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anzeiger
Das Magazin für die österreichische Buchbranche
Nur die Besten!
Reiseliteratur
Keine Märchen
Buchhandlungspreis: Die Konzepte und Hintergründe der besten Buchhandlungen Österreichs
Sommerreiselesefieber: Neue Reiseund Büchertrends vom Wandern bis zum Urlaub im Van
Die bekannte Kinderbuchautorin Renate Welsh über ihr Aufwachsen und das Schreiben
Das Highlight im Herbst Das Debüt des Schauspielers
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ET: 11. September 2019 · ISBN 978-3-8392-2494-6 · 22,70 €
© Wolf Silveri
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Andreas Kiendl
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Wir machen’s spannend
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Italie ? c i e r e t s Ö Wi vie
steck i
„Wieder einmal liegen wunderbare Tage in Italien hinter uns, und wie immer fällt uns der Abschied von unserem Lieblingsland schwer. Könnten wir nicht ein Stück Italien nach Hause nehmen?“
Christian Hlavac, Christa Englinger LA BELLA AUSTRIA Auf italienischen Spuren in Österreich 14,6 x 22 cm, Hardcover mit Schutzumschlag 240 Seiten, mit zahlr. Abb. € A/D 25,– ISBN 978-3-99050-133-7
amalthea.at
Basiswissen leicht erklärt – 154. Jahrgang –
„Die fünf besten Buchhandlungen Österreichs 2019 setzen sich unermüdlich für das Kulturgut Buch ein“
bereits erhältlich
Benedikt Föger
B
uchhandlungen sind der Knotenpunkt zwischen Verlagen, Autorinnen und Autoren und den Lesenden. Sie sind Kulturstätten, an denen Geschichten angepriesen und erlebt werden können. Engagierte Buchhändlerinnen und Buchhändler verstehen es, Neuerscheinungen sorgsam auszuwählen, zum Lesen anzuregen und Geschichten bei Veranstaltungen zu inszenieren. Dabei ist besonders in Zeiten der digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen Kreativität gefragt. Um diese tägliche Arbeit zu würdigen, wurde der Österreichische Buchhandlungspreis vom Hauptverband gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt der Republik Österreich ins Leben gerufen. Die fünf besten Buchhandlungen Österreichs 2019 setzen sich unermüdlich für das Kulturgut Buch ein, nachzulesen ab S. 12. Den Gewinnerinnen und Gewinnern möchte ich herzlich gratulieren und mich für ihren Einsatz bedanken! Der Schwerpunkt widmet sich der Reiseliteratur – von Reisetrends über Wanderführer bis zu literarischen Entdeckungen (S. 16).
F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H
In den Mitglieder-Porträts werden diesmal Susanne und Ulla Remmer von der Buchhandlung Leo, Verlagsvertreter Christian Emminger, Residenz-Verlagsleiterin Claudia Romeder sowie Antiquar und Galerist Wolfdietrich Hassfurther vorgestellt (ab S. 24). Für „Selbstredend“ hat der anzeiger mit einer der bedeutendsten Kinderbuchautorinnen des Landes gesprochen: Im Interview erzählt Renate Welsh von ihrer Kindheit, von ihrer Politisierung und wie sie zum Schreiben gekommen ist (ab S. 28). Buchhändlerin und Verlagsvertreterin Bettina Wagner hat für „Kurz vor Schluss“ einen Gastkommentar zum Thema Vernetzung in der Buchbranche geschrieben (S. 33). In diesem Sinne würde ich mich freuen, Sie auf der HVB-Jahrestagung 2019 vom 8.–10. Mai begrüßen zu dürfen.
Benedikt Föger HVB-Präsident
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Ingrid Andreas Kochbuch ohne Rezepte Band 1– 4 Um die vielen Geheimnisse hinter den Rezepten geht es in der Reihe „Kochbuch ohne Rezepte“: Im Fokus steht all das, worauf man beim Kochen immer achten sollte, was aber in herkömmlichen Kochbüchern nicht zu finden ist. Band 1, Küchenpraxis ISBN 978-3-7025-0913-2, € 27,– Band 2, Mehl, Milch & Ei ISBN 978-3-7025-0914-9, € 27,– Band 3, Obst & Gemüse ISBN 978-3-7025-0915-6 (ET 5. 5. 2019), Preis ab 5.6.2019: € 27,– Subskriptionspreis bis 4. 6. 2019: € 22,– Band 4, Fisch & Fleisch ISBN 978-3-7025-0916-3 (ET 5. 8. 2019), Preis ab 5.8.2019: € 27,– Subskriptionspreis bis 4. 8. 2019: € 22,– Set ISBN 978-3-7025-0917-0, € 99,– Subskriptionspreis bis 4. 8. 2019: € 79,90
Lesen Sie uns kennen. www.pustet.at
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– Inhalt –
Herausgeber: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at Geschäftsführung: Gustav Soucek Aboverwaltung: Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at Medieninhaber, Konzept, Redaktion und Produktion: Falter Verlagsgesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at Chefredaktion: Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 Geschäftsführung: Siegmar Schlager Anzeigenleitung: Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar Herstellung: Grasl FairPrint, Bad Vöslau
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And the winner is … Die Gewinner der Buchhandlung des Jahres stehen fest
Neuerscheinungen in der Reiseliteratur schüren das Reisefieber
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Verlegerin Claudia Romeder sieht sich als Geburtshelferin für Bücher
Renate Welsh über ihr Aufwachsen, ihre politische Sozialisierung und ihren Weg zur Kinderbuchautorin
KURZ GESAGT
HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT
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Liebste Buchorte Autorinnen und Autoren über ihre Lieblingsbuchhandlungen
WISSENSWERT
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Kurzmeldungen mit: Ö1-Monatsbuch – erste Bilanz, Verband der Buchgrossisten, Goldbuch für Katharina Seiser, HVB-Jahrestagung, mediakolleg, Rückschau Leipziger Buchmesse, Urheberrechtsrichtlinie, Staatspreis für Literaturkritik, Österreichischer Buchpreis, Buch in Strobl, Wortspiele, Luftschacht, VLB-TIX
Ulla & Susanne Remmer Buchhandlung Leo Christian Emminger Verlagsvertreter Claudia Romeder Residenz Wolfdietrich Hassfurther Galerie Hassfurther
SELBSTREDEND
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Renate Welsh Im Gespräch mit Erich Klein
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Kontinent Kinderbuch „Lyrik ist schwürig“ von Karin Haller
ESSENZIELL
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Die besten fünf in Österreich Österreichischer Buchhandlungspreis: Das sind die besten Buchhandlungen des Jahres
KURZ VOR SCHLUSS
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Gastkommentar Bettina Wagner über die Vorteile des Netzwerkens
SCHWERPUNKT
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Reise Für Sommerreiselesefieber
KLASSIKER
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Neu entdeckt Herman Melville
STANDARDS TITELSCHUTZ 10 MONATSBESTSELLER 20 MONATSBESTENLISTEN 22 BUCHTERMINE 34
I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L F O T O S : S H U T T E R S T O C K , : C H R I S T O P H E R M AV R I C
IMPRESSUM
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– Kurz gesagt –
Liebste Buchorte ANLÄSSLICH DES ÖSTERREICHISCHEN BUCHHANDLUNGSPREISES 2019 (SIEHE SEITE 12) HABEN WIR AUTORINNEN UND AUTOREN NACH IHREN PERSÖNLICHEN LIEBLINGSBUCHHANDLUNGEN GEFRAGT
Knarzende Holzdielen Grundsätzlich finde ich jede Buchhandlung gut, eine hervorzuheben fällt mir daher schwer. Die beschriebene steht daher stellvertretend für alle engagierten Buchhändlerinnen. Bei mir in der Nähe gibt es in der Josefstädter Straße die altehrwürdige Buchhandlung Eckart. Geführt wird sie von einem Marc Elsbergs reizenden Ehepaar, unterstützt von seiaktueller Thriller nen Mitarbeiterinnen. Betritt man das „Gier“ (blanvalet) Geschäft und seine alten, knarzenden führt die BestsellerHolzdielen, fühlt man sich sofort heiliste an melig wohl. Aber das vielleicht Wichtigste: Einige der Buchempfehlungen, die ich dort erhalten habe, wurden zu meinen Lieblingsbüchern der vergangenen Jahre.
Liebevoll arrangiert In Anna Jellers Buchhandlung gehe ich gern, der so fachkundigen Frau Jeller und der Bücher wegen, die hier aufliegen, herumstehen, geschlichtet und gestapelt sind, liebevoll arrangiert, ergötzlich präsentiert. Außerdem riecht es bei Frau Jeller Laura meist herrlich nach frischem Kaffee. Freudenthalers Dem Tausch zugedachte Bücherkäs„Geistergeschichte“ ten auf öffentlichen Plätzen hinge(Droschl) wurde gen sind zugig, schlecht sortiert und auf Platz eins der lädiert wie viele der Bücher darin – ORF-Bestenliste im Kuriositäten, Raritäten, immer wieMärz gewählt der dasselbe. Auch hier gibt es eine Art Klassikerabteilung. Stets lagernd etwa: „Liebe am Don“. Jedes Exemplar mit einer eigenen Geschichte.
„In der Sitzecke gleich beim Regal mit den österreichischen Krimis sitze ich am liebsten und signiere“
„Außerdem riecht es bei der so fachkundigen Frau Jeller meist herrlich nach frischem Kaffee“
Claudia Rossbacher
FOTOS: LUKAS I LGNER, MARIANNE ANDREA BOROWI EC, SARAH KOSKA, LEONHARD PI LL
Laura Freudenthaler
Mit den Buchhändlern plaudern Um neue Bücher zu entdecken, gehe ich am liebsten zu Moser Morawa in Graz. Dort ist die Auswahl an lagernden Büchern riesig, was ich als Leserin schätze. Als Autorin freut es mich, dass meine Steirerkrimis immer hervorragend platziert und in ausreichender Menge verfügbar sind. In der SitzKrimi-Autorin Claudia ecke im ersten Stock gleich beim Regal mit Rossbacher ist mit den österreichischen Krimis sitze ich am „Steirerrausch“ liebsten und signiere meine Steirerkrimis, (Gmeiner) in den Bestdie von den Kunden besonders gern ansellerlisten vertreten genommen werden. Ich plaudere mit den Buchhändlern, um zu erfahren, wie das Geschäft läuft, und erzähle ihnen aus meinem Autorinnenleben. Natürlich schaue ich mich auch um, was die Kollegen Neues veröffentlicht haben, und gehe auf einen Kaffee ins Moser, um ein wenig zu schmökern.
Besondere Lyrik-Ecke Meine liebste Buchhandlung ist die Rupertus Buchhandlung in der Salzburger Innenstadt. Da ich selten Neuerscheinungen lese, gilt es hier weniger neue als vielmehr alte Bücher in neuem Gewand zu entdecken: Den Übersetzungen alter Klassiker sowie den Neuauflagen Marko Dinić deutschsprachiger Schriftstelleveröffentlichte im rinnen und Schriftsteller gilt mein Frühjahr seinen spezielles Augenmerk. Die besonDebütroman dere Ecke bei Rupertus ist das für „Die guten Tage“ eine Buchhandlung unüblich üp(Zsolnay) pige Lyrik-Regal. Da gibt es immer wieder Wunderbares zu entdecken, sowohl Zeitgenössisches als auch Altgedientes. Begleitet werden meine Besuche meist vom Buchhändler meines Vertrauens Ingo, der stets eine Empfehlung auf den Lippen hat und anschließend im Hinterhof eine Zigarette aufwartet.
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Ö1-Monatsbuch – erste Bilanz Die Marketing-Aktion Ö1 Buch des OKT. 18 Monats ist angekommen. Die ersten fünf Titel, die bisher von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt wurden, konnten ihre Durchschnittsverkäufe nach Ernennung im Vergleich zum Vormonat durchschnittlich um etwa 150 Prozent ankurbeln. Nicht nur Verlage und Autorinnen und Autoren sind begeistert: „Mit dem Ö1 Buch des Monats wurde jenseits der BestJÄN. 19 seller- und Bestenlisten ein sinnvolles Werbeinstrument für das anspruchsvolle Buch geschaffen“, freut sich Oliver Hartlieb, Inhaber von Hartliebs Bücher. Außerdem sei die Aktion eine schöne Ergänzung zur Ö1-Sendung „Ex Libris“. Seit Jahren kurbelt die Radiosendung bereits die Nachfrage in seinen Geschäften an.
EU-Literaturpreis
NOV. 18
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Christian Langer und Franz Lintner
Neuer Vorsitzender FEB. 19
MÄRZ 19
Franz Lintner, Geschäftsführer der Medienlogistik (MELO), ist der neue Vorsitzende des Verbandes der Österreichischen Buchgrossisten. Dies ist das Resultat der Vorstandssitzung des Verbandes vom 27. März, bei der die Wahl einstimmig beschlossen wurde. Damit folgt Lintner auf Christian Langer, der Mohr Morawa auf eigenen Wunsch mit Ende März verlassen hat. Damit schied Langer auch automatisch aus seinen Funktionen innerhalb des HVB aus. Lintner tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung an.
„Österreich Vegetarisch“ zu Gold Katharina Seiser wurde für ihr Kochbuch mit dem Goldenen Buch ausgezeichnet
Laura Freudenthaler: „Geistergeschichte“ (Literaturverlag Droschl) Verena Mermer: „Autobus Ultima Speranza“ (Residenz Verlag) Wolfgang Popp: „Die Ahnungslosen“ (Edition Atelier) Hanna Sukare: „Schwedenreiter“ (Otto Müller Verlag) Günter Wels: „Edelweiß“ (Czernin Verlag) Zwar wird der Gewinnertitel des mit 5.000 Euro dotierten Preises schon am 22. Mai verkündet, die Verleihung findet jedoch erst im September in Brüssel statt. Zur österreichischen Jury gehörten der Vorsitzende Alexander Potyka (Picus-Verleger und Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbandes), die Autorin und Preisträgerin des Jahres 2015, Carolina Schutti, Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant, die Übersetzerin Nathalie Rouanet-Herlt und Karl Puš von der Buchhandlung Bestseller.
Das Kochbuch „Österreich Vegetarisch“ (Brandstätter), welches sich in den letzten Jahren über 15.000-mal im österreichischen Markt verkauft hat, ist nun mit dem Goldbuch ausgezeichnet worden. Der Geschäftsführer des HVB, Gustav Soucek, überreichte die Auszeichnung am 9. April in Babette’s Kochbuchhandlung in Wien an die Autorin Katharina Seiser. Auch Verleger Nikolaus Brandstätter war bei der feierlichen Verleihung vor Ort, die mit Kostproben von Babette’s Küche abgeschlossen wurde.
Verleger Nikolaus Brandstätter, Autorin Katharina Seiser mit Gustav Soucek (HVB)
Letzte Chance: Jahrestagung
Die HVB-Jahrestagung 2019 findet vom 8. bis 10. Mai am steirischen Grundlsee statt
Noch besteht die Möglichkeit, sich für den Fixtermin der Buchbranche anzumelden: Vom 8. bis 10. Mai treffen sich Führungskräfte aus Österreich und den angrenzenden Nachbarländern zum Branchenaustausch am Grundlsee. Zwischen Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen, Analysen und Podiumsdiskussionen zu branchenbewegenden Themen bieten sich auch zahlreiche Gelegenheiten zur Vernetzung. Alle Informationen zum Programm und die Anmeldemöglichkeiten sind online unter www.buecher.at/jahrestagung-2019.
F O T O S : H V B , A S T R I D S C H W A B , M O N D I H O L I D AY S E E B L I C K H O T E L
Die Österreich-Shortlist für den Literaturpreis der Europäischen Union (EUPL) steht fest. Insgesamt fünf Werke heimischer Autorinnen und Autoren wurden von der unabhängigen Jury nominiert:
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mediakolleg
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■ In diesem Seminar lernen Sie, wie Sie Ihre Verlagsnovitäten und -vorschauen optimal in VLB-TIX präsentieren und individuelle Titelzusammenstellungen vorbereiten. Das Seminar richtet sich an EinsteigerInnen und FortgeVLB-TIX schrittene. Special VLB-TIX für Verlage 27. Mai, 9.30–17 Uhr ■ Wie kann man seine Verlagsnovitäten und -vorschauen optimal mit Kundinnen und Kunden gemeinsam vorbereiten? Wie können Verkaufsgespräche mit Unterstützung von VLB-TIX geführt werden? Das Seminar richtet sich an Einsteigerinnen uns Einsteiger sowie Fortgeschrittene. . VLB-TIX Special VLB-TIX für Handelsvertreter und Betriebskooperationen 28. Mai, 9.30–17 Uhr
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Branchentreff in Leipzig Der HVB-Empfang am ÖsterreichStand auf der Leipziger Buchmesse 2019 war ein Highlight. Die Branche aus Österreich, Deutschland und der Schweiz traf sich traditionell zum alljährlichen Austausch. HVB-Präsident Benedikt Föger erfreut über das Ja zur EU-Urheberrechtsrichtlinie
Max Freudenschuss, Stefanie Jaksch, Nicole List und Tanja Raich
Buchhändler Oliver Hartlieb mit Verleger Jochen Jung am Österreich-Stand
Gustav Soucek, Ursula Poznanski, Marc Elsberg und Bernhard Aichner
Der SBVV beim Wiener Schnitzel: Dani Landolf, Raphaela Sabel und Thomas Kramer
Eva Rossmann mit Gisela Hopfmüller und Franz Hlavac
Arno Kleibel, Renate Plöchl, Laura Freudenthaler, Annette Knoch, Markus Hatzer
Roman Kollmer, Ursula Poznanski und Günther Wildner
Leo Gürtler mit Patrick Zöhrer
FOTOS: HVB/MANDY PUTZ
Markus Hatzer, Christian Langer und Arno Kleibel
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ENDLICH DA: DER NEUE GEORG WEIDINGER, AUTOR DER „HEILUNG DER MITTE“: ERHÄLTLICH AB 26. APRIL 2019 BESTELLUNG bei NOVA-MD und allen BARSORTIMENTEN WWW.OGTCM.AT Der burgenländische Verlag für Chinesische Medizin und spirituelle Literatur
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Die Entscheidung des EU-Parlaments zu einer europaweiten Reform wurde begrüßt Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) hat die Entscheidung des EU-Parlaments vom 26. März begrüßt, einem EU-Gesetz zu einer neuen, europaweiten Urheberrechtsreform zuzustimmen. Dem Entschluss, der das Urheberrecht in den EU-Staaten vereinheitlichen, modernisieren und fairer für Künstlerinnen und Künstler machen soll, war eine lebhafte politische Auseinandersetzung während der vergangenen Monate vorausgegangen. Während sich die öffentliche Debatte vor allem an den sogenannten Upload-Filtern entzündete, mit denen Plattformen wie YouTube sicherstellen sollen, dass keine urheberrechtsgeschützten Inhalte hochgeladen werden, sehen Organisationen wie der HVB das neue Gesetz vor allem als einen Meilenstein für ein modernes Urheberrecht in der digitalen Welt. Die neue Gesetzgebung, die in den kommenden zwei Jahren von den einzelnen Mitgliedstaaten implementiert werden soll, ist laut HVB-Präsident Benedikt Föger ein entscheidender Schritt hin zu einer fairen Vergütung für die Nutzung der Werke von Autorinnen und Autoren im
Die neue Urheberrechtsrichtlinie: Ein entscheidender Schritt hin zu fairer Vergütung Internet. Föger fügte zudem hinzu, dass auch die Sicherstellung der Vergütungsansprüche der Verlage ein wichtiger Schritt sei. Der HVB stand während des Prozesses Seite an Seite mit anderen internationalen Partnerorganisationen wie der Federation of European Publishers (FEP). Deren Präsident Rudy Vanschoonbeek begrüßte den Entscheid ebenfalls: „Diese Richtlinie, die heiß umkämpfteste, die ich je erlebt habe, wird das Copyright modernisieren und Interessenvertretern Sicherheit auf mehreren wichtigen Gebieten geben.“ Österreichs Kultur- und Medienminister Gernot Blümel hat angekündigt, mit der Umsetzung der Richtlinie alsbald zu beginnen.
Staatspreis für Katja Gasser Die Journalistin und Leiterin des ORF-Literaturressorts Fernsehen Katja Gasser wird mit dem Staatspreis der Republik Österreich für Literaturkritik geehrt. Damit ist sie die erste Fernsehjournalistin, die diesen Preis bekommt. Die Verleihung soll am Rande der BUCH WIEN im Herbst 2019 stattfinden. Der Staatspreis für Literaturkritik wird alle zwei Jahre, abwechselnd mit dem Preis für Kulturpublizistik, vergeben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.
Einreichen für den ÖBP 2019 Noch bis zum 3. Mai können Verlage ihre aktuellen Werke für den Wettbewerb „Österreichischer Buchpreis“ und den Debütpreis 2019 einreichen. Insgesamt sind die beiden Preise mit 45.000 Euro dotiert. Das Bundeskanzleramt der Republik Österreich, der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und die Arbeiterkammer Wien richten den Preis gemeinsam aus. Nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.oesterreichischer-buchpreis.at.
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Urheberrechtsrichtlinie
Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14.
Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.
(*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Vom Klang des Flügelschlags“ Der Gedanke wählt sich seine Melodie in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Martina Raab, Mag. Martina Raab Schlossstraße 5/2/Top 8, 2320 Schwechat
Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „LAUFHAUS“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. OGTCM, Österreichische Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin – Ausbildung, Verlag, Musiklabel, Dr. Georg Weidinger, Föhrenweg 18, 7212 Forchtenstein
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Weiterbildung fördern Von Marketingstrategien für den Buchhandel über VLB-TIX bis Netzwerken: Das war Buch in Strobl 2019 Die Fortbildungsveranstaltung „Buch in Strobl“ hat sich als Erfolg herausgestellt. Insgesamt zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei dem vier Tage dauernden Event dabei, das in 17 Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen Themen wie Einkauf, Verkauf, Marketing, E-Books, Social Media, Digitalisierung und VLB-TIX abdeckte. Schon nach wenigen Tagen war die Veranstaltung, die in der Kulisse des Wolfgangsees stattfand, ausverkauft. Das neu konzipierte Programm 2019 wurde von Bernhard Borovansky (BuchMedia), Georg Büchner (Morawa) und Erwin Riedesser (Leporello) zusammengestellt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels. Zu den Teilnehmerinnen gehörte auch Jennifer Zeller, die seit Kurzem studienbegleitend als Quereinsteigerin in der Wagner’schen Buchhandlung in Innsbruck tätig ist. Die vier Tage seien eine lohnenswerte Erfahrung gewesen, so Zeller, die an-
Die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops kamen gut an
fügte: „Buch in Strobl 2019 hat einen guten Mittelweg zwischen Inhalten für Neulinge und Alteingesessene gefunden.“ Vor allem der Tag zum Social-Media-Marketing und die Einblicke in die Entstehung eines Buches haben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut gefallen, auch das Networking, das gute Essen und die schöne Unterkunft wurde gelobt. Zwar hätten sich einige noch mehr Gruppenarbeiten gewünscht, doch insgesamt zeigten sich alle begeistert. „Ich kann Buch in Strobl nur weiterempfehlen;
zwei meiner Kolleginnen haben sich schon für nächstes Jahr vorangemeldet“, so Zeller. Wer sich ebenfalls für das Jahr 2020 oder 2021 voranmelden oder informieren will, kann dies bei HVB-Mitarbeiterin Lesley Kirnbauer unter kirnbauer@hvb.at tun. Die nächsten Termine „Buch in Strobl“: Buch in Strobl 2020: 9.–12. März Buch in Strobl 2021: 19.–22. April Mit Vorzugspreisen für HVB-Mitglieder www.buecher.at
Kreative Lösung statt Plastikfolie
Johan de Blank, Tanja Raich, Esther Csapo, Katharina Pressl, Ally Klein, Marko Dinić, Thomas Keul und Marjana Gaponenko (v. l. n. r.)
F O T O S : B E I G E S T E L L T, A N D R E A S S C H E R I A U
Das waren die Wortspiele Die 15. Ausgabe des Wortspiele – Festivals für junge Literatur, die heuer erstmals in der facultas Dombuchhandlung am Stephansplatz stattfand, konnte wieder mit zahlrechen Highlights überzeugen. Während Elisabeth R. Hager am ersten Abend das Publikum mit „Fünf Tage im Mai“ (Klett Cotta) begeisterte, konnte Katharina Pressl mit „Andere Sorgen“ (Residenz) an Tag zwei den von facultas gestifteten Publikumspreis gewinnen. Insgesamt kamen zwölf Nachwuchsautorinnen und -autoren zusammen.
Bei Büchern des Luftschacht Verlags stößt man neuerdings auf eine besonders elegante Umschlagslösung. „Entstanden ist die Idee aus dem Antrieb, Plastikfolien endlich wegzulassen, das Buch aber doch irgendwie ,verschlossen‘ zu halten“, erklärt Lagger. „Im Prinzip ist es ein verlängerter Vorsatz, der an der Kante zum Buchdeckel perforiert und auf der U4 mit einem leicht lösbaren Sticker verklebt ist.“ Ausgetüftelt wurde diese Idee von der Druckerei Theiss, bei Luftschacht übernahm man den Feinschliff.
Vier Bücher erschienen bisher mit dem neuen Design bei Luftschacht, das Feedback ist positiv
VLB-TIX legt zu Die Rechercheplattform für den deutschsprachigen Buchhandel VLB-TIX (kurz für: Verzeichnis Lieferbarer Bücher) konnte seine unabhängige Datenbank erfolgreich erweitern. Die Metadaten durch meldende Verlage in Zusammenarbeit mit dem VLB-Team konnte die Suchfunktion deutlich verbessern. Erstmals sind dort mehr als 90
Prozent der rund 2,5 Millionen Titel nach dem internationalen Thema-Standard klassifiziert. Der nächste VLB-TIX Stammtisch findet im Hauptverband in der Bibliothek des Palais Fürstenberg am 27. Mai, um 18.30 Uhr statt. Anmeldungen bei Lesley Kirnbauer unter kirnbauer@hvb.at.
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– Essenziell – Österreichischer Buchhandlungspreis
Die besten fünf in Österreich ZUM DRITTEN MAL WURDEN DIE FÜNF BESTEN BUCHHANDLUNGEN DES LANDES GEKÜRT. DER ANZEIGER STELLT IHRE BESONDEREN KONZEPTE UND TÄGLICHEN HERAUSFORDERUNGEN VOR
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s sind wichtige kulturelle Nahversorger“, sagt Kulturminister Gernot Blümel über die Buchhandlungen. „Daher würdigen wir ihre Leistungen für die Literatur, die österreichischen Verlage und das intellektuelle und literarische Leben jedes Jahr mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis: Ein besonderer Preis für besondere Buchhandlungen in unserem Land.“ Die Preisträger werden von einer jährlich wechselnden Jury gewählt. Für den heurigen Preis waren dies die Journalistin Zita Bereuter, der Verlagsvertreter Hans Jobst, die Autorin Ursula Poznanski, Regina RumpoldKunz vom Verlag Jung und Jung und der Vorsitzende der Österreichischen Verlagsvertreter, Bernhard Spiessberger. Gestiftet wird der Österreichische Buchhandlungspreis vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich gemeinsam mit dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels. „Der stationäre Buchhandel ist das Rückgrat der gesamten Branche“, betont HVB-Präsident Benedikt Föger. „Verlage und Autorinnen und Autoren sind ohne das Engagement unserer Buchhändlerinnen und Buchhändler am Markt kaum sichtbar. Wir alle müssen darauf achten, was diese geistigen Nahversorger täglich leisten. Darauf gilt es das Augenmerk zu lenken, und genau das tut der Österreichische Buchhandlungspreis.“ BUCHHANDLUNGEN ALS RÜCKGRAT DER BRANCHE Wie wird man als Buchhandlung ausgewählt? Um zu einer der besten des Jahres zu gehören, gilt es einige Kriterien zu erfüllen: Neben dem Sitz in Österreich müssen die Buchhandlungen auch inhabergeführt und unabhängig sein. Ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm sind ebenfalls Voraussetzung. Zuletzt werden innovative Geschäftsmodelle sowie Engagement im Bereich der Lese- und
Text: Teresa Preis Illustration: Georg Feierfeil
Die Preisträger 2019: Buchkontor Kriemhildplatz 1 1150 Wien Büchersegler Mariahilferplatz 5 8020 Graz Buch-Café im Lippott-Haus Unterer Stadtplatz 25 6330 Kufstein Buchhandlung Fürstelberger Landstraße 49 4013 Linz Buchhandlung Neudorfer Hinterstadt 21 4840 Vöcklabruck
Literaturförderung belohnt. Neben der Auszeichnung erhalten sie jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. ENGAGEMENT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Die Buchhandlung Fürstelberger ist ein Unternehmen mit Tradition: 1847 in Linz von Hans Leer gegründet und 1947 von Hans Fürstelberger übernommen, wird sie seit 2012 von der neuen Eigentümerin Sabine Weissensteiner geführt: „Seit gut 120 Jahren befindet sich in diesem Haus eine Buchhandlung, und das spürt man auch!“ Sie engagiert sich besonders für die kleinsten Leserinnen und Leser. Rund um die Kinder- und Jugendbuchtage in Linz organisiert Weissensteiner Lesungen und Buchausstellungen an Schulen, in Kindergärten, Pfarren und Büchereien. Sie betreibt Kooperationen mit Bildungs- und Kulturorganisationen, etwa dem Offenen Kulturhaus oder der Gesellschaft für Kulturpolitik. „Kinder für das Lesen zu begeistern und ihnen zu zeigen, was für großartige Bücher es gibt“, ist auch für Beatrice Baumann vom Büchersegler in Graz ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit. „Sprachbasteleien, Scherenschnitte zum Staunen, philosophische Gedankenreisen –wir gestalten gern Büchertische an Schulen, aber auch schon bei den ganz Kleinen im Kindergarten.“ Das Ziel ist klar: immer wieder neue Menschen zum Buch zu bringen. Bei Veranstaltungen achten Baumann und ihr Team darauf, sie so zu gestalten, dass Groß und Klein gleichermaßen etwas davon haben. GUTE MITARBEITERINNEN FÜR DEN ERFOLG DES GESCHÄFTS Das Buch-Café im Lippott-Haus in Kufstein ist eine noch vergleichsweise junge Buchhandlung. 2016 als Nachfolgerin der Buchhandlung Lippott gegründet, hat sich der Erfolg schnell eingestellt. Auch »
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– Essenziell – Österreichischer Buchhandlungspreis
„Wir tun viel für die Nachbarschaft mit unseren Veranstaltungen“ Ulla Harms über das erfolgreiche Konzept ihrer Grätzelbuchhandlung
Beatrice Baumann ist Kapitänin der Grazer Buchhandlung Büchersegler
„Die Rückmeldungen via Facebook über unsere Auszeichnung waren überwältigend “ Beatrice Baumann freut sich über den Österreichischen Buchhandlungpreis
Markus Mayr platzierte 2012 sein Buch-Café ins Lippott-Haus
„Der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Bemühen unserer Mitarbeiterinnen“ Markus Mayr über den Erfolg des Buch-Cafés im Lippott-Haus
KREATIVE IDEEN UND VERANSTALTUNGEN FÜR NEUES PUBLIKUM In Graz, wo Beatrice Baumann, die einst als Controllerin gearbeitet hat, seit 2010 ihre preisgekrönte Buchhandlung Büchersegler führt, kommen Kundinnen und Kunden in den Genuss besonderer Schätze, die Baumann mit detektivischem Gespür ausfindig macht. Darüber hinaus tüftelt sie an neuen Konzepten. So widmete sich der Büchersegler im letzten Jahr der Lyrik mit einem weithin beachteten Kunstprojekt. „Um dieses oft stiefmütterlich behandelte Genre in den Mittelpunkt zu rücken und zu zeigen, wozu Lyrik in der Lage ist, wurde gemeinsam mit einem Künstlerkollektiv das LITERAPHON, eine literarische Telefonzelle, installiert.“ Zu ihrer Arbeit gehörte auch die Korrespondenz mit Verlagen, um für ihre Veranstaltungen etwa auch Mundart von Christine Nöstlinger oder Prosa von Thomas Bernhard ebenso nutzen zu können wie Werke der Poetry-Slammerin Nora
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Ulla Harms ist Inhaberin der Wiener Buchhandlung Buchkontor
wegen eines ebenso alten wie grundlegenden Konzepts: der Nähe zu den Kundinnen und Kunden. „Ich glaube, ein ganz wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Bemühen unserer Mitarbeiterinnen,“ sagt Inhaber Markus Mayr und erzählt vom kürzlich erfolgten Lob einer Kundin für seine Belegschaft. Sie hatte gesagt: „Es ist wirklich unglaublich, wie ihr euch bei jedem noch so kleinen Auftrag bemüht.“ Auch Mayr hat große Freude an seinem Job: „Das Sortiment zu gestalten, über Bücher zu reden, Lesungen zu veranstalten, Kinder für das Lesen zu begeistern – alles macht unheimlich viel Spaß.“ Also hat es sich für ihn gelohnt, auf die Anfrage der damaligen Besitzer der Buchhandlung einzugehen. Diese wollten das Traditionshaus nach 147 Jahren zusperren. Nun ist aus der Tradition eine neue Erfolgsgeschichte erwachsen. Auch Sabine Weissensteiner in Linz genießt ihren Buchhandlungsalltag und schwärmt von „ganz besonderen Momenten“. Bei Lesungen fühle sich ihre Buchhandlung wie ein Wohnzimmer an, in dem sich Freunde treffen, diskutieren und einander zuhören. Einer der besonderen Momente war die Lesung zum Nachlass der Linzer Autorin Brigitte Schwaiger: „Die Schauspielerin Verena Koch und die Cellistin Anna Lang haben mit so viel Sensibilität Musikstücke und Textstellen verwoben, dass ich mich auch fast ein Jahr danach noch intensiv daran erinnere.“ Entscheidend für ihre Zufriedenheit mit dem Geschäftsverlauf sind laut Weissensteiner ihre Mitarbeiterinnen: „Sie sind Herz und Seele unserer Buchhandlung.“
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– Essenziell – Österreichischer Buchhandlungspreis
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Gomringer. Den Erfolg solcher Bemühungen um Publikum bestätigen auch die anderen preisgekrönten Buchhandlungen. Markus Mayr vom Buch-Café im Lipott-Haus hat den Anspruch, das vermeintlich langweilige Buch durch Veranstaltungen in einen interessanten Kontext zu betten und auf diese Weise auch weniger buchaffine Menschen anzusprechen. Und Michael Neudorfer ist in seiner Buchhandlung Neudorfer in Vöcklabruck der soziale Kontakt immer schon wichtig. „Wir haben den alljährlichen Kalenderabverkauf in eine Spendenaktion umgewandelt, mit der wir Patenkindern der Buchhandlung in Kaschmir und Tansania ihren Schulbesuch und eine Ausbildung ermöglichen.“ DIGITAL VERNETZT UND ZUGLEICH NACHBARSCHAFTSTREFF Wer erfolgreich eine Buchhandlung führen will, muss auch online auftreten. Das haben Ulla Harms, Inhaberin des „Buchkontor“ in Wien, und ihre Mitarbeiterinnen, die „Kontoristas“, verinnerlicht. Vor Kurzem gingen sie das Projekt einer neuen Website an. „Nicht nur einmal am Tag macht die eine oder andere Kontorista ein Foto für Instagram (@ buchkontor1150) oder Facebook“, so Harms. Gemeinsam planen sie auch Kampagnen und setzen diese im Team um. Sie haben auch ihren eigenen Hashtag: #einbuchhilftimmer. Damit können sie junge Leserinnen und Leser erreichen. „Wir versenden unsere Neuigkeiten nicht nur per E-Mail, sondern gestalten auch einen Extra-Newsletter für WhatsApp und Signal.“ Über diese Messenger-Dienste nehmen sie auch Bücherbestellungen entgegen. Das Buchkontor, 2009 im Wiener Nibelungenviertel gegründet, hat das Konzept einer Grätzelbuchhandlung erfolgreich umgesetzt. „Wir tun viel für die Nachbarschaft, locken mit unseren Veranstaltungen immer wieder Leute aus ganz Wien ins Nibelungenviertel und bemühen uns, Menschen quasi ab dem Babyalter für Bücher zu begeistern.“ Auch die Buchhandlung Büchersegler in Graz hat ihren eigenen digitalen Zugang, weil sie ihre Begeisterung für alles Haptische auch in den sozialen Medien, einem Onlineshop und einem besonderen Newsletter weitergeben möchte. In einem maritimen Stil: „Käpt’ns Notizen“ heißen die E-Mails mit Büchertipps und Veranstaltungseinladungen an ihre Kundinnen und Kunden. „Ohne das geht es nicht“, sagt Beatrice Baumann. „Allein schon die Rückmeldungen via Facebook über unsere Auszeichnung mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis waren überwältigend.“
Inhaberin Sabine Weissensteiner leitet die Buchhandlung Fürstelberger
„Seit 120 Jahren befindet sich in diesem Haus eine Buchhandlung, und das spürt man auch!“ Sabine Weissensteiner engagiert sich besonders für das junge Lesepublikum
Michael Neudorfer gründete seine Buchhandlung Neudorfer bereits 1999
„Dieses kulturelle Angebot gab es hier vor zwanzig Jahren noch nicht“ Michael Neudorfer über sein Veranstaltungsprogramm in Vöcklabruck
KULTURZENTRUM, EIGENES MAGAZIN UND FESTE
Mit einer eigenen Buchhandlung hat sich Michael Neudorfer 1999 nach zwanzig Jahren Journalismus einen lang gehegten Lebenstraum erfüllt. Er bemüht sich trotz Online-Shopping und Einkaufscenter an der Peripherie, die Innenstadt von Vöcklabruck mit am Leben zu erhalten. Die Buchhandlung hat sich von Anfang an als LiteraturNahversorger verstanden und ein regelmä-
ßiges Veranstaltungsprogramm aufgebaut. „Damit haben wir in Vöcklabruck ein brachliegendes Feld beackert. Dieses kulturelle Angebot gab es vor zwanzig Jahren hier nicht.“ Als die Buchhandlung für das Publikum der Lesungen zu klein wurde, gründete sich der Verein „4840 kulturakzente“ und kooperierte mit Neudorfer. Er hat mittlerweile eine neue Aufgabe: einen Nachfolger zu finden, denn in fünf Jahren wird er in Pension gehen. Das Buchkontor in Wien plant zum zehnten Jahr seines Bestehens ein großes Fest am 14. Juni und gibt gemeinsam mit den Buchhandlungen Seeseiten (Gewinner 2018) sowie Wetter ein eigenes Magazin heraus. „Momentan konzipieren wir das Veranstaltungsprogramm für den Herbst“, sagt Ulla Harms. „Uns wird nie langweilig!“ «
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– Schwerpunkt – Reiseliteratur
Für Sommerreiselesefieber Aktuelle Bücher zum Thema Reise: vom Wandern bis zum Urlaub im Van, von Kulturreisen bis zum historischen Hintergrund Text: Teresa Preis
Vor dem Sommer füttern neue Reiseführerformate, literarische Reiseerzählungen und beeindruckende Bildbände unser Fernweh. Ob man mit einem Van losfährt, die Bretagne oder Sonnenziele rund um die Welt erkundet oder doch auf dem eigenen Balkon blättert: Reisen macht immer Spaß, auch auf dem Papier.
zum Beispiel mit einer Rentier-Granatapfel-Pizza im Café des Kunstnernes Hus? Oder der Halbinsel Bygdøy mit ihrem englischen Landschaftsgarten, dem Lustschloss von König Oskar I., den berühmten Schiffsmuseen mit Wikingerschiffen, dem Expeditionsschiff Fram von Fridtjof Nansen, Otto Sverdrup und Roald Amundsen sowie der Kon-Tiki von Thor Heyerdahl. Auch Bergen wartet mit Historischem auf, etwa den bunten Fassaden der schmalen Häuser oder dem Geburtshaus des norwegischen Pianisten und Komponisten Edvard Grieg. Mit dem Buch ist man auf den Länderschwerpunkt Norwegen bei der Frankfurter Buchmesse gut vorbereitet.
Prag, Florenz, Oslo und Bergen Prag ist auch nach dem Buchmesse-Schwerpunkt in Leipzig eine Reise wert. Das beweist ein neuer Band im gewohnten Leineneinband des Wagenbach-Verlags „Prag. Eine literarische Einladung“, herausgegeben von Petra Knápková. Die Pragerin hat literarische Entdeckungen der tschechischen Gegenwartsliteratur und unbekannte Texte von bekannteren Autorinnen und Autoren wie Michal Ajvaz, Daniela Hodrová, Bohumil Hrabal, Eva Kantůrková, Milan Kundera und Lenka Reinerová zusammengestellt. Prag, die Heimat Kafkas, ist ein Freilichtmuseum, das mittlerweile von Touristen auf der Jagd nach billigem Bier überrannt wird. Auf jeden Prager kommen rund fünf Besucher pro Jahr. Oft gibt es in der Altstadt vor lauter Junggesellenabschieden kein Durchkommen mehr. Das Goldene Gässchen ist durch Warteschlangen verstopft. Doch das Buch zeigt nun, dass man ein paar Gassen abseits der Touristenpfade etwa im Viertel Nový Svět jene Geschichten findet, die das echte Prag ausmachen. In ein anderes Herzstück des europäischen Tourismus führt Birgit Haustedts „Florenz – Lieblingsorte“ (Insel Verlag). Die literarische Reise beginnt mit einer morgendlichen Runde über den Obst- und Gemüsemarkt samt Frühstück in einem der alteingesessenen Cafés. Darauf folgen Gartenkunst, Museen und der Kauf von regionalem Olivenöl sowie extravagantem Parfum am Nachmittag. Die Lesereise endet mit einem abendlichen Spaziergang im Dante-Viertel. Auch „Oslo und Bergen“ von Knut Hoem ist in der „Lieblingsorte“-Reihe des Insel Verlags erschienen. Während es in Bergen durch schmale, nach Seeluft duftende Gassen geht, warten in Oslo Museen und lokale Überraschungen. Wie wäre es
Paris, Riviera, Italien, Grado, Israel Saint-Germain-des-Prés in Paris hat viel Geschichte zu bieten. Schon seit Jahrhunderten sammeln sich hier rund um das Quartier Latin Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Hanns-Josef Ortheil und Lukas Ortheil nehmen die Lesenden in „Paris, links der Seine“ (Insel) auf ihre Reise mit. Es geht durch die Stadt abseits der touristischen Ecken, die noch heute in Chansons besungen wird und von Ernest Hemingway in den Skizzen „Paris – ein Fest fürs Leben“ beschrieben wurde. Eine Liebeserklärung der anderen Art kommt von Erika und Klaus Mann in „Das Buch der Riviera“ (Kindler). Im Jahr 1931 streiften die beiden durch das wilde Marseille, das mondäne Cannes und durch Monte-Carlo. Noch heute lesen sich ihre Plaudereien über Orte und Menschen, ihre bevorzugten Restaurants und die Prominenz der Zeit ganz wundervoll. Die Neuauflage enthält zahlreiche historische Fotos. Auf in den Süden geht es mit Jörg-Dieter Kogels „Im Land der Träume. Mit Sigmund Freud in Italien“ (Aufbau Verlag). Freud liebte Italien, den Duft der Zitronenbäume ebenso wie den Blick auf die Hügellandschaften der Toskana und die prächtigen Barockpaläste. Freuds eigenes Reisetagebuch ist verschwunden. Doch der Journalist Jörg-Dieter Kogel hat sich unter anderem mit Reisebriefen des Psychoanalytikers auf dessen Spuren begeben. So entfaltet sich der Zauber Italiens in neuem Glanz.
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– Schwerpunkt – Reiseliteratur
Auch Andreas Schwarz und Martha Brinek sind auf Spurensuche in Italien. Die beiden erkunden in „Gusto auf Grado“ (Amalthea) die engen Gässchen und schattigen Plätze der Sonneninsel Grado. Alte Villen und Pensionen zeugen noch heute von den glanzvollen Gästen vergangener Tage und der Bedeutung des Seebads in der Habsburgermonarchie. Neben den Villen steht die Küche der Gegend im Mittelpunkt. Denn gerade sie vermittelt in dieser „Sommerfrische“ ein ganz besonderes Gefühl von „Zuhause“. Wolf Iro, Leiter des Goethe-Instituts in Tel Aviv, beschreibt in „Nach Israel kommen“ (Wagenbach) das deutsch-israelische Verhältnis. Woher kommen die Missverständnisse? Und warum braucht es gerade angesichts des wieder unverhohlen geäußerten Antisemitismus einen empathischeren Umgang mit Israel? Iro sammelt Beobachtungen, wirft Fragen auf und beschreibt die psychologischen Muster im Verhalten gegenüber Israelis. Dabei fordert er eine kritische, aber einfühlsame und geschichtsbewusste Auseinandersetzung mit dem Land und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern.
Südtiroler Seen, Vanlife, Ostseeküstenradweg Zweimal Südtirol. Oswald Stimpfl erkundet „Pilgerwege in Südtirol. Wanderungen zu Wallfahrtsorten und Höhenkirchen“ (Folio). Bei Anja Eichelsdörfer hingegen stehen die „Seen und Wasserfälle in Südtirol. Die schönsten Wanderungen“ (Folio) im Mittelpunkt. Eichelsdörfer hat 37 Südtiroler Seen und Wasserfälle zu Fuß erwandert, darunter kleine Seen unter hohen Gipfeln wie den Laugensee oder aber größere Gewässer wie den Antholzer See. Sie gibt detaillierte Tourenbeschreibungen und nützliche Angaben zu Anfahrt, Gehzeit, Schwierigkeitsgrad und Einkehrtipps. So fällt die Planung leicht, genau wie bei Stimpfls Erkundung der Pilgerwege Südtirols. Stimpfl erzählt Geschichten von Heiligen und Schutzpatronen, vergisst aber auch nicht auf Kunstgeschichte und das jeweils passende Gasthaus fürs leibliche Wohl. Einblicke in Reisen der ganz anderen Art gibt „Die Vanlife Kultur“ (Kunth). Jahrelang sind Calum Creasey und Lauren Smith in ihrem Van durch Europa gereist. Nachdem sie dabei »
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– Schwerpunkt – Reiseliteratur
» schon eine eigene Website, ein Magazin und einen Instagram-Account befüllt haben, legen die beiden nun ein Buch vor. Es geht darin nicht nur um schöne Bilder, sondern auch um praktische Fragen: Wie ist der Vanlife-Trend entstanden? Was steckt hinter dem Wunsch, zu einfachen Formen des Lebens zurückzukehren? Vor allem auch: Welches Campermodell passt zu einem und wie findet man für sich den richtigen Zeitpunkt, diese Reise anzutreten? Schließlich wollen die beiden zum Nachahmen anstiften. Der Sehnsuchtsort Ostsee lockt immer mehr Radfahrfans an. In Kristin Grundmanns „Ostseeküstenradweg“ (Gmeiner) aus der Reihe „Lieblingsorte“ präsentiert die Autorin eine ganz besondere Strecke abseits der gängigen Wege mit Highlights zwischen Flensburg und Wismar. Auf acht Tagesetappen werden Reisende zu den besten Cafés und Hotels gebracht, zu traumhaften Stränden, Steilküsten und Orten mit spannender Geschichte. Dazu gibt es GPS-Daten, Karten und Fotos, die den praktischen Aspekt der Reise ergänzen und Lust auf Entdeckungen machen.
Walter M. Weiss bricht zur „Lesereise Marokko“ (Picus) auf. Es gibt wohl nur wenige Orte, die einen mannigfaltigeren Einfluss gesehen haben als Marokko – von Phöniziern und Römern, Arabern und Berbern, Moslems, Juden, portugiesischen, spanischen und französischen Kolonisatoren. Alle haben ihre Spuren hinterlassen, die sich heute noch finden lassen. Da sind die Geschäftsleute in den Bürohochhäusern von Casablanca, genau wie die Oasen am Rand der Sahara oder die abgeschiedenen Berberdörfer des Atlas- und des Rif-Gebirges, wo die Mehrheit der Menschen nicht lesen und schreiben kann. All jenen und noch vielen mehr begegnet Weiss auf seiner Reise. Erlesenes bietet der Wieser Verlag. „Europa Erlesen. Kalabrien“, herausgegeben von Gino Chiellino, beschreibt die Schönheit einer Bergund Meerlandschaft, die über die Jahrhunderte europäische Dichter, Reisende, Krieger und Forscher angezogen hat. Aber auch dem sich im Umbruch befindlichen Kalabrien widmet der Autor seine Aufmerksamkeit. Chiellino blickt auf die junge Generation von Weinbauern und Olivenölproduzenten, von Zitrusfrüchten- und Gemüsebauern, die Kalabriens Traditionen in eine neue Zeit führen.
Venedig, Bretagne, Lappland, Marokko, Kalabrien Auf eine „Lesereise Venedig“ (Picus) geht es mit Susanne Schaber. Kaum eine Stadt übt eine solche Anziehungskraft aus wie Venedig: Eine Schnittstelle zwischen Meer und Land sowie Orient und Okzident, in der Geschichte und Geschichten wohnen. Man liest von Seefahrern und Händlern, aber auch von Glasdesignerinnen, Künstlerinnen und Künstlern, von Ernest Hemingway und Peggy Guggenheim. Stefanie Bisping bricht zur „Lesereise Bretagne“ (Picus) auf. Noch heute ist die Bretagne ein wildes Land voller geheimnisvoller Wälder und von der Brandung umtoster Inseln. Bisping macht sich auf die Suche nach Mythen und Geschichten im Land der Kelten und findet dabei Spuren des Zauberers Merlin und der letzten Herzogin der Bretagne. Die Autorin begegnet unter anderem dem letzten Leuchtturmwärter der Insel Ouessant und dem Wächter über die Qualität des berühmten bretonischen Kuchens „kouign amann“. Hoch im Norden ist Barbara Schaefer auf einer „Lesereise Lappland“ (Picus) unterwegs. Hier gibt es keinen Massenandrang, ist es im Winter doch stockfinster und im Sommer regnerisch. Dafür gibt es Erstaunliches zu sehen – in einem Land, dessen Aussehen Selma Lagerlöf in „Nils Holgerssons wunderbare Reise“ als „ganz abscheulich“ beschreibt. Die Autorin Schaefer unternimmt unter anderem ein dreihundert Kilometer langes Hundeschlittenrennen sowie Wanderungen durch menschenleere Täler.
Oberösterreich und internationale Stadtabenteuer Andreas Schöps’ „Oberösterreich. Lieblingsplätze zum Entdecken“ (Gmeiner) präsentiert das Bundesland als vielfältiges Reiseziel mit massiven Mittelgebirgsketten, Wald- und Wiesenlandschaften, zahlreichen Flüssen und Seen sowie geschichtsträchtigen Städten. Der Autor führt an seine ganz persönlichen Lieblingsorte. Auf atmosphärischen Wanderwegen entdeckt man kulturelle wie kulinarische Highlights, Orte zur Entspannung und Familienausflugsziele. Ob Aktiv-, Wellness- oder Familienurlaub – jeder kommt hier auf seine Kosten. Für Reiselustige lohnt sich ein Blick in die neue Reihe des Michael Müller Verlags. Er bietet neue Stadtführer unter dem Motto „Stadtabenteuer“ an. Wer bald eine Reise nach Amsterdam, Berlin, Hamburg, Lissabon, New York, Prag oder Rom plant, wird hier fündig. Diana Stănescu führt durch „ihr“ Amsterdam, sei es ein KerzenscheinKonzert in der Portugiesischen Synagoge oder das Stöbern auf dem größten Flohmarkt Europas. Mit Michael Bussmann und Gabriele Tröger geht es durch Berlin, zum Beispiel auf eine anarchistische Radtour mit bis zu 3.500 Menschen und einen Essnachmittag im Thaipark. Experte für Hamburg ist Matthias Kröner. Der Reisebuchautor führt durch die Elbstadt, in den geheimen ABC-Bunker unter dem Haupt-
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– Schwerpunkt – Reiseliteratur
Die Neuerscheinungen in der Reiseliteratur schüren das Reisefieber
bahnhof und in einem Bus durch den streng gesicherten „Containerdschungel“. Renate Zöller ist nach Prag aufgebrochen und zeigt, dass die Stadt auch abseits von Bier und Karlsbrücke viel zu bieten hat, etwa die Barrandov-Studios, in denen die berühmten Märchenfilme, aber auch „Casino Royale“ gedreht worden sind. Lonely Planet ist für viele Menschen zum Synonym für Reiseführer geworden. Im Herbst veröffentlicht der Verlag eine neue fotografische Metropolenreihe: „24 H Paris“, „24 H London“ und „24 H New York“. Fotografen, die ihre Stadt lieben, zeigen ihre Bilder von bekannten wie unbekannten Ecken und Alltagsmomenten.
ten samt Empfehlungen für die besten Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants und Strände. „Unterwegs in den Alpen“ (Kunth) zeigt das Ökosystem des europäischen Gebirgszugs. Das Buch stellt Reiseziele vor, bietet einen Atlas sowie wunderbare Bilder der alpinen Landschaften und bringt die Lesenden ebenso ins Murnauer Moos wie auch ins Große Walsertal mit seinen Schluchten und Wasserfällen. Im Bildband „Unterwegs in Österreich“ (Kunth) wird die ganze Vielfalt Österreichs dargestellt: vom Neusiedler See bis zum Bodensee über Almidyllen, Dreitausender, mittelalterliche Burgen und Hüttenzauber bis zu den Kaffeehäusern der Metropole Wien. „Legendäre Roadtrips“ nennt sich der Bildband des Lonely Planet Verlags. Die 50 spektakulärsten Straßen der Welt gibt es im On-the-Road-Kompendium zu bestaunen, darunter die süditalienische Küstenstraße Amalfitana ebenso wie die Ho-ChiMinh-Straße in Vietnam oder die Schwarzwaldhochstraße. Die Fotos werden von persönlichen Reiseberichten, illustrierten Karten und praktischen Tipps für die Reise ergänzt. «
FOTO: SHUTTERSTOCK
Sonnenziele, Alpen, Österreich, Traumstraßen Der neue Bildband aus dem Kunth Verlag bringt „Summertime. 52 Sonnenziele rund um die Welt“. Man erfährt von Tempelanlagen, aber auch von einer palmenbewachsenen kleinen Insel auf den Malediven. Ein Reisebegleiter zu sonnenverwöhnte Inseln und warmen Küstenor-
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– Bestseller März 2019 –
Empfehlungen Familienepos im Dreivierteltakt Drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren; Bärenforscher, die die Zeit anhalten möchten; und die Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht. „Rückwärtswalzer“ – Vea Kaiser. Kiepenheuer & Witsch
Kleinstadtidylle – oder nicht? Freundin weg, Job verloren, Wohnung gekündigt. Ein mysteriöser Anruf lenkt David Bauer ab und wird zu einem obsessiven Horrortrip zwischen Wahn und Wirklichkeit. „Nette Leute mit Hunden“ – Manfred Koch. Gmeiner
Durch die Sexhotline zur Liebe finden Hospiz-Krankenpfleger Gottlieb ist Single, lebte bis vor Kurzem bei seiner Mutter und hat auch sonst einen eher tristen Alltag. Bis er über eine Sexhotline Maries Stimme hört. „Kaschmirgefühl“ – Bernhard Aichner. Haymon
Reise mit unbekanntem Ziel Ein Mann und eine Frau, die nichts miteinander zu tun haben, machen sich zusammen auf die Suche nach dem Einzigen, was sie im Leben gemeinsam haben: ihre Tochter. „weg“ – Doris Knecht. Rowohlt
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Hoferissimo 2019/20 Haymon Verlag € 7,99 PETRA BRACHT Intervallfasten Gräfe und Unzer € 11,99
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Werner Gamerith
Wienerwald
Naturjuwel zwischen Stadt und Gebirge Der Wienerwald ist einer der vielfältigsten Naturräume Europas. Tauchen Sie ein in eine Waldkulisse, deren Geheimnisse und Schönheit Generationen von Dichtern, Musikern und Malern inspiriert hat. 364 farb. Abb., 2 Übersichtskarten gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7022-3729-5 216 Seiten, € 34.95
JOHN STRELECKY Wiedersehen im Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 10,20
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DIE GRÜNE LUNGE WIENS
DTV Verlagsgesellschaft
NEU
€ 8,30
P. A. STRAUBINGER, M. FENSL, N. KARRÉ Der Jungbrunnen-Effekt Kneipp Verlag (Styria) € 22,00 BAS KAST Der Ernährungskompass – Das Kochbuch C. Bertelsmann € 22,70
PETRA BRACHT Intervallfasten Gräfe und Unzer € 15,50 STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash € 15,50 ALEXANDRA REINWARTH Das Leben ist zu kurz für später MVG Verlag € 17,50 ANTHONY WILLIAM Mediale Medizin Arkana € 25,70 MATHIAS K. THUN Aussaattage 2019 Maria Thun® J. Aussaattage M. Thun € 9,30 THOMAS BREZINA Die Freude Notfall Apotheke Edition A € 17,00 JOHN STRELECKY Folge dem Rat deines Herzens und du wirst bei dir selbst ankommen DTV Verlagsgesellschaft € 14,40 CHRISTINA BAUER Backen mit Christina Löwenzahn € 24,90
Bestellen Sie zu Reisekonditionen bei: Mohr Morawa Buchvertrieb | A-1230 Wien Tel. +43 (0) 1 680 14 -5 | Fax: +43 (0) 1 688-71 -30 bestellung@mohrmorawa.at
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– Bestenliste April 2019 –
Für den Buchhandel!
Bestenliste April 2019 Die ORF-Bestenliste
Sachbücher des Monats
1.
1.
KARL-MARKUS GAUSS
ALEIDA ASSMANN
Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer
Der europäische Traum C. H. Beck
Zsolnay
2.
2.
LOTHAR MÜLLER
SIRI HUSTVEDT
Freuds Dinge Die Andere Bibliothek
Damals Rowohlt
3.
3.
SEBASTIAN RÖDL
SLOBODAN ŠNAJDER
Selbstbewußtsein und Objektivität
Die Reparatur der Welt Zsolnay
4.
Suhrkamp (stw) t
Geistergeschichte Droschl
WILLI WINKLER
4.
LAURA FREUDENTHALER
5.
Das braune Netz Rowohlt Berlin
Herkunft Luchterhand
STEPHEN SMITH
6.
Nach Europa! Edition.fotoTAPETA
Enteignung S. Fischer
HARRY GRAF KESSLER
7.
Das Tagebuch 1880–1937
5.
SAŠA STANIŠIĆ
6.
REINHARD KAISER-MÜHLECKER
Cotta Verlag
ANNIE ERNAUX
7.
Der Platz Suhrkamp
8.
JAMES BALDWIN
Nach der Flut das Feuer dtv
9.
GERHARD FRITSCH
Man darf nicht leben, wie man will Residenz
10. ex aequo: FLORJAN LIPUŠ Schotter Jung und Jung
10. ex aequo: DŽEVAD KARAHASAN
Die Liste „Sachbücher des Monats“ wird durch ExpertInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
Ein Haus für die Müden Suhrkamp
Marktdaten März 2019
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Alles könnte anders sein S. Fischer
8. LAURA WIESBÖCK
In besserer Gesellschaft Kremayr & Scheriau
9. PETER BERTOLD
Unsere einzigartige Vogelwelt Frederking & Thaler Verlag
10. GEORG CREMER
Deutschland ist gerechter, als wir meinen C. H. Beck
Im Vergleich zum Vorjahresmonat.
-11,2 % -14,8 % +4,2 % Umsatz
HARALD WELZER
Absatz
Preis
Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.
Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.
Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und BuchhändlerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.
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– Klassiker – neu entdeckt
Mann
Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein
HERMAN MELVILLE (1819–1891) DIE GROSSE KUNST, DIE WAHRHEIT ZU SAGEN Herman Melville (1819-1891), Klassiker in Sachen Seefahrerei und metaphysische Abenteuer aller Art, der heuer seinen zweihundertsten Geburtstag feiert, ist immer wieder neu zu entdecken. „Die große Kunst, die Wahrheit zu sagen. Von Walen, Dichtern und anderen Herrlichkeiten“ zeigt ihn als Verfasser von Zeitungsartikeln, Vorträgen und Gedichten aus sämtlichen Lebensabschnitten von einer weniger bekannten Seite. Der zweiundzwanzigjährige Spross eines New Yorker Handelshauses heuerte nach dessen Bankrott bei einem Walfänger an – es folgten Desertion und vier Jahre Flucht über Tahiti, Chile und Hawaii zurück nach New York. Eine Erfahrung, auf die Amerikas größter Schriftsteller immer wieder zurückgreifen sollte. Eine erste literarische Skizze handelt von Walfang und florierender Walindustrie: „Meine jungen Freunde, stellt euch nur mal vor, ihr wäret zum ersten Mal in einem offenen Boot auf der Jagd nach einem der ölhaltigen Monstren. … Er muss bekämpft und getötet werden.“ Melville polemisiert gegen zeitgenössische Darstellungen der Indianerstämme zwischen Missouri und Rocky Mountains als bloße „Wilde“. Einem Verleger empfiehlt er spöttisch, die „Abenteuer eines Sportseglers“ einzustampfen: „Das
Buch ist eine Missgeburt, der bloße Rumpf eines Buches, ohne Kopf, Arm oder Beine.“ Seine eigenen, in rascher Abfolge im Lauf eines Jahrzehnts entstandenen zivilisationskritischen Romane entsprechen ganz der patriotischen Forderung, die er bei Autorenkollegen wie Nathaniel Hawthorne oder J. F. Cooper eingelöst sieht: „Glaubt mir, meine Freunde, heute werden am Ufer des Ohio Menschen geboren, die nicht viel weniger wert sind als Shakespeare.“ Allein seinem Hauptwerk „Moby Dick“, dem monomanischen Kampf des verkrüppelten Kapitäns Ahab mit einem weißen Wal, bleibt die Anerkennung als Weltliteratur bis ins 20. Jahrhundert versagt. Sein Verfasser hält zwecks Gelderwerb Vorträge – etwa über klassische Statuen in Rom – wiederum mit deutlichen Spitzen gegen fortschrittsbegeisterte Zeitgenossen: „Alle Geschäftsleute im modernen London haben zusammen nicht genug in ihren Tresoren, um einen neuen Apoll zu erschaffen. Wenn das Kolosseum den Bestand römischer Ideen bezeugt, was bezeugt dann ihr Kristallpalast?“ Zuletzt verdient Melville seinen Lebensunterhalt als Zollinspektor im New Yorker Hafen und schreibt gegen Alter und Vergänglichkeit Gedichte. „Kühnheit und Ehrfurcht sind zusammenzufassen, / Sind im Kern zu verschmelzen in mystischem Dunst: / Im Kampf mit Jakobs Engel – Kunst.“ Und: „Moby Dick“, „Bartleby der Schreiber“, „Benito Cereno“ und „Billy Budd“ – sie mögen wiedergelesen werden!
Das sagen die Verleger:
„Bevor Sie noch einmal ‚Moby Dick‘ lesen, sollten Sie sich ein Bild ‚Von Walen, Dichtern und anderen Herrlichkeiten‘ machen“ Anna und Jochen Jung
Herman Melville: „Die große Kunst, die Wahrheit zu sagen. Von Walen, Dichtern und anderen Herrlichkeiten“. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann, Jung und Jung, 2019
FOTO: JUNG & JUNG
Wal versus
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Leo Text: Elisabeth Stuppnig Foto: Nini Tschavoll
Buchhandlung Leo Am Lichtensteg 1 1010 Wien
Ulla Remmer & Susanne Remmer E s herrscht eine freundliche Atmosphäre in der Buchhandlung der Remmer-Schwestern unweit vom Stephansdom. Von der hohen Decke des Altbaulokals hängen Stoffsackerl. „Die hat meine Nichte aufgehängt“, sagt Ulla Remmer mit Blick zu ihrer Schwester Susanne. Deren Tochter tummelt sich wie einst die beiden Remmer-Schwestern schon von Kindesbeinen an in der Buchhandlung. Beide Schwestern sind ausgebildete Buchhändlerinnen, Susanne stieg schon neunzehnjährig ins Geschäft ein, Ulla studierte vergleichende Sprachwissenschaft. Ihre Augen glänzen, wenn sie von der Geschichte ihres Geschäfts erzählt. Die Buchhändlerin und Sprachwissenschaftlerin hat anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der Buchhandlung Leo vor zwei Jahren eine eigene Publikation herausgegeben. Die Buchhandlung wurde 1817 vom Verleger Karl Koningen gegründet und war jahrzehntelang gegenüber der Oper im Heinrichhof ansässig. 1897 hatte der
Großvater der Remmer-Schwestern in der Buchhandlung zu arbeiten begonnen. 1951 verlegte ihr Vater Klaus Remmer die Buchhandlung auf den Liechtensteg beim Hohen Markt. Heute finden sich Romane, Austriaca, Ausgefallenes und Traditionelles, Biografien, Geschichte, Zeitgeschichte und Reiseliteratur, aber auch Kinder- und Jugendbücher sowie Antiquarisches in den hölzernen Regalen der gemütlichen Traditionsbuchhandlung. Ratgeber, Wellness und Gesundheitsliteratur
„Wir haben schöne und ausgewählte Bücher“
gibt es keine, dafür umso mehr Natur- und Gartenbücher. „Heute werden Ratgeber oder Kochbücher seltener nachgefragt“, erklärt Ulla Remmer. Das sei einer der Gründe, weshalb sich das Sortiment gewandelt hat. „Wir haben vielleicht weniger als andere, aber dafür schöne und ausgewählte Bücher“, sagt Susanne. Auch das Team ist heute wesentlich kleiner als früher: Insgesamt drei TeilzeitMitarbeiterinnen unterstützen die Schwestern im Verkauf. Während Susanne täglich im Geschäft steht, kümmert sich Ulla um Lesungen und neue Initiativen. „Ulla ist eindeutig die Networkerin von uns beiden, sie setzt Ideen um, ich erledige lieber die Arbeit im Geschäft.“ Die Schwestern sind auch privat eng miteinander verbunden: Die Sommer verbringen sie mit ihren Familien gemeinsam im niederösterreichischen Greifenstein. „Das ist unser persönliches Paradies“, sagt Ulla. Und Susanne ergänzt: „Schon unser Großvater und Vater waren Sommer-Greifensteiner. Eine der viele Traditionen, die wir fortführen wollen.“
Susanne Remmer
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlagsvertreter von Random House
Christian Emminger
Text: Tobias Schmitzberger Fotos: Christopher Mavrič
„Heute könnte ich mir nicht mehr vorstellen, in vier Wänden eingesperrt zu sein“
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lles fügt sich“, lautet das Lebensmotto von Christian Emminger. Aber etwas Vorbereitung schadet trotzdem nicht. Als wir uns zum Gespräch treffen, hat der 56-Jährige einen DIN-A4-Zettel voller Notizen vor sich liegen. Darauf steht etwa, wo er wann arbeitete, auch sein Motto hat er notiert. Allerdings schaut er dann nur selten auf den Spickzettel. Als Vertreter der Verlagsgruppe Random House ist er es gewohnt, kurz und knackig zu präsentieren. Nur redet er diesmal nicht über Bücher, sondern über sich selbst. Seit vierzig Jahren ist er in der Buchbranche. 1978 begann er eine Lehre in einer Buchhandlung und arbeitete dann bei Morawa. 1989 entschied er sich für den Außendienst und wurde Verlagsvertreter. „Heute könnte ich mir nicht mehr vorstellen, in vier Wänden eingesperrt zu sein“, sagt er. Nach einigen Stationen landete er 2006 bei Random House als einer von acht Verlagsvertretern des Unternehmens in Österreich. Stressig ist es oft, Emminger muss viele Termine unter einen Hut bringen. Hin-
zu kommen Fortbildungen – am Tag nach dem Gespräch fährt er nach München. Aber er schätzt es, viele Buchhändlerinnen und Buchhändler zu treffen. „Viele begleite ich schon seit Langem, kenne ihre Persönlichkeiten und Geschäfte. Mit der Zeit bildet sich ein Vertrauensverhältnis.“ Das hilft bei der Beratung: Er kann so abschätzen, ob ein Titel zu einer Buchhandlung passt oder nicht. Seit Kurzem ist Emminger auch beim HVB. „Mir ist wichtig, dass die Branche ein gemeinsames Rückgrat hat.“ Insbesondere die Bewahrung der Buchpreisbindung ist ihm ein Anliegen. Eine Abschaffung, wie sie 2007 in der Schweiz geschehen ist, müsse verhindert werden. „Ein Verband wie der HVB ist nur so stark wie jene, die daran mitwirken. Deshalb bin ich bewusst beigetreten, obwohl ich viele Jahre kein Mitglied war.“ Auch wenn die Situation der Branche gerade schwierig sei, blickt Emminger optimistisch in die Zukunft. „Die Menschen suchen wieder das Haptische“, sagt er. Als Beispiel nennt er Schallplatten aus Vinyl, die zum Trend wurden. „Da lebt etwas Totgesagtes wieder auf.“ Auch bei Büchern werde es eine Renaissance geben. Und „Buchhandlungen sind Leuchtfeuer unserer Kultur. Jede Buchhandlung, die schließen muss, ist ein Verlust.“ Anders als im Internet, wo Bücher oft von Algorithmen vorgeschlagen werden, entdecken Menschen im Laden Bücher auch durch glücklichen Zufall oder dank der Tipps von Buchhändlern. „Der Handel ist eine Drehscheibe der Kommunikation. Das ist gut, denn wir Menschen sind soziale Wesen“, sagt der Verlagsvertreter. Und Menschen wie Christian Emminger suchen diese Kommunikation mit anderen auch beruflich ganz besonders.
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Residenz Verlag
Claudia Romeder
Text: Tobias Schmitzberger Fotos: Christopher Mavrič
„Ich habe nie die Ehrfurcht und den Respekt vor dem kreativen Prozess einer Autorin oder eines Autors verloren“
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üsste man Claudia Romeders Beruf in einem Satz zusammenfassen, wäre der folgende nicht schlecht. „Ich bin die Geburtshelferin eines Buches“, sagt die Verlegerin. Bücher spielten bei ihr schon im Kleinkindalter eine große Rolle, die Mutter las ihr oft vor: „Wenn sie sich verlesen hat, habe ich sie korrigiert, denn die Geschichten habe ich auswendig gekannt.“ Welche es waren, will sie nicht verraten. Bevor sie Verlagsleiterin beim Residenz Verlag wurde, machte sie eine längere Reise. Eigentlich mehrere Reisen, denn die 50-Jährige war viel unterwegs. So studierte sie etwa ein halbes Jahr in Buenos Aires, Argentinien, Vergleichende Literaturwissenschaften und Spanisch. Danach wurde sie der Literatur „halb untreu“, ging als Dramaturgie-Assis-
tentin ans Burgtheater und stieg dort zur Dramaturgin auf. Später arbeitete sie für das Grazer Schauspielhaus, auch 2003, als Graz Kulturhauptstadt war. „Es war aber klar, dass ich das nicht für immer machen will.“ Mittlerweile sehnte sie sich zur Literatur zurück. 2004 begann sie im Residenz Verlag zu arbeiten, 2010 wurde sie Verlagsleiterin. Dennoch ist ihr das Theater bis heute nah: Unmittelbar vor der Haustür des Verlagsbüros residiert in einem engen, ruhigen Gässchen des ersten Wiener Gemeindebezirks das Theater Drachengasse. Was war die größte Umstellung vom Theater zum Verlagswesen? Die Urlaubszeit. Als Dramaturgin hatte Romeder während der Sommerpause zwei Monate frei und konnte lang herumreisen. Nun sind aus den zwei Monaten zwei Wochen geworden, was ausgedehnte Reisen unmöglich macht. „Aber das ist mir der Beruf wert.“ Denn: „Ich habe nie die Ehrfurcht und den Respekt vor dem kreativen Prozess einer Autorin oder eines Autors verloren.“ Die Zusammenarbeit mit Schreibenden sei „beglückend“. Eine dieser Autorinnen war Christine Nöstlinger. Die im Juni 2018 verstorbene Nöstlinger war schon vor Jahren über Cornelia Hladej und den Nilpferd Verlag zu Residenz gekommen. Das erste Treffen mit ihr beschreibt Romeder als etwas einschüchternd. „Sie wirkte auf den ersten Blick sehr grantig.“ Doch mit der Zeit entwickelte sich ein intensiveres Verhältnis zwischen Verlegerin und Autorin, besonders durch die Zusammenarbeit an Nöstlingers 2013 erschienener Autobiografie „Glück ist was für Augenblicke“. „Christine Nöstlinger“, sagt Romeder, „ist eine lebensbegleitende Autorin für mich.“ Denn schon als Kind hatte sie ihre Bücher gelesen. Am 9. April 2019 ist im Residenz Verlag „Ned, dasi net gean do warat“ erschienen: Gedichte aus Nöstlingers Nachlass, von ihrer Tochter Barbara Waldschütz illustriert. Menschen sterben, doch ihre Texte nicht, wenn Verlegerinnen und Verleger ihre Arbeit gut machen.
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Galerie & Auktionshaus Hassfurther
Text: Elisabeth Stuppnig Foto: Stefan Knittel
Wolfdietrich Hassfurther I
ch gelte als fleißigster Kunsthändler und Antiquar Österreichs. Wahrscheinlich stimmt das auch. Ich liebe meinen Beruf.“ Seit vierzig Jahren ist Wolfdietrich Hassfurther mit seiner Galerie unweit der Wiener Staatsoper eine bekannte Institution in der Wiener Kunst- und Auktionsszene. Schon als Kind war Hassfurther von allem fasziniert, das mit Geschichte und Kultur zu tun hat. Er besuchte ein humanistisches Gymnasium in Wien, nach der Matura 1962 studierte er auf Empfehlung seines Vaters, eines Wiener Juristen, Jus. Abgeschlossen hat er das Studium aber nie, erzählt er: „Die Leidenschaft für Kunst und Antike war zu groß.“ Es gibt viele Erfolge, auf die Hassfurther stolz ist: Etwa als er eine aus alten Musikinstrumenten, Erstausgaben Barockkammermusik und Autografen bestehende Sammlung eines Wiener Philharmonikers weitervermittelte. Auch für den Autografennachlass von Karl Kraus oder für Briefe und Manuskripte von Komponisten wie Mozart und Beethoven erzielte Hassfurther hohe Summen. Erst vor einem Jahr versteigerte Hassfurther fünf Autografen von Schubert, zwei Briefe und drei Manuskripte.
Arbeitete Hassfurther zunächst ausschließlich als Antiquar und Autografenhändler, wollte er sich bald vermehrt auf bildende Kunst konzentrieren, denn: „Es fehlten mit der Zeit die adligen und bürgerlichen Bibliotheken.“ Die erste von Hassfurther initiierte Kunstauktion war jene zum Schaffen von Alfons Walde. Für das Werk des Tiroler Malers hat Hassfurther ein besonderes Faible: „Die Hauptwerke von Albin Egger-Lienz und Alfons Walde sind grandiose Archetypen der Tiroler Kulturlandschaft.“ Trotz aller Liebe zur Kunst und Antike – privat ist Hassfurther kein Sammler, wie er sagt: „Zuhause will ich meine Ruhe haben. Ich benutze meine Wohnung nur zum Schlafen.“ Steht er nicht im Geschäft, so findet man Hassfurther in einem der zahlreichen
Galerie & Auktionshaus Hassfurther Hohenstaufengasse 7
„Es fehlte mit der Zeit an adligen und bürgerlichen Bibliotheken“ Wiener Kaffeehäuser, am liebsten im Café Landtmann: „Ich liebe Süßes, und der Landtmann hat nicht nur tollen Kaffee, sondern für mich auch den besten Apfelkuchen mit Vanillesoße.“ Der Arbeitsalltag beginnt für Hassfurther um neun Uhr. Mit ihm arbeitet eine Assistentin in der Galerie, für den Versand der rund 7.000 Kataloge stehen ihm zusätzliche Aushilfen zur Seite. Trotzdem ist das Arbeitspensum nur schwer zu bewerkstelligen, daher sucht Hassfurther nach einer weiteren Arbeitskraft. Wie es mit der Nachfolge aussieht, ist unklar. Kinder hat Hassfurther keine, denn: „Ohne große Liebe soll man nicht heiraten. Die große Liebe waren bei mir eben immer andere Dinge.“
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„Großvater war Inspektor bei der Bundesbahn. Und hat mir Homer auf Griechisch aufgesagt, wovon ich kein Wort verstand“
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Renate Welsh
Schriftstellerin Renate Welsh in ihrer Wohnung in Wien
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– Selbstredend –
„Vamperl“
ist kein Märchen! RENATE WELSH, VERFASSERIN U. A. DES „VAMPERL“, GILT ALS BEDEUTENDSTE ÖSTERREICHISCHE KINDERBUCHAUTORIN DER GEGENWART. HIER ERZÄHLT SIE, WIE ES DAZU GEKOMMEN IST Interview: Erich Klein
R
enate Welsh, 1937 in Wien geboren, begann erst mit dreißig zu publizieren. Seither hat sie rund siebzig Bücher veröffentlicht und ist eine der erfolgreichsten Autorinnen von Kinder- und Jugendbüchern der Zweiten Republik. Eines ihrer zentralen Themen ist die Frage nach Gerechtigkeit. Bekannt wurde Welsh mit Jugendbuchklassikern wie „Johanna“ oder dem Publikumserfolg „Das Vamperl“. Kürzlich wurde „In die Waagschale geworfen“ wieder aufgelegt, „Geschichten von unten“ aus der Zeit des Nationalsozialismus. Der anzeiger traf die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete 82-jährige Autorin in ihrer Wohnung im siebten Bezirk in Wien. Hier finden auch jene „Vamperl“ Platz, die sie von ihren jugendlichen Fans zugeschickt bekommt. „In die Waagschale geworfen“, Ihr Buch über österreichische Widerstandskämpfer und Nazigegner, ist neu aufgelegt und ergänzt worden. Der kommunistische Widerstand kommt darin besonders prominent vor … Renate Welsh — Es kommen nicht nur Kommunisten vor, doch der kommunistische Widerstand war tatsächlich am besten organisiert. Wobei ich glaube, dass die Kommunisten in der Zeit von 1938 bis ’45 nicht unbedingt mit den Kommunisten nach 1945 gleichzusetzen sind. Viele waren von der Haltung der Sozialdemokratie im Bürgerkrieg und von Otto Bauer enttäuscht. Bei der Beurteilung dieser Menschen muss man vorsichtig sein. Ich war jedenfalls dankbar, dass Menschen aus dem Widerstand bereit waren, mit mir zu reden – ich habe mich dadurch sehr aufgewertet gefühlt. Sie waren zur Zeit des Nationalsozialismus ein Kleinkind. Wie kam das Buch überhaupt zustande? Welsh — Es hat sehr viel mit meiner Biografie zu tun. Wie alle Dinge, die wirklich
Bedeutung und Wirkung haben, ist sie nicht einfach gradlinig erfolgt – viele verworrene Wege führten letztlich zu einer bestimmten Haltung. Zum Teil hat es damit zu tun, dass ich ein schwieriges, einsames und sehr schuldgeplagtes Kind war. Nach dem Tod meiner Mutter glaubte ich in einer typischen Mischung aus Allmachts- und Ohnmachtsfantasie, daran schuld zu sein. Die Erwachsenen waren keine Hilfe, weil sie damals selbst allzu verstört waren. Wie alt waren Sie, als Ihre Mutter starb? Welsh — Vier. Zum Begräbnis war die ganze Familie da, auch Verwandte aus Polen, von wo meine Großmutter stammte. In dieser aufgewühlten Situation habe ich registriert, dass Tante Hanka irgendwie anders weinte als die anderen. Ich habe damals zum ersten Mal von Judenverfolgung gehört. Ich hockte unter dem Tisch und hörte Tante Hankas Erzählung vom Einmarsch der Deutschen in Przemyśl. Sie hatte gesehen, wie ein deutscher Soldat einer jüdischen Mutter das Kind aus dem Arm riss und dessen Kopf an einer Mauer zertrümmerte. Dieses Bild, von dem ich wenig verstand, hat sich in meinem Kopf festgebrannt. Haben Sie weitere Erinnerungen an diese Zeit? Welsh — Mein Vater hat ein Dreivierteljahr später meine Stiefmutter geheiratet. Ihr Vater war Schuldirektor und Nazi. Er hat mich gehasst und ich ihn. Er war mein Feind. Wenn ich davon schreibe oder spreche, will ich keinesfalls in Anspruch nehmen, was andere mitgemacht haben und wovon ich nur am Rande gestreift worden bin. Aber die ganze Situation führte bei mir zu einem stark ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Gab es auch schöne Momente in der Kindheit? Welsh — Ich hatte einen Großvater, der Vater meiner Mutter, der mich geliebt hat. Er
starb, als ich acht Jahre alt war. Er war ein kleiner Bahnbeamter, aber Humanist im besten Sinn des Wortes. 1942 und ’43 hat er mir Mendelssohn am Klavier vorgespielt sowie alle Mozartopern. Bei Spaziergängen am Roten Berg hat er Heine-Gedichte deklamiert. Es gab in seinem Leben eine Episode, auf die ich sehr stolz bin. Er war mit Ignaz Seipel am Gymnasium. Bei einer Veranstaltung der Eisenbahner sah der ihn und sagte zu ihm: „Alfred, was machst du hier?“ Der Großvater antwortete: „Ich arbeite hier.“ Seipel schlug ihm vor, am nächsten Tag zu ihm ins Büro zu kommen, man werde sicher eine bessere Arbeit für ihn finden, Darauf erwiderte mein Großvater: „Ignaz, ich danke dir für deine gute Meinung, aber ich habe Protektion immer für etwas Schändliches gehalten. Und von dir lasse ich mich schon recht nicht protegieren.“ So blieb er Inspektor bei der Bundesbahn. Und hat mir Homer auf Griechisch aufgesagt, wovon ich kein Wort verstand – aber es war so schön! Was waren Beruf und politische Einstellung Ihres Vaters? Welsh — Er war praktischer Arzt in Ober St. Veit und Bahnharzt in Simmering. Vor allem war er stolz darauf, ein Tandler-Schüler zu sein. Während des ganzen Kriegs hat er Frau und Kinder seines Assistenten, der im KZ Mauthausen war, besucht und ihnen Essen vorbeigebracht. Zugleich war Papa aber bei der NSDAP, weil er sonst seine Stelle verloren hätte. Er war entsetzlich elitär – der Grund, warum ich mich mit ihm ständig gestritten habe. Er war überzeugt, es kommt alles auf die Vererbung an. Ich hingegen sagte, wenn man nur ein Prozent verändern kann, ist das schon Grund genug, etwas zu verändern. 1968 verstärkte sich mein Standpunkt, weil ich da das Gefühl hatte, nicht allein von der Notwendigkeit zu sprechen, Dinge zu verändern. Vater behauptete: „Du »
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stemmst dich immer gegen alles, was ich gemacht habe. Es mag ja sein, dass jemand in seinem Leben bessere Chancen hat, aber umso mehr verantwortlich ist er dafür, was er daraus macht. Du aber willst Gleichmacherei betreiben.“ Tatsächlich wollte ich nicht die Geschichte meiner Familie übernehmen und lehnte ab, woher ich kam. Andererseits wollte ich auch irgendwo dazugehören. Christine Nöstlinger hat immer gesagt: „Du mit deinen bürgerlichen Restbeständen musst ja so verdammt moralisch sein!“ Das bezog sich auf meine Pünktlichkeit und dergleichen. Bürgerliche Restbestände hieß: Die hat keine proletarische Herkunft.
Beschäftigen Sie diese Fragen immer noch? Welsh — Lange Zeit habe ich gedacht, all das sei abgeschlossen. Bei kurzen Geschichten, an denen ich gerade schreibe, bemerke ich, dass dem gar nicht so ist! So fiel mir ein, dass ich mit fünfzehn unbedingt einen Everglaze-Rock wollte. Eines Tages erzählte ich meinem Großvater davon und der sagte nur: „Eine Redtenbacher braucht so etwas nicht!“ Ich dachte mir damals: „Aha, dann bin ich keine richtige Redtenbacher! Ich brauche das!“ (lacht) Es ging ständig um Konsumverzicht. Außerdem war meine Stiefmutter sehr preußisch – vermutlich deshalb recherchiere ich auch so gern! Ist Ihre Beschäftigung mit Widerstandkämpfern auch eine Auseinandersetzung mit Ihrer Herkunft?
„Der menschenverachtenden Politik, die wir gerade erleben, muss notwendig etwas entgegengesetzt werden“ Renate Welsh
Welsh — Ich habe beim Schreiben an den kleinen Häkchen die großen Haken festgemacht. Auf seine Weise hat der Vater sogar ein klein wenig Widerstand geleistet. Aber er war halt einer von den Menschen, die den Intellekt überbewerten. Auch war er kein guter Demokrat. Er wusste immer, was für die Menschen das Beste ist … Und wäre nicht begeistert darüber, dass ich mich für obdachlose Alkoholiker engagiere. Vermutlich bloß Zeitverschwendung für ihn. Er bezeichnete sich übrigens als „Bader aus Ober St. Veit“. Ihre Kindheitslektüre? Welsh — Ich las alles, was sich im elterlichen Bücherschrank fand. Die Glasscheiben waren teilweise zerbrochen, weil eine der letzten Bomben auf Wien auch unsere Wohnung gestreift hat. Tante Emmy gab mir „Gockel, Hinkel und Gackeleia“ oder Erich Kästner. Aber ich las alles, was ich erreichte, gänzlich wahllos. Mit zehn habe ich Goethes „Wahlverwandtschaften“ gelesen und nichts verstanden. Ich hielt es für ein Buch über Gartenbau. Damals las ich auch die „Reden Buddhas“ unter der Bettdecke und verdarb mir die Augen. Begleitete ich meinen Vater bei Hausbesuchen, las ich die Hausordnungen. Ich wusste von allen Häusern in Ober St. Veit, wann man dort am Gang die Schuhe putzen durfte. Sobald ich etwas Gedrucktes sah, las ich es. Sie waren eine Zeit lang in Portland, USA. Wie kam es dazu?
Welsh — In der sechsten Klasse erzählte jemand, man könne sich als Vorzugsschülerin für ein Amerikastipendium bewerben. Ich war erst fünfzehn und weil es ein Mindestalter gab, dachte mein Vater, die werden mich sicher nicht nehmen, und sagte, ich solle mich ruhig bewerben. Dann bekam ich das Stipendium – großes Entsetzen in der Familie. Aber sie mussten immerhin ein Jahr lang nichts für mich bezahlen. Das American Field Service übernahm alle Kosten: von der Fahrt nach Rotterdam über das Schiff nach Amerika bis zur Rückkehr nach Wien. Für mich war es die große weite Welt und wahnsinnig spannend, auch wegen der anderen Jugendlichen. Zum erneuten Entsetzen der Familie schrieb ich begeistert nach Hause, es gäbe Buben in meinem Alter, die keine Idioten sind (lacht). Ich kannte ja keine Buben. Meine Freundinnen hatten alle nur Schwestern. Die Überfahrt war schön – am Schiff erlebten wir einen Hurrikan und fuhren so drei Tage länger. Ich sah zum ersten Mal, wie der Mond wie eine Rakete hochsteigt und dann ins Wasser fällt. Und wir durften viel essen – 1953 waren alle noch ziemlich ausgehungert. Wir spielten den ganzen Tag Tischtennis oder lagen auf dem Bauch und redeten über Gott und die Welt. Es waren die lustigsten vierzehn Tage meines Lebens. Und wie war Amerika? Welsh — Die Familie war sehr nett. Ich ging in eine Klosterschule und schrieb nach Hause: „Ich glaube, die amerikanischen Katho-
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Haben Sie sich dafür ernsthaft geniert? Welsh — Oh ja! Dabei waren wir innerhalb der Familie stets die Armen. Trotz einer relativ großen Praxis hat es der Vater nie zu viel Geld gebracht. Als Elfjährige habe ich mein eigenes Taschengeld verdient. Ein jüngerer Bruder meines Vaters war Zahnarzt: Der reiche Teil der Familie, der mit den Reichen und Schönen verkehrte. Ich wollte mit dieser Mischpoche nichts zu tun haben (lacht). In der Familie herrschte ein ganz intensives Leistungsbewusstsein. Ich war Vorzugsschülerin, habe mich aber dafür geschämt. Meine Bürgerlichkeit war eigenartig, passte nirgendwo hin. Als Weltverbesserer kam ich mir furchtbar schlecht vor, war dabei aber auch ein bisschen überheblich. Alles sehr durcheinander und komisch: Man durfte nie Ansprüche stellen, hatte etwas zu leisten. Wenn ich mich über meine Stiefmutter oder über meine Schwestern beklagt habe, sagte der Vater: „Ich habe dir ziemlich viel Hirn vererbt, pass auf, du bist die Gescheitere, du musst zurückstecken!“
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Kontinent Kinderbuch liken sind die Schwiegermutter vom Papst“ (lacht). Es war kein liberaler Katholizismus, wie ich ihn von zuhause kannte. Doch Vater fand es richtig, dass wir am Sonntag in einen Gottesdienst gingen. Es wäre ihm eine Synagoge auch recht gewesen. Als ich vor meiner Gastfamilie einmal Nietzsche zitierte, dachten sie, den Teufel im Haus zu haben (lacht). Über die Nachricht, dass mich ein Bub von einem College zum Schwimmen eingeladen hatte, waren sie nicht weniger entsetzt: „Ja, weiß du nicht“, hieß es, „dass fünf der Lehrer aus diesem College zum Komitee für unamerikanische Umtriebe vorgeladen sind?“ Mein Pflegevater meinte: „Ich weiß nicht, wie wir das vor deinem Vater verantworten können.“ Ich habe ihm erwidert, dass mich mein Vater in Wien sogar zu einem kommunistischen Friseur schicke und ein kommunistischer Haarschnitt wohl weitgehendere Folgen als ein Bad in einem kommunistischen Pool habe, allzumal ich nachher geduscht hatte. Sie waren total entsetzt über mich. Der Antikommunismus der McCarthy-Zeit hat Sie gegen den österreichischen Antikommunismus immunisiert? Welsh — Die Kommunisten in Ober St. Veit waren die artigsten und würdigsten Bürger. Die Frau vom Kommunisten Brenning hatte dieselben weißen Lockerl wie die Frau vom Bäcker. Also bitte – sie sind halt am 1. Mai mit einem dunkellila Band am Fahrrad zum Mai-Aufmarsch gefahren … Für Sie hat sich die Frage einer Parteimitgliedschaft nie gestellt? Welsh — Ich hatte immer das Gefühl, die Partei, der ich beitreten möchte, muss erst erfunden werden. Obwohl ich immer den wahnsinnigen Wunsch nach Zusammengehörigkeit hatte. Das war schon in der Familie so und hat auch dort nicht einmal mit den Schwestern funktioniert. Kaum war ich dabei, fühlten sie sich nicht mehr wohl, weil ich mit irgendeinem Thema daherkam. Macht Schriftstellersein glücklich? Welsh — Das weiß ich nicht, aber es ist vielleicht die einzige Art, wie ich leben kann. Wann war Ihnen klar, dass Sie nach dem Studium der Anglistik und der Staatswissenschaften Schriftstellerin werden? Welsh — Ich glaube, das ist einfach passiert. Geschrieben habe ich immer schon. Es war ein Sich-einmischen-Wollen, vielleicht war es auch nur ein Äußerln-Wollen meiner Sprachverliebtheit (lacht). Ich schrieb Geschichten und Gedichte, allerlei Zeug, von
dem ich bald wusste, dass es nichts taugt. Ich habe eine Zeit lang übersetzt, und das gern.
Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at
Kinderbücher werden oft mit der Vorstellung verbunden, die Autorinnen hätten sie den eigenen Kindern erzählt … Welsh — Ich habe nie etwas für meine eigenen Kinder geschrieben – ich erzählte ihnen viel, aber das schrieb ich nie auf. Es waren Geschichten aus unserem gemeinsamen Leben. Sie zu veröffentlichen wäre ein Vertrauensbruch gewesen. Hat Geschichtenerzählen etwas mit Lieben zu tun? Welsh — Ja! War Ihr erstes veröffentlichtes Buch ein Ereignis? Welsh — Ja, natürlich! Ihr bekanntestes Buch ist „Johanna“, die Geschichte einer Bauernmagd. Wie sind Sie darauf gestoßen? Welsh — Ganz einfach, Johanna war unsere Nachbarin in Hetzmannsdorf. Vater hatte ein wenig geerbt und dort ein Bauernhaus gekauft. Das Einzige, was ihn an mir je beeindruckt hat, war die Tatsache, dass ich drei Söhne geboren habe. Wunderbar! Er wollte nicht, dass sie nur als neurotische Stadtkinder aufwachsen, sie sollten auch barfuß übers Feld laufen können. Er kaufte also dieses Haus mit Garten bei einer Versteigerung und sagte: Macht’s was draus! Es war in einem furchtbaren Zustand, und Johanna hat mir bei vielen Dingen geholfen. Ich habe sehr viel von ihr gelernt. Vor allem fand ich es toll, wie sie ihre acht Kinder aufgezogen hat. Von den Bauern wurde sie von oben herab behandelt – als rotes Gesindel am unteren Ende des Dorfes. Sie hat die Fenster dreimal geputzt, um zu zeigen, dass auch sie ordentlich sein konnte. Irgendwann habe ich gedacht, verdammt noch einmal, wenn sich hier jemand schämen muss, dann sicher nicht du! Zu mir hat sie gesagt: „Wenn Sie nicht aus einer Familie wie ich kommen, werden Sie nie verstehen, wie das alles war.“ So habe ich mich richtig durcharbeiten müssen, um dieses Leben schreiben zu können. Sie hat dazu gemeint: „Wenn es mit dem Schreiben nichts wird, können Sie als Dirn anfangen.“ Ungefähr zur selben Zeit entstand „Vamperl“. Damals gab es das Schlagwort „Kinder brauchen Märchen“ … Welsh — „Vamperl“ ist kein Märchen! Wir hatten damals in diesem Zusam»
„Lyrik ist schwürig“ Zeitgenössische Poesie gilt, darauf spielt auch der oben stehende Kalauer des Satirikers Wiglaf Droste an, als Ladenhüter. In der Literatur für junge Leserinnen und Leser hingegen blüht so manches erfolgreiche Pflänzchen im Garten der Kinderlyrik. Erfreulicherweise stellen auch österreichische Autorinnen und Autoren ihr poetisches Talent unter Beweis. Nach Georg Bydlinski und Heinz Janisch, die seit Jahrzehnten das Erbe einer Mira Lobe oder Christine Nöstlinger pflegen, gibt es nun neue junge Stimmen im lyrischen Chor. 2018 hat Michael Hammerschmid für „Schlaraffenbauch“ den renommierten JosefGuggenmos-Preis gewonnen, Michael Rohers „Wer stahl dem Wal sein Abendmahl“ oder „Wer fürchtet sich vorm lila Lachs“ (beide Luftschacht) stehen in der Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises. Ganz frisch am Markt ist „Vom Flaniern und Weltspaziern“ von Elisabeth Steinkellner bei Tyrolia. Was Kindergedichte brauchen? Dass sie laut vorgelesen werden – Gedichte leben davon, in ihrem speziellen Rhythmus, ihrem besonderen Tonfall gehört zu werden. Lesungen in Buchhandlungen helfen beim Verkauf – vielleicht braucht die Lyrik das ganz besonders. Nachdem laut Manfred Hinrich Lyriker ohnedies „auflagenhöhenschwindelfrei“ sind, ist da wahrscheinlich noch ganz viel Luft nach oben!
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menhang hitzige Diskussionen – eine Fraktion war für Märchen, die andere gegen Märchen. Es war völlig idiotisch! Die Konservativen waren für die Märchen, Mira Lobe, Christine Nöstlinger und ich waren gegen die Märchen, weil wir meinten, Märchen stünden für die Aufrechterhaltung des Bestehenden und einer Ordnung, die keine richtige war. Wir habe uns damals ordentlich verrannt. Märchen können durchaus einen emanzipatorischen Effekt haben, aber das haben wir damals einfach nicht gesehen. Sie sagten einmal, der Autor Günter Wallraff sei damals für Sie wichtig gewesen. Ist Literatur ein politisches Instrument?
„Als ich vor meiner amerikanischen Gastfamilie einmal Nietzsche zitierte, dachten sie, den Teufel im Haus zu haben“ Renate Welsh
das Bedürfnis, ins Buch der Geschichte eingeschrieben zu werden, sondern wollen sich einfach vergewissern, woher sie kommen. Ich glaube, dass das möglicherweise zu einem bestimmten Bewusstsein von Verantwortlichkeit führt. Heute scheint es aber um ganz „klassische“ Dinge wie die Wiederkehr des Nationalismus zu gehen … Welsh — Das Einzige, was wir gegen Überheblichkeit und gegen unsere Anfälligkeit für Nationalismus tun können, ist beim Einzelnen ein gesünderes Selbstwertgefühl aufzubauen. Nationalismen leben davon, dass Identität als Ausschließung einer anderen Identität aufgebaut wird: Du musst dich dann nicht fragen, wer du bist. Es genügt, dass du nicht jene bist. Sobald jemand ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln kann, hat er es nicht mehr nötig, sich aus dem Gegensatz zu einer anderen Gruppe zu definieren, und kann Vielfalt als bereichernd erleben. Das ist auch ein Grund, warum ich Schreibwerkstätten mache. Ich erlebe dort immer wieder, dass Menschen draufkommen, dass sie selbst etwas zu sagen haben und dabei nicht einmal brüllen müssen. Brüllerei ist nur ein Resultat des mangelnden Glaubens, dass man etwas zu sagen hat.
habe. Doch dann ist mir klar geworden, dass mir immer wieder Menschen geholfen haben. Bei denen will ich mich bedanken. Dabei steht mir das Bild der Steine vor Augen, die auf jüdische Gräber gelegt werden, um Dank auszudrücken. Ich schreibe kleine Geschichten über Menschen, denen ich „Danke!“ sagen will, was ich aus irgendeinem Grund früher nicht getan habe. Das Buch wird „Kieselsteine“ heißen. «
Bücher von Renate Welsh: G&G Verlag Johanna (1984/2002) Das Burgenland in den 1930er-Jahren: Das uneheliche Kind Johanna wächst bei Pflegeeltern auf und wird nach Niederösterreich geschickt, wo sie auf einem Bauernhof als Magd arbeiten muss. Nach Jahren harter Arbeit und Unterdrückung beginnt sie für ihre Rechte und Freiheit zu kämpfen. Eine österreichische Pflichtlektüre! Obelisk Verlag Dieda oder das fremde Kind (2016) Ein Wiener Mädchen (mit deutlich autobiografischen Zügen der Autorin) erlebt
Das klingt immerhin nicht pessimistisch! Welsh — Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass es große Veränderungen geben kann, doch an kleine Schritte glaube ich nach wie vor. Wenn es möglich ist, den Menschen die Zunge zu lösen und ihnen das Gefühl zu geben, „du bist gemeint“, dann ist das schon etwas! Auch wenn es vermessen klingt – wir haben nach wie vor die Aufgabe, Mut zu machen.
das Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Land und wird dort immer mehr zum Fremdkörper. Aus der Innenperspektive erzählt, entwickelt sich die ehemals liebenswerte „Dieda“ immer mehr zum Scheusal … Sarah spinnt Geschichten (2014) Was kann Sarah, die in eine neue Klasse kommt? Pfeifen kann sie nicht, auch kein Rad schlagen, dafür aber Geschichten „spinnen“: Eine Maroni-Frau wird
Bedauern Sie, dass davon heute nicht viel übrig blieb? Welsh — Ich glaube nicht, dass das ganz verschwunden ist. Es wurden andere Wege gegangen – derzeit lebt das in der Erforschung lokaler Geschichten wieder auf. Man schaut heute in vielen oberösterreichischen Orten sehr genau, wie es sich dort mit den Konzentrationslagern verhalten hat. Da wird Lokalgeschichte mit großer Ernsthaftigkeit aufgearbeitet. Was dabei entsteht, ist nicht primär Literatur, aber die Menschen schauen ihre Umgebung nun ganz anders an, gehen ihren Familiengeschichten nach. Sie haben nicht
Die wichtigen Fragen haben sich seit Ihrer Jugend offenbar nicht verändert … Welsh — Die Grundfragen nicht. Ich hoffe nur, dass ich selbst ein bisschen besser geworden bin und mein Handwerk besser beherrsche. Auch wenn es vielleicht naiv klingt: Der menschenverachtenden Politik, die wir gerade erleben, muss notwendig etwas entgegengesetzt werden. Diesen Glauben möchte ich mir nicht nehmen lassen!
zur Astronautin und ein Radfahrer landet auf dem Kirchturm. Czernin Verlag: In die Waagschale geworfen (2019) Wie hätte ich in Zeiten des Nationalsozialismus gehandelt? Eine Frage, die kaum zu beantworten ist, schließlich sind die Grenzen zwischen Tätern und Opfern, Mitläufern und Zuschauern schwer zu
Woran schreiben Sie gerade? Welsh — Geschichten, die im kommenden Herbst erscheinen werden. Ich hab eine lange larmoyante Phase hinter mir. Ich war fürchterlich verbogen worden, ärgerte mich, dass ich viele Dinge nicht kann und in meinen Büchern zu viele Bremsen eingebaut
ziehen. Welsh erzählt eindeutige, aber nicht „einfachere“ Fälle von Heldentum und Opfermut im Widerstand gegen Hitler.
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Welsh — Ja, schon. Die Literatur der Arbeitswelt und die Anfänge von „Geschichte von unten“ – das hat mich sehr beschäftigt.
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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar
Viel mehr miteinander reden
Fall die großen Probleme unserer Branche gemeinsam lösen. Eine solche Gelegenheit bietet die Jahrestagung des HVB vom 8. bis 10. Mai 2019 am Grundlsee. Das Programm kann sich sehen lassen. Neben den aktuellen Zahlen aus der Branche gibt es interessante Vorträge zum Thema Leseförderung und der großen Frage: Wie kriegen wir die Leserinnen und Leser von morgen? Ein weiteres großes Thema wird die KNV-Insolvenz sein. Hier ist die gesamte Branche gefragt, die Tagung bietet Gelegenheit, die eigene Sicht (und Sorge) einzubringen. Neben dem dichten Programm gibt es genug Zeit, um neue Bekanntschaften in der Branche zu machen und Ideen auszutauschen, kurz, um zu netzwerken. Ich bin nun seit 21 Jahren in der Buchbranche tätig. Es ist eine wunderbare Branche mit vielen sehr lässigen Menschen. Netzwerken hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin: Verlagsvertreterin für den Diogenes Verlag und Miteigentümerin der Seeseiten Buchhandlung. Wer weiß, auf welche Ideen ich durch das Netzwerken noch komme, und ich bin so frech, mir den tollen TyroliaSpruch „Es keat oanfach viel mehr glesn“ anzueignen und umzuformen: „Es keat oanfach vü mehr gred.“
Bettina Wagner Die Buchhändlerin und Verlagsvertreterin Bettina Wagner über den Stellenwert des Netzwerkens in der Branche und warum die HVB-Jahrestagung sich dafür besonders eignet
I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : H A N N E R P H O T O G R A P H Y
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ie Jahrestagung des HVB ist eine prima Gelegenheit, um es endlich anzugehen. In Management-Magazinen gibt es Artikel darüber, in vielen Branchen gehört es zum täglich Brot: das Netzwerken. Wer erfolgreich sein möchte, muss über seinen eigenen Tellerrand hinaussehen und netzwerken. Ist „Netzwerken“ in der Buchbranche ein unbeliebtes Wort? Es gibt viele Möglichkeiten, um mit seinen Mitbewerbern in Kontakt zu treten. Einige Verlage laden immer wieder zu Verlagsabenden ein. Hier hat man nicht nur die Gelegenheit, eine Autorin oder einen Autor kennenzulernen, sondern kann auch mit seinen Kolleginnen und Kollegen plaudern. Allein die Antwort auf die Frage „Wie läuft es bei euch im Laden“ kann abendfühlend ausfallen. So kommt es schnell zu einem regen Austausch. Im besten Fall werden Marketingideen weitergegeben, die man auch in seinem eigenen Laden probieren kann. Manche
Ideen sind für eine Buchhandlung zu groß, mit mehreren zusammen aber durchaus machbar. In Gesprächen findet man hierzu vielleicht passende Partner. Man muss nur offen sein für Neues und Interesse daran haben, seinen Horizont zu erweitern. An einem Verlagsabend kann also viel passieren. Darüber hinaus gibt es ganz großartige Buchbranchenabende von Organisationen wie Buch und Kommunikation (BuK) oder der Grünen Wirtschaft. Es lohnt sich stets, dort aufzutauchen. Eine gute Gelegenheit bietet auch die Arbeit im Verband. Verlage, Grossisten, Antiquare, Vertreterinnen und Vertreter, Buchhändlerinnen und Buchhändler, hier sind alle vertreten. Selbstverständlich hat jeder Einzelne ein eigenes Interesse, aber letztendlich vereint uns eines: Wir alle wollen Bücher verkaufen, und zwar möglichst viele davon. Dazu kann Netzwerken dienlich sein. Das Verständnis füreinander wächst, man lernt neue Perspektiven kennen und im besten
„Jeder hat sein eigenes Interesse, aber letztendlich vereint uns eines: Wir alle wollen Bücher verkaufen, und zwar möglichst viele davon“
Bettina Wagner betreibt gemeinsam mit Johannes Kößler die Seeseiten Buchhandlung und ist Verlagsvertreterin
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– Buchtermine –
Veranstaltungen Mai 2019 DONNERSTAG, 2. 5.
DONNERSTAG, 16. 5.
Susanne Reichert-Freude: An Quellen sitzen (Kaiserhaus, Hauptplatz 17, 2500 Baden, 19:00) Thomas Bernhard: Das Handbuch (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00)
Christoph Bochdansky: Erschaffen – Ersoffen (Buchhandlung Orlando, Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien, 19:00) Thomas Sautner: Großmutters Haus (OKH – Offenes Kulturhaus Vöcklabruck, Hans HatschekStraße 24, 4840 Vöcklabruck, 20:00)
FREITAG, 3. 5.
SAMSTAG, 4. 5.
Katharina Pressl: Andere Sorgen (Container 25, Hattendorf 25, 9411 Wolfsberg, 20:00)
FREITAG 17. 5.
Das Festival achensee.literatour findet vom 9. bis 12. Mai statt, u. a. mit Tanja Maljartschuk
MONTAG, 20. 5.
Thomas Stollenwerk: Schwarzweißbuch Milch (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)
MONTAG, 6. 5.
David Bröderbauer: Wolfssteig; Andreas Kump: Über vierzig (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Daniel Gerlach: Der nahe Osten geht nicht unter – Jour fixe Nahost aktuell mit Gudrun Harrer (Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien, 19:00) Daniela Strigl & Katharina Prager: Karl Kraus und die Frauen (Café zum Kuckuck Amstetten, Linzer Straße 1, 3300 Amstetten, 19:30) Sarah Kuttner: Kurt (Rabenhof, Rabengasse 3, 1030 Wien, 20:00)
DIENSTAG, 21. 5.
Poetik-Vorlesung mit Oswald Egger (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 10:30) MITTWOCH, 22. 5.
„Jour fixe Nahost aktuell“: Nahostexpertin Gudrun Harrer am 6. Mai im Gespräch mit Autor Daniel Gerlach (Foto)
DIENSTAG, 7. 5.
Katja Brandis: Khyona (Buchhandlung Tyrolia, Maria-Theresien-Straße 15, 6020 Innsbruck, 18:30) Sarah Wiener: Bienenleben. Vom Glück, Teil der Natur zu sein (Thalia, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Literarisches Hausquartett mit Christina Matuella, Michaela Posch, Martin Fritz sowie Robert Renk (Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, 6060 Hall in Tirol, 20:30)
FREITAG, 10. 5.
Freiheit des Wortes 2019: Das Private ist politisch mit Beiträgen von Ditha Brickwell, Monika Gentner, Sabine Gruber, Marlene Hachmeister, Babl Joachim, Markus Köhle, Kurt Mitterndorfer, Dine Petrik, Eleonore Weber, Fritz Widhalm Organisation: Ilse Kilic (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00)
Gerhard Deiss: Rückkehr nach Europa | (Buchhandlung Orlando, Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien, 19:00) Clemens J. Setz: Der Trost runder Dinge (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) Gary Shteyngart: Willkommen in Lake Success (Wagnersche Buchhandlung, Museumstraße 4, 6020 Innsbruck, 19:30)
Wolfgang Katzer: Die Erfindung der Seele (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Georg Renöckl: Wien abseits der Pfade (Band II) (Thalia, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Peter Iwaniewicz: Menschen, Tiere und andere Dramen (Hartliebs Bücher, Währinger Straße 122, 1180 Wien, 19:30) DONNERSTAG, 23. 5.
Georg Fraberger: Erfolgreich lieben. Wie man ein glückliches Paar wird und bleibt (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) SAMSTAG, 25. 5.
MONTAG, 13. 5. MITTWOCH, 8. 5.
Elisabetta De Luca: Neapel abseits der Pfade (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)
Ágnes Heller: Zeitmesserinnen I (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) DIENSTAG, 14. 5.
Vea Kaiser: Rückwärtswalzer (Seeseiten Buchhandlung, Janis-Joplin-Promenade 6/5/EG/1, 1220 Wien, 19:00) Katrin Unterreiner: Luziwuzi (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)
DONNERSTAG, 9. 5.
MITTWOCH, 15. 5.
Wolfgang Popp, Fatin Abbas: Eine Ahnung von Weite (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00) achensee.literatour: mit Tanja Maljartschuk, Bernhard Aichner, Doris Knecht, Alexa Hennig von Lange u. v. m. (9.–12. Mai, an verschiedenen Locations am Achensee in Tirol)
Bernhard Aichner: Kaschmirgefühl (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Maria Stepanova: Nach dem Gedächtnis – Zeitmesserinnen II (Literaturhaus am Inn, Josef-HirnStraße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00)
Rocko Schamoni: Große Freiheit (Wuk, Währinger Straße 59, 1090 Wien, 20:00) MONTAG, 27.5.
Vea Kaiser: Rückwärtswalzer, oder: Die Manen der Familie Prischinger (Die Bühne Purkersdorf, Wiener Straße 12, 3002 Purkersdorf, 20:00) DIENSTAG, 28. 5.
Evelyn Summhammer: Komm doch mal runter! (Thalia, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00)Buchpräsentation: Martin Horváth: Mein Name ist Judith (Buchhandlung Orlando, Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien, 19:00) Lotte Ingrisch: Gott ist kein Gentleman (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)
Senden Sie Ihre Terminvorschläge an redaktion@hvb.at
F O T O S : M I C H A E L S C H WA R Z , A Z A D E H E M A M I
Christoph Pelczar: Glaube. Liebe. Rapid (Thalia, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)
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