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Anzeiger 6/19

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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Doping für die Branche

Lesestoff

Es gibt kein Glück

Die Vorträge der diesjährigen HVB-Jahrestagung können helfen, den Geschäftsalltag zu stärken

Klimawandel, Achtsamkeit und Cannabinoide. Was die Welt von Roman bis Ratgeber beschäftigt

Warum ihre Figuren trotzdem danach streben, erklärt die Italienerin Dacia Maraini im Gespräch

Der neue Krimi von Eva Rossmann zu einem hochaktuellen Thema.

978-3-85256-789-1 · € 22,– · ET: 20. August 2019

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Im Herbst blättern Die neuen Bücher der Edition Körber

Ina Schmidt hilft, sich mit der Vergänglichkeit zu versöhnen. ISBN 978-3-89684-274-9 Geb. mit Schutzumschlag ca. Euro 20,60 (A)

Jamie Metzl weiß, was mit Gentechnik geht. ISBN 978-3-89684-276-3 Klappenbroschur ca. Euro 24,70 (A)

Erscheint im November 2019

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Erscheint im Oktober 2019

Ulrich Ladurner zieht die Lehren aus der italienischen Politik.

Thomas Kleine Brockhoff streitet für eine neue Friedensordnung.

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Erscheint im Oktober 2019

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»Bedeutungsvolle Blicke auf allmählich Verschwindendes. Architekturfotografie in Perfektion.«

– 154. Jahrgang –

„Wir wünschen einen literarischen Büchersommer!“ Benedikt Föger

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ie Jahrestagung 2019 am Grundlsee hat nicht nur die Branche an einem Ort zusammengebracht, es gab in den Vorträgen auch viel Neues und Spannendes zu hören. Welche aktuellen Zahlen, Einblicke und Erkenntnisse zum Buchmarkt vorgestellt wurden, sind ab S. 10 in „Essenziell“ nachzulesen. Ein zentraler Programmpunkt war die Bekanntgabe der neuen Ehrenpreisträgerin: Die italienische Schriftstellerin Francesca Melandri bekommt den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Diese größte Auszeichnung des österreichischen Buchhandels erhält sie für ihr herausragendes Engagement für die Verständigung zwischen Kulturen und Kontinenten. Für den „Schwerpunkt“ hat die Redaktion die frisch gedruckten Herbstprogramme durchforstet – von Romanen bis Sachbüchern (ab S. 16).

In den HVB-Mitglieder-Porträts erzählen diesmal Gerhard Zach (Buchhandlung Herder), Marlene Pobegen (Buchnetzwerk Verlagsvertretungen), Hubert Lendl und Martin Kelz (Galerie Welz) sowie Katharina Oppitz (freytag & berndt) über ihre Wege in der Buchbranche.

Martina Griesser-Stermscheg, Stefan Oláh, Sebastian Hackenschmidt (Hg.) Bunt, sozial, brutal. Architektur der 1970er Jahre in Österreich Fotografiert von Stefan Oláh ISBN 978-3-7025-0934-7, € 35,–

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

Für „Selbstredend“ berichtet die italienische Autorin Dacia Maraini davon, warum es das Glück nicht gibt – und warum sie trotzdem darüber schreibt. Dabei geht es auch um die politische Vergangenheit der Familie der Autorin, die auch Mitglied der „Gruppo 63“ um die Autoren Umberto Eco, Luigi Malerba und Giorgio Manganelli gewesen ist (ab S. 32). Jurorin der Schönsten Bücher Österreichs 2019 Sarah Bogner hat für „Kurz vor Schluss“ einen Gastkommentar geschrieben, der einen Blick hinter die Kulissen des Auswahlprozesses wirft (S. 37). Nicht zuletzt präsentieren Branchenmitglieder in „Kurz gesagt“ ihre aktuellen Leseempfehlungen. Wir wünschen Ihnen einen heißen und literarischen Büchersommer!

Stefan Oláh (Hg.) Österreichische Architektur der Fünfziger Jahre Fotografiert von Stefan Oláh ISBN 978-3-7025-0649-0, € 19,95

Benedikt Föger HVB-Präsident

Lesen Sie uns kennen. anzeiger / 3

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– Inhalt –

H e r a u s g e b e r : Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Gustav Soucek A b o v e r w a ltu n g : Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at M e d ie n in h a b e r, K o n z e p t, R e d a k tio n u n d P r o d u k tio n : Falter Verlagsgesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at C h e fr e d a k tio n : Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 G e s c h ä fts fü h r u n g : Siegmar Schlager A n z e ig e n le itu n g : Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar H e r s te llu n g : Grasl FairPrint, Bad Vöslau

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Was man von der HVB-Jahrestagung 2019 am Grundlsee mitnehmen kann

Von Roman bis Ratgeber: Die neuen Titel und Themen im Herbst

31

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Wie Katharina Oppitz das Wandern entdeckte und Geschäftsfü erin von freytag & berndt wurde, im HVB-MitgliederPorträt

Die italienische Autorin Dacia Maraini glaubt nicht ans Glück. Ihre Romanfigu en suchen es trotzdem

KURZ GESAGT

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Sommerstoff Das lesen und empfehlen die Branchenmitglieder im Sommer

HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

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WISSENSWERT

6

Kurzmeldungen mit: Ehrenpreis für rancesca Melandri, Die schönsten Bücher Österreichs, Aktuelles zu KNV, Donna Leon bei Tyrolia, Österreichischer Buchpreis, Ö1 Buch des Monats, Franz Lintner im Gespräch, mediakolleg: Blick in den Herbst, Steirischer Vorlesetag

ESSENZIELL

10

Doping für den Geschäftsallt So lässt sich die HVB-Jahrestagung beschreiben. Hier ein Überblick über die stärkenden Substanzen

SCHWERPUNKT

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Besser durch den Herbst Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit: Themen, die alle Genres bewegen

KLASSIKER

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Neu entdeckt Gottfried Keller

Gerhard Zach Buchhandlung Herder Marlene Pobegen Buchnetzwerk Verlagsvertretung Hubert Lendl und Martin Kelz Galerie Welz Katharina Oppitz Verlag freytag & berndt

SELBSTREDEND

32

Dacia Maraini Im Gespräch mit Erich Klein

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Kontinent Kinderbuch Goldener Herbst

KURZ VOR SCHLUSS

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Gastkommentar Sarah Bogner über die Zukunft der Buchgestaltung und Die schönsten Bücher Österreichs

STANDARDS TITELSCHUTZ 8 MONATSBESTSELLER 24 MONATSBESTENLISTEN 26 BUCHTERMINE 38

F O T O S : S T E I E R M A R K T O U R I S M U S / T O M L A M M / I K A R U S . C C , I S T O C K , C H R I S T O P H E R M AV R I C , S T E FA N K N I T T E L

IMPRESSUM

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– Kurz gesagt –

Sommerstoff FREMDLESEN, LESEKOFFER PACKEN UND DIESE TIPPS MITNEHMEN Spannendes Sommerlesefutter Ich freue mich diesen Sommer auf Bernhard Aichers neuen Thriller „Der Fund“ (btb). Es ist die Geschichte von Rita, die noch einmal die Chance auf das große Glück im Leben hat. Spannend zu lesen, mit vielen Abgründen und hoch emotional. Die Schweizer Autorin Simone Lappert hat mit „Der Elisabeth Glaeser, Geschäftsfü erin Sprung“ (Diogenes) ein sensibles, leises bei Bücher- & und, wie ich finde, sehr kluges Buch geschrieben: Eine Frau steht auf dem Geschenkeladen in Dach. Will sie springen? Mit „Leben in Wien allen Himmelsrichtungen“ (Piper) hat Andreas Altmann ein geniales Buch vorgelegt. Er schreibt Reportagen, die von der Sehnsucht nach Innigkeit und Anderssein erzählen und zum Denken verfüh en. William Boyds neuer Roman „Blinde Liebe“ (Kampa Verlag) ist eine wunderschön erzählte Liebesgeschichte, kurz: perfektes Sommerlesefutter.

Fremdlesen und das Buch der Stunde Wir Vertreterinnen und Vertreter köcheln ja im eigenem literarischen Saft, wie ich das immer nenne. Nur selten leisten wir uns den Luxus des Fremdlesens. Marlene Streeruwitz’ „Flammenwand“ (Fischer) musste sich dann aber doch ausgehen. Es sei allen ans Herz gelegt, die über das Politische im PriBernhard vaten mehr erfahren und staunen wollen. Spiessberger, VerSagt man Streeruwitz, muss man auch Sibyllagsvertreter und le Berg sagen. Ihr im Frühjahr erschienener Vorsitzender des Roman „GRM“ beschreibt eindringlich und Österreichischen sprachlich einzigartig die immer rascher voVerlagsvertreterranschreitende Entsolidarisierung und Kapiverbandes talisierung der Welt in einer nicht sehr weit entfernten Zukunft. In den nächsten Monaten wird es kaum möglich sein, nicht über Sachbücher zu sprechen. Bei Kiepenheuer & Witsch erscheint der neue Jonathan Safran Foer, „Wir sind das Klima“, und bei Brandstätter wird kurz vor den Neuwahlen ein Projekt der Datum-Macher erscheinen: „Wo sind wir hier eigentlich? – Österreich im Gespräch“. Im Herbst das Buch der Stunde!

„Selten habe ich in einem Roman solche Verve und Energie erfahren“

F O T O S : N I N I T S C H A V O L L , M A T T H I A S W E I S S E N G R U B E R , C H R I S T O P H E R M A V R I C , H AY M O N V E R L A G

Verena Brunner-Loss

Hilfe für das Packen des Lektürekoffers Der Sommerurlaub will gut vorbereitet sein! Da helfe ich gern beim Packen des Lektürekoffers. Endlich erscheint Edward Careys Buch „Little“ auf Deutsch, etwas klobig betitelt mit „Das außergewöhnliche Leben eines Dienstmädchens namens PETITE, besser bekannt als Madame Tussaud“ erzählt es die fiktional Verena Brunner-Loss, Autobiografie von der kleinen Elsässerin MaGeschäftsfü erin rie Großholtz, die als Madame Tussaud beder Buchhandlung kannt werden sollte. Selten habe ich in einem Brunner in Roman solche Verve und Energie erfahren. Vorarlberg Im neuen Roman der preisgekrönten Schriftstellerin Elif Shafak, „Unerhörte Stimmen“, lässt ein Mordopfer sein Leben Revue passieren. Eine Geschichte voller Lebensfreude und langer Schatten. Stoff für einen neuen Roman erhofft sich ein Autor in Gunther Geltingers „Benzin“ auf einem Road Trip durch Südafrika. Eine sprachgewaltige Geschichte über Vorurteile und Souveränität, Vertrauen und Verrat. Commissario Xenia Zannier begibt sich in Veit Heinichens „Borderless“ auf die Suche nach den Mördern ihres Bruders und sieht sich einem korrupten Netzwerk von Rom über Berlin und Salzburg bis Rijeka gegenüber.

„Nur selten leisten wir uns den Luxus des Fremdlesens“ Bernhard Spiessberger

Ein neuer überraschender Blick Literatur im besten Sinne ist es, was Ksenia Konrad uns in „Alles außer fern“ zu lesen gibt. Inspirierend, vergnüglich und mit einer raffinie en Klugheit erzählt die gebürtige Russin von ihren Erlebnissen als Deutschtrainerin und lässt uns teilhaben an einem irrwitziChristophe Koroknai, gen, anekdotenreichen Jahr mit „ihren“ MigrantInnen, GastarbeiterInnen und Vertriebsleiter beim Saisonniers. Es ist der Roman einer beTiroler eindruckenden Persönlichkeit, der vor Haymon Verlag allem auch eines freigibt: Einen neuen, überraschenden Blick auf unsere Sprache und wie sie unser Zusammenleben prägt.

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Die größte Ehre

Aktuell zu KNV

Das bessere Verständnis zwischen Kulturen ist ein zentrales Thema im Werk der italienischen Autorin Francesca Melandri. Dafür wird sie nun mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln vom HVB und der Fachgruppe der Buch- und Medienwirtschaft geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen der Europäischen Literaturtage (ELIT) bei einer Matinee am 24. November, um 11 Uhr, in der Minoritenkirche in Krems verliehen.

Es wird nicht ruhig um das Barsortiment Koch, Neff und Volckmar (KNV) in Stuttgart. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen von sechs der sieben insolventen Gesellschaften von KNV läuft seit Mai. Nun wurde bekannt, dass rund 160 Buchhandlungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz seit 1. Juni nicht mehr am Montag von KNV beliefert werden. Bestellungen, die am Samstag eingehen, werden erst am darauffolgenden Montag bearbeitet und damit am Dienstag ausgeliefert. Bei den betroffenen Buchhandlungen handelt es sich um jene, die ein besonders niedriges Bestellvolumen haben. Gerüchte gibt es auch über eine mögliche Übernahme der KNV-Gruppe. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, hat das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht Interesse, KNV zu kaufen. Bisher wurden allerdings keine Spekulationen bestätigt, auch zu Verhandlungen mit anderen möglichen Käufern wird zur Zeit noch geschwiegen.

Francesca Melandri steht für oleranz

Wolfgang Popp (l.) moderiert die Verleihung

Preiswürdig Die schönsten Bücher Österreichs sind ein besonderer Preis. Schließlich geht es nicht um literarische Würfe. Sondern einzig um das Erscheinungsbild. 15 Titel wurden ausgezeichnet, drei davon bekamen auch den Staatspreis verliehen: „Ein bisschen wie du/ A little like you“ (Zaglossus), „MACH’S MAUL AUF!“ und „Milk/Milch“ (Passagen Verlag). Die Ehrenurkunden wurden vom Leiter der Kunst- und Kultursektion im BKA, Jürgen Meindl, und HVB-Präsident Benedikt Föger verliehen.

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– Wissenswert –

Seltener Besuch zum Jubiläum Die Schriftstellerin Donna Leon kam zur Buchpräsentation nach Österreich

Donna Leon (Mitte) mit dem Tyrolia-Team

Die Feierlichkeiten gehen weiter: Zum 100. Jubiläum der Buchhandlung Tyrolia wurde die amerikanische Bestsellerautorin Donna Leon nach Innsbruck eingeladen. 400 Gäste kamen zur Buchpräsentation ihres neuesten Krimis „Ein Sohn ist uns gegeben“ (Diogenes) auf Schloss Ambras. Ein Highlight des Abends: Die Überreichung des Gastgeschenks durch Daniela Greimel, Barbara Kumpitsch und Stephan Bair.

Ö1-Monatsbuch „Die Siebzigerjahre begannen mit einem ordentlichen Schwung, weil alles zwischen Hedonismus und Liberalismus machbar schien“, sagt die Jury über das aktuelle Ö1 Buch des Monats „Das entfesselte Jahrzehnt“ (Rowohlt Berlin) von Jens Balzer. Das Ö1 Buch des Monats ist eine exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

Wo alle zusammenkommen Zur größten Buchmesse der Welt trifft sich die internationale Branche in Frankfurt. Der Gemeinschafts tand des HVB und der WKO bringt besonders günstige Konditionen. Das Leistungspaket reicht vom Transport der Bücher von Österreich nach Frankfurt, der Bestückung der Regaleinheiten, der

Betreuung des Standes bis zu Fachbesucherausweisen. So ist der professionelle Messeauftritt zur 71. Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 21. Oktober 2019 gesichert. Anmeldeschluss ist der 15. Juli, für Rückfragen steht Patrick Zöhrer zur Verfügung: auslandsmessen@hvb.at

Das Ö1 Buch des Monats im Juni

Ankündigung: Ab dem 1. Juni 2019 werden die Bücher des oekom verlags von >> Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH, Sulzengasse 2, 1230 Wien ausgeliefert. Unter anderem folgende Novitäten:

Und unser Bestseller:

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ÜBER LEBEN ISBN 978-3-96238-133-2 ET 07.10.19 EURO [A] 40,10

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– Wissenswert –

Nachhaltig wirtschafte Franz Lintner, Geschäftsführer von Medienlogistik und neu gewählter Vorsitzender des Grossistenverbands, über ökologische Möglichkeiten bei der Buchlieferung und die Vernetzung des Buchvertriebs Interview: Teresa Preis

Welche Pläne haben Sie für Ihr n ues Amt? Lintner — Nahezu alle mir bekannten Errungenschaften in der Buchbranche resultieren aus dem ehrenamtlichen Einsatz von wenigen für den gesamten Buchhandel. Deshalb ist persönliches Engagement so wichtig. Meine Kenntnisse und Ideen liegen vor allem in der tagtäglichen Bereitstellung der Bücher. Daher sind mir praxisbezogene Themen zu Nachhaltigkeit wie Transport,

Verpackung und Remissionen ein besonderes Anliegen. Wenn es uns gelingt, neben diesen brennenden Fragen eine Plattform innerhalb des HVB für den regelmäßigen Austausch zu Praxisthemen des Buchvertriebs zu etablieren, würde mich das persönlich sehr freuen. Jedenfalls werde ich mich auch dafür akt v einsetzen. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt innerhalb der Buchbranche? Lintner — Das Klima innerhalb der Buchbranche, insbesondere in Österreich, hat mich bereits vor mehr als dreißig Jahren begeistert. Diese gegenseitige Wertschätzung gilt es auch künftig akt v zu bewahren.

„Ich möchte meinen Beitrag für einen fairen Wettbewerb über die Grenzen hinaus leisten“ Franz Lintner, Geschäftsfü er Medienlogistik

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs onate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und e scheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14.

Mit der Medienlogistik sind Sie besonders fü Schulbücher zuständig. Gibt es in diesem Bereich Themen, die Ihnen ein Anliegen sind? Lintner — Wie ja die neuesten Branchenzahlen belegen, läuft es im Fachbuch und auch bei den Schulbüchern derzeit recht vielversprechend. Auch die Diskussion zwischen Online- und Print-Ausgabe hat in der Praxis mit „Hybrid-Produkten“ zu einem zielfüh enden Miteinander gefunden. Es geht nicht mehr um „entweder/oder“, sondern um „sowohl als auch“. Im SchulbuchBereich erwarte ich für die nächsten Jahre eine weitgehend stabile Entwicklung fü den Buchhandel.

F O T O S : K AT H A R I N A F R Ö S C H L - R O S S B O T H

Herr Lintner, Auslieferungen sind spätestens seit Hain und KNV zum großen Thema der Branche geworden. Was sind aktuell die Themen auf der Seite des Grossistenverbands? Franz Lintner — Die raschen Veränderungen in der Logistik füh en zu stetig steigenden Anforderungen bei gleichzeitig rückläufi en Handelsumsätzen und Tonnagen. Das führt zu einem erhöhten Kostendruck. Er kann nur durch laufende Innovationen und die Nutzung von Synergien kompensiert werden. Um die hervorragende Liefersituation in Österreich weiterhin sicherstellen zu können, ist es mir daher wichtig, meinen Beitrag für faire Wettbewerbsbedingungen über die Grenzen Österreichs hinaus und für ein nachhaltiges Wirtschaften zu leisten. Das reicht von aktuellen Bestell- und Zustellzeiten über die Paketfl t in unseren Straßen bis hin zu den berechtigten Anliegen der „Fridays for Future“-Bewegung.

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Die Schule des Sprechens“ Rhetorik- und Kommunikationstraining in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Die Schule des Sprechens GmbH Tatjana Lackner, Dorotheergasse 7/10, 1010 Wien

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– Wissenswert –

mediakolleg: Blick in den Herbst ■ Mit Bloggern strategisch zusammenarbeiten: So schaffen Sie Aufmerksamkeit für Ihre Themen und Produkte.

Influencer-Marketing

neuer Maßnahmen bergen Potenziale in sich, bedeuten aber auch Risiken. Trends in der Online-Kommunikation 30. September, 10–14 Uhr

16. September, 9.30–17 Uhr Rechtliche Grundkenntnisse für die Nutzung von Bildern in Büchern – und für deren Bewerbung, auch im Web. Bildrechte Kombipreis 17. September 9.30–15.30 Uhr mit “ Buchen Sie auch das Seminar „Medienrecht € 370,– ab „Medienrecht in der Verlagsbranche“ am 3. 10. und profitieren Sie vom Kombipreis: € 370,– für HVB-Mitglieder und € 450,– für Nichtmitglieder!

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■ Grundlegende betriebswirtschaftlich Kenntnisse für all jene, die sonst nahe am Text arbeiten. So können Verlagsprojekte besser geplant und Erlöse optimiert werden.

BWL-Know-how für das Lektorat

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Rechtliche Grundkenntmit nisse und Tipps für die „Bildrechte“ ab € 370,– Nutzung von („Neuen“) Medien bei der Bewerbung und Kommunikation eines Verlags. ■

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■ Buchhandel ist mehr als nur Bücher verkaufen: Veranstaltungen in der Buchhandlung können ein wirkungsvolles Mittel der Kundenbindung sein.

Eventmarketing im Buchhandel

18. September, 9.30–17 Uhr ■ Instagram Stories, Podcasts, Chatbots: Die Nutzung neuer Kanäle und die Umsetzung

Gesundheit durch

Entschlackung Dr. h. c. Peter Jentschura · Josef Lohkämper

Aus Schatzsucherinnen werden Leserinnen

Jung begeistern Schatzsuche beim Steirischen Vorlesetag Vorlesen ist wichtig für die Entwicklung, das belegen zahlreiche Studien. Das Format Vorlesetag – in Wien gibt es bereits den Großen Vorlesetag von Facultas und den Österreichischen Vorlesetag – ist dafür ein Anstoß. Zum Steirischen Vorlesetag veranstaltete die Buchhandlung HAAS in Weiz gemeinsam mit der Stadtbücherei eine Bücherschatzsuche. Rund 500 Kinder- und Jugendbücher wurden als Geschenk verpackt in der Weizer Innenstadt versteckt. Eine besondere Schatzkarte führ e zu den Buchgeschenken.

ISBN 978-3-933874-37-5 · 352 Seiten · € 17,50 Verlag Peter Jentschura Telefon +49 (0) 25 34 - 9 73 35-0 Leseproben: www.verlag-jentschura.de Verlag Peter Jentschura

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Helmut Zechner mit Katja Wassermann

Angelika Bloch mit Petra Horejs und Rainer Fritthum

Anton Nedoma mit Gerald Klonner

Die HVB-Jahrestagung 2019 fand am steirischen Grundlsee statt

Iris Blatterer und Gudrun Suchanek

Christian Langer, Georg BĂźchner und Sigurd Abele

Bernhard Pokorny und Oliver Schnoor

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– Essenziell – HVB-Jahrestagung

Doping für den Geschäftsallta SO LÄSST SICH DIE JAHRESTAGUNG 2019 DES HVB AM GRUNDLSEE BESCHREIBEN. HIER EIN ÜBERBLICK ÜBER DIE STÄRKENDEN SUBSTANZEN Text: Christian Zillner

FOTO S:TO M L A M M/I K A RUS.C C (1),C H R I ST I N E ST RUZ (A L L E A N D E R E R N)

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igentlich komme ich aus der Telekombranche.“ Anton Nedoma blickt auf den im Regenlicht glitzernden Grundlsee hinaus, an dessen Ufer im Hotel Seeblick die heurige Jahrestagung des HVB stattfindet. Er ist zum zweiten Mal dabei. „Meine Frau Gabriela hat mehrere Bücher über Grüne Kosmetik geschrieben. Also Kosmetik, die nur aus Lebensmitteln und Kräutern besteht. Gerade war eines über das Naturwaschmittel Rosskastanie fertig, und so kamen wir zum Schluss, einen eigenen Verlag, Aesculus, zu gründen.“ Nedoma wusste nichts von den Feinheiten des Geschäfts, doch mittlerweile ist er im Bilde. Mit seiner Frau und einer Lektorin erledigt er in Wolkersdorf im Weinviertel die Verlagsarbeit. Nur einen österreichischen Auslieferer hat er bis dato nicht gefunden, ein deutscher macht das nun. Aber, wer weiß, vielleicht kommt er ja bei der Jahrestagung zu einem heimischen. Einer, der sich mit Auslieferungen auskennt, ja ihre Entwicklung in Österreich

mitbestimmt hat, wird dafür am ersten Abend der Jahrestagung geehrt: Gerald Schantin, ehemaliger Geschäftsfü er von Mohr Morawa (und ehemals auch Präsident des HVB), erhält aus den Händen von HVBPräsident Benedikt Föger die höchste Auszeichnung des Verbands, die „Verdienstmedaille für herausragende Verdienste um die österreichische Buchwirtschaft , verliehen. Der Schrift teller Alfred Komarek hält die Laudatio. Nach dieser Feier geht es zur Sache. Für ihn lassen sich Sachen und Sachverhalte in Zahlen darstellen, die einen Überblick geben: Konrad Pesendorfer ist Generaldirektor von Statistik Austria. Für die Tagung hat er Daten und Fakten über die Buchwirtschaft in Österreich mitgebracht: Demnach gibt es, die Zahlen stammen aus 2016, 332 Verleger, 421 Buchhändler und 850 Drucker im Land. Pesendorfer hat aber auch Zahlen über das hiesige Leseverhalten erhoben – selbst wenn sie nicht gerade erhebend sind: 46 Prozent der Menschen im Land lesen kein oder höchstens ein Buch pro Mo-

nat. 17 Prozent haben gravierende Probleme beim sinnerfassenden Lesen. Darunter sind, wenn zum Glück auch wenige, sogar Akademikerinnen und Akademiker (2,8 Prozent). Die Menschen in Österreich geben ihr Haushaltseinkommen primär für Wohnen aus, dann folgen Energie, Verkehr und Ernährung. Für Unterhaltungsliteratur werden monatlich 3,5 und für Sachbücher vier Euro aufgewendet. Mehr zu Pesendorfers Fakten lesen Sie im Kasten „Leseverhalten in Österreich“. Übrigens sollen 2080 zehn Millionen Menschen in Österreich leben, ein Drittel davon Zuwanderer. Sie werden wohl besondere Anstrengungen zur Förderung der Lesekompetenz brauchen. In Österreich nehmen sich dieser Aufgabe verschiedene Institutionen an, nicht zuletzt der HVB, wie sein Geschäftsfü er Gustav Soucek bei seiner Präsentation einer Machbarkeitsanalyse betont. Da im Kleinkindbereich bereits Förderaktionen laufenund man mit der neuen Initiative diese nicht konkurrieren möchte, lenkt Soucek »

Thomas Raab, Silke Seemann und Alexander Potyka

Markus Toyfl, Do othea Löcker, Doris Klinda, Arno Kleibel und Iris Blatterer

Gustav Soucek mit Alfred Komarek, der die Laudatio auf Gerald Schantin hielt

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HVB-Präsidium: Alexander Potyka, Helmut Zechner, Benedikt Föger und Franz Lintner

Karin Pfolz im Gespräch

Katja Wassermann, Bernhard Borovansky und Helmut Zechner

die Aufmerksamkeit auf Jugendliche. 61 Prozent der 15-jährigen Burschen empfinden beim Lesen keinerlei Vergnügen. Hier will die neue Initiative ansetzen: Männer müssen bearbeitet werden, damit sie Spaß am Lesen finden. Die Autorin Ursula Poznanski und die Verlegerin Karin Pfolz berichten, wie solche Aktionen in bestimmten Grenzen erfolgreich sein können. Poznanski verweist auf Harry Potter, sie selbst hatte mit einem Roman großen Erfolg bei Jugendlichen, der die virtuelle Welt der Computerspiele in eine literarische Gattung bringt. „Erebos“ erhielt unter anderem auch den Deutschen Jugendliteraturpreis. In ihren Folgeromanen versucht die Autorin technologische Entwicklungen und ihre Folgen für die Gesellschaft zu thematisieren. Karin Pfolz setzt an einem anderen Punkt menschlicher Erfahrung an: Sie ist

„In Österreich nehmen sich verschiedene Institutionen der Lesekompetenzfö derung an, nicht zuletzt der HVB“

nicht nur Verlegerin, sondern auch Sprecherin der Gewaltopfer. Immerhin ein Fünftel der Menschen in Österreich erlebt Gewalt in der Familie. Pfolz sieht in der Literatur eine Möglichkeit, dieses Trauma zu bearbeiten, gerade auch für Kinder. Sie engagiert sich in Kindergärten und Schulen, wobei sie bei sogenannten bildungsfernen Personen eine ernüchternde Entdeckung macht: Eltern halten Burschen Geld für Bücher vor, weil sie annehmen, dass sie diese dann eh nicht lesen. Lesefö derung der ganz anderen Art stellt dann Silvia Heinrich vor: Die Winzerin lässt Weine ihrer Marketingplattform „11 Frauen und ihre Weine“ verkosten. Man muss freilich nicht selber lesen, sondern kann fertige Produkte genießen. Das funktioniert so gut, dass eine erhebliche Menge Lesestoff auch an Bord der „Rudolf“ (früher „Gräfin

»

Gustav Soucek

FOTOS: CHRISTINE STRUZ0

– Essenziell – HVB-Jahrestagung

Leseverhalten in Österreich Der Generaldirektor von Statistik Austria, Konrad

über niedrige Lesekompetenz, bei AHS-/BHS-

schwächer als in den anderen OECD-Ländern.

Pesendorfer, hat bei der Jahrestagung umfangrei-

Absolventen sind es 4,7 Prozent. Bemerkenswert:

Besonders im Ausland geborene Personen

che Zahlen zum Buchkauf- und Leseverhalten der

Auch bei manchen Personen mit Hochschulab-

haben dabei größere Probleme. Auffallend ist

Österreicherinnen und Österreicher vorgestellt.

schluss (2,8 Prozent) lässt sich eine „niedrige

auch, dass weniger Personen in Österreich als

Hier Auszüge daraus (HVB-Mitglieder können die

Lesekompetenz“ feststellen.

im OECD-Schnitt eine sehr hohe Lesekompetenz

gesamten Daten beim Hauptverband anfordern).

L e s e k o m pe

B ü c h e r l e s e n : 18,7 Prozent der Menschen in Ös-

den 16- bis 65-Jährigen den höchsten Schnitt an

W e r h a t di e h ö c h s t e L e s e k o m p e t e n z ? Personen,

terreich nehmen jeden Tag ein Buch in die Hand,

Lesekompetenz, gefolgt von Finnland, den Nie-

die in den Bereichen Information und Kommuni-

hingegen 22,7 Prozent nie und 20,8 Prozent

derlanden und Australien. In Japan gibt es auch

kation, Finanz- und Versicherungsdienstleistung

weniger als einmal im Monat. Die Jüngsten (bis

kaum Personen mit „wenig“ Lesekompetenz. Die

sowie Wissenschaft, nterricht arbeiten. Nach

24) und die Ältesten (55 bis 65 Jahre) bilden die

schwächsten Leser sind Spanier und Italiener mit

unten stärker abfallend sind hier nur Menschen,

Gruppen der größten Buchverweigerer (46 und

einem besonders geringen Anteil von Personen

die in den Sektoren Landwirtschaft und ffent-

45,5 Prozent).

mit hoher und höchster Lesekompetenz. Öster-

liche Verwaltung tätig sind. Schwach sind vor

reich ist Durchschnitt.

allem Beschäftig e in Gastronomie sowie Land-

L e s e k o m pe

t e n z : Hier liegt Österreich im Durch-

t e n z i n t e r n a t i o n a l : Japan hat unter

t e n z i n t e r n a t i o n a l u n d j u n g : Die

aufweisen.

schnitt der OECD-Länder. Rund 17 Prozent der

L e s e k o m pe

Menschen verfü en über keine oder nur sehr

16- bis 24-Jährigen in Österreich liegen im OECD-

L e s e k o m pe

geringe Lesekompetenz. Deutlich ist die fallende

Durchschnitt. Japan, Finnland, die Niederlande

Studie 2015 liegen die Jugendlichen in Österreich

Lesekompetenz im Alter. Bei den bis zu 34-Jähri-

und Kroatien weisen eine überdurchschnittliche

nicht weit vom Durchschnitt (485 vs. 493 Punk-

gen fehlt sie rund zehn Prozent, bei den 35- bis

Lesekompetenz mit wenigen Nichtlesern auf.

te). Doch gegenüber den Spitzenreitern Kanada

54-Jährigen 15,8 Prozent und bei den 55- bis

Am leseschwächsten sind die Jungen in Italien,

und Finnland beträgt der Rückstand rund acht

65-Jährigen 24,8 Prozent.

Spanien und der Ukraine.

Prozent. Auch Deutschland und die Schweiz sind

L e s e k o m pe

t e n z u n d S c h u l b i l du

n g : 31 Prozent

der Absolventen von Pflich schulen verfü en

A n de

r e S pr a c h e n : In Österreich ist die Lesekom-

petenz in einer anderen als der Muttersprache

und Forstwirtschaft t e n z de

r 1 5 - J ä h r i g e n : Laut der PISA-

vor Österreich, wie auch zwei Drittel der übrigen Länder der Europäischen Union.

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– Essenziell – HVB-Jahrestagung

Alfred Komarek, Thomas Raab und Bettina Wagner im Gespräch

Andreas Gausterer mit Franz Lintner und Andreas Gruber

Benedikt Föger übergab Gerald Schantin die Verdienstmedaille

Kinsky“) mitgenommen wird, des Ausflug dampfers, der die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer eigens über den See führt. Dabei erklärt Hermann vom Grundlsee, wer in den verschiedenen Villen am Ufer residiert. Deutsches Unternehmertum, und Mateschitz ist ebenfalls dabei. Deutsche Gäste sind auch unter den Vortragenden: Ulrike Altig, deren Unternehmen media control auch HVB-Mitgliedern via Verband die genauesten Zahlen zum Buchgeschäft zur Verfügung stellt, beschreibt die Entwicklung der Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die aktuellen Zahlen finden Sie jeden Monat im anzeiger und neu jetzt auch auf einem eigenen Plakat für den Buchhandel Judith Hoffmann vom mediacampus frankfurt berichtet über neue Trends in der Arbeitswelt, über der die Digitalisierung wie

ein Damoklesschwert schwebt. Sie weist da- Podiumsdiskussionen um Druck und Ausrauf hin, dass Bedürfnisse uns Menschen lieferung anlässlich der KNV-Insolvenz in von Maschinen unterscheiden, die nur auf Deutschland ist ein Gast aus Deutschland Effizien aus sind. Daher sind die neuen beteiligt. Gerd Roberts von „Books on DeLern- und Arbeitswelten der Menschen von mand“ in Hamburg beschreibt die EntwickThemen wie Selbstbestimmung, Fünfta e- lung seines Metiers vom Billigdrucker zum woche, gemeinsame Rituale, Dezentralisie- Vollanbieter. Bei beiden Diskussionen steht rung und gemeinsames Lernen bestimmt. ein Elefant still und unsichtbar im Raum, Gerade die sogenannten Millennials zeigen der aber bald vom Geschäftsfü er des Hanbei ihrer Berufswahl ein hohes Gespür für delsverbands, Rainer Will, zum Trompeten ihre Work-Life-Balance und erwarten sich gebracht wird: Amazon. In einer fulminandafür erständnis bei Unternehmen. ten Präsentation zaubert Will die Zukunft Der Zukunftsanal st Reinhold Popp des stationären und des Onlinehandels aus erklärt das Wohnzimmer zur künfti en dem Beamer. Wenn auch Sie wissen wollen, Kulturstätte und Chancen und Problema- wo es mit dem Handel hingeht, empfehlen tik des „gläsernen Menschen“, hin und her wir, den Kasten „Onlinehandel“. Oder, da gerissen zwischen seinen Gewohnheiten, es um Bücherlesen geht, das Buch von Will, neuen, schneller verfügba en Möglichkeiten „Das Ende des Onlineshoppings“. Zumindest („Doping für den Alltag“) und seiner Sehn- der Titel ist ein wunderbares Versprechen sucht nach Entschleunigung. Auch bei den für jede tationäre Buchhandlung. «

Onlinehandel Der Handelsverband existiert seit 1921, zählt

(Alibaba, Samsung, Tencent etc.) mit 30 Prozent

der österreichischen Ausgaben im E-Commerce

mehr als 150 Mitglieder, mit etwa fünfzig Mill -

den Markt. Europa liegt bei drei und Afrika bei

gehen ins Ausland, das sind vier Mrd. Euro.

arden Umsatz pro Jahr (und erzielt damit rund

zwei Prozent.

Amazon hat allein 2018 zehn Milliarden Dollar

siebzig Prozent Marktabdeckung in Österreich).

2019 sind die Top fünf der Ma ktkapitalisierung

Gewinn gemacht und dafür in den USA auch

Er hat unter anderem den Lehrberuf „eCommer-

(in Mrd. Dollar): Apple (858), Microsoft 845,

noch Steuern rückvergütet bekommen. Der

ce-Kaufmann/-frau“ initiiert, kämpft für meh

Amazon (826), Google (722) und Tencent (423).

Handelsverband führt eine Besc werde gegen die

Fair Play im internationalen Onlinehandel, ist Be-

Zum Vergleich Red Bull: 27.

Bedingungen für heimische Händler am Amazon

schwerdefüh er im Ermittlungsverfahren gegen

Seit 2013 stieg der Umsatz im stationären Handel

Marketplace.

Amazon für einen airen Marktplatz und will mit

bis 2018 um 3,2 Prozent auf rund 71 Milliar-

der ersten freiwilligen Branchenselbstverpflic -

den Euro. Der Onlinehandel, momentan bei

D e r H a n de

tung des Lebensmittelhandels die Zusammenar-

8,8 Prozent Marktanteil, stieg 2018 um 11,2, der

w ill e in e n N e w D ig ita l D e a l:

beit mit der Landwirtschaft erbessern.

stationäre Handel nur um 1,4 Prozent. Zwischen

1. Versteuerung und digitale Verzollung

2006 und 2016 verschwanden in Österreich L a u t H a n de

ls v e r b a n d lie fe n im

n U S A 6 6 P r o z e n t de de

J u n i 2 0 1 8in

r W ir ts c h a ft ü b e r P la tt-

10.000 Geschäfte, derzeit sind es 3 .400. Die Top-fünf-Händler in Ö terreich sind Rewe, Spar,

fo r m e n w ie A m a z o n , F a c e b o o k , M ic r o s o ft,

Hofer, Lidl, Media Saturn.

A pl

Die 250 größten Onlineshops in Österreich

e e t c . I n E u r o p a s i n d e s dr e i P r o z e n t , i n

A f r i k a z w e i u n d i n A s i e n dr e i ß i g P r o z e n t .

ls v e r b a n d

ab dem ersten Cent 2. EU-weite Konditionen bei pauschaler Palettenverzollung 3. Online-Marktplätze bei MwSt zur Verantwortung ziehen

machten 2018 einen Umsatz von 2,7 Milliarden

4. eCommerce-Monopole gesetzlich verhindern

Euro (ohne Berücksichtigung von Marktplatz-

5. Strengere Zollkontrollen,

Laut Handelsverband sind Plattformen in der di-

Umsätzen). Die Top drei unter ihnen (Amazon,

gitalen Welt das erfolgreichste Geschäftsmodell.

Zalando, Universal) eine Milliarde. Bislang haben

Hier dominieren die USA (Amazon, Facebook,

schon 93 Prozent aller Onlineshopper in Öster-

Microsoft, Apple e c.) mit 66 Prozent und Asien

reich bei Amazon eingekauft. Sechzig rozent

um Produktfälschun en zu bekämpfen 6. Plattform-Haftung fü Verpackungsentpflichtun 7. Einführung der digitalen Betriebs tätte

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Es sind die ersten großen Ferien. Während die Zeit still zu stehen scheint, macht eine Siebenjährige tausend kleine Entdeckungen, hinter denen sich die Umrisse der rätselhaften Welt der Erwachsenen abzeichnen. Am Ende des langen Wartens steht die ersehnte Familienreise, die das Mädchen als eine andere antreten wird.


ALS DIE SOMMER NOCH ENDLOS WAREN: EIN BETÖRENDER KINDHEITSROMAN IN FUNKELNDEN SZENEN

Barbara Schwarcz SOMMERVERSCHWENDUNG Roman 216 Seiten, 11 x 19 cm gebunden mit Schutzumschlag und farbigem Vor- und Nachsatzpapier ISBN 978-3-7117-2083-2 € 22,WG 1112 Auslieferung: 15. Juli 2019 9 783711 720832

Auch als E-Book erhältlich

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Picus 1


– Schwerpunkt – Literatur & Sachbuch im Herbst

Besser durch den Herbst mit Büchern und Cannabinoiden Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind Themen, die momentan die Welt beschäftigen und Neuerscheinungen von Roman bis Ratgeber bestimmen Text: Teresa Preis

Die Herbstprogramme der Verlage sind fertig. Wer mit gedruckten Verlagsvorschauen arbeitet, kann beobachten, wie sie in ihrer Gesamtheit enorme Höhen erreichen. Wir sind raufgeklettert, um die ganz besonderen Titel zu finden.

Wie die Trendpflanze anf bei Schmerzen und Krankheiten helfen kann

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Nach seinem Welterfolg „Underground Railroad“ erscheint von Colson Whitehead ein neuer Roman: „ D i e N i c k e l B o y s “ (Hanser). Der sechzehnjährige Elwood lebt Anfang der 1960er-Jahre mit seiner Großmutter im Schwarzen-Ghetto von Tallahassee, ist ein Bewunderer von Martin Luther King und schafft es ans College. Durch einen Zufall gerät Elwood jedoch in ein gestohlenes Auto und kommt ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy. Hier werden die jungen Insassen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Die Handlung basiert auf der Geschichte der „Nickel Boys“, der Roman ist ein Schrei gegen Ungerechtigkeit. In „ D i e T a u b e n v o n B r ü n n “ (Deuticke) erzählt Bettina Balàka die Geschichte des berüchtigten Wiener „Lotteriebarons“ Johann Karl von Sothen. Er stiehlt im Jahr 1840 den gewinnbringenden Lottoschein seines Tauben züchtenden Nachbarn Wenzel Hüttler und legt so den Grundstein für sein Vermögen. Nach dem Tod des Nachbarn spannt Sothen die Tochter des Taubenzüchters beim Betrug der Lotterie ein. Zwar wird Sothen auf diese Weise unermesslich reich und in den Adelsstand erhoben. Doch dann kommt auch für ihn der Zahltag.

FOTO: ISTOCK

Die neuen Romane: Von Tallahassee über Brünn nach Bukarest und New Jersey

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– Schwerpunkt – Literatur & Sachbuch im Herbst

Der preisgekrönte rumänische Autor Mircea Cărtărescu hat mit „ S o l e n o i d“ (Zsolnay) einen weiteren monumentalen Roman geschaffen. Eigentlich will der Held des Buchs Schrift teller werden. Doch reicht es nur zum Lehrer in der Vorstadt von Bukarest. Als der namenlose Erzähler ein Haus in Form eines Schiffs kauft, gerät er in den Bannkreis des Solenoids, einer Art riesiger Magnetspule, die sich unterhalb des Kellers befindet. Sie hebt alles in die Höhe, was in ihr Umfeld gerät – Menschen, Dinge und sogar die Wirklichkeit selbst. In „ E i n H u m m e r l e b e n “ (Kiepenheuer & Witsch) setzt der norwegische Autor Erik Fosnes Hansen den 13-jährigen Sedd in ein norwegisches Berghotel zu seinen Großeltern, bei denen er aufwächst. Die Erziehung der Großeltern ist streng, aber liebevoll, die Mutter verschollen, und über den Vater weiß Sedd nicht viel. Der Junge soll später das Ho-

tel übernehmen und wird auf diese Rolle vorbereitet, als Laufbu sche, Küchenjunge und Tourenbetreuer. Zufluch sort ist für ihn die Großküche des Hotels, in der ein ehemaliger Seefahrer namens Jim arbeitet. Er wird für den Buben Vater, Mutter und Freund zugleich. Als jedoch ein Bankdirektor bei einem Essen stirbt, zeigen sich Risse in der vermeintlichen Idylle. In „ L a u f e n “ (Kiepenheuer&Witsch) von der deutschen Schrift tellerin Isabel Bogdan wird die titelgebende Tätigkeit zum Vehikel der Rückeroberung des eigenen Lebens. Die Ich-Erzählerin wurde nach einem erschütternden Verlust aus der Bahn geworfen und beginnt zu laufen. Nach und nach erfährt man in diesem durchgehenden inneren Monolog, warum für sie das Laufen ein existenzielles Bedürfnis ist. Mit großem Einfü lungsvermögen erzählt Bogdan den Weg einer Frau, die nach langer Zeit der Trauer wieder Mut fasst und so ihren Lebenshunger und Humor zurückgewinnt. »

DEM CHARME KROATIENS ERLIEGEN

www.kunth-verlag.de

Reise nach Kroatien 192 Seiten gebunden ISBN 978-3-95504-774-0 € 20,60 [A] anzeiger / 1 7

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– Schwerpunkt – Literatur & Sachbuch im Herbst

» Hartmut Trössner, der Held von Burkhard Spinnens „Rückwind“ (Schöfflin & Co), ist eigentlich ein Glückskind des Zeitgeists. Erfolgreicher Chef eines Windenergieunternehmens, Ehemann einer populären Schauspielerin, Vater eines kleinen Sohnes. Doch im April 2018 verliert Trössner alles: Unternehmen, Frau, Kind und Haus. Er verbringt die kommenden Monate in einer Klinik, macht sich Ende August mit dem Zug auf nach Berlin. Während dieser Fahrt erzählt er einer jungen Frau in mehreren Stationen sein Leben. Immer der Frage folgend: Warum musste alles so kommen? Drei Männer treffen in Joshua Cohens „Auftrag für Moving Kings“ (Schöfflin & Co) aufeinander. Einer ist David King, der sich in New York und New Jersey um Lagerung und Logistik kümmert sowie die Scherben seiner Ehe aufräumt. Dazu kommt sein israelischer Neffe Yoav, der seinen Militärdienst hinter sich hat und nun den obligatorischen Auslandsaufenthalt als Kistenschlepper bei seinem Onkel verbringt. Der dritte ist Luter, der die Hypothek für sein Haus nicht mehr bezahlen kann. Eigentlich sollen David und Yoav das Haus räumen. Doch stattdessen endet alles in einem Desaster.

Nach seinem Welterfolg „Tiere essen“ legt Jonathan Safran Foer mit „Wir sind das Wetter! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können“ (Kiepenheuer & Witsch) einen neuen Bestseller mit Anspruch vor. Obwohl viele das Klima retten wollen, tun sie sich doch schwer mit konkreten Lösungsansätzen. Zu abstrakt scheint das Thema. Doch Foer zeigt eine Herangehensweise, die niemandem zu viel abverlangt, aber extrem wirkungsvoll ist: Tierische Produkte nur einmal täglich zur Hauptmahlzeit. Schließlich wird sich der Klimawandel nicht aufhal en lassen, ohne einem der größten CO2- und MethangasProduzenten zu Leibe zu rücken: der Massentierhaltung. Auch Naomi Klein widmet sich in „Green New Deal“ (Hoffman & Campe) dem Klimawandel. Die bekannte Umweltaktivistin zeigt angesichts der unverminderten Zerstörung unserer Umwelt und laxer Gesetze, warum die Vision einer grünen Zukunft nicht nur nötig, sondern unumgänglich ist. Klein behauptet, dass individuelle Kaufentscheidungen nichts mehr ändern werden, sondern nur ein breites politisches und gesellschaftl ches Bündnis die Bedrohung abwenden kann. Wie

Die Folgen des Klimawandels – und was man dagegen tun kann

FOTO: ISTOCK

Sachbuch-Entdeckungen: Klimawandel, digitale Welt und rebellische Künstlerinnen

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– Schwerpunkt – Literatur & Sachbuch im Herbst

Der Volkswirtschaftler Thomas Straubhaar argumentiert in „Die Stunde der Optimisten. So funktioniert die Wirtschaft der Zukunft“ (Edition Körber), dass das alte Credo „Mehr Wohlstand für alle“ nach wie vor möglich ist. Schließlich hat sich die ökonomische Lage der Menschen in den letzten Jahrhunderten alles in allem massiv verbessert, Lebenserwartung und -standard sind gestiegen. Um diesen Zustand aufrechtzuerhalten, argumentiert Straubhaar, bedarf es neuer Perspektiven, zu denen auch eine Rückkehr der Verteilungspolitik gehört. Nur so lässt sich Wohlstand auch in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung aufrechterhalten. Der Autor und Kolumnist Jens Balzer widmet sich in „Pop und Populismus. Über Verantwortung in der Musik“ (Edition Körber) dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch des Pop und der künstlerischen Freiheit, die er braucht. Balzer beobachtet, dass der Ton nicht nur in der politischen Debatte, sondern auch »

dieses genau aussehen könnte, erklärt sie im „Green New Deal“. Der italienische Schrift teller und Journalist Alessandro Baricco erzählt in seinem neuen Werk „The Game. Topographie unserer digitalen Welt“ (Hoffmann & Campe) von einer heiter-essayistische Reise durch das digitale Leben. Schon längst ist der ständige Wechsel zwischen Web und Welt für viele zur Normalität geworden – so nutzen die meisten von uns täglich Apps. Baricco lädt dazu ein, ungezwungen über die eigene Verwicklung mit der digitalen Welt und ihre Entwicklungen nachzudenken. Mit „Nonstop Metropolis. Ein Atlas in Worten“ (Hoffmann & Campe) legt die amerikanische Denkerin Rebecca Solnit einen Sammelband aus rund zwanzig Essays vor, die sich den amerikanischen Metropolen New York, San Francisco und New Orleans widmen. Die Texte erzählen kenntnisreich und spannend von dem kulturellen Reichtum der drei Städte und zeigen dabei, was den Reiz der Großstadt ausmacht.

Hier ist die Literatur!

Roman 400 Seiten. Gebunden. € 24,70 [A] ISBN 978-3-89561-049-3

Roman 288 Seiten. Gebunden. € 24,70 [A] ISBN 978-3-89561-628-0

Roman 448 Seiten. Gebunden. € 26,80 [A] ISBN 978-3-89561-398-2

Essay 232 Seiten. Gebunden. € 20,60 [A] ISBN: 978-3-89561-282-4

Erscheint am 30. Juli 2019

Erscheint am 30. Juli 2019

Erscheint am 27. August 2019

Erscheint am 27. August 2019

»Bücher von Burkhard Spinnen garantieren glückliche Leser.«

»Ein packend und mit leidenschaftlichem Witz erzählter Roman.«

Ruth Tannenbaum ist Jergovićs international erfolgreichster Roman.

Margit Schreiner zeigt ihren unverwechselbaren Blick auf unsere Welt.

Der Tagesspiegel

The New Yorker

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AM ANF BEGIN

I

n der Quantenphysik ist er eine Feinstrukturkonstante. In der Astronomie wiederum zumeist der am hellsten selbständig leuchtende Himmelskörper eines Sternenbildes. In der österreichischen Kunst- und Kulturszene aber steht der erste Buchstabe des griechischen Alphabets für etwas Anderes. Seit mittlerweile 10 Jahren nämlich für einen nachhaltigen Literaturpreis. Nachhaltig insofern, als dass der Literaturpreis Alpha an Autorinnen und Autoren mit Österreich-Bezug vergeben wird, die noch am Anfang ihrer literarischen Karrieren stehen. „Alpha steht jedoch nicht nur für Anfang, sondern umgangssprachlich auch für das ‚Höchste‘ oder ‚Beste‘“, führt Christian Jahl, Mitinitiator des Alpha und Leiter der Hauptbüchereien Wien, aus. „Einen passenderen ‚verbalen Zugriffsindex‘ – oder vereinfacht ausgedrückt ‚Namen‘ – hätte man also vor 10 Jahren gar nicht finden können.“ Tatsächlich feiert der von Casinos Austria, in Kooperation mit den Büchereien Wien, ins Leben gerufene Preis für österreichische „Nachwuchsliteratur“ heuer sein 10-jähriges Jubiläum. Doch alles der Reihe nach.

ETAPPENSIEG „Der Alpha war eine besonders wichtige Etappe, er hat mir sehr geholfen“, so Thomas Stangl.

Stangl ging 2010 als Premierensieger und mit der Alpha Trophäe in Händen von der großen Bühne. „Seither habe ich zwei weitere Romane, zwei Essaybänder und kürzlich einen Erzählband veröffentlicht.“ Zudem erhielt der gebürtige Wiener nach seinem Erfolg unter anderem ein Robert-Musil-Stipendium und mehrere weitere Auszeichnungen. Damals noch hatte der Schriftsteller und Autor Josef Haslinger den Juryvorsitz inne, 2014 übernahm mit Paulus Hochgatterer ein weiterer Erfolgsautor die Leitung der Fachjury, der aktuell auch Musiker und Schriftsteller Ernst Molden, „Profil“-Kulturredakteurin Karin Cerny und Christian Jahl angehören. Und um den eingangs erwähnten Terminus aus der Quantenphysik nochmals in Teilen zu strapazieren: Jahl ist überhaupt so etwas wie die große Konstante des Alpha. Seit Beginn im Jahr 2010 ist er nicht nur Mitglied der Fachjury, ebenso leitet er seit der Premiere die Alpha Vorjury. Jenes Auswahlgremium, das im Schnitt aus 60 bis 100 jährlich eingereichten Büchern eine aus neun Werken bestehende Shortlist erstellt. Und aus dieser schlussendlich drei Finalistinnen bzw. Finalisten – durch zuvor genannte Fachjury – für das große Finale ausgewählt werden. Klingt komplex, muss es auch sein. Denn schließlich steht der Alpha für höchste literarische Qualität. Quali-

tät, die die österreichische Literaturszene ohne Zweifel vermag zu liefern.

IN FRAUENHAND Zurück zu den Gewinnerinnen. Und wenn man so will zu einer weiteren Konstante. Denn: Am Beginn dieses Absatzes wurden die Herren nicht vergessen. Nach Thomas Stangl gewannen ausschließlich Schriftstellerinnen die begehrte Auszeichnung. So z.B. Milena Michiko Flasar im Jahr 2012. „Gerade am Anfang meiner Karriere war der Gewinn des Alpha ungeheuer motivierend und half mir zudem finanziell ein wenig Boden unter den Füßen zu gewinnen“, erinnert sich die japanisch-österreichische Schriftstellerin. „Denn häufig wird übersehen, dass künstlerische Arbeit über lange Strecken unentlohnt bleibt. Da braucht es Stipendien, Wettbewerbe und Preise um als Künstler arbeiten zu können.“ Seit dem Alpha wurde dieser Umstand für sie Realität. Und weitere Prämierungen folgten: Erst 2018 wurde Flasar mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ausgezeichnet, zudem schaffte sie es mit einem Roman auf die Shortlist des Österreichischen Buchpreises. Andere Person, ähnliche Erfolgsgeschichte. Maria Luise Lehner konnte den Alpha Literaturpreis im Jahr 2017 für sich entscheiden. Und auch hier sorgte der Alpha für finanzielle Stabili-


DIE BISHERIGEN ALPHA GEWINNERINNEN

NFANG GINNEN

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

Thomas Stangl „Was kommt“ Ann-Elisabeth Mayer „Fliegengewicht“ Milena Michiko Flasar „Ich nannte ihn Krawatte“ Marjana Gaponenko „Wer ist Martha?“ Eva Menasse „Quasikristalle“ Karin Peschka „Watschenmann“ Barbi Markovic „Superheldinnen“ Marie Luise Lehner „Fliegenpilze aus Kork“ Iris Wolff „So tun, als ob es regnet“

Vorjahresgewinnerin Iris Wolff bei ihrer Lesung im Rahmen der Alpha Literaturgala.

tät in der Frühphase der Karriere, brachte dank großer öffentlicher Aufmerksamkeit die österreichische Autorin im Literaturbetrieb weiter. „Seither erhielt ich zwei Kunstförderstipendien, einen weiteren Literaturpreis und konnte einen zweiten Roman publizieren.“

© Edge Project, MA 13/Büchereien Wien, Mike Ranz

WARTEN AUF OKTOBER „Von Anfang an in Kooperation mit den Büchereien Wien vergeben, liest sich unsere Liste an Preisträgern wie ein Who-is-who jener Schriftstellertalente, die in den letzten Jahren die österreichische Literaturlandschaft in ganz besonderem Maß geprägt haben. Mit großem Stolz freuen wir uns darum auf die diesjährige Ausgabe.“ – Prof. Mag. Dietmar Hoscher, Alpha Initiator und Generalbevollmächtigter Casinos Austria. Auch heuer findet die große Preisverleihung im Rahmen einer festlichen Abendgala im Studio 44 statt. Dann, am 30 Oktober, wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Vorjahresgewinnerin Iris Wolff gekürt. Und auch wenn man jetzt noch nicht weiß, wer am Ende triumphieren wird – eines darf bereits festgehalten werden: Auch 2019 wird der Literaturpreis Alpha ein literarisches „Nachwuchstalent“ beim Start in eine erfolgreiche künstlerische Zukunft unterstützen. Ziemlich konstant eben.

„Daraus können wir lernen“ 10 Jahre Literaturpreis Alpha. Gab es in den vergangenen Jahren ein spezielles Highlight? Das würde ich so nicht sagen, jedes Jahr hat ein Highlight: die Literaturgala von Casinos Austria, bei der der Alpha überreicht wird. Ich selbst habe dann meine Arbeit für den Alpha erledigt. Man freut sich mich mit der Siegerin/dem Sieger mit und hofft, dass die beiden anderen Menschen im Finale nicht zu sehr traurig sind. Mir sind dabei sehr viele, sehr gute Bücher in den letzten 10 Jahren in Erinnerung geblieben. Auch welche, die es nicht auf die Shortlist geschafft haben. Und das ist die große Bereicherung, die ich durch den Alpha selbst habe: die Begegnung mit vielen interessanten Autorinnen und Autoren und deren Werken. Auf der Suche nach dem gewissen Etwas: Gibt es – rückblickend betrachtet – eine Gemeinsamkeit zwischen allen Siegerwerken? Ja, die gibt es: All diese Werke haben uns etwas über die Menschen oder die Gesellschaft zu sagen, aus dem wir auch lernen können, wenn wir möchten.

Wie beurteilen Sie die aktuelle österreichische Literaturszene? Das Faszinierende für mich an der österreichischen Literaturszene hat auch mit den Intentionen des Alpha zu tun – es kommt immer etwas nach, es tauchen immer neue Autorinnen und Autoren auf, die etwas zu sagen haben, die uns mit ihren Büchern begeistern. Dazu braucht es auch eine vitale Verlagslandschaft, die bereit ist, mit neuen Autoren und Autorinnen auch ein Risiko einzugehen und dafür ist den Verlagen nicht genug zu danken. Fein wäre, wenn auch das Feuilleton einer breiteren Zahl an jungen Autorinnen und Autoren eine Bühne geben würde. Da passiert es oft, dass über wenige Autorinnen und Autorinnen viel geschrieben wird, von anderen, die es ebenso verdient hätten, gar nichts.

Christian Jahl Jurymitglied und Leiter der Haupt­ bücherei Wien.


– Schwerpunkt – Literatur & Sachbuch im Herbst

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in der Musik rauer geworden ist. Trotzdem lebt Pop von Provokation und kann nicht in die Pflicht für eine gerechte, gleiche und tolerante Gesellschaft enommen werden. Über 15 Frauen aus aller Welt widmet sich Kari Herbert in „Rebel Artists. 15 Malerinnen, die es der Welt gezeigt haben“ (C.H. Beck). Sie alle verschaffte sich als Künstlerinnen Respekt. Sei es Frida Kahlo oder Emily Kame Kngwarreye, die erst mit achtzig Jahren anfing, unermüdlich zu malen, um mit über 3.000 Bildern zur berühmtesten Aborigines-Künstlerin zu werden. Alle porträtierten Künstlerinnen haben es trotz widriger Umstände geschafft sich neugierig und klug, furchtlos und beharrlich mit ihrer Kunst durchzusetzen und auch weit über ihren Kulturkreis hinaus Ruhm und Anerkennung zu erlangen.

Erfahrung sein kann. In „Brain Rules fürs Älterwerden. Lebensfroh, vital und geistig fit bleiben“ (hogrefe) erklärt er dabei, wie sich die Abnutzungserscheinungen des Alterns verringern und die Gedächtnisleistung in jeder Lebensphase steigern lässt. So zeigt Medina zum Beispiel, warum man länger lebt, wenn man mehrere Stunden pro Tag ein Buch liest.

Rückkehr zur Natur: mit Hausmitteln und Achtsamkeit zu Ruhe und Gesundheit Das Thema Achtsamkeit bleibt auch im Herbst aktuell: Majda Moser zeigt in „Angst? Mit Achtsamkeit zu neuem Mut“ (maudrich), wie man so zu neuem Mut, Stärke und mehr Lebensfreude findet. Denn Angst kann uns überall begegnen – in Alltag, bei der Arbeit oder in Beziehungen. Moser bestärkt die Leserinnen und Leser, der Angst ins Gesicht zu sehen und mit leicht umsetzbaren Übungen ein besseres Leben zu füh en. In der Reihe maudrich Naturapotheke beschäftigt sich Eva Fauma mit dem guten Schlaf. „Entspannt & ausgeschlafen. Hausmittel für innere Ruhe“ stellt natürliche Wege und Hausmittel für Entspannung und erholsamen Schlaf vor. Negativen Folgen von Stress wie Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Nervosität oder Ängsten wird damit entgegengewirkt. Zahlreiche bewährte Rezepte und Soforthilfetipps für den Alltag machen das Buch zu einem praktischen Nachschlagewerk. Es müssen nicht immer gleich Pillen sein. Auch die Ärztin und Moderatorin Christine Reiler widmet sich bewährten Hausmitteln, die man einfach selbst pflanzen kann. Für „Meine besten Hausmittel aus Küche und Garten“ (Kneipp Verlag) nimmt sich Reiler uraltes Wissen vor und zeigt anhand von vierzig alltäglichen Krankheiten und Beschwerden, welche Kräuter und Mittel ohne Nebenwirkungen akut und langfristig helfen. Gleichzeitig weiß die Allgemeinmedizinerin, wo auch Selbstbehandlung an ihre Grenzen stößt. Um die Wirksamkeiten der Trendpflanze Hanf geht es in „Die Hanf-Medizin. Wie Hanf bei Schmerzen, Rheuma, Krebs und Stress hilft“ (Kneipp Verlag). Die Wissenschaftlerin und Direktorin des Internationalen Instituts für Cannabinoide Tanja Bagar teilt ihre Faszination mit dem Thema. Cannabinoide sind jene Stoffe, die für die medizinische Wirksamkeit der Hanfpfla ze verantwortlich sind. Die gleichen Stoffe spielen auch in unserem Nervensystem eine Rolle, daher kommt die heilende Wirkung. Bagar zeigt aktuelle Forschungsergebnisse und Erfolgsgeschichten, wie Hanf bei chronischen Schmerzen, aber auch Krebs, Rheuma oder Stress helfen kann. «

Bücherlesen hält im Alter fit außerdem Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Lebe Österreichs füh ender Markenpositionierungsexperte Michael Brandtner erklärt in „Markenpositionierung im 21. Jahrhundert“ (Linde Verlag), wie Marken und damit auch Unternehmen verhindern können, sich weit unter ihrem Wert zu verkaufen. Dabei zeigt Brandtner anhand von Praxisbeispielen, wie man in einem von der Globalisierung und Digitalisierung getriebenen Wettbewerbsumfeld die eigene Marke optimal positioniert. Das Thema ökologisches Investieren beschäftigt immer mehr Menschen. Wolfgang Pinner legt mit „Nachhaltiges Investieren. Konkrete Themen und ihre Bewertung“ (Linde Verlag) ein Nachschlagewerk vor, dessen Text in Form von Frage und Antwort formuliert und damit locker und leicht verständlich ist. Pinner erklärt in seinem Buch detailliert sinnvolle Vorgehensweisen und zeigt die Themenbereiche auf, die für eine nachhaltige Geldanlage aktuell relevant sind. Annelen Collatz und Karin Gudat haben mit „Lebensbalance finden. Wege zu mehr Zufriedenheit in Beruf und Privatleben“ (hogrefe) den Anspruch, ihren Leserinnen und Lesern Wege aufzuzeigen, um in Form eines Selbst-Coachings zu mehr Zufriedenheit im Beruf und im Privatleben zu gelangen und auch langfristig gesund zu bleiben. Das Buch konzentriert sich auf die Bereiche Werte und Ziele, berufliche Zufriedenheit und Belastungen, soziale Beziehungen, körperliche Gesundheit und Umgang mit Stress, Emotionen sowie Persönlichkeitseigenschaften. Übungen unterstützen dabei, die eigenen Erfahrungen zu reflektie en. John Medina hat sich auf die Fahnen geschrieben zu erklären, warum das Altern eine erfüllende

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Aktuelle Highlights Ross W. Greene

Laura Martignon / Ulrich Hoffrage

Verloren in der Schule

Wer wagt, gewinnt?

Wie wir herausfordernden Kindern helfen können

Wie Sie die Risikokompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern können

Übersetzt von Karin Beifuss / Angelika Pfaller. 2., überarb. Aufl. 2019. 368 S., Kt € 29,95 / CHF 39.90 ISBN 978-3-456-85980-4 Auch als eBook erhältlich

Strafarbeiten, Nachsitzen, Verweise – die üblichen Strategien zur Disziplinierung von schwierigen Kindern und Jugendlichen in unseren Schulen haben ein zentrales Manko: Sie funktionieren nicht. Ross W. Greene zeigt Eltern und Lehrern einen praktischen und einleuchtenden Weg, wie sie konstruktiv mit herausforderndem Verhalten umgehen können – bevor Kinder durchs Raster fallen.

Kinder und Jugendliche sollten früh lernen, Risiken einzuschätzen und zu vergleichen. Doch wie nehmen sie Risiken wahr? Und mit welchen Instrumenten können Eltern und Lehrer die Risikokompetenz bei Kindern und Jugendlichen fördern? Die Autoren stellen den theoretischen Hintergrund und die praktischen Hilfsmittel für eine gelingende Förderung der Risikokompetenz zur Verfügung.

Ruth Huggenberger

Maja Storch / Johannes Storch

ADHS in der Familie

Schluss mit dem Hintenrumgerede!

Strategien für den Alltag Bearbeitet von Angelika Pfaller. 2019. 256 S., 18 Abb., 11 Tab., € 24,95 / CHF 32.50 ISBN 978-3-456-85798-5 Auch als eBook erhältlich

Die Autorin zeigt, wie sich die Störung vom Vorschulalter bis ins Erwachsenenalter auswirken kann und gibt praktische Tipps, welche Strategien in der Erziehung und im Alltag erfolgreich sein können. Ihr Ziel ist unter anderem, dass der familiäre Alltag nicht mehr durch die defizitorientierten Symptome der ADHS-Betroffenen dominiert wird, sondern sich auch die erfreulichen Eigenschaften und Charakterzüge von Betroffenen entfalten können.

www.hogrefe.com

2019. 224 S., 65 Abb., 9 Tab., Kt € 24,95 / CHF 32.50 ISBN 978-3-456-85726-8 Auch als eBook erhältlich

Die 15-Minuten-Wurmkur für ehrliche Kommunikation 2019. 88 S., Kt Kleinformat € 9,95 / CHF 13.50 ISBN 978-3-456-85957-6 Auch als eBook erhältlich

Jeder kennt „Hintenrumgerede“ – ein besonders am Arbeitsplatz vorkommendes und nur allzu menschliches Alltagsphänomen. Anhand von Beispielen aus Arbeitsleben und Alltag erklären die Autoren mögliche Gründe für diese „Hintenrum-Kultur“ und bieten auf vergnügliche Art und Weise Lösungsvorschläge für eine bessere Kommunikation und ein harmonisches Miteinander an.


– Bestseller Mai 2019 –

Empfehlungen Die Siebzigerjahre im Sommer Eine Kindheit in den 1970ern voller Wunder und Wunderlichkeiten in der Welt eines siebenjährigen Mädchens, das erwartungsvoll dem Leben entgegengeht. „Sommerverschwendung“ – Barbara Schwarcz. Picus

Gegen das Regime Wien, 1936. Während Oberst Bronstein einen Mord aufklä en will, wird er als vermeintliches „Publikum“ zum Politprozess gegen füh ende Oppositionelle abkommandiert. „Bronstein“ – Andreas Pittler. Gmeiner

Katastrophen vorprogrammiert Wieder geschehen die seltsamsten und urkomischsten Dinge: eine neue strenge Vertretungslehrerin, das erste Musikfestival der Stadt und eine besondere Schulaufführung „Tom Gates. Band 15“ – Liz Pichon. Egmont

Mit Astronomie flirten Man kann auch mit der Astronomie flir en – und dabei versuchen, das Universum zu verstehen, Zusammenhänge zu begreifen, sich wundern, staunen und dabei Spaß haben. „Flirten mit den Sternen“ – Werner Gruber. Ecowin

Bestseller Mai 2019 Belletristik Hardcover

Belletristik Taschenbuch

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DONNA LEON Ein Sohn ist uns gegeben NEU Diogenes € 24,70 MARTIN WALKER Menu surprise 9 Diogenes € 24,70

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E L JAMES The Mister Goldmann € 15,50 JOJO MOYES Nächte, in denen Sturm aufzieht Rowohlt TB € 17,50 BEATE MAXIAN Mord im Hotel Sacher Goldmann € 10,30

VEIT HEINICHEN Borderless NEU Piper Paperback € 17,50 VEA KAISER Rückwärtswalzer 1 Kiepenheuer & Witsch € 22,70 BARBARA FRISCHMUTH Verschüttete Milch 3 Aufb u-Verlag € 22,00

VINCENT KLIESCH Auris NEU Droemer Taschenbuch

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FERDINAND SCHIRACH Der Fall Collini – Filmausgabe btb € 10,30

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HERBERT DUTZLER Letzter Stollen Haymon Verlag € 13,40

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GERHARD ROTH Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier NEU S.Fischer € 25,70

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€ 13,40

ALEX MICHAELIDES Die stumme Patientin NEU Droemer HC € 15,50

JOJO MOYES Mein Herz in zwei Welten NEU Rowohlt TB € 12,40

8

SIMON BECKETT Die ewigen Toten Wunderlich € 23,60

8

ANNA TODD After tr th Heyne € 13,40

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MARC ELSBERG GIER – Wie weit würdest du gehen? Blanvalet € 24,70

9

DANIEL KEHLMANN Tyll Rowohlt TB € 12,40

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MARC ELSBERG 10 BLACKOUT – Morgen ist es zu spät

Kinderbuch

Belletristik E-Book

TOMMY JAUD Der Löwe büllt NEU Fischer Scherz € 17,50

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JEFF KINNEY Ruperts Tagebuch – Zu nett für diese elt! Baumhaus Verlag € 15,50 LIZ PICHON Tom Gates Egmont Schneiderbuch € 12,40

JEFF KINNEY Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt! 2 Baumhaus Verlag € 15,50 MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch Überreuter 5 Kinder- und Jugendbuch € 13,40 J.K. ROWLING Harry Potter und der Stein der Weisen (Harry 11 Potter 1) Carlsen € 9,30 MARGIT AUER Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien 4: Helene NEU und Karajan Carlsen € 12,40 MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch 2 Überreuter 8 Kinder- und Jugendbuch € 13,40 JEFF KINNEY Gregs Tagebuch 12 – U nd tschüss! 17 Baumhaus Verlag € 15,50 ALICE PANTERMÜLLER Mein Lotta-Leben / Mein Lotta-Leben (15). 6 Wer den Wal hat Arena € 10,30 J.K. ROWLING Harry Potter und der Stein der Weisen (Harry 12 Potter 1) Carlsen € 17,50

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€ 11,30

E L JAMES The Mister Goldmann € 12,99

2

VINCENT KLIESCH Auris NEU Droemer eBook € 9,99

3

LOUISE BAY British Knight NEU Lyx.digital € 9,99

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Blanvalet

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MICHAEL ROBOTHAM Die andere Frau Goldmann € 9,99

ALEX MICHAELIDES Die stumme Patientin NEU Droemer eBook € 12,99

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ROMY HAUSMANN Liebes Kind DTV Verlagsgesellschaft

€ 14,99

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SOPHIE BONNET Provenzalischer Rosenkrieg NEU Blanvalet € 12,99

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PIERRE MARTIN Madame le Commissaire und der tote Liebhaber Knaur eBook € 9,99

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JOJO MOYES Nächte, in denen Sturm aufzieht Rowohlt TB € 14,99 BEATE MAXIAN Mord im Hotel Sacher Goldmann € 8,99

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Im Auft ag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control das gesamte Bestseller-Portfolio. Mit den Bestsellerlisten werden auf dem Absatzweg Sortimentsbuchhandel und E-Commerce,

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Bahnh


mmerce,

Für den Buchhandel

Sachbuch Hardcover

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REINHOLD MITTERLEHNER Haltung Ecowin € 24,00 YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit Pantheon € 15,50

Sachbuch Taschenbuch

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THUNBERG, THUNBERG, ERNMAN, ERNMAN Szenen aus dem Herzen NEU S. Fischer € 18,50

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MANUELA MACEDONIA Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke Brandstätter Verlag € 22,00

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ANDREAS SCHWARZ, MARTHA BRINEK Gusto auf Grado Amalthea Signum € 25,00 MICHELLE OBAMA Becoming Goldmann € 26,80

9

BAS KAST Der Ernährungskompass 2 C. Bertelsmann € 20,60 STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen 4 Klett-Cotta € 20,60 WERNER GRUBER Flirten mit den Sternen NEU Ecowin € 24,00 YUVAL NOAH HARARI 21 L ektionen für das 21. ahrhundert 20 C.H.Beck € 25,70

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Sachbuch E-Book

Empfehlungen

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JOHN STRELECKY Das Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 9,20 JOHN STRELECKY The Big Five for Life DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 YUVAL NOAH HARARI Homo Deus C.H. Beck € 15,40 PETRA BRACHT, ROLAND LIEBSCHER-BRACHT Die Arthrose-Lüge Goldmann € 14,40 JOHN STRELECKY Wiedersehen im Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 MARIE KONDO Magic Cleaning Rowohlt TB € 10,30 SENNA GAMMOUR Liebeskummer ist ein Arschloch Ullstein Taschenbuch Verlag € 12,40 VIKTOR E. FRANKL ... trotzdem Ja zum Leben sagen PenguinB € 10,30 ALEX WU Wie der Körper sich selbst heilt Knaur MensSana TB € 13,40 MICHAEL KÖHLMEIER Erwarten Sie nicht, dass ich mich dumm stelle DTV Verlagsgesellschaft € 8,30

Ratgeber Hardcover

1

REINHOLD MITTERLEHNER Haltung Ecowin € 18,99

ANTHONY WILLIAM Heile deine Leber NEU Arkana € 25,70

2

MICHELLE OBAMA Becoming Goldmann € 14,99

2

P. A. STRAUBINGER, M. FENSL, N. KARRÉ Der Jungbrunnen-Effekt Kneipp Verlag (Styria) € 22,00

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YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit Pantheon € 13,99

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finde Kailash / Sphinx € 11,99

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YUVAL NOAH HARARI 21 L ektionen für das 21. ahrhundert C.H.Beck € 19,99

PAMELA REIF You Deserve This NEU Community Editions € 20,60 JEANNINE MIK, SANDRA TEML-JETTER Mama, nicht schreien! NEU Kösel € 16,50 CHRISTINA BAUER Backen mit Christina 5 Löwenzahn € 24,90

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JEANNINE MIK, SANDRA TEML-JETTER Mama, nicht schreien! NEU Kösel € 12,99

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STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen Klett-Cotta € 15,99

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ANTHONY WILLIAM Mediale Medizin Arkana € 25,70

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ALEXANDRA REINWARTH Am Arsch vorbei geht auch ein Weg MVG Verlag € 12,99

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ANTHONY WILLIAM Medical Food Arkana € 24,70

9

MANUELA MACEDONIA Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke Brandstätter € 17,99 LEO HILLINGER, EGON THEINER Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz! Egoth Verlag € 17,99

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BAS KAST Der Ernährungskompass – Das Kochbuch C. Bertelsmann € 22,70

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PETRA BRACHT 10 Intervallfasten 4

Gräfe und Unzer

€ 15,50

Jerusalem, das Rote Meer und Tel Aviv Sonnige Küste, palmengesäumte Strände, trendige Städte – Israel vereint all das. Dennoch bleibt es ein Reiseziel wie kein zweites. Der Bildband zeigt ein widersprüchliches, hoffnungsvolles Land. „Israel“ – Kunth

Aufwachsen in der Mafiahochburg Alleingelassen vom Staat, ausgebeutet von den Besitzern und gegängelt von der Mafia, proben die Frauen den Aufstand und die Söhne suchen das schnelle Geld. „Die Söhne der Winde“ – Gioacchino Criaco. Folio

Waldkulisse vor der Großstadt Das Buch über den Wienerwald ist eine Liebeserklärung an das Naturjuwel zwischen Stadt und Land. Mit beeindruckenden Fotografien und sachkundigen Texten. „Wienerwald“ – Werner Gamerith. Tyrolia

Sommergeschichten Ferienzeit ist Lesezeit. Ob beim gemeinsamen Lesen unter dem Sonnenschirm oder auf dem Sofa, wenn es doch einmal regnet. Ausgewählte Sommergeschichten zum Vor- und Selberlesen ab vier Jahren. „Ab in die Sonne“ – NordSüd

Bahnhofsbuchhandel sowie Elektro-und Drogeriemarkt 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

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– Bestenliste Juni 2019 –

Für den Buchhandel!

Bestenliste Juni 2019 Die ORF-Bestenliste

Sachbücher des Monats

1.

1.

UNDINĖ RADZEVIČIŪTĖ

JOHANNES KRAUSE/THOMAS TRAPPE

Das Blut ist blau Residenz

Die Reise unserer Gene Propyläen

2.

2.

SAŠA STANIŠIĆ

BERND ROECK

Herkunft Luchterhand

Leonardo. Der Mann, der alles wissen wollte C.H. Beck

3.

3.

GERHARD ROTH

Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier

RAHEL LEVIN VARNHAGEN

S. Fischer

Tagebücher und Aufzeichnungen

4.

Wallstein

4.

FLORJAN LIPUŠ

Schotter

GLEN W. BOWERSOCK

Jung und Jung

Die Wiege des Islam C. H. Beck

5.

5.

NELL ZINK

STEPHAN GRÜNEWALD

Virginia

Wie tickt Deutschland?

Rowohlt

Kiepenheuer & Witsch

6.

6.

HERMYNIA ZUR MÜHLEN

JÜRGEN KAUBE

Werke Zsolnay

WERNER KOFLER

Kommentierte Werkausgabe in drei Bänden Sonderzahl

8. ALBAN NIKOLAI HERBST

Wanderer Septime

8. ANDRÁS FORGÁCH

Akte geschlossen S. Fischer

10. IAN MCEWAN

Rowohlt Berlin

Die Liste „Sachbücher des Monats“ wird durch ExpertInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswisse schaften

Maschinen wie ich Diogenes

Marktdaten Mai 2019

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Prophet der Vernichtung S. Fischer

8. PAUL MASON

Klare, lichte Zukunft Suhrkamp

9. ANNE APPLEBAUM

Roter Hunger Siedler

10. CORNELIA KOPPETSCH

Die Gesellschaft des Zorns transcript

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

+12,7 % +3,4 % +2,5 % Umsatz

7.

SIEGFRIED LICHTENSTAEDTER

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auft ag des HVB.

Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und BuchhändlerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.

6.

Ist die Schule zu blöd für unse e Kinder?

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– Klassiker – neu entdeckt

Kapitalismus, Archaik und Globalisierung Zwischen

Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

FOTO: EKKO VON SCHWICHOW-

GOTTFRIED KELLER: KLEIDER MACHEN LEUTE Thomas Mann nannte ihn „Erzähl-Genie“, die Widerständler der „Weißen Rose“ verbreiteten im Untergrund sein Gedicht gegen politische Demagogen; mehrfach ist Gottfried Keller (1819–1990) in Reich-Ranickis „Kanon“ deutschsprachiger Literatur vertreten. Kurioses biografisches Detail des größten Schweizer Schrift tellers, der ein Leben lang unverheiratet blieb: Seine Körpergröße betrug gerade 1,40 Meter. Und wie der Protagonist seines Hauptwerks „Der Grüne Heinrich“ liebte er die Farbe Grün über alles. Sein Vater, ein Drechslermeister, starb früh, Gottfried besuchte eine Züricher Armenschule, später wurde er von der Industrieschule wegen ungebührlichen Verhaltens verwiesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Keller schon sein Talent als politischer Lyriker entdeckt. Sein Bekenntnis lautete: Liberalismus! Keine Besonderheit in der gerade neu verfassten Schweiz, wo Gegner der europäischen Fürstenherrschaft aller Länder bereitwillig aufgenommen wurden. Eine Karriere als freier Schrift teller, unter anderem als Kritiker für die Neue Zürcher Zeitung, zerschlägt sich. Keller zieht mit einer kleinen Erbschaft 1840 nach München, um Malerei zu studieren. Auch dieser Traum endet in einem – wie es im autobiografischen „Grünen Heinrich“ heißt – „zypressendunklen Schluss“. Erst aufgrund der Unter-

stützung durch den befreundeten Unternehmer und Politiker Alfred Escher, der Keller zu diversen Bildungsstipendien in deutschen Landen und ab 1855 zum Posten eines Staatsschreibers des Kantons Zürich verhilft, elingt die Autorenlaufbahn. Gottfried Kellers Erzählsammlungen „Die Leute von Seldwyla“, „Züricher Novellen“, „Das Sinngedicht“ sowie die Romane „Der Grüne Heinrich“ und der Fragment gebliebene „Martin Salander“ sind alles andere als idyllische Beschreibungen zufriedener eidgenössischer Zustände. Die Gesellschaft befindet sich im Umbruch zum Kapitalismus, Archaik und Globalisierung des 19. Jahrhunderts gehen unter der Hand des sinnlichen Atheisten Keller eine bisweilen ironisch-absurde Mischung ein. So auch in einer seiner bekanntesten Erzählungen, „Kleider machen Leute“. Keller, außerhalb seiner Amtsgeschäfte Sekretär einer humanitären Hilfsorganisation für polnische Flüchtlinge und Dissidenten aus dem Zarenreich, inszeniert in seinem Meisterwerk eine Verwechslungskomödie über einen Fremden. Eigentlich ist der ursprünglich aus Schlesien stammende Schneider Wenzel Strapinski um seinen Lohn umgefallen, weil sein Meister in Konkurs ging. Durch ein Missverständnis wird der „Märtyrer seines samtbesetzten Mantels“ in Goldach zum Hochstapler wider Willen. Der Amtsrat gibt Wenzel seine Tochter zur Frau: „Nun, Gott sei Dank, ist ein polnischer Graf da aus wildester Ferne! Nehmen Sie die Gans, Herr Graf!“ Alles fliegt auf, Nettchen droht: „Keine Romane mehr!“ Knapp wird verhindert, dass Seldwyla zum „neuen Troja“ wird … Anlässlich seines 200. Geburtstags am 19. Juli ist Gottfried Keller wiederzuentdecken!

Das sagt der GottfriedKeller-Preisträger:

„Alle Dichtung, die wir bedeutend nennen, zieht ihre wahre Bedeutung aus dem Widerstand, den sie der Zeit, als ihr Genosse, geboten hat.“ Adolf Muschg: „Gottfried Keller“

Gottfried Keller: Kleider machen Leute. Mit farbigen Illustrationen von Ulrike Möltgen Insel-Bücherei 2034

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Herder, Wien Text: Tobias Schmitzberger Foto: Nini Tschavoll

„Bücher, die etwas in mir bewegen, sind voller TextmarkerMarkierungen. Damit ich die wichtigen Stellen schnell finde Gerhard Zach Buchhandlung Herder Wollzeile 33, 1010 Wien

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Gerhard Zach

erhard Zach gehört zu jenen Menschen, die ihre Bücher buntstiften: „Wenn sie etwas in mir bewegen, sind sie voller Textmarker-Markierungen. Damit ich wichtige Stellen wiederfinde.“ Sein liebstes Buch ist „Das Geschenk inneren Friedens“, ein vergriffenes Werk von Joseph Bernardin. Eines Tages besuchte der US-amerikanische Erzbischof Italien, den Herkunftsort seiner Eltern. „Ich habe das Gefühl, ich komme heim“, schrieb Bernardin in sein Tagebuch. Am 14. November 1996 starb er an Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Zwei Tage vor seinem Tod schrieb Bernardin es wieder: Ich komme heim“, erzählt Zach: „Das bewegt mich.“

Der 61-Jährige ist Geschäftsfü er der Buchhandlung Herder – und Theologe. Als Jugendlicher besuchte der gebürtige Ottakringer das katholische Gymnasium Sachsenbrunn in Kirchberg am Wechsel, einem kleinen Ort an der niederösterreichisch-steirischen Grenze. Das Gymnasium samt Internat sollte ihn auf das Priesterseminar vorbereiten. „Es ist eine Schule, der ich sehr viel zu verdanken habe.“ Heute beliefert er sie mit Schulbüchern. Zach studierte Theologie und besuchte das Priesterseminar – das Studium schloss er ab, das Seminar nicht. Dann verschlug es ihn in den Buchhandel. Ab 1983 wurde er bei der Wiener Dombuchhandlung „Haustheologe“, wie er sagt. Drei Jahre später warb ihn der Freiburger Herder Verlag für seine Wiener

Filiale ab, 2004 gründete er die „Zach Buch GmbH“ und übernahm das Geschäft. Neben Gerhard Zach sind auch Ehefrau Elisabeth und Bruder Franz beteiligt. Das Sortiment umfasst nicht nur theologische, sondern etwa auch politische Bücher. Ein Kunde erwähnte gegenüber Zach einmal, Herder sei „die linkste Buchhandlung, die er kenne“. Zach schmunzelt, als er das erzählt. Stolz ist er außerdem auf die große Kinderbuch- und Pädagogikabteilung, in der eine rote, hölzerne Rutsche steht. „Die hat Kultstatus. Da rutschen heute Kinder, deren Eltern auch schon hier gerutscht sind.“ Als unsterbliches Lebenswerk sieht er seine Buchhandlung nicht. „Alles hat seine Zeit. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.“ Aber Menschen sollen auch in Zukunft Bücher lesen. „Dazu will ich meinen Beitrag leisten, so gut es geht.“ Aktuell empfiehlt er seiner Kundschaft das Buch „Über Tyrannei“ von Timothy Snyder. Der US-amerikanische Historiker gibt Leserinnen und Lesern zwanzig konkrete Handlungsanweisungen gegen die Etablierung diktatorischer Regimes. Zach empfiehlt es als Geschenk für Firmlinge. „Das Buch hat sehr viel mit Geist zu tun. Ein guter Geist ist immer ein Heiliger Geist“, sagt er. Auch Zach möchte diesem Geist folgen.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchnetzwerk Verlagsvertretung, Wien

Marlene Pobegen

Text: Tobias Schmitzberger Foto: Nini Tschavoll

„In London erkennt man früh, wohin die Reise in Zukun˜ g eht“

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ourismus und Buchhandel haben einige Gemeinsamkeiten. „Tourismus hat viel mit Sehnsüchten, Fluchten, Auszeiten und besonderen Momenten zu tun. Ein Buch zu lesen hat das in gewisser Weise auch. Diese beiden Welten sind sich nicht fremd“, sagt Marlene Pobegen, selbstständige Verlagsvertreterin bei Buchnetzwerk. Erzählt sie über ihr Leben, tauchen noch mehr Gemeinsamkeiten auf. Die 38-Jährige stammt aus Klagenfurt. Eigentlich wollte sie in der Tourismusbranche arbeiten. So studierte sie am Management Center Innsbruck „Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft . Dass sie Verlagsvertreterin wurde, hat mit einem Zufall zu tun: Im Dezember 2008 brach sich ihr Lebenspartner Günther Staudinger, ein Verlagsvertreter, beim Skifahren die Schulter. Damit er seine wichtigen Frühjahrstermine wahrnehmen konnte, chauffier e Pobegen ihn herum. Bald schon fragte sie: „Sieben Wochen nur Auto fahren und bei

Kundenterminen im Kaffeehaus sitzen, da wird mir fad. Kann ich nicht selber Kunden treffen?“ Zu jenem Zeitpunkt arbeitete sie bei der Klagenfurter Buchhandlung Heyn, hatte also Erfahrung in der Buchbranche. Deshalb stimmte Staudinger zu. Das war Pobegens Anfang als Verlagsvertreterin. Und sie ist es bis heute. Die Liebe zum Reisen ist ihr geblieben. Beruflich viel unterwegs, fühlt sie sich dabei wohl, wie sie lächelnd erklärt: „Mir macht es nichts aus, oft in anderen Betten zu schlafen.“ Auch privat reist sie viel, am liebsten nach London. „Man erkennt hier Trends und wohin die Reise in Zukunft geht“, sagt sie. Das gefällt ihr: „Egal ob in Gastronomie, Mode oder im Buchhandel, überall kriegt man Strömungen mit.“ Sie nennt ein Beispiel aus der Gastronomie: „Es gibt viele Ein- oder Zwei-Personen-Unternehmen mit regionalen Produkten, kleiner Speisekarte und beschränkten Öffnungszei en.“ Bei Buchhandlungen sei es ähnlich: Hier seien kleine, spezialisierte, leidenschaftlich gefüh te Buchhandlungen auf dem Vormarsch. Nicht nur in anderen Ländern, auch innerhalb der Buchbranche erkundet die Verlagsvertreterin gern neue Bereiche. An der New Design University in St. Pölten absolvierte sie die Ausbildung zur akademischen Buchgestalterin. Was sie dabei gelernt hat? Faszinierend sei es, was verschiedene Schriftarten, Zeilenabstände und Seitenränder ausmachen können: „Ein gut gesetzter Text lässt sich besser, schöner und schneller lesen als ein schlecht gesetzter.“ Damit hatte sie sich zuvor nicht derart ausfüh lich befasst. „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen“, heißt es in Hermann Hesses berühmtem Gedicht „Stufen“. Marlene Pobegen scheint das zu beherzigen.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Galerie Welz, Salzburg

Hubert Lendl und Martin Kelz

Text: Elisabeth Stuppnig Foto: Vera von Glasner

„Unsere Künstler müssen eine persönliche Handschri˜ tr agen“ Martin Kelz

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s ist nicht leicht, die beiden Herren in Schubladen zu stecken. Zwar sind sie Antiquare und Verleger, in erster Linie aber begreifen sie sich als Galeristen aus Leidenschaft. Hubert Lendl und Martin Kelz, geschäftsfü ende Gesellschafter der Salzburger Galerie Welz, horten Schätze in ihrer Galerie: etwa Druckgrafi en der klassischen und der zeitgenössischen Moderne wie Chagall oder Picasso, aber auch Skulpturen und Malereien von Österreichern wie Klimt, Schiele, Kokoschka, Prachensky oder Arnulf Rainer und viele mehr. Als Antiquare handeln sie mit japanischen Farbholzschnitten und antiquarischen Kunstbüchern. Außerdem verlegen sie Werkverzeichnisse und Ausstellungskataloge zu den eigenen Ausstellungen. Früher sei mehr verlegt worden, erzählen die Galeristen. Zwar haben sie Werkverzeich-

nisse, etwa von Anton Mahringer und Oskar Kokoschka, verlegt, aber heute beschränke sich die Verlagsarbeit auf die Herausgabe kleinerer Publikationen, Kataloge und Drucksammlungen in Zusammenhang mit der Galerie. Martin Kelz sagt es deutlich: „Es rechnet sich einfach nicht mehr.“ Also fokussieren sich Lendl und Kelz gemeinsam mit fünf weiteren Angestellten in der 480 Quadratmeter großen Galerie darauf, Ausstellungen zusammenzustellen, Künstler zu betreuen und neue Bilder in den Ateliers der Künstler auszusuchen. Martin Kelz, seit 1976 in der Galerie, absolvierte eine Lehre zum Kunst-, Buch- und Musikalienhändler. Er sieht die Arbeit in der Galerie als ständigen Lernprozess: „Es ist ein unglaublich spannender Beruf, in dem man sein Wissen jederzeit erweitert.“ Hubert Lendl, auch er ist gelernter Kunst-, Buch- und Musikalienhändler, ist seit 1971 im Haus. Gibt es Parallelen in der Zusammenarbeit mit bildnerischen Künstlern verglichen zu der Arbeit klassischer Verlage mit ihren Autoren? „Es braucht Enthusiasmus und Freude an der Sache, schließlich ist der tägliche Ablauf nicht immer nur mit Freuden verbunden“, sagt Lendl. Die beiden befreundeten Galeristen sind stets auf der Suche nach neuen Künstlern. Wie entscheiden sie? „Für uns ist wichtig, dass sie zu unserem Haus und zum Galerieprogramm passen.“ Außerdem: „Unsere Künstler müssen eine persönliche Handschrift haben. In vierzig Jahren hat man viele Bilder gesehen. Plagiatsmalerei kommt für uns nicht in Frage.“

Galerie Welz Sigmund-Haffner- asse 16, 5020 Salzburg

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlag freytag & berndt, Wien

Text: Elisabeth Stuppnig Foto: Stefan Knittel

„Es gab Zeiten in meinem Leben, da fand ich das Wandern fad“

Katharina Oppitz A

ls Katharina Oppitz noch in der kleinen, „alles andere als herrschaftl chen“ Wohnung am Kohlmarkt im ersten Wiener Gemeindebezirk wohnte, befand sich dort auch noch freytag & berndt, eine ihrer Lieblingsbuchhandlungen. Oft, erinnert sich Oppitz, verschlug es sie dorthin, um „im Kopf zu verreisen“. Heute findet man die Reisebuchhandlung nur unweit von dort entfernt, in der Wallnerstraße 3. Dass sie einmal die Geschäftsfü erin des Marktfüh ers im Bereich Kartografie werden würde, hätte sie nicht geahnt. Schon in ihrer Kindheit kam Oppitz mit freytag & berndt in Berührung. Etwa durch den Schulatlas und als Tochter wanderaffi-

ner Eltern in Oberösterreich auch mit den Karten von freytag & berndt. Sie dienten bei Wanderausflü en ins Salzkammergut oder in die Heimat ihrer Mutter, die Bergregion um Garmisch-Partenkirchen. Noch während des Studiums der Betriebswirtschaftsleh e in Wien verschlug es Katharina Oppitz nach Deutschland, wo sie zunächst in der Fernseh-, dann in der Filmbranche arbeitete. Danach kam sie nach New York und landete dort in der Buchbranche. 2005 kehrte sie nach Wien zurück und wurde 2009 Geschäftsfü erin beim Springer Verlag, arbeitete danach beim Verlag Österreich, einem juristischen Fachverlag, und kam 2018 als Geschäftsfü erin zu freytag & berndt. Nächstes Jahr wird das Traditionsunternehmen, das vor allem für seine Printprodukte und die Reisebuchhandlung bekannt

ist, 250 Jahre alt. Trotzdem soll es dem Zeitgeist entsprechend digitaler werden, geht es nach Oppitz. Zwar gebe es nach wie vor genügend Gründe für Druckwerke: „Wenn mein Handy am Berg den Geist aufgibt oder die Verbindung abreißt, man eine ordentliche Übersicht braucht oder in der Natur nicht dauernd aufs Handy starren möchte. Dennoch dreht sich die Welt auch bei uns weiter.“ So sucht man nun bei freytag & berndt, Print und Online zu verbinden, und arbeitet an innovativen elektronischen Produkten. „Es gab Zeiten in meinem Leben, da fand ich Wandern furchtbar fad“, sagt Oppitz lachend. Nun, als Mutter eines Sohnes, überlegt sie auch aus ganz persönlichen Gründen, wie man Wandern für Kinder spannender gestalten kann. Auf ein Produkt ist sie besonders stolz: die Familienwander-App. Sie zeigt zum Beispiel kinderwagenfreundliche Wanderwege auf und enthält Gamifi ationElemente für unterwegs, etwa ein Quiz oder Biber Bernd. Ähnlich wie Pokémon Go muss man ihn am Weg einfangen. „Augmented Reality“, also erweiterte Realität, steht auch bei freytag & berndt immer höher im Kurs.

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ie italienische Schrift tellerin Dacia Maraini wurde 1936 in Fiesole als Tochter einer Prinzessin aus verarmtem sizilianischem Adel und eines Anthropologen und Japanologen aus Florenz geboren. Die Familie übersiedelte 1938 nach Japan und wurde wegen ihrer antifaschistischen Haltung nach der Kapitulation Italiens interniert. Nach der Trennung der Eltern wuchs Dacia Maraini zuerst bei ihrer Mutter in Sizilien, später beim Vater in Rom auf. Die mit ihrem zweiten Buch „L’età del malessere“ („Zeit des Unbehagens“, dt. 1963/2000) auch international erfolgreiche Autorin wird Mitglied der „Gruppo 63“ um die Autoren Umberto Eco, Luigi Malerba und Giorgio Manganelli. Ab den 1970er-Jahren schließt sich Maraini der Frauenbewegung an, nimmt an Hausbesetzungen und Demonstrationen teil und thematisiert als erste Schrift tellerin Italiens Vergewaltigung, Inzest, Prostitution oder lesbische Liebe aus feministischer Sicht. Die Verfasserin von zwei Dutzend Romanen, Essaybänden, zahllosen Theaterstücken und Drehbüchern wird immer wieder als Anwärterin auf den Nobelpreis für Literatur gehandelt. Der anzeiger traf die literarische „Botschafterin Italiens“ anlässlich der Präsentation ihres jüngst auf Deutsch bei Folio erschienenen Romans „Drei Frauen“ in der Österreichische Gesellschaft für L eratur. Frau Maraini, Sie verbrachten einen Teil Ihrer Kindheit in Japan. Wie kam es dazu? Dacia Maraini — Mein Vater war stets ein Asien-Fanatiker – in den 1930er-Jahren reiste er als Fotograf mit dem Orientalisten Giuseppe Tucci nach Tibet. Unsere Familie zog nach Sapporo, als er ein Stipendium zum Studium der Ainu für Japan bekam. Die Situation wurde dramatisch, als sich die Eltern 1943 weigerten, ein Bekenntnis zu Mussolini und zu dessen Republik von Salò zu unterschreiben. Wir kamen deshalb für zwei Jahre in ein japanisches Konzentrationslager.

Haben Sie die Dramatik dieser Situation damals schon bewusst wahrgenommen? Maraini — Ich war zwischen meinem siebenten und neunten Lebensjahr im Lager und habe alles sehr bewusst wahrgenommen. Es herrschte unglaublicher Hunger, was zu allen möglichen Krankheiten wie Skorbut führ e. Mir fielen die Haare und die Zähne aus und ob der Unterernährung konnte ich kaum mehr gehen. Wie wichtig war diese Erfahrung für Ihr weiteres Leben? Maraini — Sehr wichtig. Es blieb eine nie

verheilende Wunde. Im „positiven“ Sinn bewirkte es, dass ich viele Dinge des Lebens nicht allzu ernst nehme, aber es ist eine traumatisierende Erfahrung, die nie vergeht. Vor einigen Tagen gab es in Rom ein Feuerwerk – ich wachte auf und dachte: um Gottes Willen, Maschinengewehrfeuer! Das Lager hat mir außerdem eine fast pathologische Aufmerksamkeit fü s Essen eingebracht. Ich habe nie viel gegessen, aber Essen ist für mich beinahe ein Mythos. Außerdem entstand ein enges Verhältnis zum Tod – ich weiß noch, wie ich mich damals im Lager jeden Abend wunderte, dass ich noch am Leben bin. Es war tatsächlich ein Leben auf der Kippe! Davon ist in Ihrem Buch „Ein Schiff nach Kobe. Das japanische Tagebuch meiner Mutter“ nicht sehr viel zu lesen … Maraini — Nein, über das Konzentrationslager habe ich noch nicht geschrieben. Ich nahm es mir mehrfach vor und möchte das, bevor ich sterbe, auch noch tun – aber es ist eine sehr schmerzhafte und schwierige Geschichte.

„Ich schreibe auch über eine Kultur der Trennung von Erotik, Sexualität und Fortpflanzung, in der es keine Ausbeutung gibt“ Dacia Maraini

Wann ist die Familie nach Italien zurückgekehrt? Maraini — Erst 1946 – es gab nicht sofort Schiffe, die nach Italien fuhren. Mein Vater arbeitete für die Amerikaner als Übersetzer und Experte in kulturellen Angelegenheiten. Die Mutter schrieb als Kunsthistorikerin Expertisen über Kunstwerke, die Japaner den Amerikanern verkauften. Was führ e eine junge Frau aus sizilianischem Adel zur italienischen Linken? Maraini — Die Familie meiner Mutter war zwar aristokratisch, aber ziemlich arm. Es war eine sehr offene Familie – nicht sehr katholisch. Ich war nie Kommunistin im ideologischen Sinn – die Idee einer Diktatur

des Proletariats hat mir nie gefallen. Ich war auch nie Parteimitglied, aber natürlich las ich wie alle Altersgenossen die linken Theoretiker von Marx über Engels bis zu Bakunin. Das war in den 1960er-Jahren Pflichtlektü e (lacht)! Trotz der aristokratischen Herkunft stammte ich aus linkem Milieu. In meiner Familie waren alle links. Der sizilianische Großvater mütterlicherseits war ein aufgeklärter Adeliger, der als Anhänger von Tolstoi gemeinsam mit seinen Bauern arbeitete. Der Großvater väterlicherseits hingegen war Faschist aus Florenz. Baumeister, nicht reich, aber durchaus wohlhabend. Mein Vater war mit ihm zerstritten – sie gerieten sich aus ideologischen Gründen ständig in die Haare. Mein Vater verließ deshalb sein Elternhaus. Es war auch ein Grund, nach Japan zu gehen. Ihr späterer Ehemann, der Autor Alberto Moravia, sagte über Ihren Debütroman, er sei realistisch. Sie haben literarische Experimente mit Gefängnisinsassen unternommen – solche Dinge gibt es heute nicht mehr … Maraini — Wie alles andere entwickelt sich auch die Literatur immer weiter und verändert sich. Die Avantgarde erklärte damals den „Tod des Romans“, dann kehrte plötzlich der Realismus zurück. Heute schreiben alle nur noch Krimis und fallweise historische Romane. Dabei ist das weite Feld der reinen Kommerzliteratur nicht zu vergessen. Sie haben im Schreiben alle Genres durchprobiert: Theaterstücke, Drehbücher für Pasolini, mit dem Sie befreundet waren, und Romane. Ganz am Anfang stand Lyrik … Maraini — In Italien werden kaum Gedichte gelesen. Die Verleger wollen sie nicht verlegen, weil sie sich nicht verkaufen. Liest aber ein Schauspieler Gedichte, laufen alle hin. Sie müssen ja eigentlich auch rezitiert werden – nur dadurch werden Gedichte lebendig! Es gibt diesbezüglich zahlreiche Veranstaltungen. Ich selbst schreibe nur noch hin und wieder ein Gedicht. Kommen wir zu Ihrem jüngsten Buch „Drei Frauen“. Ist das letzte Buch immer das beste? Maraini — Es ist mir das liebste und teuerste Buch, weil es mir zwei Jahre lang Gesellschaft geleistet hat. Ob es das beste Buch ist? Keine Ahnung. In den wichtigen Momenten der „Drei Frauen“ werden Gedichte zitiert … Maraini — Eine der Figuren, Maria, ist eine Intellektuelle und Literatin, die Rimbaud und Baudelaire aus dem Französischen übersetzt. Das macht sie einerseits stark, »

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Glück gibt es nicht SAGT DIE ITALIENISCHE AUTORIN DACIA MARAINI UND SCHREIBT IN IHREN BÜCHERN VON MENSCHEN, DIE AUF DER SUCHE NACH DEM GLÜCK SIND Interview: Erich Klein, Fotos: Christopher Mavrič

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was aber das Alltagsleben betrifft so ist sie äußerst zerbrechlich. Im Gegensatz zur Großmutter, die sich vor allem fü die Küsse eines Bäckers interessiert, und der Enkelin, die ihrer Mutter den Freund ausspannt. Maraini — Die Großmutter hat mit Literatur nichts am Hut – sie ist keine Intellektuelle, sondern identifiziert sich mit der Wirtin Mirandolina von Goldoni. Sie war lange Zeit Schauspielerin, bekommt mit sechzig aber keine Hauptrollen mehr, was am Theater ja tatsächlich bei älteren Frauen der Fall ist. Sie wird Krankenschwester. Vor allem hat sie Spaß daran, mit Sexualität zu spielen und sich innerhalb gewisser Grenzen alle Freiheiten zu nehmen. Mit einem impotenten Bäcker Namens Simone … Maraini — Der Bäcker ist impotent, schämt sich dafür aber nicht und entwickelt eine schöne Theorie der Impotenz. Geschlechtsverkehr sei zu brutal und zu gewaltsam. Schön sei, was davor kommt – der Kuss (lacht)! Tatsächlich unterscheidet sich die menschliche Sexualität von tierischer durch den Wegfall der Notwendigkeit, sich zu reproduzieren. Diese Emanzipation der Sexualität von der Fortpflanzung bedeutet große Freiheit, aber auch das Risiko, auf Abwege zu geraten – und die Möglichkeit von Missbrauch aller Art. Gesuinas Idee ist eine Kultur der Trennung von Erotik, Sexualität und Fortpflanzung, in der es keine Ausbeutung gibt. „Drei Frauen“ ist ein sehr privates, fast hermetisches Buch … Maraini — Ich würde es nicht als privat bezeichnen – es enthält zwar Persönliches, aber es ist keine Autobiografie. Die habe ich gerade geschrieben, aber sie ist noch nicht übersetzt. Es ist einfach die Geschichte von drei Frauen aus drei Generationen. Mit privat habe ich die Enge der Familie gemeint, in der sich alles abspielt. Maraini — Familie ist etwas Gesellschaftl ches, ein soziales Faktum, der Kern, in dem alle großen Themen der Gesellschaft enthalten sind. Überraschenderweise gibt es ein Happy End. Wäre Ihnen der Tod einer Ihrer Hauptfigu en unangenehm gewesen? Maraini — Es sind immer die Figuren eines Buches, die entscheiden, was mit ihnen passiert. Sie haben ein Eigenleben, wissen

mehr als die Autorin selbst und stellen sich auch bisweilen gegen deren Willen. Es passierte mehrfach, dass ich eine Figur sterben lassen wollte, doch die Figur sagte: Nein! Ich will leben! Maria, meine Hauptfigu , möchte sterben, weil sie sich von Tochter und Mann betrogen fühlt, und trotzdem überlebt sie dann. Weil ihr eine Geschichte vorgelesen wird, die sie übersetzt hat. Nämlich Flauberts „Madame

„Die meisten früheren Autorinnen sind aus Literaturgeschichten, Anthologien und Lesebüchern noch immer ausgeschlossen“ Dacia Maraini

Bovary“. Woher rührt Ihre Bewunderung fü deren betrogenen Ehemann, dem Sie schon einmal ein ganzes Buch gewidmet haben? Maraini — Charles Bovary ist ein Dummkopf, schwach, tollpatschig und zerbrechlich – aber er liebt Emma Bovary. Er ist der Einzige, der sie so liebt, wie sie ist. Alle anderen wollen Emma verändern – er nicht. In dem

Moment, da sie stirbt, geht Charles zu ihrem letzten Liebhaber, um über sie zu sprechen. Das ist wahre Liebe! Wenn Sie wählen müssten – welche der großen Frauenfigu en der Literatur des 19. Jahrhunderts ist Ihnen am liebsten: Effi Briest, Anna Karenina oder Emma Bovary? Maraini — Effi Briest, weil sie die intelligenteste und sich ihres Schicksals ganz bewusst ist. Anna Karenina ist eine traurige Gestalt, die sich selbst ins Unglück reitet. Emma Bovary ist böse und hinterhältig – sie ist keine gute Person. Es gibt zwei schreckliche Szenen, in denen ihre ganze Bösartigkeit zutage tritt. Emma fährt zu ihrer Amme, nimmt ihr Kind in den Arm, das ihr Milch aufs Kleid spuckt, worauf Emma fü chterlich wütend wird. Sie empfindet keinerlei Liebe zu diesem Kind. In einer anderen Szene umarmt das Kind die Mutter – Emma gibt ihm einen Tritt und das Kind verletzt sich. Als sie den Kindesvater ruft, der Arzt ist, lügt sie: Das Kind habe sich selbst verletzt. Die Bovary ist keine sympathische Person, sondern hinterhältig. Als Sie zu schreiben begannen, war der Großteil von Frauenfigu en von Männern gestaltet. Flauberts berühmtes Wort „Madame Bovary – c’est moi“ ist ja auch ein wenig skurril … Maraini — Ich habe die literarischen Väter immer sehr bewundert, aber ich stellte sehr früh auch die Frage nach den literarischen Müttern und machte mich auf die Suche nach ihnen. Dabei fand ich heraus, dass es schreibende Frauen immer gegeben hat. Sie waren allerdings von den literarischen Institutionen ausgeschlossen. Das begann bei den Mystikerinnen, die in Klöstern vergraben sind, und deren Erbe bis heute nicht wirklich aufgearbeitet wurde, und reicht herauf bis ins 20. Jahrhundert. Die Mütter, das sind Grazia Deledda, Anna Maria Ortese, Lalla Romano, Elsa Morante oder Natalia Ginzburg. Deren Bücher gibt es zwar auf dem Markt und bekanntlich sind ja auch vor allem Frauen Leser, doch in den Institutionen kommen sie trotzdem nicht vor. Sie sind aus Literaturgeschichten, Anthologien und Lesebüchern noch immer ausgeschlossen. Es kommt immer eine Schrift tellerin auf dreihundert Männer. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Maraini — Ich spreche von der Institution Literatur, nicht so sehr vom Markt, auf dem die Frauen in Italien natürlich längst auch präsent sind. Es geht um den Kanon der Lite-

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ratur, der von Männern gemacht wird. In Italien kommt die Misogynie der katholischen Kirche noch dazu. Aber dort gibt es doch die Maria Mutter Gottes! Maraini — Maria spricht nicht (lacht)! Im Zentrum Ihrer Bücher stehen fast immer Frauen. Allerdings haben Sie einmal gesagt, Sie seien keine Feministin, aber „della parte delle donne“, ergreifen also die Position der Frauen … Maraini — Ideologie ist heute Vergangenheit, und der Feminismus war auch eine Ideologie. Derartige Ideologien haben ausgedient. Es gibt heute stattdessen zahlreiche Gruppen, um praktische Probleme zu lösen – Gruppen, die sich um geschlagene Frauen kümmern, Gruppen von Studentinnen, die bestimmte Interessen artikulieren. Das große Gefühl der Einigkeit und der Gemeinschaft, das durch eine Ideologie wie den Kommunismus hergestellt wurde, gibt es im heutigen Italien nicht mehr. Dasselbe gilt für den Feminismus. In Italien waren praktisch alle großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts Kommunisten oder Sympathisanten. Warum haben sie so scheinbar widerstandslos das Feld für Figuren wie Berlusconi geräumt? Maraini — Heute herrscht überall in der Welt Irrationalität – Italien ist diesbezüglich keine Ausnahme. Dasselbe trifft auf Amerika, Südamerika, ja die ganze Welt zu. Diese Irrationalität führt überall zur Vereinfachung aller Fragen und in der Folge zu einer geradezu maßlosen Feindseligkeit unter den Menschen. Diskurse, die Gemeinschaft befö dern könnten, sind heute vergessen. Ich sehe nur noch sehr simplifizie endes Denken und allerorts die Weigerung, den anderen überhaupt wahrzunehmen. Es gibt keine Vermittlung mehr, sondern nur Gegensätze wie Liebe und Hass. Vermittelnde Instanzen sind verschwunden. Das Verschwinden der Ideologien führ e dazu, dass nur noch Macht übrig blieb – und der bloße Kampf um Macht. Ich halte das für das g ößte Problem. Was war Ihr Lieblingsbuch als Kind? Maraini — „Pinocchio“ – das war mein größtes und wichtigstes Kindheitsbuch! Meine Mutter hat mir Pinocchio „vorgelesen“. Im Lager in Japan gab es natürlich keine Bücher – also erzählte mir meine Mutter Pinocchio. Es hat mich absolut fasziniert, so verlangte ich von der Mutter, es immer wieder zu erzählen. Mein Vater hat mir dann auch eine

Pinocchio-Puppe geschnitzt. Es gab noch andere Geschichten – etwa „Die Liebe zu den drei Orangen“. Ich habe „Pinocchio“ später als Erwachsene wiedergelesen und festgestellt, in welch wunderbarem Italienisch das Buch geschrieben ist. Man kann Pinocchio auf tausenderlei Weisen interpretieren, aber allein die Idee, dass die Lüge etwas mit unserem Körper macht, finde ich großartig! Bekanntlich wächst Pinocchio jedes Mal, wenn er lügt, die Nase – es ist großartig! Und wer sind Ihre Lieblingsautoren heute? Maraini — Mein absoluter Lieblingsautor ist Joseph Conrad, von dem ich auch ein Buch ins Italienische übersetzt habe. Dann kommt Dostojewski. Von den Italienern schätze ich ganz besonders Federico de Robertos „Die Vizekönige“. Es ist ein historischer Roman über Sizilien. De Roberto wurde verbannt, weil er kirchenkritisch war, und im Gegensatz zu seinem berühmten Zeitgenossen Giovanni Verga oder zu Alessandro Manzoni aus dem Kanon unserer Literatur verbannt. Ich lese noch immer sehr viel, weil ich an Schlaflosig eit leide. Bei James Joyce heißt es einmal: „The ideal reader suffering from ideal insomnia.“ Maraini — Ja, das ist richtig (lacht)! Ich lese praktisch jede Nacht stundenlang. Auch Bestseller wie Elena Ferrante oder „Shades of Grey“? Maraini — Das sind zwei völlig verschiedenen Paar Schuhe: Elena Ferrante ist eine gute Schrift tellerin, dabei geht es um Freundschaft. „Shades of Grey“ ist reiner Kommerz und sehr einfach gestrickt. Ich las den ersten Teil und habe eine Art Freiheit erwartet, die man aber nicht findet. Ich fand nur diese masochistische Geschichte: Die Protagonistin findet ihren Henker – das ist ihre Freiheit … Zurück zu den „Drei Frauen“. Es gibt darin keinen distanzierten Erzähler. Obwohl die drei Personen durch nichts als ihre Stimme ausgewiesen sind, kann man sie erstaunlich rasch identifizie en. War das eine bewusste Herausforderung an den Leser? Maraini — Ich bin sehr viel in Schulen unterwegs, und die Schüler fragen mich oft: „Warum ist es wichtig, Bücher zu lesen? “ Meine Antwort lautet: Ein Buch zu lesen bedeutet eigentlich, das Buch neu zu schreiben. Lesen setzt eine bestimmte Anstrengung voraus. Aus abstrakten Wörtern muss eine Geschichte zusammengesetzt werden, erst durch die Imagination wer»

Karin Haller Geschäftsfü erin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Goldener Herbst Wenn es Sommer wird, fallen die Herbstvorschauen auch für Kinderbücher aus den Posteingängen. Und das Herz schlägt freudig hoch: Denn das Feld der österreichischen AutorInnen und IllustratorInnen, die in heimischen, aber auch in deutschen Kinder- und Jugendbuchverlagen publizieren, wird immer dichter. Es gibt nicht nur Neuerscheinungen von arrivierten Kunstschaffenden wie Michael Stavarić oder Linda Wolfsgruber bei Kunstanstifter beispielsweise und von der seit einigen Jahren erfolgreichen „nächsten Generation“ Leonora Leitl, Elisabeth Etz, Corinna Antelmann und Lukas Vogl bei Tyrolia oder Clara Frühwirth, Sarah Orlovský und Michael Roher bei Picus. Erfreulicherweise geben die Verlage verstärkt auch Newcomern eine Chance: so Agi Ofner bei Jungbrunnen, Hannes Wirlinger bei Jacoby & Stuart, Lena Raubaum bei Obelisk oder Rachel Katstaller bei NordSüd. Dass es sich auszahlen kann, hat man im Mai bei der Verleihung des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2019 gesehen, da kam mit Tanja Fabsits „Der Goldfisch ist unschuldig“ ein Debüt in die Auswahl. Im Vorfeld geben Förderprogramme wie das Mira-Lobe-Stipendium, der Dixi-Kinderliteraturpreis oder „schreibzeit“ Starthilfe. Dann entscheiden VerlegerInnen, BuchhändlerInnen und natürlich die LeserInnen, ob die heimischen Talente mit ihren Werken Karriere machen.

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den Menschen, Landschaften und Lebensumstände generiert. Lesen – das bedeutet imaginieren können, und Imagination ist meiner Meinung nach der wichtigste Antriebsmotor des menschlichen Körpers. Moderne Technologien vermitteln uns das Gefühl der Allmacht, und wir glauben, dass wir mit Information schon Allmacht besitzen. Das ist ein Irrtum – ein Missverständnis. Information ist immer eine Frage der Quantität, der Zahlen. Was eine Person ausmacht, ist hingegen eine Frage der Qualität.

„Mein absoluter Lieblingsautor ist Joseph Conrad, von dem ich auch ein Buch ins Italienische übersetzt habe“ Dacia Maraini

Maraini — In 99 Prozent der Literatur ist die Frau Objekt und nicht Subjekt. In der ganzen Literatur des 19. Jahrhunderts verhält es sich so. In meinem vorletzten Buch „Das Mädchen und der Träumer“ habe ich versucht, als Erzählerin eine männliche Perspektive in Gestalt eines Lehrers einzunehmen. Der Lehrer lädt einmal im Jahr die Eltern seiner Volksschulkinder zu sich, und es kommen immer nur die Mütter. Wo aber sind die Väter, fragt er. Obwohl es die Emanzipation der Frauen gibt, bleibt bis heute die erste Lebensstrecke der Kinder vor dem Schulbesuch in der Kompetenz der Mütter. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bücher von Dacia Maraini: Piper: Bagheria. Eine Kindheit in Sizilien. (1995) Nach ihrer Rückkehr aus Japan lebt die Autorin bei ihrer Mutter in Bagheria in der prachtvollen und später geplünderten Villa Valguarnera Eine Kindheitserinnerung über die Armut der Nachkriegszeit. Erinnerungen einer Diebin (2000) Die authentische Geschichte von Teresa, die sich als Tagelöhnerin und Diebin zwischen Anzio und Rom durchs Leben und

Das Patriarchat ist tief verankert. Maraini — Es gibt einen vorgriechischen Mythos, in dem es um den Wunsch geht, Vater zu sein. Eines Nachts kommt ein Wanderer in ein Dorf, klopft an alle Türen und bittet um Einlass. Er wird nirgendwo eingelassen, weil man glaubt, es handle sich um einen Dieb, einen schlechten Menschen. Der Einzige, der die Tür öffnet, ist ein armer Tischler, der den Fremden zu sich bittet und ihm zu essen gibt. Als der Tischler am nächsten Morgen erwacht, sieht er, dass drei Götter zu ihm vom Himmel herabsteigen. Sie sagen zu ihm: Wir erfüllen dir jeden Wunsch. Weil du so gut warst, kannst du haben, was du willst – einen Palast, Ländereien, Säcke voller Gold. Der Tischler sagt: „Nein, danke. Ich hätte gern ein Kind.“ Sie sagen: „Gut, gib uns das Fell des Schafes, das du gestern für deinen Besucher geschlachtet hast.“ Die drei Götter urinieren auf das Fell und sagen: „Warte und sieh, was daraus wird.“ Neun Monate später kommt aus dem Fell ein Kind heraus. Es ist ein sehr schönes Kind, das den Namen Urinone bekommt. Das Sternbild des Orion rührt von dieser vorgriechischen Geschichte her. In unserer Kultur hat der Wunsch nach Vaterschaft eine zu geringe Bedeutung. Bei uns muss man Krieger sein, Entdecker oder Eroberer, aber nicht Vater. Meiner Meinung nach wäre es nicht schlecht, wenn es diesbezüglich eine Kultur der Sehnsucht nach Vaterschaft gäbe

das 20. Jahrhundert schlägt. Die stumme Herzogin. Roman (2011) Warum ist Marianna Ucrìa stumm? Die Gründe dafür erfährt die ochter einer sizilianischen Adelsfamilie, die mit 13 an einen viel älteren, gewalttätigen Onkel verheiratet wurde, erst nach dessen Tod. Ein feministischer Klassiker als historischer Roman. Ein Schiff nach Kobe. Das japanische Tagebuch meiner Mutter (2003) Maraini kommentiert die Tagebuchnotizen ihrer Mutter von 1938 bis 1942, die die italienische Familie auf der Flucht vor dem Faschismus in Japan verbringt. Alltagsszenen in „multikultureller“ Umgebung bis zur Internierung im Konzentrationslager. Folio Verlag: Das Mädchen und der Träumer (2017) Ein Lehrer glaubt von seiner verstorbenen Tochter zu träumen, doch dann beginnt eine Suche nach der verschwundenen Schülerin Lucia. Ein düsteres Sittenbild Italiens als Krimi mit aktuellen Themen: Kinderbordelle, Pädophilie samt einer Kulturgeschichte des Kindesverlusts von „Rotkäppchen“ bis „Alice im Wunderland“. Drei Frauen (2019) Drei Frauen leben ihre Alltagsträume: Großmutter Gesuina tändelt mit dem im-

Deren Formation und Bildung hat nichts mit Quantität zu tun. Sie entsteht durch Imagination. Bildung und nicht Information muss erobert werden! „Drei Frauen“ ist ein Frauenbuch – wobei die drei Heldinnen von einem Mann ziemlich verrückt gemacht werden. Wie verhält es sich bei Dacia Maraini mit den Männern?

Letzte Frage – eine Frage, die viele Ihrer Figuren umtreibt: Was ist Glück? Maraini — Glück gibt es nicht! Es gibt nur die Erinnerung an Glück, den Traum und die Vorstellung von Glück. Man erinnert sich an Glück, im Moment aber, da man glücklich ist, ist man sich dessen nicht bewusst. Man kann fröhlich sein oder lustig, aber nicht glücklich. Genauso verhält es sich mit der Liebe. «

potenten Bäcker, Maria, die Übersetzerin, unterhält eine Fernbeziehung zu François, von dem dann Tochter Lori schwanger wird. Dramatik mit Selbstmordversuch, flüch enden Männern und Happy End.

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

Die Zukun˜ der Buchgestaltung

Cover etwas mit dem Kern zu tun hat. Ob das Papier ˛ r die Größe und die Bindung geeignet ist. Ob ich sehen kann, dass jemand die viel˝ ltigen Möglichkeiten eines Buchs in seinem Wechselspiel von Zwei- und Dreidimensionalität bedacht hat. Und das ist viel wichtiger als o˙ ensichtliche Schönheit. Und o° ist es die kleine Irritation am Cover oder die tre˙ sichere Schlichtheit im Satz, die den Charme eines Buches ausmacht – oder die Leidenscha° , mit der alle Regeln der Kunst gebrochen werden. Apropos Leidenscha° . Abgesehen von meiner Begeisterung ˛ r das Buch an sich freue ich mich besonders auf die Sonderproduktionen, weil in dieser Kategorie o° Außergewöhnliches zu sehen ist. Bücher, die nicht unbedingt ˛ r den Markt gedacht sind. Bücher, die mutig sind und frei. Von Künstlerinnen und Künstlern, Studentinnen und Studenten der Grafischen oder von Gestalterinnen und Gestaltern, die abseits des Tagesgeschä° s Bücher in kleiner Auflage produzieren. Diese Arbeiten sind ein Blick in die Zukun° der Buchgestaltung – und die ist strahlend! Die Tür geht auf und statt der HogwartsBibliothekarin kommen meine wunderbaren MitjurorInnen aus allen Ecken der Buchwelt herein. Die Sitzung beginnt! Mehr zur Verleihung der Schönsten Bücher Österreichs auf Seite 6.

Sarah Bogner Jurymitglied 2018 Sarah Bogner wirft einen Blick hinter die Kulissen der Wahl zu den Schönsten Büchern Österreichs

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : M AT H I A S K O S L I K

I

ch bin auf dem Weg zur Jury, die über die Schönsten Bücher Österreichs entscheidet, durch das windhundflankierte Portal, vorbei am großen Kamin im Entree, vorbei am kleinen verstaubten Bleisatzregal und durch das von Herakles bewachte Stiegenhaus in den ersten Stock des Palais Fürstenberg, dem Sitz von unser aller Hauptverband. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Nun hinein in die Bibliothek. Die Wände sind dunkel getäfelt und gesäumt von Vitrinen. Deren geschnitzte Säulen tragen eine abenteuerliche Galerie, die über eine winzige, versteckte Treppe zu erreichen ist. Wo ist eigentlich Madame Pince? Die Folianten in den Regalen sehen so aus, als hätte schon lange keiner mehr hineingeschaut. Im Gegensatz zu den 172 Büchern in allen Formen, Farben und Größen, die in der Mitte des Raums auf einer langen Tafel liegen. Sie werden in den zwei Tagen der Jurysitzung viele Male in die Hand genommen,

sie werden aufgeschlagen, umgedreht, auf Cover, Papier und Bindung, auf Druck, Satz und Gestaltung geprü° . Sie werden besprochen, analysiert, verteidigt, verworfen oder ausgewählt. Das Buch ist ein vielseitiges Geschöpf. Ich mag, formal gesehen, zunächst einmal alle Bücher. Die großen, dicken und dünnen und die kleinen schmalen und zarten. Die Hardcover mit Hochglanzcellophanierung, die leinenüberzogenen mit Prägung, die He° e und So° covers dieser Welt. Die mit aufgeblasenem Naturpapier und jene, die ein bisschen quietschig gestrichen daherkommen. Aber was macht nun ein schönes, noch schöneres, ein schönstes Buch aus? Nicht immer ist das mit dem Pelzmantel und dem teuersten Collier oder jenes mit den schicken Schuhen und dem Maßanzug das Buch, mit dem man von einer Party nach Hause geht. Ich meine, Ausstattung ist nicht alles. Mich interessiert, ob Form und Inhalt gemeinsam funktionieren. Ob das

„Ausstattung ist nicht alles. Mich interessiert, ob Form und Inhalt gemeinsam funktionieren“

Sarah Bogner ist Verlegerin des Harpune Verlags und Mitglied der Jury von Die schönsten Bücher Österreichs

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– Buchtermine –

Veranstaltungen Juli 2019 MONTAG, 1. 7.

SAMSTAG, 20. 7.

Dicht-Fest: Lyrik mit Alfred Goubran, Monika Maslowska, Alice Harmer, Susanne Toth, Christina Zurbrügg, Friedrich Hahn (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien, 19:00)

Leopold Altenburg: Der Kaiser und sein Sonnenschein, Literaturfrühstück (Buchhandlung Moser, Am Eisernen Tor 1, 8010 Graz, 10:00) Michael Köhlmeier, Kristi Stassinopoulou & Stathis Kalyviotis (Bio-Weingut Geyerhof, Ortsstraße 1, 3511 Furth bei Göttweig, 17:00) Anne Bennent: Christine Lavant – Mein ganz merkbares Glück (Kurhaus Semmering, 2680 Semmering, 19:30)

DIENSTAG, 23. 7.

MITTWOCH, 3. 7.

Faktencheck Migration: mit Max Haller, Silvia Hahn, Wolfgang Aschauer, Johann Bacher (Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Strubergasse 18, 5020 Salzburg, 19:00)

Die Kriminacht Lenzing am 4. Juli wartet mit hochkarätigen Namen auf: Beate Maxian, Bernhard Aichner, Thomas Baum

SONNTAG, 21. 7.

DONNERSTAG, 4. 7.

Kriminacht Lenzing: Bernhard Aichner, Beate Maxian, Andreas Gruber, Thomas Baum (Kulturzentrum Lenzing, Johann-Böhm-Straße 1, 4860 Lenzing, 20:00) FREITAG, 5. 7.

Gerhard Jelinek: Neue Zeit 1919 (Tostmanns Bandlkramerey, Hauptstraße 4, 4863 Seewalchen, 20:00)

Am 11. Juli find t die Eröffnung der O Töne mit Clemens J. Setz und Barbara Zeman im Wiener MuseumsQuartier statt

SAMSTAG, 6. 7.

Johann Zaller: Unser Täglich Gift (Griessnerstadl, 8862 Stadl-Predlitz, 20:00)

FREITAG, 12. 7.

Kurt Palm: Monster, beim Hartberger Literatursommer (Garten Buschenschank Simmler, Simmlerweg 26, 8230 Hartberg, 17.00) Daniela Meisel: Wovon Schwalben träumen (Vinothek Erwin Österreich, Badener Straße 56, 2511 Pfaffstätten, 19:00)

Alma Hasun, Petra Morzé und Manuel Rubey lesen Arthur Schnitzler (Thermalbad Bad Vöslau, Maital 2, 2540 Bad Vöslau, 19:30) Leopold Altenburg: Der Kaiser und sein Sonnenschein (Gabillonhaus Grundlsee, 8990 Bad Aussee, 19:30) Kriminacht Zipf: Klaudia Blasl, Herbert Dutzler, Harry Kämmerer (Zipfer Brauerei, Zipf 22, 4871 Neukirchen an der Vöckla, 20:00)

MITTWOCH, 10. 7.

SONNTAG, 14. 7.

Alfred Komarek: Smartphone aus – Fantasie an! (Arkadenhof Freiung 35 Wels, Freiung 35, 4632 Pichl bei Wels, 20:00)

Antonio Fian: Dramolette und Limericks. Literarische Sonntagsmatinee (Gailtaler Heimatmuseum, Sammlung Georg Essl, Möderndorf 1, 9620 Hermagor, 11:00) Nava Ebrahimi: „Sechzehn Wörter“ und Omar Khir Alanam: „Danke“ und Lyrik in verschiedenen Sprachen – Internationales Lesefest (Garten Buschenschank Simmler, Simmlerweg 26, 8230 Hartberg, 17.00)

SONNTAG, 7. 7.

DONNERSTAG, 11. 7.

Erika Pluhar: Anna. Eine Kindheit (Zentrum Feldbach, Ringstraße 9, 8330 Feldbach, 19:30) Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker: Wir sind super! Die österreichische PsycherlAnalyse (Kurhaus Semmering, 2680 Semmering, 19:30) O-Töne: Eröffnung mit Clemens J. Setz, Barbara Zeman. Moderation: Daniela Strigl; Konzert: Alicia Edelweiss & Lukas Lauermann. (Haupthof, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, 20:00) Ursula Wiegele, Nava Ebrahimi: Musik: Matthias Forenbacher – Le Monde Diplomatique (Funkhausteich, ORF-Landesstudio Steiermark, Marburger Straße 20, 8042 Graz, 20:00)

DONNERSTAG, 18. 7.

Gertrude Maria Grossegger, Silvana Cimenti (Funkhausteich, ORF-Landesstudio Steiermark, Marburger Straße 20, 8042 Graz, 20:00)

Europa Erlesen – Erhören – Diskutieren (Schloss Porcia, Burgplatz 1, 9800 Spittal an der Drau, 11:00) Sepp Dreissinger: Thomas Bernhard, Maria Lassnig, Das Wiener Kaffeehaus (Thomas Bernhard Haus Ohlsdorf, Obernathal 2, 4694 Ohlsdorf, 11:00) Salzkammergut Festwochen Literatur: Herbert Föttinger liest aus Thomas Bernhard: „Frost“ und Sepp Dreissinger: „Immer noch Frost“ (Thomas Bernhard Haus Ohlsdorf, Obernathal 2, 4694 Ohlsdorf, 19:30) DONNERSTAG, 25. 7.

Alex Beer: Der dunkle Bote (Bauernmühle Mattersburg, Schubertstraße 53, 7210 Mattersburg, 19:00) SAMSTAG, 27. 7.

Hildegard Schmoller und Václav Šmidrkal: Nachbar. Ein österreichisch-tschechisches Geschichtsbuch (Gutshof Fratres, Fratres 11, 3844 Waldkirchen an der Thaya, 15:00) Ursula Krechel: Geisterbahn (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) SONNTAG, 28. 7.

Robert Streibel: Der Wein des Vergessens, Spaziergang und Buchbesprechung im Rahmen des Glatt & Verkehrt Festivals (Pfarrplatz, 3500 Krems an der Donau, 10:30) Sandra Cervik & Herbert Föttinger: Dir mit Leib und Seele – du Hund! (Südbahnhotel Semmering, Semmering, 2673 Semmering, 14:00) Michael Schottenberg: Von neuen Welten und Abenteuern (Summerstage, Roßauer Lände, 1090 Wien, 20:00) MONTAG, 29. 7.

FREITAG,19. 7.

Werner Freudenberger: „An smaragdgrünen Flüssen“ (Waldarena Velden, 9220 Velden am Wörthersee, 20:00)

Tanja Raich: Jesolo, im Rahmen des Festivals Literatur und Wiese (Erlauftalufer vor der NÖ-Halle, Volksfestplatz 3, 3250 Wieselburg, 19:30)

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