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anzeiger
Das Magazin für die österreichische Buchbranche Gewinnspiel: 2 x Gutschein über 100 Euro für "Das Lokal im Hof" in Wien!
Frankfurter Buchmesse
Interview mit Jonathan Coe
Das weltgrößte Literaturfest findet statt – wenn auch etwas abgespeckt und hybrid. Großes Interview mit den Macher*innen
Der britische Schriftsteller, ein weltweit geschätzter Chronist, weiß ganz genau, weshalb er die Romanform schätzt
Das Kochbuch für alle Fälle: 200 Rezepte – kreativ, einfach, schnell.
ISBN 978-3-85256-835-5 · Hardcover mit zahlreichen Abb. · 248 S. · € 28,–
Foto: Ernest Hauer
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Der Schlüssellochroman zur Wiener Jahrhundertwende
»Die Mutzenbacher, ›der vielleicht einzige sogenannte pornographische roman eines deutschsprachigen autors, den man zur weltliteratur rechnen muss‹ (Oswald Wiener), zeigt uns buchstäblich die Kehrseite der Ära Wiens um 1900, indem sie manisch von dem spricht, wovon der literarische Kanon jener Zeit schweigt. Deshalb verdient die unzüchtige Mutzenbacher eine anständige Edition, die einen kritischen Diskurs über sie ermöglichen soll. Es gilt, ein literaturwissenschaftliches Versäumnis wettzumachen.« (Clemens Ruthner) Josefine Mutzenbacher oder die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt erschien erstmals 1906 als Privatdruck von 1000 nummerierten Exemplaren in Wien. Die anonym publizierte Mutzenbacher ist dabei nicht nur ein Paradebeispiel einer kommerziellen Metropolen-Pornografie um 1900, in ihr schlagen sich auch großflächigere Debatten um Geschlechterdifferenz und Sexualität der Zeit nieder. Sie bildet einen Konflikt ab, der zwischen korrodierenden alten und emergenten neuen Diskursen das Feld bereitete für Psychoanalyse, Wiener Moderne und etliche, teils kryptopädophile Zwischentöne, die nach wie vor wenig erforscht sind. Dies war der Anlass für eine von Clemens Ruthner 2016 organisierte Tagung im Wien Museum, wo den Kontexten, Subtexten und möglichen Relektüren des immer noch problematisch anstößigen Textes nachgegangen wurde. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden als Sammelband 2019 bei Sonderzahl publiziert, doch machte die kollektive Forschungsarbeit einmal mehr deutlich, dass es bislang keine verlässliche Textgrundlage für die Forschung gab. Diese Lücke schließt die vorliegende Ausgabe, die erstmalig eine kritische Edition des Textes zugänglich macht.
Josefine Mutzenbacher Wiener Ausgabe Kritische Ausgabe nach dem Erstdruck Hg. v. Clemens Ruthner, Melanie Strasser und Matthias Schmidt. Mit Beiträgen von Oswald Wiener, Stellenkommentar und einem Nachwort von Clemens Ruthner 424 S., Klappenbroschur in Bütten, Fadenheftung Format: 16,5 × 23 cm ISBN 978 3 85449 575 8 € 34,–
Limitierte Vorzugsausgabe 222 nummerierte Exemplare 424 S., Hardcover in schwarzem Samt, Fadenheftung ISBN 978 3 85449 574 1 € 49,–
Die Mutzenbacher (Re-)Lektüren eines Wiener Skandalromans Hg. v. Clemens Ruthner und Matthias Schmidt 352 S., Hardcover in rotem Samt, Fadenheftung ISBN 978 3 85449 513 0 € 28,–
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Unsere Buchtipps
– 156. Jahrgang –
„Hallo. Ich bin der Neue“ Thomas Askan Vierich, Chefredakteur
Taliman Sluga
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F O T O : N I N I T S C H AV O L L
nd ich werde mich Ihnen kurz vorstellen. Denn ich möchte für Sie sichtbar sein. Als Ansprechpartner, als Berichterstatter, als jemand, der Ihre Anliegen ernst nimmt, jemand, der sich mit Leidenschaft für Ihre, unsere Branche einsetzt. Neben Plattenläden und Restaurants besuche ich am liebsten Buchhandlungen. Letzteres jetzt noch häufiger (siehe S. 10). Zuletzt war ich Chefredakteur der Branchenzeitung ÖGZ (Österreichische Gastronomie- und Hotelzeitung, davor Chefredakteur des Best of Vienna im Falter Verlag. Jetzt bin ich wieder beim Falter Verlag, wo der anzeiger produziert und redaktionell betreut wird. Mein Ziel ist es, Schritt für Schritt auch ein paar Neuerungen und Akzente zu setzen. Wir wollen noch näher an die Branche heranrücken, noch mehr hinter die Kulissen schauen, Probleme und Chancen thematisieren. Die Lektüre des anzeigers soll Sie schlauer machen. Und auch unterhalten. Ich bin der Buchbranche seit Jahrzehnten verbunden. Seit 2006 habe ich Romane, Essays und Erzählungen veröffentlicht (Czernin, Haymon, HoCa, siehe auch S. 16), meist kommen in ihnen Menschen zu Tode. Außerdem schreibe ich (gemeinsam mit Prof. Thomas A. Vilgis) kulinarische Nachschlagewerke für Profis: „Aroma. Die Kunst des Würzens“ oder „Aroma. Gemüse“, die bei der Stiftung Warentest in Berlin erscheinen. Gerade haben wir ein Buch über Bier und Foodpairing in Arbeit. In einem früheren Leben geisterte ich auch über diverse Buchmessen – im Auftrag deutscher Verlage auf der Suche nach übersetzenswerten Büchern aus Schweden. Für das DeutschlandRadio habe ich Features über Literatur produziert und bin dort jahrelang als Livekritiker aufgetreten. Das war spannend. Zu meiner Radioliebe bin ich heuer als Podcaster zurückgekehrt mit meiner Sendung „Vinyl & Cooking“. Hier erzähle ich über meine Lieblingsbands und -künstler, spiele deren Musik und koche dazu ein passendes Gericht oder plaudere über Getränke (Whiskey, Bier). Vielleicht ergeben sich auch mal Podcasts über Bücher … Ich freue mich schon auf unsere Fachgespräche. Denn noch muss ich mich über die wahren Geheimnisse Ihrer Branche schlauer machen.
Will man besonders gut mit Wein kochen, braucht man besonders guten Wein. Roséwein, ein hellfarbiger Wein aus blauen Trauben, ist beides: besonders und gut. Die Rezepte stammen aus südostösterreichischen Regionen, ergänzt mit internationalen Erfolgsgerichten. 240 Seiten, handliches Geschenkformat, ISBN 978-3-7025-1036-7, € 19,95
Doris Kern
Verlockende Blüten Selbstgemachtes aus Wiese, Feld & Garten Rund 80 Rezepte zeigen über alle Jahreszeiten hinweg, was in der bunten Pflanzenpracht so alles steckt. Veilchen werden zu köstlichem Sirup, Kirschblüten Teil einer reichhaltigen Bodybutter, aus Lindenblüten entsteht ein feuchtigkeitsspendender Schutz für die Haut.
Thomas Askan Vierich vierich@falter.at
H e r a u s g e b e r : Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Gustav Soucek P r o j e k t l e i t u n g : Julia Stumvoll, DW 29, stumvoll@hvb.at A b o v e r w a l t u n g : Paula Fabiankowitsch, DW 12, fabiankowitsch@hvb.at M e d i e n i n h a b e r , K o n z e p t , R e d a k t i o n u n d P r o d u k t i o n : Falter Verlagsgesellschaft m. b. H. Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at C h e f r e d a k t i o n : Christian Zillner, DW 926, Thomas Askan Vierich, DW 812 G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Siegmar Schlager A n z e i g e n l e i t u n g : Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar D r u c k : Print Alliance HAV Produktions GmbH., Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau
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– Inhalt –
Vor Frankfurt ist vor Leipzig Die ORF-Journalistin Katja Gasser übernimmt die künstlerische Leitung für Österreichs Gastland-Auftritt auf der Leipziger Buchmesse 2022 und 2023
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Trotz Coronaauflagen immer noch das größte Bücherfest der Welt: die Frankfurter Buchmesse
KURZ GESAGT
5
Papierkrise? Drucker schlagen Alarm: Zu wenig Papier am Markt. Was heißt das für Verlage?
HVB-MITGLIEDER
32
WISSENSWERT
8
Österreichischer Buchpreis Die Longlist und Shortlist Debüt stehen fest
Wir waren dabei „Triest für Fortgeschrittene“ bei Thalia Wien Mitte/W3
36
Jonathan Coe „Ich kann nur Romane“
Frankfurter Buchmesse Wie geht Messe mit Corona? Juergen Boos und Jenny Kühne im Interview
39
Kontinent Kinderbuch 1:0 für Bibi Blocksberg
SCHWERPUNKT
41
Gastkommentar Daniel Kampa, Zürich
18
Herbstbücher Buchhändler*innen empfehlen
24
Marktgespräche mit Felicitas von Lovenberg
25
Aus der Branche Der Conceptstore Phil in Wien
KLASSIKER
30
Martin Birkner Mandelbaum Verlag Clemens Ettenauer Holzbaum Verlag & Komische Künste Shop & Galerie Michael Hüttler Hollitzer Verlag Renate Fladischer Freie Verlagsvertreterin
SELBSTREDEND
ESSENZIELL
12
Geburtstag Marcel Proust
12
KURZ VOR SCHLUSS
STANDARDS 7 Titelschutz 26 Monatsbestseller 31 Gewinnspiel 42 Buchtermine
F O T O : N I N I T S C H AV O L L , I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L
atja Gasser ist eine profunde Litera turexpertin. Die bisherige Leiterin, Regisseurin Mirjam Unger, musste ihre Funktion aufgrund terminlicher Kolli sionen mit Filmprojekten wegen der Ausdehnung des GastlandAuftritts auf das Jahr 2023 zurücklegen. „Katja Gasser ist eine ausgewiesene Expertin für österreichische Literatur und weiß als langjährige Journalistin, wie man das geschriebene Wort einem breiten Publikum zugänglich macht. Ich freue mich daher sehr, dass wir sie für diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten“, sagt Kunst und Kulturstaats sekretärin Andrea Mayer. „Nachdem Katja Gasser schon bisher den Gast landauftritt in ihrer Beiratsfunktion be gleitet hat, ist ein nahtloser Übergang gewährleistet. Bei Mirjam Unger be danke ich mich für ihre Konzeptarbeit.“ „Ich freue mich sehr über das Ver trauen in meine Fähigkeiten, das mir entgegengebracht wird“, sagt Katja Gas ser. „Auch wenn die Kunst bekanntlich in niemandes Dienst steht, werde ich mich in meiner Funktion als künstleri sche Leiterin des Gastlandauftritts 2023 in Leipzig sehr gern in den Dienst der österreichischen Literatur stellen.“ Man könne den Wert der österreichischen Li teratur, auch und nicht zuletzt in gesell schaftspolitischer Hinsicht, nicht hoch genug einschätzen. Jedes geschlossene System ersticke letztlich an sich selbst, um Clemens Setz zu zitieren. „Die Lite ratur unseres Landes sorgt auch dafür, dass wir an uns selbst nicht ersticken. Das werden wir in Leipzig zeigen.“ „Der Gastlandauftritt in Leipzig wird für die gesamte österreichische Litera tur und Verlagsbranche einen wichti gen internationalen Impuls setzen“, so Benedikt Föger, Präsident des Haupt verbandes des Österreichischen Buch handels, der für die Organisation des GastlandAuftritts verantwortlich ist. „Mit Katja Gasser ist garantiert, dass die ganze Vielfalt des literarischen Schaf fens die angemessene Aufmerksamkeit bekommen wird.“
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– Papierkrise –
Papier wird knapp In Europa herrscht Knappheit bei Zellulose, aber noch gibt es Spielräume Text: Thomas Askan Vierich
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FOTOS: VDM, RESIDENZ VERLAG
ie Situation bei der Papierbeschaffung spitzt sich derart zu, dass man das schon geschäftsschädigend und existenzbedrohend nennen kann.“ So schreibt der Geschäftsführer einer Druckerei südlich von Wien an den „Verband Druck Medien“. „Wenn wir heute Papier bestellen, kann es sein, dass die Lieferung erst im ersten Quartal 2022 erfolgt.“ Das bestätigt Harald EgClaudia Romeder, ger, Geschäftsführer Sales bei Residenz Verlag Salzer Papier, einem Papierhersteller aus St. Pölten, der auch die großen Druckereien in Deutschland und Frankreich beliefert: „Die Zellstoffpreise haben sich verdoppelt. China hat alles aufgekauft. Viele Papierhersteller haben den grafischen Bereich zugunsten von Verpackungspapier heruntergefahren, weil auch da der Bedarf massiv durch den Onlinehandel gestiegen ist. Beim Zeitungsdruck kommt hinzu, dass auch zu wenig Altpapier vorhanden ist.“ NOCH KEIN ALARM BEI VERLAGEN Das führe aber nicht unbedingt dazu, dass den Verlegern in Österreich und Deutschland jetzt die Bücher ausgehen müssen. Wenn zum Beispiel Haruki Murakami den Nobelpreis gewänne, dann wird sein deutscher Verlag Dumont genug seiner Bücher nachdrucken können, ist sich Egger sicher. Denn die Papierhändler haben zwischen den beiden Preissprüngen beim Papier im Frühsommer und jetzt im Frühherbst genügend Vorräte angelegt. Claudia Romeder, Verlagsleiterin Residenz Verlag, sieht das etwas anders: „In der Produktion der Novitäten des Herbstprogramms wirkt sich die Papierkrise bezüglich Liefertermine nicht auf den Residenz Verlag aus, da wir schon rechtzeitig bestellt haben. Schwieriger wird es schon mit Nachdrucken, da sich Engpässe ergeben. In einem Fall musste ich eine neue Druckerei suchen, die noch ausreichend Papier vorrätig hatte, um die Lieferbarkeit zu gewährleisten. Essenzieller wirkt es sich jedoch auf die Kosten des Druckes aus, und wir werden für die Frühjahrsproduktion 2022 die Erhöhung der Preise in
aller Konsequenz mitkalkulieren müssen.“ Egger sieht in der Papierkrise auch einen Vorteil für die Buch- und Druckbranche in Europa: Viele Verlage werden beim Druck nicht mehr nach China ausweichen. Das betreffe vor allem Kinderbuchverlage. Die Lieferzeiten aus chinesischen Druckereien haben sich heuer stark verlängert und die Transportkosten verzehnfacht. Der Präsident des Verbandes Druck Medien, Gerald Watzal, gibt eher Entwarnung: „In unserer Druckerei haben wir die Lager noch rechtzeitig aufgefüllt. Auch gelingt es uns, Kunden von einer kurzfristigen Papieränderung zu überzeugen.“ DRUCKER HABEN MEHR PROBLEME Wenn sich die Papierpreise deutlich erhöhen, sieht er allerdings Schwierigkeiten bei öffentlichen Ausschreibungen. „Hier kann man nicht einfach die Preissteigerungen weitergeben, da sind wir vertraglich gebunden.“ Der Engpass werde aber überwunden, denn die Maschinen für holzfreie Papiere würden wieder hochgefahren. „Ich gehe nicht davon aus, dass es beim Nachdrucken von Auflagen Probleme gibt.“ VDM-Geschäftsführer Peter Sodoma spricht von einer „kalkulierten Papierknappheit“: „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Unternehmen investieren wieder. Doch nicht alle Aufträge können in den gewohnt kurzen Produktionsvorgaben bearbeitet werden. Jetzt rächt sich, dass die Papierindustrie in den letzten Jahren die Kapazitäten für grafische Papiere abgebaut hat. Schon vor der Corona-Pandemie hat der Verband Druck Medien vor einer Papierverknappung gewarnt, weil die Nachfrage nach grafischen Papieren höher war als die Prognosen der Papierunternehmen.“ Siegmar Schlager, Geschäftsführer des Falter Verlags, der mit seiner Wochenzeitung und seinem Buchverlag gleich doppelt von der Krise betroffen ist, glaubt nicht, dass sich das preislich auf den Buchpreis auswirken muss. Er hatte bislang auch noch keine Probleme beim Nachdrucken von Auflagen – obwohl auch er bestätigt, dass die Papierpreise heuer schlagartig angezogen hätten. Er versucht beim Einkauf auf günstigere Anbieter auszuweichen – noch findet er sie.
Geschäftsführer VDM Peter Sodoma
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– Wissenswert –
Deutscher Buchpreis
Ö1 Buch des Monats
Fünf Österreicher*innen unter den ersten zwanzig auf der Longlist
George Orwell: „Tage in Burma“, Roman, übersetzt von Manfred Allié
Franzobel, „Die Eroberung Amerikas“ (Paul Zsolnay), Norbert Gstrein, „Der zweite Jakob“ (Carl Hanser), Monika Helfer, „Vati“ (Carl Hanser), Peter Karoshi, „Zu den Elefanten“ (Leykam), und Ferdinand Schmalz, „Mein Lieblingstier heißt Winter“ (S. Fischer), rittern um den Deutschen Buchpreis. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Nominiert sind außerdem: Henning Ahrens, „Mitgift“ (Klett-Cotta), Shida Bazyar, „Drei Kameradinnen“ (Kiepenheuer & Witsch), Dietmar Dath, „Gentzen oder: Betrunken aufräumen“ (Matthes & Seitz), Georges-Arthur Goldschmidt, „Der versperrte Weg“ (Wallstein), Dana Grigorcea, „Die nicht sterben“ (Penguin), Dilek Güngör, „Vater und ich“ (Verbrecher), Felicitas Hoppe, „Die Nibelungen“ (S. Fischer), Christian Kracht, „Eurotrash“ (Kiepenheuer & Witsch, wird von vielen als Topfavorit gehandelt, und das meinen wir jetzt ganz unironisch), Thomas Kunst, „Zandschower Klinken“ (Suhrkamp), Gert Loschütz, „Besichtigung eines Unglücks“ (Schöffling & Co.), Yulia Marfutova, „Der Himmel vor hundert Jahren“ (Rowohlt), Sasha Mari-
Unter w w w . i s b n - a u s t r i a . a t können ab sofort alle ISBN-Produkte bezogen werden. Die neue Website soll den Bestellprozess erleichtern. Alle HVB-Mitglieder profitieren weiterhin von Sonderkonditionen, die Preise sind unverändert. Die überarbeitete Homepage ist jetzt klarer strukturiert und wurde auf das Wesentliche reduziert. Neu: Titelschutzmeldungen und ISBN können gemeinsam bestellt werden. Barcodes für bereits erworbene ISBN-Nummern können nun auch im Nachhinein bestellt werden. Nehmen die Gesellschaft aufs Korn
Im Vergleich zum Vorjahresmonat
+7,9 % – 7,8 % +3,3 % Absatz
Hörbuch/Audiobook
Preis
Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich dem anzeiger bei.
Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.
Marktdaten August 2021
anna Salzmann, „Im Menschen muss alles herrlich sein“ (Suhrkamp), Mithu Sanyal, „Identitti“ (Carl Hanser), Antje Rávik Strubel, „Blaue Frau“ (S. Fischer), Heinz Strunk, „Es ist immer so schön mit dir“ (Rowohlt). Im nächsten anzeiger werden wir unter der neuen Rubrik „editor’s choice“ einige davon vorstellen, vor allem „unsere“ Bewerber*innen.
Neue Homepage
Platin für einen Satirebestseller „Und erlöse uns von den Blöden“, das satirische Buch der preisgekrönten Kabarettistin Monika Gruber und des Bestsellerautors Andreas Hock, erschienen im Piper Verlag, wurde für 35.000 verkaufte Exemplare mit dem Platinbuch (ab 25.000 verkaufte Exemplare in Österreich) des HVB ausgezeichnet. Der Bestseller nimmt unsere hysterischhyperventilierende Gesellschaft aufs Korn: Wutbürger, Weltverbesserer, you name them. Die Autor*innen kennen auch den Grund für die sinnentleerte Renitenz: Ignoranz und Egoismus. Mit Selbstironie und schwarzem Humor gehen sie dorthin, wo es wehtut.
Monika Helfer ist mit „Vati“ nominiert
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„ T a g e i n B u r m a “ ( D ö r l e m a n n ) von G e o r g e O r w e l l ist das Ö 1 B u c h d e s M o n a t s . Orwell kennt man vor allem aufgrund seiner Romane „1984“ und „Animal Farm“. Doch angefangen hat seine literarische Laufbahn mit der Aufarbeitung seiner Erfahrungen als Kolonialbeamter in Südostasien in den 1920er-Jahren. Die Geschichte des antriebslosen, aber auch renitenten Beamten John Flory ist vor allem eine Abrechnung mit dem Kolonialsystem, mit Rassismus und toxischer Männlichkeit. Das Ö1 Buch des Monats ist eine exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt.
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International book market Marktdaten aus anderen Ländern Average price in local currency
in the first half of 2021 Nicht nur die Österreicher*innen sind treue Leser*innen Belgium (Flanders)
Ø
13,0 3,4
Belgium (Wallonia)
16,8
Ø
30,5
€
15,28 €
Topseller: Lucinda Riley „De zevende zus“ (The Missing Sister)
2,5
Brazil
33,8
Ø
11,53 €
Topseller: Guillaume Musso „La vie est un roman“ (-)
France
43,3
€
-7,0
33,4
Ø
42,79 R$
Topseller: Clarissa Pinkola Estés „Mulheres que correm com os lobos“ (Women Who Run With The Wolves)
37,3
€
4,4
Germany* 43,3
Ø
11,34 €
Topseller: Hervé Le Tellier „L‘anomalie“ (The Anomaly)
-1,5
€
5,7
4,1
Ø
12,48 €
Topseller: Klaus-Peter Wolf „Ostfriesenzorn“ (-)
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€
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Italy
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Netherlands
36,3
€
0,4
36,8
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0,3
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14,05 €
Topseller: Alessandro Sallusti, Luca Palamara „Il sistema“ (-)
4,6
Portugal 4,3
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15,94 €
Topseller: Lucinda Riley „De zevende zus“ (The Missing Sister)
Spain
14,1
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18,9
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12,98 €
Topseller: José Luís Peixoto „Almoço de domingo“ (-)
*The figures are based on the physical book market sales of the first half of 2021 using data from the GfK trade panel. The German figures are based on the GfK Consumer Panel. Average price in local currency (Belgium, France, Germany, Italy, Netherlands, Portugal, and Spain in Euro; Brazil in Brazilian Real; Switzerland in Swiss Francs).
Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutz meldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per EMail an Isabel Huber unter huber@hvb.at.
based on the physical book market sales of the first half of 2021 using data from the GfK trade panel. The German figures are based on the GfK Consumer Panel. local currency (Belgium, France, Germany, Italy, Netherlands, Portugal, and Spain in Euro; Brazil in Brazilian Real; Switzerland in Swiss Francs).
ter“ (The Missing Sister)
Sister)
„Il sistema“ (-)
– Wissenswert –
33,2
€
3,9
Switzerland 38,3
Ø
14,28 €
Topseller: Maria Dueñas „Sira“ (-)
6,6
€
4,3
11,1
Ø
21,75 CHF
Topseller: Lucinda Riley „Die verschwundene Schwester“ (The Missing Sister)
Change in sold units
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Ø
Average price in local currency
Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, falls die Titel bereits geschützt sind oder falls durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.
Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVBMitglieder* um nur € 80,–, sechs Titel um € 110,– und bis zu zwölf Titel um nur € 210,–. Isabel Huber berät Sie gern unter huber@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Marie und der Zauberpinsel“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Sandra-Michelle Strausz Kreutzerhofstraße 17, 2640 Stuppach
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „GEOgrafisch“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Veritas Verlags- und Handelsges.m.b.H. & Co. OG Hafenstraße 2a, 4020 Linz, Österreich
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Schepfer Schöpfer Pilger“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Atelier Georg Brandner Grabenstraße 29, 8712 Niklasdorf, Österreich
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Näher als erlaubt“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlagsgruppe NEWS Medienservice GmbH Taborstraße 1–3, 1020 Wien, Österreich
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Warum wir Tiere essen“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG Lobkowitzplatz 1, 1010 Wien, Österreich
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „SOUL-Leadership. Aus dem Herzen führen ! “ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verein Akademie SOUL Leadership & BewusstSEIN Max Gschiel Straße 40, 8510 Stainz, Österreich
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– Wissenswert –
Österreichischer Buchpreis: Die Nominierten Schon zum sechsten Mal werden der Österreichische Buchpreis und der Buchpreis Debüt vergeben
Die nominierten Titel für den Österreichischen Buchpreis stehen fest: Zehn Bücher wurden für die Longlist sowie drei Romane für die Shortlist des Debütpreises ausgewählt. Seit Ausschreibungsbeginn haben die fünf Jurymitglieder insgesamt 122 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke gesichtet, die zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 7. Oktober 2021 erschienen sind bzw. noch erscheinen werden. Die Fachjury für den ÖsDie neue Broschüre terreichischen Buchpreis setzt sich 2021 aus Tilman Eder (Buchhändler, Buchhandlung Erlkönig), Walter Grond (Schriftsteller, Leiter Europäische Literaturtage), Manuela Reichart (Literaturkritikerin, WDR), Daniela Strigl (Literaturkritikerin und Germanistin, Universität Wien) und Peter Zimmermann (Journalist, ORF) zusammen. Dieses Jahr wurde die Broschüre zum Österreichischen Buchpreis völlig neu gestaltet – dabei standen hochwertige Ausstattung, noch bessere Lesbarkeit und moderne Buchgestaltung im Zentrum. Schrift, Gestaltung und Druck kommen zur Gänze aus Österreich. Die bisherige Resonanz bestätigt die Neugestaltung – über 5.000 Exemplare der neuen Broschüre wurden, gemeinsam mit Stickern und Plakaten, bereits an unsere Mitgliedsbuchhandlungen in ganz Österreich verteilt. Der Österreichische Buchpreis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS), dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien ausgerichtet.
Für den Österreichischen Buchpreis nominierte Titel
Anna Baar: Nil (Wallstein)
Raphaela Edelbauer: Dave (Klett-Cotta)
Monika Helfer Vati (Hanser)
Daniela Chana: Neun seltsame Frauen (Limbus)
Olga Flor Morituri (Jung und Jung)
Hanno Millesi Der Charme der langen Wege (Edition Atelier)
Die für den Debütpreis nominierten Titel
Anna Albinus Revolver Christi (edition.foto TAPETA)
Anna Felnhofer Schnittbild (Luftschacht)
Clemens Bruno Gatzmaga Jacob träumt nicht mehr (Karl Rauch)
Ferdinand Schmalz Mein Lieblingstier heißt Winter (S. Fischer)
Sophie Reyer 1431 (Czernin)
Franz Schuh Lachen und Sterben (Zsolnay)
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Teresa Präauer Das Glück ist eine Bohne (Wallstein)
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– Wissenswert –
Podcasts produzieren, Digitalisierung im Verlag, Crashkurs Marketing Das mediakolleg-Seminarprogramm im Herbst 2021 FÜR VERLAGE:
Wo liegen die Chancen, wo die Gefahren der Digitalisierung? In diesem Seminar nimmt Referent Peter Schmid-Meil eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung in der Verlagsbranche vor. Dabei beantwortet er die grundlegenden Fragen zum Status quo und allgemeinen Entwicklungen. Er stellt digitale Produkte und ihren Vertrieb vor und zeigt die Möglichkeiten digitalen Marketings auf.
F O T O : Y V O N N E A L B E R S K AT H A R I N A M O E N K E M O E L L E R
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Digitale Basics
4. November, 10.00–17.30 Uhr FÜR ALLE ■ Podcasts sind in aller Ohren. Doch wie kann ich mein Unternehmen durch einen
eigenen Podcast darstellen oder bewerben? Sie bekommen in diesem Seminar einen Überblick von der Wahl der Inhalte über den Aufbau einer Podcastfolge bis hin zu Moderationstipps. Bringen Sie gerne bereits bestehendes Material mit zum Seminar. Onlineseminar: Erfolgreich gute Podcasts erstellen
7. Oktober, 10.00–17.00 Uhr ■ Das Seminar bietet einen Überblick über die Werkzeuge, die bei der Vermittlung von Büchern zur Verfügung stehen, und hilft, die für Sie passenden Instrumente auszuwählen – von der klassischen Werbung über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Social Media
bis hin zur POS-Präsentation und dem Bereich Veranstaltungen und Content Marketing. Crashkurs Marketing – Von der Kunst, in Verbindung zu bleiben
18. November, 10.00–17.00 Uhr Die Präsenz-Seminare finden in der Bibliothek des Palais Fürstenberg im ersten Stock statt. Grünangergasse 4, 1010 Wien Seminarprogramm: www.buecher.at Kosten: € 230,– (HVB-Mitglieder)/€ 280,–, zzgl. 20 % Ust.
Ein gutes Buch gewinnt in Zeiten wie diesen wieder an Bedeutung. Nur der Vertriebsweg ist neu. Qualitative Bücherverpackungen bei Pressel.
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– Wir waren dabei –
Triest für Fortgeschrittene Endlich dürfen wir wieder reisen – und das ist auch gut für die Reiseliteratur. Besuch einer Lesung ohne Lesung Text: Thomas Askan Vierich
er Raum hinten im ersten Stock bei Thalia Wien-Mitte füllt sich schnell. Moderator und Gastgeber Klemens Hruska begrüßt jeden und jede streng: „GGG? Wir müssen das leider fragen …“ Er ist ein bisschen aufgeregt, denn einer der beiden Autoren bei dieser Buchvorstellung sitzt in Triest und wird per Video zugeschaltet. Das Ganze soll auch live auf Facebook übertragen werden. Erich Bernard, die andere Hälfte des Autorenduos von „Triest für Fortgeschritte“ im Styria Verlag, ist vor Ort. Bernard ist eigentlich Architekt, ein recht berühmter sogar, Ko-Chef von BWM, spezialisiert auf Hotels und Gastronomie. BWM wurde eben für die Umgestaltung des berühmten Schnitzellokals Figlmüller in Wien ausgezeichnet. Hruska eröffnet die Buchpräsentation: „Endlich wieder herzlich willkommen bei Thalia!“ Der Applaus von den bis auf den letzten Stuhl gefüllten Sitzreihen ist ebenso herzlich. Bernards Buchpartner ist Georges Desrues, Gastro- und Reisejournalist, geboren in Kärnten. Er lebt und arbeitet seit sechs Jahren in Triest, noch länger in Italien. Beide kennen sich seit Jahren und lieben Triest, den Charme dieser Stadt, die immer noch etwas im Abseits liegt, aber auch dort, wo sich drei Sprachen und Kulturkreise treffen: Alt-Österreich, Balkan und Italien. „Vieles in Triest ist nicht schön auf den ersten Blick“, sagen sie. Drum wollten sie die verkannten und versteckten Schönheiten in ihrem Buch preisen: Diese für italienische Verhältnisse seltsame Küche mit wenig Pasta und wenig Fisch, dafür viel Fleisch und sogar Sauerkraut. ĆevapČići gelten als autochthone regionale Spezialität. Und erst die Architektur: Der Hauptbahnhof wird seit 30 Jahren renoviert, am Hafen verfallen Gebäude, die Piazza Unitá erstrahlt im Glanz der k. u. k. Zeit, die Piazza Oberdan protzt mit Bauten aus faschistischer Zeit. Diesen Baustil nennt man in Italien rationalismo, und Architekt Bernard findet ihn unbedingt besichtigenswert. Auch die Architektur der schlecht beleumundeten Nachkriegsjahre, die man Brutalismus nennt, schätzt er. Für ihn sind das gebaute Statements. Brutalismus kommt übrigens nicht von „brutal“, sondern von „roh“. Desrues schwärmt von der lebendigen Kaffeehauskultur, die anders als in Wien
Dieses Buch wurde vorgestellt – aus der Reihe „Für Fortgeschrittene“ (Styria)
Die beiden Autoren Erich Bernard und Georges Desrues im angeregten Plausch
Voll besetzte Reihen – einige mussten und wollten sogar stehen
Moderator Klemes Hruska von Thalia warf immer wieder Stichworte ein
mehr als eine touristische Funktion habe: Hier spiele sich tatsächlich noch das kulturelle Leben der Stadt ab. Das Café San Marco hatte schon eine angeschlossene Buchhandlung, bevor Hugendubel diese Kombi angeblich erfunden hat. Beide Autoren lesen kein Wort aus ihrem Buch, schlagen es nicht einmal auf. Sie plaudern über Triest. Und könnten endlos so weitermachen, mit Stichworten von Hruska versorgt. Die Leute lauschen gebannt. Später befrage ich beide, wie es zu ihrem Buch gekommen ist, wie es entstanden ist. Desrues hatte den Kontakt zum Styria Verlag, hatte schon andere Reiseführer für die Grazer geschrieben. Auch Bernard hat schon Bücher veröffentlicht bzw. herausgegeben, kennt Triest seit den 1970er-Jahren. Sie sind mit dem Roller kreuz und quer durch die Stadt gefahren, der eine kannte einschlägige Lokale oder Märkte, der andere interessante Plätze und Gebäude. Dann teilten sie die Kapitel auf, schickten ihre Texte hin und her, diskutierten, redigierten, fotografierten und wiesen sich gegenseitig auf die drohende Deadline hin. Styria ließ sie machen, hatte Vertrauen, der Vertrag wurde kurz vor der Coronakrise unterzeichnet, die Idee war schon viel älter. Das Buch ist Teil der neuen Reihe „Für Fortgeschrittene“. Desrues sagt, Corona sei ihm zu Hilfe gekommen, er konnte nicht reisen, hatte viel Zeit. Bernard plant jetzt in Triest ein Hotel umzubauen. Er sagt: „Triest muss man sich erarbeiten, je länger man dort ist, umso spannender wird die Stadt in all ihrer Widersprüchlichkeit.“ Er wollte mit dem Buch auch den Zustand Triests von heute dokumentieren – einer Stadt, die noch nicht gentrifiziert ist, die noch viele Leerstellen hat, viele Möglichkeiten. Desrues sagt: „Triest ist nicht Venedig oder Capri, das haut dich nicht auf den ersten Blick um.“ Ihr kluges Buch lädt dazu ein, die scheue Schönheit in der nordöstlichen Ecke Italiens zu entdecken. Jeder, der bei der Buchpräsentation war, hat bestimmt schon den nächsten Triestausflug geplant. Triest für Fortgeschrittene – die Hafenstadt einzigartig erleben und schmecken. Von Georges Desrues und Erich Bernard, Softcover, Styria Verlag, August 2021
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– Wissenswert –
Neue Geschäftsführung bei Thalia Österreich: Andrea Heumann folgt auf Thomas Zehetner Andrea Heumann, Prokuristin und langAndrea Heumann jähriges Mitglied der Geschäftsleitung von Thalia Österreich, folgt dem bisherigen Geschäftsführer Thomas Zehetner nach. Zehetner hat sich dazu entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, und scheidet mit Ende Dezember 2021 aus dem Unternehmen aus. Andrea Heumann wird in ihrer neuen Rolle die Bereiche Marketing, eCommerce & Digitales, Supply Chain Management, Office Management sowie den kaufmännischen Bereich leiten. Heumann ist seit 2013 bei Thalia und seit 2017 Prokuristin. Die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder und Prokuristen Claudia Schmidt und Maximilian Joven erweitern ebenfalls ihren Aufgabenbereich und bilden künftig gemeinsam mit Andrea Heumann die Geschäftsleitung von Thalia Österreich.
Personalia
Christian Langer neu bei MLO Die Medienlogistik Pichler-ÖBZ GmbH & Co. KG verstärkt ihr FühChristian Langer rungsteam und freut sich, mit Christian Langer einen ausgewiesenen Kenner der österreichischen Buchbranche für MLO gewinnen zu können. Langer, vormals Geschäftsführer der MohrMorawa Vertrieb GmbH, wird ab sofort das Projektteam IT & Logistik tatkräftig unterstützen. Christian Langer war von 2015 bis 2019 Vorsitzender des Verbandes der Österreichischen Buchgrossisten.
Kremayr & Scheriau: Marilies Jagsch übernimmt Literaturprogramm Marilies Jagsch arbeitet seit 2019 im Team von Kremayr & Scheriau und Marilies Jagsch übernahm mit 1. September 2021 die Leitung des von Tanja Raich ins Leben gerufenen Literaturprogramms. Marilies Jagsch, geboren 1984 in Linz, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft, war als Pädagogin und Lektorin tätig und ist Musikerin in verschiedenen Formationen. Wohin die Reise gehen soll? Richtung Experiment! Jagsch ist auf der Suche nach Texten, die berühren – angenehm und gerne auch unangenehm – und sich durch eine stark gesellschaftskritische Komponente und viel Mut zu neuen Ausdrucksformen auszeichnen, was sich auch in außergewöhnlicher Buchgestaltung widerspiegeln darf. Ein Fokus wird weiterhin auf Debüts österreichischer Autor*innen liegen, da es Jagsch ein besonderes Anliegen ist, neue literarische Stimmen zu finden und zu stärken.
Hier ist die Literatur! Nom
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Roman 336 Seiten. Gebunden € 24,70 [A] ISBN 978-3-89561-157-5
Roman 624 Seiten. Gebunden € 28,80 [A] ISBN 978-3-89561-474-3
Roman 320 Seiten. Gebunden € 24,70 [A] ISBN 978-3-89561-358-6
Roman 192 Seiten. Gebunden € 22,70 [A] ISBN 978-3-89561-389-0
»Kein deutschsprachiger Autor beherrscht den modianohaft melancholischen Ton so gut wie Gert Loschütz.«
Einer der großen Romane der deutschen Literatur erscheint erstmals aus dem Nachlass: eine literarische Sensation!
»Jami Attenberg ist eine wilde Erzählerin: voller Lust und ohne jede Scheu.«
»Jergović ist wunderbar – er weiß, was er erzählen will und wie, er erzählt es geradeheraus.«
Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Bettina Steiner, Die Presse
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– Essenziell – Frankfurter Buchmesse
Frankfurt ist ein Ort der Begegnung und des Verstehens Buchmessenchef Juergen Boos und Jenny Kühne, Verantwortliche für den digitalen Auftritt und den Bereich Lizenzen, über den Ablauf der Buchmesse, Reisebeschränkungen, Digitalisierung und Vorteile einer reduzierten Buchmesse Text: Thomas Askan Vierich Illustration: Georg Feierfeil
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ie internationale Automobilausstellung hat mit 700 Ausstellern, 3-G-Regeln und diversen coronabedingten Einschränkungen stattgefunden. Die Book Fair (Bibf ) in Peking wird (Stand Anfang September) ebenfalls im September durchgeführt werden – soweit wir das im Vorfeld herausfinden konnten, ohne jede Einschränkung vor Ort. Außer der entscheidenden, dass man als Europäer*in gar nicht hinkommt. Ähnliche Probleme haben die Aasiatischen Verlage mit ihren Reisen zu uns. Aber auch dafür hat man in Frankfurt Lösungen gefunden.
Juergen Boos, seit 2005 Direktor der Frankfurter Buchmesse
FOTOS: BERND HARTUNG, PIA SPRI NGSKLEE
Herr Boos, wird die Frankfurter Buchmesse in jedem Fall stattfinden? Juergen Boos – Wir gehen Stand Anfang September davon aus, dass sie stattfindet. Auch wenn die Inzidenz weiter steigt? Boos – Uns liegt eine Sondergenehmigung des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt vor, die uns, bei Umsetzung des vorliegenden umfangreichen Hygienekonzeptes, unabhängig von den Inzidenzen die Durchführung der Messe erlaubt. Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist auf 25.000 pro Tag limitiert. Damit werden wir gut durchkommen.
Jenny Kühne, Projektleiterin digitale Frankfurter Buchmesse und Lizenzen
Das ist natürlich nur ein Drittel der Zahlen von 2019.
Boos – Wir kommen etwa auf die Hälfte. Das Problem ist der Besuchersamstag, da kommen in normalen Jahren etwa 80.000 bis 100.000 Menschen aufs Gelände. Deswegen werden wir in diesem Jahr schon am Freitag für das Publikum öffnen, um die Besucherzahlen zu entzerren. Was passiert, wenn es Reisebeschränkungen geben sollte? Boos – Die gibt es ja schon jetzt, besonders für Teilnehmer*innen aus Asien. Diese Aussteller*innen haben sich darauf eingestellt, dass sie ihre Stände durch Partnerorganisationen und Ortskräfte beaufsichtigen lassen. Auch unser Ehrengast Kanada ist ggf. von Reiserestriktionen betroffen. Hier haben wir gemeinsam mit den kanadischen Organisator*innen Vorbereitungen getroffen, dass der Auftritt in jedem Fall stattfinden kann. Da haben wir alle ein bisschen gelernt aus dem letzten Jahr. Wie halten Sie die Abstandsregeln ein? Wie entzerren Sie Ballungen des Publikums? Boos – Dafür haben wie ein Team vom Sicherheitspersonal. Das koordinieren wir mit dem Gesundheitsamt. Die Kolleg*innen sorgen dafür, dass sich keine Menschenansammlungen bilden. Unsere Gänge sind sechs Meter breit, man kann sich da gut verteilen und Abstand halten. Und man wird Maske tragen »
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– Essenziell – Frankfurter Buchmesse
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Termine Vor der Messe, rein digital Frankfurt Conference: Academic Publishing Mit: David Worlock, Digital Strategy Advisor und Co-chair of Outsell Executive Programs u. a. Montag, 11. Oktober, 14.30–17 Uhr Frankfurt Conference: Trade Publishing Mit: Siv Bublitz, Verlegerische Geschäftsführerin, S. Fischer Verlage; Cyrus Kheradi, Senior Vice President International Sales and Marketing, Penguin Random House, Peter Warwick, Präsident und CEO, Scholastic u. a. Dienstag, 12. Oktober, 14.30–17 Uhr Masterclasses Es werden Produktinnovationen und Business Cases vorgestellt. Gastgeber der Masterclasses sind u. a. Copyright Clearance Center, Speechki, Bookwire und Brasil CBL Camara Brasiliero do Livro sowie die BookTok Community. 11.–15. Oktober 2021, Uhrzeiten werden bekannt gegeben. Tickets: www.buchmesse.de/conference Networkingreihe The Hof Die neue The-Hof-Saison beginnt am 30. September mit 15 neuen Networking-Sessions bis Mitte Dezember 2021, bei denen sich heuer die globale PublishingCommunity zu Live-Musik an der virtuellen Bar trifft, gemeinsam interessanten Gesprächspartner*innen zuhört und in Breakouts neue Businesspartner*innen findet. Anmeldung: www.buchmesse.de/highlights/fachprogramm/hof Frankfurt Studio: Inside Publishing Livescreen von Fachveranstaltungen in der Agora zwischen den Hallen. 20.–22. 10. CBL Camara Brasiliero do Livro sowie die BookTok Community. 11.–15. Oktober 2021, Uhrzeiten werden bekannt gegeben.
müssen. Das ist in Deutschland momentan so vorgeschrieben. Ich habe gehört, das Geschehen in den Messehallen wird auch per Video überwacht? Boos – Wir haben seit einigen Jahren eine Sicherheitszentrale auf dem Gelände, diese wird in diesem Jahr stärker besetzt. Wir hatten schon immer am Samstag das Problem mit übervollen Rolltreppen, die mussten wir teilweise wegen Überlastung abstellen. Durch das Monitoring in der Sicherheitszentrale können wir Menschenansammlungen schnell entgegenwirken.
Wie sieht es ausstellerseitig aus? Kommen weniger? Boos – Das muss man differenziert betrachten. Die deutschsprachigen Publikumsverlage sind fast alle da. Bei den Anmeldungen sehen wir noch viel Bewegung. Wir haben jetzt Aussteller*innen aus 66 Ländern und 41 Länderstände. Wir werden also auch dieses Jahr sehr international sein. Was uns tatsächlich fehlt, sind die Aussteller*innen aus Nordamerika und England. Viele Unternehmen schicken Mitarbeiter*innen, die schon auf dem Kontinent sind. Für die Nordamerikaner besteht das Problem nicht darin, nach Frankfurt zu kommen. Das Problem ist die Rückkehr. Die USA haben sich komplett abgeriegelt. Das ist für das Lizenzgeschäft suboptimal, oder? Boos – Natürlich. Deutsche Verlage kaufen sehr viele Rechte aus dem englischsprachigen Raum. Das ist immer noch eher eine Einbahnstraße. Auf der anderen Seite sind die Agent*innen nicht in Konzernstrukturen eingebunden, deshalb fällt es ihnen etwas einfacher zu reisen. Jenny Kühne – Auch wenn uns ein paar aus dem englischsprachigen Raum fehlen, der Lizenzhandel zwischen Spanien, Frankreich, Italien oder den nordischen Ländern ist auch sehr wichtig. Findet der Rechtehandel denn überhaupt noch auf der Buchmesse statt oder hat der sich mittlerweile, auch wegen der ausgefallenen Messe 2020, verlagert? Kühne – Früher wurden in Frankfurt tatsächlich die Verträge auf Papier vor Ort unterschrieben. Das ist schon seit einigen Jahren nicht mehr der Fall. Frankfurt ist vor allem ein Ort der Begegnung. In Frankfurt werden Kontakte geknüpft, man versucht zu verstehen, was der oder die andere sucht, in welche Richtung Programme entwickelt werden. Die-
se Begeisterung für Bücher und Stoffe steht viel mehr im Vordergrund. Natürlich werden in Frankfurt immer noch Deals abgeschlossen. Es kristallisiert sich immer ein „hot book“ heraus, das dann in Frankfurt beispielsweise über Auktionen verkauft wird. Aber das passiert dann auch über E-Mail oder online. Dass dieser Austausch letztes Jahr fehlte, haben alle beklagt. Man kann seine Kontakte das ganze Jahr über online pflegen, und z. B. über unsere Rechtehandelsplattform Frankfurt Rights auch neue Geschäftspartner kennenlernen. Aber das ersetzt trotz allem nicht die persönliche Begegnung. Auch nicht den Klatsch und Tratsch. Merkt man diesen Ausfall auch geschäftlich? Wenn die Messe heuer wieder nur digital stattfinden könnte, wäre das geschäftlich bedrohlich? Kühne – Die Pandemie an sich ist schlecht für das Geschäft. Viele Verlage haben wegen der Pandemie ihre Programme verschoben, viele Publikationen vom Frühjahr in den Herbst oder ins nächste Frühjahr. Da staut sich einiges auf. Auf der anderen Seite sind die Umsätze vieler Verlage während der Pandemie gestiegen, weil die Menschen die Lust am Lesen wiederentdeckt haben. Im Rechtehandel wird man etwaige negative Auswirkungen wohl erst verzögert spüren. Aber das hat nicht mit dem Ausfall der Frankfurter Buchmesse per se zu tun. Der Ausfall der physischen Messe war natürlich besonders für die Newcomer ein Problem, die sich mal einen Überblick verschaffen wollten. Rechnet sich so eine abgespeckte Messe überhaupt noch? Boos – Auch diese reduzierte Frankfurter Buchmesse ist immer noch die größte der Welt. So wie wir das jetzt planen, und mit der großzügigen Unterstützung aus Mitteln des NEUSTART Kultur Programms der Bundesregierung, rechnet sich das. Ich wollte noch etwas zum Rechtegeschäft ergänzen: Wir beobachten, dass die Pandemiesituation die Konzernverlage stärkt. Das ist das Dilemma. Für die Großen reisen die Leute noch, die bekommen ihre Termine. Aber es kommen keine neuen Leute dazu. Zu den kleinen Verlagen wird dann eher nicht gereist, weil der Aufwand zu groß ist. Darunter leidet die Vielfalt. Und von der leben wir letztendlich. Dadurch wird die Konzentration noch stärker. Unser Herz schlägt für die kleinen, unabhängigen Verlage, mit vier, fünf Angestellten. Die müssen wir erhalten, das ist unser Rückgrat. Auch dafür ist die Frankfurter Buchmesse da.
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Wird es heuer noch die berühmten Partys geben? Boos – Ja, es wird im Umfeld der Messe auch Veranstaltungen geben. Ich habe schon mehrere Einladungen von Verlagen erhalten. Die Empfänge werden sicher in einem etwas kleineren Rahmen stattfinden, da wird keiner ein gesundheitliches Risiko eingehen. Soweit ich weiß, wird auch der HVB wieder seinen Österreich-Empfang veranstalten. Auf alle Fälle! Wird sich die Messe verändern? Boos – Die Frankfurter Buchmesse verändert sich ständig, auch ohne eine Pandemie. Jede Messe ist anders, mal mehr, mal weniger politisch, zum Beispiel. Sie wird auf jeden Fall ein Literaturfest bleiben, ein Ort, an dem sich die
Branche feiert. Und der B2B-Bereich wird sich weiter konzentrieren. Werden die Cosplayer wieder in ihren Kostümen herumziehen? Boos – Die Deutsche Cosplay Meisterschaft wird in diesem Jahr nicht bei uns stattfinden, und so werden sicher auch weniger Cosplayer*innen auf dem Gelände unterwegs sein. Was ich sehr bedauere, sie waren doch immer ein sehr belebendes Element. Eine gewisse Ernsthaftigkeit ist dieses Jahr schon geboten. Auf der anderen Seite haben wir durchaus etwas zu feiern. Unsere Branche hat sich als recht krisenfest erwiesen. Hat es durch Corona einen Digitalisierungsschub in der Branche
gegeben? In anderen, wie zum Beispiel dem Tourismus oder dem Bildungssystem, war das ja durchaus so. Boos – Die Branche war auch vor Corona digital sehr gut aufgestellt. Da gab es diesen Aufholbedarf nicht. Audiobooks sind schon vorher durch die Decke gegangen. Grundsätzlich ist unsere Art zu kommunizieren sicher digitaler geworden durch die Videokonferenzen. Auch wie die sozialen Medien genutzt werden, das hat sich schon vorher extrem entwickelt. Es gibt keinen Verlag mehr, der da nicht Präsenz zeigt. Von den Reisebüros sind viele verschwunden, von den Buchhändlern keiner. Die haben sich sehr schnell auf die veränderte Situation eingestellt, mit Lieferservice und so weiter. Einen Onlineshop hatten » sie meistens schon. Zum Teil nutzen
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14 Uhr. Ich treffe am Stand ein. Europa Verlag. Direkt neben uns Diogenes, schräg gegenüber ein Fachverlag für Bier, nicht weit entfernt Droemer Knaur. Im Regal prangt das Cover von „Tödliche Delicatessen“. Mein erster Roman, mit dem ich ins Finale des Glauser-Krimipreises gekommen bin. 15 Bücher in einer Reihe. Verlagsleiter, Pressedame und Verlagsvolontärin sind sehr freundlich. Überall hängen Plakate: „Thomas Askan Vierich liest live aus ,Tödliche Delicatessen‘ (mit Pudding)“. 14.30 Uhr. Gespräch mit dem Verleger. „Lesen Sie bloß nicht zu viel, die Leute interessiert viel mehr das Drumherum Ihres Romans.“ Immer wieder bleiben Menschen stehen und blättern in meinem Buch. Einige Exemplare sollen schon geklaut worden sein. Ich beobachte, dass die Besucher das Bild hinten auf dem Buch mit mir vergleichen. „Ja, ich bin der Autor …“ Lächeln. „Leider dürfen wir hier auf der Messe keine Bücher verkaufen.“ 15 Uhr. Ein Techniker baut Mikro und Boxen auf. „Wollen Sie stehend oder sitzend lesen?“ Eine junge Frau mit rot gefärbten Haaren meint: „Aber um 16 Uhr liest doch der Grass.“ Darauf die Pressedame: „Aber unser Autor sieht besser aus!“ Die junge Frau wird mich nach der Lesung um ein Autogramm fragen: „Für Nadine, bitte.“ 15.45 U h r . Es haben sich so viele Menschen vor dem Stand versammelt, dass
wir mit der Lesung vorzeitig beginnen. Böser Fehler, sollte ich mir später von Freunden anhören, Stars ließen immer auf sich warten und fingen nie früher an. Ich gebe eine Einführung, lese dann Pompls Sottisen – er ist ein Restaurantkritiker, der bald zu Tode kommen wird – und poltere dabei so laut ins Mikro, dass unser Nachbar von gegenüber kommt und nach der Saalaufsicht verlangt. Nun lese ich übertrieben flüsternd weiter – zum Amüsement des
„Test. Test. Test. Liebe Bücherfreunde, gleich wird hier eine Krimilesung stattfinden. Mit Pudding“ Thomas Askan Vierich
Publikums. Es ist immer noch da, lacht an den richtigen Stellen. Ich komme zur Szene, als Pompl tot auf den Puddingteller sinkt, und frage: „Wollt ihr noch mehr?“ Sie wollen! Am Ende bin ich von rund zwanzig Enthusiasmierten umringt, die Bücher mit meiner Unterschrift wollen. Sie werden jetzt doch verkauft, eine Dame ergattert sogar zwei Exemplare, und am Ende sind sogar die für mich reservierten Exemplare weg.
Jugendbildnis des Autors, circa 2009
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sie auch das Infrastrukturangebot der Sortimenter und Zwischenhändler. Kühne – Die Pandemie hat sich vor allem auf die Literatur- und Kulturveranstalter ausgewirkt: Viele Lesungen und Literaturfestivals, und auch die Frankfurter Buchmesse 2020, waren plötzlich digital und konnten von überall aus der Welt verfolgt werden. Das hat unsere Reichweite immens erhöht. Das ist zum Standard geworden und wird sicher auch so bleiben. Wenn früher 30 Leute bei einer Buchvorstellung waren, sind das jetzt 300 oder noch viele mehr, die sich von überall dazuschalten. Woran alle arbeiten, ist die Monetarisierung von digitalen Veranstaltungen. Das gilt auch für unser Fachprogramm, das in diesem Jahr auch hybrid angeboten wird. Da sind wir zwar immer noch im Versuchsstadium und lernen aus den Erfahrungen des letzten Jahres. Vieles wird jetzt auch bewusst eine Woche vor der Messe stattfinden, weil dann die Leute noch Zeit dafür haben (siehe Kasten). Hat die Pandemie zu einem Schub bei den dümpelnden E-Books geführt? Boos – Nicht wirklich. Wenn überhaupt, dann gab es, verglichen mit dem Gesamtmarkt, nur geringe Steigerungen. Downloads von E-Books sind eher zurückgegangen. Das Streaming hat zugelegt, die Abomodelle, aber das betrifft hauptsächlich Audiobooks. Die Leser*innen haben sich lieber gedruckte Bücher bestellt. Aber im Fachbuch- und im Ratgebersegment wird das E-Book weiterhin eine Rolle spielen. Das gilt besonders für den amerikanischen Markt. Bei der Belletristik eher nicht. Das ist ja vielleicht auch ganz gut so … Boos – Für den stationären Buchhandel auf alle Fälle. Auch für die Autor*innen. Wir kennen das ja aus der Musikindustrie. Da verdient man als Musiker*in nur Bruchteile von Cents am Streaming. Wir müssen aufpassen, dass das nicht im Buchmarkt auch so wird. Da sind wir aber besser aufgestellt als in der Musikindustrie, vielleicht auch durch die Agenten, die schon darauf schauen, dass vernünftige Verträge abgeschlossen werden. Viele Autor*innen gehen ja auch für ihr Audiobook zu anderen Verlagen als für ihr gedrucktes Buch. Informationen für Aussteller: www.buchmesse.de/ausstellen Informationen zum Hygienekonzept der Frankfurter Buchmesse: www.buchmesse.de/besuchen/ hygienekonzept
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Mein erster Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2006
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THE KIDS AREN‘T ALRIGHT:
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– Schwerpunkt – Bunter Herbst
Bunte Blätter und
bunte Bücher
Eintöniges Dorfleben in Österreich, kriminelle Geschäfte an der Adriaküste und vernichtende Restaurantkritiken in der gehobenen Küche: Der Belletristik-Herbst ist richtig stark
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er Herbst hat sich nicht nur im Wetterbericht, sondern auch in den Bücherregalen bemerkbar gemacht. Im Belletristik-Bereich verspricht er neben vielfältigen und aktuellen Themen auch neu entdeckte Klassiker. Drei Buchhändlerinnen präsentieren ausgewählte Neuerscheinungen aus dem Belletristik-Bereich und erzählen von Trends und Themen im Herbst. .
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Text: Hannah Lea Jutz
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Florian Klenk
Foto: © Christopher Mavrič
Eine Geschichte der Versöhnung in polarisierenden Zeiten
»Wahrheit aufdecken und damit die Realität verbessern: bei großen Staatsaffären und auch bei den Nöten eines kleinen Bauern. Dass Klenk das Kleine nicht zu klein ist, macht ihn groß.«
ROBERT MENASSE 160 Seiten. Gebunden. € 20,60 [A] ISBN 978-3-552-07259-6. Auch als E-Book Erscheint am 27. September 2021 zsolnay.at
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– Schwerpunkt – Bunter Herbst
Landleben, Slim-fit-Politiker und wenig bekannte Kulturen Lioba Bauer von der Buchinsel
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or über einem Jahrhundert, im Jahre 1912, wurde die Buchinsel im fünften Wiener Gemeindebezirk gegründet. Seit 2013 führen Lioba Bauer und ihr Sohn die kleine Buchhandlung. Neben Belletristik gibt es in der Buchhandlung auch Kinder- und Jugendbücher, Reiseliteratur und Sachbücher aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Philosophie, Psychologie, Wirtschaft und Geschichte. Über 4.000 Titel finden in der 35 Quadratmeter großen Buchhandlung ihren Platz.
roman“ haben es zwei sehr unterschiedliche Bücher aus dem Residenz Verlag in die Auswahl von Bauer geschafft. Letzteres ist eine „mit einem originellen Rahmen versehene Geschichte österreichischer Romangrößen des 20. Jahrhunderts inklusive aktuellem Bezug zur derzeitigen Abschiebeproblematik.“
Lioba Bauer führt eine Buchhandlung in Wien, die es seit 1912 gibt
Bei den Belletristik-Neuerscheinungen im Herbst, besonders bei Titeln von österreichischen Verlagen und Autor*innen, sind Lioba Bauer vielfältige sowie interessante Themen und Darstellungen aufgefallen: „So finden wir Probleme des Landlebens – ein häufiges Thema in den letzten beiden Jahren – in ,2001‘ (Hanser) von Angela Lehner, in diesem Fall der österreichischen ländlichen Jugend in den 2000ern, oder auch in Nastasa Krambergers ,Verfluchte Misteln‘ (Verbrecher Verlag), wo es um den Kampf mit der Rückständigkeit in einem slowenischen Dorf geht.“ Ebenfalls auf dem Land angesiedelt ist der neue Roman „Die Nachricht“ (Hanser) von Doris Knecht, dieser greife aber zusätzlich die Frage der Selbstbestimmung von Frauen auf. „Mit einem noch nicht aufgearbeiteten, aber schon des Öfteren bearbeiteten Thema österreichischer Geschichte setzt sich Eva Menasse in ,Dunkelblum‘ (Kiepenheuer & Witsch) sprachlich grandios auseinander.“
„Verschissene Zeit“: Belgrader Jugend in den 1990ern“
Neben Themen wie Landleben, Politik und Geschichte sind auch unterschiedliche Kulturen bei den Neuerscheinungen präsent. In „Weiße Nacht“ (Suhrkamp) von Bae Suah tauchen die Leser*nnen in eine schwülheiße Nacht in Seoul ein. „Zum Thema Rassismus legen u. a. Colson Whitehead mit ,Harlem Shuffle‘ (Hanser) und Yaa Gyasi mit ,Ein erhabenes Königreich‘ (Dumont) Titel vor.“ Ein weiterer Titel zum Thema ist „Crap“ (Ars Vivendi) von Scott McClanahan, das in originellen Erinnerungssequenzen von seiner Jugend in einer armen Familie in West Virginia handelt, großartig übersetzt von Clemens Setz.
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Mit „Die verschissene Zeit“ von Barbi Marković, das von der Belgrader Jugend in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts handelt, und Peter Henischs „Der Jahrhundert-
Auch politische Romane dürfen in der Bücherinsel nicht fehlen: „Der derzeitigen (Politiker-)Generation ‚Slim fit‘ nehmen sich Elias Hirschl – unterhaltsam und bös in ,Salonfähig‘ (Zsolnay) – und Reinhard Tötschinger als Rahmenthema für seinen Fälscherroman ,Rochade‘ (Picus) an.“ Von Kremayr & Scheriau ist mit „Mama“ der Erstlingsroman von Jessica Lind, einer jungen Dramaturgin und Drehbuchautorin, zum Thema Schwangerschaft erschienen. „Und der Czernin Verlag bringt mit ,Ausrasten‘ wieder skurrile Wiener Erzählungen von Christopher Wurmdobler heraus, die Mitte September im Filmcasino präsentiert werden.“
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– Schwerpunkt – Bunter Herbst
Fremde Küsse, traumhafte Kulissen und schillernde Persönlichkeiten Petra Hofer von der Grätzlbuchhandlung Lainz
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ur rund 20 Quadratmeter fasst die Grätzlbuchhandlung Lainz von Petra Hofer. Im Juni 2013 eröffnete die Buchhandlung im 13. Wiener Gemeindebezirk. „Die Buchhandlung bietet auf winzigem Raum ein gutes literarisches Sortiment und kann aufgrund ihrer ‚Größe‘ sehr familiär und persönlich agieren – der Name ‚Grätzlbuchhandlung‘ ist hier Programm!“ Die Größe der Buchhandlung erfordert eine präzise Auswahl. „Dabei richtet sich mein Augenmerk weniger auf sogenannte Stapelbücher. Oft sind es die kleineren, unabhängigen Verlage, in denen es Schätze zu heben gilt. Gerne lasse ich mir von den Verlagsvertreter*innen und den Verlagen meines Vertrauens Bücher empfehlen – die Endauswahl treffe ich dann viellesend selbst.“
Träume, mit denen die einen Geschäfte und die anderen Filme machen. Vor dieser Kulisse muss Mario Bulat einen Mord aufklären. Aber tatsächlich scheint jeder schon mehr zu wissen als er.
Petra Hofer präsentiert auf nur 20 qm alles außer Stapelbücher
Bei der Auswahl legt Hofer großen Wert auf sprachliche Qualität, Originalität der Geschichten und verlegerische Sorgfalt. „Die Bücher müssen in erster Linie mich überzeugen, dann kann ich sie auch überzeugend empfehlen.“ Aktuell liest die Buchhändlerin das soeben erschienene Buch „Tal der Herr lichkeiten“ (Matthes & Seitz) von Anne Weber. Im Roman trifft Sperber, ein Mann mittleren Alters, auf eine mysteriöse Fremde, die ihn kommentarlos auf die Lippen küsst und dann wieder verschwindet. Er macht sich auf die Suche nach ihr und landet schließlich in Paris.
Aufgefallen sind Hofer im Herbstprogramm viele Geschichten über dysfunktionale Familien und Beziehungen. Aber auch viele Titel, in denen „MeToo“ und „Black Lives Matter“ eine große Rolle spielen. Ebenfalls spürbar ist, dass der Wunsch nach leichterer Unterhaltung, vermutlich coronabedingt, zugenommen hat. „Hier tue ich mir ein wenig schwer, weil die Bücher oft an meinem Lesegeschmack vorbeigeschrieben sind – aber auch hier gibt es durchaus feine Dinge zu entdecken.“
„Grätzelbuch handlung ist hier Programm“
Ein Buch, das Qualität und Leichtigkeit auf literarisch wunderbare Weise verbindet, ist „Mr. Wilder und ich“ (Folio) von Jonathan Coe, das das Kino-Genie Billy Wilder porträtiert (siehe großes Interview mit dem Autor auf den Seiten 36 ff.).
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„Und da sind noch einige mehr auf meiner Leseliste, die mit großer Freude erwartet werden.“ Mit viel Begeisterung las Hofer auch „Träume und Kulissen“ (Jung und Jung) von Alida Bremer. Der Roman spielt im Split der 1930er, einem Zeitalter der
Einen Lieblingsverlag hat die Buchhändlerin nicht – nur unzählige Lieblingsbücher aus vielen unterschiedlichen Verlagen. „Es erstaunt mich immer wieder, wo sich die Perlen entdecken lassen – insofern sichte ich alle Verlagsprogramme mit Belletristik im Angebot.“ Neben den üblichen Bestsellern, beispielsweise von Donna Leon, sind die Kund*innen der Grätzlbuchhandlung durchaus bereit, unbekanntes Literarisches zu entdecken, und folgen gerne den Empfehlungen von Hofer. „Außerdem sind sie, den Vorlieben der Buchhändlerin folgend, klassikeraffin.“
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Gelassenheit, Gastrokritiker und Geschlechterdiskurse Angelika Schimunek von der Bücherstube
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or 41 Jahren hat schlechterdiskurse in Angelika Schimuder Literatur österreinek die Bücherstube chischer Autorinnen in der Grazer Prokopider Zwischenkriegsgasse eröffnet. Neben zeit. Diese Zeit war in zahlreichen Büchern, vielen Bereichen eine gestapelt bis an die Zeit des Aufbruchs, Decke, gibt es in der der Neuerung und des In der Grazer Bücherstube werden verwinkelten BuchÜberdenkens von alten auch Papierwaren und Tonträger Geschlechterrollen und handlung auch ververkauft gesellschaftlichen Vorschiedene Papierwaren, Karten, Magazine, stellungen. Ebenfalls in den Regalen der Bücherstube zu finden ist CDs und Schallplatten zu entdecken. Was in der Stube keinen Platz findet, wird im Hand- der Roman „Bosch oder Der Einzige und umdrehen von Schimunek bestellt. Die Bel- seine Einzelzelle“ (Ritter Literatur) von letristik sucht die Buchhändlerin nach ihren Günter Eichberger. Im Zentrum des Buchs eigenen Interessen aus. „Außerdem sehe steht Gastrokritiker Bosch, dessen einziger ich mir die Besprechungen in den Medien Genuss an seiner Arbeit in der Verfassung an – falls interessante Titel besprochen wer- von feuilletonistischen Restaurantvernichden, kaufe ich danach ein.“ Bekannt ist die tungen besteht – bis er eine Wunderköchin Buchhandlung auch für den Verkauf von kennenlernt, die zu seinem neuen Ziel wird. „Eine interessante Neuerscheinung ist auch Nachdrucken alter Kinderbücher. ‚Gedankenspiele über die Gelassenheit‘ Bei den Neuerscheinungen legt Schimu- (Droschl) von Ilse Helbich.“ Im Buch erzählt nek großen Wert auf die Verlage Matthes die 1923 geborene Autorin in Anekdoten & Seitz, Friedenauer Presse, Berenberg, Beispiele und Gegenbeispiele zum Begriff. Jung und Jung, Insel und Suhrkamp. Aber Durch ihre angereicherte Lebenserfahrung auch Titel von Ritter, Residenz und Droschl und ihr Weltwissen lässt Helbich die Lesennimmt die Buchhändlerin gerne in ihr Sor- den an dem teilhaben, woran es oftmals timent auf. „Wenn es aus diesen Verlagen fehlt: Gelassenheit. spannende Titel gibt, bestelle ich diese immer sofort nach Ankündigung.“ Aus dem Im Herbstprogramm hat Schimunek Jung und Jung Verlag ist dies beispielweise viele Nachdrucke von Literatur aus den „Mein Leben sieht genauso aus wie ich. 1920er- und 1930er-Jahren entdeckt. „Neben Österreichische Autorinnen der Zwi- aktueller Literatur ist bei den Bücherstubeschenkriegszeit. Ein Lesebuch“ (Jung Kund*innen auch gute und zeitlose Literatur und Jung), herausgegeben von Katharina sehr gefragt.“ Ebenfalls aufgefallen sind der Manojlovic und Kerstin Putz. Im Fokus Buchhändlerin viele Neuerscheinungen von des Bandes stehen Körperbilder und Ge- vergleichsweise jungen Schriftsteller*innen.
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Marktgespräche
Belletristik oder Literatur? „Beim neuen Programm von Piper haben wir uns dazu entschieden, die Programme in ,Populäre Belletristik‘ und ,Literatur‘ zu unterteilen. Das haben wir gemacht, um beiden Programmen noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die populäre Belletristik, die ja viel mehr ist als Unterhaltung, hat seit dem Frühjahr dieses Jahres ein neues Programm im Hardcover, das seiner Bedeutung entsprechend zur Geltung kommen soll. Und zu unserem Literaturprogramm gehört wiederum ja auch das des Berlin Verlags mit seinem ganz eigenen Profil. Unser Eindruck war und ist: So sind die Spitzentitel und die Komposition der jeweiligen Programme besser erfassbar. Auf die Unterscheidung gab es durchwegs positive Reaktionen! Denn dass gerade wir bei Piper nicht an die alten Schubladen E und U glauben, belegen unsere Titel seit Langem, und mein Eindruck ist, dass unser Wunsch,
die Belletristik insgesamt noch mehr zum Leuchten zu bringen, sofort verstanden wurde. Unterteilt wird durch die leidenschaftliche Arbeit der beteiligten Lektorate, die sich bei Grenzfällen nicht nur mit mir, sondern auch untereinander austauschen. Es gibt keine Grenze, denn ob jemand einen Roman wie beispielsweise Chris Whitakers „Von hier bis zum Anfang“ oder „Wie ein Atemzug“ von Ferzan Özpetek eher literarisch auffasst oder unterhaltend, ist in erster Linie eine Frage des individuellen Lektüreverständnisses. Unser literarisches Programm ist in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Das wiederum hat den spannenden Raum für Titel, die weder klar das eine noch das andere sein wollen, größer gemacht. Und das sind – siehe etwa zuletzt „Der Gesang der Flusskrebse“ – oft Bücher, die besonders viele Leserinnen und Leser erreichen können.“
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„Wir wollen die Belletristik zum Leuchten bringen“ Felicitas von Lovenberg, Verlegerin, Geschäftsführung Piper Verlag
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WA S , W E N N A L L E S RICHTIG GUT WIRD? Aus der Branche
Indie rocks Christian Schädl verkauft im Phil Getränke, Snacks, Bücher, Platten und Möbel Bis 2004 war der Oberösterreicher Kulturjournalist mit großem Herzen für Bücher off the beaten path. Seine Mutter betrieb ein Café in einer Tennishalle. In der Gumpendorfer Straße ums Eck vom neuen MuseumsQuartier stand ein Geschäftslokal leer. Es bot Platz für eine Buchhandlung – und mehr. Ein Café? Christian Schädl hatte Lust auf beides. Für Bücher „missionieren“. Und Kund*innen gastronomisch eine gute Zeit bereiten. Außerdem konnte er so die Öffnungszeiten ausdehnen. Solange er seinen Hauptumsatz mit Gastro macht, kann er auch am Abend und am Wochenende öffnen. Und Bücher verkaufen. Oder Schallplatten. Oder Möbel. Das ist bis heute sein Geschäftsmodell mit Snacks und kleiner Küche. Die ist hinter der Bar, und hier „kochen“ die Kellner*innen, überwiegend Student*innen, wer gerade Zeit hat. Die überwiegend jüngeren Gäste dürfen zum Kaffee oder zum „Bobobrot“ oder zum Frühstück bis 16 Uhr Bücher mit an den Tisch nehmen – solange sie sie nicht anpatzen. Das wirkt verkaufsfördernd. Sie können sogar den Möbelklassiker, auf dem sie sitzen, kaufen. Schädel hat viele Independent-Verlage im Angebot, auch englische Versionen von österreichischen Klassikern. Das komme gut beim touristischen Publikum an. Das Phil stehe in jedem Reiseführer, sagt er stolz. Alle suchen nach „Hirnverstärkern“, wie Schädel sein Sachbuchprogramm nennt. Er generiert sogar eigene Besteller wie „Moody Bites“ (Penguin), eine Art Lebensratgeber für jüngere Frauen. „Davon verkaufen wir täglich mindestens ein Buch.“ Manchmal spielen lokale und internationale Indie-Musiker im Phil. Das hier ist wirklich ein Ort zum Zusammenkommen, auch Nachbarschaftstreff. phil. Gumpendorfer Straße 10–12, 1060 Wien, Tel. 01/581 04 89, info@phil.info, Mo 17–1, Di bis So 9–1 Uhr
„Große Ideen, die die Welt retten könnten.“ —The Guardian
„Wie können wir eine Welt erschaffen, in der die Menschen mit sich und der Natur in Harmonie leben, solange wir nicht in der Lage sind, sie uns vorzustellen? Es ist ein Ding der Unmöglichkeit – und genau deshalb ist dieses Buch so notwendig.“ —Cyril Dion, Schriftsteller, Filmemacher und Produzent des Films Tomorrow
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STELL DIR VOR … mit Mut und Fantasie die Welt verändern € 22,90 | 978-3-7066-2698-9 288 Seiten, gebunden
Christian Schädl im Phil für „Hirnverstärker“
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– Die aktuellen Bestseller –
Neue Bestseller von alten Freund*innen Ist man selbst Autor von Sachbüchern und Romanen, wird der Blick auf Best sellerlisten oft zur schmerzlichen An gelegenheit. Weil man selbst nie drauf steht. Und wenn, dann nur sehr kurz, wie ich im Herbst 2009 mit meinem zweiten Roman „Blutgasse“ (Haymon). Um so mehr freut es mich, wenn eine liebe Kollegin aus alten Tagen dort auftaucht. Im Juni stand sie sogar auf Platz 1, jetzt ist es immer noch Platz 6: Beate Maxian mit ihrem Krimi „Die Tote im Kaffeehaus“ (Goldmann). Und wenn ich mich recht erinnere, ist das nicht ihr erster Roman, der hier Platz findet. Sie hat offensichtlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Das gilt auch für Herbert Dutzler mit seinem Krimi „Letzter Knödel“ (Haymon). Die Inns brucker hätten mich dort auch gern einmal gesehen. Sorry … Erfreulich ist auch das Auftauchen des Waldkenners Peter Wohlleben mit „Der lange Atem der Bäume“ (Ludwig). Das richtige Buch zur richti gen Zeit – auch wenn es viele Förster nicht mögen, weil Wohlleben ihre Arbeit kritisiert. Lasst die Bäume in Ruhe, ist in etwa seine These. Ein verdienter Dauerbrenner ist auch Jeff Kinney mit „Greg’s Tagebüchern“ (Baumhaus). Ich habe bei meinem Neffen mitgelesen. Die sind herrlich albern und bringen junge Menschen zum Lesen und Mit machen. Thomas Askan Vierich
Bestseller August 2021 Belletristik Hardcover
1
Belletristik Taschenbuch
1
BERNHARD AICHNER GEGENLICHT btb € 17,50 SIMON BECKETT Die Verlorenen Wunderlich € 24,70
HERBERT DUTZLER Letzter Knödel NEU Haymon Verlag € 15,40
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DORIS KNECHT Die Nachricht Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG € 22,70
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JAN BECK Die Nacht – Wirst du morgen noch NEU leben? Penguin € 15,50
4
SEBASTIAN FITZEK Der erste letzte Tag Droemer HC € 16,50
4
MICHAEL KÖHLMEIER Matou NEU Hanser, Carl € 35,00
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EVA MENASSE Dunkelblum NEU Kiepenheuer & Witsch
€ 25,70
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STEPHEN KING Billy Summers NEU Heyne € 26,80
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PIERRE MARTIN Madame le Commissaire und die panische Diva 2 Knaur Taschenbuch € 11,30 BEATE MAXIAN Die Tote im Kaffeehaus 6 Goldmann € 11,40 SIMON BECKETT Die ewigen Toten NEU Rowohlt TB € 12,40 JOJO MOYES Die Frauen von Kilcarrion 4 Rowohlt TB € 17,50
7
DONNA LEON Flüchtiges Begehren Diogenes € 24,70
8
ROSIE WALSH Ein ganzes Leben lang Goldmann € 12,40
6
VEIT HEINICHEN Entfernte Verwandte NEU Piper € 20,60
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DELIA OWENS Der Gesang der Flusskrebse Heyne € 12,40
MARTINA PARKER Zuagroast Gmeiner-Verlag € 27,00
Kinderbuch
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CLAIRE DOUGLAS Beste Freundin – Niemand lügt so gut wie du Penguin € 13,40 KARSTEN DUSSE Achtsam morden Heyne € 11,30
Belletristik E-Book
1
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HERBERT DUTZLER Letzter Knödel Haymon Verlag € 9,99
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SIMON BECKETT Die Verlorenen Rowohlt Digitalbuch
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BERNHARD AICHNER GEGENLICHT btb € 12,99
4
ROSIE WALSH Ein ganzes Leben lang Goldmann € 9,99
MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch 4. Teuflisch gut! Ueberreuter Verlag, NEU Kinder- u. Jugendbuch € 13,40 JEFF KINNEY Gregs Tagebuch 15 – Halt mal die Luft an! 1 Baumhaus Verlag € 15,50 JEFF KINNEY Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschich 1 ten Baumhaus Verlag € 15,50 AIMÉE CARTER Die Erben der Animox. Das Gift des Oktopus NEU Oetinger € 16,50 CHARLOTTE HABERSACK Bitte nicht öffnen 6: Rostig! – NEU Carlsen € 12,40 ADAM SILVERA They Both Die at the End 11 Simon & Schuster UK € 10,10 RICK RIORDAN Die Abenteu er des Apollo 5: Der Turm des 13 Nero Carlsen € 20,60 MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch 7 Ueberreuter Verlag, Kinder- und Jugendbuch € 13,40 ADAM SILVERA Am Ende sterben wir sowieso Arctis ein Imprint der 9 Atrium Verlag Ag € 10,30 ARAZHUL, FINK, RICHTER Wie ich meine Hausaufgaben im Gefängnis ge 5 macht habe – Ein ArazhulComicAdven ture Community Editions € 15,50
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LUCINDA RILEY Die verschwundene Schwester Goldmann € 17,99
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JOY FIELDING Home, sweet home NEU Goldmann € 15,99
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NORA ROBERTS Mondblüte NEU Blanvalet € 9,99 SEBASTIAN FITZEK 10 Der erste letzte Tag 9
Droemer eBook
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BELLETRISTIK Bernhard Aichner GEGENLICHT BTB
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Doris Knecht Die Nachricht
Marie-Theres Arnbom 15
HANSER BERLIN IN
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BRANDSTÄTTER VERLAG
Die Villen vom Ausseerland
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Von der Pflicht
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Orientierung finden
1
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HANSER, CARL
ZSOLNAY, PAUL
Veit Heinichen
Gerald Hüther NEU
PIPER
Flüchtiges Begehren
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DIOGENES
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LÖWENZAHN
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PANTHEON
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KIEPENHEUER & WITSCH
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Der lange Atem der Bäume
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Zuagroast
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GMEINER-VERLAG
Das Wunder der Wertschätzung
Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben DTV VERLAGSGESELLSCHAFT
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Magnus Myst
Das kleine Böse Buch
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UEBERREUTER VERLAG, KINDER- UND JUGENDBUCH
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Am Ende sterben wir sowieso
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Arazhul, R. Fink, A. Richter
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Finde deinen Seelenpartner
Die Abenteuer des Apollo 5: Der Turm des Nero CARLSEN
GRÄFE UND UNZER
Eckart von Hirschhausen
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Peter Wohlleben NEU
Brot backen mit Christina
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Billy Summers HEYNE
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Bitte nicht öffnen 6: Rostig! CARLSEN
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Kuchen backen mit Christina
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1
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LÖWENZAHN
Lieblosigkeit macht 15 krank
Yuval Noah Harari
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Backen mit Christina
Die Erben der Animox. Das Gift des Oktopus OETINGER
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Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten BAUMHAUS VERLAG
Martin Hinteregger, Albin Tilli, Christian Reichel Martin Hinteregger NEU KATI
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BAUMHAUS VERLAG
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Gregs Tagebuch 15 – Halt mal die Luft an! Jeff Kinney
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Richard David Precht
Der erste letzte Tag DROEMER HC
KINDERBUCH
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David Steindl-Rast
AMALTHEA SIGNUM
Sebastian Fitzek
Die Berge meines Lebens
Magnus Myst Das kleine Böse Buch 4. Teuflisch gut! NEU KINDER- UND JUGENDBUCH
Sepp Forcher
Pfoten vom Tisch! PIPER
Das Kind in dir muss 2 Heimat finden KAILASH
Hape Kerkeling 1
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CARL HANSER VERLAG
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Kurz KREMAYR & SCHERIAU
Simon Beckett
Die Verlorenen
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GRÄFE UND UNZER
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Das Magazin für die österreichische Buchbranche
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€ 24,00
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KATHARINA ROGENHOFER, FLORIAN SCHLEDERER Ändert sich nichts, änNEU dert sich alles Zsolnay, Paul € 20,60
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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash/Sphinx € 11,99 €
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Sebastian Müller ist der neue Geschäftsführer im Szenelokal „Das Lokal im Hof“. Ein bisschen Berlin mitten in Wien
… aber erst mitspielen! Erste Sätze berühmter Romane österreichischer Autor*innen. Welche stammen von welcher Autor*in? 1) Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Russland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. (erschienen 1930 ff.) 2) Als Mary K.s Gatte noch lebte, Oskar hieß er, und sie selbst noch auf zwei sehr schönen Beinen ging (das rechte hat ihr, unweit ihrer Wohnung, am 21. September 1925 die Straßenbahn über dem Knie abgefahren), tauchte ein gewisser Doktor Negria auf, ein junger ru-
mänischer Arzt, der hier in Wien an der berühmten Fakultät sich fortbildete und im Allgemeinen Krankenhaus seine Jahre machte. (erschienen 1966) 3) Die Klavierlehrerin Erika Kohut stürzt wie ein Wirbelsturm in die Wohnung, die sie mit ihrer Mutter teilt. Die Mutter nennt Erika gern ihren kleinen Wirbelwind, denn das Kind bewegt sich manchmal extrem geschwind. Es trachtet danach, der Mutter zu entkommen. (erschienen 1983)
kommen, beobachtete ich die Eheleute Auersberger genau von jenem Ohrensessel aus, in welchem ich in den frühen Fünfzigerjahren beinahe täglich gesessen war und dachte, dass es ein gravierender Fehler gewesen war, die Einladung der Auersberger anzunehmen. (erschienen 1984) Schicken Sie uns Autor*innen-Namen und Romantitel. Wer die meisten richtig hat, kommt in die Verlosung. Googeln gilt nicht …! Jetzt mitspielen und gewinnen auf:
4) Während alle auf den Schauspieler warteten, der ihnen versprochen hatte, nach der Aufführung der Wildente gegen halbzwölf zu ihrem Abendessen in der Gentzgasse zu
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Das Magazin für die österreichische Buchbranche
Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Schriftverkehr, Rechtsweg und Barablöse sind ausgeschlossen. Der Gewinn ist nicht übertragbar oder auszahlbar. Die Gewinner*innen werden schriftlich verständigt. Teilnahmeschluss: 18. Oktober 2021. Datenschutz: Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist eine Angabe von personenbezogenen Daten erforderlich. Die Teilnehmer*innen erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die von ihnen übermittelten Daten von der Falter Verlagsgesellschaft m.b.H., Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, für die Durchführung und Abwicklung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach vollständiger Durchführung des Gewinnspiels umgehend und unwiederbringlich gelöscht.
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FERNE R E D M U r u n t h doch nic ’s ir w n u t , n e is re ir SEINS VOM T »Wenn w R O F s e d h c u a , sondern N E L L lt, UM I e w W s u N a I E H L n L e lt A h ä z e g neten aus rd o e g h c li g ä t shalb r e e d d d n n o v u , S N N E I E N S E G E I S E -ZU-HAU T H C I N s e d , N E L DER LUST WIL SEINS.« T S B L E S H C I S N IC H T Stefan Zweig in New York. Foto: Kurt Severin, 1941. © 2016 David H. Lowenherz, New York
»Häfen und Bahnhöfe, sie sind meine Leidenschaft.« Reisen mit Stefan Zweig Herausgegeben und mit einem Nachwort von Arturo Larcati und Bernhard Fetz
Gelegenheit und Anlass zu reisen hatte Stefan Zweig, der Autor von Weltgeltung, genug. Der Rhythmus von Ankunft und Abfahrt gab nicht nur seinem ruhelosen Leben, sondern auch seinem vielfältigen Schaffen als Schriftsteller den Takt vor. Seine Wander- und Reiselust brachte den Bildungsreisenden an unzählige Orte rund um die Welt. Neben bekannteren Texten versammelt der Band unveröffentlichte Reiseberichte und solche, die an entlegenen Orten erschienen sind. Sie alle führen uns vom Eigenen fort in die Ferne. 400 Seiten, € 26,-, 9783990270172
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FOTO: WIKICOMMONS
MARCEL PROUST: AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT Der erste Satz des Buches ist an Lakonie nicht zu übertreffen: „Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.“ Marcel Proust (1871–1922), asthmakrank seit seiner Kindheit, gelernter Jurist und Kurzzeitbibliothekar, Verwandter des Philosophen Henri Bergson, unter dessen Einfluss er geriet, beginnt die Arbeit an seinem siebenbändigen Romanzyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ nach dem Tod der Eltern. Zwar erlaubte ihm das ererbte Vermögen ein Leben als Privatier, doch die unglückliche Liebe zu seinem Chauffeur stieß den angehenden Autor mit Dandy-Allüren in tiefe Depressionen. Proust schreibt zunächst Gedichte, Kritiken und Essays – das Hauptwerk der „Recherche“ führt dessen Ich-Erzähler anfangs zurück nach Combray, an den Ort von Prousts Kindheit in der Normandie bei den Großeltern. Der Geschmack eines in Tee getauchten Kuchenstückes, eine zufällige Bewegung oder der Anblick einer Weißdornhecke lösen jene Momente privater Erleuchtung und Ekstase aus, auf die es der Autor abgesehen hat. Die Zeit bleibt dann gleichsam stehen. „Unwillkürliche Erinnerung“ treibt das unendlich mäandernde Erzählen an. An die fünfhundert Personen bevölkern schließlich die mehr als 5.000 Manuskriptseiten der „Suche nach der verlorenen Zeit“, gleichermaßen eine radikale Selbstbefragung des Erzählers wie
eine schonungslose Vivisektion der Pariser Gesellschaft der Belle Époque. Noch wird in den Salons im aristokratischen Faubourg Saint-Germain über Wagner-Opern, über Renaissancekunst oder die skandalöse Dreyfus-Affäre schwadroniert, doch die Welt mondäner Melancholie ist 1913, als der erste Band der „Suche“ erscheint, längst dem Untergang geweiht. Zwar tauchen zwischen obskuren Leidenschaften und Liebeshändeln auch die Verwüstungen des Ersten Weltkriegs am Rande auf, doch der Erzähler weiß längst, dass nicht nur eine Epoche zu Ende gegangen ist. Vor allem wird nie mehr wiederkehren, worauf er anfangs gehofft hat: „Wenn ich hinaufging, um mich schlafen zu legen, so war mein einziger Trost, dass Maman, wenn ich im Bett läge, kommen würde, um mir einen Gutenachtkuss zu bringen.“ Kein Jahrhundertautor, der ohne Heiligenverehrung auskommt. Fünfzig Jahre nach Prousts Tod erzählte dessen Haushälterin Céleste Albaret auf erfrischende Weise vom bizarren Alltag des Schriftstellers, von seinen Marotten in Bezug auf Untertassen, Pullover oder welche Decke er sich wünschte, wenn er sich nachts in sein von der Außenwelt schalldicht abgeschlossenes Zimmer begab, um zu schreiben. Proust-Aficionados sei auch der Essay des Historikers Saul Friedländer empfohlen, der Prousts verqueren Umgang mit der eigenen Homosexualität und dessen jüdische Familiengeschichte genauer unter die Lupe nimmt.
„,Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ ist vermutlich das großartigste Beispiel traditionellen französischen Stils in einem Roman“ Saul Friedländer
Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Aus dem Französischen von Eva Rechel-Mertens. Revidiert von Luzius Keller und Sibylla Laemmel. Drei Bände in Kassette. Suhrkamp 2021
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Foto: Meltem Kaya
Fremd gemacht Gebunden mit Schutzumschlag 272 Seiten | € 20,60 (A) ISBN 978-3-89684-289-3
Ebenso ehrlich wie sarkastisch erzählt der Wissenschaftler und Lyriker Ozan Zakariya Keskinkılıç von eigenen Erfahrungen mit antimuslimischem Rassismus. Seine Vision: eine Gesellschaft, die für Widersprüche offen ist.
Bestellungen über Brockhaus Kommission Telefon +49 · 71 54 · 13 27 - 25 oder bei allen Barsortimenten www.edition-koerber.de
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Programmleitung, Mandelbaum Verlag
Text: Elisabeth Krenn-Stuppnig Foto: Nini Tschavoll
„Die beste Wirtschaftsordnung wäre eine, wo Menschen gemeinsam bestimmen, was produziert und konsumiert werden soll“
Martin Birkner M
artin Birkner und die anderen Beschäftigten stellten die Rechtsform des Mandelbaum Verlags um, eine Genossenschaft sollte es sein, damit alle mitbestimmen können. „Wir stehen ja schon alleine von unserem Programm her der herrschenden Wirtschaftsordnung kritisch gegenüber, deshalb sehe ich es als meine Aufgabe, den Verlag gemeinschaftlich zu führen.“ Birkner ist seit frühester Kindheit ein politischer Mensch, aufgewachsen in einem niederösterreichischen Gemeindebau und schon in jungen Jahren in antifaschistischen Zusammenhängen politisch aktiv. Seit 2011 ist er beim Mandelbaum Verlag und leitet die politische Edition „kritik & utopie“. Seit Kurzem ist er für das Programm verantwortlich. Dass er eines Tages in die Buchbranche gehen würde, war alles andere als vorgezeichnet. Vor dem Studium der Politikwissenschaft und Philosophie arbeitete der gelernte Industriekaufmann viele Jahre bei einem großen internationalen Reifenkonzern. „In so einem Betrieb die Verwerfungen, die Pri-
vatisierung, den Personalabbau hautnah mitzuerleben, das prägt einen schon.“ Deshalb setzt Birkner und seine Kolleg*innen, darunter auch der ehemalige Verlagschef Michael Baiculescu, und Vertriebschefin Kathrin Wohlmuth-Konrad (mit im Bild), alles daran, den Verlag im Kollektiv weiterzuentwickeln – ohne strenge Hierarchien und vor allem nicht als „Genossenschaft pro forma“, betont der Verleger. Gleichberechtigung und Vielfalt lebt Birkner auch privat. Er wohnt in einer Wohngemeinschaft mit zwei anderen Berufstätigen, in einer „mittelgroßen Währin-
Mandelbaum Verlag eG
ger Wohnung“ – den Luxus eines eigenen Bungalows im Südburgenland gönnt er sich jedoch auch. Dahin verschlägt es Birkner an rund vier Tagen pro Woche, zum Arbeiten und zum Entspannen. Schließlich ist Birkner auch als Autor tätig. Wie soll es mit dem Mandelbaum Verlag weitergehen? Birkner wagt einen Blick in die Kristallkugel: „Schön wäre es, wir schaffen es, in Zukunft etwas weniger Bücher zu verlegen, die sich aber noch besser verkaufen, ohne an Qualität einzubüßen.“ Der Programmlinie will er dabei natürlich treu bleiben. Nach wie vor legt Birkner – wie schon sein Vorgänger – Wert auf sorgfältig ausgewählte kritische, politische und international ausgerichtete Sachbücher, aber auch auf Koch- und Klangbücher sowie Judaika. Der Verleger schmunzelt und sagt: „Wissen Sie, wir sind eine hedonistische Linke, es geht uns nicht um Verzicht. Die Vielfalt gefällt uns.“
Wipplingerstraße 23 1010 Wien mandelbaum.at
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Holzbaumverlag & Komische Künste Shop & Galerie
Clemens Ettenauer Text: Lisa Schöttel Foto: Nini Tschavoll
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artoons haben für Clemens Ettenauer etwas sehr Reizvolles. Immer an der Schnittstelle zwischen Kunst und Illustration, bieten die grafischen Blätter großen Unterhaltungswert. „Mit einem Bild erreichst du Menschen leichter“, so Ettenauer. Zaubert es den Menschen auch noch ein Schmunzeln ins Gesicht, umso besser. Die Katze sei nach wie vor eine der beliebtesten Protagonistinnen. Bereits zum zweiten Mal zieren komische Bilder des zweitbesten Freundes des Menschen die Ausstellungsräume der Komischen Künste im MuseumsQuartier. Und das kommt gut an. „Mit Katzen kann man einfach nichts falsch machen“, lacht Ettenauer. Nie hätte er sich gedacht, dass er einmal vorwiegend Cartoons und Karikaturen verkaufen würde. Aber als der gelernte Verlagskaufmann über die Anzeige der Komischen Künste stolperte, die Nachfolger*innen für den Shop und die Galerie suchten, beschloss er kurzerhand, diese zu übernehmen. Einen eigenen Verlag führte er bereits: Der Holzbaum Verlag, der schon Bücher wie „Wien in 200 leiwanden Grafiken“ veröffentlichte, wurde schließlich in den Verlag der Komischen Künste überführt. Mittlerweile macht es ihm großen Spaß, diese Art von Büchern zu verlegen und zu verkaufen. „Großartig an Cartoons ist, dass sich auch unbekannte Künstler*innen sehr gut vermarkten lassen – die Bilder sprechen einfach für sich“, so Ettenauer. Mit der renommier-
„Wenn jemand dein Buch durchblättert und euphorisch lacht, ist das für mich das schönste Gefühl“
ten Adresse konnte man auch den Vertrieb professionalisieren und schnell wichtige Verlagsvertreter*innen für sich gewinnen. Humor und Wien sind einer der Schwerpunkte seines Sortiments und der Galerie. Das begeistert besonders Tourist*innen, die den lokalen Bezug lieben. Außerdem versucht Ettenauer, etablierte Karikaturist*innen mit unbekannteren Namen zu mischen und den Besucher*innen ein breites Angebot zu bieten. So vielfältig wie sein Sortiment ist auch sein Tätigkeitsfeld. Neben seiner Arbeit im Verlag, im Shop und in der Galerie organi-
siert er die Indie-Buchmesse BuchQuartier, die leider coronabedingt in diesem Jahr ausfallen muss. Das verschafft dem Tausendsassa aber mehr Zeit, sich um die Ausstellungen und kleinere Projekte zu kümmern. Zudem ist er gerade auf der Suche nach einem weiteren Standort, um so die Ausstellungsflächen der Galerie zu vergrößern. In seiner beruflichen Laufbahn hat er öfter seine „Comfort Zone“ verlassen und ist „damit immer richtig gelegen“. Wollte Ettenauer in seinen Jugendjahren noch im Lektorat oder Journalismus arbeiten, findet er mittlerweile großen Gefallen am Verfassen der Texte zu seinen Ausstellungen und der Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch der Kundenkontakt und der direkte Verkauf machen ihm großen Spaß. „Ich mag das unmittelbare Feedback. Wenn jemand dein Buch durchblättert und euphorisch lacht, ist das für mich das schönste Gefühl.“ Holzbaum Verlag & Komische Künste Shop & Galerie MuseumsQuartier/Q21 Museumsplatz 1 1070 Wien
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Hollitzer Verlag, Wien
Michael Hüttler Text: Lisa Schöttel Foto: Karin Wasner
„Als Theaterwissen schaftler Bücher zum Thema Musik und Theater zu verlegen ist, wie ständig aus dem Honigtopf zu naschen“
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eit jeher gilt Michael Hüttlers Inte resse Büchern. „Als mir die einmalige Möglichkeit geboten wurde, Verlags leiter zu werden, noch dazu in einem Ver lag, der auf Musik und Theater spezialisiert sein sollte, konnte ich einfach nicht Nein sa gen“, erzählt er. Trotzdem war für den The aterwissenschaftler und ehemaligen Lektor am Institut für Theater, Film und Medien wissenschaften jeder einzelne Schritt eine Herausforderung, als er 2011 den Hollitzer Verlag mitbegründete. Aus heutiger Sicht ein „Himmelfahrtskommando, denn damals wurden Verlage reihenweise geschlossen oder von großen internationalen Ketten ge schluckt“. Teilweise konnten so „heimatlos“ gewordene wissenschaftliche Buchreihen übernommen, fortgeführt und renommierte Autor*innen gewonnen werden. Die Spezialisierung auf wissenschaftliche Werke im Bereich Musik, Theater und Kul turgeschichte habe sich ausgezahlt. „Gerade in Österreich gibt es sehr viele akademische Institutionen, die in diesem Bereich for schen und lehren“, sagt Hüttler. Er und sein
akademisch ausgebildetes Team legen gro ßen Wert auf die persönliche Betreuung der Autor*innen sowie auf eine gute handwerk liche Gestaltung und Produktion der Bücher. „Gerade im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens ist dies nicht mehr selbstver ständlich. Bei den großen Verlagen sind die Autor*innen oft nur mehr eine Nummer unter vielen“, so Hüttler. „Die Manuskripte werden manchmal ohne Kontrolle über nommen und hinausgeschossen. Das gibt es bei uns nicht.“ In den letzten Jahren baute Hüttler eine kleine, feine BelletristikEdition auf, deren thematischer Schwerpunkt ebenfalls im Be
Hollitzer Wissenschaftsverlag
Trautsongasse 6/6 1080 Wien www.hollitzer.at
reich Musik und Theater liegt. „So konnten wir beispielsweise die letzten beiden Roma ne von Nobelpreisträger Dario Fo erstmals auf Deutsch veröffentlichen oder Werke von bekannten Regisseuren wie Richard Blet schacher oder Alfred Kirchner verlegen.“ Gerade sei auch ein Buch des renommierten Dirigenten Martin Sieghart in Vorbereitung, und mit dem russischen Schriftsteller Ma xim Ossipow schaffte es der Verlag auf die Shortlist des Internationalen Literaturprei ses. „Das sind herrliche Glücksmomente.“ Hüttler selbst komme jetzt seltener zum Schreiben. Seine Erfahrung als Autor nutze er aber, um sich in die Bedürfnisse seiner Autor*innen einzufühlen. Insgesamt genießt der Verlagsleiter die Arbeit im „lebendigen Feld der Wissenschaft“, das immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. „Ein neues MozartPorträt wird gefunden, Beet hoven aus anderer Perspektive beleuchtet.“ Und als Theaterwissenschaftler Bücher zum Thema Musik und Theater verlegen zu können sei sowieso, „wie ständig aus dem Honigtopf zu naschen“.
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Freie Verlagsvertreterin für arsEdition, Carlsen, Thienemann-Esslinger
Text: Lisa Schöttel Foto: Peter Wagner
Renate Fladischer A
ls Verlagsvertreterin schließt Renate Fladischer die Kette zwischen den Verlagen und den Buchhändler*innen. „Ich kenne das Programm der Verlage, aber auch die Bedürfnisse der Buchhändler*innen und ihrer Kund*innen – diese beiden Enden gilt es zu verbinden“, sagt sie. Seit über 20 Jahren ist Fladischer im Außendienst in Österreich unterwegs und somit in der österreichischen Buchhandelszene bestens vernetzt. Nachdem sie viele Jahre für Random House durch Österreich gereist war, trat sie 2021 die Nachfolge von Johannes Ohr an und vertritt seitdem die Verlage arsEdition, Carlsen und Thienemann-Esslinger. Für sie nach wie vor ein „spannender Job, der viel Abwechslung bietet“. Gelernt hat Renate Fladischer in der Buchhandlung De Facto in Bruck an der Mur in der Steiermark. Schon damals war sie vorwiegend in der Kinderbuchabteilung und für das Belletristik-Sortiment tätig. Vertreter Wilhelm Höller sprach die damals 19-Jährige an, ob sie nicht in den Außendienst wechseln wolle. „Er hatte gerade Coppenrath und Spiegelburg dazubekommen – die durfte ich dann in ganz Österreich vertreten“, erzählt
„Mir gefällt diese Vermittlerrolle, die ich zwischen den Verlagen und den Buchhändler*innen einnehme“ Fladischer. Ein Sprung ins kalte Wasser: „Der Anfang war nicht immer leicht – ich musste alle Buchhändler*innen, Buchhandlungen und Sortimente kennenlernen“, so Fladischer. Rasch baute sie sich ein Netzwerk auf und wechselte nach diesen „Lernjahren“ zu Mohr Morawa. Nach weiteren Stationen etwa bei der Verlagsgruppe Random House sei sie jetzt wieder – „back to the roots“ – beim Kinderbuch angelangt. Laut Fladischer hat das Kinderbuch nicht zuletzt durch Corona einen großen Aufschwung erlebt. „Viele Jugendliche haben die Freude am Lesen neu entdeckt.“ Besonders beliebt seien Manga-Comics. Auf ihren Reisen als Vertreterin tauscht sie sich
mit den Buchhändler*innen aus. „Ich frage nach, wie die Leseexemplare angekommen sind und was sie am Programm gut finden.“ Diese Reisen sind für Fladischer etwas ganz Besonderes. „Mir gefällt diese Vermittlerrolle, die ich zwischen den Verlagen und den Buchhändler*innen einnehme.“ Im März wurde Renate Fladischer in den Vorstand des HVB gewählt und vermittelt seitdem auch Themen innerhalb der Branche. Ein Anliegen ist ihr das Schulbuch, „das auch in den kommenden Jahren bei den Buchhändler*innen bleiben muss“. Dies sei vor allem für Schulbuchausstellungen wichtig. Im letzten Jahr hat sie der Zusammenhalt innerhalb der Branche beeindruckt. Umso wichtiger sei es, dieses Miteinander auch in die öffentliche Diskussion zu tragen. Gemeinsam soll mehr Werbung für den heimischen Buchhandel gemacht und dieser dadurch nachhaltig gestärkt werden.
Verlagsvertretung Renate Fladischer www.fladischer-verlage.at
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Ich, Jonathan Coe, Romancier Der britische Schriftsteller, ein weltweit geschätzter Chronist der letzten vierzig Jahre, weiß ganz genau, weshalb er die Romanform schätzt: Sie ermöglicht Weitläufigkeit und Offenheit
Jonathan Coe ist der Chronist Englands seit den 1970erJahren. Sein neuer Roman dreht sich um Billy Wilder
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Interview: Erich Klein
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onathan Coe, 1961 in Birmingham geboren, lebt in London. Für dreizehn Romane, die zum Großteil auch ins Deutsche übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2019 den European Book Prize. Zuletzt erschienen im Folio Verlag sein Brexit-Roman „Middle England“ (2020) und „Mr. Wilder und ich“ (2021). Herr Coe, Sie wurden vor einigen Tagen sechzig – nachträglich alles Gute! Jonathan Coe – Danke. Ich bin jetzt in meinen Sechzigern, und das ist einigermaßen ernüchternd. Ich wurde sechzehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, und das ist schwer in den Kopf zu kriegen – sechzehn Jahre, das ist 2005, und für mich jüngste Geschichte, eigentlich gestern. Woran arbeiten Sie gerade? Welche Bücher haben Sie geprägt? Coe – Ich arbeite an einem Kapitel über das Finale der Fußballweltmeisterschaft 1966 – ein wichtiger Moment in der britischen Nachkriegsgeschichte. Erst heute Morgen habe ich ziemlich viel über meine Kindheit nachgedacht und war überrascht, wie ruhig, konservativ, provinziell und ereignislos es damals in Birmingham war. Gänzlich unliterarisch. Ich wuchs in einem Haushalt auf, in dem es nicht viele Bücher gab, nur die sogenannte Bahnhofsliteratur. Mein Vater las das: Arthur Hailey und Harold Robbins. Meine Mutter war eine leidenschaftliche Krimileserin, wir hatten immer die neueste Agatha Christie. Ich erinnere mich auch, dass sie mir daraus vor dem Einschlafen vorgelesen hat. Und die ersten Bücher, die Sie selbst lasen? Coe – Mit acht oder neun, also Ende der 1960er-Jahre, habe ich gelesen, was alle englischen Kinder lasen: Enid Blytons „Fünf Freunde“ oder „Die drei ???“, beides auch in Deutschland sehr populär. Es gab weitere Detektivgeschichten für Kinder mit Alfred Hitchcock am Cover, der damals nicht nur als Regisseur, sondern überhaupt als Person sehr berühmt war. Ich habe diese Bücher verschlungen, dann ist Sherlock Holmes an die Reihe gekommen. Die Begeisterung dafür habe ich mit meinem Großvater geteilt und mit ihm die Sherlock-Holmes-Geschichten besprochen. Sherlock Holmes hat mich auch zu Billy Wilder gebracht, der gegen Ende seiner Karriere einen Film über diese Figur gedreht hat – der erste Wilder-Film, den ich gesehen habe. Enid Blytons Romane werden heute für ihre klischeehafte Darstellung der Geschlechter-
rollen und anderer politischer Inkorrektheiten kritisiert … Coe – Enid Blyton war jene Autorin, die mich und den Großteil meiner Generation zum Bücherlesen gebracht hat. Ich bin ihr dafür dankbar. Auch meine Töchter haben mit ihr zu lesen begonnen. Sie war sicher keine große Schriftstellerin, aber sie hat gute Abenteuergeschichten erfunden. Was das „Umschreiben“ älterer Autoren und Bücher betrifft, da befinden wir uns auf glitschigem Terrain. Wir müssen einen Weg finden, damit umzugehen, denn es handelt sich um ein grundsätzliches Problem. Die Frage ist, wie wir die Literatur früherer Zeiten lesen. Gelegentlich fällt einem diese Diskussion schwer, aber ich bin bereit, sie zu führen. Was ich allerding nicht mag, sind absolutistische Po-
„Was ich allerdings nicht mag, sind absolutistische Positionen: Einen Autor zu verbieten und zu entsorgen oder aber einfach alles zu lassen, wie es war“ Jonathan Coe
sitionen: Einen Autor zu verbieten und zu entsorgen oder aber einfach alles zu lassen, wie es war. Wie bei vielen aktuellen Fragen bewegen wir uns in einem schwierigen Graubereich zwischen Extremen. Ihr neuer Roman „Mr. Wilder und ich“ spielt in den 1970er-Jahren, die auch in Ihren früheren Büchern zentral sind … Coe – Reiner Zufall. Ich wollte über eine Phase von Billy Wilders Leben und seine Entwicklung als Künstler schreiben, als er seinen späten Film „Fedora“ machte. Der Film wurde 1976 gedreht und kam 1979 heraus. Was mein eigenes Land in diesen Jahren betrifft, darüber habe ich schon in „Erste Riten“ („The Rotter’s Club“) geschrieben. Außerdem war es für mich eine spezielle Erfahrung, einen Roman zu schreiben, der zum Großteil in Amerika und in mehreren europäischen Ländern, also außerhalb Englands, spielt. Damit habe ich unbekanntes Terrain betreten. Ein weiterer Zufall ist, dass ich in den 1970er-Jahren begann, mich für
Billy Wilder zu begeistern, angefangen mit „Das Privatleben des Sherlock Holmes“. Der erste Wilder-Film, den ich im Frühsommer 1979 im Kino sah, war „Fedora“. Merkwürdig, dass ich mich für Billy Wilder gerade zu einem Zeitpunkt zu interessieren begann, als sich seine Karriere ihrem Ende zuneigte. Die Geschichte um den angeblich toten Filmstar Fedora, der auf einer italienischen Insel lebt, ist ein sehr merkwürdiger, um nicht zu sagen: krauser Film. Sie haben daraus eine großartige Satire gemacht. Coe – Es ist nicht Wilders bester Film, und wenn jemand sagt, er schaue sich jetzt „Fedora“ an, bekomme ich immer ein wenig Angst um meinen Roman (lacht). Nein, tun Sie das lieber nicht! Schauen Sie „Sunset Boulevard“, „Das Appartement“, „Manche mögen’s heiß“ oder „Eins, zwei, drei“ an. Bei mir geht es um die Schwierigkeiten beim Machen des Films. Das Ganze funktionierte schon als Story nicht, und wie so oft wurde das Casting zum Hauptproblem. Ich will nicht sagen, dass Marthe Keller und Hildegard Knef schlecht gespielt haben, doch Billy Wilder wollte für seinen Film lebende Kinolegenden, Marlene Dietrich in der Rolle der Gräfin und Fay Dunaway als Fedora. Die Aura dieser Schauspielerinnen hätte den Film auf eine andere Ebene gehoben, es wäre noch einmal so etwas wie „Sunset Boulevard“ entstanden. Bedenkt man, welch perfekte Drehbuchschreiber Wilder und Diamond gewesen sind, verwundert schon, dass die zweite Hälfte des Films fast nur aus Rückblenden besteht. Ich habe den Film oft gesehen und weiß, wie vergnüglich der erste Teil ist, bis es William Holden endlich gelingt, ein Treffen mit Fedora zu arrangieren, dann erschlafft mein Interesse. Sie sagten einmal, Verfasser von Romanen müssten sich heute mit Techniken wie Foto und Film auseinandersetzen. Zu meiner Überraschung fand ich Bildbände über Humphrey Bogart und James Stewart von Ihnen … Coe – Das war vor fast dreißig Jahren, sehr schnell entstanden, um Geld zu verdienen. Ich habe nicht sehr von mir selbst in diese Bücher hineingesteckt. Aber es war eine interessante Arbeit. Die Verleger hatten wunderbare Fotos von Bogart und Stewart gesammelt und suchten jemanden, der möglichst schnell dreißigtausend Wörter schreiben kann, um daraus ein Buch zu machen. Der zehn Jahre später entstandene Roman „Regen, bevor er fällt“ erzählt dann, ausgehend von Fotos, die Geschichte einer ganzen Familie. Ich werde öfter auf Musik in meinen Romanen angesprochen, und es ist »
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Bücher von Jonathan Coe im Folio Verlag (Wien/Bozen) M r. W ild e r u n d ic h . R o m a n ( 20 21 ) . A u s d e m
E n g lis c h e n v o n
C a th r in e H o r n u n g Los Angeles, Sommer 1976: Die junge Athenerin Calista gerät zufällig in eine Runde älterer Herren, ohne je vom Kinoregisseur Billy Wilder und dessen Drehbuch-Ko-Autor Diamond gehört zu haben. Sie wird eingeladen, beim Dreh von Wilders vorletztem Film „Fedora“ auf der
„Ich dachte mir also – okay, wenn Wilders Leben erzählt werden muss, soll das in Form eines Drehbuches, in seiner eigenen Ausdrucksweise, geschehen“
Insel Madouri als Dolmetscherin zu arbeiten, und erfährt immer mehr Details über den großen Regisseur. Jonathan Coe erzählt die Geschichte aus Calistas Perspektive in einem Roman voller Eleganz und Witz à la Wilder und vor allem als großes Kino.
Jonathan Coe
M id d le E n g la n d R o m a n ( 20 20 ) . A u s E n g lis c h e n v o n
C a th r in e H o r n u n g u n d D ie te r F u c h s Benjamin Trotter schreibt seit dreißig Jahren an einem Roman; seine Schwester Lois Potter, seit einem Bombenanschlag der IRA in den 1970er-Jahren traumatisiert, schafft es nicht, ihre unglückliche Ehe zu beenden; Nichte Sophie, Kunstgeschichtedozentin, verliebt sich in ihren Fahrlehrer, rassistisch und Brexit-Wähler. Ein satirisches Gesellschaftspanorama mit politischen Ansichten von edel-links bis nationalistisch-rechts – und alle suchen England. N u m m e r 1 1 . R o m a n ( 20 1 7 ) A u s d e m E n g lis c h e n v o n K a r in F le is c h a n d e r l Moralisch bankrotte Bankiers, Menschen, die an der städtischen Essenstafel Schlange stehen, und eine alteingesessene Familie, die das Land als Bedienungsladen für persönlichen Profit versteht, sind die Staffage für das Roadmovie zweier Freundinnen seit Kindertagen, Rachel und Alison, durch Britanniens Alltag.
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sicher kein Zufall, dass die Hauptfigur in „Mr. Wilder und ich“ eine Komponistin von Filmmusik ist. Das Buch hat ab der Eröffnungsszene einen gewissen visuellen Drive, wenn da ein Kind von einer Rolltreppe springt. Das sollte wie im Film funktionieren. Wenn ich über Kino schreibe, wird mein Erzählen immer sehr visuell. Das ist auch der Grund, warum dieser Roman eine ganz andere Textur besitzt als all meine früheren Bücher. Der Hollywood-Regisseur Billy Wilder war aus Nazi-Deutschland emigriert, kam 1945 als Besatzungssoldat zurück und machte einen Film über den Holocaust. Als er später „Fedora“ drehte, empfand er es als Kränkung, dass er für seinen Film Finanziers in Deutschland suchen musste. An zentraler Stelle Ihres Romans heißt es: „Ich meine“, sagt Billy, „dass ich mit diesem Film nichts zu verlieren habe. Wenn es ein großer Erfolg wird, ist es meine Rache an Hollywood. Wenn es ein Flop wird, ist es meine Rache für Auschwitz.“ Hatten Sie keine Angst vor solchen Witzen? Coe – Natürlich hatte ich ein wenig Angst davor, aber genau diese Bemerkung war der Grund, warum ich das Buch überhaupt schreiben wollte. Als ich diesen rabiaten Scherz in einem Interviewbuch vor fünfzehn Jahren erstmals gelesen habe, wusste ich, darüber will ich einen Roman schreiben. Der Scherz war ausgesprochen kühn und warf
eine Unmenge an Fragen über das Verhältnis von Leiden und Humor auf. Dieses Motiv spielt in all meinen Romanen eine gewisse Rolle, und ich wusste immer, dass ich mich damit einmal ganz explizit befassen muss. Was Sie in Form einer Satire gemacht haben … Coe – Der erste Teil des Romans ist die komische Geschichte einer jungen Griechin, die sich plötzlich in einem Milieu wiederfindet, das sie nicht versteht. Hier konnte ich alle Wilder-Gags unterbringen, die ich kannte. Dann kommt der Moment, in dem ein junger Kerl Wilder auf sein Verhältnis zu Deutschland anspricht. Ich stand vor der Frage, wie diese sehr unterschiedlichen Dinge miteinander zu verbinden sind. Sehr rasch war mir klar, dass es nur in Form eines fiktiven Drehbuches funktionieren konnte. Die Hauptfigur Calista konnte das nicht erzählen, weil sie noch nicht lebte, als diese Dinge passierten. Wilders Geschichte von ihm selbst in Form eines Monologs erzählen zu lassen, wäre mir für den Leser zu langweilig gewesen. Es ist eine sonderbare Sache mit Wilder – soweit ich weiß, hat er, nachdem er aufgehört hatte, als Journalist zu arbeiten, nur noch Drehbücher geschrieben. Nichts anderes! Ich habe keinen einzigen Artikel oder Essay von ihm gefunden. Er gab eine Menge an Interviews, hielt aber nie Vorträge. Ich dachte mir also – okay, wenn Wilders Leben erzählt werden muss, soll das in Form eines Drehbuches, in
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Kontinent Kinderbuch seiner eigenen Ausdrucksweise, geschehen. Nach dieser Entscheidung war das Schreiben dieses Drehbuches eine rein technische An gelegenheit, die rasch vonstatten ging. Billy Wilder hadert in Ihrem Roman mit dem Erfolg von Steven Spielbergs „Weißer Hai“. Keine zwanzig Jahre später entstand „Schindlers Liste“, den Wilder selbst gern gemacht hätte. Angesichts der Naziverbrechen hatte Humor bei Spielberg verständlicherweise keinen Platz. Coe – Schwierig. „Schindlers Liste“, so senti mental der Film auch sein mag, wurde von vielen Menschen gesehen und hielt die Er innerung an die Opfer der Nazis wach. Was ich an Billy Wilder schätze: Er war ein kom merzieller Filmemacher, der nie etwas an deres sein wollte und auch nie etwas anders gemacht hat. Ich lasse ihn das in meinem Buch ganz direkt sagen: „Ich kann keine Fil me für sechs Zuschauer machen, ich möch te, dass meine Filme von Millionen gesehen werden.“ Und das wurden sie auch. Für mich ist er einer der wenigen Künstler, denen es gelungen ist, eine ganz und gar persönliche Sicht der Welt auf die Leinwand zu bringen. Wir verstehen bis heute, was damit gemeint ist, wenn es heißt, ein Film sei „wilderesk“. Ich schätze ihn vor allem für seine Fähigkeit, in einem gnadenlos kommerziellen Film system zu arbeiten und dabei Kunst zustan de zu bringen. Bei „Fedora“ erlebt man auf sehr schmerzhafte Weise, dass dieser Pro zess an sein Ende kommt. Dennoch trägt der Film noch immer Wilders persönliche Hand schrift. Es steckt sehr viel von ihm selbst da rin. Der Film wurde ein finanzielles Desaster und Wilder danach nur noch einmal enga giert, um einen Film zu machen. Wilder, ein auch kommerziell erfolgreicher, großer Künstler, machte Filme, die etwas wie Romane waren. Wie sehen Sie das Verhältnis heute – wird Netflix der Literatur den Todesstoß versetzen? Coe – Netflix ist eine Streamingplattform mit Inhalten, die so gut oder schlecht sind wie ihre Autoren. Ich schaue gern Geschich ten am Bildschirm an – außerdem musste ich in den letzten achtzehn Monaten zu hause bleiben, und Netflix hat mir geholfen, durch die Lockdowns zu kommen. Letztlich sind aber neun von zehn dieser Endlosserien unbefriedigend. Die außerordentliche Quali tät von Wilders Filmen besteht gerade in der Schönheit ihrer Erzählstruktur und des Ge schichtenaufbaus. So etwas ist in den zehn, zwölf Stunden einer NetflixSerie kaum zu erreichen, in zwei Stunden geht das leichter. Auch wenn Wilders Dialoge manchmal nicht
so gut sind, die strenge Architektur seiner Filme stellt für mich eine Form von Kunst dar, auf die man heute nur noch sehr selten trifft. Die klassische erzählerische Eleganz ist seit den 1970erJahren verschwunden und heute praktisch nicht mehr zu finden. Ich bin wie Wilder in Bezug auf die klassische Filmgeschichte ein wenig nostalgisch. Aber Sie sind nicht nostalgisch in Bezug auf die klassische Literaturgeschichte? Coe – Auch das wird nicht leichter – im Gegenteil schwieriger. So wie Wilder, als er „Fedora“ machte, befinde ich mich selbst an einem besonderen Punkt meiner Karri ere. Im Alter von sechzig oder siebzig sollte man auch als Romancier erkennen, dass der Taktstock möglichst elegant an die jüngere Generation weiterzugeben ist. Ich bin über zeugt, dass die Probleme des gegenwärtigen Lebens, also das, womit sich Fiktion immer beschäftigen muss, besser von Schriftstellern zwischen zwanzig und vierzig abgehandelt werden als von Sechzigjährigen. Ich schrei be gerade einen Roman, der mit England in den Jahren 2020 und 2021 zu tun hat. Um die Ursachen unserer heutigen Schwierigkeiten freizulegen, gehe ich darin in die Geschichte zurück. In diesem Roman spielt sehr wenig in der Gegenwart. Ich möchte wissen, wie es dazu kam – kann aber auch gleich sagen, dass es kein Buch über die Pandemie oder den Lockdown wird. Etwas Bedeutsames da rüber wird man erst in einigen Jahren schrei ben können. Wann war Ihnen klar, dass Sie als Romancier zum Chronisten des englischen Alltags ab den 1970er-Jahren würden? Wann fanden Sie Ihre eigene Stimme als Autor? Coe – Die eigene Stimme ist etwas, das sich entwickelt, sie stellt sich nicht in einem be stimmten Moment ein. Wenn ich auf meine dreizehn bisherigen Romane zurückblicke, war sie mit „Erste Riten“ („The Rotter’s Club“ 2001 erschienen) da. Doch es gibt einen Ro man, den ich mit neunzehn begonnen und mit einundzwanzig fertiggeschrieben, aber nie veröffentlicht habe. Voriges Jahr unmit telbar vor dem Lockdown sollte ich in Bir mingham einen Vortrag halten und wusste nicht, worüber ich reden sollte. So grub ich diese Geschichte aus und war ziemlich er staunt, dass all das, womit ich mich später befassen sollte, in Embryogestalt schon vor handen war. Der Roman handelt von ganz normal arbeitenden Menschen in Birming ham, und ich machte mich darin auf die Su che nach Momenten des Dramas, der Schön heit und der Leidenschaft. Genauer gesagt, es war der Versuch, das Alltags »
Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at
1:0 für Bibi Blocksberg Immer wieder lohnt sich ein Blick in die aktuelle KIMStudie zum Mediennutzungsverhalten der 6- bis 13-Jährigen (Erhebungszeitraum August bis Oktober 2020). Nicht sensationell unerwartet ist der Umstand, dass die pandemiebedingt verstärkte Anwesenheit zu Hause keine großen Auswirkungen auf die mediale Freizeitbeschäftigung der Kinder hatte: Sie sehen immer noch am liebsten fern, und Streamingdienste werden immer wichtiger. Was mich aber bei der Lektüre des fast 100-seitigen Forschungsberichts, nachzulesen unter www. mpfs.de, doch überrascht hat: Auf die Frage „Gibt es eine Lieblingsperson/-figur, für die du besonders schwärmst“, sagten 62 % der Jungen und 64 % der Mädchen „ja“, und dann heißt es: „Nach Personen aus dem Familien- und Verwandtenkreis der Kinder steht Bibi Blocksberg auf dem ersten Platz bei den Einzelnennungen der Sechs- bis 13-Jährigen. Auf Platz zwei folgen die Fußballer Cristiano Ronaldo, Manuel Neuer und Robert Lewandowski.“ Nun habe ich die leise Vermutung, dass viele Kinder die gute Bibi nur aus der Zeichentrickbzw. Realserie kennen, maximal noch aus der Hörspielreihe, nicht aus Büchern. Egal. Bibi Blocksberg schlägt Cristiano Ronaldo! Das wäre doch mal eine Schlagzeile.
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leben zu romantisieren – etwas, das ich bis heute mache. Vermutlich war das der Anfang meiner eigenen Stimme als Schriftsteller – aber wer kann schon sagen, dass er seine eigene Stimme gefunden hätte. Folgt nun eine Dystopie, ein derzeit sehr populäres Genre? Coe – Es ist nicht so, dass es mich nicht interessieren würde, aber ich kann es nicht. Mein Gehirn ist für dieses Genre nicht geeignet. Ein Autor, den ich sehr bewundere, ist der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro. Er schreibt immer öfter Dystopien, beinahe Science-Fiction. Er schreibt so über die Gegenwart. Meine Sache ist eher, auf die Geschichte der letzten vier Jahrzehnte zu schauen. Gedichte haben Sie nie geschrieben? Coe – Kann ich nicht. Ich habe es versucht: Es gibt in meinen Romanen einige Gedichte, die von mir stammen. „Das Haus der Schlafes“ endet mit einem Gedicht, Benjamin Trotter schreibt in „Klassentreffen“ Gedichte. Ich wurde von Musikerfreunden, die es schwer fanden, Songtexte zu verfassen, mehrfach gebeten: Du bist der Schriftsteller, schreib
uns etwas. Es ist eine Frage des Punktes auf der Skala, auf der du arbeitest: Ich kann mich auf vierhundert Seiten ausdrücken, finde es aber äußerst schwierig, dasselbe in drei Versen zu tun. Es ist mir unmöglich, mich in einem derart kompakten Raum unterzubringen. Das ist auch der Grund, warum ich nur sehr selten Kurzgeschichten schreibe. Der Avantgardeautor B. S. Johnson, über den ich eine Biografie verfasst habe, war ein Meister der kleinen Form und schrieb dauernd gegen den Roman an, ich jedoch schätze am Roman seine Weitläufigkeit und Offenheit. Wenn du das erzählerische Momentum einmal erreicht hast und die Erzählung wirklich in Gang kommt, kannst du ganz gelassen zwanzig Seiten lang abschweifen. Bei einem Film wäre das fatal, in einem Song oder einem Gedicht gibt es dafür keinen Platz. Im Roman gibt es sehr wenige Einschränkungen, und deshalb ist der Roman nicht nur meine bevorzugte Form, sondern hat mich in Beschlag genommen. Großbritannien wird gerade von der Geschichte des British Empire eingeholt. Wie schaut es mit Englands Zukunft aus?
Coe – Wenn es wieder groß sein will, muss das auf andere Weise geschehen als in der Vergangenheit. Viele der aktuellen politischen Debatten lassen sich als Generationsfragen erklären. Die jüngere Generation, etwa die meiner beiden Töchter, weiß sehr wenig über die Geschichte des Empire – und wenn, sind sie darüber eher beschämt als stolz. Nach dem Abtritt meiner Generation wird es eine radikale Neubewertung der englischen Geschichte geben: Noch mehr Denkmäler werden gestürzt, noch mehr Kunstgegenstände restituiert. Dagegen opponieren vor allem die älteren Generationen heftig. Boris Johnsons Regierung instrumentalisiert den Konflikt sehr zynisch. Für sie ist es nützlich, Kulturkriege zu entfachen, um von den praktischen Problemen abzulenken, die das Land hat. Die Zeitungen sind voll mit Artikeln über Schriftsteller, die irgendwo gecancelt, und Fernsehprogramme, die nicht mehr gezeigt werden, oder über die Verwicklung britischer Familien in den Sklavenhandel. Über all dies muss diskutiert werden – aber die Richtung, in die es weitergeht, ist nur eine, und sie wird von der jüngeren Generation entschieden. «
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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar
„Für mich als Verleger haben die Lockdowns einmal mehr gezeigt, dass jeder kleine literarische Verlag ohne den lokalen, unabhängigen Buchhandel verloren ist“
Nicht von Pappe, der Buchhandel Ein großer Dank an den lokalen, unabhängigen Buchhandel aus Zürich Text: Daniel Kampa
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udolf C. Bettschart, der geniale Geschäftspartner von Diogenes-Gründer und -Verleger Daniel Keel, ohne den der Zürcher Verlag niemals so erfolgreich geworden wäre, rauchte nur Zigarillos oder Zigarren, nie Zigaretten: „Papier ist zum Bedrucken da, nicht zum Rauchen“, pflegte Bettschart zu sagen. Zwar rauche ich nicht, aber an diesen Spruch musste ich denken, als die Branche in diesem Sommer in eine Papierkrise geriet: Steil ansteigende Preise und Lieferzeiten, die so lang sind, dass sogar die Süddeutsche Zeitung in einem großen Artikel über die Misere berichtete und titelte: „Suhrkamp gehen die Pappen aus.“ Wenn also Thomas Bernhards Werk in Österreich nicht verkauft werden kann, liegt das diesmal nicht an einer testamentarischen Verfügung des Autors. Spaß beiseite: Für einen kleinen, unabhängigen Verlag wie unseren – und von Kollegen aus Häusern ähnlicher Größe höre ich das Gleiche – wird
es brenzlig, wenn die Druckereien auf einmal unisono die Preise um fünf Prozent anheben. Noch schlimmer ist es, wenn Novitäten oder Nachdrucke nicht rechtzeitig fertig werden, weil Papier fehlt. Höhere Kosten gepaart mit Umsatzeinbußen – und das in Zeiten von Corona. Zu Beginn der Pandemie bestellte Amazon keine Bücher mehr bei den Verlagen, weil Klopapier wichtiger (und wohl renditestärker) war. Als die Nachfrage nach unbedrucktem Papier befriedigt war, machte Amazon wieder mit Büchern satte Gewinne – auf Kosten des stationären Handels. Und mit dem allgemeinen Boom im Onlinehandel wurde für Verpackungen so viel Karton gebraucht wie noch nie, sodass die Preise für Zellstoff explodiert sind. Und aus Zellstoff wird Papier hergestellt. Danke, Amazon! Ganz gleich, wie es beim Papier weitergeht: Die Coronakrise und ihre Folgen
zeigen, dass Amazons Marktmacht reguliert gehört, dass Amazon endlich Steuern zahlen muss wie jede normale Buchhandlung. Für mich als Verleger haben die Lockdowns einmal mehr gezeigt, dass jeder kleine literarische Verlag ohne den lokalen, unabhängigen Buchhandel verloren ist. Darum nutze ich diesen Gastkommentar für das eigentlich Wichtige: für ein herzliches Dankschön an alle Buchhändlerinnen und Buchhändler in Österreich, die während der Coronakrise mit unglaublicher Energie und Kreativität und allen Hindernissen zum Trotz die Leserinnen und Leser mit Büchern versorgt haben – ohne dafür Unmengen an Zellstoff für Kartons und Umverpackungen zu verbrauchen. Denn Zellstoff sollte für schöne Bücher da sein! PS: Wenn am 11. Oktober der diesjährige Literaturnobelpreis verliehen wird, ist die Frage, wer ihn bekommt, zweitranging. Viel spannender wird es sein, wann die Leserinnen und Leser die in der Regel sofort vergriffenen Titel der Autorin oder des Autors werden kaufen können. Noch vor Weihnachten? Oder erst im nächsten Jahr? Hoffentlich, bevor der 2022er-Nobelpreis verkündet wird!
Daniel Kampa ist Verleger in Zürich kampaverlag.ch
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– Buchtermine –
Veranstaltungen Oktober 2021 Entdecken der Welt (Unabhängiges Literaturhaus NÖ, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems an der Donau, 19:00)
FREITAG, 1. 10.
Florian Gantner: Soviel man weiß/Christopher Wurmdobler: Ausrasten (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00) Buchpräsentation: Christoph Ransmayr: Der Fallmeister (Unabhängiges Literaturhaus NÖ, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems an der Donau, 19:30) Florian Klenk: Bauer und Bobo. Wie aus Wut Freundschaft wurde (Rabenhof, Rabengasse 3, 1030 Wien, 20:00)
SAMSTAG, 16. 10.
Mieze Medusa & Markus Köhle (Alter Bauhof Ottensheim, Rodlstraße 19, 4100 Ottensheim, 20:00) MONTAG, 18. 10.
Thomas Baum: Schwarze Sterne (Posthof Linz, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20:00)
SAMSTAG, 2. 10.
Wolfgang Böck liest: Lehrjahre bei Bruckner (Brucknerhaus, Untere Donaulände 7, 4020 Linz, 19:30)
MITTWOCH, 20. 10.
Christian Bachler und Florian Klenk am 1. Oktober im Literatursalon im Rabenhof
MONTAG, 4. 10.
Eröffnung mit Franz Solar, Michael Köhlmeier & Konrad P. Liessmann (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Iris Hanika: Echos Kammern (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 19:30)
Buchpräsentation: Peter Henisch: Der Jahrhundertroman (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Anna Kim: Heimat (Literaturmuseum, Johannesgasse 6, 1010 Wien, 19:00) Marica Bodrožić: Pantherzeit (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) DONNERSTAG, 21. 10.
DIENSTAG, 5. 10.
Was schreiben? Doron Rabinovici & Marica Bodrožić (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 18:00) Was schreiben? Marlene Streeruwitz & Andrea Scrima (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 20:00)
Was lesen? Günter Eichberger & Elisabeth Bronfen (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 18:00) Was lesen? Denis Scheck (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 20:00) DONNERSTAG, 7. 10.
Was tun? Stephan Roiss & Ivan Ivanji (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 18:00) Autorenlesung von Georg Augusta und Gespräch mit Kathrin Wohlmuth-Konrad: Unter uns hieß er der Rattenmann. Die Lebensgeschichte des Sigmund-Freud-Patienten Ernst Lanzer (Sigmund Freud Museum, Berggasse 19, 1090 Wien, 19:00) Elias Hirschl: Salonfähig (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) Lange Nacht der Literatur – Norbert Gstrein, Raphaela Edelbauer, Matthias Gruber (Gemeindesaal Götzens, 6091 Götzens, 19:30) Was tun? Max Czollek & Georg Seeßlen (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 20:00) SONNTAG, 10. 10.
Buchpräsentation mit Ruth Bauer-Kvam und Kyrre Kvam: Uli Brée: Du wirst mich töten (Rabenhof, Rabengasse 3, 1030 Wien, 11:00)
Romina Pleschko liest im Literaturhaus am Inn aus ihrem Buch „Ameisenmonarchie“
FREITAG, 22. 10. MONTAG, 11. 10.
Buchpräsentation: Tarek Leitner: Berlin – Linz. Wie mein Vater sein Glück verbrauchte (Posthof Linz, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20:00) DIENSTAG, 12. 10.
Barbi Marković: Die verschissene Zeit (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00) Ferdinand Schmalz: Mein Lieblingstier heißt Winter (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Hans-Ulrich Treichel: Schöner denn je (Posthof Linz, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20:00) Hemingways Liebeshöllen (Gläserner Saal, Musikverein, Bösendorferstraße 12, 1010 Wien, 20:00) MITTWOCH, 13. 10.
Literarische Soiree: Cornelius Hell, Julia Zarbach, Klaus Kastberger. Moderation: Robert Weichinger (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) DONNERSTAG, 14. 10.
Wolfgang Kos: Der Semmering (Wien Museum Musa, Felderstraße 6-8, 1010 Wien, 18:30) Mit Franzobel und Michael Hugentobler: Transflair: Das
Buchpräsentation: Eva Billisich & Fritz Salek: Sehnsucht (GenussSpiegel, Levasseurgasse 19, 1230 Wien, 19:30) DIENSTAG, 26. 10.
Krimifest Tirol: Ursula Poznanski und Clemens Murath (Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, 6060 Hall in Tirol, 20:00) DONNERSTAG, 28. 10.
Romina Pleschko: Ameisenmonarchie (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) Mit Kurt Kotrschal, Fahim Amir und Birgit Birnbacher: Transflair: Die Natur und andere Außenseiter der Gesellschaft (Unabhängiges Literaturhaus NÖ, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems an der Donau, 19:30) FREITAG, 29. 10.
Theatrales Essay: Der generelle Untergang der Welt (BRUX /Freies Theater Innsbruck, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck, 20:00)
FOTOS: FLORIAN KLENK, NADI NE STUDENY
MITTWOCH, 6. 10.
Gedenklesung für Ruth Klüger (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00) Milenko Jergovic: „Der rote Jaguar (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Thomas Brezina: Sisis schöne Leichen (Buchhandlung Tyrolia, Maria-Theresien-Straße 15, 6020 Innsbruck, 19:30) Intermediale Lesebühne Frau Herrmanns Katerstrophen 5000 (John Montagu, Höttinger Gasse 7, 6020 Innsbruck, 20:00)
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