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Anzeiger 5/19

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5 2019

anzeiger

Das Magazin ˛ r die österreichische Buchbranche

Wild und motiviert

Kalender & Non-Books

Die europäische Kultur

Warum Lehrlinge eine Investition in die Zukun˜ sind – auch des eigenen Unternehmens

Sommer ist Kalendersaison: Besondere Entdeckungen ˛ r Literatur- und Fotofans

Der serbische Autor Marko Dini° erklärt, wie er in die deutschsprachige Literatur passt

ANZEIGER-Titelseite ursula cerha.qxp_Layout 1 15.05.19 02:29 Seite 1

NEU „Der Traum vom alten Russland. Eine Autorin auf Spurensuche nach ihren Wurzeln: Ursula Cerha schildert die Geschichte ihrer russischen Vorfahren. Über Glück. Vertreibung und Verlust.“

Günther Haller, Die Presse, 9.3.2019

„Lesenswert! Eine gute solide Familiengeschichte mit großartigen historischen Bezügen zu einem Land und einer Revolution, von der zumindest ich noch nicht so viele Details gehört habe.“

Andrea Wögerbauer in Lovelybooks, 14.5.2019

… der etwas andere Blick auf Russland …

FA LT E R V E R L A G S G E S E L L S C H A F T M . B . H . , M A R C -AU R E L - S T R A S S E 9 , 1 0 1 1 W I E N

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ES IST UNS ALLES NUR GELIEHEN DIE GESCHICHTE EINER RUSSISCHEN FAMILIE

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Man erlebt sowohl den großbürgerlichen russischen Alltag wie auch die lebhafte, für viele Menschen zerstörerische russische Geschichte von 1812 bis weit über die Russische Revolution hinaus.

Renate Wagner-Wesemann, Online-Merker, 27.2.2019

Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten

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BRUCKNER DOKUMENTE & STUDIEN 19

Neuerscheinung:

BRUCKNER ANDREA HARRANDT

ANTON BRUCKNER IN BAYREUTH

DOKUMENTE & STUDIEN 19

A N TON BRUCK N E R INSTIT U T LIN Z

(Erscheinungstermin: Juni 2019)

Anton Bruckner, Dokumente und Studien Band 19, Anton Bruckner in Bayreuth von Andrea Harrandt „Die Zeit, die Bruckner in Bayreuth, in der nächsten Nähe seines angebeteten ‚Meisters‘ verbrachte, war vielleicht die glücklichste seines ganzen Lebens. Sein Auge leuchtete jedesmal seltsam auf, sobald er auf sie zu sprechen kam ...“, berichtete Carl Hruby in seinen Erinnerungen an Anton Bruckner (Wien 1901). Die Beziehung zwischen Bruckner und Wagner wird sowohl in der musikwissenschaftlichen Fachliteratur wie auch in Erinnerungsberichten, Anekdoten, Geschichtchen usw. immer wieder mehr oder weniger ausführlich behandelt. Zweifellos nahm Wagner in Bruckners Leben eine bedeutende Stellung ein, doch beruhte dieses Verhältnis durchaus nicht auf Gegenseitigkeit. Bruckner ohne Wagner ist schwer denkbar, Wagner ohne Bruckner jedoch schon. Die Bayreuth-Aufenthalte stellten Höhepunkte im Jahresverlauf Bruckners dar. Von Bruckner selbst liegen nur wenige Zeugnisse seiner Aufenthalte in Bayreuth vor. Dennoch war es das Ziel dieser Arbeit, Bruckners Bayreuther Aufenthalte möglichst umfassend anhand verschiedenster Dokumente darzustellen und gleichzeitig einen Einblick in das Festspielgeschehen seiner Zeit zu geben. Ebenso sollten seine Zusammentreffen mit Richard Wagner sowie sein Erleben der Musik Wagners in Linz, München, Bayreuth und Wien thematisiert werden. 286 Seiten, Format 17 x 24 cm, broschiert MV 117, ISBN 978-3-903196-04-9, € 42,40 (exkl. Mwst.)

Österreichische Nationalbibliothek – Internationale Bruckner-Gesellschaft Patronanz: Wiener Philharmoniker Neuerscheinung:

Symphonie Nr. 4 in Es-Dur Zweite Fassung herausgegeben von Benjamin M. Korstvedt Die neue kritische Ausgabe berücksichtigt erstmals sämtliche erhaltenen handschriftlichen Quellen, einschließlich des Uraufführungsmaterials von 1881. Insbesondere die musikalisch wichtigen Taktwechsel im Finale sowie die Erläuterung des von Bruckner beabsichtigten Temposchemas sind ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu bisherigen Editionen. Mit ausführlichem Vorwort und Editionsbericht in Deutsch und Englisch Format 24,5 x 33 cm, Leinenbindung mit Prägung NB 4/2-DIR ISMN 979-0-50025-301-3, ISBN 978-3-902681-40-9 (Erscheinungstermin: Juni 2019)

Bereits erschienen:

Symphonie Nr. 1 in c-Moll Fassung von 1868 („Linzer Fassung“) herausgegeben von Thomas Röder Die sogenannte „Linzer Fassung“ der 1. Symphonie liegt hier erstmals in der Gestalt gedruckt vor, wie sie bei ihrer Uraufführung 1868 in Linz erklungen ist. NB 1/1-DIR ISMN 979-0-50025-300-6, ISBN 978-3-902681-35-5

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Entdeckungsreisen – 154. Jahrgang –

„Ich freue mich auf die beiden neuen Vorsitzenden Helmut Zechner und Franz Lintner“ Johannes Gans, Eva Wrazdil Weingeschichten aus Friaul

Gustav Soucek

Z

wei neue Vorsitzende in den Fachverbänden Buchhandel und Grossisten! Im April, bei den Sitzungen und Versammlungen des HVB, wurden die personellen Veränderungen vollzogen. Ich möchte mich daher bei dieser Gelegenheit bei Christian Langer für sein irken als Vorsitzender des Verbands der österreichischen Buchgrossisten bedanken und auch Erwin Riedesser, dem langjährigen Vorsitzenden des Österreichischen Buchhändlerverbands, für seine vielen Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit Dank sagen. Gleichzeitig freue ich mich auf Helmut Zechner (Buchhandel) und Franz Lintner (Buchgrossisten), die beiden neuen Vorsitzenden. Diesmal stellt Helmut Zechner seine Vorhaben vor, in der nächsten Ausgabe ist Franz Lintner an der Reihe (S. 11).

„Mandi!“, das bedeutet: „Komm herein, nimm Platz und trink ein Glas Wein mit mir!“ Eine Reise zu 40 Weingütern. 160 Seiten, Hardcover 17 x 24 cm, durchgehend farbig bebildert ISBN 978-3-7025-0925-5, € 25,–

Mit den Vollversammlungen im April wurde auch der Tätigkeitsbericht 2018 des HVB an seine Gremien übergeben, bitte schreiben Sie mir, wenn Sie Interesse daran haben und ihn direkt beziehen möchten. Es ist durchaus eindrucksvoll, wenn man geballt auf wenigen Seiten liest, was sich in einem Jahr in der Buchbranche so getan hat. Mit dieser anzeiger-Ausgabe, 5/2019, haben wir auch schon die Jahrestagung hinter uns. Spannende Referenten, Diskussionen, Netzwerke. Das ist das Ziel dieses Branchentreffs, den wir heuer am Grundlsee abgehalten haben. Bitte melden Sie sich bei mir mit Inputs und Vorschlägen für die näch te Jahrestagung, aber auch für alles ande e an Themen, die Sie bewegen oder die wir bewegen sollen.

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

In „Essenziell“ geht es diesmal um eines der Herzstücke der Branche: den Buchhandelsnachwuchs. Warum es sich lohnt, junge Menschen für die B anche zu begeistern, und Lehrlinge eine langfristige Investition ins eigene Unternehmen sein können, lesen Sie ab S. 12. Dass HVB-Mitglieder besonders innovativ und originell sind, zeigen die Porträts. Wir stellen Ihnen Melanie Hofin er (Buchhandlung Veritas by Melanie Hofin er), Michael Kratochvil (Buchhandlung Kuppitsch), Lois Lammerhuber (Edition Lammerhuber) und Petra Hofer (Grätzlbuchhandlung Lainz) vor (ab S. 28). Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dieser aktuellen Ausgabe des anzeigers und freue mich über persönliche Begegnungen bei unseren weiteren Branchenevents.

Keltische Siedlungen, Naturjuwelen, Schlösser, Traunschifffahrt, kaiserliche Jagdreviere, prunkvoll ausgestattete Kirchen. Beeindruckend bebildert! 208 Seiten, Hardcover 21 x 24 cm, durchgehend farbig bebildert ISBN 978-3-7025-0927-9, € 28,–

Gustav Soucek HVB-Geschäftsfü er

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Peter Pfarl, Karin und Wolfgang Mayerhoffer Die Traun

Lesen Sie uns kennen. www.pustet.at

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– Inhalt –

H e r a u s g e b e r : Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Gustav Soucek A b o v e r w a ltu n g : Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at M e d ie n in h a b e r, K o n z e p t, R e d a k tio n u n d P r o d u k tio n : Falter Verlagsgesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at C h e fr e d a k tio n : Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 G e s c h ä fts fü h r u n g : Siegmar Schlager A n z e ig e n le itu n g : Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar H e r s te llu n g : Grasl FairPrint, Bad Vöslau

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Lehrlinge einzustellen ist eine Investition – auch in das eigene Unternehmen. Was sie der Branche bringen

Mit dem Sommer beginnt die Kalender-Saison: für Li eraturund Fotofans

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HVB-Mitglieder: Buchhändlerin Melanie Hofin er im Porträt

Der serbische Autor Marko

Dinić über die deutschsprachige Literaturwelt

KURZ GESAGT

KLASSIKER

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Gemeinsame Muster Mustervertrag für Übe setzungen

Neu entdeckt Leonardo da Vinci

WISSENSWERT

HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

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Kurzmeldungen mit: Europa für jun e Verlagsleute, KNV-Insolvenz, MANZ-Gruppe, Österreichischer Buchhandlungspreis, Ehrenpreis für rancesca Melandri, Staatspreis für Europäische Literatur, Mustervertrag für Übe setzungen, Deutscher Sachbuchpreis, Ö1-Monatsbuch, Personalia, Otto Müller Verlag, HVB-Verdienstmedaille für Gerald Schantin, HVB-Ehrennadel für And ea Mayer, Schönste Bücher Österreichs, Das Who’s who im HVB, Helmut Zechner im Gespräch

ESSENZIELL

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Viele wilde, motivierte und selbstbewusste Junge Lehrlinge einzustellen ist eine Investition in die Zukunft – uch des eigenen Unternehmens

SELBSTREDEND

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Marko Dinić Im Gespräch mit Erich Klein

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Kontinent Kinderbuch „Oldies Are Goldies“ von Karin Haller

KURZ VOR SCHLUSS

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Gastkommentar Jochen Jung zur Lage der Branche

STANDARDS

SCHWERPUNKT

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Melanie Hofin er Buchhandlung Veritas Michael Kratochvil Buchhandlung Kuppitsch Lois Lammerhuber Edition Lammerhuber Petra Hofer Grätzlbuchhandlung

Schönes nicht nur für den trand Entdeckungen im Kalender- und Non-Book-Bereich

TITELSCHUTZ 11 MONATSBESTSELLER 24 MONATSBESTENLISTEN 26 BUCHTERMINE 38

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I F O T O S : C H R I S T O P H E R M AV R I C , S T E F A N K N I T T E L , U N S P L A S H

IMPRESSUM

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– Kurz gesagt –

Gemeinsame Muster DIE ERSTMALS AUSVERHANDELTEN MUSTERVERTRÄGE FÜR ÜBERSETZERINNEN UND ÜBERSETZER EINERSEITS UND VERLAGE ANDERERSEITS SOLLEN AUF FAIRER BASIS KLÄREN, WAS BISHER UNKLAR WAR. WIE SIEHT DAS DIE BRANCHE?

Bisher herrschte der Dschungel The proof of the pudding is in the eating. Beide Seiten haben Zeit und auch guten Willen investiert, und nun liegt mit dem Mustervertrag für Literaturübersetzungen eine rechtssichere Basis für die Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Übersetzerinnen und Übersetzern vor, die beider Interessen Werner Richter angemessen berücksichtigt. Klar, ein ist Vorsitzender der Kompromiss, aber bisher herrschte im IG Übersetzerinnen Grunde der Dschungel, was ÜbersetÜbersetzer zungsverträge anging. Ab jetzt gibt es eine Vorgabe, an die sich alle halten sollten. Besonders freut mich die Option der „nicht verrechenbaren Beteiligung“ – eine Honorarvariante, die uns auch nicht reich machen wird, aber unserem Urheber(innen)status angemessen Rechnung trägt.

Bewusstsein für den Wert der Arbeit Jetzt gibt es ihn dank der beharrlichen Bemühungen der „IG Übersetzerinnen Übersetzer“ auch hierzulande! Ein wichtiger Schritt hin zu besseren Vertragsbedingungen, Maria denn was in Deutschland längst Weissenböck Usus ist, musste man bei österreiist Übersetzerin in chischen Verlagen oft mühsam verÖsterreich handeln (die Beteiligung am Erlös der verkauften Exemplare und an den Nebenrechten etwa). Wünschenswert wäre, dass der Mustervertrag dazu beiträgt, das Bewusstsein für den Wert unserer Arbeit zu steigern, und sich positiv auf unsere Bezahlung auswirkt! Literarisches Übersetzen ist eine anspruchsvolle und wichtige Tätigkeit, wird aber längst nicht angemessen honoriert.

„Was in Deutschland längst Usus ist, musste man bei österreichischen Verlagen oft mühsam erhandeln“

„Der Mustervertrag thematisiert so ziemlich alles, was zwischen Verlagen und Übersetzern regelbar ist“

F O T O S : P. P. W I P L I N G E R , J O H A N N E S K E R N M AY E R , N E L E S T E I N B O R N , K A T H A R I N A F. - R O S S B O T H

Maria Weissenböck

Bessere Ausgangslage für Verhandlungen Musterverträge sind Vorlagen und oft von einer Vertragspartei aufgesetzt. In diesem Fall aber ist der Mustervertrag das Ergebnis eines Punkt für Punkt von der „IG Übersetzerinnen Übersetzer“ und dem Verlegerverband verhandelten und abgestimmten Schrift tücks. Er schafft so eine bessere Ausgangslage für weitere Verhandlungen Annette Lechner auf der Grundlage dieses von beiden Seiist für die echte und ten bereits akzeptierten Rahmens und ein Lizenzen bei Zsolnay/ faireres Miteinander. Wenn jeder VertragsDeuticke zuständig partner in Anerkennung der jeweiligen Rechte und Pflich en den Beitrag des anderen am gemeinsamen Übersetzungsprojekt wertschätzen kann, kommt dies diesem und allen nur zugute.

Alexander Potyka

Symbol der wechselseitigen Wertschätzung Vier Jahre nach der Unterzeichnung des Musterverlagsvertrags für Autorinnen und Autoren in Österreich gibt es nun auch für Übersetzungen ein entsprechendes Vertragsmuster. Das ist nicht nur ein Symbol der wechselseitigen Wertschätzung und Alexander Potyka des Bemühens um Transparenz, (Picus Verlag) ist es ist vor allem eine wunderbare Vorsitzender des Grundlage für künfti e VereinbaÖsterreichischen rungen. Denn der Mustervertrag Verlegerverbands thematisiert so ziemlich alles, was zwischen Verlagen und Übersetzerinnen und Übersetzern regelbar ist, und empfiehlt Formeln dafü . Damit ist ein ausgewogener Standard gesetzt, ohne die prinzipielle Vertragsfreiheit infrage zu stellen.

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– Wissenswert –

Europaweit vernetzen Ein Projekt des Europäischen Verlegerverbands bringt junge Verlagskräfte nach Brüssel

KNV-Insolvenz: Eigentumsvorbehalt

Vom 23. bis 25. September 2019 haben zwei junge Verlagskräfte aus Österreich die Chance auf einen Austausch der besonderen Art. Zu diesem Datum lädt der Europäische Verlegerverband (FEP) unter dem Titel „Young Publishing Professionals in Brussels“ (YPPiB) junge Verlagsmenschen aus allen Mitgliedstaaten des FEP in die belgische Hauptstadt ein. „Es geht darum, einander kennenzulernen, die Vielfalt und die verlegerischen Herausforderungen in den verschiedenen EU-Mitgliedsländern zu sehen und wie sehr diese von der europäischen Gesetzgebung beeinflus t werden“, betont HVB-Präsident Benedikt Föger. Zudem können die Teilnehmenden an der Verleihung des Literaturpreises der Europäischen Union (EUPL) teilnehmen. Es gilt laut Föger, der die Funktion des Schatzmeisters der FEP innehat, auch „die nächste Generation dafür zu begeistern und zu motivieren“.

Nachdem der HVB und sein Schwesterverband aus der Schweiz, der SBVV, beim Insolvenzverwalter von KNV intervenierten, kann nun bestätigt werden: Der Eigentumsvorbehalt ohne vertragliche Regelung gilt auch für Verlage aus diesen beiden Ländern – nicht nur für Verlage mit Sitz in Deutschland. In der Praxis bedeutet dies, dass Verlage, die von der KNV-Insolvenz betroffen sind, bis zur vollständigen Bezahlung das Eigentum an ihren Büchern behalten, zumindest so lange diese sich noch im Lager des belieferten Händlers bzw. Großhändlers befinden. Alle noch nicht bezahlten Bücher, die KNV am 14. Februar 2019 auf Lager hatte und die noch nicht an den Buchhandel weiterverkauft wurden, sind weiterhin Eigentum der Verlage. Das Insolvenzverfahren gegen sechs der sieben insolventen Gesellschaften von KNV wurde am 1. Mai am Amtsgericht Stuttgart eröffnet. KNV konnte 95 Prozent seines bisherigen Einkaufvolumens bei den Verlagen erreichen.

Die Eigentümerfamilien der MANZ-Gruppe, Stein und Fliri, haben die Anteile, die der niederländische börsennotierte Konzern Walters Kluwer B.V. seit 1997 an der MANZ’schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung gehalten hatte, rückwirkend zum 1. 1. 2019 zurückgekauft. Während GruppenCEO Susanne Stein-Pressl die positiven Aspekte der Partnerschaft herausstrich, betonte sie im Gespräch, dass durch die nun wieder erlangte Eigenständigkeit Kooperationen und Allianzen leichter möglich seien. So sagte Stein-Pressl zum anzeiger: „Im Bereich Legal Tech können wir uns zum Beispiel eine stärkere Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen vorstellen. Der Einstieg von MANZ bei Startup Simplex ist ein solches Beispiel.“

Elisabeth Stein-Pressl

Die Reisekosten werden gleichermaßen zwischen dem entsendenden Verlag und dem HVB aufgeteilt. Bewerbungsunterlagen in Form eines tabellarischen Lebenslaufs und eines Empfehlungsschreibens sollten bis Ende Mai an den HVB-Geschäftsfü er Gustav Soucek (soucek@hvb.at) gesendet werden.

Die Besten im Handel Die Verleihung des Österreichischen Buchhandlungspreises 2019 Fünf Buchhandlungen haben den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Österreichischen Buchhandlungspreis 2019 erhalten. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen einer Preisverleihung am 25. April von Jürgen Meindl, Sektionschef der Sektion II: Kunst und Kultur, und vom HVB-Präsidenten Benedikt Föger vorgenommen. Ausgezeichnet wurden die Buchhandlungen Buchkontor (Wien), Büchersegler (Graz), Buch-Café im Lippott-Haus (Kufstein), Fürstelberger (Linz) und Neudorfer (Vöcklabruck).

Die fünf be ten Buchhandlungen des Landes

Ehrenpreis

Eigenwilliges Werk

Es ist die größte Ehrung, die der österreichische Buchhandel zu vergeben hat: Die in Rom geborene Autorin Francesca Melandri bekommt den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. „Melandri trägt zu einem neuen und besseren Verständnis der unterschiedlichen Kulturen und Gesellschafte Europas bei“, so HVB-Präsident Benedikt Föger. Der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis wird seit 1990 vom HVB und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer (WKO) ausgerichtet.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur 2019 (Dotation: 25.000 Euro) geht an den französischen Autor Michel Houellebecq. „Als Schöpfer eines höchst eigenwilligen literarischen Werks ist Michel Houellebecq eine der einfluss eichsten Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur“, so die Jury. „Seine drastischen Plots verblüffen durch krasse Überzeichnungen, verquere Peripetien und sprachlichen (Wahn-)Witz.“ Der Jury gehörten Benedikt Föger, Walter Grond, Claudia Romeder, Daniela Strigl und Norbert Christian Wolf an.

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Familiensache

Junge Verlagsmenschen treffen sich in Brüssel

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– Wissenswert –

Partnerschaftli hkeit und Fairness

Ö1-Monatsbuch

Erstmals wurde ein Mustervertrag für Übersetzungen ausverhandelt Der Österreichische Verlegerverband und die IG Übersetzerinnen Übersetzer haben am 16. April einen Mustervertrag für den Abschluss von Vereinbarungen für Übersetzungen unterschrieben. Die Unterzeichnung wird als Zeichen von Partnerschaftlichkeit und Fairness gewertet. Mitglieder der Verbände sollen zukünftig das Muster anwenden und nicht ohne Grund zu Lasten von ÜbersetzerInnen davon abweichen.

Alexander Potyka und Werner Schneider

„Bella Ciao“ (Diogenes) von Raffaella Romagnolo ist Ö1 Buch des Monats Mai. Giulia Masca kommt als gemachte Frau zurück in das Städtchen ihrer Kindheit im Piemont, wo sie noch eine Rechnung offen hat. Das Ö1 Buch des Monats ist eine neue, exklusive Aktion für HVBBuchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

Neuer Preis für achbücher „Wir brauchen Sachbücher mehr denn je“, findet Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. So verwundert es nicht, dass der Börsenverein einen neuen Preis für „herausragende deutschsprachige Sachbücher“ angekündigt hat. Ab 2020 soll der Deutsche Sachbuch-

preis jährlich verliehen werden. Ausgezeichnet werden Sachbücher mit gesellschaftlicher Relevanz, die Einreichung ist fü Mitglieder des Börsenvereins, des Hauptverbandes oder des SBVV möglich. Insgesamt ist der Preis mit 42.500 Euro dotiert, für den Gewinnertitel gibt es 25.000 Euro.

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– Wissenswert –

Verdienstmedaille

Personalia Pia Gsellmann verstärkt seit Anfang April das Kommunikationsteam des Wiener G&G Verlags. Zuvor war Gsellmann 22 Jahre beim Buchklub der Jugend tätig. Seit April 2019 hat Claudia Hahnekamp-Propst die Programmleitung Steuerrecht im L i n de V e r l a g inne. Die Juristin und geprüfte Steuerberaterin war bis dahin bei LeitnerLeitner für teuerrechtliche Fragestellungen tätig. Dani Landolf, Geschäftsfü er des Schweizer Buchhändlerund Verleger-Verbands SBVV, beendet sein Amt auf eigenen Wunsch mit Jahresende. Es sei an der Zeit, „noch mal etwas Neues anzupacken“.

R. Moritz, I. Wolff, S. Samtleben, A. Kleibel

Sonderdruck Es war eine besondere Idee, einen engagierten Buchhändler zu ehren: Der Salzburger Otto Müller Verlag überraschte Stephan Samtleben, Inhaber der gleichnamigen Hamburger Buchhandlung, mit einem limitierten Sonderdruck von Iris Wolffs Roman „So tun, als ob es regnet“. Verleger Arno Kleibel überreichte gemeinsam mit der Autorin und dem Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz, die spezielle Ausgabe. Der Hamburger Buchhändler hatte sich besonders für die Autorin und die Verbreitung ihres Romans eingesetzt. Die auf 50 Stück limitierte Sonderaufla e wurde extra für die Buchhandlung an efertigt.

Im Rahmen der HVB-Jahrestagung im steirischen Salzkammergut wurde Gerald Schantin, langjähriger Geschäftsfü er von Mohr Morawa und ehemaliger Präsident des HVB, die Verdienstmedaille für herausragende Verdienste um die österreichische Buchwirtschaft verliehen. Es ist die höchste Auszeichnung der österreichischen Buchbranche. HVB-Präsident Benedikt Föger übergab die Ehrung, der steirische Autor Alfred Komarek hielt die Laudatio. Das Wohl der gesamten Branche sei seit jeher Schantins großes Anliegen, hieß es zur Ehrung. Unter seiner Leitung wurde Mohr Morawa zum Marktfüh er der Buchauslieferungen in Österreich. Insgesamt zwei Amtsperioden, von 2009 bis 2015, war Schantin Präsident des Hauptverbands.

B. Föger, A. Komarek und G. Schantin

Außerordentlich interessiert Der Welttag des Buches wurde im Hauptverband in diesem Jahr besonders gefeiert. Im Rahmen der Abendveranstaltung „Buch-Haltung“ in der Bibliothek des Palais Fürstenberg wurde die Kabinettsdirektorin der Präsidentschaftskanzlei, Andrea Mayer, mit der Ehrennadel des HVB ausgezeichnet. Sie wird für außerordentliche Verdienste für das Verlagswesen und die Buchbranche verliehen. Die sechzig geladenen Gäste wurden zu Beginn des Abends von HVB-Präsident Benedikt Föger begrüßt. In einem Gespräch zwischen der niederösterreichischen Autorin Eva Rossmann und „Die Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak zum Welttag ging es um das Buch an sich und die WelttagsAnthologie „Anfän e. Jahrgang 2019“ im Speziellen. Höhepunkt des Abends war jedoch die Verleihung der Ehrennadel an die Germanistin, Historikerin und Juristin Andrea Mayer: Von 2007 bis 2018 war Mayer Sektionsche-

offen für unsere Anliegen, sie war aufrichtig interessiert, akkurat informiert und in der Lage, sich ein eigenes Bild zu machen“, so der Vorsitzende des Verlegerverbands, Alexander Potyka, in der Laudatio. Besonders ihre Lust am Gestalten und am Ermöglichen strich Potyka hervor: „Was wir – die gesamte Buchbranche und die Welt der Literatur in Österreich und damit auch über die Grenzen des Landes hinaus – ihr verdanken, ist gar nicht in Worte zu fassen.“ Zu den von Mayer gefö derten Projekten für die Branche gehörten etwa die BUCH WIEN seit ihAndrea Mayer erhielt bei der Veranstaltung „Buch-Haltung“ die Ehrennadel des HVB

rem Bestehen sowie die Erweiterung um die Lange Nacht der Bücher, eine Erhöhung der

fin der Abteilung Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt (bis 2014 im damaligen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur), bevor sie als Kabinettsdirektorin in die Präsidentschaftskanzlei von Bundespräsident Alexander Van der Bellen berufen wurde. „Andrea Mayer war nicht nur immer

Förderungen für Verlage, Literaturhäuser und Literaturstipendien sowie der Österreichische Buchpreis oder der Erhalt des Mehrwertsteuersatzes von zehn Prozent auf Bücher. Die Ehrennadel des Hauptverbands sei bloß ein kleines Zeichen für den großen Dank, den die Branche Andrea Mayer schulde, schloss Potyka seine Rede ab.

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Am Welttag des Buches erhielt Andrea Mayer die Ehrennadel für Verdienste um das Verlagswesen und die Buchbranche

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– Wissenswert –

Kopfband, adenheftung, orsatz und Prägung Die schönsten Bücher Österreichs feiern das Buch als Gesamtkunstwerk Was ein schönes Buch ausmacht, ist keine feste Größe. Gestaltung, Druck und spannende Konzepte kann man allerdings durchaus vergleichen. Die 15 schönsten Bücher Österreichs werden jährlich vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt der Republik Österreich ausgezeichnet. Drei dieser Werke erhalten außerdem den Staatspreis, der mit jeweils 3.000 Euro dotiert ist. Die Fachjury wählte aus 176 Einreichungen des Jahrgangs

2018 die Preisträger aus. Sie sollen das kreative Potenzial des Mediums Buch zeigen und die Grenzen des Möglichen erweitern. Die Jury 2018 bestand aus Sarah Bogner (Verlegerin, Harpune Verlag), Walter Havlicsek (08/16 Printproduktion), Johannes Kößler (Buchhändler, Seeseiten), Pasha Rafiy (Artdirector, Die Presse), Nik Thoenen (Gestalter) und Christine Zmölnig (Gestalterin).

STAATSPREISE:

PREISTRÄGER:

25 Jahre Schwazer Stadtschreiber. Anthologie 2018 (Eigenverlag Literaturforum Schwaz)

Ein bisschen wie du / A little like you (Zaglossus) von Christine Aebi, Lilly Axster, Henrie Dennis und Jaray Fofana Gestaltung: Frederik Marroquin Druckerei: Wolfau-Druck AG

JENNY (Walter de Gruyter) Zahlen, bitte! (Falter Verlag) Raum Annähern (Eigenverlag) Babette Mangolte (Sternberg Press) My Father Never Cut His Hair (Luftschacht

F O T O S : M I C H A E L G O L D G R U B E R , B E I G E S T E L LT

MACH’S MAUL AUF! (Eigenverlag) Gestaltung: Maximilian Strische Druckerei: Höhere Graphische Bundeslehranstalt

Arnold Schönberg & Jung Wien (Arnold Schönberg Center privatstiftung) Andreas Lechner – Entwurf einer architektonischen Gebäudelehre (Park Books) Salz (Eigenverlag)

Milk / Milch (Passagen Verlag) Herausgegeben von Irini Athanassakis Gestaltung: Nik Thoenen Druckerei: Grasl Druck & Neue Medien GmbH

ARNO RINK. Ich male! (Hirmer Verlag) Die Kamera ist grausam (Verlag für moderne unst) Loomshuttles, Warpaths. (Spector Books)

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– Wissenswert –

Das Who’s who im HVB Die Vorstandssitzungen und die Hauptversammlung haben zu einer Neuaufstellung des Präsidiums und der Vorsitzenden im Hauptverband geführt PRÄSIDIUM Benedikt Föger (Präsident) Franz Lintner (Vizepräsident) Alexander Potyka (Vizepräsident) Helmut Zechner (Vizepräsident) HAUPTVORSTAND Benedikt Föger (Präsident) Verena Brunner-Loss Georg Büchner Gottfried Ennsthaler Arno Kleibel Franz Lintner Herbert Ohrlinger Alexander Potyka Robert Schoisengeier Bernhard Spiessberger Helmut Zechner Thomas Zehetner

ANTIQUARE Michael Steinbach (Vorsitzender, Buch- und Kunstantiquariat Michael Steinbach, Wien) Erhard Löcker (Antiquariat Löcker, Wien) Clemens Paulusch (Antiquariat Clemens Paulusch, Wien) Robert Schoisengeier (Antiquariat Burgverlag, Wien) Daniela Wildner (Buch- und Kunstantiquariat Wildner, Graz) VERLAGSVERTRETER Bernhard Spiessberger (Vorsitzender, Wien) Hans Jobst (Puchenau) Seth Meyer-Bruhns (Wien) GROSSISTEN Franz Lintner (Vorsitzender, Medienlogistik Pichler-Öbz, Wiener Neudorf ) Gottfried Ennsthaler (Ennsthaler, Steyr)

Rainer Fritthum (Mohr Morawa, Wien) Andreas Gausterer (KÖBU DATA, Wien) Christian Konrad (Ikon, Brunn/Gebirge) BUCHHÄNDLER Helmuth Zechner (Vorsitzender, Heyn, Klagenfurt) Stephan Bair (Tyrolia, Innsbruck) Gerhard Bauer (Facultas, Wien) Bernhard Borovansky (Buchmedia, Wien) Verena Brunner-Loss (Buchhandlung Brunner, Höchst) Georg Büchner (Morawa, Wien) Elisabeth Gläser (Bücher & Geschenkeladen, Wien) Andreas Gruber (Buch-Logistik-Vertrieb-Systeme E. u.) Oliver Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien) Karl Hintermayer (Hintermayer, Wien) Michael Kratochvil (Kuppitsch, Wien) Markus Renk (Wagner’sche, Innsbruck) Susanne Stein-Pressl (Manz, Wien) Bettina Wagner (Seeseiten, Wien) Alice Wirthmiller (Wirthmiller, Saalfelden) Thomas Zehetner (Thalia, Linz) VERLEGER Alexander Potyka (Vorsitzender, Picus, Wien) Iris Blatterer (E. Dorner, Wien) Konstanze Borovansky (Braumüller, Wien)

Nikolaus Brandstätter (Brandstätter Verlag, Wien) Benedikt Föger (Czernin, Wien) Hildegard Gärtner (Jungbrunnen, Wien) Georg Glöckler (G&G, Wien) Arno Kleibel (Otto Müller, Salzburg) Katarzyna Lutecka (Amalthea Signum, Wien) Herbert Ohrlinger (Zsolnay, Wien) Matthias Opis (Styria, Graz) Helmuth Pany (Doblinger, Wien) Ludwig Paulmichl (Folio, Wien) Alexander Potyka (Picus, Wien) Claudia Romeder (Residenz, Wien) Rüdiger Salat (Facultas, Wien) Martin Scheriau (Kremayr & Scheriau, Wien) Siegmar Schlager (Falter, Wien) Andreas Stein (Manz, Wien) Dorothea Zanon (Haymon, Innsbruck) RECHNUNGSPRÜFUNG Christian Konrad (Ikon, Brunn/Gebirge) Siegmar Schlager (Falter, Wien) WAHLMÄNNER UND WAHLFRAUEN Andreas Gausterer (KÖBU DATA, Wien) Andrea Lhotzky (Lhotzkys Literaturbuffet, Wien) Elmar Weixlbaumer (Goldegg Verlag, Wien)

F O T O S : C H R I S T I N E S T R U Z , K AT H A R I N A R O S S B O T H

v.l.n.r. Alexander Potyka, Helmut Zechner, Benedikt Föger und Franz Lintner KOOPTIERTE MITGLIEDER IM HAUPTVORSTAND Bernhard Borovansky Rainer Fritthum Hildegard Gärtner Markus Renk Martin Scheriau Siegmar Schlager Bettina Wagner

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Freundlichkeit für den Er olg Helmut Zechner von der Klagenfurter Buchhandlung Heyn erklärt als neuer Vorsitzender des Österreichischen Buchhändlerverbands seine Pläne für die Branche Herr Zechner, Sie sind nun Vorsitzender des Österreichischen Buchhändlerverbands und gleichzeitig Vizepräsident des HVB. Warum engagieren Sie sich in der Verbandsarbeit? Helmut Zechner — Ich wurde mehrfach gefragt, ob mich diese Funktion interessieren würde. Nach anfänglichem Zögern habe ich mich überzeugen lassen, dass ich für die Branche in dieser Position doch das eine oder andere Positive erreichen kann. Das will ich nun versuchen. Welche Pläne haben Sie? Zechner — Mir ist wichtig, dass sich der HVB neben seiner Arbeit für die Buchhandlungen in Wien bzw. im Osten Österreichs noch mehr den Wünschen und Bedürfnissen der Buchhandlungen in den anderen Bundesländern öffnet. Ebenso sind mir Transparenz bei Entscheidungen, Kommunikation, aber auch Ideen zu innovativen Lösungsansätzen für stationäre Buchhandlungen ein Anliegen. Ein ganz besonders wichtiger Punkt ist, unseren Mitgliedern die zwingende Notwendigkeit von Service und Freundlichkeit im Umgang mit Kunden nahezubringen. Das ist unsere Chance für die Zukunft. Denn neben

haltigkeit. Wird dieses Thema die Branche weiter beschäftigen Zechner — Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das man sicher noch vorantreiben und verbessern kann. Meiner Einschätzung nach ist aber die weitere Verbesserung von Logistik und Arbeitsabläufen noch wichtiger. Sie sollen uns bei unserer Arbeit am Kunden noch mehr unterstützen.

logistisch einwandfreier Arbeit bietet unser Mitbewerber aus Seattle eine ganz besondere Leistung: Er ist niemals unfreundlich. Das wissen Kundinnen und Kunden sehr zu schätzen. Hier gibt es im stationären Handel leider noch allzu oft Verbesserungspotenzial. In jedem Fall ist es mir ein Anliegen, die Position der Buchhandlungen weiter zu stärken.

Wie sehen Sie die Zukunft des Bu hhandels? Zechner — Wer Menschen, egal ob Kunden oder Mitarbeiter, freundlich, engagiert und mit Respekt behandelt, innovativ ist und vor ungewöhnlichen Ideen nicht zurückschreckt, sich dem Onlinehandel und dem elektronischen Lesen öffnet und die betriebswirtschaftlichen Aspekte beachtet, wird auch in Zukunft seinen Platz am Markt haben. Wer allerdings Erfolgsrezepten von gestern „nachhängt“ oder meint, dass allein das Aufsperren der eigenen Geschäft tür genügt, um weiter am Markt erfolgreich bestehen zu können, wird sich schwer tun.

Die Buchhandlung Heyn steht für innovative Konzepte, gerade auch im Bereich der Nach-

Das kommt: anzeiger 6/2019 im Gespräch mit Franz Lintner

Neu dabei: Helmut Zechner, Vorsitzender des Buchhändlerverbands

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs onate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und e scheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14.

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

(*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Dornbirn in alten Ansichten“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. edition – Steiner Schubertstraße 2, 6850 Dornbirn

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Der Jungbrunnen-Effekt“ Mein Praxisbuch. Wie 16-Stunden-Intervallfasten mit Leichtigkeit gelingt in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Kneipp Verlag in der Verlagsgruppe Styria Lobkowitzplatz 1, 1010 Wien

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Viele wilde, motivierte und selbstbewusste Junge LEHRLINGE EINZUSTELLEN IST EINE INVESTITION IN DIE ZUKUNFT – AUCH DES EIGENEN UNTERNEHMENS. HIER BERICHTEN WIR, WAS DIE JUNGEN BUCHHÄNDLERINNEN UND BUCHHÄNDLER DER BRANCHE BRINGEN Text: Teresa Preis – Illustration: Georg Feierfeil

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arbara Kumpitsch hat schon viele wirklich konkrete Vorstellung davon, was der Lehrlinge betreut. Das gehört zu ih- Job alles mit sich bringt“, erzählt sie, die bereit rer Rolle als Filialleiterin der Buch- verschiedene Veranstaltungen angestoßen handlung Tyrolia in der Innsbrucker Maria- hat. Sei es das literarische Speed-Dating oder Theresien-Straße. Heute kann sich Kumpitsch den Jugendbuch-Lesezirkel für Erwachsene daran erfreuen, wie die Auszubildenden ihren mit dem schönen Titel „Es muss nicht immer Berufsalltag bereichern. „Ich binde die Jungen Rilke sein“. in die Entstehungsprozesse ein und kommuniziere mit ihnen auf Augenhöhe.“ Kumpitsch DIE JUNGEN BRINGEN betont den Vorteil dieser Vorgehensweise: BEGEISTERUNG MIT „Ich bespreche jede neue Idee mit ihnen und Es muss auch nicht immer eine klassische bin dabei immer wieder überrascht, wie viel Ausbildung sein. Das merken immer mehr Input ich bekomme.“ Sie ist mit dieser Erfah- Menschen in der Buchbranche. Die Studie rung nicht allein. Die Zahl der Lehrlinge ist in „Lehrlinge in Wien“ der WKO aus dem Jahr den vergangenen Jahren zurückgegangen, und 2017 ergab, dass 30 Prozent der Lehrlinge manche witterten gar eine Krise, doch diejeni- in der Buchbranche von der AHS kommen, gen in der Branche, die ausbilden, wissen vor 35 Prozent die Matura haben und fünf Proallem von Vorteilen zu berichten. Angefangen zent Studierende sind. Ein Stichwort fällt damit den neuen Perspektiven, die junge Men- bei immer wieder: Begeisterung. Sie gilt der schen und Quereinsteigende einbringen. Möglichkeit, die Liebe zum Lesen mit in die Ausbildung und den Berufsalltag zu nehmen und sie den kommenden Generationen zu ES MUSS NICHT IMMER RILKE SEIN Auch Michael Kratochvil freut sich, wenn vermitteln. Das motiviert junge Buchhänddie jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lerinnen und Buchhändler. Damit sie damit mit ihren Vorschlägen kommen. „Ein Lehr- auch Erfolg haben, arbeitet ein ganzes Netzling bedeutet jedes Mal wieder ein Hinter- werk an engagierten Buchliebhabern in Befragen eigener, eingefahrener Strukturen. trieben und an Berufsschulen. Thomas Mitterlehner, Schulleiter der BeDadurch kommen neue Impulse, die man selbst gar nicht anstoßen würde“, erklärt rufsschule Linz, sagt über die Branche: „Die Kratochvil von der Buchhandlung Buchhandelsausbildung ist nach wie vor fü Kuppitsch den Mehrwert für Ausbildungs- viele interessant. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Berufserfahrene aus andebetriebe. Eines dieser neuen Gesichter ist Nicole List. ren Branchen. Das beweisen QuereinsteigenSeit 2016 arbeitet sie als Buchhändlerin, erst de in unseren Klassen immer wieder, die auf in einer Buchhandlung in der Steiermark, Buchhändler oder Antiquare umsatteln woldanach in Hartliebs Bücher in Wien. „Viele len.“ Was diese kommenden Buchhändlerindenken, als Buchhändlerin dürfe man den nen und Buchhändler antreibt? Liebe zu Büganzen Tag lesen. Auch ich hatte zuerst keine chern, zur Literatur, zu Wissen und »

Michael Kratochvil ist Geschäftsfü er der Buchhandlung Kuppitsch

Elisabeth Knafl ist Direktorstellvertreterin an der Berufsschule für Handel und Reisen

Barbara Kumpitsch ist Filialleiterin bei Tyrolia in Innsbruck

Nicole List ist Buchhändlerin bei Hartliebs Bücher 1090

Thomas Mitterlehner ist Schulleiter der Berufsschule Linz

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Trends. Die Branche ist bemüht, mit der Zeit zu gehen, gerade in der Ausbildung.

„Eine gute Ausbildung ist sehr wichtig, um den stationären Handel zu einem Ort zu machen, der ein Erlebnis bietet“ Barbara Kumpitsch

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L W

DIE JUNGEN BRINGEN DIGITALES WISSEN EIN Schulleiter Mitterlehner sieht einen Paradigmenwechsel in der Branche und nennt als Beispiel den Wandel der Lehrpläne: „Die neuen, kompetenzorientierten Lehrpläne der Berufsschulen, die erst kürzlich von Grund auf überarbeitet und neu ausgerichtet wurden, sind auf dem Stand der Zeit und tragen dem Trend zu E-Commerce und Digitalisierung deutlich Rechnung.“ Als Lehrgegenstände nennt Mitterlehner E-Reading, Webshops, aber auch elektronische Newsletter und Social Media. Die Wichtigkeit gerade dieses Bereichs unterstreicht auch Barbara Kumpitsch von Tyrolia: „Die Warenwirtschaft ist viel schneller geworden. Auch die Medien beeinflussen das Leseverhal-

ten unserer Kundschaft. Unser Beruf setzt voraus, täglich auf dem neuesten Stand zu sein und mit modernen Kommunikationsformen wie Facebook, Instagram oder Twitter vertraut zu sein.“ Trotz der Tendenz zum Onlinegeschäft spielt sich ein Großteil des Geschäfts vor Ort ab. Ein Aspekt, der auch Nicole List gefällt. „Vertretertermine, Wareneingang, Remissionen und Veranstaltungen – der Beruf ist unglaublich vielseitig und das schätze ich sehr. Das größte Kompliment ist für mich jedoch nach wie vor, meinen Kunden Bücher zu empfehlen und dann die Rückmeldung zu bekommen, dass die letzte Empfehlung wunderbar gefallen hat.“ Elisabeth Knafl, Direktorstellvertreterin an der Berufsschule für Handel und Reisen in Wien, sieht in diesem Vor-Ort-Erlebnis eine der herausragenden Eigenschaften des Berufs. Darauf sei während der Lehrlingszeit ein besonderes Augenmerk zu legen. „Digitalisierung ist in der Lehrlingsausbildung seit Langem ein Schwerpunkt. Insgesamt vergessen wir aber auch nicht, dass Buchhändlerinnen und Buchhändler vor allem

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Inhalte verkaufen und diese präsentieren und erzählen können müssen“, sagt Knafl Barbara Kumpitsch umschreibt die Herausforderung so: „Eine gute Ausbildung ist sehr wichtig, um den stationären Handel zu einem Ort zu machen, der zum Verweilen einlädt und ein Erlebnis bietet.“ DIE JUNGEN BRAUCHEN EIN GUTES FUNDAMENT Zu den Ausbildenden, die sich besonders gern engagieren, gehört Johannes Kößler von der Buchhandlung Seeseiten. Sie ist 2018 von Hauptverband und Bundeskanzleramt mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis und von der Wirtschaftskammer mit dem Ausbildungspreis ausgezeichnet worden. Wenn Kößler über die Aufgaben und Möglichkeiten des Ausbildens spricht, gerät er ins Schwärmen. Was er sich wünscht? „Dass die Unternehmerinnen und Unternehmer erkennen, was für ein unglaubliches Potenzial frischer Wind für ein Unternehmen hat.“ Als besonders wichtig betont er, dass Betriebe, die gut ausbilden wollen, auf ihre Lehrlinge eingehen müssen. „Als Ausbildender legt man das Fundament dafü , dass ein Lehrling selbstständig arbeiten kann. Wenn etwas nicht funktioniert, muss die erste Frage lauten: Was habe ich verlangt, und ist das überhaupt machbar mit dem Know-how, das wir bisher erarbeitet haben?“ Michael Kratochvil hat neben seiner Buchhändlertätigkeit an der Berufsschule gelehrt, gehört zur Arbeitsgruppe Lehrlingsoffensive und ist Prüfer für die Lehrabschlussprüfung in Wien. Viele seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ehemalige Kuppitsch-Lehrlinge, die er übernommen hat. „Man muss den jungen Leuten Zeit geben. Manchmal dauert es länger als die drei Monate Probezeit, bis jemand zu einem engagierten Mitarbeiter geworden ist, der etwas bringt. Ein Lehrling muss eben selbst noch lernen. Deshalb sollte man sich die Mühe machen, sich auf die jungen Menschen einzustellen. Man sollte sie mit Verständnis und Ernsthaftig eit annehmen, wie sie sind, und ihnen mitgeben, was sie brauchen, um diesen wunderschönen Beruf dann auch auszuüben.“

tauschen. Zum anderen knüpfen sie in der Berufsschule auch Kontakt zu Lehrlingen aus Verlagen, und davon profitie en beide Seiten.“ Elisabeth Knafl berichtet, dass dieser Austausch schon früh anfängt. Um das Image des Lehrberufs zu heben, arbeite die Wiener Berufsschule für Handel und Reisen eng mit der Lehrlingsgruppe des Gremiums fü Buch- und Medienwirtschaft der Wiener Wirtschaftskammer WKW zusammen, etwa bei Projekten auf der BUCH WIEN, durch Präsenz beim Tag der Lehre oder auf der Berufsund Studienmesse BESt. „Sehr erfolgreich war auch Anfang April das Speed-Dating, bei dem Betriebe junge Interessentinnen und Interessenten für den Lehrberuf kennenlernen konnten“, erklärt Knafl

DIE JUNGEN HABEN IDEEN FÜR IHRE GENERATION DIE JUNGEN BRAUCHEN RUNDUM VERNETZUNG Die langfristig positiven Folgen eines solchen Für Kratochvil ist die Lehre und der Besuch Kennenlernens zeigt das Beispiel von Nicole der Berufschule vor allem auch eine Möglich- List. Sie arbeitet für ihre Projekte wie den keit zur Vernetzung innerhalb der Branche. „Harry Potter Re-Reading Club“ mit verschie„Zum einen finde ich es gut, wenn Lehrlinge denen Verlagen zusammen. So ließ sie sich sehen, wie es in unterschiedlichen Betrieben zugeht, und sich mit anderen angehenden Buchhändlerinnen und Buchhändlern aus-

von ihnen zum Beispiel für den letztjährigen Adventkalender mit Buchpräsenten für die Kundschaft unterstützen. List ist überzeugt, dass sich Kooperationen mehr denn je auszahlen – im Großen wie im Kleinen: „Solche Dinge funktionieren nur, wenn Verlage und Buchhändler zusammenhalten. Ich habe außerdem das Glück, mich immer auf meine Arbeitskolleginnen verlassen zu können. Für diese Unterstützung bin ich sehr dankbar. Es macht mir Spaß, mir für meine Kunden immer wieder neue Sachen einfallen zu lassen. Ich denke, das ist – neben einer kompetenten Beratung – sehr wichtig heutzutage. Immer innovativ und kreativ zu sein.“ Es sollten sich immer mehr Betriebe auf die Ausbildung junger Menschen einlassen, wünschen sich jene, die schon Lehrlinge aufnehmen. Auch Johannes Kößler, der seinen Kolleginnen und Kollegen sagt: „Der Branche wünsche ich Zuwuchs, Interesse, viele, viele wilde, motivierte, aktive und selbstbewusste Lehrlinge sowie Medienaufmerksamkeit.“ «

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Schönes nicht nur für den trand Mit dem Sommer beginnt auch die Kalender-Saison: Darunter gibt es ebenso wie im Non-Book-Bereich auch heuer wieder ganz Besonderes für Literatur- und Fotofans zu entdecken Text: Teresa Preis

Meer einmal anders: Der Kalender- und NonBook-Bereich dehnt sich vor unseren Augen geradezu unabsehbar aus. Doch wir haben ein paar besuchenswerte Inseln darin ausgemacht.

Der Garten als Insel und Katzen als Begleiter

FOTO: COLE KEISTER/UNSPLASH

Der Garten als Insel dient ebenso der Aufklärung wie der Entspannung. Das Gärtnern war auch immer schon ein beliebtes Hobby vieler Schrift tellerinnen und Schrift teller. Daher lässt sich ein ganzer Kalender mit den schönsten Zitaten im praktischen wie im literarischen Sinn zum Garten füllen. Herausgegeben von Julia Bachstein und mit farbigen Fotografien von Marion Nickig, widmet sich „Der literarische Gartenkalender 2020“ (Schöfflin & Co) der Liebe zu Blumen, Bäumen, Gärten und Parks. Vielen Menschen sind ihre Katzen der liebste Begleiter. Wir haben drei Kalender ausgesucht, die sich diesen Tieren widmen. Julia Bachstein hat für den Klassiker „Der literarische Katzenkalender 2020“ (Schöfflin & Co) Zitate von Schrift tellerinnen und Schrift tellern gesammelt. Dabei werden Katzen in ihrer ganzen Persönlichkeit beschrieben, in ihrer Schönheit, Faulheit, Eleganz und Zärtlichkeit ebenso wie mit ihrer Neugierde. Auch der „Katzen Taschenkalender“ (Schöfflin & Co) bringt, was er verspricht: Er begleitet seine Leserinnen und Leser jede Woche mit einem Bild einer Katze samt literarischem Zitat. Ähnlich der „Literarische Katzen Wochenplaner“, ein Tischkalender (Schöffling & Co). Auch hier lächelt man jede Woche über das Bild einer Katze und liest dazu ein literarisches Zitat aus allen Zeiten und Ländern.

Räder, Reisen, Dichter, Beethoven und Küche Fahrräder sind längst hochpreisige Prestigeobjekte. Der neuen Fahrradkultur gilt »

Kartenkalender erfreuen sich wachsender Beliebtheit

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auch „Der große literarische Fahrradkalender 2020“ (ars vivendi). Er bringt vor allem beeindruckende und stimmige Fotografien, ergänzt um passende literarische Zitate für alle, die das Fahrradfahren und die Literatur gleichermaßen lieben. Wer gern reist und zwischendurch daran erinnert werden will, für den hat Elsemarie Maletzke Reiseerinnerungen zum An-die-Wand-Hängen gestaltet. „Der literarische Reisekalender 2020“ (Schöfflin & Co) gibt davon Zeugnis, dass Dichterinnen und Dichter zu allen Zeiten gern auf Reisen gegangen sind. Die Reisejournalistin und Autorin Maletzke hat für jede Woche ein anderes Land, eine neue Stadt, einen See, einen Ort am Meer oder ein Gebirge ausgesucht und in Zitaten aus der Literatur zur Sprache gebracht. Mit „Life is a Journey 2020“ (Weingarten/ Athesia) hat die Illustratorin Franziska Schatz, die auch schon mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet wurde, einen Kalender mit grafischen Inspirationen für Globetrotter designt. Die Motive machen Reiselust: Abenteuer im Van, am einsamen Bergsee oder unter dem freien Sternenhimmel sind zu sehen. „Der Literatur Kalender 2020. Vom Glück & Leid des Seins“ (Edition Momente), herausgegeben von Elisabeth Raabe, feiert das geschriebene Wort und jene, die sich darum verdient gemacht haben. Dem Thema „Vom Glück & Leid des Seins“ folgend, erinnern autobiografische Texte, Briefe und Gedichte daran, wie nah Glück und Leid im Leben eines jeden Einzelnen beisammen liegen. Ob Philip Roth, Maya Angelou, Umberto Eco, Harper Lee oder aber der vor 250 Jahren geborene Friedrich Hölderlin, sie alle widmen sich den menschlichen Gefühlen. Um der neuen Vielfalt und Aktualität der Welt der Literatur Rechnung zu tragen, hat die Herausgeberin Elisabeth Raabe dabei unter anderem auch die Verse des georgischen Dichters David Guramishvili (1705–1892) in den Kalender aufgenommen. Neben Texten wartet dieser Wochenbegleiter für Liebhaberinnen »

ISBN 978-3-7886-7509-7

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Weitere Infos und Aktionen Vertreter: Medienvertriebsbüro Habenschuss, Schlieber, Vorderwinkler Tel.: 02236 865953 • Fax: 02236 865953 E-Mail: medienvertriebsbuero@gmx.at

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und Liebhaber der Literatur in gewohnter Weise auch mit ungewöhnlichen Fotos, detaillierten Text- und Bildinformationen sowie Kurzbiografien uf. Im Jahr 2020 wird der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gefeiert. Gestaltet von Max Bartholl, widmet sich „Der Musik Kalender 2020. Beethoven und ich“ (Edition Momente) diesem musikalischen Jubiläum. Beethovens Musik hat Generationen von Komponistinnen und Komponisten genauso beeinflus t wie Interpretinnen und Interpreten. Zum unerreichbaren Giganten hochstilisiert, vermag er heute noch aspirierende Komponisten einzuschüchtern. Neben Fotos, detaillierten Text- und Bildinformationen enthält der Musikkalender Erinnerungen von 53 Musikerinnen und Musikern, die in Artikeln und Gesprächen die Wirkmächtigkeit von Beethovens Musik auf ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Werk schildern. „Der literarische Küchenkalender 2020“ (Edition Momente) wird von Sybil Gräfin Schönfeldt herausgegeben und trägt köstliche Gerichte für die ganze Familie zusammen. Sie werden mit Kochtipps, Bildern aus der Kunstgeschichte, einem Wochenkalendarium für Termine, vor allem aber mit Momenten aus der literarischen Welt der Küche ergänzt. Insgesamt 53 Mal findet man darin Fragen beantwortet wie: Was wird in Kathrin Aehnlichs neuem Buch „Grenzgänge“ gegessen? Oder ein Rezept für die Champignonsuppe aus Leila Slimanis letztem Roman „Dann schlaf auch du“. Und welches Gericht lässt Jane Gardam die Hauptfigur in ihrem ersten Roman „Weit weg von Verona“ servieren?

Bibliotheken, Panoramen, Urban Art und Landkarten Wer Bücher für den besten Wandschmuck hält, ist mit dem Wandkalender „Welt der Bibliotheken 2020“ (Weingarten/Athesia) bestens beraten. Architekturfotograf Reinhard Görner hat dafü eindrucksvolle Fotografien aus besonderen Bibliotheken aus der ganzen Welt beigesteuert. Darüber hinaus ist jedes Kalenderblatt mit themenspezifische literarischen Zitaten ergänzt. Auch der Kunth Verlag hat mehrere bemerkenswerte neue Kalender im Angebot – zum Beispiel aus der Reihe der immerwährenden Panoramakalender im speziellen Breitbildformat (35 x 101 cm). Die „Farben der Erde“ (Kunth) vereint zwölf faszinierende Ansichten des Planeten und präsentiert dabei erstaunliche Farbstimmungen: von der Zauberwelt aus rotem Fels im Monument Valley über die atemberaubende Aussicht auf die Bergspitzen der Torres del Paine in Patagonien bis zum Farbenspiel der Sahara in Marokko oder den Blautönen der Salzwüste Salar de Uyuni in Bolivien bei Sonnenuntergang. Der „Atlantik Kalender“ (Kunth) widmet sich dem zweitgrößten Ozean der Erde. Die Faszination des Atlantiks liegt in den Gegensätzen, die er vereint. Da gibt es raue Schönheit und urgewaltige Wellen, aber auch sanft-ruhi e Küsten. Die Faszination des Atlantiks und seine Naturgewalt werden von den zwölf Panoramabildern dieses Kalenders auf beeindruckende Weise eingefangen. Auch in Wien, nämlich in der Annagasse im ersten Bezirk, hat vor Kurzem »

Was man heuer im Frühjahr trägt. Was tragen Sie dieses Frühjahr? Wie wär’s mit einem Teil aus unserer modischen Frühjahrskollektion? Denkzettel von Leykam Alpina ist das Unterwegsbuch, der Ideenspeicher und das Archiv für alle. Er beendet die lästige „Zettelwirtschaft“ Er ist sowohl außen state-of-the-art (eleganter Vivella-Einband, Gummibandverschluß) und auch innen perfekt verarbeitet (192 Seiten A5-Papier chamois, liniert, Pockettasche). Mehr über Denkzettel unter www.denkzettel.at.

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Übersetzungsförderung für ausgezeichnete arabische Literatur

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edes Jahr Ende April findet auf der Internationalen Buchmesse in Abu Dhabi ein kulturelles Highlight von großer Strahlkraft für die gesamte arabische Welt statt: In einer feierlichen Zeremonie werden im Kunstmuseum Louvre Abu Dhabi die neuen Preisträger der Sheikh Zayed Book Awards prämiert. Die Awards zählen zu den renommiertesten Preisen für arabische Literatur. Benannt sind sie nach dem 2004 verstorbenen Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan, der als Initiator des kulturellen Empowerments in den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt. Er betonte unermüdlich die unschlagbare Rolle des Buchs als „Speicher für Wissenschaft, Zivilisation, Kultur, Literatur und Kunst“ und seine Bedeutung im internationalen Kulturaustausch. Die Wertschätzung des Buches als Vehikel für seinen intellektuellen Inhalt spiegelt sich in den neun verschiedenen Kategorien wider, in der die Sheikh Zayed Book Awards

verliehen werden: Sie zeichnen nicht nur die eigentlich „Schöne Literatur“ mit den Bereichen „Literature“ (Prosa, Lyrik und Autobiographie), „Children’s Literature“ , „Young Author“ (Belletristik und Essayistik) aus, sondern auch im weiteren Sinne kulturwissenschaftliche Schriften in den Kategorien „Literary and Art Criticism“, „Arabic Literature in Other Languages“, „Publishing and Technology“, „Translation“ (ins und aus dem Arabischen) und herausragende Leistungen in „Contribution of the Development of Nations“ und die „Cultural Personality of the Year“. Wie alle wichtigen Literaturpreise wollen natürlich auch die Sheikh Zayed Book Awards die Aufmerksamkeit des Lesepublikums auf sich ziehen und zum Lesen anregen. Doch zeigt sich an den hoch dotieren Preisgeldern auch die Absicht, explizit Anreize für Schriftsteller und Intellektuelle zu schaffen, sich kreativ an der Weiterentwicklung der arabischen Kultur zu

beteiligen. Und hier macht die Preisvergabe nicht vor den arabischen Sprachgrenzen halt: Autoren, die sich in Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch, oder auch kulturelle Institutionen auf der ganzen Welt, die sich mit arabischer Kultur und Denktraditionen auseinandersetzen, können ebenso zur Nominierung vorgeschlagen werden wie ihre arabischsprachigen Kollegen. Außerdem zeigt sich in den letzten Jahren bei den Preisstiftern aus Abu Dhabi ein wachsendes Interesse, arabische Literatur auf dem europäischen Buchmarkt stärker sichtbar zu machen: Ein großzügiges Angebot an Zuschüssen für die Übersetzungs- und Werbekosten unterstützen Verlage bei der Publikation der prämierten Titel in den Kategorien „Literature“, „Children’s Literature“ und „Young Author“. Informationen hierzu finden sich auf den Internetseiten der Sheikh Zayed Book Awards: www.zayedaward.ae


Die Sheikh Zayed Book Awards

Die Preisträger 2019 LITERATURE

YOUNG AUTHOR

CHILDREN’S LITERATURE

Bensalem Himmich: The Self Between Existence and Creation. 2018

Dr. Abderrezak Belagrouz: The Essence of Values and the Freedom of Social Concepts. 2017

Hussain Al Mutawaa: Dream to be a Concrete Mixer. 2017

Der Schriftsteller und ehemalige Kulturminister Marokkos reflektiert in seinem jüngsten, autobiographischen Werk seine verschiedenen literarischen Schaffensphasen. Zentral ist ihm dabei die Frage, wie sich die eigene persönliche Kreativität in Auseinandersetzung mit den existentiellen Notwendigkeiten des Lebens und den verschiedenen kulturellen Beeinflussungen entwickeln kann.

In seiner 2017 veröffentlichten Studie erforscht der algerische Wissenschaftler die westlichen Philosophien des Geistes und setzt sie in Bezug zu den arabischen Denktraditionen. Sein Ziel ist es, die logozentrischen Ansätze um die Dimensionen des Spirituellen, Moralischen und Emotionalen zu erweitern.

Eine liebevoll bebilderte Geschichte über die Kraft der Freundschaft, über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt und die Realisierung der eigenen Träume, ohne sich dabei selbst zu verlieren.


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eine Galerie für Street Art eröffnet, die „AG 18“ für Urban Art von Margot und Michael Schmitz. Im dazu passenden Kalender „Photographics: Street Art – Big Murals“ (Kunth) zeigt sich, dass Street-Art mindestens seit Banksy nicht mehr nur die „intellektuelle Stiefschwester von Graffit ist. Sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als eine eigenständige Kunstform etabliert. Dabei geht der Trend vor allem hin zur größten Variante der Straßenkunst, den Murals. Diese riesigen, ganze Häuserfassaden einnehmenden Kunstwerke sind im Gegensatz zum klassischen Graffit legal und vermitteln meistens politische Botschaften. Oft repräsentieren sie dabei die Atmosphäre eines Viertels oder einer ganzen Stadt. Für diesen Kalender hat der Kenner und Fotograf Michael Harker einige der besten Street-Art-Werke fotografiert Auf die alte und weltverändernde Kunstform der Kartografie bezieht sich der Poster-Kalender „Historische Landkarten“ (ars vivendi). Er enthält insgesamt zwölf historische Landkarten aus verschiedenen Jahrhunderten als Inspiration für Reisen durch Raum und Zeit.

Bookii und Lieder für inder, St. Paul am Arm Kinder mögen Geschenke, wenn es denn die richtigen sind. Dazu gehört zweifellos der Bookii-Stift von Tessloff, mit dem digitale Inhalte abgerufen werden können. Und so wird dieser Stift zur perfekten Ergänzung zum Bucherlebnis: Tippt man mit dem Bookii-Stift auf bestimmte Bilder oder Texte, ertönen passende Geräusche oder Zitate. Zusätzlich kann der Stift über eine BluetoothVerbindung mit dem Handy, Tablet oder PC verbunden werden. Auf diese Weise lassen sich weiterfüh ende Videos oder Links abrufen. Der Stift funktioniert zudem als Aufnahmegerät. Kinder können damit selbst kleine Segmente aufnehmen und durch die neuen „Aufnahmesticker“ in den Büchern zur Wiedergabe platzieren. Das Bookii-Starter-Set inklusive Stift gibt es für Naturbegeisterte nun mit dem Titel „Heimische Vögel“ (Tessloff) aus der Reihe „Hören und Staunen“. Dabei können über achtzig Vogelstimmen, Vogelsteckbriefe und auf jeder Doppelseite eigene Spiele entdeckt werden.

UNTERWEGS WIE ZUHAUSE FÜHLEN

www.kunth-verlag.de

Unterwegs zuhause Deutschland Mit dem Wohnmobil durchs Land 296 Seiten | Flexobroschur ISBN 978-3-95504-760-3 € 25,70 [A]

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– Schwerpunkt – Kalender/Non-Books

hält Bücher und Tablets ebenso fest wie E-BookReader. Die vier bunten Monster-Designs in knalligen Farben sind nicht nur ˛ r Kinder ein schönes und praktisches Mitbringsel. Ebenfalls bei bookchair bekommt man „Fruitmarks“, das sind Lesezeichen in sommerlicher Zitrusfrucht-Optik. So kann jedes Buch wie ein Cocktail garniert und genossen werden – sei es mit Limette, Zitrone, Orange oder Grapefruit. Für den Buchhandel auch im Set bestellbar. Unterhaltung ˛ r unterwegs bietet das „Österreich Quiz“ von ars vivendi. Mit der richtigen Antwort auf Fragen wie „Welches sportliche Großereignis fand 1964 zum ersten Mal in Innsbruck statt? “ kann Opa die jüngeren Generationen mit seinem Wissen beeindrucken. So lernen alle etwas Neues, die alteingesessenen Österreicher, Neuankömmlinge und die Fans dieses Landes. Mit liebevoll gestalteten Stempeln weiß das Indie-Label Perlenfischer zu begeistern. Neu sind dabei zum Beispiel Motive zum Thema Meer, mit Krabben, Seeanemonen, Korallen und Oktopussen. Damit lassen sich Billets, Notizbücher oder Geschenkpapiere individuell gestalten. «

Für Kinder ab drei Jahren gibt es „Mein erstes Kinderliederbuch“ (Tesslo˜ ), in dem 18 Lieder zum Anhören und Mitsingen anregen sollen. Jedes der Lieder kann in einer traditionellen und einer Pop-Version angehört werden. Bunte Segensarmbändchen mit biblischen Motiven vom Katholischen Bibelwerk dienen zur Bezeugung der Freundscha° , Geschenk zu Schulanfang oder als Mitbringsel zur Kommunion. Jedes biblische Motiv wird durch einen Bibelvers auf der Geschenkkarte begleitet. Zur Auswahl stehen acht verschiedene Motive, zum Beispiel ein Ankeranhänger mit Herz und Kreuz zu dem berühmtesten Zitat des Apostels Paulus: „Für jetzt bleiben Glaube, Ho˜ nung, Liebe, diese drei, doch am größten unter ihnen ist die Liebe“, oder das bunte Regenbogenarmbändchen.

Lesekissen, Lesezeichen, Quiz und Stempel Die ideale Begleitung im Sommer und am Strand ist das Bookmonster Air von bookchair. Das aufblasbare Lesekissen ˛ r zuhause oder unterwegs

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– Bestseller April 2019 –

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Wahrheit oder Lüge? Das Debüt der Klagenfurter Autorin lässt eine psychisch kranke Protagonistin auft eten, wie es sie noch nicht gegeben hat: hochkomisch, besserwisserisch und manipulativ. „Vater unser“ – Angela Lehner. Hanser Berlin

50 Jahre Mondlandung Eine kluge Maus hat den Menschen den Weg gewiesen, wie sie auf den Mond kommen können – noch vor Neil Armstrong. Zum Jubiläum mit neuen Illustrationen des Autors. „Armstrong“ – Torben Kuhlmann. NordSüd

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Der Ratgeber für Single-Eltern

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REINHOLD MITTERLEHNER Haltung NEU Ecowin € 24,00 BAS KAST Der Ernährungskompass 2 C. Bertelsmann € 20,60 MONTANABLACK, MARCEL ERIS, DENNIS SAND MontanaBlack 3 Riva € 20,60 STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen 4 Klett-Cotta € 20,60 YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit 7 Pantheon € 15,50 JEAN ZIEGLER Was ist so schlimm am Kapitalismus? NEU C. Bertelsmann € 15,50

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MANUELA MACEDONIA Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke Brandstätter Verlag € 22,00

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100 Kart en, die deine Sicht auf die Welt verändern Hoffmann und Camp € 20,60 MICHELLE OBAMA Becoming Goldmann € 26,80 JÜRGEN TODENHÖFER Die große Heuchelei Propyläen Verlag € 20,60

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PETRA BRACHT, ROLAND LIEBSCHER-BRACHT Die Arthrose-Lüge Goldmann € 14,40 YUVAL NOAH HARARI Homo Deus C.H. Beck € 15,40 JOHN STRELECKY Wiedersehen im Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 MARIE KONDO Magic Cleaning Rowohlt TB € 10,30 RAINER MADERTHANER Psychologie Utb € 25,70 ALEX WU Wie der Körper sich selbst heilt Knaur MensSana TB € 13,40 SENNA GAMMOUR Liebeskummer ist ein Arschloch Ullstein Taschenbuch Verlag € 12,40

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REINHOLD MITTERLEHNER Haltung NEU Ecowin € 18,99

1

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P. A. STRAUBINGER, M. FENSL, N. KARRÉ Der Jungbrunnen-Effekt Kneipp Verlag (Styria) € 19,99

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash

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MICHELLE OBAMA Becoming Goldmann € 14,99

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BAS KAST Der Ernährungskompass – Das Kochbuch C. Bertelsmann € 22,70

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YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit Pantheon € 13,99

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PETRA BRACHT Intervallfasten Gräfe und Unzer € 15,50 CHRISTINA BAUER Backen mit Christina Löwenzahn € 24,90 HELMUT AIGELSREITER, ALENA AIGELSREITERR Die 7 Aigelsreiter Aigelsreiter, H € 29,90

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finde Kailash / Sphinx € 11,99 GIULIA ENDERS Darm mit Charme Ullstein Ebooks € 14,99

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Wie können Obsorge, Kindesunterhalt und Kontaktrecht geregelt werden? Welche Schritte sind in Bezug auf Namensrecht und Vaterschaftsfeststellung zu setzen? Welche Unterstützungsleistungen gibt es und wie bekommt man sie? Der Ratgeber beantwortet Ihre Fragen und hilft Ihnen bei der Umsetzung. Dieses Buch ist der erste Rechtsratgeber für getrennt lebende Eltern in Österreich.

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– Bestenliste April 2019 –

Für den Buchhandel!

Bestenliste Mai 2019 Die ORF-Bestenliste

Sachbücher des Monats

1.

1.

SAŠA STANIŠIĆ

HARALD JÄHNER

Herkunft Luchterhand

Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955 Rowohlt Berlin

2.

2.

SLOBODAN ŠNAJDER

Die Reparatur der Welt

IAN KERSHAW

Zsolnay

Achterbahn. Europa 1950 bis heute

3.

Deutsche Verlags-Anstalt

3.

KARL-MARKUS GAUSS

Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer

WOLFGANG HUBER

Zsolnay

Dietrich Bonhoeffer. Auf dem Weg zur Freiheit C. H. Beck

4.

4. – 5.

FLORJAN LIPUŠ

Schotter Jung und Jung

SVENJA FLASSPÖHLER/FLORIAN WERNER

5.

Das braune Netz Rowohlt Berlin

6.

SIBYLLE BERG

GRM. Brainfuck

CHARLES DARWIN

Kiepenheuer & Witsch

Die Fahrt der Beagle

6.

Wissenschaftliche Buch esellschaft Theiss

7.

ALBAN NIKOLAI HERBST

Wanderer Septime

6.

BARBARA FRISCHMUTH

Verschüttete Milch Aufb u

6.

GERHARD ROTH

Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier S. Fischer

6.

JIŘÍ WEIL

Mendelssohn auf dem Dach Wagenbach

6.

Rowohlt

8. WERNER PLUMPE

Das kalte Herz Rowohlt Berlin

9. ELIZABETH ANDERSON

Private Regierung Suhrkamp

10. ANDREAS RÖDDER

RUTH SCHWEIKERT

Konservativ 21.0 C. H. Beck

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Republik der Angst

Tage wie Hunde S. Fischer

Marktdaten April 2019

Umsatz

Die Liste „Sachbücher des Monats“ wird durch ExpertInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswisse schaften

Absatz

-1,4 % Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auft ag des HVB.

Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und BuchhändlerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.

FRANK BIESS

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– Klassiker – neu entdeckt

Sodomie, Mätressen, Koitus Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

FOTO: CHRISTOPH MUKHERJEE

VOLKER REINHARDT: LEONARDO DA VINCI. DAS AUGE DER WELT Leonardo da Vinci (1452–1519) bedeutet Superlativ: Das teuerste je verkaufte Bild stammt ebenso von ihm wie das teuerste Buch. Die obskure „Salvator“-Darstellung erzielte vierhundertfünfzig Millionen Dollar, Bill Gates ersteigerte den „Codex Leicester“ um neunundzwanzig Millionen Euro. Ein Ende der Faszination, die vom vor fünfh dert Jahren verstorbenen Maler, Bildhauer und Naturforscher bis heute ausgeht, ist nicht abzusehen. Auch wenn kaum jemand angeben kann, für welche Entdeckung oder Erfindung zwischen Anatomie und Hydraulik das Universalgenie der Renaissance eigentlich zuständig war. Unter den zahlreichen aktuellen Publikationen sticht die Biografie von Volker Reinhardt, Neuzeithistoriker an der Uni Fribourg, heraus. Leonardo da Vinci in eine unmissverständliche Formel gefasst, das ist „Das Auge der Welt“. Der Sohn eines toskanischen Anwalts erlernte auf Wunsch des Vaters in der Werkstatt des Verrocchio das Handwerk der Malerei. Bis zwanzig blieb Leonardo in Florenz, mit vierundzwanzig kam es zum ersten Skandal: Das Verhältnis mit einem männlichen Aktmodell wurde als „Sodomie“ angeklagt. Es tat Leonardos Ruf unter den Mächtigen seiner Zeit keinerlei Abbruch. Im Auft ag der Sforza in Mailand, der Medici in Florenz, des römischen Papstes oder zuletzt des französischen

Kaisers entstanden Reiterstandbilder und Porträts von Mätressen. In Mailand diente sich Leonardo dem Sforza als Festungsbauer an, hatte aber größeren Erfolg als Hygieniker bei der Bekämpfung der Pest. Seine früheste Zeichnung, eine ArnoLandschaft, datiert vom 5. August 1473 – es sollten „Ikonen“ wie das „Letzte Abendmahl“ oder die nicht weniger mysteriöse „Anna Selbdritt“ folgen. Im Jahr, als Kolumbus zur Entdeckung Amerikas unterwegs ist, entsteht jene Zeichnung, die bis heute als Symbol des Humanismus gilt – Leonardos Studie über Körperproportionen nach Vitruvius. Die ausgestreckten Arme und Beine einer männlichen Figur in zwei überlagerten Positionen berühren einen sie umgebenden Kreis sowie ein Quadrat. Leonardo schrieb kein Buch, hinterließ aber achttausend Seiten Skizzen. Der „Mann ohne literarische Bildung“, wie er sich selbst bezeichnete, hatte es sich in Reaktion auf die zerfallenden theologischen Begriffsmodelle des Mittelalters zur Aufgabe gemacht, eine Wissenschaft der sichtbaren Welt zu entwerfen. Die Malerei sollte deren Gesamtheit zum Inhalt haben – vom Koitus bis zum Studium von Muskeln und Auge. Nach unzähligen praktischen und fantastischen Entwürfen von Fluggeräten, Festungsbauten, Pflanzenskizzen und Kanalanlagen entstand dann die geheimnisvolle „Mona Lisa“, ein Lächeln über Schöpfung und Neuschöpfung der Welt. Erst am Ende entstanden Bilder vom Untergang des Menschen.

Das sagt der Lektor:

„Leonardo war gar kein typischer RenaissanceMensch. Aber was dann? Lesen Sie Volker Reinhardt!“ Ulrich Nolte, Lektor C.H. Beck

Volker Reinhardt: Leonardo da Vinci. Das Auge der Welt, C.H. Beck

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Veritas, Linz Porträt: Tobias Schmitzberger Foto: Christopher Mavrič

„Ein Freund sagte mir: Ich habe mich immer schon gewundert, warum du dich nicht selbstständig gemacht hast“

Melanie Hofin er E

s ist keine Nachricht, die man im Urlaub lesen möchte. Am 15. Mai 2018 war Melanie Hofin er auf der philippinischen Insel Palawan. Mit einer Freundin trank sie das letzte Glas Rotwein auf dem Balkon, bevor die beiden am nächsten Tag nach Hongkong flo en. Seit einem Jahr arbeitete Hofin er für die Buchhandlung Veritas in Linz. Ihr Standortleiter schrieb ihr nun: „Wir sperren Ende des Jahres zu.“ Die 25-Jährige würde bald arbeitslos sein. „Ich wollte das nicht glauben“, sagt sie. Doch dann übernahm sie die Buchhandlung, die nun „Veritas by Melanie Hofin er“ heißt. Dabei sah es lange nicht so aus, als ob Hofin er in der Buchbranche landen würde. Ihr Vater ist Lokfüh er bei den ÖBB, ihre Mutter Küchengehilfin. Als Älteste von drei Geschwistern begann Melanie Hofin er ein Jus-

Studium und arbeitete zwanzig Stunden im Schwedenshop bei IKEA, wo Lebensmittel verkauft werden. Dort wurde ihr Verkaufstalent entdeckt, man bot ihr einen Vollzeitjob an, vertiefende Ausbildungen inklusive. Hofin er reizte die Karrieremöglichkeit. Sie ging zu ihren Eltern und sagte: „Ich schmeiß das Studium und verkaufe Würstel.“ Fünf Jahre arbeitete sie in verschiedenen Funktionen bei IKEA, bis sie am 1. April 2017 als Verkaufsleiterin bei Veritas begann. Aber zurück in den Mai 2018 und auf die Philippinen. In einem Gespräch mit ihrem

Standortleiter erfuhr Hofin er, dass Veritas trotz langer Suche keinen Käufer für die Buchhandlung gefunden hatte. Gern aber könne jemand aus der Belegschaft das Geschäft kaufen. Das klang utopisch. Hofin er nahm das Handy und rief einen Freund an. „Der fragte mich, warum ich so ein Drama mache.“ Sie solle einfach selbst die Buchhandlung übernehmen. Aber warum sollte sie, die noch ganz frisch in der Branche ist, so etwas tun? Seine Antwort: „Ich habe mich immer schon gewundert, warum du dich nicht selbstständig gemacht hast.“ Nach langen Verhandlungen übernahm Hofin er die Buchhandlung, am 1. Oktober 2018 war die Neueröffnung. Das erregte großes mediales Aufsehen, wobei auch der HVB eine Rolle spielte. Jeden Freitag wird in der ORF-Sendung „Guten Morgen Österreich“ ein Buchhändler, vom HVB vermittelt, eingeladen. „Der HVB fragte mich, ob ich mitmachen will. Das war eine tolle, kostenlose Werbung“, so Hofin er. Werbung kann sie gebrauchen, auch wenn das Geschäft im ersten halben Jahr gut lief. „Der Steuerberater sagt, es darf weitergehen. Die Bilanzen sind in Ordnung.“ Die Buchhandlung werde es weiterhin geben: „Mindestens ein Jahr, wahrscheinlich viele weitere.“ Eine ermutigende Nachricht. Und Hofin er ist überzeugt: „Das Buch ist nichts Aussterbendes.“ Wie sie das sagt, muss man ihr glauben. Buchhandlung Veritas by Melanie Hofinger Harrachstraße 5, 4020 Linz

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Kuppitsch, Wien

Michael Kratochvil Porträt: Elisabeth Stuppnig Foto: Christopher Mavrič

„Alles gibt es schon bei Amazon, in der Buchhandlung will der Kunde eine feine Auswahl vorfinden

Kuppitsch Schottengasse 4 1010 Wien

M

it einem Buch taucht man in eine Geschichte ein und kann dabei abschalten wie mit keinem anderen Medium. Bei jedem Bildmedium hingegen wird die Fantasie zerstört.“ Michael Kratochvil ist Traditionalist mit Weitblick. Schon seine Großeltern und Eltern waren im Buchhandel tätig. Ihnen gehörte eine Salzburger Traditionsbuchhandlung, in der auch Michael Kratochvil seine Lehre absolvierte. Vor zwanzig Jahren zog es ihn in die Großstadt. Er kam nach Wien und in das nächste Traditionshaus: zu Kuppitsch, der ältesten Buchhandlung der Hauptstadt. Seit 2014 leitet er das Unternehmen, in dem er seit zwanzig Jahren tätig ist. Bei einem Cappuccino aus der neuen Kaffeemaschine im oberen Stock der Buchhandlung spricht er über den Markt und die Herausforderungen der Branche. Deren gibt es viele. Etwa, dass viele Kundinnen und Kunden natürlich auch im Internet einkaufen. Deshalb sei er bei Rücknahmen und Reklamationen besonders kulant. „Kunden sind vom Internet gewöhnt, dass alles bequem und einfach funktioniert. Was Amazon je-

doch nicht kann, ist, bei Problemen schnellen persönlichen Support zu bieten.“ Eine weitere Herausforderung für die Branche sieht Kratochvil darin, Kundinnen und Kunden immer wieder Neues bieten zu müssen. Dazu bräuchte es wechselnde Thementische, um auch Stammkunden immer wieder überraschen zu können, und ein sorgsam ausgewähltes Sortiment: „Alles gibt es schon bei Amazon, in der Buchhandlung will der Kunde eine feine Auswahl vorfinden. Da muss man nicht das Lager vollstopfen.“ 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Zentrale in der Wiener Innenstadt und am Campus des alten AKH im neunten Bezirk. In der Zentrale finden sich auf 1.000 Quadratmetern Bücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Zeitungen. Die Filiale am Campus bietet auf 350 Quadratmetern Sprach-, Reise- und Kinderbücher sowie eine große Auswahl an Sonderangeboten. Besonders stolz ist Kratochvil auch über das große E-Book-Sortiment. Ist das elektronische Buch eine Konkurrenz für das ebundene Buch? „Die meisten, die bei uns E-Book-Reader kaufen und E-Books downloaden, machen das, wenn sie auf Reisen gehen, da es praktischer ist, als gebundene Bücher zu kaufen. Aber“, fährt er fort, „die Freude an einem Produkt ist doch anders als an einer Datei, am reinen Inhalt.“ Mit seiner Frau und drei Kindern lebt Kratochvil im 17. Bezirk. Auch Kratochvils Kinder mögen echte Bücher. „Gäbe ich meinem Sohn einen E-Reader in die Hand und er würde einen Tausend-Seiten-Harry-Potter lesen, wäre seine Freude nur halb so groß, als wenn sein Lesezeichen im Buch nach hinten wandert.“

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlag Edition Lammerhuber, Baden

Lois Lammerhuber

Porträt: Elisabeth Stuppnig Foto: Stefan Knittel

„Viele Verleger sind Kaufle te geworden, die sich als Manager begreifen. Das finde ich bedauerlich“

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ie geht es Ihnen? “ Lois Lammerhuber lacht: „Es geht mir ‚viel‘ – ich habe keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.“ Die Verlegertätigkeit in der Edition Lammerhuber, die er mit seiner Frau Silvia teilt, ist nur eine seiner vielen Leidenschaften. Der Umtriebige kuratiert Ausstellungen, berät Forschungsinstitutionen wie das Genfer CERN in Kommunikationsbelangen, organisiert Fotografiep eise, konzipiert in Baden das größte OutdoorFotofestival Europas, „Festival La GacillyBaden Photo“, und arbeitet seit 1983 immer wieder auch selbst als Fotograf. Einer seiner treuesten Partner ist die Wiener Staatsoper, für die er seit 14 Jahren fotografiert. Mit Christian Thielemann arbeitete er seit zehn Jahren an einem Fotobuch über das Dirigieren, das nun in seinem Verlag vorliegt und in 258 Fotos minutiös das Entstehen von Dirigat-Kunstwerken zeigt. Wie das geht? „Thielemann und ich arbeiten beide auf höchstem kreativem Niveau. Er ist für die Dirigierwelt, was ich für die Fotografie elt bin. Der gegenseitige Respekt macht dann

eine so intensive Zusammenarbeit möglich, dass daraus Freundschaft wird.“ Natürlich ist Lammerhuber auf diesen aktuellen Titel besonders stolz. Das erste Verlagsprogramm datiert ins Jahr 2010, mittlerweile erscheinen die Fotobücher mehrsprachig und werden weltweit vertrieben. Das allerdings werde immer schwieriger, erklärt Lammerhuber. Nur noch wenige Buchhändler würden aufwendige und daher auch bis zu 100 Euro teure Fotobücher in ihre Auslagen stellen. Trotzdem kommt für ihn nicht infrage, publikumswirksamer zu produzieren: „Viele Verleger sind Kaufle te geworden, die sich als Manager begreifen. Das finde ich bedauerlich. Ein Buch ist keine Ware, sondern eine Kulturtechnik. Man verwaltet großartige Arbeiten von Menschen voll Leidenschaft und Wissen. Das kann man nicht mit kaufmännischen Parametern umsetzen. Da geht es um Verantwortung und Demut. Wir würdigen Lebenswerke.“ Oft, weiß Lammerhuber aus eigener Erfahrung, würden Fotografen nicht sehr gut behandelt. „Viele Verleger wollen von Fotografen nur die Bilder und akzeptieren sie nicht immer als kreative Persönlichkeiten. Ich aber sehe mich als Anwalt des fotografie enden Autors. Ich treffe meine Autoren als Partner und mische mich betrachtend ein. Das letzte Wort bleibt aber natürlich beim Autor.“ Insgesamt, meint er leicht seufzend, hätten es schreibende Autoren etwas leichter als Fotografen, auch Buchfö derungen würden in Österreich ausschließlich der Literatur zugute kommen. „Wir machen Bücher, die eine hohe Relevanz haben, unsere Autoren sind vielfach ausgezeichnet, zählen zu den besten der Welt, haben sehr viel zu sagen.“ Was er sich wünscht? „Dass die Fotografie gemäß ihrer Stellung in unserer Zeit ernst genommen wird.“

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Grätzlbuchhandlung Lainz, Wien

Porträt: Tobias Schmitzberger Foto: Nini Tschavoll

Petra Hofer „Einige Kunden haben hier schon vor sechzig Jahren ihre Schulsachen gekauft“

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etra Hofer sah sofort: Hier ist viel zu tun. 2013 betrat sie das Geschäft am Lainzer Platz zum ersten Mal „Die meisten hätten die Tür wohl wieder zugemacht“, sagt sie. Nur zwanzig Quadratmeter groß war das Schreibwarengeschäft in Hietzing, dem 13. Wiener Gemeindebezirk. Der Holzboden war morsch, an einigen Stellen von Schimmel befallen. Doch Hofer sah Potenzial. Ihr war klar: „Daraus kann man etwas Feines machen.“ Sie erfand den Laden neu, wie sie sich auch immer wieder selbst neu erfunden hat. Petra Hofer, man hört es ihr leicht an, stammt aus Isny, einer kleinen deutschen Stadt im Allgäu. 19 Mal ist sie in ihrem Leben umgezogen, erzählt die 59-Jährige. Nach einem abgebrochenen Studium der Geschichte und Germanistik wurde sie Erzieherin und betreute sieben Jahre lang Kinder mit Behinderungen. „Daher kommt meine Liebe zum Kinderbuch“, sagt sie. Das Kinderbuchregal

in ihrem Laden ist besonders groß. Später heuerte sie im deutschen Verlagshaus Herder an. 1999 kam sie der Liebe wegen nach Wien. 13 Jahre arbeitete sie in der Buchhandlung Herder in der Wollzeile, ehe sie sich umorientierte: „Manche Dinge nutzen sich einfach ab.“ Ein paar Monate verkaufte Hofer Hüte im Wiener Traditionsgeschäft Mauerer. Ehemalige Kundinnen besuchten sie. „Nein, so viele Hüte brauche ich nicht, aber deine Buchtipps brauche ich!“, sagten sie zu ihr. Eine Kundin berichtete, dass in Hietzing das Schreibwarengeschäft „Dana“ zusperren würde. Wäre das nichts für sie? Ja, war es. Mit 1. Juni 2013 übernahm sie das Geschäft und taufte es Grätzlbuchhandlung“. Beim Öffnen der Tür liegt die Hand auf einem glatten, massiven Holzgriff. „Ein Weinstock. Ich wollte kein kühles Metall“, sagt Hofer. Heimelig ist es in der Buchhandlung. Eine kleine, hölzerne Kinderbank in der Mitte, stehen an den Wänden dicht an dicht Holzregale voller Bücher – und Schreibwaren, wie früher, lange bevor Hofer das Geschäft übernommen hatte. „Einige Kunden haben hier schon vor sechzig Jahren ihre Schulsachen gekauft. Das darf man den Menschen nicht wegnehmen.“ Das Sortiment veränderte sie also nicht völlig, die Optik des Geschäfts hingegen schon. Eines Tages betrat ein Mann den Laden und fragte nach einem Buch des österreichischen Architekturpublizisten Friedrich Achleitner. „Er war völlig irritiert, dass ich es hatte.“ Es stellte sich heraus, dass der Kunde selbst Architekt war. Mit seiner Hilfe, einem Waldviertler Tischler und einem Hietzinger Baumeister gestaltete sie den Buchladen um. Dem benachbarten Optiker, von dem die Buchhändlerin ihre kecke schwarz-rote Designer-Brille hat, gefiel das so gut, dass er sein Geschäft vom gleichen Team umbauen ließ. Petra Hofers Wille zum Erneuern ist ganz offenbar ansteckend.

Grätzlbuchhandlung Lainz Bücher & Schreibwaren Lainzer Str. 141, 1130 Wien

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„ I c h l e b e i n einer K u l t u r – der europäischen“ MIT SEINEM AUF DEUTSCH GESCHRIEBENEN ROMANDEBÜT HAT DER SERBISCHE AUTOR MARKO DINIĆ FÜR VIEL AUFSEHEN GESORGT. HIER ERKLÄRT ER, WIE ER IN DIE DEUTSCHSPRACHIGE WELT UND IHRE LITERATUR HINEINPASST Interview: Erich Klein, Fotos: Stefan Knittel

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er Autor Marko Dinić (Jg. 1988) wuchs in Belgrad und Stuttgart auf. Nach der Matura in Serbiens Hauptstadt zog er 2008 nach Salzburg, um dort Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte zu studieren. Seit 2012 veröffentlicht er in Anthologien und Zeitschriften wie „Lichtungen“, „Kolik“ und „JENNY“ Lyrik und Prosa. Seit 2017 lebt der Autor, der sich als serbischer Schrift teller deutscher Zunge versteht, in Wien. Der anzeiger sprach mit ihm über seinen jüngst bei Zsolnay erschienenen, allseits gefeierten Debütroman „Die guten Tage“. Herr Dinić, in Ihrem Buch gibt es eine lange Namensliste, mit der Sie Ihren Unterstützern danken, Ihre „fi e Idee“ umsetzen zu können. Was war das? Marko Dinić — Ein Gefühl, das ich am 24. März 2009 hatte, dem zehnten Jahrestag des Bombardements von Belgrad. Ich kramte jenes Gefühl hervor, das ich als Kind beim Einsetzen der NATO-Bombardements empfand: Wir hatten schulfrei und waren in der beginnenden warmen Jahreszeit viel im Freien. Ich hatte die Angst vor den Bomben durch die Linse kindlicher Unbeschwertheit wahrgenommen. Zehn Jahre später realisierte ich, dass das damals kein Spiel gewesen war und sich außerdem ganz wesentlich von der Realität in Salzburg unterschied, wo ich mittlerweile lebte. Ich fing an, diesem widersprüchlichen Gefühl nachzugehen und sammelte Notizen. Im Grunde war die fi e Idee eine Aufarbeitung meiner Kindheit in Belgrad.

Dinić — Ich bin der Meinung, dass die Bombardierung von Zivilisten keine Lösung ist! Auch wenn vorgegeben wurde, es ginge nur um kriegswichtige Ziele. Es war das Versagen von Politikern und Diplomaten, wobei ich die Schuld der serbischen Politiker nicht schmälern will. Krieg ist für niemanden eine Lösung. Außerdem darf man nicht vergessen, wie viele Zivilisten damals umkamen. Über sie wird heute genauso wenig gesprochen wie über das Arsenal an Streubomben, das die NATO damals leerbombte. Es obliegt den Politikern, solche Dinge zu verhindern! Gab es damals eine andere Möglichkeit? Dinić — Die Frage ist immer, ob man Gewalt mit Gewalt aufwiegen kann. Meine

Bücher von Martin Dinić: D ie g u te n T a g e . R o m a n Z s o ln a y -V e r la g , W ie n 2 0 1 9 „Wir fuhren schon seit einer Stunde“, meint der Erzähler im „Gastarbeiterexpress“ auf dem Weg zum Begräbnis seiner Großmutter in Belgrad. Dann setzt er zu einer Tirade über seine Kindheit im Krieg der Neunzigerjahre, Europa, Serbien, Nationalismus und familiäre Verwicklungen an. Der Erzähler des Roadmovies ins

Wie lange haben Sie daran gearbeitet? Dinić — Vier Jahre – die Niederschrift des Buches selbst dauerte zwei Jahre.

Antwort ist kategorisch Nein! Es war meines Erachtens auch ein Armutszeugnis für die westliche Diplomatie. Daher rührt auch die Skepsis, die in diesen Ländern gegen den Westen heute besteht. Sie haben Milošević nicht mit Softp wer wegbekommen, obwohl sie das 1996/97 gekonnt hätten, als jeden Tag Hunderttausende gegen ihn auf die Straße gingen. Heute interessiert das keine Sau! Der Westen begann sich damals überhaupt erst zu interessieren, als Sarajevo von serbischen Milizen beschossen wurde. Dass die serbische Bevölkerung protestierte, hat niemand erwähnt. Jede Geschichte braucht ein böses Gesicht. Man markierte von Vornherein den Schuldigen und hielt es nicht für möglich, dass eine Bürgerbewegung den Sturz von Milošević herbeifüh en könnte. Die Proteste in Serbien wurden damals blutig niedergeknüppelt, aber darüber wurde nicht berichtet. Ich will damit nicht die Schuld Serbiens mindern. Wir als serbisches Volk tragen alle Verantwortung für die Verbrechen, die in unserem Namen begangen wurden. Ich will aber auch nicht die Schuld der westlichen Politiker einfach vom Tisch wischen – auch sie ist real.

Herz der Finsternis am Balkan erfüllt eine Art geheime Mission.

Wie beurteilen Sie die Bombardements heute?

Peter Handke forderte damals „Gerechtigkeit für Serbien“. Wie stehen Sie zu Handkes damaliger proserbischer Argumentation? Dinić — Handke ist kein politischer Mensch. Er hat von Tagespolitik keine Ahnung. Das sieht man schon an seinen Büchern aus den 1970er-Jahren: Seine Figuren sind apolitische Weltbeobachter im Kleinen und nicht für das große Ganze zuständig. Dass er eine Wahlempfehlung für den Chauvinisten Tomislav Nikolić (von 2012–2017 Präsident Serbiens; Anm.) aussprach, kann ich ihm nicht verzeihen. Nikolić ist ein Rassist, »

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„Handke spricht gern von Kindern. Er besaß aber nicht die geringste Weitsicht. Milošević hat in diesen Jahren sehr viele Kinder als Geiseln genommen. Ich war eines dieser Kinder“ Marko Dinić

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Muslim- und Menschenhasser, wie er im Buch steht. Handke spricht gern von Kindern. Er besaß aber nicht die geringste Weitsicht. Milošević hat in diesen Jahren sehr viele Kinder als Geiseln genommen. Ich war eines dieser Kinder. Genau diesen Milošević hat Handke dann sogar bis ans Grab begleitet. Was halten Sie von Kriegsverbrecherprozessen in Den Haag? Dinić — Es ist großartig: Ich hoffe, dass es eine Genugtuung für die Opfer ist, auch wenn sie spät kommt und es sicher nie vollkommene Genugtuung geben kann. Natürlich redet man in Serbien davon, dass das nur ein Gericht über Serben sei, weil viele Kroaten freigesprochen wurden. Ich denke, ja, die Serben sollen schuldig gesprochen werden. Meiner Meinung nach sollen sie auch dort im Gefängnis sterben, wo sie gerade sind, damit endlich eine Aufarbeitung des Krieges stattfinden kann und wir diese Dämonen endlich loslassen können.

Es war also kein Zufall, dass Sie später Germanistik studiert haben? Dinić — Die Sprache kam zufällig zu mir. Irgendwann beschloss ich, daraus etwas zu machen, und studierte nach der Matura in Belgrad Germanistik. Die dortige philologische Fakultät war aber nur eine Art große Sprachschule und hatte nichts mit Literaturwissenschaft zu tun. Deshalb ging ich nach Salzburg. Allerdings gab es dafür auch wirtschaftliche Gründe. Ich hatte in Belgrad einen guten Job beim Radio als Übersetzer und Nachrichtensprecher, wartete aber vier Monate auf mein Gehalt. Ich habe eine Zeit lang schwarz gearbeitet, um mein Studium zu finanzie en. Wann haben Sie in Österreich erstmals das Wort „Tschusch“ gehört?

Ich lebe seit zehn Jahren in Österreich, wurde in Migrantenvierteln sozialisiert und bin mir der Diskriminierung durchaus bewusst. In den letzten Jahren kamen viele Muslime ins Land. Nun haben die Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien die „richtige“ Hautfarbe. Aber das kann jederzeit auch kippen. Genau das kreide ich den Politikern und Boulevardmedien an, die entsprechende Stimmungen verbreiten. Wann haben Sie begonnen, literarisch zu schreiben? Dinić — Vor zehn, elf Jahren – mit dem Gefühl, von dem ich schon gesprochen habe. Ich wollte dafür eine Form, einen künstlerischen Ausdruck finden. Sie schrieben lange Zeit vor allem Gedichte …

Der Krieg kommt in Ihrem Roman nur am Rand vor … Dinić — Ehrlich gesagt habe ich keine Lust, darüber zu reden. Außerdem bin ich nicht legitimiert, denn ich bin kein Historiker. Denen soll man das überlassen.

Sie sind teilweise in Deutschland aufgewachsen? Dinić — Mein Vater war Beamter im diplomatischen Außendienst. Von 1993 bis 1997 habe ich in Stuttgart den Kindergarten und die Volkschule besucht. Dort habe ich Deutsch gelernt.

„Ich habe in der Schule in Serbien noch Dostojewski gelesen. Keiner kam auf die Idee zu sagen, das sei eine Überforderung“ Marko Dinić

Dinić — Kurz nachdem ich nach Österreich gekommen bin. Ich wusste erst gar nicht, was das bedeutet. Bei einer Diskussion im Beisl sagte ein Vollidiot zu mir: „Tschusch, halt die Pappn!“ Es ging natürlich um das Jobargument: Dass so ein „Tschusch“ daherkommt und uns die Arbeit wegnimmt. Ich sagte: „Genau, auf die Baustelle. Oder um deiner Mutter im Altersheim den Arsch auszuwischen, weil du das selber so gern machst.“ Ich gehe auf solche Diskussionen schon lange nicht mehr ein. Außerdem halten mich alle wegen meines Akzents für einen Piefke.

Dinić — Ich schreibe schon seit Jahren keine Lyrik mehr, weil ich mich auf Prosa konzentriere. Ich verlege und bespreche Lyrik, sie ist eine Herzensangelegenheit. Ich lese Lyrik, weil sie immer sehr viele Überraschungen bereithält, aber Prosa ist mein Handwerk. Ich bin ein Geschichtenerzähler, und anekdotisches Erzählen geht nur in der Prosa. Warum lesen die Menschen heute so wenig Lyrik? Dinić — Weil sie grundsätzlich wenig lesen, auch wenig Prosa. Und weil wir in einer Zeit

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Aber Sie haben ihn als Kind erlebt und wahrgenommen. Dinić — Ich habe etwa die internationalen Sanktionen in einer sehr verzerrten Form wahrgenommen – die Stromausfälle oder Milošević, all das ist pervertiert und aus einer Kindersicht beschrieben. Mich interessiert die jetzige Situation in Serbien viel mehr. Was wir heute haben, ist das Resultat der damaligen Politik. Fragen Sie mich nicht nach Schuld – das müssen die Gerichte aushandeln. Ich bin nicht hier, um auf jemanden mit dem Finger zu zeigen, sondern, um eine Gesellschaft zu beobachten und darüber zu schreiben. Das habe ich mit diesem Buch gemacht. Die Kindheitskapitel darin sind absichtlich sehr vage gehalten: Es gibt keine ausdrücklichen Ereignisse außer den Bombardements, die ich selbst erlebt habe. Was etwa die Kroaten betrifft so habe ich nur die geflüch eten Menschen mitgekriegt.

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Kontinent Kinderbuch leben, in der die Verdummung der Menschen weit fortgeschritten ist. Den Kindern wird in der Schule alles vorgekaut, die lesen kein Buch mehr. Es gibt nur noch Kompetenzlesen. Ich habe in der Schule in Serbien noch Dostojewski gelesen. Keiner kam auf die Idee zu sagen, das sei eine Überforderung. Natürlich ist es überfordernd, mit siebzehn Dostojewski zu lesen. Trotzdem sollten wir damit zurechtkommen. Heute werden nur noch marktkonforme Geschöpfe herangezüchtet. Unter dem gedruckten Schrott geht die Literatur vor die Hunde. Dazu kommt noch dieser Wettbewerbseifer, in dem Autoren gegeneinander ausgespielt werden. Gibt es etwa keine Konkurrenz? Dinić — Eigentlich ziehen sie alle am selben Strang. Die Vorstellung, es gebe in der Literatur gut und schlecht, gilt nicht. „Das beste Debüt des Jahres“, das tollste Was-auch-immer – welcher Schmarren! Was eine lesende Zukunft betrifft so bin ich sehr pessimistisch. Ich kann froh sein, dass mein Roman gelesen wird und gut rezensiert wurde. Aber ich kenne eine Menge Menschen, die gut schreiben und unter dem Wust unzähliger Publikationen begraben werden. Mit welchen Büchern wurden Sie sozialisiert? Dinić — In meiner Schule in Belgrad mit Weltliteratur. Wir haben Goethe genauso gelesen wie Beckett, Sartre oder Camus, Miloš Crnjanski oder Danilo Kiš. In Österreich werden nur deutschsprachige Autoren gelesen. Das kommt auf das Fach an … Dinić — Ich könnte jetzt lange über das österreichische Bildungssystem reden. Die hier stattfindende Segregation der Menschen ist eine Katastrophe. Ich gebe an einer Neuen Mittelschule einen Lyrikworkshop und einen anderen im Musischen Gymnasium. Dabei habe ich immer das Gefühl, in zwei unterschiedlichen Welten zu sein. Es darf doch nicht sein, dass den Kindern in der Neuen Mittelschule etwas vorenthalten wird! Was meinen Sie? Dinić — Bildung, den Zugang zu Bildung. Die Lehrer kommen zu mir und sagen: Die guten Schüler müssen belohnt werden. Ich sage: Nein, die guten Schüler müssen den schlechten Schülern unter die Arme greifen, damit die besser werden. Das soll ihre Belohnung sein. Meines Erachtens ist es fatal, eine Klasse in Schlaue und Doofe zu teilen. Es wird ihnen etwas vorenthalten: Kameradschaft und gleiche Chancen – dafür gibt es keine bessere Herangehensweise.

Was haben Sie als junger Mensch noch gelesen? Dinić — Sehr viel Kafka, Hesse natürlich, der einen in diesem Alter beschäftigt. Davor „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“, Fantasy. Dostojewski las ich später noch einmal, weil ich ihn beim ersten Mal nicht verstanden habe. In meinem Roman ist sehr viel Lektüre verarbeitet. Etwa Joseph Conrad, Ilse Aichinger und Louis-Ferdinand Céline – für mich unabdingbare Autoren. Dazu gehören auch Danilo Kiš oder W. G. Sebald, Autoren also, die sich mit Erinnerung beschäfti en. Würden Sie „Die guten Tage“ ins Serbische übersetzen? Dinić — Die Idee steht natürlich im Raum. Es ist nur die Frage, ob das ein Verlag nimmt. Ich würde es gern selbst machen. Wie waren die Reaktionen von serbischen Freunden auf Ihre antiserbischen Tiraden? Dinić — Ich habe keine negativen Stimmen gehört, was die politischen Implikationen betrifft weder von serbischer noch von deutschsprachiger Seite. Die Menschen bedanken sich und meinen, endlich sagt das jemand. Sagt was? Dinić — Dass ich gegen Nationalismus und das starrsinnige Festhalten daran vehement auft ete. Es waren überwiegend Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die das zu mir gesagt haben. Daran ist auch zu erkennen, dass sie von dieser ganzen nationalistischen Kacke müde sind. Ihr Protagonist geifert wild gegen das eigene Land und Volk … Dinić — Das ist meine Sprache. Ich kann mich mit dieser Sprache identifizie en. Es ist teilweise eine Kunstsprache, die ich entwickelt habe – der Mutterfluch kommt darin nur einmal vor. Kann man es als bernhardesk bezeichnen? Dinić — Nein. Ich lasse mich ungern in eine Schublade stecken. Ich will nicht vulgär, sondern gezielt sein. Ich wollte, dass es wehtut, aber nicht, dass sich die Menschen ekeln. Den Ekel sollte der Protagonist oder der Antagonist empfinden, nicht die Leser. Sie sollten sich allenfalls wundern. Am meisten an der Stelle, da der Erzähler den Mund seiner toten Großmutter aufbri ht und einen Ring hineinsteckt. Ist das Balkan-Folklore oder Erfindung Dinić — Das ist eine erfundene Sache (lacht)! Ich habe von etwas Ähnlichem »

Karin Haller Geschäftsfü erin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Oldies Are Goldies „Klassikerausgaben sind mehr Möbel als Literatur“, behauptete Jacques Tati. Nicht in der Kinderliteratur! „Das kleine Ich-bin-ich“, „Die Omama im Apfelbaum“, „Momo“, sie werden mit unverminderter Begeisterung (vor-) gelesen, Märchen mit Illustrationen aus den 70ern neu aufgelegt, Titel aus dem Preußler-Nachlass als neue Funde gefeiert. Warum? Nur weil Erwachsene gern Bücher kaufen, an deren Lektüre sie sich selbst zurückerinnern? Sicher auch, aber sentimentales Kaufverhalten allein reicht vermutlich nicht aus, um ein Buch über Jahrzehnte hinweg auf dem Markt zu halten. Es braucht literarische Qualität und eine zeitlose thematische Relevanz. So wie die Identitätssuche des kleinen Ich oder die friedliche Rebellion einer Pippi Langstrumpf. Viele Klassiker für junge Lesende sind in der fantastischen Kinderliteratur beheimatet – in diesem Genre ist es inhaltlich weniger spürbar, wie schnell die Zeit über einen Text hinweggehen kann. Es ist ein Glück, dass heimische Autorinnen wie Busta, Haushofer, Lobe, Ferra-Mikura und Nöstlinger zu überzeugenden Klassikern geworden sind. Was anlässlich des 65-jährigen Jubiläums der Kinderund Jugendbuchpreise der Stadt Wien am 18. Juni mit einem Fest gefeiert wird (Programm unter www.jugendliteratur.at), mit Leseproben von 1955 bis in die Gegenwart. Schön, dass sie immer noch lieferbar sind!

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einmal gelesen, verrate aber nicht, woher es stammt. Der Szene liegt der antike Gedanke zugrunde, den Toten etwas auf ihrem Weg mitzugeben. Wenn ich es selbst interpretieren soll: Die Szene stellt für den Protagonisten den Abschluss eines Teils seiner Geschichte dar. Es ist ja auch die Rede davon, dass er in diesem Moment wacher wird. An den Leser gerichtet bedeutet es: Wach auf!

all meiner Kraft. Außerdem will ich davor nicht wegrennen wie mein Protagonist – im Gegenteil!

Hinter Ihrer Ringparabel scheint noch mehr zu stecken … Dinić — Diese Geschichte war die zündende Idee, um den Roman zu schreiben. Ich hatte schon viele Notizen gesammelt, wusste aber lange Zeit nur, dass das Buch mit Serbien zu tun haben sollte. Dann las ich bei J. R. R. Tolkien, ein gutes Buch müsse eine Reise enthalten und einen Gegenstand, mit dem die-

Verfolgt er nicht, was Sie schreiben? Dinić — Nein (lacht). Aber vielleicht verstecke ich das nur erfolgreich vor ihm. Die Figur im Buch ist nicht mein Vater. Aber es ist trotzdem ein sehr persönliches Buch.

„Bei den Hiesigen ist noch nicht angekommen, dass Deutsch eine Sprache der Türken, der Bosnier und der Serben sein kann“ Marko Dinić

se Reise zu tun hat. Ich dachte mir damals: Wow, so will ich meinen Roman aufziehen! Also nahm ich den Ring aus „Der Herr der Ringe“ und ließ ihn den Protagonisten in den Schlund seiner Großmutter werfen. Und was bedeutet die Geste? Dinić — Die Unmöglichkeit, eine normale Familiengenealogie fortzusetzen. Einer nachfolgenden Generation wird es verunmöglicht, an diesen Ring heranzukommen. Der Protagonist sagt, das ist das einzige Erbe seiner Großmutter. Er begräbt damit die Geschichte. Man kann es auch so verstehen: Unsere Generation ist tot. Sie lebt nicht mehr im Land und wird auch nicht zurückkehren. Wir sind zu ewigem Migrantendasein verdammt. Der Verfasser der Geschichte bleibt dennoch immer Serbe. Dinić — Wohl oder übel – ja. Ich kann und will meine Herkunft nicht verneinen, ich kann ihr nur kritisch gegenüberstehen, mit

Der Vater, mit dem im Buch radikal abgerechnet wird, ist natürlich nicht Ihr Vater. Aber was hat der dazu gesagt? Dinić — Mein Vater hat dazu gar nichts gesagt, er kann nicht Deutsch.

Das Wüten gegen alles Serbische find t einmal kurzzeitig ein Ende, dann ist von „Versöhnung“ die Rede … Dinić — Der Hauptfigur ist nicht zufällig ein Antagonist beigestellt. Sie wird von Wut getrieben, die teilweise irrational und manchmal auch lächerlich ist. Diese Wut fl ut nach Jahren ab, kehrt dann aber wieder. Mit seinen Anklagen gegen den Nationalismus arbeitet der Protagonist seine Wut ab – es stellt sich aber die Frage, ob das überhaupt richtig ist. Sieht man sich die Figur des Vaters an, fragt man sich, ob dieser Hass gerechtfertigt ist. Ist all das nicht nur eine künstlich hochgezüchtete Wut, um seine Flucht aus dem Nationalismus zu rechtfertigen? Neben dieser Figur gibt es noch den Nachbarn, der mit einem mehr akademischen Zugang an die Aufarbeitung des Krieges und der Gräueltaten herangeht. Ich wollte diese beiden Figuren einander gegenüberstellen und finde sie beide problematisch. Sie leben in diesem Buch nicht nur in zwei Zeiten, sondern auch in zwei Sprachen und zwei Kulturen … Dinić — Ich lebe in einer Kultur – der europäischen, einer wahnsinnig problematischen. Sie ist sehr auf sich selbst gerichtet und hat ihren Horizont verloren. Oder genauer gesagt: die Weitsicht auf andere Kulturen. Sie gebärdet sich noch immer hegemonial. Insofern bin ich der serbischen, der jugoslawischen und balkanischen Kultur verpflich et, weil sie unter der hegemonialen Struktur der westlichen Länder leidet. Ich bin ein Kämpfer für Kulturen, etwa für die türkische, die von vielen Hiesigen als minderwertig angesehen wird. Aber ich fü le mich auch bei Autoren wie Borges oder Cortázar zuhause. Kultur hat keine Grenzen – das ist meine Kultur. Ich glaube nicht an einen allgemeinen Ehrenkodex, sondern vielmehr an meine eigene Sozialisierung. Ich

versuche, einen klaren Kopf zu bewahren, Distanz zu halten und mir dabei so viel wie möglich offenzuhalten. Im Zweifelfall bin ich für den Sc wächeren. Sie sagten, „Die guten Tage“ wären in einer Art Belgrader Jargon geschrieben, nur eben auf Deutsch … Dinić — Sprache hat ja keine Grenzen, sowenig wie die Erde flach ist. Sie hört nicht irgendwo auf. Ich bin in vielen verschiedenen Sprachmilieus unterwegs, versuche mit meinem Instrumentarium Dinge wiederzugeben und in eine andere Sprache zu übersetzen, was der Leser vielleicht gar nicht sofort bemerkt. Sie schreiben quasi serbisch, aber auf Deutsch? Dinić — Hierzulande haben viele noch immer nicht kapiert, dass Deutsch auch eine serbische Sprache ist, eine Sprache der Diaspora, unsere Sprache. Wir sind hier aufgewachsen. Es gibt sehr viele Menschen, die Serbisch und Deutsch sprechen. Bei den Hiesigen ist noch nicht angekommen, dass Deutsch eine Sprache der Türken, der Bosnier und der Serben sein kann. Welches Buch haben Sie zuletzt gekauft Dinić — Ich bin unlängst zufällig auf „Die Strudlhofstiege“ gestoßen. Ziemlich lustig! Sonst lese ich gerade sehr viel Borges und Cortázar, also viele Erzählungen, weil ich selbst gerade Erzählungen schreibe. Das nächste Buch wird ein Erzählband? Dinić — Ich weiß noch nicht, wie der Verlag reagiert. Ich finde die Form spannend und habe das Gefühl, dabei sprachlich auf der ganzen Klaviatur spielen zu können. Im Roman unterliegt die Sprache der Handlung, in der Erzählung kann ich viel mehr verdichten. Aber es ist mit Erzählungen so eine Sache – bekanntlich sagt der Markt ja, Erzählungen verkaufen sich nicht. Die Leser werden nur noch zu Krimi- und Thrillerlesern sozialisiert. Sie haben doch lauter fantastische Besprechungen für „Die guten Tage“, Ihren ersten Roman, erhalten! Dinić — Ich wollte auch nicht jammern, sondern nur meiner Wut Ausdruck verleihen. Achtzig Prozent der alljährlichen Erscheinungen sind Schrott – und ich bin so weit auch zufrieden. Es ist ein Privileg, gelesen zu werden und überdies auch noch gute Kritiken zu bekommen. Eine breite Leserschaft muss ich erst noch finden. Ob mir das gelingt, wird sich herausstellen. «

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

Literatur ist mehr als verkaufte Bücher

verständnis. Natürlich brauchen wir auch Unterhaltung und Ablenkung – aber eben „auch“ und nicht „nur“. Wichtig ist also nicht nur, um wie viel weniger Bücher der Buchhandel verkau° , sondern auch, welche Art von Büchern nicht mehr so gefragt ist und von vielen als verzichtbar angesehen wird. Wir in der Branche sollten wissen, was es bedeutet, wenn das Sortiment der verkau° en Bücher aus immer weniger Titeln besteht, die, durch Auszeichnungen, Preise oder politische Ereignisse bekannt geworden, in den Verkaufslisten nach vorne drängen. All das zeigt einmal mehr, dass Erfolge nie vorab berechenbar und immer ö° er von Dingen abhängig sind, die wenig mit den Qualitäten von Literatur zu tun haben. Da muss sich dann jeder Verlag entscheiden, wie viel und welche Art Risiko er sich zumuten will oder kann.

Jochen Jung Verleger Jochen Jung über die Zukunft der Literatur und ihrer Leserinnen und Leser

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : C H R I S H O F E R

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etzthin, am Tag des Buches, fand in Wien die jährliche Sitzung der Mitglieder des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels HVB statt, bei der sich österreichische Verlegerinnen und Verleger zusammensetzen, um sich von ihren Vorsitzenden zur Lage der Branche und den Ergebnissen von Tre˜ en der europäischen Verlegerscha° informieren zu lassen. Dabei fehlte es nicht an Hinweisen auf das Wohlergehen des Buchhandels. In optimistischem Tonfall wurde darauf verwiesen, dass die Arbeit zwar nicht weniger geworden sei, die Ergebnisse aber nach wie vor ganz in Ordnung seien. Auch die deprimierenden Vorjahrszahlen des deutschen Buchhandels (mehr als sechs Millionen weniger Buchkäufer seit 2012) wurden als ˛ r Österreich nicht verbindlich erklärt. So dur° e es nicht erstaunen, dass jemand am Ende der Sitzung die Kolleginnen und Kollegen um eine erhobene Hand bat, falls auch sie unser aller Zukun° eher posi-

tiv sehen. Es ging eine Mehrheit der Hände in die Höhe. Natürlich empfand man das als gutes Zeichen, auch wenn zehn Minuten später mit dem Glas in der Hand ein paar skeptische Nachbemerkungen hinzukamen, die unter anderem deutlich machten, dass die Ausgangsfrage doch recht undeutlich gewesen war. Es geht ja nicht einfach um die Zahl der Kunden, die eine Buchhandlung nach dem Einkauf mit einem zufriedenen Lächeln verlassen, weil sie das Richtige getan haben. Es geht vor allem um die Zukun° der Literatur und ihrer Leserinnen und Leser. Womit nicht nur die Lesefreude der handybewa˜ neten Jungen und Alten gemeint ist, sondern die kulturelle Standha° igkeit durchdachter Sätze und die gesellscha° liche Präsenz geschriebener Kunst. Es geht um die existenzielle Bedeutung von Schönheit und Klugheit. Literatur findet ihre Stabilität ja nicht in den Verkaufszahlen, sondern im menschlichen Bedürfnis nach Lebens-

„Es geht vor allem um die Zukunft der Literatur und ihrer Leserinnen und Leser“

Jochen Jung ist Verleger des Jung und Jung Verlags in Salzburg

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– Buchtermine –

Veranstaltungen Juni 2019 Wolf Wondratschek (Wagnersche, Museumstraße 4, 6020 Innsbruck, 19:30)

MONTAG, 3. 6. Claudia Sammer: Ein zögerndes Blau. Literaturfrühstück (Buchhandlung Moser, Am Eisernen Tor 1, 8010 Graz, 10:00) Tamás Trunk: Marken Sneaker Generation Z (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Kurt Palm: Monster (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 19:30)

MITTWOCH, 5. 6. Arik Brauer: A Jud und keck a no (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Doris und John Naisbitt: Im Sog der Seidenstraße. Chinas Weg in eine neue Weltwirtschaft (Buchhandlung Moser, Am Eisernen Tor 1, 8010 Graz, 19:30) DONNERSTAG, 6. 6. Bora Ćosić: Immer sind wir überall. Reisen in Italien und Österreich (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien, 19:00) Alex Beer: Der dunkle Bote (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Marlene Streeruwitz: Flammenwand (Haus der Kunst Baden, Kaiser Franz-Ring 7, 2500 Baden, 19:00) Petra Hartlieb: Sommer in Wien (Seeseiten Buchhandlung, Janis-Joplin-Promenade 6/5/EG/1, 1220 Wien, 19:00) Paolo Rumiz: Durchs unbekannte Italien (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 19:30) FREITAG, 7. 6. Franz Hlavac, Gisela Hopfmüller: 111 Orte in Friaul und Julisch Venetien (Morawa Spittaler Stadtbuchhandlung, Tiroler Straße 12, 9800 Spittal an der Drau, 19:00) Doris Knecht: weg (Morawa Hartberg, Wiener Straße 2, 8230 Hartberg, 19:30) DIENSTAG, 11. 6.

Ingrid Schramm, Doris Kloimstein & Edwin Baumgartner: Nennen wir ihn Rumpelstilzchen. Geschichten vom Literatenstammtisch (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

W:ÖRTERSEE: Österreichisch-Schweizerische Begegnungen mit Isabella Feimer, Christian Futscher, Sascha Garzetti, Michelle Steinbeck, Christian Uetz und Anja Utler (Art Loft Lanser See, Am Lansersee , 6072 Lans, 19:30)

Das „Genießen in Slowenien“ (Styria) zeigt Elisabeth Tschernitz-Berger am 13. 6. in der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt

MONTAG, 17. 6.

Marlene Streeruwitz: Flammenwand (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Anthony Chira: Food Jam (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) DIENSTAG, 18. 6.

Ursula Wiegele liest aus „Was Augen hat und Ohren“ / Sophie Reyer liest aus „Die Freiheit der Fische“ (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) MITTWOCH, 19. 6.

Claudia Sammer ist mit „Ein zögerndes Blau“ (Braumüller) am 3. 6. beim Literaturfrühstück der Buchhandlung Moser

Krieg ist schwarz (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 18:00) MONTAG, 24. 6.

Doris Knecht: weg (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) MITTWOCH, 12. 6.

Andreas Schwarz & Martha Brinek: Gusto auf Grado (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Tina Veit-Fuchs: Genießen in der Steiermark (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Jeannine Meighörner: Die Luftvergolderin (Buchhandlung Tyrolia, Maria-Theresien-Straße 15, 6020 Innsbruck, 19:30) Harald Darer: Blaumann (Schauspielhaus, Porzellangasse 19, 1090 Wien, 20:00)

DIENSTAG, 25. 6.

Helga Kromp-Kolb & Herbert Formayer: Plus zwei Grad (Montanuniversität Leoben, Franz JosefStraße 18, 8700 Leoben, 18:30) Gesellschaftsräume der Literatur: Massenflucht und Einzelschicksal mit Paul Chaim Eisenberg, Melita H. Sunjic, Bernhard Kittel, Friedrun Huemer, Mod: Christa Zöchling, Lydia Mischkulnig (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien, 19:00) Carmine Abate: „Tra due mari“ / „Zwischen zwei Meeren“ / „Le rughe del sorriso“ (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00)

DONNERSTAG, 13. 6.

Elisabeth Tschernitz-Berger: Genießen in Slowenien. Die besten Adressen (Buchhandlung Heyn, Kramergasse 2–4, 9020 Klagenfurt, 19:00) Beate Maxian: Mord im Hotel Sacher (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) FREITAG, 14. 6.

Tanja Raich: Jesolo (Seeseiten Buchhandlung, Janis-Joplin-Promenade 6/5/EG/1, 1220 Wien, 19:00) Maia Panjikidze: Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818 (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Jad Turjman & Aeham Ahmad: (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 19:30)

MITTWOCH, 26. 6.

Thomas Bruckner: „Wundersuche“ (Thalia, Hauptplatz 6, 2700 Wiener Neustadt, 19:00) DONNERSTAG, 27. 6.

Kurt Palm: Monster (Tostmanns Bandlkramerey Seewalchen, Hauptstraße 4, 4863 Seewalchen am Attersee, 20:00) FREITAG, 28. 6.

Chris Lohner: Shirley – der Hund, den ich eigentlich nicht wollte (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

Senden Sie Ihre Terminvorschläge an redaktion@hvb.at

FOTOS: H EI NZ FESSL, CH RISTIAN JUNGWI RTH

DIENSTAG, 4. 6. Birgit Maurer und Dieter Krainz: Wenn die Liebe Kummer macht (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Michael Lentz: Schattenfroh (Alte Schmiede Literarisches Quartier, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien, 19:00) Marko Dinić: Die guten Tage / Angela Lehner: Vater unser (Stifter Haus Linz, Adalbert-StifterPlatz 1, 4020 Linz, 19:30)

SONNTAG, 16. 6.

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