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Anzeiger 12/18

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12 2018

anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Die Welt der Antiquare

Mehr als nur ein altes Buch. Was die Antiquarsbranche wirklich beschäftigt: von Online-Riesen bis Sammlerschwund

Ausgestresst und fitbewegt Pünktlich für das neue Jahr: Die wichtigsten­Titel aus dem Bereich Gesundheit­und Naturheilkunde

Hinter dem Banalen

Autorin Verena Mermer über Menschen und gesellschaftliche Entwicklungen in Aserbaidschan und Rumänien

Für ein neues Lebensgefühl € 22,ISBN 978-3-7088-0753-9 144 Seiten, Franz. Broschur

€ 25,ISBN 978-3-7088-0752-2 144 Seiten, Hardcover

Ö ST E R R E I C H I S C H E P O ST AG F I R M E N Z E I T U N G / G Z 02Z030877 M / 153. JA H RGA N G

Großer kt Schwerpun in Print, TV und Radio

€ 19,ISBN 978-3-7088-0751-5 128 Seiten, Franz. Broschur

Bestellen Sie bei Ihrem Vertreter Dietmar Vorderwinkler oder Wolfgang Habenschuss: Medienvertriebsbüro, +43 (0)2236  8659-85; medienvertriebsbuero@gmx.at – Aktionspaket Jungbrunnen: 10 Expl. 45%, 90 Tage, volles RR. MELO Nr.: 9783666026836 – Aktionspaket Abnehm-Docs: 10 Expl. 45%, 90 Tage, volles RR. MELO Nr.: 9783666026867 – Aktionspaket Hanf-Diät: 7/6 Expl., 90 Tage, volles RR. MELO Nr.: 9783666027970

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Musikwissenschaftlicher Verlag Wien www.mwv.at

Buchreihen zu Anton Bruckner Anton Bruckner – Dokumente & Studien ● Bruckner-Symposiumsberichte ● Bruckner-Jahrbücher Bruckner-Vorträge und Tagungsberichte ● Wiener Bruckner-Studien Neuerscheinung: eLiSABetH MAier unter Mitarbeit von renAte grASBerger

ANNÉES DE PÈLERINAGE Neue Dokumente zu August Göllerichs Studienzeit bei Franz Liszt und Anton Bruckner teil 2

W i e n e r B r u c k n e r - S t u d i e n 4 /2

Elisabeth Maier unter Mitarbeit von Renate Grasberger

Années de Pèlerinage. Neue Dokumente zu August Göllerichs Studienzeit bei Franz Liszt und Anton Bruckner – Teil 2 (Wiener Bruckner-Studien 4/2) August Göllerich (1859 - 1923) ist in die Musikgeschichte vor allem als Schüler und Biograph Anton Bruckners eingegangen. In Teil 2 dokumentiert eine Fülle von – zum Großteil erstmals veröffentlichten – Materialien die vielschichtige Beziehung Bruckners zu seinem Biographen und die lange Entstehungsgeschichte der monumentalen Biographie. 444 Seiten im Format 17 x 24, broschiert MV 508, ISBN 978-3-903196-03-2, € 73,00 (A) (66,35 exkl. Mwst.)

Ebenfalls erhältlich:

Années de Pèlerinage. Neue Dokumente zu August Göllerichs Studienzeit bei Franz Liszt und Anton Bruckner – Teil 1 (Wiener Bruckner-Studien 4/1) Franz Liszt hat August Göllerichs Persönlichkeit und seinen lebenslänglichen idealistischen Einsatz für die Kunst entscheidend geprägt. In diesem Band erstmals publizierte Dokumente zeichnen ein eindrucksvolles Bild des Umgangs Liszts mit seinen Schülern, unter denen Göllerich eine besondere Vertrauensstellung eingenommen hat. 582 Seiten im Format 17 x 24, broschiert MV 504, ISBN 978-3-900270-95-7, € 95,00 (A) (86,36 exkl. Mwst.)

Neuerscheinung:

Elementarlehrbuch der Harmonie- und Generalbass-Lehre von Johann August Dürrnberger

Reprint der Ausgabe Linz 1841 mit den handschriftlichen Eintragungen Anton Bruckners

Neuerscheinung:

Bruckner-Tagung 2016 Musik im Kremstal und Anton Bruckner

BRUCKNER TAGUNG 2016

(Bruckner – Dokumente und Studien 17) Dürrnbergers Lehrbuch war ein Standardwerk der musikalischen Lehrerausbildung. Bruckner selbst verwendete es später auch in Wien zum Unterricht mit seinen Studenten. Farbfaksimile, kommentiert und mit einer Studie versehen von Daniel Hensel 178 Seiten, Format 17 x 24, broschiert MV 119, ISBN 978-3-903196-01-8, € 27,50 (A) (25,00 exkl. Mwst.)

BRUCKNER TAGUNG 2016 /Bericht Musik im Kremstal und Anton Bruckner

Kremsmünster, Schloss Kremsegg, 2. und 3. Juni 2016 herausgegeben von Andreas Lindner und Klaus Petermayr Mit Beiträgen von Hans Krawarik, Elisabeth Hilscher, Klaus Petermayr, Johannes Leopold Mayer, Andreas Lindner, Michael Söllner, Andrea Harrandt, Sandra Föger, Karin Wagner, Bernhard Judex, Christian Neuhuber und Christoph Radinger. 220 Seiten, Format 17 x 24, broschiert MV 412, ISBN 978-3-902681-39-3, € 35,20 (A) (32,00 exkl. Mwst.) ISBN 978-3-902681-39-3 MV 412

Auslieferung: Edizioni Musicali Europee, via delle Forze armate 13, 20147 Milano (ITALIEN) Tel. 0039-02/48 71 31 03 Fax: 0039-02/30 13 32 13 office.eme@libero.it

A N TON BRUCK N E R INSTIT U T LIN Z


www.blumenbar.de – 153. Jahrgang –

»Kristen Roupenian hat mit CAT PERSON einen Nerv getroffen.«

„Gemeinsam als Branche der Aufklärung für Toleranz, Offenheit und Mut stehen“

Süddeutsche Zeitung

Benedikt Föger

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n der letzten Ausgabe des Jahres bietet sich die Gelegenheit, noch mal auf 2018 zurückzublicken. Vieles hat die Branche beschäftigt: der gesenkte Mehrwertsteuersatz auf E-Publikationen, die große Copyrightreform der Europäischen Union, die umweltschonende Verpackung von Büchern (mehr dazu n „Kurz gesagt“ auf S. 6) sowie zahlreiche Aktionen für die Branche, von Preisen und Auszeichnungen bis zu einer wachsenden BUCH WIEN. Der wichtigste Preis des Österreichischen Buchhandels wurde im November an den Autor Ilija Trojanow verliehen: der Preis für Toleranz in Denken und Handeln (S. 8). Wie wichtig die Vergabe eines solchen Preises ist, zeigt die aktuelle Entwicklung der Weltpolitik. Daher ist es gerade jetzt notwendig, gemeinsam als Branche der Aufklärung für Toleranz, Offenheit und Mut zu stehen. Für „Essenziell“ gibt der anzeiger diesmal Einblick in die Welt der Antiquare: Wie das weltweite Netzwerk funktioniert, welchen beachtlichen Erfolg sie gegen einen Internetriesen hatten und wie die Zukunft dieses Berufsbildes aussehen wird (ab S. 10).

Erscheint am 19. Januar

Erscheint zeitgleich in 23 Ländern Spitzentitelmarketing #catpersonstorys

Ihr Leseexemplar

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

Im Schwerpunkt „Gesundheit und Naturheilkunde“ stellen wir Ihnen die passenden Neuerscheinungen vor: von A wie Alpenkräuter bis Z wie Zwiebelsocken (ab S. 16). Sach- und Fachbuchverlage stehen teils vor ganz anderen Herausforderungen als Belletristik-Verlage – Presseverantwortliche Susanne Werner hat sie für den Gastkommentar aufgeschrieben (S. 33). In den Porträts wurden diesmal die HVB-Mitglieder Verlagsleiter Konstanze und Bernhard Borovansky (Braumüller), Buchhändlerin Susanne Thomson (Buchhandlung Bücherklause), Buchhändler Jürgen Serringer (SKRIBO Serringer) und Antiquar Michael Bauer abgebildet (ab S. 24). Im Gespräch mit dem anzeiger gibt die Autorin Verena Mermer Einblicke in gesellschaftliche Entwicklungen in Aserbaidschan und Rumänien – sowie in ihre Erfahrungen und ihre Arbeitsweise (ab. S. 28). Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg für 2019!

Benedikt Föger

288 Seiten € [D] 20,00 | € [A] 20,60 ISBN 978-3-351-05057-3

HVB-Präsident

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– Inhalt – HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

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Michael Bauer Der Antiquar über die Freude, Bibliotheken zu durchforsten

25

Konstanze & Bernhard Borovansky

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Essenziell: Die Welt der Antiquariate bietet spannende Themen

SCHWERPUNKT

16

Das Verlegerpaar gibt Einblick in den Traditionsverlag Braumüller

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Jürgen Serringer Der Buchhändler über seine Buchhandlung in Hainburg

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Susanne und Oliver Thomson Das Mutter-Sohn-Duo gibt Einblick in die Buchwelt von Kitzbühel

Gesundheit & Naturheilkunde Die Neuerscheinungen zum Thema

WISSENSWERT

7 Achtsamkeit, Alpenkräuter und Ayurveda: Neues für die Gesundheit

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Kurzmeldungen INTU.books, Ausschreibungen: Österreichischer Buchhandlungspreis und Schönste Bücher, Ö1 Buch des Monats, Gerhard Jäger

IMPRESSUM Herausgeber: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at Geschäftsführung: Gustav Soucek Projektleitung: Cordula Tippel, DW 29, tippel@hvb.at Aboverwaltung: Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at Medieninhaber, Konzept, Redaktion und Produktion: Falter Verlags­gesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at  Chefredaktion: Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 Geschäftsführung: Siegmar Schlager  Anzeigenleitung: Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at  Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar Herstellung: Wograndl Druck GmbH, Mattersburg

28 Autorin Verena Mermer im

Gespräch mit dem anzeiger

8

Ehrenpreis Ilija Trojanow erhielt den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels

SELBSTREDEND

28

Verena Mermer

KURZ GESAGT

6

Eingeschweißt Umweltschutz oder Buchschutz? Sollen Neuerscheinungen weiterhin mit Schutzfolie ausgeliefert werden?

ESSENZIELL

10

Welt der Antiquare

Gemeinsam gegen Gegenwartstrends

Autorin Verena Mermer über ihre Erfahrungen und ihre Arbeitsweise

31

Kramers Kinderstube Zum Speiben gebaut: Was sind Schweizer Schüler wert?

KURZ VOR SCHLUSS

33

Gastkommentar Susanne Werner über Verlags-PR in Fachverlagen

STANDARDS

KLASSIKER

23

Neu entdeckt

„Friedensutopien und Hunde­ politik“ von Rosa Luxemburg

TITELSCHUTZ 9 MONATSBESTSELLER 20 MONATSBESTENLISTEN 22 BUCHTERMINE 34

F O T O S : C H R I S T O P H E R M AV R I C , S H U T T E R S T O C K , S T E FA N K N I T T E L

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Kurzmeldungen Goldenes Buch für Brezina, Klagen gegen Amazon, Gernot Blümel zur Buchpreisbindung, P&V Holding übernimmt MANZ Schulbuch

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19.12.18 12:00


Aktuelle Highlights Sonja Rohrmann

Georg Adlmaier-Herbst et al.

Wenn große Leistungen zu großen Selbstzweifeln führen

ChangeManagement – so klappt‘s! Die vier ZRM®-Innovationen für den erfolgreichen Wandel 2018. 176 S., 10 Abb., Gb € 22,95 / CHF 29.90 ISBN 978-3-456-85871-5 Auch als eBook erhältlich

Das Hochstapler-Selbstkonzept und seine Auswirkungen 2019. 104 S., 10 Abb., 1 Tab., Kt € 19,95 / CHF 26.90 ISBN 978-3-456-85772-5 Auch als eBook erhältlich 19.09.18 16:54

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Personen mit einem Hochstapler-Selbstkonzept sind überzeugt, nicht so intelligent und fähig zu sein, wie sie anderen erscheinen und unverdient in ihre Positionen gelangt zu sein. Dieses Buch zeigt, was es mit dem sogenannten Hochstapler-Selbstkonzept auf sich hat.

24.07.18 14:32

Die Digitalisierung erfordert den kontinuierlichen Wandel aller Unternehmen, aller Abteilungen, aller Arbeitsplätze. Die Autoren zeigen, wie auf der Basis des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM®) ein Change-Management gelingen kann.

Jürg Frick

Die Kraft der Ermutigung Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe

Jürg Frick

Die Kraft der Ermutigung

Gerald Hüther / Christa Spannbauer (Hrsg.)

Gerald Hüther Christa Spannbauer (Hrsg.)

Verbundenheit

Warum wir ein neues Weltbild brauchen    2., aktualisierte Auflage

Verbundenheit Warum wir ein neues Weltbild brauchen 2., aktual. Aufl. 2018. 144 S., Kt € 19,95 / CHF 26.90 ISBN 978-3-456-85919-4 Auch als eBook erhältlich

3., überarb. und erg. Aufl. 2019. 392 S., 5 Abb., 37 Tab., Kt € 24,95 / CHF 32.50 ISBN 978-3-456-85747-3 Auch als eBook erhältlich

Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe 3., überarbeitete und ergänzte Auflage

27.09.18 12:29

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Warum geben manche Menschen in schwierigen Lebenssituationen auf, während andere weiterkämpfen oder sogar über sich hinauswachsen? Liegt es daran, wie wir in unserer Kindheit und Jugend ermutigt oder entmutigt wurden?

www.hogrefe.com

09.07.18 10:29

Renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen machen sich in diesem Buch auf die Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Die 1. Auflage erschien 2012 unter dem Titel „Connectedness“.


– Kurz gesagt –

Eingeschweißt UMWELTSCHUTZ ODER BUCHSCHUTZ? SOLLEN NEUERSCHEINUNGEN WEITERHIN MIT SCHUTZFOLIE AUSGELIEFERT WERDEN?

Plastikmüll vermeiden Wir finden es richtig, wenn Bücher ohne Schutzfolie ausgeliefert werden. Gerade Umweltverschmutzung durch Plastikmüll ist problematisch. Als Buch­ händlerinnen möchten wir beitragen, Verpackungen zu vermeiden. Sollten Bücher länger gelagert werden, können sie zum Schutz zu mehreren in Papier verpackt sein. Unsere Kundinnen und Paula Bolyos leitet Kunden begrüßen es etwa, dass wir bei gemeinsam mit Jenny Einkaufssäcken sparen – wir verwenden Unger die BuchPapiertaschen oder gebrauchte Säcke. handlung ChickLit Die meisten von ihnen wären mit unver­ packten Büchern zufrieden. Natürlich gibt es jene, die eher verpackte Bücher kaufen. Aber dass Bücher unfoliert sind, wurde noch nie beanstandet. Wahrscheinlich ge­ raten Schutzfolien, sobald abgeschafft, schnell in Vergessenheit.

F O T O S : C H R I S T O P H E R M AV R I C , J O N A S S T O L L , K AT H A R I N A R O S S B O T H , M O H R M O R AWA

„Wahrscheinlich geraten Schutzfolien, sobald abgeschafft, schnell in Vergessenheit“

Revolution für die Umwelt Schutzfolie oder nicht Schutzfolie - das ist die (Bewusstseins-)Frage. Und zwar eine, die von allen, die Verantwortung zeigen wollen, mitgetragen werden muss: Kun­ dinnen und Kunden, Buchhandlungen, Verlagen und Auslieferungen. Das Sortiment begrüßt in seiner Mehrheit diese Entwicklung, wenn denn auch mit dem Sortiment freundlich um­ Erwin Riedesser ist gegangen wird: Denn Bücher müssten Vorsitzender des mit entsprechender Toleranz der Ver­ Österreichischen lage und Auslieferungen remittierbar Buchhändler­ bleiben. Ich sehe die Branche bei diesem verbandes Thema in einer Diskussionsphase: Es braucht das Gespräch – und eine Lö­ sung. Ein solcher Austausch kann nur im Hauptverband statt­ finden. Hier sind die infrage kommenden Fachgruppen zuhause. Meine Meinung: Diese Revolution sind wir der Umwelt schuldig!

Benjamin Vieth leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Matthes & Seitz Berlin

Schutzumschlag kommt von schützen Wir haben uns für den Verzicht auf Folie entschieden, da auch wir immer stärker das Bedürfnis verspürt haben, unseren Beitrag zur Reduktion von Plastikmüll zu leisten, was global gesehen dringend notwendig ist – außerdem wird nur im deutschsprachigen Raum überhaupt noch eingeschweißt. Eine Schutzfolie für Bücher ist auch gar nicht nötig, wenn man etwa den Schutzumschlag wieder mehr als solchen interpretiert. Er­ freulich ist, dass das Feedback, sowohl inner­ halb der Branche als auch seitens der Lese­ rinnen und Leser, ausschließlich positiv ist, was uns darin bestätigt, den richtigen Schritt getan zu haben.

„Eine Schutzfolie ist auch gar nicht nötig, wenn man etwa den Schutzumschlag wieder mehr als solchen interpretiert“

Mit Branchenvertretung und Buchhandel Privat begrüße ich Maßnahmen zur Be­ schränkung­von Plastikmüll – und damit auch die Initiative der Verlage, so den An­ forderungen­des Umweltschutzes gerecht zu werden. Ähnliche Initiativen in der Ver­ gangenheit haben allerdings gezeigt, dass der Anteil an verschmutzen und damit nicht mehr wiederverkäuflichen Büchern bei allen Handelsteilnehmern steigen wird. Dadurch Peter Kargl ist ergibt sich auch die Notwendigkeit, beim Vertriebsleiter beim Buchkäufer ein Bewusstsein, abseits der Plas­ Mohr Morawa tiksackerl, zu schaffen und an sein Verständ­ Buchvertrieb nis für eine dann manchmal auftretende ge­ ringe Verschmutzung zu appellieren. Da ist die Branchenvertretung, aber auch der Buchhandel gefordert und mit ins Boot zu holen. Wichtig wird sein, dass die Verlage sehr genau aus­ wählen, welche Bücher und vor allem welche Coveroberflächen sich zum Nichtfolieren eignen und welche besser doch foliert gehörten. Als Verlagsauslieferung sehe ich uns dann im Bezug auf die Sauber­ keit unserer Lagerflächen noch stärker gefordert als bisher.

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– Wissenswert –

Goldenes Buch für Brezina

Blümel bekennt sich

Gustav Soucek und Thomas Brezina

Doppelt angeklagt: Amazon Amazon ist aktuell mit zwei Anklagen konfrontiert: Das deutsche Bundeskartellamt leitete im November ein Missbrauchsverfahren gegen den Konzern ein, um seine Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen gegenüber den Händlern auf dem deutschen Marktplatz amazon.de zu überprüfen. Mitte Dezember folgte der österreichische Handelsverband mit einer Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde. Das Ziel: ein fairer Wettbewerb.

Gernot Blümel, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien, positioniert sich klar zur Buchpreisbindung. „Eine Abschaffung würde die heimische Branche massiv schädigen und läuft unseren Interessen daher vollkommen zuwider“, sagte er in einer OTS-Aussendung. Er reagierte so auf einen Antrag der NEOS, die im Kulturausschuss eine „Studie zur Evaluierung der Buchpreisbindung“ gefordert hatten.

MANZ zu P&V Die P&V Holding übernimmt den MANZ Schulbuch Verlag: Rückwirkend wurden per 1. Jänner 2018 die Anteile der Eigentümer – die Familien Stein und Fliri sowie Wolters Kluwer – an die P&V Holding übertragen. Das gesamte Programm und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden übernommen. Damit konnte eine österreichische Lösung umgesetzt werden.

FOTO: ANDREAS TISCHLER

Mehr als 15.000 Stück wurden von seinem ersten Ratgeber „Tu es einfach und glaub daran“ (edition a) verkauft: Dafür wurde Thomas Brezina am 11. Dezember das Goldene Buch verliehen. Gustav Soucek, Geschäftsführer des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB), überreichte die Auszeichnung in der Bibliothek des Wiener Palais Fürstenberg. Thomas Brezina hat über 560 Bücher geschrieben und verkaufte über 50 Millionen Exemplare, die in 35 Sprachen übersetzt wurden.

Eine der größten Druckereien in Mitteleuropa  Druck und buchbinderische Weiterverarbeitung  unter einem Dach rund um die Uhr Jahresproduktion 24 Mio. Bücher  80 % der Produktion gehen in den Export  Jahresumsatz 33 Mio. €  Kundenservice in fünf Fremdsprachen  Zertifikate Carbon Neutral Produkt, Fogra  FSC®, CrefoCert, Eko energie

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FINIDR, s.r.o. Ident. nr.: 60778172 Gültigkeit: 1 Jahr Seit: 30.06.2018

FINIDR, s. r. o. | Lípová 1965 | 737 01 Český Těšín | Tschechische Republik Tel.: +420 558 772 264 oder +420 777 795 117 | E-mail: druckerei@finidr.de

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FINIDR.de

www.

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– Wissenswert –

Im Zeichen der

Toleranz

Autor Ilija Trojanow wurde zum Abschluss der Europäischen Literaturtage mit dem höchsten Preis des Österreichischen Buchhandels geehrt Text: Teresa Preis

von Toleranz im Denken und Handeln zu glauben.“ Trojanow erhielt die Auszeichnung für seinen herausragenden Einsatz für „Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn“, heißt es in der Jurybegründung. Trojanow, 1965 in Sofia (Bulgarien) geboren, lebte bereits in Kenia, Indien, Frankreich, Südafrika und Deutschland. Mittlerweile ist sein Lebensmittelpunkt in Wien. Zuletzt erschienen Trojanows Werke „Anleitung zum Reisen“ (Piper) und „Nach der Flucht“ (S. Fischer) sowie das Gemeinschaftsprojekt mit Thomas Gebauer „Hilfe! Hilfe? Wege aus der globalen Krise“ (S. Fischer). Bekannt wurde er mit seinem Roman „Der Weltensammler“ (Hanser).

Ilija Trojanow wurde mit dem 28. Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels ausgezeichnet

„In einer Buchhandlung entdeckt man das, was man nicht sucht“ Ilija Trojanow

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er Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken­ und Handeln ging heuer an Ilija Trojanow. Der Autor nahm die Auszeichnung am 25. November bei einem Festakt im Schloss zu Spitz bei Krems an der Donau entgegen. Die Verleihung mit einhundert Gästen war der abschließende Höhepunkt der Europäischen Literaturtage 2018. UTOPIE VON EINER GERECHTEN UND FRIEDLICHEN WELT „Frieden und Toleranz sind die gesellschaftlichen Eckpfeiler, auf denen jeder intellektuelle Diskurs und jede Schaffung und Auseinandersetzung von und mit Kunst fußt“, sagte Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands (HVB), bei der Preisübergabe. „Es ist die ureigenste Eigenschaft von Verlagen und Buchhandlungen, an die Utopie einer gerechten und friedlichen Welt im Zeichen

ER BESCHWÖRT „ANTEILNAHME, EMPATHIE UND SOLIDARITÄT“ Im Gespräch mit Moderatorin Katja Gasser (ORF) nahm Ilija Trojanow darauf Bezug, dass Toleranz für ihn gleichzeitig „zu viel und zu wenig“ sei. Sie sei zu viel, wenn es darum gehe, Macht zu bekämpfen – Toleranz sei aber zu wenig, um den Stimmlosen und Erniedrigten eine Stimme zu geben. Hier brauche es Anteilnahme, Empathie und Solidarität. Trojanow betonte in seiner Dankesrede auch die Wichtigkeit des Buchhandels. „In einer Buchhandlung entdeckt man das, was man nicht sucht. Man wird verführt, das zu lesen, was man nicht wollte.“ Die Aufgabe der Literatur sei es, „Wahrnehmungen jenseits dogmatischer Haltungen“ zu erweitern. Föger und Karl Puš als Vertreter des Fachverbands Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich überreichten den mit 10.000 Euro dotierten Preis, der vom HVB initiiert und organisiert wird.

FOTO: SASCHA OSAKA

GESELLSCHAFTSPOLITISCHES SCHREIBEN Für Laudator Robert Renk (Wagner’sche Buchhandlung) ist der Ehrenpreisträger Trojanow ein „begnadeter Reisender und bewundernswert wacher Geist, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt, um auf Gefahren und Ungerechtigkeiten hinzuweisen“. Der Buchhändler und Literaturagent Renk wies in seiner Rede auf die Verantwortung des gesellschaftspolitischen Schreibens hin: „Ilija Trojanow akzeptiert natürlich, dass es Schreibende gibt, die meinen, nicht jede/r müsse sich gesellschaftspolitisch aktiv am Diskurs beteiligen. Für ihn selbst – so scheint mir – ist reines Schreiben um des Schreibens willen nicht salonfähig, ist die Verantwortung, an gesellschaftspolitischen Ungerechtigkeiten zu rütteln, dem Akt des öffentlichen Schreibens immanent zusammengehörig.“

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19.12.18 13:27


– Wissenswert –

Köstliche Bücher

Preise 2019

Eine neue Marketingaktion hat die Wiener Buchhandlung INTU.books umgesetzt: In einer Kooperation mit Lokalen im Grätzel sollen Essens- und Lesegenuss verbunden werden. Die Buchhandlung legt den regulären Speisekarten der aktuellen Kooperationspartner ein wechselndes „Buchmenü“ mit passenden Empfehlungen bei. Aus der Novemberkarte: als Vorspeise „Haderers Jahrbuch“ (Scherz & Schund), die Hauptspeise Francesca Melandris „Alle außer mir“ (Wagenbach) – Mahlzeit!

Gleich zwei Ausschreibungen starten bald in die nächste Runde: Einreichungen für den Buchhandlungspreis sind ab Ende Jänner und bis zum 28. Februar­online unter­ oesterreichischer-buchhandlungspreis.at möglich. Auch der Design­-Wettbewerb „Die schönsten Bücher Österreichs 2018“ steht ab 31. Jänner für Bewerbungen bereit. Alle Infos finden Sie auf schoenste buecher.at. Die Gewinnertitel des Vorjahrs sind noch bis 9. Februar 2019 in der Hauptbücherei ausgestellt.

F O T O S : F O T O D E S I G N B I A N C A WA G N E R

Gerhard Jäger Traurige Nachrichten: Der Autor Gerhard Jäger starb am 21. November an den Folgen einer Gehirnblutung. Jäger arbeitete unter anderem als Journalist und Redakteur. 2016 erschien sein Debütroman „Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ (Blessing), sein zweites Buch „All die Nacht über uns“ (Picus) erschien 2018 und war auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis.

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Er­schei­nungs­datum geschützt. Ihre Titel­ schutz­meldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der ­darauffolgen­ den Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,– / 6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.) Bezahlte Anzeigen. Der Verlag über­nimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter ­verletzt werden.

Ö1-Monatsbuch Gabriela Adameşteanus „Verlorener Morgen“­(Die Andere Bibliothek) wird das erste Buch des Monats im neuen Jahr! „Mehr noch als ein Roman über Frauenschicksale ist ,Verlorener Morgen‘ eine Suche nach der verlorenen Zeit“, sagt die Jury über das Buch der rumänischen Autorin, das nach 35 Jahren erstmals in deutscher Übersetzung erschienen ist. Das Ö1 Buch des Monats ist eine neue, exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird jeden Monat von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt.

Das „Ö1 Buch des Monats“ im Jänner Gerhard Jäger (1966–2018)

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Asado“ Ursprünglich Grillen über offenem Feuer in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Only Two“ Gemüseküche mit zwei Zutaten: schnell & gesund in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Mein Istrien-Kochbuch“ in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Kochen mit der Kraft der Natur“ Rezepte mit Kräutern, die heilen und stärken in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: ­ „Pflanzen der Lust“ Natürliche Potenzmittel zur Steigerung der Libido bei Mann & Frau in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich

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– Essenziell – Die Welt der Antiquare

Das weltweite Netzwerk der Antiquarinnen und Antiquare konnte bereits erstaunliche Erfolge verbuchen – auch gegen Internetriesen

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– Essenziell – Die Welt der Antiquare

Gemeinsam gegen

Gegenwartstrends IHR GESCHÄFT IST DIE LANGLEBIGKEIT – VON BÜCHERN. DARAUF MÜSSEN SICH ANTIQUARINNEN UND ANTIQUARE STETS BESINNEN. GEMEINSAM GELINGT ES IHNEN, JENE, DIE NUR AUF SCHNELLLEBIGKEIT SETZEN, ZUM EINLENKEN ZU BEWEGEN Text: Teresa Preis

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as haben Michael Niavarani, Bill atsgeschäft. Amazon übernahm Websites wie Gates und Bundespräsident a. D. ZVAB oder AbeBooks. Die Auswirkungen dieHeinz Fischer gemeinsam? Die ser Akquisitionen auf das tägliche Geschäft Leidenschaft für das antiquarische Buch. lokal tätiger Antiquariate fasst die Grazer Wie viele andere sind sie davon fasziniert Antiquarin Daniela Wildner so zusammen: und sammeln alte Bücher gern. Verwun- „Durch das weltweit vernetzte Angebot sind dern kann das nicht. Wie sonst bekommt seltene Bücher nicht mehr so selten. Dafür man Geschichte wirklich in die Hand? Und lässt sich Durchschnittsware schneller verin der Erstausgabe seines Lieblingsbuchs zu kaufen.“ In der vernetzten Welt setzt sich blättern macht einfach Freude. eben nicht immer Qualität durch. Laut Steinbach herrsche bei zumindest einigen Kundinnen und Kunden eine „Geiz ist geil“-MentaliAUCH IM ANTIQUARIAT: GLOBALItät vor, die aber „zum Glück wieder abnimmt“ SIERUNG UND DIGITALISIERUNG Trotz der offensichtlichen Anziehungskraft – das Bewusstsein für Qualität wachse wieder. alter Bücher befindet sich auch die Bran- Offenbar wollte sich AbeBooks, eine der weltche der Antiquarinnen und Antiquare im größten Plattformen für antiquarische BüUmbruch. Vor allem zwei Themen stehen cher, diesen Trend zunutze machen. im Fokus: Globalisierung und Digitalisierung. Wie wirken sie sich auf das Kulturgut WELTWEITER PROTEST GEGEN antiquarisches Buch und auf den Alltag der DEN INTERNETRIESEN AMAZON Händlerinnen und Händler aus? Und gibt AbeBooks gehört, wie gesagt, zum Amazones effektive Methoden gegen die Übermacht Imperium. Im November dieses Jahres sperraus dem Internet? te sie flächendeckend Händlerinnen und Auf diese Frage fanden die Antiquare zu- Händler aus der Tschechischen Republik, Unletzt eine durchaus überraschende Antwort. garn, Südkorea und Russland. Als offizieller Sie führten vor, dass selbst ein Internetriese Grund für diesen Schritt wurden Probleme wie Amazon in die Knie gezwungen werden mit einem in diesen Ländern agierenden Krekann. Dabei folgte die Branche einer alten, ditkartenanbieter angegeben. Doch für die aber stets gültigen Erkenntnis: Zusammenar- meisten Beobachterinnen und Beobachter beit zahlt sich aus. Oder wie der Vorsitzende schien diese Begründung wenig einleuchtend. Aus Unzufriedenheit über diese Maßnahdes Verbands der Antiquare Österreichs, Michael Steinbach, sagt: „Wenn man zusam- me entstand innerhalb kürzester Zeit eine menarbeitet, wenn man zusammensteht und globale Protestaktion gegen AbeBooks. Weltseine Meinung vertritt, dann kann man etwas weit schlossen sich 582 Antiquariate aus 27 erreichen. Selbst gegen große Firmen.“ Wie es Ländern – 13 davon aus Österreich – dem zum Erfolg gegen eine von Amazons Tochter- Widerstand an. Eine Woche lang nahmen­sie firmen kam, ist nicht nur eine interessante aus Protest gegen AbeBooks ihre von ihnen Geschichte, sondern möglicherweise ein Fin- selbst angebotenen Bücher von der Plattgerzeig für die Zukunft der ganzen Branche. form. Sieben Tage lang waren die BuchbeVor etwa zehn Jahren veränderten die stände als „on vacation“ markiert und damit großen Internetplattformen das Antiquari- nicht mehr käuflich erwerbbar. AbeBooks

spürte die negativen Folgen dieses „Kollektivurlaubs“ schnell: Vom 5. bis 11. November waren mehr als 3,7 Millionen Werke plötzlich für Kundinnen und Kunden nicht mehr verfügbar. Die internationale Medienberichterstattung über diese Aktion, die vom britischen Antiquar Simon Beattie ausging, tat ihr Übriges. Steinbach nennt die Aktion „eine Welle der Solidarität, wie sie kaum jemand erwartet hätte.“ Auch die Präsidentin des internationalen Antiquariatsverbands ILAB (International League of Antiquarian Booksellers), Sally Burdon, rief die Mitglieder zum Protest auf. Gleichzeitig entschied sich die ILAB zu einem öffentlich wirksamen Schritt: AbeBooks war als Sponsor der verbandseigenen Buchmesse 2019 in London vorgesehen. Nun richtete die ILAB per Presseerklärung AbeBooks aus: „Unsere Mission ist es, den höchsten Standard für den weltweiten Verkauf von seltenen Büchern zu verteidigen, unabhängig vom Standort. Leider müssen wir feststellen, dass AbeBooks zu diesem Zeitpunkt für uns kein geeigneter Sponsor ist.“ Diese gemeinsame Aktion hatte mehr Erfolg als erwartet. Die hohe Anzahl an beteiligten Antiquarinnen und Antiquaren zog die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. So berichteten unter anderem die New York Times und zahlreiche britische Zeitungen. Nun sah sich AbeBooks gezwungen, einen Schritt auf die Antiquare zuzugehen. Noch im November lud der CEO von AbeBooks zu einem Gespräch ein. Dabei entschuldigte er sich für das Vorgehen gegen die Antiquare. Offenbar war dem Konzern der Druck unangenehm, auch wenn Michael Steinbach nicht glaubt, dass Amazon durch die Aktion große Einbußen erlitten hat. „Doch eine üble Nach» rede in der internationalen Presse

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– Essenziell – Die Welt der Antiquare

WELTWEIT VERNETZT DIE MESSETERMINE 2019 24.–26. Jänner: Antiquaria Ludwigsburg 25.–27. Jänner: Stuttgarter Antiquariatsmesse 8.–10. Februar: California International Antiquarian Bookfair 22.–24. Februar: Antiquariats-Messe Zürich 7.–10. März: New York International Antiquarian Book Fair 16.–24. März: TEFAF Maastricht 21.–24. März: Leipziger Antiquariatsmesse

In den österreichischen Antiquariaten gibt es viele Bücherschätze und Drucke zu entdecken

29.–30. März: Edinburgh Premier 12.–14. April: Salon International du Livre rare & de l’Objet d’art

will niemand“, sagt der Vorsitzende des österreichischen Verbands der Antiquare.

14. April: Rhein-Main Antiquaria 6.–7. Juni: London Antiquarian Book Fair 7.–9. Juni: Firsts, London’s Rare Book 8.–9. Juni: London Map Fair 13.–15. Juni: Salon du Mont des Arts, Brüssel 12.–14. Juli: Melbourne Rare Book Fair 1.–3. November: Antiquariats-Messe Zürich

ES DROHT SCHWERES UNGEMACH AUS BRÜSSEL Eine gewonnene Schlacht ist kein gewonnener Krieg. Alle an der Aktion der Antiquare Beteiligten wissen: Auch in Zukunft wird es Solidarität brauchen. Denn nicht nur Amazon macht den Antiquarinnen und Antiquaren das Leben schwer. Auch die EU droht neue Hürden aufzubauen (siehe auch: Gastkommentar im anzeiger 4/2018). Um dem Handel von illegalen archäologischen Raubstücken aus Kriegsgebieten wie Syrien beizukommen, will die Europä-

ische Union ein neues Gesetz verabschieden. Dieses wird die Einfuhr solcher Güter aus Drittländern ab einem Wert von 10.000 Euro genehmigungspflichtig machen. Das Gesetz soll nun auch auf Bücher ausgeweitet werden. Michael Steinbach erklärt: „Das ist völliger Schwachsinn. Wir kämpfen schon lange dagegen. Ich habe dazu bereits dem zuständigen Bundesminister und unseren Repräsentanten in Brüssel geschrieben.“ Die endgültige Entscheidung über das Gesetz soll Anfang 2019 fallen. Steinbach glaubt nicht, dass es noch zu verhindern sein wird. Im Gesetz wird die Genehmigungspflicht für Bücher anvisiert, die mehr als hundert Jahre alt sind. Die Protestierenden hoffen auf

VERBAND DER ANTIQUARE ÖSTERREICHS Der Verband der Antiquare Österreichs wurde 1949 gegründet und ist ein Fachverband des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels und Mitglied der International

Neu in der Auslieferung Ennsthaler ab 1.12.2018

League of Antiquarian Booksellers (ILAB). Die Mitglieder des Verbandes der Antiquare Österreichs unterwerfen sich freiwillig dem „Code of Ethics“, einer auf die österreichischen Verhältnisse adaptierten Form der

Verlagsauslieferung Stadtplatz 26, 4400 Steyr Tel: 07252-52053-21; -23 Fax: -22 e-mail: auslieferung@ennsthaler.at

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„Rules, Customs and Usages“ der ILAB. Aktuell hat der Verband der Antiquare Österreichs 29 Mitglieder.

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– Essenziell – Die Welt der Antiquare

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eine Anhebung dieser Zeitspanne. Sie wollen­ eine Grenze bei 250 Jahren und einem Wert, der 50.000 Euro übersteigt. Denn die Prüfung eines Verkaufs durch die entsprechende amtliche Institution könnte in jedem Einzelfall bis zu sechs Monate dauern.­Viel zu lange, meint Steinbach und fügt hinzu:­Durch diese Prüfung könnte Europa in diesem­Bereich seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren. NACHWUCHS GESUCHT UND WOMÖGLICH JUGEND GEFUNDEN Die Branche hat wirklich viel um die Ohren. Eines der größten Probleme ist der fehlende Nachwuchs oder, besser gesagt, die schwindende Chance für ihn. Selbst Steinbach würde nachkommenden Generationen den Weg in die Selbstständigkeit nicht unbedingt empfehlen. „Die Rahmenbedingungen, um einem jungen Menschen die Gründung eines eigenen Antiquariats zu empfehlen, sind einfach nicht mehr da. Allerdings meine ich, dass es sich durchaus lohnt, in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen und es zu übernehmen, wenn die Bedingungen günstig sind.“ Daniela Wildner, die Antiquarin aus Graz, sieht ein weiteres Problemfeld: Die Sammlerinnen und Sammler von alten Büchern werden selbst immer älter. Wildner führt ihr Geschäftslokal bereits in der dritten Generation­ und sieht aktuell einen Trend zur modernen Kunst statt zum alten Buch. Trotzdem will sie die Hoffnung­nicht aufgeben und setzt wie Steinbach und andere­Kolleginnen »

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Michael Steinbach mit Michael Niavarani­auf der BUCH WIEN 19 nes Druckwerks geschätzt. Vermarktung ist ganz wichtig, erklärt Steinbach. Auch an den HVB richtet er einen Wunsch für die nahe Zukunft. Er ist sich bewusst, dass das Geld in heutigen Zeiten überall eng ist. Trotzdem wünscht er sich, dass der Hauptverband die Anliegen der Antiquare noch stärker berücksichtigt. Wie viele in der Branche arbeitet Steinbach hart daran, um den Antiquarinnen und Antiquaren Aufmerksamkeit zu verschaffen. Am liebsten hätte er, dass prominente ­Personen mit alten Büchern assoziiert werden. Nicht nur Bill Gates und Michael Niavarani, auch wenn diese ein Beleg dafür sind, dass auch Menschen, die im Fokus der

Medienaufmerksamkeit stehen, alte Bücher lieben. Auch Michael Steinbach selbst arbeitet mit den Medien, um seiner Branche Gehör zu verschaffen. Kürzlich nahm er bei der BUCH WIEN 19 auf der ORF-Bühne an einem Gespräch mit Michael Niavarani teil. Der Antiquar hofft, dass solche Anlässe potenzielle neue Sammlerinnen und Sammler in die Antiquariate bringen. „In unserer schnelllebigen Zeit muss man wieder und immer wieder auf das eigene Geschäft hinweisen.“ Am besten gemeinsam, wie auch der Sieg im Fall AbeBook zeigt. Meist kommt man im Leben mit Solidarität und Zusammenarbeit am weitesten.

FOTO:RICHARD SCHUSTER

» dennoch auf die Jugend: „Ich kann feststellen, dass es einige junge Menschen­ gibt, die von alten Büchern fasziniert­sind.“ Dieser neuen Käuferschicht will sie entgegenkommen und gibt sich in ihrem Anliegen optimistisch: „Genau solche Menschen versuche ich, in persönlichen Gesprächen mit Fachwissen an ein Buch zu fesseln oder sie dafür zu begeistern. Vielleicht werden sie dadurch zu künftigen Sammlern!“ Ganz wichtig sei für sie dabei, die Jugend wieder „bildungshungrig“ zu machen. Auch Steinbach sieht hier den Knackpunkt. Er wünscht sich eine klarere Linie in der Bildungspolitik: „Eine solide Grundausbildung ist das A und O. Dann kann man auch Interesse für neue und alte Bücher wieder wecken.“ Im Geschäftsalltag der Antiquarinnen und­Antiquare beobachtet Michael Steinbach durchaus Maßnahmen, um neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Immer mehr Antiquarinnen und Antiquare listen ihre Bücher wieder in eigenen Katalogen. Diese seien zwar teuer in Produktion und Versand, doch wird auch von den potenziellen Sammlerinnen und Sammlern das haptische Erlebnis ei-

„Zu wissen, dass am Ende eines langen Tages ein gutes Buch auf einen wartet, macht den Tag fröhlicher.“ Kathleen Norris

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2019!

Benedikt Föger Präsident

Gustav Soucek Geschäftsführer

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– Schwerpunkt – Gesundheit & Naturheilkunde

Ausgestresst und fitbewegt Besser auf sich zu achten ist immer ein guter Vorsatz fürs neue Jahr. Dazu passend präsentieren wir die wichtigsten Neuerscheinungen aus den Bereichen Gesundheit und Naturheilkunde Text: Teresa Preis

fangsstadium besonders effektiv mit Hausmitteln und Heilpflanzen lindern und behandeln. Das Buch enthält praktische Tipps zur Vorbeugung und schnelle Rezepte für die eigene Hausapotheke­. Faumas Anwendungen­basieren nicht nur auf einfachen Zutaten. Sie sind auch schnell zubereitet mit dem, was sich sowieso schon zu Hause be­ findet. Heimisch geht es auch in Arnold Achmüllers „Alpenmedizin“ (Edition Raetia) zu. Der Apotheker ist Experte für traditionelle Alpenmedizin und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Heilwissen der Berge zu erhalten. In mehr als sechzig Rezepten für Salben, Badezusätze und Wickel zeigt Achmüller, warum alpine Hausmittel wirklich helfen, wie Worte und Rituale heilen können und welche Beeren, Wurzeln und Rüben besonders gesund sind. Außerdem erklärt der Apotheker, was es mit der besonders guten Alpenluft auf sich hat. Johannes Gutmann ist Gründer und Geschäftsführer von Sonnentor: In „Wer spinnt, gewinnt! Geschichten über Freude, Mut und Bauchgefühl“ (Styria) gibt er Einblick in seinen Aufstieg abseits des Mainstreams. Einst wurde er als Spinner belächelt, heute beliefert Gutmann mit seinem Unternehmen Kundinnen und Kunden auf der ganzen Welt. Dabei hat der Waldviertler nicht nur sein berufliches und privates Glück gefunden. Mittlerweile hat seine Firma Sonnentor Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In seinem sehr persönlichen Buch zeigt Gutmann nun, wie es gelingen kann, tief empfundene Werte mit erfolgreichem Wirtschaften und nachhaltiger Entwicklung zu verbinden. Eine inspirierende Geschichte über den Mut zum Aufbruch.

Natürliche Heilmittel, Pflanzenkuren und Alpenmedizin Wie vielfältig das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde ist, das zeigt Elfrune Wendelberger in „Heilpflanzen. Erkennen – Sammeln – Anwenden“ (blv). Der kompakte Naturführer gibt nicht nur konkrete Hinweise zum Zubereiten von Salben, Tees und Tinkturen. Er hilft auch beim Erkennen der jeweils richtigen Pflanzen und legt den Grundstein dafür, verschiedene Krankheiten und Beschwerden sanft und ohne Nebenwirkungen zu kurieren. Das Buch enthält zahlreiche Porträts der wichtigsten heimischen Heilpflanzen, ihre Vorkommen und Anwendungsgebiete. Dabei helfen Farbfotos bei ihrer Bestimmung. Auch für Kinder sind Hausmittel eine echte Alternative. Schließlich kommen Erkältungen und Fieber, Bauchschmerzen oder kleinere Unfälle in den ersten Lebensjahren besonders häufig vor. Claudia Schauflinger wurde im ländlichen Oberösterreich geboren und erklärt in ihrem neuen Buch „Bäuchlein-Öl & Zwiebelsocken“ (maudrich), warum Natur- und Erfahrungsmedizin eine unkomplizierte, kindgerechte und nebenwirkungsfreie Alternative sein können. Wie schon in ihren Eltern-Workshops und auf ihrem erfolgreichen Blog kinderhausmittel.com zeigt Schauflinger auch in diesem Buch aus der neuen Reihe maudrich Naturapotheke bewährte Hausmittelrezepte und erfolgreiche neue DIY-Ideen für den sanften Umgang mit dem eigenen Nachwuchs. Ein weiterer Titel der noch jungen Reihe ist Eva Faumas „SOS Erkältung. Natürliche Hausmittel bei Husten & Co“. Gerade um diese Jahreszeit haben viele mit lästigen Erkältungssymptomen zu kämpfen. Dabei lassen sich diese schon im An-

Die vielen Seiten der Ernährung: vom basischen Essen bis zu Ölen Ernährung ist ein Thema für alle. Schließlich essen wir ein Leben lang, und das sogar mehrmals täglich. Trotzdem ist es nicht einfach, bei all den Tipps, empfohlenen Maßnahmen und Diäten, die unaufhörlich auf uns einprasseln, einen roten Faden zu finden. Harald und Georg Stossier haben es

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Ein stressiges Leben lässt oft zu schnellen Lösungen greifen, deren Wirkung dann allerdings auch schnell verflogen ist. Wer sich hingegen in Achtsamkeit übt und etwa den Nutzen von Pflanzen, Kräutern und Ölen kennt, kann zu einem gesunden Leben finden. Die folgenden Neuerscheinungen greifen die aktuellsten Trends dazu auf.

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– Schwerpunkt – Gesundheit & Naturheilkunde

Die Natur bietet ein breites Spektrum an wirkungsvollen Heilmitteln. Für die richtige Anwendung stehen zahlreiche Neuerscheinungen zur Verfügung

sich daher mit „Ernährung – worauf es wirklich ankommt“ (Verlagshaus der Ärzte) zur Aufgabe gemacht, in diesem Dschungel an Informationen verlässliche Antworten zu geben. Dabei konzen­ trieren sich die beiden Autoren auf die Ernäh­ rungsgrundlagen und helfen so, die jeweils indi­ viduelle gesunde Ernährungsform zu finden. All das unter Einbeziehung der eigenen Vorlieben, des Geschmacks und des sozialen Umfelds. Neben vie­ len anderen Aspekten wird zum Beispiel erklärt, warum Fett nicht automatisch dick macht und die Ernährungspyramide aus der Schulzeit so heute nicht mehr gültig ist. Einen praktischen Ratgeber legt Elisabeth Fischer­mit ihrer „Säure-Basen-Küche für jeden Tag“ (Kneipp Verlag) vor. Die Bestsellerautorin hat insgesamt schon 52 Bücher veröffentlicht und erklärt hier, wie sich köstliche basische Ge­ richte ganz einfach in den Alltag einbauen lassen. Schließlich zeigen viele Menschen die klassischen Symptome eines gestörten Säure-Basen-Verhält­ nisses – wie zum Beispiel Übergewicht, vorzeitige Hautalterung und Müdigkeit –, zweifeln jedoch daran, dass sie Zeit für einen basischen und ge­ sunden Lebensstil haben. So sind alle Rezepte in Fischers Buch dann auch in höchstens dreißig Minuten­zuzubereiten. Zudem gibt sie Tipps für den täglichen Einkauf, die Vorratshaltung, und fast nebenbei vermittelt Fischer dabei ihr „basi­ sches“ Know-how. Einblick in die vielseitige Welt der Pflanzen­ öle zeigen Tina Krupalija und Ingrid Karner mit „Die Kraft der wertvollsten Pflanzenöle“ (Kneipp Verlag). Bereits seit Jahrtausenden werden Öle aus Nüssen, Früchten und Samen gewonnen und nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zur Schönheitspflege eingesetzt. Rund zwanzig natur­ reine Pflanzenöle und Pflanzenfette zur äußeren und inneren Anwendung werden in diesem Buch vorgestellt: mit Rezepten für Naturkosmetik, Hautpflegetipps und natürlich dem Thema Er­ nährung – denn die ausgewählten Öle und Fette enthalten Wirkstoffe, die einen positiven Einfluss auf Immun-, Nerven- und Hormonsystem haben sollen.

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– Schwerpunkt – Gesundheit & Naturheilkunde

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Mit Achtsamkeit gegen den Stress, Zellintelligenz und Home Spa

Kaum etwas beeinflusst unsere Lebensfreude so sehr wie der Stress. In ihrem Buch „Emotionale Stresskompetenz“ (Goldegg Verlag) zeigt Michaele Kundermann, warum die häufigsten Stressauslöser emotionaler Natur sind. Zeitgleich bietet sie einfache, alltagstaugliche Lösungen, um das Übel an der Wurzel zu packen. Schließlich ist es möglich, die eigenen Stressursachen zu identifizieren, zu vermeiden und die Stressgefühle in gesunde Energie zu verwandeln. So werden Kreativität, Leistungsfähigkeit, Konzentration und Lebensfreude erfolgreich gestärkt. Ebenfalls im Goldegg Verlag erschienen ist Claudia Kloihofers „Die Intelligenz der Zellen. Wie unser Denken und Fühlen das Zellgedächtnis steuert“. Die Autorin präsentiert verblüffende Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die erklären, wie unser Denken und Fühlen aus dem Zellgedächtnis gesteuert wird. Wie Kloihofer zeigt, ist es möglich, negative Situationen und mentale Schmerzen mithilfe der Körper-Resonanz-Methode in den Griff zu bekommen und das Leben wieder leichter zu machen. Einen Ratgeber für alle Jahreszeiten präsentieren Patricia Schatzlmayr und Heidi Artmann mit „Mindful Me. Achtsam durchs Jahr“ (maudrich). Die beiden Expertinnen erklären, wie sich das Konzept der Achtsamkeit, also der Kunst, im Moment zu leben, im Alltag umsetzen lässt. Schatzlmayr ist Ernährungscoach und Autorin. Genau wie die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin Artmann verfügt sie über reichlich Erfahrung aus der Praxis. Die beiden Mütter zeigen, wie sich Achtsamkeit durch Atem- und Körperübungen stärken lässt und wie achtsames Essen zu allen Jahreszeiten möglich ist. Auch für entspannende und wohltuende Anwendungen im „Home Spa“ gibt es Tipps. Ariane Hitthaller, Christa Weidinger und Monique Breithaupt-Peters legen ihren Fokus auf die Wichtigkeit der Nährstoffe. In „Reenergize! Das Anti-Stress-Programm für Körper und Seele“ (maudrich) machen die Autorinnen deutlich, wie sich Nährstoffe aktiv nutzen lassen – sei es zur Stärkung der psychischen Abwehrkräfte oder als Vorbeugung körperlicher Erschöpfung. Das Buch bietet Informationen zum Nährstoffbedarf und mehr als vierzig Rezepte für zu Hause und zum Mitnehmen. Als Bonus gibt es ein Glücksmomente-Tagebuch mit praktischen Übungen.

Dem Körper Gutes tun: Aufrechte Haltung, Biestmilch, Waving Bis zu ihrem schweren Motorradunfall ignorierte auch Claudia Kloihofer wie viele andere Menschen die Warnzeichen ihres Körpers. In „Sig-

Die Seele baumeln lassen und dem Körper Gutes tun führt zu Glücksmomenten

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Natürlich gegen Infekte & Co.

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nale des Körpers“ (Goldegg Verlag) schildert sie nicht nur den Weg zurück in ein erfülltes Leben. Kloihofer handelt zudem ab, warum Stress und Symptomen wie Nervosität, Gereiztheit, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Allergien, Herzrasen oder Kopfschmerzen mehr Aufmerksamkeit gegeben werden sollte. All das wird mit Erkenntnissen aus den Gehirn- und Neurowissenschaften belegt – und sie erzählt, wie sie ihre innere Führung und den Glauben an sich selbst wiedergefunden hat. Auf die Signale des eigenen Körpers zu achten, dabei hilft auch Susil Kannangara in „Ayurveda & Körperlesen“ (Goldegg). Der Autor erklärt, wie es gelingt, den eigenen Körper richtig zu schützen und zu pflegen, sowie welche Fehlstellungen das Wohlbefinden beeinflussen. So werden durch diese neue Methode des Körperlesens vorhandene Fehlstellungen, die aus einseitigen Bewegungen, Verletzungen oder Infektionen resultieren können, aufgespürt und die aufrechte Haltung wird komplett neu erlernt. Dem Thema Entzündungen widmet sich Susann Kräftner in „Entzündet! Die stillen und gefährlichen Auslöser von Übergewicht und Tumoren – und was wir dagegen tun können“ (Kneipp Verlag). Obwohl sie unser Immunsystem schwächen und chronisch krank machen, werden stille Entzündungen in vielen Fällen zu spät bemerkt. Deswegen versucht Kräftner den Fokus auf die Sensibilisierung des Körpergefühls zu lenken und darauf, wie sich die indirekten Zeichen einer chronischen Entzündung so früh wie möglich erkennen lassen. Kräftner arbeitete einst als Allgemeinärztin, bevor sie sich ihrer freien Tätigkeit in der Immun- und Systembiologie widmete. Heute www.facultas.at ist sie Expertin für Biestmilch. Der Rücken ist ein besonders leidiges Thema für viele Menschen. Michael Vitek, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, verspricht Abhilfe in „Waving. Der neue Lifestyle gegen Schmerzen“ (Verlagshaus der Ärzte). Vitek erläutert dabei, warum der Arztbesuch zwar kurzfristige Erleichterung und Schmerzbefreiung bringt, aber nur ein aktiver Lebensstil eine langfristige Lösung darstellt. Waving bietet sich mit einer Kombination aus symmetrisch-rhythmischen, langsamen und fast unmerkbareren Bewegungen als besonders gute Alternative an. Auch leichte Konzentrationsübungen und Atemtechniken sind Teil der permanenten Rückenstärkung. Die zahlreichen Übungen im Buch animieren dazu, die Muskulatur zu trainieren und zu entspannen und dadurch die Durchblutung und Elastizität der Bandscheiben zu verbessern. Geeignet ist das Buch sowohl für Schmerzpatienten als auch Gesunde, die etwas für ihren Rücken tun wollen.

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PETRA BRACHT, ROLAND LIEBSCHER-BRACHT Die Arthrose-Lüge  Goldmann  € 14,40 YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit  Penguin  € 15,50 YUVAL NOAH HARARI Homo Deus  C.H.Beck  € 15,40 JOHANNES HUBER Es existiert Goldmann  € 12,40 JOHANNA PAUNGGER, THOMAS POPPE  Das Mond-Jahrbuch 2019 Goldmann  € 9,30 JOHN STRELECKY The Big Five for Life DTV Verlagsgesellschaft  € 10,20 DR. MED. ECKART VON HIRSCH­ HAUSEN  Wunder wirken Wunder Rowohlt TB  € 12,40

PETER AHORNER 10 Man bringe den Spritzwein!

JAMES BOWEN  10 Mein bester Freund Bob

Sachbuch E-Book

Ratgeber Hardcover

15

Ueberreuter Sachbuch  € 10,–

1

MICHELLE OBAMA Becoming NEU Goldmann  € 19,99 STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen 2 Klett-Cotta  € 15,99

NEU Lübbe Taschenbuch  € 10,30

1 10

MATHIAS K. THUN Aussaattage 2019 Maria Thun® J. Aussaattage M. Thun  € 9,30 KATHARINA SCHMID Kopfsache gesund Edition A  € 22,00

2

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3

STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden 4 Kailash  € 15,50 CHRISTINA BAUER Backen mit Christina 5 Löwenzahn  € 24,90 THOMAS BREZINA Tu es einfach und glaub daran 1 Edition A  € 20,00 CHRISTINA BAUER Kuchen backen mit Christina 7 Löwenzahn  € 24,90 ALEXANDRA REINWARTH Das Leben ist zu kurz für später 6 MVG Verlag  € 17,50 SOPHIA THIEL Fit & stark mit Sophia NEU ZS Verlag  € 20,60 ELISABETH LUST-SAUBERER, ANDREAS KÖNIG Süße BauernweihNEU nacht Pichler Verlag   € 25,00 JAMIE OLIVER Jamie kocht Italien 9 Dorling Kindersley  € 27,80

KATHARINA SCHMID Kopfsache gesund NEU Edition A  € 16,00 STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden 17 Kailash / Sphinx  € 11,99 YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit 5 Pantheon  € 13,99 YUVAL NOAH HARARI 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert 9 C.H.Beck  € 19,99 MICHELLE HUNZIKER Ein scheinbar perfektes Leben NEU Bastei Entertainment  € 14,99 BAS KAST Der Ernährungskompass 3 C. Bertelsmann  € 17,99 ALEXANDRA REINWARTH Am Arsch vorbei geht auch ein Weg 12 MVG Verlag  € 12,99 SUSANNE WIESINGER, JAN THIES Kulturkampf im Klassenzimmer 1 Edition QVV  € 18,99

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100 Steuer-Tipps Wissen ist Geld: Wertvolle Hilfe bei Arbeitsnehmerveranlagung und Einkommenssteuerklärung, legale Gestaltungsräume für Ausgaben und Einnahmen sowie Erkenntnisse aus jährlich 2.500 Urteilen werden in 100 Kurzbeiträgen verständlich behandelt. Gewinnbringendes Wissen ist garantiert!

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Bahnhofsbuchhandel sowie Elektro-und Drogeriemarkt 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

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19.12.18 11:46


– Bestenliste Dezember 2018 –

Neu für den Buchhandel!

Bestenliste Dezember 2018 1.

Sachbücher des Monats

1.

PHILIPP WEISS

JÖRN LEONHARD

Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen Suhrkamp

Der überforderte Frieden C. H. Beck

2.

2.

NEIL MACGREGOR

GÜNTER WELS Edelweiß Czernin

Leben mit den Göttern C. H. Beck

3.

3.

ADRIANA ALTARAS

WILHELM HEITMEYER

Die jüdische Souffleuse

Autoritäre Versuchungen

Kiepenheuer & Witsch

Suhrkamp Verlag

4.

4.

STEWART O’NAN

SVENJA FLASSPÖHLER

Stadt der Geheimnisse Rowohlt

Die potente Frau Ullstein Verlag

5.

5.

WOLFGANG ENGLER/JANA HENSEL

ex aequo: DIDI DROBNA

Wer wir sind Aufbau Verlag

Als die Kirche den Fluss überquerte Piper

5.

6.

ex aequo: ​GORAN VOJNOVIĆ Unter dem Feigenbaum Folio

HANS-PETER MÜLLER/TILMAN REITZ

Simmel-Handbuch Suhrkamp (stw)

5.

Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und Buchhänd­ lerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlens­ werten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.

ex aequo: ​: IWAN TURGENJEW Aufzeichnungen eines Jägers Hanser

5.

ex aequo: ​: MICHAIL BULGAKOW Die weiße Garde Galiani

9. ex aequo: CHRISTIAN LORENZ MÜLLER Ziegelbrennen Otto Müller

9. ex aequo: MICHAEL ONDAATJE Kriegslicht Hanser

9.

7. YUVAL NOAH HARARI

Die Liste „Sach­ bücher des Monats“ wird durch Exper­ tInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissen­ schaften.

8. JARON LANIER

Aufbruch einer neuen Zeit Hoffmann & Campe

9. MARTIN SEEL

Nichtrechthabenwollen S. Fischer Verlag

10. ALADIN EL-MAFAALANI

ex aequo: RICHARD POWERS

Das Integrationsparadox Kiepenheuer & Witsch

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

-1,0 % -2,6 % +1,2 % 22_Anzeiger_12_18 22

C. H. Beck Verlag

Die Wurzeln des Lebens S. Fischer

Marktdaten November2018

Umsatz

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.

Die ORF-Bestenliste

19.12.18 11:47


– Klassiker – neu entdeckt

So muß man

den Fenstern das Räuspern der Schildwache, die in ihren schweren Stiefeln ein paar Schritte langsam macht, um die steifen Beine zu bewegen (…) [A]uf dem Hof, wo ich spaziere, kommen oft Wagen vom Militär, voll bepackt mit Säcken oder alten Soldatenröcken und Hemden, oft mit Blutflecken … die werden hier abgeladen, in die Zellen verteilt, geflickt, dann wieder aufgeladen und ans Militär abgeliefert. Neulich kam so ein Wagen, bespannt, statt mit Pferden mit Büffeln. Ich sah die Tiere zum erstenmal in der Nähe. Sie sind kräftiger und breiter gebaut als unsere Rinder, mit flachen Köpfen und flach abgebogenen Hörnern, die Schädel also unseren Schafen ähnlicher, ganz schwarz mit großen sanften Augen. Sie stammen aus Rumänien, sind Kriegstrophäen … die Soldaten, die den Wagen führen, erzählen, daß es sehr mühsam war, diese wilden Tiere zu fangen und noch schwerer, sie, die an die Freiheit gewöhnt waren, zum Lastdienst zu benutzen. Sie wurden furchtbar geprügelt, bis daß für sie das Wort gilt »vae victis« … Der begleitende Soldat, ein brutaler Kerl, fing an, derart auf die Tiere mit dem dicken Ende des Peitschenstieles loszuschlagen, daß die Aufseherin ihn empört zur Rede stellte, ob er denn kein Mitleid mit den Tieren hätte! „Mit uns Menschen hat auch niemand Mitleid!“ antwortete er mit bösem Lächeln und hieb noch kräftiger ein … Ich stand davor und das

es nehmen

LESEPROBE AUS: ROSA LUXEMBURG: BRIEFE AUS DEM GEFÄNGNIS (1917) Breslau. Mitte Dezember 1917 (…) Es ist mein drittes Weihnachten im Kittchen, aber nehmen Sie es ja nicht tragisch. Ich bin so ruhig und heiter wie immer. Gestern lag ich lange wach ich kann jetzt nie vor ein Uhr einschlafen, muß aber schon um zehn ins Bett dann träume ich verschiedenes im Dunkeln. Gestern dachte ich also: wie merkwürdig das ist, daß ich ständig in einem freudigen Rausch lebe ohne jeden besonderen Grund. So liege ich zum Beispiel hier in der dunklen Zelle auf einer steinharten Matratze, um mich im Hause herrscht die übliche Kirchhofsstille, man kommt sich vor wie im Grabe, vom Fenster her zeichnet sich auf der Decke der Reflex der Laterne, die vor dem Gefängnis die ganze Nacht brennt. Von Zeit zu Zeit hört man nur ganz dumpf das ferne Rattern eines vorbeifahrenden Eisenbahnzuges oder ganz in der Nähe unter

ÜBER DIESEN TEXT: Anleitung: Erich Klein

Anders als linke Ikonen von Lenin über Mao bis Che Guevara besitzt Rosa Luxemburg bis heute Plausibilität. Sie wurde als Deutschlands größte Revolutionärin bezeichnet und als Märtyrerin des Proletariats. Geboren wurde sie 1871 als Tochter eines jüdischen Holzhändlers im damals russischen Polen. Auf die humanistische Bildung am Gymnasium in Warschau folgten eine frühe Begeisterung für den Marxismus und politisches Engagement, das sich nach ihrer Emigration in die Schweiz und der Begegnung mit russischen Emigranten und Revolutionären rasch radikalisierte. Ihr Studium schloss sie in Zürich summa cum laude ab. Ab diesem Zeitpunkt gehörte Luxemburg zu den zentralen Akteuren europäischer Diskussionen

über den sogenannten Revisionismus der Sozialdemokratie: Sozialismus sei nur durch die Machtübernahme des Proletariats und Umwälzung der Produktionsverhältnisse zu erreichen: „Der Sozialismus hat zur Voraussetzung eine Reihe von Gewaltmaßnahmen – gegen Eigentum … Wer sich dem Sturmwagen der sozialistischen Revolution entgegenstellt, wird mit zertrümmerten Gliedern am Boden liegenbleiben.“ Dies gelte für jedes Land und international – ein Argument, das sie in radikalen Widerspruch zu jenen Sozialdemokraten brachte, die im Ersten Weltkrieg für die jeweils eigene imperialistische Nation zu den Waffen griffen. Verhaftungen und Gefängnisaufenthalte standen im Leben der Revolutionärin und Zeitungsredakteurin, die etwa das Schlagwort „Sozialismus oder Barbarei“ prägte, auf der Tagesordnung. Zu den

Tier blickte mich an, mir rannen die Tränen herunter es waren seine Tränen, man kann um den liebsten Bruder nicht schmerzlicher zucken, als ich in meiner Ohnmacht um dieses stille Leid zuckte. Wie weit, wie unerreichbar, verloren die freien, saftigen, grünen Weiden Rumäniens! Und hier diese fremde, schaurige­Stadt, der dumpfe Stall, das ekelerregende muffige Heu mit faulem Stroh gemischt, die fremden, furchtbaren Menschen, und die Schläge, das Blut … (…) Derweil tummelten sich die Gefangenen geschäftig um den Wagen, luden die schweren Säcke ab und schleppten sie ins Haus, der Soldat aber steckte beide Hände in die Hosentaschen, spazierte mit großen Schritten über den Hof, lächelte und pfiff leise einen Gassenhauer. Und der ganze herrliche Krieg zog an mir vorbei … Schreiben Sie schnell, ich umarme Sie, Sonitschka. Ihre Rosa Sonjuscha, Liebste, seien Sie trotz alledem ruhig und heiter. So ist das Leben und so muß man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd trotz alledem.

Rosa Luxemburg: Friedensutopien und Hundepolitik. Schriften und Reden Reclam, 2018

imposanten Zeugnissen aus ihrer Hand gehören jene Briefe, die sie während ihrer Haft zwischen 1915 und 1918 aus dem Berliner „Weibergefängnis“ an die befreundete Sonja Kautksy schrieb. Den letzten, hier zitierten Brief trug auch Karl Kraus bei seinen legendären Lesungen vor: Gegen die „Heldentotgeilheit“ im ewig weitertobenden Krieg und „um der Jugend Ehrfurcht vor dem Erhabenen der menschlichen Natur beizubringen“. Im Zuge der deutschen Revolution wurde sie bei der Niederschlagung des sogenannten Spartakusaufstands von rechten Freikorpsmännern am 15. Jänner 1919 in Berlin erschossen und in den Landwehrkanal geworfen. Beim Begräbnis des gleichfalls ermordeten Kampfgefährten Karl Liebknecht wurde auch symbolisch ein leerer Sarg für Rosa Luxemburg bestattet. Über 100.000 Menschen nahmen an der Trauerfeier teil.

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19.12.18 11:43


– HVB-Mitglieder im Porträt – Antiquariat Mag. Michael Bauer, Wien Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Christopher Mavrič

„Das ist wie Schwammerlsuchen – man weiß nie, was einen erwartet“

Michael

Bauer Z

artes, warmes Licht scheint aus dem kleinen Antiquariat mit hölzernen Fensterläden in der Gentzgasse im 18. Wiener Gemeindebezirk. Betritt man das Geschäft, grüßt einen der Besitzer Mag. Michael Bauer freundlich. Er sitzt an seinem Schreibtisch im Kolonialstil, im Rücken ein alter Gasofen. „Ich hoffe, Ihnen ist nicht zu kalt“, sagt er entschuldigend. „Mir ist es lieber, die Kunden schwitzen nicht, wenn sie im Winter ihre Mäntel anlassen.“ An zwei Tagen pro Woche (Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 17 bis 19 Uhr) öffnet der Antiquar seine Pforten für sein Stammpublikum. Meist sind es leidenschaftliche Sammlerinnen und Sammler jenseits der sechzig, die genau wissen, was sie suchen. Laufkundschaft, erzählt er, hat er hier kaum. „Das Geschäft steht in einer denkbar kundenunfreundlichen Umgebung. Mich findet nur, wer mich sucht.“ Auf insgesamt hundert

Quadratmetern bietet Mag. Bauer eine fein sortierte Auswahl an alter Grafik, Viennensia und Austriaca, etwa die Memoiren einer Gräfin aus dem Biedermeier, aber auch Bücher über Geografie, Philosophie, Kulturgeschichte oder Erstausgaben. Woran hängt sein Herz besonders? „Ich versuche, aus jedem Bereich etwas anzubieten. Persönlich liebe ich Ansichten aus Österreich.“ Davon hat Mag. Bauer etwa tausend Stück. Es sind Blätter, wie sie früher bei Rechtsanwälten und Notaren hingen, Innenstadtansichten aus einer vergangenen Zeit. Er seufzt, während er durch eine Auswahl an Stichen blättert. „Heute interessieren diese schönen Kupferstiche nur noch die wenigsten.“ Der Zufall wollte es, dass Mag. Bauer nach dem Jus-Studium bei einem Antiquar in der Seilergasse anheuerte. Später wechselte er in das Wissenschaftsministerium und bearbeitete nebenbei Kataloge für einen Wiener

Antiquar – zu sehr faszinierte ihn die Welt des alten Buchs. 1996 schließlich folgte der Entschluss, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Den Job im Ministerium behielt er, denn es sei nur mehr schwer möglich, nur vom Antiquariat zu leben: „Die Jungen wollen und können sich keine alten Bücher leisten. Das Geld wird heute lieber in Reisen investiert.“ Auch der Schwarzhandel, die Tatsache, dass immer mehr Nachdrucke verkauft werden, sowie die durch das Internetzeitalter geprägte Schnelllebigkeit seien Faktoren, die über kurz oder lang das Aus für viele Antiquariate bedeuten würden, prophezeit Mag.  Bauer. Trotzdem komme es für ihn nicht infrage, sein Geschäft zuzusperren. „Der Handel mit Antikem ist meine Leidenschaft. Es gibt für mich wenig Schöneres als einen Anruf, eine Bibliothek besichtigen zu können. Das ist wie Schwammerlsuchen: Man weiß nie, was einen erwartet.“ Während Mag. Bauer stolz durch seine Handbibliothek führt, in der zahlreiche Nachschlagewerke stehen, öffnet sich die Tür. Ein Passant tritt ein. Schnell wird klar, wirklich kaufen will er nicht, vielmehr nützt er die Zeit, um mit dem Antiquar zu plaudern. Mag. Bauer seufzt: „Man ist hier auch Gesprächstherapeut. Spontan gekauft wird leider nur mehr selten etwas.“

Antiquariat Mag. Michael Bauer Gentzgasse 99, 1180 Wien

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19.12.18 11:42


– HVB-Mitglieder im Porträt – Braumüller Verlag, Wien

Foto: Nini Tschavoll

Konstanze und Bernhard Borovansky

A „Verlage müssen Wissen vernähen und verknüpfen“

ngefangen hat es vor 15 Jahren, als Konstanze und Bernhard Borovansky sich bei der Frankfurter Buchmesse kennenlernten. Noch ahnte man nichts von der großen Aufgabe, die ihnen bald bevorstehen sollte. Der Braumüller Verlag befindet sich im Servitenviertel im 9. Wiener Bezirk. 1783 gegründet, feierte er heuer sein 235-jähriges Jubiläum. Seit 1915 ist er in Familienbesitz und sollte das auch bleiben. „Meine Mutter hat sich das immer gewünscht“, sagt Konstanze Borovansky. Den Wunsch erfüllte sie und übernahm 2008 mit ihrem Mann Bernhard. Sie trennten sich von Wissenschaft und Schulbuch und beschlossen, den Literaturund Sachbuchbereich weiter auszubauen. Die Arbeitsteilung ist klar: Während sie sich um Organisatorisches wie Buchhaltungsvorbereitung, die Lizenzen und Verträge und das Familienmanagement kümmert, ist Bernhard Borovansky mit Autorinnen und Autoren in Kontakt und stellt mit der Lektorin Anita Luttenberger das Programm

auf. Bei aller Harmonie im Beruflichen – beim privaten Lesevergnügen unterscheiden sie sich stark. „Unsere Bücherregale sind strikt getrennt“, lacht sie. Während die Verlegerin Krimis und Kochbücher liest, hält er sich an Klassiker wie ­Thomas Bernhard oder Robert Musil. „Wir sind beide richtige Büchermenschen.“ Bevor sie den Verlag übernahmen, arbeitete sie bei einer Tochterfirma des Manz Verlags, er betreute und betreut heute noch als ausgebildeter Buchhändler österreichweit Buchhandlungen im Marketingverbund Buch&Media. Wo sieht er die Hauptaufgabe eines Verlags? „Bei der Literatur geht es darum, berührende Texte zu entdecken. Wenn es um Ratgeber und Sachbuch geht, muss ein Verlag in der Lage sein, Wissen aus kompetenter Hand zu vermitteln.“ Das sei eine He­ rausforderung im Internetzeitalter, wo „loses Wissen“ beinahe überall abgefragt werden könne. „Der Konsument kann sich online zwar informieren, aber einordnen kann er nur schwer. Wir müssen Autoren finden, die das lose Wissen für unsere Konsumenten vernähen und verknüpfen.“ Nicht viele Autorinnen und Autoren können das gut – sie zu finden sei die große Aufgabe. „Ein Verlag muss den Markt miteinbeziehen. Um Bücher für die Schublade zu produzieren, brauchen Autoren keinen Verlag.“ Oswald Spengler, Otto Weininger, Wendelin Schmidt-Dengler oder Anton Pelinka: Die Liste an prominenten Autoren, die bei Braumüller veröffentlicht haben, ist lang. Von 500 bis 1.000 unangefordert eingesandten Manuskripten im Jahr werden maximal zwei verlegt, unter Mitarbeit von fünf festen Mitarbeiterinnen und einigen freien Lektoren, Grafikern und Korrektoren erscheinen im Jahr rund 40 bis 50 Bücher. Wie verbringen die Verleger und Eltern dreier Kinder ihren Urlaub? „Es gibt kaum Urlaubszeiten, wo wir nicht erreichbar sind“, sagt er. „Das Schöne ist: Wenn wir wirklich Auszeit brauchen, können wir uns auf unser tolles Team verlassen.“

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19.12.18 11:42


– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung SKRIBO Serringer, Hainburg

Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Christopher Mavrič

Jürgen Serringer „Schlägt man die Zeitungen auf, hat man genug Krimis. Da brauche ich mir keine Gewalt aufs Nachtkästchen zu legen“

I

ch bin Mädchen für alles!“ Jürgen Serringer lacht. „Es gab Zeiten, da hatte mein Arbeitstag 16 Stunden. Das habe ich massiv eingeschränkt.“ Zeit für ein Gespräch fand Jürgen Serringer trotzdem erst weit nach Geschäftsschluss, kurz nach einer abendlichen Lieferung. Als alleiniger Geschäftsführer verantwortet er den Spiel-, Buch- und Papierwarenhandel SKRIBO in Hainburg an der Donau. Hainburg, einst eine wichtige mittelalterliche Handelsstadt, ist mittlerweile vor allem als Durchzugsort für Bratislava-Reisende bekannt. Serringer muss daher mit schrumpfender Kundschaft kämpfen, obwohl er mit seinem Franchise-

Unternehmen nicht allein auf den Buchhandel angewiesen ist. Auf 280 Quadratmetern Geschäftsfläche verkauft er neben Taschenbüchern, Reiseführern, Kinder- und Jugendliteratur sowie Belletristik auch Spielwaren und Ausrüstung für den Bürobedarf. Er unterteilt sein Geschäft in drei Bereiche: das Detailgeschäft mit Papier, Buch und Spiel, das Zielgeschäft, wo er mit „büroprofi“ Firmenkunden betreut, und den Schulbuchbereich. Dieser ist enorm wichtig für den Umsatz der Buchsektion, erklärt Serringer: „Wir beliefern dreißig Schulen in der Umgebung. Gemeinsam mit der Belletristik macht das ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.“ Ein anderer bedeutender Teil seines Geschäfts ist der B2B-Absatz, also der Direktverkauf an Büros und Firmen in der Umgebung. Darunter hat er etwa Kunden wie die Raiffeisenbanken oder Sparkassen. Jürgen Serringer ist schon lange in der Branche. Nach der Handelsschule und einer Lehre bei der Buchhandlung Kuppitsch in Wien übernahm er mit 28 Jahren das Geschäft seines Vaters Gerald Serringer. Das war 1993. Seither sei besonders im Kinderund Jugendbereich ein Trend deutlich zu erkennen: „Bei Büchern für Kindergarten- und Volksschulkinder sind die Umsätze noch gut. Ab der AHS ändert sich das abrupt.“ Warum? „Die jungen Leute kaufen mittlerweile bei Amazon.“ Zusammen mit seiner Frau lebt Jürgen Serringer in einem Reihenhaus im benachbarten Bad Deutsch Altenburg. Die erwachsenen Kinder sind aus dem Haus, Zeit zum Lesen bleibt dennoch kaum. „Lesen ist für mich leider zum Luxus geworden. Nach einem langen Arbeitstag suche ich meinen Ausgleich lieber im Sport.“ Kommt Serringer doch einmal dazu, so liest er „alles, nur keine Krimis“, denn: Schlägt man die Zeitungen auf, hat man genug Krimis. Da brauche ich mir keine Gewalt aufs Nachtkästchen zu legen.“

SKRIBO Serringer

Ungarstraße 12, 2410 Hainburg an der Donau

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19.12.18 11:42


– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Bücherklause, Kitzbühel

Foto: Markus Kaps

„Gemeinsam kämpfen wir gegen die Großen“

Susanne und Oliver Thomson W

ir sind wie Asterix und Obelix, gemeinsam kämpfen wir gegen die Großen!“ Susanne Thomson lacht. Und mit ihr lacht einer ihrer beiden Söhne, Oliver. Zusammen stehen sie täglich in ihrer kleinen, behaglichen „Bücherklause“ im Kitzbüheler Stadtzentrum. Nicht nur zahlreiche Bücher, auch Geschenkpapier und fein ausgewählte Grußkarten zieren das kleine Geschäft mit Rundbogen, das sich „von selber schmückt“, wie Susanne Thomson stolz bemerkt. In edlem Grün gestrichen und mit zartem Blattgold verziert, hat das ehemalige Milchgeschäft auch heute nichts vom Charme vergangener Zeiten eingebüßt. 1927 von ihrem Vater gekauft, führte dieser es bis zu seinem Tod. Susanne Thomson, die zuvor Stationen in England, Hamburg, bei der Wagner’schen Universitätsbuchhandlung in Innsbruck gemacht hatte, übernahm schließlich 21-jährig den Betrieb. Ihren eigentlichen Traum, Hotelfachfrau zu werden, konnte sie nie verwirklichen.

Anders ihr Sohn Oliver: Er lernte den Hotelierberuf, wechselte aber bald zu seiner Mutter ins Geschäft. „Ein Knochenjob“ sei das Hotelierdasein für ihn gewesen, erinnert sich Susanne Thomson. Deshalb habe sie ihn mit zwanzig Jahren zu sich ins Geschäft geholt. „Hauptsächlich persönlich und kompetent“ – das, so Thomson, sei seitdem ihr gemeinsames Erfolgsrezept. „Wir sind für unsere Empfehlungen bekannt und lesen ausnahmslos alle Bücher, die wir ver­ kaufen.“ Stehen sie und Sohn Oliver einmal nicht in der Buchhandlung, kochen sie in ihrer Eigentumswohnung Marmeladen ein oder suchen das Weite: Gemeinsame Reisen führten Mutter und Sohn bereits nach Amerika, Mauritius oder Hongkong. International werde es aber ohnehin auch in Kitzbühel,

bemerkt die Buchhändlerin. Vor allem in der Wintersaison, wenn sich die Promiszene auf die Ski stellt oder das Hahnenkammrennen bevorsteht. Zu den Kundinnen und Kunden der Bücherklause zählen dann Prominente wie Fiona Swarovski mit Ehemann Karl-Heinz Grasser oder Uschi Glas. Die Wintersaison sei jedoch bei Weitem nicht die beste für Thomson. „Da ist hier weniger los, als man glaubt. Da bevorzugen die Tiroler zu essen und zu trinken. Gelesen oder gekauft wird in dieser Zeit kaum“, seufzt die Buchhändlerin. Den allgemeinen Käuferschwund führt sie auf die zunehmende Online-Konkurrenz zurück: „Wie viele andere Buchhändler leiden auch wir unter der Branchenkrankheit Internet. Wegen Google werden Atlanten, Lexika oder Bildbände und Kochbücher viel weniger gekauft als früher.“ Doch die Buchhändlerin und ihr Sohn lassen sich nicht unterkriegen. Im Gegenteil: „Wissen Sie, ich bin jetzt 76. Wir kämpfen zwar gerade gegen die Online-Riesen, aber gemeinsam schlagen wir auch diese Schlacht.“

Bücherklause K. Haertel Susanne und Oliver Thomson Vorderstadt 20, 6370 Kitzbühel

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19.12.18 11:42


– Selbstredend –

„Hinter dem Banalen steckt was anderes“ VERENA MERMER HAT ZWEI ROMANE ÜBER MENSCHEN UND GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN IN ASERBAIDSCHAN UND RUMÄNIEN GESCHRIEBEN. IM GESPRÄCH ERLÄUTERT SIE IHRE ERFAHRUNGEN UND IHRE ARBEITSWEISE Interview: Erich Klein Fotos: Stefan Knittel

V

erena Mermer, geboren 1984 in St. Egyden am Steinfeld (Niederösterreich), studierte Germanistik, Romanistik und Indologie. Arbeitsaufenthalte in Delhi, Baku und Cluj-Napoca. Sie lebt derzeit in Wien und arbeitet als Autorin und Literaturwissenschaftlerin. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter das START-Stipendium für Literatur (2014), den Exil-Literaturpreis für AutorInnen mit Deutsch als Erstsprache (2016), ein Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin (2017) und zuletzt den Gustav-Regler-Förderpreis (2017). Sie veröffentlichte in Antholo­gien und Literaturzeitschriften wie „kolik“ und „perspektive“ sowie zwei Romane. Frau Mermer, Ihr erster Roman „die stimme über den dächern“ spielt in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Was hat Sie dorthin verschlagen?­ Verena Mermer — Ich wollte nach dem Studium nicht arbeitslos werden. In Baku gab es einen Restplatz für ein Praktikum, und den bekam ich. Machen wir eine Schritt zurück: Wie kam es zu Ihrer exotischen Fächerkombination Romanistik, Indologie und Germanistik? Mermer — Ich kann mit „exotisch“ wenig anfangen. Exotisch ist, was einem Menschen fremd ist. Das war bei mir nicht der Fall. Ich hatte einen persönlichen Bezug zu Italien, auch Indien war mir nicht fremd, weil ich ein halbes Jahr in Neu-Delhi gewohnt habe. Für Germanistik entschied ich mich, weil ich mich für Literatur interessierte. Können Sie wichtige Leseerlebnisse nennen – als Kind und als Jugendliche? Mermer — Als Kind „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren – ich mochte die Figur und las das Buch fünf, sechs Mal. Als Jugend-

liche? Das ist leicht: Ich las eine Rezension von Salman Rushdies „Der Boden unter ihren Füßen“. Als ich den Preis sah, bat ich meine Mutter, mir das Buch zu kaufen. Heute würde es mich vielleicht nicht mehr so interessieren, aber die Verflechtung von Geschichte, Politik, von individuellen Storys und der großen Liebe der Hauptfigur war mir damals wichtig.

Bücher von Verena Mermer Im Residenz Verlag: die stimme über den dächern (2015): Baku, Aserbaidschan, im Frühling 2011: Die Stadt ist in Aufruhr, Proteste gegen das

Ihr Schreiben hat etwas soziologisch Objektivierendes. Das private Ich scheint Sie nicht so zu interessieren … Mermer — Jeder hat vermutlich einmal Jugendgedichte geschrieben, aber was das eigene Ich betrifft, so stellt sich die Frage, ob es für die Öffentlichkeit überhaupt interessant ist. William T. Vollmann sagte einmal: „Es ist schön und gut, wenn einen die Biografie beschäftigt, die Frage ist aber, soll man es publizieren.“

autoritäre Regime werden laut. Mittendrin Ali und Nino, Frida und Che, zwei junge Paare, die nicht nur gegen Unterdrückung, sondern auch für ihre Liebe kämpfen. Autobus Ultima Speranza (2018) Ein Fernbus macht sich auf den Weg von Wien nach Rumänien. Die Fahrgäste verdingen

Sie würden es nicht tun? Mermer — Außer es erscheint mir relevant. Ich habe in Baku diese Kundgebungen erlebt – andernfalls wäre es mir nicht möglich gewesen, darüber zu schreiben. Aserbaidschan ist in diesem Fall relevanter als eine Freundschaftsgeschichte in Wien, über die jeder sagen kann: Schön, da verstehen sich zwei Menschen gut. Aber wo ist dabei der Gewinn für andere?

sich in der Grauzone des europäischen Arbeitsmarktes. Der Erntehelfer Florin unterstützt seine Mutter in Bukarest und Daiana putzt trotz ihres Studienabschlusses­in Wien Privathaushalte. Eine Weihnachtsgeschichte aus Europas Realität. Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft: Verena Mermer (Hg.), Louise Werner: „… aber mir hat der Marxismus besser

Eine Erzählung über Ihren Geburtsort St. Eygden am Steinfeld oder eine Busfahrt nach Wiener Neustadt könnte genauso interessant sein – nur wäre sie nicht so spektakulär.­ Mermer — Darüber könnte ich nicht viel erzählen: Vorne saßen einige, die Musik hörten, hinten welche, die Chips aßen, sich unterhielten und entweder „Guten Tag“ oder „Grüß Gott“ sagten. Eine Geschichte muss mich anspringen – als ich dieses Dorf verließ, war ich vierzehn. Dazu ist mir nichts »

gefallen!“. Erinnerungen 1931 bis 2001 (2018) Eine Kindheit im Roten Wien und unter dem Austrofaschismus. Der nach den Nürnberger Gesetzen jüdische Vater, Angehöriger einer Widerstandsgruppe, wird 1944 im KZ Warschau ermordet. Eine kritische Bestandsaufnahme der Zweiten Republik bis nahe in die Gegenwart.

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19.12.18 11:38


„Auch wenn ich dabei oft genug an meine Grenzen stoße und es anstrengend ist, will ich Politik und Gesellschaft in die Literatur hineinbringen“ Verena Mermer

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– Selbstredend –

»

­eingefallen. Außerdem schreibt man oder frau mit dreizehn keinen Roman. Später, als ich Zeit und Freiräume hatte, um Romane zu schreiben, befand ich mich im Ausland. Außerdem gibt es eine Reihe von Kurzgeschichten, die in Wien spielen. Die Geschichte österreichischer Kleinfamilien im letzten Kaff Niederösterreichs wurde schon geschrieben – warum sollte ich noch eines draufsetzen? Was macht die Busfahrt von Wien ins rumänische Cluj, die Sie in „Autobus Ultima Speranza“ schildern, bedeutsamer? Mermer — Diese Arbeitsmigrantinnen sind in der Literatur noch nicht behandelt worden, obwohl das Phänomen als solches einen großen Teil der Bevölkerung betrifft. Es gibt vereinzelte Erzählungen darüber, aber in Österreich sind Tausende Vierundzwanzig-Stunden-Pflegerinnen. Menschen, die rund um die Uhr verfügbar sein müssen und sich um alte Menschen kümmern, weil sie in ihrem Land nicht über die Runde kommen. Ihr erstes Buch „die stimme über den dächern“ spielt in Baku, wo in den Nullerjahren ein Ölund Bauboom begann. Wie war das? Mermer — Da ich weder Aserbaidschanisch noch Türkisch kann, war der Alltag eine Herausforderung. Was die Politik betrifft, so war es schon sehr befremdlich zu sehen, dass selbst im kleinsten Copyshop ein Bild des omnipräsenten Präsidenten Alijew hängen musste. Wir haben in der Schule in Österreich schon rebelliert – brauchen wir unbedingt den Bundespräsidenten in der Klasse? Ein Kreuz braucht auch keiner. Kritische Sechzehn-, Siebzehnjährige haben das abmontiert. Dort war es hingegen geächtet, in der Öffentlichkeit Witze zu machen. Beim Betreten der Uni wurde jede Tasche gefilzt. Wer fünf Minuten zu spät kam, wurde schon schief angeschaut. Ich glaube aber, es gibt kaum eine Umgebung, von der ich sage würde, „nein, das würde ich nicht aushalten“. Außerdem sieht man in letzter Zeit auch hierzulande Dinge, die einen verwundern. Und so stabil und sicher, wie wir immer tun, ist es hier auch nicht.

Mermer — Ja. Es hängt zum Beispiel von einer Demo ab, ob eine Figur ihren Studienplatz verliert und exmatrikuliert wird. In Wien kann ich auf eine Donnerstagsdemo gehen oder einen Freund treffen, weil der nur an diesem Tag Zeit hat. Hier hängt nicht so viel daran. In Österreich ist es eine Ausnahme, bei einer Demo verhaftet zu werden, dort ist es gang und gäbe. Ich würde es aber auch für falsch halten, zu sagen, es gibt Länder, wo Derartiges auf der Tagesordnung steht, und in anderen ist es undenkbar. Undenkbar ist auch in Österreich nichts. Zu jener Zeit, als Sie in Baku diesen Aufstand verfolgten, begann die international renommierte Architektin Zaha Hadid für das Regime zu bauen. Nehmen wir an, Sie hätten als Person

sehr patriotisch in Bezug auf ihr Herkunftsland. Wie verhält sich das bei Ihnen? Mermer — Ich kann tatsächlich einige Dinge von außen anschauen, aber mir ist Patriotismus fremd. Ich habe keinen Nationalstolz. Ich habe einen Hauptwohnsitz, der kann hier oder dort sein. Und ich habe Sprachkenntnisse, die mir an manchen Orten nützlich sind. Unter jungen Autorinnen gibt es ein merkwürdiges Phänomen, das man als Goethe-Instituts-Literatur bezeichnen könnte. Schriftsteller fahren auf Einladung einen Monat lang in ferne Länder und schreiben dann. Mermer — Das würde ich mir nicht zutrauen. Ich verstehe nichts von Gesellschaft, Politik, Kultur und Subkultur eines Landes, wenn

„Angst bringt nicht sehr viel – am besten ist, die Beobachterrolle einzunehmen“ Verena Mermer

Aber Sie würden diese Geschichte nicht mit ­Österreich vergleichen? Mermer — Nein. Es gibt natürlich Unterschiede. Wenn ich in Wien auf eine Demo gegen den Akademikerball gehe, kann ich verhaftet werden. Wenn ich in Aserbaidschan auf eine Demo gehe, weiß ich, dass ich wahrscheinlich verhaftet werde.

mit Ortskenntnissen ein Jobangebot bekommen – was hätten Sie gemacht? Mermer — Es gibt den Grundsatz, beiß nie die Hand, die dich füttert. Ich habe diese Hand aber schon ein bisschen angeknabbert. Man hat mir kein derartiges Angebot gemacht. Solange ich es mir leisten kann, einen Auftrag nicht anzunehmen, den ich aus Überzeugung nicht annehmen kann, solange tue ich das auch nicht. Es gibt immer irgendeinen Nebenjob, der einen über die Runden bringt.

Was in Ihrem Buch für einige Figuren dramatische Folgen hat …

Menschen, die im Ausland leben, lernen Dinge zu relativieren, werden mitunter aber auch

ich nur kurze Zeit dort bin. Ich war mit einem Artist-in-Residence-Stipendium im Iran und es sind ganze fünf Gedichte entstanden, an denen ich noch immer arbeite. Ihr zweiter Roman „Autobus Ultima Speranza“ ist nach Ihrem Aufenthalt als Deutschlektorin in Cluj in Rumänien entstanden. Was war Ihre Ausgangsidee? Mermer — Dass es Zusammenhänge zwischen hier und dort gibt. In Österreich möchten sehr wenige Menschen ihre alten Eltern pflegen, zögern aber, ihnen nahezulegen, ins Heim zu gehen. Also wird eine Pflegerin aus

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Kramers Kinderstube Irmgard Kramer Rumänien oder der Slowakei geholt. Oder österreichische Firmen investieren in Rumä­ nien. In den Jahren, da es gut geht, fließt viel Geld, gleichzeitig sind die Löhne in Rumänien sehr niedrig. Die Menschen dort können nur ein prekäres Leben führen, das kippt, sobald jemand gesundheitliche Probleme bekommt oder eine Person in einer Familie arbeitslos ist. Das bedingt den Gang ins Ausland. Wie kam es konkret zu diesem Buch? Wie aufwendig war es? Mermer — Ich bin selbst mit dem Bus drei Jahre lang zwischen Wien und Cluj gependelt. Irgendwann dachte ich, dass ich es diesen Menschen, über die ich schreibe, schuld bin, ihre Geschichte durch umfangreiche Recher­ chen möglichst plausibel zu gestalten. Ich wollte gewissenhaft arbeiten und wusste, so fantastisch manche Dinge klingen, sie müs­ sen wirklich glaubhaft sein.

F O T O S : S T E FA N K N I T T E L , DA R K O T O D O R O V I C /A D R O K . N E T

Und Ihre Absicht, was die Leser betrifft? Mermer — Auf Menschen aufmerksam zu machen, für die es zu wenig Empathie gibt und über die eine Reihe von Vorurteilen kur­ sieren. Viele Rumänen erzählten, dass eine Menge von Österreichern glauben, sie kämen nur hierher, um zu stehlen, auch wenn sie ganz einfach zwölf Stunden am Tag arbeiten. Von Bruce Chatwin gibt es den schönen Titel „What Am I Doing Here?“ Haben Sie sich das während Ihres Rumänien-Aufenthalts nie gefragt? Mermer — Wenn man drei Jahre in einem rumänischen Plattenbau wohnt, in dem man alles von den Nachbarn mitbekommt – na­ türlich! Wenn sie kochten, kamen die Gerü­ che und die Musik, die sie hörten, durch die Wände, und ich plagte mich derweil mit der rumänischen Grammatik ab. Ich dachte, ich bleibe eine Zeit lang, aber „What Am I Doing Here?“ ist auch eine Frage von sehr privile­ gierten Menschen. Menschen aus Südosteu­ ropa oder Westasien, die ihr Land aus ökono­ mischen Gründen verlassen oder aus einem Bürgerkrieg geflohen sind, können sich das nicht leisten. Auch wenn sie sich diese Frage vermutlich hin und wieder stellen. Sie beant­ wortet sich aber von selbst. Ist Cluj Europa? Mermer — Geografisch? Eindeutig ja. Und es ist natürlich realsozialistisch geprägt. Westeu­ ropäische Staaten haben diese Prägung nicht, aber Westeuropa ist nicht allein Europa. Bin ich die Person, die Europa definiert? Für mich ist Europa, wie es im Geografiebuch ­definiert wurde.

Sie gehören einer Generation an, die in ein, zwei Jahrzehnten entscheidet, wie Europa ausschauen soll. Beschäftigt Sie die Frage nicht genauer? Mermer — Ich glaube, es geht nicht so sehr um die Frage, was Europa ist, sondern wie Eu­ ropäer und Europäerinnen und die europäi­ sche Politik damit umgehen, und in welcher Situation sich Europa gerade befindet. Ich kann die Frage nur zurückgeben. Ich nehme einmal an, dass zum Beispiel die Rumänen auch nichts anderes als jenen Wohlstand und die halbwegs geordneten Verhältnisse, die in Westeuropa herrschen, wollen. Mermer — Sicher wollen die Rumänen auch ein geordnetes Leben – eine Waschmaschine kaufen, Einkäufe erledigen. Außerdem kann man niemanden über einen Kamm scheren: Der eine studiert Informatik und versucht, in Cluj Geld zu machen; andere gehen temporär ins Ausland, um sich mit dem dort verdienten Geld in Rumänien eine Existenz aufzubauen. Ich traf eine Frau, die mit dem Geld, das sie in Italien als Reinigungskraft verdiente, Tiere für ihre Farm kaufte. Jemand will nicht län­ ger mit Korruption leben und geht ganz weg. Bei Menschen in meinem Alter gibt es wiede­ rum eine Rückbesinnung. Ich habe auch öfter gehört: Nein, ich will nicht nach Westeuro­ pa, sondern bleibe hier und schaue, wie ich mit den drei Hosen, die ich besitze, zurecht­ komme. Sind Sie eine politische Schriftstellerin? Mermer — Ja, aber ich bin keine Schriftstelle­ rin, die ihre Romane auf dem Reißbrett nach einer Idee konstruiert, in der alles andere kei­ nen Platz hat. Ich glaube, der Alltag und das Banale zeigen uns sehr viele Dinge; hinter diesem Banalen steckt oft etwas ganz ande­ res. Auch wenn ich dabei oft genug an meine Grenzen stoße und es anstrengend ist, will ich Politik und Gesellschaft in die Literatur hi­ neinbringen. Dass es heute eine Rückkehr zu kleinen, überschaubaren Themen und witzi­ gen Stoffen gibt, ist auch klar. Mir persönlich liegt das nicht! Gibt es dafür Vorbilder? Mermer — Lange Zeit waren das Friederike Mayröcker oder Elfriede Jelinek, was das Poli­ tische betrifft, und einige DDR-Autorinnen wie Christa Reinig oder Ines Eck. Ich habe auch sehr viel George Orwell gelesen, dessen Be­ richt über den Spanischen Bürgerkrieg „Mein Katalonien“ ich noch immer bewundere. Was hat Sie daran interessiert – die Abrechnung mit dem Stalinismus, der dort »

Jugendbuchautorin

Zum Speiben gebaut Was sind Schweizer Schüler wert? Eigentlich wollte ich über Vanillekipferl und Matt Haigs Weihnachtsbücher schreiben. Dann kam ich während einer Lesereise durch die Schweiz in eine neue Schule namens Vinci, deren Architektur mich sprachlos machte: „Leonardos Treppe“ nennt sich eine gigantische Doppelhelix aus Beton, die sich über vier Stockwerke in die Höhe schraubt. Eine Lehrerin erzählt, dass es beim Bau vor allem um diese Treppe ging, von den Klassenzimmern sprach man eher wenig, dafür kommen jetzt viele Fotografen. Im Schatten des Betons wirken die Kinder klein, der Lärm ist groß und der Gestank chemisch. Sechzig von ihnen nehmen im Mona Lisa Saal Platz. Alles top ausgestattet und total digital, nur der Schleim nicht, der in einem blauen Eimer schwimmt, den ein bleicher Erstklässler auf seinem Schoß umklammert. „Dem ist schlecht“, sagt die Lehrerin. Der Kleine speibt dann, während ich lese, lautlos vor sich hin. Danach verabschieden sich alle, auch das kranke Kind, wie es sich in der Schweiz gehört, mit Handschlag. Sobald sie weg sind, drehe ich den Hahn auf: eiskaltes Wasser. Also suche ich, um mir die Hände zu waschen, warmes. Das finde ich weder im Klassenzimmer noch auf den Toiletten. „Warmes Wasser war zu teuer“, sagt die Lehrerin. Wär’ ja auch zu viel verlangt, schließlich hat der Bau samt Digitalisierung schon 21 Millionen Franken verschlungen.­

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– Selbstredend –

» im Kampf gegen den Faschismus eine fatale Rolle spielte? Mermer — Wie ein Mann, ein Schriftsteller, der sehr feine Romane komponierte, plötz­ lich in einen Krieg gerät und eine Waffe in die Hand gedrückt bekommt. Was tut er damit? Warum tut er das? Könnten Sie eine Waffe in die Hand nehmen? Mermer — Ich bin nicht in der Situation, in der es realistisch scheint, diese Frage zu stel­ len. Ich denke, ich könnte sehr viel, wenn es notwendig wäre. Aber ich glaube nicht, dass wir in Österreich in dieser Situation sind, um diese Frage zu stellen. Und ich könnte damit auch nicht umgehen. Also nein – was die Waf­ fe betrifft. Sie haben in ehemals sozialistischen Ländern gelebt. Mit Kommunismus und linker Rhetorik ist dort heute kein großer Staat zu machen … Mermer — Das habe ich in Rumänien be­ sonders unter gebildeten Menschen oder im akademischen Milieu erlebt: Wenn man sagt, es war nicht alles dumm, was Karl Marx ge­ schrieben hat, stellen sich bei den Menschen die Nackenhaare auf. Doch bei denen, die frü­ her in Fabriken gearbeitet haben, die dann zugesperrt wurden, gibt es so etwas wie Nos­ talgie. Ich habe auch gehört: Wenn Ceaușescu da wäre, wäre alles gut und die Straße in unse­ rem Dorf längst asphaltiert! Die rumänische Gesellschaft ist diesbezüglich zwiegespalten. Was ist Ihnen beim Schreiben wichtig? Die absurde Ceauşescu-Nostalgie einer Person, oder der Respekt vor dieser Person? Sie können als Außenstehende kaum die Vergangenheit der anderen bewältigen … Mermer — Ich glaube, es ist möglich, bei­ des rüberzubringen. Ich wähle ja Figuren­ perspektiven und glaube, dass Personen, die solche Nostalgie pflegen, die Widersprüche sehr wohl sehen. Ich lasse sie ganz bewusst stehen und verteufle den Taxifahrer oder die Frau, die Ceauşescu herbeisehnt, nicht. Sie kommt bei Schlechtwetter wegen der misera­ blen Straße nicht mehr aus ihrem Dorf weg – klar ärgert sie sich. Die Nostalgie ist trotzdem schlecht – die Beweggründe sind nicht immer verwerflich, aber die Schlüsse falsch. Sie leben als Autorin von Stipendien und Preisen. Geht sich das fürs Leben aus? Mermer — Es geht sich phasenweise aus, phasenweise nicht. Daneben gibt es manch­ mal ein Jahr lang einen Brotjob, dann schreibe ich eine Zeit lang. Es ist sehr unterschiedlich. Wollen Sie von der Schriftstellerei leben?

Mermer — Natürlich ist das relevant. Aber ich kann mich darauf nicht verlassen. Wenn es sich derzeit nicht ausgeht, arbeite ich etwas anderes und beobachte, wie sich die Men­ schen in meiner Umgebung verhalten. Hätte ich nicht schon einmal gekellnert, könnte ich nicht über eine Kellnerin schreiben. Ich arbei­ te derzeit beim Verein zur Förderung der Er­ forschung antifaschistischer Literatur. Dem­ nächst werden verschiedene antifaschistische Autobiografien vorgestellt, eine davon ist die von Luise Werner. Außerdem arbeite ich als Protokollantin im Nationalrat und in Unter­ suchungsausschüssen. Bei der Beschäftigung mit antifaschistischen Lebensgeschichten haben Sie nie kalte Füße bekommen?

„Das erste Buch fiel mir leicht, beim zweiten aber habe ich schwer gekämpft“ Verena Mermer

das Interesse daran auf eine kleine Gruppe von Menschen beschränkt? Mermer — Die diesbezügliche Didaktik ist ein wichtiges Problem. Dabei nur auf Betrof­ fenheit zu setzen ist falsch. Es kommt dann oft zur gegenteiligen Reaktion. Ich habe länge­ re Zeit unterrichtet und die Reaktion der Kids war: Da kommt schon wieder jemand und will uns einen Holocaust-Text vorlesen! Die Stimmung schlägt sofort um. Aber es ist auch keine Lösung, sich im Deutschunterricht nur mit Wohlfühlliteratur zu beschäftigen. Abgesehen von den materiellen Umständen, was waren bisher die größten Schwierigkeiten in Ihrem Autorenleben? Mermer — Das erste Buch fiel mir sehr leicht, ich habe es sehr schnell geschrieben. Beim zweiten dachte ich, das würde auch easy – tatsächlich habe ich damit gekämpft. Aber es gab auch eine wichtige Erfahrung. Mit dem ersten Buch beginnt sich der Mensch als Autor zu sehen. Solange es nur ein paar ver­ öffentlichte Erzählungen gibt, kann man das Ganze auch als Hobby ansehen. Beim zweiten Buch wusste ich, es wird auch einige Verrisse geben. Aber es ist natürlich auch schön, Feed­ back zu bekommen. Außerdem gab es bei beiden Büchern Deutungsarten, die mir selbst gar nicht bewusst waren. Das macht die Sache spannend. Gibt es ein neues größeres Romanprojekt? Mermer — Ich habe beschlossen, demnächst mehr mit Lesen als mit Schreiben zu verbrin­ gen. Das wechselt ab – ein Großprojekt ist derzeit nicht geplant. Für mich wäre es nicht die richtige Herangehensweise, jedes Jahr ei­ nen Roman herauszuschießen.

Mermer — Natürlich! Man sitzt im Doku­ mentationsarchiv des Österreichischen Wi­ derstands und recherchiert über Medizin­ kriegsverbrechen oder Juristen in der NS-Zeit. Der einzige Trost dabei ist das Wissen, dass da auch andere Leute sitzen, die über Kriegsver­ brechen recherchieren. Sie alle tun das, weil es wichtig ist. Es ist schwer damit umzugehen, wenn man die Tragödien und das menschli­ che Leid sieht und die Boshaftigkeit, die in der österreichischen Gesellschaft vorhanden war. Aber man muss das irgendwie aushalten. So wichtig derartige Publikationen sein mögen – haben Sie nicht den Eindruck, dass sich

Was lesen Sie gerade? Mermer — Die Erinnerungen der Architek­ tin Margarete Schütte-Lihotzky an den Wi­ derstand. Auf meinem Bücherstapel liegen außerdem Richard Powers’ „The Overstory“ und „Hain“ von Esther Kinsky. Bleibt nur noch die Frage nach Ihren Lieblingsbuchhandlungen in Wien und in den Ländern, in denen Sie gelebt haben. Mermer — Ich mag das ChickLit in der Klee­ blattgasse und das A-Punkt an der Fischer­ stiege – weniger die großen Ketten, in denen es mehr Geschenkartikel als Bücher gibt. In Baku erinnere ich mich an den Bookstore Ali & Nino, vor dem es Proteste gab, weil dort ein schwuler Roman verkauft wurde. In Delhi werden Bücher hauptsächlich auf der Straße verkauft. In Wiener Neustadt war ich öfter in der Buchhandlung Hikade.

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

Mit Emotionalität zum Fachbuch Susanne Werner „Der neue Kommentar zum Umgründungssteuergesetz“ — ein Buchtitel, der nicht vor Attraktivität strotzt und trotzdem sein Publikum finden muss. Wie geht das?

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achbücher haben einen entscheidenden Vorteil in der Kommunikation. Sie werden von ihrer Leserschaft benötigt: für die tägliche Arbeit, die Weiterbildung oder als Nachschlagewerk. Die Disziplin der Fachbuch-PR unterscheidet sich in vielen Bereichen stark von der klassischen Buch-PR in Publikumsverlagen. Für Fachbuchverlage ist es wichtig, als kompetenter Experte für ein Thema wahrgenommen zu werden. Für die PR-Profis bedeutet dies, den Verlag als Herausgeber für diese Fachthemen in Fachkreisen und Medien regelmäßig in Erinnerung zu rufen. Mit PR-Maßnahmen für das Fachbuch soll meist eine klare, eingeschränkte Zielgruppe erreicht werden, etwa Mediziner, Anwälte oder Wirtschaftsprüfer. Oft geschieht das außerhalb des klassischen Buchhandels. Fachbücher sind hochpreisig und haben eine kleine Druckauflage. Der Versand von Rezensionsexemplaren an Journalisten, Blogger und Experten muss deshalb gut geplant wer-

den und sparsam dosiert sein. Es ist wichtig, seine Experten und Multiplikatoren für ein Thema zu kennen und kontinuierlich im Dialog zu bleiben. Die Zielgruppe kann vielfältig sein: Von der Fachpresse über Verbände, Autorinnen und Autoren, Dozenten und Hochschulen bis zu Anwendergruppen, Buchhändlerinnen und Buchhändlern, Endkunden oder Multiplikatoren müssen alle relevanten Stakeholder berücksichtigt werden. Die Frage „Wen will ich erreichen?“ sollte immer am Anfang des Prozesses stehen – eine Tatsache, die im Arbeitsalltag oft übersehen wird. Die passende PR-Maßnahme zu einem Buchtitel ergibt sich aus der Frage, was die Geschichte hinter dem Buch ist und wo dieses Thema seine Zielgruppe erreicht. Gibt es ein bestimmtes Fachmedium oder passende Lehrveranstaltungen? Welche Special-Interest-Medien, wie Fachmagazine, Blogs, Newsletter oder Events, kommen in Frage?

Die Emotionalisierung des Themas kann zum Beispiel über einen aktuellen Bezug entstehen oder über ein persönliches Statement der Autoren. Mit Bildern, erklärenden Videos oder konkreten Expertentipps zu schwierigen Sachverhalten lassen sich auf Social-MediaKanälen durchaus charmante Geschichten erzählen. Auch der Verlagsauftritt auf Events mit Fachpublikum kann eine sinnvolle Maßnahme sein; ebenso die Organisation eines Diskussionsabends zu einem neuen Thema für Kunden und Multiplikatoren. Eine erprobte PR-Kategorie sind Gastbeiträge der Autorinnen und Autoren in Fachmedien. Viele Fachverlage verlegen selbst Fachzeitschriften für ihr Publikum. Diese sollten bei der PRPlanung als Instrument für Buchtipps und Fachartikel nicht außer Acht gelassen werden. Was die Fachbuch-PR mit allen anderen PR-Disziplinen gemein hat, ist das Thema der kontinuierlichen Veränderung und Weiterentwicklung. Die Pressearbeit ist nur ein Bestandteil des gesamten Aufgabenspektrums einer Kommunikationsabteilung in einem modernen Medienhaus. Das Repertoire ist vielfältig und beinhaltet weit mehr als nur die reine Buch- oder Produkt-PR. Um in der Kommunikationswelt von heute up to date zu bleiben, ist der regelmäßige Austausch mit Fachkollegen, Medienleuten und Kommunikationsprofis unerlässlich. Denn auch, wenn einem nicht die richtige PR-Idee in den Sinn kommt, hilft es zu wissen, wen man anrufen und um Rat fragen kann.

„Pressearbeit ist nur ein Bestandteil der Kommunikationsabteilung“

Susanne Werner leitet die Presseabteilung im Linde Verlag sowie gemeinsam mit Maria Schlager-Krüger die Regionalgruppe des Arbeitskreises Verlags-PR (AVP), www.verlagspr.at

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– Buchtermine –

Veranstaltungen Jänner 2019 SONNTAG, 20. 1.

FREITAG, 4. 1.

Martin Balluch: Im Untergrund (Lieblingscafé, Maurachgasse 6, 6900 Bregenz, 19:00)

Zum 10. Todestag von Gert Jonke: Markus Hering liest Gert Jonke (Stadttheater Klagenfurt, Theaterplatz 4, 9020 Klagenfurt, 19:30)

DIENSTAG, 22. 1.

SAMSTAG, 5. 1.

Ernst Stöckl: Schärdinger Wörterbuch der Mundart und Umgangssprache (Stifter Haus Linz, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30)

Otto Schenk: Noten und Anekdoten (Congress­Graz, Stefaniesaal, Sparkassenplatz 1, 8010 Graz, 19:30) SONNTAG, 6. 1.

Ljuba Arnautović: Im Verborgenen (Schloss Wartholz, Hauptstraße 113, 2651 Reichenau an der Rax, 11:00) Nicolas Mahler: Monsterclass und Buchpräsentation „Das Ritual“ (Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien, 16:00)

Ljuba Arnautović präsentiert ihren Debütroman „Im Verborgenen“ (Picus) am 6. 1. auf Schloss Wartholz

DIENSTAG, 8. 1.

Thema: „Schwarz und Weiß“: Erstes Wiener Lesetheater: Blaue Stunde (Heinrich, Thaliastraße 12, 1160 Wien, 19:00) Iwan Sergejewitsch Turgenjew: Väter und Söhne (Stifter Haus Linz, Adalbert-StifterPlatz 1, 4020 Linz, 19:30) Eröffnungsabend Stefanie Sargnagel (Theater Forum Schwechat, Ehrenbrunngasse 24, 2320 Schwechat, 20:00) MITTWOCH, 9. 1.

Oskar Kokoschka. Jahrhunderkünstler Buchpräsentation von und mit Rüdiger Görner (Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg, Mönchsberg 32, 5020 Salzburg, 18:30) Adolf Peretti: Magnificent Green – On the trail of the legendary colombian emerald (Naturhistorisches­Museum, Burgring 7, 1010 Wien, 18:30)

Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Werner Lang: Stramm – Repetitive Erzählung (AU, Brunnengasse 76, 1160 Wien, 20:00) DONNERSTAG, 17. 1.

Martin Plattner: Lawinenstriche (Kammerspiele Linz, Promenade 39, 4020 Linz, 19:30)

Isabella Farkasch: Die Weisheit der 13 (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Jacques Le Rider: Karl Kraus – Wegbereiter und Unruhestifter der Wiener Moderne (Wienbibliothek­im Rathaus, Lichtenfelsgasse 2 / Stiege 6 / 1. Stock, 1010 Wien, 19:00) J. Silberschneider & Stub’n Tschäss „Schräge Gedichte“ (Casineum Casino Graz, Landhausgasse 10, 8010 Graz, 19:30) Christine Haidegger: Nach dem Fest / Christian Lorenz Müller: Ziegelbrennen (Stifter Haus Linz, A.-Stifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30)

MITTWOCH, 16. 1.

FREITAG, 18. 1.

DONNERSTAG, 10. 1.

Christoph Janacs: Haufenweise Totenköpfe / Richard Wall, Klaus Gassleder: Fränkische Momente. Wege – Orte – Personen (Stifter Haus Linz, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30) DIENSTAG, 15. 1. F O T O S : P A U L F E U E R S Ä N G E R , P R I VA T

Rüdiger Görner über den Maler „Oskar­ Kokoschka. Jahrhundertkünstler“ (Zsolnay): Buchpräsentation am 9. 1. im Museum der Moderne in Salzburg

ORF KulturCafé: Literatur ist der Rede wert – Die literarische Soirée (Radiokulturhaus, Argentinierstraße­30a, 1040 Wien, 19:00) Katja Porsch & Peter Brandl: Der Zukunfts-Code (Thalia Buchhandlung 1030,

Mavie Hörbiger und Elisabeth Orth: Die Strudlhofstiege (Landestheater Niederösterreich, Rathausplatz 11, 3100 St. Pölten, 19:30) Thomas Raab: Walter muss weg (Posthof Linz, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 20:00)

MITTWOCH, 23. 1.

Christiane von Poelnitz/Christoph Berner­­ (Klavier). Homer: Odyssee (Konzerthaus, Schubert-Saal, Lothringerstraße 20, 1030 Wien, 12:30) Maria Walcher & Edith Weinlich: Ein Erbe für alle (Thalia Buchhandlung Linz, Land­ straße 41, 4020 Linz, 19:00) Manfred Rauchensteiner: Glücklich leben. Dein Herz weiß mehr als dein Verstand (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Die Füchse der Pandora (AU, Brunnengasse 76, 1160 Wien, 20:00) DONNERSTAG, 24. 1.

Claudia Kloihofer: Die Intelligenz der Zellen (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:00) Slam Oida! (Stifter Haus Linz, AdalbertStifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30) SONNTAG, 27. 1.

S. Groebner, H. Ratschiller, S. Sargnagel: Letzte Wiener Lesebühne (Vienna Ballhaus, Berggasse 5, 1090 Wien, 19:00) DIENSTAG, 29. 1.

ORF KulturCafe: Haidingers LiteraTouren – Meine Reverenz, Herr Legationsrat! (Radiokulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, 19:00) Steinhauer / Rosmanith / Pinkl / Graf / Stickney: Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (Konzerthaus, Lothringerstraße 20, 1030 Wien, 19:30) Martin Balluch: Im Untergrund (Front Food, Pfarrgasse 20, 4020 Linz, 20:00) DONNERSTAG, 31. 1.

Olga Martynova: Der Engelherd und Über die Dummheit der Stunde (Stifter Haus Linz, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30) Senden Sie Ihre Terminvorschläge an redaktion@hvb.at

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„So tun, als ob es regnet“ ist eine ganz wunderbare Geschichte über das seltsam spannungsvolle Verhältnis zwischen Heimat und Freiheit, das vor allem Menschen gut kennen, die auf ihren persönlichen Landkarten weite Strecken zurücklegen. Es ist kein Buch, das Pflöcke einschlägt. Es hinterlässt Spuren im Sand wie ein Kind, das über den Strand läuft. Beides kann man sehr mögen. (Aus der Laudatio von Paulus Hochgatterer anlässlich der Verleihung des ALPHA-Literaturpreises 2018 für So tun, als ob es regnet.)

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