10 2018
anzeiger
Das Magazin für die österreichische Buchbranche
Volles Programm
Wer’s glaubt, wird selig
Das Steyr des Widerstands
Wer kommt zur BUCH WIEN 18 in die Stadt? Wen darf man auf keinen Fall verpassen? Wir haben die Highlights
Glaube und Religion bringen traditionelle und aktuelle Themen ins Gespräch. Die wichtigsten Neuerscheinungen
In Deutschland sieht man ihn auf der extremen Linken, in Österreich in der Mitte der Gesellschaft: Erich Hackl
Ö ST E R R E I C H I S C H E P O ST AG F I R M E N Z E I T U N G / G Z 02Z030877 M / 152. JA H RGA N G
DER BESTSELLER VON DR. MANUEL A MACEDONIA
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18.10.2018 13:59:11 Uhr 18.10.18 13:13
Peter Henisch Das ist mein Fenster Fast alle Gedichte und Songs »In Peter Henischs Gedichten und Liedern verbinden sich ganz mühelos Impulse der individuellen Sozialisation, der Familiengeschichte, der politischen Geschichte, der Emanzipation der eigenen Person – aber auch der von gesellschaftlichen Randgruppen, der Stadttopographie, und der gesellschaftlichen Differenzen. Diese Impulse vermengen sich mit einer geschärften Wahrnehmung, wacher Sinnlichkeit, unmittelbarer Lebensfreude und Nachdenklichkeit, sowie mit einer aus Gerechtigkeitsverlangen gewonnenen politischen Haltung. Gemeinsam finden sie zu einem leicht schwingenden Grundton, in dem immer wieder eine Fülle von zum Teil elaborierten poetischen Verfahren momenthaft aufblitzt.« (Kurt Neumann) Peter Henisch Das ist mein Fenster Fast alle Gedichte und Songs 408 S., Klappenbroschur, € 25,– ISBN 978 3 85449 518 5
www.sonderzahl.at Sonderzahl Verlag Große Neugasse 35 1040 Wien verlag@sonderzahl.at
Neue Auslieferung: Mohr Morawa Sulzengasse 2, 1230 Wien Tel: +43 (1) 680 14- 0 Fax: +43(1) 688 71 30 bestellung@mohrmorawa.at
– 153. Jahrgang –
Eine Gitarre, ein weltberühmtes Lied – und eine wundersame Flöte
„Nach Frankfurt ist Wien!“ Gustav Soucek
N
ach Frankfurt ist Wien! Gemeint ist damit die Buchmesse, da wie dort. Soeben durfte ich auf unserer größten Branchenveranstaltung, der Frankfurter Buchmesse, eine Woche zu Gast sein. Von der Verleihung des Deutschen Buchpreises bis zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Eindrucksvoll, würdig, richtig. Umso mehr freue ich mich, dass auch die BUCH WIEN 18 solche Festakte hat. 5. 11.: Verleihung Österreichischer Buchpreis/Buchpreis Debüt im Kasino am Schwarzenbergplatz. 6. 11.: Verleihung European Union Prize for Literature im Oberen Belvedere. 7. 11.: Eröffnung der BUCH WIEN 18 und Lange Nacht der Bücher auf der Messe Wien. Was alles die BUCH WIEN 18 sonst noch zu bieten hat, lesen Sie in diesem Heft. Ein Teil dieser Ausgabe widmet sich kurz vor Beginn natürlich der größten Literaturund Buchveranstaltung Österreichs mit Übersichten über Programmhighlights auf der Messe und in der ganzen Stadt.
F O T O : K AT H A R I N A F R Ö S C H L - R O S S B O T H
Im Gastkommentar auf Seite 37 gehen wir auf die Shortlist des Österreichischen Buchpreises ein, Lioba Bauer von der Buchinsel teilt uns ihre Meinung dazu mit. „Kurz gesagt“ (Seite 8) hakt beim Thema Kulturvermittlung in der Buchhandlung nach, wir lassen Hartliebs Bücher, die AFRI-EUROTEXT Buchhandlung, das Buchcafé Melange sowie Papperlapapp zu Wort kommen.
Vor 200 Jahren, am 24. Dezember 1818, entstand das berühmteste Lied aller Zeiten, „Stille Nacht, heilige Nacht“.
„Selbstredend“ ab Seite 32 widmet sich einem der heurigen BUCH WIEN-Stars, Erich Hackl, und seinem aktuellen Bestseller „Am Seil“.
Reinhard Schwabenitzky
In der Rubrik HVB-Mitglieder im Porträt (ab Seite 28) stellen wir Ihnen diesmal Christoph Steiner (Motzko Bücher), Andreas Schinko (PROverbis Verlag), Andreas Wurzer (Galerie bei der Oper) und Hildegard Gärtner (Jungbrunnen Verlag) vor. Bitte beachten Sie auch die veränderten Bestseller-Listen mit mehr Kategorien und die neuen Bestenlisten von Medienpartnern. Exklusiv für Mitglieder liegen wieder die Marktzahlen zum Buchhandel bei und ebenso eine Bestellmöglichkeit für die HVB-Bücherschecks. Ich freue mich auf Ihr Feedback zum aktuellen Heft und wünsche Ihnen viel Vergnügen damit!
Stille Nacht und das Geheimnis der Zauberflöte Eingebettet in die abenteuerliche Zeitreise des 12-jährigen Lucas vom Heute ins Jahr 1818 sind die LeserInnen hautnah dabei, wie der Lehrer Franz Xaver Gruber dem Gedicht „Stille Nacht“ von Hilfspriester Josef Mohr seine unsterbliche Melodie unterlegt. Eine spannende, berührende und mit Humor gewürzte Geschichte für die ganze Familie. gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7022-3707-3 240 Seiten, € 19.95
Gustav Soucek HVB-Geschäftsführer
Bestellen Sie zu Reisekonditionen bei: Mohr Morawa Buchvertrieb | A-1230 Wien Tel. +43 (0) 1 680 14 -5 | Fax: +43 (0) 1 688-71 -30 bestellung@mohrmorawa.at
anzeiger / 3
www.tyrolia-verlag.at
– Inhalt –
29
Andreas Schinko Über die Herausforderungen von kleinen Verlagen
30
Christoph Steiner Wie es ist, die älteste Familienbuchhandlung in Salzburg zu betreiben
31
Hildegard Gärtner Warum man Kinder genauso ernst nehmen muss wie Erwachsene
SELBSTREDEND
Wen man bei der BUCH WIEN 18 auf keinen Fall verpassen sollte
10
SCHWERPUNKT
16
Glaube und Religion Wer’s glaubt, wird selig: Die Neuerscheinungen im Herbst
32 35
Erich Hackl Erich Hackl schreibt Bücher über jene, die sich gegen gesellschaftliche Trends stellen Kramers Kinderstube Vor Ideen sprühen
Glaube und Religion in den Neuerscheinungen des Herbstes
16
6
Kurzmeldungen Frankfurter Buchmesse 2018 Deuticke wird zu Zsolnay VLB-TIX Stammtisch Personalia Platinbuch für Tyrolia
7
Kurzmeldungen mediakolleg im November Bücherschecks
8
Kurz gesagt Buchhandlungen: Orte der Kulturvermittlung?
Der anzeiger hat Erich Hackl zum Interview getroffen
32
ESSENZIELL
10 Jungbrunnen-Verlagsleiterin Hildegard Gärtner im Porträt
31
BUCH WIEN 18 Zur BUCH WIEN kommen Stars aus der ganzen Welt in die Stadt: Die Highlights
KLASSIKER
27
Neu entdeckt „Aufzeichnungen eines Jägers“ von Iwan Turgenjew
HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT
28
Andreas Wurzer Warum für den Antiquar der HVB das Fenster ins Ausland ist
anzeiger / 4
STANDARDS MONATSBESTSELLER MONATSBESTENLISTEN BUCHTERMINE TITELSCHUTZ IMPRESSUM
24 26 22 38 38
I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , A N D R E A D E I N I G E R F O T O S : M A U R I C E H A A S , C H R I S T O P H E R M AV R I C
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Kalender 2019 Einzigartige Motivauswahl
Tagesabreisskalender
Bergkirchen 2019
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Alpenklöster 2019
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Alpenkulisse aus Bayern,
in Bayern, Österreich,
Bibellese-Kalender 2019 365 Tage mit Gottes Wort Format 12,3 x 15,6 cm; 368 Seiten; geblockt
Wortreich 2019
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Pflanzen der Bibel 2019
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Suche Frieden und jage ihm nach! Format 29,7 x 42 cm; 13 Seiten; Wire-O-Bindung
Bibelsprüche
Motiven von Sabine
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gesetzt.
Fleischmann.
ISBN 978-3-96157-042-3
Format 29,7 x 42 cm; 13 Seiten; Wire-O-Bindung
Kalender mit 13
€ [D] 17,95 / € [A] 17,95* ISBN 978-3-96157-043-0
fotorealistischen
stilvoll in Szene
ISBN 978-3-96157-044-7
Mit der Bibel durch das Jahr: Der Tagesabreißkalender mit dem Abdruck des jeweiligen ökumenischen Bibeltextes und Verweis auf die liturgischen Lesungen.
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16.07.2018 15:12:48
– Wissenswert –
Zukunft bei Zsolnay Mit Frühjahr 2020 wird Deuticke in der Marke Zsolnay aufgehen
Gastauftritt Österreich auf der Frankfurter Buchmesse 2018 Termine, tonnenweise Bücher und der Treffpunkt Buchmesse: Insgesamt waren 208 österreichische Aussteller auf der FBM18 vertreten. Mittendrin statt nur dabei war der österreichische Gemeinschaftsstand, organisiert vom HVB. Das angeschlossene Kaffeehaus, betrieben von der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Außenwirtschaft Österreich, bot einen besonderen Ort des Austauschs. Insgesamt kamen 7.503 Aussteller aus der ganzen Welt und 285.024 Besucherinnen und Besucher auf die Messe.
Personalia Elisabeth Stein-Hölzl wird ab 1. Januar 2019 die Geschäftsführung der Styria Buchverlage verstärken. Gemeinsam mit Geschäftsführer Matthias Opis wird sie das operative Geschäft leiten und Anneliese Paulhart ablösen, die mit Jahresende in Pension geht. Thomas Jentzsch hat seit September die Geschäftsleitung des ÖAWVerlages übernommen und folgt damit Lisbeth Triskanach. Mit September 2018 hat Bernadette Keiper-Fimbinger die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der edition keiper übernommen. Sie folgt auf Michaela Hronovsky-Ortner. Barbara Blaha, Programmleiterin für die Sparte „Wissen & Entdecken“ bei Brandstätter, übernimmt mit November 2018 zusätzlich das Segment „Kunst & Leben“.
VLB-TIX-Stammtisch auf der BUCH WIEN 18 Um der großen Nachfrage nachzukommen, gibt es einen neuen Termin für einen VLB-TIX-Stammtisch. Mit dabei: Sandra Schüssel von der MVB, die für Fragen zur Buchhandels- und Verlagsdatenbank zur Verfügung stehen und neue Tools vorstellen wird. Die Veranstaltung findet am 9. November auf der BUCH WIEN, Messe Wien, VIPRaum D im ersten Stock, um 14 Uhr statt. Anmeldungen bitte an tippel@hvb.at.
Ausgezeichnet mit Platin Platinbuch für das Standardwerk „lawine.“ „Über 25.000 Stück des Buches „lawine. Die entscheidenden Probleme und Gefahrenmuster erkennen“ (Tyrolia Verlag), verfasst von den Lawinenwarnern Rudi Mair und Patrick Nairz, wurden verkauft. Dafür gab es am 12. Oktober das Platinbuch des HVB. Verliehen wurde die Auszeichnung für das Standardwerk zur Schnee- und Lawinenkunde themengerecht beim International Snow Science Workshop (ISSW), der größten Fachkonferenz zum Thema. Der Titel wurde bereits in vier weitere Sprachen übersetzt, zuletzt auch ins Englische.
Über 25.000 Stück wurden verkauft
F O T O S : S T E P H A N S A S E K , H A R A R L D E I S E N B E R G E R , B E E L E & S A S S , K E I P E R V E R L A G , P R I VA T, A L E X A N D E R K L E B E
26 Verlage nahmen am HVB-Gemeinschaftsstand teil
Neuerungen im Wiener Paul Zsolnay Verlag: Das Imprint Deuticke, das seit 2004 eigener Teil der Hauses war, wird mit dem Frühjahrsprogramm 2020 in die Marke Zsolnay integriert. Die programmatische Ausrichtung und die Anzahl der Neuerscheinungen sollen laut einer Aussendung des Verlags beibehalten werden. Allerdings wolle man sich mehr auf den „Ausbau der Marke Zsolnay konzentrieren“. Die bisherige Deuticke-Verlagsleiterin Martina Schmidt wird mit Oktober 2019 in den Ruhestand treten, ab 2020 werden alle neuen und neu aufgelegten Titel nur noch mit Zsolnay-Logo erscheinen. Deuticke und Paul Zsolnay gehören zu den Hanser Literaturverlagen.
– Wissenswert –
Kompaktwissen e-commerce Die mediakolleg-Seminare im November 2018 ■ Können auch kleine und mittel-große Buchhandlungen von e-commerce profitieren? Martin Groß-Albenhausen – Für viele ist Amazon heute die erste Wahl bei der Buchbestellung. Aber das Internet verändert sich schnell. Die aktuelle Position des Kunden entscheidet Martin etwa, welche Geschäfte ihm am HanGroß-Albenhausen dy angezeigt werden. Dafür sorgt die Google-Optimierung beim Suchen, die immer ausgefeilter wird. So kann auch ein kleiner oder mittlerer Shop online sichtbar werden. Zudem erlaubt das Content-Marketing allen Unternehmen, Bücherleser vielfältig bei ihren Interessen zu packen und so zu Online- oder Stationär-Kunden zu machen.
Was ist beim Aufbau eines Online-Angebots im Buchhandel essenziell? Groß-Albenhausen – Themensetzung. Einfach nur Bücher im System haben genügt nicht mehr. Preisbindung hin oder her, die Systeme der großen Anbieter sind im Hinblick auf Logistik oder Rezensionen oder generell der Kombination unterschiedlicher Warenarten nicht zu schlagen. Aber die Menschen nutzen das Internet heute als erste Informationsquelle für alles. Damit kann der Buchhändler immer genauer Zielgruppen ansprechen. ■
Kann man durch einen starken Online-Shop die Kundenbindung erhöhen? Groß-Albenhausen – Natürlich – aber nur, wenn sich der Shop um den individuellen Kunden und seine Themen herum gestaltet. Der Buchhändler muss offline und digital alle Möglichkeiten nutzen, dem Kunden Anreize zu geben, sich wieder mit dem unabhängigen Buchladen zu beschäftigen.
■
Scheck, bitte! Die neuen Bücherschecks bringen neue Vorteile Seit diesem Jahr im neuen Design, jetzt auch mit exklusiven Konditionen für Mitgliedsbuchhandlungen: Die Provision wurde auf 13 % gesenkt (für Nichtmitglieder: 18 %). Bücherschecks können österreichweit und für alle Genres eingelöst werden. Sie bieten sowohl für Privatkundinnen und -kunden als auch für Firmen besonders vor Weihnachten eine vielseitige Geschenkoption. Schecks im alten Design behalten ihre Gültigkeit. Bestellungen werden unter buchhaltung@hvb.at oder unter 01/512 15 35 16 entgegengenommen.
Zivilisatoselos
Dr. h. c. Peter Jentschura · Josef Lohkämper
Kompaktwissen e-commerce, 15. November, 9.30–17.30 Uhr
WEITERE MEDIAKOLLEGS Konfliktmanagement – Konflikte im Berufsalltag besser bewältigen 26. November 2018
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E-Mail- und Newsletter-Marketing – Planung, Herstellung, Versand 27. November 2018
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Die Seminare finden im Palais Fürstenberg in der Bibliothek im 1. Stock statt. Kosten: € 199,– für HVB-Mitglieder, sonst € 250,– Kontakt: Cordula Tippel, 01/512 15 35 29, tippel@hvb.at
ISBN 978-3-933874-30-6 · 390 Seiten · € 39,50 Verlag Peter Jentschura Telefon +49 (0) 25 34 - 9 73 35-0 Leseproben: www.verlag-jentschura.de Verlag Peter Jentschura
– Kurz gesagt –
Brücke Buchhandel IN BUCHHANDLUNGEN KOMMEN MENSCHEN, IHRE KULTUREN UND IHRE SPRACHEN ZUSAMMEN. WIE KANN MAN DIESE CHANCE NUTZEN?
Integration auf Augenhöhe Buchhandlungen sind geradezu prädestiniert, durch mehrsprachige Lesungen zwischen Menschen und Kulturen Brücken zu bauen und damit auf besonders wertschätzende Weise auf die Vielfalt, Einzigartigkeit und besondere Erzählweise der einzelnen Sprachen zu verweisen. Im Bereich Kinder- und Jugendliteratur tragen mehrsprachige Karin Hirschberger, Lesungen zur Stärkung der „Literacy“ Chefredakteurin und in den Familien bei und leisten damit Verlagsleiterin von einen wertvollen Beitrag zur Integration Papperlapapp auf Augenhöhe. Ein unabdingbares Gebot, wenn es um Chancengerechtigkeit und die Förderung von Talenten und Potenzialen geht.
F O T O S : D A V I D P AY R , F A B I O R I N A L D I , P R I VA T, J O S E P H K R P E L A N
„Buchhandlungen sind geradezu prädestiniert, zwischen Menschen und Kulturen Brücken zu bauen“
Daniel Romuald Bitouh, Geschäftsführer der AFRI-EUROTEXT Buchhandlung
Dialog und Akzeptanz Es ist der AFRI-EUROTEXT Buchhandlung, der Fachbuchhandlung für Afrikanische Literaturen und Kulturen, einem dynamischen Veranstaltungs- und Vernetzungsort, ein Anliegen, durch breitgefächerte Literatur- und Kulturangebote an einem differenzierten Afrikabild in Österreich zu arbeiten. Dabei wird vor allem auf Dialog und Akzeptanz als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben fokussiert. Neben afrikanischer Literatur in europäischen Sprachen bieten wir auch ein großes Sortiment in vielen afrikanischen Sprachen an. Adressaten sind die Menschen in Österreich und im internationalen Raum, darunter Afrikanerinnen und Afrikaner.
Treffpunkt der Kulturvermittlung Eine Buchhandlung ist mehr als ein Ort, an dem ein Produkt verkauft wird. Sie ist ein sozialer Treffpunkt der Kulturvermittlung genauso wie ein Theater, ein Literaturhaus oder ein Museum. Wenn mehrere Kulturen und Sprachen ins Spiel kommen, geschieht etwas ganz Besonderes. Ein Buchsortiment in drei Sprachen und zu jeder Abteilung eine muttersprachige Buchhändlerin bedeuten Silvia Chiarini eine Welt der erweiterten Möglichkeiten: Hier leitet die Italienische treffen die Zugewanderten, bei uns FranzösinAbteilung bei nen, Franzosen sowie Italienerinnen, ItalieHartliebs Bücher 1090 ner auf Österreicherinnen, Österreicher - davon profitieren alle. Insbesondere die vielen zweisprachigen Veranstaltungen ermöglichen einen Blick auf die jeweiligen Länder jenseits von Bestsellern und Klischees.
„Zu einem umfassenden Spracherwerb gehört auch das Lesen“
Vielfalt als Bereicherung Im 15. Wiener Gemeindebezirk leben viele Menschen in Familien, die aufgrund der Herkunft der Eltern mehr als nur eine Sprache sprechen. Häufig wird die Sprache der Herkunftsfamilie nur mündlich gebraucht. Zu einem umfassenden Spracherwerb gehört aber auch das Lesen. Dies setzt wiederum einen Zugang zur Literatur voraus, der oft nicht gegeben ist. Ich ermögliche ihn mit meiner Romana Ledl Auswahl an fremdsprachigen Büchern. Vielbetreibt die falt ist eine Bereicherung und kein Makel: Buchhandlung Den Kaffee für die Melange lernten die WieBuchcafé Melange ner von den Türken kennen, serviert wird er bei mir in Porzellantassen, ein Material, das seinen Ursprung in China hat. Die Milch für die richtige Mischung stammt von österreichischen Weiden. So bringt jeder aus seinem Ursprungsland etwas mit.
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Ö1 Buch des Monats
— Fernando Pessoa
dynamowien | Foto: Getty Images/Daniel Wehner
»Lesen heißt durch fremde Hand träumen.«
Aus der Fülle literarischer Neuerscheinungen wählt die Ö1 Literaturabteilung ab November je ein »Ö1 Buch des Monats«: ein Titel abseits des Mainstreams als besondere Leseempfehlung für Sie.
Das aktuelle »Ö1 Buch des Monats« — in der Ö1 Büchersendung ex libris (mo, 21.00 Uhr | so, 16.00 Uhr) — in vielen österreichischen Buchhandlungen (als »Ö1 Lesetipp« gekennzeichnet) — in oe1.orf.at/buchdesmonats
oe1.ORF.at
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Die BUCH WIEN 2018 WER DABEI IST, WORÜBER BERICHTET WIRD UND WEN MAN GESEHEN HABEN MUSS. DIE SPANNENDSTEN INTERNATIONALEN AUTORINNEN UND AUTOREN ZU GAST IN WIEN Text: Teresa Preis Illustration: Georg Feierfeil
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ei 300 Programmpunkten kann einem schon einmal schwindlig werden. Die langjährige Lieblingsautorin, ein spannendes Sachbuchthema, der neueste Hype in der Literatur – wen sollte man keinesfalls verpassen? Wir haben eine Auswahl von Arne Dahl über Kate Morton bis Philipp Weiss getroffen, mit einem Fokus auf die internationalen Stars (Seite 11), die wichtigsten Abendveranstaltungen (Seite 12) und Highlights auf der Messe selbst (Seite 14). Der Großteil der Lesungen findet in der Halle D der Messe Wien statt, doch die ganze Stadt steht im Zeichen des Buches: Ein Überblick über die Veranstaltungsorte musste also sein (Seite 13). Das gesamte BUCH WIEN 18-Programm sowie Infos zu Eintrittspreisen sind unter www.buchwien.at zu finden.
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F O T O S : S A R A A R N A L D / W I K I P E D I A , J Ü R G E N B A U E R , H A R A L D K R I C H E L , R H O D O D E N D R I T E S , J I M M Y K E T S / L A I F, A N I T A A F F E N T R A N G E R , M I C H A E L Z A R G A R I N E J A , E R I K A R D E L I U S , L I O N E L A L L O R G E , O T / W I K I M E D I A , G E O R G E S B I A R D , M A T E J P U S N I K
FOTOS: XXX
– Essenziell –
Schweden Arne Dahl Der Thriller-Star ist ein Meister seines Genres und einer der bekanntesten Krimiautoren Skandinaviens: In „Fünf plus drei“ präsentiert er den dritten Fall des Ermittlerduos Berger und Blom. Do, 18.30 Uhr, Schwed. Botschaft Do, 15 Uhr, Messe Wien, Halle D Do, 16 Uhr, Messe Wien, Halle D
Deutschland Judith Schalansky In ihrem neuen Buch präsentiert Judith Schalansky ein „Verzeichnis einiger Verluste“ – und damit die Folgen von Verlorenem und Verschollenem der Weltgeschichte – von den Liedern der Sappho bis zu ausgestorbenen Tierarten. Fr, 19 Uhr, Literaturhaus Wien Fr, 13 Uhr, Messe Wien, Halle D
Ukraine Marjana Gaponenko Die in Mainz und Wien lebende Ukrainerin erzählt in ihrem neuen Roman „Der Dorfgescheite“ die skurrile Geschichte eines einäugigen Mittelalterforschers und Frauenhelden, der zum Leiter einer Klosterbibliothek wird. Do, 13 Uhr, Messe Wien, Halle D Do, 15 Uhr, Messe Wien, Halle D
Australien Kate Morton Kate Mortons Bücher wurden bisher in 34 Sprachen übersetzt, sie hat Millionen Fans auf der ganzen Welt. Ihr neuer Roman „Die Tochter des Uhrmachers“ lädt auf eine Reise ins England des 19. Jahrhunderts ein. Fr, 19 Uhr, Palais Coburg/ Richard Strauss Saal Fr, 16 Uhr, Messe Wien, Halle D
USA Richard Powers Mit „Der Klang der Zeit“ wurde Richard Powers berühmt. In seinem aktuellen Roman „Die Wurzeln des Lebens“ beschreibt er, wie alles miteinander verknüpft ist. Und vermisst dabei ganz nebenbei unseren Platz in der Natur neu. Fr, 18.30 Uhr, Wien Museum Fr, 15 Uhr, Messe Wien, Halle D
Schweiz Anna Sommer Die Illustratorin und Comiczeichnerin Anna Sommer stellt ihr Buch „L’inconnu“ vor, eine zärtliche wie bitterböse Geschichte über die Suche nach dem Glück. Fr, 19 Uhr, BD – frankophone Comics – Festivalabend, Institut Français Sa, 14 Uhr, Messe Wien, Halle D
Syrien Nather Henafe Alali In seinem Romandebüt „Raum ohne Fenster“ widmet sich Alali der Geschichte eines Paars: Nachdem ihr Liebster schwer verwundet wird und verschwindet, begibt sich die Protagonistin über die Balkanroute nach Europa. Sa, 19 h, Albert Schweitzer Haus
Schweden Stina Wirsén Die bekannte schwedische Illustratorin stellt das kleine Wusel, genannt „Klein“, in ihrem gleichnamigen Buch vor. Es geht um die Verantwortung der Großen für die Sicherheit der Kleinen und wirkt besonders durch die minimalistische Aufmachung. Do, 9.05 Uhr, Messe Wien, Halle D (ab 6 Jahren)
Norwegen Hanne Ørstavik Die vielfach ausgezeichnete Autorin erzählt in „So wahr wie ich wirklich bin“ von einer Osloer Studentin, die eines Tages feststellt, dass die Tür ihres Zimmers verschlossen ist. Was geht hier vor? In den folgenden Stunden muss sie sich ihrer Vergangenheit widmen. Fr, 17.30 h, Messe Wien, Halle D
USA/Großbritannien Richard Sennett 2050 sollen bereits zwei Drittel aller Menschen in Städten leben: Soziologe und Historiker Richard Sennett wirft in „Die offene Stadt“ einen Blick auf die Bedeutung dieser Entwicklung für die Stadtplanung und die Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Megacitys. Sa, 18.30 Uhr, Wien Museum
Frankreich Frédéric Beigbeder Der französische Autor widmet sich in „Endlos leben“ der Unsterblichkeit. Er stellt seine Recherchen und Gespräche mit prominenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor. Fr, 19 Uhr, Bank-Austria-Salon im Alten Rathaus Fr, 16.30 h, Messe Wien, Halle D
Slowenien Goran Vojnović Der Romanautor und Filmemacher Goran Vojnović hat mit „Unter dem Feigenbaum“ eine istrische Familiensaga geschrieben. Was bedeutet der Verlust der Heimat? Eine Reise in den Balkan. Do, 19 Uhr, Buchhandlung Leporello Do, 14 Uhr, Messe Wien, Halle D
» anzeiger / 11
– Essenziell –
Mehr als nur
Buchmesse Hartliebs Bücher Hanna Herbst Warum man „Feministin“ auf jeden Fall sagt, zeigt Journalistin Hanna Herbst in ihrem Buch „Feministin sagt man nicht“: Vom Mediendiskurs über die Vermarktung des F-Worts bis zu #MeToo werden aktuelle feministische Themen betrachtet. Do, 19.30 Uhr, Hartliebs Bücher Mi, 22.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
Alte Schmiede Michael Krüger Der ehemalige Verleger und Autor Michael Krüger beschreibt in seinem Roman „Vorübergehende“ diverse Arten der Flucht: aus dem Leben, in ein Leben, voreinander und zueinander – ein Abbild unserer Gegenwartsgesellschaft. Do, 19 Uhr, Alte Schmiede Do, 11.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
Hauptbücherei Tania Munz/ Kurt Kotrschal Bienen kommunizieren über Tanz, fand der Nobelpreisträger Karl von Frisch (1886–1982) heraus. Die USHistorikerin Tania Munz stellt ihr Buch „Der Tanz der Bienen“ im Gespräch mit dem Biologen Kurt Kotrschal vor. Fr, 19 h, Hauptbücherei/Büchereien Wien Sa, 14 Uhr, Messe Wien, Halle D
schule für dichtung Zoltàn Danyi Der Jugoslawienkrieg hat den Schriftsteller Zoltàn Danyi nie losgelassen. Auch der Erzähler in „Der Kadaverräumer“ wird bis heute von der Vergangenheit des Kriegs auf dem Balkan eingeholt. Doch wer ist er? Opfer, Täter oder ein Überlebender ? Fr, 19 Uhr, schule für dichtung Sa, 11.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
Literaturhaus Wien Michael Hvorecky Die EU ist zerfallen, ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet – die düstere Ausgangslage in Michael Hvoreckys ScienceFiction-Roman „Troll“. Zwei Freunde wollen sich gegen das System stellen. Do, 19 Uhr, Literaturhaus Wien Fr, 11.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
Österr. Gesellschaft für Literatur (ÖGL) Lindita Arapi/Agron Tufa/Arian Leka An dem Abend unter dem Motto „Albanien zwischen gestern und morgen. Zeitgenössische Literatur aus Tirana“ lesen die Autorin und ihre beiden Kollegen aus bekannten und unbekannten Werken aus Albaniens Hauptstadt. Fr, 19 h, Österr. Gesellschaft für Literatur
ÖGL Andrej Kurkow Der ukrainische Bestsellerautor präsentiert seinen Roman „Kartografie der Freiheit“. Es geht um die Schicksale dreier Paare mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen. Dabei stellt er die Frage nach der Rolle der europäischen Idee für ihre Identität. Do, 19 Uhr, Österr. Gesellschaft f. Literatur Sa, 11.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
Lange Nacht der Bücher Lou Lorenz-Dittlbacher Die „ZIB 2“-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher hat beruflich täglich mit den Mächtigen des Landes zu tun. Was ist „Der Preis der Macht“ – und vor allem, wie sieht die weibliche Seite der Macht aus? Diese Fragen stellt sie in ihrem Buch. Mi, 20.15 Uhr, Messe Wien, Halle D
Foyer/Gartenbaukino BUCH WIEN Party powered by Terra Mater Wenn die Lesungen am Freitag vorbei sind, steht noch ein wichtiger Programmpunkt an: die offizielle BUCH WIEN Party. Hier kommen Branchenmenschen mit Besucherinnen und Besuchern zusammen – mit DJ chez del und DJane Pierre Ciseaux. Fr, 22 Uhr, philiale im Gartenbaukino
anzeiger / 12
F O T O S : I N G O P E R T A M E R , E K K O V O N S C H W I C H O W, H E N N I G S C H L O T T M A N N , M I C H E L L E K A F F K O , A M R E I - M A R I E , W I K I P E D I A , R E G I N E M O S I M A N N , A L E K S A N D R A P A W L O F F
NACH DEN MESSE-ÖFFNUNGSZEITEN IST DIE BUCH WIEN NOCH NICHT VORBEI: DIE WICHTIGSTEN PROGRAMMPUNKTE IN DER GANZEN STADT
– Veranstaltungsorte – Albert Schweitzer Haus Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Café Korb Art-Lounge Brandstätte 7–9, 1010 Wien
Alte Schmiede Schönlaterngasse 9, 1010 Wien
facultas Dombuchhandlung Stephansplatz 5, 1010 Wien
Bank Austria Salon im Alten Rathaus Wipplingerstraße 6–8, 1010 Wien
Hartliebs Bücher Währinger Straße 122, 1190 Wien
Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog Armbrustergasse 15, 1190 Wien
Hauptbücherei | Büchereien Wien Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien Institut Français d’Autriche-Vienne Praterstraße 38, 1020 Wien
Buchcafé Melange Reindorfgasse 42, 1150 Wien
Königs Welt Servitengasse 6, 1090 Wien
Buchhandlung Erlkönig Strozzigasse 19, 1080 Wien
Krimisalon Magdalenenstraße 21/1, 1060 Wien
Buchhandlung Hintermayer Neubaugasse 29, 1070 Wien
Literaturhaus Wien Zieglergasse 26a, 1070 Wien
Buchhandlung Leporello Singerstraße 7, 1010 Wien
Messe Wien, Halle D Trabrennstraße, 1020 Wien
Buchhandlung Löwenherz Berggasse 8, 1090 Wien Buchhandlung Thalia MH 99 Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien
Nr. 99 Buchhandlung Im Kaufpark Alterlaa, Anton-BaumgartnerStraße 44/Top 6, 1230 Wien
Buchhandlung Thalia W3 Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, 1030 Wien
Österreichische Nationalbibliothek, Van Swieten Saal Josefsplatz 1, 1010 Wien
Österreichische Gesellschaft für Literatur Herrengasse 5, 1010 Wien Palais Coburg, Johann Strauß Konzertsaal Coburgbastei 4, 1010 Wien philiale im Gartenbaukino Parkring 12, 1010 Wien Presseclub Concordia Bankgasse 8, 1010 Wien schule für dichtung – vienna poetry school Mariahilfer Straße 88a/3/7 1070 Wien Schwedenhaus Wien/ Schwedische Botschaft Liechtensteinstraße 51, 1090 Wien Statt-Beisl im WUK Währinger Straße 59, 1090 Wien VHS Hietzing Hofwiesengasse 48, 1130 Wien Wien Museum Karlsplatz Karlsplatz 8, 1040 Wien
Eine der größten Druckereien in Mitteleuropa Druck und buchbinderische Weiterverarbeitung unter einem Dach rund um die Uhr Jahresproduktion 24 Mio. Bücher 80 % der Produktion gehen in den Export Jahresumsatz 33 Mio. € Kundenservice in fünf Fremdsprachen Zertifikate Carbon Neutral Produkt, Fogra FSC®, CrefoCert, Eko energie
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– Essenziell –
Bühnenstars auf der Messe ORF-Bühne Michael Buchinger Der österreichische YouTuber Michael Buchinger präsentiert sein zweites Buch „Lange Beine, kurze Lügen“: Eine Anekdotensammlung aus mehr oder weniger ehrlichen Begebenheiten, Märchen und Selbstexperimenten. Sa, 14 Uhr, Messe Wien, Halle D
ORF-Bühne Stephan Schulmeister Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister betrachtet in „Der Weg zur Prosperität“ die Folgen des Neoliberalismus von steigender Armut bis zur erhöhten Arbeitslosenrate – und bringt Vorschläge gegen die Krise. So, 14.30 Uhr, ORF-Bühne
ORF-Bühne Michael Niavarani Michael Niavarani ist nicht nur Kabarettist, Schauspieler und Autor, sondern auch leidenschaftlicher Sammler. Gemeinsam mit Michael Steinbach, dem Präsidenten des Antiquarverbandes, spricht er über die Faszination von antiquarischen Büchern und das Glück des Sammelns. Sa, 15.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
DER STANDARD-Bühne Philipp Weiss Mit „Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen“, seinem Romandebüt in fünf Bänden, taucht Philipp Weiss in die Welten zwischen dem heutigen Japan und dem Frankreich des 19. Jahrhunderts ein. Die Gattungen: Erzählung, Notizbuch, Transkripte, Graphic Novel und Enzyklopädie. Do, 16.15 Uhr, Messe Wien, Halle D
ORF-Bühne Milena Michiko Flašar Welche Rolle spielen wir im Leben? Kann Familie für andere zu spielen auch Glück bringen? In „Herr Katō spielt Familie“ zeigt die japanisch-österreichische Autorin, warum sie eine der spannendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist. Fr, 11.30 Uhr, Messe Wien, Halle D
DER STANDARDBühne Daniel Wisser In seinem für den Österreichischen Buchpreis 2018 nominierten Roman „Königin der Berge“ geht es um die letzten Dinge: Auf humorvolle Art nähert sich Daniel Wisser der Thematik der Sterbehilfe und der Unmöglichkeit zu sagen, wann mit dem Leben Schluss ist. So, 14 Uhr, Messe Wien, Halle D
ORF-Bühne Markus Heitz Mit „DOORS“ hat der deutsche Fantasy-Autor Markus Heitz ein besonderes Projekt gewagt: Drei Türen, drei Welten und unendlich viele Möglichkeiten stehen den Leserinnen und Lesern offen – in drei parallel erscheinenden Teilen. Fr, 15.30 Uhr, ORF-Bühne/Messe Wien
Radio Wien-Bühne Ljuba Arnautović Für „Im Verborgenen“ ließ sich Ljuba Arnautović vom Leben ihrer Großmutter inspirieren: einer Sekretärin des evangelischen Oberkirchenrats, die 1944 Menschen in ihrer Dienstwohnung versteckte. Sa, 16 Uhr, Messe Wien, Halle D So, 13 Uhr, Messe Wien, Halle D
ORF-Bühne Heinz Fischer Am 12. November 1918 wurde die Republik Österreich ausgerufen. Hundert Jahre später präsentiert Mitherausgeber Bundespräsident a. D. Heinz Fischer seinen Sammelband „100 Jahre Republik“ zur Geschichte des Landes. Fr, 15 Uhr, ORF-Bühne/Messe Wien
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F O T O S : P R I VA T, D A N I E L A K L O O C K , J A N F R A N K L , A M R E I - A M R I E , H E L M U T W I M M E R , G E R A L D G A N G L B A U E R , N I C C O L Ò C A R A N T I , P A U L F E U E R S Ä N G E R , A R N E M Ü S E L E R
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Wer’s glaubt, wird selig Die Auseinandersetzung mit Glaube und Religion bringt viele traditionelle und aktuelle Themen ins Gespräch. Die wichtigsten Neuerscheinungen des Herbstes Text: Teresa Preis
Religion ist wieder im Kommen. Das machen auch die vielfältigen Neuerscheinungen offensichtlich. Von Klein bis Groß, von der Religionstheorie über das Non-Book-Segment und Geschenkbuch bis zur Lebenshilfe: ein Überblick.
oder Heide? Der Frankfurter Historiker Christen Leppins zeichnet in „Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin“ (C.H. Beck) ein detailliertes Bild eines noch jungen Christentums. Mit den Anfängen des Islams beschäftigt sich wiederum Thomas Bauer in „Warum es kein islamisches Mittelalter gab. Das Erbe der Antike und der Orient“ (C.H. Beck). Der Professor für Islamwissenschaft zeigt in seinem provokanten Werk, dass in der islamischen Welt bis ins 11. Jahrhundert die Antike weiterlebte. Mit seinen Thesen arbeitet er gegen die Annahme, der Islam wäre im Mittelalter stecken geblieben. Woher kommt die Rückkehr zur Religion? Für Michael Kühnlein liegt es am Unbehagen an den Entwicklungen der Moderne: Die wissenschaftlich-technische Vernunft scheint an ihre Grenzen gekommen zu sein. In seinem Handbuch „Religionsphilosophie und Religionskritik“ (Suhrkamp) stellt er achtzig Werke aus 2.500 Jahren westlicher Geistesgeschichte dar.
Heiliger Papst und Gott Dalai Lama Elisabeth Pustet begeisterte sich schon als Kind für Italien, lange bevor sie als Äbtissin Marcellina Pustet in Südtirol von 1970 bis 1996 ein Benediktinerinnenkloster leiten sollte. Die heute 95-Jährige blickt in „Die stille Kämpferin“ (Athesia Verlag) auf ihr bewegtes Leben zurück. Herausgeberin Elisabeth Mader ist eine entfernte Verwandte von Pustet. Für das Porträt begleitete sie die Äbtissin über fünf Wochen lang. Pünktlich zur Heiligsprechung von Papst Paul VI. legt der Vatikan-Experte Paul Fisichella „Der erste moderne Papst Paul VI. – Wie er wirklich war“ (Herder Verlag) vor. Der Autor kannte den Papst persönlich und wirkte an der Heiligsprechung mit. Auch „Paul VI.: Segeln im Gegenwind“ (Patmos) widmet sich der Laufbahn des Papstes, der die Kirche durch den Kalten Krieg und die 1968er-Rebellion geleitet hat. Herausgeber Leonardo Sapienza versammelt in seinem Buch Originaldokumente, Briefe und handschriftliche Notizen für enge Mitarbeiter sowie protokollierte Gespräche und lässt damit den Papst selbst zu Wort kommen. In seinem neuen Appell an die Welt richtet sich der Dalai Lama an die Jugend – und damit an Millennials, also die Generation, die um die Jahrtausendwende geboren wurde. „Der neue Appell des Dalai Lama an die Welt“ (Benevento), herausgegeben von ihm selbst gemeinsam mit Sofia StrilRever, ist ein Aufruf, eine Kultur des Teilens und der Gerechtigkeit zu leben.
Christliche Lebenshilfe und Mission Mit seinem neuen Buch „Was uns frei macht. Für eine Ethik der Entfaltung“ (Styria) will Bestsellerautor Matthias Beck das positive Christentum entdecken. Er zeigt auf, dass das Christentum auf einer grundlegenden Ethik basiert und für ein befreites Leben jenseits von Verboten steht. Wie man aus Figuren in der Bibel für den Alltag lernen kann und wie stark die menschliche Seite selbst bei Heldinnen und Helden ausgeprägt ist, zeigt der Salzburger Nachrichten-Redakteur Josef Bruckmoser in seinem biblischen Beziehungsratgeber „Von Engeln, Helden und Menschen“ (Tyrolia). Otto Neubauer, Leiter der Akademie für Dialog und Evangelisation in Wien, redet schon allein aus beruflichen Gründen gern über Gott. Für sein neues Buch „Mission Possible. Praxis-Handbuch für Dialog und Evangelisation“ (Herder) liefert er Fragen und Antworten aus über 25 Jah»
Religionsgeschichte der Christen und Moslems Was gab es in den ersten drei Jahrhunderten nach dem Tod Jesu? Wer galt damals als Christ, Jude
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– Schwerpunkt – Glaube & Religion
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Das Wimmelbuch „Das Kirchenjahr für kleine Entdecker“ mit Illustrationen von Andrea Deininger ist für Kinder ab 2 Jahren
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ren Missionserfahrung in ganz Europa. Für ihn ist klar: Alle Menschen wollen ihre eigene Mission haben, um einen Weg durch das Leben zu finden.
Gute Aussichten im Trüben und Symbolik Für sein Geschenkbuch „In den Nebel hinein. Worte der Hoffnung“ (Tyrolia) versucht der Tiroler Autor und Seelsorger Elmar Simma positive Aussichten in trübe Stimmungen zu bringen. Dabei gibt er viele konkrete Tipps und Impulse für den Alltag. Mit besonderer Ausstattung erklärt „Der Baum des Lebens – und andere christliche Symbole“ (Katholisches Bibelwerk) von Roberta Russo hundert christliche und biblische Symbole. Dabei geht sie auf kryptische Zeichen, rätselhafte Schriften an Wänden der Katakomben und Mosaike der großen Basiliken ein.
Bisexuelle in der Kirche und Religionskrieg Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler, Theologe und Jesuitenpater James Martin legt mit „Eine Brücke bauen. Wie die katholische Kirche und schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Menschen zu einer wertschätzenden Beziehung finden“ (Patmos) eine neue These für eine Kirche im Umbruch vor. Viele Katholiken und Katholikinnen fühlen sich in ihrer Kirche aufgrund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts ausgeschlossen – doch für James Martin sind sie wie alle anderen Mitglieder der Kirche. In „Ist Religion Krieg?“ (Styria) stellt der Philosoph Peter Strasser nicht nur eine provozierende Frage, er nähert sich auch dem aktuellen Thema religiöser Extremismus an. Kann es ein friedliches Miteinander aller Religionen geben? Nur durch die Stärkung der Tradition des religiösen Universalismus, ist der Autor überzeugt. „Kickt die Kirche aus dem Koma“ (Patmos) fordert Journalistin und TV-Moderatorin Jacqueline Straub in ihrem neuen Buch. Sie findet, dass sich die katholische Kirche in ganz Europa größtenteils zu verstaubt präsentiere. Als junge, engagierte Katholikin fordert sie von ihrer Kirche, nicht aufgegeben zu werden. Und verlangt eine neue Zukunftsperspektive.
Kinder ab neun Jahren können in der Kinderbibel „Bibel. Geschichten aus dem Alten Testament“ (Katholisches Bibelwerk) Nacherzählungen der flämischen Kinderbuchautorin Sylvia Vanden Heede über die Schöpfung und die Sintflut oder den Mann Moses lesen.
Bibel zum Basteln und Stempel mit Bibelversen Kreative Anleitungen und Bastelideen – von Handletteringinspirationen über Sticker bis Musterseiten zum Ausfüllen – fasst der mittlerweile zweite Band „Bibel kreativ. Neue DIY-Vorlagen“ (Katholisches Bibelwerk) mit Illustrationen von Anna-Katharina Stahl zusammen. Auch das Non-Books-Segment weist zahlreiche Möglichkeiten auf, das Thema Glaube und Religion in der Buchhandlung zu unterstützen: WashiTape mit Bibel- oder Weihnachtsmotiven etwa oder Stempel mit typografisch gestalteten Bibelversen (etwa von Camino), mit denen sich individuelle Billets und persönliches Geschenkpapier gestalten lassen.
Im Wimmelbuch durchs Kirchenjahr und eine Kinderbibel Mit ihrem kartonierten Wimmelbuch „Das Kirchenjahr für kleine Entdecker“ (Camino) führt die Kinderbuchillustratorin Andrea Deininger Kinder ab zwei Jahren durch das Kirchenjahr.
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– Schwerpunkt –
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Glaube & Religion
Übersetzt von Christine Ammann und Glaudia Seele-Nyima 288 Seiten, geb. | € 22,95 D/sFr 31,80/€ 23,60 A | ISBN 978-3-407-86537-3 erhältlich Auch als
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Jeder Mensch hat spirituelle Ressourcen Warum finden manche Menschen Halt im Glauben und andere stößt er ab? Und welchen Einfluss haben Meditation, Gebet oder die Suche nach Erfüllung in der Natur? Der französische Neuropsychiater, Resilienz- und Bindungsforscher zeigt, wo im Gehirn spirituelles Bewusstsein stattfindet und wie es uns verändert. Sein Buch ist eine Inspiration sowohl für Gläubige als auch für Zweifler.
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Antonio Spadaro (Hg.) Im Angesicht des Herrn Predigten und Ansprachen von 2010 bis 2013 208 Seiten | Gebunden mit Schutzumschlag und Leseband € 22,– (D) / € 22,70 (A) / SFr 30.90 ISBN 978-3-451-38033-4
Rino Fisichella Der erste moderne Papst Paul VI. – Wie er wirklich war 160 Seiten | Gebunden mit Schutzumschlag € 16,– (D) / € 16,50 (A) / SFr 22.90 ISBN 978-3-451-34773-3
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Heiligsprechung
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– Buchtermine –
Veranstaltungen November 2018 MO 29. 10. Reinhard-Priessnitz-Preis an Antonio Fian (Literaturhaus Wien, 19 Uhr)
Rainer Candido, Christina KnausederCsipek „Ich und Glück“ (Buchhandlung Thalia W3, Wien, 19 Uhr)
MI 31. 10. Nadine Kegele und Verena Roßbacher (Theater am Saumarkt, Feldkirch, 20 Uhr)
SA 10. 11. BUCH WIEN (Messe Wien, 10–18 Uhr) Richard Sennett, Christoph Reinprecht „Die offene Stadt“ (Wien Museum, 18.30 h) Nather Henafe Alali, Orwa Saleh „Raum ohne Fenster“ (Albert Schweitzer Haus, Wien, 19 Uhr) Slowenischer Comic-Literaturabend (Statt-Beisl im WUK, Wien, 20 Uhr)
Vom Branchentreff zum Branchentanz: Die BUCH WIEN-Buchparty powered by Terra Mater findet am 9. 11. traditionell in der philiale im Gartenbaukino statt
SO 11. 11. BUCH WIEN (Messe Wien, 10–17 Uhr)
MI 7. 11. BUCH WIEN: Lange Nacht der Bücher u. a. mit Lou Lorenz-Dittlbacher, Maschek, B. Aichner (Messe Wien, 18.30–24 Uhr) DO 8. 11. BUCH WIEN (Messe Wien, 9–18 Uhr) Hanna Sukare „Schwedenreiter“ (Nr. 99 Buchhandlung, Wien, 18 Uhr) Diskussion: Migration aus afrikanischer Perspektive betrachtet (AFRI-EUROTEXT Buchhandlung im Presseclub Concordia, Wien, 18 Uhr) Peter Wegenstein „Wege aus Eisen“ (Buchhandlung Hintermayer, Wien, 18 Uhr) Arne Dahl „Fünf plus drei (Schwedische Botschaft/Schwedenhaus, Wien, 18.30h) Michael Hvorecky „Troll“ (Literaturhaus Wien, 19 Uhr) Andrej Kurkow „Kartografie der Freiheit“ (Österr. Gesellschaft für Literatur, 19 Uhr) Michael Krüger „Vorübergehende“ (Alte Schmiede, Wien, 19 Uhr) Goran Vojnović „Unter dem Feigenbaum“ (Buchhandlung Leporello, Wien, 19 Uhr) Andreas Reckwitz „Demokratie Reloaded: Das Band zerreißt“ (Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, 19 Uhr) Wilhelm R. Vogel „Der Lockruf des Pirols oder ein September im Leben des Julius Wondraschek (Krimisalon, Wien, 19 Uhr) Silvia Pistotnig „Tschulie“ (Buchcafé Melange, Wien, 19 Uhr) Raimund Löw, Kerstin Witt-Löw „Weltmacht China“ (Thalia W3, Wien, 19 Uhr) Hanna Herbst „Feministin sagt man nicht“ (Hartliebs Bücher, Wien, 19.30 Uhr) Peter Autengruber „Verschwundene Wiener Straßennamen“ (Buchhandlung Erlkönig, Wien, 20.15 Uhr)
MO 12. 11. Wolf Haas „Junger Mann“ (Burgtheater, Wien, 19 Uhr)
Am 16. 11. ist der große Vorlesetag: Prominente und engagierte Vorlesepatinnen und -paten lesen bei Veranstaltungen in ganz Österreich vor
FR 9. 11. Vorlesefreitag – Bärenmärchen (Facultas Dombuchhandlung, Wien, 16 Uhr) BUCH WIEN (Messe Wien, 9–18 Uhr) Richard Powers „Die Wurzeln des Lebens“ (Wien Museum, 18.30 Uhr) Kate Morton, Esther Schweins „Die Tochter des Uhrmachers“ (Palais Coburg, Johann Strauß Konzertsaal, Wien, 19 Uhr) Judith Schalansky „Verzeichnis eigener Verluste“ (Literaturhaus Wien, 19 Uhr) Zoltàn Danyi „Der Kadaverräumer“ (Schule für Dichtung, Wien, 19 Uhr) Frèdèric Beigbeder „Endlos leben“ (Bank Austria Salon im Alten Rathaus, 19 Uhr) Tania Munz, Kurt Kotrschal „Der Tanz der Bienen“ (Hauptbücherei, Wien, 19 Uhr) Lindita Arapi, Agron Tufa, Arian Leka: Albanien zwischen gestern und morgen. (Österr. Gesellschaft für Literatur, 19 Uhr) Eric Lambé, Anna Sommer, Noyau, u. a.: Bande dessinée – frankophone Comics (Institut FranÇais d’AutricheVienne, Wien, 19 Uhr)
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DI 13. 11. Bibliothek der Provinz Buch- und Verlagspräsentation (Stifter Haus Linz, 19.30 Uhr) Stefan Peters „Strenge Rechnung“ (Mican Offspace, Wien, 19.30 Uhr) MI 14. 11. Buch im Beisl: Petra Piuk „Toni und Moni“ (AU, Wien, 19 Uhr) DO 15. 11. Alois Brandstetter „Lebenszeichen“ (Robert Musil Literaturmuseum, Klagenfurt, 19 Uhr) DO 22. 11. Europäische Literaturtage und Verleihung des Ehrenpreises des österr. Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (22.–25.11., Krems und Spitz an der Donau) Ernst Merkinger „Mein Leben ist eine Pilgerreise“ (Thalia 1060 Wien, 19 Uhr) SA 24. 11. Literarisch-kulinarische Soiree mit Ivica Đikić, Nino Haratischwili, Madame Nielsen, Carmen Stephan, Marie Jeanne Urech (Schloss Spitz, 18.30 Uhr) DO 29. 11. Buch- und Verlagspräsentation Wieser Verlag (Stifter Haus Linz, 19 Uhr)
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MO 5. 11. Österreichischer Buchpreis 2018 und Debütpreis 2018 (Verleihung im Kasino am Schwarzenbergplatz, Wien, 18 Uhr) Hannes Hofbauer: Kritik der Migration (Aktionsradius Wien, 19 Uhr)
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natürlich zeitlos schön Für Frauen ab 30 und mutige Männer. Ein lebensveränderndes Buch. 232 Seiten, Hardcover EUR 24,70 ISBN 978-3-99002-073-9
Wahre Schönheit ist zeitlos Marilyn Monroe
– Bestenliste Oktober 2018 –
Neu für den Buchhandel!
Bestenliste Oktober 2018 Die ORF-Bestenliste
Sachbücher des Monats
1.
1.
MICHAEL KÖHLMEIER
VALENTIN GROEBNER
Bruder und Schwester Lenobel Hanser
Retroland. S. Fischer
2.
2.
PHILIPP WEISS
KARIN BOJS
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen Suhrkamp
Meine europäische Familie. Theiss Verlag
3.
3.
PERRY ANDERSON
WOLF HAAS
Hegemonie. Konjunkturen eines Begriffs
Junger Mann Hoffmann & Campe
Suhrkamp
4.
4.
DANIEL WISSER
CARLO ROVELLI
Königin der Berge Jung und Jung
Die Ordnung der Zeit Rowohlt
5.
5.
ex aequo: MARÍA CECILIA BARBETTA Nachtleuchten S. Fischer
R. MISIK, CH. SCHÖRKHUBER, H. WELZER (HG.)
Arbeit ist unsichtbar. Picus
6.
5.
ALADIN EL-MAFAALANI
ex aequo: PETER HENISCH Siebeneinhalb Leben Deuticke
Das Integrationsparadox. Kiepenheuer & Witsch
7. MICHAEL ONDAATJE
Kriegslicht Hanser
8. ex aequo: GERHARD JÄGER
All die Nacht über uns Picus
8. ex aequo: HANNA SUKARE Schwedenreiter Otto Müller
9. ex aequo: ALLY KLEIN Carter Droschl
9.
Die Liste „Sachbücher des Monats“ wird durch ExpertInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
7. DIRK VAN LAAK
Alles im Fluss. Die Lebensadern unserer Gesellschaft S. Fischer
8. DAVID FOSTER WALLACE
Der Spaß an der Sache. Kiepenheuer & Witsch
ex aequo: GORAN VOJNOVIĆ
10. HANNO RAUTERBERG
Im Vergleich zum Vorjahresmonat.
-1,6 % -3,2 % +1,7 % Umsatz
Anerkennung. Eine europäische Ideengeschichte Suhrkamp Verlag
Wie frei ist Kunst? Suhrkamp Verlag
Unter dem Feigenbaum Folio
Marktdaten September 2018
9. AXEL HONNETH
Absatz
Preis
Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.
Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.
Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und BuchhändlerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste und der anzeiger auch.
– Klassiker – neu entdeckt
Im lilagrauen
uferlosen Fluß verstreut, der sie mit tiefen und durchsichtigen Armen einer tiefen Bläue umflutet, bewegen sie sich kaum von der Stelle; weiter unten am Horizont drängen sie sich mehr zusammen, und es ist kein Blau zwischen ihnen mehr zu sehen; aber sie sind selbst da so leuchtend blau wie der Himmel; sie sind ganz von Licht und Wärme durchtränkt. Die Farbe des Horizonts, leicht und blaßlila, ändert sich während des ganzen Tages nicht und ist in der ganzen Runde gleich; nirgends verdunkelt sie sich, nirgends sammelt sich ein Gewitter; höchstens ziehen sich hier und da bläuliche Streifen herab – es ist ein kaum bemerkbarer Regen, der wie eine Saat herabrieselt. Gegen Abend verschwinden diese Wolken; die letzten von ihnen, dunkel und formlos wie Rauch, ballen sich rosenrot der scheidenden Sonne gegenüber; an der Stelle, wo sie ebenso ruhig untergegangen ist wie sie emporgestiegen, bleibt das hellrote Leuchten nur eine kurze Zeit über der dunkelgewordenen Erde, und leise flimmernd, wie eine vorsichtig getragene Kerze, leuchtet darin der Abendstern auf. An solchen Tagen sind alle Farben gedämpft; sie sind leuchtend, aber nicht grell; auf allen Dingen liegt das Siegel einer eigenen rührenden Milde. An solchen Tagen ist die Hitze oft sehr groß, manchmal brütet sie an den Abhängen der Felder; aber der Wind vertreibt und verweht die angesammelte Glut, und Wirbel – sichere Anzeichen
Nebel IWAN TURGENJEW: AUFZEICHNUNGEN EINES JÄGERS (1852) Die Beschin-Wiese Es war ein herrlicher Julitag, einer von den Tagen, die nur dann vorkommen, wenn kein Wetterumschlag zu erwarten ist. Der Himmel ist dann vom frühen Morgen an heiter; das Morgenrot flammt nicht wie eine Feuersbrunst; die Sonne ist nicht feurig und glühend wie zur Zeit einer Dürre, auch nicht trüb-blutrot wie vor einem Sturm, sondern schwebt hell und freundlich unter einer schmalen und langen Wolke hervor, leuchtet heiter und versinkt im lilagrauen Nebel. Der obere dünne Rand der langgestreckten Wolke glitzert wie voller feiner Schlangen; ihr Glanz erinnert an den Glanz getriebenen Silbers . . . Schon brechen aber die spielenden Strahlen aufs neue hervor, und das mächtige Gestirn steigt lustig, majestätisch, wie auffliegend empor. Um die Mittagsstunde erscheint gewöhnlich eine Menge runder, hoher, goldig-grauer Wolken mit zarten weißen Rändern. Gleich Inseln, auf einem
WESHALB WIR DAS LESEN SOLLEN. ANLEITUNG VON ERICH KLEIN. Iwan Sergejewitsch Turgenjew (1818– 1883) entstammte dem niedrigen Landadel im zentralrussischen Orjol: Die Familie besaß einige Tausend Leibeigene – Bauern und Dienstpersonal. Auf den Schulbesuch in Moskau folgte ein Literaturstudium in der Hauptstadt Petersburg, dann ein zweijähriger Aufenthalt in Berlin inklusive Beschäftigung mit der Philosophie Hegels. Nach seiner Rückkehr in die Heimat diente Turgenjew im zaristischen Innenministerium, für das er auch eine Denkschrift über die Lage der russischen Bauern schrieb. Turgenjew sah sich als Modernisierer und „Westler“. Nicht nur die Leibeigenschaft, sondern das gesamte russische System war ihm unerträglich. Über die Gründe für sein bekanntestes
Buch, die ab 1846 entstehenden „Aufzeichnungen eines Jägers“, die großteils in Deutschland und Frankreich entstanden, notierte er: „Ich hielt diese Atmosphäre nicht länger aus und musste mich in größere Distanz zu diesem verhassten System begeben, um es aus der Ferne umso heftiger zu attackieren.“ Die fünfundzwanzig Erzählungen der „Aufzeichnungen“ sind nicht nur ein Querschnitt durch Russlands rückständige Gesellschaft, unübersehbar ist auch, dass Turgenjew ursprünglich Lyriker war. Die zentralrussische Landschaft mit flirrender Augustsonne über der Steppe oder mit rabiaten Schneestürmen ist der fixe Rahmen äußerst lakonisch beschriebener Episoden: Erzählt wird etwa von der nächtlichen Einkehr bei einem Müller und seiner geheimnisvollen Frau – am schönsten sind Turgenjews fast
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beständigen Wetters – ziehen als hohe weiße Säulen über die Wege und Äcker dahin. In der trockenen und reinen Luft duftet es nach Wermut, nach gemähtem Korn und Buchweizen; selbst eine Stunde vor Anbruch der Nacht spürt man keine Feuchtigkeit. Ein solches Wetter wünscht sich der Landmann für die Getreideernte. An einem solchen Tag jagte ich einmal im Tschernschen Kreise des Tulaer Gouvernements auf Birkhühner. Ich hatte recht viel Wild aufgestöbert und geschossen; meine gefüllte Jagdtasche schnitt mir unbarmherzig in die Schulter; das Abendrot war aber schon im Verlöschen, und in der noch hellen, wenn auch von den Strahlen der untergegangenen Sonne nicht mehr erleuchteten Luft verdichteten sich schon kalte Schatten, als ich mich endlich entschloß, nach Hause zurückzukehren. Mit raschen Schritten durchstrich ich die lange, von Gebüsch bedeckte Strecke, stieg einen kleinen Hügel hinauf und erblickte statt der von mir erwarteten, mir bekannten Ebene mit dem Eichenwäldchen rechts und der niederen weißen Kirche in der Ferne eine mir völlig unbekannte Gegend. (…)
Iwan Turgenjew: Aufzeichnungen eines Jägers (1852) Neuübersetzung aus dem Russischen von Alexander Eliasberg Hanser Verlag, 2018
impressionistische Schilderungen von Kindern und Jugendlichen wie in der Meistererzählung „Die Bezhin-Wiese“. Angeblich erschienen die „Aufzeichnungen eines Jägers“ nur wegen einer Unachtsamkeit des Zensors – nach Veröffentlichung des Buches 1852 wurde ihr Verfasser verhaftet und auf sein Gut verbannt. Turgenjews berühmtester Roman, „Väter und Söhne“, erschien 1861, im Jahr der Abschaffung der Leibeigenschaft. Der darin geschilderte Disput zwischen „Slawophilen“ und „Westlern“ hat in gewisser Weise bis heute nicht an Aktualität verloren. Turgenjew verließ zu dieser Zeit Russland endgültig und zog nach Paris. Der Begründer des russischen Realismus pflegte nicht nur Freundschaften mit Schriftstellerkollegen wie Gustav Flaubert oder Theodor Storm, er war tatsächlich ein Autor von europäischem Format.
– HVB-Mitglieder im Porträt – Andreas Wurzer, Antiquar Porträts: Elisabeth Stuppnig Foto: Christopher Mavrič
„Der HVB ist für mich ein Fenster ins Ausland“
Andreas Wurzer W
enn sie besonders böse und grantigschauen, sind es KabukiSpieler“, sagt Andreas Wurzer. Stolz blättert er durch seine Schätze: zahlreiche japanische Farbholzschnitte, geordnet nach den für diese Art von Druckgrafiken typischen Kategorien. Dazu gehören neben „Kabukis“, also Darstellungen des traditionellen japanischen Theaters der Edo-Zeit, auch „Shungas“, erotische Motive, oder „Helden“,etwa schwertkämpfende Samurais. Früher unter Liebhabern klassischer Musik als Musikalienhandlung bekannt, ist heute in Andreas Wurzers „Galerie bei der Oper“ von der Vergangenheit nichts mehr zu sehen. Die zum Teil in originalen japanischen Bilderrahmen sitzenden Farbholzschnitte hängen von den Wänden des vierzig Qua dratmeter großen Geschäftslokals, auch klassischeeuropäische Holzschnitte aus der Zeit 1900 bis 1940 sind zu sehen. Dazwischen: japanisches und chinesisches
Kunsthandwerk. In einer Nische ein buntes Poster aus den 1930er-Jahren: „Vacanze a Vienna“. „Das habe ich eigentlich für meine italienischen Kunden aufgehängt“, sagt der Kunsthändler. „Italiener lieben japanische Farbholzschnitte.“ Sie zählen mit den Franzosen zur größten Klientel. Über 60 Prozent seiner Kundschaft kommen aus dem A usland – keine typischen Touristinnen und Touristen, sondern vorrangig an Kongressen Teilnehmende. Unter den österreichischen Kundinnen und Kunden finden sich sowohl Kampfsportfans, die sich für die Samurai-Abbildungen begeistern, als auch Studierende. Sie zählen zu einem Publikum, das Wurzer, als er noch mit Werken der europäischen Moderne handelte, nicht kann-
te. Jetzt k önnen sich auch Studierende über eine leistbare Original grafik aus Büchern freuen, etwa der „Ansichten des Berges Fuji“ von Hokusai Katsushika. „Ich habe einfach geschaut, wo ich mich einnischen kann.“ Als recht frisches Mitglied des Haupt verbands freut sich Wurzer über die Möglichkeit, an internationalen Antiquariatsmessen teilzunehmen. „Der HVB ist für mich nicht nur eine Interessensvertretung, sondern auch ein Fenster ins Ausland.“ Der Quereinsteiger verfügt über die selteneKombination von Geschäftssinn und Idealismus. Als Biologe arbeitete er 15 Jahre lang in leitender Position für den WWF, zunächst in Osteuropa, dann in Westafrika, schließlich in Paris. Dort, im berühmten Auktionshaus Drouot, begann er seine erste Ware zu ersteigern und wieder zu verkaufen. Aus dem Hobby sollte bald ein Beruf werden. Zurück in Wien wurde er stellvertretender Geschäftsführer des WWF und eröffnete 2013 seine Galerie. Damals war das noch sein Zweitberuf „und irgendwann zu viel: zwei kleine Kinder, Geschäftsführer einer NGO und dazu die Galerie – das ging sich nicht mehr aus“. Ob ihm etwas aus seiner Zeit als Umweltbeauftragter abgeht? „Mir fehlen die offenen, loyalen und fairen Menschen. Das ist im Kunstbereich einfach anders. Aber ich habe jetzt Kinder und keine Zeit mehr für Melancholie“, lacht er. Galerie bei der Oper Bösendorferstraße 1, 1010 Wien
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– HVB-Mitglieder im Porträt – Andreas Schinko, Verleger, PROverbis
Foto: Christopher Mavrič
Andreas Schinko
Porträts: Elisabeth Stuppnig
„Ich lektoriere mittlerweile leider schon die Speisekarte“
I
ch bin ein Chaot, der versteht, sein Chaos zu strukturieren. Das muss sein, sonst gehe ich in meinem Chaos unter“, lacht Andreas Schinko während er durch sein Homeoffice im zweiten Wiener Gemeindebezirk führt. 2006 entschloss er sich mit der Gründung von PROverbis für die Selbstständigkeit. Er wusste, wie viel Arbeit auf ihn zukommen sollte, schließlich war er zuvor über zwanzig Jahre für den Schulbuchverlag Ed. Hölzl tätig. Zunächst als Grafiker, Gestalter und Illustrator, dann im Lektorat und ab 2000 als Verlagsleiter. Zu Beginn von PROverbis, erzählt er, habe er – auch aus Kostengründen – alles selbst gemacht und wenig auf sich selbst geachtet. „Ich habe oft 16 Stunden am Tag gearbeitet und um drei Uhr früh mit Autoren konferiert. Auf Dauer war das aber nicht recht klug.“ Auch heute arbeitet Schinko noch viel, dafür aber mit Herzblut, als „One-Man-Show“ nach seinen eigenen Regeln, wie er stolz sagt. Unterstützung bekommt er lediglich von einer Lektorin, die ihm unter anderem dabei hilft, die fünfzig bis hundert jährlich
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eingeschickten Manuskripte durchzugehen und vorauszuwählen: zum Beispiel „Mein Leben ist ein Senfglas“, die Migrationsgeschichte einer jungen englischen Journalistin, die nach Österreich kam. Ein anderes Buch, nämlich „Hinter Eis“, beschäftigte sich mit Geschlechterrollen. Es erzählt von einer dystopischen Welt, in der Frauen die Macht ergreifen und Männer ausschließlich der Fortpflanzung dienen. Ob ein Werk alt oder neu ist, hat für Schinko recht wenig Bedeutung, Hauptsache sei, es greife gesellschaftlich relevante Themen auf: „Eine gute Geschichte hat kein Ablaufdatum. Eine schlechte gehört nicht zwischen Buchdeckel.“ Deshalb möchte Schinko seinen Büchern in Zukunft mehr Zeit widmen. Seine Antwort auf den „hyperventilierenden Buchmarkt ist Slow Literature“, also nur noch ein Roman pro Jahr. Mit zwei Imprints, die Programmhoheit genießen, schafft er es, rund fünf Titel jährlich zu verlegen. „Der Literaturmarkt ist so schnelllebig, jeder hechelt Trends hinterher. Kleine Verlage haben es immer schwerer, ihr Versprechen zu halten, Bücher in die Medien und in den Handel zu bringen. Ich lege privat viel Wert auf einen bedächtigen Umgang mit Ressourcen. Warum soll das beim Buch anders sein?“ Auch bei einem seiner größten Hobbys, dem Reisen, nimmt sich Schinko gern Zeit. „Mir geht es darum, mich auf ein Land einzulassen und die Veränderung zu spüren. Nicht darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen.“ Zu seinem Hobby passt auch die Leidenschaft für Reiseliteratur aus dem 19. Jahrhundert und die „alte Sprache“. Bei moderner Literatur greift Schinko gern zu „Einefetz-Thrillern“, wie er sie nennt, Psychothrillern, wie jenen von John Ajvide Lindqvist zum Beispiel. Nur hier schaffe er es, nicht ins Lektorieren zu kippen. „Ich lektoriere mittlerweile leider schon die Speisekarte. Das i-Tüpferl-Reiten gehört halt zum Berufsbild.“
– HVB-Mitglieder im Porträt – Christoph Steiner / Buchhändler, Salzburg
Christoph Steiner
Foto: Chris Rogl
„Man kennt uns in Salzburg als Spezialisten für Wander- und Reiseliteratur sowie Bildung“
S
alzburg und klassische Musik – das passt. Musik und Theater prägen nicht nur die Stadt, sie ziehen sich auch wie ein roter Faden durch das berufliche und private Leben von Christoph Steiner. Schließlich wurde die Buchhandlung des Salzburgers von der Sängerin Maria Motzko, seiner Großtante, gegründet. Als Buchhändlerin arbeitete sie tagsüber in ihrem Geschäft, abends sang sie am Landestheater der Mozartstadt. Heute führt Großneffe Christoph Steiner „die älteste Familienbuchhandlung in Salzburg“ gemeinsam mit seinen Eltern. Mutter Gerlinde Steiner ist für Einkauf und Organisation zuständig, Vater Wolfgang Steiner kümmert sich um Verwaltung und Finanzen. Insgesamt vier Filialen gehören zu Motzko. Das Stammhaus beim Shoppingcenter Kiesel wurde 1934 gegründet, gegenüber befinden sich zwei weitere Filialen von Motzko. Besonders stolz zeigt sich Steiner über die in den 1990er-Jahren gegründete Reisebuchhandlung: „Diese Filiale ist unser Aus-
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hängeschild. Man kennt uns in Salzburg als Spezialisten für Wander- und Reiseliteratur.“ Ebenso wichtig ist dem gelernten Informatiker die dritte, auf Wirtschaft, Recht und EDV spezialisierte Filiale. Dort befindet sich auch die Kinder- und Jugendliteratur. „Buchleser werden schließlich immer älter. Wir setzen auf den Nachwuchs und auf Bildung. Die Menschen früh für das Lesen zu gewinnen ist uns eine Herzensangelegenheit.“ Die vierte Filiale in der Salzburger Innenstadt führt die Familie als „kleines, feines, modernes Antiquariat“. Seit den 1970erJahren werden hier von den Verlagen abgestoßene Restbestände verkauft. Es sei dem Wandel der Zeit und der Globalisierung geschuldet, dass viele Buchhändler Umsatzeinbußen erleiden, meint Steiner. Er zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Alles befindet sich im Umbruch. Mit unserer Buchhandlung und den Filialen sind wir zum Glück sehr gut und breit aufgestellt.“ Die Buchhandlung Motzko mit ihren vier Filialen ist nicht der einzige Erwerbszweig der Familie. Neben der Buchhandlung werden mit der eigenen Auslieferung HillsteinVerlag Branchenkollegen in Südtirol und Österreich beliefert. Seine Tätigkeit als Buchhändler und als ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Salzburger Schauspielhauses lässt Steiner nicht viel Zeit für Hobbys wie das Laufen. „Es ist immer unglaublich viel zu tun.“ Denn als Vater zweier bald maturierender Kinder stehen neben beruflichen auch private Verpflichtungen am Tagesprogramm. Mit ihnen und seiner Frau Silvia SteinerSpan, einer Sängerin und Musikwissenschaftlerin, lebt Steiner am Rande des Salzburger Stadtkerns in Leopoldskron. „Dort, wo es grün wird“ – und wo schon seine Großtante lebte.
Motzko Buch Elisabethstraße 1, Salzburg Kaigasse 11, Salzburg
– HVB-Mitglieder im Porträt – Hildegard Gärtner, Verlag Jungbrunnen
Foto: Christopher Mavrič
Hildegard Gärtner B
ücher für Kinder und Jugendliche müssen einfach und verständlich, dürfen aber niemals banal sein“, sagt Hildegard Gärtner. „Man muss Kinder genauso wie Erwachsene mit Respekt behandeln und ernst nehmen.“ Während sie auf dem Dach des Jungbrunnen Verlags in der Wiener Rauhensteingasse erzählt, tönen die Kirchenglocken vom Stephansdom her, der in Sichtweite liegt. „Warum sollte ein Kind mit einem schlechten Text zufrieden sein, mit holprigen Dialogen oder fehlender sprachlicher Sorgfalt?“ Bevor sie nach einem Germanistik- und Amerikanistikstudium zum Jungbrunnen Verlag kam, arbeitete Gärtner als Lektorin
„Wenn man irgendwo ansetzen möchte, um etwas in der Welt zu verändern, dann bei den Kindern“
beim Linzer Veritas Verlag, dann bei Dorner in Wien. Seit 1992 ist sie Verlagsleiterin bei Jungbrunnen. Das Zeitalter der Digitalisierung bringe Herausforderungen mit sich. Dass etwa Interaktion für viele Kinder und Jugendliche mittlerweile hauptsächlich über soziale Netzwerke erfolgt und Zeit fürs Lesen raubt, findet Gärtner problematisch. In puncto Lesekompetenz sieht sie die Verantwortung nicht nur bei den Verlagen
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oder in der Familie, sondern auch bei der Politik. Sie müsse klarmachen, dass Lesen nicht durch andere Fähigkeiten ersetzt werden könne. „Es geht darum, junge Menschen neugierig auf Bücher zu machen und ihnen die Fähigkeit zu lesen und zu denken zu vermitteln. Unabhängig von parteipolitischen, finanziellen oder persönlichen Interessen.“ Als Mitglied im Verlegervorstand des HVB vertritt Gärtner schon lange die Kinderund Jugendbuchverlage. „Das ist ein Umfeld, in dem ich mich gern einbringe.“ An die 200 Manuskripte erhält der Verlag im Jahr, nur sehr wenige davon kommen für eine Publikation in Frage. Acht bis zehn Neuerscheinungen verlegt Jungbrunnen jährlich, das übrige Programm bestreiten Nachdrucke „alter Freunde“, wie Gärtner sagt, also Klassiker etwa von Mira Lobe. Bis auf eine Lektorin, die unverlangte Manuskripte vorselektiert, lektoriert Gärtner alles selbst. Umso mehr genießt sie als „Gegenpol zur Kopfarbeit“ die Gartenarbeit auf ihrer Dachterrasse im siebten Bezirk. „Hier lebte ich schon lange, bevor der Bezirk hip war“, lacht sie. Aber auch bei ausgiebigen Wandertouren oder beim „Schwammerlsuchen“ in ihrer oberösterreichischen Heimat könne sie „den Kopf frei“ bekommen. Was ihr außerdem am Herzen liegt? Hildegard Gärtner lächelt. Ihr zweites Standbein als ausgebildeter Coach. „Menschen zu begleiten und sie in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen ist mir eine wichtige Sache. Das tue ich gern.“ Warum entschloss sie sich eigentlich dazu, Kinder- und Jugendliteratur zu verlegen? „Wenn man irgendwo ansetzen möchte, um etwas in der Welt zu verändern, dann bei den Kindern.“
Erich Hackl liest am 8. November, um 15.30 Uhr, auf der BUCH WIEN 18 (Messe Wien, Halle D, ORF-Bühne) aus seinem neuen Roman „Am Seil“
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Das Steyr des Widerstands IN DEUTSCHLAND SIEHT MAN IHN AUF DER EXTREMEN LINKEN, IN ÖSTERREICH IN DER MITTE DER GESELLSCHAFT: ERICH HACKL, EINER DER RENOMMIERTESTEN ÖSTERREICHISCHEN AUTOREN, SCHREIBT ÜBER JENE, DIE SICH GEGEN GESELLSCHAFTLICHE TRENDS STELLEN Interview: Erich Klein
E
rich Hackl, 1954 in Steyr geboren, lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien. Nach dem Studium in Salzburg und an spanischen Universitäten war er ab 1977 Deutschlektor in Madrid und von 1981 bis 1990 am Institut für Romanistik der Uni Wien tätig. Seit „Auroras Anlaß“ (1987) und „Abschied von Sidonie“ (1989) zählt er zu den renommiertesten Schriftstellern des Landes. Heuer erschien „Am Seil: Eine Heldengeschichte“. Der anzeiger traf den Autor im Wiener Café Diglas zum Gespräch.
FOTO: M AU R I C E HA A S/D I O G E N E S V E R L AG
Herr Hackl, das oberösterreichische Steyr, der Ort, an dem Sie geboren wurden, spielt in einigen Ihrer Bücher eine zentrale Rolle. Welchen Bezug haben Sie heute zu Steyr? Erich Hackl: — Seit dem Tod meiner Mutter 2011 beschränkt sich das auf einige Bekannte, die sich mit der Zeitgeschichte von Steyr beschäftigen. Meine früheren Informanten sind längst gestorben. Ich wollte aber noch eine Geschichte über drei Widerstandskämpfer schreiben, Arbeiter der SteyrWerke, die in München-Stadelheim in der Todeszelle saßen – zwei davon konnten fliehen. Es ist das Steyr des Widerstands, das mich mit dem Ort von Anfang an verbindet. Wann hat diese Beschäftigung begonnen? Hackl: — Mit 19, als ich im Münichholz als Aushilfsbriefträger ging. Dieser Stadtteil wurde in der Nazizeit gebaut und war damals noch grau angestrichen, ein Tarnanstrich gegen die Luftangriffe, denn dort lag das Kugellagerwerk. Ich ging da meinem ersten Fall nach: der Geschichte einer Krankenschwester, die die Gestapo totschlug, weil sie Zwangsarbeitern geholfen hatte. In diesem Zusammenhang stieß ich auf die Geschichte der Sidonie Adlersburg. Wie war Steyr in den 1970er-Jahren?
Hackl: — Eine heruntergekommene Stadt. Das Leben war abhängig von der Konjunktur der Steyr-Werke. Gab’s irgendwo Krieg, wurden Waffen verkauft, dann ging es auch den Arbeitern besser – und umgekehrt. Sie haben das dortige Gymnasium besucht. Was waren Ihre ersten Leseerlebnisse? Hackl: Wenn ich von Karl May in der Volksschule absehe … mit zwölf oder dreizehn war Remarques „Im Westen nichts Neues“ prägend. Der Roman bestärkte mich in meinem Pazifismus. Dasselbe gilt für Kurt Tucholsky ein wenig später hinsichtlich der Sozialdemokratie, die in Steyr dominant war und ist. Gab es im Ort eine Buchhandlung? Hackl: — Am Stadtplatz befand sich eine Papierhandlung, die mir unvergesslich ist, weil ich dort bei einer Weihnachtsausstellung einmal eingesperrt wurde. Eigentlich war das wenig für eine Stadt mit 40.000 Einwohnern. Wie waren Deutschunterricht und -lehrer? Hackl: — Es gab einen guten Deutschlehrer, der uns ein gewisses Rüstzeug beibrachte und uns alle Freiheiten ließ. Auf Remarque und Tucholsky kam ich aber selbst. Wichtig war natürlich das Elternhaus. Mein Vater hat sehr viel gelesen. Er stammte aus handwerklich-bäuerlichem Milieu, war Angestellter der Bauernkammer und hatte sich selbst gebildet. Als Jahrgang 1921 war er beim Militär, hatte aber während der Nazizeit nicht nazistisches Schrifttum gekauft. Ihr Elternhaus war nicht politisch links – das war später Ihre eigene bewusste Entscheidung? Hackl: — Warum wird man links? Ich glaube, es war so, dass ich mit meiner Schwester, die auch bei meiner Lektüre eine wichtige Rolle spielte, die Eltern nach links geschleift habe. »
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Zuletzt erschienene Bücher von Erich Hackl Diogenes Verlag: Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018). Der Berliner Kunsthandwerker Reinhold Duschka und der Wiener Mathematikstudent Rudolf Kraus freunden sich am Vorabend des Kriegs beim Bergsteigen an. Während der Nazizeit versteckt Duschka Frau und Kind des Freundes bis zur Befreiung. Erst Jahrzehnte später stimmt der Protagonist – wahrhaft ein Held – seiner Ehrung zu. Dieses Buch gehört meiner Mutter (2013). Hundertseitiges Prosagedicht über das Leben einer Frau aus dem Mühlviertel der 1930er-Jahre bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Autor formuliert Einsichten der Mutter, „die sie nicht auszudrücken vermochte oder zu denen sie nie gelangt ist“. Rotbuchverlag: So weit uns Spaniens Hoffnung trug. Erzählungen und Berichte aus dem Spanischen Bürgerkrieg (2016). Kommunisten, Anarchisten, Antistalinisten und Antifaschisten (darunter auch Egon Erwin Kisch) berichten in sechsundvierzig Texten über den Spanischen Bürgerkrieg 1936–39. innsbruck university press: Literatur und Gewissen (2016) Der Autor reflektiert über die Poetik dokumentarischer Literatur.
– Selbstredend –
»
Ist die „Umerziehung“ gelungen? Hackl: — Es ist gelungen! (lacht) Mein Vater war relativ jung, als er 1991 starb, aber in einem Alter, wo man schon sagen konnte, ob es gelungen war oder nicht. Beide Eltern teilten im Prinzip meine Positionen. Meine Mutter sogar noch mehr, weil sie länger lebte. Allerdings war es für sie, die nicht gebildet war, vielleicht schwerer. Sie begann erst nach dem Tod meines Vaters zu lesen und tat dann fast nichts anderes mehr außer lesen.
Sie haben ihr ein ganzes Buch mit dem schönen Titel „Dieses Buch gehört meiner Mutter“ gewidmet … Hackl: — Es ist das mir am nächsten stehende Buch. Es war für mich sehr wichtig, dass sich meine Eltern über Jahrzehnte hinweg über ihre Kindheit und Jugend unterhalten haben. Mein Vater war wegen der Ausbildung und kriegsbedingt nicht daheim gewesen, also fragte er meine Mutter immer wieder nach verschiedenen Personen. Sie unterhielten sich ständig. Oft erzählten sie ein und dasselbe, wir Kinder saßen dabei und hörten zu. Bei meinem Vater war man nicht ganz sicher, ob es stimmte, was er erzählte. Die Mutter erzählte aus Notwendigkeit. Das klingt ganz anders als die übliche Behauptung vom Schweigen der Kriegsgeneration … Hackl: — Dass die Eltern meiner Generation über die Nazizeit nicht sprachen, stimmt so nicht. Bei uns wurde darüber ständig geredet – möglicherweise, um sich zu rechtfertigen. Aber allein der Umstand, dass gesprochen wurde, ermöglichte auch Widerrede. Das betrifft nicht nur mein Elternhaus. In der halb proletarischen, halb kleinbürgerlichen Stadtrandsiedlung, in der ich aufwuchs, war das nirgendwo anders. Im Haus der unmittelbaren Nachbarn lebten zwei Generationen miteinander und sie sprachen über 1934. Sie meinen den Bürgerkrieg des Jahres 1934, der auch in Steyr stattfand? Hackl: — Der Schwiegervater der Familie war Schutzbündler und 1934 auf der umkämpften Ennsleite dabei. Unten marschierte sein Schwiegersohn als Soldat des Bundesheers gegen die Schutzbündler. Ich kann mich gut erinnern: Die beiden saßen am Küchentisch – es wurde Most getrunken und es stank nach Virginia-Zigarren –, redeten und kamen dabei auch zusammen. Man kann einwenden, dass dabei die historische Wahrheit unter den Tisch fällt, aber vermutlich geht das nach einem Bürgerkrieg gar nicht anders. In Steyr war das Jahr 1934, der Bürgerkrieg, ein größeres Tabu als die Nazizeit!
Weil es schwieriger ist, damit fertigzuwerden? Hackl: — Ja – weil der Bürgerkrieg bis in die Familie hineingeht. Das fiel mir damals auf. Wir hatten einen guten Geschichtelehrer, rechts-sozialdemokratisch, der immer sagte: „Wir halten zusammen, den Bürgerkrieg vergessen wir.“ Was die Nazizeit betrifft, so hörten wir genug, um uns selbst weiterzubilden. Sie beschrieben in Ihren Büchern oft die Welt nach 1938, Ihre Figuren stammen aber aus der Ersten Republik. Was verbinden Sie mit 1918? Hackl: — Hilde Spiel sagte einmal, ihre Generation habe die Erste Republik als die ihre angesehen. Das kann man nur unterstreichen. Ich denke dabei etwa an Henriette Haill, eine Arbeiterin aus Wels, die den Unterschied zwischen 1918 und 1945 in ihrer einfachen Art so beschrieb: „1918 ist für uns eine Welt aufgegangen, 1945 war alles grau.“ Ich würde das so übernehmen – insofern bin ich für 1918. Warum studierten Sie Spanisch? Sie haben zahlreiche Bücher übersetzt. Ihr Debüt aus 1987, „Auroras Anlaß“, spielt in Spanien … Hackl: — Das war ein Zufall. Ich war in keiner besonders guten Mittelschule. Wir hatten nur Latein und Englisch, und ich wollte
„Mich haben im Unterschied zu Roth, Bernhard oder Jelinek die Täter nie interessiert. Für mich sind das fade, uninteressante Leute“ Erich Hackl
noch eine Sprache lernen, schwankte zwischen Russisch und Spanisch und sagte mir, wenn Russland zugesperrt wird – was dann? Mit Spanisch standen mir viele Länder offen. Sie gingen noch zu Zeiten des Diktators Franco nach Spanien? Hackl: — Ja, ich war 1973 erstmals als Stipendiat dort – Franco starb 1975. Das Wichtigste war die Erfahrung der Diktatur, äußerst beklemmend. Meine Altersgenossen stellen das heute oft so dar, als wäre schon ab 1965 mit der Demokratie alles klar gewesen, doch ich halte das für Rückprojektionen. Für mich stand die Angst im Mittelpunkt, die auch
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über Francos Tod hinaus anhielt. 1976 fanden die ersten Wahlen statt. Trug diese Erfahrung zu Ihrer Politisierung als Autor bei? Hackl: — Es gab etwas anderes, das noch in Steyr dazu beitrug: das Kurzwellenradio. Wir hatten einen Verein von Kurzwellenamateuren und hörten die Sender der ganzen Welt. Radio Prag, Radio Peking, aber auch lateinamerikanisches Radio um zwei Uhr früh. Sie haben damals für die linke Wiener Zeitschrift „Tagebuch“ geschrieben und kamen mit „Abschied von Sidonie“, Ihrem bekanntesten Buch, in die österreichische Provinz zurück … Hackl: — Wie man es sieht: die Welt als Steyr, oder Steyr als die Welt. Ich halte eher jene für provinziell, die ständig von Paris oder Manhattan reden. Das Steyr, über das ich schreibe, ist keine Verherrlichung von Mundartlichem, sondern ein Ort der Erfahrung. „Abschied von Sidonie“ erschien 1989. Welche Bedeutung hat dieses Jahr, in dem der Kommunismus unterging, für Sie? Hackl: — Damals gar keine. Das Buch entstand zwei Jahre vorher, ich erinnere mich aber an den Mauerfall im Fernsehen, als ich gerade auf Lesereise war. Mit meinem literarischen Schaffen hatte das nichts zu tun. Meine persönliche Reaktion war: Endlich passiert etwas. Man konnte sich darüber freuen, dass der Missbrauch des Sozialismus zu Ende ging, als die Sowjetunion verschwand. Was die DDR betraf, so hatte ich dieses Gefühl bei deren Integration in die BRD nicht mehr. Das empfand ich damals als Niederlage der Linken. Die westdeutschen Eliten begannen, die Bewältigung der Nazizeit durch jene der DDR zu ersetzen. Die Verbrechen der einen wurden durch die der anderen ersetzt. Ihr erster großer Erfolg war „Auroras Anlaß“, eine spanische Geschichte. War das der Umweg, um zur eigenen Geschichte zu kommen? Hackl: — Nein. Madrid, Buenos Aires oder Montevideo bedeuteten für mich die Möglichkeit, mir eine fremde Kultur zu eigen zu machen. Es ist fast eine Gnade, die ich mit dem Hineinwachsen in diese Kultur erfahren habe. Wenn ich heute nach Madrid komme, spüre ich das noch immer. Dazu gehört die Begegnung mit Autoren, die Sie übersetzt haben? Hackl: — Ja, ich habe das etwa bei Humberto Ak’abal erlebt, der mich mit zu sich nach Hause nahm. Wir trafen uns in der Hauptstadt Guatemala, dann zeigte er mir sein Dorf: seinen Großvater und die Mutter, oder
Kramers Kinderstube Irmgard Kramer die jungen Mädchen, die im Fluss ihre Wäsche waschen, über die er schreibt. Als er mir die Helden seiner Gedichte vorstellte, dachte ich, die sind genau wie die Steyrer. (lacht) Als er nach Österreich zu Lesungen kam, habe ich ihm meine Mutter vorgestellt. Für mich ist das Vertraute in der Fremde etwas Beglückendes. Ich denke dann, die Menschen sind eh alle gleich. Nicht auf blöde Weise gleich, sondern dass man als Mensch die Möglichkeit hat, sich zu verbrüdern. Ich weiß nicht, wie ich das anders beschreiben sollte. Sie hatten trotz der Tragik, über die Sie schreiben, nie Zweifel? Etwa wie sie im Verdikt zum Ausdruck kommen, nach Auschwitz sei es unmöglich, noch Gedichte zu schreiben. Hackl: — Die Methode, die ich in meinen Büchern anwende, das dokumentarische Verfahren, ist ein Resultat von Angst, Vorsicht
„In Steyr war das Jahr 1934, der Bürgerkrieg, ein größeres Tabu als die Nazizeit!“ Erich Hackl
FOTO: DARKO TOD OROVIC
und Reflexion. Natürlich wäre es ein moralisches Problem, wenn ich Fiktion schreibe und diese Fiktion dann in einem Vernichtungslager ansiedle. Hier gilt für mich, was Christa Wolf in Bezug auf Fred Wanders Roman „Der siebente Brunnen“ sagte: Es gibt ein Tabu auf Auschwitz. Wander schrieb eine fiktive Erzählung, die auf seiner eigenen Erfahrung in Buchenwald beruht. Bei meinem eigenen Buch „Die Hochzeit von Auschwitz“ wollte ich auf etwas anderes hinaus – ich habe mit diesem Problem gekämpft. Eine narrative Struktur mit einem auktorialen Erzähler kam mir moralisch blöd vor. Rührt Ihr Schreiben über Konzentrationslager und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus eigentlich von der Begegnung mit Menschen her, die das tatsächlich erlebt haben? Hackl: — Nicht ganz. Ich bin durch Geschichten, die ich recherchierte, auf Menschen gestoßen. Ich fange also an, mich für etwas zu interessieren, und stoße dann auf eine Biografie oder ein Schicksal. Nur bei meinem letzten Buch, „Am Seil“, war es anders: Der Fall von Lucia Heilmann war in Österreich nicht unbekannt. In den anderen Geschich-
ten war es ganz anders: Sidonie war nicht nur ein unbekannter Fall, er wurde in der Region absichtlich verschwiegen. Oft ist es so: Wenn ich es nicht schreibe, schreibt niemand darüber. Es wäre mir oft recht gewesen, wenn es jemand anderer gemacht hätte. Ich plage mich ja und habe Angst, dem Gegenstand nicht gerecht zu werden. Sie haben sich mehrfach sehr kritisch zum Umgang kritischer Österreicher mit der Nazigeschichte geäußert … Hackl: — Weil ich nicht immer diese Jammerei wie bei Gerhard Roth oder Thomas Bernhard hören will. Dasselbe gilt für Jelinek. Es ist wie bei einem Vexierbild: Natürlich kann man sagen, dass rein statistisch die weitaus größere Anzahl zur Gruppe der Täter gehörte. Aber mich haben die Täter nie interessiert. Ich kann es zwar nicht ausschließen, dass ich einmal über einen sogenannten Täter schreibe, doch im Moment kann ich es mir nicht vorstellen. Für mich sind das fade, uninteressante Leute. Mich hat immer die andere Seite interessiert, die Menschen im Widerstand und die Verfolgten. Hat das auch außerliterarische Gründe? Hackl: — Es hat auch pädagogische Gründe, aber man darf heutzutage weder pädagogisch noch moralisch sein. „Moralisierend“ ist heute ein Vernichtungswort! Trotzdem will ich die Aufmerksamkeit auf diese Menschen gerichtet wissen. Ihr zweites Standbein als Schriftsteller war das Übersetzen spanischsprachiger Autoren … Hackl: — Alle Autoren, die ich übersetzt habe, wollte ich übersetzen. Entweder war es wie im Fall von Eduardo Galeano ein Autor, den ich wegen der Form oder des Titels beneidete. Oder es handelte sich wie im Fall der uruguayischen Lyrikerin Idea Vilariño um Gedichte, die mich derartig beeindruckt haben, dass ich sie übersetzen musste. Rodolfo Walsh, der Opfer der argentinischen Militärdiktatur wurde, gilt als Erfinder des Dokumentarromans. Die Art seiner Recherchen war ein Vorbild für mich. Welche deutschsprachigen Autoren waren Ihnen wichtig? Der Einfluss Heinrich von Kleists ist ja unübersehbar. Hackl: — Es gibt da eine ganze Traditionslinie – dazu hat anfangs Kleist gehört, aber auch Anna Seghers. Ihre Lakonie, die Einfachheit ihrer Sätze, die Darstellung ihrer Figuren, all das hat mich sehr beeindruckt. Ein großes Vorbild war Guntram Vesper. Ich habe immer sehr genau darauf geachtet, wie »
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Jugendbuchautorin
Vor Ideen sprühen Wie man die Non-Books-Ära überlebt Lena will Buchhändlerin werden. Aussicht auf Ruhm, Ehre und Karriere hat sie nicht. Aber was soll’s? Lena mag Bücher. Und Menschen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie nach der Ausbildung sofort in einer Buchhandelskette angestellt wird. Und dann muss Lena keine Bücher, sondern Skateboards, Sandspielzeug, kreatives Bastelmaterial, Kopfweh verursachende Stinkkerzen und Küchenmixer auspacken und anordnen. Bitte, welcher Marketingstratege ist auf die hirnrissige Idee mit den Non-Books gekommen? Ein Fleischer verkauft doch auch kein Non-Fleisch. Dann wäre er nämlich ein Blumenladen oder ein Schuhgeschäft. Aber alle hecheln mit und drängeln sich auf der Buchmesse am Non-BooksMarktplatz, wo einem die Frankfurter Würstchen sauer aufstoßen angesichts Geschenkartikel und Wohnaccessoires, die die Menschheit bestimmt nicht weiterbringen. Die Wagner’sche Buchhandlung hat sich besonnen, sämtlichen Non-Books-Plunder rausgeworfen und sich ein paar wirklich hübsche Dinge überlegt, wie man Bücher noch verkaufen kann. Seither steigt der Umsatz wieder. Die Angestellten sprühen vor Ideen. Die Leidenschaft des Besitzers steckt an. Seine Buchhandlung gibt es seit 1639. Sie überlebte den Dreißigjährigen Krieg, den Volksaufstand gegen Napoleon unter Andreas Hofer, einen verheerenden Brand, den Ersten Weltkrieg, einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg und die Non-Books-Ära. Lena würde er sofort anstellen.
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– Selbstredend –
» der seine klare Prosa baut. Um das zu verstehen, schrieb ich einmal eine seiner Erzählungen mit der Hand ab. Ich dachte immer, so möchte ich auch schreiben. Ich lese viele Autoren im Grenzbereich von Publizistik und Geschichtswissenschaft und denke oft dabei, sie sollten besser schreiben. Kommen wir auf „Dieses Buch gehört meiner Mutter“ zurück. Es ist eine Geschichte von unten in Gedichtform … Hackl: — Das war der erste Stoff, von dem ich mit 15 sagte: Darüber schreibe ich ein Buch. Ich dachte an ein großes Epos wie bei Gabriel García Márquez. (lacht) Es handelt sich bei dieser Welt meiner Mutter im Mühlviertel tatsächlich um eine märchenhafte Welt mit Wunderscheinungen. Ich kannte diese bäuerliche Welt nur in ihrem Niedergang, in ihrer Dekadenz. Was die Form betrifft, so könnte man es als einen Roman in Versen bezeichnen. Es ist keine echte Gedichtform, fügt sich aber dennoch zu einem Ganzen dieser Art. Ich habe meine Eltern 1976 mit Kassettenrekorder aufgenommen, dann noch einmal in den Neunzigerjahren und zuletzt in den 2000er-Jahren. Obwohl mit den Geschichten der Eltern aufgewachsen, erinnert man sich später nicht mehr an Details. Es bleiben immer nur die Emotionen. Der spanische Lyriker Antonio Machado sprach einmal von der „Emotion der Dinge“. Ich wollte noch einmal klären, wer was wann und wo getan hat. Wäre ein Buch in der Gegenwart etwas für Sie? Hackl: — Ich kann nicht aus meiner Haut – das ist unmöglich. Mich hat es als Kind in Steyr schon immer mehr interessiert, beim Schlosspark vorbeizugehen. Dort gab es einen Wehrgraben mit den Gerinnen von der Steyr-Fabrik. Ich habe immer einen Umweg dorthin gemacht. Das war das Viertel des Lumpenproletariats – heute sehr bourgeois. Am Tag der Zeugnisverteilung, Anfang Juli, im Stadtmuseum: Es war muffig, da standen alte Bauernkästen herum, man sah alte Schlösser und Sensen, der Holzboden knarrte. Ich weiß nicht, was ich als Zwölfoder Vierzehnjähriger dort gesucht habe, aber das Geschichtliche hatte seinen Reiz. Und eine politische Dimension. Man führt den Kampf, der heute verloren scheint, indem man Verbündete sucht, die vor uns waren. Wenn es die nicht gibt, ist jeder gesellschaftliche Kampf von vornherein verloren. Das klingt nach rückwärtsgewandter Prophetie, die manche auch Fortschritt nennen … Hackl: — Es ist kein Fortschritt, aber man kann sich immer fragen, ob alles so kom-
men musste, wie es kam. Mir geht es um das Nichtakzeptieren, wie es geworden ist. Der Nationalsozialismus und der Faschismus waren eine Reaktion des Kapitalismus, um den Sozialismus zu verhindern. Ich schreibe über Menschen, die sich dagegen gestemmt haben. Alles, was wir machen und schreiben, müssen wir leider Gottes immer wieder von Neuem beginnen. Immer wenn ich glaube, den Punkt erreicht zu haben, hinter den man nicht mehr zurückfallen kann, stellt sich heraus, dass das leider nicht stimmt. Kaum wird etwas erinnert, ist es schon wieder weg. Ihre Bücher werden in der Schule gelesen … Hackl: — Ich war verführt zu sagen, die Wirkung der Bücher beschränke sich auf die Menschen, die in den Büchern vorkommen. Ich habe bei Lesungen in Schulen in letzter Zeit eine merkwürdige Erfahrung gemacht: Schüler in Österreich zeigen in Sachen Zeitgeschichte der 1930er- und 1940er-Jahre viel größeres Interesse als in Deutschland. Dasselbe gilt auch für die Lehrer. In Deutschland muss man immer sehr viel erklären. Bestätigt das oder widerspricht es der landläufigen Meinung, die Geschichte des Nationalsozialismus sei in Deutschland besser aufgearbeitet? Hackl: — Es hat tatsächlich mit der Vergangenheitsbewältigung zu tun. Man sagt in Deutschland: Da war der NS-Staat, wir haben die Juden umgebracht. Damit hat man aber die Juden von sich gleichsam abgespaltet. Hierzulande ist das ein bis heute unentschiedener Kampf. Abschließende Frage: Ist Schriftsteller ein angesehener Beruf? Hackl: — „Angesehen“ ist nicht der richtige Ausdruck. Früher war er mit keiner sozialen Anerkennung verbunden. Das hat sich geändert. Man kam darauf, dass man mit Schreiben Geld verdienen kann. Generell stimmt aber, was mir ein spanischer Verleger in Bezug auf die Literaturlandschaft sagte: Alles bricht auseinander. Auf einer Seite findet man die Massenliteratur und die Autoren des Kanons. Auf der anderen Seite jene, die sich nur in einem Luxusgehege oder in einem Ghetto bewegen und kaum wahrgenommen werden. Wie deren Existenz gesichert werden kann, weiß niemand. Literatur wird wieder zu einem Nebenberuf, was sie früher auch schon einmal war. Was mich selbst betrifft, so sieht man mich in Deutschland auf der extremen Linken, in Österreich stehe ich in der Mitte der Gesellschaft. Es ist kurios. «
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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar
Der Österreichische Buchpreis
Marie Gamillscheg für ihren Debütkriminalroman „Alles was glänzt“ und greift darin Probleme der ländlichen Regionen auf. Zwei Romanciers behandeln die Themenbereiche Krankheit und Tod: David Fuchs in „Bevor wir verschwinden“ und Daniel Wisser in „Königin der Berge“ – letzterer trotz der ernsten Themen Multiple Sklerose im Spätstadium und Sterbehilfe unterhaltsam, ironisch und voller Tabubrüche. Überraschend ist für mich die Aufnahme von Heinrich Steinfests „Die Büglerin“. Ein Text – wie immer bei diesem Autor – voll skurriler Einfälle, aber doch vielschichtig und spannend. Gut auch, dass Milena Michiko Flašar mit „Herr Katō spielt Familie“, einer positiven Sicht auf das Leben älterer Menschen in Japan, auf der Shortlist steht. All diese Bücher und jene der Longlist werden in den österreichischen Buchhandlungen seit ihrem Erscheinen im Frühjahr 2018 angeboten. Manche verkauften sich stapelweise, manche nach Besprechungen in Medien, manche zögerlich und erst nach einer Beratung – und nun, nach Erscheinen der Long- und Shortlist, wieder. Der mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnete Titel wird weiteres Interesse wecken, was sich auch positiv auf den Buchhandel auswirken sollte.
Lioba Bauer Buchhändlerin Lioba Bauer über die Shortlist des Österreichischen Buchpreises und Debütpreises 2018
I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O C H R I S T O P H E R M AV R I C
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erbstzeit ist Messezeit – zumindest für uns Buchhändlerinnen und Buchhändler. Und Buchpreiszeit. Bis zum letzten Jahr gab es beim Deutschen Buchpreis stets eine österreichische Beteiligung. 2017 gewann der Österreicher Robert Menasse mit „Die Hauptstadt“. Heuer findet sich niemand aus unserem Land auf der Shortlist. Zufall? Den Österreichischen Buchpreis gibt es seit 2016. Erste Preisträgerin war Friederike Mayröcker – damals für viele, auch für mich, die logische Favoritin. 2017 war die Entscheidung für die Jury nicht einfach, stand doch „Die Hauptstadt“ auf der deutschen wie der österreichischen Shortlist. Der Deutsche Buchpreis wird etwa einen Monat vor dem Österreichischen verliehen. Nach dem Menasse in Deutschland kam die Menasse in Österreich. Vielleicht wollte man heuer ein ähnliches Dilemma vermeiden: Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ war auf der deutschen und der österreichischen Longlist, kam je-
doch bei beiden nicht in die engere Wahl. Lag es am von anderen Long-Gelisteten aufgegriffenen Thema Zeitgeschichte? Dieser Titel wäre mein Favorit gewesen! Das Niveau der für die Shortlist und die Debütliste des Österreichischen Buchpreises ausgewählten Titel wird von den offiziell Verantwortlichen als hoch eingestuft. Noch immer ist in der österreichischen Literatur die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs stark präsent. Gleich drei Titel auf der Shortlist arbeiten davon verschiedene Aspekte heraus: Gerhard Jäger integriert in seinen Roman „All die Nacht über uns“ die Flucht der Großmutter seines Protagonisten aus dem Osten; Ljuba Arnautović widmet sich in ihrem Debütroman „Im Verborgenen“ neben anderen Themen dem Überleben im „Versteck“; und Josef Winkler setzt sich in „Laß dich heimgeigen, Vater“ mit seiner Familie und dem Nationalsozialismus in Kärnten sprachgewaltig auseinander. Einen regionalen Schauplatz wählte auch
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„Herbstzeit ist Messezeit – zumindest für uns Buchhändlerinnen und Buchhändler. Und Buchpreiszeit“
Lioba Bauer, Buchhändlerin, Buchhandlung Buchinsel
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Wir gratulieren unserem Autor FLORJAN LIPUŠ zum
GROSSEN ÖSTERREICHISCHEN STAATSPREIS 2018
g am n u s Le 6: 0 0 1 · 8
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n Wie h c u er B auf d
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N E U I M FR Ü H JA H R 2019: »S C H O T T E R « LIEFERBARE TITEL: »SEELENRUHIG« UND »DER ZÖGLING TJAŽ«
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Mit einem Chagall unter dem Arm folgt Anatol dem Ruf der Liebe: Eine turbulente Reise beginnt und Eine kurzweilige herzerwärmende um einen Liebesgeschichte as kleine Sonderling und d das es bisschen Glück, Ende ans braucht, um am . Ziel zu gelangen ht »Das Ganze mac , weil unheimlich Spaß gedreht es zwar total ab ht ist, aber doch nic weil übertrieben. Und it dem man so schön m ittshelden Unterdurchschn Und mitfiebern kann. 60 Seiten eigentlich sind 3 oadmovie Anatol-Chagall-R viel zu wenig.« Mathias Ziegler, Wiener Zeitung
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