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Nr. 19a/15
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Foto: Irena Rosc: Stelzenhaus im Garten des Gasthaus Raduha, Luce / Slowenien (siehe Seite 4)
Das Magazin mit guten Gründen für ein nachhaltiges Leben
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Frühling 2015
Christian Hiß, fairer Investor · Lastenräder · Das preisgekrönte Ökohaus · So böse ist Ihr Handy · Faire Mode · Karte: In Wien korrekt einkaufen
Erscheinungsort: Wien P.b.b. 02Z033405 W Verlagspostamt: 1010 Wien laufende Nummer 2498/2015
Auch die Biene macht die Milch! Letztendlich sind wir alle Teil des Ganzen. Nur wenn wir die Artenvielfalt schützen und fördern und unsere Tiere artgerecht behandeln, kommen wir in den Genuss hochwertiger Lebensmittel! Bio-Wiesenmilch fördert die Vielfalt! Bio-Wiesenmilchbäuerinnen und -bauern bewirtschaften bewusst einen Teil ihrer Wiesen und Weiden extensiv. Das schafft Raum für Leben in besonderer Vielfalt. Oft kann man hier bis zu 50% mehr Pflanzenarten und doppelt so viele Individuen zählen als auf herkömmlich bewirtschafteten Wiesen und Weiden. Nur wenn wir „von Grund auf natürlich“ wirtschaften und auch die kleinsten Lebewesen und Nützlinge schützen, kann ein intakter natürlicher Kreislauf langfristig aufrechterhalten werden. Genießen Sie mit gutem Gewissen die wertvolle Bio-Wiesenmilch und gehen Sie mit uns auf unserer Milchstraße ... in die richtige Richtung! Mit besten Wünschen, die ARGE Bio-Wiesenmilch www.biowiesenmilch.at
/biowiesenmilch
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Kann ein faires Heft ohne Katze auskommen? Diese tut so, als habe sie gerade die Brennnesselsuppe mit Curry ausgeleckt (Seite 6)
Inhalt
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Christian Hiß und die Regionalwert AG Da ist einmal einer, der Bilanzen anders liest und sich trotzdem als Investor versteht
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Die Frau hinter dem Öko-Haus In den USA krönte man ein Öko-Haus zum weltweit besten Projekt. Dahinter steht eine Frau
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Lastenfahrrad, praktisch und prestigeträchtig Dafür gibt man gerne Geld aus. Lastenräder werden zum neuen urbanen Prestigesymbol Wie nachhaltig ist Ihr Handy? Hier bekommen Sie die Antwort. Erstmals wurde eine Frage durchgerechnet, die uns alle betrifft Faire Mode: wie sieht denn das aus? Die Designerin Cloed Priscilla Baumgartner
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Hier können Sie fair einkaufen Die bunte Übersicht über die Einkaufsmöglichkeiten fairer Mode in Wien
kleine Wild-Food-Guide in Fair. 4–21 Der Tipps, wie Sie Ihr Gemüse selber sammeln und kochen. Samt Rezepten, Buchtipps
und einem kleinen Tipp für fairen Tourismus zu einer slowenischen Slow-Food-Köchin
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Fotos: Irena Rosc, Archiv
bacht, hier ist einiges neu. Die „Biobeilage“ heißt jetzt Fair. O Warum das so ist, erklären wir auf Seite 4. Dabei sagt der Untertitel eh schon alles: Magazin mit guten Gründen für ein nachhaltiges Leben. Ja, solche Gründe will Fair liefern. Sein Themenspektrum hat sich bedeutend ausgeweitet. Irena Rosc traf den deutschen Öko-Investor Christian Hiß und stellt dessen Modell einer Regionalwert AG vor, in der man Bilanzen etwas anders liest. Rosc hat auch die Fotos für die Bildleiste zusammengestellt, die sich diesmal dem Thema Wild Food widmet und ein kleines Naturküche-Kochbuch enthält.
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Fairwort Karin Stieler lehrt an der TU und leitete ein Projekt, das in den USA den Solar Decathlon gewann, einen weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb für Ökohäuser. Stefanie Panzenböck hat die bescheidene Professorin und ihr Haus besucht. Das Lastenrad beginnt zaghaft auch das Wiener Stadtbild zu prägen. Birgit Wittstock hat das genau be-
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obachtet. Sie besucht Radproduzenten und zeigt die gar nicht so billigen Modelle. Benedikt Narodoslawsky fand auf aufwendige Weise heraus, welche Art der Kommunikation welchen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Praktisch: Sein Vater, Professor in Graz, hat den Fußabdruckrechner erfunden und half dem Sohn bei der Berechnung.
Panzenböck Wittstock Narodoslawsky Horaczek
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Bio heißt jetzt Fair. Wieso? Überlegungen zum Begriff Fairness, und ein Erklärungsversuch zum Namenswechsel
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Milch ist ein guter Name für ein Getränk. Vielleicht deshalb ein noch besserer für ein Modelabel, dessen Designerin keine Milch mag. Klingt spannend genug, meinte Nina Horaczek, um sich die Designerin anzusehen, und ihre faire Mode gleich dazu. Erstaunlich, was die alles können! Wie immer schließt eine informative Karte von Bianca Tschaikner das Heft ab. Christopher Wurmdobler hat zusammengestellt, wo man in Wien faire Kleidung kaufen kann. Wir hoffen, dass auch Sie die inhaltliche Erweiterung von Fair als Bereicherung empfinden. armin th u rnh e r
Impressum Falter 19a/15 Herausgeber: Armin Thurnher Medieninhaber: Falter Zeitschriften Gesellschaft m.b.H., Marc-Aurel-Straße 9, 1010 Wien, T: 01/536 60-0, F: 01/536 60-912, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at Redaktion: Armin Thurnher Herstellung: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H.; Layout: Raphael Moser; Lektorat: Helmut Gutbrunner, Wieland Neuhauser; Geschäftsführung: Siegmar Schlager Druck: Passauer Neue Presse Druck GmbH, 94036 Passau DVR: 047 69 86. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar
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Der Mann, der auf eine halbe Million Dollar pfiff Über den Denker John Rawls, den Begriff Fairness und darüber, was uns dazu gebracht hat, dieses Heft umzubenennen gibt durchaus moralische Fähigkeiten, die man sich antrainieren kann wie jede beliebige andere Fähigkeit. Man kann auch seine moralischen Gefühle entwickeln. Fairness ist ein anderer Ausdruck für entwickeltes Moralgefühl. Man tut etwas, das nicht unmittelbar den eigenen Vorteil befördert oder den eigenen Vorteil befördert, indem es auch jenen von anderen befördert. Das mag ein wenig schwerer fallen als das Nächstliegende, aber man tut es, weil man es als richtig erkannt hat.
Text: armin thurnher
airness ist ein schöner Begriff. Jedenfalls F klingt er schöner als die allzu oft strapazierte Nachhaltigkeit, so gut gemeint die-
Im Profitennis gibt es heute das Hawk-Eye,
Hawk-Eye statt Fairplay? Eine Maschine kann kein moralisches Gefühl ersetzen
John Rawls war nicht nur ein einflussreicher
gern Kollegen bei Kant-Kongressen mit Zitaten von Bob Dylan verblüfft, und er habe regelmäßig die Seminare von Kollegen besucht, um weiter dazuzulernen. Kurz, Rawls habe ein „demokratisches Ethos“ ausgestrahlt, das man bei Exponenten von europäischen Eliteuniversitäten kaum finde. Nein, dies wird kein Porträt eines Moralphilo-
Denker, er war auch ein beeindruckender Mensch. Obwohl er in Harvard die bestmögliche Position erreicht hatte – er besetzte einen Lehrstuhl, der ihn von allen Verpflichtungen befreite –, kümmerte er sich weiter um seine Studenten und las deren Arbeiten zweimal, um sie besser zu John Rawls, verstehen und sicherzugehen, dass er sie Moralphilosoph korrekt benotete. (1921–2002) Er war so egalitär eingestellt, dass er den mit einer halben Million Dollar dotierten Kioto-Preis zurückwies, weil dieser ihn zu einem Abendessen mit dem japanischen Kaiser verpflichtet hätte. Seine Schülerin, die Moralphilosophin Susan Neiman, die dies berichtet, teilt auch mit, Rawls habe
sophen. Es geht bloß darum zu verstehen, wie die Welt fairer zu gestalten wäre. Beispiele sind da hilfreich, und es ist erfreulich zu sehen, dass es Denker gibt, deren private Praxis mit ihrer Theorie übereinstimmt. Rawls Theorie schuf übrigens einen Bruch im amerikanischen moralischen Denken, das bis dahin utilitaristisch ausgerichtet war. Rawls orientierte sich an Denkern des Gesellschaftsvertrags und an Immanuel Kant. Aber wir reden hier nur am Rande von Philosophie. Wie diese jedoch fragen wir uns, wie die Welt fairer zu gestalten wäre. Wir berichten von Versuchen, anders zu handeln. Man muss nicht sein Leben damit verbringen nachzudenken, wie man alles besser und anders machen könnte. Es
eine technische Einrichtung, die es einem Spieler ermöglicht, eine Schiedsrichterentscheidung technisch verifizieren oder falsifizieren zu lassen. Die Kamera zeigt dann in Slow-Motion, ob der Ball innerhalb, auf oder außerhalb der Linie war. Das Publikum stöhnt auf, wenn die Entscheidung jeder Debatte entzogen wird. Oder es lacht, weil ohnehin jeder gesehen hat, dass der Ball aus gewesen war. Schiedsrichter können irren, Maschinen, glauben wir gern, nicht. Aber ist das Hawk-Eye fair? Es ist nicht einmal gerecht. Es ist nur objektiv. Es ist ein Objektiv. Fair ist es, wenn ein Spieler selbst eine Schiedsrichter-Entscheidung korrigiert, obwohl sie ihm zum Nachteil gereicht. Einfach, weil er es für richtig hält und lieber korrekt verliert als unkorrekt gewinnt. Das kommt auf Tennisplätzen nicht allzu oft vor. Aber man kann es lernen. Genauso wie man lernen kann, sich in der Gesellschaft fair zu bewegen. Ungleichheit ist erlaubt, sagt Rawls, aber nur, wenn sie eine allgemeine Verbesserung darstellt. Wir haben unser Heft von Bio auf Fair umbenannt, weil wir kleine Beispiele für möglichst faire Lebensweisen bringen. Von fairem Tourismus über Verkehr, Kommunikation, Investment bis zu Mode und Architektur. Ganz ohne Kulinarik geht das selbstverständlich nicht: So haben wir die Bildstrecke mit Wild-Food-Rezepten gestaltet. Viel Freude mit Fair. F
Sanfter Tourismus: Stelzenhäuschen am kristallklaren Fluss Die Köchin fischt hier nicht, sie zeigt nur, wo die Forelle schwimmt
Stelzenhaus am Fluss Savinja (siehe auch Cover-Foto)
Nicht weit über der österreichischen Grenze, am Fluss Savinja im slowenischen Dorf Luce, hat die Familie Breznik mit Architekten der Uni Ljubljana bemerkenswerte Unterkünfte gebaut: Traditionelle , regionale Handwerkskunst und Design verbinden sich in zwei Baumhäuschen und einem alten Stadel …
… mit Blick auf den zauberhaften Fluss. In der Küche werkt Martina Breznik, eine der bekanntesten SlowFood-Köchinnen des Landes. Das Haus ist nach dem Berg Raduha benannt, die Küche pflegt eine Tradition seit 1875
Informationen: www.raduha.com Köchin Martina Breznik in der Savinja
F o t o s : H a w k E y e I n n o v a t i o n s , Wi k i p e d i a
se auch ist. Und wir meinen, er passt besser als „Bio“, das wir für dieses Heft bisher gebraucht haben. „Fair“ schließt Bio natürlich nicht aus, aber „Bio“ ist so allgegenwärtig, dass man es bereits als Minimalstandard empfindet (eine vielleicht etwas hochnäsige Sichtweise, zugegeben). Fairness bedeutet mehr, als sich bloß an Regeln zu halten. Fairness bedeutet, den anderen gerecht zu behandeln. Der US-amerikanische Philosoph John Rawls definiert Gerechtigkeit als Fairness, wobei er sich vor allem auf Institutionen bezieht. Sein Buch „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ zählt zu den bedeutendsten moralphilosophischen Werken des 20. Jahrhunderts. Es geht Rawls vor allem darum, dass „der Verlust der Freiheit bei einigen durch ein größeres Wohl für andere“ nicht wettgemacht werden kann. Fairness bedeutet auch, Ungleichheiten zu beheben und sie nicht durch Änderungen zu verschärfen. Wir leben also in keiner besonders fairen, in keiner besonders gerechten Welt.
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Geld? Hat noch keiner gesehen! Vom Biogärtner zum Investor der anderen Art. Christian Hiß gründete die Regionalwert AG – eine Aktiengesellschaft für faires Wirtschaften
Porträt: Irena Rosc
as habe ich davon?“ Das sei stets W die erste Frage der Menschen, wenn sie von der Regionalwert AG hören. „Wie
viel Dividende gibt es?“ Christian Hiß erzählt es verschmitzt lächelnd. Das sei gut so, fügt der 54-jährige gelernte Gärtnermeister hinzu, denn diese Frage sei Teil des Konzepts der Regionalwert AG. Würde er die Antworten geben, bevor die Menschen überhaupt diese Frage gestellt haben, könnte er es gleich bleiben lassen, meint er. „Was hab ich davon?“ Die Frage bildet für Hiß ein „offenes Einfallstor“ für seine Antworten und einen Zugang zu seinem Gegenüber. Er provoziert gern mit dem Bild einer Aktiengesellschaft, die nichts abwirft. Damit erreicht er jene Aufmerksamkeit, die er für sein Unter-
Foto: Irena Rosc
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Christian Hiß referierte im Weingut Umathum. Dort sprach die Autorin mit ihm. Hier steht er vor burgenlänbdischen Windrädern
Fotos: Irena Rosc
Bachforelle
Information: www.biofisch.at
Die Zitrone kommt erst auf dem Teller an die Forelle
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Die Bachforelle ist einer der zartesten Speisefische. Man sollte sich stets informieren, was man da kauft. Die verlässlichste Quelle in Österreich ist nach wie vor die von Marc Mößmer gegründete Arge Biofisch. Sie veranstaltet sogar Biofisch-Heurige!
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Das schaffen selbst Laien: Forelle im Backpapier
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Frische Öko-Forellen gefällig? Oder darf’s ein anderer Biofisch sein?
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Forelle innen und außen waschen, salzen. In den Bauch etwas Petersilie, 1 TL Butter, feingeschnittene Schalotten und blättrig geschnittene Karotte geben. In Backpapier einpacken (siehe Bild), auf einem Blech im 180 °C heißen Rohr etwa 15 bis 20 Minuten garen, fertig. Vorsicht, die Sauce ist im Bauch der Forelle!
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FAIR einer Behörde. Der Ruf nach Politik ist seiner Meinung nach sowieso nur eine Ausrede dafür, nicht zu handeln und die eigene Verantwortung jemand anderem zuschieben zu wollen. „Die Politik ist in diesem Zusammenhang ein Phantom. Genauso wie der Ruf nach der Gesellschaft ein Phantom ist. Weil dabei niemand greifbar ist. Die gewählten Abgeordneten – wo sind die greifbar? Deswegen rufe ich nicht nach der Politik, sondern handle und spreche den Nächsten an. Einfach nur den Nächsten!“ Bei seinen Vorträgen muntert Hiß die Menschen auf, tätig zu werden und zum Beispiel in einer unternehmerischen Form wie der Regionalwert AG mitzumachen. Die Publizistin Andrea Heistinger folgte seinem Aufruf und ist dabei, die Gründung einer österreichischen Regionalwert AG vorzubereiten. Dann gibt es auch in Österreich die Möglichkeit, sich gestaltend einzubringen, indem man Anteile kauft, Kapital erwirbt, um dann mit seiner Stimme über die Zukunft einer Region mitzureden und diese mitzugestalten. 2006 brachte Hiß das Vermögen der von ihm
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Wenn Christian Hiß erzählt, reihen sich sei-
ne Worte aneinander wie aufgefädelte Perlen: gleich schwer, gleich wichtig – ein Singsang , dessen schwäbische Färbung unseren Ohren einiges an Konzentration abfordert. Man entlockt ihm keine markigen Sprüche gegen die bösen Anderen oder gegen die Politik. Hiß trägt Waldviertler-Schuhe, aber anders als deren Produzent Heini Staudinger scheut er – bei ähnlichen ökologischen Zielen – den öffentlichen Streit mit
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Die einfache Brennnessel ist ein köstliches, gesundes und auch gratis zu erntendes Gemüse. Wir bringen in dieser Spalte gleich drei WildFood-Rezepte. Tipp: Man erntet Brennnesselblätter an der Spitze der Pflanze, ehe diese geblüht haben. Gummihandschuhe nicht vergessen!
Brennnesselrezept 1: Suppe mit Nesseln, Curry und Erdäpfeln
Köstlich und leicht exotisch: Brennnesselsuppe mit Curry
Zwiebel klein schneiden, in Butter mit etwas Curry anschwitzen, kleingewürfelte Erdäpfel dazugeben, mit Gemüsesuppe aufgießen und mit Salz und Pfeffer würzen. Kurz bevor die Erdäpfel weich sind, Nesselblätter dazugeben und noch kurz kochen
Fotos: Irena Rosc
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Hier wächst hervorragendes Gemüse, gratis und gesund
Brennesseln wachsen überall, so man sie lässt
Kulturpflanzen, referierte Hiß unlängst auf dem renommierten Weingut Umathum im Burgenländischen Frauenkirchen. Ariane und Josef Umathum haben die Veranstaltungsreihe „Umdenken“ ins Leben gerufen.
Publizistin Andrea Heistinger will in die Fußstapfen von Öko-Investor Christian Hiß treten
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nehmenskonzept braucht, ja die Teil seines Konzepts darstellt. Christian Hiß gründete die Regionalwert AG 2006 in Freiburg im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Die Regionalwert AG ist eine Bürgerbeteiligungsgesellschaft, bei der Menschen in Aktien investieren. Mit dem Geld kauft die AG Land und stellt es jenen, die sich einen Bodenkauf nicht leisten können, zur Verfügung. In Wahrheit soll sie sehr wohl Gewinn machen. Die Regionalwert AG ist nicht gemeinnützig. Aber sie denkt anders, bilanziert anders und schüttet nicht automatisch vorhandenen Gewinn in Form von Geld aus. Gemeinsam mit Andrea Heistinger, Agrarwissenschaftlerin, Autorin und Forscherin zur Zukunft von Landwirtschaft und
geerbten und geführten Biogärtnerei ein und gründete damit die Regionalwert AG Freiburg. Mittlerweile ist sie zu einem Zusammenschluss von mittlerweile über 500 Menschen angewachsen, die mit ihren Aktien Miteigentümer von 19 Betrieben der ökologischen Landwirtschaft, Vermarktung und Verarbeitung sowie von Dienstleistungsbetrieben sind. Unter dem Schutzschirm der Regionalwert AG führen sie eigenständige Unternehmen der regionalen Lebensmittelproduktion und -versorgung wie Restaurants oder Zustelldienste und „schließen die Kette vom Acker bis zum Teller“. Die Wochenzeitung Die Zeit porträtierte Hiß, als er 2009 vom Rat für nachhaltige Entwicklung als Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009 ausgezeichnet wurde. 2011 schloss er ein Fernstudium an der University of Plymouth mit einem Master of Social Banking and Social Finance zum Thema „Nachhaltigkeit im Geschäftsbericht landwirtschaftlicher Betriebe“ ab. Die Aktionäre der Regionalwert AG werden über die Tätigkeiten aufgeklärt, es gibt
F a i r eine Liste von 80 sogenannten Indikatoren, vor allem aus dem ökologischen und dem regionalwirtschaftlichen Bereich. Anhand dieser Indikatoren berichten dann die Partnerbetriebe, also jene Betriebe, in die Aktionäre investiert haben, über ihre ökologischen, sozial- und regionalwirtschaftlichen Gewinne und Verluste. Das ergibt einen Bericht von etwa 50 Seiten. Diesen Rechenschaftsbericht bekommen die
Aktionäre als Ergänzung zum Geschäftsbericht ausgehändigt. Er ist laut Hiß „die zweite Bilanz. Beides muss man gemeinsam sehen: Geldgewinn ist nicht automatisch ein Gesamtgewinn, weil eventuell ökologische Verluste entstanden sind, die irgendwann Geld kosten werden. Ein finanzieller Verlust bedeutet nicht einen Gesamtverlust – es kann sein, dass wir versteckte Werte gebildet haben, die auch Kapitalwerte sind und sich früher oder später monetarisieren.“ Gab es in den acht Jahren des Bestehens schon eine Gewinnausschüttung? „Geld? Nein! Geld gab’s noch keins. Die meisten sind aber trotzdem dabeigeblieben!“ Im Gegenteil. Auch Kommunen zeigen sich interessiert, in die AG zu investieren. Die Regionalwert AG gibt Menschen, die gerne in der Landwirtschaft arbeiten wollen, sich aber keinen Grund leisten können, die keine Hoferben sind oder kein Startkapital haben, eine Chance anzufangen. Oder sie leistet Hilfe bei der Hofnachfolge, gibt Kredite für Maschinen und Bewässerungsprojekte. „Die Rücklokalisierung der Gestaltungs-
macht“ nennt Hiß das. Die daran gebundene Verantwortung der Aktionäre sieht er als den eigentlichen Fortschritt, der durch die Regionalwert AG erreicht werden kann. Aktiengesellschaft und ökologische Landwirtschaft – das passt doch nicht zusammen? Allein der Gegensatz ist für viele schon eine Provokation! Hiß hat beobachtet, dass sich die meisten Menschen ökologische Landwirtschaft nahe an der Gemeinnützigkeit und dem Gemeinwohl orientiert vorstellen und diese nicht mit Ökonomie und Wirtschaft in Verbindung sehen wollen. Eine Aktiengesellschaft ist für sie das genaue Gegenteil einer ökologischen Landwirtschaft. „Diese Kombination von zwei völlig verschiedenen Vorstellungsbildern bringt jene Dynamik, die die Regionalwert AG ausgelöst hat“, sagt Hiß. „Nicht im Gewohnten bleiben, sondern Bilder und Vorstellungen sprengen, um Bewegung auszulösen, das bewirkt tatsächliche Bewegung und Veränderung!“ Die meisten Menschen haben kein reales Bild
Die Regionalwert AG als Buch Christian Hiß: Regionalwert AG. Mit Bürgeraktien die regionale Ökonomie stärken. Herder, 182 S., € 13,40
vom Wirtschaften auf Bauernhöfen, stellt Hiß fest. Da ist seiner Meinung nach alles mystifiziert, da sind Mythen, da sind geschönte Erinnerungsbilder. Er stellt fest, dass besonders Menschen, die nicht in der Informationen: Landwirtschaft arbeiten, in Erinnerungsbil- www.regionalwert-ag.de dern schwelgen – haben sie doch vor einer www.andrea-heistinger.at oder zwei Generationen im Grunde noch in der alten Subsistenzwirtschaft gelebt. „Stellen Sie sich vor, dass noch vor 100 Jahren in Österreich und Deutschland 50 Prozent der Bevölkerung in der bäuerlichen Lebensform gelebt und gearbeitet haben.
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Vor 200 Jahren waren es noch 75 Prozent. Diese Kultur ist uns noch ganz, ganz nahe. Deshalb existieren heute noch in großen Teilen der Gesellschaft solche Erinnerungsbilder, die man zumindest aus Erzählungen kennt. Der ökologische Landbau ist leider – ich kann ja 40 Jahre des ökologischen Landbaus überblicken – in dieses mystifizierte Erinnerungsbild gerutscht. Im Ursprung wollte der ökologische Landbau was ganz anderes sein, wollte Kulturentwicklung machen, begriff sich als fortschrittlich und nicht als rückständig. Er lebt nicht in der Erinnerung, wie es früher war, sondern er will echte Entwicklung machen. So sehe jedenfalls ich ökologischen Landbau. Er hat damit zu kämpfen, dass er in der Gesellschaft so rückwärtsgewandt gesehen und eingeordnet wird.“ Dass ökologischer Landbau mit Wirtschaften
zu tun haben soll, sehen viele noch skeptisch. „Kann man davon leben?“ und „Kann man mit ökologischem Landbau die Weltbevölkerung ernähren?“ lauten die misstrauischen Fragen. Hiß wischt die Bedenken weg. „Indem wir ökologisches Wirtschaften mit einer Aktiengesellschaft verbinden, kommt vieles ins Wanken. Also da wird massiv hinterfragt: Was ist denn das jetzt? Aktiengesellschaft, das ist doch was für die große Wirtschaft, was hat das mit ökologischem Landbau zu tun?“ Hiß liebt diese produktive Verunsicherung. „Nehmen wir das Bild eines alten Fortsetzung nächste Seite
Urban Gardening Wettbewerb in ganz Österreich
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Christian Hiß denkt an Netzwerke nach dem
Vorbild seiner Regionalwert AG, die Hunderte, ja Tausende versorgen und sowohl
in der Region als auch aus der Region hinaus sinnvoll wirtschaften, ähnlich wie es früher von den alten Höfen aus geschehen ist. Techniken und Mittel, um alles logistisch ausgeklügelt zuzuordnen und zuzuliefern, findet er äußerst sinnvoll. „Wir sollten diese Technik einsetzen und dann unterm Strich richtig rechnen. Es ist mir ein großes Anliegen, dass man nicht meint, wenn man etwas billig aus dem Ausland holt, etwa Ressourcen von der Südhalbkugel, das wäre dann billiger. So wie wir im Moment rechnen, rechnen wir sehr, sehr teuer! Auch in
Löwenzahnsalat mit pochiertem Ei
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Stechen Sie Löwenzahn (nicht in gedüngten Wiesen!) mit der Wurzel etwa 2–3 Zentimeter tief aus, damit das zarte Herz nicht verlorengeht. Zu Hause entfernen Sie dann die Wurzel bis zum Ansatz des Herzens und auch die äußeren, trockeneren Blätter. Kleine Knospen an kurzen Stielen (nicht mehr als 2–3 Zentimeter lang) können dranbleiben. Dann gründlich waschen und nach Rezept zubereiten – fertig.
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Löwenzahn wird nicht gepflückt, sondern gestochen
Aus der Wiese auf den Teller: Löwenzahnsalat mit Ei
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Löwenzahn: so ernten Sie ihn am besten
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion stimmt die Bilanz nicht.“ Mit der Beteiligung kommen wir dem richtigen Rechnen, dem Begreifen des „wahren“ Preises schrittweise näher, sagt Hiß, weil das Gegenüber, ein Aktionär, ja ein Beteiligter sei, eine Aktie und somit etwas zu verlieren habe. Das sei etwas anderes als die Forderung nach dem Muster „Die Politik muss, die Gesellschaft muss …“ Das nennt Hiß die sogenannte sorgenfreie Forderung, „wo ich selbst im Grunde keine Sorge in mir trage. Also das haben wir mit der Regional-
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Pro Person 2 Handvoll Salatblätter, klein geschnitten, und 250 g Erdäpfel, festkochend. Die Blätter schneiden, Erdäpfel kochen, blättrig schneiden und noch warm über die Blätter geben. Üppig Salatdressing drüber, pro Person ein pochiertes Ei drauf. (Wie man Löwenzahn sticht, siehe links)
Fotos: Irena Rosc
Hiß und Heistinger mit dem Ehepaar Umathum im Geschäft „Henzls Ernte“, Wien 5 (Wildkräuter, Obst, Gemüse)
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Hofes, der eine Familie mit unterschiedlichsten Fertigkeiten und Fähigkeiten und mit Produkten versorgt. Dieses Bild werden wir in der Region wieder veranlagen, aber ganz anders organisiert. Denn wir haben eine arbeitsteilige Welt. Arbeitsteilung ist nicht schlecht, man muss schauen, dass die Arbeit so sinnvoll wie möglich organisiert wird.“
wert AG erreicht, dass diejenigen, die beteiligt sind, echte Fragen haben, etwa: Was habe ich davon? Und wir können antworten, dass wir zum Beispiel Bodenfruchtbarkeit aufgebaut haben, den existenziellsten Kapitalwert überhaupt!“ Auch wenn Hiß mit der Regionalwert AG Existenzen sichern hilft und jungen Bauern bei der Gründung mit Kapital unter die Arme greift, will er doch am Ende mit seinem Investment Geld verdienen. Im Gegenzug für investiertes Kapital müssen die Partnerbetriebe einen festgelegten Prozentsatz ihres Betriebsgewinns – zwischen vier und acht Prozent – an die AG abliefern und deren Aktionären genau über ihr Wirtschaften berichten. Aber die Dividende allein macht nicht die Bilanz der AG aus. Was steht nicht alles in einer Bilanz! Kultur-
pflanzensorten hereingeholt und wieder Zugang zu genetischen Ressourcen geschaffen zu haben, sei ein Wert, scheine aber in keiner heutigen Bilanz auf, sagt Hiß. „Wenn ich hunderte Menschen in einer Hauptversammlung habe und sage, wir haben 85 Prozent samenfeste Sorten im Netzwerk der Regionalwert AG – und ich als Saatgutexperte kann ihnen genau sagen, dass der Zugang zu genetischen Reserven von Kulturpflanzen Gold wert ist –, dann hab ich noch nie, noch in keiner Sekunde einen Widerspruch gehört. Aber ich kann davon ausgehen, dass von diesen 500 höchstens zwei oder drei sich vorher darüber Gedanken gemacht haben. Wenn ich es mit konkreten Zahlen und dem Beispiel der 85 Prozent samenfesten Sorten erläutern kann, dann leuchtet das den Menschen ein. Das sind die entscheidenden Situationen. In solchen Situationen lernen die Menschen auch, was das ist, samenfeste Sorten, und das ist eminent politisch. Denn wenn in Brüssel über das Saatgut entschieden wird, haben wir hier mündige Bürger. In der Konsequenz ist das schon angewandte Politik!“ In seinem Buch definiert Christian Hiß sein Ziel ganz unbescheiden als einen New Local Deal. Biostandards und soziale Standards bei der Bezahlung von Hilfskräften sind bei den Betrieben der AG selbstverständlich. Und Gewinn besteht nicht nur in Geld. Man kann ihn eben so oder so definieren. F
Bei den unkonventionellen Umathums treten bei Veranstaltungen auf deren Weingut Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur auf. Neue Sichtweisen zum Thema Region und deren Zukunftsgestaltung sollen sich eröffnen, bei einem Glas Wein werden Begegnungen gefördert. Dabei kann es vorkommen, das auch Ariane Umathum auf die Bühne tritt, den Zuhörern die „extreme Ausdünnung der Vielfalt“ auf dem Land vor Augen führt und an naiven Vorstellungen von Landwirtschaft kratzt. So erklärt sie etwa, dass Gemüseanbau keineswegs eine alte burgenländische Tradition darstellt. Vielmehr waren es nach dem Krieg Flüchtlinge, „die Bulgaren“, welche den Gemüseanbau erst ins Burgenland brachten
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Eine nette Variante: Löwenzahnsalat mit Kicherebsen und Blüten
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Den Salat bereiten wir zu wie nebenan, jedoch ersetzen wir einen Teil der Erdäpfel durch die gleiche Menge gekochter Kichererbsen. Das pochierte Ei lassen wir in diesem Fall weg, den Salat bestreuen wir mit Blüten, zum Beispiel Gänseblümchen. (Wie man Löwenzahn erntet, siehe links)
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Mit der Photovoltaikanlage am Dach kann der Stromverbrauch von Heizung und Kühlung sowie Warmwasser, Herd, Waschmaschine, Trockner und Licht abgedeckt werden
Ein Haus wie ein Baum Studierende aus Österreich entwickelten ein Ökohaus und wurden für nachhaltiges Bauen prämiert H a u sb e s u c h : S t e f a n i e P a n z e n bö c k
terreichische Studierendengruppe den Solar-Decathlon-Preis in Los Angeles. Dieser Preis wird alle zwei Jahre vom US-Department of Energy ausgelobt und hat zum Ziel, nachhaltiges Bauen und Solartechnologien zu fördern. Zehn Teilwettbewerbe müssen die Teams, die ausschließlich von Universitäten kommen, bestehen. Da werden etwa die Architektur und die Ästhetik bewertet, aber auch die Energiebilanz und die Kosteneffizienz. LISI heißt übrigens mit vollem Namen
„Living Inspired by Sustainable Inno vation“.
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Für fünf Liter Hollersirup: 30 große Holunderblüten, 3 unbehandelte Zitronen in Scheiben, 3 kg Kristallzucker, 3 l Wasser, 100 g Bio-Zitronensäure
Von der Blüte …
… in die Flasche
Holunderblüten in ein großes Gefäß geben, die Zitronensäure drauftröpfeln und mit Wasser aufgießen. Mit den Zitronenscheiben die Blüten belegen. Mit einem Leinentuch zudecken, zwei Tage ziehen lassen. Durchrühren, ein Küchensieb mit einem Leinentuch auslegen, den Sirup in ein zweites Gefäß gießen. Zucker einrühren, bis er sich aufgelöst hat. 24 Stunden stehen lassen. In sterilisierte Flaschen füllen, kühl lagern
Fotos: Blaue Lagune / Thomas M. Laimgruber, Irena Rosc
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Wenn der Holler blüht, ist es Zeit, in den Saft zu gehen
In der Blauen Lagune steht das Ökohaus etwas abseits bzw. schwimmt in einem Teich und sieht dabei aus wie ein Hausboot. Ein flüssiger Untergrund ist allerdings keine Voraussetzung, LISI kann überall stehen, wo es annähernd flach ist. Vom Ufer des Teichs aus betrachtet, fällt die großzügige Terrasse auf, die wie eine kleine Seebühne wirkt. Der Innenraum des Hauses wird durch zwei große Glasschiebetüren begrenzt, die sich über die gesamte Front und Rückseite ziehen. Öffnet man sie zur Gänze, vergrößert man den Wohn-
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ISI kann man fast zur Gänze in den Biomüll werfen. Das Ökohaus, das momentan in der Blauen Lagune südlich von Wien ausgestellt wird, besteht zu 96 Prozent aus Holz: vom Boden über die Wände bis zu den Küchenladen und Stühlen. Und es erzeugt über die Photovoltaikanlage am Dach in der Jahresbilanz mehr Strom als es verbraucht. Entwickelt hat dieses Haus Karin Stieldorf, Professorin für Architektur und Entwerfen an der Technischen Universität Wien, gemeinsam mit Studierenden aus Wien, Salzburg, Linz, St. Pölten und Graz. Im Jahr 2013 gewannen sie als erste ös-
Promotion
It’s Teatime!
Wo’s wiegt, des hot’s
Fairer tee – Genuss ohne reue
Die maß-Greißlerei bietet Bio nach maß
Jeder kennt sie – Bilder von Teepflückerinnen die die Teeblätter in Plantagen von Teesträuchern pflücken. Nun, solchen Tee haben wir auch. In einer der Urheimaten des Tees, dem Norden Vietnams, wird Tee aber auch noch von wildwachsenden Bäumen gepflückt. Ethnische Minderheiten verarbeiten das gesammelte Blattgut um es in einer lokalen Teefabrik sorgfältig weiterzuverarbeiten. Der so gewonnene Tee ist als Weiß – Grün – oder Schwarztee unter dem Markennamen „Nam Lanh“ bei der EZA Fairer Handel oder in österreichischen Weltläden erhältlich. Sein Aroma macht ihn zu einem Genuss für TeekennerInnen. Fair gehandelt und kontrolliert biologisch – natürlich fair eben. Damit steht dem Herbstbeginn nichts mehr im Wege!
Foto: FLO/Didier Gentilhomme
Sei es eine Messerspitze Chili oder ein Achterl Spülmittel. In LUNZERS Maß-Greißlerei kann man seinen Bedarf auf Gramm und Milliliter genau decken. Noch dazu sind alle Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau und weitgehend aus Österreich. Besitzerin Andrea Lunzer ist selbst auf einem Bio-Bauernhof im Burgenland aufgewachsen und kennt ihre Lieferanten persönlich. Der wunderschöne Laden wird durch ein Café mit sonnigem Schanigarten ergänzt. Hier kann man hausgemachte Mehlspeisen genießen und seit Kurzem gibt es auch Mittagessen. Tipp: jeden Samstag Langschläferfrühstück von 9–15 Uhr. Weltladen 1080 Wien
LUNZERS Maß-Greißlerei
8., Lerchenfelder Straße 18-24, Mo–Fr 10–18, Sa 10–13 Uhr Tel. 01/408 39 96; weltladen.1080wien@eza.cc; www.eza.cc
2. Heinestraße 35, Mo–Fr 9–19, Sa 9–17 Uhr, Tel. 01 212 13 87 info@mass-greisslerei.at, www.mass-greisslerei.at
Mit Tesla durch die Stadt Nachhaltig. Urban. taxi 40100 präsentiert „Green taxis“
D er elektrische BEKo-Schweber.
Vor rund einem Jahr hat Taxi 40100 mit dem Tesla S das erste E-Taxi in Wien in Betrieb genommen. Schon davor waren 20% der 1.850 Wagen starken Flotte von Taxi 40100 „green“, also besonders umweltschonende Fahrzeuge mit Hybrid- oder Gas-Antrieb. Mittlerweile gibt es mehrere rein elektrisch betriebene Tesla und Taxi 40100 Fahrgäste können nun auch explizit ein „Green Taxi“ ordern. Besonders erfreulich: mit einem Green Taxi zu fahren kostet das Gleiche wie mit einem normalen Taxi – umweltschonende Mobilität also ohne Aufschlag. Wartezeiten auf das Taxi sind bei Bestellung über Taxi 40100 minimal – in der Regel steht der georderte Wagen binnen 3–4 Minuten vor der Tür.
Als größter österreichischer Technologiedienstleister erhebt BEKO den Anspruch, die Menschen dazu zu bringen, bei ihrer Fortbewegung auf alternative Verkehrsmittel oder andere Konzepte der Mobilität umzusteigen: Mikro-E-Mobilität mit dem BEKO-Schweber ist eines davon. Das stromgetriebene, wendige und extrem handliche und zusammenklappbare Fortbewegungsmittel ist ideal für den intermodalen Einsatz besonders in den städtischen Ballungsräumen. Taxi 40 100
BEKO HOLdiNG AG
www.taxi40100.at Ihr Wunschtaxi ist auch per App bestellbar. Gratis Download für iOS und Android Phones.
3., Karl-Farkas-Gasse 22/7.Stock Mehr unter beko.eu; schweber.at
FAIR Der Wohnraum wird durch freie Flächen außerhalb der Schiebetüren noch vergrößert
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bereich, der sonst nur 60 Quadratmeter ausmacht. Über einen Steg gelangt man zum Haus. An der Ecke sind zwei Beete angelegt, ein horizontales und ein vertikales. Der kleine vertikale Garten besteht aus Taschen, in die die Pflanzen gesetzt werden. Die Taschen wurden übrigens aus alten Bettflaschen gemacht. „Das Motiv für das gesamte Konzept war der
Baum“, sagt Stieldorf. Allerdings nicht nur, weil das Haus fast zur Gänze aus Holz besteht. Der massive Eichenboden gilt als Wurzel, die beiden Fertigteile – ein großer Kastenteil und ein sogenannter Serviceteil aus Badezimmer und Schlafzimmer – sind der Stamm. Der Rahmen, der dem aufgesetzt ist und der das Dach trägt, entspricht den Ästen, und ein weißer, leichter Vorhang, der als Fassade um das Haus gezogen werden kann, stellt die Blätter dar. Will man das Haus kaufen, bekommt man es im Ganzen, von den Fertigteilen bis zur Einrichtung. Zahlen muss man dafür 400.000 Euro, alles inklusive. Der Ruf von Fertigteilhäusern war nicht immer der beste. Wer etwas Besonderes wollte, wählte den Einzelentwurf. Mit LISI ändert sich das jetzt, ist Stieldorf überzeugt: „Wir zeigen, dass auch vorgefertigte Häuser schön,
durchdacht und smart sein können und eine sinnreiche Technologie besitzen.“ Im Haus dämpft das Holz den Ton. Ein frischer, leicht würziger Geruch liegt in der Luft, der Eichenboden schluckt das Klappern der Schuhe. Unter dem Boden befindet sich ein Zwischenraum. Dort wird Frischluft entweder vorgewärmt oder vorgekühlt und strömt entlang der Scheiben aus. Dadurch wird das Haus zu jeder Jahreszeit in Temperatur-Balance gehalten. Die Decke des Innenraumes besteht aus Weißtannenholz, „weil sie so eine ruhige Oberfläche hat“, sagt Stieldorf. Die Wände sind aus Eschenholz, nur im Bad und im Schlafzimmer sind sie mit Rindenresten verkleidet. Diese beiden Räume sind betont klein gehalten und wirken dunkel im Gegensatz zum hellen, großen Wohnraum. Ins Schlafzimmer passen gerade das Bett und ein Kasten, dazwischen ist nur ein schmaler Durchgang. Zum Bad hin ist eine Glasscheibe eingebaut, damit die Räume größer wirken. Da funktioniert sogar die Dusche nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit: Das gebrauchte Warmwasser wärmt das frische Kaltwasser vor, bevor es dann noch weiter erwärmt wird. „Das ist ein netter Gag“, sagt Stieldorf, „aber da muss man wirklich viel duschen, damit sich das rentiert.“ Den großen Rest des Hauses nimmt
Architektin Karin Stieldorf gewann mit ihren Studierenden den Solar-Decathlon
zu planen begann, hatte sie sie in ihr eigenes Haus eingeladen, um sie zu inspirieren. Offenbar mit Erfolg. Die Architektin wohnt in einem Haus aus dem Jahr 1910, das zum Garten hin geöffnet ist. „Da findet man die gleiche Terrasse und die gleichen großen Schiebetüren“, sagt Stieldorf. Für sie muss die Philosophie hinter einem Haus stimmen. Von der Nachhaltigkeit des Bauens bis zum Wohlfühlen durch nachwachsende Rohstoffe wie eben das Holz. Übrigens: Hat man das Bedürfnis, mit seinem Haus in die weite Welt zu ziehen, wie Karin Stieldorf mit ihren Studierenden nach Kalifornien, ist auch das kein Problem. LISI passt bequem in sechs herkömmliche Schiffscontainer. F
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300 g Semmelwürfel 6 EL griffiges Mehl Salz, Muskat, Pfeffer, 1 EL geriebener Parmesan 100 ml Milch, 1 Zwiebel 2 EL Butter, 400 g Blattspinat (blanchiert oder tiefgekühlt), 4 Eier, 1 EL Topfen 2–3 Zweige Salbei, 3 EL Butter geriebener Parmesan Semmelwürfel, Mehl, Parmesan und Gewürze gut durchmischen, mit der Milch aufgießen und einweichen. Zwiebeln klein schneiden und in 2 EL Butter glasig anschwitzen. Knoblauchrauke mit Zwiebeln hacken, mit Ei und Topfen zur restlichen Masse mischen. Kleine Knödel formen und in leicht wallendem Salzwasser ca. 20 Minuten ziehen lassen. Mit Salbeibutter beträufeln, mit geriebenem Parmesan Knoblauchrauke (hat man keine, ersetzt man sie durch Spinat) bestreuen
Bevor Karin Stieldorf mit den Studierenden
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Ein unterschätztes Kraut: die Knoblauchrauke. In die Knödel damit! Man kann sie aber auch, wie diese Blüte, roh in den Salat mischen
der Wohnraum ein: Küche, Essbereich und Wohnzimmer sind hier vereint. „Das Haus ist für zwei Personen gedacht, die möglicherweise in Pension sind, es als Ferienhaus nutzen oder an einem Punkt angekommen sind, wo sie nicht mehr so viele Sachen brauchen“, sagt Stieldorf. LISI ist tatsächlich auf das Notwendigste beschränkt. Das einzige auffällige Schmuckstück ist der massive Eichentisch, der sich parallel zu den Fensterfronten entlangzieht. „Das ist unser Bild hier im Haus“, meint Stieldorf und zeigt auf die Holzmaserung der Tischplatte. Die Stühle sind aus Rindenresten gemacht, auch die große Stehlampe ist nur aus Holz gefertigt, Glühbirnen ausgenommen. Die Küche ist minimalistisch angelegt, mit einem Spülbecken und kleinen Regalen. Die Herdplatten sind in den Eichentisch eingelassen, darunter befindet sich ein Backofen. Wird der Wohnraum auf der einen Seite vom Bad- und Schlafzimmer-Fertigteil begrenzt, so stößt er auf der anderen Seite an den großen Kasten-Fertigteil, in dem zum Beispiel auch die Waschmaschine Platz hat. Um LISI bezugsfertig zu machen, dauert es etwa neun Tage, vom Boden bis zum Dach. Mittlerweile existieren schon größere Versionen: Das Ökohaus ist nicht nur mit 60 Quadratmetern, sondern auch mit 120, 150 und 180 Quadratmetern Wohnfläche zu haben. Dazu kommt noch eine Variante mit zwei Geschoßen.
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Anrichte-Idee: Taglilienblüte mit Frischkäse
F o t o s: B l au e L ag u n e / T h o m a s M . L a i m g r u b e r , k a r i n s t i e l d o r f, I r e n a R o s c
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Spatenstich in der Brauerei Göss v.l.n.r.: Landesrat Christian Buchmann, Landeshauptmann Franz Voves, Brau Union Österreich Generaldirektor Markus Liebl, Braumeister Andreas Werner, Bundesrat Gerd Krusche, Bürgermeister Leoben Kurt Wallner, Landesrat Johann Seitinger, Ehrenbrauer Hans Knauss, BDI-Vorstand Edgar Ahn
Fotos: Brau Union Österreich
Offizieller Spatenstich in Göss:
Erste „Grüne Großbrauerei“ wird Realität Die Brauerei Göss wird zum weltweiten Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit – und feiert den letzten Meilenstein Richtung CO2-Neutralität mit
her besonders am Herzen. Nun wurde der Startschuss für den letzten großen Meilenstein zum gänzlich CO2neutralen Betrieb gesetzt: der Spatenstich mit prominenter Unterstützung für den Baustart der Biertrebervergärungsanlage. „Wir versuchen natürlich in all unseren Brauereien Initiativen zu setzen, als Leuchtturmprojekt sehen wir „Grüne Brauerei Göss“
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hochkarätigen Gästen. Biergenuss im Zeichen der Nachhaltigkeit Die Brau Union Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt, die beste Bierkultur für die Zukunft zu schaffen und die österreichische Bierkultur nach sozialen und ökologischen Herausforderungen zu gestalten. Als nachhaltig agierendes Unternehmen setzt die Brau Union Österreich auf eine Reihe von Initiativen, um die Nutzung erneuerbarer Energieträger zu erhöhen und den Verbrauch an Wärme, Strom und Kraftstoffen zu senken. Paradebeispiel für das Nachhaltigkeitsengagement der Brau Union Österreich ist heute die Brauerei Göss, die derzeit zur weltweit ersten „Grünen Großbrauerei“ umgebaut wird. Brauerei Göss in der Steiermark wird weltweit die erste „Grüne Großbrauerei“ Gösser steht für unberührte Natur und beste Rohstoffe. Die Umwelt liegt Österreichs bestem Bier da-
Brau Union Österreich – Facts: Rund 4.900 THL Bier setzt die Brau Union Österreich in einem Jahr ab – mit vierzehn führenden Biermarken und über 100 Biersorten. 2.200 Mitarbeiter in ganz Österreich sorgen dafür, dass an die 49.000 Kunden und 5 Mio. Bierliebhaber im ganzen Land mit Bier versorgt werden.
www.brauunion.at
derzeit aber unter anderem eine unserer Brauereien in der Steiermark: die Brauerei Göss“, erzählt Brau Union Österreich Generaldirektor Markus Liebl. „Dass Göss künftig mit der Biertrebervergärungsanlage völlig CO2-neutral produzieren wird und damit weltweit die erste Großbrauerei ist, die das schafft, macht uns natürlich besonders stolz“, so Liebl weiter. Rund 40 Prozent des Wärmebedarfs der Brauerei wurden schon bisher aus der Abwärme des benachbarten Holzverarbeitungsbetriebs Mayr-Melnhof gedeckt, 90 Prozent der während des Brauprozesses entstehenden Abwärme werden genutzt, um damit Wasser aufzuheizen. Außerdem wird ein neuartiges Kochsystem während des Brauprozesses verwendet, das dabei hilft, Strom und Wasser zu sparen. Eine rund 1.500 Quadratmeter große Solaranlage hilft zusätzlich bei der Gewinnung umweltfreundlicher Energie. Stolz ist die Brauerei Göss auch auf die Verwendung von 100 Prozent österreichischen Rohstoffen. Dafür wurde Österreichs bestes Bier mit dem AMA Gütesiegel ausgezeichnet.
Internationale Auszeichnung für beste Nachhaltigkeitskommunikation Einmal jährlich vergibt der Heineken-Konzern Kommunikationspreise in insgesamt fünf Kategorien. Für das beste Nachhaltigkeitsmanagement wurde 2014 die PRAbteilung der Brau Union Österreich für das Schwerpunktprojekt „Die grüne Brauerei Göss“ geehrt. Der Preis ging erstmalig nach Österreich: unter 85 Einreichungen aus allen Teilen der Erde wurde die heimische Kommunikationsstrategie zum Sieger gekürt.
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FAIR Paris Maderna stellt Lastenräder nicht nur her, er weiß sie auch zu fahren Foto: Heribert Corn
Definitiv nicht Durchschnitt Das Lastenrad ist wieder da. Als klimafreundliche Alternative ersetzt es Lieferwagen und Familienkutschen P e dal i s t i n : B i r g i t W i t t s t o c k
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Brennnesselrisotto: 2 Handvoll Brennnesselblätter (Spitzen) 2 Schalotten, kleingeschnitten 30 g Butter, 350 g Risottoreis (Arborio) 1 Glas trockener Weißwein, ca. ¾ l Gemüsebrühe, am besten von gekochten Brennnesselblättern, 100 g Parmesan 30 g Butter – Blätter waschen, schneiden. Schalotten in einem Topf mit dickem Boden in Butter anschwitzen. Reis zugeben, mit Wein ablöschen. Heiße Brühe unter Rühren in kleinen Mengen zufügen. Wenn der Reis fast durch ist, Blätter dazugeben, 5 Minuten mitdünsten. Parmesan und Butter unterheben, 3–4 Minuten ziehen lassen
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kutschen unterwegs sind, sind es hier gerade mal ein paar hundert. Und die stammen fast alle aus ein und demselben Geschäft: Heavy Pedals, das 2010 am Mittersteig eröffnete und neben Botendiensten per Lastenrad das Transportmittel auch zum Verkauf anbieten. Die Gründer Florian Weber, Wolfgang Höfler und Peter Pilsl lernten sich vor Jahren über die Wiener Radszene kennen, wo sie sich bei Critical-Mass-Aktionen und der Selbsthilfewerkstatt Bike Kitchen en-
Wilder Hopfen, die kulinarisch unterschätzte Schlingpflanze
Fotos: Irena Rosc
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Wichtig: Lassen Sie das Risotto vor dem Servieren kurz ruhen
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Brennnesselrezept 2: Das fast unschlagbare Nesselrisotto
auch in Wien durchzusetzen. Selbst große Handelsketten wie Merkur setzen den Herkules unter den Fahrrädern, auf den man je nach Modell bis zu 300 Kilogramm aufladen kann, mittlerweile gerne ein. Der Werbeschmäh trifft sich hier gut mit ökologischer Überzeugung. Der Hype um das Lastenrad, auch Cargo Bike genannt, hat Wien, wie so vieles, erst spät erreicht. Während heute alleine in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen mehr als 35.000 dieser massiven Fahrrad-
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ita ist längst nicht mehr die Einzige, die’s bringt. Wie der vegetarische Lieferservice der Mariahilfer Bio-Köchin lassen in letzter Zeit immer mehr Wiener Kleinbetriebe den Lieferwagen stehen und schwingen sich stattdessen aufs Lastenrad. Der Fensterputzer Pascal Kellermayr aus Meidling zum Beispiel, oder die Neubauer Bäckerei Kornradl und die Kaffeefab rik in Wieden. Was in Kopenhagen, Amsterdam und Berlin schon seit Jahren zum Stadtbild gehört, beginnt sich nun langsam
Der wilde Hopfen, gekocht wie Spargel ein feines Frühgemüse
F a i r gagierten. Dort schraubten sie schon lange vor der Gründung von Heavy Pedals aberwitzige Lastenradkonstruktionen zusammen, denn in dieser Szene ist das Fahrrad nicht nur Fortbewegungsmittel oder Lifestyleprodukt, sondern eine Lebenseinstellung, zu der neben der ökologischen auch die antikapitalistische Grundhaltung zählt. Welches Gefährt wäre für den konsumkritischen, umweltbewussten Aktivisten wohl auch besser geeignet als das gute alte Lastenrad? Immerhin haben die modernen Cargo-Bike-Hersteller keineswegs das Rad neu erfunden. Das Lastenfahrrad gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts. Zwei- oder Mehrräder wurden vor allem von Arbeitern verwendet. Milchmänner, Lebensmittelhändler, Postboten und Kuriere fuhren ihre Lebensmittel, Waren, Briefe und Besorgungen auf diese Weise schnell und kostengünstig aus, selbst Ärzte nutzten Lastenräder, um Kranke zu transportieren. der öffentlichen Verkehrsmittel ließ die Lastenräder von den europäischen und USamerikanischen Straßen verschwinden und löschte sie somit auch aus dem kollektiven Gedächtnis. Lange Zeit waren sie nicht mehr als ein exotisches Fotomotiv auf Asien- oder Afrikareisen. In Europa hingegen wurden sie erst in den 1980ern wieder populär; die Renaissance begann in Dänemark und Holland. In der Kopenhagener Aussteigerkommune Christiania wurde 1984 das Christiania-Bike erfunden, ein dreirädriger Vorderlader, in dessen Wanne nicht nur große Pakete, sondern auch Kinder und Hunde
Design: message.at, Bilder: JiSign-Fotolia.com, Shutterstock/ Elenamiv/Protasov AN, Illustration: message.at/ZarT
Foto: Hersteller
Erst der Siegeszug des Autos und der Ausbau
bequem herumkutschiert werden können. Auch heute noch ein Klassiker. Inzwischen ist das Lastenrad längst nicht mehr das Gefährt der Hippies, Alternativen und Hackler. Im Gegenteil. Auf mit Elektromotoren bestückten Lastenrädern cruisen heute überwiegend LOHAS mit ihren Kindern durch die Bobo-Sphäre der Wiener Innenstadtbezirke. Seitdem radelnde Eltern festgestellt haben, dass sich Kleinkinder besser – und vor allem sicherer – in den Holztrögen der Vorderlader transportieren lassen, als in mit Zeltplanen überdachten Anhängern, kann man auch hierzulande vorsichtig von einem Lastenradboom sprechen. Die Luxusausführungen der Bakfiets, Christianias, Urban Arrows und Bullitts sind dabei, die neuen SUVs für Mittelklassefamilien zu werden, die in der Stadt aus Umweltschutzgründen gerne einmal das Auto stehen lassen. „Bis vor drei Jahren kannten wir noch jeden persönlich, der in Wien mit einem Lastenrad unterwegs war“, sagt Heavy-Pedal-Chef Florian Weber, 33, gelernter Werkzeugmaschineur. In-
Bullitt Das Bullitt, ein Lastenrad aus Kopenhagen, ist die aktualisierte Version des 20er-JahreKlassikers „Long John“. Mit seinen rund 24 Kilo gilt das Bullitt als Leichtgewicht unter den Lastenrädern, 2009 wurde es auf den Cycle Messenger World Championships (CMWC) in Tokio zum „World’s Fastest Cargobike“ gekürt. Das Bullitt gibt es in verschiedenen Ausführungen. Infos: larryvsharry.com
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zwischen sei der Markt weniger überschaubar. „Zwar sind es momentan hauptsächlich Familien, die Lastenräder kaufen, perspektivisch sehen wir das größte Potenzial aber bei Kleinstbetrieben.“ Diese, sowie Gemeinden, Vereine und Tourismus- und Bildungseinrichtungen, können für den Kauf eines Lastenrads neuerdings auch um eine Förderung von 20 bis 40 Prozent durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) ansuchen, was bei Preisen von zwischen 2000 und 5000 Euro pro Rad nicht unerheblich sein kann. Dass die Bikes relativ teuer sind, liegt vor allem daran, dass fast alle Komponenten in Europa und – wenn möglich – regional gefertigt werden. Auch hier gehe es um die CO2-Bilanz, sagt Weber. In Webers Schauraum am Mittersteig steht unter vielen anderen Modellen der giftgrüne, einspurige Tieflader MCS Truck, den der einzige Wiener Lastenradhersteller Paris Maderna produziert. Wahlweise mit oder ohne E-Motor kann man damit bis zu 250 Kilo Nutzlast von A nach B befördern. „Es erinnert beim Fahren an ein Tandem“, sagt Maderna, 41, rot-blonde Haare, blaue Augen. „Ohne Motor kann man problemlos 50 Kilo radeln. Notfalls sogar bis zu 120.“ Das habe er selbst ausprobiert. 30 bis 50 seiner Trucks verkauft Maderna im Jahr. Europaweit. Für den studierten Industriedesigner, der seit dem 15. Lebensjahr Räder entwickelt und baut, sind die Radkut-
Bienentag Fortsetzung nächste Seite
im Arkadenhof des Wiener Rathauses Freitag
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9 – 19 Uhr
Erleben Sie die Welt der Bienen! Entdecken Sie, was sie für uns und unsere Umwelt leisten und wie wir die Bienen gemeinsam schützen können. Weitere Infos auf www.umweltmusterstadt.wien.at PROGRAMM FÜR KLEINE UND GROSSE ARBEITSBIENEN: Durchkosten am Honigmarkt Honig schleudern Bienenwachskerzen drehen Bienenhotel basteln
ENTDECKEN, ERFORSCHEN, INFORMIEREN: Schau-Bienenstock Bienen unter dem Mikroskop Honigsensorik Biologischer Pflanzenschutz
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Bakfiets Das niederländische Bakfiets ist der klassische Familien-SUV. Den Vorderlader gibt es in zweirädriger und dreirädriger Variante, mit einem hölzernen Laderaum, der sich ideal zum Transportieren von Kindern eignet. Bakfiets gibt es mit Überdachung und auf Wunsch auch mit integriertem Kindersitz. Die XL-Version des Bakfiets-Trike ist an sich schon sehr groß und schwer (350 cm lang, 125 kg+), stemmt jedoch Lasten von bis zu 400 Kilo. Die Bakfiets haben, wie alle Vorderlader, einen großen Wendekreis, was das Fahren anfangs eventuell ein wenig ungewohnt macht. Infos: bakfiets.nl
Christiania In Kopenhagens Freistadt Christiania hat das Revival der Lastenräder seinen Ursprung genommen. Die in den 1970ern in der dänischen Hauptstadt gegründete autonome Gemeinde war von Anfang an autofrei, weshalb die Christiania-Bewohner bald kreative Fahrradumbauten aus Bettgestellen schmiedeten, aus denen sich 1984 letztendlich das erste Cargo Bike entwickelte: Christiania gibt es als Zwei- oder Dreirad; es eignet sich sowohl für den Transport von Waren als auch von Kindern. Infos: www.christianiabikes.com
MCS Truck Der einspurige Tieflader, den der Wiener Paris Maderna fertigt, ist mit seiner 80 x 60 Zentimeter großen Ladefläche der Europaletten-Norm angepasst und hat so für alle Euroboxen und Getränkegebinde die perfekte Größe. Die XXL-Variante schafft locker neun Getränkekisten und kann, ebenso wie die kleinere Version, mit einer Transportwanne ausgestattet bzw. mit zwei Kindersitzen bestückt werden. Der MCS Truck lässt sich besonders einfach lenken und fährt sich ähnlich wie ein Tandem. Infos: mcsbike.com
Urban Arrow Der niederländische Urban Arrow gilt als der Ferrari unter den Lastenrädern: sämtliche Modelle – ob Family, Shorty oder Cargo – sind seriell mit Elektromotor ausgestattet und lassen sich zum jeweils anderen umrüsten. Es gibt ausgeklügeltes Zubehör, wie Maxi-Cosi-Adapter, Regendach und Abdeckplane. Diese Luxusvariante des Lastenrades zeichnet sich durch einen vergleichsweise leichten Rahmen und niedrigen Schwerpunkt aus, weshalb es einfach zu manövrieren ist. Laut Hersteller sogar mit schweren Lasten an Bord. Infos: www.urbanarrow.com
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Brennnesselkuchen, die pikante Alternative zum Teekuchen
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Brennnesselrezept 3: Pikanter Brennnesselkuchen
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180 g Mehl, mit 1 Pkg. Backpulver vermischt, 3 Eier (groß) je 100 ml Pflanzenöl und Milch, Bergkäse und Parmesan, frisch gerieben 100 g Brennnesselblätter, Salz, Pfeffer Muskatnuss. Das Backrohr auf 180 °C vorheizen. Eine Backform (Kastenform) einfetten und bemehlen. Die Eier mit dem Pflanzenöl und der zimmerwarmen Milch leicht aufschlagen. Mehl, Käse und grobgehackte Brennnesselblätter dazu. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Teig in die Backform füllen, sofort ins Rohr stellen. Ca. 50 Minuten backen, vor dem Stürzen etwas abkühlen lassen
Blüten oder Burger, das ist hier nicht die Frage Er macht mit Bioburgern – mit und ohne Fleisch – den Fastfoodketten erfolgreich Konkurrenz. Sein Lokal Holy Burger in München ist äußerst erfolgreich.
Kapuzinerkresse, Taglilie & Co: alle essbar
Nun erscheint das Kochbuch dazu: Ruben WesterEbbinghaus: Better Burger. Südwest Verlag, 160 S., € 17,50
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schen das optimale Stadtfahrzeug: „Der Fahrer braucht keinen Schein, man spart sich Parkgebühren und Versicherung und die Wege sind kürzer.“ In Deutschland ist das Lastenrad schon längst kein Exot mehr. Selbst die Deutsche Post und der Paketdienst DHL verfügen mittlerweile über eine beachtliche Flotte, hierzulande fehle es hingegen an Bewusstsein, glaubt Florian Weber. „Das Rad ist in Österreich kein Statussymbol. Der Firmenmitarbeiter, der radeln muss, gilt als Idiot.“ Außerdem können sich viele nicht vorstellen, dass man leicht 50 bis 60 Kilo auf ein Lastenrad laden könne, hinzu käme das Wetter als bequeme Ausrede. Die will Weber nicht gelten lassen. „Ist alles nur eine Frage des Gewands“, sagt er. „Und alle unsere Räder tragen eine Nutzlast zwischen 100 und 300 Kilo.“ Wenn es einer weiß, dann ist es er. Die Heavy-Pedal-Boten führen täglich so ziemlich alles durch die Stadt, von Trzesniewski-Brötchen über volle Euro-Paletten bis zu Waschmaschinen und Kühlschränken.
Fotos: Hersteller
Nur, wo fährt man eigentlich mit einem voll-
Das Lastenrad ist zwar das Gefährt der Stunde, wie viele derzeit über die Straßen dieser Welt – und der einzelnen Länder – rollen, ist jedoch nicht bekannt. Ebenso unbekannt ist die tatsächliche Ökobilanz der modernen, E-Motor- unterstützten Cargo Bikes Was hingegen bekannt ist: In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas ersetzt das Lastenrad auch heute noch öffentliche Verkehrsmittel, Müllabfuhr und Krankenwagen, und ist mobiler Arbeitsplatz und Familienwagen in einem
beladenen Lastenrad – auf den Radwegen wird es da eng und deren Benutzungspflicht wurde ja nicht in der ganzen Stadt aufgehoben? Da die meisten Cargo Bikes mehr als 80 Zentimeter breit sind, darf man mit ihnen ganz legal auf der Fahrbahn radeln. Schwieriger wird es, wenn man einen geeigneten Abstellplatz sucht. Will man es kurzfristig auf der Straße abstellen, so ist das platzsparend auf der Parkspur erlaubt. Theoretisch. Praktisch muss man darauf hoffen, dass sich schnell andere Radfahrer dazuparken, denn sonst zieht man gegen die Autofahrer den Kürzeren. Ein echtes Problem kann das Unterstellen zu Hause werden. Zumindest, wenn man nicht über Haus, Garage oder großzügigen Abstellraum verfügt. In die Wohnung mitnehmen lässt sich das Cargo Bike eher nicht. Dafür sei die Wahrscheinlichkeit, dass es einem gestohlen wird, auch bedeutend geringer, meint Paris Maderna. „Gestohlen wird so etwas fast nicht, denn gestohlen wird immer nur Durchschnittliches. Und Lastenräder sind definitiv nicht durchschnittlich.“ F
Fotos: Irena Rosc
Farbtupfer mit zahlreichen erfreulichen Eigenschaften
Ringelblumenblüten auf Kopfsalat
Es kommt schon darauf an, wie das aussieht, was man isst. Blüten sind vielleicht die zartesten Geschmacksträger. Aber sie erfreuen das Auge und haben oft zusätzlich erfreuliche Eigenschaften. Information: www.rohspirit.de/ rohkost-rezepte/ wildkraeuter-wirkung essbare-blumenblueten
Urlaub im Einklang mit der Natur Zertifizierter Bio-Urlaub bei den BioParadies SalzburgerLand-Gastgebern ist immer ein Gewinn. Für Sie und die Natur.
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300 Gramm Erdäpfel für eine TabletLadung Fernsehen, Zeitunglesen, Internetsurfen – wie wirkt sich unser Medienkonsum auf die Umwelt aus? Berechnung: Benedikt und Michael Narodoslawsky
jede Sekunde TV, jedes Blatt Papier verbraucht Ressourcen. Wie schädlich ist unser Medienkonsum für unseren Planeten? Treibt die Technik die Umweltverschmutzung voran? Oder haben neue Medien sogar das Potenzial, Energie zu sparen? Um all das wissenschaftlich durchrechnen zu
lassen, hat der Falter seine Beziehungen spielen lassen und fragt Michael Narodoslawsky, Professor am Grazer Institut für Prozess- und Partikeltechnik an der Technischen Universität Graz. Er ist nicht nur der Vater des Autors, sondern beschäftigte sich als einer der ersten Wissenschaft-
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Gefürchtetes Unkraut, hier in eine Beilage verwandelt
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Taglilienblüten machen sich auf Salaten immer gut
Natürlich kann man Wildpflanzen auch mit apps oder online bestimmen (z.B. www. pflanzenbestimmen.de) Für Analoge hier ein Buchtipp: J. Guthmann, S. G. Fleischhauer, R. Spiegelberger: Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. AT Verlag, 686 S., € 61,60
Gefürchtetes Unkraut Giersch. Vernichten wir es durch Kochen!
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Wie man herausfindet, ob man das, was da vor einem wächst, essen kann und soll
ler mit dem Thema Nachhaltigkeit und hat in den 1990er-Jahren einen ökologischen Fußabdruck, den Sustainable Process Index, erfunden. Mit diesem Instrument berechnet er für den Falter die Nachhaltigkeit verschiedener Medien. Wie ist es etwa mit dem weltweiten Netz? „Das Internet erzeugt in etwa denselben ökologischen Druck wie der Flugverkehr“, sagt Narodoslawsky. Der liegt momentan etwa bei zwei Prozent des gesamten Energieverbrauchs. „Das Internet macht nicht viel aus. Die wirklichen Energieverbraucher sind der Verkehr und die Wärme.“
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Gierscherdäpfel. Werden wie böhmische Skubanki zubereitet, also: mehlige Erdäpfel schälen, in Salzwasser halbgar kochen. Zwei Drittel des Wassers abgießen, einige Löffel Mehl dazugeben, fertigkochen. Drei Handvoll junge Gierschblätter zupfen, klein schneiden, blanchieren, abschrecken, unter die Erdäpfelmasse mischen, nachwürzen. Mit nassen Löffeln Nockerln formen, in Schmalz goldbraun backen
Fotos: Irena Rosc; Montage: Reini HAckl
Wer täglich sein Tablet auflädt, kann jährlich um die gleiche Energie 113 Kilo Erdäpfel ernten
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u Beginn drei Statistiken. Drei von vier Österreichern nutzen das Internet regelmäßig (Austrian Internet Monitor 2013). Bereits zwei Drittel aller Österreicher verwenden ein Handy mit Internetzugang oder ein Smartphone (Statistik Austria 2014). Die Österreicher verbringen knapp drei Stunden täglich vor der Glotze (Teletest 2014). Kurzum, Österreicher haben fast immer Zugriff auf Informationen und verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Tageszeit mit Medien. Egal ob sie fernschauen, Radio hören, Zeitung lesen, auf Facebook chatten oder am Smartphone googeln. Jeder Klick,
F a i r Um zu verstehen, wie sich Nachhaltigkeit messen lässt, muss man ganz an den Anfang gehen. Der Ausgangspunkt ist die elementare Kraft der Sonne. Sie treibt alle natürlichen Stoffkreisläufe an und ist die Grundlage aller erneuerbaren Ressourcen. Die Erde nimmt die Sonnenenergie über seine Oberfläche auf. Die Maßzahl für die Nachhaltigkeit ist deshalb die Fläche des Planeten – diese Fläche ist begrenzt und nicht erweiterbar. Auf dieser Grundlage lässt sich die Nachhaltigkeitsbilanz für jeden Menschen errechnen. Auf der Sollseite steht sein Energieverbrauch, auf der Habenseite seine verfügbare Fläche. Sie errechnet sich aus der Landesfläche durch die Einwohnerzahl plus der anteiligen Fläche der Ozeane. Unterm Strich darf jeder Österreicher jährlich rund 60.000 Quadratmeter Energiefläche beackern. Tatsächlich verbrauchen die Einwohner des Kleinstaats aber Energie in einem Ausmaß wie in einem Großreich, nämlich 30-mal mehr als ihnen zustünde.
Um diese Zahl fassbarer zu machen, bringt Narodoslawsky einen Vergleich: Der Österreicher benötigt damit gleich viel Energiefläche wie für die Produktion von 300 Gramm Bio-Erdäpfeln notwendig sind – die gesamte aufgewendete Energie für Düngung und Traktorfahrten miteingerechnet. Wer jeden Tag sein Tablet auflädt, braucht im Jahr 1350 Quadratmeter oder hätte mit der Energie auch 113 Kilo Erdäpfel ernten können. Das Aufladen ist nicht die einzige Energie, die
Fußabdruckserfinder Michael Narodoslawsky rechnet die Nachhaltigkeit von Medien aus
Foto: Heribert Corn
Dabei hat Österreich im EU-Vergleich dank der
Wasserkraft einen sehr „grünen“ Strommix. Bildlich gesprochen bedeutet das: Die Alpenrepublik verfügt über einen fruchtbaren Energie-Boden, auf dem sich mehr ernten ließe als andernorts. Nehmen wir als Beispiel ein gängiges Tablet, bei dem die Akkuleistung 27,3 Wattstunden beträgt. Lädt man es voll auf, verbraucht der durchschnittliche europäische Tablet-Besitzer damit 7,8 Quadratmeter seiner Energiefläche, ein Österreicher aufgrund des grüneren Stroms hingegen nur 3,7 Quadratmeter.
Testen Sie Ihren persönlichen Flächenverbrauch unter www.fussabdrucksrechner.at
das Tablet benötigt. Will man sich etwa eine Dokumentation auf einer Mediathek ansehen, muss ein Server andernorts das Material zur Verfügung stellen. Auch der frisst Strom. Steht der Server nicht in Österreich, sondern in einem Land, das seinen Strom aus Atomenergie oder Kohle bekommt, erhöht sich der Umweltverbrauch dementsprechend. „Kohle- und Atomkraftwerke sind die Bösen“, sagt Narodoslawsky, „Erdgas ist halbböse.“ Das konkrete Beispiel: Wer sich einen einstündigen Film von einem durchschnittlichen Server in der EU streamt, braucht etwa 9 Watt. Das sind 2,6 Quadratmeter Energiefläche. Wer jeden Tag eine Stunde Material downloadet – egal, ob das Videos, Musik oder sonst etwas ist –, verbraucht 934 Quadratmeter im Jahr. Das sind in Essen ausgedrückt: 78 Kilogramm Bio-Erdäpfeln oder 2,3 Kilogramm Rindfleisch im Jahr. Ist der klassische Fernseher ökologischer? Nein. Wer täglich eine Stunde auf einem sehr sparsamen Modell eines
Wir tun was – seit sieben Jahren.
Verantwortung für die Zukunft. Die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative, Plattform und Impulsgeber der Raiffeisen Organisationen steht für Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz, erneuerbare Ressourcen und Corporate Responsibility. Die 23 Mitglieder setzen aktiv Initiativen und stehen ihren Kunden für Umweltfinanzierungen mit professionellen Ansprechpartnern und konkreten Lösungen zur Seite. www.raiffeisen-klimaschutz.at, www.oekoenergieblog.at
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26-Zoll-Flachbildschirms fernschaut, verbraucht im Jahr 1333 Quadratmeter seiner Fläche. Mit einem energiefressenden Modell eines 46-Zollbildschirms kommt man gar auf 7900 Quadratmeter – mehr als ein Achtel seines Jahresbudgets an verfügbarer Energiefläche. Auch Zeitungen und Zeitschriften zählen zu den Verlierern im Medienbereich. Papier ist ressourcenintensiv. Nehmen wir ein klassisches Beispiel aus der österreichischen Medienlandschaft: Ein 60-seitiges Kleinformat wie die Kronen Zeitung schlägt mit 43 Quadratmetern pro Ausgabe zu Buche – das sind aufs Jahr gerechnet 15.700 Quadratmeter. Also mehr als ein Viertel der zur Verfügung stehenden Fläche. Der Vorteil von Papier ist allerdings: Es lässt sich auf seinem Weg vom Drucker im Büro bis auf den Toilettenhalter im Klo sieben Mal recyceln lässt. Rechnet man diesen Recyclingzyklus ein, reduziert sich die Print-Jahresbilanz auf 2200 Quadratmeter. Das ist mehr als eine Stunde Fernsehen auf einem sparsamen Gerät und weniger als Fernschauen auf einem Energiefresser. „Es ist ökologischer, sich die Zeitung als E-Paper zu kaufen“, sagt Narodoslawsky. Braucht die Produktion des Tablets selbst nicht sehr viel Ressourcen? „Grundsätzlich schlägt die Herstellung von Investitionsgütern weniger zu Buche als ihr Gebrauch“, erklärt Narodoslawsky. „Die Geräte sind nicht so ressourcenintensiv, weil sie sehr leicht sind. Die seltenen Erden, die man dafür verwendet, sind in Wirklichkeit gar nicht so knapp, sondern nur teuer.“ F
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FAIR Baumgartner entwirft aus alten Anzügen schicke neue Kleider FOTO: HERIBERT CORN
Die mit der singenden Nähmaschine Fair-Fashion-Pionierin Cloed Priscilla Baumgartner mischt mit ihrem Label „Milch“ die Modeszene auf PORTRÄT: NINA HORACZEK
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Steil, wie sie wächst, kann man die Morchel kaum übersehen
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Wer sie findet, kann sich freuen: Im Frühjahr sprießt die Morchel
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Die Spitzmorchel ist ideal als Ragout zu Nudeln oder Kalbfleisch oder beidem oder was man will. Gründlich waschen, in etwas Butter anschwitzen, mit Madeira ablöschen, mit Schlagobers aufgießen, zehn Minuten sanft einkochen lassen, würzen. Ein wenig altmodisch, aber wie gut!
darüber reden, wie wichtig es ist, Kleidung mit einem ökologischen Anspruch herzustellen. „Lokal ist das neue Schwarz“, meint die Schweizerin und Geburtshelferin zahlreicher Öko-Design-Events in der Stadt. Als Dreijährige übersiedelte sie mit ihren Eltern von der Schweiz nach Innsbruck, lebte danach in Oberösterreich, Graz und Wien. Als ihre Spezialität fertigt sie Kleider, Röcke, Oberteile und vieles mehr aus alten Herrenanzügen und Herrenhemden. Wäh-
Selten und gefährdet, aber schmackhaft: die echte Brunnenkresse
Im Hintergrund am Bachufer, Bildmitte: wilde Brunnenkresse
Zu viel auf einmal sollte man sich von ihr nicht zumuten. Aber sie würzt, scharf-senfig von Geschmack, Salate, Suppen und Saucen; auch getrocknet lässt sie sich verwenden. Natürlich ist sie gesund, und sogar als Aphrodisiakum soll sie wirken. So viel von ihr wird man nicht essen wollen, dafür ist sie zu scharf
FOTOS: IRENA ROSC
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scheidung gewesen, „weil ich aus dem Emmental stamme und pure Milch trotzdem gar nicht mag“. Heute sage sie den Leuten gerne, das Label heiße „Milch“, weil ihre Mode wie das Lebensmittel ein Kreislaufprodukt sei. Obwohl sie zu Beginn nicht dringend vorhatte, ressourcenschonende Kleidungsstücke zu produzieren, wurde die gebürtige Schweizerin zu einer der wichtigsten Akteurinnen der österreichischen Fairtrade-Designerszene. Sie kann stundenlang
m Anfang stand eine Fehlinterpretation. Als Cloed Priscilla Baumgartner, 43, die erste Anzughose zerlegte, um daraus ein Kleid für Frauen zu schneidern, stand für sie nicht der Biogedanke, sondern der Gendergedanke im Vordergrund. „Ich nehme den Männern die Businesshose weg“, sagt die Kleider-, Event- und vieles mehr -macherin. Auch der Name für ihr 1998 gegründetes Modelabel „Milch“ sei eine reine Bauchent-
FAIR rend auch ökologisch angebaute Baumwolle „unglaublich viel Wasser sauft und quer durch die Welt verschifft werden muss, ist das lokal produzierte Stück nicht nur ressourcenschonender, sondern hat auch eine Geschichte zu erzählen“, sagt Baumgartner. Wie ihre Schiebermützen. Die Kappen entstehen aus dem, „was vom Banker übrig blieb“, sagt Baumgartner, „nämlich der Arschtasche, in der er sich früher sein Geld reingestopft hat“. Weinviertler Näherinnen schneidern sie um einen fairen Lohn in einem ehemaligen Kino im Gaweinstal.
Ein „Milch“-Kleid ist stets als Exponat im Museum der Kulturen Basel
sagt sie. Seit zehn Jahren betreibt sie ein kleines Geschäft am Platz. Ihr „Y5. Showroom for Fair Fashion“ hält jeden Samstag offen und präsentiert neben ihrer eigenen „Milch“-Modelinie auch immer Mode oder Schmuck von Designern, die als „Artists in Residence“ bei ihr temporär Unterschlupf finden. In Wien rückte für Baumgartner nämlich wieder die Mode in den Vordergrund. Das Geld zum Leben verdiente sie zu Beginn als Technikerin für den Internetanbieter Chello, für den sie Anschlüsse in Privatwohnungen legte. Heute kann sie mit ihren vielen verschiedenen Projekten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gemeinsam mit der Künstlerin und Modemacherin Jasmin Ladenhaufen gründet Baumgartner den „Modepalast“, der sich binnen weniger Jahre zu einer der wichtigsten Kaufveranstaltungen Website: für modernes Modedesign mausert. „Da- www.milch.tm
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Sauerampfer: leicht gewellte, fette Blätter, rötliche Knospen
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Sauerampfer: ein bescheidenes Kraut, das in jeder Wiese wächst
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FOTO: MIRJANA RUK AVINA
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mals gab es in Wien nichts, wo junge Designer ihre Mode verkaufen konnten“, sagt Baumgartner. Der Modepalast startete als Geheimtipp für Modebewusste mit nur 30 jungen Designern in einer Halle im Museumsquartier. Als Baumgartner und ihre Kollegin 2012 die Marke Modepalast verkauften, zeigten bereits 160 nationale und internationale Labels dort ihre Mode. Auch sie selbst stellt ihre Schnitte gegen Gebühr zur Verfügung. Wer will, besorgt sich um 22 Euro ein „Milch“-Schnittmuster und kann sich das Kleid aus der Anzughose zu Hause selbst schneidern. Ebenfalls von Baumgartner stammt der „Top Swap“, eine riesige Kleidertauschparty, die es bis ins noble Hotel Hilton schaffte. „Wir machen das Kleidertauschen salonfähig“, lautet das Motto dieser Veranstaltungen, bei der schön erhaltene Kleidungsstücke getauscht und dadurch sinnvoll recycelt werden. Die Top Swaps organisieren mittlerweile andere, Baumgartner hat sich schon in das nächste Projekt verschaut.
Seit ihrer Kindheit experimentiert Baum-
gartner mit der Nähmaschine, schob alle möglichen und unmöglichen Materialien zwischen Nähfuß und Maschine. Sie nähte Fahrradschläuche zusammen oder verband alte Computer-Floppydiscs mit der Maschine zu Schürzen. Die Nähmaschine selbst wurde zu Baumgartners Experimentierfeld. Nachdem sie in den frühen 1990er-Jahren zum Germanistik- und Französischstudium nach Graz gezogen war, schuf sie mit ihrer gemeinsam mit anderen Frauen gegründeten Band „42“ („Fortytwo“) Klang- und Videoinstallationen, die zwischen Berlin, Graz und Belgrad im Real-Audio-Streaming durch den Äther geschickt wurden. Das Internet war damals noch jung. Baumgartner war auch da eine Pionierin: „Ich war ein Computernerd.“ Sie gründet mit anderen ein „Nähmaschinenquartett“, nahm den Ton von der Nähmaschine ab, mixte ihn im angeschlossenen Mischpult und trat damit unter anderem im Forum Stadtpark auf. 1997 brachte sie die Musik und die Liebe zu Vietnam von Graz nach Shanghai und Hanoi, wo sie als Unilektorin für Deutsch arbeitete und mit dem Kollektiv „Nuac Mam Dirndln“ vietnamesische Straßenmusik sampelte und beim Label Trikon als „Ho! – Roady music from Vietnam“ herausbrachte. Danach war Graz für eine, die das laute Leben auf den Straßen Saigons geliebt hatte, einfach zu klein. „Ich hatte das Gefühl, mir hat es die Ohren zugeschlagen“, sagt Baumgartner. Also zog sie nach Wien, direkt auf den Yppenplatz. „Damals war der Brunnenmarkt der einzige richtig lebendige Ort, der mich an Saigon erinnert hat“,
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Er ist ein bescheidenes Kraut und wächst in so gut wie jeder Wiese: der Sauerampfer. Auch wenn ihn Kinder gern kauen und ihm blutreinigende und harntreibende Eigenschaften zugeschrieben werden, ist nur zu maßvollem Genuss zu raten: Die in ihm enthaltene Oxalsäure kann Galle und Niere reizen
Lieblingsbrand.at heißt das neueste Ding in Baumgartners Öko-Nachhaltigkeits-Mode-Welt. Es ist ein virtueller Marktplatz für professionelle Designer, die lokal produzieren, faire Arbeitsbedingungen nachweisen können und gute Qualität anbieten. „Viele Menschen würden gerne fair und lokal einkaufen, wohnen aber auf dem Land oder haben einfach nicht die Zeit, die Boutiquen abzuklappern“, sagt Baumgartner. Hier soll „Lieblingsbrand“ als Online-Modehändler mit gutem Gewissen Abhilfe schaffen. Die Homepage wurde via Crowdfunding teilfinanziert und startet im Juni mit etwa 30 Designerinnen und Designern. Weil das alles noch nicht reicht, hat die umtriebige Wahlwienerin auch das Crowdfunding und die Social-Media-Kanäle des Caritas-Hotels Magdas aufgebaut, ein Studium zur „Innovationsmanagerin“ an der Donau-Universität Krems abgeschlossen, ist Mitglied verschiedener Jurys zum Thema nachhaltige Mode und nebenbei auch noch damit beschäftigt, „mit der alten Quetschn von den Attwengern“ eine eigene Band zu gründen. Dabei sei sie wirklich alles andere als ein Workaholic, sagt Baumgartner: „Ich sitze sehr gerne einfach auf einem Bankerl in der Sonne und schau in die Luft.“ F
Die Sauerampfersauce, eine längst klassische Art, Sauerampfer in der Küche zu verwenden
Sauerampfersauce. Die Blätter passen auch gut in Salat
Sauerampfersauce, ein Signaturgericht der Nouvelle Cuisine (zu Fisch). 50 g Blätter klein schneiden, in Butter andünsten, mit 200 g Obers 5 Minuten kochen. Mit dem Pürierstab passieren, durch ein Sieb streichen, würzen, ein paar Butterflocken und 50 g in Streifen geschnittenen Ampfer einrühren. Fertig
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Ökomodisch auf dem neuesten Stand Fair, öko, bio: Kleidung, bei deren Herstellung niemand ausgebeutet wird, boomt. Hier sind die Shops st i l berat u ng : C hr i stopher W u rm d ob l er
I l l u strat i on : B i anca T scha i kner
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er sich schön, lässig und modisch kleiden möchte, ohne dabei sein Gewissen oder die Umwelt zu belasten, hat inzwischen eine Menge Möglichkeiten, sich mit fair produzierter, ökologisch und ethisch korrekter Kleidung zu versorgen. Im Internet. Dort gibt es zahlreiche Versandhäuser für Ökomode. Der Nachteil: Auf Fotos sehen die Sachen oft anders aus, als dann in der Realität. Ganz davon abgesehen, dass man als modisch interessierter Mensch gerne überprüft, ob einer die Klamotten passen – nicht nur politisch. Gut, dass auch die „echten“ Geschäfte für Fair Fashion immer mehr werden. In Wien gibt es mittlerweile überraschend viele Anbieter (eine kleine Auswahl findet sich auf dieser Seite) und da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Vorteil gegenüber dem Versandhandel: Man kann Stoffe angreifen, Farben und Machart überprüfen oder in Schuhe schlüpfen, um zu sehen ob sie vielleicht drücken. Und man kann direkt fragen, wo die Kleidung herkommt. Recycling, Upcycling, faire Löhne, und europäische Produktion: Auch wenn viele Öko-Tex-Shops noch aufs bedruckte Bio-Shirt setzen und weniger auf High-Fashion: Wien ist ökomodisch auf dem neuesten Stand. F
Kleidung für Erwachsene 1 Weltladen
Z.B.: 1., Lichtensteg 1, www.weltladen.at (fair produzierte Textilien u.a. vom Wiener Label Anukoo) 2 GEA 1., Himmelpfortgasse 26, www.gea.at (Waldviertler Schuhe, Accessoires) 3 Neubauer Mode 1., Naglergasse 5 www.neubauer-mode.com (Damenmode, Green Fashion) 4 GuterStoff 2., Glockengasse 9, guterstoff.com (bedruckte Öko-Shirts) 5 Wundertüte 3., Karmeliterplatz 2, www.wundertuete.at (neben Krimskrams u.a. auch Mode angesagter Öko-Labels – allerdings nur kleine Auswahl) 6 Awear 3., Marxergasse 24/2, jeden Mittwoch 9–18h, im Café im EG oder nach Vereinbarung unter: www.awear.at (Bio- und fair produzierte Shirts mit Print) 7 Vega Nova 5., Margaretenstr. 82, www.veganova.at (Schuhe verschiedener Hersteller aus fairer Produktion) 8 We Bandits 6., Theobaldgasse 4, www.webandits.eu (Top-Mode im skandinavischen Stil; fair produziert in Europa. Für Frauen und Männer; auch Schuhe) 9 Anukoo 6., Gumpendorfer Str. 28, www.anukoo.com (junge Damenmode, designt in Wien, fair produziert im Rest der Welt)
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6., Theobaldgasse 9/1a, www.anzueglich.at (Damenmode aus Wien, fair produziert in Südamerika) 11 Grüne Erde 6., Mariahilfer Straße 11 www.grueneerde.com (Wohntextilien, Bademäntel aus Bio-Stoffen) 12 Mode aus der Natur 6., Barnabiteng. 3, www.modeausdernatur.at (Öko-Textilien für Frauen und Kinder) 13 Blumenkind 6., Gumpendorfer Str. 91, www.blumenkind.at (fair produzierte Mode für Damen und Herren; auch Schuhe) 14 ebenBERG 7., Neubaug. 4, www.ebenberg.at (Pionierin in Sachen Öko-Mode, kleiner Laden, große Auswahl) 15 T erra Plana 7., Neubaug. 12-14, www.terraplana.com (Schuhe aus ökologischer Produktion; u.a. von Vivo Barefoot) 16 GEA 7., Kirchengasse 24, www.gea.at (Schuhe, Taschen aus dem Waldviertel) 17 Maronski Organic 7., Lindengasse 1, www.maronski.at (Damenmode made in Vienna) 18 bloempje 7., Burggasse 31/2, www.bloempje.at (fair produzierte Mode für Kinder und Frauen; schön bunt) 19 Zapateria 7., Kircheng. 26, zapateria.at (Sneakers, teilweise Fair Trade) 20 Vega Nova 7., Westbahnstr. 12, www.veganova.at (Schuhe für Frauen, Männer und Kinder)
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8., Strozzigasse 25, www.atelier-cade.at (schöne Naturtextilien der eleganteren Art) 22 muso koroni Store 8., Josefstädter Str. 33, www.muso-koroni.com (veganes Fachgeschäft; u.a. Kleidung und vegane Schuhe) 23 talking textiles Josefstädter Str. 6, www.talkingtextiles.at (fair produzierte Schals und Stoffe) 24 GEA 8., Lange G. 24, www.gea.at (Schuhe aus dem Waldviertel, Accessoires) 25 Vega Nova 8., Josefstädter Str. 63, www.veganova.at (Schuhe für Frauen, Männer und Kinder) 26 Vegetarische Schuhe 9., Marianneng. 27/2, www.vegetarischeschuhe.at (Schuhe ohne Leder, aber ökologisch in Europa produziert von Doc-Martens-artig bis elegant für Frauen und Männer; beim Hauseingang läuten!) 27 Greenground 9., Serviteng. 11, www.greenground.at (junge Biomode versch. Hersteller für Frauen und Männer) 28 Zwerkstatt 14., Baumgartenstr. 15, www.zwerkstatt.at (bedruckte Bio-T-Shirts; eigentlich nur Versandhandel, aber freitags auch Lagerverkauf) 29 Neubauer Mode 18., Währinger St. 77, www.neubauer-mode.com (Green Fashion für Damen)
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18., Dempscherg. 9/28, www.betterbgood.at (bedruckte Shirts; nur Versand!) 31 GEA 22., Am Spitz 2, www.gea.at (Schuhe, Taschen; produziert im Waldviertel)
Kleidung für Kinder 32 Popolini
6., Otto-Bauer-Gasse 17, www.popolini.at (Kleidung und Windelsystem) 33 Herr und Frau Klein 7., Kirchengasse 7, www.herrundfrauklein.com (Kindermode, Matratzen, Decken) 34 Pagabei 8., Josefstädter Str. 20 www.shop.pagabei.com (bunte, fair produzierte Kindermode aus Wien) 35 Kakao Kindermode 8., Strozzig. 25, kakao-kindermode.com (Bio-Kleidung für Mädchen und Buben) 36 Kinderzeit 18., Gertrudplatz 2, www.kinderzeit-wien.at (u.a. ökologische Kindermode) 37 Zurück zur Natur 22., Wurmbrandg. 9, www.zur-natur.at (GOTS-zertifizierte Baby- und Kinderkleidung) 38 Popolini 23., Schuhfabrikg. 17, www.popolini.at (Windelsystem, Fabrikverkauf)
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