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COMPLETE LUXUS 2/17

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FIRMENZEITUNG / 11Z038913F

ÖSTERREICHISCHE POST AG

HERBST 2017

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Der Zauber Japans

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Therme

Spa

Hotel

HOTEL & SPA LINSBERG ASIA ASIA****S Treten Sie ein in ein Reich des Wohlbefindens. Begeben Sie sich auf eine Reise. Eine Reise in eine neue Welt voll Harmonie, Sinnlichkeit und Entspannung. Eine Reise zu sich selbst. Lassen Sie sich in fernöstliche Sphären entführen, und tanken Sie „Kraft durch Ruhe“.

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Anreise So - Do

Hotel & Spa Linsberg Asia****s | Thermenplatz 1 | 2822 Bad Erlach mail@linsbergasia.at | 02627/48000 | www.linsbergasia.at


EDITORIAL Heimo Hackel – Vorsitzender des Vorstandes der card complete Service Bank AG

ÖSTERREICHISCHE POST AG

FIRMENZEITUNG / 11Z038913F

HERBST 2017

Der Zauber Japans

Tradition & Zukunft Der japanische Architekt Kengo Kuma hat den Baustoff Holz zurück nach Tokio gebracht. Hier ist ein von ihm entworfenes Gebäude der Tokyo University zu sehen. Mehr dazu ab S. 6

COVER

Collage: Valencestudio Fotos: Tadashi Okochi, Hintergrund: Simon Rainer

HERAUSGEBER

card complete Service Bank AG 1020 Wien, Lassallestraße 3 T: 01/711 11-0 E: office@cardcomplete.com W: www.cardcomplete.com DVR: 0462501 KONTAKT

Zauberhaft

Anna Ailes Sabine Eibensteiner

Hoch hinaus

MEDIENINHABER

Falter Verlagsgesellschaft m. b. H. Bereich Corporate Publishing 1011 Wien, Marc-Aurel-Straße 9 T: 01/536 60-0 E: redaktion@complete-magazin.at CHEFREDAKTION

Christian Zillner Elisabeth Schepe ARTDIRECTION & ILLUSTRATION

Valencestudio FOTOREDAKTION

Marietta Gross/Karin Wasner LEKTORAT

Ewald Schreiber PRODUKTION

Daniel Greco GESCHÄFTSFÜHRUNG

Siegmar Schlager ANZEIGENLEITUNG

Sigrid Johler T: 01/536 60-952 ABWICKLUNG

Franz Kraßnitzer (-940) Oliver Pissnigg (-919) DRUCK

Leykam Druck GmbH & Co KG

Dieses complete Magazin Luxus widmet einige seiner Seiten einem besonders bezaubernden Land: Japan. card complete bietet mit der JCB Balance Karte die erste Kreditkarte des japanischen Global Players JCB in Österreich an. JCB ist eine Marke mit großer Tradition und wird seit 1961 in vielen Ländern der Welt verbreitet. Die ganze Welt wird zudem 2020 nach Tokio schauen, wenn die Stadt Gastgeberin der Olympischen Spiele ist. Bis dahin wird sich die japanische Metropole noch einmal neu erfinden (S. 6). Und auch abseits der Großstadt überrascht das Land der aufgehenden Sonne: mit Top-Skigebieten (S. 16), einem Perlenkönig (S. 22) oder futuristischen Autos (S. 38). Lassen Sie sich inspirieren!

… wollen Freerider aus aller Welt. Auf der japanischen Insel Hokkaidō finden sie den perfekten Tiefschnee. Mehr dazu auf S. 16 im Heft

OFFENLEGUNG

Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar

Das für dieses Magazin verwendete Papier stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. www.pefc.at

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INHALT

STIL REISE

20_ Schönheit

06_ REise

22_ schmuck

Tokio, Stadt der Superlativen

Perlenkönig Mikimoto

14_ Resort

24_ Mode

Quell der Erholung in Ise-Shima

Rami Kadi Couture

16_ Interview

30_ design

Tiefschneeträume auf Hokkaido

Von Hand gemacht

fotos: AMAN, rami kadi, Olympus

Übertreiben erlaubt

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FROM WITH LOVE KULT 34_ STARS Misha Janette, Kenneth Branagh, Nina Proll, Daniel Kehlmann

36_ gastrosophie Joji Hattori diniert und dirigiert

38_ Motorama Japanische Zukunftsvisionen

40_ elektro Nostalgie & Neues am Kameramarkt

42_ Winterfest „Twin Peaks“ zu Gast in Wien

48_ Kultobjekt Schokolade im Nebel

SCANDINAVIAN DESIGN AND MORE ... ADD Aphru* NEW! Baum&Pferdgarten* By Malina* Custommade Citizens of Humanity Cacharel* NEW Carven Dagmar* Designers Remix* Ecoalf* NEW! Even if* NEW! Essential Antwerp NEW! Filippa K Hope* Humanoid* IRO J.Lindeberg* Johnny Love*

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LuXUs

Reise Auf den kommenden Seiten

6_ REise Tokio: Leben in Superlativen

14_ Resort Quell der Erholung in Ise-Shima

16_ Interview Tiroler Freerider in Japan

Kulturtempel mit Garten Hakone Museum of Art Präfektur Kanagawa Ashigarashimo District Hakone, Gora, 1300 www.moaart.or.jp

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foto: witaya ratanasirikulchai/Shutterstock.com

UNWIRKLICH Der Skulpturenpark im Hakone Museum

Seine Einzigartigkeit hat das Museum of Art in Hakone vor allem Okada Mokichi (1882–1955) zu verdanken. Im MoA liegt seine unschätzbare, in vielen Jahren zusammengetragene Kollektion von Töpferarbeiten, Keramiken und Porzellan, die bis zu 13.000 Jahre alt sind. Der Mäzen, nicht nur Sammler, auch Religionsgründer und Philanthrop – seine Jünger nannten ihn ehrfürchtig „Herr des Lichts“ –, hatte sich sein stattliches Vermögen, eher enttäuschend säkular, mit Juwelenhandel erarbeitet. Heute steht sein Vermächtnis in einem japanischen Nationalpark.

1952 eröffnet, liegt das MoA inmitten der Vulkanlandschaft von Hakone, einem beliebten Ausflugsziel der Tokioter. Der von außen betrachtet eher schlichte Kulturtempel ist zudem von einer typisch japanischen Gartenlandschaft umgeben, welche vor allem im Spätherbst dem Besucher atemberaubende Farbenspiele garantiert. Sehens- und begehenswert ist der von grauschwarzen Wegen aus Lavasteinen durchquerte Moosgarten mit wenigstens 130 unterschiedlichen Moosarten, über 200 Ahornbäumen und seinem grazilen Teehaus, in dem sich eine kontemplative

„Macha“-Pause (eine Schale grünen Tees plus einem Stück Süßbohnenkuchen) empfiehlt. Üblicherweise nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet ist der unmittelbar angeschlossene Strauch- und Steingarten Sekirakuen. Traditionsgemäß steht dieser jedoch den ganzen November über offen. Wer es schafft, sich einen Tag von der Metropole loszureißen, sollte es nicht versäumen, einen Ausflug in das vulkanische Gebiet von Hakone samt seinem vielfältigen Kulturangebot zu unternehmen. text: Michael Schano

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Skyline Tokios. Eine Metropole wächst ins Meer

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REISE

Leben in Superlativen Tokios einst dörfliche Viertel wachsen rasant in den Himmel – nur dort ist das Beste gerade gut genug ständig vergrößernde City, die bis dahin zu 90 Prozent aus Holzhäusern bestanden hatte, völlig niedergebrannt. Das Wachstum der Metropole, vor allem in die Höhe, bestimmten in den weiteren Jahrzehnten Beton, Stahl und Glas. Kuma, als junger Architekt von diesen Werkstoffen fasziniert, konstatiert heute: „Um 1990 brach der Wirtschaftsaufschwung in Japan schlagartig weg. Wir alle standen ohne Arbeit da.“ Zum Geldverdienen versuchte sich Kuma an kleinen Projekten. In dieser Zeit arbeitete er eng mit Zimmerleuten zusammen und fand zu einem, für ihn, neuen Material, das traditionsbedingt immer da gewesen, in Tokios Baubranche aber aus der Mode gekommen war: Holz. „Auf mich wirkte es wie ein Augenöffner“, erinnert sich

Kengo Kuma. Stararchitekt mit Vorliebe für Holz

FOTOs: tadashi okochi

Mit gut 1,80 Meter ist Kengo Kuma für japanische Verhältnisse ein großer Mann. In der Architektur- und Designerszene zählt der 63-jährige Universitätsprofessor ohnedies zu den ganz Großen. Kuma, in Yokohama geboren und seit Studienzeiten in Tokio zu Hause, plant und entwirft in eigenen Büros in den USA, Europa und Japan. Seine Arbeitsplätze als Vortragender und Lehrer sind die Todai, Tokios Paradeuni, und die Columbia University in New York. Bauwerke auf nahezu allen Kontinenten sowie internationale Auszeichnungen und Preise dekorieren seinen beruflichen Lebensweg. Seit Kuma den Zuschlag zum Entwurf des neuen Olympiastadions für Tokio 2020 erhielt, ist er mehr unterwegs als zuvor. Das stört ihn nicht: „Ich freue mich auf jede Reise, lerne dabei, knüpfe neue Kontakte und stelle mich auf andere Mentalitäten ein. Ich mag Wettbewerb, Herausforderungen und Überraschungen. Mein Beruf stresst mich nicht. Ich genieße die Arbeit.“ Tokio beschäftigt den Vielbeschäftigten ganz besonders: „Zweifellos hat sich die Stadt vor allem seit dem Immobilien-Crash in Japan Anfang der 90er Jahre enorm verändert.“ Schritt um Schritt leistete Kuma dazu entscheidende bauliche Beiträge. Zweimal im 20. Jahrhundert, nach dem Erdbeben von 1923 und zum Kriegsende 1945, war die sich

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Sunny Hills. Kuma-Bau mit wohnlicher Wärme

Stadt. Ständig werden neue, für Ballungsge­ biete richtungsweisende städteplanerische Großprojekte verwirklicht, ganze Stadtvier­ tel komplett neu entwickelt und gestaltet, wie beispielsweise Roppongi Hills, Tokyo Midtown oder Toranomon Hills, alle nahe dem Zentrum. In allen finden sich weitläu­ fige, nach dem Motto „Das Beste ist gerade gut genug“ ausgestattete Shoppingmalls mit Nobelboutiquen, Galerien, Cafés, Bars und Top-Restaurants. Der Michelin-Guide verteil­ te für 2017 in Tokio 12 Mal die „3-Sterne-Tro­ phäe“, mehr als 50 weitere Betriebe bekamen zwei Sterne und mehr als 160 zumindest einen. Der Vorteil vom Bauen in die Höhe: In den mehrstö­ ckigen Basements wurde Platz gemacht für breite, taifunresistente Geschäftsstraßen, im Freien für geräumige Grün- und Erholungsflächen. In diesen neu geschaffenen, baumbestan­ denen „Oasen“ in Stadtteilen wie Yuraku­ cho, Omotesando, Shibuya oder Shinjuku laden traditionelle japanische Lokale jeder Variante zum Verweilen ein. Rundum finden sich originalgetreue französische Bistros, italienische Pizzerien, deutsche Bierkneipen

Mehr als ein Viertel der Japaner wohnt heute schon in Tokio

Campusleben. Studenten relaxen in Kengo Kumas urbanen Oasen

sowie früher noch undenkbare Wine-Bars mit Kreszenzen aus aller Welt, was die starke internationale Ausrichtung der Megacity be­ tont. Die Etagen und Lokalitäten hoch oben dagegen gewähren tagsüber staunenswerte Ausblicke auf die Riesenstadt, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in unvergesslichen Licht- und Farbkaskaden präsentiert. „Es gibt in Tokio alles, was irgendwo in der Welt angeboten wird“, bekräftigt Martin Fluck, 57, Chef der Hotelkette Oakwood, Schweizer Staatsbürger und in Tokio gebo­ ren. Fluck, der den Großteil seines berufli­ chen Lebens in der japanischen Hauptstadt verbracht hat, ist von der Attraktivität und Anziehungskraft Tokios als exquisite Tourismusdestination überzeugt: „Natür­ lich werden die Olympischen Spiele 2020 das Incoming-Geschäft zusätzlich beleben.“ 2016 kamen 24 Millionen internationale Besucher, 2020 sollen es 40 Millionen sein, erwartet der Hotelier: „Tokio ist unerreicht bei der Top-Qualität der Hotellerie und beim Kundenservice und punktet zusätzlich mit

Fotos: tadashi okochi

Kuma: „Holz ist lebendig und für mich heute unverzichtbar. Mit Holz wird es gelingen“, so sein Credo, „auch Großstädten die wohn­ liche Wärme wiederzugeben.“ Viele seiner Bauten in Tokio bestätigen Kumas Philosophie, etwa das Daiwa Com­ puting Research Building im Todai Campus, das Kultur- und Tourismuszentrum in Asa­ kusa, der Sunny-Hills-Komplex in MinamiAoyama, die Keio-Station Takaosanguchi im Westen der Stadt oder die 1.400 m2 große Red-Bull-Musikakademie in Shibuya. „Ich liebe Tokio“, bekennt Kuma: „Die Stadt ist ein pulsierendes Ding, kre­ ativ und herausfordernd. Sie verändert sich ständig, ohne Pause.“ Besonders in den ver­ gangenen zwei Jahrzehn­ ten wuchsen in Tokio, trotz permanenter Erdbebengefahr, die Wolkenkratzer in die Höhe. Bald zwei Dutzend Hochhäuser ragen über die 200-Meter-Marke hinaus, hundert weitere schaffen 100 Meter und mehr. Mit dem 2012 eröffneten Sky Tree (634 Meter) in Sumida, einem der ältesten Orte Tokios, be­ herrscht das momentan zweithöchste Bau­ werk der Welt unübersehbar den Osten der

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FOTOs: tadashi okochi

Touristenvergnügen. Per Rikscha ins alte Tokio

Auszeit. Auch Tradition und andächtige Stille findet man in Tokio Asakusa. Kengo Kumas Kultur- und Tourismuszentrum

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Fotos: tadashi okochi

Hotspot. Die verrückte Takeshita-Straße

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Meisterhände. Die Puppen sind zerbrechlich wie Porzellan Simon Yotsuya. In dem Puppenmacher sitzt eine tiefe Traurigkeit

FOTOs: tadashi okochi

Ausdrucksstark. Simon Yotsuyas Figuren wirken nostalgisch

der Ehrlichkeit und Disziplin seiner Bewohner, mit Perfektion, Pünktlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit.“ Ähnlich wie Kuma oder Fluck sieht Simon Yotsuya, ebenfalls gebürtiger Tokioter und einer der bekanntesten Puppenmacher Japans, die Metamorphose der Metropole. In einem Atelier nahe Harajuku formt der ­74-Jährige seine oft lebensgroßen, ihrer überbetonten wie ausgesparten Körperpartien wegen surreal anmutenden Pappmaschee-Figuren. Fertiggestellt wirken sie zerbrechlich, als bestünden sie aus feinstem Porzellan. Bei Vernissagen oder Auktionen in Paris, London oder wie jüngst im polnischen Katowice erzielen die Werke mittlerweile Preise um die 100.000 Euro. Der stille, fast scheue Künstler stemmt sich nicht gegen den Wandel der Zeit. Er nimmt die steten Anpassungen, Veränderungen und Modernisierungen selbst in den ältesten Vierteln seiner „geliebten Stadt“ als naturgegebenen, unaufhaltbaren Prozess hin. Dennoch steht er zu seiner „wahrscheinlich angeborenen Nostalgie und tief innewohnenden Traurigkeit“: „Das Tokio meiner Jugendzeit existiert nicht mehr.“ An der Hektik

und Schnelllebigkeit des sich stets neu orientierenden Stadttreibens will Yotsuya bewusst nicht teilhaben. Lieber flüchtet er sich in die Kunstwelt zu seinen Puppen oder versucht bei gelegentlichen Auftritten vor Publikum, dann als tanzende Frauenperson verkleidet, mit Sprechgesang und Pantomime seiner inneren Trauer Ausdruck zu verleihen: „Es trifft mich tief in der Seele, wenn ich nach Monaten wieder ein gewohntes Viertel ­besuche und feststellen muss, dass es sich total verändert hat.“ Aus der Vogelperspektive betrachtet ist das Ballungszentrum Tokio mit nahezu 2.200 Quadratkilometern der schiere Wahnwitz von Ausdehnung, Verbauungs- und Bevölkerungsdichte. 35 Millionen Menschen tummeln sich auf einem Radius von 50 Kilometern, in Tokyo City, der Zentralregion, drängeln schon 10 Millionen. Jahr um Jahr werden es mehr. Über 25 Prozent der japanischen Gesamtbevölkerung wohnen heute in den 23 Bezirken Tokios – nichts hat den steten Zuzug zu stoppen vermocht, weder Platzmangel noch horrende Grundstückspreise. So wächst Tokio, an einer weiten, aber seichten Bucht gelegen, ins

Meer hinein: In 50 Jahren wurden durch Aufschüttungen und Trockenlegungen ­­250 Quadratkilometer Land gewonnen und neue „Zentren“ geschaffen, etwa der Messeund Ausstellungspark Big Sight im Osten der Stadt oder das nahe Erholungsgebiet Odaiba, beide leicht erreichbar über die imposante Rainbow-Bridge mit ihren knapp 800 Metern Länge.

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Tempelanlage. In Kuhombutsu springt man in der Zeit zurück

Tokyo City offeriert Gästen enorme Vielfalt, etwa das umtriebige Geschäftsviertel Ginza im Zentrum, nicht weit vom Kaiserpalast. Es bietet elegante Cafés, etwa das renommierte Canal Café im alten Kagurasaka, das Anniversaire in Omotesando oder verschwiegene Winkel um die verrückte Takeshita Street in Harajuku, nahe dem kaiserlichen Shinto-Schrein Meiji Jingu. Es lädt ein in die bunten Straßen von Shinjuku, Shibuya, Roppongi, Ikebukuro, Ueno oder Asakusa. Und es lockt mit dem Fischmarkt in Tsukiji, wo sich knapp nach 5 Uhr Früh die Hartgesottenen Sushi einverleiben, oder mit Geheimtipps in Akihabara und Jinbocho, wo sich Roboter-, Spiele- und Manga-Freaks leicht verirren und fündige Sammler in zahllosen, oft vergammelten Antiquariaten nicht selten ein Vermögen liegen lassen – oder finden. Jeder Bezirk ist bemüht, mit Straßen- und Tempelfesten sowie bisweilen stundenlangen Feuerwerken werbewirksam seine eigene Tradition und Charakteristik zu bewahren und zu pflegen. Eines gilt überall: Nur das Beste zählt. Nicht

Blick auf die Olympischen Spiele 2020 investiert die Stadt Milliardenbeträge in den gezielten Ausbau und die Modernisierung von Verkehrswegen und Kommunikationseinrichtungen. Ausländische Touristen, Japanisch und die Schriftzeichen nicht gewohnt, werden bald auf den Flughäfen der Stadt in Haneda und Narita den neuesten Evolutions­schritt der Megalopolis nutzen können: Eine nach der Ankunft heruntergeladene Info-App soll künftig in jeder Muttersprache sicherstellen, dass der Gast Tokio nie als unergründliches Labyrinth erlebt, sondern als liebenswerte, weltoffene und heimelige „Stadt der 1.000 Dörfer“. Text & Fotos: Der Autor Michael Schano lebt seit dem Jahr 2000 in Tokio. Die Interviews mit dem Stararchitekten Kengo Kuma und dem Puppenmacher Simon Yotsuya führte er exklusiv für das complete Magazin Luxus. Die Fotos zum Artikel hat der japanische Fotograf Tadashi Okochi geschossen.

Fotos: tadashi okochi

Farbenspiele. Knallbunt und exzentrisch – auch das ist Tokio

umsonst gilt Tokio als Stadt der Superlative und gehört zu den betuchtesten Plätzen des Planeten. Hier finden sich die Macy’s, Bloomingdale’s, Galeries Lafayette oder Harrods samt allen internationalen Nobelmarken zum Quadrat. In Tokio heißen sie Takashimaya, Mitsukoshi, Daimaru, Isetan oder Marui. Irgendwie und irgendwo hat die Stadt etwas von allem, doch unauffälliger und unaufdringlicher. Eine kurze Auszeit genügt und der überraschte Besucher entdeckt das jahrhundertealte Tempelareal von Kuhombutsu im Südbezirk Setagaya, wo der latente Geräuschpegel der Megalopolis andächtiger Stille weicht oder wo unscheinbare Steintreppen ins „Tal von Todoroki“ zu einem einzigartigen Urwald führen, den das Summen der Insekten, Vogelstimmen und das Flüstern des Winds erfüllen. Noch gehören besonders in den morgendlichen und abendlichen Rushhours überfüllte Züge und kilometerlange Staus auf den Stadtautobahnen zum Alltag. Mit

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RESORT

Badekultur. Das Hotel knüpft an die Tra­ dition der heißen Quellen an

Quell der

Erholung Amans erstes Thermalresort, das Amanemu, lockt im Land der aufgehenden Sonne mit einer einzig­ artigen Lage und minimalistischer Architektur

fotos: aman

text: Sylvia M. Sedlnitzky

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„Wenn man in Japan einen Kilometer tief gräbt, stößt man auf eine heiße Quelle“, besagt ein japanisches Sprichwort. Schon seit über 1.000 Jahren wird die natürliche Kraft dieser Warmwasserbäder vulkanischen Ursprungs genutzt. Geradezu übersät davon ist etwa der Ise-Shima-Nationalpark an der ­Ostküste in der Provinz Honschu-Mie, ­Heimat des Amanemu, das zweite Resort der renommierten Gruppe in Japan. Dort hat man eine bereits vorhandene Quelle angezapft und die sogenannten Onsen – ob als große Pools für alle Gäste oder als kleine Becken in den ­privaten Räumlichkeiten – mit 36 bis ­38 Grad °C warmem Wasser ausgestattet. Entworfen wurde das bildschöne Thermalresort vom australischen Star-Architekten Kerry Hill, der sich von der traditionell-japanischen wie minimalistischen Zen-Bauweise inspirieren ließ. Die über das Gelände verteilten Gästehäuser mit ihren tiefgezogenen Ziegeldächern und dunklen Gewändern aus gebeizten Zedern erinnern in ihrer unaufgeregten, klaren Ästhetik an alte Minka-Bauernhäuser und Ryokans, jene Refugien, in denen man sich seit jeher in Japan den Alltag aus dem Körper schwemmt. Mit stolzen 99 Quadratmetern in den 24 Suiten und 375 Quadratmetern in den vier Villen sind diese äußerst großzügig. Besonders für japanische Verhältnisse. Bei der Dekoration setzt das Amanemu auf Unaufdringlichkeit. Mit ihren dezenten Mustern dienen etwa die filigranen Edelholz-Artefakte

der traditionellen Kumiko-Handwerkskunst als wirkungsvolle Elemente für Schiebetüren, Leuchten, Inlays und Lichtpaneele. Denn möglichst wenig soll vom allgegenwärtigen Blick auf den Wald des Ise-Shima-Nationalparks oder die zerklüftete Ago-Bucht, berühmt für ihre Zuchtperlen, ablenken. Kulinarisch greift das Amanemu ebenfalls die Tradition der Region auf – und kann hier aus dem Vollen schöpfen: Die Gegend ist nämlich nicht nur reich an Fisch, von dort stammt auch das delikate Matsusaka-Fleisch, das bei japanischen Gourmets begehrter ist als das weltweit bekannte Kōbe-Rind. Nicht unweit des Resorts befindet sich zudem eines der geistigen Zentren Japans, der Großschrein Ise-jingū, der zu den heiligsten Sehenswürdigkeiten des Landes gehört. Übrigens: Die Ise-Shima-Region war letztes Jahr nicht nur Austragungsort des

Aussicht auf die Ago-Bucht. An der Küste, an der das Amanemu liegt, werden Perlen gezüchtet

G-7-Treffens, sondern ist auch Heimat der Ama-Taucherinnen, Nippons legendärer Meerfrauen, die ohne Atemgerät Austern, Schnecken, Muscheln und andere Meeresfrüchte aus der 20 Meter tiefen See holen.

Ruheort. Nichts lenkt den Gast von der Kontemplation ab Lokale Gaumenfreuden. Das Amanemu hat sich auch dem kulinarischen Erbe der Region verschrieben

Amanemu Hazako Hamajima-cho, Shima-shi, Honschu-Mie, Japan www.aman.com/resorts/amanemu

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INTERVIEW Höhenrausch. „Sinkflug“-Mitglied Ben Kalra schwebt über Niseko

Tiefschnee mit Leichtigkeit Zum Skifahren nach Japan? Das Land der aufgehenden Sonne steht auf den Wunschlisten von vielen europäischen Freeridern – und das trotz der langen Anreise. Zwischen Ende November und Anfang Mai fallen im japanischen Skigebiet Niseko durchschnittlich 15 Meter Neuschnee. Für acht Teammitglieder der „Sinkflug“-Crew war das Grund genug, ihre Sachen zu packen und sich selbst ein Bild davon zu machen. Der Freerider Tobias Wohlmannstetter ist einer von ihnen. Früher ist der Niederbayer Skirennen gefahren, heute schlägt sein Herz für breite Ski und Powderhänge. Und für die ewige Suche nach den besten Spots.

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Am Sprung. Lukas Steger von der „Sinkflug“-Crew sieht sich Hokkaidō von oben an

Tobias, ihr habt in Japan einen Film über das Freeriden gedreht. Wie ist die Idee entstanden? tobias wohlmannstetter: Gemeinsam mit den Freeridern der „Sinkflug“-Crew haben wir die letzten Jahre bereits einige Filmprojekte umgesetzt. Als wir uns letzten Sommer überlegt haben, was wir als Nächstes machen sollen, war plötzlich Japan am Tisch. Keiner von uns ist je dort gewesen, jeder wollte einmal hin. Die Idee ist uns nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

fotos: Simon rainer / simonrainer.com

— Wie hast du dir den Winter in Japan vorgestellt? Und wie war er tatsächlich? Diese berühmten Bilder von meterhohen Schneewänden am Straßenrand sind das, worauf auch wir gehofft haben. Sobald wir nach Niseko ins Skigebiet gekommen sind, war das dann genau so! — Womit hat dich Japan überrascht? Den ersten Kulturschock hatte ich sicherlich bei der Ankunft am Flughafen in Tokio: Die Hallen waren mit japanischen Schildern überladen, die wir nicht lesen konnten, aber alle Leute waren unglaublich freundlich. Im Skigebiet auf der Insel Hokkaidō war das ähnlich. — Wie fühlt er sich denn nun an, dieser berühmte japanische Schnee? Und was ist daran so besonders? Die Menge des Schnees. Und die Regelmäßigkeit, mit der er fällt. In den drei Wochen gab es keinen einzigen Tag, an dem es nicht zumindest ein wenig Neuschnee gegeben hat! Gleich am ersten Tag hatten wir hüft-

hohen Tiefschnee. Wenn das bei uns einmal passiert, bleibt man schnell in der Masse stecken. In Japan fährt man und merkt gar nicht, dass der Schnee so tief ist, weil er so leicht ist. Erst dann, wenn man nichts mehr sieht. — Woran liegt diese Leichtigkeit? Aus dem Meer steigt viel Feuchtigkeit auf und wird an Land geblasen, wo sie auf die sehr kalte Festlandluft, die aus Sibirien kommt, trifft. Wir hatten in Japan meistens -5 bis -10 Grad und trotzdem hat es noch geschneit. Diese Temperaturen sorgen dafür, dass der Schnee extrem trocken und leicht fällt und auch so bleibt. — Worauf sollte man eingestellt sein, wenn man in ein japanisches Skigebiet fährt? Auf vollen Service. Bei den meisten Gondeln werden einem die Ski abgenommen, hineingestellt und auch wieder für einen herausgeholt. Dafür bedankt man sich dann mit einer Kopfbewegung und einem „Arigato“. Und Drängeln am Lift ist natürlich auch ein absolutes No-Go.

Freerider. Tobias Wohlmannstetter sucht mit seiner Crew auf der ganzen Welt nach den besten Spots

Pisten die besten Spots zu finden? Man muss definitiv mit offenen Augen im Auto sitzen. Meistens sind wir von der Straße auf einen Kamm aufgestiegen und dann von dort abgefahren. Außerdem haben wir Unterstützung vom Hokkaidō Backcountry Club bekommen, ein Unternehmen, das Heli- und Cat-Skiing anbietet. — Womit stärkt man sich am Berg bei acht Stunden langen Sessions? Mein persönlicher Favorit sind Reisecken mit Lachs und Preiselbeeren. Die haben wir beim Tourengehen fast immer als Stärkung dabeigehabt. Zum Aufwärmen gab’s oft Ramen-Nudelsuppe. interview: Lea Hajner

— Wie kann man sich das Skigebiet vorstellen? Die meisten Abfahrten sind eher flach und extrem gut bewaldet. Aber nicht wie bei uns mit Nadelbäumen, sondern mit Birken. Die weißen Bäume, auf denen dann noch mal extrem viel Schnee liegt – das sieht schon extrem cool aus. — Ihr wart nur ein paar Tage im Skigebiet und den Rest der Zeit im freien Gelände unterwegs. War es denn schwierig, abseits der

Info Skigebiet: Niseko www.niseko.ne.jp Höhe: Meeresspiegel–1.000 m Preise. 8 h ca. € 50,–, 3-Tages-Ticket ca € 155,– Gut zu wissen: Rund um das chinesische Neujahr sind die Unterkünfte fast alle ausgebucht und die Pisten voll (2018: 16. Februar). Der Film, den die „Sinkflug“-Crew auf der japanischen Insel Hokkaidō produziert hat, erscheint diesen Winter.

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LuXUs

Stil Auf den kommenden Seiten

20_ Schรถnheit ร bertreiben erlaubt

22_ schmuck Perlenkรถnig Mikimoto

24_ Mode Rami Kadi Couture

30_ design Von Hand gemacht

Comeback einer Legende Four Seasons Hotel London at Ten Trinity Square 10 Trinity Square, London, GB www. fourseasons.com/tentrinity

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foto: Richard Waite

Architekturjuwel Ein Highlight im renovierten Hotel ist die glamouröse Art-déco-Kuppel

London ist schon seit jeher eine Stadt, die Hoteliers und kreative Köpfe zu Höchst­ leistungen animiert. Einerseits werden dort moderne Ideen umgesetzt, andererseits wird oftmals der Charme altehrwürdiger Gemäuer genutzt, um Gästen aus aller Welt eine denk­ würdige Unterkunft zu bieten. Aber auch um den Wert des jeweiligen Orts zu bewahren. Musterbeispiel hierfür ist das neue Four Seasons at Ten Trinity Square, ein behut­ sam renoviertes Hoteljuwel. Von den 100 Zimmern, den 41 Privatresidenzen und dem 14-Meter-Innenpool, vom Einsatz der Muster

und Farben bis hin zur Beleuchtung wurden langjährige Traditionen umgearbeitet und mit neuen Ideen verknüpft. Nichts wirkt auf­ gesetzt. Nicht einmal das fulminante Spa, das sich über 1.700 Quadratmeter erstreckt. Das Beaux-Arts-Gebäude kann auf eine bemerkenswerte Vergangenheit zurück­ blicken: In den frühen 1920er Jahren wurde es von Sir Thomas Edwin Cooper entworfen und für die damals astronomische Sum­ me von einer Million Pfund als eines der höchsten Gebäude der Stadt errichtet. Zudem fungierte es als Hauptsitz der Hafenbehörde.

1946 wurde dort die erste Versammlung der Vereinten Nationen abgehalten – trotz schwerer Bombenschäden. Doch nicht nur die Historie macht das neue Nobelhotel zu ­einer erlesenen Adresse. Auch das kulina­ rische Konzept ist einzigartig – selbst für eine Stadt wie London: Denn Anne-Sophie Pic, eine der höchstdekorierten Köchinnen Frankreichs, eröffnete mit dem La Dame de Pic ihr erstes Restaurant im Vereinigten Königreich und sorgt dort für kulinarische Höhenflüge. text: Sylvia Sedlnitzky

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Schönheit Smokey Eyes & Föhnfrisur. … aber wie! So stylt Gucci die Models der Herbst/WinterShow 2017

Übertreiben erlaubt text: Thomas Reinberger

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foto: kevin tachman

In diesem Winter ist mehr auch wirklich mehr – zumindest wenn es nach den Beauty-Trends geht

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GRoSSe

Augen

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Menschliche Wimpern erneuern sich im Durchschnitt alle 100 bis 150 Tage. Grund genug für eine Hommage an die Härchen rund ums Auge! Um einen buschigen Effekt zu erzielen, wird Mascara doppelt und dreifach aufgetragen. Künstliche Wimpern verhelfen zusätzlich zu einem wachen Blick und dramatischen Puppenaugen.

Zwei in einem Palette „Couture Variation N°5“ von YSL für Augen und Lippen um € 67,– yslbeauty.com

Disco

Fieber

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Die Clubkultur der späten siebziger Jahre erlebt eine Renaissance. Cremige Texturen mit metallisch glänzender Optik werden satt auf die Augenlider aufgetragen. Je später der Abend, desto dunkler die Nuance. Styling-Inspirationen bieten Kultfilme wie „Boogie Nights“ und „Studio 54“.

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Federleicht Dichte und seidige Wimpern zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs. „Lash & Brow Enhancing Serum“ von Plume. € 119,– www.greenglam.de

Dauerhaft Flüssig, aber wasserfest! VICE Liquid Lipstick von Urban Decay. UVP € 19,50 www.urban-decay.at

foto: kevin tachman

06

Highlight in Weiß Tom Ford benennt die Farben seiner Lippenstift-Serie nach persönlichen Ikonen. „Boys&Girls #Lily“ UVP € 35,– www.tomford.com

03

Basisstation Lidschattengrundierung „Hyaluronic Eye Primer“ von By Terry. € 36,50 www.niche-beauty.com

05

XXL Tiefschwarze Mascara „Diorshow Pup ’n’ Volume“ von Dior. UVP € 33,40 www.dior.com

Markante

Lippen Der Mund als Blickfang: Make-up ­ rtists langen tief in den Farbtiegel A für ein spektakuläres Finish auf den Lippen. Glitzerpartikel und Gloss tun ihr Übriges für ein funkelndes Lächeln. Kräftige Farben müssen stets sauber aufgetragen sein – Patzer sind von Weitem sichtbar.

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SCHMUCK

Perlen KÖNIG Wie Kokichi Mikimoto den Juwelenmarkt revolutionierte text: Thomas Reinberger

Zuchtperlen sind erst seit rund 100 Jahren fester Bestandteil des Schmuckhandels. Die Kultivierung durch Menschenhand ist aufwendig. Der Japaner Kokichi Mikimoto (siehe Foto) wagte es dennoch. In den späten 1880er Jahren eröffnete er Japans erste Perlenzuchtfarm. Für ihn war es eine Zeit des Scheiterns und der Fehlversuche. Erst Ende 1893 gelang Kokichi der Durchbruch. Er kultivierte eine Zuchtperle, die in Farbe und Op-

tik nicht von Naturperlen zu unterscheiden war. Mit diesem Kleinod im Gepäck bereiste er Europa und Amerika. Sein Weg führte ihn auch in die privaten Gemächer des Erfinders Thomas Edison. Für diesen war die Perlenzucht ein Faszinosum. Bei einem Treffen soll er Mikimoto zugeflüstert haben: „Es gibt zwei Dinge, die ich in meinem Labor nicht herstellen kann – Diamanten und Perlen!“ Die „New York Times“ berichtete ausschwei-

Perfektion. Eine Zuchtperle von Mikimoto

fend über die beiden Visionäre. Ein Glücksfall für den Japaner. Über Nacht wurden seine Zuchtperlen zu Shootingstars. Kokichi Mikimoto verstarb 1954 – doch sein Traum, den er einst formulierte, lebt weiter: „Ich würde gerne die Hälse aller Frauen dieser Welt mit Perlen verzieren.“

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Traumwelt. Einer von Mikimotos weltweiten Schauräumen

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Meisterstück Achtreihige Halskette aus Perlen und einer Unmenge an kleinen, farbigen Edelsteinen

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Korallenriff Eine Hommage an die Natur. Der Platinring ist bestückt mit Tansaniten, Saphiren, Diamanten und goldenen Südseeperlen

03

FOTOS: MIKIMOTO, NACASA & PARTNERS INC.

Handwerkskunst Ein seltener Aquamarin mit 54 Karat, umringt von Akoyaperlen, Südseeperlen, Diamanten und Saphiren

04 Anfänge. Die erste Boutique in Ginza 1899

Ohrschmuck Südseeperlen, Akoyaperlen und eine Vielzahl an Diamanten in sphärischer und konischer Form

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MODE

OFFENBARUNG RAMI KADI Maison de Couture Herbst/Winter 2018 TEXT Thomas Reinberger

FOTOS Rami Kadi

Im Rausch von Muster und Farben

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ich neben Couture-Giganten wie Elie Saab und Zuhair Murad zu behaupten, ist kein Spaziergang. Der libanesische Shootingstar Rami Kadi wagt die Odyssee. Sein handwerkliches Können zeigt er erstmals 2014 in Paris. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits Inhaber einer eigenen Boutique in Beirut. Weit weg von zuhause lernt er, sein Kopfkino in die Realität umzusetzen. Die internationale Kunsthochschule für Mode in Berlin wird seine Bildungsstätte. Seit frühester Kindheit schlägt sein Herz für glitzernde Applikationen und gefinkelte Stickereien – mittlerweile sein Markenzeichen. „Sweet Chaos“ heißt seine aktuelle Linie und ist bezeichnend für seinen Stil. Er kombiniert historische Sticktechniken mit klaren

Schnitten und exquisiten Stoffen. „Imposant, stark, auffallend und zeitlos feminin – eine Kollektion mit klarem Statement“, so beschreibt er seine Entwürfe. Auff ällig ist die Dynamik der psychedelischen Muster. Blaue und grüne Linien treffen wie zufällig aufeinander. Ein gewolltes Tohuwabohu, mit dem auch Celebrities am roten Teppich liebäugeln. In seine vertrauensvollen Hände begeben sich bekannte Gesichter wie Dita van Teese und Aishwarya Rai.

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STREIFENWEISE Transparente Details im Lagenlook

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MUSTERMIX Symmetrisch und funkelnd ZIERDRUCKE Üppige Prints auf fragilen Stofflichkeiten —

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AUGENAUFSCHLAG Strukturales Make-up als Hingucker

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Herz und Nerven gut versorgt mit schwarzem Knoblauch B-Vitaminen! Mit dem Extrakt aus schwarzem Knoblauch zur Unterstützung der Herzgesundheit. Keine Ausdünstung über Atemluft und Haut. Plus Vitamin B1 für eine vitale Herzfunktion und Vitamin B2 zur Unterstützung des Nervensystems. Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn, Österreich, www.alpinamed.at

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DESIGN

01 Japanische Produkte von Makerkamer Vertrieb: online www.makerkamer.nl

Glatte Perfektion von Maschinen und Robotern? Langweilig! Viele Designer haben längst die Lust am Handwerk wiederentdeckt – von Keramik über Teppiche bis zu Möbeln Noch glatter, noch berührungsloser, noch mehr Aufgaben, die sich mit einem simplen Fingerwischen erledigen lassen. Noch schärfere Pixel. Bei jedem Launch eines neuen Smartphones oder Tablets herrscht große Freude über die technische Perfektion. Doch kann das wirklich alles sein? Nein, sagen immer mehr Designer. Ihre Gegen­revolution ist längst im Gange. „Craft“ steht auf ihrem

Banner, und dabei geht es nicht nur um das inzwischen omnipräsente Craft Beer aus der Wohnzimmerbrauerei, sondern um alle Arten des Designs. Mal sind es alteingesessene Familienbetriebe, die von ihrer jüngsten Generation neu belebt werden, mal sind es Designer, die in ihren Werkstätten zu töpfern und zu hämmern beginnen, und mal ist es eine Kombination aus beidem.

So zum Beispiel die Plattform Makerkamer. Gegründet in Amsterdam vom japanischen Designer Shinya Kobayashi, fungiert sie als europäische Botschafterin für traditionelles Handwerk aus Kyoto. Handbedruckte Kimonos, Holzschnitte, traditionell gewobene Textilien, handgeschöpftes Papier und Objekte aus geflochtenem Bambus, wie sie seit über 300 Jahren in der ehemaligen

fotos: Makerkamer, Zanat, storytiles, Tisca

Leicht von der Hand

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Kaiserstadt hergestellt werden. Mit diesen uralten Techniken wird in „Pop-up-Laboratorien“ experimentiert. Heute arbeitet die Plattform mit Museen zusammen und hat Designprodukte entwickelt, die die Tradition würdigen und mit neuen Ideen verbinden. Auch europäische Traditionen bekommen immer öfter eine Vitaminspritze verabreicht. Ebenfalls in Amsterdam angesiedelt ist das 2013 von Marga van Oers und Judith Beek gegründete Studio StoryTiles. Die beiden jungen Niederländerinnen nähern sich den ehrwürdigen und weltberühmten Delfter Kacheln auf humoristische Weise. Statt ländlichen Motiven aus dem 17. Jahrhundert tauchen da surreale Märchenszenen oder nahezu abstrakte Motive auf den Fliesen auf. Alle StoryTiles werden selbstverständlich von Hand bemalt und gebrannt. In Österreich wiederum musste das Handwerk nicht aus der Vergessenheit geholt werden, hier war es schließlich nie ganz weg. Erst recht in Vorarlberg, wo das Tüfteln und Optimieren mit handwerklichen Techniken seit jeher zum Erfolgsrezept gehört. Die Firma Tisca in Thüringen bei Bludenz tut heute das, was sie schon seit 50 Jahren tut: als schweizerisch-österreichischer Familienbetrieb Teppiche von Hand herstellen. Auf Wunsch auch gerne mit persönlichem Muster. Dafür wurden teilweise sogar alte Webstühle restauriert. Dass das Handwerk nicht nur persönliches Hobby oder Familientradition ist, sondern auch ein elementarer Wirtschaftszweig sein kann, zeigt ein Beispiel aus Bosnien.

Das Kleinstädtchen Konjic bei Sarajevo war in den 20er Jahren eine Hochburg des Holzschnitzens. Diese handwerkliche Tradition blieb bis heute aufrecht, litt aber an den politischen Turbulenzen und Kriegen. Seit 2012 ist sie wieder erstarkt: Die Firma Zanat – bosnisch für „Handwerk“ – stellt in Konjic mit lokalen und internationalen Designern Möbel aus Holz her, und zwar sowohl moderne als auch traditionelle. „Die Partnerschaft zwischen Design und Handwerk ist nicht nur Inspiration“, heißt es bei Zanat, „sondern hilft auch, eines der großen Probleme unserer Zeit zu lösen: Die Arbeitslosigkeit.“ Denn ob in Bosnien, Amsterdam oder Kyoto: Der kreative Impuls des Menschen ist und bleibt unstillbar und lässt sich auch von der immer wieder angekündigten Machtübernahme der Hightech-Roboter nicht einschüchtern.

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Holzmöbel von Zanat Vertrieb: online, oder in Österreich über Wittmann www.zanat.org www.wittmann.at

text: Maik Novotny

04 Teppiche von Tisca Vertrieb: u. a. erhältlich via Kitzbüheler Werkstätten www.tisca.at www.kitzwerk.at

03 StoryTiles: Kacheln, die Geschichten erzählen Vertrieb: online www.storytiles.nl

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LuXUs

KULT Auf den kommenden Seiten

34_ STARS Misha Janette, Kenneth Branagh, Nina Proll, Daniel Kehlmann

36_ Gastrosophie Joji Hattori diniert und dirigiert

38_ Motorama Japanische Zukunftsvisionen

40_ Elektro Kameras: Nostalgie & neue Märkte

42_ Winterfest „Twin Peaks“ zu Gast in Wien

48_ Kultobjekt Schokolade im Nebel

Pionierin der Schönheit Helena Rubinstein. Die Schönheitserfinderin Museum Judenplatz bis 6. Mai 2018 www.jmw.at

„Es gibt keine hässlichen Frauen, nur faule.“ Mit diesen Worten leitete die Mutter der kleinen Chaja Rubinstein die tägliche

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high society Rubinstein und der berühmte Fotograf Cecil Beaton

fotos: Archiv / Archives Helena Rubinstein, Paris

Puderdose mit Spiegel. Ein Exponat aus den 1930er Jahren

Schönheitspflege ihrer acht Töchter ein: ­ 100 Bürstenstriche durchs Haar, klares Wasser und abschließend ein Tupfen ihrer selbst gemachten Creme ins Gesicht. Dieses Motto sollte Chaja, die sich später Helena nannte, nie vergessen. Es wurde zum Mantra einer schillernden Karriere, der das Jüdische Museum Wien am Judenplatz nun eine Schau widmet. „Die Schönheitserfinderin“ zeigt die Anfänge Rubinsteins in Wien und andere erste Stationen ihrer Karriere und beschreibt den erstaunlichen Weg dieser Pionierin ­weiblichen Unternehmertums.

Mit sechzehn kehrt Chaja Rubinstein den engen, kleinbürgerlichen Verhältnissen ihrer orthodox-jüdischen Familie in Krakau den Rücken und geht zuerst nach Wien, später nach Australien. Im Gepäck: zwölf Tiegel Schönheitscreme der Frau Mama. In Melbourne startet Helena ihre Kosmetiklinie, die später London, Paris und schließlich New York erobern sollte. In den 1930er Jahren eröffnet Rubinstein einen Salon in Wien und begegnet einer echten Novität: der wasserfesten Wimperntusche. Helene Winterstein-Kambersky hatte

Schöne Wimpern für 900 Franc. Werbung für Mascaramatic, ca. 1958

sich die von ihr entwickelte Mascara, die bei Regen oder Hitze nicht zerlief, patentieren lassen. Mit dem Vorbehalt, die Rezeptur unter „La Bella Nussy“ auch selbst zu vermarkten, verkauft sie die Lizenz an Rubinstein. Als Weltneuheit wird die besagte „Waterproof Mascara“ dann auf der Weltausstellung in New York 1939 medienwirksam mit einem Wasserballett vorgestellt. text: Max Palla

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Misha Janette

big In Japan. Als die junge Amerikanerin Michelle Janette Fleming mit einem Stipendium in der Tasche 2004 nach Tokio reist, um am renommierten Bunka Fashion College Design zu studieren, ahnt sie nicht, welchen Hype sie später auslösen wird: Als „Misha Janette“ wird sie – dank exzellenter Japanischkenntnisse – von der Insiderin zur unangefochtenen Streetstyle-Ikone Tokios. Ihr Blog „tokyofashiondiaries“ macht sie weltberühmt und zur Botschafterin einer Subkultur abseits der üblichen Manga- oder Cosplay-Klischees. Heute gilt die Designerin als das Aushängeschild der japanischen Kreativszene und versteht es wie keine andere, den Tokioter Streetstyle in die internationale Avantgarde-Fashion zu transportieren.

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text Catherine Gottwald

Kenneth Branagh Mörderisch gut! Wenn sich Kenneth Branagh als Detektiv Hercule Poirot im Zug von Istanbul nach London aufmacht, so trägt er nicht nur einen beeindruckenden Schnauzbart, sondern hat auch eine TopBesetzung an Bord des „Orient-Express“ versammelt: Johnny Depp, Judi Dench, Willem Dafoe, Michelle Pfeiffer und Penélope Cruz. „Allein die Idee, diese Menschen zusammenzubringen, verschafft mir Gänsehaut“, erzählt der Regisseur und Hauptdarsteller. „Agatha Christies Geschichte aus dem Jahr 1934 verbindet Entertainment mit großer Emotionalität, die berührt. Diesen Schauspielern gelingt es, die emotionale Tiefe der Figuren darzustellen.“ „Mord im OrientExpress“ ist ab 10. 11. im Kino zu sehen.

fotos: Nicola Gleichauf / Action Press / picturedesk.com, Jaguar PS / Shutterstock.com

Stars

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fotos: ORF/Thomas Ramstorfer, Beowulf Sheehan

Nina Proll

Daniel Kehlmann

Backstage mit Nina. Wer immer schon wissen wollte, was sich hinter den Film- und Theaterkulissen abspielt, darf sich auf Nina Prolls Drehbuchdebüt „Anna Fucking Molnar“ (ab 24. 11. im Kino) freuen: Darin gibt sie eine vom Schicksal gebeutelte und von der Besetzungsliste gestrichene Schauspielerin, die sich zurück ins Rampenlicht kämpfen will. „In dem Film steckt alles, was ich über Liebe weiß“, erzählt Proll. Erfunden sei nichts, humoristisch überzeichnet so einiges. Aber das stört weder Publikum noch Protagonistin. „Wenn ich Realität sehen will, fahre ich U-Bahn.“ 2018 geht es für Nina Proll auch mit den „Vorstadtweibern“ weiter: Die dritte Staffel ist ab 8. 1. montags auf ORF eins zu sehen.

Historischer Seiltanz. Können Esel sprechen? Würde die „wissenschaftliche Feuerwehr des Papstes“ jemals lügen? Sind es die Hofnarren, die den ganz großen Herrschern Torheiten einflüstern und damit den Lauf der Welt beeinflussen? Daniel Kehlmann verwebt in seinem neuen Geniestreich „Tyll“ (Rowohlt) historische Fakten und mystische Bilder zu einer bunten Biografie über den größten Entertainer des Mittelalters Till Eulenspiegel. Der österreichisch-deutsche Erfolgsautor transferiert ihn ins 17. Jahrhundert – und entlarvt Gelehrte als Heuchler, Könige als Angsthasen und den Gaukler als wahren Überlebensexperten. Wie Eulenspiegel führt auch Kehlmann ein Nomadenleben zwischen New York, London, Berlin und Wien.

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Ein WagyūSteak für J. S. Bach Der Geiger und Dirigent Joji Hattori verwirklichte sich seinen Gastro-Traum

fotos: lukas ilgner, Lisi Niesner, SHIKI / BEHF

GASTROSOPHIE

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Was er seinem Lieblingskomponisten servieren würde? Verschmitzt lächelt der japanische Geigenvirtuose, der Schulzeit und Studium in Wien verbracht hat. Die Frage sei schwierig und leicht zugleich, das mit dem Lieblingskomponisten das Erstere. Schließlich entscheidet er sich für J. S. Bach. Er sei die Basis aller Musik, die vollkommene Klarheit und Präzision. Genau so hat er das Shiki geplant. Sein Lokal wurde von den angesagten Architekten BEHF designt, zwei Spitzen-Chefs und natürlich ein japanischer Sushimeister stehen in der Küche. Über diesem Orchester wacht Maestro Hattori persönlich und rückt die Zufriedenheit der Gäste in den Mittelpunkt. „Ich habe privat für meine Freunde bestimmt schon 2.000 Mal gekocht.“ So beschreibt der Schüler von Professor Küchl, dem ehemaligen Philharmonischen Konzertmeister, seinen Weg in die professionelle Küche. Selbst ein Kind beider Welten, serviert er im Shiki traditionelle japanische Gerichte, variiert und kombiniert mit europäischen Elementen. Die an die Jahreszeit angepasste Speisekarte umfasst auch viele vegane Gerichte. Ein Novum gibt es bei den Getränken: „Ab Jänner bieten wir unseren Gästen eine große Auswahl an Sake-Weinen, um endlich auch in Wien verschiedene Sorten verkosten zu können.“ Und was bekommt nun Bach? „Ein Wagyū-Steak. Mit einem Glas meines besten Burgunders.“ text: Max Palla

Wagyū-Rind-Tataki. Eine der seltensten und teuersten Fleischsorten

Schickes Shiki. Hattoris Restaurant überzeugt auch optisch

Shiki Japanese Fine Dining, Brasserie, Bar Krugerstraße 3, 1010 Wien Di–Sa geöffnet www.shiki.at

Joji Hattori verlangt Klarheit und Präzision – in der Musik und in der Gastronomie

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MOTORAMA

Schräge Studien, futuristische Konzeptautos, schrille Prototypen: Die japanischen Hersteller auf der Tokyo Motor Show geben sich abgehoben – zu Recht

Es war ein denkwürdiger Auftritt des VWVorstandes Herbert Diess bei der Tokyo Motor Show im Jahr 2015 – und ein merkwürdiger obendrein. Der Manager stellte sich vor die versammelte Journalistenriege und entschuldigte sich mit einem tiefen Kotau für den kurz zuvor bekannt gewordenen Diesel-Skandal. Nur: Die Japaner haben mit Diesel ungefähr genauso viel am

Hut wie ein Veganer mit einem gepflegten Yakiniku vom Kōbe-Rind. Das macht sich bei einem Tokio-Besuch angenehm bemerkbar: Derbes Dieselgeratter gibt es nicht und damit auch keine Stickoxid-verpestete Luft. Auch auf der 45. Tokyo Motor Show am Messegelände „Big Sight“ auf der künstlichen Insel Odaiba glänzt der Diesel gerade mal durch Absenz. Stattdessen pflegen und

FOTO:S: HONDA (2), MAZDA, TOYOTA

Schöne neue Autowelt

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Mazda RX Vision. Dynamisch-elegante Studie mit Selbstzünder-Benziner

Honda Urban EV. Das kompakte Elektromobil kommt bereits 2018

Honda NeuV Concept. Studie eines autonom fahrenden Elektromobils

entwickeln die Japaner das weiter, wonach die Europäer so ungelenk und mit deutlicher Verspätung streben: nachhaltige und saubere Antriebsmethoden, sprich: Hybrid, Plug-in-Hybrid, Elektro- und vor allem den Wasserstoff-Antrieb, den Honda (Clarity Fuel Cell) und Toyota (Mirai) neben der koreanischen Marke Hyundai (ix35 Fuel Cell) als einzige Hersteller weltweit in Serienreife anbieten. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio will die japanische Regierung übrigens 6.000 Brennstoffzellen-Autos auf den Straßen des Landes sehen. Die im Lichte des Dieselskandals derzeit in Europa mit spezieller Verve geführte Diskussion zum Thema alternative Antriebe macht es besonders evident: Den Zug der

Zeit hat man jenseits des Ostmeeres besser erkannt als anderswo. Während auf der Frankfurter IAA Mitte September singuläre Verbrennermotoren noch immer fröhliche Urstände feierten, gibt es sie in Japan nur mehr in Verbindung mit Elektromotoren, die noch dazu immer öfter die Hauptagenden des Antriebs übernehmen. Soll heißen: Nicht das E-Aggregat subventioniert den Benziner, sondern umgekehrt. Die CO2Schleuder wird sozusagen zu einem Hilfsmotor „degradiert“, der nur noch dazu dient, den Akku zu laden. Bestes Bespiel dafür ist der neue Honda CR-V mit einem gänzlich neuartigen Hybridsystem, bestehend aus einem 2,0-l-Benziner, einem E-Motor und einem Generator. Angetrieben wird der Kompakt-SUV in der Regel vom E-Motor. Der Benziner treibt den Generator an, der einerseits die Akkus speist und darüber hinaus die Funktion des Getriebes übernimmt. Der weltweite Hybrid-Vorreiter und unangefochtene Nummer eins in Japan, Toyota, erfreut in Tokio mit der Sportwagenstudie GR HV Sports, die hierzulande als nächste Generation des legendären GT86 firmieren wird – und zwar, wie könnte es anders sein, mit Hybridantrieb. Ebenfalls Sportliches, allerdings rein elektrisch Angetriebenes, präsentiert Honda mit dem aufsehenerregenden Sports EV. Dass der Elektroantrieb auch bei expliziten Geländewagen künftig eine Option darstellt, macht Suzuki mit dem e-Survivor vor. Die Besonderheit des futuristisch gezeichneten Offroaders ist ein 4x4-System, bei dem

Toyota TJ Cruiser. Crossover aus SUV und Van mit Hybridantrieb

jedes einzelne Rad von einem Elektromotor angetrieben wird. Es ist symptomatisch, dass diese Technologie, die Ferdinand Porsche und Ludwig Lohner 1899 in Wien ersannen und die in Form des legendären Lohner-Porsche ein Jahr später auf der Pariser Weltausstellung für Furore sorgte, nicht in Europa, sondern in Japan wiederbelebt wird.

TEXT: Christian Zacharnik

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Elektro

Das Smartphone ist für viele längst auch Fotoapparat. Neben der Bastion Spiegel­ reflex suchen die traditionel­ len Kamerahersteller daher neue Nischen

Es ist ein Jahr der Jubiläen. Nikon brachte anlässlich seines 100-jährigen Bestehens eine Kollektion aus diversen Kamera- und Objektiv-Klassikern, die als Sondereditionen neu aufgelegt wurden, heraus. Wahre Fans können zudem die legendäre Nikon I als 1:2Modell oder (fast) in Originalgröße, nachgebildet aus Swarovski-Glas, ins Regal stellen. Auch Canon beging im Frühjahr 2017 ein

Jubiläum, und zwar 30 Jahre EOS-Objektive. Zum Feiern dürfte den Managern der beiden Foto-Giganten dennoch nicht zumute sein. Von den sinkenden Verkaufszahlen der Branche, die der japanischen Verband CIPA verlautbarte, war Nikon besonders betroffen. Selbst die Spiegelreflexkameras (SLRs), in den letzten Jahren noch Fels in der Brandung, sind rückläufig. Die gewöhnliche

foto: olympus

Nostalgie und neue Märkte

Anspruchsvoll. Bildqualität und Stil sprechen für die Olympus E-M10 Mark lll. Ab € 650,–

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Retro. Fujitsu setzt mit der InstaxSofortbild-Serie auf Nostalgie. Modell Mini 90 um € 130,–

Kampfansage. Mit dem großen Sensor der RX0 will Sony die Actioncams aufmischen. € 850,–

Kompaktkamera ist wegen der SmartphoneKonkurrenz so gut wie tot. Lebenszeichen gibt es allenfalls in Nischen wie robusten Outdoor-Modellen, „Reisezoom“-Kameras oder bei den sogenannten Edel-Kompakten, die (noch) mit großem Sensor und entsprechender Bild­qualität gegen die Handys punkten. Während Sonys Erfolgsmodell RX100 diesen Herbst in die sechste Generation geht, hat Nikon Pläne, mit einer DL-Serie in dieses Segment einzusteigen, wieder aufgegeben und setzt weiter primär auf Spiegelreflex. Nur Leica kann es sich offensichtlich noch leisten, für die Wechselobjektivkamera M10 6.500 Euro zu verlangen. Doch auch hier verlässt man sich nicht allein auf die Strahlkraft der Kultmarke, sondern setzt mit der Leica Sofort auf den Trend zum Analogen. Basis der Sofortbildkamera sind die Instax-Filme, die Erfinder Fujifilm auch für eigene Modelle nutzt, von der Instax Mini 90 im Retro-Design bis zur jüngsten Mini-8-Edition, die wie ein Minion aussieht. Und 80 Jahre nach der Firmengründung von Polaroid und dem 40-jährigen Jubiläum der legendären Sofortbildkamera kündigte Polaroid Originals mit der OneStep 2 eine moderne Variante im Original-Look an. Der größte Hoffnungsträger der Fotobranche heißt aber Video. 4K-Auflösung ist

Einsteiger. Die Canon EOS D200 bringt Spiegelreflex neuer Kundschaft näher. Set mit Objektiv ab € 680,–

Rückbesinnung. Nikon konzentriert sich auf Spiegelreflex und bringt mit der D 850 ein Profi-Modell um € 3.800,–

Wiedergeburt. Nach 40 Jahren kommt die Polaroid-Kultkamera als OneStep 2 wieder. € 120,–

Tradition. Die kompakte Wechselobjektivkamera M10 von Leica ist für € 6.500,– erhältlich

selbstverständlich, und neben Attributen wie schnellem Autofokus oder hohen ISO-Werten werden immer öfter auch Features wie Super-Zeitlupe oder professionelle Videoverarbeitung betont. Zudem schielen die Kamera-Hersteller auf ein Wachstumssegment, das bislang von Newcomern dominiert wurde: Action-Kameras. Nikons Versuch, im Vorjahr mit der Keymission360 auf den Zug aufzuspringen, ist ein wenig daran gescheitert, dass der Hype um die 360-Grad-Videos wieder abgeflaut ist. Nun möchte Sony dem angeschlagenen Platzhirschen GoPro mit demselben Rezept Marktanteile abspenstig machen, mit dem es sich gegen die Handys wehrt, und hat mit der Actioncam RX0 überrascht, die mit einem Ein-Zoll-Sensor auftrumpft. Ob die Erfolgsformel, die bei Fotofreunden funktioniert hat, auch bei den Action-Fans zieht, oder die RX0 gar neue Zielgruppen für die kleinen Kamerawürfel begeistern kann, bleibt aber abzuwarten.

Abenteurer. Wasserdichte OutdoorCams wie die Ricoh WG 50 halten mehr aus als jedes Handy. € 250,–

text: Andreas Tanzer

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„Twin Peaks“ zu Gast in Wien Beim Blue Bird Festival der Vienna Songwriting Association im legendären Porgy & Bess sticht ein Name heraus: Chrysta Bell. Die Muse von David Lynch ist der Star eines ­spannenden Line-ups

Es war einer dieser magischen Momente, als vor etwa 18 Jahren die junge texanische Sängerin Chrysta Bell vor Kultregisseur David Lynch („Twin Peaks“) stand – und beide wussten sofort, es passt. Lynch war auf der Suche nach einer neuen Muse, die seinem musikalischen Schaffen Stimme und Ausdruck verleihen sollte, passend zu der ihm eigenen geheimnisvollen Aura. Noch am gleichen Tag starteten die beiden ihre musikalische Zusammenarbeit. Mittlerweile sind einige gemeinsame ­Alben produziert, der „Twin Peaks“-Titelsong „Falling“ mit Bell neu eingespielt und in der aktuellen Staffel gab Lynch der attraktiven

foto: Carlo William Rossi

WinterFEST

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fotos: Hannah Fasching, rene huemer, Mimes of Wine

foto: Carlo William Rossi

Junger Sound aus Graz. Die Band Saint Chameleon

Dream-Pop im Abendkleid. Chrysta Bell ist ein Gesamtkunstwerk

Rothaarigen sogar eine der Hauptrollen als FBI-Agentin Tammy Preston. Ihre Auftritte werden in der Presse als sinnlich, ätherisch, glamourös und sexy wie ein Nachtclub-Act beschrieben, aber auch als irgendwie kosmisch-chaotisch. Mit ihrem neuen Solo-Album „We Dissolve“ ist die Sängerin jetzt auf Europa-Tournee und gastiert, erstmalig in Österreich, am 23. 11. in Wien. Auch am Tag eins des Festivals zu hören: die Schwedin Anna Ternheim, die in

Russland geborene und in Israel aufgewachsene Mary Ocher („The West Against The People“) und das junge Grazer Band­kollektiv Saint Chameleon, dessen Sound an Bands wie Beirut oder Violent Femmes erinnert. Am 24. 11. kommt neben der brasilianischen Sängerin Dillon oder Laura Loriga aus Bologna auch der Brite Sivu. Seine aktuelle UK-Tour war ausverkauft. Ein umjubelter Auftritt beim Glastonbury Festival war der bisherige Karrierehöhepunkt des scheuen Songwriters mit der androgynen Stimme. Mit den etwas düsteren Balladen der Russin Michelle Gurevich aka „China­ woman“ beginnt Tag Nummer drei. Mehr Lockerheit verspricht dann der Folkpop des blutjungen britische Frauen-Trios Girl Ray, das derzeit Furore macht. Als Abschluss tritt mit der britischen Singer/Songwriterin Vashti Bunyan eine ­echte Legende auf. Ihr Debütalbum ­„Another Diamond Day“ wurde 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung neu entdeckt und gilt mittlerweile als Meilenstein. Heute begegnen einem ihre Songs etwa in der ­US-Serie „True Detective“.

Dunkler Folk. Auch das Trio von Elsa Tootsie and the Mini Band gastiert im Porgy & Bess

text: Max Palla

Blue Bird Festival im Porgy & Bess Riemergasse 11 1010 Wien 23., 24. und 25. November www.porgy.at www.songwriting.at

Laura Loriga. Sie reist mit einer Mischung aus Folk, Rock und Jazz aus Bologna an

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Festlicher Genuss in jeder Tasse Nespresso Fans und Kaffeeliebhaber können sich auf eine bunte und farbenfrohe Vorweihnachtszeit freuen Die von traditionellen Süßigkeiten inspirierte neue Nespresso Kollektion weckt mit ihrem fröhlichbunten Farbenspiel nostalgische Kindheitserinnerungen. Mit viel Witz und in Anlehnung an die Lollipop-Ära haben die britisch-amerikanischen Kreativdesigner Craig & Karl die neue Limited Edition Variations Confetto sowie eine Auswahl einzigartiger Accessoires kreiert, die sich perfekt als Geschenkidee anbieten. Limited Edition Variations Confetto Die überraschenden Aromen der diesjährigen Variations Confetto erinnern an Süßigkeiten. Dies in Kombination mit hochqualitativem Kaffee sorgt für außergewöhnliche Genussmomente in der Tasse. Begeben Sie sich mit Confetto Licorice und seinen Lakritznoten auf eine Geschmacksreise in Ihre Kindheit oder lassen Sie sich durch die süßen

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de zum Kunstgenuss. Nichts gegen Reduktion – aber letztlich ist es doch immer Vielfalt und Schönheit, die uns umtreibt und inspiriert.

und extravaganten Newcomern und verstehen uns als Überbringer angesagter Trends und interessanter, außergewöhnlicher Designs.

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Weltneuheit in Blau Hublots Big Bang Unico Gehäuse aus Saphir erstrahlt in Farbe Stunden- und Minutenzeiger erscheinen Ton in Ton in der Farbe des Saphirs und enthüllen im Kontrast dazu die Mechanik des Manufakturwerks und sein zifferblattseitiges Säulenrad.

Es scheint, als seien bei Hublot keine Grenzen gesetzt, wenn es um Farben geht. Farben verleihen Ausdruck und Struktur und lassen etwas Unverwechselbares entstehen. Hublot hat nun Saphir mit Metallen verschmolzen, um ein Big Bang-Gehäuse aus blauem Saphir zu erschaffen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Uhrmacherkunst erstrahlt Saphir in dieser Farbe.

Keine Materie kann Farben so zum Leuchten bringen wie Edelsteine, deren Magie Herbert Schullin schon immer fasziniert hat. Die Herausforderung, einen besonderen Stein in ein passendes und maßgeschneidertes Schmuckstück einzubauen, macht seine Tätigkeit spannend und einzigartig. Hochpräzise und handgemachte Uhrwerke, meist Schweizer Provenienz, bieten dem Goldschmiede-Haus eine perfekte Ergänzung.

Die Big Bang Unico Sapphire war bereits 2016 revolutionär in der Geschichte des Saphirs. Ein Jahr nach dieser Weltneuheit präsentiert die Manufaktur aus Nyon eine weitere und setzt ihr stetes Streben nach Innovation sowie Forschung und Entwicklung fort: die Big Bang Unico Blue Sapphire. Gehäusemittelteil, Lünette und Gehäuseboden werden aus blauen Saphirblöcken geschnitten. Höhenring, Indizes, arabische Ziffern und

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KULTOBJEKT

Schokolade im Nebel Zotter feiert sein 30-JahrJubiläum mit einer technischen Innovation

zu den 25 besten Chocolatiers der Welt. Teil seines Erfolgsrezepts ist die ständige Lancierung neuer Sorten und eine unablässige technische Innovation. Im Jubiläumsjahr 2017 ist das der Nebel. Genauer gesagt: ein Softnebelröstverfahren. Dieses kommt bei den neuen Labooko-Schokoladen – bestehend aus peruanischen Edelkakaoraritäten – zur Anwendung. Während der Röstung wird Flüssigkeit eingespritzt, wodurch feiner Nebel entsteht. Die Temperatur sinkt kurz ab und die Röstung wird „weicher“, das Aroma dadurch noch besser. Der Dampf ist sicher nicht die letzte raffinierte Kuriosität von Josef Zotter. In den vergangenen 30 Jahren hat er gezeigt, dass ihm immer wieder etwas Neues einfällt. www.zotter.at

Es begann 1987 in der Glacisstraße in Graz. Dort eröffnete der 26-jährige Josef Zotter mit seiner Frau Ulrike die Zotter Konditorei. Ein Faible für ausgefallene Süßspeisen hatte er schon damals: In seiner Konditorei gab es statt Sachertorte etwa Käferbohnenroulade mit Koriander. Die folgenden 30 Jahre im Leben von Josef Zotter waren geprägt von der Entdeckung der handgeschöpften Schokolade, einer rasanten Expansion und Markenbildung, dem Engagement für biologische und faire Produktion und zwischendurch auch einer Insolvenz. Heute, 30 Jahre nachdem die Konditorei in der Glacisstraße geöffnet hat, gehört der Steirer

Alles fließt. Und im Fall von Schokolade sieht das besonders schön aus

FOTO: ZOTTER

TEXT: Elisabeth Schepe

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