THEMA :
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E N T G E LT L I C H E V E R L A G S B E I L A G E Z U F A LT E R 8 / 1 6
:BILDUNG
Luftburg oder Karriereplattform Was uns universitäre Bildung und Weiterbildung versprechen
Fernstudium Die Rektorin der FernUni Hagen Ada Pellert über Voraussetzungen und Vorteile. Seite 6
Bachelorstudien Sind Bachelors wirklich auf Anforderungen im Berufsleben vorbereitet? Seite 10
Postgraduale Bildung Vorteile, Lehrgänge, Zielgruppen und kritische Einwände dagegen. Seite 18
Meinung der Wirtschaft Personalverantwortliche in Unternehmen über BachelorabsolventInnen. Seite 22
Auf direktem Weg zum akademischen Abschluss.
wifi.at/akademisch In Kooperation unter anderen mit:
CONTINUING EDUCATION CENTER
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WIENER HALLENBÄDER
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A U S D E M I N H A LT
„Lust auf lebenslanges Lernen machen“ Seite 6 Ada Pellert ist die neue Rektorin der Fernuniversität Hagen in Deutschland. Dieses Institut kooperiert auch mit heimischen Institutionen. Pellert erklärt ihre Sicht auf das Fernstudium und für wen es in Frage kommt.
Was wird aus den Bachelors Seite 10
Ein Überblick über die Möglichkeiten eines Bachelor-Studiums in Österreich. Seine Vor- und Nachteile. Der Unterschied zwischen Bachelor an Uni und FH. Und ausgewählte Studiengänge.
Couchpotato wird Master of Science Seite 8 Angebote zum Thema Fernstudium in Österreich. Von Partnern der Fernuni Hagen bis zu Fernstudien an der Uni Linz, Uni Graz, der Paracelsus Privatuni und den FHs Ferdinand Porsche und Technikum Wien.
Mein Studium ohne Gratis-Semmerl Seite 16
Bachelor – und was jetzt? Seite 22
Sophie Jaeger studiert Transkulturelle Kommunikation. Wie ihre Umgebung darauf reagiert, wo sie dieses Studium absolviert und warum sie das Gefühl hat, dass an der Uni kollektives Unwissen weit verbreitet ist.
Wie Personalverantwortliche heimischer Unternehmen wie etwa Michaela Schwarzinger von KPMG die Chancen von Bachelor-AbsolventInnen in ihren Firmen einschätzen. Und worauf es wirklich ankommt.
Ungemütlichkeit erkaufen Seite 18
Die Möglichkeiten postgradualer Bildung am Beispiel ausgewählter Lehrgänge der Universität Wien und der Excellence Academy der Wirtschaftsuniversität Wien. Was es kostet. Was versprochen wird.
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Bildungschancen weiter erhöhen Ada Pellert, die künftige Rektorin der Fernuniveristät in Hagen, über die Entwicklung des Fernstudiums und die Möglichkeiten, die es bietet ie Idee des Fernstudiums ist nicht neu. Sie gewinnt aber offenbar durch die rasanten Entwicklungen in unserer digitalisierten Welt immer mehr an Aktualität. Viele der heutigen Studierenden haben neben der Ausbildung zahlreiche andere Verpflichtungen. Daher schätzen sie Freiheit und Flexibilität immer mehr. Beides hoffen sie bei einem Fernstudium zu finden. Die deutsche Fernuniversität in Hagen spielt eine bedeutende Vorreiterrolle. Sie ist zur Zeit die einzige staatliche Einrichtung dieser Art im deutschen Sprachraum. Im Gegensatz zu privaten Anbietern hebt sie keine Studiengebühren ein. Derzeit bietet sie 77.000 Studierenden Studienmöglichkeiten an vier Fakultäten im Bereich Erststudium, Weiterbildung, Promotion und Habilitation. Wir sprachen mit der neuen Rektorin Ada Pellert über die persönlichen Voraussetzungen für ein Fernstudium sowie über die Bedeutung von FernUnis in absehbarer Zukunft: Frau Pellert, als neue Rektorin der Fernuniversität in Hagen werden Sie maßgeblich die Richtung mitbestimmen, in die sich die Fernuni in Zukunft entwickeln soll … Ada Pellert: Die Fernuniversität hat seit vierzig Jahren viel Know-how darüber aufgebaut, wie man etwa auf Bedürfnisse von sehr unterschiedlichen Studierenden in verschiedenen Lebenslagen eingeht. Sie hat aber auch viel Erfahrung in der Konzeption eines modernen Blended-Learning-Studienmodells. Dieses verknüpft alte und neue Lernmedien und Lernorte. Auch in der Forschung ist sie, neben vielfältiger, an den Fächern orientierter Forschung, dem Thema des Lernens in der digitalen Welt verpflichtet. Was ist Ihr Hauptziel? Pellert: Diese für Universitäten im 21. Jahrhundert so wichtigen Erfahrungen auch anderen Hochschulen,
die erst langsam mit dem Thema ,lebenslanges Lernen‘ in Berührung kommen, zur Verfügung zu stellen. Das ist eines meiner Hauptziele. Aber auch die interessanten Biografien unserer Fernstudierenden sowie die Vorteile eines zeit- und ortsunabhängigen Studiums sichtbar zu machen und damit Bildungschancen zu erhöhen und Lust auf lebenslanges Lernen zu machen, halte ich für wichtig. Könnten Fernstudien eines Tages die Präsenz-Unis verdrängen? Pellert: Nein, sie können diese eher ergänzen. In bestimmten Lebensphasen wird es immer wichtig sein, direkten und persönlichen Kontakt zu anderen Studierenden zu haben. Ich glaube aber, dass modernes Blended Learning, bei dem individuelle Fern-, sprich Selbststudienphasen, die neuen Lernwelten des digitalen Campus und zeitlich wohl dosierte, unterstützende bzw. motivierende Präsenzphasen miteinander kombiniert werden, das zentrale Modell eines guten Hochschulstudiums der Zukunft sein wird. Wem würden Sie ein Fernstudium empfehlen. Und vielleicht auch nicht unwichtig: Wem würden Sie davon abraten? Pellert: Jedem, der vor allem den direkten Kontakt zu anderen Menschen sucht, würde ich abraten. Jedem, der sich gezielt neue Bildungswege und -inhalte erschließen möchte, würde ich zum Fernstudium raten. Wie bei jeder anderen Studienform ist es auch beim Fernstudium enorm wichtig, sich über die eigene Studienmotivation klar zu werden. Herauszufinden, was man selbst für gutes Lernen benötigt, welcher Lerntyp man ist und wie man selbst aktiv die Erfolgsvoraussetzungen dafür mitgestalten kann. Auf den Punkt gebracht bedeutet das: Ich muss gut in der Selbstorganisation sein, ein gutes Projekt- und Lernmanagement aufbauen und mich auch aktiv mit anderen vernetzen.
Wie sieht es mit der persönlichen Betreuung der Studierenden aus? Wie lässt sich der persönliche Austausch mit Lehrenden und Studienkollegen kompensieren? Oder wird dieser in unserer heutigen, digitalisierten Welt immer weniger eine Rolle spielen? Pellert: Die neuen digitalen Errungenschaften ermöglichen tatsächlich auch intensive Formen der Interaktion und des Austauschs mit anderen Studierenden und Lehrenden. Die sozialen Medien erlauben heute eine Intensität der Kommunikation, die man vor Jahren noch nicht annähernd zur Verfügung hatte. Darüber hinaus stehen auch an der Fernuniversität viele Regionalzentren für die persönliche Betreuung und den Kontakt mit anderen Studierenden zur Verfügung. Mentoring und Tutoring sind im Studium nach wie vor wichtig. Sie können aber auf verschiedenen Wegen erfolgen: Zum einen im persönlichen Kontakt, aber natürlich auch verstärkt über neue Medien. Sie bieten derzeit an der Fernuni vier Studienrichtungen an: Nämlich Kultur- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaft, Mathematik und Informatik und Rechtswissenschaft. Könnten da noch weitere hinzukommen? Pellert: Ja, natürlich sind Erweiterungen denkbar. Ich sehe etwa eine große gesellschaftliche Nachfrage nach guten Fernstudienmöglichkeiten im techniknahen Bereich. Letztlich ist das aber eine Frage der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Um ein gutes universitäres Studium bereitstellen zu können, ist vor allem eine Erhöhung der Zahl an Professuren erforderlich. Die Fernuniversität in Hagen erfüllt zwar einen nationalen Bildungsauftrag in Deutschland. Sie wird aber nur von einem einzigen deutschen Bundesland, nämlich Nordrhein-Westfalen, finanziert. Dadurch sind dem Wachstum derzeit noch enge Grenzen gesetzt.
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Welchen Stellenwert hat wissenschaftliche Forschung beim Fernstudium? Pellert: Ein Universitätsstudium zeichnet sich immer – egal, ob als Präsenzoder Fernstudium – durch die Verbindung von Forschung und Lehre aus. Das hängt also weniger an der didaktischen Form. Die Forschung der Professorinnen und Professoren sollte immer Eingang in die Lehre finden und die Studierenden sollten im Verlauf ihres Studiums auch mit forschendem Lernen in Berührung kommen. Als staatliche Fernuni brauchen Sie im Gegensatz zu privaten Anbietern keine Studiengebühren einzuheben. Die sind für viele ein Hindernis. Ist das nicht eine Wettbewerbsverzerrung?
Pellert: Derzeit ist die Finanzierung im deutschsprachigen Hochschulraum ja weitgehend so geregelt, dass die Erstausbildung kostenfrei und die Weiterbildung kostenpflichtig ist. Das ist, unabhängig von der tatsächlichen Studienmotivation des Einzelnen, letztlich bei allen staatlichen Universitäten, egal ob Fernoder Präsenzuniversität, das Finanzierungsmodell. Ich sehe hier also keine Wettbewerbsverzerrung. Es wird in den Medien immer wieder vor dubiosen Anbietern gewarnt, wo etwa Studierende nicht einmal wissen, welche Uni letztendlich die Titel vergibt. Worauf sollten Interessenten hier achten?
„Lust auf lebenslanges Lernen zu machen, halte ich für wichtig.“ ADA PELLERT, DIE KÜNFTIGE REKTORIN DER FERNUNIVERSITÄT HAGEN
FOTO: FERNUNIVERSITÄT / FEITH METTE
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Pellert: Sie sollten auf die Akkreditierung der Studienangebote achten. Denn diese ist eine wichtige Voraussetzung der Qualitätssicherung: Indem etwa die Qualifikation des Lehrkörpers, die Studierbarkeit des Curriculums, die Verbindung zur Forschung und die Passung von Bildungsinhalten und Bildungszielen überprüft wird. Sie kooperieren bereits mit Österreichs Johannes Kepler Uni Linz. Sollte es weitere Kooperationen geben? Pellert: In Österreich gibt es ja in verschiedenen Bundesländern Studienzentren – von Bregenz bis Wien. Ich glaube, das ist derzeit eine gute und ausreichende Infrastruktur. INTERVIEW: DIETER HÖNIG
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Couchpotato wird
Master of Science
Österreichische Unis und FHs bieten Fernstudien an – teilweise in Kooperation mit der Fernuni Hagen in Deutschland
ILLUSTRATION: SHUTTERSTOCK
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tudierende, die lieber zu Hause auf der Couch herumlümmeln, statt in einem überfüllten Hörsaal auf der Uni zu sitzen, wurden früher oft als „Gammelstudenten“ bezeichnet. Für Fernstudierende ist dies aber Alltag. Tatsächlich kann man in Österreich seit dreißig Jahren von zu Hause aus – wahlweise auf der Couch oder auch im Bett – sein Studium absolvieren. Im Studienzentrum Bregenz ist das seit 1981 möglich – und zwar im rund 600 Kilometer entfernten Hagen in Nordrhein-Westfalen (siehe Interview Seite 6–7). Auch in Österreich machen aktuell mehr als 3.000 Personen von diesem Angebot Gebrauch. Sie werden über die sechs Studienzentren in Bregenz, Saalfelden, Villach, Wien, Steyr und Linz betreut. Über Linz, genauer über das Zentrum für Fernstudien an der Johannes Kepler Universität (JKU), läuft seit 1992 die Koordination und die Kooperation mit der Fernuniversität Hagen. Das Studienangebot umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge in Wirtschaftswissenschaften, Kulturund Sozialwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie Rechtswissenschaften. Selbst promovieren kann man von zu Hause aus. Fern-Rechtsstudium an der Uni Linz Rund 4.500 Studierende absolvieren derzeit das „Multimediale Diplomstudium der Rechtswissenschaften“ an der JKU. Es ist seit 1998 unabhängig von der Fernuniversität Hagen. „Wir verzeichnen derzeit rund 450.000 Lehrveranstaltungsbesuche pro Studienjahr über das Internet. Die Studierenden legen rund 12.500 schriftliche Prüfungen pro Jahr ab“, erklärt Andreas Riedler, Vorstand des Instituts für multimediale Linzer Rechtsstudien. Alle erforderlichen Unterlagen aller Studienfächer werden den Studierenden in sogenannten „Medienkoffern“ zusammengestellt. Diese enthalten auch die multimedialen Vorlesungen aller Fächer mit Videos, Bild, Ton und Text. Wobei die Studierenden auch laufend interaktiv mitarbeiten können. Und zwar indem „die in den Vortrag eingearbeiteten Prüfungsfragen von den Studierenden beantwortet und sofort vollautomatisiert, anonym und offline ausgewertet werden“, so Riedler. Neben den Vorlesungen auf DVD werden laufende Seminare über Internet als sogenannter „elektronischer Unterricht“ angeboten – live oder als Video on Demand. Auch das Prüfungssystem ist flexibel organisiert: Schriftliche Prüfungsarbeiten können österreichweit bei mehreren Kooperationspartnern der JKU sowie bei Notaren und weltweit bei österreichischen Auslandsvertretungen abgelegt werden. Mündliche Prüfungen werden vor Ort in Linz oder unter universitärer Aufsicht über Videokonferenzschaltungen abgehalten.
Fotos: Ferdinand Porsch FernFH, Zentrum für Fernstudien
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Aging Services Management an der Ferdinand Porsche FernFH Der große Unterschied zum klassischen Studium der Rechtswissenschaften ist die zeitliche Unabhängigkeit. Die Studierenden sind nicht an Vorlesungszeiten, Wochentage oder Semester- und Ferialzeiten gebunden, denn jede Vorlesung ist 24 Stunden, sieben Tage pro Woche und 365 Tage im Jahr verfügbar und kann von jedem Ort der Erde besucht werden. „Wir sind ja unter den Universitäten und FHs die einzige österreichische Hochschule, die sich auf diese Lern- und Lehrmethode spezialisiert hat und durchgehen über alle Studiengänge anwendet“, erklärt Martin Staudinger von der Ferdinand Porsche FernFH in Wiener Neustadt. Hier kann seit 1997 ein FH-Abschluss im Fernstudium erworben werden. Wobei die Studienschwerpunkte vor allem im wirtschaftlichen Bereich liegen: Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie. Im Wintersemester 2014/15 kam der Bachelor-Studiengang „Aging Services Management“ hinzu. Dieses Angebot „ist eine Reaktion auf die gestiegene Lebenserwartung, sich verändernde Lebensmuster und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie den daraus resultierenden Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung von Angeboten zur Förderung der Lebensqualität im Alter“, heißt es dazu. Alle drei Studiengänge sind nach der Methode des Blended Learning ausgerichtet. Es soll die Effizienz und Flexibilität des Fernstudiums mit den sozialen Aspekten der Face-to-FaceKommunikation verbinden. Um ihren Studierenden ein orts- und zeitunabhängiges Studium zu ermöglichen, setzt die Ferdinand-Porsche FernFH auf eine Kombination modernen Medien und Methoden. Dreh- und Angelpunk des Studiums ist dabei der Online-Campus, über den die Studierende Übungen, Podcasts, Chats und Foren für den Austausch nutzen können. Während rund 80 Prozent des Studiums ortsungebunden absolviert werden können, bestehen die übrigen 20 Prozent aus obligatorischen Präsenzphasen.
Electronics and Business an der FH Technikum Wien Ihre Zeit frei einteilen können sich auch die Fernstudierenden der FH Technikum Wien. Hier gibt es nur drei zweitägige Anwesenheitsphasen pro Semester für die Fernstudienrichtungen Business Informatics, Electronics and Business und Informations Systems Management. Die Unterrichtssprache ist Englisch. An Kosten fallen nur die normalen Studiengebühren pro Semester an. „Studierende, die sich selbst gut motivieren können, gut organisiert und termintreu sind, sind in unseren Fernstudien gut aufgehoben“, erklärt Christian Kollmitzer, Vizerektor der FH Technikum Wien und Leiter des Fernstudiums Electronics and Business. In der Regel muss man für ein Fernstudium durchschnittlich zwischen zehn und zwanzig Stunden pro Woche einplanen. Das muss natürlich gut organisiert werden, vor allem wenn man berufstätig ist. Was auf fast achtzig Prozent der Fernstudierenden zutrifft. Sie haben sich bewusst deshalb dafür entschieden. Denn das Besondere an einem Fernstudium ist eben „die Möglichkeit, die Studiensituation weitgehend der Lebenssituation anzupassen und nicht umgekehrt“, so Staudinger. Der virtuelle Campus und Social Media Flexibilität ist ja schön und gut. Aber ist so ein Studium aus der Ferne, wo man die meiste Zeit allein vor dem Computer sitzt, nicht sehr einsam? Dank Social Media ist das nicht unbedingt der Fall. Das Internet bietet eine ganze Palette an didaktischen Einsatzszenarien: Lernplattformen wie Moodle, Blogs und Social Learning Software ermöglichen kooperatives Arbeiten in Online-Gruppen. „Mit den neuen Umsetzungsmöglichkeiten rückt auch das konstruktivistische Lernen stärker in den Vordergrund“, sagt Josef Reif vom Zentrum für Fernstudien der Uni Linz. Auch an der FH Technikum Wien wird diese Art der Interaktion genutzt, „wie etwa Kollaboration in Wikis und
der Austausch über verschiedene Kanäle wie E-Mail, Foren und soziale Netzwerke“, erklärt Kollmitzer. Der Online-Campus an der Ferdinand Porsche FernFH dient auch als soziales Netzwerk. Das Alumni-Netzwerk ist über eine XING-Gruppe organisiert. „Ohne das Internet und soziale Netzwerke würde es das Fernstudium in der von uns heute gelebten Form nicht geben“, meint Staudinger.
„Wir sind die einzige österreichische Hochschule, die sich auf Fern-Lernund -Lehrmethoden spezialisiert hat.“ Martin Staudinger, Ferdinand Porsche Fern-FH in Wiener Neustadt
„Mit den neuen Umsetzungs möglichkeiten rückt auch das konstruktivistische Lernen stärker in den Vordergrund.“ Josef Reif vom Zentrum für Fernstudien der Uni Linz
Pflegewissenschaft an der Paracelsus Privatuni Solche Tools spielen auch eine wesentliche Rolle beim Online-Studium Pflegewissenschaft, das an der Paracelsus Privatuniversität in Salzburg angeboten wird. Dieses spezielle Studienmodell erlaubt es Pflegenden, die beruflich voll eingebunden sind, den Bachelor of Science in Nursing zu erwerben. Hier gibt es am Ende jeder Lehrveranstaltung den „virtuellen Hörsaal“, wo maximal sechs Studierende pro Termin auf die Lehrenden treffen und sich über die Inhalte der jeweiligen Lehrveranstaltung austauschen. Für weiteren Austausch und kooperatives Lernen gibt es die Präsenzwochen, die jedes Kompetenzlevel abschließen. Sie sind der einzige Teil, der eine Anwesenheit vor Ort erfordert. Zusätzlich gibt es eine eigene Lernplattform mit Foren und Chats, die von DozentInnen betreut werden. „Durch eine Benachrichtigungsfunktion wird nichts versäumt. Eine Regelung, die wir uns selbst auferlegt haben, ist die Beantwortung aller Anfragen und Kommentare innerhalb von 48 Stunden. Diese Garantie sorgt zusammen mit dem hohen Betreuungsschlüssel für eine außergewöhnliche und fast persönliche Beziehung zwischen den Studierenden und den Lehrenden“, ist Alexander Kraus, Studiengangsleiter des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft Online, überzeugt. Dazu gibt es eine regelmäßige Online-Cafeteria, die nur den Studierenden zur Verfügung steht. „Nur der Kaffee im virtuellen Lokal schmeckt etwas trocken“, sagt Josef Reif vom Zentrum für Fernstudien.
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Was wird aus den
Bachelors?
Unis und Fachhochschulen warten mit einer Fülle an Bachelor-Studiengängen auf. Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, wie es danach weitergehen kann indestens 180 ECTS-Credits brauchen Studierende auf ihrem Bildungskonto für ein Bakkalaureat. Die genaue Anzahl hängt von der Studienrichtung ab. Und der Länge des jeweiligen Studiengangs. In der Regel sind das sechs bis acht Semester. Die Arbeitsbelastung sei mit einem 40-Stunden-Job vergleichbar, meint der Online-Tutor studium.at. Nicht wenig Einsatz also, um den untersten akademischen Grad zu erwerben. Und dann? Sind der Bakkalaureus bzw. die Bakkalaurea, wie Bachelors bis 2007 genannt wurden, dann startklar fürs Berufsleben? Oder haben sie gerade einmal den ersten Schritt zu einer akademischen Laufbahn gesetzt? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Obwohl die Unterschiede zwischen den meist forschungsgeleiteten Universitäts- und den überwiegend praxisbezogenen FH-Studiengängen groß sein können, hängen viele FH-Bachelors ein Masterstudium an. Das ist an einer FH wie auch an einer Universität möglich. Eine besondere Chance bietet das Bologna-System Berufstätigen. Sie erwerben Abschlüsse im Abendstudium oder können berufsorientierte Weiterbildungsangebote wahrnehmen. Wie und wo man das mehrstufige Bologna-Studienmodell für sich nützt, bleibt den Studierenden überlassen. Was einem der Bachelor bringt, kann ziemlich unterschiedlich sein. In dieser Flexibilität liegt einer der Vorteile dieses Systems. Fördert der Bachelor die Beschäftigungsfähigkeit? Ob der Bachelor allein die Chancen am Arbeitsmarkt erhöht? Das wird kontrovers diskutiert. Die Studien-
„An der Uni Wien sind die Bachelorstudien auf den Erwerb akademischer Kernund Basiskompetenzen ausgerichtet.“ Christa Schnabl, Vizerektorin für Studium und Lehre, Universität Wien
richtung spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Mit einem Ingenieursabschluss wird es vermutlich einfacher sein, gleich im Berufsleben Fuß zu fassen. In der Realität hängt es aber von individuellen Voraussetzungen ab. Die Vizerektorin für Studium und Lehre an der Uni Wien, Christa Schnabl, sieht im ersten Studienabschluss eine solide Grundlage: Nach einer überschaubaren Studienzeit kann man ins Berufsleben einsteigen. „Weiterbildung ist in weiterer Folge an nationalen wie internationalen Bildungseinrichtungen gut möglich. Egal, ob als Vollzeitstudium oder berufsbegleitend.“ Das Studienangebot sei auf Employability ausgelegt. „An der Universität Wien sind die Bachelorstudien auf den Erwerb akademischer Kernund Basiskompetenzen ausgerichtet. Ebenso wie auf die Fähigkeit, Probleme mit wissenschaftlichen Methoden zu lösen.“ AbsolventInnen sollen dann die Möglichkeit haben, ihr fachliches Wissen in spezialisierten oder interdisziplinären Masterprogrammen zu vertiefen. Entweder nach einer Phase der Berufstätigkeit oder unmittelbar im Anschluss daran. „Bologna-Titel“ sind nun die Realität von AbsolventInnen Der Weg zum Erstabschluss ist nun kürzer als zur Zeit des Diplomstudiums. Sind BachelorstudienabgängerInnen eine Art „DiskontakademikerInnen“? Drücken sie womöglich Gehälter und mindern den Wert akademischer Arbeit? Das verneint Schnabl entschieden. „Erhebungen zeigen zudem, dass sich Einstiegsgehälter daran orientieren, ob es sich um einen Erstabschluss handelt.“
Egal, ob die Umstellung auf das Bachelor-Master-System positiv gesehen oder erbittert kritisiert wird, aufzuhalten ist sie nicht. Seit Österreich 1999 den Bologna-Vertrag unterschrieben hat, laufen immer mehr alte Studienzweige aus. Längst haben wir uns an die Titelvielfalt der AbsolventInnen gewöhnt. Und daran, dass die Bachelor-, Master- und PhD-Grade hinter dem Nachnamen angeführt werden. Vizerektorin Schnabl sieht die Phase der Umstellung als weitgehend abgeschlossen. „In Studienberatungen wird das neue System mittlerweile als das Normale wahrgenommen.“ Bologna-konforme Pharmazie im Bachelorstudium An der Karl-Franzens-Universität Graz setzt man den nächsten Schritt. Letzten Herbst startete das sechssemestrige Bachelorstudium „Pharmazeutische Wissenschaften“. Damit folgen an dieser Uni fast alle Studien den Bologna-Vorgaben. Die einzige Ausnahme sind die Rechtswissenschaften. Im Vorfeld der Pharmazie-Umstellung wurden allerlei Befürchtungen laut. Der Pharmazie-Bachelor galt als Schreckgespenst eines „Apothekers light“. Einen solchen könne es aber nicht geben, sagt Martin Schmid. Er ist Vorsitzender der Curriculakommission für die Studienrichtung Pharmazie und Professor am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften. Schon allein deshalb nicht, weil für die Arbeit in der Apotheke noch ein viersemestriges Masterstudium nötig sei. Erst hier werde für die Arbeit an der Tara ausgebildet. Insgesamt wird das Pharmaziestudium ein Fortsetzung Seite 12
Foto: Uni Wien
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Semester länger dauern. „Die Perspektive für den Bachelor allein ist eigenverantwortliche Arbeit in einem Labor der pharmazeutischen Industrie und in analytischen oder diagnostischen Laboratorien.“ Die Entscheidung, wer in einer Apotheke arbeiten darf, liegt bei der Apothekerkammer, ergänzt Rudolf Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz. „Ein Großteil unserer Lehrenden hat die Umstellung befürwortet und teilt derartige Befürchtungen nicht.“ Er sieht einen großen Vorteil darin, dass das Pharmaziestudium nun zu den anderen naturwissenschaftlichen Studien passt. Und es erfülle den Bologna-Gedanken hinsichtlich einer europaweiten Mobilität. Außer in Graz wird Pharmazie noch in Innsbruck und Wien gelehrt. „Die Bachelorstudien der drei heimischen Universitäten sind gegenseitig anrechenbar. Und man kann das Masterstudium anderswo machen. Auch außerhalb Österreichs.“ Neben dem Masterstudium Pharmazie böte sich in Graz selbst etwa das Masterstudium „Pharmaceutical Engineering“ an. Übergangssituationen sind immer eine Herausforderung Die ersten Laborübungen des Diplomstudiums laufen im kommenden Semester aus. Sie werden durch die neuen des Bachelorstudiums ersetzt. Das größte Problem beim Pharmaziestudium ist die hohe Zahl der StudienanfängerInnen. „In Graz sind 384 vorgeschrieben“, sagt Rudolf Bauer. „Dem steht eine Laborkapazität von 80 Plätzen gegenüber.“ Letztere entspreche auch ungefähr dem Bedarf an AbsolventInnen. „Um ein zügiges und qualitativ hochwertiges Studieren zu
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„Der Schwierigkeitsgrad dieses Studiums wird oft unterschätzt.“ STEFAN HULFELD, BACHELORSTUDIENGANG THEATER-, FILM- UND MEDIENWISSENSCHAFT AN DER UNI WIEN
Rudolf Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Graz
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e rmöglichen, wäre es dringend notwendig, dass der Gesetzgeber die Anfängerzahlen reduziert.“ Das Diplomstudium Pharmazie läuft in Graz erst nach einer sehr langen Übergangsfrist aus. „Wenn Studierende Angst haben, trotzdem nicht rechtzeitig fertig zu werden, können sie jederzeit ins neue Studium wechseln“, erklärt Martin Schmid. „Und sollten bestimmte Laborübungen des auslaufenden Diplomstudiums eines Tages nicht mehr angeboten werden, gibt es dafür Äquivalente.“ Die Übergangsphase stelle auch für die Lehrenden eine Herausforderung dar. „Aber wir wollen sie für die Studierenden so problemlos wie möglich gestalten.“ Studiengang Theater-, Filmund Medienwissenschaft Der Berufswunsch „irgendwas mit Medien“ zählt, statistisch gesehen, zu den meistgenannten. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad solcher Studien oft unterschätzt, meint Stefan Hulfeld, Professor für Theaterwissenschaft im Bachelorstudiengang Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Uni Wien. „Neben der grundsätzlichen Faszination für die Themen und Phänomene braucht man auch den Willen, sich daran abzuarbeiten und eigenständig Erkenntnisse
„BWL, Buchhaltung, Urheberrecht und dergleichen werden vom ersten Semester an forciert.“ Kai Erenli, Bachelorstudiengang Film-, TV- und Medienproduktion FH BFI Wien
daraus zu gewinnen. Das ist ein komplexer Prozess, der eine hohe sprachliche Kompetenz voraussetzt.“ Dennoch ist der sechssemestrige Bachelorstudiengang Theater-, Filmund Medienwissenschaft bei StudienanfängerInnen äußerst begehrt. Er hat großes Potenzial, sagt Hulfeld. Auch wenn es ein ehrgeiziges Unterfangen sei, Fächer, die anderswo gesondert gelehrt werden, in einen Studiengang zu packen. „Wenn man sich ansieht, was das fachlich bedeutet, müssen sich die Studierenden bei uns wirklich viel aneignen.“ Noch dazu auf einem schwer fassbaren Feld. „In unserem sehr visuellen Fach haben wir es oft mit Gegenständen zu tun, die sich immer auch ein bisschen entziehen.“ Nicht um die Verifizier- oder Falsifizierbarkeit von Wissen gehe es, sondern um die Perspektive, die man einnehme, und die Grundlage, auf der man sie beschreibe. „Wenn man eine Sprache hat, um solche Dinge zu analysieren, ist das im Übrigen durchaus eine Kompetenz, die heute in nicht wenigen Berufsfeldern gefragt ist.“ Der Bachelorstudiengang vermittelt theoretische Grundlagen und methodisches Rüstzeug. Da man das Niveau hoch halten wolle, stelle man aber auch gewisse Ansprüche an die InteressentInnen. „Wir erwarten von
ihnen, dass sie Wissen verknüpfen können“, so Hulfeld. „Reproduzieren allein ist zu wenig.“ „Keine Frage war den ProfessorInnen zu blöd“ „Die Studieneingangsphase war echt schwer“, erinnert sich Sabrina Lampl. Mittlerweile ist sie im letzten Semester des Bachelorstudiums. „Zeitweise hat mich die Menge an Stoff einfach überfordert.“ Hilfe fand die 24-Jährige damals in Tutorien. „Außenstehende denken oft, in meiner Studienrichtung müssen wir eh nur ins Kino und ins Theater gehen. Das könne ja jeder“, schmunzelt sie. „Dass dahinter jede Menge Theorien, Analysen bzw. auch eine Begriffsgeschichte stecken, wird oft nicht gesehen.“ Als Filmbegeisterte schreckte Lampl die Kombination mit Theaterwissenschaft zunächst ab. „Dann hat mich gleich im ersten Semester ein Kurs von Professor Hulfeld dafür begeistert.“ Überhaupt sei der Enthusiasmus der Professoren ansteckend. Auch würden einem durch Kontakte zu Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich großartige Möglichkeiten geboten. „Durch einen Kulturradio-Kurs mit Christina Höfferer von Ö1 weiß Fortsetzung Seite 15
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Pro und kontra Bakkalaureat Erster berufsqualifizierender akademischer Abschluss nach kürzerer Studienzeit
Studieninhalte müssen durch die kürzere Studiendauer auch inhaltlich gekürzt werden
„Entrümpelung“, Modernisierung und Bedarfsanpassung von Studienplänen und -inhalten, Konzeption von neuen, praxisorientierten Studiengängen
Kritiker orten im Vergleich zu Diplomstudien stärkere „Verschulung“, weniger Freiräume
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International unterschiedliche Modelle, ähnliche Studiengänge an verschiedenen Hochschulen können sich inhaltlich oder bei der Studiendauer so stark unterscheiden, dass ein Wechsel doch nicht so einfach möglich ist
Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren, viele Möglichkeiten späterer Neuorientierung
Das Ziel, Studierende präziser auf die Anforderungen der Wirtschaft vorzubereiten, sehen manche als nicht erreicht
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COMPETENCE ist das neue Magazin für Wissen und Weiterbildung des Postgraduate Center der Universität Wien. Unter dem Metathema „Was treibt uns an?“ präsentiert es Entwicklungen und Trends zu Weiterbildung und Lifelong Learning. COMPETENCE informiert, erzählt, diskutiert, fragt nach, regt an, gibt Einblick, verschafft Überblick, verbindet.
WAS TREIBT UNS AN?
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Fortsetzung von Seite 13
Martin Schmid, Professor am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, Uni Graz
Fotos: privat, FH BFI Wien, Uni Graz
FH BFI Wien kombiniert BWL
und Medienproduktion Verschmitzt lächelt Elias Kilgus hinter der vorgehaltenen Hand hervor. „Ja, ich zähl’ mich auch zu den verhinderten Regisseuren“, scherzt er. „Glücklicherweise gibt es in der Medienwelt noch andere Berufe, in denen man den Leuten erklären kann, was sie zu tun haben.“ 2014 hat der Mödlinger seinen Bachelor in Film-, TV- und Medienproduktion an der FH BFI Wien gemacht. Ein sechssemestriger Studiengang, der auf Wunsch der Filmwirtschaft entstanden ist. Er wendet sich dezidiert nicht an angehende Regisseure oder Kreative, sondern verknüpft Betriebswirtschaft und Medienproduktion. Die Zielgruppe sind junge Menschen, die beruflich hinter den Kulissen von Film-, Fernseh- oder Gamesproduktionen wirken wollen. Und hier in erster Linie den kaufmännischen, organisatorischen oder strategischen Teil bestreiten. Damit ist er einer von nur zwei derartigen Studiengängen im deutschsprachigen Raum. Den zweiten findet man an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. Mit dem wird ein reger (Studierenden-) Austausch gepflegt. „Die Kernbereiche, also BWL, Buchhaltung, Urheberrecht und dergleichen, werden bei uns vom ersten Semester an forciert“, sagt Kai Erenli. Er leitet den FH-Bachelorstudiengang Film-, TV- und Medienproduktion.
Elias Kilgus. Er studierte Film-, TV- und Medienproduktion an der FH BFI Wien
Sabrina Lampl. Sie studiert Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Uni Wien
Hollywood-Träume oder Filmset am Alberner Hafen „Es wäre weltfremd zu behaupten, dass unsere AbsolventInnen gleich als FilmproduzentInnen anfangen“, sagt Kai Erenli. „Wenn sie in die Branche einsteigen, beginnen sie unten auf der Leiter. Aber mit dem, was wir ihnen an die Hand geben, haben sie die Chance, sich gegenüber denen durchzusetzen, die diesen betriebswirtschaftlichen Hintergrund nicht haben.“ Den Studiengang gibt es mittlerweile seit fünf Jahren. So lassen sich die Wege der AbsolventInnen schon ein wenig nachverfolgen. „Viele machen noch einen Master und vertiefen sich in einen ergänzenden Bereich. Etwa ein technisches oder kreatives Fach.“ Das passe gut dazu. Auch gebe es ein Doppeldiplomabkommen mit der Hochschule in Furtwangen, die Medieninformatik etabliert hat. „Die meisten unserer Studierenden sind sehr jung. Das sind schon eher Menschen, die sich danach noch umschauen.“ Viele Wege seien offen. Elias Kilgus etwa hat wochenlang mit einem Filmteam kalte Winternächte am Alberner Hafen verbracht. Seit seinem Abschluss arbeitet er bei verschiedenen Filmprojekten auf der Produktionsseite mit. „Da stellt man fest, dass das Zwischenmenschliche in dieser Branche auch nicht ganz unwichtig ist.“ Es sei also von Vorteil, dass der Studiengang „trotz der ganzen Wirtschaft am Ende doch ein sehr menschlicher ist“. Ein großes Plus der Fachhochschulen ist schließlich, dass durch die begrenzten Studierendenzahlen eine sehr persönliche Betreuung möglich ist. Seine Regiepläne hat der 26-Jährige übrigens doch nicht ganz aufgegeben. Hin und wieder macht er auch kleine Projekte wie Musikvideos als Regisseur. „Mein Ziel ist es, irgendwann eine Mischung aus Regie und Produktion zu machen.“
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in Planung
„Die Perspektive für den Bachelor allein ist u. a. eigenverantwortliche Arbeit in einem Labor der pharmazeutischen Industrie.“
„Und dann geht es natürlich auch darum, sich in der Branche sehr gut auszukennen.“ Der Praxisbezug sei an der FH das größte Asset. „Wir haben über 60 Lektorinnen und Lektoren, die direkt aus der Praxis kommen und dort wichtige Positionen bekleiden.“ Wie etwa Regisseur Franz-Leopold Schmelzer, Kris Staber von arx anima oder Andreas Kamm von MR-Film, um nur ein paar zu nennen. „Dadurch bekommen unsere Studierenden einen sehr guten Einblick, wie das Werkl rennt. Einerseits, wie Kalkulation, Planung, Finanzierung, Distribution ausschauen, aber auch, wie der Wasserstand draußen ist, was in der Branche so läuft. Und nicht zuletzt ist es ein beginnender Netzwerkaufbau.“ Hat man die Leute schon einmal kennengelernt, falle es später leichter, sich zu bewerben.
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ich jetzt, dass ich später unbedingt zum Radiojournalismus möchte.“ Trotz Konsolidierung der Studierendenzahlen sei die Betreuungssituation immer noch schwierig, bedauert Professor Hulfeld. „Das individuelle Feedback, das viele bräuchten, können wir am ehesten in den Sprechstunden geben. Diese Möglichkeit nutzen leider nicht so viele.“ Auch Sabrina Lampl meint, dass zwischen Studierenden und Lehrenden zu wenig kommuniziert werde. Es erfordere eine gewisse Überwindung, räumt sie ein. Aber zumeist habe sie sich gut aufgehoben gefühlt in den Sprechstunden. „Keine Frage war den ProfessorInnen zu blöd.“ Hulfeld und seine KollegInnen möchten nun gezielt das Gespräch mit Studierenden suchen, bei denen es im letzten Drittel plötzlich klemmt. Das seien gar nicht so wenige. „Wir wissen nicht genau, woran es liegt“, so Hulfeld. „Wo wir mehr Unterstützung geben könnten.“ Erklärungsmöglichkeiten gebe es verschiedene. Etwa, dass einige durch Praktika schon so tief in den Beruf eingetaucht seien, dass dieser mit dem Studium konkurriere. „Deshalb finde ich das Bologna-Baukastensystem in unserem Fach ganz gut. Man kann zumindest relativ leicht einen ersten Studienabschluss erwerben, sich auch anderen Dingen zuwenden und später an die Uni zurückkommen.“
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Being Bachelor or
Wie Studierende das Bachelor– Werner Sturmberger: „Der Bachelor schützt nicht vor dem Bachelor“
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enn sie „Bachelor“ hören, denken viele Menschen eher an eine Romantic-Comedy oder an die gleichnamige Reality-TV-Show. Dabei buhlen junge Frauen um die Gunst eines (Alb-)Traumschwiegersohns. Die zentrale Phrase der Show lautet, „Willst du diese Rose?“ und signalisiert den Aufstieg in die nächste Runde. Der Satz „Heute habe ich leider keine Rose für dich“ bedeutet das Ausscheiden aus der Sendung. Wer diese Tortur von Demütigung und Selbsterniedrigung am besten erträgt, gewinnt schließlich. Ähnlich wie bei akademischen Auswahlverfahren bleiben die konkreten Auswahlkriterien letztlich aber unklar. Genau wie die Frage, welche Lebensumstände junge Menschen zur Teilnahme an solchen Shows bewegen. Sie glauben, das hat alles nichts mit dem Bakkalaureat zu tun? Stimmt. Den Bachelor in der Doku-Soap bekommt am Ende nur eine Kandidatin. In Österreich dagegen fast jede und jeder, die oder der das auch wirklich will. Und zwar für so gut wie alles: Dabei sollte man jetzt nicht unfairerweise auf dem sicherlich tollen Studium Pferdewissenschaften herumreiten. Man kann auch ein Bakkalaureat
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„Das Bakkalaureat zielt auf die Zurichtung der Studierenden für die Bedürfnisse des Erwerbsarbeitsmarktes.“ Werner Sturmberger, Soziologe
in Militärischer Führung, Business Consultancy International, Innovationsmanagement oder Zeitbasierte und Interaktive Medien bekommen. Die Fernsehshow zielt letztlich auf die Zurichtung junger Frauen nach männlichen Vorstellungen von Weiblichkeit. Das Bakkalaureat auf die Zurichtung der Studierenden für die Bedürfnisse des Erwerbsarbeitsmarktes. Das Stichwort lautet „Berufsbefähigung“. Eigentlich unnötig, denn die Mehrheit der Studierenden ist ja bereits während des Studiums erwerbstätig. Die Studienpläne sind damit meist nur schwer in Einklang zu bringen. So ist dafür Sorge getragen, dass Studierende bereits während des Studiums wertvolle, praxisbezogene Erfahrungen sammeln: Leistungsdruck, entgrenzte Arbeit und vermehrt auch psychische Erkrankungen. Die Pointe hinter Klaus Jürgen Hallers legendärer Begrüßung beim WDR-Mittagsmagazin „Guten Tag, meine Damen und Herren, guten Morgen, liebe Studenten!“ bekommen Studierende heute gar nicht mehr mit. Allein schon deshalb, weil sie seit acht im Hörsaal sitzen. Damit hat die Reorganisation des Studiums jene Lücke in der Biographie geschlossen, die es
für viele Menschen möglich machte, ein Leben abseits der Logik von Erwerbsarbeit zu führen. Oder zumindest alternative Lebensformen zu erproben. Dafür hat man jetzt nach dem Studium Zeit. Denn da wartet trotz aller Berufsbefähigung oft nicht der ersehnte Traumjob. Sondern Praktika, atypische Beschäftigungsverhältnisse und das AMS. Natürlich sagt beim AMS niemand „Willst du diese Rose?“. Lange Zeit kam eher die Frage: „Sie haben einen – was?“ Denn es dauerte, bis sich die Kunde über den neuen Studienabschluss Bachelor in der österreichischen Wirtschaft verbreitete. Als es so weit war, stand eine Wirtschaftskrise samt Akademiker-RekordArbeitslosigkeit ins Haus. Beim AMS heißt es daher mittlerweile: „Heute habe ich leider keinen Job für Sie. Aber ein Bewerbungstraining könnten Sie machen.“ Wie „The Bachelor“ beweist, bleibt vielen Uni-AbsolventInnen dann nur mehr ein Ausweg: Reality-TV im Privatfernsehen. Wer bereits während des Studiums gelernt hat, alles mit sich machen zu lassen, tut sich dann dort auch leichter.
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Bachelorette
–Studium erleben
Sophie Jaeger: „Mein Studium ohne Gratis-Semmerl“
Fotos: privat, Maria McLean
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ie leidige Frage: „Und was studierst du?“ In meinem Falle folgt darauf prompt die leidige Antwort „Transkulturelle Kommunikation“. Hä? Was soll denn das für ein Studium sein? Nach einem Semester des Übens bin ich schon gewiefter geworden: „Ich studiere Transkulturelle Kommunikation – also Dolmetschen und Übersetzen.“ Was nicht einmal eine pointierte Antwort ist. Und sämtliche kommunikations- und kulturwissenschaftlichen Aspekte dieses facettenreichen Studiums außer Acht lässt. Ich habe eine Freundin in Heidelberg. In einer Gruppe stellt sie mich so vor: „Das ist die Sophie, die studiert dieses unaussprechliche Studium in Wien. Wie hieß das noch mal? Transklutblabla?“ Dieses unaussprechliche Studium. Aber in Wien, immerhin. Das bietet Gesprächsstoff. Ob ich an der Uni Wien, in diesem schönen Gebäude, studiere, wird gern gefragt. An der Uni Wien? Ja. In diesem fantastischen Gebäude am Ring? Nein. Mein Institut befindet sich im 18. Bezirk beim Währinger Park. Dorthin fährt man mit einem Bus. Viele kennen das Gebäude der ehemaligen Schule für Welthandel, wo jetzt die Ägyptologie unterge-
„Kollektives Unwissen scheint an der Universität weit verbreitet zu sein.“ Sophie Jaeger studiert Transkulturelle Kommunikation
bracht ist. Also studierst du dort, in diesem einzigartigen Jugendstilbau? Nein, mein Institut ist im Zubau aus den 1970er Jahren. Unvergleichbar mit dem Ringstraßenprunkbau der Hauptuni. Aber funktional. Während sich die meisten Studierenden in den ersten Tagen des Semesters an den Werbegeschenken erfreuen, die vor der Hauptuni verteilt werden, bildet sich vor dem Kaffeeautomaten im Institut für Translationswissenschaften wie an allen anderen Tagen eine lange Schlange. Gratis-Semmerl, -Energydrinks, -Joghurts und -Gewürzmischungen kenne ich nur aus Erzählungen. Andererseits musste ich vor der Wien-Wahl keinem Wahlhelfer erklären, warum ich nicht mit dem HC-Kugelschreiber meine erste Prüfung schreiben will. Die Hauptuni finde ich überhaupt spannend. Relevant für mich sind dort nur die beiden Bibliotheken: die Hauptbibliothek mit dem großen Lesesaal und die sogenannte Lehrbuchsammlung. Ich kenne den Weg vom Haupteingang zu den beiden Bibliotheken. Leider ist es mir noch nie gelungen, von einer direkt in die andere zu gelangen. Ich muss stets zum Haupteingang zurückkehren. Auch
habe ich es noch nie geschafft, andere Studierende zu finden, die mir den Weg erklären konnten. Kollektives Unwissen scheint an der Universität weit verbreitet zu sein. Bei meiner ersten Prüfung kreuzte ich meine Matrikelnummer erfolgreich in einem scannbaren Raster an, verlor dann aber den Überblick über Fragebögen und maschinell auswertbare Antwortbögen. So wandte ich mich mutig an die Aufsicht mit finsterem Gesichtsausdruck. Ob das Blatt, auf dem zum dritten Mal dieselben Antwortmöglichkeiten in einem anderen Layout aufgedruckt sind, relevant sei? Nach einigen verzweifelten Blicken auf die Prüflinge um mich herum gab der Professor schließlich zu, dass er sich nicht sicher sei. Ich solle doch auf allen drei Bögen Kreuzerl machen. Mit Beginn meines zweiten Semesters kann ich trotz kleinerer Stolperfallen positiv Bilanz ziehen. Die Prüfungen wurden trotzdem bestanden, die Großfamilie hat mittlerweile eine grobe Vorstellung von meiner Beschäftigung in Wien und der Bus 40A, der zu meinem Institut fährt, kommt eigentlich öfter als sämtliche Straßenbahnen. Und Energydrinks sind eh grauslig. Auch wenn sie gratis sind.
Bachelor & Master Studiengänge Ingenieurwissenschaften
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Holztechnologie & Holzbau (BA) | Holztechnologie & Holzwirtschaft (MA) Informationstechnik & System-Management (BA/MA) | Smart Building (BA) Applied Image and Signal Processing* (MA) | Smart Cities** (MA)
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Sozial- & Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft (BA/MA) | KMU-Management & Entrepreneurship (BA) Innovation & Management im Tourismus (BA/MA) | Soziale Arbeit (BA) Innovationsentwicklung im Social-Profit-Sektor (MA) BA = Bachelor / MA = Master * Joint Master mit der Universität Salzburg ** Vorbehaltlich der Genehmigung durch die AQ Austria
Gesundheitswissenschaften Biomedizinische Analytik (BA) | Ergotherapie (BA) Gesundheits- & Krankenpflege (BA)| Hebammen (BA) Orthoptik (BA) | Physiotherapie (BA)| Radiologietechnologie (BA) Salutophysiologie für Hebammen (postgradualer MA)
Wo Wissen wächst
www.fh-salzburg.ac.at
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Ungem체tlichkeit
erkaufen
Postgraduale Studien locken viele mit besseren Karriereaussichten. Und schrecken manche ab, wie man in einschl채gigen Internetforen erf채hrt
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an müsste den Titel aus einem postgradualen Studium extra kennzeichnen, damit man erkennen kann, wer sich seinen Titel verdient und wer ihn erkauft hat. So ungefähr lassen sich viele Kommentarseiten aus Internetforen zum Thema postgraduale Weiterbildung zusammenfassen.
Illustration: shutterstock; microvector
Wie streng sind eigentlich die PrüferInnen? Wenn diejenigen, die eine Aufnahmeprüfung bestehen und geprüft werden müssen, auch jene sind, die ihre PrüferInnen finanzieren, halten das viele KommentatorInnen in den Foren für verdächtig. Tatsächlich sind weiterbildende Lehrgänge, die an Universitäten, Privatunis und Fachhochschulen angeboten werden, von den Studierenden selbst finanziert. Etwa 5.000 bis 45.000 Euro kostet der Großteil der meist vier Semester dauernden Lehrgänge. Um das aus der Perspektive eines studentischen S-Budgets zu beschreiben: gesalzen. Dennoch scheinen die Lehrgänge bestens zu laufen. Mittlerweile gibt es keine Uni, die auf die selbst finanzierten Lehrgänge verzichten kann. Und ganze Institutionen bestehen nur aus solchen Lehrgängen. Warum eigentlich? Vor Wanda mussten österreichische Studierende bei „Bologna“ an Dinge denken, die weniger mit Amore als mit Wirtschaftlichkeit, Vergleichbarkeit und Wettbewerb zu tun hatten. Und das kommt einem wieder entgegen, wenn man über die Vorzüge der neuen Lehrgänge liest: Besonders praxisorientiert seien sie. Die Ausbildung orientiere sich an den Bedürfnissen der Arbeitswelt. Die Karriere würde angetrieben. Kurz: es zahlt sich aus. Philosophie und philosophische Praxis Wir wenden uns dem, zumindest wirtschaftlich gesehen, HochrisikoStudium der Philosophie zu. Dieses Studium hat zum Geld ja dasselbe Verhältnis wie die Philosophie zur ihrem eigentlichen Gebiet, der Erkenntnis: Man muss bisweilen sehr, sehr lang suchen. Der Lehrgang „Philosophische Praxis“ soll diese Suche erleichtern. Warum die Inhalte des Lehrgangs nicht einfach im Philosophiestudium aufgehen können, sondern um (im Vergleich übrigens bescheidene) 6.800 Euro als Lehrgang angeboten werden? Konrad Paul Liessmann, der als Leiter des Lehrgangs und Professor am Institut für Philosophie beide Ausbildungen mitgestaltet, hält das für die falsche Frage. Denn diese Ausbildung könne es im Studium nicht geben. Aus einem einfachen Grund: Das Studium an der Universität dient der wissenschaftlichen Ausbildung. Ihr Ziel sind die
Forschung und das Publizieren. Der Lehrgang hingegen möchte philosophische Theorien gewissermaßen alltagstauglich machen. Etwa 2.300 Jahre nach seiner Zeit soll man nun mit Epikur reloaded auf Fragen im Privat- wie Wirtschaftsleben antworten. Wofür man das braucht? Für Unternehmen, die soziale Verantwortung ernst nehmen und nicht als Marketingmaßnahme verstehen wollen beispielsweise. Oder Institutionen wie Krankenhäuser, in denen sich ethische Fragen quasi automatisch stellen. Was moralisch geboten wäre oder wie man mit der Endlichkeit des Lebens umgehen soll, sind in der Philosophie keine ganz unbearbeiteten Felder. Dieses Wissen für Unternehmen oder Einzelpersonen nutzbar zu machen, ist der Plan. So soll der verhältnismäßig neue Beruf des philosophischen Praktikers in der Arbeitswelt verankert werden. Wo man von den Menschenrechten lernt Als 2002 erstmals Studiengebühren eingeführt wurden, war die Empörung groß. Ob aus hehren Motiven oder weil man sich zu den unpassendsten Momenten zwischen den Extremen Bummelstudent und Orchideenstudium irgendwie mitgemeint fühlen musste – der uneingeschränkte Zugang zur Hochschulbildung wurde auf jeden Fall ein heiß gefordertes Recht. Dem Recht auf freie Bildung kann man sich seit vier Jahren am Postgraduate Center der Uni Wien als theoretischem Recht nähern. Der Lehrgang „Human Rights MA“ bildet Bachelorstudierende aller Studienrichtungen innerhalb von vier Semestern zu MenschenrechtsexpertInnen aus. Um 20.800 Euro. „Wir würden uns freuen“, meint Georges Younes, Programmmanager des Lehrgangs, „wenn wir ein gefördertes Studium wären.“ Doch als Lehrgang müssen sie selbst den Lehrbetrieb aufrechterhalten. Das heißt, Kosten für Lehrende und MitarbeiterInnen sind zur Gänze selbst zu tragen. Rücklagen, die der Lehrgang bereits in den ersten Jahren seines Bestehens erwirtschaftet hat, werden, durchaus dem Selbstverständnis des Studiums entsprechend, unter anderem für Stipendien verwendet. Ein äthiopischer Flüchtling kann dank dieser Unterstützung sein Studium an der Uni finanzieren. Kleinere Gruppen von etwa 30 Personen, ein Betreuungsverhältnis, das im Regelstudium nicht möglich wäre, oder eine Exkursion in den Kosovo sind die Vorteile, die ein Lehrgang mit sich bringt. Am wichtigsten aber sei der Praxisbezug: Lehrende, die selbst im Menschenrechtsbereich aktiv sind, Fortsetzung Seite 21
Universitätslehrgang
Businessmanager/-in, MSc Details siehe www.wifiwien.at/121016 Kursdauer: 23.9.2016 – 30.6.2018 (688 Lehreinheiten) In Kooperation mit
Akademischer Lehrgang
MSc Marketing und Verkaufsmanagement Details siehe www.wifiwien.at/121516 Kursdauer: 24.9.2016 – 30.6.2018 (828 Lehreinheiten) In Kooperation mit
Akademischer Lehrgang
MSc Handelsmanagement Details siehe www.wifiwien.at/121216 Kursdauer: 26.9.2016 – 30.6.2018 (828 Lehreinheiten) In Kooperation mit
Akademischer Lehrgang
Bilanzbuchhaltung, MSc Details siehe www.wifiwien.at/162016 Kursdauer: 1.10.2016 – 30.6.2017 (243 Lehreinheiten) In Kooperation mit
Studiengang
Bachelor of Engineering – 1. Studienjahr Details siehe www.wifiwien.at/452606 Kursdauer: 7.10.2016 – 24.6.2017 (400 Lehreinheiten)
Akademischer Lehrgang
Videojournalismus Details siehe www.wifiwien.at/283496 Kursdauer: 10.10.2016 – 10.6.2017 (300 Lehreinheiten) In Kooperation mit
Universitätslehrgang
Management in Information and Business Technologies, MSc Details siehe www.wifiwien.at/183506 Kursbeginn: 14.10.2016 (680 Lehreinheiten) In Kooperation mit
WIFI. Wissen Ist Für Immer. www.wifiwien.at/kontakt T 01 476 77-5555 Währinger Gürtel 97, 1180 Wien
www.wifiwien.at www.facebook.com/WIFI-Oesterreich
Reszte-
p l ä t rn. siche
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Postgraduale Studien Universitätslehrgang „Philosophische Praxis“ Konrad Liessmann, wissenschaftlicher Lehrgangsleiter, äußert sich in einem Video zu Fragen wie: Was ist Philosophische Praxis? Was lernen die TeilnehmerInnen und inwiefern können die philosophischen Klassiker Denkanstöße auf aktuelle Lebensfragen geben? youtube.com/watch?v=cLlrUO5NajI&feature=youtu.be Infoabend am 16. März 2016, 17 Uhr, Elise-Richter Saal, Universitätsring 1, 1010 Wien Lehrgang „Human Rights“ an der Uni Wien Lehrgangsleiter ist der Menschenrechtler Manfred Nowak. Das Programm richtet sich an AbsolventInnen jeglicher Studienrichtung und Nationalität mit offener Geisteshaltung, Empathie und starker Motivation, im menschenrechtlichen Bereich zu arbeiten. Bewerbungsfrist Ende März. http://humanrights.univie.ac.at
Master of Business Administration an der Executive Academy der WU Wien Eine Übersicht über alle diesbezüglichen Programme findet man am besten auf der Homepage www.executiveacademy.at Die Financial Times erstellt jedes Jahr ein Executive MBA Ranking. 2015 liegt die Executive Academy der WU Wien damit auf Platz 44. Weitere Beurteilungen: Working experience of students: Platz 7 International students: Platz 17 International course experience: Platz 17 In der DACH-Region: Platz 4 Weitere Infos zum Financial Times Executive MBA Ranking findet man unter: http://rankings.ft.com/ businessschoolrankings/executive-mba-ranking-2015
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Fortsetzung von Seite 19 s owie ein verpflichtendes Praktikum bei einer Organisation sollen Studierende präzise auf ihre spätere Arbeit vorbereiten. Der Lehrgang steht Bachelorstudierenden aller Fakultäten offen. Ein Vorteil, wie Younes findet. Ein Neurowissenschaftler etwa könne Traumata besser erklären als Juristen. Und Wirtschaftsstudierende, so sagt er, kennen sich von vornherein mit unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung besser aus. Wie man zu Netzwerken kommt Zurück zu den Internetforen. Hier wird gerade gestritten. Immer wieder einmal meldet sich, meist in Form von AbsolventInnen eines Lehrgangs, die Seite der BefürworterInnen: Die Kritik sei in erster Linie eine unangenehme Mischung aus Gemütlichkeit und Neid. Wer die Zeit und das Geld investiere, habe danach tatsächlich andere Berufsmöglichkeiten und einen besseren Verdienst. Die Gegenseite: Ist auch nicht schwer, wenn man sich statt Kompetenzen einfach ein ganzes Netzwerk kaufen kann. Diesem Vorwurf tritt man nicht überall mit letzter Entschiedenheit entgegen. An der Executive Academy etwa, dem
entrum der universitären WeiterZ bildung der WU Wien, macht man aus der Wichtigkeit des Netzwerkens kein Geheimnis. Hier werden neben Universitätslehrgängen auch die Masterstudien zum Master of Business Administration und dem Master of Laws angeboten. Im Informationsfolder für den Global Executive MBA, einen Lehrgang, bei dem Anforderungen wie Kosten gleichermaßen gewaltig sind, werden unter dem Punkt „Postgraduate Benefits“ die außerinhaltlichen Vorzüge des Studiums aufgelistet: Zugang zu einem weltweiten Alumni-Netzwerk aus 75.000 Mitgliedern, Einladungen zu Konferenzen, Coaching und Networking Sessions, samt einer Liste von Firmen, wo LehrgangsabsolventInnen in wichtigen Positionen sitzen und eventuell weitere AbsolventInnen einstellen könnten. Ein „gelebtes Netzwerk“ nennt Alexander Damev, Head of Graduate Programs der Executive Academy, was bei der Ausbildung zum Global Executive Master of Business Administration (MBA) erarbeitet wird. Die Ausbildung, die lediglich 15 Monate Zeit, dafür aber 45.000 Euro kostet, ist Personen in Führungspositionen mit zehnjähriger Berufserfahrung
Der Lehrgang „Philosophische Praxis“ an der Uni Wien möchte philosophische Theorien alltagstauglich machen
vorbehalten. Wenn in solchen Gruppen die TeilnehmerInnen voneinander profitieren, sei das weder überraschend noch negativ. Ganz im Gegenteil: Einmal, so erinnert sich Damev, habe ein Student einen anderen noch während eines Kurses in seiner Firma angestellt. Um 45.000 Euro darf man sich andere Aufmerksamkeiten erhoffen, als im Regelstudium vorstellbar wären. So kann es vorkommen, dass Daten für Fallbeispiele, die in den Kursen durchbesprochen werden, von den Firmen stammen, deren MitarbeiterInnen selbst im Kurs sitzen. So profitieren die TeilnehmerInnen, da sie diese Analysen anschließend in ihren Unternehmen nützen können. Die Ausbildung zum Global Executive MBA findet an vier Universitäten auf drei Kontinenten statt und endet mit einem doppelten MBA. Was bedeutet solch ein Service für die Ausbildung in ordentlichen Studien? Kann eine Ausbildung an der WU jene Möglichkeiten bieten, wie sie die Executive Academy ihren TeilnehmerInnen beschert? Das sei nun nicht unbedingt die Idee, meint Damev. Und auch nicht notwendig. Das Zielpublikum sei schließlich ein ganz anderes. Wenn die das in den Internetforen wüssten. Johannes Scheutz
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22 FALTER 8/16 T h em a 01/ 16 : B i ld ung : ba k k a l au r e at u n d d ie fo lg e n
Bachelor abgeschlossen –
und jetzt?
Mit dem Bachelor will man Studierende fit für den Arbeitsmarkt machen. Was sagen 15 Jahre nach der Einführung Personalverantwortliche heimischer Unternehmen dazu? s war ein europäisches Projekt, das in den späten 1990er Jahren in Bewegung gesetzt wurde. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas sollte gesteigert, die Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Forschenden gefördert werden. Im Juni 1999 unterzeichneten BildungsministerInnen aus 29 europäischen Staaten die Bologna-Erklärung. Um die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen zu gewährleisten, wurde ein dreistufiges Studienprogramm eingeführt: Bachelor, Master und Doktor oder PhD. Mit der Möglichkeit des Bachelors, bereits nach drei Jahren einen Abschluss in der Tasche zu haben, sollten die AbsolventInnen schneller fit für den Arbeitsmarkt werden. Doch 15 Jahre nachdem in Österreich die ersten Bachelor-Studiengänge eingeführt wurden, ist die Bedeutung dieses Abschlusses weiter umstritten. Master verdienen mehr als Bachelor Im Studienjahr 2011/2012 überholten die Bachelor-AbsolventInnen an heimischen Unis und FHs erstmals Absolventen des Diplom-Studiums. Doch 85 Prozent der Bachelor wollen spätestens zwei Jahre nach ihrem Abschluss doch noch einen Master machen. Das liegt einerseits an den Job-Chancen, andererseits aber auch am Gehalt. Laut einer Vergleichsstudie des Forums Personal im Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum (ÖPWZ) bringt der höhere akademische Grad zum Beispiel bei wirtschaftlichen Berufen einen Gehaltsvorteil zwischen 200 und 300 Euro pro Monat. In der Technik verdienen Master-AbsolventInnen bis zu 350 Euro mehr als die Bachelors. Das ÖPWZ befragte dafür 50 österreichische Unternehmen unterschiedlicher Größe aus Industrie, Gewerbe, Dienstleistung und Handel. Auch die 2014 veröffentlichte Kienbaum-
„Wir machen da keinen Unterschied und sind mit unseren Bachelors grundsätzlich zufrieden.“ Michaela Schwarzinger, Leiterin der Abteilung Human Resources bei KPMG in Wien
„Die AbsolventInnen sind sehr jung und oft nicht reif. Man muss ihnen noch viel Wissen aneignen, wenn sie zu uns kommen.“ Michael Merzbach, Head of Human Resources bei RHI
Studie zur Vergütung von AbsolventInnen in Österreich ergab, dass das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Masters mit 38.400 Euro brutto im Jahr 4.500 Euro über dem Einstiegsgehalt der Bachelors lag. 2015 veröffentlichte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine Studie, laut der nur 47 Prozent der 2.000 befragten Unternehmen ihre Erwartungen an Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss erfüllt sahen. Sie wünschten sich eine stärkere Praxisorientierung im Curriculum. In Österreich gab es im Studienjahr 2012/13 insgesamt 34.300 Bachelors. Ob sie einen Job in heimischen Unternehmen finden, hängt vor allem von der Branche und dem gewünschten Tätigkeitsfeld ab. Wie man den Bachelor bei KPMG sieht Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG hat in allen drei Unternehmensbereichen, Tax, Advisory und Audit, Bachelor angestellt. Auch im Service-Bereich sind Personen mit diesem Abschluss tätig. „Wir machen da keinen Unterschied und sind mit unseren Bachelors grundsätzlich zufrieden“, sagt Michaela Schwarzinger, Leiterin der Abteilung Human Resources bei KPMG in Wien. Sie blickt auf eine zwanzigjährige Erfahrung im Personalmanagement zurück. In den Bereichen, wo es an Qualifikationen fehle, würde man das im Unternehmen, quasi durch Training on the job, nachholen. KPMG hat ein internes Ausbildungscurriculum, das die MitarbeiterInnen in ihrem jeweiligen Fachbereich in Anspruch nehmen können. Auch wenn Schwarzinger den Bachelor nicht als Nachteil bei der Jobsuche sieht, habe ein Master-Abschluss durchaus Vorteile. „Man ist einfach schon einen Schritt weiter, die Dauer der Lernzeit war länger und die Intensität der Ausbildung größer.“ Sie
betont dennoch, dass sie keine Bildungsabschlüsse, sondern Menschen einstellt. Es komme auf die Persönlichkeit genauso wie auf die Inhalte des Studiums und die fachliche Kompetenz an. Defizite würden oft mit den Studienplänen der einzelnen Institutionen zusammenhängen. Ein absolviertes Praktikum könne die Ausbildung abrunden, da es die Eignung für einen bestimmten Beruf zeige. Ein Abschluss sei kein Garant dafür, dass man sich in einem bestimmten Feld auskennt. Generell sollte man sich bei der Einstellung von neuem Personal nicht zu sehr auf den Lebenslauf verlassen, meint Schwarzinger. Die Charakterzüge des Bewerbers bekämen immer mehr Gewicht. Wenn ein Team bei KPMG neue MitarbeiterInnen sucht, kommt es bei der Auswahl auch immer auf den Partner an, der für das jeweilige Team zuständig ist. Bei KPMG gibt es über 60 solcher Partner, die in der Frage Bachelor oder Master ganz unterschiedlicher Meinung sind. Es gibt die „Old School“Vertreter, wie Schwarzinger sie nennt, die einen Master voraussetzen, andere sind froh, wenn Neuankömmlinge nur einen Bachelor haben und man ihnen das nötige Rüstzeug direkt bei der Arbeit mitgeben kann. Skepsis gegenüber dem Bachelor bei RHI Etwas skeptischer gegenüber dem Bachelor-Abschluss ist man bei RHI, einem globalen Anbieter für Feuerfestprodukte, -systeme und Dienstleistungen. In Österreich beschäftigt RHI etwa 1.800 MitarbeiterInnen an insgesamt 7 Standorten. Das Forschungsinstitut in Leoben ist die größte industrielle Forschungseinrichtung im Bereich Feuerfest weltweit. Gerade im Forschungsbereich würden Bachelor jedoch eher weniger eingestellt, sagt Michael Merzbach, Head of Human Resources bei RHI. Sie sind
Fotos: RHI, KPMG, Reichl und Partner
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in diesem Unternehmen vor allem im kaufmännischen Bereich tätig und haben meistens ein BWL-Studium hinter sich. Was Merzbach, der selbst den Diplomkaufmann an der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule in Aachen gemacht hat, am Bachelor-Studium stört, ist, dass es zu durchorganisiert und stark verschult sei. „Die AbsolventInnen sind sehr jung und oft nicht reif. Man muss ihnen noch viel Wissen aneignen, wenn sie zu uns kommen. Es gibt im Studium einen genauen Stundenplan und man muss immer anwesend sein. Dadurch verlieren die jungen Leute ihre Selbstständigkeit.“ Studierenden, die in den technischen Bereich oder die Forschung gehen wollen, rät Merzbach deshalb, einen Master zu machen, und das auch eher an einer Universität als an einer FH. Man könne aber auch die Masterarbeit in Zusammenarbeit mit RHI schreiben und so Unternehmen und Studierenden die Möglichkeit geben, einander kennenzulernen. Gemeinsam wird ein Thema ausgesucht, das für beide Seiten passt, und wenn alles gut läuft, werden die Studierenden nach ihrem Master-Abschluss auch beim Unternehmen angestellt. Keine Bachelor bei List oder querkraft Laut einer AbsolventInnenstudie der Uni Wien, die Erwerbskarrieren von
rund 30.900 AbsolventInnen zwischen 2003 und 2011 untersucht hat, finden Bachelor wie andere AkademikerInnen auch nach durchschnittlich zweieinhalb Monaten einen Job. Besonders schnell in den Bereichen Informatik, Meteorologie, Statistik, Mathematik, Betriebswirtschaft, Historie sowie Bildungs- und Pflegewissenschaft. Doch man findet auch Unternehmen, in denen Bachelor-AbsolventInnen derzeit nicht vertreten sind. So gibt das international tätige Familienunternehmen List an, das unter anderem die Innenausstattung von Schiffen und Flugzeugen entwickelt und umsetzt, das derzeit alle Angestellten mit Hochschulabschluss einen höheren Abschluss als den Bachelor hätten. Auch bei dem Architekturbüro querkraft werden keine Bachelor angestellt und das aus Prinzip. Man wolle nur fertige ArchitektInnen einstellen. Wenn Bachelor mitarbeiten, dann nur als PraktikantInnen. Das hängt auch damit zusammen, dass die Berufsbezeichnung „ArchitektIn“ in Österreich geschützt ist und der Bachelor-Abschluss teilweise von der Architektenkammer nicht als berufsqualifizierend angesehen wird.
„Der Abschluss steht nicht für sich allein, sondern ist immer integriert in eine Persönlichkeit.“ Max Ulrich Stolz, Human Resources Director der Werbeagentur Reichl und Partner
Die Werbeagentur Reichl und Partner mag Bachelor Weit bessere Karten haben BachelorAbsolventInnen in der Werbebranche. Wenn sie ein Studium der Wirt-
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schaftswissenschaften mit Spezialisierung auf Marketing abgeschlossen haben. Max Ulrich Stolz, Human Resources Director der Werbeagentur Reichl und Partner, sieht keinen Anlass zur Klage, wenn er an seine MitarbeiterInnen denkt, die diesen Abschluss gewählt haben. Nur auf die Ausbildung zu schauen, ist für Stolz aber zu wenig. „Der Abschluss steht nicht für sich allein, sondern ist immer integriert in eine Persönlichkeit. Was jemand aus seiner Ausbildung macht, sei es Bachelor oder Master, hängt von der Person ab“, betont Stolz. Generell schaue man sowieso darauf, dass Menschen, die eine Ausbildung haben, dort nicht stehen bleiben, sondern sich weiterbilden, und das würde durch das Unternehmen auch aktiv unterstützt. Um die Frage zu beantworten, ob man nach einem Bachelor-Abschluss direkt ins Berufsleben einsteigen oder doch noch ein Masterstudium anhängen sollte, muss man sich vor allem bewusst sein, wo man hin will, was einem Spaß macht und was man verdienen möchte. Gerade im kaufmännischen Bereich ist ein Bachelor oft eine ausreichende Ausbildung. Will man allerdings in die Forschung oder Entwicklungsabteilung, ist ein Master beinahe unumgänglich. Doch was in allen Bereichen zählt, ist der Mensch hinter dem Abschluss.
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