese Farbenpracht, ist beeindruckend – wie haben Sie das in Szene gesetzt? Debra Granik: Da haben wir nicht viel tun müssen, der Wald war ja da in all seiner Pracht. In Portland, Oregon, regnet es ständig, die Blätter waren nass und haben das Licht reflektiert, all diese Dinge, die das Objektiv der Kamera liebt und die wir mit dem menschlichen Auge eigentlich nicht wahrnehmen können. Eine Makroaufnahme von einem Spinnennetz, das man projizieren kann, und plötzlich türmt es sich über einen auf – das ist natürlich eine Verstärkung und fast schon Glorifizierung. Michael McDonough, der Kameramann, mit dem ich sehr eng zusammengearbeitet habe, ist ein überschwänglicher Fotograf und probiert gern etwas Neues aus. Das spürt man im Film.
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Leben der normalen Amerikaner“ große Dinge – mein Revier ist das gewöhnliche Leben der normalen Amerikaner. Das ist die Nische, in die ich passe: die nichtindustrielle Seite der Filmemachens in diesem Land.
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Wie ist Ihre Beziehung zu Country-Musik, die eine wichtige Rolle in Ihrem Film spielt? Granik: Es gab einen Musiker aus Oregon, Michael Hurley, der ziemlich viele Fans hat und in der Nachbarstadt lebt. Er spielt bei einer Szene den Typen, der einfach die Gitarre rausholt und zu spielen beginnt. Ich habe Countrymusik lange übersehen, dabei lebe ich in diesem riesigen Land mit jeder Menge heimischer Musik, die viel über ihren jeweiligen Ort erzählt. Das fand ich spannend und wollte ich unbedingt inkludieren. In „Leave No Trace“ beeindruckt auch die Vielzahl an Figuren, die das Richtige tun wollen und die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt stellen, wenn sie auf diese junge Frau treffen. War das so geplant? Granik: Das ist so gewachsen. Als der Weg immer düsterer wurde und die Dinge trostloser und liebloser aussahen, wurde es sehr reizvoll für Leute, das Richtige zu tun. Wir haben im Zuge der Recherche mit vielen
Truckern auf Lkw-Parkplätzen gesprochen und viele Fragen gestellt. Man konnte nicht übersehen, dass in den Fernfahrerlokalen auch Menschenhandel ein Thema war. Es gibt echt Trucker, die einen Eid geschworen haben zu melden, wenn sie Zeuge schwieriger Situationen werden. Und ehrlich, in solchen Lokalen gibt es auch viel Sexarbeit und per se viele schwierige Situationen – aber eben auch ein kritisches Bewusstsein dafür, und das wollte ich mit hineinnehmen. Das haben wir nicht erfunden, manche Leute waren echt besorgt. Natürlich nicht alle. Welche Rolle spielt die Stille? Granik: Das kam auf die Situation an. Manchmal haben wir Worte ganz einfach nicht gebraucht. Außerdem kommunizieren Vater und Tochter ja auch durch dieses Klickgeräusch, das haben sie manchmal statt Worten verwendet. Eine weitere Reduktion des Dialogs fand im Schnittprozess statt. Es gab Momente, wenn sie einen flüchtigen Blick auf ihn warf, um nach ihm zu sehen – das war stärker als alles, was sie hätte sagen können. Beide sind Schauspieler, die mit ihren Augen viel ausdrücken können. Das war ein riesiges Geschenk für mich als Filmemacherin, weil nicht al-
les verbal oder durch Gesten geäußert werden musste.
Debra Granik, 55, ist Regisseurin und Drehbuchautorin und wird zur Premiere ihres neuen Films bei der Viennale auch selbst nach Wien kommen
Gartenbau: Mo, 5.11., 20.15 Uhr (OmU) Stadtkino im Künstlerhaus: Mi, 7.11., 15.30 Uhr (OmU)
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Es gibt eine neue Strömung von „low impact living“, aber auch viele technische Neuentwicklungen, Social Media etc. Macht Ihnen die Zukunft Sorgen? Granik: Ich bin wohl von der genetischen Veranlagung her Technikfeindin. Im Zweifelsfall krame ich zuerst ein Buch von Gramsci hervor, um überhaupt zu versuchen, darüber nachzudenken. Ich habe da keine Antworten, aber es ist ein fesselndes Thema. Im Film sagt ein Sozialarbeiter: „Wenn Sie normal sein wollen, brauchen Sie ein Handy.“ Plötzlich ist es schon ein monumentaler Akt, dazu Nein zu sagen: „I would prefer not to.“ Wenn meine Tochter, sie ist 13, das abgedruckt sieht, wird sie daheim vermutlich sofort ausziehen wollen (lacht), aber sie fragt mich seit einem Jahr sehr höflich, ob sie ein Smartphone haben kann. Sie sagte wörtlich: „Mama, es wäre leichter, wenn du dich einfach anpassen könntest.“ Gleichzeitig spürte ich dieses Zögern. Ich möchte ja auch nicht, dass sie sich wie eine Ausgestoßene fühlt. Ich habe wirklich keine Antwort auf diese Frage, noch nicht einmal im Mikrokosmos meiner eigenen mickrigen kleinen Existenz. F
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Lass das Volk hängen
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lle, die hier sind, sind das Volk!“, ruft es mehrmals in einer der bei der Viennale gezeigten Geschichtsbearbeitungen. Ein guter Satz. Er wirft mit die Frage auf, was es heißt, hier zu sein. Manche sind ja nicht hier, sondern weg. Was im rechtsautoritären Europa Volk heißt, bestimmt sich durch harte Linien zwischen hier und weg – Routenschließung, Klassenschranken, Gendergrenzen. Die, die weg sind, mit all denen, die hier sind, zum Volk zu versammeln, ist ein Antrieb von Demokratie. Und es ist die Praxis der Vermittlung von Geschichte: nämlich viele, die weg, vergangen sind, das Hier unserer Gegenwart mit bevölkern zu lassen. Filme bearbeiten Geschichte – richten nicht bloß alte Zeiten als Gegenwart her –, wenn sie beim Versammeln ans Eingemachte gehen, auf unsicheren Grund, wenn sie Geschichte in einem Material aufspüren. Materialfunde: Found-Footage-Film, das sagt sich heute leicht – und sieht doch oft eigenartig aus. Material von und in Versammlung, das sind in „Eine eiserne Kassette“ Fotonegative. Der Filmemacher Nils Olger fand 377 davon in dem titelgebenden Behälter. Sein Gmundner „Opi“ mit „Butter am Kopf “ (wie dessen Witwe beim Sich-Erinnern sagt) machte Privatfotos beim Waffen-SS-Einsatz 1944 in der Toskana. Sie zeigen Landschaft
MATERIAL-MANIE: DREHLI ROBNIK
und Lachen, junge Männer, Totenkopf am Kappl, Chianti in der Hand; der Film zeigt Orte ihrer Massaker an der Bevölkerung und greise Überlebende (ein paar sind noch hier) – und Stationen des Ausbleibens justizieller Aufarbeitung. Aufsuchen von Zeiten im Absuchen von Bildern, Wiedersehen als Revision und Ausschnittvergrößerung: Das tun einige der Geschichtsfilme; kaum einer tut es so lakonisch. Materialsammlung via Kassette, das war mal
Drehli Robnik ist Theoretiker und Essayist zu Film und Politik, Autor von Büchern zu Jacques Rancière, Kontrollhorror und Siegfried Kracauers DemoKRACy.
gängig: Videokassetten versprachen coolen Konsum; heute versprüht der Schlieren-Look der Magnetbandbilder Nostalgie. Das nutzt „In Fabric“ weidlich: Das weirde Mysterydrama um ein Ausverkaufskleid, das von Hand zu Hand, Haut zu Haut geht, allen passt und alle quält, spielt circa 1980 in London; es ist bevölkert von Leuten, die nicht ganz da sind, aber in ihren Trancen und Absencen hochpräsent, vor allem ihre Gesichter. Züge, Stoffe, „Körnungen“: Die Filmkritik verleiht dem fetischisierenden Stil dieses Films das Retro-Etikett „Giallo“ (für barocke Italo-SeventiesSerienmordthriller); es sitzt da so gut oder schief wie bei dem ebenfalls bei der Viennale gezeigten „Suspiria“-Remake; Polanski oder Buñuel wären ebenso passende Referenznamen für „In Fabric“.
Wichtiger: Im Modus der Stil- und Stoffbetastung von Materialien inszeniert Peter Strickland, wie schon in „Berberian Sound Studio“, eine Macht- und Habitus-Historie der Wende vom 1970er-Sozialstaat zur neoliberalen Nicht-Gesellschaft (Thatcher 1979 und seither). Allerlei, das die Texturen heutiger „hochmotivierter“ Konsum- und Arbeitsalltage mit prägt, lässt der Film oft unvermutet und als grotesk auftauchen: Verkaufskommunikation als Steuerung, Chefs, die Angestellten jovial raten, ihren Hand shake zu optimieren, oder sie bizarr abstrafen, weil sie nicht zu deren Polterabend eingeladen wurden. Ein Waschmaschinenmechaniker wird zum Maniker; ein Speiseaufzug führt – alte Marx- und HorrorfilmTrope – in verborgene Produktionsstätten. Sweatshop heißt das heute. Manisch an Maschinen, mikroskopisch am Material: Im Kompilationsfilm „Newsreel 63 – Train of Shadows“ folgt Nika Autor der Eisenbahn und ihren migrantisch Reisenden als Kinoikone durch die Jahrzehnte. Essayistisch wird manch Bahnung nachgespurt, auf der schon groß Godard, Marker oder Žižek steht; aber die Verknüpfung einer Lee-Marvin-Actionszene mit Handyvideos zweier Syrer, die unter Zugwaggons versteckt nach Ljubljana flüchten, und die Frage, welche Filmgeschichte diesen
Foto: Courtesy of Amazon Studios
Filme bearbeiten Geschichte, Remakes Filmgeschichte: so auch die Neuauflage des barocken Italo-Seventies-Serienmordthrillers „Suspiria“ mit Dakota Johnson
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Alte Sammlungen, erstaunliche Zusammenhänge: Vom Teufelskleid-Thriller bis zum Terrortribunal zeichnen Viennale-Filme Geschichte nach – und neu. Und „Vertigo“ war noch nie so lustig
Found Footage im Häckselschnitt: „The Green Fog“ stellt Hitchcocks „Vertigo“ nach
Dichtes Mysterydrama um ein Ausverkaufskleid: „In Fabric“ von Peter Strickland
Loznitsas „Process“ zeigt ein stalinistisches Tribunal als bürokratisches Ritual
Geschichtsaufarbeitung anhand der Großeltern: Nils Olgers „Eine eiserne Kassette“
„elenden“ Bildern Rahmung bieten könnte, das macht Sinn. Wer ist weg, wer ist hier, wer ist blinder Passagier? Am Ende heizen Refugees mit aussortierten Bahnschwellen, im Kommentar dazu ein Versprechen: Das Alles-Versammeln, das fotografische Bilderarchive verheißen, läuft der politischen Geschichte, die Ausschlusssysteme aneinanderreiht, utopisch voraus.
Fotos: viennale
Bilder und Geschichten, die einander (ver-)
fehlen, sind ein Schwerpunkt von „Visual Justice“: Nicole Brenez kuratiert dieses Programm mit Filmen, die poetisch Recht einfordern angesichts früheren Unrechts, das anhält. Über den „Visual Justice“-Konzepttext ließe sich streiten: Warum ist filmische Gerechtigkeit visuell, also einsinnig (und nicht mehrsinnig, ethisch, politisch – oder blind wie Justitia und manche Passagierinnen/Passagiere)? Und wenn Brenez sagt, Geschichtsgerechtigkeit sei kategorisch getrennt von allen Konventionen des Rechts und des Kinos, huldigt das nicht einem Avantgarde-Purismus, der mehr einer Kunst-Heroik dient als der Wahrnehmung der Sache? Aber: Was gemeint ist, machen die Filme, die Brenez versammelt, wohl klar. Deren Bestreitungen von Unrecht sind rigoros, weil fokussiert (nicht pauschal) – manch-
mal manisch: Verbissen rennt Lech Kowals ki mit „The End of the World Begins with One Lie“ gegen ein ideologisches Filmbild an, das die Harmonie von Erdölindustrie und urigem Landleben besingt; er zersetzt den Ethnografieklassiker „Louisiana Story“ mit Online-News, rau am Monitor abgefilmt, über ein vom BP-Konzern verursachtes Umweltdesaster. Und Sebastian Wiedermanns „Los (De)pendientes“ träumt, manisch montiert, ein vergessenes Volk und militantes Kino herbei. Der Satz „Alle, die hier sind, sind das Volk“ fällt in einem der dabei zitierten argentinischen Filme. Manche Bild- und Soundmaterialien sammeln sich in neuen Geschichten, Gegenwarten, Publika: Die Samba-Percussion einer Polit-Tanz-Prozession der „(De) pendientes“ hat ein Pendant im Heute, in Sambarhythmen, die auch in Wien mancher Demo den Kick(l) geben. Anderes Material bleibt fremd als Monument, gerade weil es so beredt ist: Ohne viel Eingriff zeigt Sergei Loznitsa mit „Process“ die Regime-Doku eines stalinistischen Tribunals von 1930 – kein (visuelles) Justizdrama, sondern Bürokratieritual: endlose Auflistung, fabrizierte Vorwürfe, selbstbezichtigende Angeklagte, Gebetsmühlen des Planwirtschaftsmolochs, Staatsmachtroutinen in Ruinen.
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Bilder und Geschichten, die einander (ver-) fehlen, sind ein Schwerpunkt des Viennale-Specials „Visual Justice“ dr . R o b nik
Die einzelnen Termine finden Sie im Programmteil ab Seite 20
Konträr dazu verwendet „The Green Fog“ (Guy Maddin, Evan Johnson, Galen Johnson) nicht ein Bild aus dem Film, den er minutiös nacherzählt und den viele wiedererkennen: „Vertigo“. Extrem lustig: Zum Nachstellen von „Dachszene“, „Blumenladenszene“, „Turmszene“, „Traumszene“ versammeln sich Fetzen alter A- und B-Filme, Karl Malden, Meg Ryan, das Ende der SanFrancisco-„Body Snatchers“ – kreisch! Versprüht das „Process“-Material die Aura ei-
nes trippigen Meditationstools, so mutiert Hitchcocks kanonischer, mysteriöser Cinephilie- und Abgründigkeits-Altar zum Sammelsurium von Alltagsroutine: Plauscherl von Koteletten-Jack und Blondschopf-Jill, fette Fressen vor Frisco-Kulisse. Dabei lässt der Häckselschnitt – kongenialer Erbe von Hitchcocks Fetischszenarien in Schuss-Gegenschuss – vom Dialog nur seehoferhaftes Hecheln übrig. Wortruinen. Da kommt doch wieder Mysteriöses ins Spiel: Sind das Rituale eines „fremden Stammes“ namens Volk? Hier hängt Volk rum oder vom Dach runter und zeigt sich deppert; anderswo „dependent“, abhängig; abgehängt in Eisenbahn- und Gesichtszügen; als Anhängsel im Tribunalsaal; neu zusammengehängt in Kassetten, Filmen, im Kinosaal, als Publikum. Alle, die hier sind. F
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Tagebuch eines Militärpfarrers: Ethan Hawke in „First Reformed“ von Paul Schrader
Asketische Apokalypsen Suizid- und Affekt-Terror: In „First Reformed“ von Paul Schrader und „Thunder Road“ von Jim Cummings werden Glaubenskrisen verhandelt B eichte : DAVID AUER
Die Eröffnungsszenen zeigen Kirchen und
geben den Ton an: Die First Reformed Church ist spärlich besucht (Kirchen-Krise!), Predigt wie Kommunion schleppend, der Schnitt schnell und die Kamera statisch. In Schraders Gebetshaus herrscht freiwillig Stille, in Cummings nicht: Da die Mutter ein Springsteen-Fan war, hat der Pro tagonist, ein Polizist, vor, auf ihrer Beerdigung (Lebenskrisen-Anstoß) zu ihren Ehren den Song „Thunder Road“ Karaoke zu singen, doch der Kassettenspieler streikt. In einer himmelschreienden Performance versucht der Trauernde sich trotzdem dran: Zehn Minuten Irrwitz ohne Schnitt, jedem seiner peinlichen Schritte penibel folgend. Ein Plan durchkreuzt in Plansequenz. Nicht weniger skurril die Beerdigung in „First Reformed“, ebenso mit Rocksong ohne Musik: Der Tote, ein passionierter Kli-
First Reformed Gartenbau: Fr, 26.10., 15.30 Uhr (OF) Mi, 31.10., 23 Uhr (OF) Thunder Road Gartenbau: Mo, 29.10., 23 Uhr (OF) Stadtkino im Künstlerhaus: Do, 1.11., 15.30 Uhr (OF)
maaktivist, bittet via Post-Suizid-Brief den Priester darum, seine Asche in einen Giftmülldeponiefluss zu streuen. Auf Wunsch des Verblichenen singt ein Chor Neil Youngs Öko-Protest-Schnulze „Who’s Gonna Stand Up?“. Die Antwort des Protagonisten lautet: Er! Nämlich gegen Big Business, das die Mega-Kirche ums Eck sponsert und die Umwelt im großen Stil verschmutzt. Nach allerlei Recherche in Sachen Erderwär-
mung nimmt er die Bürde auf sich, wenn nicht dem Ganzen ein Ende, so doch ein Zeichen zu setzen. In der Garage des Selbstmörders findet er eine Sprengstoffweste und plant, eine Kirchen-Jubiläumsfeier mitsamt Businesstycoons in die Luft zu sprengen. Ein Test für die Suspension of Disbelief: Märtyrerattentate gehen normalerweise aufs Konto einer anderen Religion; dass das Vakuum, das der Glaubensverlust hinterlässt, mit einer anderen Ideologie gefüllt wird, wird an seiner Figur jedoch glaubhaft exemplifiziert. Der christliche Apokalyptizismus hat sich in säkularisierter Form im Klimawandel-Alarmismus überlebt; dieser ist als Alarmismus eine Art Ersatzreligion, von allzu Gläubigen manchmal mit Vernichtungsnihilismus aufgeladen (der Priester meint einmal, das Schöpfungskonservierungs-Gebot würde die Tat rechtfertigen. Inschallah! Bzw.: Unvernunft multipliziert mit Unvernunft ist nicht gleich Vernunft). Ein Suizid, der einen Plan vorerst suspendiert, ein anderer, der der Misere des Protagonisten endlich ein Ende setzt: Wie Hiob von Gott wird der Glaube des Polizisten an die Welt von allerlei Schicksalsschlägen getestet (und unserer Glaube daran, ob das anders als gewohnt enden kann). Auf eine Scheidung folgt der Verlust von Tochter, Haus und Job, und jede dieser Leidens-
situationen triggert oder hat als Ursache Affektausbrüche, in fast schon schmerzhafter Weise durchdekliniert mittels der manischbipolaren Performance von Cummings, die ihn immer weiter ins Elend treibt. „Thunder Road“, heißt es in einer Besprechung, dringe tief in die Krise von Amerikas Heartland vor: Ein kollabierender Jobmarkt, Glaubensverlust und grassierender Drogenkonsum hätten einen „crush of the spirit“ bewirkt – eine Spirale, die sich für den nunmehrigen Ex-Cop immer weiter nach unten drehen würde, hätte sich seine Exfrau nicht selbst umgebracht und würde er dadurch nicht wieder mit seiner Tochter vereint (arg). Trotz Emo-Eruptionen erträgt er sein Leid in hiobscher Manier – erwarten würde man aber eher eine Gewaltexplosion à la „Falling Down“ oder „Taxi Driver“ (ein Schrader-Drehbuch). „First Reformed“ kann als ideelles Sequel davon sowie Update von Robert Bressons „Tagebuch eines Landpfarrers“ (1951) gelten. Auch hier schreibt ein Priester ein Tagebuch mit Prätentiösem voll, auch hier herrscht ästhetische Askese, die allen Inszenierungs-„Unrat“ zu beseitigen trachtet wie der todkranke Alki-Protagonist heute bei Schrader in Travis-Bickle-Manier den Schmutz der Welt. Wenn er den Tumor in seinem Körper schon
nicht zum Verschwinden bringen kann, dann zumindest den außerhalb, lautet seine Losung, die aber, Gott, nein, Mary sei Dank, nicht den Rang einer Lösung erhält. Statt Selbstmordattentat Schmuse-Anfall, egoistischer Lustgewinn als Antidot für selbstlose und -kasteiende Egoauflösung und Tat-Extremismus in spe. Der Glaube an die Welt durch Liebe – und Kino (ist ja manchmal dasselbe) – ist vorerst wiederhergestellt. F
Foto: Viennale
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wei apokalyptische Filme, die ästhetisch Askese üben und ihre Protagonisten in tiefe Krisen stürzen: eine des Glaubens, eine des Lebens (und vice versa). Ein Priester, ein Polizist, zwei Kontrolljobs, zwei Hiobs außer Kontrolle. Man muss die Schicksalsschläge nehmen, wie sie kommen – denken sich die beiden eben nicht und reagieren auf Hilf- und Ausweglosigkeit mit extremen Ausbrüchen. Wo der Dauerausnahmezustand herrscht, helfen nur Ausnahmelösungen, die aber keine (von Dauer) sind. „First Reformed“ inszeniert Paul Schrader in einer 4:3-Box, die farbliche Entsättigung spiegelt die spirituelle des Priester-Protagonisten (Ethan Hawke) wider. „Thunder Road“ ist von Jim Cummings und weniger prätentiös, mit Gespür für Fremdschäm-Situationen und ihm selbst als Hauptfigur, die langsam den Glauben (an die Welt) und den Verstand verliert.
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„Ich liebe Fußball für seine Unvollkommenheit“ Corneliu Porumboiu schenkt der Welt seine liebevolle Doku „Fotbal infinit“ über einen, der auszog, das Spiel zu verändern INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER
aurentiu Ginghinăs FußballkarrieL re fand vor 30 Jahren durch einen Knochenbruch ihr Ende. Seither denkt
Falter: Ist das ein Film über
Philosophie, über einen Besessenen oder tatsächlich über Fußball? Corneliu Porumboiu: Für mich geht es dabei um eine bestimmte Art von Freiheit, um eine politische Utopie, auch um eine Kunstform, möglicherweise. Ich glaube nicht, dass man nach Ginghinăs Regeln wirklich Fußball spielen kann, es geht mehr um den Prozess an sich.
Laurentiu Ginghină erklärt Regisseur Porumboiu die neuen Fußballregeln Urania: Fr, 2.11., 18.30 Uhr (OmenglU) Stadtkino im Künstlerhaus: Di, 6.11., 15.30 Uhr (OmenglU)
Spielt Fußball für Sie noch dieselbe Rolle wie damals als Kind? Porumboiu: Fußball ist mir immens wichtig. Mein Vater war Schiedsrich-
ter, im Alter von acht bis elf und 14 bis 16 habe ich selbst gespielt, mein ganzes Leben hat sich damals um Fußball gedreht. Das war wichtig für meine Entwicklung. Ich habe jeden Tag mit meinem Vater trainiert, der Sport ist Teil meiner Beziehung zu ihm. Wie wurden Sie dann Filmemacher? Porumboiu: Mir wurde schnell klar, dass ich als Fußballer nicht gut genug war. Aber auch beim Filmemachen hat man ein Team. Vielleicht interviewe ich ja einmal meine alte Mannschaft. F
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er darüber nach, wie man den Sport verbessern könnte. Ein achteckiges Spielfeld und eine zweigeteilte Mannschaft wären nur der Anfang. Der immer lakonische rumänische Filmemacher Corneliu Porumboiu hört ihm zu und erzählt von Ginghinăs Obsession.
rauf bedacht, niemanden zu verurteilen, auch wenn meine Filme oft von einem Urteil handeln – so wie „Police, Adjective“ oder „12:08 östlich von Bukarest“. Ich glaube, der Prozess ist ein sehr wichtiges Element in der rumänischen Geschichte; nach der Revolution war es der Ceaușescu-Prozess, der prägend war.
Dinge infrage zu stellen ist ja auch beim Film eine wichtige Tugend … Porumboiu: Ja, das muss auch erlaubt sein. Zu Beginn habe ich mir gedacht: Was zur Hölle soll das – das sind einfach die Spielregeln. Aber wenn ich mir das heute anschaue: Fußball verändert sich. Es ist eine Industrie, deshalb gibt es auch immer mehr Kontrollmechanismen. Wie stehen Sie zum Videobeweis? Porumboiu: Ich finde das fürchterlich. Früher konnte man Fehler machen, das war quasi Teil des Spiels. Ich denke da immer an das 3:3 1982 zwischen Deutschland und Frankreich: Das war unfair, aber es war genauso unfair wie das Leben selbst. Heute kann selbst ein kleiner Fehler alles überschatten. Wenn man immer zurückdreht, stört das auch die Kontinuität des Spiels. Ich liebe Fußball für seine Unvollkommenheit.
Foto: Viennale
Fußball als große Metapher für das Leben? Porumboiu: Ja, so ist das wohl. Sie geht schon recht tief, diese Verbindung. Vielleicht ist Fußball deshalb auch die sehenswerteste aller Sportarten. Es ist eine Art Sprache, die von jedem Menschen auf der Welt verstanden wird. Deswegen hätte eine Änderung der Regeln auch solche Konsequenzen. Sie konfrontieren Ihren Protagonisten auch mit einem Experten. War das kein Risiko? Porumboiu: Nein, denn es geht dabei nicht um ein Urteil. Sport existiert ja letztlich nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis. In dieser Konfrontation wird einfach deutlicher, worum es Ginghină geht: um eine andere Form der Konversation. Ich bin immer da-
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Minervinis „The Passage“ (2011) ist das Roadmovie einer Texanerin mittleren Alters, die erfährt, dass sie nur noch wenige Wochen zu leben hat
Bilder der Anderen Unter dem Titel „An American Neo-Realism“ zeigt die Viennale Werke des Italieners Roberto Minervini, der sich als ein subtiler Beobachter politischer Mentalitäten in den USA erweist
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eine ersten Filme, „The Passage“, „Low Tide“ und „Stop the Pounding Heart“, können als Versuche verstanden werden, die Entstehung eines reaktionären, antiinstitutionellen und aggressiven Meinungsbildes freizulegen, das später die Präsidentschaft von Donald Trump ermöglicht hat. Die im ländlichen Texas angesiedelte Trilogie ermöglicht einen Einblick in die Lebenswelt des sogenannten „white trash“ und befasst sich in subtilen Wahrnehmungsanordnungen mit den sozialen Keimzellen der amerikanischen Depressions- und Paranoia-Gesellschaft. „The Passage“ (2011) erzählt die Geschichte einer Frau mittleren Alters, die von ihrem Arzt erfährt, dass sie nur noch we-
nige Wochen leben wird. Sie trifft auf zwei weitere soziale Außenseiter, mit denen sie sich auf eine letzte Reise durch das ländliche Texas begibt. Bereits in diesem Debütfilm hat Minervini
Ramón Reichert ist Kulturwissenschaftler und Medientheoretiker und lebt in Wien
alle Regeln und Grundsätze seines Filmverständnisses entwickelt, die er bis zu seinem jüngsten Film beibehalten wird: Er arbeitet mit Laienschauspielern, um der emotionalen Verletzlichkeit seiner Figuren mehr Raum geben zu können, und seit seinem Erstlingsfilm arbeitet er ausschließlich mit dem Kameramann Diego Romeo zusammen, der mit Handkamera, nahen Einstel- Die einzelnen Termine lungen und subjektiven Wahrnehmungsper- finden Sie im spektiven äußerst intensive Bilder herstellt. Programmteil ab Seite 20
Schließlich ist eine weitere Konstante seiner Filme die enge Zusammenarbeit mit der Drehbuchautorin Denise Ping Lee, die auch seine Partnerin ist. Im nachfolgenden Film „Low Tide“ (2012) erzählt er die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter und ihres zwölfjährigen Sohnes, die gemeinsam in den Vorstädten von Texas leben. Der Sohn verbringt die meiste Zeit allein zu Hause, während seine Mutter oft unterwegs ist und sich mit Männern verabredet. In ruhigen Bildern mit wenigen Dialogszenen ist die Kamera von Romeo ganz nahe an der Erfahrungs- und Leidenswelt des kindlichen Protagonisten, sie zeigt seine Freiheiten in den neuen Handlungsräumen,
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WERKPORTRÄT: RAMÓN REICHERT
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aber auch sein wachsendes Unglück durch die ständige Einsamkeit. Zur Stärkung der lebensweltlichen Dichte verzichtet Minervini in Bezug auf die Theorie des italienischen Neorealismus (Cesare Zavattini) auf narrative oder fiktionalisierende Elemente und verwendet ausschließlich innerdiegetisch motivierte Musik. Der 2015 produzierte Film „Stop the Pounding Heart“ ist der dritte Teil der Trilogie, die in den Badlands von Texas situiert ist, und widmet sich einem weiteren Aspekt des „white trash“, dem christlichen Fundamentalismus und seines Othering. Im Mittelpunkt des Films steht die 14-jährige Sara, die nicht die öffentliche Schule besuchen darf und von ihren Eltern zu Hause ausschließlich Bibelunterricht erhält. Mit Sara hat Minervini eine Figur geschaffen, die hin- und hergerissen ist zwischen dem christlichen Konformismus und ihren eigenen Sehnsüchten, die als Drama des Coming-of-Age erzählt wird. In „The Other Side“ aus dem Jahr 2015 erweitert Minervini seine Perspektive und schafft ein gesellschaftskritisches Panorama unterschiedlicher Biografien, die sich am Rand der US-amerikanischen Gesellschaft ansiedeln. Als Inspiration seiner Filme nennt Minervini die italienischen Meister Pasolini und Rossellini, auch den amerikanischen Regisseur Allan King oder den Brasilianer Osualdo Candeias. Er dokumentiert nicht nur Fälle sozialer Exklusion, sondern zeigt Menschen, die am Rande der Gesellschaft ihre eigene Humanität bewahrt haben und gegen unterschiedliche Formen der Ausgrenzung ankämpfen. Minervini nennt seine filmische Methode am Set „organisch“. Es gibt im eigentlichen Sinn kein Storyboard, kein Drehbuch und keine Regieanweisungen. Die Szenen werden ohne Schnitt und ohne zusätzliches Licht gedreht. Das Filmteam entwickelt gemeinsam mit den Laienschauspielern szenische Ideen, meistens beschränkt man sich auf das Beobachten der gespielten Szenen. Dadurch entsteht sehr viel Filmmaterial, das dann zeitaufwendig gesichtet werden muss. Für seinen aktuellen Film „What You Gonna Do When the World’s On Fire?“ (2018) musste Minervini gemeinsam mit Marie-Héléne Dozo mehr als 180 Stunden Material sichten. Im neuen Film setzt sich Minervini mit den Lebensentwürfen und dem politischen Aktivismus von Afroamerikanern auseinander, um tief in die amerikanische Geschichte der sozialen Ungleichheit einzutauchen. Drehort ist eine afroamerikanisch geprägte Gemeinde im Süden, die er im Sommer 2017 besucht, als Fälle rassistisch motivierter Polizeigewalt die USA erschüttern. Der alltägliche Kampf um Gerechtigkeit, Würde und Überleben wird durch die mobile Kamera fast physisch spürbar. Der Film ist in Schwarz-Weiß gedreht, um eine ästhetische Balance zwischen den unterschiedlichen Geschichten und historischen Exkursen zu ermöglichen. Für Minervini verdeutlicht SchwarzWeiß aber auch, dass es nicht seine eigene Story ist, die er hier erzählt. So kann er als Regisseur in einer ästhetischen Distanz zum Erzählten bleiben und zeigt uns damit seine Sensibilität für die Position des Filmemachers. F
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Die Zärtlichkeit der Fremden Im Fokus: Der französische Schauspieler und Regisseur Jean-François Stévenin HOMMAGE: GERHARD MIDDING
Zwei abenteuerlustige Kindsköpfe: Belmondo-Double Yves Afonso und Jean-Fançois Stévenin in dessen zweitem Regiefilm „Double messieurs“ von 1986
Gerhard Midding, freier Filmkritiker und Übersetzer in Berlin, schreibt u.a. für die Berliner Zeitung, die Welt, epd-Film und für den Falter
elches Gewicht ein Regieassistent auf W dem Set hat, wissen wir spätestens seit seinem Auftritt in François Truffauts
„Die amerikanische Nacht“. Es gibt nichts, für das er nicht zuständig wäre: Er ist der Erste, an den sich alle Welt wendet, wenn es ein Problem gibt, er ist jeder Krise gewachsen, die Statisten hören auf sein Kommando. Jean-François Stévenin kannte das Metier genau, als er 1973 die Rolle spielte, denn er hatte es selbst lange Jahre ausgeübt. Das macht es den Assistenten bei seinen eigenen Regiearbeiten nicht unbedingt leichter. Als Paolo Trotta einmal während der Dreharbeiten zu „Mischka“ (2002) vor einer Aufnahme rief: „Ab jetzt Ruhe bitte!“, fiel ihm sein Regisseur ins Wort. „Ja, aber das gilt nicht für die Statisten. Tun Sie, was Sie wollen und lassen Sie sich von uns nicht stören.“ Er ist ein Regisseur, der will, dass es lebhaft zugeht auf seinem Set. Niemand muss sein Temperament drosseln, nur weil es das Drehbuch vielleicht vorschreibt. Er ermutigt das Unerwartete. Der Film soll ein Abenteuer sein, zu dem man die Familie um sich schart, die leibliche (seine Kinder sind allesamt Schauspieler geworden) ebenso wie die erwählte. Insgeheim zählt das Erlebnis der Dreharbeiten
für ihn vielleicht mehr als das Resultat. Der fertige „Mischka“ jedenfalls unterscheidet sich radikal von Stévenins Drehbuch; es ist ein Film, so schrieb einmal ein Kritiker, in dem man gern leben würde. Die drei Regiearbeiten des heute 74-JähDie einzelnen Termine rigen erzählen allesamt von Eskapaden, der finden Sie im Programmteil ab Seite 20 Ausflucht aus dem Geregelten. Seine Cha-
raktere existieren in einem Zwischenreich, in dem sich die Schwere des Erwachsenenlebens mit dem anarchischen Herzen eines Jungen tragen lässt. Sie mögen Schiffbruch erleiden, aber bleiben offen für das Versprechen der Begegnung und die Zärtlichkeit, die zwischen Fremden entsteht, wenn sie füreinander bestimmt sind. „Du bist stumm wie ein Karpfen?“, sagt er einmal zum verirrten Titelhelden von „Mischka“. „Das passt gut, denn ich bin Angler!“ Der Regisseur als Menschenfischer: Das ist
Stévenin auch als Darsteller, der Weggefährten zu Freunden macht, für die es dann kein Entkommen mehr gibt aus seinem persönlichen Kosmos. Diese Gabe der Familiarität verdankt sich gewiss seiner Bodenständigkeit. Seine erste Regiearbeit, „Passe-montagne“ (1978), hat er im Jura gedreht, der Region, in der er geboren wurde. Seither schärft er die Sinne der Zuschauer für die Landschaften, in denen seine Filme spielen. Aber noch mehr für den klugen Hedonismus der Figuren, die sich darin bewegen. Er ist ein Solitär in dem sonst so bürgerlichen französischen Kino, ein Wiedergänger der proletarischen Helden, die einst Jean Gabin spielte; allerdings gern in komplizierten Autorenfilmen. Als Adeligen, Bankier oder Müßiggänger können wir ihn uns eigentlich nicht vorstellen (aber er könnte uns überraschen), er ist vor und hinter der Kamera ein bosseur: einer, der vergnügt schuftet. Dafür steht er mit seiner erfreulichen Leibesfülle ein und dem runden Antlitz, dessen Stirn von keinem Haarschopf unnötig verdeckt wird. F
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Viennale 18 Features Adam & Evelyn (D 2018) R: Andreas Goldstein D: Florian Teichtmeister, Anne Kanis, Lena Lauzemis. 100 min. In der Hoffnung auf eine mögliche Ausreise machen sich im Sommer 1989 zahlreiche DDR-Bürger auf den Weg nach Ungarn ins Grenzgebiet zu Österreich. Auch der Schneider Adam und die Kellnerin Evelyn fahren auf Urlaub. Er schätzt das Leben in der DDR durchaus, sie aber möchte weg. Regisseur Goldstein wirft einen ruhigen Blick auf aufregende Zeiten. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 18.00 + Urania: So 28.10., 13.30 (OmenglU) Ahlat Agaci / The Wild Pear Tree (F/TR/D/BG 2018) R: Nuri Bilge Ceylan D: Dogu Demirkol, Murat Cemcir, Bennu Yildirimlar. 188 min. Sinan, der Schriftsteller werden möchte, kehrt nach seinem Studium zu seinen Eltern in die türkische Provinz zurück. „Was als Saga eines seiner Herkunft entfremdeten Literaten-Rebellen beginnt, spitzt sich zu einem Vater-Sohn-Drama zu“ (Barbara Schweizerhof). Gartenbau: So 28.10., 14.30 + Urania: Fr 2.11., 21.00 (OmenglU) Alice T. (RO/F/SE 2018) R: Radu Muntean D: Andra Guti, Mihaela Sirbu, Cristine Hambasanu. 105 min. Alice wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer störrischer Teenager, der sich mit Querelen in der Schule und dem angespannten Verhältnis zur alleinerziehenden Adoptivmutter herumschlägt. Dann aber entscheidet sich die 16-Jährige, das Kind, das sie erwartet, zu bekommen. Blick auf eine verunsicherte Jugend aus dem neuen rumänischen Film. Urania: Fr 26.10., 21.00 + Sa 27.10., 16.00 (OmenglU) Alles ist gut (D 2018) R: Eva Trobisch D: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Hans Löw, Tilo Nest. 93 min. In ihrem Abschlussfilm an der HFF München erzählt Trobisch von einem Vergewaltigungsopfer, das kein Opfer sein möchte: Janne will die erlittene Gewalt „nicht zum Problem werden lassen“, doch ihre Verdrängungsstrategie geht nicht auf. Ein Film wie ein Stück von Sartre. Gartenbau: Fr 2.11., 18.00 + Filmmuseum: Sa 3.11., 21.00 (OmenglU) El Ángel (ARG/E 2018) R: Luis Ortega D: Lorenzo Ferro, Chino Darin, Mercedes Morán. 114 min. Der 17-jährige Carlitos sieht mit seinen blonden Locken und seinem Babyface aus wie ein Engel, entpuppt sich allerdings als „Engel des Todes“: ein fiktionales Porträt des argentinischen Räubers und Serienmörders Carlos Robledo Puch, der das Land 1971/72 in Atem hielt. Gartenbau: Do 8.11., 19.30, 23.00 (OmU) Angelo (Ö/LUX 2018) R: Markus Schleinzer D: Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber. 111 min. Schleinzer erzählt die Geschichte des afrikanischen Buben Mmadi-Make, der um 1730 geraubt, versklavt und an die Fürstenhöfe Österreichs gebracht wurde. Als gebildeter „Hofmohr“ Angelo Soliman erlangte er Berühmtheit, nach seinem Tod wurde er für das Kuriositätenkabinett präpariert. Biografisches Drama mit leicht überzogenem
künstlerischen Anspruch. Gartenbau: Fr 26.10., 18.00 (OmU) + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 23.00 (OmenglU) Ang panahon ng halimaw / Season of the Devil (PH 2018) R: Lav Diaz D: Piolo Pascual, Shaina Magdayao, Bituin Escalante. 234 min. Die paramilitärische philippinische Terrormiliz CHDF war in den 1970ern und 1980ern für die Ermordung zehntausender Menschen verantwortlich. Lav Diaz gedenkt der Opfer in Form eines Gesangsepos in Blankversen, einer Mischung aus Oper, Musical und Singspiel mit großer emotionaler Intensität. Metro: Sa 27.10., 18.30 (OmenglU) Aquarela (GB/D/DK/USA 2018) R: Victor Kossa kovsky. 89 min. Minimalistische Wasser-Doku, die die Schönheit, Kraft und Gefährlichkeit der Quelle des Lebens in all ihren Formen und Farben in den Blick nimmt. Kossakovsky drehte mit 96 Bildern pro Sekunde, „weil so die einzelnen Tropfen des Regens sichtbar werden“. Gartenbau: So 4.11., 10.00 + Do 8.11., 15.30 (OmenglU) Ba ge nu ren yi tai xi / First Night Nerves (HK/CN 2018) R: Stanley Kwan D: Sammi Cheng, Gigi Leung, Bai Baihe. 100 min. Zwei Schauspielerinnen sind zwar Co-Stars in einem Stück, sprechen jedoch nicht miteinander, seit die eine der anderen vor langer Zeit eine Rolle weggeschnappt hatte. Humor- und gefühlvolles Backstage-Drama über die Welt des Hongkonger Showbusiness und zwei Frauen, die mehr gemeinsam haben, als sie denken. Urania: Sa 3.11., 18.30 (OmenglU) BaMidbar – Diptych Teudi: Halomo shel Avidan / In the Desert – A Documentary Diptych: Avidan’s Dream (IL/CAN 2018) R: Avner Faingulernt 105 min. Faingulernt erzählt in seinen beiden Filmen „Avidan’s Dream“ und „Omar’s Dream“, die man zusammen sehen kann, aber nicht muss, aus dem Alltag von zwei Familien im Westjordanland – eine jüdisch, eine palästinensisch –, die sich weder begegnen noch akzeptieren. Ersterer ist dem jüdischen Siedler Avidan gewidmet, der davon träumt, eine Schaffarm zu errichten. Metro: Mo 29.10., 13.30 (OmenglU) BaMidbar – Diptych Teudi: Halomo shel Omar / In the Desert – A Documentary Diptych: Omar’s Dream (IL/CAN 2018) R: Avner Faingulernt 115 min. Faingulernt erzählt in „Avidan’s Dream“ und „Omar’s Dream“ aus dem Alltag zweier Familien im Westjordanland – eine palästinensisch, eine jüdisch –, die sich weder begegnen noch akzeptieren. Letzterer ist dem Palästinenser Omar gewidmet, der davon träumt, sich am Ort seiner Geburt ein neues Leben aufzubauen. Metro: Di 30.10., 13.30 (OmenglU) Barstow, California (D/USA 2018) R: Rainer Komers 76 min. Der Doku liegt die Lebensgeschichte von „Spoon“ Jackson zugrunde, der seit 1977 wegen Mordes im Gefängnis sitzt und nach einem Workshop für kreatives Schreiben damit begann, Gedichte und zu verfassen. An den Orten von Jacksons kurzem Leben in Freiheit, vornehmlich in der Stadt Barstow an der Route 66, hat Komer Eindrücke
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gesammelt, die er mit Passagen aus Jacksons Autobiografie zu einer Collage über Armut, Rassismus und Einsamkeit vereint. Metro: Mi 31.10., 18.45 + Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 2.11., 13.00 (OmU) Beautiful Things (I 2017) R: Giorgio Ferrero D: Van Quattro, Danilo Tribunal, Andrea Pavoni Belli. 93 min. Ein Doku-Drama-Hybrid über den Hyperkonsum der Gegenwart in hyperstilisierten Bildern und Tönen: Die Stimmen von vier isolierten Männern – eines Ölarbeiters, eines Schiffsingenieurs, eines Industrieakustikers und eines Verbrennungstechnikers – werden mit dem Besuch eines Paares in einer Shopping-Mall kontrastiert. Urania: Di 6.11., 16.00 + Filmmuseum: Do 8.11., 16.00 (OmenglU) Beo-ning / Burning (KR 2018) R: Lee Chang-dong D: Ah-in Yoo, Steven Yeun, Jun Jong-seo. 148 min. In Seoul angesiedelter Thriller nach einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami: Ein schüchterner junger Mann erklärt sich bereit, die Katze einer alten Schulfreundin zu füttern, während sie verreist ist. Sie kehrt mit einem wohlhabenden Freund an ihrer Seite zurück – und ist bald darauf plötzlich verschwunden. Hitchcock lässt grüßen! Gartenbau: Sa 27.10., 23.30 + Di 30.10., 12.30 (OmenglU) Black Mother (USA/Jamaika 2018) R: Khalik Allah. 77 min. Aus Filmmaterial von VHS über 16 mm bis digital formt Allah eine Bestandsaufnahme Jamaikas jenseits der Reggae-Klischees. Die Tonspur, in der die Porträtierten die (post-)koloniale schwarze Identität der Karibikinsel reflektieren, ist konsequent vom Bild entkoppelt. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 26.10., 15.30 + Filmmuseum: Mi 7.11., 21.00 (OmenglU) Blaze (USA 2017) R: Ethan Hawke D: Benjamin Dickey, Alia Shawkat, Charlie Sexton, Kris Kristofferson. 128 min. Der Country-Songwriter und Sänger Blaze Foley war ein genialer Künstler, bedauerlicherweise aber ebenso begabt auf dem Feld der Selbstzerstörung. Nach Alkohol-, Drogen- und Gewaltexzessen wurde er im Alter von 39 Jahren nach einem Streit erschossen. In Hawkes raffiniert fragmentiertem Biopic wird Foley vom Musiker Ben Dickey in seiner ersten Kinorolle verkörpert. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 31.10., 23.00 + Gartenbau: Mi 7.11., 18.00 (OF) Buenos Aires al Pacifico (ARG 2018) R: Mariano Donoso D: Christian Kupchic, Mario Ortiz, Nestor Flores. 98 min. Im Mittelpunkt dieses Filmessays über Züge, den Körper und das Kino steht die Geschichte der titelgebenden Bahngesellschaft, eines argentinischen Großprojekts des 20. Jahrhunderts, das Pazifik und Atlantik verband. Erzählt in der Ästhetik eines Traums, verbinden sich Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, Neurologie, die Brüder Lumière und Proust. Metro: Mi 31.10., 13.30 + Metro, Pleskow-Saal: Mo 5.11., 20.30 (OmenglU) Carmine Street Guitars (CAN 2018) R: Ron Mann D: Eszter Balint, Christine Bougie, Nels Cline. 80 min. Porträt des Gitarrengeschäfts „Carmine Street Guitars“ in Greenwich Village, das Rick Kelly seit Jahrzehnten betreibt. Für die Instrumente, die er hier konstruiert, verwendet er ausschließlich Hölzer
aus alten lokalen Hotels, Bars und Kirchen. Es sei, als spiele man ein Stück altes New York, sagt Gitarrist Lenny Kaye, einer von Kellys vielen prominenten Kunden, einmal. Metro: So 4.11., 21.30 + Urania: Mo 5.11., 13.30 (OF) Casanovagen (D 2018) R: Luise Donschen D: Wolfgang Forstmeier, John Malkovich, Elija Pott. 67 min. Verspielter Filmessay rund um das Begehren, ausgehend vom venezianischen Schriftsteller und Abenteurer Giacomo Casanova, Symbol der Verführung und Untreue. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 15.30 + Metro, Pleskow-Saal: So 28.10., 18.00 (OmenglU) Cassandro the Exotico! (F 2018) R: Marie Losier. 73 min. Saúl Armendáriz blickt am Ende seiner mexikanischen Wrestlingkarriere auf seine Kunstfigur „Cassandro“ zurück, die bunt, schrill und schwul seine Kämpfe und die Herzen der Zuschauer gewinnt. Ein Film voller Empathie und Knochenbrüche. (Martin Nguyen) Metro, Pleskow-Saal: Di 30.10., 18.00 + Urania: Mo 5.11., 21.00 (OmenglU) Chaos (Ö/SY/QA/Libanon 2018) R: Sara Fattahi D: Jaschka Lämmert. 95 min. Fattahis Dokumentarfilm vereint die Lebensgeschichten von drei syrischen Frauen, die zwar räumlich voneinander getrennt, aber durch traumatische Erfahrungen miteinander verbunden sind. In Damaskus, Schweden und Wien kämpfen sie mit Angst und Isolation. Gartenbau: Mo 5.11., 18.00 (OmU) + Metro: Do 8.11., 11.00 (OmenglU) Chuva é cantoria na aldeia dos mortos / The Dead and the Others (BRA/P 2018) R: Joao Salaviza, Renée Nader Messora D: Henrique Ihjac Kraho, Raene Koto Kraho. 114 min. Der 15-jährige Kraho Ijhac wird von der Stimme seines toten Vaters gerufen – er soll diesen mithilfe von Ritualen in die nächste Welt führen. Stattdessen aber verlässt Ijhac sein Dorf und gelangt in eine von Weißen bewohnte Stadt. Ein ruhig beobachtendes Drama über zwei unterschiedliche Zivilisationen. Urania: Fr 26.10., 13.30 + Metro, Pleskow-Saal: Do 8.11., 20.30 (OmenglU) Classical Period (USA 2018) R: Ted Fendt D: Calvin Engime, Evelyn Emile, Sam Ritterman. 62 min. Cal, Evelyn und Chris bilden eine Clique, in der die Herausstellung von Wissen das höchste Gut ist. In ihren Unterhaltungen über Architektur, Literatur, Theologie oder Geschichte überbieten sie sich gegenseitig, doch unter der melancholischen, manchmal auch komischen Fassade erahnt man einen kritischen Blick: Eine Person redet, eine Person hört zu, dazwischen gibt es nichts. Filmmuseum: Mi 31.10., 16.00 (OmU) + Metro: Mi 7.11., 21.00 (OmU) Climax (F 2018) R: Gaspard Noé D: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub. 96 min. Der Workshop- und Partyabend einer Tanzcompagnie im Vorfeld ihrer Tournee wird zum Exzess. LSD in der Pfirsichbowle, hämmernde Musik der 1990er-Jahre, Sexyness, Begehren, Missbrauch und pornografische Gewalt sind die Zutaten des Exploitationfilms von Noé („Irreversibel“). Gartenbau: Fr 26.10., 23.30 + Mi 7.11., 20.30 (OmU)
FOTOS: Viennale
Viennale im Bild
Ein irritierendes Doku-Drama der hoch stilisierten Alfonso Cuaróns „Roma“ (Goldener Löwe, Venedig) Bilder und Töne: „Beautiful Things“ von Giorgio Ferrero erzählt von einer Kindheit in Mexiko-Stadt der 1970er
Robert Pattinson bricht in Claire Denis’ Sci-Fi-Drama „High Life“ in die Einsamkeit des Weltraums auf
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Alle Termine, Film für Film, vom 25. Oktober bis zum 8. November Diane (USA 2018) R: Kent Jones D: Mary Kay Place, Jake Lacy, Deirdre O’Connell. 95 min. Diane lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, trifft sich häufig mit Freunden, pflegt eine todkranke Verwandte und versucht, ihren drogensüchtigen Sohn zu unterstützen. Bei aller Hilfsbereitschaft vergisst sie, Innenschau auf ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen zu halten. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 20.30 + Gartenbau: Di 6.11., 14.45 (OF) I diari di Angela – Noi due cineasti (I 2018) R: Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi. 125 min. Yervant Gianikian und Angela Ricci Lucchi haben zahlreiche historiografische Dokumentarfilme zusammen realisiert. Nach Angelas Tod im Februar macht ihr Arbeits- und Lebensgefährte nun auch das gemeinsame Privatarchiv zugänglich. Metro, Pleskow-Saal: So 28.10., 20.30 + Filmmuseum: Mo 29.10., 18.00 (OmenglU) Di qiu zui hou de ye wan / Long Day’s Journey Into Night (F/China 2018) R: Bi Gan D: Tang Wei, Sylvia Chang, Zeng Meihuizi. 138 min. Durch Traum und Erinnerung macht sich der Held dieser Geschichte auf die Suche nach einer geheimnisvollen Frau, die er vor vielen Jahren geliebt hat. Ein mythischer Film noir von großer Schönheit. Gartenbau: Sa 3.11., 23.30 (OmenglU) Doubles vies (F 2018) R: Olivier Assayas D: Guillaume Canet, Juliette Binoche, Vincent Macaigne. 107 min. Verleger Alain sucht beruflich wie privat Wege aus der Krise. In ausführlichen Gesprächen mit dem Autor Léonard wird das Für und Wider gedruckten und digitalen Veröffentlichens erörtert, wobei Letzterer, ein eifriger Schürzenjäger, seine Affären gern als Stoff für sein Schreiben gebraucht. Letztlich ist es der Film selbst, der ein Doppelleben führt: ein Lustspiel, das sich hinter dem Label intellektuelles Kino versteckt. Gartenbau: Sa 27.10., 20.45 + So 28.10., 12.00 (OmenglU) Drift (D 2017) R: Helena Wittmann D: Theresa George, Josefina Gill. 96 min. Zwei Frauen verbringen ein gemeinsames Wochenende an der Nordsee, gehen spazieren, erzählen einander Märchen. Kurz darauf kehrt die eine nach Argentinien zurück, während die andere sich auf ein Segelschiff begibt, um den Atlantischen Ozean zu überqueren. Eine Welle folgt der anderen, bis das Meer die Erzählung übernimmt. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 20.30 + Urania: Mo 29.10., 16.00 (OmenglU) Eine eiserne Kassette (Ö 2018) R: Nils Olger D: . 102 min. Nach dem Tod seines Großvaters, eines ehemaligen Mitglieds der berüchtigten 16. Panzerdivision „Reichsführer SS“, fielen dessen bei Einsätzen gemachte Fotos in die Hände von Nils Olger. Der Inhalt der titelgebenden Kassette mit Negativen wurde zur Grundlage einer peniblen Nachzeichnung der Verbrechen jener NS-Mördertruppe. Metro: So 4.11., 19.00 + Metro, Pleskow-Saal: Mi 7.11., 20.30 (OmenglU) L’Empire de la perfection (F 2018) R: Julien Faraut. 95 min. Für Freunde des Essayfilms und Tennisports dekonstruiert Faraut John McEnroes Wutkunst am Höhepunkt seiner Karriere zu einem lustvollen
Parallellauf aus Film und Spiel. Mathieu Amalric darf dazu den (Sport-)Kommentator geben. (Martin Nguyen) Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 26.10., 20.30 + Gartenbau: Mo 29.10., 15.30 (OmenglU) Entre dos aguas / Between Two Waters (E 2018) R: Isaki Lacuesta D: Israel Gómez Romero. 135 min. Zwölf Jahre nach seinem zwischen Doku und Spielfilm angesiedelten Werk „La leyenda del tiempo“ über einen zwölfjährigen Burschen auf der spanischen Insel San Fernando blickt Lacuesta ein zweites Mal auf das Leben seines inzwischen erwachsenen Hauptdarstellers Israel Gómez Romero. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, kämpft dieser, mittlerweile Familienvater, um ein normales Dasein. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 26.10., 23.00 + Mi 31.10., 12.30 (OmenglU) Das erste Jahrhundert des Walter Arlen (Ö/USA 2018) R: Stephanus Domanig. 91 min. Porträt des mittlerweile 98-jährigen Walter Arlen: 1939 von den Nazis aus Wien vertrieben, war er lange Jahre als Musikkritiker in Los Angeles tätig. Seit Mitte der 1980er veröffentlichte er auch eigene Kompositionen, in denen er die Schrecken der Nazizeit und das tragische Schicksal seiner Familie verarbeitet. Metro: Di 30.10., 19.30 (OmU) + Metro, PleskowSaal: So 4.11., 20.30 (OmenglU) Familia sumergida / A Family Submerged (ARG/BRA/D/NOR 2018) R: María Alché D: Mercedes Morán, Esteban Bigliardi, Marcelo Subiotto. 92 min. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester Rina ist Marcela mit der Auflösung von deren Wohnung beschäftigt. Zu Hause mit ihrem Ehemann und den drei Kindern im Teenageralter herrscht das alltägliche Chaos, dem Marcela mit Tagträumen und Spielereien zu entkommen versucht. Die Geschichte einer Trauerarbeit, die Zeit und Raum unterspült. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 31.10., 18.00 + Urania: Fr 2.11., 16.00 (OmenglU) Fausto (MEX/CAN 2018) R: Andrea Bussmann D: Gabino Rodriguez, Fernando Renjifo, Victor Pueyo. 70 min. Essayfilm, in dem sich historische Anekdoten, erfundene Geschichten und der Regisseurin von Bewohnern der Küste Oaxacas zugetragene Mythen zu einem faustischen Amalgam postkolonialer Erinnerungen verbinden. Hier gibt es die Erzählung von Christopher Columbus, der sich die Einwohner Jamaikas mit der Vorhersage einer Mondfinsternis untertan machte, oder jene einer Toten, die zwei Gräber zur Verfügung hat, weil sie als Lebende zwei Schatten gehabt haben soll. Metro: Fr 26.10., 11.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 31.10., 15.30 (OmenglU) The Favourite – Intrigen und Irrsinn (GB/IRL/ USA 2018) R: Yorgos Lanthimos D: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hault. 120 min. Machtspiele unter Frauen und höfische Dekadenz im England des frühen 18. Jahrhunderts. Queen Anne (Colman), ihre Freundin Lady Sarah (Weisz) und die Dienstmagd Abigail (Stone) sind die Figuren im neuen Film von Lanthimos („The Lobster“, „The
Killing of a Sacred Deer“). Gartenbau: Mi 31.10., 18.00 + So 4.11., 13.00 (OmU) First Man (USA 2018) R: Damien Chazelle D: Ryan Gosling, Claire Foy, Lukas Haas. 141 min. Biopic über Neil Armstrong, den legendären ersten Mann auf dem Mond. In seiner zweiten Zusammenarbeit mit Ryan Gosling konzentriert sich Damien Chazelle auf die Jahre 1961 bis 1969. Gartenbau: Fr 2.11., 20.15 + Sa 3.11., 12.30 (OmU) First Reformed (USA 2017) R: Paul Schrader D: Ethan Hawke, Amanda Seyfried, Philip Ettinger. 114 min. Ethan Hawke zeigt hier eine fulminante Leistung als New Yorker Pfarrer in einer schweren Glaubenskrise. Nach einem Gespräch mit einem suizidgefährdeten Glaubensmitglied entwickelt der Gottesmann Ernst Toller nicht nur radikale Ansichten, sondern wird auch in ebensolcher Weise aktiv. Düster-Faszinierendes von Paul Schrader, Drehbuchautor von „Taxi Driver“ und „Raging Bull“. Gartenbau: Fr 26.10., 15.30 + Mi 31.10., 23.00 (OmU) La flor (ARG 2018) R: Mariano Llinas D: Laura Paredes, Pilar Gamboa, Elisa Carricajo, Valeria Correa. 815 min. Ein knapp 14-stündiges Epos in drei Kapiteln, das klassische Filmgenres genüsslich dekonstruiert und ihnen gleichzeitig huldigt. In den stets mit denselben Schauspielerinnen besetzten Episoden finden sich B-Movie-Horror und Melodram, der Agentenfilm aus dem Kalten Krieg, der französische Autorenfilm, der Western, das Filmessay und das Period Picture, bis plötzlich ein Filmemacher auftaucht und mit der Meuterei seiner Hauptdarstellerinnen konfrontiert wird. Binge Watching im Kino! Metro: Fr 2.11., 13.30 + Sa 3.11., 11.00 + So 4.11., 11.00 (OmenglU) Fotbal infinit / Infinite Football (RO 2018) R: Corneliu Porumboiu. 70 min. Regisseur Porumboiu porträtiert seinen Freund Laurentiu Ginghinas, einen ehemaligen Fußballspieler, der seine Karriere 1986 nach einer Verletzung aufgeben musste und seitdem unermüdlich an einer Erneuerung der Spielregeln arbeitet. Die Geschichte dieses tragikomischen Don Quijotes des Fußballs verbindet sich mit einem Blick auf das postkommunistische Rumänien. Urania: Fr 2.11., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 6.11., 15.30 (OmenglU) Gang-byun Hotel / Hotel by the River (KR 2018) R: Hong Sangsoo D: Ki Joobong, Kim Minhee, Song Seonmi. 96 min. Ein älterer Dichter, der auf seinen Tod wartet, und eine junge Frau bewohnen ein einsames Hotel in einer winterlichen Stadt. Er versucht seinen beiden Söhnen Lebensweisheiten zu vermitteln, sie lässt sich von einer Freundin über eine Trennung hinwegtrösten. Wie diese Figuren aufeinandertreffen und wieder auseinanderdriften, wird zur melancholischen Metapher für das moderne Leben. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 26.10., 18.00 + Gartenbau: Do 8.11., 13.00 (OmenglU) Girl (B/NL 2018) R: Lukas Dhont D: Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart. 105 min. Lara ist ein 15-jähriges Mädchen mit dem großen Traum, Balle-
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Cómprame un revólver / Buy Me a Gun (MEX/COL 2018) R: Julio Hernández Cordón D: Rogelio Sosa, Fabiana Hernandez, Matilde Hernandez. 84 min. In einem dystopischen Mexiko unter der Kontrolle rivalisierender Kartelle versucht ein drogensüchtiger Vater mit seiner kleinen Tochter Huck zu überleben. Nach einer Gewalteskalation stehen Huck und ihre Freunde einem verwundeten Gangsterboss im Showdown gegenüber. Julio Hernández Cordón entwirft ein faszinierendes Spiel der Masken und Identitäten zur Musik der Mariachis. Urania: Sa 27.10., 21.00 + So 28.10., 16.00 (OmenglU) Damsel (USA 2017) R: David Zellner, Nathan Zellner D: Robert Pattinson, Mia Wasikowska, David Zellner. 113 min. Der junge Samuel ist um 1870 in Begleitung eines Priesters und eines Miniaturpferdes namens Butterscotch auf dem Weg zu seiner Verlobten, Penelope. Doch als sie endlich zusammenkommen, bricht die Hölle los. Als eigenwillige Mischung finden hier Western, Komödie und Liebesgeschichte (nicht) zusammen. Gartenbau: Mi 31.10., 15.30 + Mi 7.11., 23.00 (OF) Da xiang xi di er zuo / An Elephant Sitting Still (China 2018) R: Hu Bo D: Zhang Yu, Peng Yuchang, Wang Yuwen. 234 min. Eine von Gewalt geprägte Erzählung, die vier Figuren durch tragische Ereignisse – einen Selbstmord, einen Unfall und einen Überfall – zusammenbringt. Regisseur Hu Bo nahm sich vor dem Abschluss seines ersten Langfilms das Leben, sein Vermächtnis ist ein so elektrisierendes wie verstörendes Werk über Gefahr, Verzweiflung und die Sehnsucht nach Frieden. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 7.11., 20.30 (OmenglU) Delta (UA/D 2017) R: Oleksandr Techynskyi. 82 min. Ein dokumentarischer Blick ins dünn besiedelte Donaudelta in der rumänisch-ukrainischen Bukowina. Im Mittelpunkt steht die Natur, rau und nebelverhangen, inmitten derer sich Männer ihren Weg zur Schilfernte bahnen. Metro: Di 30.10., 22.00 + Metro, Pleskow-Saal: Fr 2.11., 18.00 (OmenglU) Den’s Pobedy / Victory Day (D/LT 2018) R: Sergei Loznitsa. 94 min. Im Berliner Treptower-Park erinnert das sowjetische Ehrenmal als imposante Gedenkstätte an den Zweiten Weltkrieg. Am Tag des Sieges der Roten Armee über das Naziregime, dem 9. Mai, finden sich alljährlich Menschenmassen an diesem Ort ein. Loznitsa dokumentiert das Geschehen vom frühen Morgen bis in die Nacht. Urania: So 4.11., 21.00 + Metro: Mi 7.11., 16.00 (OmenglU) Diamantino (P/F/BRA 2018) R: Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt D: Carloto Cotta, Cleo Tavares, Anabela Moreira. 92 min. Der Fußballer Diamantino, der auffällig an einen realen portugiesischen Sportstar erinnert, hat ein Geheimnis: Auf dem Rasen verwandelt sich die Welt um ihn herum in eine Wolke, bevölkert von lustigen Riesenpekinesen. Doch nicht nur über den Verlust dieser besonderen Fähigkeit und damit sein drohendes Karriereende hat Diamantino im Folgenden zu weinen, auch sind gleich mehrere Verschwörungen gegen ihn im Gange. Gartenbau: Mo 29.10., 20.30 + Urania: Di 30.10., 18.30 (OmenglU)
Lessings „Nathan der Weise“ als Stummfilm: ein Höhepunkt des Specials Surviving Images des Filmarchivs
Eine Ärztin (Susanne Wolff) wird in „Styx“ auf einem Segeltörn mit dem Flüchtlingselend konfrontiert
In Focus: Der türkische Filmemacher Gürcan Keltek arbeitet in „Koloni“ das Trauma der Zyprioten auf
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rina zu werden. Bis sie diesen Traum erreichen kann, müssen Hormonbehandlung und Geschlechtsumwandlung stattfinden, denn Lara wurde im Körper eines Burschen geboren. Stadtkino im Künstlerhaus: So 28.10., 23.15 + Gartenbau: Mi 7.11., 15.30 (OmU) The Green Fog (USA/CAN 2017) R: Evan Johnson, Galen Johnson, Guy Maddin. 63 min. Eine fröhliche Hommage an Alfred Hitchcocks „Vertigo“, zusammengebastelt aus Bildmaterial hunderter Filme, die ebenfalls in und rund um San Francisco spielen – von Hollywood-Klassikern über Experimentalfilme bis zu TV-Episoden. Filmmuseum: Fr 26.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 23.00 (OF) Her Smell (USA 2018) R: Alex Ross Perry D: Elisabeth Moss, Agyness Deyn, Cara Delevigne. 135 min. Die Sängerin Becky und ihre Punk-Rock-Band „Something She“ hatten gute Zeiten, doch auf einem steil abfallenden Pfad der Selbstzerstörung ist Becky im Herz der Finsternis gelandet. In ihrem Kampf gegen die Sucht sucht die Künstlerin nach ihrer einstigen Inspiration. Gartenbau: Di 6.11., 20.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 8.11., 18.00 (OF) High Life (D/F/USA/GB/PL 2018) R: Claire Denis D: Robert Pattinson, Mia Goth, Juliette Binoche, André Benjamin, Lars Eidinger. 110 min. Jenseits unseres Sonnensystems: In vollkommener Einsamkeit, von der Gesellschaft wie auch der Wissenschaft ausgestoßen, steuern Monte und seine kleine Tochter Willow in einem ansonsten menschenleeren Raumschiff auf das der Erde am nächsten gelegene Schwarze Loch zu. Beklemmendes, virtuos in Szene gesetztes Science-Fiction-Drama. Gartenbau: Sa 27.10., 13.00 + So 28.10., 20.30 (englOF) The House That Jack Built (DK/SE/F/D 2018) R: Lars von Trier D: Matt Dillon, Bruno Ganz, Uma Thurman. 155 min. Wahrscheinlich der größte Filmaufreger auch der Viennale: Lars von Trier schrieb und inszenierte diesmal eine Geschichte rund um einen hochintelligenten Serienmörder, der innerhalb von zwölf Jahren grausam zu Werke geht. Während ihm die Polizei immer dichter auf den Fersen ist, plant Jack so das ultimative Kunstwerk zu schaffen. Ein finster-grotesker Film voll expliziter Gewalt. Gartenbau: Di 30.10., 23.00 + Urania: Sa 3.11., 21.00 (OmU) The Image You Missed (IRL/F/USA 2018) R: Donal Foreman D: Arthur MacCaig, Donal Foreman, Maeve Foreman. 73 min. Regisseur Foreman arbeitet sich in diesem Doku-Essay am Leben und Werk seines Vaters Arthur MacCaig ab, einem politischen Dokumentarfilmer („The Patriot Game“), dessen Interesse der IRA und dem Nordirlandkonflikt, nicht jedoch seiner Familie galt. Im Filmmaterial des Vaters, dass er geerbt hat, sucht Foreman einen ihm beinahe unbekannt Gebliebenen. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 29.10., 15.30 + Metro: Fr 2.11., 21.00 (OmenglU) Îmi este indiferent daca în istorie vom intra ca barbari / I Do Not Care If We Go Down in History As Barbarians (RO/CZ/F/BG/D 2018) R: Radu Jude D: Ioana Iacob, Alexandru Dabija, Alex Bogdan. 140 min. Radu Jude hat sich bereits in seinem Filmessay „The Dead Nation“ mit der bis heute verdrängten Beteiligung Rumäniens an den Nazi-Verbrechen in Osteuropa auseinandergesetzt. In seinem neuen, metafiktionalen Werk geht es um eine junge Theaterregisseurin, die das Thema in einer öffentlichen Performance aufgreifen will. Ihren Auftraggebern aus der Politik passt das gar nicht. Urania: Mi 31.10., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 1.11., 20.00 (OmenglU)
In Fabric (GB 2018) R: Peter Strickland D: Gwendoline Christie, Marianne Jean-Baptiste, Hayley Squires. 118 min. Das Kleid und die Farbe Rot haben im Märchen schon so manche wichtige Rolle gespielt, hier sind sie Angelpunkte einer (mitunter auch sehr komischen) Horrorgeschichte: Im quirligen Winterschlussverkauf eines Warenhauses wechselt ein verfluchtes rotes Kleid mit dunklen Kräften mehrmals die Besitzerin. Zu rotem Lippenstift, roten Fingernägeln und rotem Stoff gesellt sich alsbald rotes Blut ... Gartenbau: So 28.10., 23.15 + Urania: Mo 29.10., 21.00 (OF) In My Room (D/I 2018) R: Ulrich Köhler D: Hans Löw, Elena Radonicich, Michael Wittenborn. 119 min. „Die Wand“ lässt grüßen: Der nie ganz erwachsen gewordene Kameramann Armin stellt eines Morgens fest, dass der Rest der Menschheit spurlos verschwunden ist. Nach einer Phase der Verzweiflung richtet er sich auf einem Bauernhof ein – da taucht eine Frau auf. Köhler stellt existenzialistische Fragen in den Mittelpunkt seines vierten Langfilms. Gartenbau: Do 1.11., 18.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 2.11., 20.30 (OmU) Introduzione all’oscuro (ARG/Ö 2018) R: Gastón Solnicki. 71 min. Nach dem Tod des ehemaligen Viennale-Direktors Hans Hurch machte sich Filmemacher Solnicki auf den Weg nach Wien, um seine Trauer um den Amigo mittels einer filmischen Spurensuche zu verarbeiten. Hurch selbst kommt im Foto- und Filmmaterial nur sporadisch vor, im Zentrum stehen assoziative Objekte und Szenen. Gartenbau: Fr 2.11., 15.30 (englOF) Invest in Failure (Notes on Film 06-C, Monologue 03) (Ö 2018) R: Norbert Pfaffenbichler. 63 min. Nach den Horrorikonen Lon Chaney und Boris Karloff durchmisst Avantgardist Pfaffenbichler Im dritten Film seiner Monolog-Reihe das 160 Titel umfassende Werk des romantisch-grüblerischen Antihelden James Mason (1909–1984), der es vom britischen Kino nach Hollywood schaffte und mit Regisseuren wie Hitchcock, Minnelli oder Kubrick arbeitete. Metro, Pleskow-Saal: Mo 29.10., 18.00 + Metro: Di 6.11., 21.30 (englOF) Island of the Hungry Ghosts (D/GB/AUS 2018) R: Gabrielle Brady. 94 min. Tief im Dschungel auf der australischen Weihnachtsinsel befindet sich ein Aufnahmezentrum für Asylwerber. Poh Lin Lee, Traumatherapeutin, hört den Schilderungen der Flüchtlinge zu, die von Zerrissenheit, getrennten Familien und Selbstverletzungen erzählen, während der Strom roter Landkrabben als Allegorie der natürlichen Migration sich Richtung Meer in Bewegung setzt. Humanistisches Kino in poetischer Form. (Martin Nguyen) Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 23.00 + Filmmuseum: So 4.11., 18.30 (OmenglU) Jiang hu er nü / Asche ist reines Weiß (China/F/J 2018) R: Jia Zhangke D: Tao Zhao, Fan Liao, Yi’nan Diao. 136 min. An der Seite ihres Gangsterfreundes, des Nachtclubbesitzers Bin, ist Qiao Anfang der 2000er-Jahre in einer kleinen chinesischen Minenstadt eine Art Königin. Doch ihre „heile“ Welt zerfällt, und nachdem sie für Bin ins Gefängnis gegangen ist, muss Qiao feststellen, dass er längst weitergezogen ist. Eine gewaltsame Liebesgeschichte und Charakterstudie einer komplexen weiblichen Hauptfigur vor dem Hintergrund der raschen kapitalistischen Entwicklung Chinas. Gartenbau: Do 1.11., 12.30 (OmenglU) + Sa 3.11., 20.45 (OmU)
Joy (Ö 2018) R: Sudabeh Mortezai D: Joy Alphonsus, Precious Mariam Sanusi, Angela Ekeleme. 101 min. Mortezai blickt mit ihrem im semidokumentarischen Stil gefilmten und mit Laiendarstellern besetzten Sozialdrama in die Welt der Wiener Prostitution: Joy, die es über den Weg des Menschenhandels aus Nigeria hierher verschlagen hat, findet sich in einem brutalen hierarchischen System wieder, in dem Zuhälterinnen, die einst selbst Sexarbeiterinnen waren, die illegal nach Österreich geschafften Frauen kaufen. Gartenbau: Sa 3.11., 18.00 (OmU) + Stadtkino im Künstlerhaus: So 4.11., 15.00 (OmenglU) Kino Wien Film (Ö 2018) R: Paul Rosdy D: Anna Nitsch-Fitz, Gerhard Gruber, Stefan Nehez. 97 min. Nachdem die „lebenden Bilder“ Ende des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickt hatten, entstanden in Wien hunderte Kinos. Rosdy spürt den heute noch existierenden Filmhäusern, ihrer Technik und ihren Besitzverhältnissen, aber auch der Vergangenheit nach: So erinnert er etwa an den Beruf des Filmpendlers, den es in den Tagen lang vor der Digitalisierung gab. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 18.00 (OmU) + Metro: Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) Kinshasa Makambo (CD/F/CH/D/NOR/QA 2018) R: Dieudo Hamadi. 75 min. Die Unzufriedenheit mit dem Regime von Präsident Joseph Kabila führt in Kongos Hauptstadt Kinshasa zu bürgerkriegs ähnlichen Eskalationen und Gewalt. Hamadi folgt drei jungen Aktivisten mit nervös ruckelnder Kamera durch das Chaos eines gesellschaftlichen Auflösungsprozesses. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 29.10., 13.00 (OmenglU) La Casa Lobo / The Wolf House (CL 2018) R: Cristóbal León, Joaquín Cocina. 73 min. StopMotion-Animation einmal anders: Als so grandiose wie albtraumhafte Horror-Politparabel erzählt „The Wolf House“ aus der Welt der deutschen Sekte Colonia Dignidad, die seit 1961 auf einem abgeschlossenen Areal in Chile existiert. Dem Mädchen Maria und zwei Gefährten gelingt die Flucht aus der Colonia in eine Waldhütte. Urania: So 28.10., 18.30 + Do 8.11., 13.30 (OmenglU) Lamaland (Teil 1) (MEX/CH 2018) R: Pablo Sigg. 91 min. In seinem von einer herausfordernd minimalistischen Handlung geprägten Drama (der erste Teil eines auf zwei Teile angelegten Projekts) erzählt Sigg von zwei alten, verwahrlosten Brüdern. Sie sind die letzten Nachfahren des Dorfs Nueva Germania, das vom Antisemiten Benjamin Förster und seiner Frau, Elisabeth Förster-Nietzsche, als Zufluchtsort für die „arische Rasse“ in Paraguay gegründet wurde. Eine radikale Isolation, die nur der Tod beendet. (Ohne Dialog) Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 15.30 + Metro, Pleskow-Saal: Mi 31.10., 20.30 A Land Imagined (SG/F/NL 2018) R: Yeo Siew Hua D: Peter Yu, Liu Xiaoyi, Ishtiaque Zico. 95 min. Polizist Wang macht sich in Singapur auf die Suche nach einem vermissten chinesischen Bauarbeiter. Dabei entdeckt er ein Internetcafé, in dem eine alternative Dimension existiert. Mystery-Neo-Noir, durchsetzt mit Kritik an der Situation der Gastarbeiter. Gartenbau: Di 6.11., 17.30 + Urania: Do 8.11., 18.30 (OmenglU) Las hijas del fuego / Die feurigen Schwestern (ARG 2018) R: Albertina Carri D: Disturbia Rocío, Mijal Katzowicz, Violeta Valiente. 115 min. In einer Welt der Unterdrückung machen sich mehrere junge Frauen auf einen Roadtrip, während eine davon plant, einen Porno zu drehen. Carri füllt
ihren Erotikfilm mit explosiven Sexszenen, die als Bekräftigung des Überlebens dienen. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 29.10., 23.00 (OmU) + Urania: Mo 5.11., 16.00 (OmenglU) Lazzaro felice / Glücklich wie Lazzaro (I/CH/F/D 2018) R: Alice Rohrwacher D: Adriano Tardiolo, Alba Rohrwacher, Sergu López. 125 min. Zwischen Märchen, biblischer Wundererzählung und Neorealismus angesiedelt ist dieser Film über einen Bauernburschen namens Lazzaro. Das Dorf in der italienischen Provinz, in dem er lebt, wird wie in feudalen Zeiten von einer Gräfin ausgebeutet. Als deren Sohn Lazzaro bittet, ihm bei der Inszenierung seiner eigenen Entführung zu helfen, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die Lazzaro bis in die moderne Welt führen wird. Gartenbau: Do 25.10., 23.00, 19.30 + Fr 26.10., 12.30 (OmU) L. Cohen (USA 2017) R: James Benning. 45 min. „Ein Film sollte mindesten 45 Minuten lang sein“, meint Filmemacher Benning, und so sieht man in „L. Cohen“ zunächst 20 Minuten lang ein Stück ödes Land, eingefangen mit einer einzigen Einstellung. Dann passiert etwas Besonderes (eine zweiminütige Mondfinsternis) und ein Lied von Leonard Cohen ist zu hören, bevor das Feld wieder nur Feld ist. Sein Werk sei eine Metapher für das Leben, so der Regisseur. Filmmuseum: So 28.10., 16.00 Leave No Trace (USA 2018) R: Debra Granik D: Ben Foster, Thomasin Harcourt McKenzie, Jeff Kober. 108 min. Der Kriegsveteran Will und seine 13-jährige Tochter Tom leben seit Jahren in den Wäldern von Portland, Oregon. Nach einem Zwischenfall folgt die zwangsweise Wiedereingliederung in die Zivilisation, auf die Will und Tom unterschiedlich reagieren. Ein Werk über Freiheit und Solidarität in verschiedenen Erscheinungsformen. Gartenbau: Mo 5.11., 20.15 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 7.11., 15.30 (OmU) Lembro mais dos corvos / I Remember the Crows (BRA 2018) R: Gustavo Vinagre. 80 min. Porträt der japanisch-brasilianischen transsexuellen Schauspielerin und Cinephilen Julia Katharine, das die Frage aufwirft, wo diese eigentlich am meisten etwas darstellt: Vor der Kamera, auf der Bühne oder in der merkwürdigen Welt, die Realität, Alltag genannt wird? Filmmuseum: Mi 7.11., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 8.11., 13.00 (OmenglU) Les Proies / The Game (F 2018) R: Marine De Contes. 53 min. In einem weitläufigen System aus Gängen und Unterständen liegen RingeltaubenJäger im Wald auf der Lauer. Die Regisseurin nähert sich diesem Sport mit seinen Ritualen und langen Wartezeiten dokumentarisch und deckt eine eigene, mitunter bizarre kleine Welt auf, die durch die Abholzung von Waldflächen gefährdet ist. Urania: Fr 2.11., 13.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 3.11., 18.00 (OmenglU) Leto / Sommer (RUS/F 2018) R: Kirill Serebrennikov D: Teo Yo, Roman Bilyk, Irina Starshenbaum. 126 min. Der Musiker, Poet und Schauspieler Viktor Tsoy war mit seiner Band Kino eine wichtige Figur der Leningrader Rockszene der 1980er-Jahre. Das Biopic, in dessen Zentrum eine sensible Dreiecksgeschichte steht, setzt dem jung Verstorbenen und dem Lebensgefühl einer Epoche ein Denkmal. Gartenbau: Di 30.10., 15.30 (OmU) + Urania: Mi 7.11., 21.00 (OmenglU) Le Livre d’image (CH 2018) R: Jean-Luc Godard D: . 85 min. Godards jüngster Streich ist experimentell wie eh und je, ein aus Filmfetzen zusammengebastelter Gedankenstrom und eine akribische
Viennale im Bild
Die neue Reihe News from the Archive zeigt James Bennings „O Panama“, restauriert vom Filmmuseum
Claudia Cardinale und John Wayne in „Circus World“ – Höhepunkt des Specials Analog Pleasure auf 70 mm
Unbekanntes argentinisches Kino: Die Viennale fokussiert auf Jorge Acha, hier ein Still aus „Habeas Corpus“
F O T O S : S a m m l u n g Ö st e r r e i c h i s c h e s F i l m m u s e u m , F i l m a r c h i v A u st r i a , V i e n n a l e
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FOTO: Viennale
V i e n n a l e 1 8 F A L T E R Montageleistung mit Verfremdungseffekten, die vom Stummfilm bis zu IS-Hinrichtungsvideos reicht. Als Voice-over reflektiert der Altmeister dazu über Gewalt, Krieg und die Lage der Menschheit. Gartenbau: Do 1.11., 15.30 (OmU) Manbiki kazoku / Shoplifters (J 2018) R: Hirokazu Koreeda D: Kirin Kiki, Lily Franky, Sosuke Ikematsu. 121 min. Koreeda kehrt zurück zu den sensiblen Familiengeschichten, ja zur Frage, was eine Familie ist: In einer kleinen, vollgeräumten Wohnung leben mehrere Generationen zusammen, ihren Lebensunterhalt „verdienen“ sie sich großteils mit Tricksereien. Aus ruhigen Alltagsbeobachtungen schälen sich nach und nach komplizierte Beziehungen heraus. Gartenbau: Sa 3.11., 15.30 (OmU) + Urania: Di 6.11., 18.30 (OmenglU) Matangi / Maya / M.I.A. (USA/GB/Sri Lanka 2018) R: Stephen Loveridge. 97 min. Radical Chic oder authentische Musikerin: Darf frau Flüchtling, Superstar und Aktivistin zugleich sein? Reichlich gefüttert mit selbst gedrehtem Archivmaterial zeigt der Film ein frisches, ungesehenes Bild der kontroversen Künstlerin M.I.A. (Martin Nguyen) Gartenbau: So 4.11., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 6.11., 23.00 (OmenglU) Meeting Gorbachev (GB/USA/D 2018) R: Werner Herzog, André Singer. 92 min. Porträt des Mannes, der den Kalten Krieg beendete: Michail Gorbatschow arbeitete sich vom Bauernbub zum Staatschef der Sowjetunion hoch und brachte diese zu einer Zeit ins Wanken, als der Ost-West-Konflikt noch schier unlösbar war. Im Film sitzen Herzog und Gorbatschow in dessen Moskowiter Büro, führen intensive Gespräche über vergangene Zeiten und geschichtlichen Wendungen: allen voran die Wiedervereinigung Deutschlands. Gartenbau: Di 30.10., 18.00 + Urania: Sa 3.11., 16.00 (OmenglU) Minding the Gap (USA 2018) R: Bing Liu. 98 min. Rolling Footage: Intime Jugendbeobachtung aus dem inneren Kreis eines Skateboard-Trios, das sein Selbstbild zwischen toxischer Männlichkeit, häuslicher Gewalt und Selbstermächtigung sucht. (Martin Nguyen) Urania: Mo 29.10., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 13.00 (OF) Monrovia, Indiana (USA 2018) R: Frederick Wiseman. 143 min. Amerikas bedeutendster Dokumentarfilmer macht Station in Trump-Country: ein Porträt von Monrovia, Indiana, einer Kleinstadt, wie sie für den Mittleren Westen in jeder Hinsicht typisch ist. Sehenswert! Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 12.30 + Filmmuseum: Di 6.11., 21.00 (OF) The Mountain (USA 2018) R: Rick Alverson D: Tye Sheridan, Jeff Goldblum, Denis Lavant, Udo Kier. 108 min. Lobotomiearzt Dr. Fiennes nimmt sich des jungen Andys an, der seine Mutter früh verloren hat und unter dem Einfluss eines emotional verkrüppelten Vaters aufgewachsen ist. Die schreckliche „Heilmethode“, die sich in den 1950ern größter Beliebtheit erfreute, dient als Metapher für die Selbstherrlichkeit der weißen Männer, die ihren Machtanspruch mit Zähnen und Klauen oder eben mit dem Skalpell verteidigen. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 3.11., 20.30 + Gartenbau: Mi 7.11., 13.00 (OmenglU) Muere, monstruo, muere / Murder Me, Monster (ARG/F/Chile 2018) R: Alejandro Fadel D: Victor Lopez, Esteban Bigliardi. 109 min. Kommissar Cruz untersucht den Fall einer kopflosen Frauenleiche. An den Filmen der beiden Davids – Lynch und Cronenberg – geschultes Murder-Mystery vor dem Hintergrund der winterlichen Anden. Urania: Mi 31.10., 21.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 4.11., 23.00 (OmenglU) Museo (MEX 2017) R: Alonso Ruizpalacios D: Gael García Bernal, Leonardo Ortizgris, Lisa Owen. 127 min. Eine wahre Geschichte, vom Kopf auf die Füße gestellt: „Den Kunstraub im Mexiko der 1980erJahre hat es tatsächlich gegeben, Ruizpalacios aber macht daraus einen Film, der von sehr viel mehr handelt: von Familien- und Freundschaftsverhältnissen, vom väterlichen und vom kulturellen Erbe, von Dichtung und Wahrheit und Original und Fälschung.“ (Barbara Schweizerhof) Gartenbau: So 4.11., 18.00 + Urania: Mi 7.11., 16.00 (OmenglU) Nervous Translation (PH 2018) R: Shireen Seno D: Jana Agoncillo, Angge Santos, Sid Lucero. 90 min. „Schwer zu sagen, wie viele Szenen im Kopf der achtjährigen Yael spielen, wo ihre Fantasiewelt endet und der Alltag einer Nation zwischen Sieges taumel (das Diktatorenpaar ist vertrieben) und Polit-Kater (im Staatsapparat schalten und walten immer noch dieselben) beginnt. Sicher ist: dass alles Schöne davon unbedingt wahr sein sollte.“ (Olaf Möller) Metro: Do 1.11., 19.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 3.11., 23.00 (OmenglU)
Netemo Sametemo / Asako I&II (J/F 2018) R: Hamaguchi Ryûsuke D: Karata Erika, Higashide Masahiro, Ito Sairi. 119 min. Obsessives Liebesdrama von Strindberg’schem Zuschnitt: Die porzellangesichtige Asako verliebt sich in Baku, einen sinnlichen Rebellen, den sie auf eine Fotoausstellung kennenlernt, und schlägt alle Warnungen, dass ihre Romanze keine Zukunft hätte, in den Wind. Eine komplexe Reflexion über Identität und Begehren. Gartenbau: Sa 27.10., 18.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 28.10., 20.30 (OmenglU) Ne travaille pas (1968–2018) / Don’t Work (1968–2018) (F 2018) R: César Vassiyé. 88 min. Eine kritische Beschäftigung mit der „Gesellschaft des Spektakels“ (Debord), im Mittelpunkt: Elsa Michaud und Gabriel Gauthier, zwei Kunststudenten. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 2.11., 18.00 + Metro, Pleskow-Saal: Sa 3.11., 20.30 (OmenglU) Ni de lian / Your Face (TW 2018) R: Tsai Ming-liang. 88 min. Großaufnahmen von Gesichtern, ein Film, der Carl Theodor Dreyers berühmtes Diktum aufzugreifen scheint: „Nichts in der Welt ist dem menschlichen Gesicht vergleichbar. Es ist ein Land, das zu erforschen man nicht müde wird.“ Gartenbau: Di 6.11., 13.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 8.11., 15.30 (OmenglU) No. 1 Chung Ying Street (HK 2008) R: Derek Chiu D: Fish Liew, Yau Hawk Sau, Lo Chun Yip. 117 min. Hongkongfilmer Derek Chiu überrascht mit einer Politparabel in Schwarzweiß, die auf historischen Begebenheiten beruht und einen 1967 niedergeschlagenen Aufstand maoistischer Studenten gegen die britische Kolonialmacht mit der sogenannten Regenschirm-Revolution von 2014 in Kontrast setzt. Filmmuseum: So 28.10., 21.00 (OmenglU) Notes on an Appearance (USA 2018) R: Ricky D’Ambrose D: Keith Poulson, Tallie Medel, Bingham Bryant. 60 min. Vor seinem mysteriösen Verschwinden hat David den Nachlass des umstrittenen Philosophen Steven Taubes katalogisiert. So wie er selbst hat auch dieser Spuren hinterlassen: Videos entlegener Städte, Aufnahmen, in denen vom Ende der Politik die Rede ist, Gerüchte von einer wachsenden Bewegung, alternative Fakten. Urania: So 4.11., 13.30 + Metro, Pleskow-Saal: Mo 5.11., 18.00 (OF) Nuestro tiempo / Our Time (MEX/F/D/DK/SWE 2018) R: Carlos Reygadas D: Carlos Reygadas, Natalia Lopez, Phil Burgers. 173 min. Esther und ihr Ehemann Juan, der auch als Dichter tätig ist, betreiben eine Zucht für Kampfstiere in Mexiko. Als Juan herausfindet, dass Esther ihn mit seinem Freund Phil betrügt, ist er nicht allzu unglücklich darüber. Stattdessen ermutigt er sie sogar weiterzumachen. Urania: Di 30.10., 21.00 + Gartenbau: Fr 2.11., 12.00 (OmenglU) O termómetro de Galileu / Galileo’s Thermometer (P 2018) R: Teresa Villaverde. 105 min. Die portugiesische Filmemacherin Villaverde besucht den italienischen Avantgarde-Autorenfilmer Tonino De Bernardi und seine Frau Mariella Navale in ihrem Landhaus im Piemont und schaut dem alten Paar einen Sommer lang beim Leben zu. Filmmuseum: Fr 26.10., 11.30 + Metro: Do 8.11., 21.00 (OmenglU) Premières solitudes / Young Solitude (F 2018) R: Claire Simon. 100 min. Was denken Jugendliche zwischen 16 und 18 über das Leben und die Zukunft? Die Filmemacherin und Anthropologin Simon hat für ihre Doku Gymnasiasten im Pariser Vorort Ivry besucht, die zu zweien oder dreien ins Gespräch kommen – über ihre Familien, Wünsche, Träume und Einsamkeit. Metro: Do 1.11., 21.45 + Filmmuseum: Fr 2.11., 18.30 (OmenglU) Process / The Trial (NL 2018) R: Sergei Loznitsa. 127 min. Mit „24 Lügenbilder pro Sekunde“ beschreibt Loznitsa seinen Found-Footage-Film, der den Schauprozess gegen die sogenannte Industriepartei im Jahr 1930 zum Inhalt hat. Ökonomen und Ingenieure wurden dabei der Verschwörung gegen die sowjetische Wirtschaft bezichtigt. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 15.00 + Urania: Do 8.11., 15.30 (OmenglU) Pul-lip-deul / Grass (KR 2017) R: Hong Sangsoo D: Kim Minhee, Ki Joobong, Seo Young-hwa. 66 min. Neben „Hotel by the River“ der zweite Film von Hong Sangsoo, der auf der diesjährigen Viennale zu sehen ist. Wieder fließt Reiswein in Strömen, wieder kommt es zu tragikomischen zwischenmenschlichen Begegnungen – ganz wie es den Lieblingsthemen des Filmemachers entspricht. Im Zentrum steht eine emotional instabile Autorin, die die Gäste eines Cafés belauscht. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 29.10., 20.30 + Urania: Di 6.11., 13.30 (OmenglU) Ray & Liz (GB 2018) R: Richard Billingham D: Michelle Bonnard, Ella Smith, Justin Salinger. 107
min. Der Künstler Richard Billingham wuchs in dysfunktionalen Verhältnissen in einer Birminghamer Sozialwohnung auf und wurde mit Fotografien seiner Eltern Ray und Liz – eines Alkoholikers und einer übergewichtigen Kettenraucherin – bekannt. Mit „Ray & Liz“ verarbeitet er seine Familiengeschichte nun auch in Spielfilmform. Gartenbau: Fr 26.10., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 28.10., 18.00 (OF) Ribâzu ejji / River’s Edge (J 2018) R: Isao Yukisada D: Fumi Nikaido, Ryo Yoshizawa, Aoi Morikawa. 118 min. Das authentisch-trostlose Drama ist eine der Spezialitäten des japanischen Kinos. In dieser Adaption des gleichnamigen Mangas von Kyoko Okazaki aus den 1990er-Jahren kämpft eine Gruppe von Teenagern miteinander und mit dem Heranwachsen. Im Zentrum stehen Haruna und ihr heimlich schwuler Schulkollege Ichiro, die eines Tages eine Leiche entdecken. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 26.10., 13.00 + Urania: Do 1.11., 13.30 (OmenglU) Roi soleil (E/P 2018) R: Albert Serra. D: Lluís Serrat. 61 min. Mit „Der Tod von Ludwig XIV.“ schuf Albert Serra 2016 einen hypnotischen, berührenden Film über das langsame Sterben des „Sonnenkönigs“. „Roi Soleil“ ist nun die Dokumentation einer tragikomischen Performance mit mehr oder weniger demselben Inhalt: Ganz in rotes Licht gehüllt, stöhnt und jammert sich der französische König mit der Turmperücke in den Tod, dargestellt von Lluís Serrat in einer Lissaboner Galerie. Filmmuseum: Di 30.10., 21.00 + Metro: Mi 31.10., 11.00 (OmenglU) Rojo (ARG/B/BRA/D/F/CH 2018) R: Benjamin Naishtat D: Dario Grandinetti, Andrea Frigerio, Alfredo Castro. 109 min. Hypnotischer, politischer Thriller rund um einen Anwalt und einen Privatdetektiv, dessen mysteriöse Handlung sich mit vielen Ausflügen auf erzählerische Nebengleise erst nach und nach entfaltet. Angesiedelt im Argentinien des Jahres 1975, wenige Monate vor dem Beginn der Militärdiktatur, schwelen Aggression und Gewalt unter der Oberfläche. Urania: Di 30.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 2.11., 23.15 (OmenglU) Roma (MEX/USA 2018) R: Alfonso Cuarón D: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Marco Graf. 135 min. Erinnerungen an eine behütete Kindheit im Mexiko der frühen 1970er-Jahre, erzählt aus der Perspektive des indigenen Kindermädchens. Jüngst beim Filmfestival in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnetes Panorama in prächtigem Schwarzweiß. Gartenbau: So 28.10., 18.00 + Di 30.10., 6.30 + Mo 5.11., 13.00 (OmenglU) Samouni Road (F/I 2018) R: Stefano Savona. 126 min. Bilder aus Überwachungskameras, animierte Szenen und Interviews mit Überlebenden erzählen die Geschichte des palästinensischen Mädchens Amal, das 2008/09 im Gazastreifen bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe unter den Trümmern eines Hauses verschüttet wurde. Metro: Mi 31.10., 21.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 1.11., 12.30 (OmenglU) Seestück (D 2018) R: Volker Koepp. 135 min. Auf das „Landstück“ (Viennale 2016) folgt nun das „Seestück“: Volker Koepp setzt seine Erkundung des Ostseeraums vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen und ökologischer Entwicklungen konsequent weiter. Unübertroffen die Lakonie seiner Gesprächsführung und Präzision der Beobachtung. Stadtkino im Künstlerhaus: So 4.11., 20.00 (OmU) + Filmmuseum: Mo 5.11., 21.00 (OmenglU) Segunda vez / Second Time Around (B/NO 2018) R: Dora Garcia. 94 min. Kein Biopic über Oscar Abelardo Masotta – geboren 1939 in Buenos Aires, gestorben 1979 im Exil in Barcelona –, sondern eine filmische Meditation zum psychoanalytischen Denken des Lacanianers über staatlichen Terror und sozialen Sadismus. Filmmuseum: Do 1.11., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 3.11., 15.30 (OmenglU) Se rokh / Drei Gesichter (Iran 2018) R: Jafar Panahi D: Behnaz Jafari, Marziyeh Rezaei, Jafar Panahi. 100 min. Roadmovie durchs iranische Hinterland: Die junge Marziyeh wendet sich mit einem Handyvideo an den Regisseur Jafar Panahi und die Schauspielerin Behnaz Jafari – sie sollen ihr helfen, ihre Familie von ihrem Vorhaben zu überzeugen, an die Schauspielschule zu gehen. Gartenbau: Sa 27.10., 16.00 (OmU) + Stadtkino im Künstlerhaus: So 4.11., 13.00 (OmenglU) Shéhérazade (F 2018) R: Jean-Bernard Marlin D: Dylan Robert, Kenza Fortas, Idir Azougli. 106 min. Zachary ist 17, kommt gerade aus dem Gefängnis und treibt sich in den Straßen von Marseilles herum. Dort lernt er die junge Prostituierte Shéhérazade kennen. Die Geschichte einer unmöglichen Liebe. Urania: Di 6.11., 21.00 + Metro: Do 8.11., 13.30 (OmenglU)
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Features Olivier Assayas
Die Kunst des Ensembles: „Doubles vies“
Redselig, exzentrisch, selbstironisch: Juliette Binoche als Selena
in bislang zu wenig beleuchtetes E Talent von Olivier Assayas ist sein Händchen für die Ensemble-Regie.
Mit einem stets wechselnden Cast hat er über die letzten 20 Jahre die Kunstform perfektioniert, eine Geschichte nicht mit zentralen Helden, sondern mittels der Polyfonie einer Gruppe zu erzählen, etwa einem Freundeskreis („Fin août, début septembre“, 1998), einer Familie („L’heure d’été“, 2008) oder einer Generation („Après mai“, 2012). In „Doubles vies“ nun nimmt er sich die Medienbranche vor. Eröffnet wird der Figurenreigen mit dem Verleger Alain (Guillaume Canet), der sich zum Mittagessen mit seinem Autor Léonard (Vincent Macaigne) trifft, um ihm schonend beizubringen, dass er sein letztes Manuskript nicht zu drucken gedenkt. Eine Entscheidung, die kurioserweise von der Frau des Autors, der pragmatischen Politikberaterin Valérie (Nora Hamzawi) besser verstanden wird als von der Frau des Verlegers, der leicht exzentrischen Schauspielerin Selena (Juliette Binoche). In wechselnden Konstellationen lässt Assayas seine Figuren zu Arbeits- und Abendessen, zu Rendezvous und Stelldichein aufeinandertreffen und in einem fort über die Veränderungen der Branche durch E-Books, Blogs, Netflix und Tweets sprechen. Ungeheuer redselig – und darin sehr selbstironisch und vergnüglich – kommt der Film daher. Wobei es Assayas nicht nur um das digital-analoge „Doppelleben“ geht, in das uns das Internetzeitalter drängt. Die diversen, diskret gelebten Affären, in die Assayas die Figuren gleichzeitig verstrickt, belegen, dass keine von ihnen völlig aufgeht in dem, was sie redet oder über sie geredet wird. Und wie zum Beweis macht der Film ausgerechnet aus einer Anspielung auf Michael Haneke einen Running Gag. BARBAR A SCHWEIZERHOF
Gartenbau: Sa, 27.10., 20.45 Uhr + So, 28.10., 12.00 (OmenglU)
F A L T E R V i e n n a l e 1 8
Features Gabrielle Brady
Asyl im Dschungel: „Island of the Hungry Ghosts“
Traumatherapeutin Poh Lin Lee und ihre Tochter Poppy am Strand
ein Ereignis existiert in einem VaK kuum. Noch deutlicher als andere bekommt dies Poh Lin Lee, Trau-
matherapeutin und Protagonistin der Hybrid-Dokumentation „Island of the Hungry Ghosts“ von Gabrielle Brady, zu spüren. Auf der abgelegenen, zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel vor der Küste Indonesiens befindet sich tief im Dschungel verborgen ein Aufnahmezentrum für Asylwerber. Lee führt, von den Behörden mehr geduldet als akzeptiert, Therapiegespräche mit gestrandeten Flüchtlingen, die von Zerrissenheit, getrennten Familien und Selbstverletzungen erzählen. Willkürlich werden Termine abgesagt, Personen weggebracht. Zunehmend zersetzt die Verzweiflung ihrer Klienten über die Ungewissheit ihres Schicksals auch Lees psychische Gesundheit und ihrer Jungfamilie. Erst vor 100 Jahren wurde die unbewohnte Insel von chinesischen Immigranten besiedelt, die in einer Feuerzeremonie der „Hungry Ghosts“ gedenken: verstorbener Ankömmlinge, die ohne Begräbnis ruhelos in der Zwischenwelt herumstreunen. Hauptbewohner jedoch sind rote Landkrabben, die sich bei Vollmond in Scharen vom Dschungel über Straßen, Wälder und Flüsse ihren Weg zum Meer bahnen. All diese beeindruckenden Bilder der ungezähmten Natur (Kamera: Michael Latham) setzt Brady als Allegorie der natürlichen Migration ein, die sich mit den berührenden Therapiegesprächen zu einem poetischen Filmmosaik verbinden. Am Ende mündet die fremde in die eigene Hilflosigkeit. Am Strand erklärt Lee ihrer Tochter Poppy, warum sie die Insel verlassen werden. „Meine Arbeit ist es, Menschen zu helfen. Wenn ich ihnen nicht mehr helfen kann, ist es Zeit zu gehen.“ Zurück bleiben die Geister der Migration. MARTIN NGU YEN
Stadtkino im Künstlerhaus: Sa, 27.10., 23 Uhr Filmmuseum: So, 4.11., 18.30 Uhr (OmenglU)
Sie ist der andere Blick (Ö 2018) R: Christiana Perschon. 88 min. Auf der Suche nach Wahlverwandten und Vorbildern hat die junge Filmemacherin Perschon fünf arrivierte Künstlerinnen in ihr Atelier eingeladen: Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack, Margot Pilz. Gespräche über Bilder und Selbstbilder, Feminismus damals und heute. Metro, Pleskow-Saal: Di 6.11., 20.30 + Metro: Mi 7.11., 18.30 (OmenglU) Si linghun / Dead Souls (F/CH 2018) R: Wang Bing. 496 min. Überlebende der Umerziehungslager aus Maos China erzählen, aus ihren Worten und Gesichtern ersteht ein monumentales filmisches Mahnmal. Im Nordwesten Chinas, im Sand der Wüste Gobi, bleichen bis heute die Knochen der Opfer der „Kampagne gegen Rechtsabweichler“ durch die Kommunistische Partei, die 1957 begann und von der bis zu einer halben Million vermeintlicher Systemfeinde betroffen waren. (Wird in zwei Teilen an aufeinanderfolgenden Tagen gezeigt.) Metro, Pleskow-Saal: Fr 26.10., 18.00 + Sa 27.10., 18.00 + Metro: Mo 5.11., 11.00 + Di 6.11., 11.00 (OmenglU) Sophia Antipolis (F 2018) R: Virgil Vernier D: Dewi Kunetz, Sandra Poitoux, Hugues Njiba-Mukuna. 98 min. Schauplatz dieser mit Laiendarstellern besetzten melodramatischen Spekulation ist besagter, 1968 bei Antibes an der Côte d’Azur aufgezogener Technologie- und Wissenschaftspark: ein Ort, an dem Träume wahr werden sollen, doch unter der Oberfläche lauern Angst und Verzweiflung. Fünf Leben zeichnen die quälende Geschichte einer jungen Frau namens Sophia nach. Stadtkino im Künstlerhaus: Fr 2.11., 15.30 + Urania: Mi 7.11., 13.30 (OmenglU) Styx (D/Ö 2018) R: Wolfgang Fischer D: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa. 94 min. Ärztin Rike, 40, wird auf einem Segeltörn durch den Hilferuf eines havarierten Flüchtlingsschiffs jäh aus ihrer einsamen Idylle gerissen: eine klassische Loselose-Situation, ein Film wie die Gewissensprüfung vor einer Zivildienstkommission. Stark dennoch: Susanne Wolff! Gartenbau: Mi 31.10., 20.30 (OmU) + Urania: Do 1.11., 16.00 (OmenglU) Suspiria (I 2018) R: Luca Guadagnino D: Dakota Johnson, Tilda Swinton, Mia Goth, Lutz Ebersdorf. 152 min. Remake von Dario Argentos gleichnamigem Gruselklassiker. Schauplatz ist das Berlin der 1970er, die Rote Armee Fraktion macht Terror und eine Amerikanerin namens Susie heuert bei einer berühmten Tanzcompagnie an, in der ausschließlich Frauen das Sagen haben. Die ätherische Madame Blanc nimmt sich des Neuankömmlings an, doch hinter der Fassade der Tanzschule scheint eine okkulte rechte Vereinigung ihr Unwesen zu treiben. Gartenbau: Do 1.11., 21.30 + Mo 5.11., 23.00 (OmU) Tarde para morir joven / Too Late to Die Young (BRA/ARG/NL/Chile 2018) R: Dominga Sotomayor D: Demian Hernández, Antar Machado, Magdalena Tótoro. 110 min. Nach dem Ende der Diktatur in Chile richten sich ein paar Familien mit ihren Kindern am Fuße der Anden zu einer autarken Gemeinschaft ein. Im Herzen der Geschichte stehen Sofía, Lucas und Clara, ihre Ängste und ersten Lieben, die Freuden und Qualen der Pubertät. Ganz schön. Urania: Fr 26.10., 18.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 13.00 (OmenglU) Teret / The Load (SRB/F/HR/QA/Iran 2018) R: Ognjen Glavonic D: Leon Lucev, Pavle Cemerikic, Tamara Krcunovic. 98 min. Serbien, 1999. Während das Land von Nato-Flugzeugen bombardiert wird, erhält der arbeitslose Vlada einen sonderbaren Auftrag: Er soll einen Kühltransporter mit unbekanntem Inhalt vom Kosovo nach Belgrad zu fahren. Vlada stellt keine Fragen, er kennt bloß den spätesten Liefertermin: 21 Uhr! Filmmuseum: Mo 29.10., 15.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 18.00 (OmenglU) Thunder Road (USA 2018) R: Jim Cummings D: Jim Cummings, Kendal Farr, Nican Robinson. 90 min. Jimmy ist Polizist in einer Kleinstadt im Mittleren Westen. Von klein auf besteht sein Leben vor allem aus Katastrophen, Erniedrigungen, Missgeschicken. Und jetzt ist auch noch seine geliebte Mutter gestorben. Independent-Comedy-Kuriosität, inszeniert, geschrieben und gespielt von Jim Cummings. Gartenbau: Mo 29.10., 23.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Do 1.11., 15.30 (OF) Ti imas noc / You Have the Night (MNE/SRB/ QA 2018) R: Ivan Salatic D: Ivana Vukovic, Momcilo Picuric, Boris Isakovic. 82 min. Sanja geht in Genua von Bord des Schiffs, auf dem sie gearbeitet hat, und macht sich auf den Heimweg nach Montenegro. Lukas, der auf einer Werft gearbeitet hat, steht vor dem Nichts, als diese Insolvenz anmeldet. Zukunft haben nur diejenigen, die den Mut und die Kraft
haben, neuerlich aufzubrechen. Urania: So 28.10., 21.00 + Mi 31.10., 13.30 (OmenglU) Touch Me Not (RO/D/CZ/BG/F 2018) R: Adina Pintilie D: Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann. 125 min. Eine Filmemacherin und ihre Protagonistinnen und Protagonisten lassen sich auf ein persönliches Forschungsprojekt zum Thema Intimität ein: „Sag mir, wie du mich geliebt hast, damit ich verstehe, wie ich lieben kann.“ Metro: Di 6.11., 18.30 (OmU) Trote (E/LT 2018) R: Xacio Bano D: María Vázquez, Diego Anido, Tamara Canosa. 83 min. Carme lebt in einem Bergdorf in Galizien zusammen mit ihrer kranken Mutter und ihrem Vater Ramón, mit dem sie kaum spricht. Sie arbeitet in einer Bäckerei und verspürt den Drang, der bedrückenden Atmosphäre zu entfliehen, aber die Umstände scheinen sie stets daran zu hindern: Bis zum „Rapa das Bestas“ – einem Fest, bei dem Mensch und Pferd nach altem Brauch die Kräfte messen – ihr älterer Bruder Luís mit seiner Frau María nach Hause kommt. Metro: Fr 26.10., 21.30 + Stadtkino im Künstlerhaus: So 28.10., 13.00 (OmenglU) Überraschungsfilm / Überraschungsfilm Gartenbau: So 4.11., 15.30 Ueta raion / The Hungry Lion (J 2017) R: Ogata Takaomi D: Matsubayashi Urara, Mizuishi Atomu, Tsutsui Mariko. 78 min. Mitten im Unterricht wird Hiromis Lehrer verhaftet, ein Video zeigt den Mann beim Sex mit einer Schülerin. Obwohl das Mädchen nicht zu erkennen ist, kursiert bald das Gerücht, es handle sich um Hiromi. Was nun geschieht, wird in starren Einstellungen festgehalten, die jeden Raum zum Gefängnis machen: brutales Cybermobbing, Vereinsamung und Hilflosigkeit. (Michael Pekler) Urania: So 4.11., 18.30 + Metro: Mi 7.11., 13.30 (OmenglU) UFE (Unfilmévènement) (F 2016) R: César Vayssié D: Pauline Hubert, Antoine Allory, Sarah Amrous. 153 min. Essay, Doku, Theaterfilm, Parabel zum Zustand der Grande Nation. Vayssiés „UFE“ (der Titel spielt auf den Mai 1968 an) zeigt die Radikalisierung einer Künstlergruppe, die wegen ihrer Unfähigkeit, ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen, auf Aktionismus verfällt – und einen TV-Wetteransager entführt! Urania: Do 1.11., 21.00 (OmenglU) Under the Silver Lake (USA 2018) R: David Robert Mitchell D: Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Sydney Sweeney. 139 min. Sam entdeckt eines Nachts eine junge Frau namens Sarah im Swimmingpool der Apartmentanlage, in der er wohnt, und kommt mit ihr ins Gespräch. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht ist Sarah verschwunden. Sam ist am Boden zerstört und folgt vermeintlichen Spuren und Hinweisen, die Sarah ihm hinterlassen hat. Eine skurrile Odyssee durch L.A.s Szeneviertel Silver Lake beginnt. Gartenbau: Di 6.11., 23.00 + Urania: Do 8.11., 21.00 (OmU) Les Unwanted de Europa (E/I 2017) R: Fabrizio Ferraro D: Euplemio Macri, Catarina Wallenstein. 111 min. Die österreichische Kommunistin Lisa Fittko führt den Philosophen Walter Benjamin über die Pyrenäen nach Spanien: Gehen, atmen, warten, dazwischen Rückblenden in die Zeit seines Pariser Exils. Das schwarzweiße Pendant zu Christian Petzolds „Transit“, ein Film über die Vertreibung der europäischen Intelligenzija mit wachem Blick auf das Heute. Urania: Sa 27.10., 13.30 + Metro: So 28.10., 21.30 (OmenglU) Ute Bock Superstar (Ö 2018) R: Houchang Allahyari. 103 min. Ein Porträt der Anfang 2018 verstorbenen Wiener Menschenrechtsaktivistin Ute Bock: Szenen aus zwei früheren Filmen über ihr Leben und ihre Arbeit ergänzt Regisseur Allahyari um Gespräche mit Verwandten und Weggefährtinnen, Geflüchteten und Aktivistinnen, die an diese ebenso mitfühlende wie eigensinnige, humorvolle wie grantelnde Frau erinnern. Stadtkino im Künstlerhaus: Do 1.11., 17.30 + Metro, Pleskow-Saal: Do 8.11., 18.00 (OmenglU) Virus Tropical (COL 2017) R: Santiago Caicedo. 96 min. In scharfkantigem Schwarzweiß gehaltene Verfilmung von Paola Gaviris autobiografischer Graphic Novel: das Erwachsenwerden einer jungen Frau und ihrer beiden älteren Schwestern, die mit ihrer Familie von Kolumbien nach Ecuador auswandern. Stadtkino im Künstlerhaus: So 4.11., 18.00 + Di 6.11., 13.00 (OmenglU) Vox Lux (USA 2018) R: Brady Corbet D: Natalie Portman, Raffey Cassidy, Jude Law. 110 min. Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ stand angeblich Pate bei diesem Drama, das mit einem HighschoolMassaker beginnt und den Aufstieg der jungen Celeste zum einsamen internationalen Popstar zum Inhalt hat. In der Hauptrolle brilliert Natalie Portman, ihr Ehemann Benjamin Millepied besorgte die
Chroreografien. Den Erzähler gibt Willem Dafoe. Gartenbau: Fr 2.11., 23.15 + Mo 5.11., 15.30 + Di 6.11., 6.30 (OF) Walden (CH 2018) R: Daniel Zimmermann. 106 min. Im Stiftswald von Admont wird eine Tanne gefällt und zu Holzleisten verarbeitet. Als Stapel gebunden wird die Fracht per Zug, Schiff und Lastwagen in den brasilianischen Urwald befördert. Das absurde Theater der Globalisierung. (Ohne Dialog) Urania: Sa 27.10., 18.30 + Sa 3.11., 13.30 Weldi / Dear Son (F/B/Tunesien 2018) R: Mohamed Ben Attia D: Mohamed Dhrif, Mouna Mejri, Zakaria Ben Ayed. 104 min. Als ihr Sohn eines Tages verschwindet, entdecken die Eltern eine von ihm hinterlassene Facebook-Nachricht: Darin schreibt er, dass er nach Syrien gehen will. Eine tunesische Elegie, von den Brüdern Dardenne koproduziert. Urania: Di 30.10., 13.30 + Filmmuseum: Do 8.11., 18.30 (OmenglU) What You Gonna Do When the World’s on Fire? (I/USA/F 2018) R: Roberto Minervini. 123 min. Im Sommer 2017 nahm die Zahl rassistisch motivierter Tötungsdelikte in den USA sprunghaft zu. Statt eines Films über die Musik der 1930er entschied sich Regisseur Minervini dafür, eine Doku über die neuen Black Panther und ihr Party for Self-Defense zu drehen. Gartenbau: Di 30.10., 20.00 + Filmmuseum: Do 1.11., 15.30 (englOF) Wildlife (USA 2018) R: Paul Dano D: Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Ed Oxenbould. 105 min. Familienleben im Montana der 1960er, inklusive Krise und Scheitern einer Ehe. Unglücklich ungelenke Adaption des Romans von Richard Ford. Gartenbau: So 4.11., 23.15 + Stadtkino im Künstlerhaus: Di 6.11., 20.30 (OF) Wild Relatives (NOR/D/Libanon 2018) R: Jumana Manna. 66 min. Tief unter der Erde im norwegischen Permafrost lagern Pflanzensamen aus der ganzen Welt als Backup für den Ernstfall. Lose verknüpft die Doku verschiedene Erzählungen und Lebenswege und öffnet Raum zum Nachdenken über Fragen zu Artenvielfalt, Resilienz, globaler Gerechtigkeit und Klimawandel. Und nicht zuletzt über menschengemachte Katastrophen und die Anstrengungen, sie zu bezwingen. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 6.11., 18.00 + Metro, Pleskow-Saal: Mi 7.11., 18.00 (OmenglU) Zimna Wojna / Cold War – Der Breitengrad der Liebe (PL/GB/F 2018) R: Pawel Pawlikowski D: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza, Jeanne Balibar. 84 min. Sie sind ein Liebespaar, dann werden der abgeklärte Dirigent Wiktor und die junge Sängerin Zula durch den Eisernen Vorhang getrennt. Sie bleibt in Polen und wird der Star eines staatlichen Tanzensembles, er haut nach Paris ab und verschwendet sein Talent an üblen Kommerz. Mit jedem kurzen Wiedersehen schwindet ihre Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft nur noch mehr. Neues, bittersüßes Meisterwerk des polnisch-britischen Regisseurs Pawlikowski („Last Resort“, „My Sommer of Love“, „Ida“). Gartenbau: Mo 29.10., 18.00 (OmU) + Urania: Mi 7.11., 19.00 (OmenglU) Zi you xing / A Family Tour (TW/HK/Singapur 2018) R: Ying Liang D: Gong Zhe, Nai An, Pete Teo. 107 min. Die chinesische Regisseurin Yang Shu, quasi Alter Ego des Filmemachers, lebt in Hongkong im Exil. Am Rande eines Filmfestivals in Taiwan kommt es zum heimlichen Treffen mit ihrer schwerkranken Mutter. Anhand der schwierigen Beziehung der zwei verhandelt die melancholischironische Charakterstudie die Frage, was es mit dem „Chinesisch-Sein“ tatsächlich auf sich hat. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 3.11., 13.00 + Urania: Mo 5.11., 18.30 (OmenglU)
Shorts Accidence (CAN 2018) R: Guy Maddin, Evan und Galen Johnson D: Adam Brooks, Jon Stebbe, William Bond. 10 min. Blick aus dem „Fenster zum Hof“: Je länger man das Geschehen in dem Wohnhaus via-à-vis beobachtet, desto befremdlicher wird dieses Wimmelbild. (Ohne Dialog) Filmmuseum: Fr 26.10., 16.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 5.11., 23.00 (OF) Ada Kaleh (D 2018) R: Helena Wittmann D: Chinook Schneider, Katja Lell. 14 min. Schauplatz dieser elaborierten Kameraübung ist eine Inselfestung (Ada Kaleh) auf der rumänischen Donau, die bis in die 1970er eine türkische Exklave war. Stadtkino im Künstlerhaus: Sa 27.10., 20.30 + Urania: Mo 29.10., 16.00 (OmenglU) animistica (Ö/D/MEX 2018) R: Nikki Schuster. 7 min. Organisches im Prozess des Verfalls: Es quietscht und knarzt und schmatzt in Großauf-
fotos: Viennale
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VIENNALE
DO, 1. 11., 20 Uhr • Party
MO, 5. 11., 21 Uhr • Live
SCHMIEDS PULS DJ-SET
HAILU MERGIA
Festivalzentrum
CAFÉ · BAR · EVENTS · DISKUSSIONEN täglich von 18 Uhr bis 4 Uhr früh KUNSTHALLE WIEN im MuseumsQuartier 1070 Wien, Museumsplatz 1 (U2, U3 Volkstheater / U2 Museumsquartier) Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen und Konzerten!
FR, 2. 11., 18–20 Uhr • Get together Im Rahmen des VIENNALE APERITIVO
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MEET AND GREET DO, 25. 10., ab 22 Uhr Viennale Eröffnungsparty
LYLIT Die Soulsängerin und Komponistin Eva Klampfer aka Lylit ist international eine der gefühlvollsten Soulund R&B-Stimmen. Live-Konzert mit Gänsehautfaktor!
Frauenpower zum Opening des Festivalzentrums: DJane und Produzentin Mina bringt den Dancefloor zum Beben. Mit dabei sind Erika Fatna und H∆NN∆.
MALEFIZ Auch dieses Jahr sorgt MALEFIZ für eine ausgelassene und schweißtreibende Party zwischen Pop und queerer Subkultur. DJs: Hertzbube & J’aime Julien
MO, 29. 10., 18.30 Uhr • Buchpräsentation
Anlässlich der diesjährigen Retrospektive hat sich DJ Eclektric auf eine musikalische BFilmexpedition begeben und begleitet den Kickoff mit seinen Songs.
ANGESCHLOSSEN UND GLEICHGESCHALTET Präsentation des Buches von Klaus Christian Vögl zur Geschichte der österreichischen Kinos 1938–45. Danach im Gespräch: Klaus Christian Vögl und Werner Michael Schwarz.
FR, 26. 10., ab 22 Uhr • Party
LADIES ON RECORDS / DJ BADRE Ein grooviger Abend im Geiste von Female Empowerment mit Schwerpunkt türkische Musik. DJ Badre liefert dazu elektronische orientalische Sounds. There will be dancing!
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JEAN-FRANÇOIS STÉVENIN IM GESPRÄCH MIT YANN DEDET
DI, 30. 10., 19 Uhr • Buchpräsentation
Ein Gespräch zwischen zwei alten Freunden, das hoffentlich Gefahr läuft, tief in die Geschichten derer einzutauchen, die im Kino leben.
WERNER SCHROETER Herausgeber Roy Grundmann und Jean-François Stévenin sprechen über Schroeters schillernde Persönlichkeit und die Zusammenarbeit mit ihm.
SA, 27. 10., ab 22 Uhr • Live / Party In Kooperation mit
FM4 CLUB: THE LYTICS / MP THE KID Die kanadische HipHop-Combo The Lytics bringt ihren FeelgoodSound nach Wien. MP The Kid eröffnet den Abend mit seinem energetischen Synthie-Pop. In Kooperation mit
SO, 28. 10., 18.30 Uhr • Gespräch Im Rahmen des VIENNALE APERITIVO
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CLAIRE DENIS IM GESPRÄCH Ein Abend, um mit einer der scharfsinnigsten Regisseurinnen des zeitgenössischen Kinos über Leidenschaft, Mut und Hartnäckigkeit zu sprechen. Dank an
Von kuratierten Playlisten bis zu ausgefeilten DJ-Sets ist hier alles möglich. Die Regisseure César Vayssié und Ricky D’Ambrose werden ordentlich einheizen.
LIL PROMISE / SOFIE / THERESE TERROR / ULRICH ROIS Ein elektronischer Schnelldurchlauf durch Genres kontemporärer Clubsounds, von Leftfield über Techno bis hin zu Acid oder Experimentellerem.
GÜMIX UND SHANTI ROOTS / DJ MAKOSSA & SUGAR B Gümix und Shanti Roots releasen ihre gemeinsame LP „Love’s Wanted“. Eine FM4 Swound Sound Recording Session mit Makossa und Sugar B live aus dem Festivalzentrum. Was will man mehr? DO, 8. 11., ab 22 Uhr Viennale Abschlussparty
JAMIE COOK (ARCTIC MONKEYS) / KLARA Gitarrist Jamie Cook der Rock-Band Arctic Monkeys sorgt mit einem eklektischen und rhythmuslastigen Set für einen fulminanten Viennale Abschluss.
DIE VIENNALE APERITIVI � 18–20 UHR Festivaldirektorin Eva Sangiorgi bringt italienisches Flair zur Viennale und lädt an ausgewählten Abenden zum Aperitivo ins Festivalzentrum: Drinks, Snacks und Gespräche in entspannter Atmosphäre. Free Viennale Drink
Free Snacks von
SO, 4. 11., 20 Uhr • Live
TOMAGA Das Multiinstrumentalisten-Duo spielt mit der Spannung zwischen Form und Improvisation. Eine experimentelle Reise von Industrial über Jazz bis Psychedelia und Minimalismus.
CALIBRO 35 Österreichpremiere für die italienische Funkband Calibro 35, die eine ihrer energiegeladenen Live-Shows liefert. Hingehen und mitreißen lassen! MI, 31. 10., ab 22 Uhr • Party
MO, 5. 11., 18.30 Uhr • Master Class
ANDRÉS / FLO REAL / ADAM BRANDIS
MARIANO LLINÁS
Dank an
Brazilian Beat oder armenischer Rock ’n’ Roll oder iranischer Surfsound? Die DJs des belgischen Radiosenders Martiko haben all das und noch viel mehr auf Lager.
SA, 3. 11., ab 22 Uhr • Party
DI, 30. 10., 21 Uhr • Live
Andrés steht mit seiner Nähe zu Soul, HipHop, House und Techno für den einzigartigen, genreverbindenden Detroit-Vibe. Support: Flo Real und Adam Brandis.
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FILMEMACHERINNEN AN DEN PLATTENTELLERN
SYNAPTIK / CHYNO / ASIFEH
Dank an
SA, 27. 10., 18.30 Uhr • Gespräch Im Rahmen des VIENNALE APERITIVO
SA, 3. 11., ab 18 Uhr • Get together Im Rahmen des VIENNALE APERITIVO
MO, 29. 10., ab 20 Uhr • Live
Synaptik (Jordanien), Chyno (Syrien) und Asifeh (Palästina) rappen mehrsprachig gegen Extremismus, Krieg und sozialpolitische Missstände.
RADIO MARTIKO
MI, 7. 11., ab 20 Uhr Live / DJ-Set / Release Party
FR, 2. 11., ab 22 Uhr • Party
FR, 26. 10., 20–22 Uhr • Get together
B-FILM KICK-OFF!
DI, 6. 11., ab 20 Uhr • Party
Einen Moment zum Innehalten während der langen und dichten Festivaltage bietet dieses Meet and Greet: Drinks und Snacks mit Viennale-Gästen bevor es wieder weitergeht…
SO, 28. 10., 20.30 Uhr • Live
MINA / ERIKA FATNA / H ∆ NN ∆
Die äthiopische Musiklegende Hailu Mergia gastiert mit seinem neuen Album im Festivalzentrum. Ein Live-Erlebnis der besonderen Art.
Sängerin und Songwriterin Mira Lu Kovacs – Frontfrau der österreichischen Band Schmieds Puls – präsentiert Lieblingslieder aus ihrer Musiksammlung.
Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur Mariano Llinás gewährt in einer Master Class Einblick in die Arbeit an seinem epochalen Werk LA FLOR. In Kooperation mit
DER STANDARD SCHENKT HAPPY HOURS MIT RAUCH EISTEE Während des Festivals erhalten Sie zwischen 18 und 21 Uhr gegen Vorweis eines Viennale-Tickets eine Flasche RAUCH Eistee Pfirsich oder Zitrone im Viennale Festivalzentrum.
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F A L T E R V i e n n a l e 1 8
nahme. Metro: Fr 26.10., 11.00 + Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 31.10., 15.30 Kurzfilmprogramm 1 (E/P/F/B/USA 2018) R: Marín / Green / Crotty / Madansky. 78 min. Verschmitzt humorvolle Filme von Natalia Marín: „La casa de Julio Iglesias“ (E 2018), Eugène Green: „Como Fernando Pessoa salvou Portugal“ (P/F/B 2018), Benjamin Crotty: „Le Discours d’acceptation glorieux de Nicolas Chauvin“ (F 2018), Cynthia Madansky: „Willie and Brewsie“ (USA 2018). Urania: Fr 26.10., 16.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 2 (Ö/CH/F 2017/18) R: Schreiber / Straub / Nehm. 62 min. Lotte Schreiber besucht in „Sabaudia“ (Ö 2018) eine von Mussolinis zahlreichen Modellstädten. Jean-Marie Straub lässt in „Gens du lac“ (CH 2018) die Résistance-Episode aus einem Roman der Schweizer Schriftstellerin Janine Massard lesen. Daniel Nehm beobachtet in „Mues“ (F 2017) die Gentrifizierung von Pantin, jenem Viertel der Pariser Banlieue, in dem er selbst früher gelebt hat. Stadtkino im Künstlerhaus: So 28.10., 15.30 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 3 (ARG/Ö/D/USA/CAN/ China 2017/18). 73 min. Arbeiten von Nazli Dincel: „Between Relating and Use“ (ARG/USA 2018), Alan Segal: „Key, Washer, Coin“ (ARG/USA 2018), Hu Bo: „Jing li de ren“ (China 2017), Gudrun Krebitz: „The Magical Dimension“ (Ö/D 2018), Sky Hopinka: „Fainting Spells“ (USA 2018), Sofia Bohdanowicz und Melanie Scheiner: „The Soft Space“ (CAN 2018), Albert Sackl: „steifheit 1–3 / 7“ (Ö 2018). Metro: Mo 29.10., 16.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 4 (P/F/ARG/Ö 2018) R: Estrela / Mandico / Czemerinski. 72 min. Filme von Helena Estrela: „Bela Mandil“ (P 2018), Bertrand Mandico: „Ultra Pulpe“ (F 2018) und Vera Czemerinski: „Carta 31, Viena“ (ARG/Ö 2018), ein Gruß aus Wien an eine Freundin in Buenos Aires (Kamera: Robert Newald). Metro, Pleskow-Saal: So 4.11., 18.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 5 (GB/F/Ö/USA/SWE/CAN 2018) R: Rivers / Gröller / Sachs / Stratman. 61 min. Avantgarde-Programm mit Filmen von Ben Rivers: „Trees Down Here“ (GB 2018), Friedl vom Gröller: „Paris Episoden“ (F/Ö 2018), Lynne Sachs: „Carolee, Barbara and Gunvor“ (USA/SWE 2018), Deborah Stratman: „Optimism“ (CAN/USA 2018). Metro: Mo 5.11., 21.00 (englOF) Kurzfilmprogramm 6 (DK/D/Ö/USA 2018) R: Emigholz / Dabernig / Angerame. 69 min. Heinz Emigholz erkundet „Zwei Basiliken“, den gotischen Dom von Orvieto und die Grundtvigskirche in Kopenhagen. Josef Dabernig widmet sich in „Gertrud & Tiederich“ dem als Kunstraum fungierenden Schloss Buchberg. Dominic Angerame schafft mit „Revelations“ eine moderne Sinfonie der Großstadt. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 7.11., 18.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 7 (IRAN/CAN/BRA/F/COL 2018) R: Anoushahpour / Ferko / Vaz / Millán. 72 min. Den geheimnisvollen Spuren der Vergangenheit folgt „Chooka“ (R: Ryan Ferko, Parastoo und Faraz Anoushahpour)) am Beispiel einer Papierfabrik, die Kanadier im vorrevolutionären Iran in den 1970ern errichten. Licht ins Reich der Biodiversitätsforschung und Höhlenmalerei bringt „Look Closely at the Mountains“ (R: Ana Vaz). Bizarr die Begehung einer Villa in „El laberinto“ (R: Laura Huertas Millán), die sich ein Drogenbaron nach dem Vorbild des Denver Clans im kolumbianischen Dschungel nachbauen ließ. Metro: Do 8.11., 16.00 (OmenglU) Light Matter (Ö 2018) R: Virgil Widrich. 5 min. Nix für Epileptiker: Es blitzt hell-dunkel, wird zum Stakkato, das psychedelische Farbeindrücke hervorruft. Metro, Pleskow-Saal: Mo 29.10., 18.00 + Metro: Di 6.11., 21.30 Viennale-Trailer 2018: The Boy Who Chose the Earth (PH/Ö 2018) R: Lav Diaz. 2 min. Ein kleiner Bub, auf sich allein gestellt, liest „Moby-Dick“. Blitz und Donner folgen, sintflutartige Überschwemmungen. Eine schwarzweiße Verrätselung. Gartenbau: Do 25.10., 23.00, 19.30 Water and Clearing (Ö 2018) R: Siegried A. Fruhauf. 6 min. Wasser, ein Trog, ein Feld. Auffüllung und Entleerung. Dann beginnt die Filmarbeit. Einzelbildschnitt, Sounddesign, Schwarzweiß-Farb-Wechsel. Der neue Fruhauf. Metro, Pleskow-Saal: Mo 29.10., 18.00 + Metro: Di 6.11., 21.30
Surviving Images Das alte Gesetz (D 1923) R: E. A. Dupont D: Ernst Deutsch, Henny Porten, Ruth Weyher, Hermann Vallentin. 137 min. Gegen den Widerstand des Vaters, eines Rabbiners, verlässt Baruch das Ghetto, um Schauspieler zu werden und schließlich sogar am Burgtheater zu triumphieren. Ein Fundstück, glanzvoll besetzt und inszeniert von einem der
Großen des deutschen Stummfilms, E.A. Dupont. (Livemusik: Pollack & Kranabetter) Metro: Do 1.11., 16.45 Die gekreuzigt werden (Ö 1919) R: Georg Kundert D: Karl Ehmann, Grit Haid, Robert Valberg. 28 min. Aufwendig restauriertes Fragment: die wechselvolle Geschichte eines gewissen Ariel, der mit seiner Familie bricht, um statt des Talmuds das Leben zu studieren. Metro: Fr 26.10., 19.00 (OmenglU) Elsker hverandre / Die Gezeichneten (D 1921) R: Carl Theodor Dreyer D: Adele Reuter Eichberg, Vladimir Gajdarov, Sylvia Torff, Richard Boleslawski, Hugo Döblin. 105 min. Jahrzehntelang verschollen, ist „Die Gezeichneten“ das wohl unbekannteste Werk Dreyers. 1921 in und um Berlin gedreht, imaginiert der Film das zaristische Russland am Vorabend der Revolution. (Livemusik: zsamm) Metro: Mo 29.10., 18.45 (OmenglU) Familientag im Hause Prellstein / Café Abeles (D 1927) R: Hans Steinhoff D: Szöke Szakall, Erika Gläßner, Siegfried Arno, Fritz Spira, Paul Morgan, Ilka Grüning, Ludwig Stössel. 70 min. Sami Bambus (Szakall) täuscht Selbstmord vor – um seine Spielschulden zu begleichen und sich zudem an seiner eifersüchtigen Ehefrau (Gläßner) und deren Cousin/Liebhaber Prellstein (Arno) zu rächen. Dabei wird die ganze Mischpoche in den Streit um seine Erbschaft verwickelt, die in Wahrheit freilich nur aus Schulden besteht. (Livemusik: Gischt) Metro: Di 6.11., 16.30 Der Fluch (Ö 1925) R: Robert Land D: Oskar Beregi, Lilian Harvey, Anny Hornik, Reinhold Häussermann, Hans Thimig. 71 min. „Der Fluch“, eine Geschichte im polnisch-jüdischen Milieu, erzählt von einem verfluchten Mann, der erst nach mehreren schicksalhaften Wendungen diesem Bann entfliehen kann. Lilian Harveys Leinwanddebüt, am Buch schrieb Walter Reisch mit. (Livemusik: Katharina Ernst) Metro: Mo 5.11., 16.30 Der Golem, wie er in die Welt kam (D 1920) R: Paul Wegener, Carl Boese D: Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, Ernst Deutsch. 72 min. Leise antisemitelnder Klassiker, entstanden zur Blütezeit des deutschen Expressionismus: Die Geschichte des sagenumwobenen Rabbi Loew, der im 16. Jahrhundert einer Lehmstatue eigenes Leben eingehaucht hat. (Livemusik: Muscle Tomcat Machine) Metro: Sa 27.10., 16.00 Jiskor / Gedenket ... Lebendig begraben (Ö 1924) R: Sidney M. Goldin D: Maurice Schwartz, Oskar Beregi, Dagny Servaes, Carl Goetz. 100 min. Alljährlich versammelt die Gemeinde einer polnischen Ortschaft sich am Grab eines Juden, der einst den Tod eines Märtyrers starb, und der Rabbi erzählt die Geschichte des tapferen und hochgesinnten Leibke. Prominent besetztes jiddisches Kino, gedreht im Wien der Zwischenkriegszeit. (Livemusik: Mother drum) Metro: Sa 3.11., 18.30 Der Kaufmann von Venedig (D 1923) R: Peter Paul Felner D: Hans Brausewetter, Werner Krauß, Henny Porten, Albert Steinrück. 87 min. Eine mit Starbesetzung zum Teil an Originalschauplätzen in Venedig realisierte Filmversion von Shakespeares Drama um den Geldverleiher Shylock, der sich einem Schuldner gegenüber für die Unterdrückung durch die Christen zu rächen sucht. (Livemusik: Canned Fit) Metro: Fr 2.11., 19.00 (OmenglU) Nathan der Weise (D 1922) R: Manfred Noa D: Werner Krauß, Carl de Vogt, Fritz Greiner, Lia Eibenschütz, Max Schreck. 123 min. „Lessings Schauspiel ‚Nathan der Weise‘ war einst eine revolutionäre Tat, ist dann aber im Laufe von einundeinhalb Jahrhunderten für unseren Geschmack völlig erkaltet und erstarrt“, befand der Kritiker Oskar Kalbus anno 1935. „Der Regisseur Manfred Noa hat für die Menschen der Nachkriegszeit mit dem Film ‚Nathan der Weise‘ den Staub von der Dichtung fortblasen wollen und den alten Lessing ‚filmisiert‘ (...) Die Nationalsozialisten von 1923 pfiffen den typisch jüdisch gefärbten Film aus.“ (Livemusik: Moritz Nahold) Metro: Di 30.10., 17.00 Opfer des Hasses (Ö 1923) R: Hanns Marschall D: Julius Szöreghy, Midy Astori, Fred Louis Lerch, E.W. Emo. 47 min. Untertitel: „Die Tragödie eines russischen Fabrikanten“. Nachdem mehrere Angehörige aus der Familie des bei der Revolution enteigneten Fabrikherrn Goldschmidt einem Pogrom zum Opfer gefallen sind, flüchtet dieser mit zwei Enkelkindern nach Wien. Das jüdische Hilfswerk – Auftraggeber des Films – bringt die Emigranten im Waisenhaus von Baden unter, wo Goldschmidt einem Besucher seine Geschichte erzählt. (Livemusik: Inou Ki Endo) Metro: Fr 26.10., 19.00 Ost und West / Mazel Tow (Ö 1923) R: Sidney M. Goldin D: Ivan Abramson, Maly Picon, Jakob Kalich, Eugen Neufeld. 91 min. Amerikanisch akkulturierter
Fabrikeigentümer Brown – vormals Brauner – kehrt zusammen mit Tochter Molly zur Hochzeit seiner Nichte in die alte Heimat zurück, nach Wien. (Livemusik: kmet) Metro: Mi 31.10., 16.45 Die Stadt ohne Juden (Ö 1924) R: Hans Karl Breslauer D: Johannes Riemann, Anny Milety, Eugen Neufeld, Hans Moser, Gisela Werbezirk, Armin Berg. 87 min. Filmadaption des Romans von Hugo Bettauer, der sich (heute so aktuell wie damals) mit dem grassierenden Antisemitismus in Österreich nach dem Großen Kriege auseinandersetzt. Hans Moser in einem seiner ersten Filmparts tritt als versoffener wie antisemitischer Abgeordneter auf. (Livemusik: Haskii & Jung an Tagen) Metro: Do 8.11., 19.00 Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (Ö 1921) R: Otto Kreisler D: Ernest Bath, Rudolph Schildkraut, Joseph Schildkraut, Else Osterheim, Ludwig Donath. 123 min. Ein Lebensbild des Schriftstellers, Juristen und Begründers des politischen Zionismus, Theodor Herzl (1860–1904), versetzt mit Szenen aus der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes. Unter den Hauptdarstellern Vater und Sohn Schildkraut, die später beide nach Amerika emigrierten. (Livemusik: Rupert Huber) Metro: So 28.10., 19.00
In Focus: Jean-François Stévenin Double Messieurs (F 1986) R: Jean-François Stévenin D: Yves Afonso, Carole Bouquet, JeanFrançois Stévenin. 1986 min. François und Léo, zwei ehemalige Schulkollegen, sehen sich nach langer Zeit wieder und fahren nach Grenoble, um einen Freund zu besuchen. Statt seiner treffen sie auf eine junge Frau, mit der sie den Schauplatz ihrer Jugendstreiche aufsuchen. Metro: Sa 27.10., 11.00 + Metro, Pleskow-Saal: Di 6.11., 18.00 (OmenglU) Jeunesse (F/P 2016) R: Julien Samani D: Kévin Azais, Samir Guesmi, Jean-François Stévenin. 80 min. Kammerspiel auf hoher See: Der alte Kapitän Firmin Paillet nimmt einen Burschen namens Zico, der im Hafen von Le Havre von einer nautischen Karriere und einem Leben voller Abenteuer träumt, an Bord seines unter panamaischer Flagge auslaufenden Kutters. Urania: Mo 29.10., 13.30 (OmenglU) Mischka (F 2002) R: Jean-François Stévenin D: JeanPaul Roussillon, Jean-François Stévenin, Rona Hartner. 117 min. Mischka wird von seiner Familie an einem Autobahnparkplatz ausgesetzt. Der alte Herr wird ins Hospiz verfrachtet. Dort lernt er Gégène kennen, eine Krankenpflegerin, und wenig später ein paar jugendliche Ausreißer. Zu einem Zeitpunkt, an dem er sein Leben friedlich beschließen wollte, entdeckt Mischka es dank seiner neuen Familie wieder. Metro: Mo 29.10., 21.00 (OmenglU) Neige (F 1981) R: Juliet Berto, Jean-Henri Roger D: Juliet Berto, Jean-François Stévenin, Robert Liensol. 90 min. Ein ungeschönter Blick in das Viertel rund um die Place Pigalle in Paris, wo vornehmlich Spieler, Junkies, Prostituierte und Dealer verkehren. Metro: Di 30.10., 11.00 (OmenglU) La Nuit américaine (F/I 1973) R: François Truffaut D: Jaqueline Bisset, Jean-Pierre Léaud, Jean-François Stévenin, Nathalie Baye, François Truffaut. 115 min. Eine virtuose Liebeserklärung an das Filmemachen und die Wunderwelt des Kinos. Die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit verschwimmt, „behind the scenes troubles“ schreiben das Drehbuch mit: Dennoch wird nicht nur Film im Film geboten, sondern Truffaut beweist, dass Film eben auch Leben ist. Metro: Fr 26.10., 15.30 (OmU) Nuit de chien (F/D/P 2008) R: Werner Schroeter D: Pascal Greggory, Amira Casar, Sami Frey, JeanFrançois Stévenin. 120 min. Ein General kehrt zurück in eine Stadt, in der ein Bürgerkrieg tobt. Er sucht seine einstige Geliebte und findet Verzweiflung, Gewalt und Tod. Schroeters prominent besetztes Endspiel beginnt verhalten, fast idyllisch, und steigert sich konsequent in einen theatralischen, gleichermaßen bunten wie anrührenden Fatalismus. Filmmuseum: Di 30.10., 16.00 (OmenglU) Passe montagne (F 1978) R: Jean-François Stévenin D: Jean-François Stévenin, André Riva, Texandre Barberat, Yves Lemoigne. 113 min. Die Räume der Männer, in die keine Frau vordringt, die Mathematikbücher, die Landkarten, die Pläne, die Romanmanuskripte. Man sieht vor allem die Unternehmungen der Männer, die Verschwörung, die sich bei Tag, aber auch nachts, zusammenbraut, wie man sie im Kino selten gesehen hat. Und dann die Frauen, durch die Augen der Männer betrachtet. Filmmuseum: Sa 27.10., 16.00 + Metro: So 28.10., 13.30 (OmenglU)
Special: Visual Justice Programm 1 91 min. Vier Studien, die ihre eigene Logik oder Logistik im Krieg der Bilder erfinden: „Introduction to the End of an Argument: Speaking for Oneself / Speaking for Others“ (Libanon 1990, R: Jayce Salloum und Elia Suleimann), „Fade to Black“ (USA 1990, R: Tony Cokes), „Chic Point. Fashion Show for Israeli Checkpoints“ (IL 2003, R: Sharif Waked) und „Les Cisaux“ (Marokko 2003, R: Mounir Fatmi). Metro: Fr 26.10., 13.30 (OmenglU) Programm 2 81 min. Vier Erkundungen von Bildern, die sich mit liberalen, progressistischen oder puritanischen Ideen in den USA beschäftigen: „Capitalism: Slavery“ und „Capitalism: Child Labor“ (USA 2006, R: Ken Jacobs), „The End of the World Begins With One Lie“ (USA 2011, R: Lech Kowalski), „Killed“ (USA 2009, R: William E. Jones). Metro: Sa 27.10., 13.30 (englOF) Programm 3 86 min. Dreimal Bilder des Kampfes und Überlebens im öffentlichen Raum: „Los (De) pendientes“ von Sebastian Wiedemann (BRA 2015), „One Dollar a Day“ von Jocelyn Saab (Libanon 2016) und „Film catastrophe“ von Paul Grivas (F 2018), der – in Anspielung an Godards „Film Socialisme“ – die Katastrophe der Costa Concordia zum Ausgangspunkt für einen erneuten Besuch der Filmfabrik macht. Metro, Pleskow-Saal: Di 30.10., 20.30 + Filmmuseum: Mi 31.10., 18.30 (OmenglU) Programm 4 – The Silent Majority Speaks (Iran 2009–2014) R: Bani Khoshnoudi. 94 min. Dieses während der grünen Bewegung 2009 in Teheran gefilmte Fresko dokumentiert, wie ein Volk sich gegen die Diktatur erhebt, und lässt ein ganzes Jahrhundert an blutig unterdrückten Unruhen und Aufständen Revue passieren. Metro: Do 1.11., 11.00 + Metro, Pleskow-Saal: Fr 2.11., 20.30 (OmenglU) Programm 5 90 min. Drei polemische Betrachtungen der Rolle von Bildern und Tönen in der Geschichte des Imperialismus: „Yaa Bôé“ (F 1975, R: Dominique Avron und Jean-Bernard Brunet), „Déjà le sang de Mai ensemencait Novembre“ (Algerien 1982, R: René Vautier) und „Rubber Coated Steel“ (D/Libanon 2016, R: Lawrence Abu Hamdan). Metro: Fr 2.11., 11.00 (OmenglU) Programm 6 (F/B/SLO 2001/2017) R: Raoul Peck / Nikita Autor. 90 min. Raoul Pecks „Le Profit & Nothing But! Or Impolite Thoughts on the Class Struggle“ (F/B 2001) reflektiert anhand von Port-àPiment, einem Fischerdorf auf Haiti, dessen einzige Perspektiven der Bankrott und gesellschaftliche Zerfall sind, wie Reich und Arm miteinander umgehen – und darüber, wie es heute um Solidarität und New Economy, um das soziale Gefälle und das kollektive Gedächtnis bestellt ist. Nika Autors „Newsreel 63 – The Train of Shadows“ (SLO 2017) zieht die gesamte Filmgeschichte heran, um zwei Aufnahmen zu deuten und zu würdigen, die zwei Wirtschaftsmigranten auf ihrer Flucht unter einem Eisenbahnwaggon gemacht haben. Metro: So 4.11., 17.00 (OmenglU) Programm 7 – Rom (GR 1989) R: Menelaos Karamaghiolis. 75 min. 1979 erkennen die Vereinten Nationen alle Zigeuner unter dem Namen „Rom“ an und teilen der „Union des Rom“ eine Beraterrolle zu. Der Film von Karamaghiolis beschreibt das Leben jenes Volks in Europa und insbesondere in Griechenland: Vier Erzähler liefern fragmentarische Berichte über Besonderheiten und Widersprüche aus dem Leben der Rom – was 1989 bei der Ausstrahlung im griechischen Fernsehen die Zensur auf den Plan rief. Metro: Mo 5.11., 18.30 (OmenglU)
In Focus: Jorge Acha
Habeas Corpus (ARG 1986) R: Jorge Acha D: Jorge Díez, Luis Nieto, Óscar Bernales. 59 min. Ein assoziatives Filmgeflecht: vier Tage aus dem Leben und von den Folterungen eines politischen Gefangenen. Indessen berichtet das Radio vom Besuch des polnischen Papstes in Argentinien bei Diktator Videla. Stadtkino im Künstlerhaus: Mo 29.10., 18.00 (OmenglU) Mburucuyá, cuadros de la naturaleza (ARG 1996) R: Jorge Acha D: Jorge Díez, Patrick Liotta, Ariel Kupfer. 95 min. Der Universalgelehrte Alexander Humboldt und der Botaniker Aimée Bonpland brachen 1799 zum Orinoco-Delta auf. Achas letzter Film erzählt die Forschungsexpedition als surreale Dschungeloper. Metro: Mo 29.10., 11.00 (englOF) Standard (ARG 1989) R: Jorge Acha D: Libertad Leblanc, Jorge Díez, Miguel Oliveira. 81 min. Nach seinem Tod 1974 soll Peron mit anderen mythischen Figuren der argentinischen Geschichte in eine Art
V i e n n a l e 1 8 F A L T E R Mausoleum des Vaterlandes eingehen. Jorge Acha nimmt das zum Anlass für eine karnevaleske Farce. (Ohne Dialog) Metro, Pleskow-Saal: Mo 29.10., 20.30 + Urania: So 4.11., 16.00 Thálassa. Un autorretrato de Jorge Acha (ARG 2017) R: Gustavo Bernstein, Carlos Oscar García, Alfredo Slavutzky. 84 min. Der Titel beschwört den Urgeist des Meeres. Ein ausführliches Interview mit Jorge Acha (1946–1996) vor einer gemalten Seelandschaft ist das Herzstück dieses posthumen „Selbstporträts“ des argentinischen Filmemachers, der außerhalb seines Heimatlandes weithin unbekannt blieb. Metro, Pleskow-Saal: Do 1.11., 18.00 (OmenglU)
In Focus: Roberto Minervini Low Tide (USA/B/I 2012) R: Roberto Minervini. 92 min. Aus dem Alltag eines Zwölfjährigen, der mit seiner Mutter in der Einöde rund um Houston lebt. Sie ist Pflegerin im Krankenhaus. Er besorgt den Haushalt, verbringt viel Zeit damit, über die Diskrepanzen zwischen sozialen Normen und Naturgesetzen zu reflektieren, und ist meistens ganz für sich allein. Metro, Pleskow-Saal: Mi 31.10., 18.00 + Filmmuseum: So 4.11., 16.00 (OF) The Other Side (F/I 2015) R: Roberto Minervini. 92 min. Bericht aus der „Dritten Welt“: Bawcomville, ein Viertel von West Monroe im Norden von Louisiana, zählt mit seiner Arbeitslosenrate von 60 Prozent und einem überdurchschnittlich hohen Drogenkonsum zu den ärmsten Gegenden der Vereinigten Staaten. Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 31.10., 20.30 + Filmmuseum: Fr 2.11., 16.00 (englOF) The Passage (USA/B/I 2011) R: Roberto Minervin. 89 min. Buchstäblich um Leben und Tod geht es in diesem Roadmovie: um die Mexikanerin Ana mit Krebs im Endstadium, um den sozialen Tod des entlassenen Sträflings Jack und um Harold, der sich nach dem Verlust einer großen Liebe als Künstler versucht. Filmmuseum: Mo 5.11., 16.00 (OF) Stop the Pounding Heart (USA/B/I 2013) R: Roberto Minervini. 100 min. Sara ist 14, die älteste Tochter einer bibelfesten Großfamilie und wächst auf einer Ziegenfarm in Texas auf. Nicht weit davon entfernt treffen sich die Cowboys aus der Nachbarschaft zu Rodeos. Colby, ein junger Rodeoreiter, übt eine ungekannte Anziehung auf Sara aus. Stadtkino im Künstlerhaus: Do 1.11., 23.00 + Filmmuseum: Sa 3.11., 16.00 (OF)
fotos: Sammlung Österreichisches Filmmuseum
In Focus: Gürcan Keltek Fazlamesai / Overtime (NL/TR 2012) R: Gürcan Keltek. 20 min. Stilistisch eigensinniger Blick in die Welt der türkisch-kurdischen Arbeiter, die auch im boomenden Istanbul bleiben, was sie immer schon waren: Underdogs. Urania: Mi 31.10., 16.00 + Metro: Do 1.11., 13.30 (OmenglU) Gulyabani (NL/TR 2018) R: Gürcan Keltek. 35 min. Gulyabani ist ein Ghul, eine Außenseiterin. Fethiye Sessiz, eine Hellseherin aus Izmir, beschwört den ruhelosen Geist, um von traumatischen Kindheitserlebnissen in einer der brutalsten Epochen der türkischen Geschichte zu erzählen. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 20.30 + Urania: Do 1.11., 18.30 (OmenglU) Koloni / Colony (NL/TR 2015) R: Gürcan Keltek. 52 min. Ein Komitee für Vermisste führt auf Zypern seit 2007 Ausgrabungen durch. Man hofft, die sterblichen Überreste griechischer und türkischer Zyprioten, die 1963/64 respektive 1974 ums Leben kamen, an die Hinterbliebenen übergeben zu können. Dokumentarischer Versuch, das Trauma der Insel zu bannen. Stadtkino im Künstlerhaus: Di 30.10., 20.30 + Urania: Do 1.11., 18.30 (OmenglU) Meteorlar / Meteors (NL/TR 2017) R: Gürcan Keltek D: Ebru Ojen. 81 min. Dokumentarfilm und politischer Kommentar, das Irdisches und der Kosmos, ein Film über die Erinnerung und das Verschwinden: eine Parabel auf die Wirklichkeit der Türkei und den latenten Bürgerkrieg mit der kurdischen Minderheit. Urania: Mi 31.10., 16.00 + Metro: Do 1.11., 13.30 (OmenglU)
News from the Archive 11 x 14 (USA 1976) R: James Benning. 82 min. Ein Mosaik aus ungeschnittenen Einzeleinstellungen, von denen jegliche eine Art von pointiertem TonBild-Spiel oder Paradoxon bietet. Zugleich ist „11 x 4“ eine versteckte Erzählung mit einem abstrakten Suchspiel und eine brüchige, malerische Studie der
Landschaft des Mittleren Westens. Meisterwerk des US-Avantgardefilms der 1970er. (Ohne Dialog) Filmmuseum: Sa 27.10., 18.30 A ilha dos amores / The Island of Love (P/J 1982) R: Paulo Rocha D: Luís Miguel Cintra, Clara Joana, Zita Duarte, Paulo Rocha. 169 min. Stationen aus dem Leben des Dichters und Reisejournalisten Wenceslau de Moraes (1854–1929), eines der letzten großen Schriftsteller Portugals, der die Kulturen des Abendlandes und des Fernen Ostens auf sich vereinigte. (DCP) Metro: Sa 3.11., 21.00 (OmenglU) Hyènes (Senegal 1992) R: Djibril Diop Mambéty D: Mansour Diouf, Ami Diakhate, Djibril Diop Mambéty. 110 min. Packende afrikanische Version des „Besuchs der alten Dame“, der Regieanweisung Dürrenmatts folgend als Volksstück in Szene gesetzt – mit Laiendarstellern, ohne dekorative Elemente. (DCP) Stadtkino im Künstlerhaus: Mi 7.11., 13.00 (OmenglU) O Panama (USA 1985) R: James Benning, Burt Barr D: Willem Dafoe. 28 min. Gedreht nach drei Kurzgeschichten von Burt Barr gleicht dieser Film einem vertonten Fotoroman. Willem Dafoe wälzt sich schlaflos im Bett, stolpert in fiebrigen Delirien und Albträumen durch Wohnung und Realwelt, durch fantastische Landschaften mit Zebras und Wasserfällen. (DCP) Filmmuseum: So 28.10., 16.00 + Sa 27.10., 18.30 Suspiria (I 1977) R: Dario Argento D: Jessica Harper, Stefania Casini, Alida Valli, Joan Bennett, Udo Kier. 97 min. Vom Plot nichts Neues: rätselhafte Frauenmorde in einem Haus, das im 19. Jahrhundert einer Schwarzmagierin gehörte. Gut ausgetüfteltes, elegant bis blutrünstiges Horror-Panoptikum mit großer Besetzung, in dem nichts sicher ist: außer, dass es kein Entrinnen gibt. (DCP) Stadtkino im Künstlerhaus: Do 8.11., 21.00 (englOF) Tahia ya Didou (Algerien 1971) R: Mohamed Zinet D: Georges Arnaud, Himmoud Brahimi, André Moreau. 81 min. Von der Stadt in Auftrag gegeben, schuf Zinet ein experimentierfreudiges Kaleidoskop aus Poesie, Witz und genauer Beobachtung: eine Liebeserklärung an Algier, in der er auch die Wunden des erst wenige Jahre zurückliegenden Befreiungskriegs zeigt. (DCP) Metro: So 28.10., 11.00 (OmenglU) Voskhozhdeniye / The Ascent (UdSSR 1976) R: Larisa Shepitko D: Boris Plotnikov, Vladimir Gostyukhin, Sergey Yakovlevova. 110 min. Eine moderne Passionsgeschichte um zwei Partisanen, die im Winter 1942 auf der Suche nach Proviant in einem Dorf festgenommen werden. Für ihren BerlinaleGewinner „Der Aufstieg“ hat sich Shepitko eine Erzählung von Vasil Bykau ausgesucht – des so erbarmungslosen wie präzisen Chronisten der Gräuel an der „Ostfront“. (DCP) Gartenbau: Mo 29.10., 13.00 (OmenglU)
Special: Analog Pleasure Circus World (USA 1964) R: Henry Hathaway D: John Wayne, Rita Hayworth, Claudia Cardinale, Lloyd Nolan, Richard Conte. 135 min. 70-mm-Spektakel aus dem Zirkusmilieu: Direktor Matt Masters (Wayne) ist auf der Suche nach seiner ehemaligen Liebsten, der vor Jahren aus dem Rampenlicht verschwundenen Artistin Lilli (Hayworth). Gartenbau: Mi 31.10., 12.30 (OF) Filme der Anarchistischen GummiZelle (BRD 1981–1988) R: Uli Sappok, Otto Müller, Bertram Jesdinsky, Stefan Ettlinger. 63 min. Als ultimatives Analog-Vergnügen in Super-8 können die Filmarbeiten der Künstlergruppe Anarchistische GummiZelle gelten, die, 1980 in Düsseldorf gegründet, bis in die 1990er aktiv war. Spielzeugpanzer, eine Deutschlandreise, in der Schrauben gezählt werden können und ja, Anarchie. Nee, das ist nicht Punk – den 1980ern ging es um einen Post-PunkKontrapunkt zur innenpolitischen Eiszeit. Und um pfiffige Haarschnitte. Die Filme sind die reine Freude, einfach ein Fest! (Katja Wiederspahn) Metro, Pleskow-Saal: Do 1.11., 20.30 + Sa 3.11., 18.00 In the Year of the Pig (USA 1968) R: Emile de Antonio. 101 min. Ein moderner Klassiker in Sachen filmischer Intervention. Als großer Essay, der weit in die Vorgeschichte des eskalierenden Vietnamkriegs zurückgreift, angelegt, geht „In the Year of the Pig“ auf offenen Konfrontationskurs mit der US-Regierung und den westlichen Medien: Sein Held ist Ho Chi Minh, der, wie es im Film einmal heißt, „George Washington von Vietnam“. Metro: So 28.10., 16.00 (OF) Sanrizuka: Heta buraku / Narita: Heta Village (J 1973) R: Ogawa Shinsuke. 146 min. Ogawa hat sieben Jahre lang in Narita gelebt. Zusammen
mit Filmstudierenden hat er gegen die Umsiedelung der Bauern und Bäuerinnen von Sanrizuka gekämpft, wobei fünf kollektiv gefertigte 16-mmArbeiten entstanden sind. Filmmuseum: Di 6.11., 15.30 (OmenglU)
Retrospektive: The B-Film Among the Living (USA 1941) R: Stuart Heisler D: Albert Dekker, Susan Hayward, Harry Carey, Frances Farmer. 67 min. Tief schattiger Southern Gothic noir, in dessen Mittelpunkt ein irrsinniger Mörder und sein erfolgreicher Zwillingsbruder stehen. Co-Autor Lester Cole, ein brillanter Linker, wurde später Opfer der Blacklist. Filmmuseum: Do 8.11., 11.30 + Sa 17.11., 20.30 (OF) Armored Car Robbery (USA 1950) R: Richard Fleischer D: Charles McGraw, Adele Jergens, William Talman, Steve Brodie. 67 min. Ein brutaler Überfall auf einen Geldtransport, von Regisseur Fleischer an authentischen Schauplätzen rund um Los Angeles mit sicherer Hand in Szene gesetzt. Rarität. Filmmuseum: Mo 5.11., 11.30+ Mi 28.11., 20.30 (OF) Babes on Swing Street (USA 1944) R: Edward C. Lilley D: Ann Blyth, Peggy Ryan, Andy Devine. 69 min. „Zu den Höhepunkten dieses B-Musicals gehört die Eröffnungsszene, in der eine Tänzerin einen Kunden im neben der Musikschule gelegenen Friseurgeschäft ihres Vaters zu Stepptanz-Rhythmen rasiert. Mit seinen College-Sweatern, trendigen Tanzszenen und Jive-Talk-Dialogen bietet diese Rarität Einblicke in die US-Jugendkultur während des Kriegs.“ (Haden Guest) Filmmuseum: Mi 7.11., 18.30 + Do 29.11., 18.30 (OF) Bewitched (USA 1945) R: Arch Oboler D: Phyllis Thaxter, Edmund Gwenn, Addison Richards. 65 min. Eine junge Frau wird von einer rätselhaften Stimme dazu verleitet, eine mordbereite neue Identität anzunehmen. Regisseur Oboler kam vom Radio, toll an seinem Hollywooddebüt sind das schwermütige Score von Bronislau Kaper und die mit verbitterter Eloquenz von Audrey Totter gesprochene innere Stimme. Filmmuseum: Mo 29.10., 11.30 + So 2.12., 21.00 (OF) Blind Alley (USA 1939) R: Charles Vidor D: Chester Morris, Ralph Bellamy, Ann Dvorak, Rose Stradner. 68 min. Flüchtiger Killer schlupft bei einem Psychiater unter, der in sein Unterbewusstsein leuchtet (und wunderschöne Traumsequenzen auf die Leinwand projiziert); Heilung gesichert. Ein Höhepunkt der Noir-Freud-Verfilmungen, gedreht vom Ungarn Vidor, von dem man heute maximal noch Gilda“ kennt. Filmmuseum: Do 8.11., 11.30 + Sa 17.11., 20.30 (OF) Captive Wild Woman (USA 1943) R: Edward Dmytryk D: John Carradine, Evelyn Ankers, Milburn Stone. 60 min. Endokrinologe Carradine stiehlt einen Gorilla aus dem Zirkus und führt obskure Experimente an ihm durch, um den Primaten in eine attraktive Frau zu verwandeln. Wild indeed! Filmmuseum: Di 6.11., 18.30 + So 2.12., 18.30 (OF) The Crime of Dr. Crespi (USA 1935) R: John H. Auer D: Erich von Stroheim, Dwight Frye, Paul Guilfoyle. 63 min. Low-Budget-Stünderl mit Stroheim als wahnsinnigem Doktor, der sich für seinen Nebenbuhler eine gar grausame Folterkur ausdenkt. Not to be missed. Filmmuseum: Di 30.10., 18.30 + Do 15.11., 18.30 (OF) Crime Wave (USA 1954) R: André de Toth D: Sterling Hayden, Gene Nelson, Phyllis Kirk, Charles Bronson, Timothy Carey. 74 min. Ex-Häftling wird von zwei ehemaligen „Kollegen“ gezwungen, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, um seine Frau und Familie zu schützen. Ein harter, aber aufrichtiger Cop (Hayden) schlägt sich auf seine Seite. Hochspannung mit formidabler Besetzung. Filmmuseum: Sa 27.10., 11.30 + So 11.11., 21.30 (OF) Daughter of Shanghai (USA 1937) R: Robert Florey D: Anna May Wong, Charles Bickford, Buster Crabbe, J. Carrol Naish. 63 min. Ein Schmugglerring, der chinesische Immigranten schikaniert, soll zerschlagen werden. Meisterregisseur Florey, risikofreudig wie immer, besetzte Anna May Wong kühn gegen den Strich: als Racheengel. Filmmuseum: So 4.11., 21.00 + Mo 26.11., 21.00 (OF) Detour (USA 1945) R: Edgar G. Ulmer D: Tom Neal, Ann Savage, Claudia Drake. 63 min. Ein verschleiertes Film-noir-Roadmovie mit einem Protagonisten, der nicht zur Ruhe kommen kann, bevor er am Ende, fast ohne es zu wollen, seine Frau mit einem Telefonkabel erdrosselt. Der berühmteste Film des 1904 aus Olmütz gebürtigen Schnellfilmers Ulmer. Filmmuseum: Fr 26.10., 18.30 + Sa 10.11., 20.30 (OF) The Devil Bat (USA 1940) R: Jean Yarbrough D: Bela Lugosi, Suzanne Kaaren, Dave O’Brien. 69 min. Ex-
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Retrospektive Die bessere Hälfte
„The B-Film“ erzählt vom Vorzug, zweitrangig zu sein
B wie brillant: die Gangsterfilme „Gun Crazy“ und „Murder by Contract“
ie Filmgeschichtsschreibung ist parteiisch. Sie kennt andere D Hierarchien als die Studiobosse Hol-
lywoods. Wer beispielsweise könnte heute noch die Prestigefilme nennen, die den ersten Teil der Doppelvorstellungen bestritten, auf die dann „Gun Crazy“, „Murder by Contract“ oder „Ride Lonesome“ folgten? B-Pictures waren das Brot, wenn nicht gar die Butter des Studiosystems. Tatsächlich machten sie drei Viertel des Produktionsaufkommens aus, ein Schlüssel der Rentabilität, denn sie verschlangen nur einen Bruchteil des Budgets. In diesem Rahmen zu arbeiten war wahlweise Freiraum oder Ghetto, Sprungbrett oder Endstation. Die Retrospektive zeigt die erfreulichere Variante: die begrenzten Möglichkeiten als Ansporn zu Einfallsreichtum und Subversion. Edgar Ulmer konnte im zweiten Rang seiner Sehnsucht nach Hochkultur frönen. Sam Fullers „The Steel Helmet“ mag zwar in einem sichtbar künstlichen Dschungel spielen, aber es ist der erste US-Film über den Koreakrieg und zugleich eine Studie existenziellen Geworfenseins (nur der unsichtbare Feind weiß, wo sich die versprengten GIs befinden). Von Jacques Tourneur läuft eines seiner hellhörigsten Schattenspiele. Indes war das BPicture nicht an ausrangierte Dekors gebunden, sondern konnte sich urbane Realschauplätze erobern, namentlich in „Woman on the Run“, einer Schnitzeljagd durch San Francisco und die Mysterien einer Ehe. Die Filmreihe belässt es nicht bei bekannten Namen, sondern schürft tiefer. Ein nachgerade allegorisches Fundstück ist „It Happened in Hollywood“, wo eine vergnügte Party gefeiert wird – mit den Doubles der Stars. GERHARD MIDDING
Österreichisches Filmmuseum, 26.10. bis 5.12.
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F A L T E R V i e n n a l e 1 8
Dracula Lugosi wird als Chemiker eines KosmetikKonzerns um seine Anteile gebracht. Daraufhin richtet er eigens gezüchtete Riesenfledermäuse auf ein bestimmtes Rasierwasser ab, das er seinen Feinden zur Probe schickt. Echt dufte! Filmmuseum: Mi 31.10., 11.30 + Fr 16.11., 20.30 (OF) The Devil Thumbs a Ride (USA 1947) R: Felix E. Feist D: Lawrence Tierney, Ted North, Nan Leslie. 63 min. Ein junger Verkäufer nimmt einen Autostopper mit, der zuvor einen Mann getötet hat. Das Finale findet in einem leerstehenden Strandhaus statt. Eine seltene Hauptrolle für den großen Lawrence Tierney. Filmmuseum: Fr 26.10., 18.30 + Sa 10.11., 20.30 (OF) Donovan’s Brain (USA 1953) R: Felix E. Feist D: Lew Ayres, Gene Evans, Nancy Davis, Steve Brodie. 83 min. Kultfilm nach Curt Siodmaks klassischem Sci-Fi-Roman: Einem ehrgeizigen Wissenschaftler gelingt es, das Gehirn eines tödlich verunglückten Multimillionärs wiederzubeleben – doch gerät er dabei zunehmend unter dessen Einfluss und wird mit den verbrecherischen Plänen des Toten vertraut. Filmmuseum: Mo 5.11., 18.30 + Mi 28.11., 18.30 (OF) Dr. Broadway (USA 1942) R: Anthony Mann D: Macdonald Carey, Jean Philipps, J. Carrol Naish. 68 min. Anthony Manns Regiedebüt ist eine MysteryKomödie, in der Dr. Broadway zufälliger Retter für hilflose Opfer wird, die vor seiner Haustür landen. So engagiert er eine selbstmordgefährdete junge Frau als Assistentin, um die vermisste Tochter eines Ex-Gangsters aufzuspüren, den er vor langer Zeit ins Gefängnis geschickt hatte. Filmmuseum: Sa 3.11., 11.30 + Mi 21.11., 20.30 (OF) The Face Behind the Mask (USA 1941) R: Robert Florey D: Peter Lorre, Evelyn Keyes, Don Beddoe, George E. Stone. 68 min. Einer der Top Ten aller Zeiten: Peter Lorre als Emigrant, der voll Hoffnung frisch in New York City eintrifft, in einen Hotelbrand gerät und dabei schlimm entstellt wird. Er bekommt keinen Job mehr, gerät auf die schiefe Bahn und findet Liebe bei einem blinden Mädchen. 69 spannende, eindringliche Minuten, fotografiert von Franz Planer. Filmmuseum: Mi 31.10., 21.00 + So 11.11., 18.30 (OF) The Falcon and the Co-eds (USA 1943) R: William Clemens D: Tom Conway, Jean Brooks, Rita Corday. 67 min. Diesmal schlüpft „der Falke“ in die Rolle eines Versicherungsagenten, um einen Mord in einem Mädchencollege aufzuklären. Den titelgebenden Detektiv spielt Tom Conway, der Bruder von George Sanders. Filmmuseum: So 28.10., 11.30 + Mo 3.12., 20.30 (OF) The Fargo Kid (USA 1940) R: Edward Killy D: Tim Holt, Ray Whitley, Emmett Lynn. 63 min. ActionAbenteuer mit viel Gesang und komischen Einlagen: Milchgesicht Holt wird für einen berühmten Revolverhelden gehalten, die längste Zeit ohne es selbst zu überzuckern. Filmmuseum: Di 30.10., 11.30+ Do 15.11., 21.00 (OF) Five Came Back (USA 1939) R: John Farrow D: Chester Morris, Lucille Ball, Wendy Barrie, John Carradine. 75 min. Die zwölf Überlebenden eines Flugzeugabsturzes über dem Dschungel landen bei Kopfjägern auf der Speisekarte. Am packenden Drehbuch schrieben Dalton Trumbo und Nathanael West mit. Filmmuseum: Fr 26.10., 21.30 + Sa 10.11., 18.30 (OF) The Ghost Ship (USA 1943) R: Mark Robson D: Richard Dix, Russell Wade, Edith Barrett. 69 min. Legendärer, verstörender B-Horror, fotografiert von Nicholas Musuraca, einem Meister des Film noir. „Ein junger Mann wird Dritter Maat, der Kapitän (Altstar Dix) sein väterlicher Freund. Nach einer Serie verdächtiger Todesfälle lehnt sich der Jüngere auf. Ein klammer Film, inszeniert von Mark Robson mit Hang zum paradoxen Detail – der Erzähler ist ein stummer Matrose.“ (Christoph Huber) Filmmuseum: Do 1.11., 23.00 + So 18.11., 18.30 (OF) Gun Crazy (USA 1950) R: Joseph H. Lewis D: Peggy Cummins, John Dall, Berry Kroeger, Morris Carnovsky, Nedrick Young. 87 min. Not to be missed! Die prototypische Bonnie-&-Clyde-Geschichte: schwarzweiß, schießwütig, sexy (auch: „Deadly is the Female“). Eins der Meisterwerke von Joseph H. Lewis, einem Meister des B-Film noir. Filmmuseum: Do 1.11., 21.00 + So 18.11., 20.30 (OF) Heaven With a Barbed Wire Fence (USA 1939) R: Ricardo Cortez D: Jean Rogers, Raymond Walburn, Marjorie Rambeau, Glenn Ford, Richard Conte. 62 min. „In dem Roadmovie quittiert ein optimistischer Träumer seinen Job, um per Daumen und Bahn in Richtung Westen zu reisen, wo ein Stück Natur, das er gekauft hat, darauf wartet, in Farmland umgewandelt zu werden. Auf seiner pittoresken Reise trifft er verschiedenste Leute.“
(Haden Guest) Filmmuseum: So 4.11., 11.30 + Fr 23.11., 20.30 (OF) The House of Fear (USA 1939) R: Joe May D: William Gargan, Irene Hervey, Dorothy Arnold. 66 min. „Joe Mays mysteriöser Krimi ist ein Remake von Paul Lenis innovativem Stummfilm-Thriller “The Last Warning“, die Whodunit-Handlung um einen auf offener Bühne ermordeten Schauspieler angereichert mit ein paar trickreichen Wendungen: Die Leiche verschwindet, ihr Geist scheint daraufhin das Broadway-Theater heimzusuchen.“ (Haden Guest) Filmmuseum: Di 6.11., 11.30 + Di 20.11., 20.30 (OF) Island of Doomed Men (USA 1940) R: Charles Barton D: Peter Lorre, Rochelle Hudson, Robert Wilcox, Don Beddoe. 68 min. Lorres gemeinste Rolle: Der sadistische Sklavenhalter Stephen Danel lässt Häftlinge auf einer tropischen Insel im Steinbruch schuften. Als er erfährt, dass ein Agent undercover auf seine Machenschaften angesetzt wird, hängt er diesem einen Mord an und lässt ihn in seine Strafkolonie bringen. Filmmuseum: Mi 31.10., 21.00 + So 11.11., 18.30 (OF) It Happened in Hollywood (USA 1937) R: Harry Lachman D: Richard Dix, Fay Wray, Victor Kilian, Franklin Pangborn. 67 min. Ein rarer Film, der einen Blick hinter die Hollywoodkulisse erlaubt und die Geschichte eines Cowboystars erzählt, dessen Karriere mit dem Aufkommen des Tonfilms zu Ende ist, während seine ehemalige Partnerin nun als dramatische Schauspielerin reüssiert. Ein kleines B-Picture freilich, und so geben sich in einer Partyszene eben nur Lookalikes damals aktueller Stars ein Stelldichein. Filmmuseum: Di 30.10., 11.30 + Do 15.11., 21.00 (OF) Johnny Doesn’t Live Here Anymore (USA 1944) R: Joe May D: Simone Simon, James Ellison, William Terry. 74 min. „Die zu Unrecht kaum bekannte Komödie persifliert die Wohnungsnot während des Zweiten Weltkriegs, bedingt durch die Landflucht von Fabrikpersonal. Simone Simon spielt eine Arbeiterin, die bei ihrer Wohnungssuche erkennen muss, dass sie nicht die einzige Person ist, der man einen Schlüssel zu ihrer neuen Bleibe übergeben hat. Bemerkenswert ist ein Kurzauftritt von Robert Mitchum als schläfriger Soldat.“ (Haden Guest) Filmmuseum: Fr 9.11., 18.30 + Mi 5.12., 18.30 (OF) Kid Glove Killer (USA 1942) R: Fred Zinnemann D: Van Heflin, Marsha Hunt, Lee Bowman, Samuel S. Hinds. 74 min. Ein junger Polizeichemiker und seine Kollegin legen in mühsamer Kleinarbeit einem korrupten Anwalt mit politischen Ambitionen das üble Handwerk. Krimi mit komödiantischem Einschlag und extrem charmanter Besetzung, das Hollywood-Spielfilmdebüt des Wiener RegieTitanen Zinnemann. Filmmuseum: Fr 2.11., 21.00 + Mo 19.11., 18.30 (OF) The Leopard Man (USA 1943) R: Jacques Tourneur D: Dennis O’Keefe, Margo, Isabel Jewell, Abner Biberman. 66 min. In einer Kleinstadt in New Mexico ereignet sich eine Serie recht mysteriöser Todesfälle; man vermutet, dass ein entlaufener Leopard für sie verantwortlich ist. Kleiner, dichter Thriller nach Cornell Woolrichs „Black Alibi“. Filmmuseum: Mo 29.10., 21.00 + Mi 14.11., 18.30 (OF) The Man They Could Not Hang (USA 1939) R: Nick Grinde D: Boris Karloff, Lorna Gray, Robert Wilcox, Don Beddoe. 64 min. Wie viele B-Filme enthält auch dieses vergnügliche Horror-Feature deutliche Verweise auf seine eigenen Produktionsbedingungen. So weist ein Redakteur seinen Reporter an: „Machen Sie es bizarr, machen Sie es dramatisch und machen Sie es bissig!“ – Ähnliches dürfte Regisseur Nick Grinde bei Columbia zu hören bekommen haben. Filmmuseum: Di 30.10., 18.30 + Do 15.11., 18.30 (OF) The Mark of the Whistler (USA 1944) R: William Castle D: Richard Dix, Janis Carter, Porter Hall. 60 min. Richard Dix, der in sieben der acht Whistler-Filme die Hauptrolle spielte, gibt sich hier unrechtmäßig als Inhaber eines Bankkontos aus und gerät darob in arge Kalamitäten. Drehbuch von Cornell Woolrich! Filmmuseum: Mo 29.10., 11.30 + So 2.12., 21.00 (OF) Mr. Moto’s Last Warning (USA 1939) R: Norman Foster D: Peter Lorre, Ricardo Cortez, Virginia Field, John Carradine, George Sanders. 71 min. Mr. Moto, der charmante japanische Seriendetektiv, bekommt Wind von einem schurkischen Plan: Sabotageakte bei einem Flottenmanöver im Roten Meer sollen einen Weltkrieg auslösen. Filmmuseum: Fr 2.11., 11.30 + Mo 19.11., 20.30 (OF) Murder by Contract (USA 1958) R: Irving Lerner D: Vince Edwards, Phillip Pine, Caprice Toriel, Michael Granger. 81 min. Ein Berufskiller verliert die Nerven, als er zum ersten Mal eine Frau zu töten be-
kommt. „Irving Lerner machte Kamera für Robert Flaherty, arbeitete mit Fritz Lang und war Cutter bei Nicholas Ray“ (Frieda Grafe). Filmmuseum: Sa 27.10., 21.30 + Sa 17.11., 18.30 (OF) My Name Is Julia Ross (USA 1945) R: Joseph H. Lewis D: Nina Foch, May Whitty, George Macready. 64 min. Nina Foch debütiert als junge Frau, die dazu benützt wird, eine Tote zu verkörpern, um einem finsteren Plan zu dienen. Ganz außergewöhnlicher Films noir von Joseph H. Lewis, einem der unumstrittenen „Kings of the B’s“: ökonomisch, clever, spannend. Filmmuseum: Mi 7.11., 11.30 + Mi 14.11., 20.30 (OF) The Narrow Margin (USA 1952) R: Richard Fleischer D: Charles McGraw, Marie Windsor, Jacqueline White, Queenie Leonard. 71 min. „Zwei Polizisten sollen eine Gangster-Witwe auf der Zugfahrt zur entscheidenden Zeugenaussage von Chicago nach Los Angeles begleiten. Noch bevor sie den Bahnhof erreichen, wird einer der Beamten getötet – und der andere weiß: Die Verfolger sind auch an Bord. Inbegriff von B-Picture-Perfektion, das Hochspannungssujet verdichtet auf engstem Raum: ‚The Narrow Margin‘ spielt fast nur im Zug, jeder Passagier, jede Spiegelung, jeder Zwischenstopp ist eine mögliche Bedrohung.“ (Christoph Huber) Filmmuseum: Mo 5.11., 11.30 + Mi 28.11., 20.30(OF) Nine Girls (USA 1944) R: Leigh Jason D: Ann Harding, Evelyn Keyes, Jinx Falkenburg. 78 min. Ein brutaler Mord und jede Menge tatverdächtige Girls: Comedy Murder Mystery im nur scheinbar idyllischen Mädchencollege. Filmmuseum: So 28.10., 11.30 + Mo 3.12., 20.30 (OF) Outrage (USA 1950) R: Ida Lupino D: Mala Powers, Tod Andrews, Robert Clarke. 75 min. Vergewaltigung, in Folge ein Trauma und eine unerwünschte Schwangerschaft sind Themen dieses von Ida Lupino geschriebenen und inszenierten Melodrams. Kirche und Justiz schalten sich ein, aber Happy-End für Ann gibt’s dennoch keines. Filmmuseum: Do 8.11., 21.00 + Mo 3.12., 18.30(OF) Persons in Hiding (USA 1939) R: Louis King D: Lynne Overman, Patricia Morison, J. Carrol Naish. 67 min. Ein Farmmädchen, so die Kinowerbung, wird zur Frau hinter einem Killer. Selbst im US-Heartland kann jedes Herz das der Finsternis sein. FBI in Hollywood: Skript von Horace McCoy nach einem Buch von J. Edgar Hoover. Filmmuseum: So 4.11., 11.30 + Fr 23.11., 20.30 (OF) Phantom of Chinatown (USA 1941) R: Phil Rosen D: Keye Luke, Lotus Long, Grant Withers. 61 min. Der progressivste der populären asiatischen Detektivfilme: Er beginnt mit offener Kritik am ethnografischen Blick eines Expeditionsfilms, den ein Professor kurz vor seinem Tod präsentiert. Filmmuseum: So 4.11., 21.00 + Mo 26.11., 21.00 (OF) Plan 9 from Outer Space (USA 1959) R: Edward D. Wood, Jr. D: Gregory Walcott, Mona McKinnon, Tom Keene, Tor Johnson, Bela Lugosi. 80 min. Der schlechteste Film aller Zeiten? Radkappen als Ufos? Big Bela, nach den ersten zwei Drehtagen verstorben? Fremde aus dem Weltall? Auferstehung der Toten? Ein Friedhof im San Fernando Valley als Landeplatz? Dabei, man höre und staune, beruht die Geschichte des Films zur Gänze auf eidesstattlichen Aussagen von Augenzeugen! Filmmuseum: Fr 2.11., 23.00 + Mi 21.11., 18.30 (OF) Plunder Road (USA 1957) R: Hubert Cornfield D: Gene Raymond, Jeanne Cooper, Elisha Cook, Jr.. 72 min. Überfall auf einen Zug, der eine Ladung Gold nach San Francisco bringen sollte. Danach trennen sich die Wege der fünf Gangster. Ein von Chabrol-Freund Cornfield inszenierter Film noir mit europäischem Touch. Filmmuseum: Sa 27.10., 11.30 + So 11.11., 21.30 (OF) Raw Deal (USA 1948) R: Anthony Mann D: Dennis O’Keefe, Claire Trevor, Marsha Hunt, John Ireland, Raymond Burr. 79 min. „Raw Deal“ fabuliert das 20.-Jahrhundert-Märchen vom Untergang in Bildern mit Minimum an Licht und maßlosen Schattenmustern aus unzähligen Arten von Schwarz. Ein Bösewicht, der mit Feuer spielt und in diesem vergeht. Ein Kampf im Dunkeln, in dessen Chaos die Kombattanten trachten, einander auf die Geweihe ausgestopfter Tiere aufzuspießen. Anthony Mann und John Alton gehen vor und hinter der Kamera bis zum Letzten, um zu zeigen, dass gerade dies das Erste und das Herrlichste des Kinos ist. (Harry Tomicek) Filmmuseum: Fr 9.11., 20.30 + Mi 5.12., 20.30 (OF) Ride Lonesome (USA 1959) R: Budd Boetticher D: Randolph Scott, Karen Steele, Pernell Roberts, Lee Van Cleef, James Coburn. 73 min. Regisseur Boetticher: „Ein Mann sucht den Mörder seiner Frau. Auf diese Weise kann ich ziemlich subtile Beziehungen
zwischen dem Helden aufzeigen, der starrsinnig an seiner Rache hängt, und den Outlaws, die im Gegensatz dazu mit ihrer Vergangenheit brechen wollen.“ Ein Meisterwerk. Filmmuseum: Do 1.11., 11.30 + Mo 12.11., 18.30 (OF) Sh! The Octopus (USA 1937) R: William C. McGann D: Hugh Herbert, Allen Jenkins, Marcia Ralston. 60 min. Vom titelgebenden Seeungeheuer sieht man so gut wie nichts, die Handlung spielt sich vorwiegend im klaustrophobischen Setting eines einsamen Leuchtturms ab. Visionärer Trash! Filmmuseum: Mi 31.10., 11.30 + Fr 16.11., 20.30 (OF) So Dark the Night (USA 1946) R: Joseph H. Lewis D: Steven Geray, Micheline Cheirel, Egon Brecher. 71 min. Detektiv Henri Cassin (die einzige Hauptrolle des gebürtigen Ungarn Geray) verlobt sich mit der Tochter eines Gastwirts auf dem Land. Wenig später wird sie tot aufgefunden. Ein schöner Film noir mit einem Touch von Renoir. Filmmuseum: Mi 7.11., 11.30 + Mi 14.11., 20.30 (OF) The Steel Helmet (USA 1951) R: Samuel Fuller D: Gene Evans, Robert Hutton, Steve Brodie, James Edwards. 85 min. „Ein zentraler Fuller-Film: inspiriert von Schlagzeilen über den eskalierenden Koreakrieg, gespeist von seinen Infanterie-Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, und als B-Überraschungserfolg ein Instant-Prototyp des Genres, obwohl viele seiner verblüffenden Ideen unerreicht blieben.“ (Christoph Huber) Filmmuseum: Sa 3.11., 18.30 + Do 22.11., 18.30 (OF) Strange Illusion (USA 1945) R: Edgar G. Ulmer D: James Lydon, Warren William, Sally Eilers. 87 min. „Hamlet“ als Film noir im Gewand des US-Kinos von 1945: der Schatten des toten Vaters, die dunklen Träume des Sohnes, der neue Liebhaber der attraktiven Mutter. Schauplatz: ein mondänes Anwesen, Erzählperspektive: Freudianisch, dass es eine Freud‘ ist. Filmmuseum: So 28.10., 18.30 + Mo 12.11., 18.30 (OF) The Stranger on the Third Floor (USA 1940) R: Boris Ingster D: Peter Lorre, John McGuire, Margaret Tallichet, Elisha Cook,Jr.. 64 min. Ganz früher Film noir, inszeniert vom gebürtigen Russen Boris Ingster, mit dem gebürtigen Ungar Laszlo Löwenstein alias Peter Lorre in der Titelrolle – ein Fremder, der Frauen mordet. Was dereinst Ihering über den Schauspieler schrieb, dass er „die böse Harmlosigkeit, die infernalische Freundlichkeit, die zynische Sanftmut“ verkörpere, gilt prototypisch auch für diesen Film. Filmmuseum: Fr 2.11., 11.30 + Mo 19.11., 20.30 (OF) Teenage Doll (USA 1957) R: Roger Corman D: June Kenney, Fay Spain, John Brinkley. 71 min. Schlüpfriges Frühwerk Cormans: Ein gelangweiltes Schulmädchen hängt mit ein paar Punks ab. Filmmuseum: Mi 31.10., 23.30 + Fr 16.11., 18.30 (OF) Thunderhoof (USA 1948) R: Phil Karlson D: Preston Foster, Mary Stuart, William Bishop. 77 min. Freudianisch inspirierte Vatermord-Szenarien und Melvilles „Moby-Dick“ prägen diesen frühen Western von Kultregisseur Karlson, in dem nach Hawks’schem Vorbild ein Pferd ebenso viel zählt wie die Angebetete. Filmmuseum: Do 1.11., 11.30 + Mo 12.11., 18.30 (OF) Weird Woman (USA 1944) R: Reginald Le Borg D: Lon Chaney, Jr., Anne Gwynne, Evelyn Ankers. 63 min. Anthropologieprofessor Chaney heiratet exotische eine Südseeschönheit, die er bei seiner Feldforschung über Voodoo-Religionen kennengelernt hat. „Der österreichische Emigrant Le Borg entwirft das scharfkantige Porträt einer engstirnigen amerikanischen College-Stadt voller inzestuöser Rivalitäten und latenter Xenophobie.“ (Haden Guest) Filmmuseum: Di 6.11., 18.30 + So 2.12., 18.30 (OF) When Strangers Marry (USA 1944) R: William Castle D: Dean Jagger, Kim Hunter, Robert Mitchum, Rhonda Fleming. 67 min. Eine junge Frau heiratet kurzentschlossen einen Typ, von dem sie nicht mehr weiß, als dass er Handelsvertreter ist. Properer kleiner Krimi, in dem Mitchum erstmals eine Hauptrolle spielt. Filmmuseum: Sa 3.11., 11.30 + Mi 21.11., 20.30 (OF) Woman on the Run (USA 1950) R: Norman Foster D: Ann Sheridan, Dennis O’Keefe, Robert Keith, John Qualen. 77 min. Ehefrau sucht ihren Mann, der Zeuge eines Mordes geworden und seither untergetaucht ist. Die dramatischen Ereignisse – er wird der Tat verdächtigt, sie muss ihn verstecken – führen die beiden aus ihrer Ehekrise. Film noir der zweiten Garnitur, tolle Kamera von Hal Mohr! Filmmuseum: Fr 9.11., 20.30 + Mi 5.12., 20.30 (OF)
The B-Film
Hollywoods Low-Budget-Kino 1935—1959 Retrospektive 26. Oktober bis 5. Dezember 11.30 Uhr Fr 26.10. Crime Wave (André De Toth, USA 1954, OF, 74 min) Plunder Road (Hubert Cornfield, USA 1957, OF, 72 min)
Sa 27.10.
Nine Girls (Leigh Jason, USA 1944, OF, 78 min) The Falcon and the Co-eds (William Clemens, USA 1943, OF, 67 min)
So 28.10.
Bewitched (Arch Oboler, USA 1945, OF, 65 min) The Mark of the Whistler (W. Castle, USA 1944, OF, 60 min)
18.30 Uhr
20.30 Uhr
Detour (Edgar G. Ulmer, USA 1945, OF, 63 min) The Devil Thumbs a Ride (Felix E. Feist, USA 1947, OF, 63 min)
21.30 Five Came Back (John Farrow, USA 1939, OF, 75 min) 21.30 Murder by Contract (Irving Lerner, USA 1958, OF, 81 min)
Strange Illusion (E. G. Ulmer, USA 1945, OF, 87 min)
Mo 29.10.
It Happened in Hollywood (H. Lachman, USA 1937, OF, 67 min) The Fargo Kid (Edward Killy, USA 1940, OF, 63 min)
Di 30.10.
Sh! The Octopus (William C. McGann, USA 1937, OF, 60 min) The Devil Bat (Jean Yarbrough, USA 1940, OF, 69 min)
21.00 The Leopard Man (Jacques Tourneur, USA 1943, OF, 66 min) The Crime of Dr. Crespi (John H. Auer, USA 1935, OF, 63 min) The Man They Could Not Hang (Nick Grinde, USA 1939, OF, 64 min)
21.00 The Face Behind the Mask (R. Florey, USA 1941, OF, 68 min) Island of Doomed Men (Charles Barton, USA 1940, OF, 68 min) 23.30 Teenage Doll (Roger Corman, USA 1957, OF, 71 min)
Mi 31.10.
Ride Lonesome (Budd Boetticher, USA 1959, OF, 73 min) Thunderhoof (Phil Karlson, USA 1948, OF, 77 min)
Do 1.11.
21.00 Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA 1950, OF, 87 min) 23.00 The Ghost Ship (Mark Robson, USA 1943, OF, 69 min)
Mr. Moto’s Last Warning (Norman Foster, USA 1939, OF, 71 min) The Stranger on the Third Floor (Boris Ingster, USA 1940, OF, 64 min)
Fr 2.11.
21.00 Kid Glove Killer (Fred Zinnemann, USA 1942, OF, 74 min) 23.00 Plan 9 From Outer Space (E. D. Wood, Jr., USA 1959, OF, 80 min)
Dr. Broadway (Anthony Mann, USA 1942, OF, 68 min) When Strangers Marry (William Castle, USA 1944, OF, 67 min)
Sa 3.11.
Heaven With a Barbed Wire Fence (R. Cortez, USA 1939, OF, 62 min) Persons in Hiding (Louis King, USA 1939, OF, 67 min)
So 4.11.
Armored Car Robbery (Richard Fleischer, USA 1950, OF, 67 min) The Narrow Margin (Richard Fleischer, USA 1952, OF, 71 min)
Mo 5.11.
The Steel Helmet (Samuel Fuller, USA 1951, OF, 85 min)
21.00 Daughter of Shanghai (Robert Florey, USA 1937, OF, 63 min) Phantom of Chinatown (Phil Rosen, USA 1941, OF, 61 min) Donovan’s Brain (Felix E. Feist, USA 1953, OF, 83 min)
The House of Fear (Joe May, USA 1939, OF, 66 min)
Di 6.11.
Captive Wild Woman (Edward Dmytryk, USA 1943, OF, 60 min) Weird Woman (Reginald Le Borg, USA 1944, OF, 63 min)
My Name Is Julia Ross (Joseph H. Lewis, USA 1945, OF, 64 min) So Dark the Night (Joseph H. Lewis, USA 1946, OF, 71 min)
Mi 7.11.
Babes on Swing Street (Edward C. Lilley, USA 1944, OF, 69 min)
Among the Living (Stuart Heisler, USA 1941, OF, 67 min) Blind Alley (Charles Vidor, USA 1939, OF, 68 min)
Do 8.11. Fr 9.11.
Kartenvorverkauf
Sa 10.10.
Vorverkauf ab 20. Oktober, tägl. 10–20 Uhr METRO KINOKULTURHAUS: 20. bis 25. Oktober, täglich 10 bis 20 Uhr SCHOTTENTOR: 20. bis 25. Oktober, täglich 10 bis 20 Uhr GARTENBAUKINO: 20. bis 24. Oktober, täglich 10 bis 20 Uhr, 25. Oktober von 10 bis 17 Uhr
Für Käufe bis zu 10 Tickets STADTKINO IM KÜNSTLERHAUS: 20. und 21. Oktober, 10 bis 20 Uhr nur Barzahlung (1., Akademiestraße 13)
An den Vorverkaufskassen und im Filmmuseum (die Kasse öffnet eine Stunde vor der ersten Vorstellung)
OF Originalfassung englOF englische Originalfassung OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln
Johnny Doesn’t Live Here Anymore (Joe May, USA 1944, OF, 74 min)
Raw Deal (Anthony Mann, USA 1948, OF, 79 min) Woman on the Run (Norman Foster, USA 1950, OF, 77 min)
Five Came Back (John Farrow, USA 1939, OF, 75 min)
Detour (Edgar G. Ulmer, USA 1945, OF, 63 min) The Devil Thumbs a Ride (Felix E. Feist, USA 1947, OF, 63 min)
21.30 Crime Wave (André de Toth, USA 1954, OF, 74 min) Plunder Road (Hubert Cornfield, USA 1957, OF, 72 min)
So 11.10.
Zusätzliche Expresskassen
Kartenverkauf Retrospektive
21.00 Outrage (Ida Lupino, USA 1950, OF, 75 min)
Mo 12.11.
Strange Illusion (Edgar G. Ulmer, USA 1945, OF, 87 min)
Ride Lonesome (Budd Boetticher, USA 1959, OF, 73 min) Thunderhoof (Phil Karlson, USA 1948, OF, 77 min)
Mi 14.11.
The Leopard Man (Jacques Tourneur, USA 1943, OF, 66 min)
My Name Is Julia Ross (Joseph H. Lewis, USA 1945, OF, 64 min) So Dark the Night (Joseph H. Lewis, USA 1946, OF, 71 min)
Do 15.11.
The Crime of Dr. Crespi (John H. Auer, USA 1935, OF, 63 min) The Man They Could Not Hang (N. Grinde, USA 1939, OF, 64 min)
21.00 It Happened in Hollywood (H. Lachman, USA 1937, OF, 67 min) The Fargo Kid (Edward Killy, USA 1940, OF, 63 min)
Fr 16.11.
Teenage Doll (Roger Corman, USA 1957, OF, 71 min)
Sh! The Octopus (William C. McGann, USA 1937, OF, 60 min) The Devil Bat (Jean Yarbrough, USA 1940, OF, 69 min)
Sa 17.11. So 18.11.
Murder by Contract (Irving Lerner, USA 1958, OF, 81 min)
Among the Living (Stuart Heisler, USA 1941, OF, 67 min) Blind Alley (Charles Vidor, USA 1939, OF, 68 min)
The Ghost Ship (Mark Robson, USA 1943, OF, 69 min)
Gun Crazy (Joseph H. Lewis, USA 1950, OF, 87 min)
Mo 19.11.
Kid Glove Killer (Fred Zinnemann, USA 1942, OF, 74 min)
Mr. Moto’s Last Warning (Norman Foster, USA 1939, OF, 71 min) The Stranger on the Third Floor (Boris Ingster, USA 1940, OF, 64 min)
Mi 21.11. Do 22.11.
Plan 9 From Outer Space (Edward D. Wood, Jr., USA 1959, OF, 80 min)
Dr. Broadway (Anthony Mann, USA 1942, OF, 68 min) When Strangers Marry (William Castle, USA 1944, OF, 67 min)
The Steel Helmet (Samuel Fuller, USA 1951, OF, 85 min) Heaven With a Barbed Wire Fence (R. Cortez, USA 1939, OF, 62 min) Persons in Hiding (Louis King, USA 1939, OF, 67 min)
Fr 23.11.
21.00 Daughter of Shanghai (Robert Florey, USA 1937, OF, 63 min) Phantom of Chinatown (Phil Rosen, USA 1941, OF, 61 min)
Mo 26.11.
Tickets: Tel. 01/526 594 769 oder www.viennale.at
Mi 28.11. Do 29.11. Fr 30.11.
Donovan’s Brain (Felix E. Feist, USA 1953, OF, 83 min)
Armored Car Robbery (Richard Fleischer, USA 1950, OF, 67 min) The Narrow Margin (Richard Fleischer, USA 1952, OF, 71 min)
Babes on Swing Street (Edward C. Lilley, USA 1944, OF, 69 min) The House of Fear (Joe May, USA 1939, OF, 66 min)
So 2.12.
Captive Wild Woman (Edward Dmytryk, USA 1943, OF, 60 min) Weird Woman (Reginald Le Borg, USA 1944, OF, 63 min)
21.00 Bewitched (Arch Oboler, USA 1945, OF, 65 min) The Mark of the Whistler(William Castle, USA 1944, OF, 60 min)
Mo 3.12.
Outrage (Ida Lupino, USA 1950, OF, 75 min)
Nine Girls (Leigh Jason, USA 1944, OF, 78 min) The Falcon and the Co-eds (William Clemens, USA 1943, OF, 67 min)
Mi 5.12.
Johnny Doesn’t Live Here Anymore (Joe May, USA 1944, OF, 74 min)
Raw Deal (Anthony Mann, USA 1948, OF, 79 min) Woman on the Run (Norman Foster, USA 1950, OF, 77 min)
Der Falter-viennale-planer 18 Filmmuseum
Fr, 26.10. Sa, 27.10. so, 28.10. mo, 29.10. di, 30.10. Mi, 31.10. Do, 1.11. 16.00 18.30
Gartenbaukino
13.00 15.30 18.00 20.30 23.00
Metro
Historischer saal
11.00 13.30 16.00 18.30
Metro
Pleskow-saaL PleskowsaaL
18.00
Stadtkino
16.00 Accidence (Maddin,
11 x 14
(Jean-François Stévenin, F 1978, OmenglU, 113 min)
15.30 18.00 20.30 23.00 13.30 16.00 18.30 21.00
O Panama (James Benning, Burt Barr, USA 1985, 28 min) L. Cohen (James Benning, USA 2017, 45 min)
15.30 Teret
21.00 No. 1 Chung Ying Street
18.00 I diari di Angela – Noi due cineasti
21.00 Roi soleil
(Ognjen Glavonic, SRB/F/HR/QA/Iran 2018, OmenglU, 98 min)
Nuit de chien
(Werner Schroeter, F/D/P 2008, OmenglU, 120 min)
Classical Period
15.30 What You Gonna Do When the World’s on Fire?
Programm 3
Segunda vez
(OmenglU, 86 min)
(Dora Garcia, B/NO 2018, OmenglU, 94 min)
(Ted Fendt, USA 2018, OmU, 62 min) (Roberto Minervini, I/USA/F 2018, englOF, 123 min)
Johnson, CAN 2018, OF, 10 min) 16.00 The Green Fog (Johnson, Maddin, USA/CAN 2017, OF, 63 min)
(James Benning, USA 1976, 82 min) O Panama (James Benning, Burt Barr, USA 1985, 28 min)
12.30 Lazzaro felice
High Life
12.00 Doubles vies
Voskhozhdeniye
(Larisa Shepitko, UdSSR 1976, OmenglU, 110 min)
6.30 Roma (Alfonso Cuarón, MEX/ USA 2018, OmenglU, 135 min) 12.30 Beo-ning (Lee Chang-dong, KR 2018, OmenglU, 148 min)
12.30 Circus World
12.30 Jiang hu er nü
First Reformed
16.00 Se rokh
14.30 Ahlat Agaci
L’Empire de la perfection
Leto
Damsel
Le Livre d’image
Angelo
Netemo Sametemo
Roma
Zimna Wojna
Meeting Gorbachev
The Favourite – Intrigen und Irrsinn
In My Room
20.00 What You Gonna Do When the World’s on Fire?
Styx
21.30 Suspiria
(Alice Rohrwacher, I/CH/F/D 2018, OmU, 125 min)
(Paul Schrader, USA 2017, OmU, 114 min)
(Markus Schleinzer, Ö/LUX 2018, OmU, 111 min)
21.00 Ray & Liz
(Richard Billingham, GB 2018, OF, 107 min)
(Claire Denis, D/F/USA/GB/PL 2018, englOF, 110 min)
(Jafar Panahi, Iran 2018, OmU, 100 min)
(Hamaguchi Ryûsuke, J/F 2018, OmenglU, 119 min)
20.45 Doubles vies
(Olivier Assayas, F 2018, OmenglU, 107 min)
(Derek Chiu, HK 2008, OmenglU, 117 min)
(Olivier Assayas, F 2018, OmenglU, 107 min)
(Nuri Bilge Ceylan, F/TR/D/BG 2018, OmenglU, 188 min)
(Alfonso Cuarón, MEX/USA 2018, OmenglU, 135 min)
High Life
(Claire Denis, D/F/USA/GB/PL 2018, englOF, 110 min)
(Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi, I 2018, OmenglU, 125 min)
(Julien Faraut, F 2018, OmenglU, 95 min)
(Pawel Pawlikowski, PL/GB/F 2018, OmU, 84 min)
Diamantino
(Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt, P/F/BRA 2018, OmenglU, 92 min)
(Albert Serra, E/P 2018, OmenglU, 61 min)
(Kirill Serebrennikov, RUS/F 2018, OmU, 126 min)
(Werner Herzog, André Singer, GB/USA/D 2018, OmenglU, 92 min)
(Roberto Minervini, I/USA/F 2018, englOF, 123 min)
(Henry Hathaway, USA 1964, OF, 135 min)
(David Zellner, Nathan Zellner, USA 2017, OF, 113 min)
(Yorgos Lanthimos, GB/IRL/USA 2018, OmU, 120 min)
(Wolfgang Fischer, D/Ö 2018, OmU, 94 min)
23.30 Climax
23.30 Beo-ning
23.15 In Fabric
Thunder Road
The House That Jack Built
First Reformed
animistica (Nikki Schuster, Ö/D/ MEX 2018, 7 min) Fausto (Andrea Bussmann, MEX/ CAN 2018, OmenglU, 70 min)
Double messieurs
Tahia ya Didou
Mburucuyá, cuadros de la naturaleza
Neige
Roi soleil
Programm 1
Programm 2
BaMidbar – Diptych Teudi: Halomo shel Avidan
BaMidbar – Diptych Teudi: Halomo shel Omar
(Gaspard Noé, F 2018, OmU, 96 min)
(OmenglU, 91 min)
15.30 La Nuit américaine
(François Truffaut, F/I 1973, OmU, 115 min)
19.00 Die gekreuzigt werden
(Kundert, Ö 1919, OmenglU, 28 min)
Opfer des Hasses
(Lee Chang-dong, KR 2018, OmenglU, 148 min)
(Jean-François Stévenin, F 1986, OmenglU, 92 min)
Passe montagne
(Jorge Acha, ARG 1996, englOF, 95 min)
Der Golem, wie er in die Welt kam
In the Year of the Pig
Ang panahon ng halimaw
19.00 Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes
18.45 Elsker hverandre
(Paul Wegener, Carl Boese, D 1920, 72 min)
(Lav Diaz, PH 2018, OmenglU, 234 min)
(Xacio Bano, E/LT 2018, OmenglU, 83 min)
(Wang Bing, F/CH 2018, OmenglU, 248 min)
(Mohamed Zinet, Algerien 1971, OmenglU, 81 min)
(Jim Cummings, USA 2018, OF, 90 min)
(Jean-François Stévenin, F 1978, OmenglU, 113 min)
21.30 Trote
Si linghun (Teil 1)
(Peter Strickland, GB 2018, OF, 118 min)
(englOF, 81 min)
Si linghun (Teil 2)
(Wang Bing, F/CH 2018, OmenglU, 248 min)
(Lars von Trier, DK/SE/F/D 2018, OmU, 155 min)
(Juliet Berto, Jean-Henri Roger, F 1981, OmenglU, 90 min)
(Paul Schrader, USA 2017, OmU, 114 min)
(Albert Serra, E/P 2018, OmenglU, 61 min)
Buenos Aires al Pacifico
Programm 4 – The Silent Majority Speaks (Bani Khoshnoudi, Iran 2009-2014, OmenglU, 94 min)
Fazlamesai (Gürcan Keltek,
NL/TR 2012, OmenglU, 20 min)
16.45 Das alte Gesetz
(Carl Theodor Dreyer, D 1921, OmenglU, 105 min)
19.30 Das erste Jahrhundert des Walter Arlen (Stephanus Domanig,
18.45 Barstow, California
19.30 Nervous Translation
21.30 Les Unwanted de Europa
Mischka
22.00 Delta
Samouni Road
21.45 Premières
Casanovagen
Light Matter + Water and Clearing (Kurzfilme) Invest in Failure (N. Pfaffen-
Cassandro the Exotico!
Low Tide
Thálassa. Un autorretrato de Jorge Acha
I diari di Angela – Noi due cineasti
Standard
Programm 3
Lamaland (Teil 1)
Filme der Anarchistischen GummiZelle
(Pablo Sigg, MEX/CH 2018, 91 min)
(Sappok, Müller, Jesdinsky, Ettlinger, BRD 1981–1988, 63 min)
12.30 Entre dos aguas
12.30 Samouni Road
animistica (Nikki Schuster, Ö/D/MEX 2018, 7 min) Fausto (Andrea Bussmann, MEX/CAN 2018, OmenglU, 70 min)
Thunder Road
(Otto Kreisler, Ö 1921, 123 min)
(Luise Donschen, D 2018, OmenglU, 67 min)
(ARG/Ö/D/USA/CAN/China 2017/18, OmenglU, 73 min)
(Jean-François Stévenin, F 2002, OmenglU, 117 min)
bichler, Ö 2018, englOF, 63 min)
(Jorge Acha, ARG 1989, 81 min)
(Manfred Noa, D 1922, 123 min)
Ö/USA 2018, OmU, 91 min)
(Oleksandr Techynskyi, UA/D 2017, OmenglU, 82 min)
(Marie Losier, F 2018, OmenglU, 73 min)
(OmenglU, 86 min)
Trote
Kinshasa Makambo
12.30 Monrovia, Indiana
Black Mother
Casanovagen
Kurzfilmprogramm 2
The Image You Missed
Lamaland (Teil 1)
(Luise Donschen, D 2018, OmenglU, 67 min)
(Luca Guadagnino, I 2018, OmU, 152 min)
16.45 Ost und West
Kurzfilmprogramm 3
(Avner Faingulernt, IL/CAN 2018, OmenglU, 115 min)
Tarde para morir joven
(Khalik Allah, USA/Jamaika 2018, OmenglU, 77 min)
(Ulrich Köhler, D/I 2018, OmU, 119 min)
17.00 Nathan der Weise
(Emile de Antonio, USA 1968, OF, 101 min)
(Avner Faingulernt, IL/CAN 2018, OmenglU, 105 min)
Ribâzu ejji
(Dominga Sotomayor, BRA/ARG/NL/ Chile 2018, OmenglU, 110 min)
(Jean-Luc Godard, CH 2018, OmU, 85 min)
Meteorlar (Gürcan Keltek,
(Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi, I 2018, OmenglU, 125 min)
(Isao Yukisada, J 2018, OmenglU, 118 min)
(Jia Zhangke, China/F/J 2018, OmenglU, 136 min)
(Mariano Donoso, ARG 2018, OmenglU, 98 min)
(Fabrizio Ferraro, E/I 2017, OmenglU, 111 min)
20.30 13.00
im Künstlerhaus
Passe montagne
(Teresa Villaverde, P 2018, OmenglU, 105 min)
(Hans Marschall, Ö 1923, 47 min)
21.00
Urania
11.30 O termómetro de Galileu
(Xacio Bano, E/LT 2018, OmenglU, 83 min)
(Schreiber / Straub / Nehm, Ö/CH/F 2017/18, OmenglU, 62 min)
(Dieudo Hamadi, CD/F/CH/D/NOR/ QA 2018, OmenglU, 75 min)
(Donal Foreman, IRL/F/USA 2018, OmenglU, 73 min)
(Frederick Wiseman, USA 2018, OF, 143 min)
(Pablo Sigg, MEX/CH 2018, 91 min)
(Sidney M. Goldin, Ö 1923, 91 min)
(Rainer Komers, D/USA 2018, OmU, 76 min)
NL/TR 2017, OmenglU, 81 min)
(E. A. Dupont, D 1923, 137 min)
(Shireen Seno, PH 2018, OmenglU, 90 min)
(Stefano Savona, F/I 2018, OmenglU, solitudes (Claire Simon, 126 min) F 2018, OmenglU, 100 min)
(Roberto Minervini, USA/B/I 2012, OF, 92 min)
(Isaki Lacuesta, E 2018, OmenglU, 135 min)
(Bernstein, García, Slavutzky, ARG 2017, OmenglU, 84 min)
(Stefano Savona, F/I 2018, OmenglU, 126 min)
(Jim Cummings, USA 2018, OF, 90 min)
Gang-byun Hotel
Adam & Evelyn
Ray & Liz
Habeas Corpus
Teret
Familia sumergida
17.30 Ute Bock Superstar
L’Empire de la perfection
Ada Kaleh (Helena Wittmann,
Netemo Sametemo
Pul-lip-deul
(Hong Sangsoo, KR 2017, OmenglU, 66 min)
Gulyabani (Gürcan Keltek, NL/TR 2018, OmenglU, 35 min) Koloni (Gürcan Keltek, NL/TR 2015, OmenglU, 52 min)
The Other Side
(Roberto Minervini, F/I 2015, englOF, 92 min)
20.00 Îmi este indiferent daca în istorie vom intra ca barbari (Radu Jude, RO/CZ/F/
Las hijas del fuego
Angelo
Blaze
Stop the Pounding Heart
(Hong Sangsoo, KR 2018, OmenglU, 96 min)
(Andreas Goldstein, D 2018, OmenglU, 100 min) D 2018, OmenglU, 14 min)
(Richard Billingham, GB 2018, OF, 107 min)
(Ognjen Glavonic, SRB/F/HR/QA/ Iran 2018, OmenglU, 98 min)
(María Alché, ARG/BRA/D/NOR 2018, OmenglU, 92 min)
(Houchang Allahyari, Ö 2018, OmenglU, 103 min)
(Julien Faraut, F 2018, OmenglU, 95 min)
Drift (Helena Wittmann, D 2017,
Entre dos aguas
Island of the Hungry Ghosts 23.15 Girl (Gabrielle Brady, D/GB/AUS 2018, OmenglU, 94 min)
(Lukas Dhont, B/NL 2018, OmU, 105 min)
Chuva é cantoria na aldeia dos mortos
Les Unwanted de Europa
Adam & Evelyn
Jeunesse
Weldi
Ti imas noc
Ribâzu ejji
Kurzfilmprogramm 1
Alice T.
Cómprame un revólver
Ada Kaleh (Helena Wittmann,
Rojo
Fazlamesai (Gürcan Keltek,
Styx
(Isaki Lacuesta, E 2018, OmenglU, 135 min)
(João Salaviza, Renée Nader Messora, BRA/P 2018, OmenglU, 114 min) (Marín / Green / Crotty / Madansky, E/P/F/B/USA 2018, OmenglU, 78 min)
Tarde para morir joven
(Dominga Sotomayor, BRA/ARG/NL/ Chile 2018, OmenglU, 110 min)
Alice T.
(Radu Muntean, RO/F/SE 2018, OmenglU, 105 min)
OmenglU, 96 min)
(Fabrizio Ferraro, E/I 2017, OmenglU, 111 min)
(Radu Muntean, RO/F/SE 2018, OmenglU, 105 min)
Walden
(Daniel Zimmermann, CH 2018, 106 min)
Cómprame un revólver
(Julio Hernández Cordón, MEX/COL 2018, OmenglU, 84 min)
(Hamaguchi Ryûsuke, J/F 2018, OmenglU, 119 min)
(Jorge Acha, ARG 1986, OmenglU, 59 min)
(Andreas Goldstein, D 2018, OmenglU, 100 min)
(Albertina Carri, ARG 2018, OmU, 115 min)
(Julien Samani, F/P 2016, OmenglU, 80 min) D 2018, OmenglU, 14 min)
(Markus Schleinzer, Ö/LUX 2018, OmenglU, 111 min)
(Mohamed Ben Attia, F/B/Tunesien 2018, OmenglU, 104 min)
(Ethan Hawke, USA 2017, OF, 128 min)
(Ivan Salatic, MNE/SRB/QA 2018, OmenglU, 82 min) NL/TR 2012, OmenglU, 20 min)
BG/D 2018, OmenglU, 140 min)
(Roberto Minervini, USA/B/I 2013, OF, 100 min)
(Isao Yukisada, J 2018, OmenglU, 118 min)
(Julio Hernández Cordón, MEX/COL 2018, OmenglU, 84 min)
Drift (Helena Wittmann, D 2017, OmenglU, 96 min)
(Benjamin Naishtat, ARG/B/BRA/D/F/ CH 2018, OmenglU, 109 min)
Meteorlar (Gürcan Keltek,
(Wolfgang Fischer, D/Ö 2018, OmenglU, 94 min)
La Casa Lobo
Minding the Gap
Diamantino
(Bing Liu, USA 2018, OF, 98 min)
(Gabriel Abrantes, Daniel Schmidt, P/F/BRA 2018, OmenglU, 92 min)
Îmi este indiferent daca în istorie vom intra ca barbari
Gulyabani (Gürcan Keltek, NL/TR 2018, OmenglU, 35 min) Koloni (Gürcan Keltek, NL/TR 2015, OmenglU, 52 min)
In Fabric
Nuestro tiempo
21.30 Muere, monstruo, muere
UFE (Unfilmévènement)
(Cristóbal León, Joaquín Cocina, CL 2018, OmenglU, 73 min)
Ti imas noc
(Ivan Salatic, MNE/SRB/QA 2018, OmenglU, 82 min)
(Peter Strickland, GB 2018, OF, 118 min)
(Carlos Reygadas, MEX/F/D/DK/SWE 2018, OmenglU, 173 min)
NL/TR 2017, OmenglU, 81 min)
(Radu Jude, RO/CZ/F/BG/D 2018, OmenglU, 140 min)
(Alejandro Fadel, ARG/F/Chile 2018, OmenglU, 109 min)
(César Vayssié, F 2016, OmenglU, 153 min)
12.30 First Man
(Carlos Reygadas, MEX/F/D/DK/ SWE 2018, OmenglU, 173 min)
Introduzione all’oscuro
(Damien Chazelle, USA 2018, OmU, 141 min)
Manbiki kazoku
(Roberto Minervini, USA/B/I 2011, OF, 89 min)
Island of the Hungry Ghosts 21.00 Seestück (Gabrielle Brady, D/GB/AUS 2018, OmenglU, 94 min)
10.00 Aquarela (Kossakovsky, GB/D/ DK/USA 2018, OmenglU, 89 min)
13.00 The Favourite – Intrigen und Irrsinn (Yorgos Lanthimos, GB/IRL/USA 2018, OmU, 120 min)
(Volker Koepp, D 2018, OmenglU, 135 min)
Roma
15.30 Sanrizuka: Heta buraku
Lembro mais dos corvos
21.00 Monrovia, Indiana
21.00 Black Mother
6.30 Vox Lux (Brady Corbet, USA
The Mountain
(Ogawa Shinsuke, J 1973, OmenglU, 146 min)
(Frederick Wiseman, USA 2018, OF, 143 min)
(Gustavo Vinagre, BRA 2018, OmenglU, 80 min)
(Khalik Allah, USA/Jamaika 2018, OmenglU, 77 min)
(Alfonso Cuarón, MEX/USA 2018, OmenglU, 135 min)
2018, OF, 110 min) 13.00 Ni de lian (Tsai Ming-liang, TW 2018, OmenglU, 88 min)
Vox Lux
14.45 Diane
Girl
(Kent Jones, USA 2018, OF, 95 min)
(Lukas Dhont, B/NL 2018, OmU, 105 min)
(Rick Alverson, USA 2018, OmenglU, 108 min)
(Hirokazu Koreeda, J 2018, OmU, 121 min)
Überraschungsfilm
Alles ist gut
Joy
(Sudabeh Mortezai, Ö 2018, OmU, 101 min)
Museo
Chaos
17.30 A Land Imagined
Blaze
(Eva Trobisch, D 2018, 93 min)
20.15 First Man
20.45 Jiang hu er nü
21.00 Matangi / Maya / M.I.A.
20.15 Leave No Trace
20.00 Her Smell
Climax
23.30 Di qiu zui hou de ye wan
23.15 Wildlife
Suspiria
(Luca Guadagnino, I 2018, OmU, 152 min)
Under the Silver Lake
Damsel
(Paul Dano, USA 2018, OF, 105 min)
La flor (Teil 2)
La flor (Teil 3)
Si linghun (Teil 1)
Si linghun (Teil 2)
Kino Wien Film
(Gastón Solnicki, ARG/Ö 2018, englOF, 71 min)
(Damien Chazelle, USA 2018, OmU, 141 min)
23.15 Vox Lux
(Brady Corbet, USA 2018, OF, 110 min)
Programm 5
(OmenglU, 90 min)
(Jia Zhangke, China/F/J 2018, OmU, 136 min)
(Bi Gan, F/China 2018, OmenglU, 138 min)
(Mariano Llinas, ARG 2018, OmenglU, 344 min)
(Alonso Ruizpalacios, MEX 2017, OmenglU, 127 min)
(Stephen Loveridge, USA/GB/Sri Lanka 2018, OmenglU, 97 min)
(Mariano Llinas, ARG 2018, OmenglU, 320 min)
(Brady Corbet, USA 2018, OF, 110 min)
(Sara Fattahi, Ö/SY//QA/Libanon 2018, OmU, 95 min)
(Debra Granik, USA 2018, OmU, 108 min)
(Wang Bing, F/CH 2018, OmenglU, 248 min)
(Yeo Siew Hua, SG/F/NL 2018, OmenglU, 95 min)
(Alex Ross Perry, USA 2018, OF, 135 min)
(David Robert Mitchell, USA 2018, OmU, 139 min)
(Wang Bing, F/CH 2018, OmenglU, 248 min)
La flor (Teil 1)
(Raoul Peck / Nikita Autor, F/B/SLO 2001/2017, OmenglU, 90 min)
16.30 Der Fluch
(Robert Land, Ö 1925, 71 min)
19.00 Der Kaufmann von Venedig
Jiskor
19.00 Eine eiserne Kassette Programm 7 – Rom
(Sidney M. Goldin, Ö 1924, 100 min)
(Nils Olger, Ö 2018, OmenglU, 102 min)
(Menelaos Karamaghiolis, GR 1989, OmenglU, 75 min)
The Image You Missed
A ilha dos amores
21.30 Carmine Street Guitars
Kurzfilmprogramm 5
(Donal Foreman, IRL/F/USA 2018, OmenglU, 73 min)
Delta
(Oleksandr Techynskyi, UA/D 2017, OmenglU, 82 min)
Programm 4 – The Silent Majority Speaks (Bani Khoshnoudi, Iran 2009–2014, OmenglU, 94 min)
Barstow, California
(Rainer Komers, D/USA 2018, OmU, 76 min)
(David Zellner, Nathan Zellner, USA 2017, OF, 113 min)
(Paul Rosdy, Ö 2018, OmenglU, 97 min)
(Ogata Takaomi, J 2017, OmenglU, 78 min)
17.00 Programm 6
(Paulo Rocha, P/J 1982, OmenglU, 169 min)
Filme der Anarchistischen GummiZelle
(Sappok Müller, Jesdinsky, Ettlinger, BRD 1981–1988, 63 min)
O termómetro de Galileu
Double messieurs
Wild Relatives
Buenos Aires al Pacifico
Sie ist der andere Blick
Eine eiserne Kassette
Se rokh
(Ying Liang, TW/HK/Singapur 2018, OmenglU, 107 min)
(Jafar Panahi, Iran 2018, OmenglU, 100 min)
Kurzfilmprogramm 7
(Hans Karl Breslauer, Ö 1924, 87 min)
Notes on an Appearance
Zi you xing
Shéhérazade
(Jean-Bernard Marlin, F 2018, OmenglU, 106 min)
(Christiana Perschon, Ö 2018, OmenglU, 88 min)
Kurzfilmprogramm 4
88 min)
Chaos
(Sara Fattahi, Ö/SY//QA/Libanon 2018, OmenglU, 95 min)
Sie ist der andere Blick
bichler, Ö 2018, englOF, 63 min)
(Mariano Donoso, ARG 2018, OmenglU, 98 min)
El Ángel
(Luis Ortega, ARG/E 2018, OmU, 114 min)
Touch Me Not
(Adina Pintilie, RO/D/CZ/BG/F 2018, OmU, 125 min)
(Jean-François Stévenin, F 1986, OmenglU, 1986 min)
(Christiana Perschon, Ö 2018, OmenglU, 88 min)
(Ted Fendt, USA 2018, OmU, 62 min)
(Jumana Manna, NOR/D/Libanon 2018, OmenglU, 66 min)
(Nils Olger, Ö 2018, OmenglU, 102 min)
Minding the Gap
Virus Tropical
(Santiago Caicedo, COL 2017, OmenglU, 96 min)
Hyènes
(Bing Liu, USA 2018, OF, 98 min)
(Djibril Diop Mambéty, Senegal 1992, OmenglU, 110 min)
(Anoushahpour / Ferko / Vaz / Millán, IRAN/CAN/BRA/F/COL 2018, OmenglU, 72 min)
19.00 Die Stadt ohne Juden
(Teresa Villaverde, P 2018, OmenglU, 105 min)
Ute Bock Superstar
(Houchang Allahyari, Ö 2018, OmenglU, 103 min)
Chuva é cantoria na aldeia dos mortos
(João Salaviza, Renée Nader Messora, BRA/P 2018, OmenglU, 114 min)
Lembro mais dos corvos
(Gustavo Vinagre, BRA 2018, OmenglU, 80 min)
Sophia Antipolis
Segunda vez
15.00 Joy
15.00 Process
Fotbal infinit
Leave No Trace
Ne travaille pas (1968–2018)
Les Proies
Virus Tropical
Kino Wien Film
Wild Relatives
Kurzfilmprogramm 6
(Paul Rosdy, Ö 2018, OmU, 97 min)
(Jumana Manna, NOR/D/Libanon 2018, OmenglU, 66 min)
(Emigholz / Dabernig / Angerame, DK/D/Ö/USA 2018, OmenglU, 69 min)
(Alex Ross Perry, USA 2018, OF, 135 min)
In My Room
The Mountain
Diane
Wildlife
Da xiang xi di er zuo
21.00 Suspiria
Accidence (Maddin, Johnson,
Matangi / Maya / M.I.A.
(Virgil Vernier, F 2018, OmenglU, 98 min)
(César Vassiyé, F 2018, OmenglU, 88 min)
(Ulrich Köhler, D/I 2018, OmU, 119 min)
23.15 Rojo
(Benjamin Naishtat, ARG/B/BRA/ D/F/CH 2018, OmenglU, 109 min)
Les Proies
(Marine de Contes, F 2018, OmenglU, 53 min)
Familia sumergida
(María Alché, ARG/BRA/D/NOR 2018, OmenglU, 92 min)
(Dora Garcia, B/NO 2018, OmenglU, 94 min)
(Marine de Contes, F 2018, OmenglU, 53 min)
(Rick Alverson, USA 2018, OmenglU, 108 min)
Nervous Translation
(Shireen Seno, PH 2018, OmenglU, 90 min)
Walden
(Daniel Zimmermann, CH 2018, 106 min)
Meeting Gorbachev
(Werner Herzog, André Singer, GB/ USA/D 2018, OmenglU, 92 min)
(Sudabeh Mortezai, Ö 2018, OmenglU, 101 min)
(Santiago Caicedo, COL 2017, OmenglU, 96 min)
20.00 Seestück
(Volker Koepp, D 2018, OmU, 135 min)
Muere, monstruo, muere
(Sergei Loznitsa, NL 2018, OmenglU, 127 min)
(Kent Jones, USA 2018, OF, 95 min)
CAN 2018, OF, 10 min)
(Corneliu Porumboiu, RO 2018, OmenglU, 70 min)
(Paul Dano, USA 2018, OF, 105 min)
(Debra Granik, USA 2018, OmU, 108 min)
(Hu Bo, China 2018, OmenglU, 234 min)
The Green Fog (Johnson, Maddin,
USA/CAN 2017, OF, 63 min)
(Stephen Loveridge, USA/GB/ Sri Lanka 2018, OmenglU, 97 min)
Notes on an Appearance
Carmine Street Guitars
Pul-lip-deul
(Hong Sangsoo, KR 2017, OmenglU, 66 min)
Sophia Antipolis
(Ron Mann, CAN 2018, OF, 80 min)
Standard
Las hijas del fuego
(Albertina Carri, ARG 2018, OmenglU, 115 min)
Beautiful Things
Museo
(Jorge Acha, ARG 1989, 81 min)
(Giorgio Ferrero, I 2017, OmenglU, 93 min)
(Virgil Vernier, F 2018, OmenglU, 98 min)
(Alonso Ruizpalacios, MEX 2017, OmenglU, 127 min)
Fotbal infinit
Ba ge nu ren yi tai xi
Ueta raion
Zi you xing
Manbiki kazoku
19.00 Zimna Wojna
Ahlat Agaci
The House That Jack Built
Den’s Pobedy
Cassandro the Exotico!
Shéhérazade
Leto
(Corneliu Porumboiu, RO 2018, OmenglU, 70 min)
(Nuri Bilge Ceylan, F/TR/D/BG 2018, OmenglU, 188 min)
(Stanley Kwan, HK/CN 2018, OmenglU, 100 min)
(Lars von Trier, DK/SE/F/D 2018, OmU, 155 min)
(Ogata Takaomi, J 2017, OmenglU, 78 min)
(Sergei Loznitsa, D/LT 2018, OmenglU, 94 min)
(Ying Liang, TW/HK/Singapur 2018, OmenglU, 107 min)
(Marie Losier, F 2018, OmenglU, 73 min)
(Hirokazu Koreeda, J 2018, OmenglU, 121 min)
(Jean-Bernard Marlin, F 2018, OmenglU, 106 min)
18.30 13.00 15.30 18.00
Ni de lian
(Tsai Ming-liang, TW 2018, OmenglU, 88 min)
Her Smell
(Dario Argento, I 1977, englOF, 97 min)
23.00 11.00 13.30 16.00 18.30 21.00 18.00 20.30 13.00 15.30 18.00 20.30 23.00
(Alejandro Fadel, ARG/F/Chile 2018, OmenglU, 109 min)
(Ricky D’Ambrose, USA 2018, OF, 60 min)
16.00
20.30
(Hans Steinhoff, D 1927, 70 min)
Classical Period
(Stephanus Domanig, Ö/USA 2018, OmenglU, 91 min)
19.30 El Ángel
(Luis Ortega, ARG/E 2018, OmU, 114 min)
(Sergei Loznitsa, D/LT 2018, OmenglU, 94 min)
(Ron Mann, CAN 2018, OF, 80 min)
erste Jahrhundert des Ne travaille pas (1968–2018) Das Walter Arlen (César Vassiyé, F 2018, OmenglU,
Aquarela
(Victor Kossakovsky, GB/D/DK/USA 2018, OmenglU, 89 min)
Den’s Pobedy
21.30 Light Matter + Water and Clearing (Kurzfilme) 21.30 Invest in Failure (Pfaffen-
(Ricky D’Ambrose, USA 2018, OF, 60 min)
Gang-byun Hotel
(Hong Sangsoo, KR 2018, OmenglU, 96 min)
16.30 Familientag im Hause Prellstein
(Rivers / Gröller / Sachs / Stratman, GB/F/Ö/USA/SWE/CAN 2018, englOF, 61 min)
(Estrela / Mandico / Czemerinski, P/F/ARG/Ö 2018, OmenglU, 72 min)
Weldi
(Mohamed Ben Attia, F/B/Tunesien 2018, OmenglU, 104 min)
(Gaspard Noé, F 2018, OmU, 96 min)
Ueta raion
(Mariano Llinas, ARG 2018, OmenglU, 226 min)
(Peter Paul Felner, D 1923, OmenglU, 87 min)
(Ethan Hawke, USA 2017, OF, 128 min)
Beautiful Things
(Giorgio Ferrero, I 2017, OmenglU, 93 min)
Filmmuseum
12.00 Nuestro tiempo
(Eva Trobisch, D 2018, OmenglU, 93 min)
The Passage
Gartenbaukino
21.00 Alles ist gut
(Claire Simon, F 2018, OmenglU, 100 min)
(Roberto Minervini, USA/B/I 2012, OF, 92 min)
Do, 8.11.
Metro
Premières solitudes
Low Tide
Mi, 7.11.
Historischer saal
(Roberto Minervini, USA/B/I 2013, OF, 100 min)
di, 6.11.
OF Originalfassung OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln englOF englische Originalfassung
Metro
Stop the Pounding Heart
so, 4.11. mo, 5.11.
(Alice Rohrwacher, I/CH/F/D 2018, OmU, 125 min)
Pleskow-saaL
(Roberto Minervini, F/I 2015, englOF, 92 min)
(Lav Diaz, PH/Ö 2018, 2 min)
Stadtkino
The Other Side
sa, 3.11.
The Boy Who Chose the Earth
Features Shorts Surviving Images Visual Justice News from the Archive Analog Pleasure In Focus: Acha/Keltek/Minervini/Stévenin
im Künstlerhaus
fr, 2.11.
erÖffnung 25.10., 19.30 & 23.00 UHR GARTENBAUKINO Lazzaro felice Der Viennale-18-Trailer
(Pawel Pawlikowski, PL/GB/F 2018, OmenglU, 84 min)
(Kirill Serebrennikov, RUS/F 2018, OmenglU, 126 min)
La Casa Lobo
(Cristóbal León, Joaquín Cocina, CL 2018, OmenglU, 73 min)
15.30 Process
(Sergei Loznitsa, NL 2018, OmenglU, 127 min)
A Land Imagined
(Yeo Siew Hua, SG/F/NL 2018, OmenglU, 95 min)
Under the Silver Lake
(David Robert Mitchell, USA 2018, OmU, 139 min)
13.30 16.00 18.30 21.00
Urania
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