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Anzeiger 4/18

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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Gastspiel

Reisefieber & Lernfreude

Die „Schwierige“

Hoteliers und Fremdenverkehrsregionen entdecken das Buch für sich. Wie viel Potenzial hat das Zusammenspiel?

Diese Neuerscheinungen helfen beim Erkunden ferner Länder, fremder Sprachen und des eigenen Ichs

Olga Flor schreibt leidenschaftlich „schwierige“ Bücher. Sie merkt, dass Kritik immer weniger erwünscht ist

www.pustet.at

© Peter Kubelka

Ö s t e r r e i c h i s c h e P o s t A G F i r m e n z e i t u n g / G Z 0 2 Z 0 3 0 8 7 7 M / 1 5 3 . J a h r ga n g

Wenn Schönheit und Abenteuer einhergehen ...

Lesen Sie uns kennen.

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16.04.2018 10:04:27 Uhr


Michael Müller Reiseführer So viel Handgepäck muss sein.

Neu ausgeliefert 40 Reise- und Wanderführer, u. a. folgende Titel:

Tropenparadiese im indischen Ozean Bali & Lombok Susanne Beigott, Otto Braun 564 Seiten 22,90 € ISBN 978-3-95654-132-2

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– 152. Jahrgang –

„Auch Sie dürfen nicht fehlen. 6. bis 8. Juni in Bad Aussee: Wir freuen uns auf Sie!“

Geheimnisse der österreichischen Almküche

Gustav Soucek

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iebe Leserinnen und Leser, liebe HVB-Mitglieder, es ist so weit: Das Programm für die Jahrestagung des HVB steht. Ein gut gepflegtes Netzwerk und die Kenntnis aktueller Marktentwicklungen sind essenziell für die Arbeit in jeder Branche – natürlich auch in der Buchwirtschaft. Hier treffen InhaberInnen, GeschäftsführerInnen, Entscheidungsträger und Führungskräfte der deutschsprachigen Buchbranche zusammen, und auch Sie dürfen nicht fehlen! 6. bis 8. Juni in Bad Aussee: Wir freuen uns auf Sie! Alle Infos finden Sie in dieser Ausgabe auf S. 10 und online auf www.buecher.at/jahrestagung. In „Kurz gesagt“ (Seite 8) wird diesmal ein Aspekt der Buchwirtschaft beleuchtet, der üblicherweise wenig Beachtung findet: Nebenmärkte. Hintergründe, Markteinschätzungen und warum auch branchenfremde Unternehmen auf das Medium Buch setzen.

Susanne Schaber / Herbert Raffalt

Mit den sommerlichen Temperaturen startet die Reisesaison, passend zum „Essenziell“-Artikel „Gastspiel. Literatur und Tourismus – ein ungleiches Paar?“. Welche Konzepte und Möglichkeiten sich dabei für die Buchbranche ergeben, lesen Sie ab Seite 12.

Eine kulinarische Reise zu den Almen Österreichs. Mit über 60 köstlichen Rezepten Zeichnungen von Angelika Zak

F O T O : PAU L L A N D L

Besonders freut es mich, Ihnen eine Auswahl unserer Mitglieder zu präsentieren: Pater Daniel (Stiftsbuchhandlung Kremsmünster) gibt Einblick in eine ganz spezielle Buchhandlung, Maria Teuchmann (Thomas Sessler Verlag) präsentiert den größten Bühnen- und Musikverlag Österreichs, Verleger und ehemaliger Vorsitzender des Verlegerverbandes (2004–2009) Arno Kleibel (Otto Müller Verlag) spricht über die Herausforderungen seines traditionsreichen Familienbetriebs, und Monika Röth (Buchhandlung Audiamo) über die Chance und Faszination Hörbuch (ab Seite 24).

Der Geschmack der Berge

Susanne Schaber und Herbert Raffalt begeben sich auf eine kulinarische Wanderung: Die beiden wissen, warum es uns in den Bergen so gut schmeckt, stellen Alm-Traumziele vor und verraten Rezepte, die ein Stück vom Alltag oberhalb der Waldgrenze in unsere Küchen holen. gebunden mit Leinenrücken 129 farb. Abbildungen, 22 sw. Illustrationen ISBN 978-3-7022-3670-0 240 Seiten, € 39.95

Ich freue mich über das Vertrauen, das Sie mir als Geschäftsführer des HVB nun seit einem Jahr entgegenbringen! Und nach wie vor gilt: Kommen Sie jederzeit mit Wünschen und Anregungen auf mich zu: soucek@hvb.at oder mobil unter +43 664 88 44 60 44.

Gustav Soucek

www.tyrolia-verlag.at

HVB-Geschäftsführer

Bestellen Sie zu Reisekonditionen bei:

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Mohr Morawa Buchvertrieb | A-1230 Wien Tel. +43 (0) 1 680 14 -5 | Fax: +43 (0) 1 688-71 -30 bestellung@mohrmorawa.at

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– Inhalt –

hvb-mitglieder im porträt

24

Pater Daniel

Der Mönch verkauft im Klosterladen des Stifts Kremsmünster Bücher

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Maria Teuchmann

Passen Literatur und Tourismus zusammen?

12

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thema

8

Kurz gesagt Nebensache? So sehen die Neben- märkte das Buch

12

Essenziell Literatur und Tourismus – ein ungleiches Paar? Hoteliers und Fremdenverkehrsregionen entdecken das Buch für sich

aus dem ANZEIGER-archiv

6

Arno Kleibel Der Salzburger Verleger schätzt die Qualität im Kleinen

27

Monika Röth

Die „Audiamo“-Buchhändlerin kann seit 20 Jahren nicht mehr lesen

Selbstredend

28

Olga Flor Die Autorin spricht über Liebe, Kulturpolitik und ihr Schreiben

Der Staatspreis-Skandal 1968 erhielt Thomas Bernhard den Staatspreis für Literatur. Die Verlei- hung ging in die Geschichte ein

wissenswert

7

Gutenberg-Galaxie William Shakespeare trifft in der Gutenberg-Galaxie auf schreibende künstliche Intelligenz

9

Kurzmeldungen Buchhandlungspreisträger 2018 Achensee-Stipendium für Tanja Paar Literaturpreise

10

Maria Teuchmann leitet den Thomas Sessler Verlag in Wien

25

Kurzmeldungen Jahrestagung HVB mit Robert Menasse in Brüssel Kehlmann-Erzählung wird verfilmt mediakolleg im Mai

18

Reisefieber und Lernfreude Neues aus dem Bereich Reisen und Fremdsprachen

20

Gastkommentar

Eine EU-Verordnung könnte Anti- quarinnen und Antiquaren das Leben schwer machen

28 Der anzeiger hat Olga Flor zum

Interview getroffen

31

Kramers Kinderstube Schöner wohnen

klassiker

33

Immer nichts!

„Jemeljen Pilai“ von Maxim Gorki

Standards marktdaten monatsbestseller Titelschutz Impressum

21 22 34 34

i l l u s t r a t i o n : g e o r g f e i e r f e i l , f o t o s : P a u l Z s o l n ay V e r l a g / L e o n h a r d H i l z e n s a u e r , C h r i s M a v r i c ( 2 )

Der Rosegger-Literaturpreis geht an Zsolnay-Autor Fiston Mwanza Mujila

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Die Verlegerin leitet Österreichs größten Bühnen- und Musikverlag

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LITERATURFRÜHLING WWW

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AY REM

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Simone Hirth: Bananama Eine Aussteigerfamilie lebt in einem Haus am Waldrand. Eines Morgens liegt ein toter Mann im Gemüsebeet. Die diffuse Angst des Kindes bekommt ein Gesicht und in Bananama bleibt nichts, wie es war. 192 Seiten | € 19,90

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Marianne Jungmaier: Sonnenkönige Aidan ist ein Getriebener. Zusammen mit seinen Freunden verliert er sich in Drogen, Fetisch und Partys – immer auf der Suche nach Ekstase, nach Freiheit, nach sich selbst. 224 Seiten | € 19,90

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Verena Stauffer: Orchis Mitte des 19. Jahrhunderts begibt sich der Botaniker Anselm auf eine Expedition nach Madagaskar, wo er nicht nur die schönste Orchidee der Welt findet, sondern Erfüllung, die aber nur von kurzer Dauer ist. 256 Seiten | € 22,90

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Rhea Krčmářová: Böhmen ist der Ozean Das Wasser schlängelt sich durch die Orte Böhmens, als wären es Inseln. Ein Streifzug durch den Kosmos böhmischer Legenden und die Suche nach den eigenen Wurzeln zwischen Wirklichkeit und Mythos. 208 Seiten | € 19,90

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– Aus dem anzeiger-Archiv –

Der StaatspreisSkandal März 1968 „Es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber es ist vieles lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“ Mit diesen Worten beginnt Thomas Bernhard am 4. März 1968 seine provokante „Danksagung“ bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Literatur. Minister Theodor Piffl-Percevic verstand die Rede als Schmähung Österreichs. Er rief „Wir sind trotzdem stolz, Österreicher zu sein!“ und verließ den Saal. Die Verleihung des Anton-WildgansPreises, den Bernhard kurz darauf erhalten sollte, wurde abgesagt. Der Anzeiger des österreichischen Kunst-, Buch- und Musikalienhandels berichtete nur knapp vom Staatspreis. Der Eklat selbst wurde mit keinem Wort erwähnt.

Fundstücke aus den alten Ausgaben des anzeigers

Eine der größten Druckereien in Mitteleuropa  Druck und buchbinderische Weiterverarbeitung  unter einem Dach rund um die Uhr Jahresproduktion 24 Mio. Bücher  80 % der Produktion gehen in den Export  Jahresumsatz 33 Mio. €  Kundenservice in fünf Fremdsprachen  Zertifikate Carbon Neutral Produkt, Fogra  FSC®, CrefoCert, Eko energie

o FINIDR, s.r.o. Ident. nr.: 60778172 Gültigkeit: 1 Jahr Seit: 01.07.2017

FINIDR, s. r. o. | Lípová 1965 | 737 01 Český Těšín | Tschechische Republic Tel.: +420 558 772 264 oder +420 777 795 117 | E-mail: druckerei@finidr.de

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– Wissenswert –

PIONIER

Wunderwuzzi William. Wenige haben so viele Werke verfasst wie dieser Mann. Verschwörungstheoretiker bezweifeln, dass nur eine Person hinter dem Namen steckt: Die Rede ist von William Shakespeare. Seine Texte haben auch die englische Sprache verändert. Sind ihm die Wörter ausgegangen, hat William einfach neue erfunden. Vielleicht sind seine Stücke deshalb eine gute Quelle für originelle Beschimpfungen. So heißt es in „Troilus und Cressida“: „Du volle Schüssel Narrheit.“

POLARSTERN

Aus der

PIN-UP

Griff nach den Sternen. Nach dem Tod von Autorinnen und Autoren findet man ihre Bücher oft in Bestsellerlisten wieder – so auch im Fall von Stephen Hawking. Sein erstes Buch verfasste er im Jahr 1988, als seine Krankheit ihn bereits am Sprechen hinderte. Mithilfe eines Computer-Interfaces buchstabierte er Wort für Wort 256 Seiten über das Universum. Daraus entstand schließlich „Eine kurze Geschichte der Zeit“.

Gutenberg-

Summer love. New York City in den 50ern. Grady McNeil ist gelangweilt von ihrem Leben in der Oberschicht und Peter Bell, einem ihrer Freier. Sie wünscht sich Freiheit und der Parkplatzwächter Clyde Manzer scheint sie ihr geben zu können. Plötzlich sind sie verheiratet und obwohl sie gerne aufs Gas steigt, geht es der hübschen Grady dann doch zu schnell. Selbstbewusst und doch fremdbestimmt, ist Grady aus dem Roman „Sommerdiebe“ von Truman Capote die Vorlage für Holly in „Frühstück bei Tiffany“.

PROSPEKT

Galaxie

Der Letzte seiner Art. Almanach: Viele Jugendliche halten diesen Begriff wohl für den Namen eines Drachen aus einem Fantasy-Epos und nicht für ein Jahrbuch. Neben Chronik, Enzyklopädie und Wörterbuch ist der Almanach ein weiteres Nachschlagewerk, welches durch das Internet obsolet gemacht wird. Im September listet der „Fischer Weltalmanach“ zum sechzigsten und letzten Mal die Daten der Welt auf. Die Welt dankt und verabschiedet sich von ihm.

Lukas Schöppl

POWIDL

AI-Gedicht. Klingt nach konkreter Poesie, ist aber bedeutend langweiliger: eine AI (Artifizielle Intelligenz) hat aus eigener Initiative – wenn es so etwas bei Robotern überhaupt gibt – ein Gedicht geschrieben, das nur so vor kitschigen Formulierungen (und Kasusfehlern) strotzt. Der Titel sagt alles: „Sonnenblicke auf der Flucht“. Angeblich hat die Künstliche Intelligenz von Goethe und Schiller gelernt.

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– Kurz gesagt –

Nebensache? Auch branchenfremde unternehmen verkaufen bücher. wie gehen sie dieses sortiment an und was bringt es ihnen? Pädagogischer Auftrag.

F o t o s : Ö s t e r r e i c h i s c h e P o s t A G , p r i va t, T o y s “ R “ u s , S P A R / H e l g e K i r c h b e r g e r

Stefan Nemeth, Leitung Philatelie & Sortimentsmanage­ ment im Geschäftsfeld Filialen der Österreichischen Post AG

Vor allem für Impulskäufe. Bücher haben wir seit mehreren Jahren erfolgreich im Sortiment. Sie sind eine interessante Ergänzung und Sortimentsabrundung. Besonders beliebt sind Bücher rund um die Themen Pflanzen, Garten, Kochen, Kinder und Fitness, wobei wir dazu passend auch sehr viele unserer Philatelie-Produkte wie z. B. Marken- und Postkartenhefte verkaufen. Auch zu saisonalen Anlässen wie Weihnachten, Ostern, Muttertag etc. finden unsere Kundinnen und Kunden ein passendes Angebot in den Filialen. Bücher sind bei der Post vor allem für Impulskäufe – zum Verschenken und Versenden – mit einem Verkaufspreis von bis zu 10 Euro interessant.

„Dieser Vertriebskanal ist wertvoll für die Buchbranche“

Deniz C. Ulucan, Leitung Vertrieb und Marketing media control

Verlängerte Wertschöpfungskette. Aus Sicht der Marktforschung sehen wir durchaus Kaufimpulse im Nebenmarkt, wie etwa im Lebensmittelhandel. Insbesondere die Publikumsverlage profitieren hiervon, welche sich unter anderem in der Warengruppe Belletristik, Kinder-/Jugend- oder Sachbuch bewegen. Es entsteht hierbei eine verlängerte Wertschöpfungskette, sodass Bücher für potenzielle Käufer an mehreren alltäglichen Lokalisationen sichtbarer werden. Auch wenn aktuell der Anteil des Nebenmarktes im Verhältnis zum gesamten Buchmarkt marginal erscheint, ist dennoch dieser Vertriebskanal wertvoll für die Buchbranche.

Franz Schweig­hofer, Geschäftsführer Toys “R” Us Österreich/Schweiz

Toys “R” Us führt in seinen Filialen ein Sortiment an Büchern, das je nach Filialgröße eine Ausdehnung von drei bis zehn Regalmeter umfasst. Obwohl der Umsatz mit Büchern einen überschaubaren Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens umfasst, ist es uns wichtig, Kindern – unserer Zielgruppe – im Sinne eines Vollsortiments alle Produktgruppen bieten zu können, die sie in einem Spielwarengeschäft suchen könnten. Wir sehen uns dabei auch dem pädagogischen Auftrag verpflichtet, Kinder durch eine ansprechende Sortimentsgestaltung bereits früh an das „analoge“ Medium Buch he-ranzuführen, denn Lesen fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und die Fantasie.

„Wir wollen Kinder durch ansprechende Sortimentsgestaltung bereits früh an das ,analoge‘ Medium Buch heranführen“

Keine großen Umsatzsprünge. Ein umfangreicheres Sortiment bieten wir in allen 66 INTERSPAR-Hypermärkten in Österreich an. In den rund 1.500 SPAR-Supermärkten und EUROSPAR-Märkten gibt es je nach Platz verschiedene Möglichkeiten – vom Kochbuchaufsteller über spezielle Aktionen (z. B. Kinderbuch-Aktion) bis hin zu Bestsellerregalen. Manche Geschäfte haben gar kein Buchsortiment, weil es sich vom Platz Nicole Berkmann, her einfach nicht ausgeht. Es ist ein wichtiges Unternehmens­ Sortiment für uns, was den Umsatz betrifft. sprecherin Spar Aber die Konkurrenz ist groß. Große Umsatzsprünge darf man keine erwarten. Zurzeit sind wir mit unserer Strategie zufrieden. Mit dem neuen Partner hoffen wir auf eine Belebung und dass Buchpartner ein aktuelleres und dadurch attraktiveres Sortiment liefert. Ausbau ist aber keiner geplant. * * Die Supermarktkette Spar hat mit Buchpartner seit Kurzem einen neuen Dienstleister für das Büchersortiment.

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– Wissenswert –

Die besten fünf

Literaturpreise Der in Graz lebende Autor Fiston Mwanza Mujila wird für seinen Debütroman „Tram 83“ (Zsolnay Verlag) mit dem RoseggerLiteraturpreis 2018 ausgezeichnet.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Österreichischen Buchhandlungspreises 2018 stehen fest Mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis werden fünf heimische Buchhandlungen geehrt, die mit ihrem Konzept im stationären Handel überzeugen konnten. Dieses Jahr hat eine unabhängige Jury aus 80 Einreichungen gewählt und sich für fünf davon – unter anderem mit folgenden Begründungen – entschieden:

Den Anton-WildgansLiteraturpreis 2018 hingegen erhält die österreichische Schriftstellerin Sabine Scholl.

Fiston Mwanza Mujila

Sabine Scholl

F O T o s : L e o n h a r d H i l z e n s a u e r / P a u l Z s ol n ay V e r l a g , Ut a T o c h t e r m a n n , V i k to r i a H e r b i g , D a v i d S a i l e r IMAGES , P a m e l a R u SS m a n n

Buchhandlung Alexowksy, Groß-Enzersdorf „Rundum ein gelungenes Konzept, das für die Bluttemperatur des Ortes einen wertvollen Beitrag leistet.“ Haymon Buchhandlung, Innsbruck „Markus Hatzer, seit 37 Jahren Buchhändler, pflegt ein unverwechselbares, eigenständiges Sortiment aus Weltliteratur und Lifestyle, Spezialitäten und Kuriosa, Neuerschienenem und Antiquarischem.“ Buchhandlung Heyn, Klagenfurt „Zukunftsweisend, engagiert, innovativ, mit Herzblut für Bücher, Lesen fördernd in Schulen, sowie katzenaffin.“ Seeseiten Buchhandlung, Wien „So viel Begeisterung für das Buch und das Lesen, Spontaneität für neue Planungen und Offenheit für neue Ideen erlebt man selten und das bestätigt sich vor Ort.“

Raphaela Edelbauer

Die Wienerin Raphaela Edelbauer wird für ihren Roman „Entdecker. Eine Poetik“ (Klever Verlag) mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet. Florian Gantner erhielt den Förderungspreis zum Thema „Kindertage“ für den Text „Dakizo“ .

Florian Gantner

achensee.literatour 2018 Beim Literaturfestival am Achensee vom 10. bis 13. Mai sind eingesessene und neue Stars der Buchbranche zu Gast

Buchhandlung Stark, Gmünd „Die Buchhandlung Stark setzt sich intensiv für die Leseförderung aller Altersgruppen vor Ort ein. Veranstaltungen, Kinderliteraturlesungen und die Kooperationen mit Schulen werden mit großem Enthusiasmus betrieben.“ Jede ausgezeichnete Buchhandlung erhält 10.000 Euro Preisgeld. Die Verleihung findet am 25. April im Bundeskanzleramt statt.

Tanja Paar ist die diesjährige Stipendiatin

Highlights des heurigen Programms sind u. a. Lesungen der Bestseller-Autorin und Kurier­Kolumnistin Vea Kaiser, des Schriftstellers und Psychiaters Paulus Hochgatterer und des Krimiautors Bernhard Aichner sowie Gespräche mit der „Selfpublisherin“ Poppy J. Anderson und ausgewählten Verlegern zum Thema „Selfpublishing“. Außerdem im Zentrum: die Schriftstellerin Tanja Paar, die für ihren Debütroman „Die Unversehrten“ (Haymon Verlag) das diesjährige TYROLIA achensee.literatourStipendium für junge Autorinnen und Autoren erhält.

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– Wissenswert –

Kevin Bacon verfilmt Daniel Kehlmann Die Dreharbeiten für die Verfilmung von Kehlmanns Erzählung „Du hättest gehen sollen“ beginnen im Oktober

V. l. n. r.: Benedikt Föger, Jonathan Landgrebe, Robert Menasse, Christian Ehler, Eugen Freund

Netzwerken in Brüssel Der HVB war gemeinsam mit Robert Menasse in Brüssel und initiierte dort Diskussionen rund ums Thema Buch

Daniel Kehlmann lieferte wieder einmal die Vorlage für einen Kinofilm

Am 20. März veranstaltete der HVB in Kooperation mit dem Börsenverein eine Lesung und Diskussion mit dem Deutschen Buchpreisträger Robert Menasse. Beim EU-Netzwerk­ treffen am Folgetag wurden unter anderem folgende Themen besprochen: der Artikel 12 der geplanten europäischen Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, der Schulbuchmarkt und der Status der Bildungsverlage und – vor allem ein Thema für Antiquare – die geplante Neuregelung zur Einfuhr von Kulturgütern in die Europäische Union (siehe dazu auch den Gastkommentar, S. 20).

Jahrestagung: Branchen­ promis in Bad Aussee Vom 6. bis 8. Juni findet die heurige Jahrestagung des HVB statt. Auch dieses Jahr locken prominente Vortragende

BestsellerAutor Bernhard Aichner und die Leiterin des mediacampus Frankfurt, Monika KolbKlausch, werden zur Jahrestagung kommen

Branchenneuigkeiten austauschen, Netzwerken und Vorträgen internationaler und heimischer Branchengrößen lauschen – das können Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen HVB-Jahrestagung zum ersten Mal im Literaturhotel Die Wasnerin in Bad Aussee. Es sind spannende Gäste geladen: Angefangen mit Bestseller-Autor Bernhard Aichner, der über den Beruf des Autors referieren wird, oder Monika Kolb-Klausch, Geschäftsführerin des mediacampus frankfurt, die über Ausund Weiterbildung in der Buchwirtschaft sprechen wird, sind auch folgende Branchenpersönlichkeiten zu Gast: Schauspieler, Kabarettist und Autor Michael Niavarani, Filmschriftsteller Max Gruber, Thalia-Geschäftsführer Thomas Zehetner, Ulrike Altig, Geschäftsführerin von Media Control, Birgit Politycki, Gründerin von Politycki und Partner, oder etwa Ronald Schild von MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels), der über VLB und VLB-TIX sprechen wird.

F O T O S : M é l a n i e W e n g e r , B i l ly & H e l l s , fotow e r k- a i c h n e r . a t / U r su l a A i c h n e r , m e d i a c a m p us f r a n k fu r t

Nach „Die Vermessung der Welt“, „Ich und Kaminski“ und „Ruhm“ hat die Rowohlt Medienagentur nun die Filmrechte für einen weiteren Daniel-Kehlmann-Roman nach Hollywood verkauft. Die Erzählung „Du hättest gehen sollen“ handelt von einem Schriftsteller, seiner Familie und unheimlichen Erlebnissen in einem Ferienhaus. Der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Produzent Kevin Bacon spielt die Hauptrolle und produziert den Film zusammen mit Blumhouse. Regie führt Drehbuchautor David Koepp.

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– Wissenswert –

Antworten ßber Antworten Wie empfehle ich erfolgreich ein Buch? Was bedeutet die neue DSGVO fßr mich? Wie werbe ich auf Social Media? Antworten auf diese und mehr Fragen bekommt man im mediakolleg des HVB 7. Mai: Erfolgreiche Buchempfehlung. Bßcher lesen und verkaufen Inhalte: Literaturvermittlung im Beratungsgespräch, Rollenspiele zu Beratungssituationen, spannende und kurzweilige Rezensionen schreiben. Vortragende: Ute Hentschel, Literaturwissenschaftlerin, Buchhändlerin und Inhaberin Buchhandlung Hentschel 14. Mai: Telefontraining fßr den Kundenservice Inhalte: u. a. Einfßhrung in die Kommunikation, aktive Gesprächsfßhrung, Gesprächsbeendigungsstrategien, Kunden-Nutzen-Argumentation, praxisbezogene Beispiele aus dem Unternehmensalltag, Telefontraining mit Aufzeichnung und Feedback. Vortragende: Katrin Bommart, systemischer Coach und Trainerin, Spotlite-Coaches

F O T o : T h o u g h t C ata l o g o n U n s p l a s h

15. Mai: Buchpreisbindung Inhalte: Entstehung und Zweck der Preisbindung, Novelle zum Buchpreisbindungsgesetz 2014/grenzĂźberschreitender Handel, Preisbindung bei E-Books etc. Vortragende: Alexander Potyka (Picus Verlag, Vorsitzender des Ă–sterr. Verlegerverbandes), Erwin Riedesser (Buchhandlung Leporello, Vorsitzender des Ă–sterr. Buchhändlerverbandes) 17. Mai: Social Media fĂźr Verlage Inhalte: Unterschiede zu klassischer Unternehmenskommunikation, Nutzen fĂźr Verlage, Ăœberblick Ăźber Social-Media-Kanäle, Einsatzbereiche im Verlagswesen, Kommunikation mit UserInnen, Erfolgsbeispiele, Social-Media-Strategien, Umsetzung, Monitoring, Erfolgsmessung, Trends. Vortragende: Michaela Wein, Beraterin fĂźr Online-Kommunikation 28. Mai: Professionelle KommunikationsmaĂ&#x;nahmen Inhalte: Bestandsaufnahme der eigenen MĂśglichkeiten, strategische Planung der Kommunikation, Kooperationen mit Medien, Veranstaltern und anderen Verlagen, soziale Medien, Multiplikatoren nutzen Vortragende: Ruth Eising, gelernte Buchhändlerin und Inhaberin „re-book marketing kommunikation“

Buchempfehlung – aber richtig! Wie das geht, lernen Interessierte am 7. Mai

30. Mai: Die neue Datenschutz-Grundverordnung fĂźr die Buchbranche Inhalte: Rollen der Datenverarbeitung und rechtliche Verantwortlichkeit, Anforderungen an die Auslagerung von Verarbeitungsvorgängen an „Auftragsverarbeiter“, Datenaufbewahrung und Einholung von Einwilligungserklärungen, Aufbau von Verzeichnissen, Meldepflichten bei „Datenpannen“, Gestaltungstipps fĂźr Datenschutzerklärungen. Vortragender: Alexander Koukal, selbstständiger Rechtsanwalt und Dozent fĂźr Urheber-, Medien- und Werberecht am WIFI Wien FĂźr HVB-Mitglieder: 199 ₏ KursgebĂźhr Normalpreis: 250 ₏ KursgebĂźhr (Ausnahme Buchpreisbindung: 80/110 ₏) Mehr Infos finden Sie unter www.buecher.at/mediakolleg Ihre Ansprechperson fĂźr RĂźckfragen: Cordula Tippel, 01/512 15 35 29, tippel@hvb.at

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– Essenziell – Tourismus und Literatur

Gastspiel Text: Elisabeth Schepe – Illustration: Georg Feierfeil

Tourismus und Literatur – ein ungleiches Paar? Hoteliers und Fremdenverkehrsregionen entdecken das Buch für sich. Welches Potenzial hat das Zusammenspiel wirklich?

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F o t o s : A r l e n e J o o b e s , p r i va t

s ist, als würde man sich eine Post­ karte vors Gesicht halten: Grüne Wie­ sen säumen das Südtiroler Puster­ tal. Links und rechts ragt eine malerische Bergkulisse in den Himmel. Hinten im Tal­ schluss sitzt ein historisches Almendorf. In dieser Idylle liegt der Ort Vals. Mittendrin: das neue Hotel Silena, von der Betreiber­ familie Mair „the soulful hotel“ genannt. Vor Kurzem haben die Mairs 1.200 Bücher für ihr Hotel gekauft. Die stehen jetzt in der eigens eingerichteten Bibliothek des Hauses oder werden mit einem „Bücherwagen“ aufs Zimmer gebracht. Auch im Hotelrestaurant kann man in Büchern schmökern – etwa in kulinarischen Krimis oder Werken zur Kul­ turgeschichte des Essens. Wer danach noch immer nicht genug vom Lesen hat, bestellt sich an der Bar einen Drink, gepaart mit dem passenden Buch dazu. Wählt man die Kombi „Mit Matcha ist der Himmel blau“, wird der Roman „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ von Hiromi Kawakami und ein alkoholfreies Matcha-Getränk serviert. Man merkt schnell: Das Hotel Silena hat das Buch für sich entdeckt. Das ist vor allem Doris Lind zu verdanken. Die Germanistin aus Graz berät Hoteliers, die auf Literatur setzen wollen. Und das wollen tatsächlich immer mehr.

paar Bücher in der Lobby herumliegen hat und einmal im Jahr eine Lesung veranstal­ tet, ist ein Literaturhotel. Susi Schellhorn vom Seehof Goldegg betont im Gespräch über ihre Hotelbibliothek und das ThomasBernhard-Festival: „Es ist ein aufwendiges Konzept, auch wenn das alles immer so ein­ fach klingt. Es ist schwer erarbeitet.“ Sie fügt hinzu: „Wir sind eben selbst sehr literaturin­ teressiert. Man kann ein Konzept nur leben, wenn es einen interessiert.“ Für Petra Barta von der Wasnerin wiederum ist das Litera­ tur-Konzept ihres Hauses nur schlüssig und nachvollziehbar, weil es im literaturbehafte­ ten Ausseerland steht. „Es passt nicht jedes Thema zu jedem Haus und zu jeder Region.“ Hotelbibliotheken Nicht nur zur Region, auch zu den Gastge­ berinnen und Gastgebern muss der Fokus auf Bücher passen. Wenn Doris Lind eine Hotelbibliothek bestückt, geht sie folgen­ dermaßen vor: „Ich mache mir ein Bild von den Hotelbetreibern – von ihren Interessen, ihrer Haltung und von der Philosophie des Hauses. Auf Basis dessen wähle ich die Bü­ cher aus.“ Zweimal jährlich ergänzt sie die Auswahl um Neuerscheinungen. Koopera­ tionen mit Verlagen hat die selbstständige Beraterin noch keine. „Ich wähle nur Bücher aus, die ins Konzept der Bibliothek und zum Haus passen, aber natürlich sind wir für Kooperationen offen.“ Noch etwas gebe es beim Sortiment zu beachten: „Nicht jedes gute Buch liest man gerne im Urlaub.“ Daher wählt sie vor allem anspruchsvolle Unterhal­ tungsliteratur aus, die „das Hirn auslüften“ soll. E-Books gibt es in den von Doris Lind betreuten Hotels kaum. Einmal stattete sie die digitale Gästemappe der „Luxuslodge“ in Annaberg mit E-Books aus. „Ich glaube aber, dass nie ein Buch heruntergeladen wurde. Der Bedarf ist nicht da. Das Buch ist im Ur­ laub etwas Analoges. Wenn E-Book, dann ha­ ben die Gäste ihren eigenen Reader mit.“

Literaturhotels Pionierarbeit leistete die Familie Schellhorn im Hotel Der Seehof Goldegg. Dort gibt es nicht nur eine hoteleigene Bibliothek, die unter anderem von Suhrkamp bestückt wird. Jährlich veranstalten die Schellhorns auch das Thomas-Bernhard-Festival „Verstörungen“ und zig andere Lesungen. Außerdem verge­ ben sie Stipendien an Schreibende. Ebenfalls der Literatur verschrieben hat sich das Hotel Die Wasnerin in Bad Aussee. Neben „Litera­ tur-Wochenenden“, Leseproben auf den Zim­ mern und einem „Bücher-Con­cierge“, die angeboten werden, findet hier auch das Fes­ tival „Literasee“ statt. Zurück in den Westen: Das Designhotel Wiesergut in Hinterglemm Lesungen wurde auch von Doris Lind mit Büchern Literatur und Tourismus verschmelzen nicht versorgt. Noch weiter westlich, im Bregenzer nur in den Bücherregalen der Hotels, sondern Hotel Schwärzler, fanden gerade die „Lite­ auch, wenn diese zu Veranstaltungsorten raturtage“ statt. In Kärnten bietet das Ho­ werden. Die Wasnerin, der Seehof Goldegg tel Hochschober eine Bibliothek mit 4.000 oder das Hotel Hochschober laden regelmä­ Büchern inklusive Lesesalon, die Veranstal­ ßig zu Lesungen ein. Diese bieten den Gästen tung „Literatur am Berg“ sowie Kaminge­ eine intime Atmosphäre, meint Doris Lind: spräche mit Autorinnen und Autoren. Dar­ „Die Autorin oder den Autor sieht man am über hinaus gibt es einen Zusammenschluss nächsten Tag beim Frühstück oder beim namens „Bibliotels“, laut der eigenen Websi­ Spaziergang. Das ist für viele Leserinnen und te „Hotels mit der Lizenz zum Lesen“. Leser ein besonderes Erlebnis!“ Auch für die Der Fokus auf Bücher passt aber nicht zu andere Seite seien Hotellesungen attraktiv: jedem Hotel – und nicht jedes Hotel, das ein „Sie locken auch Autorinnen und »

„Ich mache mir ein Bild von den Hotelbetreibern. Auf Basis dessen wähle ich die Bücher aus“ Doris Lind. Hotelberaterin

„Es ist ein aufwendiges Konzept, auch wenn das alles immer so einfach klingt“ Susi Schellhorn, Der Seehof Goldegg

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– Essenziell – Tourismus und Literatur

Der Germanist Wolfgang Straub analysiert die literarische Verarbeitung von Tourismus

„Ein Land der Bereisten“ Wolfgang Straub ist Lehrbeauftragter am Germanistik-Institut der Universität Wien. Seine Schwerpunkte sind u. a. literarische Topographien und Tourismusforschung. Der anzeiger hat ihn gefragt, ob Tourismus und Literatur in Österreich überhaupt zusammenpassen

Wie sehr sind Literatur und Tourismus in

In Österreich gibt es also eher die literari-

Österreich verwoben?

sche Tradition, dass man den Tourismus

Wolfgang Straub: Grundsätzlich wenig.

kritisiert …

Literatur ist ein per se kritisches Medium,

Straub: Ja, denn Österreich ist ein Land

in dem es darum geht, die Gegenwart

der Bereisten. Daher ist der Tourismus

zu reflektieren und Zusammenhänge zu

ein stärkeres inhaltliches Thema als etwa

verstehen. Da geht es oft um eine kriti-

Reiseberichte.

sche Betrachtung des Tourismus. In den 80er- und 90er-Jahren etwa beschäftigten

Bremst diese Kritik auch die Verbindung

sich bekannte Autoren wie Felix Mitterer,

von literarischen mit touristischen

Elfriede Jelinek oder Norbert Gstrein

Formaten ein?

kritisch damit.

Straub: Ja natürlich. Es geht im Tourismus um den Verkauf. Es ist eine

War das immer so?

Industrie. Wenn ich Industrie kritisiere,

Straub: Nur in einer kurzen Zeitspanne

funktioniert das nicht.

Foto: Peter Köllerer

war es anders: In den 30er-Jahren gab es Lobeshymnen auf die Landschaft und

Wie ist das in anderen Ländern?

eine unkritische Betrachtung. Ein Beispiel

Straub: In Deutschland wird das ganz

dafür sind die Texte von Franz Karl

anders gesehen. Da gibt es die Tradition

Ginzkey, dem Autor von „Hatschi Bratschi

vom Reisenden, der darüber schreibt:

Luftballon“, über Salzburg. Auch Karl

Johann Wolfgang von Goethe fährt nach

Heinrich Waggerl war so ein Salzburger

Italien und schreibt darüber. Die Öster-

Autor. Er war Bürgermeister in Wagrain,

reicher beschreiben die Folgen für die

Lehrer und Mitglied des nationalsozialisti-

Einheimischen. Sie haben die Perspektive

schen Lehrerbundes. Im Austrofaschismus

derer, die mit dem Tourismus umgehen

und bis in die Nazi-Zeit hinein gab es in

müssen, die keine eigenen Räume mehr

der Literatur eine unkritische Landschafts-

haben und deren Kinder am Dachboden

betrachtung, die dann auch fremdenver-

schlafen müssen, weil die Betten ver­

kehrswirksam publiziert worden ist.

mietet werden.

»

Autoren an, die für Veranstaltungen nicht so leicht zu kriegen sind. Aber mit einem attraktiven Ort oder einer interessanten Landschaft klappt es vielleicht.“

Festivals Die meisten Hotels belassen es nicht bei einzelnen Lesungen. Einige haben ihre eigenen Literaturfestivals ins Leben gerufen. Während über Ostern etwa Michael Köhlmeier für die „Literaturtage“ im Hotel Schwärzler verweilte, ging im Ausseerland von 20. bis 22. April das Festival „Literasee“ der Wasnerin mit Lucy Fricke, Norbert Gstrein oder Ferdinand Schmalz über die Bühne. Die Rauriser Literaturtage finden jedes Jahr eine Woche nach Ostern statt, wenn die Skisaison in dem Salzburger Tal vorbei und die Betten frei sind. In Tirol veranstaltet die Region Achensee vom 10. bis 13. Mai das Festival „achensee.literatour“. Tirols größter See wird dann zur Bühne für hochkarätige Literatur. Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Paulus Hochgatterer, Bernhard Aichner oder Theodora Bauer werden an ausgewählten Orten rund um den Achensee Lesungen abhalten. Und in Goldegg laden die Schellhorns heuer wieder vom 20. bis 23. September zu den „Verstörungen“. Dieses Mal soll Thomas Bernhard mit Franz Kafka verbunden werden. Das Festival füllt laut Susi Schellhorn nicht nur das eigene Haus, den Seehof, sondern mittlerweile den gesamten Ort Goldegg. Auch die Literaturwochenenden sind meist schon lange im Voraus ausgebucht, meint die Hotelbetreiberin. Stipendien Die Autorinnen und Autoren kommen nicht nur, um zu lesen, sondern auch um zu schreiben: Der Seehof Goldegg diente schon Thomas Glavinic oder Vea Kaiser als Schreibwerkstätte. Kaiser finalisierte hier ihren Roman „Makarionissi“, wie man auf der Seehof-Website nachlesen kann. Das Sepp Schellhorn Stipendium wird zwei bis drei Mal pro Jahr vergeben. Die nächste „writer in residence“ ist Helene Hegemann aus Berlin. Sie wird in Goldegg eine Wohnung zur Verfügung bekommen und vom Seehof verpflegt werden. Auch die Wasnerin bietet Schreibstipendien an: Zwischen 14 Tagen und einem Monat kann eine Autorin oder ein Autor kostenlos im Hotel wohnen. Im

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L. o.: Monika Helfer im Bregenzer Hotel Schwärzler R. o.: Eine Lesebühne des Festivals Literasee: die Salzwelten Altaussee L. u.: Die Bibliothek im Südtiroler Hotel Silena S. 17: Auch das Hotel Wiesergut in Hinter­glemm lädt zum Schmökern ein

F o t o s : V i t o r B r a n c o F r e i ta s , r e i t e r , s i l e n a , h a r ry p u l k o

Unterschied zum Stipendium der Schellhorns gibt es aber eine Bedingung: Während des Schreibaufenthalts soll ein neuer Text über das Ausseerland entstehen. Was bringt’s den Hotels? Nicht zuletzt diese Vorgabe macht deutlich, dass es den Hotels selbstverständlich nicht nur um die literarische Nächstenliebe geht. Die Verbindung mit der hohen Kunst der Literatur soll ihnen und den Regionen am Ende auch etwas nützen – auch wenn sich der Effekt nicht direkt in Zahlen messen lässt. „Es ist eine kleine, feine Nische, das muss einem klar sein“, sagt Petra Barta über ihr Literaturangebot. „Die Bücher und Lesungen sind für uns keine zusätzlichen Einnahmequellen. Sie stellen aber für die Gäste einen qualitativ hochwertigen Zusatznutzen auf geistiger Ebene dar.“ Von Susi Schellhorn hört man Ähnliches, fragt man sie, ob die Bücher tatsächlich Gäste nach Goldegg holen: „Es kommt keiner wegen des Golfplatzes, keiner, weil es einen See gibt, und keiner, weil zehn Bücher in einem Hotel stehen. Die Gäste wollen ein stimmiges Gesamtpaket haben.“ Dass zu diesem Paket für viele Hotels mittlerweile auch Literatur gehört, hat am Ende wohl mit den Werten und Assoziationen zu tun, die die Bücher den Gästen vermitteln. Doris Lind weiß, dass sie nicht einmal aufgeschlagen werden müssen, um eine ganz bestimmte Stimmung zu erzeugen: „Allein Bücher in einem Raum strahlen so viel Verheißung von den Welten aus, in die ich einsteigen kann.“

Schauplatz Literatur

Auch außerhalb der Hotels gehen Literatur und Tourismus Verbindungen ein. Eine naheliegende, in Österreich aber seltene Ausprägung davon sind Literatur-Schauplätze. Neben dem Thomas Bernhard Haus in Ohlsdorf stößt man in diesem Zusammenhang auch auf Peter Rosegger. Das Tourismusland Steiermark wirbt seit Jahren mit dem steirischen Schriftsteller. Ein Begriff, den Rosegger in seinen Werken geprägt hat, hat es sogar auf die Landkarte der Steiermark

geschafft: Die Gegend zwischen Mürz- und Feistritztal heißt ganz offiziell „Waldheimat“. Laut einem Bericht des TourismusFachmagazins bulletin von 2017 erwandern jährlich im Dezember 300 bis 400 Menschen den Weg von Roseggers Geburtshaus zum Rosegger-Brunnen in Langenwang, den der Autor einst am heiligen Abend beschritten hat. Das niederösterreichische Weinviertel wiederum lockt mit dem „Polt Radwanderweg“, benannt nach Alfed Komareks schrulligem Inspektor Simon Polt. Im bulletin-Bericht findet sich auch ein Hinweis auf den deutschen Reiseveranstalter „Literarisch Reisen“: Der Gründer »

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– Essenziell – Tourismus und Literatur

» Ansgar Bach führt seine Reisegruppen zu literarischen Hotspots Europas. 2016 fand eine Tour nach Wien statt, bei der das Café Griensteidl oder das Café Central abgeklappert wurden. Bei einem Stopp im Prater erinnerte man sich gemeinsam an Arthur Schnitzlers gekränkten Leutnant Gustl. Doris Lind hat mit Literatur-Schauplätzen eine – eher unglückliche – Erfahrung gemacht: In Bad Aussee organisierte sie für Die Wasnerin eine Krimiwanderung mit Herbert Dutzler. Der Autor führte die Gäste an seine literarischen Schauplätze und erzählte, wie er sich einen Mord ausdenkt. „Es begann gleich nach dem Start der Wanderung zu schütten und die Krimi­ wanderung am Altausseer See fiel nach ein paar Stationen im wahrsten Wortsinn ins Wasser“, erzählt Doris Lind. „OutdoorLiteraturaktivitäten sind für den Tourismus schwer zu planen und umzusetzen.“ Nicht nur auf das Wetter, auch auf die Erzählweise kommt es bei literarischen Rundgängen an, weiß sie: „Wichtig ist, dass man daraus kein prowissenschaftliches Literaturseminar macht, denn solche Veranstaltungen sollen zwar literarisches Wissen vermitteln, aber trotzdem unterhaltsam sein.“ Literatur-Schauplätze sind vielleicht auch deshalb eher rar, weil ein gewisser Grundwiderspruch von touristischer Vermarktung und insbesondere kritischer Literatur besteht (siehe dazu Interview S. 14). Diese Vermarktung ist ein schwieriger Balanceakt. Literaturtourismus international Das ist nicht überall so: Andere Länder und Regionen betreiben den Literaturtourismus viel plakativer. Literarische Wallfahrtsorte gibt es über dem Ärmelkanal durchaus: Da wäre etwa Shakespeares Globe Theatre in London oder James Joyce in Dublin. Für Joyce’ „Ulysses“ haben die Iren sogar den Gedenktag „Bloomsday“ eingeführt, der eine der größten Touristenaktionen der Stadt ist. In Deutschland setzt die Stadt Weimar auf ihre drei berühmtesten Bewohner: Goethe, Herder und Schiller. Goethe zählt laut dem bulletin zu den Topthemen des Bundeslands

Thüringen. Vielleicht fehlt dafür in Österreich nicht nur der Vermarktungswille, sondern auch der „Weltstar“ – quasi Mozarts Entsprechung in der Literatur. Kooperationen Dem Zusammenspiel von Literatur und Tourismus sind also natürliche Grenzen gesetzt. Welchen Platz können Verlage und der Buchhandel innerhalb dieser einnehmen? Viele Kooperationen geschehen bereits, ohne dass Verlage zwischengeschaltet werden: Im Seehof Goldegg arbeitet man fast immer direkt mit den Autorinnen und Autoren zusammen. Das Team der Wasnerin hingegen kooperiert nicht nur mit vielen deutschsprachigen Verlagen, sondern auch der HVB ist für Petra Barta „Partner des Hauses“. Diesen Monat war ihr Hotel Austragungsort der Seminarreihe „Rund ums Buch“. Vom 6. bis 8. Juni wird auch die Jahrestagung des Hauptverbands dort stattfinden. Auf der BUCH WIEN ist die Wasnerin außerdem mit einer eigens gesponserten Bühne präsent. Auch der stationäre Buchhandel profitiert von den Annäherungsversuchen des Tourismus: Die von Doris Lind betreuten Hotels bestellen ihre Bücher über den lokalen Buchhandel. In der Wasnerin betreibt Gud-

„Die Literatur braucht einen partizipativeren Zugang, der zum 21. Jahrhundert passt, und muss sich mehr inszenieren“

run Suchanek von der Altausseer Buchhandlung „Buch & Boot“ den hoteleigenen Shop. Über die große Bestellung für die neue Bibliothek im Hotel Silena freute sich eine Buchhandlung in Brixen: „1.200 Bücher auf einen Schlag! Das war verdoppeltes Weihnachten“, sagt Doris Lind. Die Bücher im Wiesergut in Hinterglemm lieferte die Buchhandlung Ellmauer in Zell am See. Für große Bestellungen, wie Doris Lind sie abwickelt, würde sie sich wünschen, dass trotz Buchpreisbindung höhere Rabatte erlaubt werden. „Es wäre schön, wenn der Preis hier etwas flexibler wäre.“ Auch Tourismusregionen kooperieren bereits mit Autorinnen und Autoren. Claudia Rossbachers neuester Regionalkrimi „Steirer­quell“, der vor Kurzem bei Gmeiner erschien, ist so ein Beispiel. Eine Leseprobe von Rossbachers Krimi, der im Thermenland Steiermark spielt, wurde für eine Gewinnspielkooperation mit ebendieser Region verwendet. Petra Wendler vom Gmeiner Verlag versichert, dass der Verlag keinen Kostenzuschuss erhalten hat. „Der Schauplatz des Krimis stand bereits im Vorfeld fest. Claudia Rossbacher kam erst im Zuge ihrer Recherche mit dem Thermenland Steiermark in Kontakt.“ Das Thermenland bekommt die Aufmerksamkeit von Rossbachers treuer Leserschaft. Was bringt dem Verlag die Zusammenarbeit? „Neue Leser, die beim Gewinnspiel mitmachen möchten. Bei solchen Kooperationen finden außerdem die Buchpremieren oft öffentlichkeitswirksam direkt in den touristischen Institutionen statt“, sagt Petra Wendler.

Doris Lind, Hotelberaterin

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Foto: jungwi rth

Offen für Neues? Eine derart direkte Verbindung von Buch und Tourismusbetrieb kommt wohl nicht für alle in der Branche in Frage. Auch an andere Anfragen aus dem Tourismus musste sich das Verlagswesen erst gewöhnen, meint Doris Lind. Sie beobachtete, dass Verlagshäuser vor ein paar Jahren noch überrascht reagierten, wenn Autorinnen und Autoren für Lesungen in Hotels angefragt wurden. Und für das kleine Hörkino im Hotel Silena konnte sie bisher die Nutzungs- und turvermittlung: „Wir brauchen weniger Verwertungsrechte von Büchern für diesen Hierarchie! Die klassische Wasserglas-LeZweck nicht erwerben. Dabei könnten die sung ist veraltetes Format“, sagt sie. „Die Verlage nicht nur direkt bei den Gästen ihre Literatur braucht einen partizipativeren Bücher platzieren, sondern auch von der Zugang, der zum 21. Jahrhundert passt, und Reichweite der Hotels profitieren, meint die muss sich mehr inszenieren.“ Sie ergänzt: Beraterin. „Die meisten Hotels sind auf den „Die Hotels sind die richtigen Orte dafür, Social-Media-Kanälen sehr aktiv und alle denn auch sie bieten Inszenierungen.“ literarischen Angebote werden dort natürlich mitbeworben.“ Zusatzangebot mit MaSS Die Beraterin plädiert für eine offenere Wie viel Potenzial hat das Buch nun im TouHaltung bei neuen Bücherorten und -ver- rismusland Österreich? Nur wegen einer Biwendungen. Sie wünscht sich einen un- bliothek oder einer Lesung wird niemand konventionelleren Zugang bei der Litera- seine Urlaubsentscheidung treffen. Als zu-

Davor und Petra Barta leiten das Literaturhotel Die Wasnerin in Bad Aussee

sätzliches Angebot, das sich geschickt in das Gesamtkonzept einfügt, funktioniert das Buch etwa in Hotels aber sehr gut. Das Interesse des Tourismus ist daher da, die möglichen Kooperationen sind aber noch nicht ausgeschöpft. Ob man sie ausschöpfen will und soll, hängt wohl auch von der Art der Kooperation und von dem Autor oder der Autorin sowie vom Werk ab. Das im Hinterkopf, könnte die Buchbranche aber ruhig ein paar Blicke mehr auf den touristischen Nebenmarkt werfen. Leseaffine Menschen müssen schließlich an möglichst vielen Orten abgeholt werden.

a Der Diogenes Verlag wechselt zum 1. Juni 2018 die Auslieferung in Österreich Zukünftig erhalten Sie wieder alle Bücher, Hörbücher und Non-Books des Diogenes Verlages bei:

Sulzengasse 2, 1230 Wien Telefon: +43 1 680 14 0, Fax: +43 1 688 71 30 oder 689 68 00 bestellung@mohrmorawa.at www.mohrmorawa.at Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen der hgv Hamburg für die gute Zusammenarbeit und freuen uns auf die erneute Zusammenarbeit mit der Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH. Ihre Vertreterin in Österreich bleibt unverändert: Bettina Wagner Taborstrasse 27/1/58, 1020 Wien Telefon +43 664 374 49 79, Fax +43 1 968 21 00, bw@diogenes.ch

Diogenes Verlag AG

Sprecherstrasse 8, 8032 Zürich, Schweiz www.diogenes.ch

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– Wissenswert – Reise, Fremdsprachen

Reisefieber und Lernfreude Text: Joshua Köb

Neue Bücher helfen beim Erkunden ferner Länder und fremder Sprachen

Der Sommer steht schon vor der Tür. Endlich raus ins Freie, Arme und Beine ausstrecken oder gleich die Welt erkunden. Wir haben die Verlagsprogramme durchforstet und einige Tipps zu Reisezielen und trendigen Vergnügungen gesammelt, ergänzt durch ein paar leichtfüßige Sprachlernbücher.

Swale-Pole nach dem tragischen Tod ihres Mannes an. In fünf Jahren lief sie um die Welt: „Mein längster Lauf“ (Eden Books).

Fernab der Massen Wo verläuft der Grat zwischen Natur und Kultur und wann sind sie im Einklang? Jedenfalls dann, wenn Mensch und Tier miteinander harmonieren. Stefan Schomann findet „Das Glück auf Erden“ (Picus) auf dem Rücken der Pferde. Viele andere tun es ihm gleich. Naturerlebnisreisen zu Pferd sind beliebt wie nie. Dasselbe gilt fürs Wandern. Genusswanderungen stellt Christian Heugl in „Salzburg gehmütlich“ (Anton Pustet) vor. Bislang gut verborgene und vergessene Orte entdecken Robert Bouchal und Johannes Sachslehner in „Streng geheim! Lost Places rund um Wien“ (Styria). Zum Slow-Travel-Trend erscheint ebenfalls ein neues Buch. Sara Clemence erklärt ihren Lesern, wie es sich „Achtsam Reisen“ (DuMont) lässt. Keine Wünsche und Gelegenheit zum Hiking, Trekking, Kayaking, Tauchen oder Climbing lässt der trendige „Abenteuer-Atlas“ von Lonely Planet offen.

Die alte Welt in neuem Glanz Immer am Puls des Lebens sind die herrlichen Lesereisen aus dem Picus Verlag. Ins Königreich der Esel und ins Herz der römischen Kultur führen die beiden neuen „Korsika“ und „Latium“. Ein neuer Band der beliebten Braumüller-Reihe „Abseits der Pfade“ entdeckt die verborgenen Seiten der kroatischen Halbinsel Istrien. Zwölf Ideen für drei Tage Südtirol liefert Oswald Stimpfl im neuen Buch der Folio-Reihe „Südtirol erleben“. Noch etwas weiter Richtung Süden, den größten Strom Italiens entlang, führt Paolo Rumiz’ „Die Seele des Flusses“ (Folio). Spezielle Tipps für Städtetrips bietet die „for Women only“-Reihe von Brandstätter. Im Sommer kommen Zürich, Berlin und München hinzu. Urlaub wie zu Kaisers Zeiten zeigt Britta Ramhapp in „Sehnsuchtsorte an der Adria“ (Styria). Der Wieser-Reihe „Europa erlesen“ fügen Sebastian Raho mit „Liverpool“ und Eva-Maria Prilisauer mit „Toskana“ zwei weitere hinzu.

Reise nach Georgien Langsam, aber sicher wird ein kleines Land am Kaukasus zur Trenddestination: Georgien. Wer sich vorab ein Bild machen will, dem sei Diana Anfimiadis kulinarischer Streifzug „Wahrsagen durch Marmelade“ (Wieser) empfohlen. Bereits 1976 erschien der poetische Reisebericht „Zwei Versuche, über Georgien zu erzählen“ von Adolf Endler. Bei Wallstein wird nun eine neue Fassung inklusive einer Sammlung georgischer Gedichte aus acht Jahrhunderten als „Kleiner kaukasischer Divan“ aufgelegt. „Bittere Bonbons“, das sind die Geschichten, die Rachel Gratzfeld für edition fünf gesammelt hat. Dreizehn junge georgische Autorinnen mit so klingenden Namen wie Nino Haratischwili, Nestan Nene Kwinikadse oder Tea Topuria führen in ihren lebhaften Geschichten durch ein Land im Aufbruch. Ein Porträt von Land und Leuten zeichnet Eva Dietrich in „Das fremde Gewürz“ (Capybarabooks). Und Picus legt eine

Expedition zum eigenen Ich Selbstfindung, Besinnung und Inspiration sind schon seit jeher Reisegründe. Die Pilger lassen grüßen. „Vom Sinn des Reisens und von der Magie des Abenteuers“ erzählt Achill Moser in „Unterwegs“ (dtv). Eine fiktionale Pilgerreise ist Fioly Boccas Jakobsweg-Roman „Das Glück am Ende des Weges“ (Wunderlich). Für reale Pilger liefert „Unterwegs auf dem Jakobsweg“ (Kunth) eine brauchbare Anleitung. Gleich einen ganzen, illustrierten „Atlas der spirituellen Orte“ (Brandstätter) hat Sarah Baxter zusammengestellt. Da finden sich für alle Sinnsuchenden Wege und Ziele. „The Place to be“ heißt das Pendant von Lonely Planet, darin werden 240 Sehnsuchtsorte nach zwölf Stimmungslagen gruppiert. Die Flucht nach vorn trat Rosie

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– Wissenswert – Reise, Fremdsprachen

zweite Auflage von Georges Hausemers Lesereise nach Georgien nach. Der kleine Ex-Sowjetstaat ist übrigens Gastland bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Man darf gespannt sein, welche Neuerscheinungen im Herbst noch folgen.

Wälder und Alpen Zwischen Tannen, Fichten, Birken, verborgenen Tümpeln und rauschenden Bächen spielt der reich bebilderte Band „Waldwunder“ (DuMont). Für kleine Abenteuer und sternenklare Nächte lockt der Norweger Torbjørn Ekelund ins grüne Dickicht. Sein Buch „Im Wald. Kleine Fluchten für das ganze Jahr“ erscheint bei Malik. Im Freizeithandbuch „Hinaus in den Wald“ (Kunth) trifft Wissenswertes auf Nützliches. Das nahe Glück des einfachen Almlebens beschwören Karin Lochner und Peter von Felbert im Bildband „Sehnsucht Alm“ (Bruckmann). 111 Orte, die man in den heimischen Alpen keinesfalls außer Acht lassen darf, verraten Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger (emons). Die „Hütten-Highlights Alpen“ mit 250 Wandertouren erscheinen bei Bruckmann.

Lesend lernen Was ist schöner, als durch spannende und witzige Lektüre eine neue Sprache zu lernen? Im besten Fall erfährt man nebenbei auch etwas über die fremde Kultur und Geschichte. Ohne Notendruck führen die Bücher aus der Reihe „dtv zweisprachig“ spielerisch an Fremdsprachen heran. Heuer stehen Spanisch und Englisch auf dem Programm: „Vamos a leer“ von Enno Petermann und britischer Humor in Jeremy Taylors „The Awful English Grammar“. Denselben Sprachen widmen sich die lustigen Mitmachbücher von Langenscheidt: „Holy Moly!“ und „¡Ay, Caramba!“. Aufs Reisen zugeschnitten bietet Langenscheidt auch „Mitmach-Sprachführer“ an. Neu im Sortiment sind Italienisch und Französisch. Mit Begeisterung zurück in die Antike führt Andrea Marcolongo in „Warum Altgriechisch genial ist“ (Piper). Ein Buch, wie gemacht für den Müßiggang unter Zitronen- und Orangenhainen.

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– Wissenswert – Gastkommentar -Parlamentarier geschrieben, an EU-Kommissar Johannes Hahn und Kulturminister Gernot Blümel. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die geantwortet haben, zeigten Verständnis und versprachen, sich für Änderungen einzusetzen. Aus Johannes Hahns Büro kam die Zusicherung, dass die Ausschüsse ihre Stellungnahme zu unseren Bedenken für Juli avisiert haben. Unsere Forderungen sind: Erhöhung der Altersgrenze für „cultural goods“ auf 500 Jahre, Herausnahme aller Werke aus der Verordnung, die europäischen Ursprung haben, eine Wertgrenze von 50.000 Euro für Bücher, eine Wertgrenze von 10.000 Euro für Inkunabeln und Manuskripte, die Änderung von „Ursprungsland“ zu „Exportland“ und einen klaren Status für Autographen und Dokumente, der festlegt, was von speziellem Interesse ist und was nicht. Es ist ein sehr komplexes Thema. Alleine die Ergänzungen zu der Verordnung umfassen 34 Punkte. Unser Verband hat seine Möglichkeiten einer Einflussnahme wahrgenommen. Mein Dank gilt auch dem Präsidenten des HVB Benedikt Föger, der unsere Anliegen bei einem Treffen mit 75 EU-Parlamentarierinnen und -Parlamentariern vorgebracht hat. Inwieweit dies fruchten wird, bleibt abzuwarten. Man kann nur hoffen, dass die Beamten in Brüssel sich die praxisnahen Vorschläge der Verbände zu Herzen nehmen.

EU bremst Antiquare Michael Steinbach Die EU will mit einer Verordnung Terrorismus-Finanzierung bekämpfen. Leider schießt sie weit über das Ziel hinaus und behindert Antiquarinnen und Antiquare in ihrer Arbeit

I L L U S T R A T I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : P R I VA T

E

s geht um die Verordnung über die Einfuhr von Kulturgütern. Unter diesem Begriff laufen seit 2017 Verhandlungen im Europäischen Parlament und in der Kommission. Die Intention der EU war es, zu verhindern, dass in den Kriegsgebieten gestohlene archäologische Objekte im Westen verkauft werden und so der Terrorismus finanziert wird. In der jetzigen Form betrifft die Verordnung jedes Kulturgut, das älter als 250 Jahre ist – egal ob Antiquitäten, Bilder, Bücher, Manuskripte, Autographen, Grafik. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Stich aus dem 18. Jahrhundert handelt, der 75 Euro wert ist, oder um ein AltmeisterGemälde im Wert von einer Million Euro. Beschreibungen und Abbildungen all dieser Kulturgüter müssen demnach vor der Einfuhr in ein EU-Land im „cultural goods register“ erfasst sein. Für rare Manuskripte und archäologische Objekte muss im Vorhinein eine EU-Importlizenz beantragt werden. Der Begriff „cultural goods“ ist in der Verordnung schwammig gehalten. Kein Buch, das vor 1768 erschienen ist, kann frei

zirkulieren, egal welchen Wert es hat. Danach müsste jedes Buch, das in der Schweiz, Australien oder den USA gekauft wird und vor 1768 gedruckt ist, speziellen Formalitäten unterliegen: einer Import-Deklaration, einem Import-Zertifikat sowie weiteren Informationen zum Buch. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, drohen Sanktionen bis zur Konfiszierung. Für Antiquarinnen und Antiquare ergäbe das lange Wartezeiten und einen immensen bürokratischen Mehraufwand. Die Verordnung ist unnötig und ein unverhältnismäßiges Hindernis. Es ist legitim, dass die EU ihr Kulturerbe gegen illegalen Export schützt, aber sie legt die Importregeln von Kulturgütern vorschnell und diskriminierend fest. Einmalige archäologische Objekte mit alten Büchern gleichzusetzen, die meist in Europa in großen Auflagen gedruckt wurden und daher keine Unikate sein können, ist einfach falsch. Petitionen wurden bereits eingebracht. Auch ich als Präsident des Verbandes der Antiquare Österreichs habe an alle österreichischen EU-Parlamentarierinnen und

„Die Verordnung ist unnötig und ein unverhältnismäßiges Hindernis“

Michael Steinbach ist der Präsident des Verbandes der Antiquare Österreichs

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– Marktdaten –

Buchhandelspanel März 2018 Der Osterhase kam dieses Jahr früher als im Vorjahr, was sich darin äußert, dass der Buchhandel im März 2018 mit insgesamt +9 Prozent wesentlich besser abschnitt als im März 2017. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten vor allem Hörbucher und Audiobooks ein hohes Plus (15,8 Prozent) erreichen. Auch das Hard- und Softcoverbuch sowie das Taschenbuch verzeichneten ein Umsatzplus in der Höhe von 10,2 bzw. 4,5 Prozent.

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März 2018

Hardco

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–4 % Kumuliert Jän. 2018 bis März 2018 +9 % März 2018 zu März 2017

Hardcover, Softcover 10,2 %

Umsatzveränderung Nach Warengruppen

Taschenbuch 4,5 %

Hörbuch/ Audiobook 15,8 %

graph

März 2018 zu März 2017

Unter den Warengruppen erreichten Kinderund Jugendbücher mit 40 Prozent das größte Plus gegenüber dem Vorjahr, was auf das frühe Osterfest zurückzuführen ist. Auch Sachbücher waren mit +12,4 Prozent stärker gefragt als im März 2017, während die Sparte Belletristik ein Umsatzplus von 7,8 Prozent erreichte. Reiseliteratur und Bücher der Gruppe Geisteswissenschaften und Kunst erreichten ein Plus von 3,8 bzw. 2 Prozent. Für weniger Interesse an „trockenen Themen“ sprechen die Umsätze bei Sozialwissenschaften und Recht ­ (–11 Prozent) sowie Natur­wissenschaften und Medizin (–7,1 Prozent). Auch ein Umsatzminus ergab sich bei den Rat­­gebern (–3,2 Prozent).

Sachbuch

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Sozialwissenscha

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Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik –7,1 %

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Tasche

15 Umsatzveränderung

40

0

Hörbuc

Ratgeber –3,2 %

Belletristik 7,8 %

Kinderund Jugend­ bücher 40 %

Reisen 3,8%

Naturwissenscha

Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft –11 %

Geisteswissenschaften, Kunst, Musik 2 %

Geisteswissensch

Sachbuch 12,4 %

Reisen

-20 Umsatzverteilung

März 2018 Taschenbuch 18 %

Hardcover, Softcover 80 %

Hörbuch / Audiobook 2 %

UmsatzveRteilung Nach Warengruppen

Kinder- und Juge

März 2018

Belletristik

Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft 3,2 % Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik 5,1 % Geisteswissenschaften, Kunst, Musik 6,2 %

Hö r b uch Tas /A c u h d en iob bu Ha oo ch r k d cov er, S o ftc ov er

Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control monatlich die Umsatzveränderungen im Vergleich zum Vorjahresmonat für die Absatzwege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofbuchhandel sowie Elektro- und Drogeriemarkt. Mit dem MC-Buchhandelspanel werden 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

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Ratgeber

Ratgeber 19,5 %

Reisen 7,3 %

Sachbuch 11,8 %

Gegen

Belletristik 25,3 %

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Kinder- und Jugendbücher 21,5 % R

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Reisen Kinde Belletr

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istik

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RITA FALK Kaiserschmarrndrama dtv Verlagsgesellschaft € 16,40 9783423261920

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2

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JOHANNES HUBER Der holistische Mensch Edition A € 24,90 9783990012307

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GERTRUDE PRESSBURGER, MARLENE GROIHOFER Gelebt, erlebt, überlebt Zsolnay, Paul € 19,60 9783552058903

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4

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MONA KASTEN Save Me Lyx € 13,30 9783736305564 ELENA FERRANTE Die Geschichte des verlorenen Kindes Suhrkamp € 25,70 € 9783518425763

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FELIX MITTERER Mein Lebenslauf Haymon Verlag € 29,90 9783709934258 MANFRED LÜTZ Der Skandal der Skandale Verlag Herder € 22,70 9783451379154 GIULIA ENDERS Darm mit Charme. Aktualisierte Neuauflage Ullstein Buchverlage € 17,50 9783550081842

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PALUTEN, KLAAS KERN Die Schmahamas-Verschwörung Community Editions € 12,40 9783960960348

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JÖRG MAURER Am Abgrund lässt man gern den Vortritt Fischer Scherz € 16,50 9783651025196

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Gartenlust und Küchenzauber Cadmos € 19,95 9783840475641

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CHRISTINA BAUER Backen mit Christina Löwenzahn € 24,90 9783706626286 JÜRGEN HESSE, HANS-CHRISTIAN SCHRADER Testtraining 2000plus Stark Verlag € 25,70 9783849020118

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HERBERT DUTZLER Am Ende bist du still Haymon Verlag € 20,50 9783709934180

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MAJA LUNDE Die Geschichte des Wassers btb € 20,60 9783442757749

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A. J. FINN The Woman in the Window – Was hat sie wirklich gesehen? Blanvalet € 15,50 97837645064146

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PETRA BRACHT Intervallfasten Gräfe und Unzer € 15,50 9783833865404

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JOACHIM MEYERHOFF Die Zweisamkeit der Einzelgänger Kiepenheuer & Witsch € 24,70 9783462049442

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HARUKI MURAKAMI Die Ermordung des Commendatore DuMont Buchverlag € 26,80 9783832198916

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ANTHONY WILLIAM Heile deine Schilddrüse Arkana € 25,70 9783442342365

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ELISABETH LUST-SAUBERER Mein Hausbuch Ueberreuter Sachbuch € 24,95

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DAN BROWN Origin Lübbe Hardcover € 28,00

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ALICE PANTERMÜLLER, DANIELA KOHL Mein Lotta-Leben (13). Wenn die Frösche zweimal quaken Arena € 10,30 9783401603322

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash € 15,50 9783424631074

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MARTINA LEIBOVICI-MÜHLBERGER Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan Edition A € 24,90 9783990012321

Im Auftrag des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB) ermittelt das Marktforschungsunternehmen media control die Bestseller für Belletristik, Sachbücher und Ratgeber. Mit den Bestsellerlisten werden auf dem Absatzweg Sortimentsbuchhandel und E-Commerce 82 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

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Lucinda Riley  Die Schattenschwester Goldmann  € 11,30  9783442487455

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Beate Maxian  Tod in der Kaisergruft Goldmann  € 10,30  9783442484720

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Sandra Brown  Sanfte Rache Blanvalet  € 10,30  9783734102707

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Andrea Nagele  Grado im Nebel Emons Verlag  € 12,30  9783740802981

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhändler / Stiftsbuchhandlung, Kremsmünster

Pater Daniel

Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Lukas Ilgner

„Ich bemühe mich um Aktualität und möchte mit der Zeit gehen“

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enediktinermönch Pater Daniel lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Schließlich ist er nicht nur Mönch und Buchhändler im oberösterreichischen Stift Kremsmünster und Lehrer am dortigen Stiftsgymnasium, sondern wirkt im nahen Pettenbach auch als Pfarrer. Er ist seit zehn Jahren für die dem Klosterladen zugehörige Buchhandlung verantwortlich. Sie zählt neben dem Weinhandel und den Forstbetrieben zu den Wirtschaftsbetrieben im Stift. Im äußeren Stiftshof, schräg gegenüber dem Stiftsrestaurant „Stiftsschank“ gelegen, bietet der sympathische Mönch Besucherinnen und Besuchern in seinem Klos-

terladen neben Geschenkartikeln und selbst erzeugten Produkten wie Wein, Spirituosen oder Rosenkränzen eine große Auswahl an hochwertiger Literatur. Neben Büchern zum Ordensgründer, dem Hl. Benedikt, Bibeln, religiösen Kinderbüchern und anlassbezogener Literatur zu Taufen oder Erstkommunion finden Kundinnen und Kunden hier auch klösterliche Kochliteratur à la Hildegard von Bingen. Ebenso in den Regalen: österreichische Kriminal- und Regionalliteratur sowie Reiseliteratur. Letztere passe zur Kundschaft der Buchhandlung, erklärt Pater Daniel. Schließlich seien es hauptsächlich Bus- und Einzeltouristinnen und -touristen, die das 777 gegründete Stift besuchen. Stolz erzählt er von prominenten Mitgliedern des Stifts: So jährt sich heuer zum 150. Mal der Tod des aus Oberplan in Südböhmen stammenden Adalbert Stifter, der acht Jahre seiner Schulzeit im Stiftsgymnasium verbrachte und dem zu Ehren ab Mai eine Ausstellung im Stift gezeigt wird. Die passende Literatur dazu hat Pater Daniel bereits ins Sortiment genommen. „Ich bemühe mich um Aktualität und möchte mit der Zeit gehen“, betont der Mönch. Dabei unterstützt ihn Alexandra Hauzenberger, die die Einzelbestellungen im Stift verantwortet und Pater Daniel auf Aktionen oder Jubiläen aufmerksam macht. Hauzenberger ist zudem für die Schulliteratur des Stiftsgymnasiums und die eigenen Publikationen des Stifts zuständig. Auf eines dieser Bücher ist Hauzenberger besonders stolz: die im Brandstätter Verlag erschienene Publikation „Stift Kremsmünster – Klösterliches Leben seit 777“, die 2017 zur Landesgartenschau im Stift herausgegeben wurde – ein Event, das auch für Pater Daniel zu den Highlights des vergangenen Jahres zählt. Der passionierte Hobbygärtner betreut den Pförtnerhof und pflanzt leidenschaftlich Hortensien und Lavendel. Ausreichend Zeit dafür hat er neben den Tätigkeiten als Pfarrer, Lehrer, Mönch und Buchhändler aber nur selten, seufzt Pater Daniel und sagt: „Wenn ich mal mehr Zeit haben sollte, möchte ich nicht nur Blumen, sondern auch Kräuter pflanzen.“

Klosterladen Benediktinerstift Kremsmünster 4550 Kremsmünster

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlegerin / Thomas Sessler Verlag, Wien Foto: Christopher Mavric

Maria Teuchmann D

er Thomas Sessler Verlag ist der größte Bühnen- und Musikverlag Österreichs. Er wird von Ulrich N. Schulenburg, Sebastian Schulenburg und Maria Teuchmann gleitet. Der Verlag betreut Theatertexte, passt sich der Nachfrage an Adaptionen von Romanen und Werken der Filmgeschichte in der deutschsprachigen Theaterlandschaft an und ist Filmagentur. Das Büro der Verlagsleiterin Maria Teuchmann in der Wiener Johannesgasse ist modern. Die Farben Pink und Rot dominieren, ein besonderer Sessel erinnert an die Leidenschaft der studierten Theaterwissenschaftlerin: „Der Theatersessel ist ein Geschenk von der Josefstadt zu meinem 60. Geburtstag.“ Teuchmanns Augen leuchten. Mit dessen Intendant Herbert Föttinger verbindet die Verlegerin eine fast freundschaftliche Beziehung. Sehr gerne pflegt sie den persönlichen Kontakt bei Essenseinladungen in ihrem Zuhause. Zu Besuch kämen dann schon mal Intendanten wie Föttinger und Kusej oder Schriftsteller wie Franzobel, Glattauer, Kehlmann und Christopher Hampton. Kochen ist Maria Teuchmanns große Leidenschaft.

„Umso besser, wenn ich die mit meinem Beruf zusammenbringen kann“, lacht die Verlegerin. „Theater, Kochen und Essen sind sinnlich, das trifft sich gut.“ Als Verlegerin verantwortet Teuchmann den Theater- und den Filmbereich. Wie entscheidet sie, was verlegt wird? „Selten überzeugt mich ein eingesendetes Stück so sehr, dass ich es auch verlege.“ Öfter spreche sie direkt RomanautorInnen an, von denen sie das Gefühl habe, sie können Stücke schreiben. Natürlich habe der Verlag auch ein großes Repertoire an Stücken und Autoren, das gepflegt werden müsse, so die Verlegerin. Eine persönliche Herzensangelegenheit ist ihr die Arbeit mit jungen SchriftstellerInnen: „Es ist schwer, den Weg gemeinsam mit den Jungen zu gehen, aber wichtig.“ Im Verlagsprogramm finden sich Boulevard-Klassiker wie Camolettis „Boeing Boeing“, aber auch moderner Boulevard wie „Die Niere“ von Stefan Vögel

„Die Guten sind immer die, die nicht vor Eitelkeit strotzen“

und Zeitgenössisches wie Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“. Teuchmann ist es wichtig, dass ihr Verlag breit aufgestellt ist, um auf Trends reagieren zu können. Ein deutsches Privattheater ticke anders als das Burgtheater, erklärt sie. Dafür brauche es Gespür und Know-how. Man müsse genau wissen, welche Autorin oder welcher Autor zu welchem Haus mit welchem Stück passe, sagt Teuchmann. Eine Abschlussfrage: Was ist das Schönste an ihrem Beruf? „Es entstehen immer wieder Projekte, Geschichten und Situationen, wenn man Menschen zusammenbringt. Ob Turrini oder Franzobel – viele Autorinnen und Autoren sind für mich erweiterte Familie. Die Guten sind immer die, die nicht vor Eitelkeit strotzen.“

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verleger / Otto Müller, Salzburg Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Chris Hofer

„Die Kleinheit, die Wirtshausgespräche sind das Wichtigste“

M

Arno Kleibel

anche nennen Salzburg ein Provinzkaff. Ich finde, die Stadt hat eine angenehme Größe. Ich sehe es als Privileg, in dieser Stadt mit seinem reichhaltigen Kulturprogramm und seiner grünen Umgebung zu leben.“ Arno Kleibel schätzt die Qualität im Kleinen. Im Jahr 1961 als viertes von sechs Kindern geboren, war er der Einzige der Familie, der sich schon früh für den Verlag des 1956 verstorbenen Großvaters interessierte. Otto Müller gründete seinen Verlag im Jahr 1937. Nach dem Tod des Großvaters blieb das Unternehmen im Besitz der Familie, 1986 übernahm Arno Kleibel die Verlagsleitung in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Gänzlich neu war dem gebürtigen St. Pöltner das Medium Buch nicht: Nach der Matura absolvierte er eine Buchhandelslehre, danach arbeitete er

in verschiedenen Verlagen. Hier entstand die Liebe zur Verlagsarbeit und der Wunsch, das Unternehmen des Großvaters zu übernehmen. Das war alles andere als leicht: Kleibel musste enorme Aufbauarbeit leisten, um die personelle und organisatorische Struktur des Verlages zu verbessern und zu modernisieren. „Es war ein Schuldenberg da. Ohne die Solidarität vieler Autorinnen und Autoren und die Unterstützung meiner Familie hätte ich das alles schwer geschafft.“ Heute beschäftigt der Verlag fünf MitarbeiterInnen. Neben seiner Verlagsarbeit ist Arno Kleibel auch als Interessensvertreter aktiv. Von 1995 bis 2010 war er Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft in Salzburg, fünf Jahre lang war er im HVB Vorsitzender des Verlegerverbandes. In dieser Zeit war die Hauptaufgabe aller Interessensvertretungen die Sicherung des Ladenpreisgesetzes.

Beim Otto Müller Verlag konzentrierte Arno Kleibel das Programm, das früher auch Publikationen aus dem Bereich der Geisteswissenschaften und Theologie umfasste, auf die Literatur: „Gerade im letzten Jahr waren wir mit Preisen und Nominierungen unserer Autorinnen fast verwöhnt.“ Jährlich erscheint auch ein Lyrikband im Otto Müller Verlag, obwohl, so Kleibel, gerade die Lyrik einen sehr ausgewählten Leserkreis habe. „Natürlich spüren wir den Wandel im Buchhandel. Dass ein Programm wie das unsere immer mehr Engagement benötigt, um sich durchzusetzen, liegt auf der Hand.“ Der Verleger bringt zehn bis fünfzehn Neuerscheinungen im Jahr heraus. Nur so könne die Qualität erhalten bleiben. „Es geht nicht nur darum, Bücher zu lektorieren. Die größere Arbeit ist es, Bücher tatsächlich zu verkaufen und bei Zeitungen und Buchhandlungen unterzubringen“, meint Kleibel. Zuletzt zitiert er den Wirtschaftsphilosophen Leopold Kohr, dessen Gesamtwerk bei Otto Müller erscheint und der in seinem Buch „Das Ende der Großen“ kritisch anmerkte, dass „zu große Systeme auf Dauer nicht überleben können. Die Kleinheit, die Wirtshausgespräche sind das Wichtigste“.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhändlerin / Audiamo, Wien

Monika Röth Foto: Christopher Mavric

„Durchs Augenschließen kann ich völlig in die Geschichte eintauchen“

Buchhandlung Audiamo Kaiserstraße 70 1070 Wien

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n Monika Röths Audiamo im siebten Wiener Gemeindebezirk finden Kundinnen und Kunden kein einziges gedrucktes Buch im Regal. Audiamo wurde im August 2007 nämlich als reine Hörbuchhandlung eröffnet. Die Idee entstand lange davor. In Röths Kindheit erblindete ihre Mutter aufgrund einer Erbkrankheit. Daher wuchs die Tochter mit Hörbüchern auf. Einige Jahre später, während des Informatikstudiums, bemerkte sie, dass auch ihre Sehkräfte schwanden, weshalb sie das Studium aufgeben musste und begann, Hörbücher zu rezensieren. Schwierig nur, dass fast keine Hörbuchhandlungen existierten, in denen Röth hätte stöbern können. Als „Schlaraffenland“ empfand sie damals den Talking Bookshop in London, der sie und ihren einstigen Lebensgefährten und jetzigen Ehemann und Geschäftsführer Günter Rubik dazu inspirierte, Audiamo zu gründen. Kontakte zu Verlagen hatte Röth bereits durch ihre journalistische Arbeit. „Beim Rest war mir der HVB eine wesentliche Stütze“, erinnert sie sich an die Anfangsjahre. Während Ehe-

mann Rubik für die Finanzen zuständig ist, kümmert sich Röth um den Wareneinkauf und die Sortimentspflege. Wesentlich sei die Frage gewesen, wie das Sortiment aufgebaut werden sollte, sagt Röth: „Eine Nische in der Nische wäre für eine Hörbuchhandlung wie unsere fatal.“ Deshalb präsentiert sie auf 113 Quadratmetern ein breites Sortiment an rund 12.000 Hörbüchern – von Hörbüchern für Kleinkinder ab einem Jahr, wissenschaftlichen Universitätsvorträgen bis hin zu Krimis, Belletristik, Fantasy, historischen Romanen und Sachbüchern. Auch englische, französische, spanische und italienische Hörbücher erfreuen ihre Kundinnen und Kunden, sagt Röth. Mittlerweile hat Audiamo eine Stammkundschaft aufgebaut. „Es hat sich herumgesprochen, viele Kunden kommen auch aus den Bundesländern zu uns nach Wien, weil wir mit Audiamo ja doch ein Kuriosum sind.“ Der Markt sei aber dabei, sich zu verändern, bemerkt Röth. „Das Hörbuch auf CD wird ein Ablaufdatum haben“, sagt sie. Daher bietet sie bereits zahlreiche Hörbücher zum Download an, was vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen beliebt sei. Monika Röth kann bereits seit 20 Jahren nicht mehr lesen. Und dennoch: „Ich habe Bücher immer schon lieber gehört als gelesen, weil ich durchs Augenschließen völlig in die Geschichte eintauchen konnte. Bilder entstehen zu lassen, hat bei mir immer besser funktioniert, wenn ich ein Hörbuch hatte.“ Und, wie sonst, fügt sie lachend hinzu, könne man während der Hausarbeit, dem Sport oder der Autofahrt lesen?

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Der anzeiger traf Olga Flor beim Wiener Karlsplatz zum Interview

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„Wir haben maximal die Rolle von

Hofnärrinnen!“ das sagt olga flor über den stellenwert von Schriftstelle­ rin­­n en und Schrift­ stellern. kritische kunst sei immer weniger erwünscht Interview: Erich Klein

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lga Flor (Jg. 1968) wuchs in Köln, Wien und Graz auf, wo sie auch heute abwechselnd lebt. In den Neunzigerjahren verfasste sie Theaterstücke. Seit „Erlkönig“ (2002) erschienen sechs Romane, zuletzt „Klartraum“ (2017) und der Essayband „Politik der Emotion“ (2018). Ihr Werk wurde mit zahlreich Preisen ausgezeichnet, darunter der „Outstanding Artist Award für Literatur“, der Anton-Wildgans-Preis und der Veza-Canetti-Preis. „Klartraum“ stand 2017 auf der Shortlist zum Österreichischen Buchpreis. Im Mai erhält sie den Droste-Preis der Stadt Meersburg. Der anzeiger traf die Autorin im „Ludwig & Adele“ am Wiener Karlsplatz. Wie sieht der Tageablauf der Schriftstellerin Olga Flor aus? Olga Flor: — Ich stehe zwischen sechs und sieben Uhr auf – außer ich hatte am Vorabend eine Veranstaltung und es ist spät geworden. Ich frühstücke immer das Gleiche und lese zuerst einmal Zeitungen. Du vertust deine Zeit, denke ich dann irgendwann, aber das gehört auch zur Nahrung, die ich brauche. Manchmal gehe ich joggen, dann beginne ich zu arbeiten. Mittags treffe ich manchmal jemanden, oder ich koche für meine Tochter, die kaum noch zuhause ist. Am Nachmittag arbeite ich wieder. Kam das frühe Aufstehen mit den Kindern? Flor: — Ja. Aber ich mag es auch. Ich bin keine Nachteule. Ich hänge auch gerne mal ab,

aber für meinen Alltag brauche ich es, dass ich am Abend Ruhe habe und am nächsten Tag früh aufstehen kann. Wie beginnt das Schreiben? Flor: — Ich setze mich hin und probiere. Um es realistisch zu sagen: Ich nehme mir am Vormittag etwas vor und am Nachmittag fällt es mir dann ein. Ich arbeite im Allgemeinen zuhause. Beim letzten Roman zog ich mich auch ins Kaffeehaus zurück. Um in der Öffentlichkeit allein zu sein, wie es so schön heißt? Flor: — Mein Sohn lebt zwar schon in Deutschland, aber wenn er zum Beispiel in den Semesterferien da ist, kommt er zur Tür herein und beginnt gleich zu erzählen. Auch wenn ich auf der Tastatur herumhacke, ist das für ihn noch lange kein Signal. Meine Kinder erkennen solche Signale, dass Mutter ihre Ruhe will, nicht. Das Thema stellt sich gar nicht. (lacht) Natürlich hat das auch seine Qualitäten, aber es ist eine Rahmenbedingung meiner Arbeit. Das ist halt so. Wann haben Sie gewusst, dass Sie Schriftstellerin sind? Flor: — Jedes Mal, wenn ich diese Frage beantworte, erzähle ich eine erfundene Geschichte, die im realen Leben so nicht passiert ist. Es ist ein flüssiger Übergang von einer Situation in die nächste. Es hat mit der Bewusstwerdung des langsam vom Kind sich wegentwickelnden Ichs zu tun. Als ich zwölf oder dreizehn war, habe ich das Tagebuch der Anne Frank gelesen. Wenn ich mich recht erinnere, war sie dreizehn, als sie schrieb, und sie hatte ein sehr genaues Sensorium für ihre Umwelt. Es geht dabei vor allem um den Akt des Reflektierens. Ich habe außerdem die Figur der Alice im Wunderland für ihre scheinbar ­naiven, letztlich aber philosophischen Fragen geliebt. Meine ersten literarischen Versuche machte ich zwischen vierzehn und sechzehn. Das Alter, in dem man üblicherweise Gedichte schreibt. Flor: — Das habe ich nicht getan. Aber ich war bei der Literaturzeitschrift Perspektive, die sich der experimentellen Literatur ver-

schrieben hatte. Ich kann mich noch an den leicht arroganten Habitus der damals Siebzehnjährigen erinnern. Ich dachte: Was die da alle einschicken, würde ich selbst nie aus der Hand geben. Dann wollte ich etwas machen, das eher down to earth war, und begann Astronomie zu studieren – wobei Astronomie nicht gerade down to earth ist. Nach einem Monat wechselte ich zur Physik. In einem kürzlich erschienenen Artikel anlässlich des Weltfrauentages verweisen Sie auf dieses damals „typische“ Männerstudium. Ging es dabei darum, sich zu beweisen? »

Bücher von Olga Flor Paul Zsolnay Verlag Die Königin ist tot. Roman (2012) Eine junge Europäerin und deren gesellschaftlicher Aufstieg durch die Heirat mit einem älteren Medientycoon. „Macbeth“ made in the USA! Jung und Jung Ich in Gelb. Roman (2015) Eine Modebloggerin, ein Model und ein Modeschöpfer in einem Verwirrspiel samt Showdown im Naturhistorischen Museum. Und die Frage: „Wer bin ich und wie zeige ich das der Welt? Wie gestalte ich mein Image?“ Klartraum. Roman (2017) Das Ende einer Liebesgeschichte an einer Berliner Kreuzung als chemische Versuchsanordnung zwischen P. und A. „Ihm fehlen die Worte, er stürzt sich Hals über Kopf in die Sprachlosigkeit.“ Residenz Politik der Emotion (2018) Essays über Trumps „Twittergewitter“, Neid als Gegengift zur Angst der westlichen Mittelschicht, deren „Biedermeierei!“ und Esoterik-Wellen. Und: „Was nun?“

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Flor: — Das war nicht meine Intention. Es ging für mich vielmehr um die Frage, ob ich meine Überlegungen zur Situation der Frauen mit einem derart persönlichen Hinweis abschließe. Aber vor allem war es ein Rückgriff auf ein für mich wichtiges RoleModel. Es ist mir erst mit der Zeit gedämmert, dass diese Studienentscheidung wohl auch eine emotionale war. Welche emotionale Entscheidung meinen Sie? Flor: — Die Entscheidung lag aufgrund meiner Sozialisation nahe. Meine Eltern waren Mathematiker. Es war also keine undenkbare Wahl. Eher ging es darum, dass es sich um ein Fach handelte, in dem es schon seit geraumer Zeit für eine Frau möglich gewesen war, gemeinsam mit einem Mann zu forschen, berufstätig zu sein, gemeinsam Kinder aufzuziehen (Anm.: Olga Flors Ehemann ist auch Mathematiker). Es war für mich kein Modell, das besagte: Du musst auf dein Privatleben verzichten und kannst keine Kinder haben. Eigentlich war das der Aspekt, auf den ich im Artikel hinauswollte, im Detail aber nicht ausgeführt habe.

Ich kann die Frage nicht auslassen: Gibt es so etwas wie weibliches Schreiben? Flor: — Bitte die nächste Frage! Schreiben kann weder weiblich noch männlich sein, das liegt in der Natur der Sache. Genauer gesagt – ich habe da so meine Zweifel. Natürlich hängt Schreiben immer von der Lebenssituation und der Sicht des Autors, der Autorin auf die Welt ab. Aber ich glaube nicht, dass sich das Schreiben eines Mannes von dem einer Frau grundsätzlich unterscheidet. Ich wüsste auch nicht, warum es das sollte. Es wird bisweilen behauptet. Flor: — Sexualität werde ich als heterosexuelle Frau anders beschreiben können, als ein Mann es tut. Wenn es um die andere Sichtweise geht, kann ich mir von einem Mann alles bis ins letzte Detail schildern lassen.

die Scheidung ansteht. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen spielen für die weibliche Hälfte der Bevölkerung aufgrund der Tatsache, dass sie wesentlich mehr zur Kinderbetreuung beiträgt, eine größere Rolle als für Männer. Ich weiß nicht, ob das zusammenhängt, aber es gibt mehr politisch explizite Texte von Frauen als von Männern. Ist das tatsächlich so? Flor: — Die Literatur von Frauen ist oft expliziter. Sie kümmern sich weniger um die eigene Person und Befindlichkeit und mehr um gesellschaftliche Befunde. Aber vielleicht kann man das auch nur tendenziell sagen. Im Roman „Ich in Gelb“ beschreiben Sie den Versuch einer jugendlichen Modebloggerin, mit einem unkontrollierbaren Medium, dem

Warum dann später die Entscheidung für den künstlerischen Beruf, für die Literatur? Flor: — Weil ich alles unter Kontrolle haben wollte. (lacht) Für Bildhauerei wäre ich nicht geeignet gewesen. Ich habe zwei linke Hände. Ich hätte dafür kein Talent besessen, aber ich habe meine Freude an exakten sprachlichen Formulierungen, die zum Beispiel genau das adäquat festhalten, was ich im Moment ausdrücken will.

„Schreiben kann weder weiblich noch männlich sein. Das liegt in der Natur der Sache“ Olga Flor

Dasselbe gilt für die homosexuelle Sichtweise. Und ja, das Erleben ist naturgemäß durch den eigenen Körper bestimmt. Dann frage ich anders: Sind Autorinnen für Sie interessanter als Autoren? Welchen Unterschied sehen Sie hier? Flor: — Es ist meine gesellschaftspolitische Wahrnehmung, dass sich viele – nicht alle – Frauen eher der sozialen Rahmenbedingungen bewusst werden, in denen sie leben. Es heißt nicht zufällig, dass Altersarmut weiblich ist. Irgendwann dämmert es selbst den eifrigsten Ich-bleibe-zu-Hause-Müttern, dass sie vielleicht ein Problem bekommen, wenn

Internet, und ihrem eigenen Leben zurechtzukommen. Ist das eine Modellbiografie? Flor: — Mich interessierte die Frage, wie unsere Repräsentationsformen, die Avatare, die wir überall in der Welt produzieren, auf uns selbst zurückwirken. Wie kommt es, dass man versucht ist zu glauben, dass hinter einem Ich, dem man in einem Snapchat begegnet, wirklich ein Mensch steckt? Zum Beispiel eine Dreizehnjährige, die tolle Bilder von sich selbst posten will, und nicht ein Kollektiv von Siebzigjährigen, was viel wahrscheinlicher wäre, die ihre eigenartigen Zwecke verfolgen. Und umgekehrt frage ich: Was bewirkt der Anspruch, auf allen Ebenen ein

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Sie tauchen zu einer Zeit in der österreichischen Literatur auf, als nach endlosen Sprachexperimenten wieder das Erzählen angesagt war. Und zwar mit Romanen, die das sprachliche Experiment nicht ganz verleugnen. Flor: — Ich habe mich eher an nichtdeutschsprachiger Literatur orientiert. In Amerika war die Frage nach dem Erzählen in dieser Weise nie gestellt worden. Eigentlich geht es vielmehr darum, wie man etwas reflektiert. Ich habe in verschiedene geografische Richtungen und Zeiten geschaut. Dazu gehörte auch ein Alfred Döblin, der soziale Missstände beschrieb und sehr genau auf seine Gegenwart hinhörte. Ich bin immer wieder über die europäische Tradition gestolpert – etwa über mittelalterliche Texte, die mich faszinierten. Zum Beispiel über „Die Lais“ der Marie de France. Außerdem studierte ich eine Zeitlang Kunstgeschichte. Ich bin ganz eindeutig nach klassischem bildungsbürgerlichem Kanon aufgewachsen.

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Kramers Kinderstube Irmgard Kramer in sich einigermaßen stringentes und dabei einem bestimmten, genau umrissenen Konsumbild entsprechendes Selbst zu behaupten? Was macht das? Zersplittert das Selbst? Wo ist das Ich dann? Ich muss immer neue Kanäle befüttern und immer neue Regeln befolgen, die sich ständig ändern, weil es das Wesen dieses Mediums ist, sich ständig zu ändern. Wie sehr verliert man sich dabei unterwegs? Ihre letzten Bücher quellen vor lauter Leben über. In „Ich in Gelb“ in Gestalt von Quallen und Würmern. Im Hintergrund lauern dabei immer Angst, Katastrophen, Mord und Tod. Wie verhält es sich bei der Autorin selbst? Flor: — Ich glaube, keine Angst vor dem Tod zu haben, wäre nicht menschlich. Natürlich wird in allen möglichen religiösen und spirituellen Verfahren versucht, diese Angst zu nehmen. Der Tod – die Vorstellung, dass ich plötzlich weg sein könnte – ist natürlich eine absolut narzisstische Kränkung, vor der auch ich Angst habe.

Foto: darko tod orovic

Kommen wir aus dem Hades zurück. Sie wählen paradoxerweise gerade das Wiener Naturhistorische Museum als Schauplatz für diese Überlegungen. Flor: — Ich habe einmal von der Vermessenheit der Welterfassung gesprochen. Die Vorstellung, dass man überall hingeht und möglichst viele Tiere nach Hause bringt. Dieses Konzept der todbringenden Erfassung des Lebenden hat etwas schwer Verstörendes an sich. Manchmal hat man das auch mit Menschen gemacht. Das Naturhistorische Museum hat diesbezüglich eine einschlägige Geschichte. Das hat sehr viel mit kolonialem westlichem Denken zu tun. All das gehört in einen Kontext, von dem lange Zeit behauptet wurde, es handle sich um neutrale Wissenschaft. Zumindest in meiner Jugend wurde das noch behauptet – obwohl es sich um eine der größten Lügen handelt. Bis in die Neunzigerjahre gab es in diesem Museum noch einen Rassensaal! Wie wichtig sind Ihnen Naturwissenschaft und wissenschaftliche Modelle? Ihre Bücher werden oft mit Versuchsanordnungen verglichen. Flor: — Man kann einen naturwissenschaftlichen Befund nicht beweisen, aber man kann dessen Gegenteil widerlegen. Das ist zumindest die Wissenschaftstheorie, die ich gelernt habe. Diese formale Konstruktion wird in allen möglichen Wissenschaftsbereichen angewandt und ist tief in die Sichtweise von Soziologen und Wirtschaftswissenschaftlern eingedrungen. Modelle dieser Art sind in un-

serer Gegenwart allgegenwärtig. Wenn ich einen literarischen Versuch unternehme, baue ich nicht nur den Versuch, sondern ich kann auch den Ausgang des Experimentes selbst steuern. Das ist der wesentliche Unterschied. Aber als Denkfigur sind uns derartige Modelle wesentlich näher, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Warum jemand etwa dieses oder jenes Auto kauft. Flor: — Es ist bezeichnend, dass Ihnen sofort eine kommerziell verwertbare Erkenntnis einfällt! Weil ich damit zu einer zentralen Frage Ihres letzten Buches „Klartraum“ kommen wollte: „Ab wann lohnt es sich, von Liebe zu sprechen?“ Es geht dabei um die Kommerzialisierung der Gefühle. Flor: — Es geht nicht nur um Kommerzialisierung. Wenn man sagt, etwas lohnt sich, habe ich schon ein Modell errichtet. Wenn sich etwas lohnt, bekomme ich zurück, was ich investiert habe. Um zu demonstrieren, dass Liebe kommerzialisiert wird, schreibt man einen ganzen Roman? Flor: — Die Frage, die sich mir immer wieder stellte, ist die Frage nach der Zurichtung der Wahrnehmung. Was man im Zwischenmenschlichen für eine gedeihliche Form der Interaktion hält, hat kommerzielle Gesichtspunkte. Wenn man in eine Paarberatung oder in eine Gruppensupervision geht, wird man mit solchen Begriffen konfrontiert. Wann, wird etwa gefragt, ist der Austausch für beide Seiten befriedigend. Ohne es zu reflektieren, wird dabei eine Vorstellung von Warentausch verwendet. Können Sie ein Beispiel geben? Flor: — Ich gebe dir meine Zuwendung, wenn du mir deine Zuwendung gibst. Tatsächlich wurden schon viele Bereiche der Wahrnehmung damit infiziert. Kaum jemand kann sich davon freimachen, weil in jeder Beziehung eine Art Gleichgewicht bestehen muss. Aber wie definiere ich dieses Gleichgewicht? Man gerät dabei in ein ziemliches Dilemma! Natürlich habe ich das Ganze im Roman noch satirisch zugespitzt. Die Figuren bewegen sich an den gegenüberliegenden Enden des sozialen Spektrums und schließlich stellt sich die Frage: Was ist Liebe?

Jugendbuchautorin

Schöner wohnen Wofür Bücher noch gut sind Jetzt ist es passiert. Zum ersten Mal habe ich ­Bücher von mir auf dem Flohmarkt entdeckt. Ein bisschen weh tut es schon. Aber ich verstehe es ja. Regale werden voll, auf dem Tisch ist auch kein Platz mehr und neue Möbel zu kaufen ist ein Horror. Man setzt sich in ein Auto und fährt in ein Einrichtungshaus an den Rand einer Stadt, wo unsere Großeltern unter knorrigen Obstbäumen über saftige Wiesen tollten. Ikea. Kika. Leiner. XXX Lutz. Mömax. Möbelix. Hundertprozent buchfreie Orte des Grauens. Zigtausende Quadratmeter zubetonierter Natur. Für Billigschrott und … was eigentlich noch? Arbeitsplätze? Aber will dort irgendwer arbeiten? Ich würde mich in einer der wackeligen Neo-Vintage-Truhen vor nervigen Kunden mit ihren unerzogenen Kindern verstecken. Was erzählen die, wenn sie erwachsen sind? Ich habe meine Kindheit unter künstlichem Licht zwischen Wohnlandschaften, Plastikblumen und Einkaufswägen verbracht und wurde mit dem Mittagsmenü abgefüllt? Schön war’s nicht. Aber billig. Und ein bisschen kurzlebig – diese Möbel schaffen es nicht einmal auf den Flohmarkt, weil sie schon beim Transport oder beim Zusammenbauen kaputtgehen. Da lobe ich mir meinen Freund, den Buchhändler: Der hat sich seine Möbel aus alten Büchern zusammengebaut.

Und – was ist Liebe? Flor: — Ich kann diese Frage nicht beantworten. Das wäre genauso, als würde »

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ich behaupten, ich habe keine Angst vor dem Tod. Es wäre eine glatte Lüge. Ich kann es nicht. Ich will nicht bestreiten, dass es Menschen geben mag, die keine Angst vor dem Tod haben – auf mich trifft es nicht zu. Dasselbe gilt für das Wesen der Liebe – was sie wirklich ist. Man entwickelt Gefühle für Menschen, die sehr tief sein können. Ich habe etwa sehr tiefe Freundschaften, aber es ist etwas anderes, wenn man Liebe verspürt. Sie haben zum Beispiel Kinder. Flor: — Die Weise, wie du Kinder liebst, ist ein unvergleichliches Gefühl. Ich habe es vorher nicht gekannt. Natürlich ist das auch durch Pheromone gesteuert. (lacht) Aber den Vater meiner Kinder liebe ich nicht, weil er der Vater meiner Kinder ist.

Nehmen wir an, der Arbeitstag der Schriftstellerin Olga Flor geht mit abendlicher Lektüre zu Ende … Flor: — Ich lese gerade „Das Leben des Vernon Subutex“ von Virginie Despentes.

nicht aus eigener Anschauung kenne, zu konstruieren. Da würde ich hundert Mal lieber Science-Fiction schreiben, weil ich dabei die Regeln selber machen kann. Wenn Sie erlauben, ein kleiner Wordrap zum Abschluss: Ingeborg Bachmann? Flor: — Habe ich seinerzeit viel gelesen.

„Man hat nichts gegen Kunst. Das Problem ist nur, dass sie sich selbst tragen und rechnen muss“

Elfriede Jelinek? Flor: — Hat mich sehr beeinflusst. „Die Klavierspielerin“ habe ich immer geliebt, auch x-mal gelesen. Das Buch ist radikal und geht gnadenlos mit der Figur um.

Olga Flor

Christa Wolf, eine hierzulande und heute fast vergessene Autorin. Flor: — „Kassandra“ habe ich mit Begeisterung gesehen und gelesen. Die Wolf nimmt eine Figur und schreibt aus deren Innensicht heraus. Das muss nicht immer praktiziert werden, aber es interessiert mich sehr. Das hat mit dem österreichischen Diskurs über das Erzählen zu tun. Es gibt eine unhinterfragte Erzählfigur, die aus der Unterhaltungsbranche wieder in die Literatur gewandert ist. Ich habe im letzten Roman damit gespielt. Suchen Sie eigentlich nur Frauen aus?

Wenn wir schon bei den großen Fragen sind: Was ist der Stellenwert von Schriftstellern und Künstlern in unserer heutigen Gesellschaft? Flor: — Überspitzt gesagt: Wir haben maximal die Rolle von Hofnärrinnen! Es wird zunehmend härter. Kritik wird immer weniger gewünscht. Ein Kulturpolitiker hat es kürzlich schön formuliert: „Ich habe nichts gegen Kunst, die finanziell erfolgreich ist.“ Man hat nichts gegen Kunst. Das Problem ist nur, dass sie sich selbst tragen und rechnen muss. Es handelt sich um eine absurde Gesetzmäßigkeit. Kritische Kunst war sicherlich nie etwas, womit finanzieller Gewinn erzielt werden konnte. Außerdem ist die Auseinandersetzung damit zu mühselig. Was nach wie vor und in zunehmendem Ausmaß als Ausweg angeboten wird, ist Unterhaltung. Das führte dazu, dass Kunst primär als etwas angesehen wird, das eine guten Abend gewährleistet. Alles, was diesen Anspruch nicht erfüllen kann, hat es finanziell schwer. War das je anders? Flor: — Das ist eine berechtigte Frage. Ich habe da meine Zweifel. Aber man sieht jedenfalls, wie sehr die Ökonomisierung in den letzten Jahren und Jahrzehnten um sich gegriffen hat. Adressaten und Adressatinnen von Kunst werden heute als Kunden betrachte, die Unterhaltung einkaufen. Was Sie nicht davon abhält, „schwierige“ Bücher und Artikel zu schreiben. Flor: — Ich denke, dass es für die Aufrechterhaltung einer demokratischen Kultur auch demokratische Diskurse und divergente Stimmen braucht. Man braucht schlichtweg kritische Auseinandersetzung, sonst geht die Demokratie zugrunde und der soziale Friede sogleich mit.

Christine Lavant? Flor: — Kenne ich zu wenig.

Robert Musil oder Thomas Mann? Flor: — Ich habe Mann gerne gelesen, heute würde mich Musil mehr begeistern. Sein „Mann ohne Eigenschaften“ ist ein Buch, an dem ich dreimal gescheitert bin. James Joyce oder Virginia Woolf? Flor: — Ja, Joyce. (lacht) Weil da mehr Sprachspiel drinnen ist. Jelinek oder Handke? Flor: — Jelinek!

Geht es nicht freundlicher? Flor: — Eine Autorin, die ich noch lesen möchte, ist Jane Austen. Aber auch die ist voller Abgründe. … und in der Vergangenheit angesiedelt. Flor: — Man muss sich mit den Regeln und Konventionen der Zeit auseinandersetzen. Bei Jane Austen geht es oft um die finanziellen Verhältnisse. Frauen konnten zu dieser Zeit nichts erben und auch nichts verdienen. Daher wurden windige Ehen eingegangen. Ich würde mir nie zutrauen, etwas, das ich

Im letzten Jahr sind ein Roman und kürzlich der Essayband „Politik der Emotion“ erschienen. Wann wird Ihr nächstes Buch fertig? Flor: — Ich weiß nicht, wann es fertig wird. Das eine ist das Manuskript, das andere das Buch, das mit mir noch lang nicht fertig ist. Ich brauche noch zwei Jahre. Zumindest hoffe ich das. Ich werde mich hassen, weil ich es dann nicht schaffe. Eine Schaffens­krise wird mich aus dem Hinterhalt anspringen. (lacht) Das Tagwerk der Schriftstellerin ist vollbracht. Was geschieht dann? Flor: — Ich ziehe mich zurück und gehe meinen privaten Vergnügungen nach. Da­ rauf gehe ich aber nicht genauer ein. «

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– Klassiker – neu entdeckt

Immer nichts! Maxim Gorki: Jemeljan Pilai (1893) „Es bleibt weiter nichts übrig, als nach der Saline zu gehen! Das ist zwar die allerverfluchteste Arbeit, aber man muß sie ergreifen, weil man sonst noch vor Hunger krepiert.“ Indem er dies sagte, zog mein Gefährte Jemeljan Pilay zum zehnten Male seinen Tabaksbeutel aus der Tasche, seufzte, als er sich überzeugt hatte, daß derselbe ebenso leer war wie gestern, spie aus und fing an zu pfeifen, indem er sich auf den Rücken warf und den wolkenlosen, schwüleatmenden Himmel ansah. Wir lagen auf einer sandigen Landzunge etwa drei Werst von Odessa, das wir verlassen hatten, weil wir keine Arbeit fanden, und da uns hungerte, erörterten wir jetzt die Frage, wohin gehen. (…) Ich blickte nach dem Hafen, wo sich ein dichter Mastenwald erhob, von schweren, schwarzgrauen Rauchwolken eingehüllt, und von wo über das Meer das disharmo-

Weshalb wir das lesen sollen. anleitung von erich Klein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Gorki einer der angesehensten russischen Schriftsteller, an dessen Ende der am meisten verachtete. Zumindest in seiner Heimat. Der einstige Fürsprecher der Armen und Obdachlosen mit proletarischer Vergangenheit als Landstreicher galt als Stalins Vasall. Die russische Literatur hatte sich im Zeichen des Sozialistischen Realismus in eine Müllhalde kommunistischer Klischees der Befreiung verwandelt. Alexej Maximowitsch Peschkow aber, so Gorkis bürgerlicher Name, war dessen Begründer. Begonnen hatte es ganz anders. Maxim Gorki, 1868 in Nischni Nowgorod geboren, blieb nach dem frühen Tod der Eltern jegliche Ausbildung verwehrt. Es folgten Jahre als Botenjunge, Vogelhändler, Bäckergeselle und

nische Geräusch der Ankerketten tönte, das Pfeifen der Lokomotiven, welche das Frachtgut heranschafften, und die lebhaften Stimmen der Arbeiter, welche die Schiffe beluden, Ich erblickte dort nichts, das unsere erloschene Hoffnung auf Erwerb neu belebt hätte, und sagte aufstehend zu Jemeljan: „Nu, wohlan, gehen wir nach der ­Saline!“ „So . . . geh! . . . Wirst du’s denn zustande bringen?“ fragte er gedehnt, ohne mich anzusehen. „Das werden wir dort sehen.“ „So gehen wir also?“ wiederholte Jemeljan, ohne ein Glied zu rühren. „Nu, natürlich!“ „Aha! Nu, recht so . . . gehen wir denn! Und dies verfluchte Odessa – der Teufel hol’s – bleibt, wo’s ist. Hafenstadt! Daß dich die Erde verschlänge!“ „Schon gut, steh auf und laß uns gehen; Schimpfen hilft nicht.“ (…) „Warum? Glaubst du denn, daß man dort auf uns wartet, daß es heißen wird: Bitte sehr, Herr Jemeljan und Herr Maxim, seid so gut, rackert euch ab und empfangt unsere Groschen. Nu nein, so pflegt es nicht zu sein. So steht die Sache: jetzt sind wir beide voll und ganz Herren unserer Haut.“ „Nu, schon gut, genug! Wir wollen ­gehen!“ „Warte! Sollen wir nun zu dem Herrn Salinenverwalter gehen und mit aller Ehrerbietung zu ihm sagen: Geehrter Herr, hoch-

Nachtwächter. Davon handeln seine zu Recht als Klassiker geltende Autobiografie in drei Bänden („Meine Kindheit“, „Unter fremden Menschen“, „Meine Universitäten“) und die frühen Erzählungen. Gorkis Protagonisten sind Arbeiter auf Odessas Salzfeldern, Diebe und Mörder, zwielichtiges Gesindel, Opfer von Pogromen und Tagdiebe, die in Not Geratene retten, oder eine Kinderprostituierte. Die zaristische Zensur wirft ihm „sozialistische Tendenzen“ vor, ein am Vorabend von Russlands erster Revolution 1905 verfasster lyrischer Prosatext trägt ihm seinen künftigen Spitznamen ein: „Zwischen Wolken und Meer schießt der Sturmvogel dahin, einem schwarzen Blitze gleich. Sturm! Der Sturm bricht los!“ Der „Sturmvogel der Revolution“, der in Lew Tolstoj und Anton Tschechow Mentoren findet, feiert mit Stücken wie „Nachtasyl“ und „Sommergäste“ weit über Russlands

verehrter Schinder und Blutsauger, hier sind wir, Ihnen unsere Haut anzubieten, ob es Ihnen nicht gefällig ist, sie für sechzig Kopeken den Tag abzuschinden! Und dann folgt . . .“ „Wohlan, steh auf und laß uns gehen. Bis zum Abend kommen wir nach der Fischerei, wir helfen das Netz herausziehen und – bekommen vielleicht Abendbrot.“ „Abendbrot? Das ist wahr. Die Fischer geben zu essen; sie sind ein gutes Volk. Gehen wir, gehen wir . . . Aber was Vernünftiges machen wir beide doch nicht ausfindig, Brüderchen, denn – schon die ganze Woche hat sich nichts für uns getroffen, und so wird’s bleiben.“ Ganz durchnäßt stand er auf, reckte sich und steckte die Hände in die Taschen seiner Hosen, die er aus zwei Mehlsäcken genäht hatte, stöberte darin umher und besah humoristisch seine leeren Hände, nachdem er sie herausgezogen hatte und vor’s Gesicht hielt. „Nichts! . . . Vier Tage such’ ich schon und immer nichts! Das sind Sachen, Brüderchen.“ Wir gingen am Ufer entlang, wechselten nur hin und wieder ein paar Worte. Aus dem Russischen von Bodo von Loßberg Soeben erschienen: Maxim Gorki: Jahrmarkt in Holtwa. Meistererzählungen Übersetzung: Ganna Maria Braungardt Geleitwort von Olga Grjasnowa Aufbau Verlag, Berlin 2018

Bühnen hinaus Erfolge. Gorkis Verhältnis zu Lenin gestaltet sich komplizierter: Vor der Oktoberrevolution finanziert er die Bolschewiki, nach 1917 kritisiert er die neuen Herrscher im Namen des Sozialismus vehement: „Lenin und Trotzki sind bereits vom faulen Zauber der Macht infiziert.“ Lenin drängt Gorki in die zweite Emigration. Nach der Rückkehr in die UdSSR im Jahre 1928, mittlerweile als Ahnherr aller sozialistischen Kunst heiliggesprochen, folgt der Sündenfall. Zwar gelingt es Gorki noch eine Zeitlang, verfolgte Autoren zu protegieren, mit der Herausgabe einer Jubelschrift auf Stalins Gulag diskreditiert er nicht nur allen Humanismus, mit der Verherrlichung von Sklavenarbeit als „Umerziehung“ verrät er auch die Helden seiner eigenen früheren Erzählungen. Maxim Gorki stirbt am 18. Juni 1936, seine Urne wird an der Kremlmauer beigesetzt. Seine Geburtsstadt trägt bis 1990 seinen Namen.

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Ausschreibungen ÖSTERREICHISCHER BUCHPREIS

Jetzt einreichen!

Ab sofort können Verlage bis 4. Mai 2018 ihre aktuellen Werke für den Wettbewerb einreichen. Der vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich, dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien gemeinsam ausgerichtete Österreichische Buchpreis sowie der Debütpreis sind mit insgesamt 45.000 Euro dotiert. Verlage, die Mitglieder im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, im Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder im Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband sind, können maximal zwei Titel österreichischer AutorInnen aus dem Bereich Literatur einreichen, die zwischen 11. Oktober 2017 und 9. Oktober 2018 erschienen sind oder erscheinen werden. Erstlingstitel österreichischer AutorInnen können für den Debütpreis 2018 eingereicht werden, der von der Arbeiterkammer Wien gestiftet wird. Die Einreichung ist kostenlos. Im vergangenen Jahr wurde Eva Menasse mit ihrem Erzählband „Tiere für Fortgeschrittene“ ausgezeichnet. Der Debütpreis ging an Nava Ebrahimi für „Sechzehn Wörter“.

Weitere Informationen finden Sie unter oesterreichischer-buchpreis.at

IMPRESSUM Herausgeber: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at Geschäftsführung: Gustav Soucek Projektleitung: Teresa Preis, DW 11, preis@hvb.at Aboverwaltung: Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at Medieninhaber, Konzept, Redaktion und Herstellung: Falter Verlagsgesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at Chefredaktion: Christian Zillner, DW 926, Elisabeth Schepe, DW 946 Geschäftsführung: Siegmar Schlager Anzeigenleitung: Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,– / 6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gerne unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Kochbuch ohne Rezepte“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Anton Pustet, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Österreich

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Leuchtfeuer – Im Kupfer der Dämmerung“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Klingenberg, Am Damm 6, 8020 Graz, Österreich

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Europäisches Weihnachtskochbuch“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und /oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Anton Pustet, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Österreich

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Pilgerwege in Österreich“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Anton Pustet, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Österreich

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

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FEINER REISEFÜHRER E INE E NTD EC KU N GS REIS E IN E I N E D E R SCH Ö N ST E N KU LT U R L A N D SCH A F TEN.

Werner Schandor

Steirisches Wein- und Hügelland

Natur, Kultur, Essen, Trinken, Sport Der Reiseführer berichtet vom Land und den gastfreundlichen Leuten der Region, von den schönsten Städten und ihren Kulturschätzen, von Thermen und Vulkanen, von kulinarischen Köstlichkeiten und den begehrten Weinen, die in den sanften Hügeln der West-, Süd- und Oststeiermark gedeihen. Mit mehr als 300 Farbfotos, 6 Übersichts karten und einem praktischen Serviceteil – zur perfekten Orientierung in einer der schönsten Regionen Österreichs. 448 Seiten, € 29,90 ISBN 978-3-85439-607-9

FA LT E R V E R L A G DIE BESTEN SEITEN ÖSTERREICHS

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Österreich –

Urlaubsziel 2018!

Liebe Buchhändlerinnen, liebe Buchhändler, über 13 Millionen Deutsche* verbrachten 2017 ihren Urlaub in Österreich. In diesem Jahr wird die Zahl noch weiter steigen. Bringen Sie den deutschen Gästen Ihre Kultur, Ihre Sprache und Ihr Land näher. Die Fremdenversteher liefern Antworten: Knapp, bissig und voller überraschender Einsichten. Am Ende ist klar: So sind sie eben, die Österreicher! „Die Lektüre ist nicht nur Touristen empfohlen, die zu uns kommen. Auch wir finden darin so manches über unser (angebliches) Wesen zu lesen.“ „Gute Reise“. Entspannt unterwegs sein. No. 6 | Winter 2017

Empfehlen Sie den Kauderwelsch-Sprachführer. Das Deutsch des Alpenlandes mit viel Witz und Charme verständlich gemacht. * Daten der Statistik Austria. März 2018.

Die aktuellen Stadtführer sind ideale Begleiter, um alle Seiten der österreichischen Städte selbstständig zu entdecken.

Reise Know-How Verlag www.reise-know-how.de


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