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anzeiger 7-8/21

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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche Gewinnspiel: 2 x 3 Flaschen des prämierten Ö1 Sekts gewinnen

Wohin die Reise geht

Ich bin Melancholiker …

Regionalität und Emotionalität sollen den Bereich Outdoor, Reisen und Ausflüge in Zukunft bestimmen

… und mische mich in mein eigenes Leben nur ein, wenn es unbedingt sein muss, sagt Dževad Karahasan, Meister der Literatur

www.omvs.at

Ö ST E R R E I C H I S C H E P O ST AG F I R M E N Z E I T U N G / G Z 02Z030877 M / 156. JA H RGA N G

EIN ZUTIEFST POETISCHES DEBÜT

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Unter der Masse an Alltagsliteraten hebt Sarah Kuratle als Sternenguckerin ihren Blick in den Himmel bewohnbarer Möglichkeitswelten. Das soll ihr erst einmal jemand nachmachen. Anton Thuswaldner über „Greta und Jannis“

Sarah Kuratle | Greta und Jannis Vor acht oder in einhundert Jahren Roman | 232 Seiten | € 22,– (E-Book: € 18,–) ISBN 978-3-7013-1288-7 | erhältlich ab 23.08.2021

OT TO MÜL L ER V ERL AG 19.07.21 11:53


Es gibt Zeiten, in denen man sein Leben radikal entschleunigen muss. Vertreter Busch erträgt das Herumreisen nicht mehr. Er kündigt und zieht in seinen alten Mercedes im Hof, wo er seine Bewegungen auf das Nötigste beschränkt. In der Nachbarschaft polarisiert Buschs Stillstand bald. Und in der eigenen Familie sowieso. Mit subtilem Humor nimmt Auto die Widersprüche einer emsigen Erfolgsgesellschaft aufs Korn. Doch wie schon Oblomow muss Busch feststellen: Auch Nichtstun ist eine Handlung, die Konsequenzen hat.

Bastian Kresser

Klopfzeichen

Roman ISBN 978-3-99200-305-1 432 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen (D) € 24

Christina Walker

Auto

Roman 1848 ereignet sich im gottverlassenen Dorf Hydesville etwas Unerklärliches. Die elfjährige Kate Fox und ihre vierzehnjährige Schwester Maggie behaupten, durch Klopfzeichen eine Verbindung zu den Toten aufbauen zu können. Binnen kürzester Zeit pilgern Massen an Menschen zu ihren Séancen, um die spiritistische Gabe der beiden entweder zu bestaunen oder sie zu entlarven. Ihre Kritiker können zeit ihres Lebens nicht beweisen, dass es sich um eine Täuschung handelt, und versuchen mit allen Mitteln den Aufstieg der Schwestern in der Gesellschaft zu verhindern. Die älteste Schwester Leah setzt indessen als deren Managerin und Vorreiterin der Frauenbewegung alles daran, um aus Maggie und Kate die allerersten Frauen zu machen, die aus eigener Kraft den amerikanischen Traum verwirklichen. Doch ein Leben im Rampenlicht hat seinen Preis.

ISBN 978-3-99200-309-9 208 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen (D) € 20

HerbstErscheinungstermin 2021 2. August Zwei Menschen, zufällig aneinandergeraten, treiben durch die ungewohnt menschenleeren Straßen einer Großstadt. Etwas Undenkbares ist passiert, etwas, das sie nicht einordnen können. Wie entkommt man der Paralyse, wenn Terror oder unberechenbare Katastrophen die Sicherheit zerstören, welche Verortung ist möglich? Wild Card erzählt vom Eintreten des Unwahrscheinlichen und von der Orientierung in schwierigen Zeiten, davon, wie zwei Menschen einander Halt geben und die Erkenntnis teilen, dass sich das Tröstliche im Ausscheren aus vorgefertigten Denkmustern offenbart.

Helmut Wlasak

In allen Punkten ISBN 978-3-99200-287-0 320 Seiten, Klappenbroschur (D) € 19

Claudia Sammer

Wild Card

Roman ISBN 978-3-99200-307-5 176 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen (D) € 20

www.braumueller.at

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In uns allen schlummern vielleicht potenzielle Täter und Täterinnen. Der Strafrichter Helmut Wlasak weiß aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung: Geschieht etwas gänzlich Unvorhergesehenes, können Menschen zu Reaktionen fähig sein, die sie sich selbst niemals zugetraut hätten. Neben versuchtem Mord und Totschlag, islamistischem Terrorismus, Körperverletzungen, häuslicher Gewalt, Drogendeals, Einbrüchen und Betrug taucht der Autor ein in die Abgründe menschlicher Schicksale. Im alltäglichen Strafbereich ergeben sich dabei auch immer wieder unfreiwillig komische, absurde und lustige Situationen. Dieses Buch erzählt Geschichten von Menschen, deren Leben anders verlaufen sind als sie es jemals erwartet oder geplant hätten.

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Unsere Buchtipps

– 156. Jahrgang –

„Wir brauchen den Austausch mit den Kolleg*innen, Autor*innen und Leser*innen“

Sabine Deubler Der Bruch Wenn Lebenskrisen stärken

Benedikt Föger

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er Sommer ist da und das erste Halbjahr verlief im Buchhandel besser als befürchtet. Ein erstes Aufatmen nach der Pandemie greift um sich und mischt sich mit den Sorgen um die Delta-Variante und ihren Auswirkungen auf den kommenden Herbst. Die Vorbereitungen für einen erfolgreichen Bücherherbst laufen dennoch engagiert, die Verlage drucken, die Buchhändler*innen bestellen und die Verbände organisieren ihre Messen. Wir gehen davon aus, dass sowohl die Frankfurter Buchmesse als auch die Buch Wien zwar unter strikten Sicherheitsmaßnahmen, aber dennoch erfolgreich ablaufen werden.

In fast jedem Leben klopft das Schicksal das eine oder andere Mal an die Tür und zwingt die Menschen grausam nieder. Sabine Deubler hat mit Frauen und Männern gesprochen, die am Boden lagen, aber die Kraft fanden, sich wieder aufzurichten und sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Ein Buch, das Mut macht, einen Bruch im Leben als Chance zu begreifen. Auch als eBook erhältlich. 140 Seiten, 978-3-7025-1027-5, € 19,95

F O T O : K A T H A R I N A F. - R O S S B O T H

Wir brauchen diese Veranstaltungen, wir brauchen den Austausch mit den Kolleg*innen, Autor*innen und Leser*innen. Nur der persönliche Kontakt und eine entsprechende Atmosphäre bringen uns neue Ideen, neue Inspiration und neue Bekanntschaften. Unsere Branche lebt davon, und das macht sie auch anziehend für unzählige Menschen, die ihr deshalb gerne nahe sein wollen. Der Herbst wird auch wieder einen Preisregen bringen und die Aufmerksamkeit auf die besten und schönsten Bücher lenken. Auch Preise gehören persönlich überreicht und nicht per Videokonferenz oder Presseaussendung übermittelt. Die Ausgezeichneten haben sich diese Aufmerksamkeit verdient, und im Herbst wird auch das endlich wieder möglich sein. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen und hoffentlich auch erholsamen Sommer und freue mich auf ein persönliches Wiedersehen im Herbst. Auf Messen, bei Veranstaltungen, bei Lesungen oder einfach bei einem gemütlichen Beisammensein unter Kolleg*innen.

Karin Hochegger Bäume lesen lernen Naturkundliche Streifzüge im Jahreslauf Ein Lesebuch, das in die Welt der Bäume entführt und uns lehrt, sie zu jeder Jahreszeit mit wachen Sinnen wahrzunehmen. Aktuelle Forschungsergebnisse, altes Wissen, aber auch inspirierende Texte lassen uns einmal mehr erkennen, dass Bäume nicht nur unser Klima beeinflussen, sondern auch auf unsere seelische Befindlichkeit wirken. 272 Seiten, 978-3-7025-1016-9, € 25,–

Benedikt Föger HVB-Präsident

Lesen Sie uns kennen. anzeiger / 3

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www.pustet.at

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– Inhalt –

„Ein Blick auf die von der Pandemie besonders beeinflusste WG Reisen“

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Regionalität und Emotionalität sollen den Bereich Outdoor, Reisen und Ausflüge in Zukunft bestimmen

KURZ GESAGT

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Teresa Preis Chefredakteurin anzeiger

M e d ie n in h a b e r, K o n z e p t, R e d a k tio n u n d P r o d u k tio n : Falter Verlagsgesellschaft m. b. H. Bereich Corporate Publishing Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at C h e f r e d a k t i o n : Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Siegmar Schlager A n z e i g e n l e i t u n g : Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar D r u c k : Print Alliance HAV Produktions GmbH. Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau

HVB-MITGLIEDER

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WISSENSWERT

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IMPRESSUM H e r a u s g e b e r : Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Gustav Soucek P r o j e k t l e i t u n g : Julia Stumvoll, DW 29, stumvoll@hvb.at A b o v e r w a l t u n g : Paula Fabiankowitsch, DW 12, fabiankowitsch@hvb.at

Kein Kinderspiel Wo steht das Kinderbuch nach dem Aufschwung im Pandemiejahr?

Kurzmeldungen Ö1 Buch des Monats, Halbjahreszahlen, VLB-TIX, Mittendrin, Die schönsten Bücher Österreichs, mediakolleg

ESSENZIELL

14

Wohin die Reise geht Reiseliteratur

SCHWERPUNKT

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Kinder- und Jugendbuch Buchstäblich in neue Welten abtauchen

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Aus der Branche Susanne Stein-Pressl

Hannes Hofbauer Promedia Ursula Effenberger Mitgift Verlag Karl Hintermayer Hintermayer Kunst – Buch – Musik

SELBSTREDEND

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Dževad Karahasan Im Gespräch

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Kontinent Kinderbuch Leichte Kost

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Gastkommentar Marlene Obermayer

KURZ VOR SCHLUSS

KLASSIKER

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14

Neu entdeckt Annemarie Selinko

STANDARDS 8 Titelschutz 28 Monatsbestseller 31 Gewinnspiel 42 Buchtermine

F O T O : N I N I T S C H AV O L L , I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L

ünktlich zu den Umsatzzahlen (S. 6) des ersten Halbjahres haben wir einen Blick in die von der Pandemie besonders beeinflusste Warengruppe Reisen geworfen. Über Outdoor-Trends, Karten-Apps und warum das Segment in Zukunft emotionaler werden muss (S. 14). Im „Schwerpunkt“ erzählen Buchhändlerinnen über Entwicklungen im Kinderbuch und wo Schulen immer mehr auf Graphic Novels zurückgreifen (S. 20). In „Selbstredend“ spricht der bosnische Schriftsteller und Melancholiker Dževad Karahasan über ideologische Konflikte und produktive Formen der Religion. Und Marlene Obermayer analysiert Formen der Buchgestaltung (S. 41).

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– Kurz gesagt –

Kein Kinderspiel WO STEHT DAS KINDERBUCH NACH DEM AUFSCHWUNG IM PANDEMIEJAHR?

Folgen im Lizenzbereich Der Aufschwung während der Pan­ demie im Jahr 2020 hat sich für uns im laufenden Jahr nicht fortgesetzt. Die Lockdowns im Frühjahr 2021 in Deutschland und in Österreich hat­ ten Umsatzeinbrüche im Buchhandel Hildegard Gärtner, zur Folge, auch eine Verschiebung der Jungbrunnen Verkäufe vom stationären Buchhandel zum Onlinehandel ist sichtbar. Im Lizenzbereich sind in vielen Län­ dern die Verkäufe der bereits auf dem Markt befindlichen Titel im letzten Jahr relativ konstant geblieben, wie das 2021 aus­ sieht, wird sich erst 2022 zeigen, weil ja erst im Nachhinein ab­ gerechnet wird. Es gibt weniger neue Lizenzabschlüsse – hier fehlen uns die direkten Kontakte zu Lizenzpartnern auf den Messen.

Bedarf an tröstenden Büchern Die Effekte der Pandemie – positive wie negative – halten sich bei uns in etwa die Waage. Manche Titel ha­ ben profitiert, darunter unser Sach­ bilderbuch­Klassiker „Willi Virus. Aus dem Leben eines Schnupfenvirus“. Anderen fehlte die durch die Lock­ Tina Reiter und downs verhinderte Präsenz in den Katrin Feiner, Buchhandlungen. Ein Trend, dem Tyrolia wir nun auch in unserem Herbstpro­ Kinderbuch gramm gerecht werden: Der Bedarf an Büchern, die guttun, stärken, trös­ ten und aufmuntern, ist gestiegen. Denn eines ist uns in die­ sen Zeiten noch deutlicher bewusst geworden: Wie essenziell Kunst für unser Wohlbefinden ist.

„Es gibt weniger neue Lizenzabschlüsse – hier fehlen uns die direkten Kontakte zu Lizenzpartnern auf den Messen“

F O T O S : T Y R O L I A V E R L A G , C H R I S T O P H E R M AV R I C , F O T O W I L K E

Hildegard Gärtner

Rückgang bei Lernhilfen Grundsätzlich ist der G&G Verlag als österreichischer Verlag recht gut durch die Pandemie gekommen. Betrachtet man allerdings die Bereiche genauer, dann wird schon klar, dass es Unter­ schiede gibt. So ist das Kinderbuch tatsächlich angestiegen, zwar nicht stark, aber doch. Auch hier müssen wir Georg Glöckler, nochmals in Bilderbuch und Erstlesen/ G&G VerlagsZweitlesen unterscheiden. Das Bilder­ gesellschaft buch ist auch eher verhalten, was wohl an der Thematik liegt, dass Bilder­ bücher mehr als Mitnahmeartikel und nicht so gezielt gekauft werden. Hingegen wurden Bücher zum Lesen verstärkt gekauft. Durch die Schließung der Buchhandlungen konnten Bilderbü­ cher von den Käufer*innen nicht so einfach gefunden werden. Deutlicher ist ein Rückgang bei den Lernhilfen zu verzeichnen, was die Schulschließungen verursacht haben könnten.

„Eines ist uns in diesen Zeiten noch deutlicher bewusst geworden: Wie essenziell Kunst für unser Wohlbefinden ist“ Tina Reiter und Katrin Feiner

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– Wissenswert –

Tendenz steigend

Ö1 Buch des Monats

Positiv ins erste Halbjahr: Die kumulierten Umsatzzahlen des österreichischen Buchhandels von Jänner bis Juni

Das Ö1 Buch des Monats im Juli

In den ersten sechs Monaten des Jahres erwirtschaftete der österreichische Buchhandel um 6,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum (Jänner bis Juni 2020) – und damit nur um 1,2 % weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Dabei wurden alle Verkaufskanäle, sowohl der stationäre Buchhandel wie auch Nebenmärkte (Tankstellen, Elektro- und Drogeriemärkte, LEH) und der komplette E-Commerce, berücksichtigt. Im Dreiländervergleich zeigt sich für das erste Halbjahr 2021 ein Trend nach oben: Deutschland schloss mit insgesamt 5 %, Österreich mit 6,4 % und die Schweiz mit 6,6 % Umsatzzuwachs ab. Seit den vom Lockdown in Österreich geschuldeten Einbrüchen von –28,8 % im Jänner 2021 konnten fast alle Monate Zuwächse (im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat) verzeichnen: 4,3 % im Februar, 57,4 % im März (verglichen mit den drastischen Einbrüchen zu Beginn der Pandemie 2020), 21,1 % im April sowie 9 % im Mai. Einzig im Juni gab es Rückgänge von 6 %. Besonders die Editionsform Hardcover, Softcover konnte im ersten Halbjahr um 9,2 % aufholen. Im Taschenbuch gab es einen leichten Rückgang von 0,7 % zu verzeichnen, das Hörbuch/

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Deutschland +5%

Österreich + 6,4 %

Schweiz + 6,6 %

Hörbuch/Au

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Taschenbuc

Quelle: media control

„Der schöne Sommer“ (Rotpunktverlag) von Cesare Pavese ist das Ö1 Buch des Monats Juli. „Mit seinen perfektionierten Stilmitteln der knappen, atmosphärischen Schilderung, der psychologischen Skizzierung seiner Figuren, mit klarer Dramaturgie und vor allem mit jener Sprachartistik, die ihn mühelos zwischen den Milieus changieren lässt, schafft er ein fesselndes Kaleidoskop einer Nachkriegsgesellschaft, die schon lange dem Untergang geweiht ist“, so die Jury. Das Ö1 Buch des Monats ist eine exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

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Hardcover, S

Audiobook ging um 9,8 % zurück. Fast alle Warengruppen konnten im ersten Halbjahr positive Umsatzzahlen verzeichnen. Allen voran Geisteswissenschaften, Kunst, Musik mit 15,3 %, gefolgt von Sachbüchern (12 %), Belletristik (8 %), Kinder- und Jugendbüchern sowie Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (beide 6,7 %). Auch Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik mit 5,3 % sowie Ratgeber mit 3,7 % konnten aufholen. Alleine in der Warengruppe Reisen gab es –13,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Buchpreis betrug 26,36 Euro und stieg damit um 3,7 %.

Die Umstellung auf die neue technologische Infrastruktur des Titelinformationssystems VLB-TIX – ursprünglich geplant für das dritte Quartal 2021 – verschiebt sich und erfolgt jetzt schrittweise. Ab Dezember 2021 steht die neue Benutzeroberfläche den Buchhandlungen zur Verfügung. Die Verlage, Vertreter*innen, Vertriebskooperationen und Buchhandelsgemeinschaften ziehen im Sommer 2022 nach. Der zwischenzeitliche Parallelbetrieb soll laut MVB durch die Lastverteilung eine deutliche Performancesteigerung bringen. Bis zur Teilumstellung werden die VLB-TIX-Gebühren reduziert.

Der Systemwechsel erfolgt nun schrittweise

Im Vergleich zum Vorjahresmonat

–6,4 % –5,5 % –1 % Umsatz

Aktuelle Informationen zu den wichtigsten Fragen unter: www.vlbtix.de/inhousing.

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich dem anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.

Marktdaten Juni 2021

MVB-Geschäftsführer Ronald Schild erklärt: „Uns ist bewusst, dass der kurzfristig verschobene Starttermin des neuen VLB-TIXSystems für alle, die sich auf die Umstellung eingestellt, vorbereitet und gefreut haben, mehr als enttäuschend ist. Leider ist er aber die notwendige Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss unseres Entwicklungsprozesses, also für ein leistungsstarkes VLB-TIX, über das alle Beteiligten bestmöglich zusammenarbeiten können.“

F O T O S : O R F, M V B

Neuer Starttermin für Systemwechsel bei VLB-TIX

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– Wissenswert –

Gemeinsam erleben Mittendrin. Mitarbeiter*innen erzählen

Hybride Gesprächsformate Über Veranstaltungen kommen die Leute zusammen, das war im letzten Jahr nur bedingt möglich. Um weiterhin Inhalte zu vermitteln und gemeinsame Erfahrungen zu ermöglichen, haben wir im Verlag neue Kommunikationswege Florian Frei, Proerschlossen. Wir haben mit dem Café jektmanagement Brandstätter schon sehr früh ein hybriVeranstaltungen des Gesprächsformat ins Leben gerufen, & Organisation, mit dem wir Mutmacher*innen eine Brandstätter Bühne bieten. Außerdem haben wir ein Verlag digitales „food & mind“-Festival ins Leben gerufen. Im Frühjahr fand das 1. SEASONS CHANGE food & mind festival mit über 200 gebuchten Tickets statt. Beide Formate waren ein absoluter Erfolg sowohl für uns als auch für unsere Community, und ich freue mich darauf, die Formate im Herbst weiterzuführen!

F O T O S : YA N B U L U L U K O V, E R I K A M AY E R , B E I G E S T E L L T

Kurzfristige Planung Über ein Jahr fanden Veranstaltungen überwiegend online statt. Zwar gehen solche digitalen Formate auf Kosten der persönlichen Interaktion, durch den niederschwelligen Zugang konnNadine Fejzuli, te aber auch neues Publikum erreicht Presse- und Öffentwerden. Besonders herausfordernd war die regelmäßige Neuplanung jener lichkeitsarbeit und Veranstaltungen, die nicht digital stattVeranstaltungsorganisation bei finden konnten, weil es immer wieder Otto Müller Verlag zu Ausfällen und Verschiebungen kam. und Literaturfest Und nun: Veranstalter planen weiterSalzburg hin kurzfristig, auf Sicht sozusagen. Die Möglichkeit, dass ein Event im Herbst wieder nicht stattfinden kann, wird weiterhin mitgedacht. So ist anhaltend ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erforderlich. Freude über „echtes“ Publikum Das ständige Absagen und Umplanen der letzten Monate nagte stark an der Motivation aller. Wir mussten geduldig sein, den Plan B gleich mitdenken und uns strenger denn je die Frage der Rentabilität im Hinblick auf den plaUrsula Rinderer, nerischen Aufwand stellen. Dadurch Veranstaltungen wurden wir flexibler und kreativer, Verlag Kremayr & wie und wo veranstaltet werden kann. Scheriau Und: Der Zusammenhalt in der Branche ist gewachsen. Wir tauschen uns aus, fragen um Rat, wenn bei all dem Hin- und Her mal der Überblick verloren geht. Aktuell wird viel geplant, und das in hohem Tempo. Vieles soll nun nachgeholt werden, wodurch weniger Platz für die Neuerscheinungen bleibt. Die Freude über „echtes“ Publikum ist groß und beflügelt!

Die Shortlist für den LeoPerutz-Preis für Kriminalliteratur 2021

Spannung für den Sommer Die nominierten Werke für den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2021 stehen fest Fünf Kriminalromane befinden sich auf der Shortlist für den LeoPerutz-Preis für Kriminalliteratur 2021: Einen Blick in das Wien im Jahre 1908 wirft René Anour mit dem Auftakt seiner Reihe „Die Totenärztin: Wiener Blut“ (Rowohlt), wo ein obdachloser Mann in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird. Die Literaten Heimito von Doderer, Erich Fried, Friedrich Torberg und Stefan Zweig leben in Reinhard Gnettners Krimidebüt „Nur der Tod ist unsterblich“ (Ueberreuter) in einer WG, bis einer nach dem anderen ermordet wird. Die Figuren in Anne Goldmanns Thriller „Alle kleinen Tiere“ (Ariadne) fürchten sich: vor Hunden, vor Albträumen oder vor einem Leben ohne Liebe. Die Putzfrau und Agentin eines internationalen Spionagenetzwerks von Reinigungskräften, Millie, gerät in „Die Saubermacherin“ (Gmeiner) von Sabine Kunz auf die Spur einer Verschwörung um manipulierte Lebensmittel. Und ein ehemaliger Besatzungssoldat wird 1966 ermordet aufgefunden, doch die US-Botschaft will ihn nicht kennen in Sabina Nabers „Leopoldstadt“ (emons). Die Wer-

ke eint neben dem literarischen Anspruch und dem innovativen Charakter ein klarer Wien-Bezug. Der Leo-Perutz-Preis wird von der Stadt Wien Kultur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) bereits zum zwölften Mal gemeinsam ausgerichtet. Die Stadt Wien Kultur stiftet dabei das Preisgeld in der Höhe von 5.000 Euro. Unterstützt wird das Projekt von der Bestattung Wien. Die Jury 2021 besteht aus der JurySprecherin Sylvia Fassl-Vogler (Stadt Wien Kultur), Susanne Remmer (HVB, Buchhandlung Franz LEO & Comp.), Ursula Poznanski (Leo-Perutz-Preisträgerin 2020), Elisabeth Schippel (Buchhandlung Krimisalon), Nina Lämmermayer (Bestattung Wien) und Ingeborg Sperl (Der Standard). Welches Werk den Preis tatsächlich gewinnt, wird am 12. Oktober im Rahmen eines Autor*innenempfangs der Kriminacht im Wiener Kaffeehaus bekannt gegeben. Anschließend werden alle nominierten Autor*innen in verschiedenen Wiener Kaffeehäusern bei freiem Eintritt aus ihren Werken lesen.

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– Wissenswert –

Wo das Handwerk zählt

STAATSPREISE:

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ei den Schönsten Büchern Österreichs geht es nicht alleine um Covergestaltung. Auch der Satz, die Ausstattung, die Qualität des Drucks und all die Nuancen der feinen Buchgestaltung stehen bei diesem Wettbewerb im Fokus. Insgesamt wurden in diesem Jahr 180 Titel aus 80 Verlagen von der Fachjury begutachtet, aus denen letztendlich die besten 15 Titel des Jahrgangs 2020 ausgewählt wurden. Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) zeichnet darüber hinaus drei Publikationen mit Staatspreisen in der Höhe von je 3.000 Euro aus (siehe Kasten). Die Verleihung der Ehrenurkunden findet im Rahmen der Buch Wien 21 zwischen dem 10. und 14. November statt. Zu diesem Anlass wird auch die neue Broschüre zu den prämierten Büchern vorgestellt, gedruckt auf dem CO₂-neutralen Premium-Designpapier PERGRAPHICA®, zur Verfügung gestellt von dem Papierhersteller Mondi. Der Wettbewerb sowie die Broschüre werden außerdem von Buch Theiss unterstützt.

Die prämierten Titel werden zudem ab dem 9. Dezember 2021 bei der Ausstellung „Die schönsten Bücher Österreichs, Deutschlands, der Schweiz und der Niederlande 2020“ in der Hauptbücherei Wien zu sehen sein und als Beitrag Österreichs zum internationalen Wettbewerb „Die schönsten Bücher aus aller Welt“ auf der Leipziger Buchmesse 2022 im kommenden Jahr. HVB-Präsident Benedikt Föger hielt fest, dass die ausgezeichneten Publikationen „aufs Neue das unerschöpfliche gestalterische Potenzial“ freilegen, und fügte zudem an: „Die schönsten Bücher Österreichs 2020 sind ein Beweis dafür, dass sich Mut, Kreativität und Innovationsgeist in der Buchproduktion bezahlt machen.“ Auch Andrea Mayer, Staatssekretärin für Kunst und Kultur, strich heraus: „Mit diesem Preis werden all jene Spezialist*innen ausgezeichnet, die ansonsten hinter den Kulissen arbeiten, die aber für den Erfolg der Bücher unabdingbar sind. Ich gratuliere allen Preisträger*innen und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg.“

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeiger. Titel melden können Sie auf der Seite www.buecher.at/titelschutz oder per EMail an Isabel Huber unter huber@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Isabel Huber berät Sie gern unter huber@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)

„alles oder nichts wortet – Festschrift für Ferdinand Schmatz“, gestaltet von studio VIE, ist bei De Gruyter in der Edition Angewandte erschienen und wurde bei Holzhausen gedruckt. „Lina, die Entdeckerin“, gestaltet von Anna Horak, ist im Achse Verlag erschienen und wurde bei Balto Print gedruckt. „A Non-Reader for people who like to look at letters“, gestaltet von David Einwaller, ist bei The Designers Foundry erschienen und von DGS – Druck u. Graphikservice gedruckt.

FOTO: MICHAEL GOLDGRUBER/BKA

Jährlich kürt der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels „Die schönsten Bücher Österreichs“

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, falls die Titel bereits geschützt sind oder falls durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für die Einzeltitel: Oberösterreich genießen Wiener Auferstehung Das Innere des Landes in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Anton Pustet, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Österreich

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für: HT: Teach & Learn HT: Teach&Learn HT: Cornelsen Teach & Learn HT: Cornelsen Teach&Learn in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Cornelsen Verlag GmbH, Mecklenburgische Straße 53, 14197 Berlin, Deutschland

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: Maske für immer, Handbuch für Maskenträger und Nicht-Maskenträger in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Kurt Krejci, Oisnitz 84, 8503 St. Josef, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: Bittersüße Kirschen in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Anna Dorfer Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: Jeder schreibt sein eigenes Buch. in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Dr. Thomas Richter, Plan 6, D 20095 Hamburg, Deutschland

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Di vo


– Wissenswert –

Werbetexte schreiben, Einblicke in das Verlagswesen und Social-Media-Strategien Das mediakolleg-Seminarprogramm im Sommer 2021 FÜR DEN BUCHHANDEL:

Werbetexten für Verlage

Websites, Social Media, Veranstaltungen: Werbetexte und Newsletter für Buchhandlungen verfassen.

24. August 2021, 10.00–17.00 Uhr

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Werbetexten für Buchhandlungen

FOTO: FIZKES/SHUTTERSTOCK

23. August 2021, 10.00–17.00 Uhr ■ Über Social Media Kund*innen erreichen, am Geschäftsalltag teilhaben lassen und Lieblingstitel präsentieren.

FÜR ALLE: ■ Einblicke in die wichtigsten Arbeitsbereiche des Verlagswesens und der Buchproduktion. Grundwissen Verlag 23. September 2021, 10.00–17.30 Uhr

Social Media für Buchhandlungen

Kosten:

6. September 2021, 10.00–17.30 Uhr

250 Euro Kursgebühr für HVB-Mitglieder (zzgl. 20 % Ust.) 280 Euro Kursgebühr für Nichtmitglieder (zzgl. 20 % Ust.) Jeweils inkl. Obst und Pausengetränken

FÜR VERLAGE: ■ Zielgruppen mit Pressemitteilungen, Klappen- und Vorschautexten richtig ansprechen.

Alle Seminare finden in der Bibliothek des Hauptverbandes (Grünangergasse 4, 1010 Wien, 1. Stock) statt. Es handelt sich um Ganztagesseminare. Das Seminarprogramm finden Sie unter www.buecher.at => Seminare. Kontakt: Julia Stumvoll, 01/512 15 35 29, mediakolleg@hvb.at

Eine wertvolle Bereicherung für Ihre Buchhandlung!

Diese vom Buchklub empfohlenen Bücher werden in Form von Textauszügen in den Herbst-Ausgaben 2021 von „Hallo Schule! Mein Buch“, „Meine Welt. Mein Buch“ und „Mein Express. Mein Buch“ vorgestellt.

Rüdiger Bertram Die Superhelden-Schule 2021 Ravensburger Verlag

Bärbel Oftring Apfel, Birke, Löwenzahn 2021 Tessloff Verlag

Jan Strathmann Milla und der Nashornbus 2021 dtv, Reihe Hanser

Friederun Reichenstetter Der Fuchs 2021 Arena Verlag

Alexandra Fischer-Hunold Schulgeschichten 2021 Loewe Verlag

Silke Wolfrum Wir sind Superhelden. Fast. 2020 Tulipan Verlag

Sabine Bohlmann Der kleine Siebenschläfer 2020 Thienemann Verlag

Martin Lenz Iglu, Schnee und Rodelspaß 2020 Ravensburger Verlag

Sabine Bohlmann Der kleine Siebenschläfer 2020 Thienemann Verlag

Ulla Mersmeyer Was macht die Katz auf meinem Platz? 2021 Annette Betz Verlag

Stephen Michael King Ein Hund namens Drei 2021 Annette Betz Verlag

Markus Grolik Gizmo. Auch Drachen brauchen Freunde 2021 dtv junior

Katja Spitzer Haare. Geschichten über Frisuren 2021 Prestel Verlag

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Doris

Foto: © Heribert Corn

Knecht

Steffigeb.

In ihrem neuen Roman schreibt Doris Knecht über eine Frau, die plötzlich zur Verfolgten wird, und erweist sich einmal mehr als virtuose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen. »Doris Knecht kann erzählen. Schnell und scharf umrissen, zeitgenössisch exemplarisch.« Hubert Winkels, Süddeutsche Zeitung 256 Seiten. Gebunden. 22,70 € [A]. ISBN 978-3-446-27103-6 Auch als E-Book. hanser-literaturverlage.de

Erscheint am 26. Juli 2021

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Michael

Foto: © Heribert Corn

Foto: © Peter-Andreas Hassiepen

Köhlmeier

Die großen Fragen der Menschheit – betrachtet von einem einzigartigen Kater: Matou. Michael Köhlmeiers Roman ist eine Liebeserklärung an Mensch und Tier: voller Sprachwitz und Ironie. »Eine erzählerische Meisterschaft, die ihresgleichen sucht.« Iris Radisch, Die Zeit 960 Seiten. Gebunden mit Lesebändchen Farbiges Vorsatzpapier. 35,- € [A]. ISBN 978-3-446-27079-4 Auch als E-Book. hanser-literaturverlage.de

Erscheint am 23. August 2021

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Foto: © Paula Winkler

Angela

Lehner Nach ihrem Debüt Vater unser: Ein großer Roman über Freundschaft und die Abgehängten in der österreichischen Provinz im Jahr 2001 – voller Komik und mit einem unverwechselbaren Sound. 384 Seiten. Gebunden. € 24,70 [A] ISBN 978-3-446-27106-7 Auch als E-Book. hanser-literaturverlage.de

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Hirschl Das wahnwitzige Porträt der Generation Slim Fit: jung, schön, intelligent, reich, oberflächlich und brandgefährlich. Salonfähig ist ein großer Wurf und ein großes Vergnügen. 256 Seiten. Gebunden. € 22,70 [A] ISBN 978-3-552-07248-0 Auch als E-Book. zsolnay.at

Erscheint am 23. August 2021

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Foto: © Ilaria Magliocchetti Lombi/contrasto/laif

Foto: © Leonhard Hilzensauer/Zsolnay

HANSER BERLIN


Foto: © Clive Smith

Foto: © Paula Winkler

Douglas

Stuart Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit. Shuggie Bain wurde mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet. Aus dem Englischen von Sophie Zeitz 496 Seiten. Gebunden mit Lesebändchen € 26,80 [A]. ISBN 978-3-446-27108-1 Auch als E-Book.hanser-literaturverlage.de

Erscheint am 23. August 2021

Foto: © Ilaria Magliocchetti Lombi/contrasto/laif

HANSER BERLIN

Sandro

Veronesi Eine psychologisch raffinierte Geschichte mit unvergleichlichen Charakteren, von familiärem Unglück und einer großen, lebenslänglichen Liebe. Der Kolibri wurde mit dem Premio Strega 2020 ausgezeichnet. Aus dem Italienischen von Michael von Killisch-Horn. 352 Seiten. Gebunden mit Lesebändchen. € 25,70 [A] ISBN 978-3-552-07252-7. Auch als E-Book zsolnay.at

Erscheint am 23. August 2021

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– Essenziell – Reiseliteratur

Wohin die

Reise geht REGIONALITÄT UND EMOTIONALITÄT SOLLEN DEN BEREICH OUTDOOR, REISEN UND AUSFLÜGE IN ZUKUNFT BESTIMMEN, UM DAMIT BESSERE GESCHÄFTE ZU MACHEN Text: Teresa Preis Illustration: Georg Feierfeil

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in Blick auf die Umsatzzahlen der ver- andererseits mit dem eigenen Kral Verlag. Verlag programmatisch kaum auf die Pandegangenen 18 Monate zeigt, die Waren- „Nach der Schockstarre im ersten Lockdown, mie reagieren. Doch eine Sache überraschte gruppe Reise brach mit dem Beginn die für alle Bereiche der Branche gegolten Robert Ivancich dann doch: „Wir mussten eider Pandemie ein – und scheint sich erst hat, waren regionale Reiseführer ab Frühjahr nige Backlist-Titel sehr schnell nachdrucken.“ jetzt langsam zu erholen. Eine ganz eigene, 2020 ein riesiges Thema“, erklärt der Verleger. Eine erfreuliche Entwicklung in einem Segpositivere Geschichte gab es zur selben Zeit „Das zieht sich bis heute durch, allerdings in ment, in dem die Schnelllebigkeit der Probei regionalen Schwerpunkten, Wander- und abgeschwächter Form. Wir können mittler- dukte eigentlich den Ton angibt. „Alle Verlaauch Radkarten. weile alle mit der Pandemie ein bisschen um- ge sollten sich den momentanen Wahnsinn gehen, das merkt man auch bei der Nachfrage. überlegen, Produktlebenszyklen von ReiseIm Verlag sowie im Buchhandel habe ich zu- literatur auf drei Jahre zu verkürzen“, lautet ALS ERSTES KAM dem mit verstärkten Marketingaktionen ge- sein Appell. „Wenn Corona etwas gezeigt hat, DIE SCHOCKSTARRE „Ich glaube, man kann sagen, wir sind die arbeitet: Büchertische und Präsentationen in dann, dass diese immer schneller werdenGewinner im Reisebereich“, sagt Michael den Buchhandlungen, Bewerbungen für den den Aktualisierungszyklen eine hochgradig Schröder, Geschäftsführer des Innsbrucker Verlag. Das hat den Trend verstärkt und den gefährliche Entwicklung sind. Wer soll das bezahlen?“ Verlags Kompass Karten. Knapp 36 Prozent Verkauf nachhaltig in die Höhe getrieben.“ Etwas anders sieht das Elisabeth Blasch Elisabeth Blasch, zuständig für Programm büßte die Warengruppe Reisen im Jahr 2020 im österreichischen Handel verglichen zum und Projektmanagement in den Styria Buch- vom Styria Verlag. Auch hier war seit dem Vorjahr ein. Zwar haben Schröder und sein verlagen, konnte die Veränderung bei der Ausbruch der Pandemie ein Trend zu BackVerlag mittlerweile wieder Erfolg, doch auch Nachfrage anhand der unterschiedlichen listtiteln der Reiseliteratur zu beobachten. für ihn brachte die Corona-Pandemie Sor- Schwerpunktregionen gut beobachten: „Bei „Aus unserer Sicht ist es eine schöne Besongen: „Zu Beginn hatten wir ein Minus von unseren Titeln für den Alpen-Adria-Raum derheit des Reisesegments, dass der Markt sechzig Prozent im Vergleich zum Vorjahres- haben wir diesen Rückgang nach den star- nicht so stark von Novitäten getrieben ist monat.“ Auch im April 2020 lag der Verlag ken Jahren zuvor besonders deutlich zu spü- wie in anderen Warengruppen und Titel lännoch bei einem ähnlichen Wert. „Ich habe ren bekommen. Gleichzeitig hat das Styria- ger leben dürfen.“ mich noch gewundert, dass nicht einmal die Programm aber davon profitiert, dass nach Outdoor-Produkte gefragt waren“, erzählt dem Lockdown im Sommer 2020 das Inter- SPAZIEREN, WANDERN, CAMPEN: Schröder, der sich die ersten Monate vor al- esse an Reise- und Outdoor-Büchern für Ös- HAUPTSACHE, OUTDOOR lem mit Kurzarbeitsanträgen, Druckstopps terreich stark gestiegen ist.“ Der Trend zu Freizeitaktivitäten im Freien und Ungewissheit herumschlagen musste. brachte einen Aufschwung im ReisesegRobert Ivancich hat den Start der Pande- DIE BACKLIST-ÜBERRASCHUNG – ment. „Ganz konkret wurde der Spaß am mie aus zwei Perspektiven mitbekommen. UND PRODUKTLEBENSZYKLEN Gehen von vielen (wieder-)entdeckt, diese Einerseits mit seinen Kral Buchhandlungen Als Verlag mit den Schwerpunkten Reise- Freude am Hinausgehen, am Wandern und in Berndorf, Baden, Mödling und St. Gabriel, literatur und Wanderführer konnte der Kral Spazieren. Das wurde von einigen »

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– Essenziell – Reiseliteratur

Michael Schröder beobachtete eine besondere Kurve beim Kompass Verlag. „Als es wieder losging im Mai und Juni 2020, hatten wir noch ein leichtes Minus“, so der Geschäftsführer. „Aber ab Juli erlebten wir jeden Monat ein Plus von 20 bis 30 Prozent – und zwar noch bis in den Dezember hinein. Einziger Dämpfer war der Lockdown im Weihnachtsgeschäft, gerade für unsere Bildbände. Im Jänner 2021 hatten wir nochmals ein Minus von fünfzig Prozent, im Februar lagen wir bei minus 25 Prozent.“ Doch seitdem wurde aufgeholt: „Im März und April 2021 erreichten wir jeweils um die 200 Prozent Plus im Vergleich zu den Rückgängen im Frühjahr 2020.“ Auch verglichen mit dem Geschäftsjahr 2019 schnitt das Katastrophenjahr 2020 besser ab – und der Trend scheint vorerst zu halten.

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unserer Titel bedient“, so Elisabeth Blasch vom Styria Verlag. Dazu gehörten im Verlag etwa „Gehen auf alten Wegen“ von Martin Burger mit historischem Fokus oder auch „Schöne Aussicht!“ von Wilhelm Burger. „Das Entdecken der näheren Umgebung, das sich ja ganz allgemein im Trend zur Re-Regionalisierung zeigt, war in unserer Programmarbeit stets ein zentraler Fokus, der so aktuell wie nie scheint“, so die Programmverantwortliche. Für Wien etwa hat Ilse Königs „Wien für Fortgeschrittene“ einmal mehr gezeigt, dass die Lust auf neue Perspektiven und frische Ansätze immer wieder entfacht werden kann. Bei Styria bemerkte sie außerdem eine hohe Nachfrage zum Thema Radfahren, insbesondere mit E-Bikes. DAS ERSTES HALBJAHR 2021 WAR ZAGHAFT BESSER „Nach einem eher schwachen Frühjahr 2021 wegen des Lockdowns und des schlechten Wetters im April hat das Geschäft vor allem in der Wander- und Outdoor-Literatur nun deutlich angezogen“, beobachtet Carl Rauch, Geschäftsführer bei freytag & berndt. „Es hilft uns auch, dass viele Österreicher*innen wieder auf Urlaub im Inland fahren und der Absatz mit Wanderkarten und Wander- und Radführern noch einmal deutlich über 2020 liegt.“ Allerdings wird nicht nur gewandert. „Wir erleben jetzt eine Rückkehr der innereuropäischen Individualreisen und haben zum Beispiel im Juni in Deutschland mehr Autokarten als Wanderkarten verkauft.“ Ver-

lagseigene Produkte wie die Rother Wanderführer, freytag & berndt-Wanderkarten oder auch Partnerprodukte etwa vom Esterbauer Verlag mit den „bikeline“-Radtourenbüchern erreichten ein ganz neues Publikum, „das sich vor zwei Jahren vielleicht noch nicht so intensiv mit dem Thema Wandern und Fahrradtouren beschäftigt hatte“. In den niederösterreichischen Kral Buchhandlungen „ist die Reiseführerwand im Vorjahr wie eine Mauer gestanden. Das hat sich gar nicht verkauft, während Wanderführer sehr gut gegangen sind“, so Verleger Ivancich. „Die Nachfrage nach klassischen Reiseführern hat sich erst im Frühjahr 2021 zaghaft, jetzt im Sommer massiv ins Positive verändert.“ Die Einbrüche betrafen alle Länder außerhalb Österreichs, nicht nur Fernreiseziele. „Doch langsam kommen auch wieder die Regionen wie Dalmatien und Istrien auf. Alles, was mit dem Zug oder dem Auto erreicht werden kann, ist gefragt“, sagt Ivancich. Wie sich die Situation der Reisebücher im ersten Halbjahr bei Styria gestaltet hat, „ist je nach Region sehr unterschiedlich“, sagt Elisabeth Blasch. „Ganz aktuell beobachten wir, dass das Interesse für Bücher in der Alpen-Adria-Region mit der erhöhten Reisetätigkeit wieder steigt – auf einem Vorkrisenniveau sind wir hier aber noch nicht. Besser sieht die Situation bei innerösterreichischen Titeln aus. Hier wie da machen uns einige sehr starke Titel im aktuellen Programm zuversichtlich für die weitere Entwicklung.“

DIE DIGITALISIERUNG VERSTÄRKT SICH WEITER Auch bei den Reiseverlagen ist das Thema Digitalisierung ein wichtiges Thema – und umfasst dabei mehr als nur Social Media oder E-Books. Vor allem Apps und mobile Karten sind ein zentrales Thema, trotz der Konkurrenz durch Produkte großer Konzerne wie Google Maps und Co. Für Michael Schröder vom Kompass Verlag steht fest: „Kein Printprodukt verlässt unser Haus ohne digitale Erweiterung.“ Er möchte Digital und Print miteinander verbinden, „weil sie sich gut ergänzen“. Kompass hat in dem Bereich bereits einiges ausprobiert, seit etwa drei Jahren auch mit einer hauseigenen App. Mit jeder gekauften Wanderkarte bekommen die Kund*innen von Kompass die App mit derselben zoombaren Karte gratis dazu. „Wer mit der App mehr machen möchte – etwa selbst Touren planen oder auf Wanderführertouren zugreifen –, kann ein Abo abschließen. Da gibt es drei verschiedene Modelle, das größte ist ein Jahresabo, und man kann auch unterwegs auf alle Karten und Touren des Verlags zugreifen“, beschreibt Schröder das Konzept. Zu Beginn waren Kund*innen noch zögerlich, die Handhabung war zu umständlich. „Jetzt kann man in der App den QRCode scannen und kommt direkt zur Karte. Mittlerweile holen sich zwanzig Prozent der Wanderkartenkäufer*innen die App gratis dazu. Damit bin ich schon recht zufrieden. Vor einem Jahr standen wir noch bei rund sieben Prozent. Von den zwanzig Prozent, die die App herunterladen, schließen ungefähr fünf Prozent ein Abo ab“, sagt Schröder. Mit dem Relaunch der App wurde auch der

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– Essenziell – Reiseliteratur

Preis der Wanderkarten leicht erhöht. „Beim Verkauf jeder verkauften Karte geht ein Anteil ins digitale Geschäftsmodell. Voraussichtlich werden wir bis Ende des Jahres so weit sein, dass sich das App-Modell eigenständig trägt und die laufenden Kosten gedeckt sind.“ Bei freytag & berndt wird an einem neuen Onlineprodukt gearbeitet, „einer neuen Wander- und Rad-App, die wir im Frühjahr 2022 launchen werden. Dazu haben wir online unsere Zusammenarbeit mit Bloggern verstärkt“, erklärt Carl Rauch. Für den Geschäftsführer ist dies eine natürliche Erweiterung des Portfolios. „Gerade im Reiseund Outdoor-Segment gibt es wunderbare Autor*innen, etwa die ,Seenomaden‘, die mit ihren Berichten zu neuen Abenteuern einladen und damit gut zu freytag & berndt passen.“ Die Frage nach einer sinnvollen Erweiterung der Printprodukte stellt man sich auch bei Styria. „Die Digitalisierung ist für uns eine spannende Frage und Herausforderung für die kommenden Jahre, etwa was die Bereitstellung von ergänzendem Content- und Cross-Media-Publishing betrifft“, sagt Elisabeth Blasch. Bisher sei die Digitalisierung in den Styria Buchverlagen vor allem im Marketing und der Veranstaltungsorganisation fix verankert. „Da hat die Corona-Pandemie als zusätzlicher Beschleuniger gewirkt, etwa was Social Media, Onlinelesungen etc. betrifft. Bezahlt gemacht hat sich hier auch gerade während der Lockdowns unser eigener Webshop. Die Verschiebung der Umsätze in Richtung des (regionalen) Onlinehandels ist deutlich spürbar – und wird auch nicht mehr weggehen“, zeigt sich Blasch überzeugt. Für den Buchhändler und Verleger Robert Ivancich gestaltet sich die Lage ähnlich. „Ich sehe die Digitalisierung in der Branche als eine Online-Filiale. Tatsächlich ist die Website unserer Buchhandlungen im vergangenen Jahr explodiert, wir haben die ganze Seite auch auf neue Füße gestellt.“ Besonders erfreulich war der hohe Anteil der Kund*innen, die den Click&Collect-Service genutzt haben. Laut Ivancich machten sie immerhin zwei Drittel aller Bestellungen aus. „Das Abholen bewerben wir auf unserer Homepage massiv. Es ist die ideale Ergänzung.“ Eigene digitale Wanderkarten oder Apps sind beim Kral Verlag nicht geplant. „Dafür ist der Verlag zu klein. So etwas ist ein großes Investment. Die Menschen sind nicht gewohnt, für digitale Dienste Geld zu bezahlen“, zeigt er sich skeptisch. „Die Kosten dafür rechnen sich bei Preisen von 20-Euro-Wanderführern

nicht. Dafür müssten wir pro Titel 20.000 oder 30.000 Stück verkaufen, das ist unrealistisch. Wir verkaufen im Schnitt 1.500 oder manchmal 2.000 Stück. Daher können sich das nur die großen Player leisten. Ich frage mich auch: Ist das überhaupt notwendig? Aus meiner Sicht haben Google und Co. die Kartenbranche ruiniert.“ SO GEHT DIE REISE WEITER: MEHR EMOTIONALITÄT Der Markt profitiert von Outdoor-Trends. Dabei scheint eines immer zentraler zu werden: ein eigener Markenkern. So werden Titel und Inhalte immer emotionaler. Oder wie es Elisabeth Blasch ausdrückt: „Als Styria Verlag in der Verlagsgruppe Styria sind wir mit ganzem Herzen ein Regionalverlag – im besten Sinne, wie wir hoffen. Wir wollen Regionen und Städte spürbar, erfahrbar machen, kulturell, sportlich – und nicht zuletzt kulinarisch.“ Blasch erklärt weiter: „Aktuell fokussieren wir uns in der Programmarbeit vor allem darauf, dass unsere Bücher als solche ihren ganz eigenen haptischen, sinnlichen Mehrwert haben. Dafür arbeiten wir stark in Richtung Emotionalisierung sowie konzept- und zielgruppenorientiertes Denken.“ Dieser Schritt ist auch für Michael Schröder essenziell. „Bei Kompass sind wir groß geworden mit Wanderkarten, haben dann mit Wanderführern angefangen und gehen jetzt in die Richtung Emotionalität.“ Mit einer neuen Wachstumsstrategie will er mit Kompass nun in die Warengruppe Sport- und Aktivreisen investieren. In den kommenden drei Jahren sollen jährlich neue Reihen für spezielle Zielgruppen realisiert werden. „Die Marktveränderung ist für mich zentral: Wir haben funktionale Produkte, das heißt, wir müssen viel mehr mit emotionalen USPs, herausragendem Design und Kontextualisierung arbeiten. ‚Von Innsbruck zum Brenner‘ reicht als Titel heute zum Beispiel nicht mehr.“ Hierbei hat sich Corona als Katalysator für einen Trend gezeigt, den Schröder schon vorher beobachtet hatte: „Gesellschaftliche Trends wie die Work-Life-Balance, Klimaveränderung, Trendsportarten wie Stand-UpPaddling oder E-Biking bringen mehr Möglichkeiten, neue Zielgruppen zu erschließen. Zwar hat sich die Entwicklung hier seit Corona noch verstärkt, aber der Outdoor-Boom war schon vorher da. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt.“

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Buchstäblich in neue Welten a Neu interpretierte Klassiker, sehnsüchtig erwartete Fortsetzungen und hochwertige Bilderbücher: Vielfältig-bunte Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchbereich Text: Hannah Lea Jutz

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inder- und Jugendbücher werden seit Beginn der Pandemie verstärkt gekauft. Die Bedeutung des analogen Lesens hat sich wieder verstärkt, doch muss sich die Branche Neues einfallen lassen, um mit der voranschreitenden Digitalisierung mitzuhalten. Drei Buchhändler*innen präsentieren ihre liebsten Neuerscheinungen aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich.

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Pubertät muss nicht immer eine Tragödie sein

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Neinhörner, Muskeltiere und erfundene Leoparden Gabi Zeiser und Judith Vrba von der Kinder- und Jugendbuchhandlung LESEWELT

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Gebunden, 140 Seiten, ab 14 Jahren, € 15,40 (A), ISBN 978-3-407-75579-7

F O T O : P R I VA T

Maia, 16, pendelt zwischen Schule, Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre jüngeren Schwestern. Schnoddrig, selbstbewusst und mit zwei besten Freundinnen an ihrer Seite geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre eigenen Kilos, meist aber gegen zu starre Schönheitsnormen. Ihre Emotionen schreibt sie hier nieder, auch mit Bildern, die da einspringen, wo Maia keine Worte findet.

eit September 2009 gibt es „Das NEINhorn und die die Kinder- und JugendbuchSchLANGEWEILE“ (Carlsen) handlung LESEWELT in der Wievon Jan-Uwe Kling und Illustrationen von Astrid Henn ner Josefstadt. Unter der Leitung und „Hören“ (Gerstenberg) von Gabriele Zeiser schaffen sie von Romana Romanyschyn und ihre Mitarbeiterin Judith und Adrij Lessiw. Bei den ösVrba eine gemütliche Atmosphäre: „Wir nehmen uns für jeterreichischen Verlagen haben den einzelnen Kunden, ob klein es „Clara sammelt“ (G&G Gabi Zeiser (Foto oder groß, so viel Zeit wie möglinks) und Judith Verlag) von Ursula Poznanski, lich und versuchen, das richtige Vrba (rechts) bieten „Kalli kann Kanari“ (JungBuch zu finden.“ Zeiser und Vrba auch leisen Büchern brunnen) von Michael Roher lesen viele Bücher selbst, um die eine Plattform und „Ein Fall für Jaromir Kund*innen bestmöglich bera– Schatzsuche am Strand“ ten zu können. „Auch den eher ‚leisen‘ Bü- (Obelisk) von Heinz Janisch in die Auswahl chern wollen wir eine Stimme geben und sie geschafft. Aus dem Tyrolia Verlag gibt es durch Rezensionen oder einen besonderen besonders viele relevante NeuerscheinunPlatz in der Buchhandlung hervorheben.“ gen: „An die, die wir nicht werden wollen“ Bei den Novitäten versucht die LESEWELT, von Nils Mohl, „Dr. Maus kommt heut eine möglichst ausgewogene Auswahl an ins Haus“ von Reinhard Ehgartner und IlBacklisttiteln, Nachfolgebänden und Se- lustrationen von Helga Bansch und „Der rien im Angebot zu haben. Sachbücher, Moment, bevor …“ von Ela Wildberger und schöne Bildbände und Bücher zu außer- Illustrationen von Linda Wolfsgruber. Die gewöhnlichen Themen, die man vielleicht LESEWELT baut aktuell außerdem eine einicht überall findet, runden das Angebot gene Comic- und Graphic-Novel-Ecke in der ab.“ Gespannt sind die Buchhändlerinnen Buchhandlung auf. etwa auf die zweiten Bände von „Rory Bei den Neuerscheinungen bemerken Shy, der schüchterne Detektiv – Der Fall Zeiser und Vrba besonders Themen wie Poder roten Libelle“ (Ueberreuter) von Oli- litik, Entschleunigung, Viren und Umwelt. ver Schlick, „Luftpiraten – im Himmel Nach wie vor gebe es viele Escape-Bücher ist die Hölle los“ (Ueberreuter) von Mar- und -Spiele. Ebenfalls spürbar ist, dass imkus Orth mit Illustrationen von Lena Win- mer mehr Verlage auf Bücher mit hohem kel und „Dachs und Stinktier“ (cbj) von Bildanteil setzen. „Das liegt zum einen daAmy Timberlake und Illustrationen von ran, dass Kinder heute Bücher vorgelesen Jon Klassen. Auch auf die Fortsetzung „Die bekommen, die früher Kinder im Volksdrei Muskeltiere und die große Käsever- schulalter selbst gelesen haben. Andererseits schwörung“ (cbj) von Ute Krause und den versuchen die Verlage, Kinderbücher durch Märchenband „Zur Zeit, wo das Wün- bunte Illustrationen ansprechender aufzuschen noch geholfen hat“ (Gerstenberg) bereiten und mit kürzeren Sätzen, einfacher mit Märchen der Brüder Grimm Sprache und weniger komplexen Handund Bildern von Julie Völk. Ebenfalls be- lungssträngen auch leseschwache Kinder stellt hat die LESEWELT die Kinderbücher zum Lesen zu motivieren.“

Leseprobe: beltz.de Illustration: © Anna Gusella

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Mischa Damjan / Torben Kuhlmann Der Clown sagte Nein 40 Seiten / 21,5 × 28 cm ISBN : 978-3-314-10583-8

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Moritz Petz / Amélie Jackowski Der Dachs hat heute Langeweile ! 32 Seiten / 21,5 × 28 cm ISBN : 978-3-314-10577-7

Kazuo Iwamura Familie Maus feiert den Herbst 40 Seiten / 18,5 × 28,5 cm ISBN : 978-3-314-10578-4

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Ein Blick in unser Jubiläumsprogramm


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Von denTerra X-Morderatoren Dr. Florian Huber und Uli Kunz WAS IST WAS Ozeane Die Meere erforschen und schützen. Ab 8 Jahren, HC, 48 Seiten, 23 x 27,8 cm. Mit zalreichen Fotos, Illustrationen und Infografiken 13,40 € (A)

der Illustratorin Ka Schmitz neu ücher Stierle im Herzen der aufgelegt und könnte eines der Salzburger Altstadt wurde Highlights werden. Das Buch 1988 von Heinz Stierle gegründet, regt Kinder und Erwachsene der die Buchhandlung bis 2017 zum gemeinsamen Philosoführte. Seit Beginn des letzten Jahres läuft die Buchhandlung phieren und Hinterfragen an unter dem Dach der Medici Buchund verdeutlicht die Macht der Sprache. Ein Dauerbrenner ist handels GmbH. Schwerpunkte Carmen Schwarz die Reihe „Die Schule der mabilden neben Belletristik, Sachbietet besonders gischen Tiere“ von Margit Auer buch und Reiseliteratur auch gerne Bücher mit und Nina Dulleck, bei der erst Kinder- und Jugendbücher. LeAussage und schönen kürzlich der neue Band „Die sungen und SchaufensterkonzerIllustrationen an Schule der magischen Tiere – te werden durch einen Lesekreis Endlich Ferien 6: Hatice und sowie Yoga- und Dinner-Abende für Leseratten ergänzt. „Wir lieben das Beson- Mette-Maja“ (carlsen) erschienen ist. Im dere! Die Buchhandlung ist ein Treffpunkt neuen Band geht es nach Dänemark, wo Haund ein Ort, an dem das Buch erlebbar ist“, tice schwimmen und mit ihren Brüdern die sagt Filialleiterin Carmen Schwarz. Unterwasserwelt erforschen kann. ZuminIm Kinder- und Jugendbuchbereich fokus- dest bis sie und Mette-Maja eine Schatzkarte siert sich die Buchhandlung auf Bilderbücher, finden und sich auf eine spannende Suche Leseanfänger*innen und Graphic Novels. begeben. „Alles, was wimmelt und Wissen „Besonders gern bieten wir Bücher mit Aus- vermittelt, ist bei uns besonders gefragt. Es sage und schönen Illustrationen, von denen ist erstaunlich, wie neugierig und interessiert wir wissen, das wird der ganzen Familie gefal- junge Leser sind. Das ist so schön zu sehen.“ Aufgefallen ist Schwarz, dass Themen len. Auch eine nachhaltige Produktion ist uns wichtig.“ Beim Herbstprogramm gibt es be- wie Umwelt, Digitales und Flucht nach wie sonders viele „Perlen“, auf die sich die Buch- vor stark vertreten sind. Außerdem habe handlung Stierle freut. Von österreichischen das gemeinsame Lesen und das Vorlesen im Verlagen ist „Kitzeln kann man sich nicht vergangenen Jahr an Bedeutung gewonnen. allein“ (Jungbrunnen) von Heinz Janisch und „Das Buch ist ein wunderbares Medium, das Helga Bansch eines dieser neuen Bücher. Es verbindet. Viele Lesemuffel haben sich zu Büstellt den Körperkontakt in den Vordergrund cherwürmern entwickelt – das freut uns, aber und animiert Kinder zum Spielen, Nachma- auch die Eltern ganz besonders.“ Im Bereich chen und Ausprobieren. Im Spiel lernen sie, Kinder- und Jugendbuch seien Buchreihen dass es zwar oft gut ist, allein zu sein, es aber und alles Magische gefragt. „Dieser Trend viele schöne Dinge gibt, die man nur gemein- wird auch noch lange anhalten. Beim Lesen sam erleben kann. An Bilderbüchern führt in fremde Welten einzutauchen kommt wohl die Buchhandlung viele Titel der Verlage nie aus der Mode.“ Die Zahl an hochwertigen Gerstenberg, Knesebeck und Magellan. Bei Bilderbüchern aus den unterschiedlichsten den Graphic Novels wird das Buch „Macht- Verlagen habe ebenfalls zugenommen. „Bei WORTE!“ (jaja) von Cindy Ballaschk, Maria Bilderbüchern ist sehr wichtig, dass die Sinne Elsner, Claudia Johann, Elisabeth Weber und angesprochen werden.“

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Marktgespräche

FOTO: LICHTBILDNEREI LEIPZIG

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin habe ich bemerkt, wie interessant, berührbar und aufnahmefähig die Kinderzielgruppe ist. Es ist etwas Besonderes, die Lesenswege der Kinder zu begleiten. Durch meine Begeisterung für Kinderbücher bin ich dann von der Buchhändlerin zur Kritikerin und schließlich zur Verlegerin beim Klett Kinderbuch Verlag geworden. Wir freuen uns gerade sehr, dass wir einen der drei Hauptpreise beim Deutschen Verlagspreis gewonnen haben. Außerdem haben wir eine neue Kollegin eingestellt, die sich bei uns ums Marketing kümmert. Im Lektorat bringen wir gerade die Herbsttitel in den Druck, und ich arbeite zugleich intensiv an den Frühjahrsbüchern. Bei den neuen Kinderbüchern ist mir aufgefallen, dass viele Bücher zu wenig riskie-

ren und kein bisschen wild oder angreifbar sind. Neuerdings achten die Erwachsenen streng auf politische Korrektheit. Das führt dazu, dass die Bücher oft braver sind, als sie müssten, und das macht sie als Literaturstücke schwächer. Außerdem ist der Kinderbuchmarkt überreif, es erscheinen viel zu viele Bücher. Die größte Herausforderung ist aber die Notwendigkeit, die absurd weit geöffnete Schere zwischen Angebot und Könnerschaft zu schließen. Unser Verlag wird mit unbrauchbaren Manuskripten überflutet. Zugleich suchen wir dringend junge Schreibtalente, die wir aufbauen können. Es wäre allerhöchste Zeit für eine seriöse und unabhängige Schreibschule für Kinderliteratur. Ich würde mich sofort als Teilnehmerin bewerben.

„Die größte Herausforderung ist die Notwendigkeit, die weit geöffnete Schere zwischen Angebot und Könnerschaft zu schließen“ Monika Osberghaus, Klett Kinderbuch

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Kein bisschen wild

Urban Fantasy irische Mythologie ab 16 Jahre Vivs Leben ändert sich drastisch, als sie entdeckt, dass sie in eine magische Welt namens Anwynn reisen kann. Fantasy-Abenteuer mit Hintergrund: unsere Sagenwelt verschmilzt mit der keltischen Anderswelt Annwn.

ISBN 978-3-9504815-8-7 304 Seiten, 12,5x19 cm Softcover, € 16,40

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– Schwerpunkt – Kinder- und Jugendbücher

Badende Bären, invasive Außerirdische und Schauergeschichten Sandra Wild von der MOSER Buchhandlung

Science-Fiction ab 16 Jahre Der Autor Jürgen Jüly beleuchtet in seinem Roman verschiedene Lebensweisen und hinterfragt, wie die Menschen mit der Erde umgehen, ob es andere Lebensformen gibt und wie real das tatsächliche Leben ist.

ISBN 978-3-9504815-3-2

einer ungewöhnlichen Freundber 150 Jahre alt ist die schaft zwischen Schwein und MOSER Buchhandlung in Bär handelt. Die Graphic-NoGraz bereits, die größte Buchvel- und Comic-Abteilung bei handlung in der Steiermark und wie die Buchhandlung MORAWA MOSER ist besonders groß, da in der Wiener Wollzeile einer Schulen immer öfter auf diese der beiden Flagshipstores des zurückgreifen und sich damit den veränderten LesegewohnMORAWA Buch- und MedienSandra Wild legt konzerns. Unter der Leitung von heiten der Jugend anpassen. Wert darauf, dass Sandra Wild wird ein breites SorDabei bestechen Neuheiten wie der Jugend das Lesen timent an Büchern geboten, das die Comic-Adaption „Der Krieg stets schmackhaft den Bildungsbedürfnissen einer der Welten“ (Carlsen) von Thigemacht wird Schul- und Universitätsstadt lo Krapp, „Ein Baby auf Abentspricht und darüber hinaus wegen“ (Avant) von Benjamin die Lesewünsche eines breiten Bildungs- Renner, „Zwischen zwei Tönen. Aus dem bürgertums bedient. „Wir legen bei unseren Leben des Arvo Pärt“ (Voland & Quist) von Büchern Wert auf Aktualität, gute Sprache Sildre Joonas und „Bloody Mary“ (Carlsen) und eine ansprechende Optik. Außerdem von Kristina Gehrmann. Letztere erzählt müssen die Bücher zu den verschiedenen die Geschichte von Mary Tudor, die mit Altersgruppen passen.“ allen Mitteln für das kämpfte, was sie als „Gute Beratung ist das Um und Auf in un- Gerechtigkeit empfand. Gefragt sind in der serem Hause. Wir nehmen uns viel Zeit für Buchhandlung MOSER auch Titel und Neuunsere Kinder, Eltern und Pädagog*innen erscheinungen aus dem bahoe books Verlag. und sind in stetem Austausch mit ihnen.“ Im Trend liegen neben Umweltschutz, Neben Ausstellungen und Hausführungen Diversität, Flucht und Rassismus auch gibt es bei MOSER auch einmal im Jahr einen Detektivgeschichten für Kinder sowie BüBuchcover-Zeichenwettbewerb. „Wir versu- cher über queere Themen für Jugendliche. chen stets, alle relevanten Alltagsthemen im Ebenfalls beliebt sind neue Hörmedien, beFokus zu behalten, da die Welt durch Bücher sonders für die Kleinsten. Auch interaktive Bücher für „Digital Natives“ ab zwei Jahren verständlicher gemacht wird.“ Neue Kinder- und Jugendbücher von Ver- werden immer gefragter. „Daneben bieten lagen wie Carlsen, NordSüd, DK, Ellermann, wir aber stets auch wertvolle Romane und Magellan, Loewe, Gerstenberg, Ars Edition, Geschichtensammlungen zum Vorlesen Zuckersüß, Boje und Baumhaus werden in und Selberlesen, da Lesen auch eine Geder MOSER Buchhandlung besonders gern nerationensache bleiben sollte.“ Für Wild angeboten. Österreichische Verlage sind ist Lesen eine der wichtigsten Kulturtechmit Titeln wie „Clara sammelt“ (G&G) von niken, die niemals vernachlässigt werden Ursula Poznanski und Illustrationen von Ina dürfe. „Es müssen immer neue Methoden Hattenhauser und „Der Zauberlipizzaner“ ersonnen werden, um der Jugend das Lesen (Joppy) von Thomas Brezina vertreten. schmackhaft zu machen. Wir entwickeln Im Sommer gibt es „Wenn Bären baden“ uns ebenfalls weiter, deshalb wird das Lesen (Annette Betz) von Ulla Mersmeyer, das von auch weiterhin spannend bleiben.“

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396 Seiten, 12,5x19 cm Softcover, € 19,95

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Aus der Branche

Gesellschaftliche Verantwortung

Drei spannende Zeitreiseabenteuer gilt es gemeinsam zu bestehen – mit Knobel­ aufgaben und Quizfragen rätseln sich die Spieler durch die Geschichte.

Wie Rechtsinformationsverlage in der Pandemie helfen konnten

be r A b Se ptem er hält lic h

Susanne Stein-Pressl von der MANZ’schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung

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FOTO: ISABELLAABEL

ls Rechtsinformations­ verlag haben wir unsere Verantwortung für Demokra­ tie und Rechtsstaatlichkeit in den vergangenen einein­ halb Jahren besonders stark gespürt. Studierende etwa waren ohne die Bibliotheken von den Rechtsdatenbanken abgeschnitten. Also haben wir diese Datenbanken vorläufig für alle Studierenden geöffnet, sodass ein österreichweiter Zugriff möglich war. Zudem haben wir während Corona zum ersten Mal ein Buch online gestellt, bevor es in Print erschienen ist. Die Nach­ frage war unmittelbar da, mit

„Auch die breite Öffentlichkeit sollte über juristische Fragestellungen der Tagespolitik möglichst einfach informiert sein“

dem Homeoffice haben sich die Anforderungen verändert. Ich finde, Digitalisierungs­ sprünge sollten in der Branche durchaus auch positiv gesehen werden. In dieser Zeit haben wir begonnen, neben unseren Pu­ blikationen auch Artikel zu ju­ ristisch relevanten Themen auf der Website zu publizieren. Zu Beginn der Pandemie wurde von den Medien hauptsächlich wiedergegeben, was in Presse­ meldungen stand, aber nichts über Verordnungen und Geset­ ze. Auch die breite Öffentlich­ keit sollte über juristische Fra­ gestellungen der Tagespolitik möglichst einfach informiert sein. Natürlich können wir mit solchen Artikeln kein Geld verdienen. Als Medien­ unternehmer*innen tragen wir jedoch eine gesellschaftliche Verantwortung mit. Unsere Aufgabe sollte es daher immer sein, die Rechtsstaatlichkeit durch verlässliche und leicht zugängliche aktuelle Fachinfor­ mation zu fördern.

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QUIZscape Der goldene Buchstabe Autor: Arno Steinwender 4033477903839 | € 24,95 (UVP) ab 14 Jahren

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– Bestseller Mai 2021 –

Empfehlungen

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Über Erwartungen Eine Schildkröte und ihre Freund*innen unterhalten sich über ganz alltägli­ che Dinge. Doch über ihren Köpfen braut sich bereits etwas Unheilvolles zusammen. Ein Buch über das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. „Aus heiterem Himmel“ – Jon Klassen. NordSüd

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Die Welt zwischen zwei Buchdeckeln Über 650 Begriffe aus allen Wissensgebie­ ten sollen Kinder durch die Volksschulzeit begleiten und Wissensvermittlung unter­ haltsam machen. Mit Abbildungen und um besondere Sonder­ seiten erweitert. „Das große WAS IST WAS Grundschul­ lexikon von A bis Z“ – Tessloff

Kochen wie ein Cowboy Mit Rezepten von Steaks bis Burgern, gegrilltem Mais bis Tortillas und Chili con Carne bis Pancakes versammelt das „Lucky Luke Kochbuch“ alles, was der Comic­Held selbst gerne auf dem Tisch gehabt hätte. „Das große Lucky Luke Kochbuch“ – Egmont

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Das Posterformat zum Download gibt es für Buchhandlungen im Mitgliederbereich www.buecher.at

Abenteuer in Wien 10– 12 Jahre Jo und Franziska wohnen in derselben Straße, sind zusammen in den Kindergarten gegangen und sitzen jetzt nebeneinander in der 2b-Klasse im Schottenringgymnasium in Wien. Sie sind beste Freundinnen. Die beiden Mädchen ergänzen sich: Franziska ist die Ruhige und Jo die Lebhafte. Bettina Wagner packt Themen, über die alle Kinder nachdenken, in ein Buch, das Emotionen hautnah erfahren lässt.

ISBN 978-3-903370-07-4 160 Seiten, 12,5x19 cm Softcover, € 14,00

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– Klassiker – neu entdeckt

Ätherische

Stimme

Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

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ANNEMARIE SELINKO: MORGEN IST ALLES BESSER (1938) Wien, Mitte der 1930er-Jahre, eine Maturaklasse. Als die Lateinlehrerin die Schülerin in der letzten Bank auffordert, weiter zu übersetzen, hat Antonia Huber gerade Wichtigeres zu tun –mit dem altbewährten Hausmittel Spucke versucht sie eine Laufmasche aufzuhalten: „Laufende Maschen von Seidenstrümpfen sind unaufhaltsam wie der Lauf des Schicksals.“ Fulminant hebt der zweite Roman der aus einer assimiliert-jüdischen Wiener Unternehmerfamilie stammende Annemarie Selinko (1914–1986) an. Dass es Selinko verstand, große Gegenstände als literarisch leichte Kost zu verpacken, hatte sie schon als Dreiundzwanzigjährige mit ihrem Romandebüt „Ich war ein hässliches Mädchen“ bewiesen. Überkommene Geschlechterrollen mit Witz, Verve und Selbstironie zu überwinden, ist auch das Thema von „Morgen ist alles besser“. Eine Frau entscheidet selbst über ihr Leben – keine Selbstverständlichkeit in Österreich I. „Ich werde ein richtiger Parvenü“, erklärt Toni, Tochter eines k. u. k. Rittmeisters, der sich nach dem Untergang der Monarchie als Versicherungsvertreter verdingen muss, keck. Mit dem Tod des Vaters geht auch das alte Leben mit Köchin und Hausgehilfen zu Ende. Die achtzehnjährige Toni kauft sich aus der bescheidenen Erbschaft eine Junggesellenwohnung im legendären Hochhaus in der Herrengasse

und beginnt ein neues Leben. Sie wird Sekretärin im Radio, liebt den Auslagenbummel in der Kärntner Straße und träumt von Pelzmänteln, Sportwagen, vor allem von einem Mann wie Gary Cooper. Als ein Radiosprecher beim Verlesen einer Katastrophennachricht einen Nervenzusammenbruch erleidet, springt die zufällig im Studio anwesende Toni ein: „Gute Nacht, spricht die kleine Stimme, ein tiefer, zärtlicher Unterton schwingt mit. In der Nacht sind alle Sorgen groß und besonders schwer. Aber morgen ist alles anders. Nichts kann schlimmer werden, morgen – morgen ist alles besser.“ Als sich am nächsten Tag herausstellt, wie begeistert die sogenannten einfachen Menschen auf die nächtliche Botschaft aus dem Äther reagierten, beschließen die Verantwortlichen, aus Toni einen Radiostar zu machen. Nach zahlreichen Irrungen und Wirrungen findet sich auch der Traummann. „Morgen ist alles besser“ erscheint 1938, im selben Jahr heiratet Annemarie Selinko einen dänischen Diplomaten und flieht 1943 vor den Nazis nach Schweden, wo sie bis zu ihrem Lebensende als international erfolgreiche Schriftstellerin bleibt. Höchste Zeit, die moderne Aschenputtel-Version und Satire auf das Wien der Zwischenkriegszeit zu lesen!

Das sagt die Verlegerin:

„Annemarie Selinko ist eine der humorvollsten Schriftstellerinnen Österreichs, in ihren vier Romanen stehen immer Frauen im Zentrum, und zwar von Natur aus emanzipierte und gewitzte Frauen, ‚Lausmentscher‘, könnte man sagen.“ Vanessa Wieser

Annemarie Selinko: Morgen ist alles besser Milena Verlag, Wien 2021

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– Gewinnspiel –

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Ein Glas auf die Kultur Stoßen Sie mit uns auf 25 Jahre Ö1 Club an! Ö1 hat im vergangenen Jahr erstmals einen österreichischen Winzersekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g. U.) aus der Qualitätsstufe „Klassik“ prämiert. Aus der Blindverkostung ging ein S a u v i g n o n B l a n c

aus dem Hause M u s t e r P o s c h g a n als Sieger hervor. Wenn Sie sich selbst vom Urteil der Fachjury überzeugen wollen, dann nehmen Sie jetzt am Gewinnspiel teil, und mit etwas Glück gewinnen Sie z w e i m a l d r e i F l a s c h e n d e s p r ä m ie r te n Ö 1 S e k ts !

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Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Schriftverkehr, Rechtsweg und Barablöse sind ausgeschlossen. Der Gewinn ist nicht übertragbar oder auszahlbar. Die Gewinner*innen werden schriftlich verständigt. Teilnahmeschluss: 17. August 2021. Datenschutz: Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist eine Angabe von personenbezogenen Daten erforderlich. Die Teilnehmer*innen erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die von ihnen übermittelten Daten von der Falter Verlagsgesellschaft m.b.H., Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, für die Durchführung und Abwicklung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach vollständiger Durchführung des Gewinnspiels umgehend und unwiederbringlich gelöscht.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Promedia Verlag, Wien

Text: Lena Wechselberger Foto: Karin Wasner

„Wir sind zu so einer Art Reisebüro für Autor*innen geworden“

Hannes Hofbauer B

eim Promedia Verlag gibt es den frischen Kaffee klassisch aus der Espressokanne. Von der Couch aus hat man das Herz des Verlages im Blick: Hohe Regale, in denen sich Buchrücken an Buchrücken reihen. Inmitten dessen sitzt Verleger Hannes Hofbauer. Er kam als Autor ins Haus, übernahm später das Lektorat und schließlich vor dreißig Jahren die Leitung. Seine Tätigkeit verschaffte ihm Einblicke in die Autorenschaft wie auch die Verlagstätigkeit – zwei Bereiche, die sich laut Hofbauer „schon positiv, aber auch konfrontativ“ gegenüberstehen. Seit 2011 steht Stefan Kraft als zweiter Teilhaber an seiner Seite. Im Rückblick auf die letzten drei Jahrzehnte bei Promedia sticht dem Verleger besonders eine Veränderung ins Auge: „Wir sind zu so einer Art Reisebüro für Autor*innen geworden.“ Gemeint ist ein Wandel hin zu einer proaktiven Herangehensweise. Sei es, Präsentationen zu organisieren, Partner zu suchen oder Podiumsdiskussionen zusammenzustellen – „es wird immer wichtiger, was man selbst aktiv als Verlag auf die Beine

stellt“, ist sich Hofbauer sicher. An den Themen hat sich bei Promedia nur wenig verändert. Noch immer machen das politische Sachbuch, Kulturgeschichte und Sozialwissenschaften den Verlag aus. Gerade im Bereich politisches Sachbuch, kann es durchaus sein, dass man aneckt – eine Situation, die der Verleger nur allzu gut kennt. „Ich finde das gut und habe überhaupt kein Problem damit“, erzählt er. Konversationen anzustoßen sei ein Ziel der Publikationen, online beschreibt der Verlag selbst auch einen „Diskurs ohne ideologische Scheuklappen“. Man wolle dabei einen offenen Zugang haben, um Themen nicht

Promedia Verlag www.mediashop.at

nur aus einer Richtung zu betrachten. Mit dieser Mission wurden seit der Gründung des Verlages 1982 etwa 500 Titel gedruckt. Jährlich sind es ungefähr zwanzig – eine überschaubare Zahl, aber das ist so gewollt. „Für jeden einzelnen sind wir dann auch immer sehr stark engagiert“, so der Verleger. Mehr könnte natürlich produziert werden, aber damit sei es nicht getan. Auch hinter dem Namen des Verlages steckt eine kleine Geschichte. Der damalige Gründer Erich Ertl ließ Hofbauer wissen, dass er sich nicht aufgrund des Verlagsnamens in ein Eck stellen lassen wollte; deshalb also ein neutraler Name für einen Verlag mit Profil. Hofbauers Jubiläum als Leiter ist übrigens nicht das Einzige, das ins Haus steht: Der Promedia Verlag wird nächstes Jahr vierzig. Auf die Frage nach Publikationen zu diesem Anlass antwortet Hofbauer trocken: „Von uns gibt’s ja nichts zu sagen – außer die Bücher, aber die kann man sich eh anschauen und lesen.“ Fazit: Manchmal braucht es für ein anregendes Gespräch gar keinen Kaffee – geschmeckt hat er trotzdem.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Mitgift Verlag, Wien

Ursula Effenberger Text: Lisa Schöttel Foto: Hannes Pacheiner

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iteratur und Begegnung – Ursula Effenberger ermöglicht ihren Autor*innen, mit dem Publikum durch teilweise ungewöhnliche Formate in Kontakt zu treten, und will damit dem Literaturbetrieb ordentlich einheizen. In enger Zusammenarbeit mit dem Autor und Gründer der Kulturinitiative BUCH13, Gerald Eschenauer, bietet sie jungen Autor*innen wie Dennis Staats und Manuel Lerche ein Sprungbrett in die Literaturbranche. „Wir versuchen den Autor*innen eine Plattform zu bieten, um sich und ihre Texte zu präsentieren.“ Neben Erstpublikationen liegt ihr Fokus auf zeitgenössischer österreichischer Lyrik. Ursprünglich im Ingenieurwesen als Projektmanagerin tätig, organisiert sie seit Jahren Messen und Events in Österreich. Auch das Alpen-Adria-Literaturfestival „Seitenstechen“ ging aus der Zusammenarbeit mit BUCH13 hervor. Die Rolle des „Adlers, der verschiedene Berufsgruppen und Professionalist*innen zusammenbringt“, liege ihr einfach. In der jetzigen Verlagstätigkeit sei das nicht anders. Zusammen mit Eschenauer organisierte sie die Kulturintervention PRISON – 20 oder 21 Schaufensterlesungen, um die Literatur auch in Zeiten von Corona wieder sichtbar zu machen. „Wir suchen die Verbindung zu den Menschen – gegen den allgemeinen Trend der Digitalisierung“, er-

„Entgegen allgemeiner Trends zur Digitalisierung suchen wir die Verbindung zu den Menschen“

klärt Effenberger. Mit dem Projekt „Poesie in kleinen Dosen“ entwickelte sie ein Literaturpuzzle, das lyrische Texte als Geschenkidee zu den Menschen bringt. Gute Stimmung verbreiten und dabei mit Augenzwinkern einen kritischen Blick auf die Gesellschaft werfen ist Effenbergers Ziel. Bereits im Namen des Verlages schwingt der „giftige Beigeschmack“ mit, der sich in den Texten versteckt. Es gehe darum, Menschen etwas mitzugeben. In ihrer Jugend habe sie

selbst viel gelesen und so einen Bezug zum Schreiben und zur Literatur aufgebaut. Know-how im Büchermachen verschaffte sie sich mit dem Verlegen von Ratgebern. Durch die Entscheidung, 2015 den Mitgift Verlag zu gründen, tauchte sie in die Welt der Literatur ein. „Literatur muss wieder zum Erlebnis werden,“ so Effenberger. „Als kleiner Verlag ist es schwierig, sichtbar zu bleiben – wir müssen neue Wege gehen und uns neu positionieren.“ Wichtig sei es daher, dass sich Autor*innen selbst zu präsentieren wissen. Nichts sei verstaubter als das Image von Literaturlesungen, so Effenberger. Hier wünsche sie sich seitens der Literaturhäuser mehr Offenheit, neue Formen zuzulassen, Literatur mit anderen Kunstrichtungen zu verbinden und so ein breiteres Publikum anzusprechen.

Mitgift Verlag www.mitgift.at

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Hintermayer, Wien

Karl Hintermayer Text: Elisabeth Krenn­Stuppnig Foto: Stefan Knittel

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a sitzt Karl Hintermayer gemütlich in einem Liegestuhl vor Weinber­ gen und liest. „Wachau“ steht am Buch, das er in den Händen hält und auf sympathische Weise auf Facebook inszeniert. Das Posting dazu: „Buchtipps aus unserem derzeitigen Feriendomizil in Spitz, inmitten der besten Weinberge der Wachau, zeitweise sogar ohne Regen. Umso besser, man hat ge­ nügend Lektüre dabei …“ Scheu, sich oder seine Bücher vor Pu­ blikum zu inszenieren, hat der bekennende Theatermensch keine. Zwanzig Jahre lang stand der Geschäftsführer der Buchhand­ lung Hintermayer auch selbst auf der Bühne, mit dem von ihm geleiteten Amateurthea­ terverein. „Gespielt haben wir überall, wo es gratis war – in der Bezirksvorstehung, im Geschäft, beim Heurigen. Es hat viel Spaß gemacht.“ Ein bisschen Theater gibt es heute noch bei den zahlreichen Signierstunden, die Hintermayer und sein Team jetzt nach den mehrfachen Lockdowns wieder regelmäßig veranstalten wollen. Montag oder Samstag – wer an einem der beiden Tage in die Neubaugasse 29 kommt, trifft Karl Hintermayer persönlich an. Ob­ wohl er in Pension ist, steht er nach wie vor noch gern im Geschäft. „Seit meiner Jugend arbeite ich hier. Das nimmt kein Ende“, lacht Hintermayer, der die Buchhandlung einst von seinen Eltern übernommen hat und heute gemeinsam mit Bruder Kurt und Schwägerin Alexandra als Familienbetrieb führt. Früher, erzählt er, hatten sie viele Filialen mit vielen Angestellten in Wien, mittlerweile gibt es nur noch das Stammhaus im Wiener Trendbezirk Neubau. „Wir sind sozusagen ‚back to the roots‘ und haben flächenmäßig verkleinert.“ In der 1962 eröffneten klassischen Sorti­ mentsbuchhandlung finden die zahlreichen

„Man muss für den Buchhandel brennen, um so ein Geschäft zu leiten“

Hintermayer Buch-Versand

Neubaugasse 29 1070 Wien www.hintermayer.at

Lauf­ und Stammkund*innen aus Politik und Kultur Titel aus den Bereichen Austri­ aca, Kunst, Geschichte sowie Sonderausga­ ben und Restauflagen. „Verglichen mit den 1960er­Jahren ist der Buchhändler heute mehr Dienstleister als Verkäufer.“ Was brau­ chen Kund*innen heutzutage? „Corona hat uns dazu gebracht, den Onlinehandel aus­ zubauen. Wir stehen mittlerweile Amazon in nichts nach. Unsere Kund*innen schätzen, dass sie die Ware schnell, unbürokratisch, ohne große Hindernisse und vor allem mit professioneller Beratung bestellen können.“ Gerade heutzutage gelte es, das Persönli­ che in den Vordergrund zu stellen – offline, aber auch online. Deshalb postet Schwäge­ rin Alexandra auf Twitter, und Hintermayer selbst bedient die Plattform Facebook. „Das schätzen unsere Kund*innen sehr.“ Er lebt mit seiner Frau Lisa direkt über dem Geschäft im zweiten Stock und genießt das Treiben in „seinem“ Grätzel, die Kaf­ feeröster ums Eck, die neuen Pop­ups, aber auch die kleineren Traditionsgeschäfte. Wie wird es mit dem Geschäft weitergehen? Von seinen drei Kindern werde wohl keines die Buchhandlung übernehmen, sagt der Buch­ händler. „Es ist schwierig geworden. Man muss für den Buchhandel brennen, um so ein Geschäft zu leiten. Das große Geld macht man damit heute nicht mehr.“

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Hugo Schöffer 1944–2021

Wir danken dir für deine Freundschaft.


„Ich bin überzeugt, dass unser Körper ein großartiges Instrument für das Denken ist, manche Dinge kann man nur mit der Hand denken“

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Ich bin Melancholiker … … UND MISCHE MICH IN MEIN EIGENES LEBEN NUR EIN, WENN ES UNBEDINGT SEIN MUSS, SAGT DŽEVAD KARAHASAN, MEISTER DER LITERATUR Interview: Erich Klein Fotos: Marija Kanižaj

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ževad Karahasan (geb. 1953 in Duvno, SFR Jugoslawien), bosnischer Schriftsteller und Dramaturg, studierte in Sarajevo und Zagreb, danach war er Dozent an der Akademie für szenische Künste der Universität Sarajevo. 1993 verließ er die Stadt, eine Rückkehr war bis zum Ende der Belagerung nicht möglich. Er unterrichtete an europäischen Universitäten und lebt seit 1996 abwechselnd in Sarajevo und Graz. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Kürzlich erschien sein erstmals 1993 publiziertes „Tagebuch der Aussiedlung“ in ergänzter und überarbeiteter Form bei Suhrkamp als „Tagebuch der Übersiedlung“. Herr Karahasan, was war Ihre erste Begegnung mit Österreich? Dževad Karahasan – Als Gymnasiast und Student verdiente ich in den Sommermonaten mein Taschengeld und später das Geld fürs Studium durch Schwarzarbeit auf Baustellen in Deutschland, Österreich und Italien. Ich suchte damals auch Bibliotheken und Museen auf – ich war eine Mischung aus Gastarbeiter und Reisendem.

Als „Tschusch“ wurden Sie damals vermutlich auch tituliert? Karahasan – Ich hatte damit keine besonderen Probleme – wäre ich empfindlich gewesen, hätte ich damit auch in Jugoslawien Probleme gehabt. In der größten Teilrepublik Serbien nannte man die bosnischen Muslime hartnäckig „Türken“. Als mir klar wurde, dass mich auch wohlwollende Gesprächspartner als Türken bezeichnen, erfand ich eine wilde Pseudomythologie – dass meine Familie aus Anatolien stamme und noch immer ein Restaurantschiff meines Onkels den Bosporus befahre. Gott behüte, es war nicht angenehm, aber es war mir immer schon egal, wenn man mich als Gastarbeiter, „Tschusch“ oder „faulen Balkaneser“ bezeichnete. (lacht) Welche Bücher suchten Sie damals in den Bibliotheken? Karahasan – In Deutschland vor allem Bücher mit guten Reproduktionen von Albrecht

Dürer. Dürer war schon im Gymnasium eine meiner Obsessionen – nach Jugoslawien kamen die italienischen Bände über große Maler erst sehr spät. Und natürlich Georg Büchner und Heinrich von Kleist. Diesen Schriftstellern gilt nicht nur meine Liebe, sie sind meine Krankheit, meine Obsession. In Österreich interessierten mich Rainer Maria Rilke, Joseph Roth und Hermann Broch. Sie wuchsen in einer Kleinstadt in Herzegowina auf – was war Ihre erste Begegnung mit Büchern? Karahasan – An erster Stelle stand Karl May – „Winnetou“. Ich habe schon in der zweiten Klasse Volkschule alle drei Teile gelesen und natürlich auch etliche Male geweint. Karl Mays Fähigkeit, brüderlich zu empfinden, hat mich sehr geprägt, er hat in mir die Offenheit für das Fremde geweckt. Ich schrieb einmal eine Polemik gegen Hans Magnus Enzensberger, der sich als Experte für den Balkan ausgab und keinerlei Ahnung davon hatte. Da stellte ich die Frage: Warum ist, verdammt noch mal, Karl May der Einzige, der über uns Indianer verständnisvoll geschrieben hat? Sehr früh kamen unsere jugoslawischen Autoren und dann Goethe und Tschechow dazu. Man konnte in Duvno recht gut lesen. Ihr Vater war, wie Sie mehrfach sagten, ein „gläubiger Kommunist“ und Ihre Mutter eine Muslima … Karahasan – Wenn ich ihn als gläubigen Kommunisten bezeichnete, wollte ich ihn von den professionellen Kommunisten unterscheiden. In jeder Ideologie gibt es gläubige und professionelle Anhänger. Mein Vater war schon vor dem Zweiten Weltkrieg, als das tatsächlich gefährlich war, Mitglied der kommunistischen Partei. Er hat nach dem Krieg auch keinen hohen Posten in Jugoslawien angenommen. Er wollte einfach solidarisch leben und träumte von einer gerechten Gesellschaft. Später dann enttäuscht, wiederholte er oft: Unsere Idee ist richtig und gut, wir haben Fehler bei der Umsetzung gemacht, aber die Idee bleibt.

Was war er von Beruf? Karahasan – Techniker für den Arbeitsschutz: Welche Kleidung, Schuhe und Gerätschaften ein Arbeiter haben musste, um bei der Arbeit nicht verletzt zu werden. Er wurde 1917 noch in der Monarchie geboren, lebte im SHS-Staat, im Ustascha-Staat, im zweiten Jugoslawien, im Unabhängigen Bosnien und Herzegowina und in Herzeg-Bosna – insgesamt in sechs Staaten. Er hat sein Haus kein einziges Mal verlassen und starb unter dem Bild von Tito 1994. Das Haus wurde nie zerstört? Karahasan – Das Haus ist zwar baufällig, aber es steht heute noch, ich übernachte dort, wenn ich in Duvno bin. Sie hatten nie ideologische Auseinandersetzungen? Das klingt unwahrscheinlich … Karahasan – Ich bin Melancholiker und habe wie alle Melancholiker Distanz zu allem, auch zu mir selbst. Ein Melancholiker sieht die Welt wie durch eine gläserne Wand und mischt sich nicht ein. Halb im Scherz sage ich gelegentlich, dass ich mich in mein eigenes Leben nur einmische, wenn es unbedingt sein muss. Das galt auch für Titos Kommunismus. Mein Vater war ein Aktivist, und ich nehme an, dass es für ihn die tiefste Enttäuschung im Leben war, dass aus mir kein engagierter Mensch wurde. Wir haben nie wirklich gut miteinander kommuniziert, aber es gab auch keine großen Konflikte. Die einzige harte Auseinandersetzung kam, als ich nach der Volkschule ein Handwerk lernen wollte. Meine Lehrer waren entsetzt: Der beste Schüler will Handwerker werden! Mir ging es darum, eine denkende Hand zu bekommen – ich bin überzeugt, dass unser Körper ein großartiges Instrument für das Denken ist, manche Dinge kann man nur mit der Hand denken. Ich schreibe bis heute mit der Hand. Mein Vater wollte das auf keinen Fall zulassen und hat mich in der Automechanikerwerkstatt, in der ich schon eine Stelle hatte, ab- und am Gymnasium angemeldet. Meine Mutter war mir immer viel näher als der Vater, wie ich vertrat

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sie keine ideologische Position. Ich bin weder konservativ noch modern, weder Kommunist noch Monarchist … Ich war niemals Mitglied der kommunistischen Partei, aber auch kein professioneller Antikommunist. Ich mag weder Nationalisten, und genauso wenig mag ich professionelle Antinationalisten. Sie sind Bosnier, Muslim, Schriftsteller … Karahasan – Ich bin Schriftsteller, Anhänger von FC Freiburg und FC Čelik in Zenica, einer Fußballmannschaft in Bosnien, ein leidenschaftlicher Leser – es gibt sehr viele Zugehörigkeiten, die ich gern akzeptiere. Keine davon ist in irgendeiner Weise ideologisch geprägt. Vereinfachungen, die es in jeder Ideologie gibt, kann ich nicht akzeptieren. Ideologie ist – wie Genosse Marx einmal sagte – falsches Bewusstsein. Sie tut so, als wüsste sie etwas, weiß aber nichts. Ideologie spaltet Gesellschaften, daher kann ich Ideologien nicht ausstehen. Zur Zeit Ihres Studiums wurde in Jugoslawien hitzig diskutiert, das soll an Ihnen einfach vorbeigegangen sein? Karahasan – Ich habe all das erlebt, mich aber daran nicht beteiligt. Ich war und bin bis heute ein unheilbarer Jugoslawe und überzeugt, dass für Mitteleuropa eine Vielvölkerföderation die beste Lösung wäre. Meine großen Lehrer Robert Musil und Miroslav Krleža, über den ich promoviert habe, hatten in den 1920er-Jahren kein gutes Wort für Kakanien übrig, keine sechzig Jahre später schrieb der nicht weniger bedeutende Schriftsteller Milan Kundera Essays voller Sehnsucht nach Mitteleuropa – im Grunde ging es dabei um Kakanien. Es liegt mir fern, Österreich-Ungarn zu idealisieren, der Staat machte große Fehler, aber es war auch eine gute Möglichkeit für viele kleinen Völker, Gefahren und Fallen zu vermeiden. In kleinen Ländern ist die Gefahr der Provinzialisierung sehr groß, kaum hast du zwei Bücher geschrieben, wirst du schon zum Klassiker! (lacht) Kultur und Leben bedeuten aber Offenheit: Die größte Gefahr ist der Mythos von kultureller Reinheit, der in kleinen Ländern sehr leicht entsteht. Kultur kann aber nie rein sein, Kultur braucht Gesprächspartner! Jugoslawien war für mich ein Versuch, etwas aus der k. u. k. Monarchie herüberzuretten – sieben, acht Völker, die einigermaßen gut miteinander auskommen könnten. Selbstverständlich habe ich den „Kroatischen Frühling“, die serbische Entdeckung des Nationalismus und die Wiederbelebung des Kosovo-Mythos erlebt und mit Kollegen aus Kroatien, Serbien und Sloweni-

en darüber gesprochen. Ich hatte dabei nie die Absicht, sie von Jugoslawien zu überzeugen, aber dennoch immer gehofft, dass man irgendwie miteinander auskommen würde. Können Sie mit Nationalisten der anderen Seite heute wieder reden? Karahasan – Ehrlich gesagt kann ich mit ihnen reden, tue das aber äußerst ungern. Sie sind Muslim … Karahasan – Ich hatte das Glück, in Bosnien Formen von Religion kennenzulernen, die sehr produktiv waren. Leider wird Religion sehr oft durch die Institution, die sich

im Westen Ängste produziert werden. Eine dieser Ängste ist jene vor dem Islam. Die Leute, die den Islam verteufeln, haben von dieser Religion und Kultur üblicherweise keine Ahnung, ihnen geht es bloß darum, die Gesellschaft zu spalten. Braven Bürgern wird eine Minderheit angeboten, die sie ohne schlechtes Gewissen und ohne Angst vor Konsequenzen misshandeln, beschimpfen und verachten dürfen. Jetzt sind die Muslime und die Raucher an der Reihe, wenn wir die erledigt haben, kommen die Dicken und Rothaarigen an die Reihe. Menschen, die sich in meiner Lage befinden, haben die Wahl, das entweder zu ignorieren oder sich möglichst

„Warum ist, verdammt noch mal, Karl May der Einzige, der über uns Indianer verständnisvoll geschrieben hat?“ Dževad Karahasan

über ihr erhebt, missbraucht. Dagegen kann man leider nichts tun. Man kann alles Wichtige missbrauchen. Wenn Religion zu bloßer Ideologie verkommt, wenn es eine Kirche zulässt, ideologisch missbraucht zu werden, dann ist das extrem gefährlich. Religion kann aber auch sehr fruchtbar sein. Religion ist ein System von Verfahren, Symbolen und Ritualen, mittels derer eine Gemeinschaft ihre Vorstellungen von Transzendenz erlebt und artikuliert. Religion umfasst das ganze Wesen eines Menschen. Und die Hysterie gegen den Islam? Karahasan – Es ist schlimm, dass seit Beginn des unglückseligen 21. Jahrhunderts

wenig damit zu beschäftigen und ein einigermaßen normales Leben zu leben. Das Böse kann man nicht besiegen. Auch nicht mit Literatur? Karahasan – Man kann stattdessen über die wunderbare Komplexität des Lebens schreiben und sprechen. Dazu gehört auch Religion. In Bosnien waren Religion, Kunst und Kultur sehr eng verbunden. Vergessen Sie nicht, einer der größten Dichter aller Zeiten, Maulana Rumi, war ein tiefreligiöser Mensch. Religion auf „Opium für das Volk“ zu reduzieren, wie es Genosse Marx tat, ist Unsinn. Wann war Ihnen klar, dass Sie Schriftsteller

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Kontinent Kinderbuch werden? Karahasan – In der dritten oder vierten Klasse Volkschule. Ich habe gemerkt, dass ich mich geistig viel mehr in der Sprache als in der Welt der materiellen Gegenstände aufhalte. Ich reagierte auf alles mit einer Geschichte, die ich niederschrieb. Ich war schon immer Erzähler. Der auch sehr viel Theater machte. Karahasan – Oh ja, und zwar mit viel Freude. Theater und Literatur ergänzen einander großartig. Literatur ist eine Sache der Einsamkeit – asoziale Typen wie ich widmen sich der Literatur, weil man in dieser Welt schweigen und andere reden lassen kann. Wenn die Freude an Einsamkeit droht, zur Krankheit zu werden, gehe ich ins Theater, inszeniere oder schreibe ein Stück. Wenn ich dann einige Monate unter vielen Menschen lebe, komme ich zum Schluss, dass Einsamkeit ein guter Zustand ist. (lacht)

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Aus Sarajevo wegzugehen, wie Sie es im „Tagebuch der Übersiedlung“ beschreiben, war das die größte Niederlage Ihres Lebens? Karahasan – Nein. Ich habe nicht einmal den Entschluss gefasst, Sarajevo zu verlassen. Seit ich in Sarajevo lebe, seit dem ersten Tag, will ich weg und weiß gleichzeitig, dass ich nicht weggehen kann. Sarajevo ist mein Schicksalsort. Im Oktober 1992 war ich der einzige Professor an der Akademie, und mir war klar, dass die Universität trotz Belagerung weiter funktionieren muss, eine ganze Reihe von Fächern konnte aber nicht unterrichtet werden. Ich musste mich entweder an meiner Stadt oder an meinem Beruf versündigen. Eine unerträgliche Situation. Dann kam eine Einladung zum Literaturfestival in Rauris. Ich dachte, ich wäre in zwei Wochen wieder zurück, was dann aber nicht mehr möglich war. Das Leben ging einfach weiter. Es war keine Niederlage – allerdings ein Verlust! Außerdem bewerte ich Niederlagen gar nicht negativ. Tragödien enden immer mit einer Niederlage, aber sie bringen Erkenntnis. Deshalb gilt die Tragödie auch als edelste literarische Form. Es war ein tiefer Einschnitt in Ihrem Leben … Karahasan – Es ist ein tiefer Einschnitt in der Geschichte der Stadt und des ganzen Landes – unglaublich viel ist verloren gegangen, aber nicht alles. Viele Menschen haben ihr Land durch die Zerstörung erst entdeckt. Im Sommer 1992 wurde in der jüdischen Gemeinde von Sarajevo darüber diskutiert, ob man weggehen oder bleiben sollte. Es stand gerade eine Feier an, in der an die Ankunft der sephardischen Juden in Sarajevo erinnert

werden sollte, die fünfhundert Jahre früher aus Spanien vertrieben worden waren. Die Mehrheit entschied sich dafür, die Gedenkfeier abzuhalten und danach wegzugehen. Mein Freund David Kamhi, der im vorigen Jahr leider verstorben ist, rief im Fernsehen dazu auf, zu bleiben, und schrie dann regelrecht: „Sarajevo ist das gelobte Land, oh Israel!“ Ich glaube, es gab kaum jemand, der damals so sehr geachtet wurde wie David Kamhi, alle erfuhren, wie sehr er an seiner Stadt hing. Leider ist sehr viel, nicht nur Materielles zerstört worden. Und wir haben, pathetisch gesprochen, unsere Unschuld verloren. Meine Frau ist Serbin, ich bin Bosniake, unser Trauzeuge war Kroate, ein Franziskaner. Als wir heirateten, war das für uns ganz normal. Ich habe keine Serbin, sondern eine Frau, die ich liebe, geheiratet. Mein Trauzeuge war kein Kroate, sondern mein bester Freund. All das wurde durch den Krieg und während der Belagerung ideologisiert. Darin besteht der Verlust! Dass ein Imam und ein Pope oder ein katholischer Priester miteinander Freundschaft schließen, war vor dem Krieg ebenso normal, wie es normal ist, zwei Nieren zu haben. Heute werden solche Dinge gleich als Beweis dafür angesehen, dass es das alte Sarajevo noch immer gibt, dass man in Sarajevo zusammenleben kann … Gab es je einen Zeitpunkt, an dem Sie Sarajevo vergessen haben? Karahasan – Nein! Nicht einmal als Sie Ihren großen Roman „Der Trost des Nachthimmels“ schrieben, in dem es um das Reich der Seldschuken geht? Karahasan – Dieses Buch ist der Versuch, mir Sarajevos verbrannte Bibliothek, die Vijećnica, wieder anzueignen. Es gab einen sehr spannenden Zeitpunkt, um das Jahr 2000, als ich endgültig nach Sarajevo zurückkehren wollte. Meine Frau sagte zu mir: „Dževad, tu das bitte nicht. Ich würde es nicht aushalten.“ In der Fremde ein Fremder zu sein, das geht noch, aber in seiner eigenen Stadt als Fremder dazustehen, das wäre die Hölle. Inzwischen leben wir ein halbes Jahr in Graz, ein halbes Jahr in Sarajevo, und sie hat dort mehr Bekannte und Freunde als ich. Wenn ich nach Sarajevo kam, verbrachte ich die ganze Zeit mit meinen Studenten, wenn ich bei meinen Freunden sein will, gehe ich auf den Friedhof. Ihr Opus magnum spielt im 11. Jahrhundert – ein Versuch, die Welt des Islam von ihren Anfängen her aufzurollen? Karahasan – Die Hauptfigur, der Dichter Omar Chayyam, ist eine meiner

Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Leichte Kost Es ist Juli, ziemlich warm, und ich bin urlaubsreif. Da bevorzuge ich nicht nur luftige Kleidung und leicht verdauliches Essen, sondern auch ebensolche Bücher. Goethe meinte: „Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zum Genuss und Belebung, oder zur Erkenntnis und Belehrung.“ Ganz so strikt würde ich es ja nicht sehen, möglicherweise lässt sich auch Erkenntnis genießen, aber tendenziell zeigt mein momentanes Lesebedürfnis schon eher in Richtung Unterhaltung. Wobei es bekanntlich subjektiv ist, was uns unterhält. Ich habe einen Hang zu schrägem, schwarzem Humor wie etwa Sheila Ochs „Das Salz der Erde und das dumme Schaf“ (1995 bei Arena) oder Polly Horvaths „Der Blaubeersommer“ (2005 bei Bloomsbury), zwei Paradebeispiele dafür, dass leicht nicht gleich seicht ist. Die sind beide vergriffen und ich nenne sie beharrlich trotzdem, bis sie wieder aufgelegt werden. Bis dahin tröste ich mich mit Büchern wie „Krissi Krampus“ von Leonora Leitl, „Bunte Fische überall“ von Kathrin Schrocke oder „Dachs im Dickicht. Das letzte Huhn“, der zweite Fall für die Waldpolizei von Anna Starobinets. Die kommen alle im Herbst – und der bekanntlich schneller, als einem lieb ist. Im August ist er praktisch schon da. Möge er unbeschwert werden.

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Krankheiten. Ich habe ihn vor vielen Jahren in der verbrannten Bibliothek entdeckt und war sprachlos. So viel Tiefe an Verzweiflung mit so viel Humor zum Ausdruck zu bringen ist absolut einmalig. Erst als meine eigene Verzweiflung, etwas von meiner verbrannten Welt zurückzubringen, sehr groß war, konnte ich das Buch schreiben. Es war ein Gespräch mit einem Großen, das mehr Fragen als Antworten enthält. Wenn Sie genau lesen, bemerken sie, dass in diesem Buch alle Figuren Antworten, aber keine Fragen haben. Niemand zweifelt an etwas, alle sind sich ihrer Sache absolut sicher. Damals

„In kleinen Ländern ist die Gefahr der Provinzialisierung sehr groß – kaum hast du zwei Bücher geschrieben, wirst du schon zum Klassiker“ Dževad Karahasan

begannen die Kreuzzüge, der erste Versuch, den Islam zu einem System zu gestalten, wurde unternommen, im Namen des Islam wurden auch etliche Menschen umgebracht. Überall entstanden Fundamentalismen. Kurz nach Chayyams Ableben wuchs im Iran eine Legende: Wenn der erste von drei Schulfreunden zu Macht und Wohlstand kommt, würde er den beiden anderen helfen. Als Nizam al-Mulk als Erster zu Macht und Reichtum gelangte, lud er Chayyam ein und fragte, was er für ihn tun könne. Ein Stipendium und ein Observatorium. Der dritte, Hassan-i Sabbah, wünschte sich die uneinnehmbare Festung Alamut und gründete dort seine Assassinen,

deren erstes Opfer Nizam al-Mulk wurde. Es handelt sich um drei typische Verhältnisse zur Macht: Nizam al-Mulk war ein moderner, demokratischer Politiker, sein SeldschukenReich gilt als erster Sozialstaat, es gab keinen Hunger, das Gesundheitswesen funktioniere, die Schule war kostenlos. Seine Devise war: Folgt mir, ich nehme eure Bedürfnisse und Probleme ernst. Hassan-i Sabbah war das genaue Gegenteil: Folgt mir, ich bin etwas Besonderes. Ich verspreche euch Blut und Tränen, und durch diese kommen wir ins Paradies, das wir aber möglicherweise nicht erleben werden. Schauen Sie, wie viele Charismatiker es heute gibt! Der Dritte, Chayyam, pflegte ein philosophisches Verhältnis zur Welt, er wusste sich der Macht des Logos, den Naturgesetzen verpflichtet, physische Macht interessierte ihn nicht. Ich glaube, diese Konstellation macht das Buch so extrem aktuell, und viele Leser verstanden es auch als ein zeitgenössisches Buch. Mein Verlag behauptet übrigens, dass ich siebzehn Jahre daran gearbeitet hätte, tatsächlich waren es sehr viel mehr. Ich sitze daran seit meinem zwanzigsten Lebensjahr. Was kann Literatur erreichen? Karahasan – Einiges extrem Wichtiges: Unser ethisches Gefühl wiederbeleben, uns darauf aufmerksam machen, dass ein Feind immer noch ein Mensch ist, auch wenn er Feind bleibt. Sie kann uns lehren, dass es schwachsinnig ist, als Christ gegen Muslime aufzutreten. In der Zeit, in der „Der Trost des Nachthimmels“ spielt, war in der katholischen Welt einer der einflussreichsten Prediger Bernhard von Clairvaux. Er meinte, ein Christ suche seinen Ruhm im Tod eines Heiden. Ich bin sicher, dass kein Feind des Christentums diese großartige Religion je so sehr beleidigt hat wie diese Aussage. Jesus war ein Prophet des Lebens und nicht des Todes, er hat sogar behauptet, es gebe gar keinen Tod! Am Anfang der europäischen Literatur steht die „Ilias“. Der Autor verschweigt seine Zugehörigkeit nicht. Er ist Achäer, einer von jenen, die Troja angreifen, der sympathischste Heros des Epos aber ist der Trojaner Hektor. Achill wird Hektor besiegen, zu einem wahren Helden und zu einem Menschen wird er erst durch die Scham, die er später empfindet. Auf solches hinzuweisen, kann Literatur – etwa um zu begreifen, dass die Welt viel zu komplex ist, um durch klare Trennlinien einzelne Formen des Lebens abzusondern. Solange wir leben, sind wir mit allem verbunden. Es gibt keine reine Kultur, die nur unsere wäre. Ich bin ein Muslim, aber tief von Katholizismus und Orthodoxie geprägt, ich bin ein Bosnier, aber die russische und deutsche Literatur haben mich vielleicht mehr geprägt als die bosnische.

Bücher von Dževad Karahasan bei Suhrkamp Insel (Auswahl) Das Buch der Gärten. Grenzgänge zwischen Islam und Christentum (Insel 2002) Gärten in der Bibel, im Koran und in den Geschichten von „Tausendundeiner Nacht“ als Orte der Sehnsucht und Verwandlung, der Liebe und der Überwindung des Todes zumindest im Mythos. Der Stadtpark von Sarajevo inklusive. Die Schatten der Städte. Essays (Insel 2010) Die Architektur eines Romans, seine vielschichtige Zeitstruktur und sprachliche Polyphonie verdanken sich der ästhetischen Erfahrung der Stadt. Kronzeugen: „König Ödipus“, Kleists „Prinz von Homburg“, Kafka und Andrić. Der Trost des Nachthimmels. Roman (Suhrkamp 2016) Isfahan im 11. Jahrhundert: Ein Mächtiger stirbt – wurde er ermordet? Der Hofastronom und Dichter Omar Chayyam ermittelt. Das Reich der Seldschuken wird von Hofintrigen und soziale Spannungen, von außen durch Kreuzritter und Mongolen bedroht. Dževad Karahasan reiht sich mit seinem Opus magnum unter die Großen der Literatur. Ein Haus für die Müden. Fünf Geschichten (Suhrkamp 2019) Fünf Weltverweigerer und Einsame aus Bosnien-Herzegowina am Rand der großen Geschichte zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg und in der Gegenwart. Am Ende steht eine Hymne auf den Geburtsort des Autors. Tagebuch der Übersiedlung. Essays (Suhrkamp 2021) Alltagsszenen aus dem belagerten Sarajevo, die Karahasan ursprünglich „Epiphanien“ nannte: Ein Mann tritt aus der Warteschlange und stirbt; was ist, wenn ein Granatsplitter die eigene Bibliothek trifft, wie verhält es sich mit der Angst angesichts von Scharfschützen, was verstehen Journalisten vom Krieg? Über den Verfall der Sprache vor dem Krieg und die Beschreibung eines idealen bosnischen Hauses. (Alle Bücher in der Übersetzung von Katharina Wolf-Grießhaber)

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

„Der leere Raum lässt genügend Platz für die eigene Fantasie“

Tendenz: Minimalismus Formen der Buchgestaltung, die gegenwärtig versuchen, den Buchverkauf anzukurbeln

Text: Marlene Obermayer

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : C H R I S T O P H E R M AV R I C

Y

ou can express your ideas through typography, page layout and the structure of information. Juggle these elements to find new combinations. In other words, make the best of restrictions. No matter what you do, in the end all books look like books, they don’t look like buildings or cars, and amongst all 400,000 books at the Frankfurt Fair you will not find two books that look alike. Like fingerprints, they are unique.“ (Armand Mevis, „Every Book Starts with an Idea“, in: „The Form of the Book Book“) Man sollte ein Buch nie nach seinem Cover beurteilen; da es das Erste ist, das wir an einer Publikation bemerken, ist es allerdings ziemlich schwer, dies nicht zu tun. Ebenso wissen wir: Der erste Eindruck zählt. Durch das äußere Erscheinungsbild können wir eine Vorstellung von seinem Inhalt gewinnen, also durch den Titel, das Cover, das

Layout oder die Lektüre des Klappentextes. All diese Elemente bilden unseren Eindruck von Form und Inhalt des Buches. Bücher sind die größte Quelle nützlicher Informationen und Geschichten. Allein im Jahr 2020 sind mehrere Tausend Erst- und Neuauflagen in Österreich erschienen. Wer mit seiner Publikation aus dieser Flut an Mitbewerbern herausstechen will, muss daher nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch für Aufmerksamkeit sorgen. Nimmt man diese Neuerscheinungen näher unter die Lupe, lässt sich auf den ersten Blick kein übergreifender Trend herauslesen, doch eine Entwicklungstendenz nutzt sich nie ab: „Weniger ist mehr.“ Minimalistische Buchcover zeichnen sich durch einfache Typografie aus und kommen mit einem Minimum an visuellen Elementen wie Farben, Grafiken und Bildern aus, die jeder sofort verstehen kann. Stark vertreten sind monochrome Buchcover, bei denen nur der Name und

Titel zu sehen sind oder deren Einband nur ein Bild oder eine Farbe aufzeigt. Der minimalistische Designstil weckt die Neugier der potenziellen Leser*innen und Kund*innen, wobei der leere Raum genügend Platz für die eigene Fantasie lässt. Eine weitere Tendenz zeigt sich bei den „Schönsten Büchern Österreichs“ (siehe Seite 8) aus dem Jahr 2020, die sich ganz der Schrift widmen. Im Zentrum von „A Non-Reader for people who like to look at letters“ steht die Typografie, die bei diesem Taschenbuch nicht nur Träger von Inhalt ist, sondern zum Inhalt selbst wird. Die genannten Schwerpunkte stehen stark im Gegensatz zu einem weiteren Designtrend, der aus lauten und wilden Buchumschlägen besteht, die ganzflächig mit bunten Mustern und Buchstaben beladen sind und so versuchen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Egal ob minimalistisch oder wild, eines haben all diese Bücher gemeinsam: Design und Inhalt sollten Hand in Hand gehen, um zu vermeiden, dass es entweder zu viel Design und zu wenig Inhalt gibt oder umgekehrt allein der Inhalt dominiert und die Ausstattung ins Hintertreffen gerät. Wichtig ist in jedem Fall, dass die richtige Balance gefunden wird, um Leser*innen und Kund*innen nicht nur Lesegenuss, sondern auch Augenfreude zu schenken.

Marlene Obermayer, geboren 1982 in Graz, Gründerin von Das Kunstbuch und Vienna Art Book Fair, Leitung Archiv steirischer herbst. Sie ist Teil der Jury für „Die schönsten Bücher Österreichs“.

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– Buchtermine –

Veranstaltungen August bis September SONNTAG, 1. 8.

MITTWOCH, 25. 8.

Michael Schottenberg: Österreich für Entdecker (Summerstage, Roßauer Lände , 1090 Wien, 20:00)

Eva Menasse: Dunkelblum/ Ulrike Haidacher: Die Party (MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, 20:00)

MONTAG, 2. 8.

Lesung mit Beate Maxian (Herminenhof Wels, Maria-Theresia-Straße 33, 4600 Wels, 20:00)

DONNERSTAG, 2. 9.

DIENSTAG, 3. 8.

Herbert Dutzler: Die Welt war eine Murmel (Domplatz Linz, Domgasse , 4020 Linz, 19:00)

Hubert Achleitner: Flüchtig (Rathausplatz St. Pölten, Rathausplatz , 3100 St. Pölten, 20:30)

SAMSTAG, 4. 9.

Ferdinand Schmalz, Günter Eichberger. Musik: Achim Kirchmair Trio feat. David Jarh (ORF-Landesstudio Steiermark, Marburger Straße 20, 8042 Graz, 20:00) Hanno Milesi: Der Charme der langen Wege/ Anna Felnhofer: Schnittbild (MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, 20:00) FREITAG , 5. 8.

Kurt Palm & Manfred Rebhandl (Wallensteinplatz, Wallensteinplatz , 1200 Wien, 18:30) Gustav Ernst & Antonio Fian (Kongreßpark, Sandleitengasse , 1160 Wien, 18:30) Adele Neuhauser & Edi Nulz: Stephen Fry – Mythos. Was uns die Götter heute sagen. (Domplatz Linz, Domgasse , 4020 Linz, 19:30) Petra Morzé und Florian Teichtmeister: Ausgerechnet der Mensch ist unmenschlich. Texte von Thomas Bernhard. (Thermalbad Bad Vöslau, Maital 2, 2540 Bad Vöslau, 20:30) SAMSTAG , 6. 8.

Romina Pleschko & Teresa Präauer (Seepark Aspern, Janis-Joplin-Promenade 8–10, 1220 Wien, 18:30) SONNTAG , 7. 8.

Lesung und Gespräch zu Thomas Bernhard mit Barbi Marković, Michael Maertens, Franz-Xaver Mayr, Marie-Luise Stockinger (Toscana Congress Gmunden, Toscanapark 6, 4810 Gmunden, 19:30) Raphaela Edelbauer und Daniel Wisser (Naschmarkt, Naschmarkt , 1060 Wien, 20:00) Ljuba Arnautović: Junischnee (Summerstage, Roßauer Lände , 1090 Wien, 20:00) Peter Enzinger: Frühe Feuer (Schloss Goldegg, Hofmark 1, 5622 Goldegg, 20:00) MONTAG , 8. 8.

Marianne Jungmaier Lesung (Herminenhof Wels, Maria-Theresia-Straße 33, 4600 Wels, 20:00) Christoph Wagner-Trenkwitz (Burg Golling, Markt 1, 5440 Golling an der Salzach, 20:00)

Angela Lehner liest aus ihrem neuen Roman „2001“ am 12. 8. bei den O-Tönen im Wiener MuseumsQuartier

SONNTAG, 5. 9.

Angela Lehner: 2001/ Christina Walker: Auto (MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, 20:00) Franzobel und David Sylvester Marek: Das Geheimnisgeschichtenlexikon des David Sylvester Marek (Stadtkino Grein, Kreuznerstraße 2, 4360 Grein, 20:00)

Eva Rossmann: Vom schönen Schein. Mörderische Geschichten (Summerstage, Roßauer Lände , 1090 Wien, 20:00) DIENSTAG, 7. 9.

FREITAG, 13. 8.

Hermann Bauer: Rachemokka (Buchhandlung Morawa, Wollzeile 11, 1010 Wien, 19:00)

Petra Piuk & Barbara Zeman (Naschmarkt, Naschmarkt , 1060 Wien, 18:30)

SONNTAG, 12. 9.

SAMSTAG , 14. 8.

Michael Köhlmeier & Konrad Paul Liessmann: Philosophie unter Platanen – Denken und Nachdenken (Theater im Park, Prinz-Eugen-Straße Parkeingang gegenüber Plößlgasse, 1030 Wien, 11:00) Theodora Bauer Lesung (Städtische Bühnen, 3874 Litschau, 16:30) Theresa Prammer: Lockvogel (Bühne im Gericht, Hauptplatz 3, 3040 Neulengbach, 20:00) Nunu Kaller: Kauf mich! (Naschmarkt, Naschmarkt , 1060 Wien, 20:00) Welser Lesefest (Burg Wels, Burggasse 13, 4600 Wels, 22:00)

Literaturfest auf dem Neusiedler See: Schifffahrt mit Lesungen und Musik von Anna Baar, Sebastian Janata, Mira Lu Kovacs (Mörbischer Hafen/Drescher Line, 7072 Mörbisch am See, 11:00) DONNERSTAG, 16. 9.

Eröffnung Achensee.Literatour mit Raoul Schrott, Stephan Roiss (Alter Widum, Achenkirch , 6215 Achenkirch, 19:00) Karl-Markus Gauß: Die unaufhörliche Wanderung (Schloss Kuenburg, Kirchengasse 8, 5580 Tamsweg, 19:30) FREITAG, 17. 9.

Uwe Kröger: Ich bin, was ich bin (Theater im Park, Prinz-Eugen-Straße Parkeingang ggüber Plößlgasse, 1030 Wien, 11:00) Barbara Kadletz: Im Ruin (Summerstage, Roßauer Lände , 1090 Wien, 20:00)

Achensee.Literatour mit Katharina Schaller: Unterwasserflimmern (Seehotel Einwaller, 6212 Eben am Achensee, 15:00) Willibald Feinig: Der Vorübergang (St. Ruprechtskirche, Ruprechtsplatz , 1010 Wien, 19:30)

DONNERSTAG , 19. 8.

SAMSTAG, 18. 9.

Ursula Poznanski: Cryptos (Pfarrsaal Weyregg, 4852 Weyregg am Attersee, 17:00)Ina Loitzl & Caroline: Dževad Karahasan, Kateřina Černá. Musik: Shuffle Truffle (ORF-Landesstudio Steiermark, Marburger Straße 20, 8042 Graz, 20:00) Michael Köhlmeier: Matou/Sabine Schönfellner: Draußen ist weit (MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, 20:00)

Achensee.Literatour mit Gabriele Kögl: Gipskind (Erfurter Hütte, Rofanstraße 3, 6212 Eben am Achensee, 11:00) Achensee.Literatour mit Petra Piuk (Posthotel Achenkirch, Achenkirch 382, 6215 Achenkirch, 15:00)

SONNTAG, 15. 8.

DONNERSTAG, 12. 8.

Barbara Frischmuth, Bodo Hell. Musik: Seydou Traoré & Franz Schmuck (ORF-Landesstudio Steiermark, Marburger Straße 20, 8042 Graz, 20:00)

Michael Köhlmeier & Lisz Hirn: Philosophie unter Platanen – Denken und Nachdenken (Theater im Park, Prinz-Eugen-Straße Parkeingang ggüber Plößlgasse, 1030 Wien, 11:00)

SONNTAG , 22. 8.

Daniel Wisser: Wir bleiben noch (Summerstage, Roßauer Lände , 1090 Wien, 20:00)

MONTAG, 27. 9.

Werk.Gänge: Laura Freudenthaler. Gesprächsreihe mit Brigitte Schwens-Harrant (Österr. Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien, 18:00)

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Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

Seit dem 16. März 2020 ist nichts mehr wie es war. Ein Virus legt, nicht nur in Österreich, alles lahm, treibt die Menschen von einem Lockdown in den anderen, stellt der Wissenschaft schier unlösbare Aufgaben und die Regierungen der Welt auf eine harte Probe. Wie gehen alle damit um? Welche Erklärungen gibt es und wie und auf welcher Basis muss vor allem die Regierung in Österreich entscheiden? Das Autorenduo gibt Einblicke in die Entstehung der Pandemie, den aktuellen Stand der Wissenschaft, in die Entscheidungsstrukturen der Regierenden und beleuchtet die Rolle der Medien in dieser Ausnahmesituation. Wurde alles richtig gemacht? Wo hat die Regierung versagt oder wo haben wir alle versagt? Was machen wir alle in Zukunft besser und welche Lehren ziehen wir aus dem Bisherigen? Wird das nun ein Dauerzustand bleiben oder endet die Pandemie irgendwann? Was bringen die Impfungen, mit welchen Zukunftsszenarien müssen wir uns beschäftigen und war das alles nur der Auftakt und die Generalprobe für viel Gefährlicheres?

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