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Anzeiger 7/8/18

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07/08 2018

anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Freier Geist unterm Himmel

Top für Kind und Jugend

Der Entdecker des Po

Im Sommer erblühen in Österreich auch die Literaturfestivals. Wir bringen die wichtigsten davon im Überblick

Der Herbst bringt spannende und sehr außergewöhnliche Kinder- und Jugendbücher. Wir haben einige ausgewählt

Italiens bedeutendster Reiseschriftsteller Paolo Rumiz über den Po, Rom, die Via Appia und italienische Identität

Fake, Fakten und Freundschaft.

Ö ST E R R E I C H I S C H E P O ST AG F I R M E N Z E I T U N G / G Z 02Z030877 M / 153. JA H RGA N G

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Was ist Wahrheit? Wem kann man noch trauen?

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Wosi hinta mia hob, wasi. Wos ma bevua schded weri wissen, bis is hinta mia hob. Ob des a fias Schdeam güt, drauf dadi ned wettn. Christine Nöstlinger

Christine Nöstlinger 13. Oktober 1936 – 28. Juni 2018

Wir trauern um unsere großartige, warmherzige und ihrer Gesinnung stets treu gebliebene Autorin.

Residenz Verlag

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– 153. Jahrgang –

„Diesmal ein Blick auf heimische Literaturfestivals: Die Vielfalt ist atemberaubend!“ Gustav Soucek

W

o werden Bücher zum Event? Bei guten, spannenden Lesungen natürlich! Daher wirft der anzeiger diesmal einen Blick auf heimische Literaturfestivals: Die Vielfalt ist atemberaubend (ab Seite 12). Und so viel sei schon vorab verraten, die Vorbereitungen für die BUCH WIEN 18 laufen auf Hochtouren. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe. Das Insolvenzverfahren der Auslieferung Hain hat einige Folgen für die österreichische Buchwirtschaft nach sich gezogen. In „Kurz gesagt“ lesen wir dazu einige Stimmen, was es für die Branche bedeutet (Seite 10). Außerdem betrachtet Roland Führer vom KSV1870 diesmal für den Gastkommentar (Seite 33) Bonitäten und die Lage unserer Branche – es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen!

Zum ersten Mal veröffentlicht: Lion Feuchtwangers schonungslos offene Tagebücher Großes Presseecho 60. Todestag am 21. Dezember 2018 Mit einem Vorwort von Klaus Modick Auslieferung am 7. November

F O T O : K AT H A R I N A F R Ö S C H L - R O S S B O T H

In der Rubrik „Wissenswert“ werden die Herbstnovitäten im Kinder- und Jugendbuch vorgestellt: von Magie zu Klassikern über Schizophrenie – wichtige Neuerscheinungen ab Seite 18. Im Porträt stellen wir folgende HVB-Mitglieder vor: Wolfgang Friebes (Grazer Buchund Kunstantiquariat) erklärt, warum er privat kein Sammler ist, Tilly Eder (Musikwissenschaftlicher Verlag in Wien) erzählt von der besonderen Arbeit zwischen Musik und Büchern, Hubert Aspöck (Buchhandlung „Bücherwurm“ in Ried) betont die Wichtigkeit der Buchpreisbindung für sein Geschäft und von Gerald Klonner (Anton Pustet Verlag in Salzburg) erfahren wir von den Kleinigkeiten, die bei Büchern den Unterschied machen (ab Seite 24). Der Verband wäre ohne seine Mitglieder nicht möglich, daher möchte ich an dieser Stelle auch die Neuzugänge herzlich willkommen heißen (Seite 8). Wie immer gilt: Bringen Sie sich ein, treten Sie mit uns in Kontakt – wir sind Ihr Verband und für Sie da! Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und einen schönen Sommer!

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Gustav Soucek HVB-Geschäftsführer

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– Inhalt –

26

Hubert Aspöck Der „Bücherwurm“ und seine Buchhandlung in Ried

27

Gerald Klonner Der Chef des Anton Pustet Verlags in Salzburg

SELBSTREDEND Österreichische Literaturfestivals in diesem Sommer und Herbst

12

THEMA

10

Kurz gesagt Die Insolvenz Dr. Hain

12

Essenziell Eine Auswahl an Literaturfestivals in Österreich

28

Paolo Rumiz Der italienische Reiseschriftsteller über Po, Via Appia und Mitteleuropa

31

Kramers Kinderstube Laut vorlesen

WISSENSWERT

Österreichischer Staatspreis für europäische Literatur an Zadie Smith

8

18

Kurzmeldungen Vorteile einer Mitgliedschaft beim KSV1870 Schulbuchvertrag bis 2025 verlängert Fußballturnier der Wiener BuchhändlerInnen Neue HVB-Mitglieder Staatspreis für europäische Literatur an Zadie Smith Bachmannpreisträgerin Tanja Maljartschuk Otto-Grünmandl-Preis an Markus Köhle Morawa Pressevertrieb hört auf Staatspreis für die schönsten Bücher Österreichs mediakolleg-Seminare im Oktober Kinder- und Jugendbücher Was im Herbst auf den Markt kommen wird

Tilly Eder, Geschäftsführerin des Musikwissenschaftlichen Verlags Wien

25

HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

24

Wolfgang Friebes Geschäftsführer des gleichnamigen Antiquariats in Graz

25

Tilly Eder Sie führt den Musikwissenschaftlichen Verlag in Wien

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28

Paolo Rumiz im Wiener Bräunerhof

KLASSIKER

32

Menagerie von Tieren und Menschen „Die Kultur der Renaissance in Italien“ von Jacob Burckhardt

33

Gastkommentar Roland Führer vom KSV1870 über die Insolvenz Dr. Hain

STANDARDS MARKTDATEN MONATSBESTSELLER TITELSCHUTZ IMPRESSUM

21 22 34 34

I L L U S T R A T I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O S : D O M I N I Q U E N A B O K O V, C H R I S T O P H E R M A V R I C ( 2 )

6


Š Sabine Felber/Literaturtest

Aus 1 mach

2

Sie sucht Neues. Zu Mr. Right. Und zu FĂźhrungsthemen. gabal-verlag.de anzeiger / 5


– Wissenswert –

Mehr Service beim KSV1870 und günstiger auch Der KSV1870 bietet HVB-Mitgliedern ganz spezielle Konditionen Der KSV1870 weiß alles – zumindest fast alles im Bereich der österreichischen Wirtschaft und natürlich auch der Buchbranche. Als HVB-Mitglied haben Sie folgende Vorteile bei einer Partnerschaft mit dem KSV1870: ■ ■ ■ ■ ■

Kein Mitgliedsbeitrag für 2018 Geringster Beitrag ab 2019 Gutscheine im Wert von 1.500 € pro Jahr Stark ermäßigte Bonitätsauskünfte (bis 40 % reduziert, keine Online-Gebühr) DSGVO-Assistent zum Vorzugspreis (Set-up nur 50 € statt 99 €)

Sie erhalten außerdem alle Leistungen der regulären Mitgliedschaft: Bonitätsauskunft: Informieren Sie sich über die finanzielle Situation Ihrer Geschäftspartner ■ Insolvenzvertretung: Bleiben Sie laufend informiert und gut abgesichert ■ Inkassoservice: Sparen Sie Kosten und Zeit dank professionellem Forderungsmanagement ■ Rechtsanwaltsservice: Lassen Sie sich bei rechtlichen Fragen von ausgewählten Verbandsanwälten beraten ■ weitere Services: wöchentliche Insolvenzmitteilungen, Mitgliedergutscheine, Mitgliederzeitschrift forum.ksv u. v. m. ■

Mehr unter ksv.at/mitgliedschaft-vorteile

Was Ihnen eine HVB-Mitgliedschaft bringt: Interessensvertretung bei Themen wie Buchpreisbindung, Urheberrecht, reduzierter Mehrwertsteuersatz etc. Der HVB ist die einzige österreichische Interessensvertretung im Rahmen der Federation of European Publishers und der International League of Antiquarian Booksellers. Angebote zur Weiterbildung bei „mediakolleg“, „Rund ums Buch“, bei der Jahrestagung als dem wichtigsten Branchentreff und bei Buchabenden (Branchentreffs in den Bundesländern). Information und Werbung im anzeiger, Newsletter und auf buecher.at, der offiziellen HVBWebsite. Inseratenrabatt im anzeiger, Börsenblatt und Schweizer Buchhandel. LizenzNetzwerk: Teilnahme am Onlineforum „Lizenz-Netzwerk“ mit 350 Personen aus Verlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unterschiedlichste Vertragsmuster. Kostenlose Fachberatung. Vergabe von ISBN mit Rabatt. VLB Rohdatenbezug. Köbu/IBU-Bestellservice. e-as-Auslieferungsverzeichnis. Vorteile bei der BUCH WIEN, Österreichs größter Literaturveranstaltung. Bei internationalen Messen betreut der HVB Gemeinschaftspräsentationen österreichischer Verlage. Er vergibt eine Reihe an Preisen, darunter den Österreichischen Buchpreis und Buchhandlungspreis. Mehr auf buecher.at

Eine der größten Druckereien in Mitteleuropa  Druck und buchbinderische Weiterverarbeitung  unter einem Dach rund um die Uhr Jahresproduktion 24 Mio. Bücher  80 % der Produktion gehen in den Export  Jahresumsatz 33 Mio. €  Kundenservice in fünf Fremdsprachen  Zertifikate Carbon Neutral Produkt, Fogra  FSC®, CrefoCert, Eko energie

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FINIDR, s.r.o. Ident. nr.: 60778172 Gültigkeit: 1 Jahr Seit: 01.07.2017

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F O T O S : K A R L H E R Z B E R G E R / F A C H V E R B A N D B U C H - U N D M E D I E N W I R T S C H A F T, C L A U D I A S T O C K I N G E R

Schulbuchvertrag bis 2025 verlängert Das Schulbuch bleibt gratis, der Bildungszugang damit für alle SchülerInnen gleich. Für das digitale Schulbuch stehen weitere Verhandlungen an

Friedrich Hinterschweiger, WKÖ, Ministerin Juliane Bogner-Strauß und Verlegersprecher Markus Spielmann (v. l. n. r.)

Ministerin Juliane Bogner-Strauß und Friedrich Hinterschweiger, Obmann des Fachverbandes der Buchund Medienwirtschaft in der WKÖ, haben einen Schulbuch-Vertrag bis 2025 unterzeichnet. Gemeinsam mit Verlegersprecher Markus Spielmann und Fachverbands-Geschäftsführer Karl Herzberger ist es in den Verhandlungen gelungen, ein hybrides Modell, eine Kombination aus gedrucktem Buch und E-Book, zu etablieren. Wie der Ausbau der E-Books, konkret die Ausbaustufe E-Book Plus, finanziert werden soll, darüber wird verhandelt. Derzeit kommt das E-Book Plus ausschließlich in der Sek 2 in Deutsch, Englisch und Mathematik zum Zug.

Fußballturnier der Wiener BuchhändlerInnen Die Fußball-WM ist vorbei, jetzt tritt der Buchhandel an Am 16. September beginnt ab 14 Uhr das 20. Fußballturnier der Wiener BuchhändlerInnen im ÖBB-Sportcenter Donaucity, Arbeiterstrandbadstraße 128 (U1-Station Alte Donau). Bei Regen oder schlechterem Wetter findet das Turnier eine Woche später statt. Jedes Team besteht aus fünf FeldspielerInnen und einem/einer TorhüterIn. Gespielt wird auf zwei Plätzen mit rund dreißig mal sechzig Metern. Die Tore sind fünf Meter breit. Die Spielzeit dauert zweimal zehn Minuten. Den SiegerInnen winken attraktive Preise, die noch nicht verraten werden. Weitere Information bei Tilman Eder, Buchhandlung ERLKÖNIG, www.erlkönig.at. E-Mail: erlkoenig@vinylin.at oder Tel. 0699 100 81 306

»Eine erstaunliche Meisterleistung.« Wall Street Journal

»Diese neue Geschichte der Ungleichheit von der Steinzeit bis in die Gegenwart wird eine breite Debatte auslösen.« San Francisco Chronicle

688 Seiten, HC mit Schutzumschlag € 39,10 [A] · ISBN 978-3-8062-3819-8 September 2018

wbg-wissenverbindet.de


– Wissenswert –

Die Neuen Der HVB hat wieder Mitglieder gewonnen Wie schön, wenn neue Unternehmen und Personen aus der Buchbranche den Weg zum HVB finden. Seit Beginn des Jahres bis zum Juni 2018 konnte der HVB folgende neue Mitglieder begrüßen. Wir freuen uns sehr über die Neuzugänge, denn sie stärken die Bedeutung des Hauptverbands als Interessensvertretung der gesamten Branche. Seit Jänner 2018 sind neu dabei:

„Swing Time“ ist der aktuell auf Deutsch erhältliche Roman von Zadie Smith

BD AAC Wirtschaftsprüfung V

AT Technische Medien für die Schule

V

bahoe books

V

Calamus Verlag GmbH

V

CTS Eventim Austria GmbH

V

Dachbuch Verlag

B

Der Buchladen

Europäischer Literaturpreis

Die britische Autorin Zadie Smith erhält am 27. Juli 2018 um 15 Uhr im Mozarteum Salzburg den Europäischen Literaturpreis

Fachverlag Hohe Warte

V

Fenkart Lydia

B

Galerie bei der Oper

BD Haslinger, Keck.

IG Autorinnen Autoren

Kreditschutzverband von 1870 B V Kunstverein Alte Schmiede V

L & L Verlag

V

Lebensfreude Verlag

V

Lern Raum Verlag

V

Leselausverlag/Hannes Hörndler

Bachmannpreis für Tanja Maljartschuk

BD Literaturmanagment Lind V

manuscripte – Literaturverein

BD

NÖ Festival & Kino GMBH

B

Petra Hofer/Grätzlbuchhandlung Lainz

BD

Romane – Made in Austria

V BD V

Die Ukrainerin Tanja Maljartschuk gewinnt den mit 25.000 Euro dotierten Bachmannpreis 2018 für ihren Text „Frösche im Meer“

Luzco Verlag

BD

Tanja Maljartschuk, Bachmannpreisträgerin 2018

Steinbutt e. U. Tourismusverband Achensee TÜV Austria Akademie

Legende: V = Verlag

B = Buchhandlung

Die britische Schriftstellerin Zadie Smith wird mit dem „Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur“ ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Kiepenheuer & Witsch ihr Roman „Swing Time“. Themen ihres Schaffens sind Fragen der ethnischen Herkunft in Europa und der kulturellen Durchmischung. „Smith hat mit ihrem literarischen Schaffen unser Bewusstsein für die ethnische, soziale und kulturelle Vielstimmigkeit unserer Welt geschärft“, sagt Kulturminister Gernot Blümel. Er wird Zadie Smith am 27. Juli 2018 im Mozarteum den Preis überreichen.

BD = Branchendienstleister

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Maljartschuk studierte an der Prykarpattia National Universität Philologie, arbeitete als Journalistin in diversen Fernsehanstalten ihrer Heimat und lebt seit 2011 in Wien. Im Residenz Verlag erschien 2009 „Neunprozentiger Haushaltsessig“ sowie 2013 „Biografie eines zufälligen Wunders“. Bov Bjerg gewann den Deutschlandfunkpreis, Özlem Özgül Dündar den KELAG-, Raphaela Edelbauer den Publikumspreis, Anna Stern wurde 3satSiegerin.

F O T O S : D O M I N I Q U E N A B O K O V, L U K A S B E C K

BD Druckerei Theiss V

für Zadie Smith


– Wissenswert –

Basiswissen für das internationale Lizenzgeschäft

Otto-Grünmandl-Preis für Tiroler Autor Das Land Tirol zeichnet den Autor Markus Köhle aus

Markus Köhle und Landesrätin Beate Palfrader

Markus Köhle erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Otto Gründmandl Literaturpreis. Das Land Tirol würdigt damit alle zwei Jahre Tiroler AutorInnen. Der 1975 geborene Markus Köhle, von Kulturlandesrätin Beate Palfrader als „Poetry Slammer der ersten Stunde“ bezeichnet, studierte Germanistik und Romanistik. Für seine Werke erhielt er das Staatsstipendium für Literatur 2008/2009, den Förderpreis für Literatur der Stadt Innsbruck 2009 und das Mira-Lobe-Stipendium.

Die mediakolleg-Seminare im Oktober 2018 Worin liegt heutzutage die besondere Herausforderung im internationalen Lizenzgeschäft? Vanessa Magson-Mann – Vor allem in der Vielfalt der Rechte, die vergeben werden können, sowie in den diversen Vertriebswegen, die nun vorhanden sind, um Bücher und Medienprodukte zu verkaufen.

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Vanessa MagsonMann, intern. Lizenzgeschäft

Morawa Pressevertrieb hört auf

F O T O S : L A N D T I R O L / K AT H R E I N , K L A U S M E L L E N T H I N , A N D Y W E N Z L / B K A

Mit Jahresende 2018 stellt Morawa den Pressevertrieb ein Am Ende dieses Jahres stellt Morawa Pressevertrieb seine Tätigkeit wegen „stark rückläufiger Verkäufe von Zeitungen und Zeitschriften im Einzelhandel“ ein – der Absatz sank 2016 um 8,8 Prozent, der Umsatz um 3,2 Prozent. Laut Emmerich Selch, dem Geschäftsführer von Mohr Morawa Buchvertrieb, sind die Kosten, die der Vertrieb an Händler wie etwa Trafiken verursacht, längerfristig nicht durch die Verkaufserträge gedeckt. Nun bemühe man sich um ein geordnetes Ende. Es soll nicht passieren, dass es Richtung Insolvenz geht.

Welche Fehler in Bezug auf internationale Lizenzgeschäfte begeht man leicht? Magson-Mann – Zu viel selbst zu reden, statt dem Kunden zuzuhören, um auf seine Bedürfnisse und Wünsche eingehen zu können.

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Inwiefern beeinflusst Ihr Seminar die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Berufsalltag? Magson-Mann –Die Teilnehmenden bekommen das Basiswissen des internationalen Lizenzgeschäfts als Business-Modell vermittelt und erhalten ein Verkaufstraining. Das Seminar wird auf Englisch abgehalten, was für die tägliche Arbeit unerlässlich ist.

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mediakolleg „Internationale Lizenzen“, 20. September 2018 von 9.30 bis 17 Uhr

WEITERE MEDIAKOLLEGS Abwechslung in die Ladengestaltung und Warenpräsentation bringen, Grundlagen der visuellen Kommunikation sowie Inspiration und Ideen für die alltägliche Arbeit vermittelt Elisabeth Windfelder von der Buchhandlung herr holgersson. Im Rahmen des Seminars wird das Schaufenster der Wiener Buchboutique gestaltet. Präsentation im Buchhandel, 1. Oktober 2018, 9.30 bis 17.30 Uhr

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Die schönsten Bücher im ganzen Land Die Staatspreisträger des Wettbewerbs zum schönsten Buch Österreichs

Benedikt Föger vom HVB, Jürgen Meindl vom Bundeskanzleramt und die Moderatorin Christa Eder

Am 26. Juni verliehen HVB-Präsident Benedikt Föger und Jürgen Meindl, Leiter der Kunst- und Kultursektion im BKA, 15 Auszeichnungen und drei Staatspreise für das schönste Buch Österreichs 2017. Ab November sind diese bei den Europäischen Literaturtagen, der Leipziger und der Frankfurter Buchmesse, der BUCH WIEN 18 und in der Schau „Die Schönsten Bücher Österreichs, Deutschlands, der Schweiz und der Niederlande 2017“ in der Hauptbücherei Wien ausgestellt. Der Staatspreis des BKA ging an: „8630 Mariazell“ von Erwin Polanc, Christian Hoffelner (Studio CH), Fotohof edition, Druck: Buch.Bücher.Theiss. „Franz West – Artistclub“ von Willi Schmid, Verlag für moderne Kunst, Druck: Remaprint. „An Evening von R.H. Quaytman“ von Katarina Schildgen und Paul Gasser, Revolver Books, Medienfabrik Graz.

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Profit für BuchhändlerInnen durch Social Media? Ja, mit der passenden Strategie und Präsentationsform. Den richtigen Umgang mit Facebook, Instagram und Co. vermittelt die Beraterin für Online-Kommunikation Michaela Wein. Social Media für BuchhändlerInnen, 3. Oktober 2018, 10 bis 17.30 Uhr

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Die Seminare finden im Palais Fürstenberg in der Bibliothek im 1. Stock statt. Grünangergasse 4, 1010 Wien Kosten: € 199,– für HVB-Mitglieder, sonst € 250,– Kontakt: Cordula Tippel, 01/512 15 35 29 tippel@hvb.at


– Kurz gesagt –

Was bedeutet … … DIE INSOLVENZ DES UNTERNEHMENS DR. FRANZ HAIN VERLAGSAUSLIEFERUNGEN FÜR DIE BRANCHE?

Mehrere hunderttausend Bücher Wir sind seit Eröffnung des Konkursverfahrens intensiv mit Abwicklung der Auflösung des Warenlagers an Büchern der Firma Hain beschäftigt. Das aus mehreren hunderttausend Büchern bestehende Warenlager gliedert sich in Bücher, die im Eigentum von Hain stehen, Kommissionsware und Konsignationsware. Wir prüfen daher die bestmögliche VerwerClemens Richter, tung des im Eigentum von Hain stehenMasseverwalter den Warenlagers und organisieren die der Dr. Franz Hain Rückgabe der Kommissionsware und der Verlagsauslieferungen Konsignationsware. Zu diesem Zweck GmbH wurde mit den Mitarbeitern ein Abwicklungsteam gebildet. Derzeit kann noch keine Quotenprognose abgegeben werden. Diese hängt im Wesentlichen vom Erfolg des Verwertungsprozesses und der Prüfung der Insolvenzursachen ab.

F O T O S : K A T H A R I N A F R Ö S C H L - R O S S B O T H ( 2 ) , A N D R E A S C H E R I A U , P R I VA T

„Es bricht uns nicht das Genick, aber es wird erneut enger“ Ausfall mit Folgekosten Dass Hain Insolvenz anmeldet, hat uns völlig überraschend getroffen und ist natürlich zuallererst für jene tragisch, die dort beschäftigt sind und mit denen wir über viele Jahre gut zusammengearbeitet haben. Für uns bedeutet es mehr oder weniger den Ausfall eines Halbjahres, bedenkt man alle Folgekosten mit. Das zahlt ein kleiner Verlag nicht aus der Portokassa, da muss Jürgen Lagger, wieder an anderer Stelle (noch mehr) geVerleger spart werden, Titel verschoben, ProgramLuftschacht e.U. me verkleinert. Es bricht uns nicht das Genick, aber es wird erneut enger. Da wäre es natürlich schön, wenn sich Buchhandel und LeserInnen durch vermehrte Bestellungen solidarisch zeigten. Wir sind ab sofort wieder über Mohr Morawa lieferbar.

Alexander Potyka, Picus Verlag, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands

Die Luft in der Branche wird dünner Es ist schwer, in der Insolvenz einer der großen österreichischen Verlagsauslieferungen nicht ein weiteres Indiz dafür zu erkennen, dass die Luft in unserer Branche dünner wird. Insofern erzählt das Aus für Hain nicht nur von individuellem unternehmerischen Scheitern und betrifft alle Verlage und Buchhandlungen. Konkreter ist es natürlich beunruhigend, wenn die Zahl der potenziellen Logistikpartner schrumpft und damit ein wichtiger Faktor für den Marktzutritt für manche infrage gestellt ist. Glücklicherweise sind die verbliebenen österreichischen Verlagsauslieferungen leistungsfähig und verantwortungsvoll genug, den heimatlos gewordenen Verlagen faire Verträge anzubieten und die Lücke zu schließen.

„Es ist natürlich beunruhigend, wenn die Zahl der potenziellen Logistikpartner schrumpft“

Belieferung mit guten Konditionen Jeder Wegfall einer österreichischen Auslieferung ist ein Riesenverlust. Im Gegensatz zu Deutschland haben wir in Österreich das Privileg einer persönlichen, kompakten und sehr schnellen Belieferung mit guten Konditionen. Das und die Tatsache der Betreuung durch die Vertretungen der Verlage sind Vorteile, die wir nicht missen wollen. Als Hauptverband haben wir schnell und umfassend Erwin Riedesser, per Newsletter informiert und zahllose teleBuchhandlung fonische und schriftliche Anfragen zur Cau„Leporello“, Vorsitsa Hain beantwortet. Unser Geschäftsführer zender des Österreihat die Kontakte zu den entsprechenden chischen BuchhändPersonen und Institutionen gehalten, um lerverbands über die weiteren Schritte zu informieren. Die aktuellen Probleme konnten rasch und unbürokratisch gelöst werden, auch mit tätiger Hilfe der VertreterInnen und einiger kleiner deutscher Auslieferungen. Der HVB bleibt die Informationsdrehscheibe bis zur endgültigen Klärung der Causa Hain.

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Wir trauern um unsere langjährige Autorin

Christine Nöstlinger

© Alexa Gelberg

(1936 – 2018)

»Es ist die Sprache! Sprache kann zum Lachen und zum Weinen bringen, Sprache kann trösten, kann streicheln, kann das Gefühl von Geborgenheit geben, kann bewirken, dass man sich luftballonfrei fühlt.« Aus der Rede zur Verleihung des ALMA 2003

Marianne Rübelmann für die Gesellschafter Petra Albers für das Programm Beltz & Gelberg Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verlagsgruppe Beltz


– Essenziell – Literaturfestivals in Österreich

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Wo die Hand Gottes über dem Wasser schwebt NEIN, DIEGO MARADONA KOMMT NICHT ZU DEN HEIMISCHEN LITERATURFESTIVALS. DAFÜR ABER JEDE MENGE ANDERER SPANNENDER ZEITGENOSSEN. EINE AUSWAHL Text: Joshua Köb Illustrationen: Georg Feierfeil

I

ch mag diese Weite. Es ist auch beim Zuhören angenehm. Statt immer nur eine einsame Gestalt auf der Bühne oder die zuhörenden Menschen um einen herum anzustarren, kann man auch so erfreuliche Dinge wie die Baumkronen, die Wolken und Abendhimmelsfarben betrachten.“ Geht es nach Andreas Unterweger (siehe Interview Seite 14), können die Lesewochen unter freiem Himmel nie früh genug beginnen. Nun kommt er endlich zu seinem heurigen literarischen Open-Air-Vergnügen. Der Sommer ist da, die Festivalsaison eröffnet. Zeit für neue Erfahrungen.

KLAGENFURTS DEUTSCHTAGE Bei den „Tagen der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt haben schon einige literarische Laufbahnen begonnen und einige Karrieren eine Beschleunigung erfahren. Dennoch pflegen Teile der Literaturszene ein etwas ambivalentes Verhältnis zum sportlichen Format des „Bachmannpreises“. Das Wettlesen vor großem Publikum, audiovisuell gedoppelt auf dem Dreiländersender 3sat und im Netz, hat es aber auch in sich: fünf Tage Akkord-Lesungen und fünf Preise, dafür stehen die „Tage der deutschsprachigen Literatur“. Das Rahmenprogramm ist entsprechend dicht: Public Viewing, Ausstellungen, Musik, Hashtags (#tddl, #twitteraturwettbewerb) und mehr. 2018 darf sich Tanja Maljartschuk als 42. Bachmannpreisträgerin freuen. Sie hatte zuvor angekündigt, nach Klagenfurt zu fahren, um „zu genießen und zu gewinnen“.

EIN EXPERIMENT AM ACHENSEE Der See ist groß, nämlich der größte Tirols. Das Festival ist jung, nämlich sieben Jahre alt. 2019 findet es vom 9. bis 12. Mai statt. An ausgewählten Plätzen lesen heimische und internationale Autorinnen und Autoren, bekannte ebenso wie jene, die gerade ihre künftige Karriere begründen. Einen Preis gibt es WIENS HOF MIT LITERATUR auch. Die Rede ist vom Achensee, dem Fes- An bestimmten Sommerabenden verwandelt tival achensee.literatour und dem Tyrolia sich der Innenhof des MQ in einen erweiachensee.literatour-Stipendium. Das Stipen- terten Uni-Campus. In dieser Atmosphäre dium wird von der Buchhandlung Tyrolia bringt das Festival O-Töne seit 15 Jahren ein gestiftet. Es ging 2018 an die Autorin Tanja Programm. Während der Monate Juli und Paar, die beim Festival im Mai aus ihrem August sind Donnerstagabende im MQ LiDebütroman „Die Unversehrten“ (Haymon teraturabende. Gratis, unter freiem Himmel Verlag) las. achensee.literatour, das 2012 als und moderiert von den Größen des heimiExperiment begonnen hat, ist fester Bestand- schen Literaturbetriebs. Seit 2016 debütiert teil der heimischen Literaturfestivalszene. auch literarischer Nachwuchs mit Lesungen

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– als „Vorgruppe“ der Stars. Manche Literaturfans finden keinen freien Sessel mehr im Hof des MQ , genießen den Abend aber trotzdem – auf sonnenwarmem Pflaster. 15 Jahre sind auch ein Jubiläum. Das feiert man bei den O-Tönen mit Lesungen von Marie Gamillscheg und Bestseller-Autor Robert Seethaler, Arno Geiger sowie Yara Lee im Juli. Am 26. Juli sitzen Milena Michiko Flašar und Barbara Rieger auf der Bühne. Die Donnerstage im August gestalten Norbert Gstrein, David Schalko, Verena Roßbacher, Daniel Wisser und Peter Henisch. Ihre Debüts geben Ljuba Arnautovic, Helmut Neundlinger, Tanja Paar, David Fuchs und Bernhard Strobel. Allesamt mit neuen Büchern. DIE HAND GOTTES ÜBERM SEE Den „Schwimmenden Salon Bad Vöslau“ hat 2018 der TV-Star Harald Schmidt mit David Foster Wallace’ Kreuzfahrt-Novelle „Schrecklich amüsant, aber das nächste Mal ohne mich“ eröffnet. Diese Mischung aus Promi und Literatur erklärt die Intendantin des Salons Angelika Hager so: „Das Programm soll viele Generationen in das Thermalbad locken.“ Dazu tragen ab August die Buhlschaft im „Jedermann“ Stefanie Reinsperger (3. August – sie liest Briefe u. a. von Schiele, Klimt, Kokoschka und Alma Mahler), aber auch die Schauspieler Manuel Rubey, Ruth Brauer-Kvam, Roland Koch, Sona MacDonald, Johannes Krisch und Michael »


– Essenziell – Literaturfestivals in Österreich

Andreas Unterweger

Andreas Unterweger, Herausgeber der Literaturzeitschrift „manuskripte“, über seine Lust an Literaturfestivals Sie haben schon bei vielen Literaturfestivals gelesen. Heuer sind Sie mit Ihrem neuen Buch „Grungy Nuts“ (Droschl) bei der „ORF Hör- und Seebühne“ in Graz und beim „Blätterwirbel“ in St. Pölten zu Gast. Wie groß ist die Vorfreude auf den Lesesommer? Andreas Unterweger: Groß – wie auf alle Lesungen. Vor allem auf die, die honoriert werden. Lesungen sind eine der wichtigsten Möglichkeiten, um mit Literatur Geld zu verdienen. Darüber hinaus lese ich meine Texte auch gern vor. Beim Schreiben habe ich oft den Eindruck, einer Melodie zu folgen, einem Rhythmus, der schon vor dem fertigen Text da gewesen zu sein scheint: Wie die Skulptur, die bereits im Felsblock steckt und dann „nur noch“ freigelegt werden muss. Diese „wahre Gestalt“ des Textes ist bei einer Lesung besser wahrzunehmen, als wenn man ihn still für sich liest. Worin liegt der Reiz von Lesefestivals? Ist das Publikum anders? Unterweger: Die Rockfestival-Stimmung bei Open-Air-Veranstaltungen ist schon etwas Besonderes. Wenn das Gelände schon lange vor der Lesung dicht bevölkert ist, die Leute essen und trinken, dazu die Musik … Anders als sonst rekrutiert sich das Publikum kaum aus Kulturszeneveteranen und den Freunden der Familien der Lesenden, sondern aus Men-

» Maertens bei. Schmidt nannte Bad Vöslau übrigens eine „Weltkulturhauptstadt“. Dort muss die „Elektrohand Gottes“ erscheinen, und zwar am 24. August in Gestalt von Philipp Hochmair und seiner Band. Die Hand Gottes wird Schiller performen. AM TEICH ZWISCHEN LIBELLEN Seit über dreißig Jahren zählt die „Hör- und Seebühne“ des ORF zu den Fixpunkten des steirischen Literatursommers. Bei freiem Eintritt kann man an acht Abenden Doppellesungen mit musikalischer Begleitung erleben. Den Schauplatz bildet eine Bühne inmitten des Teiches beim ORF-Landesstudio in Graz. „Das unkomplizierte Ambiente ist Markenzeichen der Seebühne. Man kann kommen und gehen, wann man will. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad“, erzählt Gernot Rath vom Landesstudio Steiermark. „Das Quaken der Frösche, die Libellen am Funkhausteich, die Würstel am Grill: All das trägt zu den stimmungsvollen Sommerabenden bei.“ Offenbar schätzen das die Freunde der Literatur. Manchmal finden sich hier bis zu dreihundert Personen ein. Zum Auftakt am 5. Juli gab es einen bislang unveröffentlichten Text des leider viel zu früh verstorbenen Dramatikers und „enfant terrible“ der Literaturszene Werner Schwab zu hören. In den kommenden Wochen lesen die Bachmannpreisträger Ferdinand Schmalz und Max Höfler, die georgische Autorin Diana Anfimiadi sowie Andreas Unterweger und Manfred Rumpl. Ein Highlight wird der Abschluss am 23. August. Da liest Clemens J. Setz Auszüge aus seinem neuen Buch „BOT: Gespräch ohne Autor“ (Suhrkamp). O Bot, o Bot! Doch die Lesung findet mit Autor statt – und dem Gitarrenvirtuosen Chuck LeMonds.

schen, die sich einfach einen schönen Abend machen wollen. Das gelingt ihnen dann auch.

FEST FÜR EINEN ERZÄHLER Seine Stimme aus dem Radio oder während seiner Fernsehsendung auf einem deutschen

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Kanal fesselt sein Publikum. Der Mann mit dem ohrwurmartigen Organ ist als Erzähler von Märchen, Sagen und Mythen weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Auch als Autor und Persönlichkeit hat es Michael Köhlmeier zum Status einer literarischen Ikone gebracht. Und seine Stimme hat Gewicht. Das bekam jüngst auch die neue Bundesregierung zu spüren, als er, ins Parlament eingeladen, dort eine kurze, aber eindrucksvolle Rede hielt. Die „Salzkammergut Festwochen“ widmen ihren diesjährigen Literaturschwerpunkt seinem Werk und Wirken. Das „Fest für Michael Köhlmeier“ dauert vom 2. bis 5. August und bringt Lesungen, Konzerte, Filme, Vorträge und Diskussionen im Stadttheater Gmunden zum Schaffen des Schriftstellers. Mit dabei sind unter anderem der Philosoph Konrad Paul Liessmann, Aleida und Jan Assmann, Hanno Loewy, Jo Lendle, Michael Krüger, Raoul Schrott und Franz Schuh. Außerdem wird der Gefeierte zum ersten Mal aus seinem noch unveröffentlichten Roman „Schwester und Bruder Lenobel“ (Hanser) lesen. Wer hingeht, kann das Buch vorab erwerben. LESEOASEN IN BETONWÜSTEN Seit zehn Jahren gibt es das Format StadtLesen. Für jeweils vier Tage verwandeln die Initiatoren dieser LiteraTour mit über 3.000 Buchneuerscheinungen 26 ausgewählte Städte im deutschsprachigen Raum in Leseoasen. Ort des Geschehens sind öffentliche Plätze, dabei sein kann jeder. Sebastian Mettler, Entwickler des Formats, möchte „zum Selberlesen verführen“. Gemütliche Lesemöbel laden dazu ein, sich der Fantasie hinzugeben. An einem Abend werden außerdem „diejenigen auf die Bühne geholt, die uns die Welt im Kopf entstehen lassen“. Hierzulande macht StadtLesen in Bregenz (2. bis 5. August, mit Ingrid Kaltenegger), Innsbruck (16. bis 19. August, mit Mareike Fallwickl), Wien (23. bis

FOTO: U MJ-LACKNER

„Dabei verdiene ich (hoffentlich) Geld!“


„John Cleese, Patricia Smith, Josh Weil und Kenzaburō Ōe gehören zu unseren Freunden“ Heinz D. Heisl, „Sprachsalz“ Hall

26. August), Salzburg (30. August bis 2. Sep- val‘ in San Francisco oder auch der Literaturtember), Graz (6. bis 9. September, mit Tanja szene in New York aus. Auch der persönliche Paar) und Klagenfurt (27. bis 30. September, Kontakt hilft uns sehr. So gehören etwa John mit Daniel Wisser) Station. Ein wichtiges Cleese, Patricia Smith, Josh Weil, Kenzaburō Literaturfest ist „Österreich liest. Treffpunkt Ōe zu unseren Freunden“, erzählt Heisl. In Bibliothek“. Zwischen 15. und 21. Oktober rü- einem kompakten Format – alle Lesungen cken die Bibliotheken mit mehreren hundert finden im örtlichen Parkhotel statt – bringt Veranstaltungen in den Fokus der Öffent- das Lesefest dem Publikum auch weniger lichkeit. Die Bandbreite ist groß: Lesungen, bekannte Schriftstellerinnen und SchriftstelLiteraturwanderungen, Bilderbuchkinos, ler näher. „Gelegentlich“, erinnert sich Heisl, Bücherflohmärkte, Luftballonstarts oder Le- „sind die ‚kleinen‘ Überraschungen zu den sezirkel begeistern seit mittlerweile 13 Jahren großen Festival-Hits geworden.“ Jung und Alt. Worauf man sich heuer freuen darf, verrät Petra Kern vom Büchereiverband WETTBEWERB FÜR LITERATEN Österreichs: „In diesem Jahr gibt es einen Gerade für die junge Generation an AutorinSchwerpunkt zum Thema ,Hundert Jahre nen und Autoren ist der „LiteraturwettbeRepublik Österreich‘.“ Man lädt zu Lesun- werb Wartholz“ ein gutes Sprungbrett. Das gen mit Susanne Scholl, Heinz Janisch, Egyd Wettlesen wird alternierend im ehemaligen Gstättner, Anton Pelinka und vielen mehr. Schloss Wartholz in Reichenau an der Rax und in der „Skyline“ in Wiener Neustadt abgehalten. Am 5. und 6. Oktober sitzt das PuEINE LITERATURWANDERUNG Zwei Tage, zwei Kulissen. Das junge „Wald. blikum heuer mit Blick auf die Dächer von Lesungs.Viertel“ lädt zum dritten Mal zu Wiener Neustadt bei der Lesung. Das Interes„einer Wanderung durch Wald und Wiese“ se ist groß, sowohl das der Autorinnen und ein, wie Mitinitiator Raphael Besenbäck Autoren wie das der Zuhörenden. Max Habeverkündet. „Herzblut, Optimismus und Ein- rich, Mitorganisator des Wettbewerbs, freut satz“ des jungen Literaturvereins „Buchen- sich über steigende Einsendezahlen. Von leser“ haben sich bisher ausgezahlt. „Unser den rund 700 eingesendeten Texten wählt Credo lautet, die Literatur an unbekannte die Jury zwölf zum Showdown aus. Was Wartholz besonders macht? „Die und ungewohnte Orte zu tragen. Der sonnige Altweibersommer des Waldviertler Wettbewerbssituation steigert ganz beHochlands bietet wunderbare Möglichkei- stimmt das Publikumsinteresse“, meint ten, das Wetter mit der schönen Landschaft Haberich. „Vor allem da bei Wartholz im zu verbinden“, meint Besenbäck. Trotzdem Gegensatz zu anderen Wettbewerben, bei fängt das Ganze in einem Gebäude an. Den denen immer wieder die gleichen, bekann14. September und damit Tag eins gestaltet ten Namen gewinnen, alle Beiträge anonym Kultregisseur und Krimiautor David Schalko eingereicht werden müssen.“ Nicht nur das, mit einer Lesung in der Orangerie von Stift man habe sogar schon Beschwerden von beZwettl. Zu hören gibt es neben dem neuen kannten Größen erhalten, deren Texte nicht Roman „Schwere Knochen“ (Kiepenheuer & und nicht nominiert würden. So gilt, was Witsch) Musik von Clemens Sainitzer. Einen Haberich betont: „Dieses Auswahlverfahren Tag später geht’s dann hinaus in den Wald. ist noch nicht bekannten, jungen Autoren Dort lesen Mareike Fallwickl und Alois Hot- gegenüber fairer, weil das Bewertungskriteschnig aus ihren neuen Werken. Die Band rium ausschließlich die Qualität der Texte Fainschmitz aus Wien spielt dazu Musik betrifft.“ Für 2018 haben die Organisatoren eine Überraschung geplant: An einem der „zum Kuscheln und zum wilden Tanz“. Tage soll die Verlagsszene zum Branchentreffen geladen werden. EIN AMERIKANER IN TIROL Ein Festival „von AutorInnen für AutorInnen“ nennt Programmleiter Heinz D. Heisl MÖRDERISCHER HERBST IN TIROL das Lesefest „Sprachsalz“ in Hall in Tirol. Jahr eins des vom bekannten Krimiautor Vom 14. bis 16. September liest dort neben Bernhard Aichner und dem Leiter des HayDavid Schalko oder Yannick Haenel auch der mon Verlags Markus Hatzer gegründeten amerikanische Kultautor Mark Z. Danielews- „Krimifest Tirol“ war mehr als gut. Jahr zwei ki. Das ist nicht ungewöhnlich, „Sprachsalz“ soll den Erfolg noch toppen. Wie, verrät wird seit Jahren als internationales Literatur- Krimifestprojektleiterin Linda Müller vom festival wahrgenommen. „Wir tauschen uns Haymon Verlag: „Vom atemberaubenden inzwischen mit den Verantwortlichen von Psychothriller bis hin zur höchst unterhaltFestivals wie etwa dem ‚Tennessee Williams samen Krimikomödie ist alles vertreten, was Festival‘ in New Orleans, dem ‚Litquake Festi- der Kriminalroman zu bieten hat. »

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– Essenziell – Literaturfestivals in Österreich

LITERATURFESTIVALS 2018 Der schwimmende Salon (Bad Vöslau): 29. Juni bis 24. August

„Mit Antti Tuomainen kommt skandinavisches Krimiflair nach Innsbruck“

ORF Hör- & Seebühne (Graz):

5. Juli bis 23. August O-Töne (Wien): 12. Juli bis 30. August Mörderischer Attersee: 12. Juli bis 22. November

Linda Müller, Haymon Verlag Summerstage (Wien): 19. Juli bis 2. September Salzkammergut Festwochen Gmunden/ Ein Fest für Michael Köhlmeier: 2. bis 5. August Thalhof wortwiege (Reichenau an der Rax): 2. August bis 2. September Stadtlesen: 2. August bis 30. September Mölltaler Geschichten Festival: 8. bis 28. September

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Wald.Lesungs.Viertel (Zwettl): 14. und 15. September Sprachsalz (Hall in Tirol): 14. bis 16. September Leinen los (Rust): 23. September Literaturwettbewerb Wartholz (Wr. Neustadt): 5. und 6. Oktober Literaturfest Blätterwirbel (St. Pölten): 5. bis 31. Oktober Krimifest Tirol: 13. bis 19. Oktober St. Pöltner Krimi-Herbst: 28. September bis 14. Oktober Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek: 15. bis 21. Oktober BUCH WIEN 18 : 7. bis 11. November

Lyrik bei FLATZ (Dornbirn): 9. bis 29. November Europäische Literaturtage (Spitz an der Donau): 22. bis 25. November

Besonders freuen wir uns heuer über Besuch FELIX MITTERERS SIEBZIGER aus Finnland: Mit Antti Tuomainen kommt Beim 13. „Blätterwirbel“ in St. Pölten gibt es skandinavisches Krimiflair nach Innsbruck.“ vom 5. bis 31. Oktober, also fast einen Monat Die Programmdichte ist hoch. In ganz Tirol lang, Literatur an verschiedenen Spielorfinden sieben Tage lang 47 Veranstaltungen ten. Seit der Gründung im Jahr 2005 ist das mit 34 Autorinnen und Autoren statt. Au- Stadtlesefest „eines der ersten kulturellen ßerdem wird beim Fest der von Aichner und Brückenprojekte zwischen Land und Stadt“, Hatzer angeregte „Österreichische Krimi- erzählt Marie Rötzer, künstlerische Leiterin preis“ vergeben. Den lokalen Buchhandel des koordinierenden Landestheaters Niederwill man besonders einbinden, damit am österreich. Mit Erfolg: Die Verkaufszahlen an Ende wirklich alle vom Krimifest profitie- den Büchertischen steigen kontinuierlich. ren. Zwischen 13. und 19. Oktober wird wohl Zum Programm: Den Anfang macht Burgganz Tirol im Krimifieber liegen. theaterdirektorin Karin Bergmann mit einer Highlights sind neben der Eröffnung Rede über die Wechselwirkung zwischen Limit sieben Lesungen die atmosphärisch teratur und Theater. Ein Höhepunkt ist die besonderen Sonntagsmatineen in einer Präsentation von Felix Mitterers AutobiograKunstschmiede und in einem alten Pfarr- fie – pünktlich zum 70. Geburtstag. Rötzer gut (Widum). Oder die Krimitour durch die empfiehlt außerdem Erich Hackls HeldenSwarovski Kristallwelten. Ob das Interesse geschichte „Am Seil“ und den Abend über an Literatur während des Festivals steigt? die „Verbannten Dichter“ zum Gedenkjahr Für Linda Müller gibt es da keinen Zweifel: 2018. Im Landestheater sind mit Josef Wink„Vor allem die Büchertische erfreuen sich ler und Ilija Trojanow „zwei der prägendsten größter Beliebtheit. Auch weil die Möglich- und politisch engagierten Schriftsteller“ zu keit besteht, sich die Bücher von den Auto- erleben. rinnen und Autoren signieren zu lassen und Anders als Einzelformate biete das Festival bei dieser Gelegenheit vielleicht auch ein „eine intensivere Auseinandersetzung mit LiFoto zu machen oder kurz ,Guten Tag‘ zu teratur“. Rötzer nennt vor allem die ausführsagen.“ lichen Einführungen und die auflockernden

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Moderationen mit den Autorinnen und Autoren. „Außerdem bekommt das Publikum innerhalb weniger Wochen einen umfassenden Überblick über verschiedene literarische Richtungen.“ Das Programm bietet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen etwas Besonderes. DER EVENT DES JAHRES Den November jedes Jahres bestimmt die BUCH WIEN – zumindest für alle jene Menschen, die mit Literatur und Bücherwelt zu tun haben: Hunderte internationale AutorInnen und ExpertInnen der Buchbranche, internationales Buchmessegeschehen und das Lesefest. Die BUCH WIEN findet am Gelände der Messe Wien und an vielen ganz verschiedenen Orten in der Hauptstadt statt. Eröffnet wird die BUCH WIEN mit der „Langen Nacht der Bücher“ am 7. November. Zum größten Literaturevent Österreichs kamen im Vorjahr 48.500 BesucherInnen, um rund 100.000 Bücher vor Ort zu inspizieren. Der anzeiger wird über die BUCH WIEN in den nächsten Ausgaben ausführlich berichten.

IN SPITZ DIE SPITZE DER LITERATUR erhält Ilija Trojanow den „Ehrenpreis des In der Wachau wird gelesen – und nicht nur Österreichischen Buchhandels für Toleranz Wein. Zwischen 22. und 25. November ist in Denken und Handeln“, der vom HVB Spitz an der Donau das Zentrum der konti- ausgerichtet wird. Ein wichtiger Schritt, wie nentalen Literaturelite. Die „Europäischen Walter Grond betont: „Die jährliche ÜberreiLiteraturtage“, kurz „ELit“, haben „gelebte eu- chung des Ehrenpreises im Rahmen der Europäische Dimension“, wie der künstlerische ropäischen Literaturtage bestärkt eine wichLeiter Walter Grond formuliert. „Es geht um tige Botschaft, nämlich das Engagement der europäische Wirkung und europäische Auf- ,gens de lettres‘ für ein freies und gerechtes merksamkeit, um den Gedankenaustauch Europa.“ In dieser Tonart soll es 2019 weiüber Sprachgrenzen hinweg“, nicht zuletzt tergehen. Walter Grond hat einiges vor. So auch um die „sehr sinnliche Begegnung in soll das Netzwerk unter anderem um neue Partner und weitere europäische Länder ereinem traumhaften Ambiente“. So vielfältig wie das Teilnehmerfeld ist weitert werden. das Programm mit zahlreichen Lesungen, Workshops, Konzerten, Diskussionen und LYRIK BEIM AKTIONSKÜNSTLER Filmvorführungen. Eröffnet wird es vom Zum Abschluss ein Tipp für Liebhaber der österreichischen Autor und Gewinner des kleinen Form: Am 29. November kommt Deutschen Buchpreises 2017 Robert Menasse. der Dichter Jan Wagner zu „Lyrik bei FLATZ“ Zu Gast sind u. a. der deutsche Philosoph ins Museum des Aktionskünstlers Wolfgang Richard David Precht, die Drehbuchautorin Flatz in Dornbirn. Dessen gefährlichste (und Kathrin Resetarits, die Filmemacherin Ildikó unfreiwillige) Aktion: Am 24. Mai 2012 wurde Enyedi sowie die Autorinnen Nino Hara- er als Fußgänger bei grüner Ampel von einem tischwili, Madame Nielsen oder Vea Kaiser. Auto überfahren. Ergebnis: 33 KnochenbrüZum Festivalabschluss am 25. November che. Klingt fast wie Poetry-Slam. «

FRISCHER WIND IM BUCHKLUB Seit Anfang Juni nimmt Lydia Grünzweig die Funktion der Geschäftsführerin des Österreichischen Buchklubs der Jugend wahr. Sie übernahm damit die Agen© Nadja Meister

den von Gerhard Falschlehner, der den Buchklub mehr als 20 Jahre leitete. Grünzweig ist seit 2007 im Marketing und Vertrieb des Buchklubs tätig.

NEU IM BUCHKLUB IST AUCH DAS PROGRAMM FÜR DIE VOLKSSCHULE Aus Magazinen werden Buchklub-Bücher. „Unser neues Volksschulprogramm enthält alles, was die KollegInnen am Buchklub seit jeher schätzen – vor allem literarische und lesepädagogische Kompetenz –, geht aber in der Umsetzung einen völlig neuen Weg“, so Grünzweig. Jedes Kind bekommt vom Buchklub zweimal im Jahr ein Buch, ein Herbst-Winter-Buch und ein Frühlings-Sommer-Buch. Jedes Buch enthält für jeden Schulmonat eine passende Geschichte aus aktuellen Kinderbüchern. Rund um die Geschichten gibt es Impulse vor, während und nach dem Lesen, um die Geschichten zu reflektieren und um das Buch mit Zeichnungen und Anmerkungen fertigzustellen. Grünzweig: „Es soll das ganz persönliche, unverwechselbare Buch jedes Kindes sein. Eins, das man gern in die Hand nimmt – das man aufhebt.“ Informationen zu „Mein PLOP-Buch“, „Mein FLIZZ-Buch“ und „MeinYEP-Buch“ gibt es unter www.buchklub.at anzeiger / 17


– Wissenswert – Kinder- und Jugendbuch

Es herbstelt: Kinder, das kuschelt! Text: Elisabeth Stuppnig

Ferienzeit ist Abenteuerzeit, das gilt auch für die Lektüre im Urlaub. Im Herbst aber beginnt mit der Schulzeit auch ein ganz anderes Lesevergnügen, wie ein Blick in die Verlagsvorschauen zeigt

V

iele der Bilderbücher in diesem Herbst sind ziemlich tierisch drauf. Und was da für Tiere vorkommen! Weder Hund noch Katze sind die Protagonisten in Nele Brönners Bilderbuch, sondern ein Blutegel: „Begel, der Egel“ (Luftschacht) zeigt, dass Egel auch alles andere als ekelig sein können. Naheliegenderweise ist Begel ein vorurteilsfreies Zusammenleben wichtig. Weniger Vorurteile schlagen den Hamstern in Alex Fieldings „Die wilden Hamster“ (Gulliver) entgegen. Sehen einfach niedlicher aus. Ähnlich wie die Fische in „Findet Nemo“ wagen die Hamster den großen Ausbruch aus dem Käfig der Zoohandlung und die Flucht in die unbekannte Welt. Pferdefans ab 13 Jahren hingegen lockt Gulliver mit „Dark Horses“ von Cecily von Ziegesar, der Bestseller-Autorin von „Gossip Girl“. Für „Die Füchsin und der Wolf“ (Urachhaus) illustrierte Nikolai Ustinov ein Bilderbuch über Habgier und List. Für die ganz Kleinen erscheint im Peter Hammer Verlag das Bilderbuch „Der Wal nimmt ein Bad“ von Susanne Straßer.

NEU

Krimis, Gespenster und viel Magie „Samba, Schwein und das Geheimnis der Mühle“ (Picus) heißt die Detektivgeschichte ab sechs Jahren von Andrea Karimé und Annette von BadeckerBüttner. Gruselfreunde ab zehn Jahren können sich in „Wirklich wahre Geister-, Horror-, Monstergeschichten“ (G&G) von Terry Deary und David Wyatt bei Geschichten von Poltergeistern, Vampiren, Mumien und anderen Ungeheuren gruseln. Für jüngere Gänsehautfreunde eignet sich Christine Nöstlingers und Franziska Biermanns „Die Sache mit dem Gruselwusel“ (Nilpferd) ab vier Jahren. Es erscheint als limitierte Sonderausgabe mit Hörbuch-CD, vorgelesen von Thomas Stipsits und Katharina Straßer. Bei Gulliver erscheint „The Crown’s Game“, ein Fantasyroman von Evelyn Skye, der es auf die Bestseller-Liste der New York Times gebracht hat. Als „Dan Brown für Jugendliche“ hingegen bewirbt Oetinger Jo Hogans Mystery-Roman „Infernus.

K I N DER -TI P PS Almer | Lipka

Kind in Wien

Ein Stadtführer für alle, die in Wien mit Kindern zu tun haben Über 1.000 Adressen, Tipps und konkrete Informationen, die das Leben von und mit Kindern in Wien schöner machen. 576 Seiten, € 16,50 ISBN 978-3-85439-613-0

FA LT E R V E R L A G


– Wissenswert – Kinder- und Jugendbuch

Die Macht der Göttin“ für über 14-Jährige. Einen Debütroman bringt uberreuter in diesem Bücherherbst heraus: Auf Fantasyfans ab 14 Jahren wartet „Feder & Klinge“ der Wienerin Rebecca Andel.

Heldin Flora ist eine der sechs „Rüben“, eines der Kinder aus vier Familien, die in der Rübezahlstraße wohnen. Aus Kinderperspektive erzählt sie von ihrem Leben in einer großen Familie.

Kinderbuch-Klassiker

Serien mit Zauberern

Was in Vietnam gegessen, wie auf Kuba getanzt und was in Äthiopien angebaut wird, erfahren junge Leserinnen und Leser in „Alle Welt. Das Landkartenbuch“ (Moritz) von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinscy. In der Neuauflage des Klassikers finden sich nun 62 statt vormals 42 Länder bunt und aufwändig illustriert. Ein weiterer Kinderbuch-Klassiker ist neu aufgelegt worden: Stadtkinder erfahren in Gerda Müllers „Unser Baum“ (Moritz) vom Leben einer alten Eiche und damit einiges über Pflanzen, Tiere und Wälder. Geschichten um vier Familien unter einem Dach finden sich in „Wir Rüben aus der großen Stadt“ (Peter Hammer) von Verena Friederike Hasel. Die

Im Kinder- und Jugendbuchsektor sind Reihen besonders beliebt. Mit „Ella und der falsche Zauberer“ (Hanser) von Timo Parvela erreicht die „Ella“Kultreihe bereits Band 15. Nach drei Bänden „Animox“ erscheint bei Oetinger mit „Der Biss der Schwarzen Witwe“ Band 4 der Bestseller-Serie von Aimée Carter. Den Start einer vielversprechenden FantasyTrilogie wagt Carlsen mit „Spiel der Macht“, dem New York Times-Bestseller von Marie Rutkoski. „Narnia“-Fans können sich bei ueberreuter mit Band 3 und 4 über den zweiten Doppelband von C. S. Lewis’ „Die Chroniken von Narnia“ freuen.

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NEUER TREND BEI KINDERBÜCHERN! Lesespaß und Sprachen „Visuelles Sprachenlernen“ Kinder denken in Bildern. Daher war es naheliegend, ein Buch zu gestalten, wo genau dies gefördert wird. Die Kinder lesen den Text in Deutsch, merken sich dazu das Bild auf der entsprechenden Seite.

Der Blaubeerfuchs - Deutsch/Englisch, ISBN: 978-3961116621 Ole der kleine Igel - Deutsch/Englisch, ISBN: 978-3961112548 Als die Haselmaus ihre Farbe verlor - Deutsch/Englisch, ISBN: 978-3961117024 Als die Haselmaus ihre Farbe verlor - Deutsch/Spanisch, ISBN: 978-3961115020 Lukas und sein Schutzengel - Deutsch/Französisch, ISBN: 978-3961114139


– Wissenswert – Kinder- und Jugendbuch

Den Zoo entdecken mit … ab 3

Ja h re n

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ISBN 978-3-7886-1969-5 Buch: HC, 12 Seiten, 23,2 x 23 cm € [D] 9,95 • € [A] 10,30 • sFR 13,30

J u n ior

Jugend & Schizophrenie

Am Theater lernt Julia, dass es egal ist, wie man aussieht. Die Regisseurin Holly Goldberg Sloan hat in „Short“ (Hanser) über das Kleinsein geschrieben. Im selben Verlag kommt mit „Kompass ohne Norden“ der erste Jugendroman über Schizophrenie heraus. Autor Neal Shustermann schildert darin seine persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit seines Sohnes. Einen Beitrag zur #MeToo-Debatte für über 16-Jährige leistet Carlsen mit Louise O’Neills „Du wolltest es doch“. Mit der Beschreibung der Depression eines Vaters bereitet Tanja Fabsits in „Der Goldfisch ist unschuldig“ (Tyrolia Verlag) ein sehr ernstes Thema humorvoll für Kinder ab neun Jahren auf. Ein Bilderbuch gegen Gewalt bringt der Verlag Peter Hammer: „Irgendein Berg“ von Fran Pintadera und Txell Darné soll Kindern ab vier Jahren Gesprächsanlass über die Themen Streit und Gewalt bieten. Und noch ein Thema, das wohl auch viele Eltern beschäftigt: Ein Friseurbesuch steht an und das Kind will partout nicht Haareschneiden. Isabel Pins „Schnipp, Schnapp, Haare ab?“ (annette betz) soll die Angst davor nehmen.

4Ja–h7–re

Müll & Fluchtgeschichten

ISBN 978-3-7886-2216-9

Aus Büchern soll man lernen. Das ist erklärtes Ziel zahlreicher Buchneuerscheinungen im Herbst. Auf Bewusstseinsbildung zum Thema Müll setzt der Tyrolia Verlag mit „So ein Mist“ von Melanie Laibl und Lili Richter. Mit dem Sachbilderbuch „In der Nacht, wenn der Hamster erwacht“ (Knesebeck Verlag) von Iris Schürmann-Mock und Mareike Engelke lernen Kinder über das Verhalten nachtaktiver Tiere. Einen Kinderkrimi mit Wissen zum Leben im Mittelalter liefert ueberreuter mit Ina Rometsch’ und Martin Vergs „Biberfieber“. Eine Kombination aus Pferderoman und historischem Jugendroman bietet Fischer Sauerländer mit Anne C. Voorhoeves „Gefährten für immer“. Nach Luftangriffen auf Hannover flüchtet die vierzehnjährige Lotte 1943 auf ein Trakehnergestüt in Ostpreußen. Doch der Vormarsch der Roten Armee ist dort nicht länger aufzuhalten. Inspiriert hat die Autorin die wahre Fluchtgeschichte von Marion Gräfin Dönhoff.

Buch: HC, 20 Seiten, 23,6 x 27,7 cm € [D] 12,95 • € [A] 13,40 • sFR 16,90

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– Marktdaten –

Buchhandelspanel Juni 2018 Der Buchhandel verzeichnete im Juni insgesamt ein Umsatzplus in der Höhe von +1,3 Prozent verglichen zum Juni 2017. Während die Umsätze beim Hörbuch und beim Taschenbuch sanken (–3,9 bzw –1,9 Prozent), ergab sich beim Hard- und Softcoverbuch ein Umsatzplus in der Höhe von +2,4 Prozent.

UmsatzveränderUng

Juni 2018

-2,1 % Kumuliert Jänner 2018 bis Juni 2018 +1,3 % Juni 2017 zu Juni 2018

2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 -0,5 -1,0 -1,5 -2,0 -2,5 -3,0 -3,5 -4,0

Taschenbuch –1,9 %

Hörbuc

Hörbuch/ Audiobook –3,9 %

Taschen

Hardco

Hardcover, Softcover 2,4 %

UmsatzveränderUng nach WarengrUppen Juni 2018 zu Juni 2017 Betrachtet man die Aufteilung nach Warengruppen, so sind die Umsatzveränderungen besonders in einer Sparte bemerkenswert: Es wurde wohl für die richtige Ferienlektüre vorgesorgt, denn im Bereich Kinder- und Jugendbuch stiegen die Umsätze um 11,1 Prozent. Auch in den Sparten Ratgeber (+4,7 Prozent) sowie Geisteswissenschaften und Kunst (+2 Prozent) und Sachbuch (+0,1 Prozent) ergab sich ein Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat. Umsatzeinbußen hingegen mussten die Sparten Sozialwissenschaften und Recht (–7,4 Prozent), Naturwissenschaften und Medizin (–6,7 Prozent) verzeichnen. Was überrascht: Leserinnen und Leser schienen sich 2018 weniger oft für Reiseführer und Co. zu interessieren als noch im Juni 2017. Im Bereich Reise sanken die Umsätze um –4,7 Prozent, auch die Sparte Belletristik verzeichnete ein Minus von 1,8 Prozent.

graph

Sachbuch

Belletristik –1,8 %

Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik –6,7 %

Reisen –4,7 %

Kinderund Jugendbücher 11,1 %

Ratgeber 4,7 %

Sozialwissens

Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft –7,4 %

Geisteswissenschaften, Kunst, Musik 2%

Naturwissens

Sachbuch 0,1 %

Geisteswissen Ratgeber Reisen

UmsatzverteilUng

UmsatzverteilUng nach WarengrUppen

Juni 2018

Juni 2018 Taschenbuch 21 %

Hardcover, Softcover 77 %

Hörbuch / Audiobook 2%

Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft 2% Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik 4% Geisteswissenschaften, Kunst, Musik 6%

Hö r b u ch Tas /A c h en bu Ha ch rdc ov e r , So ftc o

Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control monatlich die Umsatzveränderungen im Vergleich zum Vorjahresmonat für die Absatzwege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofbuchhandel sowie Elektro- und Drogeriemarkt. Mit dem MC-Buchhandelspanel werden 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

Ratgeber 20 %

Reisen 9%

Kinder- und J Belletristik

Sachbuch 11 %

Gegen

Belletristik 31 %

den U

Sachb

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Sozialw

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Naturw

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Geiste

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Kinder- und Jugendbücher 17R%

nsch

atgeb er

Reisen Kinde

r- und J

ugend

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– Bestseller –

Bestseller Hardcover Juni 2018 Belletristik

Sachbuch

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DONNA LEON Heimliche Versuchung Diogenes € 24,70 9783257070194

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RICHARD DAVID PRECHT Jäger, Hirten, Kritiker Goldmann € 20,60 9783442315017

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Nicht schon wieder stöhnt das Grubenpony und macht sich auf den Weg In Unterdachsberg muss man einfach wohnen. Hier gibt es alles, was man braucht, und sogar noch ein bisschen mehr. Trotzdem fehlt dem Grubenpony etwas: Sein Haus ist wieder einmal auf und davon, mitten in der Nacht. Schlafwandeln nennt man das ... gebunden, durchgehend farbig illustriert ISBN 978-3-7022-3697-7 32 Seiten, € 14.95

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Antiquar / Grazer Buch- und Kunstantiquariat Wolfgang Friebes, Graz Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Christopher Mavrič

„Die Versuchung wäre zu groß, die schönsten Sachen selbst zu horten“

Wolfgang Friebes V

on außen sieht Wolfgang Friebes’ Antiquariat in Graz aus, wie man sich ein Antiquariat gern vorstellt: steinerner Altbau mit barockem Portal. Doch von Büchern und Grafiken wimmelt es hier nicht. Den Bestand lagert Friebes nämlich schon seit Längerem außerhalb des Antiquariats, das er nicht mehr als Geschäftslokal mit fixen Öffnungszeiten, sondern beinahe ausschließlich als sein Büro nutzt. „Es hat sich einfach nicht mehr ausgezahlt. Ich bin lange im Geschäft gesessen und habe auf Laufkundschaft gewartet, die nur spärlich gekommen ist.“ Also beschloss Friebes, sein Geschäft nur noch auf Anfrage zu öffnen. Seine Ware verkauft er über Direktangebote, Kataloge oder aber auch online: unter anderem über die Plattform ZVAB, das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher.

Der 35 Quadratmeter große Geschäfts-, aber eigentlich Büroraum ist mit einigen Büchern zu Dekorationszwecken sowie Friebes’ Handbibliothek bestückt, die er zum Arbeiten braucht. Seine rund 40.000 Bücher und Schriften verteilen sich auf vier Lager in der näheren Umgebung. „Es hat sich unglaublich viel verändert“, bemerkt Friebes. „Früher haben die Händler untereinander Suchlisten verschickt. Jetzt schaut man ins Internet, wühlt sich durch das Angebot und vergleicht die Preise selbst.“ Die Schwerpunkte seines 1993 gegründeten Antiquariats hat Friebes auf Styriaca, also Bücher über die Steiermark, auf Werke des 20. Jahrhunderts und alte Drucke gesetzt. Jene, besonders die Drucke vor 1600 und Inkunabeln, sind seine größte Leidenschaft.

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Denkt Friebes an die größten Schätze, die er verkauft hat, so nennt er drei: ein Buch aus der Bibliothek von Tycho Brahe mit eigenhändigen Anmerkungen des Astronomen. Dann Georg Trakls einziges zu Lebzeiten erschienenes Buch mit einem handschriftlichen Gedicht des Dichters. Beide gingen an den Handel. In eine Privatsammlung hingegen ging ein Kinderbuch des „Blaue Reiter“Künstlers Franz Marc. Ein Exemplar mit Original-Lithografien, von dem kein weiteres bekannt ist. Um seine Kundschaft über seine Titel am Laufenden zu halten, bringt Friebes jährlich ein bis zwei reich bebilderte Kataloge he­ raus, in denen er ausgewählte Neueingänge präsentiert. Für Layout und Fotos holt er sich Unterstützung von außen, die Texte schreibt er selbst. Auf dem Cover des Frühjahrskatalogs prangt das Foto einer Jugendstil-Ballspende von Koloman Moser aus dem Jahr 1901. Natürlich liegt es nahe, einen Antiquar zu fragen, wie es denn um seine private Sammelleidenschaft steht: Privat, so Friebes, sammle er nicht, denn: „Die Versuchung wäre zu groß, die schönsten Sachen selber zu horten.“ Grazer Buch- und Kunstantiquariat Wolfgang Friebes Münzgrabenstraße 7, 8010 Graz


– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlegerin / Musikwissenschaftlicher Verlag, Wien

Foto: Christopher Mavrič

Tilly Eder

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„Wenn berühmte Dirigenten anrufen, um sich zu bedanken, sind das schon Sternstunden“

er Bruckner schaut uns zu“, sagt Tilly Eder lächelnd. In diesem Fall ist er ein Gemälde über ihrem Schreibtisch. Seine Miene wirkt entspannt. Kein Wunder, schließlich liegt in der neuen Gesamtausgabe von Bruckners Werk das Herzblut von Tilly Eder und ihr ganzer Stolz. Als Geschäftsführerin des Musikwissenschaftlichen Verlags (MWV) bringt sie gemeinsam mit Verlagsleiterin Angela Pachovsksy Werke der Komponisten Hugo Wolf und Anton Bruckner heraus. Auch die „Neue Anton Bruckner Gesamtausgabe“. Besonderen Anklang finde sie bei berühmten Dirigenten, meint Eder. „Wenn die persönlich anrufen, um sich für die Dirigierpartitur der neuen Gesamtausgabe zu bedanken, sind das schon Sternstunden, über die ich mich freue“, sagt sie und erzählt von ihren Begegnungen mit Riccardo Chailly, Christian Thielemann, Philippe Jordan oder Cornelius Meister. Eder ist keine studierte Musikerin oder Musikwissenschaftlerin, aber dennoch eine gute Kennerin der Branche. Die gebürtige

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Niederösterreicherin arbeitete in einer kaufmännischen Position bei Semperit. Dann stand sie 1965 vor der Wahl: Für eine internationale Firma ins Ausland gehen oder für den renommierten Wiener Musikalienverlag Doblinger in der Stadt bleiben. Sie überlegte nicht lange. „Wissen Sie, Kultur ist Kultur. Und Doblinger ein so traditionsreicher Verlag!“ Mit nur 23 Jahren entschloss sie sich für Doblinger, seitdem ist sie im Verlag. 2002 übernahm sie die Geschäftsführung von MWV. „Ich bereue es keinen Tag, in der Branche zu sein“, sagt die passionierte Konzert- und Theatergeherin. Sie arbeitet mit zahlreichen freien Mitarbeitern und verhandelt mit Musikforschern renommierter Universitäten wie Harvard oder Yale. Für die meist kleinen Auflagen gibt es wenige Förderungen von staatlicher Seite, daher braucht Eder neben Idealismus vor allem Geschäftssinn. „Mehr als zwei Bände pro Jahr können wir aufgrund des Aufwands nicht verlegen.“ Den Umsatz würden ohnedies vor allem die Leihmaterialien bringen, erklärt sie: „Für jedes Konzert muss ein Vertrag geschlossen werden. Dann wird das gewünschte Leihmaterial geliefert. Die Höhe der Leihmaterialgebühren hängt von Aufführungsort- und -dauer ab. Mit diesen Einnahmen wird unsere Verlagsproduktion finanziert.“ Eder streicht mit ihrer Hand noch einmal über die „Neue Anton Bruckner Gesamtausgabe“. Die Wiener Philharmoniker haben dafür die Patronanz übernommen. Das in Weinrot gehaltene, aufwendig gebundene Werk sei als Dirigierpartitur besonders kostbar. Allein die Herstellung der Linzer Fassung der ersten Symphonie in der „Neuen Anton Bruckner Gesamtausgabe“ habe drei Jahre gedauert, die Vorarbeiten nicht eingerechnet. Eder blickt zu Bruckners Porträt über ihrem Schreibtisch auf und sagt: „Belletristik kauft sich jeder einmal. Unsere Bücher werden nur in Kleinauflagen gedruckt, dafür aber sind sie einmalig.“


– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhändler / Bücherwurm, Ried

Hubert Aspöck Foto: Lukas Ilgner

„Der HVB ist notwendig für die Belange des Buchhandels“

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ier throne ich auf meinem Platz, über mir sind die Kollegen.“ Hubert Aspöck lacht und deutet auf seinen Schreibtisch. Darüber hängen gerahmte Häupter: Erich Fried, Thomas Bernhard, H. C. Artmann, William Shakespeare und Leo Tolstoi. Wenn man die fünfzig Quadratmeter große Buchhandlung betritt, erblickt man ihren Besitzer als Erstes. „Wer hierher kommt, möchte schließlich auch den Aspöck sehen!“ Er hat Jus in Salzburg studiert. Nach der Promotion legte er die Buchhändlerprüfung ab und arbeitete ein Jahr lang in einer Wiener Verlagsauslieferung. 1980 eröffnete er seine eigene Buchhandlung, anfänglich als Alternativbuchhandlung, in Ried. Heute ist er zu Geschäftszeiten fast ständig dort. Das Sortiment hat sich verändert. Während der Studienzeit Anhänger der Antiatom- und

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Alternativbewegung, hat Aspöck das Sortiment geändert, gewichtet nach seinen aktuellen persönlichen Interessen: eine Auswahl von belletristischen Werken bis hin zu Büchern aus den Gebieten Geschichte, Geografie, Philosophie oder Pädagogik. „Ich bin weder Händler noch Verkäufer. Das ganze Geschäft ist auf meine Person zugeschnitten.“ Der Bücherwurm ist er selbst. Privat liest er nach „Alte Wege“ nun „Karte der Wildnis“ von Robert Macfarlane. Das hat mit seiner Wanderlust zu tun, die ihn auch auf den Traunstein oder den Untersberg führt. Entsprechende Wanderliteratur findet sich im Sortiment wieder. „Etwas kann hundert Mal auf Platz eins der Bestsellerlisten sein: Wenn mir ein Titel nicht gefällt, habe ich ihn auch nicht im Geschäft lagernd.“ Wenn jemand dann doch das Buch will, besorgt es der Bücherwurm gern. „In den 1980ern haben die Oberstufengymnasiasten Camus und Sartre gelesen und sich für ihre Referate Literatur besorgt. Heute“, erklärt er, „kommen Gymnasiasten nur, wenn sie Klassenlektüre kaufen müssen. Alles andere finden sie im Internet.“ Seine tägliche Arbeit verläuft immer noch analog: mit einer handschriftlich geführten Kundenkartei und Handkassa. „Damit bin ich immer gut gefahren.“ Und in Zukunft? Aspöck sagt, er sei froh, am Ende seiner beruflichen Laufbahn zu stehen. Seinen Kindern empfiehlt er nicht, den „Bücherwurm“ zu übernehmen. „Ried hat 12.000 Einwohner und drei Buchhandlungen. Das wird sich sicherlich in den nächsten Jahren aufhören.“ Wichtig sei deshalb, auf Interessensvertretungen wie den HVB zählen zu können: „Er ist notwendig für die Belange des Buchhandels wie den gebundenen Ladenpreis. Ohne den gäbe es mein Geschäft nicht mehr.“ So aber trifft man den Bücherwurm in seinem eigenen Buchgeschäft an.

Bücherwurm Ried Bahnhofstraße 20 4910 Ried


– HVB-Mitglieder im Porträt – Verleger / Anton Pustet Verlag, Salzburg

Foto: Chris Hofer

„Ich begegne täglich vielen unterschiedlichen und inspirierenden Menschen“

Gerald Klonner I

ch liebe es, in Kaffeehäuser zu gehen, wenn ich in Wien bin!“ Gerald Klonner sitzt im Café Museum nahe der Wiener Staatsoper. Ein Zufall, dass er Zeit habe, im Moment dränge ein Termin nach dem anderen. Nach Wien verschlägt es den Verleger, um die Preise für „Die schönsten Bücher Österreichs“ entgegenzunehmen. Gleich zwei seiner Titel haben es geschafft. Was macht ein schönes Buch aus? „Es muss in erster Linie lesergerecht sein“, erklärt Klonner. „Inhalt und Form bedingen einander.“ Ein Wanderführer müsse rucksacktauglich, ein Bildband mit Lesebändchen versehen sein. Kleinigkeiten, die den Unterschied machen, so Klonner. Er ist seit vierzig Jahren in der Branche. Nach dem Studium der Anglistik, Amerikanistik und Theologie baute er das Nicht-Schulbuch-Segment beim Linzer Veritas Verlag auf, dann leitete er das Sachbuchprogramm beim Landesverlag. Später erfüllte er sich den Traum einer Zeitungsneugründung in Oberösterreich. 2004

schließlich verschlug es ihn nach Salzburg – als Geschäftsführer des Salzburger Press­ vereins. Damit war er auch Leiter des dazugehörigen Anton Pustet Verlags, der Salzburger Druckerei, die 2008 geschlossen wurde, und eines Schulbuchverlags. In der ehemaligen Druckerei, dem heutigen KunstQuartier Salzburg, arbeiten auf knapp 6.000 Quadratmetern nicht nur Klonners Team, sondern auch Künstler und Medienschaffende, Wissenschaftler und Geigenbauer, Therapeuten und Architekten. „Ich begegne täglich so vielen unterschiedlichen und inspirierenden Menschen“, schwärmt er. „Gutenberg hätte sich gefreut, dass hier wieder mit Hand und Kopf gearbeitet wird.“ Der Vater des Buchdrucks Johannes Gutenberg – das ist zeitlich gar nicht so weit hergeholt: Heuer feiert der Verlag Anton Pustet

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das 426. Jahr seines Bestehens. Damals wurden unter den Fürsterzbischöfen theologische Werke herausgebracht. Heute verlegt Klonner Sachbücher. Sie machen neunzig Prozent der Verlagsproduktion aus. Der Rest sind belletristische Titel mit Salzburgbezug und wissenschaftliche Werke. Klonner beklagt das „Remissionsunwesen“, wie er es nennt. Dabei werden Bücher zwischen Verlag und Buchhandlungen hin und her geschickt. Das kostet Zeit und Geld. „Zudem ist es dadurch ungleich schwieriger geworden, Auflagenhöhen zu bestimmen. Natürlich verstehe ich den Buchhandel, der tendenziell immer weniger bestellt. Das Leseverhalten hat sich einfach verändert.“ Darauf reagiert Klonner mit geringeren Auflagen. „Bedeuteten früher 10.000 Stück wenig Risiko, ist heute bereits eine Auflage von 2.000 Stück für manche Titel und Themen mutig.“ Besonders gut fahre er damit, Nischen­themen aufzugreifen. Für das nächste Jahr wagt er sich etwa an die Herausgabe eines Kochbuchs ohne Rezepte. Sich selbst bezeichnet Klonner als Work­ aholic. Um sich vom ununterbrochenen Arbeiten abzuhalten, zog er nach Hallein. „Vierzehnstundentage waren über weite Strecken keine Ausnahme. So musste ich es mir zeitlich einfach ein bisschen schwerer machen.“ Dazu gehört ein längerer Anfahrtsweg. Homeoffice hat Klonner keines in seinem Heim. Dort gibt es weder Computer noch Fernseher. Nur ihn und seine Bücher.


– Selbstredend –

Du schreibst mit den DIES SAGTE EIN LEHRER ZUM SCHÜLER PAOLO RUMIZ. Interview: Erich Klein Fotos: Christopher Mavrič

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aolo Rumiz, geboren 1947 in Triest, Journalist und Autor, ist Italiens bekanntester Reiseschriftsteller. Mit Zug, Fahrrad oder per pedes durchquerte er ganz Europa – von der russisch-norwegischen Grenze bis nach Apulien. Den Apennin überwand er mit einem Topolino. Auf dem Leuchtturm einer winzigen Mittelmeerinsel verbrachte er mehrere Wochen in Einsamkeit. Rumiz gilt in Italien als „Wiederentdecker“ der Via Appia und des Po. Wir trafen den Autor im Wiener Café Bräunerhof zum Gespräch. Sie sind Reiseschriftsteller, haben als Reporter einer Triestiner Lokalzeitung 1990 aber mit einem politischen Buch über die Donau begonnen. Warum gerade sie? Paolo Rumiz — Im Sommer 1989, als der Kommunismus unterging, wollte ich ein Buch über die großen Veränderungen in Zentral- und Osteuropa machen. Dann überschlugen sich die Ereignisse, und ich versuchte mich in Prophetie. Ich schrieb zum Beispiel, dass Jugoslawien demnächst zerfallen würde. Die Ökonomen entgegneten mir, das sei gar nicht möglich. Ich sagte, das ist die rationale Sicht der Dinge, passieren wird etwas ganz anderes. Ich habe schon damals auch die Ansicht vertreten, dass sich das neue Ungarn sehr EU-skeptisch entwickeln würde. Mir war auch klar, dass in Rumänien nur eine Fake-Revolution stattfand. Die Donau war eine Metapher für diesen Raum? Rumiz — Die Donau war der physische Link dieser drei Länder und ein guter Background für ein künftig vereintes Europa, dessen große Fragmentierung damals auch einsetzte. Ich sage gleich, ich bin ein Europa-Partisan. Ich glaube, wir haben keine andere Wahl als die EU. Andernfalls werden wir wie Jugoslawien zerfallen und absolut schutzlos dastehen. Sie haben über Kriege am Balkan und in Afghanistan geschrieben … Rumiz — Afghanistan kam später. Ich war bei La Repubblica, einer großen Zeitung, aber

kein Kriegsreporter. Man schickte mich irgendwohin in die Berge mit dem Auftrag, Geschichten zu bringen, die sonst keiner hat. Die Zeit davor bei der Lokalzeitung in Triest war für mich sehr wichtig, weil Triest ein Ort mit besonderer Sensibilität für Dinge ist, die man in Mailand oder Rom gar nicht bemerkt. In Italien schrieb ich als Erster, dass der Eiserne Vorhang fallen würde. Damals passierten in Mitteleuropa ganz unglaubliche Dinge gleichzeitig: Jugoslawien zerfiel, in Österreich tauchte der Populist Haider auf, bei uns die Lega Nord. Ohne sich von Triest wegzubewegen, konnte man sehr viel spüren. Das ist manchmal wichtiger, als etwas rational zu verstehen. Sie sind in Triest geboren und dort geblieben – warum? Rumiz — Für meine Eltern war der Ort ein Horror – am Ende von Italien! Mich hielt die Neugier. Die sehr nahe Grenze war ein Ort, von dem aus man viele Dinge sah: andere Menschen, eine andere soziale Atmosphäre. Eine Grenze ist auch eine Linie, die man überschreiten sollte. Ich wollte nie nach Italien oder Frankreich – mich interessierten ganz andere Länder! Ihren Büchern ist zu entnehmen, dass Sie auch deutsche familiäre Verbindungen haben … Rumiz — Nur sehr indirekt. Als Kind hat mir meine Großmutter ein Wiegenlied vorgesungen, das ich nicht verstand: „Heute wollen wir ein Liedlein singen. Trinken wollen wir den kühlen Wein.“ Es war ein Lied, das die Matrosen in Triest und Pula von den deutschsprachigen gelernt haben. Mein Großvater hat im Ersten Weltkrieg noch in Galizien in der k. u. k. Armee gekämpft. Wir waren damals ja noch Österreicher! Ich mag dieses Lied meiner Oma bis heute – es war eigentlich sehr romantisch, wurde aber unter Hitler zur Marschmusik umgemodelt. Wie wichtig ist Kakanien für Sie? Rumiz — Sie meinen das HabsburgerReich? Man kann das Imperium unmöglich ignorieren. Wir waren damit fünfhundert Jahre verbunden! Das ist sicher »

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Schuhen, den Füßen IST ER DARUM ITALIENS BEKANNTESTER REISESCHRIFTSTELLER GEWORDEN?

„Alles, was ich denke, kommt nicht aus dem Himmel, sondern von den Schuhen“ Paolo Rumiz

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– Selbstredend –

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wichtiger als einhundert Jahre Italien. Ich sehe in Triest jeden Tag österreichische Gebäude. Vorwärts zu 1968, das in Italien sehr stürmisch war. Sie waren damals zwanzig … Rumiz — Ich studierte an der Universität. Es war das Jahr der Revolution in ganz Europa – und ich nahm nicht teil. Mein Eindruck war eher, dass viele Menschen, die gar nicht studieren wollten, die Gelegenheit zur Rebellion nutzten. Interessant – aber für mein Schriftstellerleben war ein Kindheitserlebnis viel wichtiger. Ein Volksschullehrer sagte zu mir: Du schreibst mit den Schuhen, mit den Füßen. Ich fragte mich, was daran falsch sein sollte. Alle Geschichten meiner Großmutter hatten mit Schuhen zu tun, mit langen Reisen und der Ferne. Vielleicht habe ich damals begonnen zu beweisen, dass man tatsächlich mit den Füßen schreiben muss. Alles, was ich denke, kommt nicht aus dem Himmel, sondern von den Schuhen – aus der Landschaft, von der Erde, auf der ich gehe. Was haben Sie eigentlich studiert? Rumiz — Geschichte und Philosophie. Aber ich mag vor allem die Geografie. Ich lese heute kaum Literatur, sondern Geschichte und Geografie. Sie mögen keine Fiktion? Rumiz — Nur dann, wenn es sich um sehr gute Bücher handelt. Ihr Buch „Die Seele eines Flusses“ behandelt den Po. Wie kamen Sie auf den? Rumiz — Ich habe diese Reise gemacht, weil mir alle davon abgeraten haben (lacht). Alle sagten, der Po sei dreckig, von Fabriken umgeben und völlig uninteressant. Selbst die erfahrensten Kanufahrer rieten mir, einen anderen Fluss zu suchen. Auf meine Frage, ob sie den Po jemals befahren hatte, sagten sie: Nein! Also beschloss ich zu fahren. Nach wenigen Tagen war klar, dass es sich um eine ganz außergewöhnliche Erfahrung handelt. Es ist ein Wunder, dass man im Zentrum einer Industrielandschaft ein derart einsames Naturgebiet findet. Der Fluss ist einsam, manchmal trifft man auf fünfzig Kilometern keinen einzigen Menschen. Es ist Raum für die Abenteuer eines Indiana Jones (lacht). Ich war erstaunt, wie weit entfernt von Italien ich mich fühlte, und dachte oft an die großen Flüsse Südamerikas oder des Nordens. Die Anrainer hingegen kennen den Fluss kaum – höchstens den Abschnitt, an dem ihre Ortschaft liegt. Warum ist das so?

Rumiz — In den letzten sechzig Jahren haben die Italiener das Wasser vergessen. Das liegt nicht nur daran, dass sich das Auto in unserer Kultur durchgesetzt hat, sondern auch an den italienischen Müttern, die wasserscheue Kinder erzogen haben. Es gibt in Italien eine regelrechte Hydrophobie: Wasser ist schmutzig, dort sind Bakterien, davon wirst du krank. Gleichzeitig dient es als Ausrede, um den Fluss weiter zu verschmutzen. Der Po ist viel sauberer, als man es sich anfangs vorstellt. Aber er erweckt auch den Eindruck, als habe er alle Sünden der Welt auf sich genommen, von denen er uns erlöst. Der Fluss hat unglaubliche Kraft zur Selbstreinigung – es würde reichen, ihn einfach in Ruhe zu lassen. Ein wichtiger Grund für die Reise war auch,

„Ich habe schon in den 1990ern die Ansicht vertreten, dass sich das neue Ungarn sehr EU-skeptisch entwickeln würde“ Paolo Rumiz

Wie haben die Menschen reagiert? Rumiz — Verwundert, als sie hörten, dass wir schon dreihundert Kilometer hinter uns hatten. Es ist eine absolut fremde Welt für sie, auch wenn die Menschen in Pavia immer wissen, was in Turin gerade los ist und wann ein Hochwasser kommt. Aber die Beziehung zwischen den beiden Ufern ist sehr angespannt. Man würde nie eine Frau vom andern Ufer heiraten (lacht). Es gibt einen uralten Streit, der mit den Uferbefestigungen zusammenhängt. Man hat immer Angst, dass die auf der anderen Seite einen höheren Damm errichten und die Überschwemmung auf der eigenen Seite passiert, wenn ein Hochwasser kommt. Die Leute in Rovigo hassen deshalb die Bewohner von Ferrara. Die Reichen haben sich in Sicherheit gebracht, die Armen werden überflutet. Ein Freund sagte einmal, die Italiener sind keine Mannschaft und nur selten zu Networking imstande. Mein Buch ist auch der Versuch, das Gefühl einer mythischen Einheit durch die Erzählung über den Po zu erzeugen. Warum fahren Sie nach der Mündung in die Adria die gegenüberliegende Küste entlang in den Süden bis nach Dalmatien? Rumiz — Ein Fluss endet nicht im Meer. Es bedeutet vielmehr Wiedergeburt, eine Art Auferstehung. Außerdem spüre ich sehr stark, dass ich ein Sohn der Felsküste des

Bücher von Paolo Rumiz Die Bücher von Paolo Rumiz erscheinen im Folio Verlag: Der Leuchtturm (2017): Die Wiederentdeckung der Einsamkeit – auf einer gottverlassenen Leuchtturminsel im Mittelmeer. Drei lange Wochen bringt der Wanderer Rumiz dort zu und denkt über das Mittelmeer als Kulturraum von Triest bis in

dass Wasser ein außerordentliches Material für das Erzählen ist. Es erlaubt, Landschaft und Menschen kennenzulernen. Es fiel mir sehr leicht, dieses Buch zu schreiben. Schriftsteller haben den Po immer nur vom Ufer aus beschrieben. Es gibt den alten lateinischen Ausdruck „Schiffbruch vom Ufer aus betrachtet“. Ich wollte aber genau das Gegenteil machen – das Ufer vom Wasser aus betrachten. Während ich in euphorischer Freiheit der Mündung entgegentrieb, hatte ich vom Ufer den Eindruck einer Welt am Rande des Nervenzusammenbruchs.

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den Libanon nach, als Ort des Austauschs, des Handels, der Kriege bis heute. Diese bewegungslose Reise wird zum Abenteuer des Geistes. Die Seele des Flusses. Auf dem Po durch ein unbekanntes Italien (2018) Paolo Rumiz erkundet den Po zu Wasser: mit Kanu, Barke, Segelboot, von den Gebirgen des Piemont bis zur Mündung ins Adriatische Meer. Nachts kreuzen Schmuggler und Piraten den Weg, Fischer erzählen.


Kramers Kinderstube Adriatischen Meeres bin. Ich gehöre nicht zum Sandstrand. Für mich ist die eigentliche Grenze zwischen Fels oder Karst. Beim Schloss Duino ist meine Heimat.

FOTO: DARKO TOD OROVIC

Wo Rilke seine „Duineser Elegien“ schrieb. Dieser Gedichtzyklus hebt mit großer Ekstase an – wie Sie sie in Ihrem früheren Buch „Der Leuchtturm“ beschrieben haben. Drei Wochen fast allein auf einer winzigen Insel im Mittelmeer. Was war dort die wichtigste Erfahrung im Unterschied zum Leben am Fluss? Rumiz — Am Fluss war ich im Niemandsland. Immer im Wasser. Man fühlt sich völlig frei. Im Leuchtturm war ich ein König im Gefängnis. Es war eine imaginäre Reise, denn ich rührte mich ja nicht von der Stelle. Am Po schaute ich auf das Land und hatte Mitleid mit den Menschen, die diese Freiheit nicht kennen. Es war verblüffend, wie sehr ich im Leuchtturm auf meine Träume achten konnte und wie klein ich mich angesichts der Natur fühlte. Dort passierten ganz irrationale Dinge. Nach Tagen des Sturms konnte ich nachts stundenlang dastehen, um ein Sternbild zu identifizieren. Das Ganze hatte auch mit den alten heidnischen Göttern zu tun – nicht mit dem heutigen Gott. Ich habe dort Jupiter und die Götter des Meeres wiedergefunden! Es war ein Gefühl, wie es auch die Antiken gefühlt haben müssen. Wenn ich Jugendlichen davon erzähle, merken sie, wie viel Fantasie ihnen durch die Smartphones geraubt wurde. Kehren wir auf das Festland zurück. Reisen und Reisebeschreibungen machen das Leben schön, doch sind sie nicht auch Ausflucht? Rumiz — Ein guter Reporter darf nicht skeptisch sein. Ein Kind ist noch voller Träume – die Schwierigkeit besteht darin, seine Träume ein Leben lang aufzubewahren. Normalerweise verflüchtigen sie sich in der Mitte des Lebens: Du musst deine Familie ernähren und Kompromisse eingehen. In einem Alter, wie ich es erreicht habe, ist das normale Leben schon wieder egal. Ich kann jetzt sagen, was ich will, und gehen, wohin ich will. Alt und gesund zu sein und noch immer Träume zu haben – das nenne ich ein glückliches Leben. Ein Reisender ist immer voller Träume, ein guter Reisender auch ein guter Geschichtenerzähler. Allerdings darf man den Reisenden nicht an der Zahl der zurückgelegten Kilometer messen. Man kann auch ohne sich zu bewegen ein guter Reisender sein. Ich habe manchmal den Eindruck, dass meine Großmutter europäischer war als viele Zeitgenossen mit ihrem Internet.

Sie haben die Via Appia wiederentdeckt. Die war in Italien vergessen … Rumiz — Mit der Via Appia verhielt es sich ähnlich wie mit dem Po. Es ist die erste moderne Straße Europas. Doch in Italien kannte sie keiner mehr – alle gehen nach Santiago de Compostela. Als ich die Via Appia entlangmarschierte, fragte man mich, ob ich für Santiago trainiere. Man konnte sich nicht einmal vorstellen, dass einer aus dem Norden diese Straße entlanggeht und noch einmal deren Geschichte erzählt. Das Buch wird nebenbei kommendes Jahr bei Folio erscheinen.

Irmgard Kramer

Haben die Italiener ihre Geschichte vergessen? Rumiz — Ja, natürlich. Unsere römischen Ursprünge wurden durch den Faschismus diskreditiert. Rom ist dadurch zu einer Farce verkommen. Erst heute, lange nach der Rückkehr von Republik und Demokratie, ist es wieder möglich, sich daran zu erinnern.

Laut vorlesen

Woran arbeiten Sie gerade? Rumiz — Etwas, das mit dem Meer zu tun hat. Ich bin über die Entwicklung Europas sehr beunruhigt und habe beschlossen, den Mythos von Europa noch einmal zu schreiben. Und zwar als Geschichte eines syrischen Flüchtlings, einer Frau, die auf einem Segelboot von Westeuropäern ihrem Land entkommt. Während der Überfahrt finden sie den Namen des Kontinents wieder, den sie vergessen haben. Mein Ausgangspunkt: Europa hat in der großen Konfusion unserer Zeit den eigenen Namen vergessen. Hat die Geschichte einen realen Hintergrund? Rumiz — Ich habe vor einem Jahr eine Segelfahrt mit einem Freund, der mittlerweile verstorben ist, von Beirut nach Athen gemacht. Ein altes Boot mit einer britischen und einer EU-Flagge am Bug. Das Ganze wird in Versform geschrieben! Woher nehmen Sie den Glauben, um über ein solches Thema ein Gedicht zu schreiben? Rumiz — Noch vor wenigen Jahren hätte ich ihn nicht besessen. Heute bin ich überzeugt, dass ich grundsätzlich mehr gesprochene Sprache in mein Schreiben einbringen muss. Vor allem weiß ich, dass gerade Poesie nicht in stiller Einsamkeit gelesen werden darf. Sie muss mit erhobener Stimme deklamiert werden, am besten vor Freunden und nahe am Feuer während der Winternächte. Genau das ist die Zeit der Dichtung. Nur dann versteht man die Energie in den Wörtern wirklich. Auch wenn ich normale Prosa schreibe, gibt es bestimmte Rhythmen. In meinen Bücher finden sich eine Menge von Metren.

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Jugendbuchautorin

Der Enkel liest, Opa versucht zuzuhören Martins Opa trägt Hörgeräte. Er ist Obmann der örtlichen TinnitusGruppe und kennt Experten. Der neueste Schrei heißt: Hörtraining! Er soll sich einen Text dreimal vorlesen lassen. Erstens soll er den Text mitlesen, zweitens den Vorleser anschauen und hören, drittens dem Vorleser den Rücken zuwenden und nur noch hören. Glücklicherweise ist der Opa mit vielen Kindeskindern gesegnet. Sie sind im Ferienstress, doch Martin, der Jüngste, erbarmt sich. „Also gut, Opa! Ich mach’s. Das Buch bring’ ich.“ Am nächsten Tag platzt er in die Küche. „Ich sag’s dir gleich, ich hab’ nicht viel Zeit. Wenn du dich konzentrierst, sind wir schnell fertig.“ Er knallt ein buntes Buch auf den Tisch: „Giesbert in der Regentonne“. „Da geht’s um Wichtel und Gärten. Genau richtig für dich, Opa.“ Bevor es losgeht, braucht Martin Saft. Er stürzt ihn sich in den kleinen Bauch, rülpst und fängt an vorzulesen. Allerdings kann er das „r“ nicht richtig aussprechen. Er ahmt den Holundergeist aus dem Buch nach. Davon kriegt er wieder Durst. Dann liest er das erste Kapitel ein zweites Mal, die Füße auf und hinter und überm Kopf. Der Opa wundert sich, wie man so viel turnen kann. „Streng dich an, Opa“, sagt Martin und liest ein drittes Mal. Irgendwie klingt das „r“ jetzt besser. „Schluss jetzt. Morgen hörst du, wie’s weitergeht.“


– Klassiker – neu entdeckt

Menagerien von Tieren und Menschen JACOB BURCKHARDT DIE KULTUR DER RENAISSANCE IN ITALIEN (1860) Italien rühmt sich zunächst der frühsten botanischen Gärten, doch mag hier der praktische Zweck überwogen haben und selbst die Priorität streitig sein. Ungleich wichtiger ist es, dass Fürsten und reiche Privatleute bei der Anlage ihrer Lustgärten von selbst auf das Sammeln möglichst vieler verschiedenen Pflanzen und Spezies und Varietäten derselben gerieten. So wird uns im 15. Jahrhundert der prächtige Garten der Mediceischen Villa Careggi beinahe wie ein botanischer Garten geschildert, mit zahllosen einzelnen Gattungen von Bäumen und Sträuchern. So im Beginn des 16. Jahrhunderts eine Villa des Kardinals Triulzio in der römischen Campagna, gegen Tivoli hin, mit Hecken von verschiedenen Rosengattungen, mit Bäumen aller Art, worunter die Fruchtbäume in allen möglichen Varietäten; endlich zwanzig Rebengattungen und ein grosser Küchengarten. Hier handelt es sich offenbar um etwas anderes als um ein paar

WESHALB WIR DAS LESEN SOLLEN. ANLEITUNG VON ERICH KLEIN. Der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818–1897), in der Baseler Oberschicht als Sohn eines Pfarrers geboren, sollte eigentlich in die Fußstapfen des Vaters treten. Stattdessen folgten eine Ausbildung zum Historiker und Philologen in Berlin, Intermezzi als Zeitungsredakteur und Lexikonmitarbeiter sowie eine erste Professur in Zürich. Von 1858 bis 1893 hatte Burckhardt den Lehrstuhl für Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Basel inne. Sein jüngerer Philologenkollege Friedrich Nietzsche nannte ihn „unseren großen, größten Lehrer“, der britische Geschichtsforscher Peter Burke bezeichnet Burckhardt als einen der größten Historiker des 19. Jahrhunderts, dessen Werk auch für den

Dutzend altbekannte Medizinalpflanzen, wie sie durch das ganze Abendland in keinem Schloss- oder Klostergarten fehlten; neben einer höchst verfeinerten Kultur des Tafelobstes zeigt sich ein Interesse für die Pflanze als solche, um ihres merkwürdigen Anblickes willen. Die Kunstgeschichte belehrt uns darüber, wie spät erst die Gärten sich von dieser Sammlerlust befreiten, um fortan einer grossen architektonisch-malerischen Anlage zu dienen. Auch das Unterhalten fremder Tiere ist gewiss nicht ohne Zusammenhang mit einem höhern Interesse der Beobachtung zu denken. Der leichte Transport aus den südlichen und östlichen Häfen des Mittelmeeres und die Gunst des italienischen Klimas machten es möglich, die mächtigsten Tiere des Südens anzukaufen oder von den Sultanen als Geschenk anzunehmen. Vor allem hielten Städte und Fürsten gern lebendige Löwen, auch wenn der Löwe nicht gerade das Wappentier war wie in Florenz. Die Löwengruben befanden sich in oder bei den Staatspalästen, so in Perugia und in Florenz; diejenige in Rom lag am Abhang des Kapitols. Diese Tiere dienten nämlich bisweilen als Vollstrecker politischer Urteile und hielten wohl auch sonst

heutigen Leser zugänglich blieb. Damit ist vor allem der Groß-Essay „Die Kultur der Renaissance in Italien“ gemeint, der seit seiner Erstpublikation im Jahre 1860 unzählige Auflagen erlebte. Warum Italien? Fragt Burckhardt, der Erforscher großer europäischer Zeitenbrüche seit der Antike, der schon als junger Mann voller Begeisterung mehrere Reisen in den Süden unternommen hatte. Weil sie, die Italiener, „erstgeborene Söhne des modernen Europa“ sind; weil zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert in Italien das Mittelalter endete und „eine objektive Betrachtung des Staates und der sämtlichen Dinge dieser Welt überhaupt“ erfolgte. Der Mensch wurde „geistiges Individuum“. Burckhardt porträtiert in sechs großen Abschnitten Humanisten und Mörder, Kardinäle, Kurtisanen, Condottieri, Dichter, Philosophen und Künstler. Der Akzent

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einen gewissen Schrecken unter dem Volke wach. Ausserdem galt ihr Verhalten als vorbedeutungsvoll; namentlich war ihre Fruchtbarkeit ein Zeichen allgemeinen Gedeihens, und auch ein Giovanni Villani verschmäht es nicht anzumerken, dass er bei einem Wurf der Löwin zugegen gewesen. Die Jungen pflegte man zum Teil an befreundete Städte und Tyrannen zu verschenken, auch an Condottieren als Preis der Tapferkeit. Ausserdem hielten die Florentiner schon sehr früh Leoparden, für welche ein besonderer Leopardenmeister unterhalten wurde. Borso von Ferrara liess seinen Löwen mit Stieren, Bären und Wildschweinen kämpfen. Zu Ende des 15. Jahrhunderts aber gab es schon an mehrern Fürstenhöfen wahre Menagerien (Serragli), als Sache des standesgemäßen Luxus. »Zu der Pracht eines Herrn«, sagt Matarazzo, »gehören Pferde, Hunde, Maultiere, Sperber und andere Vögel, Hofnarren, Sänger und fremde Tiere.« Die Menagerie von Neapel enthielt unter Ferrante unter anderm eine Giraffe und ein Zebra, Geschenke des damaligen Fürsten von Bagdad, wie es scheint. Aber auch an einer Menschenmenagerie fehlte es nicht; der bekannte Kardinal Ippolito Medici, Bastard des Giuliano, Herzogs von Nemours, hielt an seinem wunderlichen Hofe eine Schar von Barbaren, welche mehr als zwanzig verschiedene Sprachen redeten und jeder in seiner Art und Rasse ausgezeichnet waren. (Bei C. H. Beck erschien zum 200. Geburtstag von Burckhardt „Die Cultur der Renaissance in Italien. Ein Versuch“ als Band 4. der Kritischen Gesamtausgabe)

liegt dabei auf „Kultur“ – gegen Staat und Religion. Über ein mörderisches Genie wie Benvenuto Cellini heißt es: „Ein Mensch, der alles kann, alles wagt, und sein Maß in sich selber trägt.“ Toilettenartikel der Frauen werden ebenso abgehandelt wie Dämonenglauben und Feste, Landschaftsgärten, Giftmorde, die neue Wissenschaft der Politik eines Machiavelli, Kriege oder der „geistige Tauschplatz“ Florenz. Jacob Burckhardt, ein Gegner der Französischen Revolution und der Massendemokratie, des Militarismus und Nationalismus, bekannte einmal freimütig: Geschichte sei die unwissenschaftlichste aller Wissenschaften. Und: „Wir sind unwissenschaftlich und haben gar keine Methode, wenigstens nicht die der anderen.“ Dieser Umstand macht das weitläufige Panorama der italienischen Renaissancekultur bis heute lesenswert.


– Kurz vor Schluss – Gastkommentar Branche analysiert: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl der Unternehmen im Groß- und im Einzelhandel zwar reduziert, jedoch ist diese Entwicklung nicht auf einen Anstieg der Insolvenzen zurückzuführen. Aktuell sind hierzulande rund 900 Unternehmen aktiv. Jene Unternehmen, die nun – nach dieser Phase der Konsolidierung – am Markt sind, weisen eine sehr gute wirtschaftliche Performance, gemessen am KSV1870 Rating, auf. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat nur ein Prozent der Betriebe ein erhöhtes Ausfallrisiko. Auch bei der Eigenkapitalquote (KSV1870-Berechnung nach vorliegenden Bilanzen) von durchschnittlich rund 44 Prozent (2016) ist die Branche über Kritik erhaben.

Eine Pleite, kein Flächenbrand Roland Führer vom KSV1870 über die finanzielle Performance der Buchbranche und die Wichtigkeit der eigenen Bonität

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : P E T R A S P I O L A

B

Roland Führer ist Leiter der Region Nord der KSV1870 Holding AG

ei der Insolvenz der Dr. Franz Hain Verlagsauslieferungen GmbH wurden Entwicklungen schlagend, die dem Buchhandel insgesamt seit vielen Jahren zusetzen: Umsatzrückgänge durch immer stärkeres Vordringen spezialisierter Händler, mehr Käufe via Internet und ein verändertes Leseverhalten der Konsumenten. Nach knapp 100-jähriger Tätigkeit kam für das Unternehmen im Juni das Aus. Mit dem Betrieb verbunden sind die Gesellschaften Beck’sche Universitätsbuchhandlung Schottentor GmbH & Co KG sowie die Buchhandlung Schottentor Gesellschaft m. b. H. POSITIVE NACHRICHTEN AUS DER BUCHBRANCHE Insolvenzen wie jene von Hain dürfen aber den Blick für die Gesamtsituation im Buchhandel nicht trüben. Der KSV1870 hat die

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WARUM DIE EIGENE BONITÄT WICHTIG IST Eine entscheidende wirtschaftliche Kennzahl ist das KSV1870 Rating. Sie beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls und prognostiziert eine Insolvenz Monate im Vorhinein. Die dreistellige Zahl beschreibt die Bonität eines Unternehmens und ist damit ein wichtiger Gradmesser, was die wirtschaftliche Performance von Unternehmen angeht. Ein gezieltes Bonitätsmonitoring schützt vor Zahlungsausfällen von Geschäftspartnern und ist ein wichtiges Steuerungsinstrument. Doch das gilt auch für das eigene Unternehmen. Mit dem SelfCheck behalten Unternehmen alle Änderungen im Auge. Der KSV1870 informiert automatisch per E-Mail, sobald sich etwas ändert. Das Unternehmen ist informiert und kann bei wirtschaftlichen Fehlentwicklungen im eigenen Betrieb rechtzeitig gegensteuern – denn eine Meldung des KSV1870 BonitätsMonitors lässt sich nicht so einfach ignorieren. www.ksv.at

„Jene Unternehmen, die noch am Markt sind, weisen eine sehr gute wirtschaftliche Performance auf“


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