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FALTER Viennale 12

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FALTER

Viennale 12 Die besten Filme. Alle Termine

Nr. 42a/12

Filme von Alain Resnais, Fritz Lang, Alberto Grifi, Heinz Emigholz, Terence Davies, Michael Caine und, und, und ‌

FOTO: VIENNALE

Erscheinungsort: Wien P.b.b. 02Z033405 W Verlagspostamt: 1010 Wien laufende Nummer 2371/2012


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10 14 Vorwort

Inhalt

Liebe Leserin, lieber Leser!

Fragmente zu Filmen Die üblichen Verdächtigen, ihre neuen Arbeiten und andere Empfehlungen

F o t o s : V i e n n a l e , Ö F M , A . B o r r o s / T h i mf i l m

K

napp haben wir das Doppeljubiläum verpasst; es war abzusehen, dass wir in einem Jahr nicht auf 20 springen würden können; so halten Sie also zum 50-Jahres-Jubiläum der Viennale die 19. Viennale-Beilage des Falter in Händen. Aber nächstes Jahr! Im Ernst: Nüchtern betrachtet bilden Jubiläen den äußerlichen Anlass zur wichtigen Selbstbesinnung, zu der man sonst nur allzu wenig Anlass findet. Business as usual wird deshalb oft zur gefährlichen Drohung. Andererseits kann die Ankündigung gewohnter Qualität ein Versprechen sein, mit dessen Einhaltung der leidgeprüfte Konsument, die leidgeprüfte Konsumentin ohnehin nicht mehr rechnet. Jubiläum hin, Jubiläum her – hier in dieser Falter-Viennale-Beilage bekommen Sie umfassende Informationen und Entscheidungshilfen für die Planung Ihres Viennale-Besuchs in gewohnter Qualität. Michael Omasta nämlich macht diese Beilage seit 19 Jahren, und er tut dies in kompletter redaktioneller Eigenverantwortung. Um ihm zum Ergebnis zu gratulieren, wird sich nächstes Jahr eine bessere Gelegenheit bieten als heuer. Zum Anlass des Festivaljubiläums mag es genügen, mit dem Hinweis auf diese ungewöhnliche Kontinuität zu unterstreichen, dass das Prädikat „in gewohnter Qualität“ in diesem Fall einen Hinweis auf Außergewöhnliches darstellt. Die Viennale und der Falter, das Wiener Festival und die Wiener Wochenzeitung, wünschen Ihnen viele anregende Stunden beim Lesen, Sehen, Hören. Herzlich

Big in Japan Doku über ein „Girl Model“ aus Sibirien: Das Geschäft mit Kindern boomt

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Kein Abschied vom Kino Alain Resnais’ „Vous n’avez encore rien vu“ ist ein Gipfeltreffen französischer Schauspielkunst

Glotzendes Fleisch „They Wanted to See Something Different“: Jörg Buttgereit hat eine arge Filmreihe kuratiert Crime and the City Drei Filme folgen der Spur eines Verbrechens und finden unterwegs eine Stadt

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Fritz Lang, Bert Brecht und Kurt Weill Anmerkungen zu Langs Filmen „You and Me“ (1938) und „Hangmen Also Die!“ (1943)

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Prozess im Bruch Filmemacher Alberto Grifi war eine Schlüsselfigur der europäischen Nachkriegsavantgarde Timetable Alle Filme auf einen Blick: der Falter-Plan zur Viennale 12

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Lesarten von Architektur Gespräch mit Heinz Emigholz über seine Architekturfilme „Parabeton“ und „Perret“

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Lexikon Empfehlungen der Redaktion und Kurzbeschreibungen aller Filme der Viennale 12 von A bis Z

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Impressum

Armin Thurnher Chefredakteur Falter

Hans Hurch Direktor Viennale

Falter 42a/12 Herausgeber: Armin Thurnher Medieninhaber: Falter Zeitschriften GmbH, Marc-Aurel-Straße 9, 1010 Wien, T: 01/536 60-0, E: service@falter.at, www.falter.at Redaktion: Michael Omasta Produktion, Grafik, Korrektur: Falter Verlagsges.m.b.H. Grafik: Marion Großschädl, Oliver Hofmann, Raphael Moser Lektorat: Wolfgang Fasching, Helmut Gutbrunner, Patrick Sabbagh Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau DVR: 047 69 86. In Kooperation mit der VIENNALE. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar.


TICKETINFORMATIONEN VORVERKAUFSSTELLEN

TICKETS IM INTERNET

Tickets bar, mit Bankomat oder per Kreditkarte

Tickets per Online-Banking oder Kreditkarte www.viennale.at

Mariahilfer Straße /Ecke Museumsquartier 1070 Wien, Mariahilfer Straße/Ecke MQ täglich 10 bis 20 Uhr Schottentor U2-Station Schottentor/Universität täglich 10 bis 20 Uhr Gartenbaukino 1., Parkring 12 von 20. bis 24. Oktober täglich 10 bis 20 Uhr

ZUSÄTZLICHE EXPRESSKASSEN AM 20. UND 21. OKTOBER Aufgrund des großen Andrangs öffnen am 20. und 21. 10. zwei zusätzliche Vorverkaufsstellen. Beide verfügen über Expresskassen (Käufe bis zu 10 Tickets), um eine raschere Abwicklung zu gewährleisten. Künstlerhauskino 1., Parkring 12 20. und 21. Oktober, 10 bis 20 Uhr (nur Expresskassen; nur Barzahlung) Gartenbaukino 1., Akademiestraße 13 20. und 21. Oktober, 10 bis 20 Uhr (2 Expresskassen; Bezahlung bar, mit Bankomat oder per Kreditkarte)

VIENNALE-KINOS Gartenbaukino I., Parkring 12 • U3 Stubentor, U4 Stadtpark

TICKETS PER TELEFON

Künstlerhaus I., Akademiestraße 13 • U1, U2, U4 Karlsplatz

Tickets per Kreditkarte Freeline 0800 664 012

Urania I., Uraniastraße 1 • U1, U4 Schwedenplatz

TICKETVERKAUF FÜR DIE RETROSPEKTIVE Tickets für die Retrospektive sind im Filmmuseum sowie an Viennale-Kassen erhältlich. Am Tag der jeweiligen Veranstaltung Ticketverkauf ausschließlich im Filmmuseum. An den Viennale-Kassen gelten die Preise der Viennale. Im Filmmuseum gelten die Preise des Filmmuseums.

VIENNALE-TICKETTAUSCHBÖRSE AUF FACEBOOK Für all jene, die ihre Tickets tauschen wollen oder müssen bietet die Viennale dieses Jahr erneut eine Tickettauschbörse auf Facebook an. Like us on facebook: www.viennale.at/facebook

Stadtkino III., Schwarzenbergplatz 7 • U4 Stadtpark Metro I., Johannesgasse 4 U1, U3 Stephansplatz • U1, U2, U4 Karlsplatz Die Kinokassen sind von 25. 10. bis 7. 11. ab eine Stunde vor Beginn der ersten bis zum Beginn der letzten Vorstellung geöffnet. Ab 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung sind ausschließlich Tickets für die nächste Vorstellung erhältlich. Bei allen Vorstellungen gilt freie Sitzplatzwahl.

TICKETVORVERKAUF AB 20. OKTOBER 2012, 10 UHR WHAT A CONSTELLATION

TICKETPREISE Einzelticket Ab 10 Tickets Ab 20 Tickets

VIENNALE UND BLUE BIRD PRÄSENTIEREN «15 JAHRE CONSTELLATION RECORDS»

€9 € 8,30 pro Ticket € 7,30 pro Ticket

ERMÄSSIGUNGEN Ermäßigungen unter Vorweis der entsprechenden Ausweise fu �r Mitarbeiter und Kunden der ERSTE Bank sowie Mitglieder von Club Ö1, DER STANDARD- Abovorteil und Erstsemstrige. Einzelticket Ab 10 Tickets Ab 20 Tickets

€ 8,30 € 7,60 pro Ticket € 6,60 pro Ticket

21. und 22. November Porgy & Bess, 1010 Wien, Riemergasse 11

Ermäßigungen mit der «Fernwärme-Servicecard» Inhaber der «Fernwärme-Servicecard» erhalten für Filme der folgenden Zeitschienen je 2 Tickets zum Sonderpreis von je € 5,90.

LINE UP 21. NOVEMBER

AN EVENING TO REMEMBER

Do Make Say Think • Sandro Perri Eric Chenaux • Hangedup

PATTI SMITH IM METRO KINO

LINE UP 22. NOVEMBER

VIENNALE MERCHANDISING Publikationen und Artikel des Festivals sind an allen Viennale Kassen erhältlich: Katalog Festival Katalog Retrospektive The Useful Book #2: César Aria The Useful Book #3: Fritz Lang Plakate (A1 und A2) V’12-Filmstills-Plakat Viennale DVDs Viennale DVD Box Schlüsselbänder

Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der Viennale hat sich das Filmfestival mit dem renommierten und seit Jahren hochgeschätzten Singer-Songwriter-Festival Blue Bird zusammengetan, um gemeinsam «15 Jahre Constel- lation Records» in Wien zu feiern: Das Blue Bird wird um einen Tag verlängert, am 21. und 22. November wird ein «Showroom» im Porgy & Bess für das Label eingerichtet, in dem eine Auswahl der Constellation- Records-KünstlerInnen präsentiert wird.

€9 € 12 €7 €7 € 3 bzw. € 2 € 10 € 14,90 € 59,90 € 2,50

Im intimen Rahmen des Metro Kinos wird Patti Smith eine Reihe ihrer Songs spielen sowie Gedichte und ausgewählte Texte lesen.

Thee Silver Mt Zion • Hrsta

Einzel- und Mehrtagespässe für das gesamte BLUE BIRD FESTIVAL sind an allen Viennale Vorverkaufsstellen und in allen Kinos erhältlich.

BLUE BIRD 2012 4-Tages-Pass (21.–24. 11.) WHAT A CONSTELLATION 2-Tages-Pass (21. und 22. 11.) BLUE BIRD 2012 2-Tages-Pass (23. und 24. 11.) TAGESPÄSSE (für 21., 22., 23. oder 24. 11.)

€ 79 € 48 € 48 € 28

Infos unter 50jahre.viennale.at und www.songwriting.at

Sonntag, 4. November, 21 Uhr Metro Kino, 1., Johannesgasse 4 Tickets werden kostenlos und nach dem Zufallsprinzip vergeben. Zur Teilnahme bis zum 1.11. ein E-Mail an remember@viennale.at mit Namen und Ticketanzahl (1 oder 2 Tickets) senden. Aufgrund des besonderen Charak- ters der Veranstaltung hat Patti Smith den intimen Rahmen des Metro Kinos gewählt. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir nicht allen Ticketwünschen nachkommen können.


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Fragmente zu Filmen Die üblichen Verdächtigen, ihre neuen Arbeiten und andere Empfehlungen nam“, beginnt mit Dreharbeiten auf einer Waldlichtung: „Gefährliche Liebschaften“ nach Choderlos de Laclos. Dann kommt der Regisseurin (des Films im Film) ihr Valmont abhanden – und eine andere Geschichte in den Straßen von Marseille beginnt.

VORSCHAU: MICHAEL OMASTA

ermutlich ist es kein Zufall, dass V sich das Kino zusehends seiner selbst besinnt. Dabei soll hier keines-

wegs von seiner Krise die Rede sein, sondern von seiner ungebrochenen Vitalität, wie sie nicht zuletzt Festivals mit ihrer gebündelten Energie wenigstens anderthalb Wochen lang unter Beweis stellen.

Interventionen von Romuald Karma-

kar: „Angriff auf die Demokratie“ (frei nach Nietzsche vielleicht? Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie ‚Ziegen‘ auf der Wiese!) sowie „Un mito antropologico televisivo“ von Maria Helene Bertino, Da­rio Castelli und Alessandro Gagliardo, die Politik, Korruption und Mafia im Sizilien der frühen 1990er quasi im Rückspiegel der lokalen Fernsehnachrichten betrachten.

James Benning, ein Stammgast aus Ka-

lifornien, ist heuer bei der Viennale gleich mit fünf Arbeiten vertreten. Die schönste heißt „Easy Rider“ und folgt der Route von Los Angeles nach New Orleans, die Dennis Hopper und Peter Fonda einst im Roadmovie gleichen Titels entlangfuhren. Benning zeigt die Originalschauplätze heute, ein Remake sui generis.

„Room 237“, eine Begehung des Over-

look Hotels durch Fans und Experten, die Kubricks „The Shining“ (1980) nicht für ausgemachten Unfug halten. Ein schöner Filmessay (Regie: Rodney Ascher) aus der Abteilung „liebenswerte Marotten“.

Wien–Moskau – den Weg traten Artur

Berger und Gerbert Rappaport, zwei österreichische „Filmarbeiter“, die eine Reihe des Filmarchivs Austria würdigt, in den 1930er-Jahren an. Berger war dort als Architekt (u.a. für Pudowkin) tätig, Rappaport drehte gut 25 Filme als Regisseur: vom getanzten „Traum eines Fußballfans“ bis zur Schostakowitsch-Sause „Ceremuski“ (1963), einem grandiosen Musical zur Feier des Plattenbaus. „Student“ von Darezhan Omirbayev

zeigt, wie es um die Verhältnisse in Kirgisistan heute bestellt ist. Mit sehnsüchtigem Blick auf unerreichbare Frauen und funkelnde Glaspaläste kehrt der Titelheld aus den Filmstudios, wo er jobbt, in sein karges

Big in Japan Doku über ein „Girl Model“ aus Sibirien: Das Geschäft mit Kindern boomt TEXT: MARTIN NGUYEN

Fotos: viennale

er japanische Modelmarkt ist von D der Jugend besessen. Die Werbeindustrie sucht nach frischen Gesich-

tern, die kindliche Unschuld in hageren Körpern transportieren. In Sibirien versucht Scout Ashley Arbaugh – selbst ehemaliges US-Model in Tokio – solch Schönheit zu finden. Während der eisige Winter über einer sibirischen Stadt liegt, posieren in einer warmen Halle hunderte junge russische Mädchen in knapper Bademo-

Alles in Handarbeit: „Fragments of Kubelka“ Der Titelheld von Darezhan Omirbayevs „Student“

Untermietzimmer an der Peripherie von Almaty zurück. Schließlich trägt er die Orden seines Opas zum Pfandleiher – und tauscht sie gegen einen Revolver ein. Mati Diop, die Nichte des senegalesischen Filmpioniers Djibril Diop Mambéty, ist eine der „Five Women“ des gleichnamigen Viennale-Specials. Ihre jüngste Regiearbeit, „Big in Viet-

de. Ashley wählt die 13-jährige Nadya Vall aus. Auch sie träumt von einer goldenen Zukunft in Japan. Sie soll ihr die Unabhängigkeit bringen, wie ihre betagte Großmutter im ärmlichen Heimatdorf betont. „Girl Model“ von David Redmon und Ashley Sabin begleitet Nadya auf ihren Reisen von Sibirien nach Tokio und dokumentiert die Hilflosigkeit dieses Kindes in einer Industrie für Erwachsene. Ashley hingegen ist eine faszinierend zwiespältige Persönlichkeit, die verstörend ihre Widersprüche offenbart. Momenten professioneller Selbstrechtfertigung als Model-Scout stehen Augenblicke tiefster Zweifel an den Praktiken des Marktes gegenüber. Ausschnitte aus Ashleys Videotagebücher aus den 1990ern gewähren Einblick in die Welt eines unglücklichen Teenager-Models, das sich selbst und die Branche verachtet. Wird Nadya sich in den verzerrten Wahrnehmungen von Schönheit

Winter über der Stadt, angehende Models im Bikini

Martin Nguyen ist Filmemacher („Ich muss Dir was sagen“, 2006) und arbeitet in der FalterProgrammredaktion

Girl Model Stadtkino: Mo, 5.11., 20.30 Uhr Urania: Di, 6.11., 13.30 Uhr (OmenglU)

Martina KudláČek, seit ihren Porträts über Maya Deren und Marie Menken eine führende Chronistin der internationalen Filmavantgarde, legt ein Monument von Film nach: „Fragments of Kubelka“, eine gleichermaßen subtile wie aufschlussreiche Annäherung an Peter Kubelka, den legendären Filmemacher, radikalen Koch, gewitzten Welterklärer. Und am Ende, 232 Minuten später, braucht man dann auch schon dringend ein Schnitzerl. F Die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem Programmteil

oder wie Ashley sich in den Irrwegen des Labyrinths verirren, ohne ihm entkommen zu können? Im Gespräch mit dem japanischen Modelagenturbesitzer Messiah (!) zeigen sich die immanenten Brüche in der Argumentationskette erneut. Er selbst glaube nicht, dass mit neuen Gesichtern Geld zu machen sei. Auf die Nachfrage der Filmemacher, warum er die Mädchen dennoch nach Japan bringe, bleibt er eine Antwort schuldig. Kommentarlos folgt „Girl Model“ den trostlosen Reisen seiner Hauptfiguren und lässt trotz allem den Standpunkt der Filmemacher nicht offen. Die Armut der Familien macht es den Scouts und Agenturbesitzern leicht, die jungen Mädchen zu manipulieren und auszubeuten. Übrig bleiben eine Heranwachsende mit Schulden bei ihrer Agentur und eine Talentesucherin mit fortwährenden Versprechungen von Erfolg und Geld. F


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Vous n’avez encore rien vu Metro: Fr, 26.10., 11 Uhr und Sa, 27.10., 18.30 Uhr (OmU)

Kein Abschied vom Kino FILMKRITIK: GERHARD MIDDING

H Gerhard Midding, Filmkritiker und Übersetzer, lebt in Berlin. Er schreibt u.a. für die Berliner Zeitung, das filmbulletin, die Frankfurter Rundschau und regelmäßig auch für den Falter

at der Zuschauer eine andere Wahl? Bleibt ihm der Spielraum, in der heiteren Trauerfeier, die in diesem Film begangen wird, etwas anderes zu sehen als das Vermächtnis seines Regisseurs? Immerhin hat Alain Resnais vor einigen Monaten seinen 90. Geburtstag gefeiert, in diesem Alter ist man versucht, sein Lebenswerk abzurunden, die alten Weggefährten ein letztes Mal zu versammeln. Resnais kann es gelassen hinnehmen, dass „Vous n’avez encore rien vu“ als ein Schlüsselfilm nicht ohne Koketterie betrachtet wird; er bereitet längst seinen nächsten Film vor, zum dritten Mal will er ein Stück von Alan ­Ayckbourn verfilmen. Der Titel seines aktuellen Films – deutscher Verleihtitel: „Ihr werdet euch noch wundern“ – ist ja auch schon zukunftstrun-

ken und neugierig genug, um keine bloße Reminiszenz erwarten zu lassen. Der Zuschauer hat mithin die Wahl, in dem gefeierten Bühnenautor André D’Anthac, dessen Freunde nach seinem Tod zur Testamentseröffnung in seine Villa in Südfrankreich kommen, nun ein Alter Ego des altgedienten Avantgardisten zu sehen oder eben nicht. Das posthume Rendezvous ist ein eher dezentes, gar nicht auftrumpfendes Gipfeltreffen französischer Schauspielkunst: ­Pierre Arditi, Sabine Azéma, Lambert Wilson, Anne Consigny, Michel Piccoli und viele andere treten mit (und auch in) ihrem eigenen Namen auf. Das Testament, das vor ihnen eröffnet wird, ist zugleich Rückblick und Vorausschau. Sie sollen sich die Aufzeichnung eines alten Stücks von D’Anthac anschauen, „Eurydice“, das eine junge Theatercompagnie einstudiert hat. Bald genügt es dem Publikum nicht mehr, nur hinzuschauen. Sie erinnern sich, wie sie einst selbst die

Rollen gespielt haben, können nicht an sich halten, sprechen die Dialoge. Ihre Spielfreude ist einfach zu groß. Resnais nimmt sich eine entschieden diesseitige Altersfreiheit in seinem Film. Er atmet eine kulinarische Freude am Erlesenen: am Spiel des Ensembles, der Eleganz der Dekors von Jacques Saulnier, an der weichzeichnenden Kameraführung Eric Gautiers und der listigen Dramatik von Mark Snows Musik. Der Genuss am Schauspiel ist freilich ein Privileg, das der Regisseur sich und seinem Publikum schon seit Jahrzehnten einräumt. Für Resnais-Liebhaber wird dieser Genuss nur dadurch getrübt, dass André Dussollier wegen eines unaufschiebbaren Engagements diesmal nicht mit von der Partie ist. Aber sie können getröstet werden: Man hört ihn einmal als Geisterstimme aus dem Off. Das Zuhören lohnt sich ja ohnehin immer bei diesem Regisseur. F

Foto: a. borrel / Thimfilm

Alain Resnais will’s noch einmal wissen. Sein neuer Film „Vous n’avez encore rien vu“ ist ein Gipfeltreffen französischer Schauspielkunst


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Sie können nicht an sich halten, sprechen die Dialoge mit: Lambert Wilson, Anne Consigny, Michel Piccoli (im Hintergrund), Mathieu Amalric, Sabine Azéma und Pierre Arditi

ür Lambert Wilson birgt die Geschich­ te von „Vous n’avez encore rien vu“ ei­ Die Geister F gentlich gar nichts Neues mehr. Nachdem er bereits 1991 mit Sophie Marceau in „Eury­ dice“ von Jean Anouilh auf der Bühne ge­ standen war, musste er sich in Alain Res­ nais’ eigenwilliger Gepenstergeschichte noch einmal mit dem Stoff auseinandersetzen.

Falter: Sie haben schon öfter mit Alain Resnais gedreht, war das ein vertrautes Gefühl am Set? Lambert Wilson: Resnais gelingt es immer, ein sehr entspanntes Arbeitsverhältnis her­ zustellen. Aber so ist er auch im echten Le­ ben, ein charmanter, zuvorkommender, höf­ licher und gebildeter Mensch. Wenn er in der Früh ans Set kommt, begrüßt er erst einmal alle Schauspieler und Techniker, das dauert eine halbe Stunde. Er vermittelt ei­ nem nie das Gefühl, man müsste das Tage­ werk im Eiltempo abspulen. Das überlässt er seinem ersten Assistenten. (Grinst.) Es war wirklich wie am Theater – eine gene­ rationenübergreifende Theatergruppe, nur eben mit Leuten wie Michel Piccoli.

Handelt es sich bei dem Schauplatz um ein richtiges Gebäude? Wilson: Nein, Resnais arbeitet nur am Set, er liebt das Künstliche. Er kann es nicht lei­ den, im Freien zu filmen. Er hasst es näm­ lich, wenn er friert. Er kommt im Anorak ins Studio, während wir alle schwitzen. Sei­

der Vergangenheit Schauspieler Lambert Wilson über seine Arbeit mit Alain Resnais, eine Szene mit Jane Fonda und den Horror vor Amerika INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER

ne Geschichte hat große Themen: das Le­ ben, die Liebe, den Tod, die Zeit und ihre Gespenster. Aber er erzählt das lieber mit dem Mittel der Illusion. Er hat mit seinen 90 Jahren noch immer diese Neugier auf alles, was sich in der Filmwelt tut. Und er liebt Fernsehserien; so ist er auf Mark Snow gestoßen, der für den Soundtrack von „Akte X“ verantwortlich war. Sie drehen Arthouse-Filme genauso wie Blockbuster à la „Matrix“, eine abwechslungsreiche Karriere … Wilson: Ich hatte immer schon Angst, Staub anzusetzen. Wenn man immer dasselbe macht, bekommt man nur eine Weile lang Jobs. Dann muss man 30 Jahre warten, bis man wiederentdeckt wird. Ich hatte diesbe­

züglich sicher Glück. Am allerersten Dreh­ tag meines Lebens hatte ich eine Szene in einem Film namens „Julia“ von Fred Zin­ nemann mit Jane Fonda. Nach Drehschluss wünschte sie mir viel Glück für meine Kar­ riere. Und ich wünschte mir dasselbe. Hatten Sie Angst davor, auf eine bestimmte Rolle festgelegt zu werden? Wilson: Ich brauchte eine Weile, um drauf­ zukommen, was ich kann und was nicht. Ich kann singen, bin gut in Komödien und im Drama, aber es gibt sicher auch Figu­ ren, die einfach zu weit weg von mir sind. Es wäre beispielsweise schwierig für Ken Loach, mich als Arbeiter aus Leeds zu be­ setzen. Nicht, dass ich nicht sofort mit ihm arbeiten würde … Ist das auch ein Grund, warum man Sie schon länger nicht in einer HollywoodProduktion gesehen hat? Wilson: Für mich ist es einfach unmöglich, in Amerika zu leben. Ich werde dort depres­ siv. Die Lebensrealität der Vereinigten Staa­ ten und im Besonderen von Hollywood tut meinem Nervenkostüm nicht gut. Das letz­ te Mal war ich dort, als ich einen Serienpi­ loten für HBO in New York drehte. Das wa­ ren alles fantastische Leute, und die Stadt ist großartig. Trotzdem fühlte ich mich hundsmiserabel. Ich habe gebetet, dass die Serie nicht verkauft wird. Und zum Glück ist es auch so gekommen. F

Julia Pühringer ist Redakteurin des tele-Magazins. Für den Falter interviewt sie Filmstars in Cannes


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Ex-Sträfling George Raft in „You and Me“

Auf der Flucht: Brian Donlevy in „Hangmen Also Die“

Fritz Lang, Bert Brecht und Kurt Weill Anmerkungen zu den Filmen „You and Me“ (1938) und „Hangmen Also Die“ (1943)

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lle drei waren sie Exilanten in Hollywood. Individualitäten ihres Kalibers hießen in den Staaten „colorful personalities“, was man vielleicht mit „Paradiesvögel“ übersetzen darf. Fritz Lang hatte sich ziemlich schnell assimiliert, schon mit seinen ersten beiden dortigen Filmen – „Fury“ (1936) und „You Only Live Once“ (1937) – war er in die Reihe der prominentesten Regisseure vorgerückt. Sein nächstes Projekt, „You and Me“ (1938), sollte ein Film in der Art von Brecht/Weills „Dreigroschenoper“ (1928) werden. Kurt Weill schrieb jedoch nur die Musik zu drei Songs, da es ihn wieder zum Theater, dieses Mal an den Broadway, zog. Man sagt, es habe eine ganze Generation nach dem Tonfall der „Dreigroschenoper“ geliebt – in den Cafés und Pensionszimmern um die Gedächtniskirche habe sie denen aufgespielt, denen sie selber ähnlich war. Dabei war Kurt Weills Zeit nicht die des goldenen Zeitalters gewesen, als das heute die frühen 1920er-Jahre gelten. Vielmehr ordnet sie sich um das Jahr 1930, als bereits wirtschaftliche Stabilisierung und bald schon wieder die wirtschaftliche Krise den Einzelnen seiner Ohnmacht überführten. Um diese Ohnmacht des Einzelnen geht es in „You and Me“, einem Film, in dem dunkle, objektive Mächte die individuelle Existenz zweier Kaufhausangestellter bis ins Verborgenste bestimmen. Bekanntlich ging es in der „Dreigroschenoper“ um die Gleichung Bürgertum und Verbrecherwelt. Laut Re-

gieanweisung sollten die Banditen gesetzte Männer, teilweise beleibt und ohne Ausnahme außerhalb ihres Berufes umgänglich sein. Die romantische Opernform zu besonderem, antiromantischem Zweck bemühend, verzauberten Brecht und Weill die bürgerliche Welt in die des Alt-Londoner Räuberhauptmanns und seiner obrigkeitlichen Freundschaften. Auch in „You and Me“, dessen Handlung in der Gegenwart spielt, hat die Unterwelt ihren Platz, nur dass es sich hier um Kleinkriminelle handelt, die resozialisiert werden sollen. Die Sehnsucht jedoch, die Brecht und

Weill gemeint hatten, richtete sich auf das Gegenteil von Resozialisierung, vielmehr war es die nach anarchischem, schäbigem, gestohlenem Glück auf Kosten des Establishments. Dieser aufrührerische Charakter geht „You and Me“ zwar vollkommen ab – er meint es mit der Wiedereingliederung furchtbar ernst –, aber der Film ist doch sehr stark darin, die stickige Ordnung des Privaten einer bis ins Innerste verdorbenen Bürgerlichkeit zu desavouieren, von der das Liebespaar (Sylvia Sidney und George Raft) sich ein bisschen Glück erhofft. Als verängstigte Vorbestrafte haben sie die Erfahrung gemacht, nur durch Einfühlung, Beflissenheit, zur Verfügung Stehen, durch Schliche und Lügen sich ihrem philantropischen Chef und ihren Bewährungshelfern empfehlen zu können. Keine Regung erlauben sie sich, die nicht einer Vorzensur unterstünde. An einer Le-

FILMGESCHICHTE: PETER NAU

Fritz Lang, Regisseur. 1890 in Wien geboren, 1933 über Frankreich in die USA emigriert, 1976 in Beverley Hills verstorben. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Metropolis“ (1927), „M“ (1931), „The Big Heat“ (1953). Unter der Regie von Jean-Luc Godard spielte er 1963 in „Le Mépris“ einen alten Hollywoodregisseur Peter Nau, legendärer Mitherausgeber der Zeitschrift Filmkritik, lebt in Berlin. Zuletzt schrieb er über „Die Filme von Reinhard Kahn und Michel Leiner“ (Stroemfeld 2010)

benslüge, zu der sich die Frau genötigt sieht, erfährt sie das Unwürdige der Welteinrichtung, die sie zu dieser Lüge zwingt. Das Happy End allerdings könnte, wie Siegfried Kracauer schrieb, nicht hundertprozentiger sein, so dass er in dem Film ein soziales Märchen erblickte. Hätte aber Kurt Weill, so wie mit Brecht an der „Dreigroschenoper“, bis zum Ende bestimmend an „You and Me“ mitgewirkt, dann wäre es vermutlich nicht auf sozialen Frieden hinausgelaufen, heftet sich doch heute noch an seine Musik der Traum unreglementierten Lebens, das Gefühl, damals sei für eine kurze Spanne alles offen, alles möglich gewesen. Die drei Songs von ihm, die der Film enthält, nehmen sich zwar ein bisschen wie romantische Fremdkörper aus, sie verdanken jedoch ihre Qualitäten als „schöne Stellen“ auch Fritz Lang, der sie adäquat in Szene gesetzt hat. Siegfried Kracauer, der den Film in dessen Entstehungsjahr im Pariser Exil sah, schrieb sehr schön über zwei dieser Einsprengsel (der dritte Song, „Song of the Cash Register“, untermalt den Vorspann). „The Right Guy for Me“, von einer Chanteuse in einem minderen Dancing gesungen, enthüllte ihm „die enge Nachbarschaft von Kitsch und Empfindungs­tiefe, leerem Betrieb und vollem Herzen“; großartiger noch erschien ihm die Darbietung von „Knocking Song“ während der Weihnachtsfeier, zu der sich Ex-Sträflinge in einem Kellerlokal zusammengefunden haben. Einer gibt, eher beiläufig, „ein Klopfsignal, das andere beantworten, dann klopfen und flüstern sie alle im Chor, und unter dem Einfluss der altvertrauten Geräusche wird schließlich das Gefängnis leibhaftig heraufbeschworen, dessen Gänge und Zellen sich in einem kunstvollen Crescendo aus dem Schatten entwickeln, den die Gitterstäbe des Kellerkneipenfensters auf die Wand werden ...“ Als Brecht 1941 aus Finnland via Moskau

und Wladiwostok nach Hollywood kam, war er 43 Jahre alt. Fritz Lang war zu dieser Zeit 51. Beide kann-

Fotos: fotoarchiv österreichisches filmmuseum

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Visagen wie vom Ulmer Stadttheater, ärgerte sich Brecht

ten sich schon von Berlin her. Brecht schätzte „M“ und „Fury“, Lang wiederum, so Hanns Eisler, war ein Verehrer von Brecht. Nachdem dieser in einem Hollywoodstudio dem Regisseur bei der Arbeit zugeschaut hatte, notierte er in seinem Arbeitsjournal: „die arbeit hat würde. respektabilität des handwerks.“ Im Dezember 1941 widmete er Fritz Lang das Gedicht „Ich bin der Glücksgott“. „Ich bin der Glücksgott“, lauten seine Zeilen, „sammelnd um mich Ketzer / Auf Glück bedacht in diesem Jammertal. / Ein Agitator, Schmutzaufwirbler, Hetzer / Und hiemit – macht die Tür zu – illegal“. Als Fritz Lang in der Zeitung vom Attentat

auf den „Henker“ Reinhard Heydrich las, den „Reichsprotektor von Böhmen und Mähren“, dachte er sogleich daran, einen Film über dieses Ereignis zu machen. Bei Brecht, der als freier Autor auf dem Markt war, fragte er an, ob ihn das Thema interessiere. Brecht sagte sofort zu. Die Handlung, die sie zusammen entwarfen, war fiktiv. Der Attentäter (bei Lang/Brecht ein Arzt aus Prag) kann mithilfe des Mädchens Mascha entkommen. Die Nazis drohen daraufhin mit der Exekution von Geiseln. Der Attentäter will sich stellen, doch der Kopf der Widerstandsbewegung stimmt ihn um: Er habe eine Hinrichtung im Namen des Volkes vollzogen. Schon während der ersten Drehbuchphase äußerte sich Brecht abfällig über die Zusammenarbeit. „... bemerkenswert ein term, der immer wieder auftaucht: ‚das akzeptiert das publikum‘. den mastermind der untergrundbewegung, der sich hinter einem fenstervorhang versteckt, wenn die gestapo hausdurchsuchung hält, akzeptiert das publikum, auch aus kleiderschränken fallende kommissarleichen (…) derlei ‚kauft‘ lang ...“ Brecht hätte noch hinzufügen können, dass die Gestapo von einem Kuss, der nur zum Schein gegeben worden ist, in einer Liebesgeschichte, die gar keine ist, auf die Spur des Attentäters gebracht wird. Er hätte dann jene slap-

stickhaft tragikomische Komponente des Films berührt, die immer wieder (das betrifft vor allem auch die Bauten und Set Decorations) an Lubitschs „To Be or Not to Be“ (von 1942) erinnert. Hier wie dort werden die Nazis an der Nase herumgeführt. Aber mit derlei „überraschungen“ und „kleinen spannungen“ kriminalistischer Provenienz („man klettert von situation zu situation und setzt beliebige figuren ein“) hatte Brecht nichts im Sinn. Ihm wäre es mehr um normale Begebenheiten und alltägliche Verhaltensweisen gegangen als um komplizierte Manöver herausgehobener Individuen, über deren Darsteller er sich zudem noch mokierte: „visagen wie aus dem programmheft des ulmer stadttheaters“. Er wollte mehr auf den kollektiven Widerstand, auf Volksszenen hinaus, aber bei dem Wort „Volk“ hörten die Hollywood-Oberen immer nur „Kommunismus“. Auch für Brechts epische, kommentierend-distanzierende Erzählweise hatte innerhalb eines ganz auf Dramatik eingeschworenen Systems niemand ein Ohr. Brecht soll seine freche und zündende Kritik an Fritz Lang und am fertigen Film nur seinem Arbeitsjournal anvertraut, aber nicht ausgesprochen haben. Immerhin verschaffte ihm das Drehbuchhonorar „luft für drei stücke“. Lang wiederum soll sich von Brecht menschlich enttäuscht gezeigt haben, als posthum dessen Arbeitsjournal veröffentlicht wurde. Aber obwohl es, wenn man Brecht folgt, so aussieht, als habe Lang ein Idealskript in die Ecke geworfen, um dafür irgendeinen Schund zu verfilmen, lassen seine messerscharf geschliffenen Eintragungen nicht an Kälte und Lieblosigkeit, Spott oder Hohn denken. Es ist eben so, wie Nietzsche schreibt: „Manche Schriftsteller sind weder Geist noch Wein, aber Weingeist: sie können in Flammen geraten und geben dann Wärme“. F Fritz Lang: Das Gesamtwerk – bis 29.11. im Österreichischen Filmmuseum

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V i e nnale 12 Dass sich das Verbrechen im Großstadtgewimmel am wohlsten fühlt, hat bereits Edgar Allan Poe geahnt

RUNDGANG: JOACHIM SCHÄTZ

Crime and the City

Verspieltes aus dem Spielfilmprogramm: Drei Filme folgen der Spur eines Verbrechens und finden unterwegs eine Stadt

Dabei belassen es die beiden Joãos aber nicht,

sondern lassen ihren Film weitermutieren: Da Matas kriminalistische Ermittlungen verlaufen die meiste Zeit im Sande. Der Film folgt parallel den Machenschaften seiner mysteriösen Gegner, die mit einem Vogelkäfig des Schreckens Böses vorhaben. Das Verspielte, ja Kindische seiner Rahmung stellt der Film vergnügt aus: Während auf der Tonspur Mord und Totschlag geschehen wie in einem alten Radio-Serial, bleiben die hübsch komponierten Bildfolgen diverser Macaoer Schauplätze von der Handlung meist unberührt. Hier wird ein mehr scherzhafter als strenger Modernismus praktiziert. Der Abspann lässt dann sogar an der Anmutung einer filmischen Großstadt-

symphonie zweifeln: Gedreht wurde dieser Macao-Film unter anderem auch in Hongkong, Schanghai und Lissabon. Auf der Tonspur nistet die Bedrohung auch in Kleber Mendonça Filhos erstaunlichem Siedlungsdrama „Neighboring Sounds“. Die Angst vor Eindringlingen und das Unbehagen an einem abgeschotteten Leben am Rand der brasilianischen Großstadt Recife übertragen sich hier in ein Dröhnen und Rauschen, das nicht mehr Sounddesign und noch nicht Filmmusik ist. Netzwerkerzählungen rund um Nachbarschaften in einem Grätzel hat es in den letzten Jahren, gerade in Österreich, einige gegeben. „Neighboring Sounds“ sticht unter diesen Filmen hervor, weil er sich weniger für Schicksalsspiele interessiert als für soziale Ein- und Ausschlüsse und die Fantasien, die sie freisetzen. Eine private Securityfirma bietet einer Wohnsiedlung ihre Dienste an. Auch sonst sind deren Einwohner intensiv mit ihrer Absicherung befasst: Man spioniert dem altersmüden Nachtwächter hinterher, geht Autoeinbrüchen nach oder sucht nach Mitteln, um sich vor nächtlichem Hundegebell zu schützen. Regisseur Mendonça ­Filho, der übrigens selbst in dem abgefilmten Viertel wohnt, entwickelt die Erzählung mit Freude an absurden Spitzen, aber ohne billige Häme. Seinen Figuren belässt er einen Eigensinn, der über ihre sozialen Rollen hin­ausgreift. Eine programmatische Szene schaut einfach einer Hausbedienerin zu, wie sie sich beim Umziehen nach Feierabend in einen anderen Menschen verwandelt. Wenn ein andermal eine Hauptfigur auf dem Hausdach telefoniert, greift die Kamera zuerst gierig in den umliegenden Stadtraum aus, um sich dann wieder zurück auf ein Szenedetail zu zoomen. Das passt zur kreisenden Bewegung dieses Films, der sich bei aller formalen und thematischen Poin-

tierung etwas Amorphes, Unberechenbares bewahrt. Auch die Eindringlinge, gegen die man sich hier rüstet, bleiben nicht wohlfeil metaphorisch, sondern nehmen gleich mehrfach konkrete Gestalt an. Von den Kriminellen in Adam Leons „Gim-

The Last Time I Saw Macao (A última vez que vi Macau) Stadtkino: Mo, 5.11., 23 Uhr Mi, 7.11., 18 Uhr (OmenglU) Neighboring Sounds (O sam ao redor) Gartenbau: Di, 30.10., 20.30 Uhr Künstlerhaus: Do, 1.11., 11 Uhr (OmenglU) Gimme the Loot Urania: So, 28.10., 23.30 Uhr Gartenbau: Di, 1.11., 18 Uhr (OF)

me the Loot“ geht keine Bedrohung aus. Alles, was Sofia (Tashiana Washington) und Malcolm (Ty Hickson) wollen, ist sich in das Gesicht der Stadt einschreiben. Für den ganz großen Coup – ein Graffiti mitten im New Yorker Shea Stadium – braucht das verbrecherisch unterbegabte Sprayerduo aber erst einmal 500 Dollar. Dessen Geldsuche erzählt Leon, unter milieurealistischem Anstrich, als astreines Großstadtmärchen voller Hindernisse, Proben und angemessener archetypischer Figurenzeichnung. Unfreundlicher müsste man von Stereotypie sprechen, und nicht nur ein paar Szenen mit einer verwöhnten höheren Tochter greifen diesbezüglich daneben. Die schiere Spielfreude der zankenden Hauptdarsteller und die grundsolide, schlau aufgelöste Dramaturgie lohnen trotzdem einen Blick. Wie „The Last Time I Saw Macao“ wirkt auch „Gimme the Loot“ in seiner Stadterschließung ein wenig nostalgisch. Nicht nur hätte das Ambiente zwischen Graffiti-Writer-Banden und Community-TV schon vor 20 Jahren in einen New-York-Film gepasst. Der Wunsch seiner Figuren, ihre Spuren in der Stadt zu hinterlassen, ist in Zeiten immer expansiverer Privatisierung und Überwachung von Stadtraum sympathisch anachronistisch. F

Fotos: viennale

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or einer Woche hat Candy ihn um Hilfe gebeten, erzählt der Filmemacher. Ein Freund wurde getötet, sie fürchtet, die Nächste zu sein. Also sitzt João Rui Guerra da Mata jetzt in der Fähre nach Macao, wo er aufgewachsen ist. In der dicht besiedelten chinesischen Glücksspielmetropole soll er nach Candys Kontaktleuten Ausschau halten. Dass sich das Verbrechen im Großstadtgewimmel am wohlsten fühlt, hat bereits Edgar Allan Poe geahnt. Diese Idee, die bereits in unzähligen Film noirs durchgespielt wurde, nehmen da Mata und Co-Regisseur João Pedro Rodrigues („O Fantasma“) zum Vorwand für eine filmische Stadtwanderung. Nach einer Eröffnungsperformance, die in Erinnerung ruft, dass auch Jane Russell einmal in „Macao“ (1952) war, hebt der Essayfilm „The Last Time I Saw Macao“ als Flanerie im Geiste Chris Markers an: Impressionen aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie vergleicht da Mata aus dem Off mit seinen Kindheitserinnerungen. Im Neondickicht der Gegenwart stellt er historische Spuren sicher – portugiesische Statuen, Mao als Pappkamerad, Astro Boy.


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er Schlüsselfilm zu Jörg Buttgereits À-la-carte-Auswahl von 16 Filmen ist gerade einmal 1 Minute 20 Sekunden lang und stammt von ihm selbst. „Ein Moment der Stille am Grab von Ed Gein“ besteht aus einer einzigen Kameraeinstellung: eine Reihe von Gräbern, in der Mitte KEIN Stein für Ed Gein. Erzählen gibt es zu diesem Film vieles. Ed Gein, genannt „der Schlachter von Plainfield“, war ein Mörder und Leichenräuber, auf dessen entlegener Farm in Minnesota die Polizei die Überreste von 15 Frauen, teilweise verarbeitet zu Masken, Lampenschirmen, Trinkgefäßen und Sitzmöbeln, fand. Als Gein 1984 in einer psychiatrischen Anstalt starb, begrub man ihn in einem unbezeichneten Grab, nahe seiner Mutter.

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Glotzendes Fleisch Der Berliner Underground-Filmer, Autor und Berufsnekrophile Jörg Buttgereit kompiliert in „They Wanted to See Something Different“ 16 Filme, die zeigen, was man mit Körpern so machen kann ... außer begraben VORSCHAU: MAYA McKECHNEAY

Dabei war Gein ein einflussreicher Mann:

Im amerikanischen Horrorkino blieb nach seiner Verhaftung 1957 nichts mehr beim Alten. „Psycho“-Autor Robert Bloch wurde durch den Fall zu Norman Bates inspiriert. Und der war nur der erste einer Legion von Psychokillern, die von nun an Geins Fetischismus frönten: Muttersöhnchen, Körpersammler. Vor Gein war das Böse im Horrorkino aus der Fremde gekommen: die Vampire aus Transsilvanien, die Mumien aus Ägypten, die Monster vom anderen Planeten. Mit Geins Hilfe war die Bestie nun im amerikanischen Alltag gelandet. Schön zu sehen ist diese Wandlung an zwei Verfilmungen des gleichen Stoffes, die Buttgereit gemeinsam programmiert: „The Thing from Another World“ (Christian Nyby, USA 1951) und „The Thing“ (John Carpenter, USA 1982). Im stimmungsvollen Original dringt ein Marsmensch in die Idylle einer amerikanischen Polarstation ein, wo schneidige Offiziere mit feschen Sekretärinnen flirten. Erst wird der Alien flambiert, dann läuten die Glocken zur Hochzeit. In Carpenters Version herrscht von vornherein Klaustrophobie im Halbdunkel: Eine – ausschließlich männliche – Gruppe von Polarforschern versucht mit kindischen Beschäftigungsspielchen dem Lagerkoller zu entgehen. Wenn schließlich einer den anderen killt, ist das – so der Subtext des Films – eher der Situation geschuldet als jener außerirdischen Mörderkreatur, die jeweils die Gestalt ihrer letzten Fressbeute annimmt. Dunkel wie der Anfang ist hier auch das Ende. 1974 stand Ed Gein, der Mann ohne Grab, Pate für Leatherface in Tobe Hoopers „The Texas Chainsaw Massacre“. „Wir sind alle Schlachter“ heißt es in diesem Film. Des einen Horror, des anderen Handwerk: Geschickte Hände, die Leichen zerlegen, zeigen Stan Brakhages 16-mmAufnahmen aus der Leichenhalle von Pittsburgh, „The Act of Seeing with

One’s Own Eyes“ (1971). Wer je gesehen hat, wie hier die Gesichtshaut von einem Kopf abgezogen wird und darunter Muskeln, Sehnen und Blut eine ganz eigene Maske bilden, wird dieses Bild so schnell nicht vergessen. Einige der Filme in Buttgereits Aus-

wahl sind schwer erträglich. „Cannibal Holocaust“ von Ruggero Deodato (1979), der in Deutschland noch immer verboten ist, wird auf der Viennale in der kaum gekürzten 95-minütigen Version gezeigt. Das heißt mit jenen Snuff-Szenen, in denen Schildkröten und Affen geköpft werden, und dem allzu real inszenierten Anblick einer gepfählten Frau. Wer sich retten will, schließe die Augen. Aber dann ist gerade dieser, der grausamste Film in der Auswahl, zugleich auch der schönste: ein Strudel hypnotischer Urwaldbilder, plastisch bis zum Gefühl, man könne alles riechen, fühlen, greifen – wie in den besten Momenten von Terrence Malick. Ein Filmteam dokumentiert (lang vor „The Blair Witch Project“) seinen eigenen Tod, denn eins zu werden mit der Natur heißt hier: an der eigenen Grausamkeit zugrunde zu gehen. Riz Ortolanis picksüßer Easy-Listening-Sound lacht der bösen Handlung Hohn. Vom Untertitel, den Jörg Buttgereit seiner Horrorschiene gab, sollten Zartbesaitete sich übrigens nicht blenden lassen: „Eine kleine Geschichte des Unheimlichen“, meint hier nicht das sanfte Kribbeln des leichten Schauders. Das „Unheimliche“ ist hier eher als Hardcorevariation auf Freud zu verstehen: der dunkle Doppelgänger des Menschen. Das glotzende Fleisch hinter der Gesichtshaut. Wem solches zu viel ist, darf sich auch

Wer mag, darf sich auch lustig gruseln: „Uchu daikaiju Girara“ („The X From Outer Space“), J 1967

lustig gruseln: Menschenfressende Pilze („Matango“, J 1963), Monsterkakerlaken auf dem Mars („The Angry Red Planet“, USA 1959), Riesenreptilien („Uchu daikaiju Girara“, J 1967) und natürlich das radioaktive Glubschauge aus „The Trollenberg Terror“ (GB 1958) sind eher zum Lachen. Ein Film allerdings fehlt in Buttgereits Reihe schmerzlich: sein eigener, schwarzer Essayfilm „Der Todesking“, gezeigt auf der Viennale 1993. Warum ist dieser merkwürdig berührende Splatter-Versuch zum Thema Tod nie zu sehen? Unterdessen empfiehlt sich als Begleitprogramm zur Viennale ein leichter auffindbares Werk Buttgereits, eine toll gemachte WDR-Hörspielproduktion aus dem Jahr 2002. In InternetSuchmaschinen ist sie abrufbar unter den Schlagworten: „ED GEIN SUPERSTAR“. F Die einzelnen Termine zum Special „They Wanted to See Something Different“ finden Sie im Programmteil

Foto: Viennale

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���������� | Foto: Viennale

»Beasts of the Southern Wild«


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V i e nnale 12 In den 1960ern interessierte sich Grifi primär für eine eklektisch-hybride Ästhetik, in der von stilisierten Spielmomenten über dokumentarische Beobachtungen bis hin zu Animationen alles einen Platz finden konnte – Pop-Art, Surrealismus, Direct Cinema, Camp, hier geht alles und alles in allem auf; seine letzte Zuspitzung findet diese Entwicklung in „Il grande freddo“ (1971), einem fröhlich-frostigen Versuch über die Malerei, und was von der Welt übrig bleibt, nachdem man Kunst aus ihr geschaffen hat. Wichtig ist hier die Idee des manipulierten, doch in sich „reinen“ Bildes: dass also die Kamera nur aufnehmen kann, was vor ihr ist, wobei sich dieses Ist als vielgestaltig erweist und wandelbar ist. Das war die Lehre jener Werke: die Veränderbarkeit der Dinge durch die Fantasie.

Prozess im Bruch Mit dem Filmemacher Alberto Grifi (1938–2007) zollt die Viennale einer Schlüsselfigur der europäischen Nachkriegsavantgarde Tribut HOMMAGE: OLAF MÖLLER

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anchmal meint’s das Leben doch besser mit den Menschen. Letzten November zum Beispiel präsentierte das Österreichische Filmmuseum eine Schau, wie es sie weltweit noch nicht gab: „Die Nacht und der Tag“, gewidmet den experimentellen Impulsen des italienischen Kinos. Nur wenige kamen. In diesem Rahmen liefen auch zwei Filme von Alberto Grifi: „La verifica incerta“ („Disperse Exclamatory Phase“, 1964), den er gemeinsam mit Gianfranco Baruchello gestaltete, sowie „Orgonauti, evviva!“ („Un viaggio con carburante erogene“, 1968–70) – Ersterer ist ein frühes Hauptwerk des Found-FootageFilms, Letzterer eine anarchistische Italo60s-Fantasie, breit und bunt. Diese zwei Werke kann man jetzt nachholen; und mehr, denn die Viennale zollt heuer dieser Schlüsselfigur der europäischen Nachkriegsavantgarde ihren längst fälligen Tribut in Form einer umfassenden Retrospektive. Nicht aus heiterem Himmel, sondern aus aktuellem Anlass: Präsentiert wird nämlich eine neue Version von „Anna“

(1972–75), Grifis gemeinsam mit Massimo Sarchielli realisiertem Meisterwerk, das für Italien eine ähnliche Bedeutung hat wie „La Maman et la putain“ von Jean Eustache für Frankreich oder „Milestones“ von Robert Kramer und Paul McIssac für die USA. Schaut man sich nur „La verifica incerta“ und „Anna“, Grifis historisch wichtigste – zumindest am häufigsten zu sehende und am ausführlichsten kommentierte – Werke an, könnte man denken, er sei stets nur der „&-Faktor“ gewesen bei ihrer Realisierung; auf den ersten flüchtigen Blick haben die beiden Filme nämlich nichts, absolut gar nichts miteinander gemein. Schaut man sich mehr an von Grifi, wird einem schnell klar, dass er eine Ästhetik gern bis zu ihrem Endpunkt verfolgte, nur um dann das Gleiche noch einmal völlig anders zu machen. Oder anders gesagt: „La verifica incerta“ und „Anna“ sind zwar in sich geschlossene und so auch bestens erlebbare Werke, im Schaffen Grifis aber nur Augenblicke, Bestandteile, Vorläufiges. Für Grifi hatte das Einzelwerk einen sehr relativen Wert – wichtiger war die schaffens­innere Bewegung, die Zusammenhänge, die sich eigentlich immer erst nach längerem zeigten.

Alberto Grifi schuf sein Werk so, wie man einen Rosenknoten wirft: Scheinbar Fallengelassenes wird aufgegriffen

Olaf Möller aus Köln, in Wien und auf Filmfestivals zu Hause, zeigt Filme und schreibt über sie, zuletzt Bücher über Romuald Karmakar (2010) und Peter Kern (2011) Die einzelnen Termine zum Special In Focus: Alberto Grifi finden Sie im Programmteil

erfand sich Grifi neu, gleich jener Welt, in der er lebte: Es war die Ära Post-68, eines Aufbruchs, den er wie kein Zweiter begleitete, dokumentierte – „Il Festival del proletariato giovanile al Parco Lambro“ (1976) und „Lia – Controvegno sull’ antipsichiatria. Milano, 1977“ (1977) sind zwei wirklich nur winzige Beispiele für das, was Grifi an Bildern und Tönen anhäufte in jenen Jahren. Verarbeitet hat er von diesen Bändermassen sehr wenig. Wie weit das geht, zeigt ausgerechnet „Anna“ am besten: Den stellte er zwar fertig, als Vierstünder, empfand diesen aber eigentlich nur als Vorstudie zu etwas Umfassenderem, das nun seine Hinterbliebenen und Schüler-Mitarbeiter nach seinen Aufzeichnungen zu realisieren versuchen. Im Werden ist da ein Werk, das vielleicht acht Stunden lang sein wird, vielleicht zwölf. Und wie auch immer es dann dastehen wird: Es bleibt allein ein Stück Prozess. Seine mit Guido Blumir gestalteten Werke, „Michele alla ricerca della felicità“ (1978) und „La videopolizia psichiatrica contro i sedicenti nuclei di follia militante ovvero Dinni e la Normalina“ (1978), zeigen bald, dass Grifi seine früheren Kunstmaßgaben, Gestaltungsprinzipien realiter nie aufzugeben gedachte: Ersterer ist ein grob gezimmertes Dokumentarspiel über die Situation politischer Häftlinge in italienischen Gefängnissen, Letzterer ein Fantasy-Mockumentary im Gewand eines Stücks Staats-Agitprop, in dem die Obrigkeit mit einer neuen Droge endlich die ganzen Subversiven unter Kontrolle kriegt, nur um zu sehen, was sie davon hat. Spätestens hier zeigt sich, dass Grifi sein Werk so schuf, wie man einen Rosenknoten wirft: Scheinbar Fallengelassenes wird aufgegriffen, Ebene um Ebene wie Kardeelen geschichtet – alles erweist sich als mit allem verwunden, the knot thickens. Was so weit geht, dass Grifi ab den 1980ern Neues primär dadurch schuf, dass er frühere Werke ineinander verwob: „A proposito degli effetti speciali“ (2001) enthält den kompletten „Transfert per kamera verso Virulentia“ (1966-67), während für „Autoritratto Auschwitz / L’occhio è per così dire l’evoluzione biologica di una lagrima“ (2007) zwei Werke der Jahre 1965-67 leicht verändert ineinandergesteckt wurden. Grifi ist dann zwar gestorben, aber sein Werk entsteht weiter. Und man kann sich auch ganz gut vorstellen dass es ihm gefiele, wenn andere sich seiner Stücke annähmen, sie wieder und wieder neu anders weitergestalteten und dabei auch immer mehr und mehr Stoffe von anderswo einfließen ließen. F

Foto: viennale

Mit dem Aufkommen von Video in den 1970ern


Das neue

Presented by

VIENNALE FESTIVALZENTRUM Hans Nieswandt

Rhinoplasty

Donnerstag, 25.10., ab 22 Uhr Viennale-Eröffnungsparty hAns nieswAndT & niCK hooK (CuBiC ZirConiA/ FooLs GoLd) & Cid riM (LuCKY Me / AFFine reC) Mit «From: Disco To: Disco» sorgte Hans Nieswandt in den 90ern für einen weltweiten Hit. Gemeinsam mit seinem angesagten New Yorker Kollegen Nick Hook steht er bei der Eröffnungsparty an den Turntables. Bewegt eure Ärsche auf die Tanzfläche! Freitag, 26.10., ab 22 Uhr Party rhinopLAsTY: «M.o.L.o.C.h.» Anlässlich der diesjährigen Retrospektive erweist auch das Rhinoplasty – die hipste queere Party der Stadt – Fritz Lang seine Reverenz und beschwört unter dem Titel «M.O.L.O.C.H» den deutschen Expressionismus … Beware! Samstag, 27.10., ab 22 Uhr DJ-Set & Party FiLMeMACherinnen An den pLATTenTeLLern Das beliebte Format mit Plattenschätzen von: Melanie Shatzky und Brian Cassidy (FRANCINE), Dominga Sotomayor (DE JUEVES A DOMINGO), Andrés Duque (ENSAYO FINAL PARA UTOPÍA), Bernd Schoch (ABER DAS WORT HUND BELLT JA NICHT), Damien Ounouri (FIDAÏ). Moderation: Aki Beckmann

THE TROLLENBERG TERROR

Mike Ott

Sonntag, 28.10., ab 21 Uhr DJ-Set & Party doris uhLiCh Die Choreografin Doris Uhlich hinterfragt radikal Körperbilder, ironisch und mitreißend setzt sie dabei Popmusik ein – wie jüngst in einer famosen Falco-Performance. Mit Hits Ebony Bones aus den 80ern ist also zu rechnen.

DJ Urbs

Dienstag, 30.10., 20.30 Uhr Diskussion ÖsTerreiChs FiLMFesTivALs Fordern: rAus Aus der KoMMAsTeLLe! Filmfestivals in Österreich fristen mit wenigen Ausnahmen ein kärgliches Dasein, leisten jedoch Wesentliches für das Kino. Darüber muss man reden. Mit: Doris Bauer (espressofilm), Daniel Ebner (VIS), Sebastian Höglinger (YOUKI), Hans Hurch (Viennale), Barbara Pichler (Diagonale) Dienstag, 30.10., ab 21.30 Uhr DJ-Set & Party CheZ deL und urBs Wenn phil-Betreiber Christian Schädel gemeinsam mit dem Soundbastler Paul Nawrata aka DJ Urbs an den Turntables steht, dann sind fetzige 80er Hits, nostalgische Film-Soundtracks der 60er Jahre und schräge Funk-Loops garantiert.

Donnerstag, 1.11., ab 21.30 Uhr DJ-Set & Party FiLMeMACherinnen An den pLATTenTeLLern Mike Ott präsentiert auch heuer wieder Schätze aus seiner Plattensammlung. Weiters legen auf: Tizza Covi & Rainer Frimmel (DER GLANZ DES TAGES) und Jörg Buttgereit (Special Program: Something Different) Moderation: Norman Shetler Freitag, 2.11., 19.30 Uhr Buchpräsentation & Lesung «FesTivAL» von CésAr AirA Als weiterer Band der «Useful Books» erscheint erstmalig in deutscher Übersetzung ein kleiner, fantastischer Schlüsselroman über die verrückte Welt der Filmfestivals

Samstag, 3.11., ab 22 Uhr DJ-Set & Party eBonY Bones (dJ-seT), dJ MiChAeL osTrowsKi & MAThiAs ZsuTTY Die Auftritte und DJ-Sets von Ebony Bones sind großes Theater: exzentrische Kostüme, wilde Tanzeinlagen zwischen Vogueing und Pogo und dazu einen verwegener Sound. Nach Ebony Bones stehen Michael Ostrowski und FM4-Urgestein Mathias Zsutty an den Plattentellern. In Kooperation mit Sonntag, 4.11., ab 21 Uhr DJ-Set & Party TiM siMenon Bereits eine Legende der elektronischen Tanzmusik, gelang es Simenon, stets Chart-Erfolge mit Underground-Experimenten zu verbinden. Im Festivalzentrum legt er Schmuckstücke aus seiner Plattensammlung auf.

Tim Simon

Joel Gibb

Mittwoch, 31.10., ab 21 Uhr Konzert & Party AnBuLeY (Live), dJ nu-MArK (ToY-seT/dJ) Anbuley vereint in ihrem schweißtreibenden Afrobeat Einflüsse aus Ghana ebenso wie Jazz und Funk-Elemente, bis hin zu Melodien von Isaac Hayes. Nu-Mark ist mit seinem Mix aus Latin, Afro- und Balkan-Beat ein Garant für volle Tanzflächen. In Kooperation mit

Anbuley

Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen und Konzerten!

Freitag, 2.11., ab 22 Uhr DJ-Set & Party dJ BLACKJoY, sMoAB, FriTZ dA Groove Superfly präsentiert mit DJ Blackjoy und Smoab House Music vom Feinsten. Mit im Team ist auch Fritz da Groove mit seiner Mischung aus entspannten Funky Tunes und tanzwütigen Disco Sounds. In Kooperation mit

Montag, 29.10., ab 21 Uhr DJ-Set & Party GATed AreA: hAns sChABus, LudwiG GersTACKer und ALeXAnder ehrMAnn Auch heuer geben wieder bildende Künstler Einblicke in ihre Musikvorlieben. Der Abend nennt sich «Gated Area»: Ihren geschlossenen Wohnkomplex werden Ludwig Gerstacker und Hans Schabus gemeinsam mit Alexander Ehrmann beschallen. Doris Uhlich

1010 Wien, Dominikanerbastei 11 (U1, U4 Schwedenplatz)

Donnerstag, 1.11., 19.30 Uhr DVD-Abend Terror, Chips und Bier Jörg Buttgereit (Special Program: Something Different) präsentiert den Film THE TROLLENBERG TERROR mit einem begleitenden Audiokommentar von John Carpenter. Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder.

Sonntag, 28.10., 19.30 Uhr Buchpräsentation & Lesung «erinnerunGen An wien» von FriTZ LAnG Als neuen Band der Viennale Edition «The Useful Book» präsentiert das Festival erstmals vollständig die Erinnerungen Fritz Langs an seine Geburtsstadt Wien.

Fritz Lang

Café · Bar · Events · Diskussionen TÄGLICH VON 18 UHR BIS 4 UHR FRÜH

Mike Skinner

Montag, 5.11., ab 21 Uhr Konzert & Party JoeL GiBB (The hidden CAMerAs), dJs Firn und ArosA Joel Gibb, Band Frontman von The Hidden Cameras (Ban Marriage!!) tourt als Sänger auch Solo. Nach seinem Konzert legt das heimische DJ-Duo Firn und Arosa gewohnt souverän quer durch die Musikstile auf. Dienstag, 6.11., 19.30 Uhr Lesung rAinALd GoeTZ Rainald Goetz, einst Chronist der Party-Kultur («Rave», 1998) und früher Apologet der Online-Option («Abfall für alle», 1999), blickt in seinem jüngsten Roman «Johann Holtrop» verächtlich auf die Nullerjahre zurück. Dienstag, 6.11., ab 22 Uhr DJ-Set & Party KAiser ChieFs (dJ-seT), dJ FrAnCo ForTe Seit kurzem sind die Bandmitglieder der Kaiser Chiefs nicht nur in ihrer Heimat Großbritannien auch als DJs sehr beliebt. Als Local Support steht den Briten DJ Franco Forte mit seinem Downbeat, House und Freestyle zur Seite. Mittwoch, 7.11., ab 22 Uhr Viennale-Abschlussparty MiKe sKinner (dJ-seT), dJ soMA Mike Skinner aka The Streets («Has It Come to This») steht für musikalisch höchst raffinierten Rap. Tanzbar wie eh und je: Die Briten wissen eben, wie man Party macht. Unterstützt wird er vom umtriebigen DJ Soma.


Der Falter viennale-planer 12 Fr, 26.10. Sa, 27.10. so, 28.10. mo, 29.10. di, 30.10. Mi, 31.10. GARTENBAUKINO

15.30 18.00 20.30 23.00

METRO

KÜNSTLERHAUS

11.00 13.30 16.00 18.30 21.00

Donovan’s Reef

The Central Park Five (T. Ming-liang, HK/Taiwan 2012, 27 min) (Sarah Burns, David McMahon, Ken Burns, Mekong Hotel (A. Weerasethakul, THAI/ USA 2012, OF, 119 min) GB/F 2012, OmenglU, 57 min)

Cherchez Hortense

(John Ford, USA 1963, OF, 109 min)

14.00 Marina Abramović: The Artist Is Present

14.30 Sinapupunan

Da-Reun Na-ra-e-suh

Fragments of Kubelka

Wadjda

The Deep Blue Sea

17.00 Into the Abyss

17.00 Meanwhile

The Strange Case of Wilhelm Reich

Grenzgänger

Der Glanz des Tages

20.00 Sleuth

Monument Film. Ein Abend mit Peter Kubelka

21.00 Après mai

No

(Pablo Larraín, Chile/USA/Mexiko 2012, OmU, 115 min)

O som ao redor

Csak a szél

(Olivier Assayas, F 2012, OmU, 122 min)

00.00 Alien

Leviathan

Ai to makoto

(Christian Nyby, USA 1951, OF, 87 min)

The Creation As We Saw It

6.30 Meanwhile

Le Naufragé

11.00 Jeff

Un monde sans femmes

STADTKINO

(Woody Allen, USA 1985, OF, 105 min)

(Matthew Akers, USA 2011, OmU, 105 min)

(Werner Herzog, USA 2011, OF, 103 min)

(Joseph L. Mankiewicz, USA/GB 1972, OF, 138 min)

23.30 Room 237

(Rodney Ascher, USA 2012, OF, 102 min) 23.30 The Shining (Stanley Kubrick, GB/USA 1980, OF, 119 min)

Che sau

(Soi Cheang, HK 2012, OmenglU, 90 min)

Aliyah

(Brillante Mendoza, Philippinen 2012, OmenglU, 106 min)

(Hal Hartley, USA 2011, OF, 60 min)

23.00 Che sau

(Soi Cheang, HK 2012, OmenglU, 90 min)

1.00 Killer Joe

(W. Friedkin, USA 2011, OmU, 103 min)

El etnógrafo

(Ulises Rosell, ARG 2012, OmenglU, 85 min)

Room 237

(Hong Sangsoo, Südkorea 2012, OmenglU, 89 min)

(Martina Kudláček, Ö 2012, englOF, 232 min)

(Ridley Scott, USA 1979, OF, 117 min)

Meanwhile

(Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor, USA/GB/F 2012, OF, 87 min)

(Hal Hartley, USA 2011, OF, 60 min)

Kebun binatang

De jueves a domingo

13.00 Sightseers

Fidaï

Tower

Beul-la-in-deu

Perret in Frankreich und Algerien

Filme von Kurdwin Ayub

Vers Madrid (The Burning Bright!)

(Heinz Emigholz, D 2012, OmenglU, 110 min)

Sinapupunan

(Brillante Mendoza, Philippinen 2012, OmenglU, 106 min)

(Damien Ounouri, F/Algerien 2012, OmenglU, 82 min) (Kurdwin Ayub, Ö 2011–2012, OmenglU, 69 min)

Da-Reun Na-ra-e-suh

(Hong Sangsoo, Südkorea 2012, OmenglU, 89 min)

Re: Generation Music Project

Tower

11.00

Vous n’avez encore rien vu

The Shining

(Alain Resnais, F/D 2012, OmU, 115 min)

(Stanley Kubrick, GB/USA 1980, OF, 119 min)

13.30

Pearblossom Hwy

Filme von Coleen Fitzgibbon

(Kazik Radwanski, CAN 2012, OF, 78 min)

(Mike Ott, USA 2012, OmenglU, 80 min)

(Amir Bar-Lev, USA 2012, OF, 82 min)

(Coleen Fitzgibbon, USA 1974–2011, OF, 85 min)

(Kazik Radwanski, CAN 2012, OF, 78 min)

(Dominga Sotomayor, Chile/NL 2012, OmenglU, 96 min) (Anh Sang-hoon, Südkorea 2011, OmenglU, 111 min)

18.00

Somebody Up There Likes Me (Bob Byington, USA 2012, OF, 75 min)

A Story for the Modlins

20.30 23.00 11.00 13.30 16.00 18.30 21.00

23.30

(Sergio Oksman, E 2012, englOF, 26 min)

(Brian M. Cassidy, Melanie Shatzky, USA/ CAN 2012, OF, 74 min)

The Unspeakable Act

(Dan Sallitt, USA 2012, OF, 91 min)

Student

Their Houses

(Darezhan Omirbayev, Kasachstan 2012, OmenglU, 90 min)

Beul-la-in-deu

Vers Madrid (The Burning Bright!)

(Cam Archer, USA 2011, OF, 32 min) (Anh Sang-hoon, Südkorea 2011, OmenglU, 111 min)

Kebun binatang

(Edwin, Indonesien/D/HK/China 2012, OmU, 90 min)

(Sylvain George, F/E 2012, OmenglU, 60 min)

Cherchez Hortense

(Pascal Bonitzer, F 2011, OmenglU, 100 min)

Dressed to Kill

One Way Boogie Woogie

Operacija ”Y” i drugie prikljuČenija Šurika

One Way Boogie Woogie 27 Years Later

(Christian Nyby, USA 1951, OF, 87 min)

(John Boorman, USA 1972, OF, 109 min)

(John Carpenter, USA 1981, OF, 109 min)

(Narcisa Hirsch, ARG 1966–1999, englOF, 66 min)

Erdbeerland

(Lewis Gilbert, GB 1965, OF, 112 min)

Pearblossom Hwy

(Mike Ott, USA 2012, OmenglU, 80 min)

Chez Nicole

(Viki Kühn, Ö 2012, 20 min)

East Hastings Pharmacy

(Antoine Bourges, CAN 2012, OF, 46 min)

Capturing the Friedmans

Berberian Sound Studio

Fremd

(Nathan Silver, USA 2012, OF, 72 min)

Zavtra

(Andrey Gryazev, RUS 2012, OmenglU, 90 min)

Pincus

(David Fenster, USA 2012, OF, 79 min)

Jai Bhim Comrade

(Anand Patwardhan, Indien 2012, OmenglU, 182 min)

Harry Brown

(Daniel Barber, GB 2009, OF, 102 min)

(Peter Strickland, GB/D/F 2012, OmenglU, 88 min)

Notiz Speisewagen

(Darezhan Omirbayev, Kasachstan 2012, OmenglU, 90 min)

(Stephen Dwoskin, GB/F 2012, 73 min)

Chiri

(Kawase, J/F 2012, OmenglU, 45 min)

Age Is

Angriff auf die Demokratie Eine Intervention

(Romuald Karmakar, D 2012, OmenglU, 102 min)

Fireworks (G. Abbruzzese, F/I 2011, OmenglU, 21 min) Autoportrait (S. Fattal, Libanon/F 1972/2012, OmenglU, 46 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 2)

Starlet

Bagrut Lochamim

(Sean Baker, USA 2012, OF, 104 min)

(Silvina Landsmann, IL 2012, OmenglU, 70 min)

Pincus

Hannah and Her Sisters

Journal de France

(Narcisa Hirsch, ARG 1976–2012, englOF, 77 min)

(Woody Allen, USA 1985, OF, 105 min)

25572 Büttel (R. Komers, D 2012, 5 min) Un mito antropologico televisivo

(Claudine Nougaret, Raymond Depardon, F 2012, OmenglU, 100 min)

(Bertino, Castelli, Gagliardo, I 2011, OmenglU, 60 min)

Rengaine

Augustine

Villegas

16.30 Electrick Children

Killer Joe

(Manfred Schwaba, Ö 2012, 12 min)

(Z. Nestler, SWE 2011, OmenglU, 6 min)

(B. Schoch, D 2011, OmenglU, 49 min)

(Stephen Dwoskin, GB/F 2012, 73 min)

Notiz Speisewagen

Liknelsen om sadden

(B. Schoch, D 2011, OmenglU, 49 min) Rite of Spring (M. Vatamanu, Florin Tudor, RO 2010, 8 min)

Arraianos

(Eloy Enciso Cachafeiro, E 2012, OmenglU, 70 min)

(Miriam Faßbender, D/Mali/Algerien/ Marokko 2012, OmenglU, 93 min) (Z. Nestler, SWE 2011, OmenglU, 6 min)

Aber das Wort Hund bellt ja nicht

The Deep Blue Sea

(Terence Davies, GB/USA 2011, OF, 98 min)

(James Benning, USA 2012, 90 min)

(Manfred Schwaba, Ö 2012, 12 min)

(David Fenster, USA 2012, OF, 79 min)

Student

(Bob Byington, USA 2012, OF, 75 min)

(Leonid Gajdaj, UdSSR 1965, OmU, (James Benning, USA 2004, 60 min) 91 min) 25572 Büttel (R. Komers, D 2012, 5 min)

One Way Boogie Woogie 2012

Exit Elena

(Anand Patwardhan, Indien 2012, OmenglU, 182 min)

(James Benning, USA 1977, 60 min)

Un mito antropologico televisivo

12.00 Ensayo final para utopía 14.00 Jai Bhim Comrade

(Peter Strickland, GB/D/F 2012, OmenglU, 88 min)

(Bertino, Castelli, Gagliardo, I 2011, OmenglU, 60 min)

(Andrew Jarecki, USA 2003, OmU, 107 min)

(Andrés Duque, E 2012, OmenglU, 75 min)

(Brian De Palma, USA 1980, OF, 105 min)

(Ib Melchior, USA 1959, dF, 83 min)

(Boris Barnet, UdSSR 1959, OmU, 84 min)

Only the Young

(E. Mims, J. Tippet, USA 2011, OF, 68 min)

(Narcisa Hirsch, ARG 1966–1999, englOF, 66 min)

San zimei

(Gonzalo Tobal, ARG/NL/F 2012, OmenglU, 98 min)

21.30 Tectonics

(Rappmund, USA/Mexiko 2012, 60 min)

Deliverance

The Thing from Another World

Somebody Up There Likes Me

(Wang Bing, F/HK 2012, OmenglU, 153 min)

21.30 Century

Berberian Sound Studio

(John Boorman, USA 1972, OF, 109 min)

Fidaï

(Damien Ounouri, F/Algerien 2012, OmenglU, 82 min)

Fantastic Voyage

(R. Fleischer, USA 1966, OF, 100 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 1)

(Rodrigo Plá, Uruguay/F/Mexiko 2012, OmenglU, 84 min)

(F. Pochlatko, Ö 2012, OmenglU, 32 min)

Francine

The Act of Seeing with One’s Own Eyes

La demora

(Phillip Noyce, USA/AUS/D 2002, OF, 101 min)

La demora

(Elena Khoreva, Denis Klebleev, Dmitry Kubasov u.a., RUS 2012, OmenglU, 79 min)

(Wang Bing, F/HK 2012, OmenglU, 153 min)

The Quiet American

Ubijcy vychodjat na dorogu

Zima, uhodi!

15.30 San zimei

The Angry Red Planet

21.00

15.30

Chiri

(Kawase, J/F 2012, OmenglU, 45 min)

Deliverance

(Dan Sallitt, USA 2012, OF, 91 min)

Annuska

(Lyubov Arkus, RUS 2012, OmenglU, 110 min)

Rite of Spring

(M. Vatamanu, F. Tudor, RO 2010, 8 min)

The Unspeakable Act

(Gregg Barson, USA 2011, OF, 116 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 1)

Anton tut ryadom

(G. Brac, F 2011, OmenglU, 58 min)

Method to the Madness of Jerry Lewis

Vous n’avez encore rien vu

(John Gianvito, Jon Jost, Minda Martin, Travis Wilkerson, Soon-Mi Yoo, USA 2012, OmenglU, 129 min)

(G. Brac, F 2009, OmenglU, 25 min)

(Kevin Jerome Everson, USA 2012, 7 min)

(Alice Winocour, F 2012, OmenglU, 102 min)

Filme von Coleen Fitzgibbon

Far from Afghanistan

The Thing

(John Carpenter, USA 1981, OF, 109 min)

Augustine

(Gonzalo Tobal, ARG/NL/F 2012, OmenglU, 98 min)

18.30

(Rodrigo Plá, Uruguay/F/Mexiko 2012, OmenglU, 84 min)

The Thing from Another World

Villegas

Alfie

(Vsevolod Pudovkin, UdSSR 1942, OmU, 60 min)

(Cristian Mungiu, RO/F/B 2012, OmU, 150 min)

(Bence Fliegauf, H/D/F 2011, OmU, 86 min)

di, IL/F/PAL 2011, OmenglU, 90 min)

The Thing

(Alain Resnais, F/D 2012, OmU, 115 min)

15.00 După dealuri

(Tizza Covi, Rainer Frimmel, Ö 2012, OmenglU, 90 min)

(S. Brakhage, USA 1971, 32 min)

Skazanie o zemle Sibirskoj

(Coleen Fitzgibbon, USA 1974–2011, OF, 85 min)

(Ben Wheatley, GB 2012, OF, 89 min)

(Terence Davies, GB/USA 2011, OF, 98 min)

Snow Tapes (M. Zupraner, IL/PAL 2011, Lola OmenglU, 14 min) (Jacques Demy, F/I 1960, OmenglU, 5 Broken Cameras (E. Burnat, G. Davi- 85 min)

Donovan’s Reef

(Ivan Pyr’ev, UdSSR 1948, OmU, 110 min)

(C. J. Thompson, USA 2012, OF, 76 min)

(Pascal Bonitzer, F 2011, OmenglU, 100 min)

(Sylvain George, F/E 2012, OmenglU, 60 min)

16.00

(John Ford, USA 1963, OF, 109 min)

(Miike Takashi, J 2012, OmenglU, 134 min)

(Ben Rivers, GB/F 2012, OF, 14 min) Inori (P. González-Rubio, J 2012, OmenglU, 72 min)

(Rodney Ascher, USA 2012, OF, 102 min)

(Heinz Emigholz, D 2012, OmenglU, 100 min)

(Kleber Mendoça Filho, BRA 2012, OmenglU, 124 min)

(Hal Hartley, USA 2011, OF, 60 min)

Parabeton – Pier Luigi Nervi und Römischer Beton

(Élie Wajeman, F 2012, OmenglU, 90 min)

(Haifaa Al Mansour, D/Saudi-Arabien 2012, OmenglU, 97 min) (Florian Flicker, Ö 2012, OmenglU, 88 min)

(Antonin Svoboda, Ö 2012, englOF, 110 min)

(Edwin, Indonesien/D/HK/China 2012, OmU, 90 min)

23.30

13.00

URANIA

Walker

12.00 Hannah and Her Sisters

13.00

(Rachid Djaidani, F 2012, OmenglU, 75 min)

Liknelsen om sadden

(Alice Winocour, F 2012, OmenglU, 102 min)

Dark Horse

(Rebecca Thomas, USA 2012, OF, 96 min)

(William Friedkin, USA 2011, OmU, 103 min)

Beasts of the Southern Wild

Ensayo final para utopía

(Andrés Duque, E 2012, OmenglU, 75 min)

Anton tut ryadom

Nyukuria Neisyon

Arraianos

Rengaine

(Benh Zeitlin, USA 2012, OmU, 92 min)

Francine

De jueves a domingo

Wadjda

Journal de France

Csak a szél

Leviathan

Zavtra

(Sergio Oksman, E 2012, englOF, 26 min)

Gimme the Loot

(Viki Kühn, Ö 2012, 20 min)

Chez Nicole

Enjoy Yourself

(Brian M. Cassidy, Melanie Shatzky, USA/ CAN 2012, OF, 74 min) (Andrey Gryazev, RUS 2012, OmenglU, 90 min)

(Dominga Sotomayor, Chile/NL 2012, OmenglU, 96 min)

A Story for the Modlins Their Houses

(Cam Archer, USA 2011, OF, 32 min)

(Lyubov Arkus, RUS 2012, OmenglU, 110 min) (Haifaa Al Mansour, D/Saudi-Arabien 2012, OmenglU, 97 min)

(Adam Leon, USA 2012, OF, 81 min)

Aber das Wort Hund bellt ja nicht

(Funahashi Atsushi, J 2012, OmenglU, 96 min) (Claudine Nougaret, Raymond Depardon, F 2012, OmenglU, 100 min)

East Hastings Pharmacy

(Antoine Bourges, CAN 2012, OF, 46 min)

Age Is

(Eloy Enciso Cachafeiro, E 2012, OmenglU, 70 min) (Bence Fliegauf, H/D/F 2011, OmU, 86 min) (Gastón Solnicki, ARG 2012, 3 min)

Searching for Sugar Man

(Bendjelloul, SWE/GB 2011, OmU, 86 min)

(Todd Solondz, USA 2011, OF, 85 min)

(Rachid Djaidani, F 2012, OmenglU, 75 min) (Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor, USA/GB/F 2012, OF, 87 min)

Tony Curtis: Driven to Stardom (Ian Ayres, F 2012, englOF, 96 min)


Alle Termine, alle Kinos auf einen Blick

erÖffnung 25.10., 19.30 & 23.30 UHR GARTENBAUKINO Der Viennale-12-Trailer:

KINO

(Chris Marker, F/Ö 2011, englOF, 1 min)

Argo

Spielfilm  Dokumentarfilm  Kurzfilm  Five Women They Wanted to See Something Different  Michael Caine  Specials/In Focus  Special Wien-Moskau OF Originalfassung  OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln  OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln  englOF englische Originalfassung

(Ben Affleck, USA 2012, OmU, 120 min)

Do, 1.11. Fr, 2.11. Sa, 3.11. so, 4.11. mo, 5.11. di, 6.11. 12.30 Moonfleet

(Fritz Lang, USA 1955, OF, 87 min)

14.30 Dupa dealuri

Starlet

(Sean Baker, USA 2012, OF, 104 min)

Anna

(Alberto Grifi, Massimo Sarchielli, I 1972–75, OmenglU, 225 min)

Le Carrosse d’Or

(Jean Renoir, F/I 1952, englOF, 102 min)

Enjoy Yourself

Re: Generation Music Project

Bestiaire

Get Carter

The Dynamiter

Filme von Rosa von Praunheim

Camille redouble

(Amir Bar-Lev, USA 2012, OF, 82 min)

(Denis Côté, CAN/F 2012, 72 min)

(Cristian Mungiu, RO/F/B 2012, OmU, 150 min)

(Gastón Solnicki, ARG 2012, 3 min) Searching for Sugar Man (Bendjelloul, SWE/GB 2011, OmU, 86 min)

Gimme the Loot

Dark Horse

Diamantenfieber

(Todd Solondz, USA 2011, OF, 85 min)

(Peter Kern, Ö 2012, OmenglU, 74 min)

Autoreiji Biyondo

Beasts of the Southern Wild

Tabu

Margaret

Museum Hours

Jagten

The Hills Have Eyes

Sightseers

(B. De Palma, USA 1980, OF, 105 min)

23.00 Dressed to Kill

23.30 Turning

Rampart

Charles Bradley: Soul of America

O som ao redor

Century

(Adam Leon, USA 2012, OF, 81 min)

(Kitano Takeshi, J 2012, OmenglU, 110 min)

(Wes Craven, USA 1977, OF, 89 min)

(Kleber Mendoca Filho, BRA 2012, OmenglU, 124 min)

Trás-os-Montes

(António Reis, Margarida Cordeiro, P 1976, OmenglU, 111 min)

Terrore nello spazio

(Mario Bava, I/E/USA 1965, OmenglU, 88 min)

Filme von Alberto Grifi (Programm 1) À perdre la raison

(Joachim Lafosse, B/LUX/F/CH 2012, OmU, 111 min)

Erdbeerland

(Benh Zeitlin, USA 2012, OmU, 92 min)

(Ben Wheatley, GB 2012, OF, 89 min)

Überraschungsfilm

(Miguel Gomes, P/D/BRA/F 2012, OmU, 118 min)

1.00 The Texas Chainsaw Mas-

sacre (Hooper, USA 1974, OF, 83 min)

Meine Keine Familie

(Paul-Julien Robert, Ö 2012, OmenglU, 93 min) (Kenneth Lonergan, USA 2011, OF, 150 min) (Charles Atlas, DK/USA 2011, OF, 82 min)

Belarmino

Tectonics

Filme von Alberto Grifi (Programm 1)

Os verdes anos

Filme von Jean-Claude Rousseau

Death Row

(Kevin J. Everson, USA 2012, 7 min) (Rappmund, USA/Mexiko 2012, 60 min) (Paulo Rocha, P 1963, OmenglU, 87 min)

(Jean-Claude Rousseau, F 1984–2012, OmenglU, 71 min)

Something Different: Trailershow

Uchu daikaiju girara

(OF, 66 min)

(Kazui Nihonmatsu, J 1967, OmenglU, 88 min)

Filme von Jean-Claude Rousseau

18.00 Oh Yeah, She Performs!

(Jean-Claude Rousseau, F 1984–2012, OmenglU, 71 min)

O Gebo e a sombra

(Manoel de Oliveira, P/F 2012, OmenglU, 91 min)

(Mirjam Unger, Ö 2012, OmenglU, 98 min)

(Fernando Lopes, P 1964, OmenglU, 72 min) (Werner Herzog, USA/GB/Ö 2012, OF, 208 min)

(Mike Hodges, GB 1971, OmU, 112 min)

(Rosa von Praunheim, Elfi Mikesch, D 2012, 84 min) (Jem Cohen, Ö/USA 2012, OmU, 107 min) (Oren Moverman, USA 2011, OF, 105 min)

Camille redouble

(Noémie Lvovsky, F 2012, OmenglU, 110 min)

Hollywood Movie

That’s Wolf – Zum 100. Geburts- A vinganÇa de uma mulher (Rita Azevedo Gomes, P 2011, tag Wolf Suschitzky (Snow & Get Carter, GB 1963/71)

OmenglU, 100 min)

À peine ombre

(G. Brac, F 2011, OmenglU, 58 min)

(Gregg Barson, USA 2011, OF, 116 min)

(Nazim Djemaï, F 2012, OmenglU, 87 min)

Sun Don’t Shine

Filme von Mati Diop

Ein Moment der Stille am Grab von Ed Gein (Buttgereit, D 2012, 2 min)

(Amy Seimetz, USA 2012, OF, 82 min)

Filme von Alberto Grifi (Programm 2)

Jagten

(Amy Seimetz, USA 2012, OF, 12 min)

Alien

The Hills Have Eyes

Anders, Molussien

(Wes Craven, USA 1977, OF, 89 min)

(Nicolas Rey, F 2012, OmenglU, 81 min)

Dirty Rotten Scoundrels

O Gebo e a sombra

... quando troveja

(Manuel Mozos, P 1999, OmenglU, 93 min)

Professor Mamlok

(Gerbert Rappaport, Adol’f Minkin, UdSSR 1938, OmU, 104 min)

The Central Park Five

(Sarah Burns, David McMahon, Ken Burns, USA 2012, OF, 119 min)

(Frank Oz, USA 1988, OF, 110 min)

(Manoel de Oliveira, P/F 2012, OmenglU, 91 min)

Anders, Molussien

Žizn’ v citadeli

(Nicolas Rey, F 2012, dF, 81 min)

(Gerbert Rappaport, UdSSR 1947, OmU, 86 min)

Ins Blaue

Xavier

(Rudolf Thome, D 2011, OmenglU, 105 min)

(Manuel Mozos, P 1991/2002, OmenglU, 96 min)

Capturing the Friedmans

(Andrew Jarecki, USA 2003, OmU, 107 min)

Son bolel’šČika

(G. Rappaport, UdSSR 1953, 4 min)

Poddubenskie Častuški

(Rappaport, UdSSR 1957, OmU, 78 min)

Syrakus

Fremd

Berg Fidel – Eine Schule für alle

Tropicália

Shoot Don’t Shoot

Ingrid Caven. Musique et voix

Kurzfilmprogramm 1 Après mai

(Olivier Assayas, F 2012, OmU, 122 min)

Bestiaire

(Denis Côté, CAN/F 2012, 72 min)

Shoot Don’t Shoot

(W. E. Jones, USA 2012, OF, 5 min) The War (J. Benning, USA 2012, OmenglU, 55 min)

(W. E. Jones, USA 2012, OF, 5 min) The War (J. Benning, USA 2012, OmenglU, 55 min)

(Bertrand Bonello, F 2012, OF, 98 min)

(Hella Wenders, D 2011, OmenglU, 87 min)

El muerto y ser feliz

(Javier Rebollo, E/ARG/F 2012, OmenglU, 92 min)

Dann bin ich ja ein Mörder (Walter Manoschek, Ö 2012, OmenglU, 70 min)

The Angry Red Planet

(Jazmín López, ARG 2012, OmenglU, 82 min)

Notes for a Polish Jew

(Lewis Gilbert, GB 1965, OF, 112 min)

Kurzfilmprogramm 3 (67 min)

The Creation As We Saw It

A última vez que vi Macau

(Marcelo Machado, BRA 2012, OmenglU, 87 min)

(João Pedro Rodrigues, João Rui Guerra da Mata, P/F 2012, OmenglU, 82 min)

Wo hai you hua yao shuo

Girl Model

Leones

Donoma

The Dynamiter

A última vez que vi Macau

Something Different: Trailershow

Jack and Diane

(OF, 66 min)

(Bradley Rust Gray, USA 2011, OF, 110 min)

Kurzfilmprogramm 1

La noche de enfrente

(OmenglU)

(Raúl Ruiz, Chile/F 2012, OmenglU, 110 min)

(Ying Liang, Südkorea/China 2012, OmenglU, 70 min) (Matthew Gordon, USA 2011, OF, 73 min)

(Ashley Sabin, David Redmon, USA 2011, OmenglU, 78 min) (João Pedro Rodrigues, João Rui Guerra da Mata, P/F 2012, OmenglU, 82 min)

(Jazmín López, ARG 2012, OmenglU, 82 min)

(Djinn Carrénard, F 2011, OmenglU, 135 min)

Ruínas

(Manuel Mozos, P 2009, OmenglU, 60 min)

Girl Model

A vinganÇa de uma mulher

82 min)

Duch, le maître des forges de l’enfer

Charles Bradley: Soul of America

Jack and Diane

Renmin Gongyuan

Kurzfilmprogramm 4

Exit Elena

Sueño y silencio

Kurzfilmprogramm 6

(Rithy Panh, F/Kambodscha 2011, OmenglU, 103 min)

Aliyah

(Élie Wajeman, F 2012, OmenglU, 90 min)

(Ashley Sabin, David Redmon, USA 2011, OmenglU, 78 min) (Bradley Rust Gray, USA 2011, OF, 110 min)

(Poull Brien, USA 2012, OF, 74 min)

Hollywood Movie

(V. Schreiner, D 2012, englOF, 7 min)

Harry Dean Stanton: Partly Fiction

(S. Huber, CH/USA 2012, OmU, 77 min)

(OmenglU, 67 min)

Little Closer Ingrid Caven. Musique et voix A (Matthew Petock, USA 2011, OF,

Kurzfilmprogramm 3

Ai de ti shen

(Bertrand Bonello, F 2012, OF, 98 min)

73 min)

(67 min)

(Emily Tang, China 2012, OmenglU, 88 min)

Jeff

Filme von Werner Schroeter

Autoreiji Biyondo

The Trollenberg Terror

Matango

(Werner Schroeter, BRD 1968, 94 min)

Alfie

Tropicália

Tony Curtis: Driven to Stardom (Ian Ayres, F 2012, englOF, 96 min)

(Chris James Thompson, USA 2012, OF, 76 min)

(Manuel Mozos, P 1991/2002, OmenglU, 96 min)

(Ib Melchior, USA 1959, dF, 83 min)

Filme von Alberto Grifi (Programm 3)

(M. Hoolboom, CAN 2012, OF, 70 min)

(Alberto Grifi, Massimo Sarchielli, I 1972–75/2012, OmenglU, 326 min)

Turning

(Michel Lipkes, Mexiko 2011, OmenglU, 67 min)

(Ben Rivers, GB/F 2012, OF, 14 min) Inori (P. González-Rubio, J 2012, OmenglU, 72 min)

Lacan Palestine

Anna & La doppia vita di Anna

5 Broken Cameras (E. Burnat, G. Da- (Charles Atlas, DK/USA 2011, OF,

vidi, IL/F/PAL 2011, OmenglU, 90 min)

Malaventura

(João César Monteiro, P 1989, OmenglU, 115 min)

(Jay Keitel, USA 2005, OF, 52 min)

(OmenglU, 75 min)

2011, OmenglU, 14 min)

RecordaÇões da casa amarela

(englOF, 57 min)

(Claire Denis, F/D 2008, OmU, 100 min)

Black Dragon Canyon

(Manuel Mozos, P 1996, OmenglU, 56 min)

Kurzfilmprogramm 2 Snow Tapes (M. Zupraner, IL/PAL

Kurzfilmprogramm 5

(José Álvaro Morais, P 1987, OmenglU, 123 min)

(Abraham Ravett, USA 2012, 8 min)

Filme von Alberto Grifi (Programm 2)

(Marcelo Machado, BRA 2012, OmenglU, 87 min)

O bobo

Cinema português (...)?

Electrick Children

(Hella Wenders, D 2011, OmenglU, 87 min)

35 rhums

Xavier

Um passo, outro passo e depuis ...

(Miriam Faßbender, D/Mali/Algerien/ Marokko 2012, OmenglU, 93 min)

(Ruggero Deodato, I 1979, englOF, 95 min)

Leones

Renmin Gongyuan

(Klaus Wyborny, D 2012, 85 min)

Cannibal Holocaust

(Lewis Gilbert, GB 1983, OF, 110 min)

Berg Fidel – Eine Schule für alle

(Ying Liang, Südkorea/China 2012, OmenglU, 70 min) (Rebecca Thomas, USA 2012, OF, 96 min)

Educating Rita

(Oren Moverman, USA 2011, OF, 105 min)

Wo hai you hua yao shuo

(Manuel Mozos, P 1989, OmenglU, 58 min)

(José Álvaro Morais, P 1987, OmenglU, 123 min)

Rampart

(Klaus Wyborny, D 2012, 85 min)

(Libbie D. Cohn, J.P. Sniadecki, China/ USA 2012, 78 min)

O bobo

(So Yong Kim, USA 2012, OF, 94 min)

Syrakus

(Werner Schroeter, BRD 1968, 94 min)

(Emily Tang, China 2012, OmenglU, 88 min)

For Ellen

For Ellen

Filme von Werner Schroeter

(Narcisa Hirsch, ARG 1976–2012, englOF, 77 min)

(Thomas Vinterberg, DK/SWE 2012, OmU, 111 min)

(So Yong Kim, USA 2012, OF, 94 min)

20.00 An Evening to Remember

Ai de ti shen

(Funahashi Atsushi, J 2012, OmenglU, 96 min)

The Texas Chainsaw Massacre

(Tobe Hooper, USA 1974, OF, 83 min)

(Ridley Scott, USA 1979, OF, 117 min)

(Gerbert Rappaport, UdSSR 1963, OmU, 90 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 2)

Nyukuria Neisyon

(Pablo Larraín, Chile/USA/Mexiko 2012, OmU, 115 min)

Ceremuski

(Patti Smith im Metro-Kino)

(Kenneth Lonergan, USA 2011, OF, 150 min)

(Mati Diop, F/Senegal 2009–2011, OmenglU, 76 min)

Tabu

(John Huston, GB/USA 1975, OF, 129 min)

(Raúl Ruiz, Chile/F 2012, OmenglU, 110 min)

(Ulises Rosell, ARG 2012, OmenglU, 85 min)

When We Lived in Miami

Ins Blaue

The Man Who Would Be King

Filme von Alberto Grifi (Programm 2)

Method to the Madness of Jerry Lewis

Un monde sans femmes

RecordaÇões da casa amarela

(Miguel Gomes, P/D/BRA/F 2012, OmU, 118 min)

(B. Zeitlin, USA 2012, OmU, 92 min) 11.00 Zima, uhodi! (Khoreva, Klebleev, Kubasov u.a., RUS 2012, OmenglU, 79 min)

Le Naufragé

(G. Brac, F 2009, OmenglU, 25 min)

Malaventura

(Rudolf Thome, D 2011, OmenglU, 105 min)

6.30 Beasts of the Southern Wild

23.30 20 Little Films

(Ö 1995–2012, 26 min) 23.30 L’intervallo (Costanzo, I/CH/D 2012, OmenglU, 90 min)

15.30 Margaret

No

(Joao César Monteiro, P 1989, OmenglU, 115 min)

(Poull Brien, USA 2012, OF, 74 min)

19.30 20 Little Films

(Ö 1995–2012, 26 min) 19.30 L’intervallo (Costanzo, I/CH/D 2012, OmenglU, 90 min)

La noche de enfrente

A Little Closer

(Michel Lipkes, Mexiko 2011, OmenglU, 67 min)

(Thomas Vinterberg, DK/SWE 2012, OmU, 111 min)

Duch, le maître des forges de l’enfer

(S. Huber, CH/USA 2012, OmU, 77 min)

00.00 À perdre la raison

(Matthew Petock, USA 2011, OF, 73 min)

(Noémie Lvovsky, F 2012, OmenglU, 110 min)

El etnógrafo

(Ruggero Deodato, I 1979, englOF, 95 min)

(Joachim Lafosse, B/LUX/F/CH 2012, OmU, 111 min)

(Matthew Gordon, USA 2011, OF, 73 min)

(Djinn Carrénard, F 2011, OmenglU, 135 min)

Cannibal Holocaust

(E. Mims, J. Tippet, USA 2011, OF, 68 min)

(Jacques Demy, F/I 1960, OmenglU, 85 min)

Donoma

Only the Young

(F. Pochlatko, Ö 2012, OmenglU, 32 min)

Lola

Harry Dean Stanton: Partly Fiction

(V. Schreiner, D 2012, englOF, 7 min)

(Rithy Panh, F/Kambodscha 2011, OmenglU, 103 min)

La madre (J.-M. Straub, CH 2012, OmenglU, 20 min) Geschichtsunterricht (J.-M. Straub, D. Huillet, BRD/I 1972, 88 min)

Mi, 7.11.

(Kitano Takeshi, J 2012, OmenglU, 110 min)

(Quentin Lawrence, GB 1958, OF, 82 min)

(Honda Ishiro, J 1963, OmenglU, 89 min)

(Nathan Silver, USA 2012, OF, 72 min)

(Rita Azevedo Gomes, P 2011, OmenglU, 100 min)

(Libbie D. Cohn, J.P. Sniadecki, China/ USA 2012, 78 min) (Jaime Rosales, E/F 2012, OmenglU, 110 min)

Far from Afghanistan

(OmenglU, 72 min)

(John Gianvito, Jon Jost, Minda Martin, Travis Wilkerson, Soon-Mi Yoo, USA 2012, OmenglU, 129 min)

Sueño y silencio

Fantastic Voyage

(Jaime Rosales, E/F 2012, OmenglU, 110 min)

(Richard Fleischer, USA 1966, OF, 100 min)


Fritz Lang

Kurzfilmprogramm 1 River Rites

(B. Russell, USA/Suriname 2011, kein Dialog, 12 min) Walker (Tsai Ming-liang, HK/Taiwan 2012, kein Dialog, 27 min)

Manhã de Santo António

Das Gesamtwerk — bis 29. November

(João Pedro Rodrigues, P/F 2011, OmeU, 24 min)

Kurzfilmprogramm 2

18.30 Uhr

21 Uhr

19.00 Der müde Tod

Moonfleet

19.00 While the City Sleeps

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

17.30 Metropolis  (Fritz Lang, D 1927/84 , 83 min) 19.15 The Big Heat  (Fritz Lang, USA 1953, OF, 90 min)

Das Testament des Dr. Mabuse

17.30 Die Spinnen - Teil 1: Der goldene See  (Fritz Lang, D 1919, 72 min) 19.00 Die Spinnen - Teil 2: Das Brillantenschiff  (Fritz Lang, D 1919, 99 min)

Fury

19.00 Deutsche Lebensläufe - Fritz Lang  (A. Demenok, D 2007, 45 min) Le Dinosaure et le bébé  (André S. Labarthe, F 1967, OmenglU, 63 min)

Le Mépris

19.00 You and Me

The Woman in the Window

Do 25.10.

17.00 House by the River  (Fritz Lang, USA 1950, OF, 89 min) 18.45 Beyond a Reasonable Doubt  (Fritz Lang, USA 1956, OF, 80 min)

20.30 Dr. Mabuse, der Spieler (1. Teil: Der große Spieler. Ein Bild unserer Zeit) (Fritz Lang, D 1922, 155 min)

Fr 26.10.

16.00 Hangmen Also Die!  (Fritz Lang, USA 1943, OF, 135 min) 18.30 Dr. Mabuse, der Spieler (2. Teil 2: Inferno. Ein Spiel von Menschen unserer Zeit)  (Fritz Lang, D 1922, 115 min)

You Only Live Once

Sa 27.10.

16.00 Ministry of Fear  (Fritz Lang, USA 1944, OF, 87 min) 18.00 Die Nibelungen - Teil 1: Siegfrieds Tod  (Fritz Lang, D 1924, 149 min)

Die Nibelungen - Teil 2: Kriemhilds Rache

So 28.10.

16.00 Liliom  (Fritz Lang, F 1934, OmU, 117 min) 18.30 Man Hunt  (Fritz Lang, USA 1941, OF, 100 min)

Secret Beyond the Door

16.00 Die 1000 Augen des Dr. Mabuse  (Fritz Lang, BRD 1960, 103 min) 18.00 Conversation with Fritz Lang

19.45 The Blue Gardenia

101 (Luis Miñarro, E/P 2012, OmeU, 20 min) Manhã de Santo António

(João Pedro Rodrigues, P/F 2011, OmeU, 24 min)

Os vivos também choram

(Basil Da Cunha, CH/P 2012, OmeU, 31 min)

Kurzfilmprogramm 3

Es war ein Tag wie jeder andere im Frühling oder Sommer

(Selma Doborac, Ö/BiH 2012, stumm/dtText, 17 min)

Paperwork

(Sasha Pirker, Ö/I 2012, kein Dialog, 15 min)

Reconnaissance

(Johann Lurf, USA/Ö 2012, stumm, 5 min)

Tante Elfi bastelt. Der Kolibri

(Lia Juresch, Ö 2012, OmeU, 15 min)

48 Köpfe aus dem Merkurov Museum (nach Kurt Kren)

(Anna Artaker, Ö 2012, stumm, 4 min) Trespass (P. Wenninger, Ö 2012, kein Dialog, 11 min)

Kurzfilmprogramm 4 Werner Schroeter

(Rosa von Praunheim, D 2012, OF, 11 min)

Quod erat demonstrandum

(Fabrice Aragno, CH 2012, OmeU, 26 min) 101 (Luis Miñarro, E/P 2012, OmeU, 20 min)

L‘ Après-midi près du tombeau de Falconetti (Oleg Tcherny, F 2012, OmeU, 10 min)

Do 18.10. Fr 19.10. Sa 20.10. So 21.10. Mo 22.10. Mi 24.10.

Kurzfilmprogramm 5 Skinningrove

(Michael Almereyda, USA 2012, OF, 15 min)

Walk-Through

(Redmond Entwistle, USA/GB 2012, OF, 18 min)

Kurzfilmprogramm 6

20 Little Films (Ö 1995–2012, OF, 26 min) La madre (Fabrice Aragno, CH 2012, OmeU, 26 min)

(Ö 2011, kein Dialog, 2 min) Schneiderei (Ö 2011, OmeU, 5 min) Sommerurlaub (Ö 2011, kein Dialog, 4 min) Familienurlaub (Szenen 1-17) (Ö 2012, OmeU, 23 min)

Filme von Coleen Fitzgibbon

Trip To Carolee (USA 1974/2011, kein Dialog, 5 min) Daily News (USA 1976, OF, 11 min) Rich And Poor (USA 1977/2010, OF, 7 min) Document (USA 1974–76/2008, OF, 9 min) Lower East Side (LES) (USA 1976/2011, OF, 17 min) X Magazine Benefit (Coleen Fitzgibbon,

Alan W. Moore, USA 1978/2010, OF, 12 min) FM/TRCS (USA 1974, kein Dialog, 12 min) Der Spiegel (USA 1975/2011, kein Dialog, 10 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 1)

16.00 American Guerrilla in the Philippines

(Jean-Luc Godard, F/I 1963, OmU, 102 min) (Fritz Lang, USA 1944, OF, 99 min)

(Fritz Lang, USA 1936, OF, 85 min) (Fritz Lang, D 1924, 130 min)

(Fritz Lang, USA 1948, OF, 99 min) (Fritz Lang, USA 1953, OmfrzU, 90 min)

21.30 PREMIERE: Easy Rider

(James Benning, USA 2012, 95 min)

Do 1.11.

Human Desire

Fr 2.11.

16.00 Fritz Langs deutsche Filme  (Klaus Kreimeier, BRD 1971, 92 min) 18.30Clash by Night  (Fritz Lang, USA 1952, OF, 105 min)

Le Mépris

16.00 Western Union

So 4.11.

Do 8.11. Fr 9.11. Sa 10.11.

(Fritz Lang, USA 1954, OF, 91 min) (Jean-Luc Godard, F/I 1963, OmU, 102 min)

20.30 Metropolis

16.00 Das wandernde Bild  (Fritz Lang, D 1920, 60 min) Harakiri  (Fritz Lang, D 1919, 79 min) 18.45 The Return of Frank James  (Fritz Lang, USA 1940, OF, 92 min)

The Big Heat

Cloak and Dagger Mo 5.11. (Fritz Lang, USA 1946, OF, 104 min) Mi 7.11.

(Fritz Lang, USA 1952, OF, 89 min)

(Fritz Lang, USA 1941, OF, 95 min)

Sa 3.11. 18.30 Fury  (Fritz Lang, USA 1936, OF, 94 min)

(Fritz Lang, D 1927/2010, 149 min)

(Fritz Lang, USA 1953, OF, 90 min)

While the City Sleeps

(Fritz Lang, USA 1956, OF, 99 min)

You and Me

20.30 M - Eine Stadt sucht einen Mörder

House by the River

20.30 Man Hunt

Ministry of Fear

20.30 Liliom

Beyond a Reasonable Doubt

20.15 Frau im Mond

(Fritz Lang, USA 1938, OF, 94 min) (Fritz Lang, USA 1950, OF, 89 min) (Fritz Lang, USA 1944, OF, 87 min) (Fritz Lang, USA 1956, OF, 80 min)

(Fritz Lang, D 1931, 109 min)

(Fritz Lang, USA 1941, OF, 100 min) (Fritz Lang, F 1934, OmU, 117 min) (Fritz Lang, D 1929, 185 min)

16.00 Das Testament des Dr. Mabuse (Fritz Lang, D 1933, 121 min)

So 11.11. Mo 12.11. Mi 14.11.

Sa 17.11.

Atlantiques (Senegal/F 2009, OmeU, 15 min) Snow Canon (F 2011, OmeU, 33 min) Big In Vietnam (F 2011, OmeU, 28 min)

(Fritz Lang, USA 1936, OF, 94 min)

16.00 Kämpfende Herzen  (Fritz Lang, D 1921, 79 min) 18.30 Scarlet Street  (Fritz Lang, USA 1945, OmfrzU, 101 min)

Filme von Narcisa Hirsch (Programm 2)

Filme von Mati Diop

(Fritz Lang, D 1933, 121 min)

21.15 Rancho Notorious

Do 15.11.

1976/2001, kein Dialog, 11 min) Ama-zona (Argent. 1983/2001, kein Dialog, 11 min) A-dios (Argentinien 1989, kein Dialog, 22 min) El Aleph (Argentinien 2005, OF, 1 min)

(Fritz Lang, D 1931, 109 min)

(Fritz Lang, USA 1950, OF, 105 min)

Come Out (Argentinien 1971, eOF, 12 min) Patagonia (Argentinien 1972, kein Dialog, 17 min) Taller (Argentinien 1975, eOF, 10 min) Rumi (Argentinien 1999, kein Dialog, 27 min)

Aída (Argentinien 1976/2012, kein Dialog, 7 min) Mujeres (Argentinien 1985, kein Dialog, 25 min) Testamento y vida interior (Argentinien

(Fritz Lang, USA 1938, OF, 94 min)

Mi 31.10. 18.30 Spione  (Fritz Lang, D 1928, 150 min)

Filme von Kurdwin Ayub

Katzenhimmel (Ö 2012, OmeU, 12 min) Adele1 (Ö 2012, OmeU, 5 min) Katzenjammer (Ö 2012, OmeU, 5 min) Hasenzahn (Ö 2012, OmeU, 4 min) Langsam Reiten Cowboy

(Fritz Lang, USA 1956, OF, 99 min)

(William Friedkin, USA 1975, OF, 47 min)

(Jean-Marie Straub, CH 2012, OmenglU, 20 min)

Quod erat demonstrandum

(Fritz Lang, USA 1955, OF, 87 min)

Mo 29.10. Fritz Lang  (Werner Dütsch, D 1974/90, 44 min)

Rite Of Spring

(M. Vatamanu, F. Tudor, RO 2010, stumm, 8 min) Snow City (Tan Pin Pin, Singapur 2011, eOF, 16 min)

(Fritz Lang, D 1921, 105 min)

18.30 The Blue Gardenia

20.15 Hangmen Also Die!

American Guerrilla in the Philippines

20.30 Human Desire

(Fritz Lang, USA 1953, OmfrzU, 90 min) (Fritz Lang, USA 1950, OF, 105 min)

(Fritz Lang, USA 1943, OF, 135 min) (Fritz Lang, USA 1954, OF, 91 min)

Western Union

(Fritz Lang, USA 1941, OF, 95 min)

Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (Fritz Lang, BRD 1960, 103 min)

20.30 Secret Beyond the Door (Fritz Lang, USA 1948, OF, 99 min)

16.30 Der Tiger von Eschnapur (Fritz Lang, BRD 1959, 101 min)

18.30 You Only Live Once

(Fritz Lang, USA 1936, OF, 85 min)

16.30 Das indische Grabmal (Fritz Lang, BRD 1959, 101 min)

So 18.11. 18.30 Clash by Night (Fritz Lang, USA 1952, OF, 105 min) Mo 19.11. Sa 24.11.

20.30 Scarlet Street

(Fritz Lang, USA 1945, OmfrzU, 101 min)

Cloak and Dagger

(Fritz Lang, USA 1946, OF, 104 min)

The Woman in the Window

(Fritz Lang, USA 1944, OF, 99 min)

17.00 The Return of Frank James  (Fritz Lang, USA 1940, OF, 92 min)

So 25.11. 18.45 Rancho Notorious  Do 29.11.

(Fritz Lang, USA 1952, OF, 89 min)

Moonfleet

(Fritz Lang, USA 1955, OF, 87 min)

Tickets: Tel. 0800 664 012 oder www.viennale.at

Kartenvorverkauf  ab 20. Oktober

Kartenverkauf Retrospektive

Gartenbaukino 20. bis 24. Okt. (tägl. 10–20 Uhr) Schottentor-Passage (tägl. 10–20 Uhr) Mariahilfer Str./Ecke Museumsquartier (tägl. 10–20 Uhr)

An den Vorverkaufskassen und im Filmmuseum (die Kasse öffnet eine Stunde vor der ersten Vorstellung) Reservierungen unter 01/533 70 54 oder www.filmmuseum.at

OF Originalfassung  englOF englische Originalfassung  OmfrzU Originalfassung mit französischen Untertiteln OmU Originalfassung mit deutschen Untertiteln  OmenglU Originalfassung mit englischen Untertiteln


DIES PARADIES

Liebe

Liebe

Ein Film von Ulrich Seidl

*) KorneliusTarmann_ Design

Ab 30. November 2012 im Kino

Eine Ulrich SeidlFilmProduktion Regie: Ulrich Seidl | Drehbuch: Ulrich Seidl, Veronika Franz | Kamera: Wolfgang Thaler, Ed Lachman | Ton: Ekkehart Baumung | Szenenbild: Renate Martin, Andreas Donhauser | Kostüm: Tanja Hausner | Casting: Eva Roth Schnitt: Christof Schertenleib | Herstellungsleiter: Konstantin Seitz | Produktionsleitung: Max Linder | Besetzung: Margarethe Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux, Dunja Sowinetz, Helen Brugat, Gabriel Mwarua, Josphat Hamisi, Carlos Mkutano Produktion: Ulrich Seidl Film | Koproduktion: Tat Film, Parisienne de Production | Mit Unterstützung von: Österreichisches Filminstitut, Filmfonds Wien, Land Niederösterreich, Eurimages, Centre National de la Cinématographie In Zusammenarbeit mit: ORF (Film/Fernseh-Abkommen), WDR/ARTE, Degeto, ARTE France Cinéma | Copyright © Wien 2012 | Ulrich Seidl Film Produktion | Tatfilm | Parisienne de Production | ARTE France Cinéma


F A L T E R   4 2 / 1 2

V i e nnale 12

Bauten von Pier Luigi Nervi: Palast der Arbeit (1961, Turin), unten: Stadiovn Artemio Franchi (1932, Florenz)

Lesarten von Architektur Heinz Emigholz über „Parabeton“ und „Perret“, seine Architekturfilme insgesamt und Umwege, die die Ortskenntnis erhöhen GESPRÄCH: RALPH EUE

V

iennale-Stammgast Heinz Emigholz, geboren 1948 bei Bremen, ist ein Multitalent. Neben seiner Arbeit als freischaffender Filmemacher, Kameramann und Produzent ist er als bildender Künstler tätig, als Autor und Publizist. Mit „The Basis of Make-Up“ beginnt er 1984 seine enzyklopädische Serie „Photographie und Jenseits“, 1993 mit „Sullivans Banken“ die Reihe „Architektur als Autobiografie“. 20 Jahre und ebenso viele Filme später liegen mit „Parabeton – Pier Luigi Nervi und Römischer Beton“ und „Perret in Frankreich und Algerien“ nun die zwei – vorerst – letzten Einträge zu dieser Serie vor.

Falter: Wie viel Licht nehmen Sie zu Ihren Dreharbeiten mit? Heinz Emigholz: Grundsätzlich sehr wenig. Bei „Parabeton“, meinem Film zu Pier Luigi Nervi, und „Perret in Frankreich und Algerien“ zum Beispiel hatten wir gar kein zusätzliches Licht dabei. Idealerweise möchte ich die Lichtverhältnisse so aufnehmen, wie sie tatsächlich sind, weil das Licht ja letztlich auch Bestandteil der gegebenen architektonischen Situation ist. Das hat bei den ersten Filmen dazu geführt, dass wir bestimmte Wunscheinstellungen einfach nicht herstellen konnten – seit wir digital drehen, ist das aber nie mehr vorgekommen. Mich interessiert ja an den Bauten, die wir zeigen, deren „alltägliches Dasein“. Außerdem die Art, wie sie eingebettet sind in ihre Umgebung und wie sie genutzt werden.

Es gibt zu diesem Thema, der Abbildung von Ikonen der architektonischen Moderne, lebhafte Kontroversen: Soll man diese Häuser überhaupt so zeigen, wie sie heute sind?

Emigholz: Mir werden tatsächlich oft Fragen

gestellt wie: „Finden Sie das nicht traurig, wie das alles mutiert und verfällt?“ Eigentlich geht mir eine solche Haltung nachhaltig auf die Nerven, aber nur manchmal sage ich, dass mir das völlig schnurz ist. Ich finde all diese Tendenzen, die Moderne jetzt in so ein Idealgebilde hinein zu überhöhen, völlig idiotisch. Sie kennen das ja wahrscheinlich, diese Inszenierungen, wo dann gern einmal eine Palme hinter ein Fenster gerollt wird, weil das sonst zu leer aussieht. Das ist die Ästhetik von Verkaufsprospekten. Viel inter­essanter ist ja das Schicksal der Moderne: Was passiert eigentlich mit diesen Gebäuden? Und das sieht man sehr oft in meinen Filmen, wenn die ursprüngliche Absicht nicht mehr gelebt wird oder wenn die ursprünglichen Bauherren weg sind? Wie ist es, wenn es längst zu einem anonymen Verhältnis zwischen den Nutzern und dem Gebäude selbst gekommen ist oder es einer ganz anderen Nutzung zugeführt wurde? Was ist das Gebäude dann noch, und wie verändert es sich? Das versuche ich mit meinen Filmen zu „lesen“. „Parabeton“ und auch „Perret“ sind späte Teile Ihrer Serie „Photographie und Jenseits“. Wie kam es vor knapp 20 Jahren zum Projekt einer solchen Serie? Welche Interessen haben Sie geleitet? Emigholz: Es ging knapp gesagt darum, dass ich in einer Reihe vorgefundener, komplex strukturierter Räume der Aufgabe nachgehen wollte, sie in die Fläche zu übersetzen. Ursprünglich, 1993, sollte das alles ein einziger Film werden, und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass das gar nicht geht. Dann hat das wie durch Zellteilung zu wuchern angefangen.

„Bei den letzten Projekten war ich zunehmend damit konfrontiert, dass man keine Drehgenehmigungen bekommt für Gebäude, weil jemand behauptet, er habe das Bildrecht daran“ Heinz Emigholz

Stand die Liste der Architekten, deren Werk Sie sich widmen wollten, von Anfang an fest? Emigholz: Klar war zum Beispiel, dass es um Louis Sullivan, Antoni Gaudí, Robert Maillart, Rudolph Michael Schindler, Adolf Loos und Luigi Nervi gehen sollte – also gewissermaßen Pioniere der Moderne. In deren Arbeit fand mein kinematografisches Ideal, möglichst komplexe Bildflächen zu erschaffen, ein perfektes Gegenüber. Wenige andere wie Bruce Goff und Auguste Perret kamen erst später hinzu, weil ich die Dimension ihres Schaffens erst begriffen habe, als ich die Filme zu Sullivan und Maillart abgeschlossen hatte. Wie ist der Untertitel Ihrer Serie zu verstehen, „Architektur als Autobiografie“? Emigholz: In den meisten Schriften, die sich heutzutage biografisch mit Leben und Werk von Architekten befassen, wird mit Verweisen und Bezügen in alle Richtungen gearbeitet. Mein Motiv dagegen ist, das, was die planerische und gestalterische Arbeit ausmacht, als sprachlichen Ausdruck ernst zu nehmen. Unter dieser Prämisse manifestiert sich dann auch die Autobiografie in den „Texten“ von Bauten. Autobiografie beschränkt sich nicht nur auf das geschriebene oder gesprochene Wort. Wenn der Zuschauer also in die Lage versetzt wird, durch einen Film Räume zu erfahren, „liest“ er in der Autobiografie ihres Architekten. Das ist der Unterschied zu anderen Filmen über Architektur. In meinen Filmen erkläre ich die Architekturen von innen heraus, indem ich sie erfahrbar mache. Viele dieser Architekten, deren Arbeit Sie vorstellen, sind einem nicht unbedingt geläufig. Wie sind Sie auf sie gestoßen? Emigholz: Ich bin von Gebäuden ausgegangen, die ich kannte, in den USA waren das Häuser von Sullivan und Schindler, dann natürlich, vor allem in Österreich, Bauten von Loos. Das sind Architekten, bei denen offensichtlich ist, dass dieses Erschaffen komplexer Räume konstantes Thema in der Arbeit ist. Diese Komplexität hatte

Fotos: viennale

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V i e n n a l e 1 2    ja damals auch massive Auswirkungen auf Materialfragen: Mit den Anfängen der Moderne wurde der Stahlbeton „entdeckt“, was ganz neue Möglichkeiten eröffnete, Fassaden zu denken und zu kon­struieren oder auch tragende Elemente neu zu gestalten, wie es bei Maillart und Nervi der Fall ist. Am Anfang der Moderne ist eigentlich eine Grammatik einer neuartigen Architektur entwickelt worden – deshalb würde ich auch einige der Architekten, die gegenwärtig als besonders modern angesehen werden, wie Zaha Hadid, Frank Gehry oder Norman Foster, lediglich als aktuelle Anwender dieser Grammatik sehen, ohne dass sie etwas wirklich grundsätzlich Originelles leisten würden. Ein Kompendium der klassischen Moderne also? Emigholz: Es geht mir eher um die Feststellung einer Tatsache, besonders in Bezug auf die sogenannte Architekturgeschichte, die es ebenso wenig gesichert gibt wie eine Filmgeschichte: Es gibt lediglich Konstrukte und Hervorhebungen, um Linearität und Fortschritt oder Modernität zu deklamieren, Festschreibungen, die darüber funktionieren, dass man eben auch Ausschlüsse vornimmt. An jemandem wie Bruce Goff ist das vorexerziert worden. Soll man jetzt in einer Art Gegenbewegung Goff für den Kanon nominieren? Vielleicht genügt es fürs Erste, ihn zur Kenntnis zu nehmen. In Ihrem Film über Bruce Goff gibt es öfter Sequenzen, die anmuten, als wollten Sie die „Handlung“ einer tatsächlichen Begehung simulieren. Sie erzeugen kontinuierlich den Eindruck, als würde man als Fremder, von außen kommend, hereingeleitet und dann nach und nach durchs Haus geführt – gewissermaßen bis ins Verborgenste und dann wieder nach draußen. War für Sie beim Drehen klar, was die erste oder die letzte Einstellung einer Sequenz sein würde? Emigholz: Wenn ich an einem Drehort ankomme, lege ich fest, was gefilmt wird. Sowohl innen wie außen, also die nähere und weitere Umgebung. Ich überlege, aus wel-

chen Perspektiven ich etwas aufnehmen, wie nah ich an etwas herangehen will. Dann wird das alles gedreht, aber – das ist wichtig – nicht mit einem Schnittplan im Kopf, denn das würde die gedankliche Konzen­ tration von der Komposition der einzelnen Einstellung abziehen. Allerdings muss ich an jedem Ort das Gefühl haben, dass ich das Gebäude kinematografisch erfasst habe. Erst am Schneidetisch lege ich den genauen Gang fest. Ich filme aber so, dass sich Einstellungen untereinander verbinden lassen. Ich will keine schönen Tableaux gestalten, die für sich stehen. Es muss in einer Einstellung etwas drin sein, was in der nächsten fortgesetzt wird, von einem anderen Winkel aus gesehen, kleiner, größer etc., damit Sie sich als Zuschauer den Raum wieder rekonstruieren können in der Zeit.

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Auguste Perret: Eglise Saint-Joseph (1954, Le Havre), aktuelle Ansicht von Algiers (unten)

Wie genau kennen Sie die porträtierten Gebäude, bevor Sie zu drehen beginnen? Emigholz: Die meisten ziemlich gut. Vielleicht war ich einmal da, lange bevor ich entschieden habe, dort irgendwann einmal zu drehen. Manche sehe ich mir auch vorher gezielt an. Manchmal kenne ich auch nur Fotos und extrapoliere aus den Fotos, was ich vielleicht an Realität dort vorfinden werde. Bei vielen Recherchen ist mir aber aufgefallen, dass Fotos erstaunlich wenig hergeben und Architekturfotografie, gerade wenn sie die Räume zusammenziehen will, Weitwinkel benutzt und so weiter, immer ziemlich verfälscht, und dass diese Fotos etwas entstehen lassen, was mich als Filmemacher gar nicht mehr interessiert: also bestimmte Gegebenheiten zu betonen, hier ist es besonders wichtig, dort überhaupt nicht. Bei „Parabeton“ ist mir viel mehr als bei Ihren vorangegangenen Filmen die unglaublich präsente und genaue Tonlandschaft aufgefallen, die Sie mit den Bildern entstehen lassen. Emigholz: Großen Wert darauf gelegt haben wir eigentlich von Anfang an, aber sicher ist es so, dass sich technologisch auf diesem Feld sehr viel entwickelt hat in den vergangenen Jahren. Wann sind die ersten Filmen herausgekommen? Bei „Sullivans Banken“ etwa galt Stereo noch als State of the Art. Bei den jetzigen Filmen über Nervi und Perret gibt es eine fantastische Surround-Tonmischung Wenn man sich Ihren bereits erwähnten Editionsplan von 1993 ansieht, sieht man, dass Sie mit dem Werkabschnitt Ihrer Architekturfilme praktisch ans Ende gekommen sind. Sie haben kürzlich aber auch einmal gesagt, dass Sie, selbst wenn das nicht so wäre, diese Art von Filmen gar nicht mehr weitermachen könnten, zumindest nicht wollten. Warum? Emigholz: In den letzten zehn Jahren hat sich eine immer rasantere Kapitalisierung von real existierenden Räumen entwickelt. Ich war bei den letzten Projekten zunehmend­ damit konfrontiert, dass man keine Drehgenehmigungen bekommt für Gebäude, weil jemand behauptet, er habe das Bildrecht daran. Bis vor einer Weile habe ich immer gedacht, Bildrechte beziehen sich auf Bilder, aber Bildrechte können auch für dreidimensionale Objekte reklamiert werden, und das ist schon erstaunlich, dass man überhaupt das Bildrecht an einem Haus be-

Ralph Eue, Publizist und Übersetzer, lebt in Berlin. Herausgeber von „Jean Epstein. Bonjour Cinéma und andere Schriften zum Kino“ (2008), künstlerischer Leiter des internationalen Forschungsprojekts „Die Provokation der Wirklichkeit. 50 Jahre Oberhausener Manifest“

Parabeton – Pier Luigi Nervi und Römischer Beton Künstlerhaus: Fr, 26.10., 16 Uhr Perret in Frankreich und Algerien Künstlerhaus: Fr, 26.10., 18.30 Uhr

sitzen darf, wo doch dieses Haus aus Millionen von Perspektiven gesehen, fotografiert und gefilmt werden kann. Nun hat sich solche Rechtsauffassung aber anscheinend durchgesetzt: Es gibt Foundations, die Bildrechte von Architekten aufkaufen und beanspruchen, dass man sie fragt, ob man etwas filmen darf. Da werden dann wahnsinnige Summen aufgerufen. Ich wollte zum Beispiel noch einen Film über den mexikanischen Architekten Luis Barragán machen, und in dem Zusammenhang sollte ich an die Barragán-Stiftung, die in der Schweiz sitzt und zu 100 Prozent im Besitz der Schweizer Firma Vitra Design ist, 30.000 Euro bezahlen. Einer der Hintergründe dabei ist, dass sie gar nicht wollten, dass überhaupt jemand etwas über Barragán veröffentlicht – ein klassischer Fall, sich ein Forschungsgebiet quasi patentieren zu lassen, es also zum Privatbesitz zu erklären. Den geplanten Film über Barragán wird es also nicht mehr geben? Emigholz: Doch, der ist auch schon ab­ gedreht. Aber er wird anders aussehen, als ich es kurz vor Beginn der Dreharbeiten noch dachte. Es wird mehr ein Film über Mexiko-Stadt sein und darüber, wie Barragáns Gebäude in ihrer Umgebung leben. Wir zeigen auch nur öffentliche Gebäude. Vielleicht nähere ich mich über diesen Umweg auch nur wieder dem an, was ich in meiner ursprünglichen Liste einmal dazu aufgeschrieben habe. Da sollte der Film „Barragáns Mauern“ heißen. Im Untertitel: „Körperfarben, Landschaft und Beton in Mexiko“. F


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Viennale 12 Spielfilme Ai de ti shen / All Apologies (China 2012) R: Emily Tang D: Cheng Taishen, Yang Shuting, Liang Jing. 88 min. Ein Unglücksfall in einem chinesischen Dorf verbindet zwei benachbarte Paare: Das Kind der einen wird Opfer eines Unfalls, den die anderen versehentlich verantworten. Eine verstörende Abmachung wird getroffen. Stadtkino: Sa 3.11., 13.00 + Urania: Mo 5.11., 21.00 (OmenglU) Ai to makoto / For Love’s Sake (J 2012) R: Miike Takashi D: Emi Takei, Tsumabuki Satoshi, Ihara Tsuyoshi. 134 min. Miike Takashi, Bad Boy des japanischen Kinos, erzählt die Geschichte von Bad Boy Makoto und seiner Verehrerin Ai. Aus Liebe folgt sie ihm auf eine Problemschule nach. Musicaleinlagen wechseln mit Faustkämpfen in dieser rabiatromantischen Verfilmung eines Mangas von 1973. Gartenbau: Di 30.10., 23.00 (OmenglU) Aliyah (F 2012) R: Élie Wajeman D: Pio Marmai, Cedric Kahn, Adèle Haenel, Guillaume Gouix. 90 min. Alex will weg: aus Paris, von seinem verschuldeten Bruder, von den Drogengeschäften, die er tätigt, um diese zu tilgen. Mit einem Geschäftsangebot in Tel Aviv sieht er seine Chance gekommen. Jetzt heißt es nur noch das nötige Geld besorgen – und sich von seinen Lieben verabschieden. Drama mit Thrillergrundierung. Künstlerhaus: Fr 26.10., 13.30 + Urania: Sa 3.11., 18.30 (OmenglU) À perdre la raison / Our Children (B/LUX/F/CH 2012) R: Joachim Lafosse D: Niels Arestrup, Tahar Rahim, Emilie Dequenne. 111 min. Basierend auf einem wahren Vorfall von 2007 erzählt Lafosse („Nue propriété“) von einer Frau, der die Familie zur Falle wird: Nach ihrer Hochzeit zieht Murielle bei ihrem Bräutigam Mounier ein, in die Villa von dessen Ziehvater. Der zunehmend dominante ältere Herr und Mouniers Mutlosigkeit erdrücken sie langsam, bis zur gewalttätigen Eskalation. Künstlerhaus: Do 1.11., 21.00 + Sa 3.11., 24.00 (OmU) Après mai (F 2012) R: Olivier Assayas D: Clément Métayer, Lola Créton, Felix Armand. 122 min. Der Mai 68 ist vorbei, die Revolution aber noch mehr als eine abstrakte Idee. Gilles nannte Olivier Assayas bereits sein Alter Ego in „L’Eau froide“ (1994) – in diesem neuen Erinnerungsfilm ist Gilles älter und gleitet zwischen Beziehungen, Kunst und Aktivismus durch seine späten Jugendjahre. Gartenbau: So 28.10., 21.00 + Urania: Do 1.11., 13.30 (OmU) Argo (USA 2012) R: Ben Affleck D: Ben Affleck, Bryan Cranston, John Goodman, Alan Arkin. 120 min. Zur Eröffnung setzt die Viennale heuer auf Star-Strahlkraft: Ben Affleck, als Regisseur verlässlicher denn als Schauspieler, erzählt in seinem dritten Film eine haarsträubende, wahre Geschichte am Rande der Stürmung der US-Botschaft in Teheran 1979. Um geflohenes Botschaftspersonal außer Landes zu bringen, wird der Dreh eines Hollywoodfilms in der Nähe fingiert. Gartenbau: Do 25.10., 19.30, 23.30 (OmU) Augustine (F 2012) R: Alice Winocour D: Vincent Lindon, Soko, Chiara Mastroianni. 102 min. Nach einem Hysterieanfall wird Hausbedienerin Augustine in die Pariser Salpêtrière eingewiesen. Dort avanciert sie zum liebsten Forschungsobjekt von Professor Charcot. Nach historischen Fakten erzählt Langfilmdebütantin Winocour die Psychiatriegeschichte des späten 19. Jahrhunderts als Melodram. Künstlerhaus: Mo 29.10., 21.00 + Urania: Mi 31.10., 13.30 (OmenglU) Autoreiji Biyondo / Outrage Beyond (J 2012) R: Kitano Takeshi D: Beat Takeshi, Ryo Kase, Toshiyuki Nishida. 110 min. Die alte Garde des Sanno-Clans ist in die hinteren Reihen verbannt, die Führung haben smarte junge Geschäftsmänner übernommen. Ein Polizist bemüht sich, diese wunde Stelle zu seinen Gunsten auszunutzen. – Mancherorts wird die Fortsetzung von Kitano Takeshis „Outrage“ (2010) als Rückkehr zu alter Form gehandelt. Gartenbau: Do 1.11., 20.30 + Urania: Sa 3.11., 23.30 (OmenglU) Beasts of the Southern Wild (USA 2012) R: Benh Zeitlin D: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Lowell Landes. 92 min. Die sechsjährige Hushpuppy lebt in einer Hippiegemeinde in Louisiana. Die Mutter ist weg, der Vater sterbenskrank. Aber mit Hushpuppys Fantasie und der Solidarität ihres Grätzels lässt sich sogar einem katastrophalen Hochwasser trotzen. Der magische Realismus dieser Post-Katrina-Fabel hat in den USA bereits energische Freunde und Hasser auf den Plan gerufen. Mal schauen! Urania: Fr 26.10., 18.30 + Gartenbau: Fr 2.11., 20.30 + Künstlerhaus: Di 6.11., 6.30 (OmU)

Berberian Sound Studio (GB/D/F 2012) R: Peter Strickland D: Toby Jones, Cosimo Fusco, Fatma Mohamed, Eugenia Caruso. 88 min. Hommage ans italienische Horrorkino der 70er: Ein britischer Toningenieur wird für den neuen Giallo von Maestro Santini engagiert. Auf der Suche nach perfekten Geräuschen nimmt er auch in seiner Umwelt bald Unheimliches wahr. Metro: Di 30.10., 21.00 + Mi 31.10., 11.00 (OmenglU) Beul-la-in-deu / Blind (Südkorea 2011) R: Anh Sanghoon D: Kim Ha-neul, Yoo Seung-ho, Cho Hee-bong. 111 min. Die Polizei sucht einen Serienmörder. Als einzige Zeugin meldet sich Min Soo-ah, die während ihrer Polizeiausbildung erblindete. Gemeinsam mit dem mäßig kompetenten Hee-bong beginnt sie zu ermitteln, wobei ihr ihre Beeinträchtigung nicht nur zum Nachteil gereicht. Thriller mit Komödienelementen. Stadtkino: Fr 26.10., 23.00 + Künstlerhaus: Mo 29.10., 16.00 (OmenglU) Camille redouble (F 2012) R: Noémie Lvovsky D: Noémie Lvovsky, Samir Guesmi, Yolande Moreau, Michel Vuillermoz. 110 min. Eine französische Variation auf Coppolas Komödie „Peggy Sue Got Married“: Nach 25 Beziehungsjahren von ihrem Mann verlassen, bricht die 40-jährige Camille betrunken zusammen – und ist plötzlich wieder eine Jugendliche anno 1985. Gespielt wird sie aber noch immer von Regisseurin Lvovsky. Künstlerhaus: Mo 5.11., 11.00 + Gartenbau: Di 6.11., 18.00 (OmenglU) Le Carrosse d’or (F/I 1952) R: Jean Renoir D: Anna Magnani, Duncan Lamont, Paul Campbell, Ricardo Riolo. 102 min. Im Umgang mit Farbe, Technicolor, machte Jean dem Namen seines Vaters Auguste Renoir alle Ehre. Prosper Mérimées Stück ist ins Milieu der Commedia dell’arte transponiert, die Grenzen zwischen Theater und Realität verlaufen fließend. Für die Regisseure der Nouvelle Vague wurde „Le Carosse d’or“ zur prägenden Erfahrung (so für Truffaut, der seine eigene Produktionsfirma danach benannte). Gartenbau: So 4.11., 13.00 (englOF) Cherchez Hortense (F 2011) R: Pascal Bonitzer D: Jean-Pierre Bacri, Kristin Scott Thomas, Claude Rich. 100 min. Damien, Professor in Paris, soll eine Arbeitsgenehmigung für eine Freundin seiner Frau erwirken. Dafür braucht er aber die Hilfe seines Vaters, eines hohen Beamten, auf den er nicht gut zu sprechen ist. Kaum dass Damien sichs versieht, lässt Drehbuch-Veteran Bonitzer sein zufriedenes Leben aus dem Leim gehen. Künstlerhaus: Di 30.10., 21.00 + Gartenbau: Mi 31.10., 13.00 (OmenglU) Che sau / Motorway (HK 2012) R: Soi Cheang D: Shawn Yue, Anthony Wong Chau-Sang, Guo Xiaodong. 90 min. Hongkong-Genrefilmer Soi Cheang, bei der vorigen Viennale mit einem Tribute bedacht, drückt aufs Gas: Ehrgeiziger Nachwuchspolizist verfolgt alten Fluchtfahrer-Profi. Statt Verwüstungsorgien gibt es dabei elegante Manöver zu bewundern. Künstlerhaus: Fr 26.10., 11.00 + Gartenbau: Sa 27.10., 23.00 (OmenglU) Csak a szél / Just the Wind (H/D/F 2011) R: Bence Fliegauf D: Katalin Toldi, Gyöngyi Lendvai, Lajos Sárkány. 86 min. Eine Roma-Familie ist ermordet worden, wieder einmal. Bence Fliegauf schildert, wie das Leben in der ungarischen Romasiedlung am nächsten Tag weitergeht – oder auch nicht. Die körpernahe Kamera rückt nicht nur Alltagsdetails in den Blick, sondern führt auch ein Gesamtbild der Ausgrenzung vor. Urania: Di 30.10., 21.00 + Gartenbau: Mi 31.10., 20.30 (OmU) Da-Reun Na-ra-e-suh / In Another Country (Südkorea 2012) R: Hong Sangsoo D: Isabelle Huppert, Yu Junsang, Jung Yumi, Youn Yuhjung. 89 min. Hong Sangsoo dreht weniger Dramen als verschmitzte zwischenmenschliche Versuchsreihen. In der jüngsten spielt Isabelle Huppert drei Frauen namens Anne, die es allesamt in die südkoreanische Küstenstadt Mahjong verschlägt. Künstlerhaus: Sa 27.10., 21.00 + Gartenbau: So 28.10., 15.30 (OmenglU) Dark Horse (USA 2011) R: Todd Solondz D: Jordan Gelber, Selma Blair, Mia Farrow, Christopher Walken. 85 min. Abe, 35, lebt bei seinen Eltern und arbeitet in der Firma des Vaters (Walken). Beharrlich nähert er sich der depressiven Miranda an. Ist er ein geborener Verlierertyp oder hat er noch Außenseiterchancen? Satiriker Solondz, heißt es, zeigt diesmal ungewohnt viel Sympathie für seinen Protagonisten. Urania: Mi 31.10., 16.00 + Gartenbau: Fr 2.11., 18.00 (OF) The Deep Blue Sea (GB/USA 2011) R: Terence Davies D: Rachel Weisz, Tom Hiddleston, Simon Russell Beale. 98 min. Terence Davies, der böse Nostalgiker des

T e x te : J oachim S ch ä t z B rigitte ma y r M ichael O masta

britischen Kinos, verfilmt den einstigen Hitdramatiker Terence Rattigan: Im London der 50er verlässt Hester ihren gütigen älteren Ehemann für einen unsteten jüngeren Liebhaber. Menschen sind gemein, Dinge rätselhaft schön und Gefühle schmerzhaft groß. Vivat Melo! Urania: So 28.10., 13.30 + Gartenbau: Mi 31.10., 15.30 (OF) De jueves a domingo / Thursday Till Sunday (Chile/ NL 2012) R: Dominga Sotomayor D: Santi Ahumada, Emiliano Freifeld, Paola Giannini. 96 min. Ein Wochenendausflug zum Strand. Vom Rücksitz aus verfolgt die zehnjährige Lucía die Zeichen einer Ehekrise, ahnt, dass dies der letzte Familienausflug wird. Zwischen den klaustrophobischen Innenszenen: Fahrpausen in der weiten chilenischen Landschaft. Urania: Sa 27.10., 21.00 + Künstlerhaus: Mo 29.10., 13.30 (OmenglU) La demora / The Delay (Uruguay/F/Mexiko 2012) R: Rodrigo Plá D: Roxana Blanco, Carlos Vallarino. 84 min. In der Fabrik verdient María ihren Lebensunterhalt, daheim muss sie sich um drei Kinder und ihren greisen Vater kümmern. Für einen Heimplatz fehlt das Geld, für staatliche Unterstützung verdient sie zu gut. Eines Tages fasst sie einen ungewöhnlichen Entschluss. „Es geschieht wenig im Film, aber das, was geschieht, wird sehr genau, in vielen Facetten aufbereitet.“ (Lukas Foerster) Metro: Sa 27.10., 21.00 + Mo 29.10., 11.00 (OmenglU) Diamantenfieber (Ö 2012) R: Peter Kern D: Johannes Nussbaum, Anna Posch, Josef Hader. 74 min. Hans, 16, versucht nach dem Tod der Eltern, seine Familie zu ernähren. Sein Onkel (Josef Hader) stellt ihn als Kurier für krumme Diamantengeschäfte ein. Peter Kern, nie verlegen um große politische und kinematografische Gesten, versucht sich an einer Robinhoodiade. Gartenbau: Sa 3.11., 18.00 (OmenglU) Donoma (F 2011) R: Djinn Carrénard D: Emilia Derou-Bernal, Laura Kpegli, Salome Blechmans. 135 min. Angeblich hat der Film nur 150 Euro gekostet, bescheiden ist er trotzdem nicht: Debütant Carrénard wirft über den Norden und die Vororte von Paris ein großzügiges Figurennetz aus. Im Mittelpunkt stehen zwei Dreiecksbeziehungen; die soziale und ethnische Durchmischung der Stadt spielt in die amourösen Verwicklungen hinein. Künstlerhaus: Di 6.11., 13.30 + Stadtkino: Mi 7.11., 20.30 (OmenglU) Donovan’s Reef (USA 1963) R: John Ford D: John Wayne, Lee Marvin, Elizabeth Allen, Jack Warden, Cesar Romero, Dorothy Lamour, Mike Mazurki. 109 min. Südsee-Spaßettln (deutsch: „Die Hafenkneipe von Tahiti“). „Wenn die Grüne Insel in wärmeren Zonen läge und weit genug weg von gewinnsüchtigen Kapitalisten, dann hätten John Wayne und Lee Marvin und Dorothy Lamour nicht auszuwandern brauchen und all die anderen Iren in all den anderen Ford-Filmen“ (Frieda Grafe). Metro: Fr 26.10., 16.00 + Gartenbau: So 28.10., 13.00 (OF) Dupa dealuri / Jenseits der Hügel (RO/F/B 2012) R: Cristian Mungiu D: Cosmina Stratan, Cristina Flutur, Valeriu Andriuta. 150 min. Mungiu, in Cannes bepalmt für „4 Months, 3 Weeks and 2 Days“ (2007), zeigt hier die Chronik eines Exorzismus. Alina besucht ihre Freundin, eine Nonne in Ausbildung, und kommt aus dem Kloster nicht mehr weg – aus Unentschlossenheit und unausgesprochener Anziehung, aber auch, weil die Belegschaft hinter Alinas Anfällen Satan vermutet. Künstlerhaus: Di 30.10., 15.00 + Gartenbau: Do 1.11., 14.30 (OmU) The Dynamiter (USA 2011) R: Matthew Gordon D: William Ruffin, John Alex Nunnery, Joyce Baldwin. 73 min. Familiendrama im humiden Mississippi-Milieu: Robbie, 14, will eine Familie haben. Die Mutter ist schon lange weg, und der große Bruder, der in diesem Sommer endlich zurückkehrt, erweist sich als herbe Enttäuschung. Stadtkino: So 4.11., 23.00 + Gartenbau: Di 6.11., 15.30 (OF) Electrick Children (USA 2012) R: Rebecca Thomas D: Julia Garner, Rory Culkin, Liam Aiken, Cynthia Watros, Billy Zane. 96 min. Rebecca Thomas, aufgewachsen als Mormonin in Las Vegas, beschreibt in ihrem Langfilmdebüt, was sie kennt. Ein paar Ausfallsschritte in Richtung Großstadtmärchen dürfen dabei sein: Die 15-jährige Mormonentochter Rachel erlebt ein Erweckungserlebnis mit einem Rocksong. Als sie schwanger wird und verheiratet werden soll, flieht sie nach Las Vegas und sucht den Sänger. Urania: Sa 27.10., 16.30 + Stadtkino: Sa 3.11., 18.00 (OF) Exit Elena (USA 2012) R: Nathan Silver D: Kia Davis, Cindy Silver, Jim Chiros, Gert O’Connell. 72 min. Familiendrama als Home Movie: Der Regisseur und seine Eltern spielen hier die zerstrittene Mischpoche, mit

der sich die junge Krankenpflegerin Elena zusammenraufen muss. Komik und Schrecken des Familienlebens sollen so besser zur Geltung kommen. Stadtkino: Mo 29.10., 13.00 + Urania: Di 6.11., 18.30 (OF) For Ellen (USA 2012) R: So Yong Kim D: Paul Dano, Jon Heder, Shaylena Mandigo, Jena Malone. 94 min. Just als er die Scheidungspapiere unterschreiben soll, beschließt Rockmusiker Joby (Paul Dano), Kontakt zu seiner sechsjährigen Tochter Ellen zu suchen. Durch Winterlandschaften und triste Kleinstädte fährt er ihr entgegen. So Yong Kim („Treeless Mountain“) berichtet von dieser Reise in verhaltenem Tonfall. Metro: Mo 5.11., 21.00 + Di 6.11., 11.00 (OF) Francine (USA/CAN 2012) R: Brian M. Cassidy, Melanie Shatzky D: Melissa Leo, Keith Leonard, Victoria Charkut. 74 min. Solo für Melissa Leo („The Fighter“, „Frozen River“): Nach einer Haftstrafe zieht Francine in eine Kleinstadt. Dort versteht sie sich besser mit diversen Haustieren als mit ihren Mitmenschen. Urania: Fr 26.10., 21.00 + Stadtkino: Sa 27.10., 15.30 (OF) Geschichtsunterricht (BRD/I 1972) R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet D: Gottfried Bold, Johann Unterpertinger, Henri Ludwig. 88 min. Nach dem Romanfragment „Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar“ von Brecht. Ein junger Mann fährt in seinem Auto einen Hügel hinab nach Rom. Er macht Recherchen. Sie führen ihn zu einem Bankier, einem Bauern, einem Anwalt und einem Dichter. Alle vier haben Julius Cäsar gekannt. Der junge Mann wird zum Ermittler eines brisanten Stoffs. Verhandelt wird, gebrochen an der Figur Cäsars, der Zusammenhang von großen Männern und großen Geschäften. Künstlerhaus: So 4.11., 18.30 Gimme the Loot (USA 2012) R: Adam Leon D: Tashiana Washington, Ty Hickson, Meeko. 81 min. Malcolm und Sofia sind leidenschaftliche Graffiti-Writer. Für den ganz großen Coup will aber erst einmal das Geld beschafft sein, wenn nötig mit illegalen Mitteln. Adam Leons Komödie erzählt ihre Abenteuer in einem leicht märchenhaften New York. Urania: So 28.10., 23.30 + Gartenbau: Do 1.11., 18.00 (OF) Der Glanz des Tages (Ö 2012) R: Tizza Covi, Rainer Frimmel D: Philipp Hochmair, Walber Saabel, Vitali Leonti. 90 min. Covi und Frimmel, die 2009 mit „La Pivellina“ den Viennale-Eröffnungsfilm stellten, schälen wieder eine Erzählung aus dokumentarisch Gesammeltem. Im Mittelpunkt steht ein ungleiches Paar: der erfolgreich-gestresste Theaterschauspieler Philipp Hochmair und der ehemalige Tierbändiger Walter, der eines Tages vor seiner Tür steht. Gartenbau: Mi 31.10., 18.00 (OmenglU) Grenzgänger (Ö 2012) R: Florian Flicker D: Andreas Lust, Andrea Wenzl, Stefan Pohl. 88 min. Karl Schönherrs „Weibsteufel“ im österreichischen Grenzland kurz nach der Jahrtausendwende. Im wilden Sumpfgebiet der March-Au haben sich Hans und Jana eine kriminelle Idylle eingerichtet, die kippt, als ein junger Wehrdiener dem Paar das Handwerk legen soll. Gartenbau: Di 30.10., 18.00 (OmenglU) Ins Blaue (D 2011) R: Rudolf Thome D: Vadim Glowna, Alice Dwyer, Esther Zimmering. 105 min. Nike dreht ihren ersten Spielfilm, ihr Vater produziert. Wie das bei Filmen-im-Film so üblich ist, vermischen sich beim Dreh des Roadmovies die Grenzen zwischen Realität und Kunst. Kino im emphatischen Sinn macht Autorenfilmer Thome aber auch in den Szenen hinter den Kulissen. Die Einflüsse reichen diesmal von Rossellini bis Hong Sangsoo. Metro: Fr 2.11., 21.00 + Sa 3.11., 11.00 (OmenglU) L’intervallo (I/CH/D 2012) R: Leonardo Di Costanzo D: Fracesca Riso, Alessio Gallo, Carmine Paternoster. 90 min. Der Abschlussfilm: Weil Veronica es sich mit der lokalen Camorra verscherzt hat, wird sie in einem verlassenen Gemäuer festgesetzt. Der arglose Salvatore muss sie bewachen. Nach anfänglicher Feindschaft versuchen die beiden Jugendlichen das Beste aus der Zeit zu machen, bevor das Urteil über Veronica fällt. Gartenbau: Mi 7.11., 19.30, 23.30 (OmenglU) Jack and Diane (USA 2011) R: Bradley Rust Gray D: Juno Temple, Riley Keough, Cara Seymour, Kylie Minogue. 110 min. Das Monster Liebe: Die jungen Frauen Jack und Diane finden und verlieben sich im sommerlichen New York. Aber ihre heftigen Gefühle verwandeln Dianes Körper auf beunruhigende Weise. Jugenddrama mit Körperhorror-Spurenelementen, für deren Animation die Quay Brothers verantwortlich zeichnen. Urania: Di 6.11., 16.00 + Stadtkino: Mi 7.11., 23.00 (OF) Jagten / Die Jagd (DK/SWE 2012) R: Thomas Vinterberg D: Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Lars Ranthe. 111 min. Als Kindergärtner Lucas fälschlich


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Alle Termine, Film für Film, vom 25. Oktober bis zum 7. November der sexuellen Belästigung bezichtigt wird, ist in seinem Heimatort der Teufel los. Thomas Vinterberg, der schon in seinem Dogma-Erfolg „Das Fest“ (1996) die Eigendynamik einer Ausnahmesituation schilderte, erzählt Lucas’ langen Leidensweg. Gartenbau: Di 6.11., 20.30 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 23.30 (OmU) Kebun binatang / Postcards from the Zoo (Indonesien/D/HK/China 2012) R: Edwin D: Ladya Cheryl, Nicholas Saputra, Adje Nur Ahmad. 90 min. Mit drei wurde Lana im Zoo ausgesetzt, noch als Erwachsene lebt und arbeitet sie hier. Erst die Liebe zu einem Zauberer in Cowboykluft lockt sie fort von dem Ort. Magischer Realismus aus Indonesien. Urania: Fr 26.10., 11.00 + Künstlerhaus: So 28.10., 13.30 (OmU) Killer Joe (USA 2011) R: William Friedkin D: Matthew McConaughey, Emile Hirsch, Juno Temple, Gina Gershon. 103 min. Als Chris einem Drogenboss Geld schuldet, will er auf die Lebensversicherung seiner Mutter zurückgreifen. Den Schönheitsfehler, dass die noch am Leben ist, soll ein Auftragskiller korrigieren. Nach einem Bühnenstück von Tracy Letts inszeniert Friedkin eine Familienkomödie in noir, oder, wie das Plakat sagt: „A Totally Twisted Deep-Fried Texas Redneck Trailer Park Murder Story“. Gartenbau: Sa 27.10., 1.00 + Urania: So 28.10., 16.00 (OmU) Leones (ARG 2012) R: Jazmín López D: Julia Volpato, Pablo Sigal, Macarena del Corro. 82 min. Fünf junge Menschen streifen durch einen Wald, die Kamera schweift um sie. Sie sind miteinander beschäftigt und mit seltsamen Wortspielen, ein Löwenrudel nicht von dieser Welt. Stadtkino: Mo 5.11., 13.00 + Di 6.11., 20.30 (OmenglU) A Little Closer (USA 2011) R: Matthew Petock D: Sayra Player, Parker Lutz, Eric Baskerville, Chris Kies. 73 min. Matthew Petock, vormals Produktionsassistent von Scorsese, erzählt in seinem ersten Langfilm von einer Familie im ländlichen Virginia. Während die Mutter putzen geht, um Geld zu verdienen, erleben die

beiden Söhne mit 11 und 15 Jahren ein je recht unterschiedliches sexuelles Erwachen. Urania: Sa 3.11., 21.00 + Künstlerhaus: So 4.11., 23.30 (OF) Lola (F/I 1960) R: Jacques Demy D: Anouk Aimée, Marc Michel, Alan Scott, Jacques Harden. 85 min. Lola, eine Ämusiertänzerin in Nantes, wartet auf den seit Jahren verschwundenen Vater ihres Sohnes. Atemberaubend schön orchestrierte, kaum gezeigte Arbeit Jacques Demys, konzipiert als Huldigung an Max Ophüls (Kamera: Raoul Coutard, Musik: Michel Legrand). Künstlerhaus: Di 30.10., 18.30 + Gartenbau: Mi 7.11., 13.00 (OmenglU) Malaventura (Mexiko 2011) R: Michel Lipkes D: Isaac Lopez, José Alfredo Martínez, Alejandra Resendis. 67 min. Der Mann in der Menge: Lange Einstellungen zeigen einen alten Luftballonverkäufer im Alltag von Mexico City. Unterwegs verzeichnet Michel Lipkes die eine oder andere bedrückende bis absurde Begegnung. Metro: Do 1.11., 11.00 + Di 6.11., 18.30 (OmenglU) Margaret (USA 2011) R: Kenneth Lonergan D: Anna Paquin, J. Smith-Cameron, Mark Ruffalo, Jean Reno. 150 min. „Film maudit“ ist gar kein Ausdruck: 2005 begann die Produktion, beim Schnitt kamen Gerichtsprozesse dazwischen. 2011 wurde der Film in nur zwei US-Kinos gestartet, dann von der Kritik zur Sensation erklärt. Was das prominent besetzte, verzweigte Drama über die 17-jährige New Yorkerin Lisa tatsächlich kann, lässt sich jetzt auch in Wien überprüfen. Gartenbau: So 4.11., 20.30 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 15.30 (OF) Meanwhile (USA 2011) R: Hal Hartley D: DJ Mendel, Danielle Meyer, Stephen Ellis. 60 min. Joe Fulton kann alles mögliche und fühlt sich überall zuständig. Erfolg findet er trotzdem keinen. Hal Hartley folgt dem geschäftigen Charakter durch New York. Finanziert hat der alte Independentfilmer seinen neuen Film teils über die Onlineplattform Kickstarter. Gartenbau:

Sa 27.10., 17.00 + Künstlerhaus: So 28.10., 11.00 + Di 30.10., 6.30 (OF) Mekong Hotel (THAI/GB/F 2012) R: Apichatpong Weerasethakul D: Jenjira Pongpas, Maiyatan Techaparn, Sakda Kaewbuadee. 57 min. Während der Mekong anschwillt, proben Apichatpong Weerasethakul und sein Team einen Vampirfilm. Nebenbei wird das Hotel porträtiert und die Grenzen zwischen Fiktion und Doku weichen auf. Zusammengehalten wird die Collage von gelassenem Gitarrenspiel auf der Tonspur. Gartenbau: Mo 29.10., 13.00 (OmenglU) Un monde sans femmes (F 2011) R: Guillaume Brac D: Vincent Macaigne, Laure Calamy, Laurent Papot. 58 min. Sylvain, nicht eben ein Beau, freundet sich beim Strandurlaub mit zwei jungen Frauen an. Die unbeschwerte Zeit miteinander hat ein Ende, als Sylvains Gefühle und der lokale Frauenheld Gilles dazwischenfunken. Künstlerhaus: Mi 31.10., 11.00 + Mo 5.11., 18.30 (OmenglU) Moonfleet (USA 1955) R: Fritz Lang D: Stewart Granger, George Sanders, Joan Greenwood. 87 min. Bilder wie von Hogarth, Geschichte wie von Dickens: ein Junge und seine kindliche Bewunderung für den legendären Räuberhauptmann Fox. Langs schönster Film. Gartenbau: Do 1.11., 12.30 (OF) El muerto y ser feliz / The Dead and Being Happy (E/ARG/F 2012) R: Javier Rebollo D: José Sacristan, Roxana Blanco. 92 min. Ein todkranker Profikiller macht sich, vollgepumpt mit Drogen, zur letzten Tour seines Lebens auf. Eine neue Reisebekannschaft steht ihm bei. „Pistolen“, „schöne Frauen“, „Geschwindigkeit“ und „Action“ verspricht der hübsch lakonische Trailer. Na bitte. Urania: Fr 2.11., 16.00 (OmenglU) Museum Hours (Ö/USA 2012) R: Jem Cohen D: Mary Margaret O’Hara, Bobby Sommer, Ela Piplits. 107 min. Ein Winter in Wien: Die Ausländerin Anne, in der Stadt wegen eines medizinischen Notfalls, lernt einen Wärter des Kunsthistorischen Museums kennen.

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Jem Cohen, Stammgast der Viennale, konfrontiert in der Montage Kunstraum und Stadtraum und findet Schönheit auch in Zweiterem. Gartenbau: Mo 5.11., 20.30 (OmU) No (Chile/USA/Mexiko 2012) R: Pablo Larraín D: Gael García Bernal, Alfredo Castro, Antonia Zegers. 115 min. 1988 lässt Diktator Pinochet unter internationalem Druck eine Volksabstimmung über seine Herrschaft zu. Protagonist dieser Satire nach historischen Tatsachen ist der Werbeleiter der Opposition, der die Bevölkerung wachzurütteln sucht. An den (echten) Werbefilmen der Kampagne richtet Larraín auch die Optik der Spielhandlung aus – 4:3-Fernsehbildformat und ungesund aussehendes Videomaterial. Gartenbau: Mo 29.10., 20.30 + Künstlerhaus: Mo 5.11., 23.30 (OmU) La noche de enfrente / Night Across the Street (Chile/F 2012) R: Raúl Ruiz D: Sergie Hernández, Christian Vadim, Valentina Vargas. 110 min. Der letzte Film des im Vorjahr verstorbenen Raúl Ruiz. Der Pyrotechniker des Gedächtnisses lässt es auch in diesem seinem Testament krachen: Während Büroarbeiter Don Celso sich dem Tod nähert, fließen die Zeiten und Wirklichkeitsebenen ineinander. Künstlerhaus: Di 6.11., 16.00 + Urania: Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) O Gebo e a sombra / Gebo and the Shadow (P/F 2012) R: Manoel de Oliveira D: Michael Lonsdale, Claudia Cardinale, Ricardo Trépa. 91 min. Manoel de Oliveira, Jahrgang 1908, berichtet von Armut, Verlust und Altern: Der greise Gebo ernährt seine Familie mit einem Buchhalter-Beruf. Als sein lang vermisster Sohn zurückkehrt, ändern sich die Dinge für immer. Kammerspielkino nach einem Stück Raul Brandãos von 1923. Künstlerhaus: Fr 2.11., 21.00 + Metro: Sa 3.11., 16.00 (OmenglU) O som ao redor / Neighbouring Sounds (BRA 2012) R: Kleber Mendoca Filho D: Irandhir Santos, Gustavo Jahn, Maeve Jinkings. 124 min. Die Bewohner einer mittelständischen Nachbarschaft im brasilianischen Recife sind mit ihren alltäglichen Verrichtungen und Sorgen beschäftigt. „Neighbouring Sounds“ lauscht diesem Alltag sein Unheimliches ab: Eine Sicherheitsfirma bietet ihre Dienste an, aber das irritierende Sounddesign deutet an, dass die Bedrohung längst da ist. Gartenbau: Di 30.10., 20.30 + Künstlerhaus: Do 1.11., 11.00 (OmenglU) Pearblossom Hwy (USA 2012) R: Mike Ott D: Atsuko Okatsuka, Cory Zacharia, John Brotherton. 80 min. Cory und Atsuko sitzen in einem kalifornischen Kuhdorf

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Spielfilme Empfehlung

Das Spielfilm-Comeback von Terence Davies

Rachel Weisz und Tom Hiddleston in Davies’ Melo „The Deep Blue Sea“

ein großes Thema ist das Wesen S der Erinnerung, jene wehmütige Sprunghaftigkeit, die sie nicht ge-

radlinig, sondern in Kreisbewegungen zurückblicken lässt. Wer mit Terence Davies’ Werk vertraut ist – etwa mit „Distant Voices/Still Lives“ oder „The Long Day Closes“, in denen er seine traurige Nachkriegskindheit in Liverpool in kostbares Kinoglück verwandelte –, weiß, dass er die Räume der Erinnerung nicht mit Sentimentalität auskleidet, sondern mit gleichsam archäologischer Gewissenhaftigkeit. Seine Charaktere dürfen Figuren ihrer Zeit bleiben, sind keinen tyrannischen Blicken der Gegenwart ausgeliefert; auch wenn sie Dinge tun und sagen, die früher nicht die Zensur passiert hätten. Davies zerlegt Terence Rattigans Stück „The Deep Blue Sea“ in Erinnerungsschleifen, erkundet eine Seelenlandschaft, die geteilt ist in ein Davor und Danach: Am Abend ihres Geburtstages, es könnte der 40. sein, begeht Hester (Rachel Weisz) einen Selbstmordversuch. Ihr junger Liebhaber Freddy (Tom Hiddleston) hatte ihn vergessen; ihr Ehemann Sir William (Simon Russell Beale) sucht sie mit einem sorgfältig ausgewählten Geschenk auf; zu ihm zurückkehren will Hester nicht mehr. Sie versucht, in sich wachzurufen, wie es so weit kommen konnte und ob das Weiterleben noch eine Option für sie ist. Davies hat zwar, abweichend vom Stück, ihre Erzählperspektive gewählt. Aber er stellt zu allen Hauptfiguren eine zärtliche Nähe her. Er inszeniert die Dreiecksgeschichte mit jener erlesenen Könnerschaft, die nur aus einem melancholischen Einverständnis mit dem Leben erwachsen kann.

GERHARD MIDDING

Urania: So, 28.10., 13.30 Gartenbau: Mi, 31.10., 15.30 (OF)

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fest. Er will seinen Vater suchen, sie bemüht sich mit zunehmender Verzweiflung, einen Flug zu ihrer Familie in Japan zu finanzieren. Die beiden waren bereits Protagonisten von Mike Otts vorigem Film „Littlerock“, dessen lakonische Kalifornien-Expedition hier bis nach San Francisco vorstößt. Metro: Fr 26.10., 13.30 + Stadtkino: So 28.10., 18.00 (OmenglU) Pincus (USA 2012) R: David Fenster D: David Nordstrom, Paul Fenster, Christi Idavoy. 79 min. Weil sein Vater an Parkinson erkrankt ist, zieht der arglose Pincus wieder ins Elternhaus. Im Angesicht menschlicher Zerbrechlichkeit ringt er um Zuneigung und spirituelle Einsicht. Den Vater spielt der (tatsächlich parkinsonkranke) Vater des Filmemachers. Stadtkino: Mo 29.10., 18.00 + Di 30.10., 23.00 (OF) Rampart (USA 2011) R: Oren Moverman D: Woody Harrelson, Sigourney Weaver, Robin Wright, Ned Beatty. 105 min. Woody Harrelson ist Dave Brown, ein brutaler „bad cop“, hinter dessen Fliegersonnenbrille mehr vorgeht, als es den Anschein hat. Als Dave beim Prügeln eines flüchtigen Unfallfahrers gefilmt wird, ist seinen Vorgesetzten die Ablenkung von einem größeren Korruptionsprozess angenehm. Das Originaldrehbuch stammt von Regisseur Moverman und Krimiautor James Ellroy, dem unermüdlichen Chronisten der Polizeikorruption von L.A. Gartenbau: Mo 5.11., 23.00 + Metro: Di 6.11., 21.00 (OF) Rengaine / Hold Back (F 2012) R: Rachid Djaidani D: Slimane Dazi, Sabrina Hamuda, Stéphane Soo Mongo. 75 min. Eine Braut mit vierzig Brüdern – so lautet das schlichte Rezept für diese Komödie vor sozialrealistischem Hintergrund. Sabrina plant, ihren Freund bald zu heiraten. Weil der Schwarzafrikaner und Christ ist, will ihre muslimische, algerischstämmige Brüderschar die Hochzeit unter allen Umständen verhindern. „Möglicherweise die Entdeckung von Cannes“, meint US-Kritiker Robert Koehler. Urania: Di 30.10., 13.30 + Mi 31.10., 18.30 (OmenglU) The Shining (GB/USA 1980) R: Stanley Kubrick D: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Scatman Crothers. 119 min. Kubrick verfilmt Stephen King. Einfallsloser Schriftsteller, eingeschneites Hotel, eingesperrte Neurosen: Effektvoller Horror, kaum zu ertragen. Und im Doku-Programm richtet „Room 237“ ein Deutungsdelirium um den Film an. Gartenbau: Fr 26.10., 23.30 + Metro: Sa 27.10., 11.00 (OF) Sightseers (GB 2012) R: Ben Wheatley D: Alice Lowe, Steve Oram, Eileen Davies, Jonathan Aris. 89 min. Tina und Chris sind zwei ganz gewöhnliche, unerträgliche Touristen. Wer ihrer Wohnwagentour durch die Midlands in die Quere kommt, für den kann es aber böse enden. Der Brite Ben Wheatley, der zuletzt mit der wilden Genre-Mixtur „Kill List“ (2011) auf sich aufmerksam machte, pendelt sich hier auf schwarze Komik ein. Künstlerhaus: Di 30.10., 13.00 + Gartenbau: Fr 2.11., 23.00 (OF) Sinapupunan / Thy Womb (Philippinen 2012) R: Brillante Mendoza D: Nora Aunor, Mercedes Cabral, Lovi Poe, Bembol Roco. 106 min. Hebamme Shaleha konnte ihrem Gatten keine Kinder schenken, also sucht sie ihm eine Zweitfrau. Während der internationale Filmtitel in Richtung Christentum weist, spielt sich das Melodram vor dem lebhaften Hintergrund der überwiegend muslimischen Kultur der Inselgruppe Tawi-Tawi ab. Künstlerhaus: Fr 26.10., 21.00 + Gartenbau: Sa 27.10., 14.30 (OmenglU) Somebody Up There Likes Me (USA 2012) R: Bob Byington D: Keith Poulson, Nick Offerman, Stephanie Hunt. 75 min. Biografie im Zeitraffer: Ehe, Betrug, Scheidung, Freundschaft, Reichtum und Armut. Max schlurft durch sein Leben, als ginge es ihn nichts an. Nicht einmal Spuren des Alterns zeigt er. Indiekomödie mit dem tollen Nick Offerman in tragender Nebenrolle. Stadtkino: Fr 26.10., 18.00 + Urania: Sa 27.10., 11.00 (OF) Starlet (USA 2012) R: Sean Baker D: Dree Hemingway, Besedka Johnson, Stella Maeve. 104 min. Zuerst bietet die 21-jährige Jane der alten Sadie aus Schuldgefühl ihre Botendienste an. Wie aus dieser Zufallsbekanntschaft im San Fernando Valley eine Freundschaft wird und was diese mit der örtlichen Pornoindustrie zu tun hat, das erzählt dieser Film. Dem Vernehmen nach kommt er dabei ohne Sentimentalitäten aus. Stadtkino: Di 30.10., 20.30 + Gartenbau: Fr 2.11., 13.00 (OF) The Strange Case of Wilhelm Reich (Ö 2012) R: Antonin Svoboda D: Klaus Maria Brandauer, Julia Jentsch, Jeanette Hain, Gary Lewis. 110 min. Klaus Maria Brandauer spielt den legendären österreichisch-USamerikanischen Wissenschaftler Wilhelm Reich gegen Ende seines Lebens. Sein wildes Denken zwischen Psychoanalyse, Marxismus und Paraphysik wird den US-Regierungsbehörden in den 50ern verdächtig. Regisseur und Autor Antonin Svoboda realisierte 2009 bereits eine TV-Doku über Reich. Gartenbau: So 28.10., 18.00 (englOF) Student (Kasachstan 2012) R: Darezhan Omirbayev D: Nurlan Baitasov, Maya Serikbayeva, Edige Bolysbayev. 90 min. Kasachstans renommiertester Filmemacher adaptiert Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“. Aus dem Übermenschen-Schnösel Raskolnikow wird dabei ein hungernder Student, der aus Verzweiflung

einen Laden überfällt. Stadtkino: Sa 27.10., 20.30 + Urania: Mo 29.10., 11.00 (OmenglU) Sueño y silencio / The Dream and the Silence (E/F 2012) R: Jaime Rosales D: Oriol Roselló, Yolanda Galocha, Alba Rose Montet. 110 min. Der Unfall bleibt im Off, seine Folgen zeigt der Film: Ein Mädchen kommt ums Leben, der Vater erleidet Gedächtnisverlust. Umso mehr ist die trauernde Mutter auf sich allein gestellt. Schmucklose Einstellungen isolieren die Figuren, deren Mitteilungsversuche teils von den Schauspielern improvisiert werden. Urania: Di 6.11., 23.30 + Mi 7.11., 18.30 (OmenglU) Syrakus (D 2012) R: Klaus Wyborny. 85 min. Zusammen mit Durs Grünbein werkt Avantgardefilmer Wyborny seit Jahren daran, dessen Gedichte auf die Leinwand zu übertragen. Gedreht wurde in Perugia, Rom, Cumae, Martigny, Syrakus, Rimini, Fano, am Kap Sounion und in Athen. Stadtkino: Do 1.11., 20.30 + Fr 2.11., 15.30 Tabu (P/D/BRA/F 2012) R: Miguel Gomes D: Teresa Madruga, Laura Soveral, Ana Moreira. 118 min. Liebe, Kolonialismus, Cinephilie: Als die alte Portugiesin Aura stirbt, entdecken Haushälterin und Nachbarin die Spuren einer Liebesgeschichte aus ihrer Jugend. Was sich damals in der afrikanischen Savanne zutrug, wird als Schwarzweiß-Stummfilm gezeigt. Nur wenige Filme wurden im Festivalzirkus heuer so enthusiastisch besprochen wie dieser. Gartenbau: Sa 3.11., 20.30 + Metro: So 4.11., 11.00 (OmU) Tower (CAN 2012) R: Kazik Radwanski D: Derek Bogart, Nicole Fairbairn. 78 min. Verstörendes Porträt eines Außenseiters: Eigentlich will Derek Animationsfilme machen. Derzeit lebt er in Toronto bei seinen Eltern, jobbt tags am Bau und streift abends auf der Suche nach Kontakt durch die Clubs. Die nahe Handkamera lässt ihm dabei nur minimalen Freiraum. Künstlerhaus: Fr 26.10., 23.30 + So 28.10., 16.00 (OF) A última vez que vi Macau / The Last Time I Saw Macao (P/F 2012) R: João Pedro Rodrigues, João Rui Guerra da Mata D: Cindy Scrash, João Rui Guerra da Mata, João Pedro Rodrigues. 82 min. Weil Co-Regisseur da Matas alte Freundin Candy in Gefahr ist, reist er nach Macao. Seine Ermittlungen als Noir-Detektiv bleiben auf die Tonspur beschränkt und werden zum Vorwand für ein Porträt der südostasiat.Hafenstadt. Stadtkino: Mo 5.11., 23.00 + Mi 7.11., 18.00 (OmenglU) The Unspeakable Act (USA 2012) R: Dan Sallitt D: Tallie Medel, Sky Hirschkron, Aundrea Fares. 91 min. Das „Unaussprechliche“ im Titel meint das unerwiderte Begehren, das Jackie, 17, für ihren Bruder Matthew spürt. Statt an schwitziger Exploitation orientiert sich Filmemacher Sallitt bei Eric Rohmer: amouröse Wirrungen, tastende Dialoge, zögerliche Abschiede. Stadtkino: Sa 27.10., 18.00 + Künstlerhaus: Mo 29.10., 23.30 (OF) Villegas (ARG/NL/F 2012) R: Gonzalo Tobal D: Esteban Lamothe, Esteban Bigliardi, Mauricio Minetti. 98 min. Zwei Cousins, früher eng befreundet, sehen sich nach dem Tod des Großvaters wieder: Gemeinsam fahren sie von Buneos Aires ins titelgebende Heimatdorf. Unterwegs werden sie sich darüber klar, was sie trennt und was sie noch verbindet. Urania: Fr 26.10., 16.00 + Künstlerhaus: So 28.10., 21.00 (OmenglU) A vinganca de uma mulher / A Woman’s Revenge (P 2011) R: Rita Azevedo Gomes D: Rita Durao, Fernando Rodrigues, Hugo Tourita. 100 min. Der alte Dandy Roberto verliert sein Interesse an den weltlichen Genüssen, da weckt eine geheimnisvolle Dame seine Neugier. Entschlossen stilisierte Verfilmung einer Episode aus „Les Diaboliques“ von Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. Künstlerhaus: So 4.11., 21.00 + Urania: Mi 7.11., 13.30 (OmenglU) Vous n’avez encore rien vu / Ihr werdet euch noch wundern (F/D 2012) R: Alain Resnais D: Mathieu Amalric, Pierre Arditi, Sabine Azéma, Lambert Wilson, Anne Consigny, Michel Piccoli. 115 min. Alain Resnais, 90, tänzelt heiter weiter zwischen Boulevard und Modernismus: Posthum bittet ein prominenter Schriftsteller eine illustre Schauspielerriege in seine Villa. Sie alle haben in seiner „Eurydice“ (in Wirklichkeit: Anouilhs Dramatisierung) mitgespielt, jetzt sollen sie die neueste Einstudierung begutachten. Da werden sich nicht nur die Gäste wundern. Metro: Fr 26.10., 11.00 + Sa 27.10., 18.30 (OmU) Wadjda (D/Saudi-Arabien 2012) R: Haifaa Al Mansour D: Reem Abdullah, Ahd, Waad Mohammed. 97 min. Wadjda begehrt gegen die Verhaltensregeln auf, die in Saudi-Arabien für Frauen vorgesehen sind. Ausgerechnet bei einem Koran-Rezitationswettbewerb gewinnt die Zehnjährige das Geld, mit dem sie sich ein Fahrrad kaufen will. Haifaa Al Mansour: „Ich bin sehr stolz, den ersten Langspielfilm gedreht zu haben, der je zur Gänze in Saudi-Arabien entstand.“ Urania: So 28.10., 21.00 + Gartenbau: Di 30.10., 15.30 (OmenglU) Wo hai you hua yao shuo / When Night Falls (Südkorea/China 2012) R: Ying Liang D: Nai An, Kate Wen, Sun Ming. 70 min. Der Fall Yang Jia erregte 2008 internationale Aufmerksamkeit: Nach Schikanen durch die Polizei lief der junge Mann in einer Polizeizentrale Amok. Nach einem kurzen, undurchsichtigen Prozess wurde die Todesstrafe vollzogen. „When Night Falls“ erzählt die Versuche seiner Mutter nach, auf den

Prozess einzuwirken. Dabei zählen die alltäglichen Details genauso wie die großen Szenen. Stadtkino: Sa 3.11., 15.30 + So 4.11., 20.30 (OmenglU)

Dokumentarfilme 5 Broken Cameras (IL/F/PAL 2011) R: Emad Burnat, Guy Davidi. 90 min. Die erste Kamera hat Emad gekauft, um die Geburt seines Sohnes zu dokumentieren. Aber weil zur gleichen Zeit die israelischen Bulldozer in sein Dorf kommen, nutzt der palästinensische Landarbeiter das Gerät auch zur Dokumentation des kollektiven gewaltlosen Widerstands. Über die Jahre gehen dabei ein paar Kameras drauf. Künstlerhaus: Mo 29.10., 18.30 + Urania: Fr 2.11., 13.30 (OmenglU) Aber das Wort Hund bellt ja nicht (D 2011) R: Bernd Schoch. 49 min. Alle Jahre wieder zieht das Schlippenbach Trio auf seine Winterreise. Vier Jahre hintereinander hat Bernd Schoch die renommierte Free-Jazz-Formation im selben Club gefilmt. Dabei hat er aber jeweils nur einen Spieler aufgenommen, erst im letzten Jahr alle drei in einem Bild. Eine Bewegungsstudie von Jazz als Zusammenarbeit und Ritual. Urania: Mo 29.10., 16.00 (OmenglU) + Stadtkino: Di 30.10., 13.00 (OmU) Age Is (GB/F 2012) R: Stephen Dwoskin. 73 min. Experimentalfilmer Dwoskin, im Juli verstorben, denkt in seiner letzten Arbeit über das Altern nach: Altern als physische Wirklichkeit, die er mit typischen nahen Handkameraeinstellungen in Gesichtern und Gesten von Freunden und Bekannten, auch im eigenen, erkundet. Urania: Di 30.10., 16.00 + Stadtkino: Mi 31.10., 13.00 Anders, Molussien (F 2012) R: Nicolas Rey. 81 min. Zufall ist System in diesem Essayfilm: Die 16-mmRollen, aus denen er besteht, werden in beliebiger Reihenfolge projiziert, auf dass sie bei jeder Vorführung neue Konstellationen ergeben mögen. Zu sehen: Stadt- und Industrielandschaften. Zu hören: Lärm der Technisierung sowie Ausschnitte aus Günther Anders’ Roman „Die molussische Katakombe“. Metro: Fr 2.11., 18.30 (dF) + Sa 3.11., 13.30 (OmenglU) Angriff auf die Demokratie – Eine Intervention (D 2012) R: Romuald Karmakar. 102 min. Das Dokument einer Veranstaltung gleichen Titels, die im Dezember 2011 in Berlin stattfand: Es geht gegen die Demokratieabschaffung im Namen von Sach- und Marktzwängen, die unter dem Deckmantel der Eurorettung forciert wird. Zehn deutsche Intellektuelle bringen je ein Statement vor, darunter auch Karmakar, der Ziegen beim Weiden sehen lässt. Stadtkino: Mi 31.10., 15.30 (OmenglU) Anna (I 1972–75) R: Alberto Grifi, Massimo Sarchielli. 225 min. 1972 trafen Schauspieler Sarchielli und Experimentalfilmer Grifi die 16-jährige Anna und nahmen sich ihrer an – auch weil sie guten Stoff für einen Film hergab. Mit neuer Videotechnologie begleiten sie die hochschwangere Drogenabhängige durch den Alltag. Das (frisch restaurierte) Ergebnis ist eine Cinéma-vérité-Versuchsanordnung, die ihre eigene moralische Ambivalenz ausstellt. Gartenbau: Sa 3.11., 13.00 + Urania: Mo 5.11., 11.00 (OmenglU) Anton tut ryadom / Anton’s Right Here (RUS 2012) R: Lyubov Arkus. 110 min. Weil seine Mutter erkrankt, muss der autistische Anton ins Heim – ein hartes Schicksal angesichts der Pflegesituation in Russland. Um Anton eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen, sieht sich die Filmemacherin gezwungen, von der Beobachterin zur Handelnden zu werden. Stadtkino: Sa 27.10., 13.00 + Urania: So 28.10., 18.30 (OmenglU) À peine ombre (F 2012) R: Nazim Djemaï. 87 min. In der Landschaft des Loire-Tals steht die Klink La Borde, wo seit den 1950er-Jahren eine unhierarchische, partizipative Form der Psychiatrie in die Tat umgesetzt wird. Einwohner und Betreuungspersonal stellen sich hier in langen Einstellungen vor: Sie stehen an selbst gewählten Orten in der Umgebung. Künstlerhaus: Mi 7.11., 18.30 (OmenglU) Arraianos (E 2012) R: Eloy Enciso Cachafeiro. 70 min. Ein Dorf an der Grenzen zwischen Galicien und Portugal, ein Alltag am Rand der Zeit: Man bestellt das Feld, singt, lebt. Dazwischen geben die Einwohner hin und wieder Szenen aus einem Stück des galicischen Autors Marinhas del Valle. Etwas wird bewahrt, während das Vergehen quasi schon im Raum steht. Urania: Mo 29.10., 13.30 + Di 30.10., 18.30 (OmenglU) Autoportrait (Libanon/F 1972/2012) R: Simone Fattal. 46 min. Eine filmische Selbstbefragung, realisiert lange vor jedem Videoblog-Alltag: 1972 setzte sich Simone Fattal konzentriert ihrer Kamera aus. Das in Beirut entstandene Original ist nun, von der Filmemacherin um Archivmaterial ergänzt, zu entdecken. Stadtkino: Di 30.10., 18.00 (OmenglU) Bagrut Lochamim / Soldier/Citizen (IL 2012) R: Silvina Landsmann. 70 min. Junge israelische Soldaten bei der Staatsbürgerschaftskunde: Die hitzigen Debatten über Demokratie, Staatsmacht und Pluralismus lassen Bruchlinien der israelischen Gesellschaft scharf hervortreten. Einigkeit herrscht auch nach innen keineswegs. Stadtkino: Mi 31.10., 20.30 (OmenglU)

foto: Viennale

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Dokus (Keine) Empfehlung

Keine Zeit für Humor: Schnipsel zu Jerry Lewis

Gregg Barons TV-Doku „Method to the Madness of Jerry Lewis“

er in dieser Doku sitzt, beW kommt mitgeteilt, dass er oder sie das zu Recht tut. Diverse durch-

wegs männliche Comedy-Promis – Eddie Murphy, Jerry Seinfeld, Chevy­ Chase, Alec Baldwin, Billy Crystal (Jim Carrey fehlt) – bekunden in zahllosen Talkinghead-Soundbites, dass der hier porträtierte Jerry Lewis urwichtig war und sie sich schon lange an ihn erinnern. Und Jerry zeigt in rezenten Bühnenshow-Clips, dass er Herrenwitze und seine alten Grimassen wiedererkennbar reproduzieren kann. Dass Erinnerungsleistung ausgestellt wird, zumal bei einem, der seit 1931 Komiker ist und seine bes­ ten Filme vor 50 Jahren drehte, mag zur Jubiläumsviennale passen. Allein, Gregg Barons TV-Schnipseldoku „Method to the Madness of Jerry ­Lewis“ zieht blubbernd dahin: Weil der Ausschaltimpuls droht, ist nichts, so scheint’s, wert, es sich einmal anzuschauen, jeder Filmclip kurzgeschnitten, jeder sight gag mit Promiplaudern unterlegt. Immerhin wird Lewis’ Sounddesign erwähnt; Tarantinos und Spielbergs Wortspenden deuten an, dass über seinen Kinokomikstil einiges zu sagen wäre. Aber dazu hat die Zweistundendoku kaum Zeit, verweilt lieber bei Lewis als TV-Comedian (mit Dean Martin). Dabei war Lewis, zeitweise Star/ Regisseur/Autor/Producer grenzwertiger Komödien, grandioser Choreograf, Kolorist, Zeitbildner in Sachen Zerdehnung wie auch Diagnose modernen Lebens, das Spaltung durch Selbstführung heißt. Das ist hier zu erahnen – und (es sei denn, die Viennale zeigt was von ihm) nachzufühlen an „Cinderfella“ oder „The Nutty Professor“ auf DVD.

DREHLY ROBNIK

Künstlerhaus: So, 28.10, 23.30 + Di, 6.11., 18.30 (OF)

V i e nnale 12

Berg Fidel – Eine Schule für alle (D 2011) R: Hella Wenders. 87 min. Die Grundschule „Berg Fidel“ in Münster nimmt alle Kinder ihres Einzugsgebiets auf und überweist keines auf eine Förderschule. Entsprechend dem Prinzip der Inklusion stellt Hella Wenders die Schule „von innen“ vor: Sie porträtiert vier der Kinder, die sich in altersgemischten Klassen auch gegenseitig helfen. Stadtkino: Sa 3.11., 20.30 + So 4.11., 13.00 (OmenglU) Bestiaire (CAN/F 2012) R: Denis Côté. 72 min. Film als Bestiarium: Côté, 2010 Gegenstand einer Personale der Viennale, hat sich im Parc-Safari-Zoo nahe Montréal umgesehen. Seine statischen Einstellungen werden zu Käfigen, die die Bewegung der Tiere, ihrer Pfleger und ihres Publikums nicht immer halten können. Urania: Do 1.11., 16.00 + Gartenbau: Di 6.11., 13.00 Capturing the Friedmans (USA 2003) R: Andrew Jarecki. 107 min. Was passiert, wenn ein dreifacher Familienvater in einer Kleinstadt wie Great Neck als mutmaßlicher Abonnent von Kinderpornografie „geoutet“ wird. Am Ende kommt eine Anklage zustande, die in ihrer Monstrosität jedwede Glaubwürdigkeit sprengt. In Interviews mit Familienangehörigen und weiteren Beteiligten rekapituliert Andrew Jarecki diesen schon 15 Jahre zurückliegenden Fall. Metro: Mo 29.10., 21.00 + So 4.11., 13.30 (OmU) The Central Park Five (USA 2012) R: Sarah Burns, David McMahon, Ken Burns. 119 min. TV-Doku-Veteran Ken Burns nimmt sich eines aussagekräftigen Justizirrtums an: 1989 wurden fünf afro- und lateinamerikan. Jugendliche trotz schwacher Beweislage wegen einer Vergewaltigung im New Yorker Central Park verurteilt. 13 Jahre später gestand ein Serienvergewaltiger die Tat. Das Regieteam rollt die Ereignisse vor allem über Talking-Head-Interviews mit den Verurteilten auf – Polizei und Staatsanwaltschaft standen wegen laufender Klagen nicht zur Verfügung. Gartenbau: Di 30.10., 13.00 + Metro: Do 1.11., 21.00 (OF) Charles Bradley: Soul of America (USA 2012) R: Poull Brien. 74 min. Jahrzehnte lang ist er als JamesBrown-Imitator durch die Kneipen getingelt, jetzt ist seine Stunde: Mit 62 nimmt Soulsänger Charles Bradley sein Debütalbum auf, das ihm internationale Beachtung beschert. Die Doku rollt von diesem Triumph her ein Leben in Armut auf. Urania: So 4.11., 16.00 + Gartenbau: Di 6.11., 23.00 (OF) Chiri / Trace (J/F 2012) R: Kawase Naomi. 45 min. Kawase Naomi wuchs bei Tante und Onkel ihrer Mutter auf. Im neuen Film begleitet sie die 95-jährige Tante durch die letzte Zeit ihres Lebens, mit gewohnt intimimpressionistischem Blick. Stadtkino: Di 30.10., 15.30 + Künstlerhaus: Mi 31.10., 13.30 (OmenglU) Dann bin ich ja ein Mörder (Ö 2012) R: Walter Manoschek. 70 min. Im März 1945 wurden im burgenländischen Deutsch Schützen etwa 60 jüdische Zwangsarbeiter von drei SS-Männern erschossen. Einen davon hat Historiker Manoschek 2008 aufgespürt und befragt. Das Interview ist ein Grundpfeiler dieser Rekonstruktion des Verbrechens und seiner Erinnerungsgeschichte. „Ich finde diesen Film großartig, vor allem weil er so sachlich ist.“ (Elfriede Jelinek) Urania: Fr 2.11., 18.30 (OmenglU) Death Row (USA/GB/Ö 2012) R: Werner Herzog. 208 min. Nach der Kino-Doku „Into the Abyss“ bohrt Herzog mit dieser TV-Serie weiter in Sachen Todesstrafe: Er besucht vier zum Tode verurteilte Täter und recherchiert die Hintergründe ihrer Verurteilung. Auch wenn er ihre Schuld nicht in Zweifel zieht, beharrt Herzog auf ihrer Menschenwürde. Künstlerhaus: So 4.11., 13.30 (OF) Duch, le maître des forges de l’enfer (F/Kambodscha 2011) R: Rithy Panh. 103 min. Rithy Panh, der dem berüchtigten Gefängnis „S-21“ schon einen verstörenden gleichnamigen Film widmete, interviewt hier den Mann, der es zur Zeit des kambodschanischen Genozids leitete. Kaing Guek Eav, genannt Duch, erweist sich als kultivierter Beamtentyp, der freundlich ins Getriebe der von ihm dirigierten Todesmaschine blicken lässt. Urania: Sa 3.11., 16.00 + Künstlerhaus: Mo 5.11., 16.00 (OmenglU) East Hastings Pharmacy (CAN 2012) R: Antoine Bourges D: Shauna Hansen, Luis Figueroa. 46 min. Nicht irgendeine Apotheke in Vancouver: Hier bekommen Süchtige auf Entwöhnung das tägliche Methadon verabreicht, das sie vor den Augen der Apothekerin einzunehmen haben. Während die Kunden echt sind, wird die Apothekerin von einer Schauspielerin dargestellt. Stadtkino: So 28.10., 20.30 + Urania: Mo 29.10., 23.30 (OF) Easy Rider (USA 2012) R: James Benning. 95 min. Nach Bennings Bearbeitung von Cassavetes’ „Faces“ ein weiteres „Remake“: Der Filmemacher hat die Originalschauplätze des Roadmovie-Klassikers aufgesucht. „My ‚Easy Rider‘ tries to find today’s counterculture (if one exists) by replacing the 1960s music with music that I listen to today.“ Filmmuseum: Mo 29.10., 21.30 (OF) Ensayo final para utopía / Dress Rehearsal for Utopia (E 2012) R: Andrés Duque. 75 min. Biografisches, Politik und Freude an den Möglichkeiten des Filmbildes will Andrés Duque in diesem Experi-

mentalessay verbinden. Ihren Ausgang nimmt die grenzüberschreitende Recherche in Mosambik, wo Duques nach Filmdokumenten des Unabhängigkeitskampfes (1962–1975) sucht. Urania: Sa 27.10., 18.30 + Stadtkino: So 28.10., 12.00 (OmenglU) El etnógrafo / The Ethnographer (ARG 2012) R: Ulises Rosell. 85 min. Ethnograf John Palmer ist zu den Gegenständen seiner Forschung übergelaufen: Er lebt gemeinsam mit dem indigenen Volk der Wichí in Argentinien und kämpft für deren Rechte, die durch die Interessen der Landwirtschaft drastisch beschnitten werden. Künstlerhaus: Sa 27.10., 11.00 + Mi 7.11., 13.30 (OmenglU) Far from Afghanistan (USA 2012) R: John Gianvito, Jon Jost, Minda Martin, Travis Wilkerson, Soon-Mi Yoo. 129 min. Ein politisch bewegter Omnibus-Film, schon im Titel angelehnt an den Anti-Vietnam-Kriegsfilm „Loin du Vietnam“ (1967). Zwischen den Segmenten engagierter US-Filmemacher sind eigens hergestellte Aufnahmen afghanischer Regisseure und Kameraleute zu sehen. Stadtkino: Fr 26.10., 13.00 + Urania: Mi 7.11., 21.00 (OmenglU) Fidaï (F/Algerien 2012) R: Damien Ounouri. 82 min. Eine Geschichte des Algerienkriegs „von unten“: El Hadi, Großonkel des Filmers, war als einer von zahlreichen loyalen Kämpfern für einige Attentate verantwortlich und lebte im Untergrund. In Erzählungen rekonstruiert er seinen Weg bis zur Ausweisung aus Frankreich 1962. Urania: Fr 26.10., 13.30 + Künstlerhaus: Sa 27.10., 16.00 (OmenglU) Fragments of Kubelka (Ö 2012) R: Martina Kudláček. 232 min. Der Wiener Filmavantgarde-Grandseigneur erläutert seine Kunst- und Küchenphilosophie. Wer Peter Kubelkas Lectures im Filmmuseum kennt, weiß: Das braucht seine Zeit. Wer Martina Kudláčeks andere Filmkünstlerporträts kennt, weiß aber auch: Es wird aufschlussreich werden. Gartenbau: Mo 29.10., 15.30 (englOF) Fremd (D/Mali/Algerien/Marokko 2012) R: Miriam Faßbender. 93 min. Über zwei Jahre hinweg hat Miriam Faßbender den Malier Mohamed auf der Flucht nach Europa begleitet. Unterwegs trifft er auf Jerry aus Kamerun. Beide versuchen ihr Glück auf dieser Route nicht das erste Mal. Metro: Mi 31.10., 21.00 + Stadtkino: Fr 2.11., 20.30 (OmenglU) Girl Model (USA 2011) R: Ashley Sabin, David Redmon. 78 min. Neulich im globalen Medienkapitalismus: Ashley sucht in Sibirien für ihre Agentur nach frischem Modelfleisch für den japanischen Markt. In der 13-jährigen Nadya wird sie fündig. Sabin und Redmon folgen diesen beiden Protagonistinnen, deren Selbsterklärungen und Zweifeln, ohne Kommentar, aber mit eindeutiger Stoßrichtung. Stadtkino: Mo 5.11., 20.30 + Urania: Di 6.11., 13.30 (OmenglU) Harry Dean Stanton: Partly Fiction (CH/USA 2012) R: Sophie Huber. 77 min. Harry Dean Stanton ist vielleicht der quintessenzielle Nebendarsteller im US-Kino der letzten Jahrzehnte. Sein Geheimnis gibt der Loner mit dem Furchengesicht auch in diesem Porträtfilm nicht preis, dafür performt er ein paar Folknummern, und David Lynch kommt auf einen Kaffee vorbei. Urania: So 4.11., 18.30 + Künstlerhaus: Mo 5.11., 13.30 (OmU) Ingrid Caven. Musique et voix (F 2012) R: Bertrand Bonello. 98 min. Aufzeichnung eines Liederabends der Chanteuse und Fassbinder-Muse Caven in Paris. Der Film ist spontaner Begeisterung entsprungen. Was Regisseur Bonello bei einem Caven-Konzert erlebte, „war mit nichts vergleichbar, das ich vorher gesehen hatte. Am darauffolgenden Tag fand die letzte Show statt. Man musste sie filmen.“ Urania: Fr 2.11., 21.00 + Stadtkino: Sa 3.11., 23.00 (OF) Inori (J 2012) R: Pedro González-Rubio. 72 min. Verhalten poetisches Porträt eines japanischen Bergdorfs: Die Jungen sind in die Städte gezogen, die Alten gehen ihren täglichen Routinen nach. González-Rubio („Alamar“) hat ein Auge für die Schönheiten ihrer Umwelt. Künstlerhaus: Mo 29.10., 11.00 + Stadtkino: Mi 7.11., 15.30 (OmenglU) Into the Abyss (USA 2011) R: Werner Herzog. 103 min. Werner Herzog nimmt sich der Todesstrafe an: Er will den Fall des zum Tode verurteilten Michael Perry nicht neu aufrollen, sondern untersucht die Auswirkungen des Verbrechens wie seiner Bestrafung auf das Umfeld von Täter und Opfer. Seine Kunst der Abschweifung setzt Herzog hier maßvoll ein. Gartenbau: Fr 26.10., 17.00 (OF) Jai Bhim Comrade (Indien 2012) R: Anand Patwardhan. 182 min. 14 Jahre hat Anand Patwardhan an diesem Stück Cine-Aktivismus gearbeitet. Er prangert darin die anhaltende Unterdrückung der Dalits, der ehemals als „Unberührbaren“ bezeichneten Kaste, an. Stadtkino: So 28.10., 14.00 + Mo 29.10., 20.30 (OmenglU) Jeff (USA 2012) R: Chris James Thompson D: Andrew Swant. 76 min. Diese Doku mit Spielszenen will die Geschichte des 1991 gefassten Serienmörders Jeffrey Dahmer ohne aufgeregtes Hecheln rekonstruieren. Thompson betont den Lokalaspekt der darbenden Industriestadt Milwaukee, einige Schlüsselpersonen des Falls standen ihm für Interviews zur Verfügung.

Künstlerhaus: Di 30.10., 11.00 + Urania: Do 1.11., 23.30 (OF) Journal de France (F 2012) R: Claudine Nougaret, Raymond Depardon. 100 min. 2004 machte sich der bedeutende Fotograf und Filmemacher Depardon zu einer sechsjährigen Reise quer durch Frankreich auf. Der Film gibt Einblicke ins Fototagebuch, das unterwegs entstand, sowie einen Überblick über die Breite von Depardons bisherigem Schaffen. Urania: Mo 29.10., 21.00 + Di 30.10., 11.00 (OmenglU) Lacan Palestine (CAN 2012) R: Mike Hoolboom. 70 min. Wie der Titel schon sagt: eine Psychoanalyse des Palästinenserstaats. Found-Footage-Filmer Hoolboom montiert disparates Fremdmaterial aneinander (Historienepen, Videokunst, Amateur- und Nachrichtenaufnahmen). Auf der Tonspur denkt sein Kollege Mike Cartmell ausgehend von der eigenen Erfahrung als Waisenkind über Palästinas Kampf um Identität und Anerkennung nach. Stadtkino: Mo 5.11., 15.30 (OF) Leviathan (USA/GB/F 2012) R: Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor. 87 min. Die beiden Anthropologen und Filmemacher haben Fischer auf ihren Ausfahrten begleitet und sind mit bildgewaltiger Beute zurückgekehrt. Die kleinen digitalen Kameras sinken an Netzen unter die Wasseroberfläche oder zeichnen den Wirbel einfallender Möwenschwärme auf. In dieser sinnlichen Dichte entsteht ein Porträt einer der gefährlichsten Professionen der Welt. Gartenbau: Mo 29.10., 23.00 + Urania: Mi 31.10., 21.00 (OF) Marina Abramović: The Artist Is Present (USA 2011) R: Matthew Akers. 105 min. 2010 erhielt die Grande Dame der Performancekunst die hohen Weihen einer eigenen Ausstellung im Museum of Modern Art. Der Film gewährt Einblicke in Organisation und Ablauf der Schau, deren zentrales „Werk“ Abramovićs durchgehende, schweigende Anwesenheit war. Gartenbau: Fr 26.10., 14.00 (OmU) Meine keine Familie (Ö 2012) R: Paul-Julien Robert. 93 min. Privatbesitz und Kernfamilienbindung sollten in der Kommune am Friedrichshof überwunden werden. Der Filmemacher, in der Kommune aufgewachsen, beginnt eine Recherche zu ihrem Erbe, in die er auch seine Mutter involviert. Gartenbau: So 4.11., 18.00 (OmenglU) Method to the Madness of Jerry Lewis (USA 2011) R: Gregg Barson. 116 min. Porträt des inzwischen 86-jährigen Komikers, mit privilegiertem Zugriff auf Lewis und sein Archiv sowie den üblichen Lobesworten anderer Stars. Künstlerhaus: So 28.10., 23.30 + Di 6.11., 18.30 (OF) Nyukuria Neisyon / Nuclear Nation (J 2012) R: Funahashi Atsushi. 96 min. Nach dem Reaktorunfall von Fukushima muss sich die Bevölkerung der Kleinstadt Futanaba in einem Schulgebäude einrichten. Dieses Provisorium bleibt ganz auf das unzugänglich gewordene Zuhause hin ausgerichtet. „Nuclear Nation“ zeigt den Alltag nach der Katastrophe und lässt auch der Frage nach staatlicher Verantwortung Raum. Urania: Mo 29.10., 18.30 + Stadtkino: Do 1.11., 13.00 (OmenglU) Oh Yeah, She Performs! (Ö 2012) R: Mirjam Unger. 98 min. Die Zukunft des österreichischen Popmusikbusiness ist weiblich! Mirjam Unger schaut in ihrer Musikerinnendoku Gustav, Clara Luzia, Teresa Rotschopf und Luise Pop beim Arbeiten zu – auf, hinter und abseits der Bühne. Künstlerhaus: Sa 3.11., 18.00 (OmenglU) One Way Boogie Woogie (USA 1977) R: James Benning. 60 min. „Der Titel bezieht sich auf das Gemälde ,Broadway Boogie Woogie‘ von Mondrian, ‚One Way‘ leitet sich aus dem Übermaß an Einbahnschildern ab, die im Film vorkommen – beides weist auf eine formalistische und minimalistische Strenge hin. Gleichzeitig beinhaltet Bennings Absicht auch einen persönlichen und dokumentarischen Aspekt: den Wunsch, das industrialisierte Tal, in dem er aufwuchs und als Kind spielte, zu dokumentieren.“ (J. Rosenbaum) Metro: Mi 31.10., 13.30 One Way Boogie Woogie 27 Years Later (USA 2004) R: James Benning. 60 min. Eine großartige Langzeitstudie über audiovisuelles Gedächtnis. Benning drehte 1977 einen Film, der in 60 einminütigen, starren Einstellungen den Verfall des Industriegebietes seiner Heimatstadt Milwaukee dokumentierte. 27 Jahre später ist er an die alten Schauplätze zurückgekehrt, positioniert die Kamera an exakt den Orten von damals, um Veränderungen im urbanen Bild wie auch das Älterwerden der Menschen festzuhalten, die ihm seinerzeit begegnet waren. Metro: Mi 31.10., 16.00 One Way Boogie Woogie 2012 (USA 2012) R: James Benning. 90 min. Für dieses zweite Remake nahm Benning seine ursprüngliche Idee wieder auf, die Architektur von Milwaukees Industriegebiet zu dokumentieren. „Während des Drehens ereigneten sich Geschichten, die mich an die konstruierten, minimalen Erzählungen des Originals erinnerten, und so fügte ich ein narratives Element, nämlich mich als Darsteller, hinzu.“ Metro: Mi 31.10., 18.30 Only the Young (USA 2011) R: Elizabeth Mims, Jason Tippet. 68 min. Feinnerviges Beziehungsdreieck in einer kalifornischen Kleinstadt: Kevin und Garrison

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fotos: Viennale

V i e n n a l e 1 2    sind enge Freunde und Mitglieder einer christlichen Skateboarder-Gruppe. Beide sind sie in die 16-jährige Skye verliebt. Ein letzter Sommer vor dem Erwachsenwerden. Metro: So 28.10., 21.00 + Künstlerhaus: Do 1.11., 23.30 (OF) Parabeton – Pier Luigi Nervi und Römischer Beton (D 2012) R: Heinz Emigholz. 100 min. Emigholz’ Filmzyklus zur Architektur der Moderne holt fürs große Finale nochmals weit historisch aus: Abwechselnd mit den gewagten Betonkonstruktionen des Bauingenieurs Nervi (1891–1979) sind hier Kalkbetonbauten des antiken Rom zu sehen. Künstlerhaus: Fr 26.10., 16.00 (OmenglU) Perret in Frankreich und Algerien (D 2012) R: Heinz Emigholz. 110 min. In diesem Schlussteil seiner Reihe „Architektur als Autobiographie“ zeigt Emigholz in chronologischer Folge Bauten der Betonklassizisten Auguste und Gustave Perret. Zwischen den Projekten in Frankreich und Algerien werden auch verschiedene Formen des Umgangs mit Architekturen erfahrbar. Künstlerhaus: Fr 26.10., 18.30 (OmenglU) Re: Generation Music Project (USA 2012) R: Amir Bar-Lev. 82 min. Eine musikalische Versuchsanordnung in Aktion: Electronic-Music-Prominenz (DJ Premier, The Crystal Method, Pretty Lights, Mark Ronson, Skrillex) erarbeitet mit Vertretern anderer Musikstile (von Jazz bis Country) je einen gemeinsamen Track. Am Ende werden die Ergebnisse präsentiert. Künstlerhaus: Sa 27.10., 23.30 + Gartenbau: Mo 5.11., 13.00 (OF) Renmin Gongyuan / People’s Park (China/USA 2012) R: Libbie D. Cohn, J.P. Sniadecki. 78 min. Mit schier endloser Kamerafahrt erschließen sich die beiden Filmemacher den titelgebenden Stadtpark in Chengdu. Hier wird getanzt, geplaudert, Schach gespielt und Karaoke gesungen. Stadtkino: Do 1.11., 18.00 + Urania: Mi 7.11., 16.00 Room 237 (USA 2012) R: Rodney Ascher. 102 min. Dieser Essayfilm lockt in einen Irrgarten der Filminterpretationen. Auf der Tonspur erläutert eine Handvoll Experten und Fans ihre elaborierten Deutungen von Stanley Kubricks „The Shining“. Die Montage illustriert, widerlegt, kommentiert diese Theorien, die das volle Spektrum von spitzfindiger Analyse bis zu paranoidem Kaffeesudlesen ausfassen. Gartenbau: Fr 26.10., 23.30 + Künstlerhaus: Sa 27.10., 13.30 (OF) San zimei / Three Sisters (F/HK 2012) R: Wang Bing. 153 min. Wang Bing, formal avancierter Chronist der Modernisierung Chinas, begleitet in seinem neuen Film drei Mädchen durch ihren Alltag im Hinterland. Die Mutter ist verschwunden, der Vater selten da. Die drei kümmern sich um den Hof und umeinander. Urania: Sa 27.10., 13.30 + Künstlerhaus: Mi 31.10., 15.30 (OmenglU) Searching for Sugar Man (SWE/GB 2011) R: Malik Bendjelloul. 86 min. Eine irre, wahre Geschichte: Die Karriere des Singer/Songwriters Sixto Rodriguez Anfang der 70er endete, bevor sie begonnen hatte, mit Flops und einem Selbstmordgerücht. In den 80ern wurden seine Songs aber Hits der Anti-Apartheid-Bewegung. Zwei südafrikanische Fans recherchieren der Legende von Sixto nach und vermuten Schlimmes. Urania: Di 30.10., 23.30 + Gartenbau: Fr 2.11., 15.30 (OmU) Tectonics (USA/Mexiko 2012) R: Peter Bo Rappmund. 60 min. Eine Tour entlang der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. Zu sehen sind animierte Fotografien, begleitet von einem dichten Klangteppich. In den Aufnahmen diverser natürlicher und kultureller Markierungen klingt die politische Geschichte dieses Grenzgebiets implizit mit. Künstlerhaus: Mi 31.10., 21.30 + Fr 2.11., 11.00 Tony Curtis: Driven to Stardom (F 2012) R: Ian Ayres. 96 min. Dieses aufwendige, materialreiche Porträt des 2010 verstorbenen Hollywoodstars begnügt sich nicht mit Celebrity-Klatsch. Über diesen hinaus bietet Ian Ayres küchenpsychologische Erklärungen für Curtis’ Sehnsucht nach Ruhm und seine darauffolgenden Abstürze auf. Urania: Mi 31.10., 23.30 + Do 1.11., 21.00 (englOF) Tropicália (BRA 2012) R: Marcelo Machado. 87 min. Die Doku zur gleichnamigen Kulturbewegung im Brasilien der späten 1960er-Jahre. Marcelo Machado hat Archivmaterial gesammelt und prominente Protagonisten (Caetano Veloso, Gilberto Gil, Tom Zé ...) zum Interview gebeten. Stadtkino: Do 1.11., 23.00 + Di 6.11., 18.00 (OmenglU) Turning (DK/USA 2011) R: Charles Atlas. 82 min. 2006 entwarfen Sänger Antony Hegarty und Videokünstler Charles Atlas ein spezielles Konzertkonzept: Während jedes Songs steht eine andere queere „New York Beauty“ auf einer Drehbühne. Der Film dokumentiert nicht nur diese Bühnenperformance, sondern erzählt auch die Geschichten einiger der ausgewählten Frauen. Urania: Sa 3.11., 13.30 + Gartenbau: So 4.11., 23.30 (OF) Un mito antropologico televisivo / An Anthropological Television Myth (I 2011) R: Maria Helene Bertino, Dario Castelli, Alessandro Gagliardo. 60 min. Italien 1991–94, gesehen durch den Rückspiegel des sizilianischen Lokalfernsehens. In der Montage will das Filmemacherkollektiv Strukturen der politischen

und sozialen Konflikte jener Jahre sichtbar machen, aber auch die Schönheit des Materials. Metro: Di 30.10., 18.30 + Urania: Mi 31.10., 11.00 (OmenglU) Vers Madrid (The Burning Bright!) (F/E 2012) R: Sylvain George. 60 min. Eine dokumentarische Intervention: Sylvain George filmt die Bewegung der „Indignados“, der Empörten, die am 15. Mai 2011 in Madrid mit einer spontanen Großdemo ihren Anfang nahm. Stadtkino: Sa 27.10., 23.00 + Künstlerhaus: So 28.10., 18.30 (OmenglU) The War (USA 2012) R: James Benning. 55 min. Materialsammlung, die einige der spektakulärsten Interventionen der russischen Aktivismusgruppe Voina („Krieg“) zeigt: Kunst muss aufrütteln! Urania: Do 1.11., 18.30 + Stadtkino: Fr 2.11., 23.00 (OmenglU) Zavtra / Tomorrow (RUS 2012) R: Andrey Gryazev. 90 min. Pussy Riot sind nicht allein. Auch die russische Künstlergruppe Voina (Krieg) richtet sich mit provokanten Performances ans Regime und die internationale Öffentlichkeit. Ein-Mann-Dokumentarteam Gryazev folgt einigen ihrer Aktionen von der logistischen Planung bis zum Nachspiel vor Gericht. Urania: Fr 26.10., 23.30 + Stadtkino: Mo 29.10., 15.30 (OmenglU) Zima, uhodi! / Winter, Go Away! (RUS 2012) R: Elena Khoreva, Denis Klebleev, Dmitry Kubasov u.a. 79 min. Zehn Dokumentarfilmer haben Szenen von Anti-Putin-Protesten des letzten Winters eingefangen. Sie zeigen Entschlossenheit und Wut, aber auch Zersplitterung und Orientierungslosigkeit der russischen Opposition. Stadtkino: Fr 26.10., 15.30 + Künstlerhaus: Di 6.11., 11.00 (OmenglU)

Kurzfilme 20 Little Films (Ö 1995–2012). 26 min. Die gesammelten Trailer zur Viennale: von Gustav Deutsch (1995) bis Chris Marker (2012). Urania: Di 6.11., 21.00 + Gartenbau: Mi 7.11., 19.30, 23.30 25572 Büttel (D 2012) R: Rainer Komers. 5 min. Gedicht von Ulricke Almut Sandig: [meine heimat] – in Bilder übersetzt. Metro: Di 30.10., 18.30 + Urania: Mi 31.10., 11.00 Century (USA 2012) R: Kevin Jerome Everson. 7 min. Century: So heißt der Buick hier am Autofriedhof. Künstlerhaus: Mi 31.10., 21.30 + Fr 2.11., 11.00 Chez Nicole (Ö 2012) R: Viki Kühn. 20 min. Nicole war Prostituierte, Putzfrau, Prisoner of War in Algerien. Ein Poträt. Stadtkino: So 28.10., 20.30 + Urania: Mo 29.10., 23.30 The Creation As We Saw It (GB/F 2012) R: Ben Rivers. 14 min. Geschichten aus Vanuatu, einem Inselstaat im Südpazifik. Künstlerhaus: Mo 29.10., 11.00 + Stadtkino: Mi 7.11., 15.30 (OF) Enjoy Yourself (ARG 2012) R: Gastón Solnicki. 3 min. Bat Mizwa, ein Mädchen tanzt. Der Viennale zum 50er gewidmet. Urania: Di 30.10., 23.30 + Gartenbau: Fr 2.11., 15.30 Erdbeerland (Ö 2012) R: Florian Pochlatko. 32 min. Ein ernsthafter Teenagerfilm, an der Filmakademie Wien entstanden. Metro: So 28.10., 21.00 + Künstlerhaus: Do 1.11., 23.30 (OmenglU) Filme von Jean-Claude Rousseau (F 1984–2012) R: Jean-Claude Rousseau. 71 min. Die alljährliche Miniatur-Retro des Einzelkämpfers unter den französischen Filmern: „Venise n’existe pas“ (1984), „Keep in Touch“ (1987), „Nuit blanche“ (2011), „Attique“ (2011), „Dernier soupir“ (2011), Saudade„ (2012), „Un jour“ (2011), „Senza mostra“ (2011). Künstlerhaus: Fr 2.11., 18.30 + Sa 3.11., 13.30 (OmenglU) Filme von Rosa von Praunheim (D 2012) R: Rosa von Praunheim, Elfi Mikesch. 84 min. Anlässlich des 70. Geburtstags von Praunheims, der Ikone des schwulen Berlin, zeigt die Viennale rezente Arbeiten dieses großartigen Erzählers und liebevollen Provokateurs: „Ein hartes Leben“, „Meine Nachbarn“, „Werner Schroeter“, „Schwestern der perpetuellen Indulgenz“ und „Ich bin ein Gedicht“ von Elfi Mikesch. Gartenbau: Mo 5.11., 18.00 Filme von Werner Schroeter (BRD 1968) R: Werner Schroeter. 94 min. Seine frühen Filme, auf Super-8 gedreht, bezeugen Schroeters große Experimentierfreude, seine Hingabe an Maria Callas und Liebe zur Oper: „Carla (Carla singt Callas)“, „Maria Callas singt 1957 Rezitativ und Arie der Elvira aus Ernani 1844 von Giuseppe Verdi“, „La morte d’Isotta“, „Himmel hoch“, „Paula – ‚je reviens‘“. Stadtkino: Do 1.11., 15.30 + Urania: Fr 2.11., 23.30 Fireworks (F/I 2011) R: Giacomo Abbruzzese D: Saleh Bakri, Katia Goulioni. 21 min. In der Silvesternacht wollen Umweltaktivisten in Taranto, der Heimatstadt des Filmers, das alles zerstörende Stahlwerk zerstören. Stadtkino: Di 30.10., 18.00 (OmenglU) Hollywood Movie (D 2012) R: Volker Schreiner. 7 min. Idee und Text von Nam June Paik: „You can make any Hollywood movie interesting, if you cut the movie several times.“ Urania: So 4.11., 18.30 + Künstlerhaus: Mo 5.11., 13.30 (englOF) KINO (F/Ö 2011) R: Chris Marker. 1 min. Der ViennaleTrailer 2012: 100 Jahre Kino in einer Minute. Gartenbau: Do 25.10., 19.30, 23.30 (englOF)

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Kurzfilmprogramm 1 . Videos von Ben Russell: „River Rites“ (USA/Suriname 2011), Tsai Ming-liang: „Walker“ (HK/Taiwan 2012), Joao Pedro Rodrigues: „Manha de Santo António“ (P/F 2011). Urania: Do 1.11., 11.00 + Di 6.11., 11.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 2 . 75 min. Den Auftakt macht Luis Minarros „101“ (E/P 2012), ein Mini-Porträt über den greisen Regisseur Manoel de Oliveira – anschließend Videos von João Pedro Rodrigues: „Manha de Santo António“ (P/F 2011) und Basil Da Cunha: „Os vivos também choram“ (CH/P 2012). Urania: Fr 2.11., 11.00 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 3 . 67 min. Videos von Selma Doborac: „Es war ein Tag wie jeder andere im Frühling oder Sommer“ (Ö/BiH 2012), Sasha Pirker: „Paperwork“ (Ö/I 2012), Johann Lurf: „Reconnaissance“ (USA/Ö 2012), Lia Juresch: „Tante Elfi bastelt. Der Kolibri“ (Ö 2012), Anna Artaker: „48 Köpfe aus dem Merkurov Museum (nach Kurt Kren)“ (Ö 2012), Paul Wenninger: „Trespass“ (Ö 2012). Urania: So 4.11., 21.00 + Stadtkino: Mi 7.11., 13.00 Kurzfilmprogramm 4 . 67 min. Film und Geschichte, Filmgeschichte. Gezeigt werden Arbeiten von Rosa von Praunheim: „Werner Schroeter“ (D 2012), Fabrice Aragno: „Quod erat demonstrandum“ (CH 2012, Drehbuch: Jean-Luc Godard), Luis Minarro: „101“ (E/P 2012), Oleg Tcherny: „L’Après-midi près du tombeau de Falconetti“ (F 2012, unter Mitwirkung von JeanMarie Straub)! Urania: Mo 5.11., 18.30 (OmenglU) Kurzfilmprogramm 5 . 57 min. On Location! Gezeigt werden Kurzdokus von Michael Almereyda: „Skinnigrove“ (USA 2012), Mona Vatamanu und Florin Tudor: „Rite of Spring“ (RO 2010), Tan Pin Pin: „Snow City“ (Singapur 2011) sowie Redmond Entwistle: Walk-Through“ (USA/GB 2012). Metro: Di 6.11., 16.00 (englOF) Kurzfilmprogramm 6 . 72 min. Gezeigt werden die Viennale-Trailer: „20 Little Films“ (Ö 1985–2012) sowie Filme von Jean-Marie Straub: „La madre“ (CH 2012) und Fabrice Aragno: „Quod erat demonstrandum“ (CH 2012). Urania: Di 6.11., 21.00 (OmenglU) Liknelsen om sadden / The Parable of the Sower (SWE 2011) R: Zoltan Nestler. 6 min. Aus dem Evangelium nach Matthäus: das Gleichnis über den Sämann. Den spielt Papa Peter Nestler. Urania: Di 30.10., 16.00 + Stadtkino: Mi 31.10., 13.00 (OmenglU) La madre (CH 2012) R: Jean-Marie Straub D: Giovanna Daddi, Dario Marconcini. 20 min. Monumentalfilm – nach Cesare Paveses grandiosen „Dialoghi con leucò“. Künstlerhaus: So 4.11., 18.30 + Urania: Di 6.11., 21.00 (OmenglU) Le Naufragé / Stranded (F 2009) R: Guillaume Brac D: Julien Lucas, Vincent Macaigne. 25 min. Luc versucht seinen Sorgen davonzuradeln. Huch, eine Parabel! Künstlerhaus: Mi 31.10., 11.00 + Mo 5.11., 18.30 (OmenglU) Notes for a Polish Jew (USA 2012) R: Abraham Ravett. 8 min. Filmschnipsel aus Lodz, zur Erinnerung an die Heimatstadt von Ravetts Vaters. Stadtkino: Mo 5.11., 15.30 Notiz Speisewagen (Ö 2012) R: Manfred Schwaba. 12 min. Mit der 16mm-Bolex unterwegs im Speisewagen. Urania: Mo 29.10., 16.00 + Stadtkino: Di 30.10., 13.00 Rite of Spring (RO 2010) R: Mona Vatamanu, Florin Tudor. 8 min. Ein Kinderspiel. Gefilmt im Frühling im Zentrum von Bukarest. Stadtkino: Di 30.10., 15.30 + Künstlerhaus: Mi 31.10., 13.30 Shoot Don’t Shoot (USA 2012) R: William E. Jones. 5 min. Anatomie eines Polizeilehrfilms: Ab wann darf Gebrauch von der Schusswaffe gemacht werden? Urania: Do 1.11., 18.30 + Stadtkino: Fr 2.11., 23.00 (OF) Snow (GB 1963) R: Geoffrey Jones. 8 min. Variation auf den Dokumentarfilmklassiker „Night Mail“ (1936): eine mit jazziger Musik unterlegte fulminante Winterreise mit den British Railways, fotografiert von Wolf Suschitzky! Künstlerhaus: Sa 3.11., 21.00 Snow Tapes (IL/PAL 2011) R: Michael Zupraner. 14 min. Videotapes eines Familienabends im Westjordanland – eine Schneeballschlacht artet aus. Künstlerhaus: Mo 29.10., 18.30 + Urania: Fr 2.11., 13.30 (OmenglU) A Story for the Modlins (E 2012) R: Sergio Oksman. 26 min. Geschichte eines Unbekannten: Elmer Modlin hat’s nicht in die Filmcredits von „Rosemary’s Baby“ geschafft. Stadtkino: Fr 26.10., 20.30 + Urania: Sa 27.10., 23.30 (englOF) Their Houses (USA 2011) R: Cam Archer. 32 min. Ein junger Filmemacher, nennen wir ihn Cam Archer, lässt alle Masken fallen. Stadtkino: Fr 26.10., 20.30 + Urania: Sa 27.10., 23.30 (OF) Walker (HK/Taiwan 2012) R: Tsai Ming-liang. 27 min. Schauspieler Lee Kang-sheng streift als Mönch verkleidet durch die Straßen von Hongkong. Gartenbau: Mo 29.10., 13.00 + Urania: Do 1.11., 11.00 + Di 6.11., 11.00

Tribute Michael Caine Alfie (GB 1965) R: Lewis Gilbert D: Michael Caine, Shelley Winters, Millicent Martin. 112 min. London, Swinging Sixties. In der Titelrolle besticht Michael Caine als smarter Playboy, der aus kleinen Verhältnis-

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Kurzfilme Empfehlung

Trailer 2012: ohne Sonne, mit Katz und Bart

Der 20. kleine Film schon: „KINO“, Chris Markers Viennale-Trailer

er Viennale-Trailer will als ultiD matives Kurzfilm-Statement cinephiler Melancholie entziffert sein.

Schon der Name des Filmemachers, Marker, mit Vornamen Chris, vormals in der Schreibweise „Chris.“, markiert: Hier gilt es, in spielerischer Übersetzung zu lesen – zumal Bilder, die, wie vor 50 Jahren Markers berühmtester (Kurz-)Film „La jetée“, einen SchlussPunkt ansteuern, eine Schlusspointe. Sie handelt von bitterer Selbstwahrnehmung im Bodenlosen der Zeit. Zu sehen ist wenig; es sagt alles. Animiert umgeblätterte, krakelig am PC bearbeitete Bilder, der Film eines Franzosen, deutsch „KINO“ betitelt, mit englischen Inserts, darin das Leitmotivwort „look’d“: „Since its birth cinema look’d for ‚the perfect ­viewer‘.“ Dann eine Revue: ­Georges Méliès, D.W. Griffith, Orson ­Welles, J.L. Godard suchen den idealen Zuschauer. Der ist männlich und erscheint im Schlussbild: Ein Terrorist, den Navy Seals am 1. Mai 2011 töteten, hockt vor einem Monitor; es läuft „Tom & Jerry“. Der Abschiedstitel sagt: „That’s all, Bin!“ Normalerweise heißt es „That’s all, folks!“. Aber das Volk fehlt: Statt roter Mai-Luft oder der Vietcong, die sich in älteren Filmen des linken Essayisten Marker vorm US-Militär verstecken, gibt es Gläubige mit Bart, Kehrseite letzter Fanatiker in der Kinohöhle oder jener teils bärtigen Gläubigen, die zu Filmbeginn um eine Krippe hocken. In der ward Baby KINO gebor’n. Um einst da zu landen, wo Laden zu Recht liegt: im Mülleimer (engl.: bin) der Historie. Chris Marker starb 2012 an seinem 91. Geburtstag.

DREHLI ROBNIK

Gartenbau: Do, 25.10., 19.30 + 23.30 (englOF)


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Tribute Empfehlung

Ein harter Bursche und skrupelloser Verführer

Ein Sir wird ungemütlich: Michael Caine in „Sleuth“ und „Get Carter“

ichael Caine, geboren 1933 in M London, aufgewachsen im Arbeiterbezirk Elephant and Castle, in

den 1960ern zum Star des britischen Films avanciert und im Jahr 2000 von der Queen zum Ritter geschlagen, wird bei der Viennale mit einem Tribute geehrt. Leider hat Sir Michael dem Vernehmen nach ein paar schöne Filme herausreklamiert, vielleicht weil diese sich nicht mehr mit seinem Selbstbild als ernsthafter Schauspieler vertragen. „Alfie“ von Lewis Gilbert, „Billion Dollar Brain“ von Ken Russell, „Sleuth“ von Joseph L. Mankiewicz sowie „Get Carter“ und „Pulp“, zwei Meisterwerke des sträflich unterschätzten Regisseurs Mike Hodges, prägten sein Leinwandimage auf Jahre und Jahrzehnte hinaus – das des harten Burschen und skrupellosen Verführers. „Get Carter“ (1971) beginnt mit Aufnahmen eines fahrenden Zuges, dem Hell-Dunkel zwischen offener Landschaft und endlosen Tunneln, und wie auf Schienen nimmt auch die Filmhandlung ihren Lauf: Die Geschichte von Jack Carter (Caine), dem wortkargen Schläger, der von London nach Newcastle fährt, um mit den Mördern seines Bruders abzurechnen. In den grau verhangenen Ansichten und trostlosen sozialen Strukturen der heruntergekommenen Industriestadt, die der eigentliche Star des Films ist, spiegelt sich die innere Befindlichkeit der Charaktere perfekt wider. Die mit trockenem Witz gewürzten, nicht immer ganz jugendfreien Dialoge tun ein Übriges; bevor Jack seinen ersten Verdächtigten zur Rede stellt, nimmt er ihm vorsorglich einmal die Sonnenbrille ab: „Your eyes look like piss­holes in the snow.“ M I C H A E L O M A S T A Die einzelnen Filme und Termine finden Sie im Programmteil

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sen stammt und sich die soziale Leiter hinaufschläft. Metro: Mo 29.10., 16.00 + Mi 7.11., 21.00 (OF) Dirty Rotten Scoundrels (USA 1988) R: Frank Oz D: Steve Martin, Michael Caine, Glenne Headly. 110 min. Lawrence Jamieson und Freddy Benson, beide Meister im Hochstapeln, treffen ein Gentlemen’s Agreement: Derjenige, der einer Frau als erster 50.000 Dollar abluchst darf die Riviera als Jagdrevier behalten. Great fun! Metro: Fr 2.11., 16.00 (OF) Dressed to Kill (USA 1980) R: Brian De Palma D: Angie Dickinson, Michael Caine, Nancy Allen. 105 min. Callgirl wird Zeugin eines Mordes. Darauf beginnt ihr Albtraum. „Was wäre De Palma wohl ohne Hitchcock. Sein ‚suspense‘ funktioniert erst mit der Erinnerung an dessen Filme.“ (Frieda Grafe) Metro: Di 30.10., 13.30 + Gartenbau: Sa 3.11., 23.00 (OF) Educating Rita (GB 1983) R: Lewis Gilbert D: Michael Caine, Julie Walters, Michael Williams. 110 min. Autobiografisch getönte „Pygmalion“-Variation von Willy Russell: Ein versoffener Professor soll eine Friseuse auf dem zweiten Bildungsweg in englische Literatur und die Gesetzmäßigkeiten des Essayismus einführen. Metro: Mo 5.11., 13.30 (OF) Get Carter (GB 1971) R: Mike Hodges D: Michael Caine, Britt Ekland, John Osborne, Ian Hendry. 112 min. Michael Caine fährt von London nach Nordengland, um die Mörder seines Bruders zu suchen. Der Wiener Wolfgang Suschitzky, Spezialist für Drehs on location, vereinte in seiner Kameraarbeit die Romantik einsamer Meeresbuchten mit den Industriefriedhöfen von Newcastle. Künstlerhaus: Sa 3.11., 21.00 + Gartenbau: Mo 5.11., 15.30 (OmU) Hannah and Her Sisters (USA 1985) R: Woody Allen D: Michael Caine, Mia Farrow, Carrie Fisher, Barbara Hershey, Woody Allen. 105 min. Familiäre Verwicklungen, Krisen, Veränderungen: eine gleichsam Tschechow’sche Tragikomödie mit Schauplatz New York. Gartenbau: Sa 27.10., 12.00 + Stadtkino: Mi 31.10., 23.00 (OF) Harry Brown (GB 2009) R: Daniel Barber D: Michael Caine, Emily Mortimer, Jack O’Connell. 102 min. Ein verwitweter Royal Marine, der zurückgezogen als Pensionist in einem desolaten Viertel von SüdLondon lebt, sieht rot, als sein alter Schachpartner brutal ermordet wird. Get Harry! Stadtkino: So 28.10., 23.00 (OF) The Man Who Would Be King (GB/USA 1975) R: John Huston D: Sean Connery, Michael Caine, Christopher Plummer. 129 min. Zwei britische Abenteurer beschützen ein legendäres Himalaya-Königreich vor einem Überfall. Statt nun selbst mit den Kronjuwelen zu verduften, möchte Danny lieber Gott-König von Kafiristan werden. „Old-fashioned adventure and derring-do from Kipling via Huston“ (Leo Maltin). Metro: Do 1.11., 13.30 (OF) The Quiet American (USA/AUS/D 2002) R: Phillip Noyce D: Michael Caine, Brendan Fraser, Do Thi Hai Yen. 101 min. Thomas Fowler, anno 1952 als Berichterstatter der Londoner Times nach Saigon geschickt, lebt mit einer Vietnamesin zusammen. Pyle, ein Amerikaner, der geheim für die CIA arbeitet, stiftet Unruhe, privat wie auch weltanschaulich: Neutral sind nur die Toten. Politics goes Melodram, der Mitte der Fifties erschienene Roman von Graham Greene wirkt aktueller denn je. Metro: So 28.10., 11.00 (OF) Sleuth (USA/GB 1972) R: Joseph L. Mankiewicz D: Laurence Olivier, Michael Caine. 138 min. Krimiautor spielt mit dem Lover seiner Frau zwei Stunden lang Katz und Maus. Kammerspielfilm nach Anthony Shaffers gleichnamigem Theaterstück. Gartenbau: Fr 26.10., 20.00 (OF)

In Focus: Manuel Mozos Belarmino (P 1964) R: Fernando Lopes. 72 min. Einer der Meilensteine des Novo Cinema aus Portugal, dieser semidokumentarische Film über den Boxer Belarmino Fragoso (1931–1982). Künstlerhaus: So 4.11., 11.00 (OmenglU) Cinema português (...)? (P 1996) R: Manuel Mozos. 56 min. Der erste Satz, den man von Joao Bénard de Costa, dem langjährigen Leiter der Cinemateca Portugesa, zu hören bekommt, lässt schon die Qualität dieser außergewöhnlichen Doku ahnen: „Das portugiesische Kino hat nie existiert.“ Stadtkino: So 4.11., 15.30 (OmenglU) O bobo / The Jester (P 1987) R: José Álvaro Morais D: Fernando Heitor, Paula Guedes, Luís Lucas. 123 min. Vier Jahre nach der portugiesischen Revolution verkauft der einstige engagierte Linke João Waffen an Faschisten. Sein Freund Fernando führt ein Stück über den ersten portugiesischen König auf. Realität und Fiktion, Vergangenheit und Gegenwart verstricken sich in der Montage. „Worthy of standing alongside some of the best films of Manoel de Oliveira“, fand Jonathan Rosenbaum. Metro: Mo 5.11., 16.00 + Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) Os verdes anos / The Green Years (P 1963) R: Paulo Rocha D: Rui Gomes, Isabel Ruth, Paulo Renato. 87 min. Neorealistisch getönte Liebesgeschichte zwischen einem Schusterlehrling vom Land und einer modernen

jungen Frau aus der Großstadt. Künstlerhaus: Fr 2.11., 13.30 (OmenglU) ... quando troveja / When It Thunders (P 1999) R: Manuel Mozos D: Miguel Guilherme, Elsa Valentim, José Wallenstein. 93 min. Melo meets Märchen. Rute lässt ihren Freund ganz buchstäblich im Regen stehen. Violeta und Gaspar, zwei Figuren aus einer anderen Welt, nehmen sich Antónios Schicksal an. Metro: Do 1.11., 16.00 (OmenglU) Recordacoes da casa amarela / Recollections of the Yellow House (P 1989) R: Joao César Monteiro D: Joao César Monteiro, Manuela de Freitas, Teresa Calado. 115 min. Monteiro, Portugals Meister des abgründigen Deadpan, spielt hier selbst die Hauptrolle: Als düsterer Sonderling hat er es auf die Tochter seiner Vermieterin abgesehen. Metro: Fr 2.11., 11.00 + Mi 7.11., 16.00 (OmenglU) Ruínas (P 2009) R: Manuel Mozos. 60 min. Ein leerstehender Wohnblock. Eine Sprengung. Was bleibt? Nur Trümmer, sonst nichts. Mozos ist da anderer Meinung: Zwar fallen die Gebäude in sich zusammen, aber die Erinnerungen der Menschen, die in ihnen gelebt, gearbeitet, gebetet, eingekauft haben, fallen aus der Zeit. Ruinen, dem Verfall preisgegeben, und im Off Stimmen, die über das Leben davor erzählen. Urania: So 4.11., 13.30 (OmenglU) Trás-os-Montes (P 1976) R: António Reis, Margarida Cordeiro. 111 min. Ein Passionsspiel, das die Bauern des Tras-os-Montes im bergigen Norden Portugals jährlich aufführen, eine Gegend so hart wie die Hurdes, die Bunuel einst filmte. Künstlerhaus: Do 1.11., 13.30 (OmenglU) Um passo, outro passo e depuis ... (P 1989) R: Manuel Mozos D: Henrique Canto e Castro, Pedro Hestnes, Sandra Garcia. 58 min. Nogueira bewahrt Haltung: Trotz einer Krankheit, dem Alkohol und den frechen Pennälern dreht der Schulwart täglich seine Runden. Am Ende wird er für seine Mühe belohnt. Manuel Mozos Debütspielfilm. Stadtkino: Fr 2.11., 18.00 (OmenglU) Xavier (P 1991/2002) R: Manuel Mozos D: Pedro Hestnes, Cristina Carvalhal, Sandra Faleiro. 96 min. Xavier, der im Waisenhaus aufgewachsen ist, versucht nach seiner Rückkehr nach Lissabon (s)einen Platz im Leben zu finden. Metro: Sa 3.11., 21.00 + Stadtkino: Di 6.11., 13.00 (OmenglU)

In Focus: Alberto Grifi Autoritratto Auschwitz (I 1965–68/2007) R: Alberto Grifi. 35 min. Gefängnis und Unterdrückung, das Vernichtungslager Auschwitz, dazwischen: Monica Vitti in Antonionis „Il deserto rosso“, wie sie zu weinen versucht. Stadtkino: Mo 5.11., 18.00 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) Dinni e la Normalina (I 1978) R: Alberto Grifi. 27 min. Ein fiktives, rares Beispiel für einen politischen Sci-Fi-Film, der ohne finanzielle Mittel entstand. Stadtkino: So 4.11., 18.00 + Künstlerhaus: Di 6.11., 23.30 (OmenglU) Il festival del proletario giovanile al Parco Lambro (I 1976) R: Alberto Grifi. 58 min. Doku vom Festival der proletarischen Jugend, von der Mailander Zeitschrift „Der nackte König“ organisiert – erste Anzeichen der stürmischen Ereignisse im Jahr darauf. Stadtkino: So 4.11., 18.00 + Künstlerhaus: Di 6.11., 23.30 (OmenglU) Il grande freddo / The Big Chill (I 1971) R: Alberto Grifi. 20 min. Giordani Falzoni, ein Maler und enger Freund des Filmemachers, ist der Märchenprinz sui generis, der Dornröschen mit Hilfe optischer Täuschungen errettet. Künstlerhaus: Do 1.11., 18.30 + Sa 3.11., 11.00 (OmenglU) Lia (I 1977) R: Alberto Grifi. 26 min. Die lange Gegenrede einer Studentin zur von Armando Verdiglione organisierten Konferenz „controconvegno sull’antipsichiatria“ in Mailand. Stadtkino: So 4.11., 18.00 + Künstlerhaus: Di 6.11., 23.30 (OmenglU) Michele alla ricera della felicità (I 1978) R: Alberto Grifi. 23 min. Grifis exklusivstes Werk, das Ergebnis: komplette Zensur durch Rai 2, den Auftraggeber. Stadtkino: Mo 5.11., 18.00 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) Orgonauti, evviva! / Long Live the Orgonauts! (I 1968–70) R: Alberto Grifi. 18 min. Elektronische Musik und Wilhelm Reichs Theorie übers sogenannte „Orgin“: ein experimenteller Kurzfilm. Künstlerhaus: Do 1.11., 18.30 + Sa 3.11., 11.00 (OmenglU) A proposito degli effetti speciali / About Special Effects (I 2001) R: Alberto Grifi D: Alessandra Vanzi, Alberto Grifi. 50 min. Thema dieser Videoarbeit: das Erbe des italienischen Undergroundfilms, präsentiert von Filmer Grifi und Lebensgefährtin Vanzi – alias Miss Ontophilogenesis. Stadtkino: Mo 5.11., 18.00 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 11.00 (OmenglU) La verifica incerta / Uncertain Verification (I 1964) R: Alberto Grifi, Franco Baruchello. 31 min. Film aus Hollywoodfilmen: ein Bilderfluss samt dadaistischen Kunstgriffen. Künstlerhaus: Do 1.11., 18.30 + Sa 3.11., 11.00 (OmenglU)

Specials Monument Film. Ein Abend mit Peter Kubelka . Kubelka, österreichischer Doyen der Filmavantgarde, zeigt „Monument Film“ – (Doppel-)Projektionen von „Arnulf Rainer“ (1960) und „Antiphon“ (2012) – ein Remake im eigentlichen Wortsinn: Hell wird dunkel, Ton wird Stille, im umgekehrten Rhythmus. Gartenbau: Sa 27.10., 20.30 That’s Wolf – Zum 100. Geburtstag des Fotografen und Kameramanns Wolf Suschitzky . Wolf(gang) Suschitzky, 1912 in Wien geboren, 1934 beim Untergang des Roten Wien nach Großbritannien emigriert, blickt als Kameramann auf ein Werk von über 200 Filmen zurück. Beim von der Viennale mit Synema organisierten Abend zu seinen Ehren werden der Kurzfilm „Snow“ und der Gangsterfilmklassiker „Get Carter“ mit Michael Caine gezeigt. Künstlerhaus: Sa 3.11., 21.00 (OmU)

Special Wien-Moskau Annuska (UdSSR 1959) R: Boris Barnet D: Irina Skobceva, A. Georgievskaja, B. Babockin. 84 min. Der jungen Annuska stehen harte Prüfungen bevor: der Tod des Mannes, eines Kindes, der Verlust des Zuhauses. Sie besteht sie, wird zurückkehren, ein neues Zuhause für sich und ihre Kinder bauen. Metro: Mo 29.10., 18.30 (OmU) Ceremuski / Cherry Town (UdSSR 1963) R: Gerbert Rappaport D: Olga Zabotkina, Vladimir Vasilev, Gennadji Bortnikov. 90 min. Eins der Hauptwerke von Rappaport: In gleißenden Farben gedrehtes Schönes-NeuesWohnen-Musical mit Originalscore von Schostakowitsch. Metro: Mo 5.11., 18.30 (OmU) Operacija „Y“ i drugie prikljucenija Surika / Operation „Y“ und andere Abenteuer von Surik (UdSSR 1965) R: Leonid Gajdaj D: Aleksandr Dem’janenko, Aleksej Smirnov, Natal’ja Selezneva. 91 min. Tollpatschig, gewitzt, mutig: Surik erinnert als Figur an die großen Komiker der Stummfilmzeit und hat, wie jene, romantische Abenteuer zu bestehen oder sich gegen Stärkere zu bewähren. Metro: Di 30.10., 16.00 (OmU) Poddubenskie castuski / Castuski aus Poddubkis (UdSSR 1957) R: Gerbert Rappaport D: L. Stepanov, E. Rokotova, S. Karpinskaja. 78 min. „Castuski sind mündlich tradierte Reime mal frechen, mal obszönen Inhalts. Wer im Dorf Poddubki jene berüchtigten Vierzeiler schmiedet, die sämtliche Wahrheiten ans Tageslicht bringen – auch die Tatsache, dass der Kolchosvorsitzende ein eitler Feigling ist und Traktorist Griša verliebt –, weiß man lange nicht. Bis am Ende alle Fäden entwirrt werden, in diesem von Laien getragenen Singreigen.“ (Möller/Wurm) Metro: So 4.11., 16.00 (OmU) Professor Mamlok (UdSSR 1938) R: Gerbert Rappaport, Adol’f Minkin D: Semen Mezinskij, Vladimir Cestnokov, Oleg Zakov. 104 min. Nazis verweisen den jüdischen Chefchirurgen Mamlok aus seiner Klinik; als er Selbstmord begehen will, wird er zur Rettung eines NS-Bonzen zurückbeordert. Überragender sowjetische Anti-Nazi-Film, der 1938 nach dem Hitler-Stalin-Pakt jedoch verboten wurde. Metro: Do 1.11., 18.30 (OmU) Skazanie o zemle Sibirskoj / Das Lied von Sibirien (UdSSR 1948) R: Ivan Pyr‘ev D: Vladimir Druznikov, Marina Ladynina, Boris Andreev. 110 min. Stalinistisches Kriegsheimkehrerdrama: In der Hoffnung auf Heilung zieht Pianist Andrej nach Sibirien, wo es Aufgaben gibt und er sein Trauma überwinden kann. Ausstattung: Artur Berger, Boris Cebotarev. Metro: Sa 27.10., 16.00 (OmU) Son bolel’scika (UdSSR 1953) R: Gerbert Rappaport. 4 min. Deutsch: „Traum eines Fußballfans“, es spielt – das Staatliche Volkstanzensemble! Metro: So 4.11., 16.00 Ubijcy vychodjat na dorogu / Die Mörder machen sich auf den Weg (UdSSR 1942) R: Vsevolod Pudovkin D: A. Vojcik, A. Antonov, O. Zizneva. 60 min. Inspiriert von Brechts „Furcht und Elend des Dritten Reiches“: Wie der Terror des Nazismus ins Private wuchert, Beziehungen zerstört, Angst schafft. – Gedreht in Alma-Ata, die Ausstattung besorgte der Wiener Artur Berger. Metro: Fr 26.10., 21.00 (OmU) Zizn’ v citadeli / Leben in der Zitadelle (UdSSR 1947) R: Gerbert Rappaport D: Hugo Laur, Anna Talvi, Gunnar Kilgas. 86 min. Professor Mijlas, estnischer Wissenschaftler, der einst vergeblich ein Projekt zur Trockenlegung von Mooren entwickelte, hat sich enttäuscht in seinen Büchern vergraben. – Die deutsche Besetzung seiner Kleinstadt, die sowjetische Gegenwehr und zuletzt die Konfrontation mit den NS-Verbrechen in den KZs erschüttern sein Leben. Erst im neuen Sowjetstaat wird er seine Ideen realisieren können. Manuskript von Leonid Trauberg! Metro: Sa 3.11., 18.30 (OmU)

Special Five Women 35 Rhums / 35 rhums (F/D 2008) R: Claire Denis D: Alex Descas, Mati Diop, Grégoire Colin, Ingrid Caven.

fotos: Viennale

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V I E NV12_Falter_B3_V12 N A L E 1 211.10.12 01:05F ASeiteL T1 E R 4 2 / 1 2 100 min. Die innige Geschichte einer Vater-TochterBeziehung und die Furcht der beiden, Lionel und Joséphine, vor der unvermeidlichen Trennung. – Realisiert hat Denis ihren Familienfilm mit ihrer „Filmfamilie“ (Jean-Pol Fargeu, Agnès Godard, Tindersticks, Alex Descas und Grégoire Colin) und einer Newcomerin: Mati Diop! Metro: Mi 7.11., 13.30 (OmU) Black Dragon Canyon (USA 2005) R: Jay Keitel D: Amy Seimetz, Jason Joel Harris, Christine Kellogg. 52 min. Vor klassischer Westernkulisse verblasenes Drama: Mann auf weißem Pferd murkst Frau beim Kaffeekochen ab und wird später von deren Tochter erschossen – dazwischen ziehen die Wolken, pfeift der Wind, wird viel gebetet. In der Hauptrolle Filmemacherin Amy Seimetz. Stadtkino: Di 6.11., 15.30 (OF) Filme von Coleen Fitzgibbon (USA 1974–2011) R: Coleen Fitzgibbon. 85 min. Eine Wiederentdeckung: Die Arbeiten der „aktiven Experimentalfilmemacherin“ Fitzgibbon aus den 70ern sind „voll weiblicher Selbstverständlichkeit und v.a. von großer politischer Poesie“ (Verena Teissl) – „Der Spiegel“ (1975/2011), „Trip to Carolee“ (1974/2011), „Document“ (1974– 76/2008), „Daily News“ (1976), „X-Magazine Benefit“ (1978/2010), „Lower East Side (L.E.S.)“ (1976/2011), „Rich/Poor“ (1977/2010), „FM/TRCS“ (1974). Metro: Fr 26.10., 18.30 + Sa 27.10., 13.30 (OF) Filme von Kurdwin Ayub (Ö 2011–2012) R: Kurdwin Ayub. 69 min. Die im Expresstempo hergestellten Filme von Kurdwin Ayub, geboren 1990 im Irak, schon als Kind in Wien lebend, sind ein (selbst-)ironisches Konglomerat aus Youtube-Beitrag, Home-Movie und Performance-Video: „Katzenhimmel“, „Adele 1“, „Katzenjammer“, „Langsam reiten Cowboy“, „Hasenzahn“, „Schneiderei“, „Sommerurlaub“ und „Familienurlaub (Szenen1–17)“. Künstlerhaus: Sa 27.10., 18.30 (OmenglU) Filme von Mati Diop (F/Senegal 2009–2011) R: Mati Diop. 76 min. Mati Diop, Jahrgang 1982, die Nichte von Senegals Filmpionier Djibril Diop Mambéty, legte mit der geisterhaften Erzählung „Atlantiques“ (2009) eine Talentprobe vor. – Mit „Snow Canon“ und „Big in Vietnam“ (2011) folgen nun zwei Spielfilmvignetten mit Frauen als Hauptfiguren – und Anklängen an Stendhal und Choderlos de Laclos. Künstlerhaus: Di 6.11., 21.00 (OmenglU) Filme von Narcisa Hirsch (Programm 1) (ARG 1966–1999) R: Narcisa Hirsch. 66 min. Erstes von zwei Programmen mit Arbeiten von Narcisa Hirsch, geboren 1928 in Berlin als Tochter von Heinrich Heuser, einem Maler, und aufgewachsen in Tirol und Wien. „Dann kam der Krieg. Und so habe ich Ehrwald gegen Patagonien eingetauscht, aber das werden Sie in meinem Film dann ja sehen“ (N.H.): „Come Out“ (1974), „Patagonia“ (1970), „Taller“ (1975), „Rumi“ (1999). Metro: So 28.10., 18.30 + Di 30.10., 11.00 (englOF) Filme von Narcisa Hirsch (Programm 2) (ARG 1976–2012) R: Narcisa Hirsch. 77 min. Gezeigt werden Hirschs spätere Arbeiten: „Aída“ (1976/2012), „Mujeres“ (1985), „Testamento y vida interior“ (1976/2001), „Ama-zona“ (1983/2001), „A-dios“ (1989) und „El Aleph“ (2005). Empfehlung. Stadtkino: Mi 31.10., 18.00 + Fr 2.11., 13.00 (englOF) Sun Don’t Shine (USA 2012) R: Amy Seimetz D: Kate Lyn Sheil, Kentucker Audley, A.J. Bowen. 82 min. Crystal und Leo reisen durch Florida, mit rätselhafter Mission und einem Kofferraum voller Sorgen. Was die zwei grundverschiedenen Temperamente verbindet, lässt Langfilmdebütantin Seimetz erst allmählich durchblicken. Ein kurzer, heftiger Fieberschub von einem Film. Künstlerhaus: Mo 5.11., 21.00 (OF) When We Lived in Miami (USA 2012) R: Amy Seimetz. 12 min. Hurrican Isaar zieht über Florida auf, eine Familie bricht auseinander. Künstlerhaus: Mo 5.11., 21.00 (OF)

They Wanted to See Something Different The Act of Seeing with One’s Own Eyes (USA 1971) R: Stan Brakhage. 32 min. Eins seiner Meisterwerke. Brakhage filmt Blut, Fleisch, Organe, sezierte Körper und geöffnete Schädel: ein bestürzender Film, ohne Ton in der Leichenhalle in Pittsburgh gedreht. Künstlerhaus: Mi 31.10., 18.30 Alien (USA 1979) R: Ridley Scott D: Sigourney Weaver, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm. 117 min. Der definitive SF-Film der Siebzigerjahre (und der zweifellos am häufigsten analysierte). Ein Notruf reißt die Besatzung eines Industrieraumschiffes, Nostromo, aus dem Kälteschlaf; bei der Suche nach dessen Ursprung löscht ein geheimnisvolles Unwesen (kreiert von B. Giger) mit Wissen des Bordcomputers Mother beinahe die ganze Mannschaft aus. Gartenbau: So 28.10., 24.00 + Metro: Mo 5.11., 11.00 (OF) The Angry Red Planet (USA 1959) R: Ib Melchior D: Gerald Mohr, Nora Hayden, Les Tremayne. 83 min. Auf dem Mars bekommen die Herren und eine Dame der US-Expedition es mit fleischfressenden Pflanzen, riesigen Spinnenfledermäusen mit Rattenköpfen, mit gigantischen Amöben und bösen Marsianern zu tun.

Gedreht im „Cinemagic“-Verfahren, auch bekannt als „prett y in pink“! Künstlerhaus: Mi 31.10., 23.30 + Metro: Mi 7.11., 18.30 (dF) Cannibal Holocaust (I 1979) R: Ruggero Deodato D: Robert Kerman, Francesca Ciardi, Perry Pirkanen. 95 min. Verbotener Klassiker. Ein Filmteam im Dschungel des Amazonasgebiets dokumentiert seinen eigenen Tod, „denn eins zu werden mit der Natur heißt hier: An der eigenen Grausamkeit zugrunde gehen“ (Maya McKechneay). Künstlerhaus: Fr 2.11., 23.30 + Metro: Di 6.11., 13.30 (englOF) Deliverance (USA 1972) R: John Boorman D: Burt Reynolds, Jon Voight, Ned Beatt y, Ronny Cox. 109 min. Vier nicht mehr ganze junge Städter gehen auf Flussfahrt; doch was als Abenteuerurlaub beginnt, wächst sich nach den ersten Stromschnellen und einer unliebsamen Begegnung mit Hillbillies zum Kampf ums Überleben aus. Ein immens spannender, zutiefst pessimistischer Film nach dem Roman von James Dickey. Metro: Mo 29.10., 13.30 + Künstlerhaus: Di 30.10., 23.30 (OF) Fantastic Voyage (USA 1966) R: Richard Fleischer D: Stephen Boyd, Raquel Welch, Edmond O’Brien, Donald Pleasence. 100 min. Honey, I shrunked the scientists! 1995 werden fünf Wissenschaftler und ein U-Boot miniaturisiert und in die Blutbahn eines eminent wichtigen Professors injiziert, um direkt vor Ort eine Gehirnoperation vorzunehmen. SF, bunt und poppig. A masterpiece in its own right. Künstlerhaus: Mi 31.10., 18.30 + Urania: Mi 7.11., 23.30 (OF) The Hills Have Eyes (USA 1977) R: Wes Craven D: Russ Grieve, Susan Lanier, Robert Houston. 89 min. Während eines Campingausflugs wird eine Familie von kannibalistischen Mutanten überfallen. „Extremely gory film has acquired a cult following“ (Leo Maltin). Gartenbau: Do 1.11., 23.00 + Metro: Fr 2.11., 13.30 (OF) Matango (J 1963) R: Honda Ishiro D: Kubo Akira, Mizuno Kumi, Koizumi Hiroshi. 89 min. The Mushrooms Are Coming, The Mushrooms Are Coming! Schwammerlmenschen greifen Urlauber an! Urania: Mo 5.11., 23.30 (OmenglU) Ein Moment der Stille am Grab von Ed Gein (D 2012) R: Jörg Buttgereit. 2 min. Plainfield, Wisconsin: Hier liegt Ed Gein, der Grabräuber mit Mutterkomplex, begraben. Gartenbau: Sa 3.11., 1.00 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 21.00 Something Different: Trailershow . 66 min. Kommende Attraktionen, wie zeitgenössische, überwiegend deutsche 35-mm-Trailer sie einst versprochen haben, in drei Programmblöcken: „Backwood Horrors / Bestie Mensch“, „Fremde Welten“, „Creature Features“. Künstlerhaus: Fr 2.11., 16.00 + Stadtkino: Di 6.11., 23.00 (OF) Terrore nello spazio / Planet der Vampire (I/E/USA 1965) R: Mario Bava D: Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Morandi. 88 min. Ein Klassiker, und ein schön spannender noch dazu: „Horror und Science-Fiction gemischt. Irdische Raumfahrer liefern Mutanten eines fremden Sterns die Fahrtgelegenheit zur Erde. Die Idee dahinter: Wer einmal im Weltraum war, bekommt, auch als Mensch, andere Grenzen.“ (Frieda Grafe) Künstlerhaus: Do 1.11., 16.00 (OmenglU) The Texas Chainsaw Massacre (USA 1974) R: Tobe Hooper D: Marilyn Burns, Allen Danziger, Ed Neal. 83 min. Die Geschichte dieser reichlich bizarren Familie in der Einschicht von Texas basiert ganz lose auf der Vita des Massenmörders Ed Gein. „The Texas Chainsaw Massacre“, eins der stilbildenden Werke des ganzen Splatter-Genres, hat von seinem Schrecken bis heute nichts verloren. (Wenigstens nicht, so es nach der Münchener Staatsanwaltschaft geht, die noch vor ein paar Jahren dem dortigen Filmmuseum die Aufführung der Originalfassung verbot.) Gartenbau: Sa 3.11., 1.00 + Künstlerhaus: Mi 7.11., 21.00 (OF) The Thing (USA 1981) R: John Carpenter D: Kurt Russell, Wilford Brimley, Richard Masur. 109 min. Antarktische Forschungsstation wird von einem Alien terrorisiert. Ganz spannendes Remake des Films von 1951, ein Meilenstein des Special-Effects-Kinos. Metro: So 28.10., 16.00 + Gartenbau: Mi 31.10., 23.00 (OF) The Thing from Another World (USA 1951) R: Christian Nyby D: Kenneth Toney, Margaret Sheridan, Dewey Martin. 87 min. Arktisforscher von der US-Armee graben ein „Ding“ aus dem Eis – und müssen fortan um ihr Leben kämpfen. Der typische Cold-War-Sci-FiHorror-Trash, an dem (anonym) auch Regielegende Howard Hawks mitgearbeitet hat. Metro: So 28.10., 13.30 + Gartenbau: Mi 31.10., 23.00 (OF) The Trollenberg Terror (GB 1958) R: Quentin Lawrence D: Forrest Tucker, Laurence Payne, Jennifer Jayne. 82 min. Verborgen in einer Wolke über den Schweizer Alpen wohnt ein gigantisches außerirdisches Auge, das alsbald zur Gefahr für die ganze Menschheit wird. Urania: So 4.11., 23.30 (OF) Uchu daikaiju girara / The X From Outer Space (J 1967) R: Kazui Nihonmatsu D: Toshiya Wazaki, Itoko Harada, Shinichi Yanagisawa. 88 min. Guilala, das monströse Mars-Hendl aus verstrahlter Eierspeise, war seinerzeit noch als Konkurrenz für Godzilla gedacht. Kult! Künstlerhaus: Sa 3.11., 16.00 (OmenglU)

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Retrospektive Fritz Lang Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (BRD 1960) R: Fritz Lang D: Gert Fröbe, Dawn Adams, Peter Van Eyck, Wolfgang Preiss. 103 min. Der geniale Dr. Mabuse versucht, mithilfe geheimer Fernsehaugen die Weltherrschaft an sich zu reißen. Einer von Langs öden deutschen Nachkriegsfilmen, einzig von den „Cahiers du Cinéma“ geschätzt. Filmmuseum: Mo 29.10., 16.00 + Do 15.11., 18.30 American Guerrilla in the Philippines (USA 1950) R: Fritz Lang D: Tyrone Power, Micheline Presle, Tom Ewell, Jack Elam. 105 min. US-Marine-Offizier Power leistet Widerstand gegen die japanischen Besatzer der Philippinen. Klischeehafter Kriegsfilm. Filmmuseum: Mi 31.10., 16.00 + Mo 12.11., 18.30 (OF) Beyond a Reasonable Doubt (USA 1956) R: Fritz Lang D: Dana Andrews, Joan Fontaine, Sidney Blackmer. 80 min. Langs zwölfter Kriminalfilm, seine letzte Arbeit in Amerika. Um das System der Rechtssprechung auf die Probe zu stellen, täuscht Dana Andrews einen Mord vor: Indizien, Widersprüchlichkeiten, Todesfall, Freispruch. Der große Pointe folgt am Schluss. Filmmuseum: Do 25.10., 18.45 + Sa 10.11., 18.30 (OF) The Big Heat (USA 1953) R: Fritz Lang D: Glenn Ford, Gloria Grahame, Lee Marvin, Jocelyn Brando. 90 min. Eine ganze Stadt in Angst. Der Rachefeldzug eines Einzelnen, vereidigt, um dem Gemeinwohl zu dienen, aber getrieben vom Schmerz persönlichen Verlusts. Gleißender, brillant inszenierter Film noir. Filmmuseum: Sa 20.10., 19.15 + So 4.11., 21.00 (OF) The Blue Gardenia (USA 1953) R: Fritz Lang D: Anne Baxter, Raymond Burr, Ann Sothern, Richard Conte. 90 min. Einsame junge Frau, deren Liebster in Korea kämpft, wird in einen tödlichen Strudel des Erinnerns und Vergessens gezogen. „Hitchcocks falsche Schuldige sind arme Opfer, bei Lang haben sie sich selbst im Verdacht. Aber immer geschieht alles, um den Zuschauer in Ungewissheit zu stürzen, um ihm den realen Schein der Dinge im Kino vor Augen zu führen“ (Frieda Grafe). Filmmuseum: Mo 29.10., 19.45 + So 11.11., 18.30 (OmfrzU) Clash by Night (USA 1952) R: Fritz Lang D: Barbara Stanwyck, Robert Ryan, Paul Douglas, Marilyn Monroe. 105 min. Stanwyck, mäßig erfolgreiche Schauspielerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, heiratet den gutmütigen Douglas und lässt sich mit Zyniker Ryan ein. Mäßig spannendes Melo noir, nach Clifford Odets. Filmmuseum: Fr 2.11., 18.30 + So 18.11., 18.30 (OF) Cloak and Dagger (USA 1946) R: Fritz Lang D: Gary Cooper, Lilli Palmer, Robert Alda, Vladimir Sokoloff. 104 min. Cooper reist im Auftrag des US-Geheimdiensts nach Italien, um den gekidnappten Atomwissenschaftler Sokoloff zu befreien. Dort lernt er die bewaffnete Widerstandskämpferin Palmer kennen und lieben. Verspäteter Anti-Nazifilm. Filmmuseum: Mo 5.11., 18.30 + Mo 19.11., 18.30 (OF) Conversation with Fritz Lang (USA 1975) R: William Friedkin. 47 min. Kinolektion im Gestus einer Märchenstunde: junger Wilder tifft alten Meister. Filmmuseum: Mo 29.10., 18.00 (OF) Deutsche Lebensläufe – Fritz Lang (D 2007) R: Artem Demenok. 45 min. SWR-Fernsehporträt des großen Fritz Lang, featuring Volker Schlöndorff, Claude Chabrol, Jean-Marie Straub und, als Sprecher, Hanns Zischler. Filmmuseum: Mo 22.10., 19.00 Le Dinosaure et le bébé (F 1967) R: André S. Labarthe. 63 min. Lotte Eisner erfuhr 1964 vom Besuch Fritz Langs in Paris. Jean-Luc Godard wollte die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Regisseur nutzen, hatte am vorgesehenen Drehtag aber nur eine Stunde Zeit. Labarthe drehte am nächsten Tag alleine weiter, so ist der „Dialog“ über weite Teile eine Erfindung meisterlicher Montagearbeit. Filmmuseum: Mo 22.10., 19.00 (OmenglU) Dr. Mabuse, der Spieler (1. Teil: Der große Spieler. Ein Bild unserer Zeit) (D 1922) R: Fritz Lang D: Rudolf Klein-Rogge, Aud Egede Nissen, Paul Richter. 155 min. Mabuse, ein berühmter Psychoanalytiker, verspricht den Menschen Hilfe, in Wahrheit jedoch ist er ein raffinierter Verbrecher. Langs früheste ‚Mabusen‘ muten heute wie die Summe aller Kolportage- und Kriminalstreifen an, wie sie die Serials jener Epoche sonder Zahl hervorbrachten. (Am Klavier: Gerhard Gruber) Filmmuseum: Do 25.10., 20.30 Dr. Mabuse, der Spieler (2. Teil: Inferno. Ein Spiel von Menschen unserer Zeit) (D 1922) R: Fritz Lang D: Rudolf Klein-Rogge, Lil Dagover, Adele Sandrock. 115 min. Als der Film 1964 wiederaufgeführt wurde, notierte Lang: „Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war eine Zeit der Verzweiflung, der Hysterie, des Zynismus, des ungezügelten Lasters. Mabuse ist der Prototyp dieser Zeit.“ (Am Klavier: Gerhard Gruber) Filmmuseum: Fr 26.10., 18.30 Frau im Mond (D 1929) R: Fritz Lang D: Willy Fritsch, Gerda Maurus, Gustav von Wangenheim. 185 min. Von den Wissenschaftlern Hermann Oberth und Willy Ley, die später für die Weltraumforschung noch Bedeutendes leisten sollten, ließ Lang sich manche Ezzes geben, als er dieses Gschichterl um eine Mondexpe-

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dition verfilmte: Gier nach Gold und Kampf um die Frau haben Verwicklungen zur Folge. Ein lachhaftes Melodram. (Am Klavier: Gerhard Gruber) Filmmuseum: Sa 10.11., 20.15 Fritz Lang (D 1974/90) R: Werner Dütsch. 44 min. TV-Essay, der sich an Konstanten in Langs filmischem Werk abarbeitet. Filmmuseum: Mo 29.10., 18.00 Fritz Langs deutsche Filme (BRD 1971) R: Klaus Kreimeier. 92 min. Materialistisch-dialektische Vivisektion des frühen Lang in drei Kapiteln: 1) Der Ästhet und die Wirklichkeit, 2) Der Idealist und die Zivilisation, 3) Der Bürger und die politische Macht. Filmmuseum: Fr 2.11., 16.00 Fury (USA 1936) R: Fritz Lang D: Spencer Tracy, Sylvia Sidney, Walter Brennan. 94 min. Langs erster Hollywoodfilm: Auf den ersten Blick ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Lynchjustiz und Vorurteile, auf den zweiten ein faszinierendes Komplott, in dem alle möglichen Täuschungsmanöver inszeniert werden. Filmmuseum: So 21.10., 21.00 + Sa 3.11., 18.30 (OF) Hangmen Also Die! (USA 1943) R: Fritz Lang D: Brian Donlevy, Walter Brennan, Gene Lockhart. 135 min. Einer der besten Hollywoodfilme gegen die Nazis. „Überklare, eiskalte Konstruktionen von Nachtgeschöpfen, von Hirngespinsten. Brecht war entsetzt: Wie kann man nur so hemmungslos mit Fakten umgehen. Ich mache pictures, sagte Lang, und wollte sagen, die lesen sich anders.“ (Frieda Grafe) Filmmuseum: Fr 26.10., 16.00 + So 11.11., 20.15 (OF) Harakiri (D 1919) R: Fritz Lang D: Paul Biensfeldt, Lil Dagover, Georg John. 79 min. Fernöstlich angehauchte Liebestragödie, frei nach „Madame Butterfly“: Eine Gelegenheitsarbeit, ganz interessant Lil Dagovers wegen, die Lang als „geborene Salondame“ schätzte. (Einführung: Oliver Hanley) Filmmuseum: So 4.11., 16.00 House by the River (USA 1950) R: Fritz Lang D: Louis Hayward, Jane Wyatt, Dorothy Patrick. 89 min. Hayward, erfolgloser Schriftsteller, erliegt seiner Fantasie: grundlos tötet er Emily, das Hausmädchen, versenkt ihre Leiche im Fluss. – Ursprünglich wollte Lang eine Schwarze in der Rolle besetzen. Republic, die einen Thriller erhofften, keinen „Problemfilm“, enttäuschte er auch so. Filmmuseum: Do 25.10., 17.00 + Do 8.11., 18.30 (OF) Human Desire (USA 1954) R: Fritz Lang D: Glenn Ford, Gloria Grahame, Broderick Crawford. 91 min. Wilde Leidenschaften und brennende Eifersucht in einer pechschwarzen Studie der „menschlichen Sehnsucht“, inspiriert von Zolas Roman und Renoirs Film „La Bête humaine“. Filmmuseum: Do 1.11., 21.00 + Mo 12.11., 20.30 (OF) Das indische Grabmal (BRD 1959) R: Fritz Lang D: Debra Paget, Paul Hubschmid, Walther Reyer. 101 min. Fortsetzung des „Tiger von Eschnapur“, to be missed! Filmmuseum: So 17.11., 16.30 Kämpfende Herzen (D 1921) R: Fritz Lang D: Carola Toelle, Hermann Boettcher, Rudolf Klein-Rogge. 79 min. Kolportage um zwei Eheleute, einen Makler (mit Doppelleben) und seine Frau (mit sorgsam gehütetem Geheimnis). Irrungen und Wirrungen, bis zwei Pistolen losgehen: „Der eine“, schrieb damals ein Kritiker, „tötet den schurkischen Freund des Mannes, der andere beinahe die edle Frau und die Wirkung des Stückes.“ (Restaurierte Fassung) Filmmuseum: Do 1.11., 16.00 Liliom (F 1934) R: Fritz Lang D: Charles Boyer, Madeleine Ozeray, Florelle, Antonin Artaud. 117 min. Molnars Wiener Volksstück, verlegt in die Vorstadt von Paris. Der Titelheld (Boyer) ist Ausrufer beim Ringelspiel, wird von Julie geliebt, die ein Kind erwartet. Er entzieht sich der Verantwortung, macht Selbstmord und kommt vor ein himmlisches Tribunal. Langs einzige Arbeit in Frankreich, nächste Station seines Exils war Hollywood. (Einführung: Bernard Eisenschitz) Filmmuseum: So 28.10., 16.00 + Fr 9.11., 20.30 (OmU) Man Hunt (USA 1941) R: Fritz Lang D: Walter Pidgeon, Joan Bennett, George Sanders, Ludwig Stoessel. 100 min. „Somewhere in Germany, shortly before the war“. Einem britischen Sportsmann kommt zufällig der Führer höchstpersönlich vor die Flinte. Mehr nur zum Spaß legt er auf ihn an, überlegt, lädt nun richtig. Doch die Chance ist vorbei, ein Wächter überrumpelt ihn. Er kann fliehen, zurück in die Heimat. Die aber haben Nazis schon unterwandert. Filmmuseum: So 28.10., 18.30 + Do 8.11., 20.30 (OF) M – Eine Stadt sucht einen Mörder (D 1931) R: Fritz Lang D: Peter Lorre, Gustaf Gründgens, Otto Wernicke, Theo Lingen. 109 min. Peter Lorre in Berlin: Eine Stadt sucht einen Mörder mit Wiener Akzent. Wie Lang in diesem Film mit Ton experimentiert, wie er mithilfe seines Kameramanns (Fritz Arno Wagner) Räume inszeniert und sämtliche Details sich zum spannenden Großen und Ganzen fügen: Seinesgleichen geschah nur selten im Kino. Filmmuseum: Fr 19.10., 21.00 + Mi 7.11., 20.30 Le Mépris / Die Verachtung (F/I 1963) R: Jean-Luc Godard D: Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Fritz Lang, Jack Palance. 102 min. Lang (als er selbst) soll für einen US-Produzenten die Odyssee verfilmen, sozusagen mit Piccoli und Bardot als Orpheus und Eurydike.

Godards Film, eine Reverenz an den Meister aus dem alten Deutschland, ist ein berauschendes Fest der Farben und Zitate. Filmmuseum: Mo 22.10., 21.00 + Fr 2.11., 21.00 (OmU) Metropolis (D 1927/84) R: Fritz Lang D: Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Heinrich George. 83 min. Die von Giorgio Moroder verbrochene Fassung, die leider immer noch nicht eingestampft wurde. Filmmuseum: Sa 20.10., 17.30 Metropolis (D 1927/2010) R: Fritz Lang D: Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Heinrich George, Alfred Abel, Rudolf Klein-Rogge. 149 min. Restaurierte Originalfassung. In der Zukunftsstadt, die ihren Reichtum aus der Arbeit unter Tage schuftender Proletariermassen schöpft, bricht „die Revolution“ sich Bahn, nachdem ein dämonischer Erfinder eine Maschinenfrau als Agitator eingesetzt hat. Langs äußerst ambivalenter Kommentar zur Sozialpsychologie der Weimarer Republik – zudem ein rhythmisch pulsierendes Monster von Film (mit Neueinspielung des Originalfilmscores von Gottfried Huppertz). Filmmuseum: Sa 3.11., 20.30 Ministry of Fear (USA 1944) R: Fritz Lang D: Ray Milland, Marjorie Reynolds, Carl Esmond, Dan Duryea. 87 min. Stephen Neale, grad erst aus der Nervenheilanstalt entlassen, ist überzeugt, einem Spionagering auf den Spuren zu sein. Emigranten aus Österreich, die Geschwister Hilfe, haben ihn, als „Mothers of Free Nations“ getarnt, mitten in London aufgezogen. „Die Spiritistensitzung, die Nacht des Bombenalarms, das Finale auf dem Dach ... Das ist Kino, fürs Bild entworfen, bewusst und nervös“ (Graham Greene). Filmmuseum: Sa 27.10., 16.00 + Fr 9.11., 18.30 (OF) Moonfleet (USA 1955) R: Fritz Lang D: Stewart Granger, George Sanders, Joan Greenwood. 87 min. Abenteuerfilm in Cinemascope und Eastmancolor, eine dunkle Schmugglerballade, die im 18. Jahrhundert an der Küste Südenglands spielt. „Das verweist alle Cocteau’schen Testamente in den Bereich des Nichts. Die Poesie liegt in der Wahrheit und im Erkennen. Sie verbirgt sich nicht im Trick.“ (Jean Douchet) Filmmuseum: Do 18.10., 21.00 + Do 29.11., 18.30 (OF) Der müde Tod (D 1921) R: Fritz Lang D: Lil Dagover, Walter Janssen, Bernhard Goetzke, Rudolf Klein-Rogge. 105 min. Mysterienspiel aus der Feder von Thea Harbou: „Es liegt ein Städtchen irgendwo / Im Tale traumversunken, / Drein zogen liebestrunken / Zwei Menschen jung und lebensfroh ... / Am Kreuzweg, wo schon viel geschah, / Steht ihrer wartend, schweigsam da / Der Tod ...“ (Am Klavier: Gerhard Gruber) Filmmuseum: Do 18.10., 19.00 Die Nibelungen – Teil 1: Siegfrieds Tod (D 1924) R: Fritz Lang D: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph. 149 min. Ein spektakulärer Versuch, das mittelalterliche Epos in Form von zwei Monumentalfilmen stilgerecht auf die Kinoleinwand zu übertragen. Dabei schuf Lang kein nationalistisches Heldendenkmal, sondern das düstere, konsequent durchstilisierte Fresko eines schicksalhaft sich vollziehenden Untergangs. (Einführung: Oliver Hanley) Filmmuseum: Sa 27.10., 18.00 Die Nibelungen – Teil 2: Kriemhilds Rache (D 1924) R: Fritz Lang D: Margarethe Schön, Frida Richard, Rudolf Klein-Rogge. 130 min. Was im zweiten die Blendung des Drachen, das ist im ersten Film der berühmte Falkenflug: eine Schlüsselszene, realisiert von Walter Ruttmann, der Kriemhilds gespenstischen Angsttraum durch Papieranimation zum Leben erweckt. (Restaurierte Fassung) Filmmuseum: Sa 27.10., 21.00 Rancho Notorious (USA 1952) R: Fritz Lang D: Marlene Dietrich, Arthur Kennedy, Mel Ferrer. 89 min. Schauplatz eine Ranch namens Chuck-A-Luck (sprich: glücklicher Zufall): Geschichte eines Hasses, eines Mords, einer Rache, das Drama einer Frau, die sich der Liebe eines jüngeren Mannes überlässt – Kamera: Hal Mohr, Drehbuch: Dan Taradash! Filmmuseum: Mi 31.10., 21.15 + So 25.11., 18.45 (OF) The Return of Frank James (USA 1940) R: Fritz Lang D: Henry Fonda, Gene Tierney, Jackie Cooper, John Carradine. 92 min. Jesse James ist meuchlings ermordet worden; sein Bruder Frank muss ihn rächen. Langs wunderbarer erster Western: „Das Milieu ist nur ein Vorwand. Vor seinem Hintergrund können Konflikte gezeigt werden, die ‚tabu‘ wären, wenn sie im Kostüm unserer Tage verfilmt würden“ (F. Lang). Filmmuseum: So 4.11., 18.45 + So 25.11., 17.00 (OF) Scarlet Street (USA 1945) R: Fritz Lang D: Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Vladimir Sokoloff. 101 min. Inspiriert von Renoirs „La Chienne“ drehte Lang diesen „deutschen“ unter seinen amerikanischen Filmen: vom Schicksal dessen, der durch Liebe zum Sklaven einer Frau wird; die Wiederkehr ihres ersten Gemahls; die Justiz, die fälschlich einen Unschuldigen verurteilt; die Spaltung der Persönlichkeit des Biedermanns; die Malerei, der die erste große Liebe des Regisseurs galt. Filmmuseum: Do 1.11., 18.30 + So 18.11., 20.30 (OmfrzU) Secret Beyond the Door (USA 1948) R: Fritz Lang D: Joan Bennett, Michael Redgrave, Anne Revere. 99 min. Enno Patalas: „Ein Architekt, Michael Redgrave, hat in

seinem ‚gotischen‘ Landhaus eine Zimmerflucht mit dem Mobiliar von Räumen ausstaffiert, in denen Morde geschahen, drei Räume, in denen Geschichten sich materialisieren, drei gewaltsame Tode. Ein Zimmer bleibt verschlossen, bis Redgraves junge, zweite Frau, Joan Bennett darin eindringt. Es ist die Kopie ihres eigenen Zimmers.“ (Einführung: Bernard Eisenschitz) Filmmuseum: So 28.10., 21.00 + Do 15.11., 20.30 (OF) Die Spinnen – Teil 1: Der goldene See (D 1919) R: Fritz Lang D: Carl de Vogt, Ressel Orla, Lil Dagover, Paul Morgan. 72 min. Kaum hat der Held, ein Sportsmann und Dandy namens Kay Hoog, die Flaschenpost mit einer Landkarte aus der See gefischt, macht er sich auch schon auf die Suche nach dem sagenumwobenen Goldschatz der Inkas ... (Restaurierte Fassung) Filmmuseum: So 21.10., 17.30 Die Spinnen – Teil 2: Das Brillantenschiff (D 1919) R: Fritz Lang D: Carl de Vogt, Ressel Orla, Georg John, Paul Morgan. 99 min. Der zweite Teil von Langs Abenteuerfilm, in dem sich Motive aus Karl-May-, Spionageund Liebeskitschromanen an exotischen Schauplätzen vermischen: Kalifornien, Indien, Mexiko. (Restaurierte Fassung) Filmmuseum: So 21.10., 19.00 Spione (D 1928) R: Fritz Lang D: Rudolf Klein-Rogge, Gerda Maurus, Lupu Pick, Paul Hörbiger. 150 min. Langs letzter Stummfilm, sein Thema: Spionage! Ein Bankdirektor tritt in zig Masken auf, unterhält in Hinterzimmern eine Nachrichtenzentrale. Ein junger Detektiv ist ihm auf der Spur. Bis er den genialen Verbrecher zur Strecke bringen kann, hat er manch brenzlige Situation zu meistern. (Am Klavier: Gerhard Gruber) Filmmuseum: Mi 31.10., 18.30 Das Testament des Dr. Mabuse (D 1933) R: Fritz Lang D: Rudolf Klein-Rogge, Oscar Beregi, Otto Wernicke, Gustav Dießl, Camilla Spira. 121 min. Die erste Tonfilmgeschichte um Dr. Mabuse (1933 von den Nazis verboten). Der Superverbrecher lebt in der Klinik von Dr. Baum, eines Psychiaters, den er seinerseits unter Kontrolle zu bringen versteht ... Schräg, spannend und expressionistisch ist dieser Film um falsche Fährten, Doppelgänger und geheimnisvolle Morde. Filmmuseum: Sa 20.10., 21.00 + So 11.11., 16.00 Der Tiger von Eschnapur (BRD 1959) R: Fritz Lang D: Debra Paget, Paul Hubschmid, Walther Reyer, René Delt­gen. 101 min. Noch einmal die alte Geschichte vom Architekten, der nach Indien geht, um ein Grabmal für einen Maharadscha zu bauen. Mit dem Remake seines Films von 1921 versuchte Lang auch dessen Erfolg zu wiederholen, das Abenteuer geriet jedoch zu einem Abgesang. Filmmuseum: Sa 17.11., 16.30 Das wandernde Bild (D 1920) R: Fritz Lang D: Mia May, Hans Marr, Rudolf Klein-Rogge. 60 min. Melodram mit Happy-End, Arbeitstitel „Madonna im Schnee“, gedreht im Atelier, im Odenwald, am Watzmann: Das erste von Lang und Gattin Thea Harbou gemeinsam erdachte Werk. (Restaurierte Fassung) Filmmuseum: So 4.11., 16.00 Western Union (USA 1941) R: Fritz Lang D: Robert Young, Randolph Scott, Virginia Gillmore. 95 min. Vance Shaw, ehrbar gewordener Bandit im Dienste von Western Union, deren Telegrafen den ganzen Westen erschließen, kriegt Ärger wegen eines ehemaligen Kumpans. Eine von Langs schwächsten Arbeiten. Filmmuseum: Sa 3.11., 16.00 + Mi 14.11., 18.30 (OF) While the City Sleeps (USA 1956) R: Fritz Lang D: Dana Andrews, Rhonda Fleming, Ida Lupino, Vincent Price. 99 min. Ein pathologischer Fall von Muttersöhnchen, der Frauen mordet: ein gefundenes Fressen für die Medien. „Man sollte seine späten Filme sich immer wieder ansehen, Fritz Lang ist der isolierteste und unverstandenste unter den zeitgenössischen Filmemachern“ (FranÇois Truffaut). Filmmuseum: Fr 19.10., 19.00 + Mo 5.11., 21.00 (OF) The Woman in the Window (USA 1944) R: Fritz Lang D: Edward G. Robinson, Joan Bennett, Raymond Massey, Dan Duryea. 99 min. Strohwitwer lernt eine Frau kennen, deren Bildnis ihn sofort in Bann geschlagen hat. Die Geschichte, wie sie der brave Professor eines Abends träumt, wächst sich zum Albdruck aus: In einem Wutanfall tötet er ihren Liebhaber. Film noir. Filmmuseum: Mi 24.10., 21.00 + Sa 24.11., 18.30 (OF) You and Me (USA 1938) R: Fritz Lang D: George Raft, Sylvia Sidney, Robert Cummings, Barton MacLane. 94 min. Kurios, eine amerikanische Gaunerposse im Tonfall von Brecht und (Songs von) Kurt Weill und einer glänzenden Kameraarbeit (von Charles Lang): „Ich wollte einen didaktischen Film, der die Zuseher lehrt: Verbrechen lohnen sich nicht – was eine Lüge ist, denn Verbrechen lohnen sich sehr wohl. Die Moral wurde am Ende von Sylvia Sidney an der Schultafel den Gaunern vorbuchstabiert“ (F. Lang). Filmmuseum: Mi 24.10., 19.00 + Mi 7.11., 18.30 (OF) You Only Live Once (USA 1936) R: Fritz Lang D: Henry Fonda, Sylvia Sidney, Barton MacLane. 85 min. Mit sicherem Gespür für Sentiment und Spannung inszenierte Lang diese Geschichte um den vorbestraften Eddie, der mit Frau und Kind ein neues Leben anfangen will. Die Frösche, der Banküberfall, ein Plot wie für Bonnie und Clyde: Sequenzen, an die man sich immer wieder gern erinnert. Filmmuseum: Fr 26.10., 21.00 + Sa 17.11., 18.30 (OF)


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Alain Guiraudie LE ROI DE L’ÉVASION

Miguel Gomes AQUELE QUERIDO MÊS DE AGOSTO

Das Leben des engagierten Lehrers Dan Dunne gerät durch seinen zunehmenden Drogenkonsum aus der Bahn. Eines Tages wird er von einer seiner Schülerinnen im Rausch ertappt. Doch die Begegnung, die sich fatal hätte auswirken können, mündet in eine tiefe Freundschaft.

Le Roi de l’évasion handelt von einem schwulen Junggesellen, einem hübschen, jungen Mädchen, einem eifersüchtigen Vater, einer seltsamen Mutter, von der Landwirtschaft, der Kleinstadt. Vom Leben, oder was immer das ist. Mehr ist vom Kino nicht einmal imTraum zu haben.

Im August kehren die Emigranten und Gastarbeiter zurück nach Portugal. All die Müdigkeit ist vergessen, und die Zeit vergeht mit Festen, Fußball, Liebesgeschichten und dem Sprung in den erfrischenden Fluss. Ein Film voll lakonischem Witz und intellektuellem Verve.

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150 min, OmeU, € 14,90

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Gianfranco Rosi EL SICARIO, ROOM 164

Andrew Jarecki CAPTURING THE FRIEDMANS

Ein Auftragskiller eines mexikanischen Drogenkartells, der hunderte Menschen auf dem Gewissen hat, berichtet wie ein Darsteller seines eigenen Lebens von Folter, Mord und Gräueltaten. Jetzt ist er untergetaucht und erhofft die große Vergebung durch Gott. Eine atemberaubende Dokumentation!

Vater und Sohn einer amerikanischen Mittelstandsfamilie werden des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt und in einem spektakulären Prozess zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Ist dieses Urteil Produkt von Massenhysterie und Bigotterie oder die späte, gerechte Strafe für schwere Vergehen?

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