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Beilage zu Falter 9, Februar 2012
„Die Wirtschafts- universität ist in weiten Teilen Fachhochschule“
Foto: Katrin Bruder
Erhard Busek, ehemaliger Wissenschaftsminister und ehemaliger Rektor der FH Salzburg
Können Uni und FH kooperieren?
d d d d d
Die Aufgaben von Uni und Fachhochschulen für die Zukunft Österreichs Vierzig Prozent FH-Studierende Der Fachhochschulbereich muss noch kräftig wachsen Tragfähige Beziehungen Konkrete Kooperationen von Unis und Fachhochschulen Die einzige von einer Uni gegründete FH Die Besonderheiten der FH Hagenberg Zusammenarbeit in Forschung und Lehre am Beispiel TU Graz und FH Joanneum
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THEATER INHALT
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Editorial
FH – B-Zug der Uni? Diesen Gedanken gibt der akademische Dünkel manchem meiner Freunde unter den Universitätsprofessoren ein. Er wird durch die „Arroganz der Praxis“ meiner Freunde, die an Fachhochschulen unterrichten, auf-
Der TERA Panther Damit treten Absolventen der TU Graz beim Eco-Marathon in Rotterdam an. Auch Lehrende der FH Joanneum haben bei seiner Konzeption geholfen Seite 18
gewogen – frei nach Lukas Resetarits: B is bessa, vastehst? Ich bin bald der Einzige in meinem Bekanntenkreis, der an keiner Hochschule unterrichtet. Nun sind alle meine Freunde hervorragenden Forscher und Lehrer oder auch Praktiker, bloß habe ich das Gefühl, sie machen unser Hochschulsystem auch nicht besser. Sie respek-
men der Zusammenarbeit scheinen keinen zu interessieren. Das verstehe ich nicht, aber ich bin ja auch kein Professor.
Mein
Christian Zillner
Fotos: TERA / TU Graz, Karin Wasner
tieren einander, aber konkrete For-
Gleichgewicht der Unvernunft Bildungsforscher Stefan Hopmann erklärt das Grundproblem unseres Hochschulbildungswesens und wie es zu lösen wäre Seite 20 Impressum: Herausgeber: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. ; Verleger: Falter Zeitschriften GmbH.,1010 Wien, Marc-Aurel-Straße 9, T: 01/536 60-0, F: DW 935, E: service@falter.at, www.falter.at, DVR Nr. 0476986. Ein Service der Anzeigenabteilung: Sigrid Johler (Leitung), DW 952, E: johler@falter.at, Sabine Kejval, DW 922, E: kejval@falter.at, Produktion: Fuchs & Partner, Redaktion: Sonja Burger, Nora Fuchs, Dieter Hönig, Uschi Sorz, Martina Weinbacher, Christian Zillner; Gestaltung und Produktion: Reinhard Hackl; Fotos: Katrin Bruder; Lektorat: Helmut Gutbrunner, Rainer Sigl; Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau
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Uni & fachhochschulen
Negative Einzelfälle?
Klappt die Kooperation zwischen FH und Uni? Mehr als 800 Doktoranden an heimischen Unis haben an einer FH studiert. Manche FH-Studierende sehen sich jedoch benachteiligt
ie haben die Auswahl, die Uni-Rektoren schon seit Jahren fordern: Fachhochschulen können sich ihre Studierenden aussuchen und müssen nur so viele nehmen, wie mit dem Gesetzgeber an Studienplätzen vereinbart ist. Dazu dürfen sie Studiengebühren einheben. Universitäten müssen mit Ausnahme weniger Fächer jeden nehmen und bekommen auch bei deutlich mehr Studierenden nicht mehr Geld. Das wirkt sich auch auf die Studiendauer aus: 77 Prozent der FHStudierenden sind in Mindeststudienzeit fertig, von den Studierenden an Universitäten nur jeder Dritte. Warum dann nicht gleich die Universitäten in Fachhochschulen umwandeln? Nein, sagen Rektoren und Experten, ein klares Nein kommt auch von Wissenschaftsminister Karl Heinz Töchterle.
Unis und Fachhochschulen:
Kooperieren auf Augenhöhe Universitäten und Fachhochschulen sollen ihr eigenständiges Profil bewahren. „Auftrag der Fachhochschulen ist und bleibt die berufsfeldbezogene Ausbildung auf Hochschulniveau“, sagt der Präsident der FH-Konferenz Helmut Holzinger mit Hinweis auf die im FH-Bereich sehr bedeutsame Internationalisierung. Als weitere Besonderheit des FH-Bereichs nennt Holzinger das Studium für Berufstätige. Rund 34 Prozent studieren berufsbegleitend an einer FH. Sein Fazit: Fachhochschulen und Universitäten sollten sich auch in Zukunft deutlich unterscheiden, aber auf Augenhöhe kooperieren. Beide Sektoren seien für Gesellschaft und Wirtschaft von hoher Bedeutung.
„Statistisch gesehen kommen drei Studierwillige auf einen Platz an einer Fachhochschule“ Helmut Holzinger Präsident der FH-Konferenz
Ein Universitätsstudium ist bekanntlich viel stärker grundlagenund forschungsorientiert. „Das hat nur scheinbar den Nachteil, dass unsere Absolventen nicht so direkt auf ein Berufsfeld vorbereitet sind. Der Vorteil ist aber, dass sie sich durch ihre nachhaltige Ausbildung leichter und flexibler an die Entwicklung der Arbeitsbereiche anpassen können“, bringt es Heinz Engl, Rektor der Uni Wien, auf den Punkt. Somit sei das Universitätsstudium von vornherein ein breiteres und tieferes Studium. Diese unterschiedlichen Profile sollten erhalten bleiben. Nur wenn es beide Studientypen gibt, hat Österreich insgesamt ein gutes Bildungsangebot für junge Menschen.
Uni und FH: Angleichen der Rahmenbedingungen
Als wichtiges Zukunftsthema nennt Engl das Angleichen der Rahmenbedingungen, um vor diesem Hintergrund auch die Durchlässigkeit weiter zu verbessern. „Die FH hat ein Finanzierungsmodell nach Studienplätzen, die Universitäten hoffentlich auch bald.“ Die Universitäten werden, verspricht Engl, ihren Beitrag leisten, um nicht nur innerhalb der Universitäten, sondern auch im Zusammenspiel mit den FH die Übergänge zu erleichtern. „Wir brauchen eine wesentlich stärkere Durchlässigkeit mit Kooperationsmöglichkeiten, ohne das jeweilige Profil zu verlieren und die Bildungsziele zwanghaft zu vermischen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass man in Hinkunft beim Wechsel von der FH zur Universität zwecks Doktorat angehenden Doktoren nicht weiterhin Steine in den Weg legt. Holzinger: „Mehr als 800 Doktoranden haben
ein Studium an einer Fachhochschule absolviert, was belegt, dass es kein grundsätzliches Problem gibt, wohl aber negative Einzelfälle.“ Einzelfälle, die auch Wissenschaftsminister Karl Heinz Töchterle heftig kritisiert: „Sofern Universitätsprofessoren die Betreuung von Bewerbern mit der Begründung ablehnen, es handle sich um ehemalige FH-Studierende, ist das nicht korrekt und eines Wissenschaftlers nicht würdig.“
Ausbau der FH mit mehr Studienplätzen
Der Anteil an FH-Studierenden solle deutlich erhöht werden, fordern Experten. Eine 40-Prozent-Quote hält der ehemalige Wissenschaftsminister Erhard Busek, zuletzt auch langjähriger Rektor der FH Salzburg, für realistisch. Auch Karl Peter Pfeiffer, Rektor der FH-Joanneum in Graz, und Helmut Holzinger fordern den deutlichen Ausbau des Fachhochschulsektors. „Denn“, so erklärt Holzinger, „statistisch gesehen kommen drei Studierwillige auf einen Platz. Das allein zeigt das starke Interesse vonseiten der Studierenden an einem FH-Studium.“ Auch die Wiener Universitäten platzen aus allen Nähten, die Fachhochschulen sollten diese entlasten. Für Erhard Busek steht außer Frage, dass einige Universitäten, wie etwa weite Teile der Wirtschaftsuniversität, in Wahrheit Fachhochschulen sind. Für Helmut Holzinger ist Wirtschaft bereits jetzt ein klassisches Studium an Fachhochschulen. 42 Prozent der FH-Studierenden besuchen Studiengänge im Bereich der Wirtschaftswissenschaften.
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Foto: Fachhochschule des bfi Wien
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Uni & fachhochschulen
Foto: Universit채t Wien/ www.pfluegl.at
SPECIAL
Der Lesesaal der
Universit채t Wien. Wer nach einem FH-Studium einen Doktor machen will, muss hoffen, von einem Univ.-Prof. akzeptiert zu werden
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gewandte Forschung ohne Grundla genforschung seien eine Sackgasse. Diese unsinnige Aufteilung zeige einmal mehr, wie die Politik ohne Verstand in die Universitäten hin ein regiere.
Fortsetzung von Seite 5
Basisfinanzierung für an-
wendungsbezogene Forschung Einig ist man sich aufseiten der Fachhochschulverantwortlichen auch in der Forderung nach einer Basisfinanzierung für anwendungs bezogene Forschung. Diese sei laut Helmut Holzinger deshalb so wichtig, weil Forschungs kompetenz personelle Kontinuität voraussetzt. Daher könne man For schungspersonal nicht ausschließ lich projektbezogen und damit zeit lich befristet beschäftigen. „Forschungsprojekte gehen selten nahtlos ineinander über. Es können zeitliche Lücken zwischen den Projekten entstehen. Wir wollen aber den ForscherInnen eine lang fristige Perspektive an der Hoch schule geben.“ Die Kritik an den Konzepten zur Forschung an den Fachhochschulen kommt in erster Linie von Univer sitätsprofessoren: Grundlagenfor schung ohne Anwendung sowie an
Universitäten sollten stärker
mit Unternehmen kooperieren
„Anwendung in der Industrie ist nur auf Basis einer fundierten Grundlagen- forschung möglich“
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Heinz Engl Rektor der Universität Wien
Auch Heinz Engl sieht diese Auf teilung als nicht unproblematisch: „Ich bin aus eigener Erfahrung über zeugt, dass eine gute Anwendung in der Praxis, auch in der Indus trie, nur auf Basis einer fundierten Grundlagenforschung möglich ist. Laut Hochschulplan betreiben aber Universitäten primär Grundlagen forschung und Fachhochschulen an wendungsorientierte Forschung.“ Engl wünscht sich daher, dass Universitäten künftig auf Basis ih rer Grundlagenforschung mehr mit der Wirtschaft kooperieren sollten. Dem entgegnet Erhard Busek nicht ganz ohne Ironie: „Die Universitäten hindert niemand, im Zusammen hang mit Grundlagenforschung
auch angewandte Forschung zu be treiben.“ Spielt hier etwa angesichts der begehrten Forschungsgelder aus der Wirtschaft nicht auch das liebe Geld gehörig mit? Auch wenn es absurd klingt, soll dennoch mit 1. März des Jahres die Qualitätssicherung für öffentliche Universitäten, Fachhochschulen und Privatunis durch die „Agentur für Qualitätssicherung und Akkre ditierung Austria“ (AQA.Austria) auf neue Beine gestellt werden. Holzinger sieht, im Gegensatz zu Busek, der nur höhere Kosten, aber keine neuen Ergebnisse be fürchtet, das Gesetz sehr positiv. Im Mittelpunkt stehe nicht die obrig keitsstaatliche Kontrolle, sondern die hochschulische Qualitätssi cherung. Daher müssten auch die Hochschulen ihre Prozessziele und ihre Ergebnisziele festlegen. „Das entspricht meinem Verständnis der hochschulischen Qualitätssiche rung im internationalen Kontext“, sagt Holzinger. Text: Dieter Hönig
Foto: Universität Wien
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40 Prozent FH-Studierende Herr Pfeiffer, Graz gilt als Vorbild für Zusammenarbeit von Fachhochschule und Universität. Wo sehen denn Sie die Zukunft der beiden Bildungsmodelle? Karl Peter Pfeiffer: Im Forschungsund Entwicklungsbereich sollten Universitäten und Fachhochschulen in Zukunft enger zusammenarbeiten. In der Lehre sollen sich die Bildungsangebote ergänzen und durch ihre Profile und Schwerpunkte unterscheiden. Besonders interessant sind gemeinsame Studiengänge, bei welchen man die Stärken und die Infrastruktur der jeweiligen Organisation optimal nutzt.
Ein Interview mit dem Rektor der Fachhochschule Joanneum in Graz, Karl Peter Pfeiffer
fragt werden, ist unbestritten. Um die Universitäten, insbesondere die „Massenfächer“ zu entlasten, bräuchte es nicht nur ein wesentlich größeres Angebot an FH-Studienplätzen, sondern auch eine bessere Beratung der zukünftigen Studie-
renden. Verglichen mit vielen anderen EU-Staaten erscheint eine substanzielle Erhöhung des Anteils der Studierenden an Fachhochschulen sinnvoll, weil die Ausbildung an den
Fortsetzung nächste Seite
Frauen haben den Dreh raus.
Was können Studierende erwarten? Pfeiffer: Ein ganz wichtiger Punkt für Studierende ist die Möglichkeit des Wechsels von einer Hochschule in eine andere, z.B. beim Wechsel vom Bachelor- zum Masterstudium. Hier sollte es klar definierte und nicht individualisierte Übergangsbestimmungen geben. Auch ein einheitlicher Studierendenausweis, der z.B. den Zugang zu den Bibliotheken ermöglicht, wäre ein großer Fortschritt. Die Kooperation der steirischen Hochschulen führt auch zu einer wesentlichen Erweiterung des Wahlfachangebotes. Österreich solle den FH-Bereich zwecks Entlastung der Universitäten ausbauen. Eine Steigerung auf 40 Prozent FH-Studierende wäre wünschenswert. Bräuchte es da nicht ein deutliches Mehr an Überzeugungsarbeit bei Studierenden? Pfeiffer: Ob und wann ein Anteil von 40 Prozent FH-Studierenden erreicht wird, ist nicht so sehr eine Frage der Überzeugungsarbeit bei Studierenden. Da wir an den Fachhochschulen heute leider nur einen Bruchteil der BewerberInnen aufnehmen können, ist dies vielmehr eine Frage der Schwerpunktsetzung in der Bildungspolitik. Dass der Fachhochschulsektor in Österreich stark weiter ausgebaut werden muss, da Kompetenzen der AbsolventInnen in Wirtschaft und Gesellschaft sehr stark nachge-
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Fortsetzung von Seite 7 Fachhochschulen dem Bedarf in vielen Bereichen besser entspricht. In Deutschland und der Schweiz ist der Anteil von 40 Prozent FH-Studierenden längst Realität. Was machen die beiden Länder anders? Pfeiffer: Fachhochschulen in diesen Ländern haben eine wesentlich längere Tradition. In Deutschland sind die Lehrenden an den FH auch Angestellte des Bundeslandes, d.h. in einem anderen Dienstverhältnis, ähnlich den Uni-Professoren. Den FH mangelt es an Geldmitteln für Forschung. Pfeiffer: Geld für Forschung ist nie ausreichend, den Fachhochschulen fehlt generell eine Basisfinanzierung für die Forschung. Gerade bei Förderprojekten wie etwa EU-Projekten gibt es einen hohen Eigenanteil, der nur durch Unterstützung der Eigentümer abgedeckt werden kann. Ich würde mir auch eine höhere Studienplatzfinanzierung wünschen, um Freiräume für Forschung zu schaf-
„Es ist wichtig, dass es einen ständigen Prozess der Sicherung von Qualität in Lehre und Forschung gibt“ Karl Peter Pfeiffer Rektor der FH Joanneum, Graz
Ab März 2012 kommt ein neues Qualitätssicherungsgesetz für Hochschulen und Unis – lässt sich Qualität denn per Gesetz verordnen?
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Was halten Sie von der Aufteilung: Grundlagenforschung an Unis und angewandte Forschung an FH? Pfeiffer: Die Grenze zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung ist fließend. Die angewandte Forschung nutzt die Ergebnisse der Grundlagenforschung und transformiert diese in praktische Innovationen, führt aber auch oft zu neuen Fragestellungen für die Grundlagenforschung.
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Wie lässt sich dies messen? Pfeiffer: Wir werden nach dem EFQM-Modell (Qualitätsmanagementsystem des Total-QualityManagements) Prozesse definieren, wie wir die Aktualität unserer Studiengänge sichern können und wie wir kontinuierlich die Qualität der Lehre evaluieren, um unseren Studierenden eine bestmögliche Ausbildung und Bildung zu ermöglichen. Die Ergebnisqualität ausgedrückt z.B. durch die Nachfrage nach unseren AbsolventInnen sehe ich als einen der wichtigsten Qualitätsindikatoren. Interview: Dieter Hönig
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Pfeiffer: Natürlich nicht. Qualität
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fen. Nur wenn unsere MitarbeiterInnen in der Forschung aktiv sind, können sie neuestes Wissen aus der „Praxis der Forschung“ vermitteln. Mit der Forschung an der FH Joanneum bin ich sehr zufrieden. Wir können heute auf zahlreiche Forschungsprojekte und Forschungskooperationen mit der österreichischen und internationalen Wirtschaft hinweisen.
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Das FiT-Programm „Frauen in Handwerk und Technik“ ist ein Frauenförderangebot des AMS
iese Initiative des Arbeitsmarktservices richtet sich an Berufseinsteigerinnen, Frauen, die sich beruflich verändern möchten, oder an jene, die auf Arbeitssuche sind. Mit den speziellen Angeboten des FiT- Programms können sich Frauen schrittweise ihrem persönlichen Berufswunsch im Bereich Handwerk und Technik nähern: Haben sie sich bereits nach einer Informationsveranstaltung für ein Programm entschieden, geht es in der ersten Phase um das Kennenlernen verschiedener Berufsbilder. Anschließend werden in der sogenannten Vorqualifizierung erste praktische Grundkenntnisse vermit-
telt. Aber erst wenn sich die Frauen ihrer Berufswahl ganz sicher sind, beginnen sie mit der Ausbildung. Im Rahmen des FiT-Programms können nicht nur Lehrabschlüsse, sondern auch schulische Ausbildungen wie technische FH, HTL, Fachschulen, Collegs und technische Studiengänge gefördert werden. Überdies werden die Frauen während des gesamten Zeitraums der Qualifikation bis zur Arbeitsaufnahme und sogar darüber hinaus begleitend beraten und betreut.
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„Die WU ist in weiten Teilen Fachhochschule“
Von FH-Rektoren werden vor allem mangelnde Geldmittel für Forschung an Fachhochschulen beklagt. Busek: Die Finanzierung der Forschung an den FH ist ungenügend, vor allem müssen die Rahmenvoraussetzungen wie Personal, Ausstat-
tung etc. passen. Man benötigt mehr Geld bzw. muss man versuchen, überhaupt Geld zu bekommen. Wie viel Forschung braucht es an Fachhochschulen? Busek: An der Fachhochschule soll vor allem angewandte Forschung betrieben werden. Das kann durchaus Bereiche der Grundlagenforschung erfassen, ist aber nicht vorrangig. Es braucht allerdings eine rasche Anpassung der Forschung, weil nur so die Qualität der Studiengänge sichergestellt werden kann. Grundlagenforschung ohne Anwendung sowie angewandte Forschung ohne Grundlagenforschung sei eine Sackgasse, lautet ein Kritikpunkt von Uni-Professoren. Auch der Rektor der Uni Wien sieht die Trennung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung als problematisch. Busek: Die Universitäten hindert niemand, im Zusammenhang mit der
Der ehemalige Wissenschaftsminister und langjährige Rektor der FH Salzburg Erhard Busek über die Situation von Fachhochschulen und Unis in Österreich
„Die Finanzierung der Forschung an den FH ist ungenügend“
Grundlagenforschung auch angewandte Forschung zu betreiben. Es geht dabei vor allem darum, in den Fachhochschulen den Schwerpunkt auf die angewandte Forschung zu legen und nicht eine Konkurrenz zu den Universitäten im Bereich der Grundlagenforschung zu erzeugen. Experten fordern mittelfristig eine Steigerung der Anzahl der FH-Studierenden auf 40 Prozent aller Studierenden. Ist das realistisch? Busek: Das halte ich für realistisch, wenn es die entsprechenden Anstrengungen gibt. Damit Hand in Hand muss allerdings auch eine entsprechende Änderung an den Universitäten gehen, wie etwa die Verbesserung der Durchlässigkeit. Wie will man potenzielle FH-Studierende überzeugen, wenn FH-Absolventen von manchen Universitätsprofessoren nach wie vor als Doktoranden abgelehnt werden?
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Herr Busek, wo sehen Sie als ehemaliger Wissenschaftsminister und langjähriger Rektor der Fachhochschule Salzburg Entwicklungspotenzial bei Fachhochschulen? Erhard Busek: Das Entwicklungspotenzial der Fachhochschulen ist zunächst quantitativ, nämlich mehr Studierende aufnehmen zu können und dadurch auch zur Entlastung der Universitäten beizutragen. Qualitativ liegen die Möglichkeiten im Bereich der angewandten Forschung, aber auch in den neuen Studiengängen, die differenzierte Berufsbilder verfolgen. Fachhochschulen sind schneller in der Anpassung an Entwicklungen.
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uni & fachhochschulen
Busek: Die Überzeugungsarbeit
eter Bofinger ist dieser Meinung. P Wäre es nicht höchste Zeit, diese Lücke zu schließen? Busek: Das ist eine richtige Analyse. Der Mangel geht sogar so weit, dass das Unterrichtsministerium keine Behelfe für die Schulen zu diesem Thema erstellt hat. Auch der Wirtschaftskundeunterricht ist infolge des Fehlens einer geeigneten Weiterbildung der Lehrer unvollständig. Auch die öffentlich-rechtlichen Medien haben bislang diese Lücke nicht geschlossen.
muss vor allem an den Universitäten geleistet werden. Meine Erfahrung ist die, dass in entsprechenden Diskussionen dann doch Lösungen für Doktoranden erzielt werden können, die FH-Absolventen sind.
Die Wirtschafts-Uni Wien platzt aus allen Nähten. Wäre Wirtschaft nicht das klassische Studium für eine Fachhochschule? Busek: Es steht außer Frage, dass einige Universitäten an sich in Wahrheit Fachhochschulen sind. Das gilt für weite Teile der Wirtschaftsuniversität, aber auch für die Medizin. Es ist allerdings nicht vorstellbar, dass ein Student an der Medizin nun nicht „Doktor“ wird. Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften gibt es allerdings auch notwendige Forschung und Lehre, vor allem im Bereich der Theorie. Im Zeitalter der Wirtschafts- und Finanzkrise ist das dringend notwendig. Stichwort Finanzkrise, deren Ursachen kaum jemand begreift: Es wird kritisiert, das Wirtschaftsstudierende so gut wie nichts über die Rolle der Finanzinstitutionen wissen, auch Deutschlands Wirtschaftsweiser
„Das Qualitäts- sicherungsgesetz ist im Prinzip gut, die Ausformung in einer eigenen Agentur problematisch“
Was halten Sie vom neuen Qualitätssicherungsgesetz für Hochschulen? Busek: Das Qualitätssicherungsgesetz vom Prinzip her ist sicher gut, die Ausformung in einer eigenen Agentur problematisch. Ich fürchte, man hat höhere Kosten, aber keine anderen Ergebnisse damit verursacht. FH und Uni arbeiten in manchen Bereichen schon heute eng zusammen. Wo könnten beide Bildungsmodelle voneinander lernen? Busek: Die Universitäten können von der Anpassungsfähigkeit der Fachhochschulen an neue Herausforderungen durchaus lernen.
11 obei man vor den geschichtlichen W Strukturen der Universitäten durchaus Respekt haben soll. Die Fachhochschulen wieder sollten von der wissenschaftlichen Qualität lernen, wobei es nicht um eine Konkurrenz, sondern um eine wechselseitige Befruchtung geht. Wo sollten die beiden Ausbildungswege in Zukunft hinführen und was soll es den Studierenden bringen? Busek: Unis und FH müssen sich in Zukunft wie auch heute unterscheiden. Die Studienwahl wird von den Vorstellungen der Studierenden durchaus beeinflusst. Sicher muss aber die Durchlässigkeit zwischen Uni und FH existieren. Sollte es Zugangsregelungen und Studiengebühren wie an FH auch an den Universitäten geben? Busek: Studiengebühren und Zugangsregelungen müssen an den Universitäten eingeführt werden, wenn sie qualitativ und quantitativ überleben wollen. Zugangsregelungen existieren bereits indirekt und de facto, an der Medizin offiziell, wobei das zur Verbesserung der Studienlage beigetragen hat. Interview: Dieter Hönig
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FH und Uni: tragfähige Beziehungen
Trotz der Unterschiede zwischen FH und Unis funktionieren Kooperationen in manchen Bereichen sehr gut. Etwa in den Life-Sciences oder beim internationalen Wissenstransfer
Miteinander von Universität und Fachhochschule
Der Umstand, dass die Fachhochschulen in Österreich eingeführt worden seien, ohne die Konsequenzen für die Universitäten substanziell zu durchleuchten, hätte den Dialog nämlich nicht gerade gefördert. „Ich hoffe, dass er sich in Zukunft intensivieren wird“, sagt VorauerUhl. Bei der Zusammenarbeit des Fachbereichs Bioengineering der FH Campus Wien und der Boku sei die Gesprächsbasis der leitenden Gremien allerdings hervorragend. „Der FH-Abendstudiengang am Boku-Standort Muthgasse ist eine spezielle Konstellation“, so die Universitätsprofessorin. „Ich würde ihm fast Vorbildwirkung
in dieser Frage zuschreiben.“ Ein konstruktives Miteinander bringe einen Mehrwert für beide Seiten, ist Vorauer-Uhl überzeugt. „Dazu zähle ich klare Berufsbilder, die Optimierung von Lehrinhalten und -zielen sowie in Zeiten angespannter Budgets den finanziellen Benefit durch die gemeinschaftliche Nutzung von Infrastruktur.“
Boku und FH Campus Wien
kooperieren bei Life-Sciences Dass diese Kooperation so gut funktioniert, führt Rudolf Bliem auf deren Entstehungsgeschichte zurück. „Die Idee kam ja von der Boku“, erzählt der Studiengangsleiter für Bioengineering an der FH Campus Wien. „Man wollte Leute auffangen, die gleich nach der HTL in den Beruf gegangen sind, aber trotzdem studieren wollen.“ Für diese Zielgruppe hätte man das Angebot eines Abendstudiums gebraucht. Gleichzeitig kamen die FH Campus Wien und die Boku damals – vor rund zehn Jahren – miteinander ins Gespräch und beschlossen, die Sache gemeinsam aufzuziehen. Als Folge davon sind die Curricula des FH-Studiengangs „fast schon ein Derivat der Universitätscurricula“, wie es Bliem ausdrückt. Die enge Verschränkung der Curricula erleichtert es FH-Absolventen auch, das Studium an der Boku fortzusetzen. „Wenn sie wirklich ins Doktorat gehen wollen, ist das bei uns kein Riesensprung mehr.“ Seit der Bologna-Reform werden Studienleistungen im tertiären Sektor einheitlich mit ECTS-Credits bewertet, und in verwandten Fachrichtungen gibt es für FH- und UniBachelors, die den Master an der jeweils anderen Einrichtung machen wollen, genau festgelegte Auflagen.
„Ich halte einen interaktiven Diskurs zwischen den Universitäten und Fachhochschulen für unabdingbar“ Karola Vorauer-Uhl, Institut für angewandte Mikrobiologie, Boku
Darüber hinaus gibt es aber auch Möglichkeiten für spezielle Übereinkommen zwischen Universitäten und Fachhochschulen, die es FHMaster-Absolventen erlauben, an der Uni zu dissertieren. Dafür eignen sich Gebiete wie die Life-Sciences, weil man sich hier inhaltlich gut miteinander abstimmen kann. „Wir haben etliche Absolventen, die noch ein Jahr an der Boku angehängt haben und jetzt den Doktor machen“, bekräftigt Bliem.
Die Kooperation bringt Uni und FH finanzielle Vorteile
Ein großer Vorteil für beide Einrichtungen ist der gemeinsame Gebrauch von kostspieligen Geräten und Anlagen. „Primär für die Lehre, aber auch für die Forschung“, präzisiert Bliem. „In den FH-Laboratorien etwa arbeiten derzeit vier Personen von der Boku an einem gemeinsamen Forschungsprojekt.“ Ein besonderes Highlight ist die halbindustrielle, bioverfahrenstechnische Pilotanlage, die gerade von der Boku, der FH Campus Wien und der TU Wien für Lehr- und Weiterbildungszwecke übernommen wurde. „Die Ingenieursausbildung ist ja sehr theorielastig, wirklich in Berührung mit industriellen Anlagen kommt man normalerweise erst in der Arbeitswelt“, erklärt Bliem. „Mit der neuen Pilotanlage können wir unseren Studierenden für den praktischen Teil der Ausbildung eine Größenordnung bieten, die bis jetzt einzigartig in Europa ist.“ Außerdem würden die ange henden Bioingenieure in der Muthgasse stark vom intellektuellen Umfeld profitieren, denn hier ist auch das Vienna Institute of BioTechnology (VIBT) der Boku situiert, eine transdisziplinäre Plattform für Biowissenschaften. „Diese
Foto: Privat
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ür die einen ist Employability das Wichtigste, die anderen halten die Grundlagenforschung hoch. Kurz: Fachhochschulen und Universitäten haben in Forschung und Lehre nun einmal einen unterschiedlichen Fokus. Wo können sich also ein junges, aber dynamisches System, das noch an seiner Profilbildung arbeitet, und eine traditionsreiche, aber zum Teil aus den Fugen geratene akademische Kultur treffen? In welchen Bereichen sind Brückenschläge lohnend oder könnten sogar wegweisend sein? „Die Diskussion über Bildung und Ausbildung, Berufsbilder und Chancen für die Studierenden ist aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossen“, sagt Karola Vorauer-Uhl vom Institut für angewandte Mikrobiologie an der Universität für Bodenkultur (Boku). „Im Spannungsfeld der heimischen Bildungslandschaft halte ich einen interaktiven Diskurs zwischen den Universitäten und Fachhochschulen aber für unabdingbar.“
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„Die unterschiedlichen Bildungsmodelle von Unis und FH sind bei Kooperationen nicht wesentlich, wenn sich jeder auf seine Schwerpunkte konzentriert“
Karl Ennsfellner, Vizerektor der IMC FH Krems
Beim Aufbau der University of Buraimi kommt es zu intensive Kommunikation ist extrem wichtig für die jungen Leute“, so Bliem.
Die FH Campus Wien im
Foto: IMC FH Krems
Vienna Bio Center
Wohl aus demselben Grund – hochschulübergreifende Nutzung von Räumlichkeiten und Großgeräten, die Bündelung des Wissens und hochkarätiger fachlicher Austausch in unmittelbarer Nähe – hat die FH Campus Wien auch ihren zweiten Studiengang in den Applied Life Sciences aus dem Stammhaus ausgelagert. Der FH-Studiengang molekulare Biotechnologie befindet sich am Campus Vienna Bio Center, in dem verschiedene akademische Einrichtungen, etwa die Max F. Perutz Laboratories der Uni und der MedUni Wien (MFPL), das Institut für
Österreichs größtem Wissensexport.
molekulare Pathologie (IMP) oder das Gregor Mendel Institute (GMI) der Akademie der Wissenschaften sowie kleinere Biotech-Unternehmen beheimatet sind. „Wir kooperieren sehr viel im Austausch von Lektoren“, erzählt Bea Kuen-Krismer, Studiengangs leiterin für molekulare Biotechno logie. „So können wir das Wissen, das sich am Campus Vienna Bio Center konzentriert, auch für uns nutzen, und die Lehrenden müssen dafür praktisch nur über den Hof gehen.“ Die Studierenden würden somit am Puls der Zeit unterrichtet. „Natürlich unterscheiden wir uns in der Lehre, denn unser Fokus liegt ja bei der Anwendung, also zirka 20 bis 30 Prozent unseres Studiums widmen sich berufsbezogenen Aspekten“, sagt die FH-Professorin. „Aber ich finde, eine Hochschulausbildung
Die IMC FH Krems leitet das Aufbau-Konsortium
muss immer eine wissenschaftliche Komponente haben, auch wir brauchen die Ergebnisse der Grundlagenforschung.“
Durchlässigkeit zwischen FH und der MedUni Wien
Die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und Anwendung sind in den Life-Sciences oft fließend. Das macht Kooperationen in den betreffenden Fachrichtungen fruchtbar und die guten Abstimmungsmöglichkeiten können der Durchlässigkeit nur förderlich sein. Wie bei ihrem Kollegen Bliem am Boku-Standort wechseln auch Kuen-Krismers Bachelor- oder Master-Absolventen nicht selten an die Universität, auch für ein Doktorat hat ihr Fachbereich mit dieser das dafür erforderliche Abkommen. „Wir haben jetzt einige Absolventen,
die an der MedUni das Doktorat machen“, bestätigt sie. „Aber natürlich gehen auch etliche Bachelor-Absolventen in den Beruf, dafür geben wir ihnen ja an der FH die entsprechenden Tools mit.“ Umgekehrt gebe es auch Universitäts-Bachelors, die lieber anwendungsbezogen weitermachen wollen und den Master an der FH absolvieren. Auch in Kuen-Krismers Fachbereich ist die institutionenübergreifende Kooperation schon gut erprobt. Seit zehn Jahren gibt es den Studiengang molekulare Biotechnologie der FH Campus Wien, und genauso lange ist er am Campus Vienna Bio Center in Wien-Landstraße angesiedelt. „In dieser Zeit haben sich auf fachlicher und menschlicher Ebene wunderbare und tragfähige
Fortsetzung: nächste Seite
14 Fortsetzung von Seite 13 Beziehungen entwickelt, die allen Beteiligten zugutekommen.“
FH Krems: Vorreiter bei Kooperationen
An fachspezifischen Clustern zu partizipieren ist aber nicht nur in der Studienphase bereichernd, die hier entstehenden persönlichen Netzwerke beeinflussen auch zukünftige Karrierewege. Internationalität verstärkt diesen Prozess noch und wird daher von Universitäten wie Fachhochschulen stark gefördert, etwa durch Exchange-Programme. „Abgesehen von einem regen K 02.11_: 23.02.12 10:36 Seite 1 Studierendenaustausch haben wir teilweise auch im Regelstudium Studiengänge mit bis zu 40 Prozent internationalen Studierenden“, sagt FH-Professor Karl Ennsfellner, Vizerektor der IMC FH Krems und Leiter des dortigen „International Departments“. Die Fachhochschule Krems sieht sich in ihrer Betonung einer internationalen Atmosphäre durchaus
„Eine Hochschul- ausbildung muss immer eine wissenschaftliche Komponente haben“ Bea Kuen-Krismer, Studiengangsleiterin molekulare Biotechnologie, FH Campus Wien
als Vorreiter, hat sie doch schon seit ihrer Gründung 1994 hier ganz bewusst Schwerpunkte gesetzt. „Interkulturalität hat einen großen Nutzen für die Studierenden und die Freundeskreise aus Studienzeiten halten lange.“ Die IMC FH Krems hat ein Partnernetzwerk von 100 Universitäten weltweit. Dabei geht es einerseits um Studierenden- und Lehrendenaustausch, andererseits entwickelt und implementiert die Fachhochschule auch etliche ihrer Studienprogramme in Kooperation mit internationalen Universitäten im jeweiligen Land. Der Management-Masterlehrgang an der Vietnam University of Commerce etwa ließe sich hier als ein Beispiel von vielen anführen. „Im Rahmen von solchen transnationalen Programmen stellen wir unsere Curricula zur Verfügung, sichern die Qualität vor Ort und entsenden Lektoren“, erklärt Ennsfellner. Der Benefit: „Beim internationalen Knowhow-Transfer lernen die beteiligten Einrichtungen viel voneinander.“ Ein einzigartiges Bildungsprojekt
im europäischen Hochschulsektor und bis dato größter Wissensexport Österreichs widmet sich dem Aufbau der University of Buraimi im Oman und reicht von der Organisation des universitären Managements bis zu den Inhalten der akademischen Studienprogramme. „Das ist eine besonders intensive Kooperation von TU Wien, Uni Wien, FH Campus Wien, University of Bradford (UK) und uns“, so Ennsfellner. Die IMC FH Krems leitet das Konsortium, das sich bei einer weltweiten Ausschreibung durchgesetzt hat. In der Wüstenstadt kann man seit dem Projektstart 2010 bereits 1000 Studierende verzeichnen. „Bis jetzt gibt es drei Colleges, nämlich Engineering, Health-Sciences und Commerce, aber in Zukunft soll die Uni 10.000 Studierende haben.“ Zwischen den Konsortiumspartnern registriert Ennsfellner eine extrem gute Kommunikationsbasis. „Ich glaube, die unterschiedlichen Bildungsmodelle von Unis und FH sind dabei gar nicht so wesentlich, wenn sich jeder auf seine Schwerpunkte Text: Uschi Sorz konzentriert.“
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uni & fachhochschulen
SPECIAL
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uni & fachhochschulen
Zertifikatslehrgang für Kletterer
Master für Digitale Medientechnologien
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Therapeutisches Klettern startet erstmals im April 2012 an der Tiroler Gesundheitsuniversität UMIT
ie Inhalte des Zertifikatslehrgangs sind somatische und psychische Effekte des Kletterns, Analyse und Entwicklung der Kletterbewegung und Erstellung von therapeutischen Konzepten, sportmedizinisches und sportwissenschaftliches Basiswissen sowie Verbesserung des klettertechnischen Eigenkönnens. Der Lehrgang eignet sich vor allem für Berufsgruppen aus den Sparten Physiotherapie, Ergotherapie, Osteopathie, Psychologie, Erlebnispädagogik, Bewegung und Sport sowie Sportwissenschaften. Aufbauend auf ein sechstägiges Basismodul können in der Folge vierbis sechstägige Spezialmodule mit
den Schwerpunkten Physiotherapie, Ergotherapie, Medizinische Trainingstherapie und Psychosoziale Intervention und Erlebnistherapie absolviert werden. Das erste Basismodul wird vom 14. bis 19. April 2012 angeboten. Partner des Zertifikatslehrganges „Therapeutisches Klettern“ sind die Österreichische Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin und der Österreichische Alpenverein.
UMIT, Private Universität für Gesundheitswissenschafen, Medizinische Informatik und Technik, Kontakt: Veronika Leichtfried, Tel. (0)50 8648-3910, klettern@umit.at, www.umit.at/academy
Der Masterstudiengang im Vollzeitstudium folgt auf den Bachelorstudiengang Medientechnik
eue Technologien, kreative Gestaltung, inhaltliche Ideen und wirtschaftliche Anforderungen werden in dem Masterlehrgang in gleicher Weise berücksichtigt. Die praxis- und projektorientierte Ausbildung beschäftigt sich mit aktuellen digitalen Technologien, deren Auswirkungen auf die Anforderungen und Arbeitsabläufe und ihrem gezielten Einsatz für die Entwicklung neuer multimedialer Produktionen, Anwendungen und Dienste für Broadcasting, Unterhaltung, Ausbildung, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Die Studieninhalte sind: Wissensbasis Medientechnik; Mediale Kommunikation und Gestaltung; Wirtschaft, Recht
und Management; Forschung, Entwicklung, Innovation und Wissenschaft. Aufbauend auf die Wissensbasis stehen sieben Spezialisierungen zu Auswahl: TV- und Videoproduktion; Postproduktion; Audio Design; Mobiles Internet; Media Computing; Experimentelle Medien und Grafik Design. Studienplätze pro Jahr: 62, Studienabschluss: Diplom IngenieurIn. Bewerbungsfrist: 30. Juni, Studienbeginn: Sept. 2012.
Fachhochschule St. Pölten, 3100 St. Pölten, Matthias-Corvinus-Straße 15, Kontakt: Erika Marschalek, Tel. 02742/31 32 28-602, Fax DW 609, dm@fhstp.ac.at, office@fhstp.ac.at, www.fhstp.ac.at
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Uni & Fachhochschulen
Die einzige von einer Uni gegründete FH
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achhochschulen und Universitäten haben mehr Zukunftschancen, wenn sie enger zusammenarbeiten“, ist sich Bruno Buchberger sicher. 1987 gründete der Professor für Computermathematik den Softwarepark Hagenberg in Oberösterreich und siedelte das ebenfalls von ihm gegründete Research Institute for Symbolic Computation RISC der Johannes Kepler Universität Linz dort an. Mit dem Softwarepark hat Buchberger ein Kompetenzzentrum geschaffen, an dem Wissenschaft und Wirtschaft eng miteinander kooperieren. Dabei ging es ihm nicht nur um verstärkten Mittelfluss, sondern um Synergieeffekte, denn: „Nur durch die Konfrontation der Forschung mit der Praxis kann sich die volle Kraft der Universität entfalten“, ist sich der Wissenschaftler sicher.
und Postdoc-Programme) konzentrieren. Zusammen mit dem Bereich Entwicklung könnte man damit langfristige wirtschaftliche Innovationen gewährleisten. Die Forschungsergebnisse in Form von nachfrageorientierten Lösungen auf den Markt zu bringen, darin wiederum sieht Buchberger die Aufgabe der Fachhochschulen.
„Bei den Kollegen meiner Uni musste ich es durchboxen. Sie sahen die FH als B-Zug der Uni“ Bruno Buchberger
Eine der ersten Fachhoch- schulen in Österreich
Noch bevor es in Österreich ein FHGesetz gab, initiierte Buchberger im Softwarepark eine der ersten Fachhochschulen des Landes. Bis die FH Hagenberg für Informatik 1993 Studierenden die Türen öffnete, gab es allerdings einige Barrieren zu überwinden: „Bei den Kollegen meiner Universität musste ich die Idee förmlich durchboxen. In ihren Augen war die FH eine Energieverschwendung, ein B-Zug der Uni“, erinnert sich der Gründer und Leiter des Softwareparks. Auch die oberösterreichische Landespolitik zeigte vorerst nur zurückhaltende Begeisterung für die FH für Informatik. Doch Buchberger setzte sich durch, mit einem besonderen Konzept, wie er erklärt: „Die FH Hagenberg ist die einzige Fachhochschule in Österreich, die von einer Uni gegründet wurde. Deshalb gibt es bis
heute kein Konkurrenzverhältnis, stattdessen ergänzt man sich.“ In der Bildung von starken Netzwerken, die sich gegenseitig vervollständigen, erkennt der Computermathematiker auch das zukünftige Erfolgsrezept für Uni und FH: „Durch die nahtlose Zusammenarbeit ist bedeutend mehr möglich. Denn obwohl jeder Bildungsbereich seine Prioritäten hat, kann man aus dem Vollen schöpfen.“ Die universitären Einrichtungen könnten sich laut Buchberger noch mehr auf Grundlagenforschung und darauf aufbauende akademische Bildung (insbesondere Master-, Doc-
Gemeinsam arbeiten, um
international Erfolg zu haben Dass Buchbergers Konzept vielversprechend ist, zeigt sich am Erfolg des Hagenberg-Modells, das mittlerweile auch als das Silicon Valley Österreichs bekannt ist. Was einst als erster namentlich geschützter Softwarepark weltweit mit einem Institut und 25 Mitarbeitern begann, hat sich in den letzen 25 Jahren zu einem breitgefächerten Forschungs-, Ausbildungs- und Wirtschaftszentrum entwickelt. Heute arbeiten und studieren 1400 Studenten und 1000 Mitarbeiter in acht Forschungseinrichtungen, 20 Uni- und FH-Studiengängen, 40 Firmen und einem Bundesoberstufenrealgymnasium. Nach wie vor steht die enge Kooperation der unterschiedlichen Institutionen im Mittelpunkt. Das sei auch der Grund gewesen, wieso die Expansion des Technologieparks so schnell voranschreiten konnte, erklärt Buchberger. Eines der jüngsten Kooperationsprojekte ist das Christian-DopplerLabor für Client-Centric Cloud Computing (CDCC), das im Juni 2011 eröffnet wurde. Das Team des CDCC bestünde in etwa zur Hälfte aus Mitarbeitern universitärer Institute und zur anderen Hälfte aus Studierenden von FH-Studiengängen, erklärt der Forscher: „In Kompetenzzentren wie dem CDCC
befassen sich Doktoratsstudenten unter Betreuung von Uni-Professoren mit langfristiger Grundlagenforschung“. Hingegen würden sich die FHAbsolventen bei der praktischen Umsetzung der Forschungsideen einbringen, etwa beim Software Engineering. Bei anderen Projekten seien die Kooperationen teils so eng, dass kaum mehr auseinanderzuhalten sei, wer von welcher Institution kommt. Das bestätigt Wolfgang Stockner, der mit seinem Unternehmen ebenfalls im Softwarepark ansässig ist und eng mit den tertiären Bildungsinstitutionen in Hagenberg zusammenarbeitet. Stockner selbst machte seinen Abschluss auf der FH in Hagenberg und gründete 2001 Bluesource, ein Unternehmen, das Mobile Marketing Tools entwickelt. Auch der Unternehmer schätzt das HagenbergerNetzwerk. Gerade in der Forschung und Entwicklung würden die Synergieeffekte, die sich im Technologiepark ergeben, große Vorteile bieten: „Im Gegensatz zur Konkurrenz gibt es für Bluesource keine Hemmschwelle massiv in die Forschung zu investieren. Dadurch waren wir schon mit vielen Ideen die Ersten am europäischen Markt.“ Ganz vorne dabei sein in der internationalen Bildungslandschaft möchte auch Bruno Buchberger. Dazu sei es wichtig, Grenzen zwischen Uni und FH durchlässig zu machen und gemeinsam an Forschungs-, Ausbildungs- und Anwendungsprojekten zu arbeiten. Den ersten Schritt für verstärkte Kooperation sollten laut Buchberger die Universitäten machen, denn: „Die Unis sollten die Institutionen sein, die sich mit innovativen Themen als Erste befassen.“ Text: Martina Weinbacher
Foto: Softwarepark Hagenberg
Die FH Hagenberg wurde von einem Professor der Johannes Kepler Universität Linz initiiert. Heute arbeiten Forscher aus Universität und Fachhochschule am Campus der FH Hagenberg eng zusammen
Uni & Fachhochschulen
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Foto: Softwarepark Hagenberg
SPECIAL
Bruno Buchberger, Professor f端r Computermathematik, vor dem IT-Center am Campus der FH Hagenberg. Er gr端ndete hier den Softwarepark Hagenberg und siedelte das ebenfalls von ihm gegr端ndete Research Institute for Symbolic Computation RISC der Johannes Kepler Universit辰t Linz hier an
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uni & Fachhochschulen
Forschung? – Jo! Lehre? –Hm …
In der Forschung gibt es erste Kooperationen zwischen der TU Graz und der FH Joanneum. Bei der Lehre erweist sich die Zusammenarbeit jedoch generell als schwierig
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er prestigeträchtige Konstrukteurswettkampf um das energieeffizienteste Fahrzeug findet als „Shell Eco-marathon Europe“ jedes Jahr in Rotterdam statt. Zum dritten Mal ist auch das studentische Racing-Team der Technischen Universität Graz mit dem Namen „TERA TU Graz“ dabei. Neben dem erfolgreichen Elektrorennauto „Fennek“ (Wüstenfuchs) soll heuer erstmals auch ein straßentaugliches Elektrofahrzeug (UrbanConceptCar), der TERA Panther, an den Start gehen. Das Besondere daran: An seiner Entwicklung waren nicht nur das Team TERA TU Graz, sondern auch Lehrende des Studiengangs Industrial Design der FH Joanneum beteiligt.
Ein Kooperationsvertrag
Das Elektro-Rennauto
Fennek (Wüstenfuchs) des Teams TERA TU Graz beim Eco-Marathon in Rotterdam
Dass eine derartige Zusammenarbeit realisierbar ist, ermöglichte ein Kooperationsvertrag. Die TU Graz und die FH Joanneum unterzeichneten ihn vor knapp sechs Monaten. In der Forschung zeigt sich nun, dass die Chemie zwischen den beiden Partnern stimmt. Dass in der Lehre noch jede Menge Arbeit ansteht und nicht alles ganz so schnell geht, wie anfangs vielleicht angenommen, gehört zum Lernprozess dazu. Dank dieses Vertrags konnte Stefan Lackner, Head Designer des Racing-Teams, die Infrastruktur der FH nutzen und von deren Knowhow in puncto Modellierung profitieren. „Die Lehrenden der FH haben mich dabei unterstützt, die ClayModellierung zu erlernen und für den TERA Panther anzuwenden“, sagt der TU-Absolvent.
Foto: TERA /TU Graz
zwischen Uni und FH in Graz
SPECIAL
Dabei wird ein Tonmodell im Maßstab 1:4 in 3D eingescannt, was die Basis für die Konstruktion bildet. Ist die Produktion des TERA Panther bis Mai abgeschlossen, wird TERA TU Graz gegen Konstrukteursteams aus aller Welt antreten. Wessen Fahrzeug mit einem Liter Superbenzin bzw. einer Kilowattstunde Strom die längste Strecke zurücklegt, hat nicht nur im Rennen, sondern auch in puncto Energieeffizienz die Nase vorn. Von der Zusammenarbeit profitiert nicht nur das Racing-Team der TU Graz. Die im Rennen gewonnenen technischen Ergebnisse des TERA Panther werden gesammelt und fließen „als praxisnaher Input wieder an die Industriedesigner der FH zurück“, so Lackner. Somit schließt sich der Kreis und es kommt zu einem beidseitigen Wissenstransfer, der in Zukunft auch den Studierenden der FH zugutekommen soll. Man lerne einander durch die enge Kooperation eben in vielerlei Hinsicht besser kennen, und so ist geplant, für das Design der nächsten TERA-Fahrzeuge nicht nur mit Lehrenden, sondern auch Studierenden des Studiengangs Industrial Design zusammenzuarbeiten. In den Bereichen Maschinenbau, Bauingenieurswesen und Luftfahrt steckt ebenfalls viel Potenzial.
Ergänzend nennt Karl Peter Pfeiffer, Rektor und wissenschaftlicher Geschäftsführer der FH Joanneum, noch gegenseitige Wertschätzung und den Willen, „das Ganze langfristig mit Leben zu füllen“, als Basis für ein tragfähiges Fundament. Für den Rektor der FH bedeuten die Kooperation und die Einladung, sich als gleichberechtigter Gesellschafter am Science Park Graz zu beteiligen, „dass man uns an Bord holen will“. Während es in der Forschung bereits erste Erfolgserlebnisse zu verzeichnen gibt, geht es in der Lehre noch langsam voran.
Der neue Entwurf des Teams von TERA TU Graz, der TERA Panther. Damit tritt man heuer in Rotterdam an
Die Unterschiede zwischen
Fotos: TU Graz, Stefan Lackner
Uni und FH sind eine Chance Die beiden Hochschulen unterscheiden sich zwar in vielerlei Hinsicht, haben es aber trotzdem geschafft, Bereiche zu finden, wo man sich ergänzt. Differenz wird als Chance begriffen und aktiv genutzt. Dass es in der Forschungskooperation so rasch ging, liegt teils daran, dass man auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Worauf man achten sollte, wenn der Aufbau einer derartigen Kooperation in Angriff genommen wird? „Auf Eigenständigkeit, beiderseitigen Nutzen und einander ergänzende Fachbereiche“, sagt Horst Bischof, Vize-Rektor für Forschung an der TU Graz.
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uni & Fachhochschulen
„Man muss auf Eigenständigkeit, Nutzen und einander ergänzende Fach- bereiche achten“ Horst Bischof Vize-Rektor für Forschung , TU Graz
Besonders wichtig ist den Beteiligten eine Verbesserung des Wechsels auf ein Masterstudium der anderen Hochschule. Die Zugangsregeln für FH-Studierende will man in Zukunft genau festlegen und dadurch für mehr Transparenz sorgen.
In der Lehre trennt die TU
PREISWERT STUDIEREN MIT DEM EINZIGARTIGEN
Graz noch viel von der FH
„Damit soll der Wechsel unabhängig vom jeweiligen Studiendekan werden, der bisher von Fall zu Fall entschieden hat, welche Lehrveranstaltungen ein Studierender nachholen muss“, so Rudolf Weißenbacher, Vorsitzender der Studierendenvertretung an der TU Graz. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gemeinsame Abstimmung und Planung der Curricula. Dies ist ebenfalls in Arbeit. Das fängt schon bei der Schaffung der technischen Voraussetzungen an, geht weiter mit der Auswahl geeigneter Studienfächer und reicht bis zur inhaltlichen Abstimmung der jeweiligen Curricula an den beiden Hochschulen. Im Endeffekt sollen die Anstrengungen darin münden, dass Studierende die Möglichkeit haben, an der jeweils anderen Hochschule Fächer zu belegen. Der Vorsitzende der Studierendenvertretung an der FH Joanneum, Christoph Huber, denkt, „dass viele FH-Studierende dadurch die Grundlagenforschung besser kennenlernen, sie nicht mehr ganz so trocken finden und sich für die Möglichkeiten an der TU stärker interessieren könnten“. In der besseren Abstimmung der Masterstudien sieht Rektor Pfeiffer einen zusätzlichen Vorteil für jene FH-Absolventen, die ein Doktorat abschließen wollen. „Derzeit ist es leider oft so, dass Absolventen an ausländischen Universitäten ihre Dissertation schreiben“, bedauert er. Durch die Kooperation soll die TU Graz an Attraktivität gewinnen, um die Ressourcen vor Ort ausschöpfen zu können. Bis die Studierenden von der Kooperation aber tatsächlich etwas merken, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Text: Sonja Burger
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Uni & FAchhochschulen
Gleichgewicht der Unvernunft
Zielführende Maßnahmen für Uni und FH könne es erst geben, wenn das Verhältnis zwischen Ausbildungs- und Wissenschaftsbetrieb klar definiert sei, sagt der Bildungsforscher Stefan Hopmann von der Universität Wien
Herr Hopmann, was lässt sich zwölf Jahre nach Beginn des BolognaProzesses über den Status quo der Hochschulen in Österreich sagen? Stefan Hopmann: Formal ist Bologna weitestgehend umgesetzt. Die Erwartungen waren sicher überzogen, etwa hinsichtlich Mobilität oder erhöhter Berufsfähigkeit. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass eine Veränderung von oberflächlichen Strukturen grundsätzlich Bildungslaufbahnen oder Lebenskarrieren beeinflusst. Das Hauptziel war aber ohnehin ein anderes. Man wollte einen einheitlichen Hochschulraum schaffen, um überhaupt Wettbewerbsbedingungen zu haben. Die Schwierigkeit für Österreich ist, ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Ausbildungs- und Wissenschaftsanspruch herzustellen. Ist das nicht generell ein Problem? Hopmann: Schon zu Humboldts Zeiten wusste man, dass sich Universitäten in einem Spannungsfeld befinden, weil sie einerseits Ausbildungs- und andererseits Wissenschaftsbetrieb sind. Die beiden Ansprüche sollten sich nach Humboldt gegenseitig unterstützen, empirisch sind es aber oft zwei einander ausschließende Erwartungen. Nämlich wenn eines von beiden einen so hohen Stellenwert erhält, dass das andere beschädigt oder lahmgelegt wird. Die meisten europäischen Länder haben das so gelöst, dass sie in irgendeiner Weise Studienplatzbegrenzungen
Fotos: Karin Wasner
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Uni & FAchhochschulen
SPECIAL
g emacht haben, um hier das Gleichgewicht zu wahren. Sei es über Gebühren, Platzzahlen oder Zugangstests. In Österreich tun wir bis jetzt so, als bräuchten wir das nicht. Wie schaut es denn bei uns in dieser Hinsicht aus? Hopmann: Es gibt bei uns auf der einen Seite Studienfächer mit kaum Nachfrage, während andere in einer Art und Weise ersaufen, die die Forschungsgrundlage bedroht. Der Kern der universitären Idee war es ja, die Studierenden in die Forschung einzubeziehen. Nur, wie beziehe ich 1000 Leute in einer Vorlesung in die Forschung ein? Und wie sollen Professoren, die so viele Studierende betreuen, 50 Diplomarbeiten lesen und in 20 Gremien sitzen, bahnbrechende Spitzenforschung betreiben? Wie kann unser wissenschaftlicher Nachwuchs international bestehen, wenn er – noch dazu in prekären Beschäftigungsverhältnissen – gleichzeitig forschen und lehren soll?
„Die Schwierigkeit für Österreich ist, ein vernünftiges Gleich gewicht zwischen Ausbildungs- und Wissenschaftsan- spruch herzustellen“
Stefan Hopmann
Könnten die Fachhochschulen den Ausbildungsanspruch auffangen? Hopmann: Die Fachhochschulen haben enorm viel geschafft, wenn man bedenkt, wie jung sie sind. Untersuchungen zufolge kommen rund drei Viertel der Studierenden mit einem Berufsbildungswunsch, der Rest ist wissenschaftlich orientiert. In den meisten Ländern hat sich daher bei den mittellangen Ausbildungen eine Infrastruktur von Institutionen gebildet, die wesentlich mehr Kapazität haben als der primär forschungsorientierte Teil des universitären Sektors. Hierzulande haben Fachhochschulen aber bisher noch nicht einmal die Hälfte der Kapazität der Universitäten. Also müsste man den Fachhochschulbereich weiter ausbauen? Hopmann: Zunächst müsste man klären, welches Verhältnis man zwischen Forschung und Berufsbildung überhaupt haben will. Dann kann man entscheiden, wie viele Forschungs- oder Nichtforschungsuniversitäten und Fach-
hochschulen man braucht. Weltweit hat es sich ja zum Regelfall entwickelt, Wissenschafts- und Ausbildungsanspruch zu trennen und die verfügbaren Einrichtungen demgemäß zu gewichten. An Universitäten bräuchte man nicht einmal Zugangsbeschränkungen, weil ohnehin drei Viertel aller Studierenden eine berufs- und praxis orientierte Ausbildung vorziehen würden, gäbe es ausreichend Plätze. Man kann aber auch sagen, man möchte wie im 19. Jahrhundert beide Funktionen in einer Institution vereinen. Das muss man dann allerdings finanzieren können. Für einen echten Strukturwandel braucht man diese Grundsatzentscheidung. Ohne das Ziel klar zu benennen und sich darüber zu einigen, kann man keinen adäquaten Weg finden. Vielmehr platzt die vorhandene Infrastruktur bei steigenden Studierendenzahlen aus allen Nähten und wandert ein relevanter Teil der akademischen Forschung ganz aus den UniversiFortsetzung nächste Seite
BILDUNG UND SOZIALES GESUNDHEIT UND NATURWISSENSCHAFTEN INTERNATIONALES UND WIRTSCHAFT KOMMUNIKATION UND MEDIEN RECHT
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Fortsetzung von Seite 21 täten ab. Es geht mir jetzt nicht um eine bestimmte Art der Lösung, sondern um die Notwendigkeit einer Strukturentscheidung. Warum gibt es die nicht? Hopmann: Weil sich die Entscheidungsträger gegenseitig blockieren. Ich vermisse in Österreich
uni & FAchhochschulen
die grundlegende Konsensfähigkeit. Die, deren Klientel Geld hat, sind natürlich für Geldlösungen. Und die, deren Klientel keines hat, sind für Strukturlösungen. Beides ist einsehbar und in einer Demokratie legitim. Nur führen beide Lösungsmodi zu nichts, wenn sie nicht in einen tragfähigen Kompromiss eingebettet sind. Solange der Grundkonflikt nicht entschie-
den ist, nämlich wie viel ich wovon gerne hätte und wie viel ich tatsächlich öffentlich finanzieren kann, nützen alle Pläne nichts. Das ist das Problem und nicht die Wirtschaftskrise oder Bologna. Ihre Zukunftsprognose? Hopmann: Die Substanz wäre vorhanden, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Aber die
Chancen für unsere High Potentials werden mit jedem Jahr, um das man eine Grundsatzentscheidung hinausschiebt, schlechter. Ohne Flurbereinigung kann es den nötigen Strukturwandel nicht geben. Und im Endeffekt trifft das die, die am wenigsten Ressourcen haben, sich in einem überforderten System durchzusetzen. Interview: Uschi Sorz
Tipps
Berufsbegleitendes Masterstudium
Masterstudium MultiMediaArt
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Das Master-Studium Journalismus und Neue Medien wird am Institut für Journalismus & Medienmanagement auch berufsbegleitend angeboten
as Studium eignet sich für Studierende aller Fachrichtungen und für aktive JournalistInnen. Bei aktiven JournalistInnen werden ihre praktischen Erfahrungen angerechnet. Somit müssen von ihnen die Einführungsveranstaltungen nicht besucht werden. In Kombination mit einem abgeschlossenen Fachstudium bietet das Master-Studium alle nötigen journalistischen Grundlagen für Print, TV und Video, Radio und Audio. Schwerpunkte sind: Multimediajournalismus, Social Media, New Media Trends und Onlinejournalismus. Das Institut für Journalismus & Medienmanagement kooperiert
unter anderem mit Institutionen wie der Columbia University New York, dem Poynter Institute (St. Petersburg, Florida) und der Hamburger Henri-Nannen-Schule. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2012 endet mit 23. Mai 2012. Pro Jahr stehen 34 Studienplätze zur Verfügung. Informationsveranstaltungen zum Master-Studium Journalismus & Neue Medien: 14.3., 23.3.,11.4. und 9.5.
Institut für Journalismus & Medien management, 18., Währinger Gürtel 97, Gebäudeteil B/3. Stock, Tel. 476 77-5830, jour@fh-wien.ac.at, www.fhwien.ac.at/journalismus-medienmana gement/master-studium
Bei diesem Masterstudium stehen Konzeption, Kreation und Management von Multimedia im Mittelpunkt der Ausbildung
er Studienablauf des viersemestrigen Masterstudiengangs „MultiMediaArt“ orientiert sich an den typischen Projektphasen – Ideenentwicklung, Konzept, Entwurf, Umsetzung und Veröffentlichung. Die Schwerpunkte der gestalterischen Major-Fächer sind: Mediendesign, Computeranimation, Film und Audio. Diese können in zwei unterschiedlichen Niveauvarianten, nämlich als vertiefendes und erweiterndes Studium, studiert werden. Ergänzend dazu gibt es noch den Studienschwerpunkt „Steuerung“ zur Auswahl. Zu den Major-Fächern wählen die Studierenden eine Ne-
benvertiefung (Minor) aus folgenden Fächern aus: Gamedesign, Audiovisuelles Environment, CrossmediaDesign und Future Cinema. Die Betätigungsfelder nach dem absolvierten Studium sind die Medien- und Kommunikationsbranche sowie Kultur, Bildung und Wirtschaft. Abschluss des Masterstudiengangs „MultiMediaArt“: Master of Arts in Arts and Design. Studienplätze/Jahr: 45. Bewerbungsschluss Master-Studium: 4. Juni 2012.
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