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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche Gewinnspiel: Hochwertige Chilimühle im Wert von € 95,–

Frischer Wind

Ein Jahr mit drei Lockdowns

Die sp annendsten N euerscheinungen und besten E ntdeck ungen aus den Bel l etristik und S achbuch- F rü hj ahrsp ro gram m en

Der um f angreiche R ü ck bl ick auf das Buchhandel sj ahr in Z ahl en und die F o l gen der L adenschl ieß ungen auf die Branche

Nach Das Floß der Medusa der neue große historische Roman von

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Foto: © Julia Haimburger, Hintergrund: Shutterstock.com

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FRANZOBEL

544 Seiten. Gebunden mit Lesebändchen 25,80 € [A]. Auch als E-Book. zsolnay.at

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© Daniel Gebhardt-Fodor

Jetzt en! stell vorbe

»erzählt leichtfüßig vom Schwermütigen, ist tragikomisch, gefühlvoll und voller Warmherzigkeit« Mareike Fallwickl

Fabian Neidhardt Immer noch wach Roman ISBN 978-3-7099-8118-4 268 Seiten, gebunden erscheint am 16.2.2021

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Immense Sprachkraft – 156. Jahrgang – Editorial

„Der Buchhandel hat sich besser geschlagen als viele andere Branchen. Aber zu welchem Preis?“

Schauplatz Salzburg u nd München

Benedikt Föger

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ie Buchbranche hat nicht nur sich selber, sondern der gesamten Öffentlichkeit gezeigt, wozu sie unter Krisenbedingungen imstande ist und wie stark der Zusammenhalt innerhalb der Branche ist. 4,4 Prozent Umsatzminus im Jahr 2020 für den gesamten Buchhandel und 12,8 Prozent Minus für den stationären Handel sind dramatische Zahlen. Hätte es keine staatlichen Hilfen wie Kurzarbeit und Umsatzersatz gegeben und wäre da nicht die Senkung der Mehrwertsteuer von 10 auf 5 Prozent gewesen, wäre die Situation noch dramatischer.

Christoph Lindenmeyer Teufelsgasse Roman Warum wird ein Täter zum Täter, ein Ermittler zum Ermittler, und warum verliert sich die Spur einer ungeheuerlichen Tat in der Realität? Der sauber geknüpfte Handlungsstrang skizziert die – innere und aufgezwungene – Veränderung, die die Hauptdarsteller durchmachen. ISBN 978-3-7025-0999-6, € 22,–

Natürlich hat sich der Buchhandel damit besser geschlagen als viele andere Branchen. Aber zu welchem Preis? Es ging an die Grenzen der Selbstausbeutung und vielleicht darüber hinaus, wenn in langen Nächten und an Wochenenden die Onlinebestellungen zusätzlich zum Ladengeschäft abgearbeitet wurden. Die Auslieferungen haben gerade in der Vorweihnachtszeit mit größtem Engagement und unter höchsten Hygiene- und Sicherheitsbedingungen dafür gesorgt, dass der Nachschub an Büchern nicht abgerissen ist.

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

Es bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Pandemie bald abklingt und der Alltag im täglichen Leben wieder Einzug hält. Das wünsche ich mir und das wünsche ich Ihnen allen im neuen Jahr. Schon jetzt gibt es Überlegungen, wie der Neustart für die Kultur aussehen könnte und welche Leuchtturmprojekte dabei unterstützt werden. Eines davon wird der Gastlandauftritt Österreichs auf der Leipziger Buchmesse 2022 sein, der vom Hauptverband veranstaltet und vom Kunstministerium großzügig unterstützt werden wird. Die Planung ist auch schon voll angelaufen. Bis es aber so weit ist, werden bereits Hunderte Aktivitäten und Tausende Veranstaltungen wieder aufgenommen oder neu entstanden sein. Und wir alle werden einander hoffentlich wieder bei Buchpräsentationen, Lesungen, Verlagsabenden und anderen literarischen Events persönlich begegnen.

Benedikt Föger HVB-Präsident

Erscheint im Februar

Emil Bobi Abara Da Kabar Die Rückreise Roman Die Welt, in der Franz Ignaz Baumhackl, ein Wiener Journalist, zu leben dachte, existiert nicht. Sein Selbstbild existiert nur, weil es in Wörter gefasst ist. Er will Klarheit und beschließt, außersprachlich zu werden, ins Tierreich zu reisen, selbst zu einem Tier zu werden. 384 Seiten, ISBN 978-3-7025-1015-2, € 24,– erscheint im Februar

Lesen Sie uns kennen. anzeiger / 3

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– Inhalt –

„Über die Vorteile des Vorlesens, die FlaubertÜbersetzerin und den Buchvertrieb“

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Ein Jahr mit drei Lockdowns: Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Umsätze im Buchhandel aus. Ein Rückblick in Zahlen

KURZ GESAGT

HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

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Weniger schlimm als erwartet Der Blick auf das vergangene Jahr

Herwig Tachezi Galerie Hochdruck Claudia Rapp & Inge Emich

Teresa Preis

WISSENSWERT

s’Lesekistl

Chefredakteurin anzeiger

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Kurzmeldungen

Edition Korrespondenzen

Ö1 Buch des Monats, Digitalförderung, Leipziger Buchmesse 2022, Mittendrin, Mirjam Unger, Personalia, Wortmeldungen-Literaturpreis, Ludwig Fels

Kurt Hartmaier

IMPRESSUM H e r a u s g e b e r : Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Gustav Soucek P r o j e k t l e i t u n g : Julia Stumvoll, DW 29, stumvoll@hvb.at A b o v e r w a l t u n g : Paula Fabiankowitsch, DW 12, fabiankowitsch@hvb.at M e d ie n in h a b e r, K o n z e p t, R e d a k tio n u n d P r o d u k tio n : Falter Verlagsgesellschaft m. b. H. Bereich Corporate Publishing Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at C h e f r e d a k t i o n : Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 G e s c h ä f t s f ü h r u n g : Siegmar Schlager A n z e i g e n l e i t u n g : Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar D r u c k : Print Alliance HAV Produktions GmbH. Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau

Reto Ziegler

Verlagsagentur Kurt Hartmaier

SELBSTREDEND

ESSENZIELL

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Ein Jahr mit drei Lockdowns Marktdaten 2020

SCHWERPUNKT Frischer Wind

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Bücherfrühling

Aus der Branche

Elisabeth Edl Im Gespräch

Kontinent Kinderbuch Frühlingserwachen light

KURZ VOR SCHLUSS

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Gastkommentar Peter Kargl

Rüdiger Salat

KLASSIKER

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Neu entdeckt Patricia Highsmith

STANDARDS TITELSCHUTZ 8 MONATSBESTSELLER 20 GEWINNSPIEL 23 BUCHTERMINE 34

F O T O : N I N I T S C H AV O L L , I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L

as die Umsatzzahlen des Jahres 2020 für die einzelnen Sparten bedeuten, haben wir uns diesmal in „Essenziell“ angesehen. Im Schwerpunkt geht es um die spannendsten neuen Roman- und Sachbuchentdeckungen im Frühling. Rüdiger Salat lobt in „Aus der Branche“ das Vorlesen und die Vorteile für Kinder und Eltern, die es bringt. Die Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Edl über ihre Arbeit und warum Flaubert einfach Flaubert ist. „Kurz vor Schluss“ erzählt Peter Kargl über die Tücken eines besonders herausfordernden Weihnachtsgeschäfts – aus der Sicht des Buchvertriebs.

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– Kurz gesagt –

Weniger schlimm als erwartet DER BLICK AUF DAS VERGANGENE JAHR ZEIGT, ES WAR EINE HERAUSFORDERUNG, ABER ZU BEWÄLTIGEN, MANCHMAL GAR NICHT SO SCHLECHT

F O T O S : I S A B E L L A A B E L , M A N U E L F L O R , C H R I S T O P H E R M AV R I C

Emotionale Herausforderungen – und Dankbarkeit Neben den emotionalen Herausforderungen, die die Pandemie auch für uns gebracht hat, wollten wir als Marktführer für Rechtsinformation schnell auf die veränderte gesetzliche Situation reagieren. Das ist uns dank unserer Autor*innen und unSusanne Steinserer Mitarbeiter*innen gelungen, Pressl, Manz’sche unter anderem mit dem „CoronaVerlags- und Handbuch“, der ersten juristischen UniversitätsbuchAufarbeitung, und der kostenlosen handlung Fachbeitragsserie „COVID-19 und Recht“. Eine weitere Herausforderung war es, den Betrieb für fast 170 Mitarbeiter*innen großteils ins Homeoffice zu verlegen oder „coronasicher“ zu machen – aber auch das ging wegen unseres weit fortgeschrittenen Digitalisierungsgrades besser als erwartet. Ein Weihnachtsgeschäft im branchenüblichen Sinne gibt es bei uns nicht, aber unser Geschäftsjahr ist gut zu Ende gegangen.

Überraschung beim Weihnachtsgeschäft Es war anstrengend, das Jahr 2020. Jedoch muss ich sagen, dass ich trotz allem zufrieden bin. Getroffen hat mich der zweite Lockdown mehr noch als der erste – die vielen Ausstellungen haben mir für das Weihnachtsgeschäft Christina sehr gefehlt. Der Onlinehandel war Domittner, Buchim ersten besser als im zweiten Lockhandlung Praßl down, doch ist dies bei mir nicht das Hauptgeschäft. Beibehalten möchte ich es aber dennoch auf alle Fälle, auch wenn die Kund*innen den persönlichen Kontakt bevorzugen. Ändern musste ich meine Arbeitsweise, was aufwendiger war. Das Weihnachtsgeschäft in den letzten zwei Wochen hat mich positiv überrascht. Die Dankbarkeit der Stammkund*innen in dieser Zeit habe ich sehr gespürt.

„Getroffen hat mich der zweite Lockdown mehr als der erste – die vielen Ausstellungen haben für das Weihnachtsgeschäft gefehlt“ Christina Domittner

„Wir wollten als Marktführer für Rechtsinformation schnell auf die veränderte gesetzliche Situation reagieren“ Susanne Stein-Pressl

Onlineauftritt für das jüngere Publikum Wir sind im vergangenen Jahr im Großen und Ganzen mit einem blauen Auge davongekommen, vor allem im Vergleich zu anderen Bereichen des Handels. Für uns erwies sich als sehr vorteilhaft, dass wir bereits über einen Onlineshop verfügten. Dadurch Susanne Sandler, konnten wir einen Teil des UmsatzBuchhandlung Schubert ausfalls wettmachen. Wir arbeiteten konstant an unserem Onlineauftritt, um auch jüngere Kund*innen anzusprechen. Soweit es möglich war, versuchten wir durch Arbeit in zwei getrennten Teams, eine Schließung des Unternehmens durch die Behörde im Fall der Ansteckung von Mitarbeitenden zu verhindern. Insgesamt konnten wir ein zufriedenstellendes Ergebnis im Dezember erreichen.

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– Wissenswert –

Ö1 Buch des Monats

Das Ö1 Buch des Monats im Jänner

Die Förderung für digitale Projekte in der Buchbranche wurde um 50.000 Euro erhöht

Digitalförderung: 50.000 Euro mehr Eine Soforthilfemaßnahme für den österreichischen Buchmarkt sollte es sein, und möglichst viele Unternehmen sollten damit unterstützt werden (der anzeiger 12/2020 berichtete). Mit 1. Dezember wurden 200.000 Euro netto für die vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) initiierte und durchgeführte Digitalförderung bereitgestellt, innerhalb von nur sechs Tagen war das Budget dafür ausgeschöpft. Aufgrund der großen Nachfrage und der zahlreichen Bewerbungen gelang es, über das HVB-Präsidium zusätzlich 50.000 Euro als Fördersumme bereitzustellen. Von den 250.000 Euro erhielten insgesamt 65 Unternehmen Beträge von bis zu

5.000 Euro für ihre digitalen Projekte. Mit den Förderbeträgen sollten vor allem Kanäle zur Onlinekommunikation und digitale Vertriebswege ausgebaut werden, um auch während der Ladenschließungen, Veranstaltungsabsagen sowie Ausgangsbeschränkungen die Kund*innen weiter erreichen zu können und darüber hinaus im Wettbewerb mit internationalen Onlinegiganten zu bestehen. Sowohl geplante als auch noch laufende Projekte konnten dafür eingereicht werden. Die Digitalförderung wurde vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, Öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) finanziert.

Leipziger Buchmesse 2022: Beirat für Gastlandauftritt steht Ein Lichtblick für die heimische Buchbranche: Österreich wird Gastland auf der Leipziger Buchmesse 2022. Die künstlerische Leitung übernimmt Mirjam Unger (Interview auf Seite 8), nun wurde auch ein Beirat aus Expert*innen für das Projekt bestimmt. Den Vorsitz hat der Leiter der BMKÖS-Abteilung Literatur und Verlagswesen, Robert Stocker, außerdem sind auch Verena Brunner-Loss (Buchhandlung Brunner), Katja Gasser (ORF), Alexander Potyka (Picus Verlag), Kurt Reissnegger (Ö1), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) und Brigitte Schwens-Harrant (Die Furche) Teil des Beirats. Dieser soll die

Österreich wird Gastland in Leipzig 2022

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

+0,6 % –4,4 % +5,3 % Umsatz

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich dem anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.

Marktdaten Dezember 2020

künstlerische Leitung bei der Programmplanung zum Gastland-Auftritt beraten. „Nach den pandemiebedingten Verkaufseinbrüchen, Messe- und Veranstaltungsabsagen wird es 2022 für die österreichischen Verlage umso wichtiger sein, ein starkes und nachhaltiges Lebenszeichen an den deutschen Buchmarkt zu senden“, hält HVB-Präsident Benedikt Föger dazu fest. Organisatorisch und wirtschaftlich wird der HVB den Gastland-Auftritt verantworten. Für das gesamte Projekt gibt es eine Sonderförderung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport.

FOTOS: ISTO CK, URSULA HU MMEL-B ERGER, PICUS VERLAG, FOTO SCH ROECK/O.FREUDENTHALER, LEI PZIGER MESSE/JÖRG SI NGER≠

„Das Ministerium für Sprichwörter“ (Haymon) vom Kabarettisten, Schauspieler und Drehbuchautor Otto Grünmandl ist das Ö1 Buch des Monats im Jänner. Über den zweiten Band der Werkausgabe heißt es von der Jury: „Was längst überfällig war: Den Schriftsteller Otto Grünmandl zu entdecken, der mit etwas mehr Glück kein Kabarettist, sondern einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller der Nachkriegszeit hätte werden können.“ Das Ö1 Buch des Monats ist eine exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

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Rückblick auf 2020 Mittendrin. Mitarbeiter*innen erzählen Lockdown und Logistik Das vergangene Jahr war eine Herausforderung, die wir aber gemeinsam mit den Vertreter*innen mit Bravour gemeistert haben. Titel mussten verschoben werden, Teams waren getrennt etc. Trotz alledem konnten wir auch noch sehr erfolgreiche Florian Schnellschüsse wie „Was. Mut. Macht“ Pötzelsberger, zum 75. Geburtstag von Bundeskanzler Leitung Vertrieb a. D. Wolfgang Schüssel oder „Die LöBenevento sungsbegabung“ von Markus HengstPublishing schläger im Handel platzieren. Zudem erfreut(e) sich die Servus Krimi-Reihe regen Zuspruchs. Erfreulich war die anhaltend große Nachfrage nach dem gedruckten Buch – insbesondere auch bei schon fast abgeschriebenen Backlisttiteln – und die damit verbundenen steigenden (Erst-)Auflagenzahlen. Schwierig (durch die zahlreichen Lockdowns) war die Logistik, gerade im Jahresendspurt, als die Leistungsgrenzen der Systeme schlicht überschritten waren.

Buchmessen und Veranstaltungen Wir können dem Jahr 2020 trotz aller sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen durchaus auch Positives abgewinnen. Im Verlag haben wir – im Unterschied zu fast allen anderen Kulturschaffenden – das Privileg, von überall aus arbeiBarbara Giller, ten zu können. Dank des Einsatzes der Lektorat Picus Buchhändler*innen gelangten unsere BüVerlag cher trotz Lockdown zu den Leser*innen. Das Arbeiten im Homeoffice oder im halb leeren Büro war einerseits ein bisschen einsam, andererseits hatten wir so viel Zeit für sonst vielleicht vernachlässigte Tätigkeiten. Was wir schmerzlich vermisst haben, waren die Buchmessen und Veranstaltungen, die für uns immer die Highlights des Jahres bilden.

Ein gutes Buch gewinnt in Zeiten wie diesen wieder an Bedeutung. Nur der Vertriebsweg ist neu.

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Qualitative Bücherverpackungen bei Pressel.

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– Wissenswert –

Mitten in der Metamorphose Österreich wird das Gastland der Leipziger Buchmesse 2022. Die künstlerische Leiterin Mirjam Unger über ihre neue Aufgabe und erste Pläne Frau Unger, was macht für Sie den Reiz aus, sich dieser Aufgabe zu stellen? Mirjam Unger – Es ist eine große Ehre, in Leipzig 22 für eine spannende Inszenierung und Präsentation österreichischer Autor*innen, ihrer Werke und Verlage verantwortlich zu sein. Die Beschäftigung mit diesem kulturellen Feld raubt mir schon in der Recherche oft den Atem vor Begeisterung. Hier finde ich so viel Haltung, Stärke, Schönheit und Perspektivenerweiterung, das tut in Zeiten wie diesen besonders gut. Dieses Gefühl soll auch bei all jenen entstehen, die 2022 in Leipzig unseren Gastlandauftritt miterleben werden. Wir verbinden uns hier mit der österreichischen Intelligenz, Fantasie und Weitsicht. Das macht den Reiz aus. Ich

nähere mich mit viel Respekt und mit meiner Bildhaftigkeit, ich komme ja vom Filmwesen … Wie kann Ihnen denn die Erfahrung beim Film für den Gastlandauftritt helfen? Unger – Meine Filmerfahrung hilft, eine Inszenierung anzudenken, die sowohl live vor Publikum gut funktioniert als auch gefilmt und gefiltert für Social Media, ob als Foto, Filmausschnitt oder eben auch als virtuelle Livestreamübertragung. Das betrifft natürlich vor allem Lesungen, Gespräche und Darbietungen. Was den Messeauftritt betrifft, wird mein filmischer Zugang in die Raumgestaltung der Verlagsausstellungen einfließen, vielleicht ergeben sich dadurch Räume, die

Titelschutzmeldungen

Leser*innen in andere Welten versetzen und sie ihren Lieblingsfiguren oder Gefühlen, die sie durch Bücher erleben, näherbringen. Können Sie einen kurzen Ausblick geben, wie sich der Prozess in den nächsten Monaten gestalten wird? Unger – In den letzten Wochen habe ich mein kreatives Team zusammengebracht, viel nachgedacht und begonnen zu recherchieren und Ideen zu sammeln. Dieser erste Prozess ist immer ein collagenhafter, assoziativer, der allmählich konkrete Formen annimmt. Ein hochkompetenter Beirat, den Staatssekretärin Andrea Mayer bestellt hat, berät mich, alles tolle Menschen aus der Literaturszene. Das Artdepartment ist ebenfalls schon am Tüfteln. Wir treffen uns regelmäßig. So entsteht langsam ein Gefühl für die architektonische, filmische, fotografische und grafische Gestaltung sowie für die kuratorische Programmierungsarbeit. Wir haben noch 14 Monate bis zur Messe 22. Das ist nicht allzu viel, deswegen habe ich ab dem Tag der Zusage begonnen, daran zu arbeiten. Außerdem beschäftige ich mich neben dem analogen Auftritt Österreichs als Gastland bei der Leipziger Buchmesse 22 auch mit dem virtuellen Auftritt. Was darf man sich unter dem virtuellen Auftritt vorstellen? Unger – Ich gehe davon aus, dass wir diese Mischformen der kulturellen Inszenierungen, wie wir sie in den letzten Monaten kennengelernt haben, zum Teil beibehalten werden. Wir befinden uns mitten in einer großen Metamorphose. Es heißt, aufmerksam zu bleiben und alle Möglichkeiten mitzudenken.

F O T O : PA M E L A R U S S M A N N

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Mirjam Unger übernimmt die künstlerische Leitung beim Gastlandauftritt

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, falls die Titel bereits geschützt sind, oder falls durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Isabel Huber unter huber@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Isabel Huber berät Sie gern unter huber@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14.

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „OHNMACHT Woher sie kommt, und wie man sie loswird“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christine Bauer-Jelinek Europaplatz 2/1/2 1150 Wien Österreich

(*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)

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– Wissenswert –

Nominiert

F O T O : W O L F GA N G F U C H S , M A R I A T U T S C H E K , A L E X A N D R A PAW L O F F

Personalia

Insgesamt fünf der zehn nominierten Autor*innen auf der Shortlist für den W O R T M E L D U N G E N -L ite r a tu r p r e is 2021 kommen aus Österreich: X a v e r B a y e r (Wien), A n d r e a G r i l l (Wien), D o r o n R a b i n o v i c i (Wien), T e x R u b i n o w i t z (Wien) und I s a b e l l a S t r a u b (Klagenfurt und Wien). Außerdem sind M a r i u s G o l d h o r n (Berlin), M e l i n d a N a d j A b o n j i (Zürich), M a r i o n P o s c h m a n n (Berlin), M o n i q u e S c h w i t t e r (Hamburg) sowie M a r e n W u r s t e r (Berlin) mit ihren Essays, Erzählungen und Reden nominiert. Die zehn besten Texte wurden aus 239 Einsendungen von der siebenköpfigen Jury ausgewählt. „Die zehn Kurztexte und Essays machen Aspekte sichtbar, die in den aufgeregten Debatten oft untergehen“, heißt es von der Jury. Der Literaturpreis ist mit 35.000 Euro dotiert und wird am 27. Juni 2021 im Schauspiel Frankfurt verliehen. Alle Autor*innen der Shortlist sind außerdem im eigenen Podcast W O R T W Ö R T L I C H mit der Moderatorin G e s a U f e r zu hören.

Lisa Heigl-Rajchl hat mit Anfang des Jahres die Leitung der Marketingabteilung im Linde Verlag übernommen. Sie hat bereits 22 Jahre Erfahrung auf dem österreichischen Printmarkt, etwa als Leiterin für Marketing und Vertrieb bei der Wiener Zeitung, der VGN und bei Falstaff. Seit Mitte November hat Maria Tutschek die Agenden PR und Kommunikation im Ueberreuter Verlag inne. Die gelernte Buchhändlerin war bereits an verschiedenen Stationen in der Branche tätig, zuletzt leitete sie im Styria Verlag die Onlineplattform ichkoche.at.

Ihr Partner für den Buchdruck

F O T O : S C R E E N S H O T, K A T H A R I N A F R O S S B O T H

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Ludwig Fels (1946–2021)

Gestorben Der deutsche Schriftsteller L u d w i g F e l s verstarb am 11. Jänner im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Seit 1983 lebte der Autor in Wien, wo er neben Lyrik, Theaterstücken und Hörspielen auch zahlreiche Romane schrieb. Er galt als „Arbeiterschriftsteller“, inspiriert von der eigenen Biografie. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt stand sein Roman „Mondbeben“ (Jung und Jung) auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2020.

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Ein Jahr mit drei Lockdowns DIE BUCHBRANCHE SCHLIESST DAS JAHR 2020 MIT 4,4 % WENIGER UMSATZ ALS 2019 AB. WELCHER BEREICH DAZUGEWONNEN, WELCHER VERLOREN HAT, WIE SICH DIE BUCHPREISE ENTWICKELT HABEN UND DIE BUCHBRANCHE BEWÄHRT HAT

Text: Teresa Preis Infografik: Georg Feierfeil / schorschfeierfeil.com

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ie Pandemie traf 2020 auch die – auf mögliche Folgen solcher Katas­ trophen unvorbereitete – öster­ reichische Buchbranche. Das löste einen Innovationsschub aus, vor allem in Rich­ tung Digitalisierung und engerer Zusam­ menarbeit der einzelnen am Markt Beteilig­ ten, was die Voraussetzungen dafür schuf, mit den durch die Pandemie verursachten Problemen für die Branche weit besser fertig zu werden als ursprünglich befürchtet. Statt einem Totalausfall des Geschäfts konnten die Verluste überschaubar gehalten werden, wie die Jahreszahlen 2020 zeigen, die vom Marktforschungsinstitut m e di a c o n t r o l im Auftrag des H a u pt v e r b a n ds de s Ö s t e r r e i c h i s c h e n B u c h h a n d e l s (HVB) erstellt werden. Dazu wertet media control rund 90 % der Verkaufsdaten im heimischen Buchhandel aus. Erhoben werden dabei sowohl Verkäufe im stationären Buchhandel, im Onlinehan­ del inklusive Amazon­Verkäufe als auch in Kauf­ und Warenhäusern sowie Elektro­ und Drogeriemärkten. Insgesamt endete 2020 mit einem Rückgang des Umsatzes von 4,4 %. Nach einem Jahr, in dem ein Großteil der Veranstaltungen von Buchpräsentati­ onen bis Messen abgesagt werden musste und drei Lockdowns in Österreich auch den Verkauf enorm eingeschränkt haben, stellt sich die Frage: Wie hat sich die Branche be­ währt? »

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– Essenziell – Marktdaten 2020

Jahres-Charts Belletristik Hardcover

1 Uhudler-Verschwörung, Thomas Stipsits, Carl Ueberreuter Verlag 2 flüchtig Hubert Achleitner, Zsolnay Verlag 3 Kopftuchmafia Thomas Stipsits, Ueberreuter 4 Die Bagage Monika Helfer, Hanser Verlag 5 Der Heimweg Sebastian Fitzek, Droemer Verlag

Sachbuch Hardcover

1 Und erlöse uns von den Blöden Monika Gruber, Andreas Hock, Piper 2 Ein verheißenes Land Barack Obama, Penguin 3 Eine kurze Geschichte der Menschheit Yuval Noah Harari, Pantheon 4 Generation haram Melisa Erkurt, Zsolnay Verlag 5 Der hippokratische Neid Paul Pizzera, Carl Ueberreuter Verlag, Sachbuch

Ratgeber Hardcover

1 Backen mit Christina, Christina Bauer, Löwenzahn 2 Brot backen mit Christina Christina Bauer, Löwenzahn 3 Das Kind in dir muss Heimat finden Stefanie Stahl, Kailash 4 Die Anti-Aging Revolution Johannes Huber, Bernd Österle, Edition A 5 Kuchen backen mit Christina Christina Bauer, Löwenzahn

» DER TAG MIT DEM HÖCHSTEN UMSATZ IM VERKAUF

Am 21. Dezember 2020, dem Tag mit dem höchsten Umsatz im Buchmarkt in Österreich, übertraf der Umsatz den umsatzstärksten Tag des Vorjahres um 2,85 %. Insgesamt fielen 9 % des Jahresumsatzes auf den November und 18,2 % auf den Dezember.

2020 hoffte die Branche ganz besonders auf das Weihnachtsgeschäft. Die traditionell umsatzstärkste Zeit im Buchhandel sollte die großen Verluste des Frühjahrs möglichst ausgleichen. „Die Buchbranche hat trotz der Lockdowns in Österreich das Jahr nur DER VERKAUF mit einem Minus von 4,4 % abgeschlossen“, VON KINDERBÜCHERN LEGTE ZU sagt Deniz Ulucan, Leiter der Sparte Buch Zu den umsatzstärksten Warengruppen zählbei media control und für die gesamte Buch- ten 2020 Belletristik (28,3 %), Ratgeber (21,9 %) marktforschung in Österreich, Deutschland sowie Kinder- und Jugendbücher (19,9 %). Den und der Schweiz verantwortlich. „Doch größten Rückgang erlitt der Bereich „Reise“, er zwischenzeitlich lag die Branche bei einem rutschte von einem Gesamtverkaufsanteil von zweistelligen Minus.“ Im März 2020 war 7,2 % auf nunmehr 4,4 % ab. Hingegen brachten Kinder- und Jugendder österreichische Buchhandel mit Umsatzrückgängen von 24,3 % (im stationären bücher im pandemiegeplagten Jahr mehr Handel sogar von 41,4 %) im Vergleich zum Umsatz (+2,88 %) als noch im Jahr zuvor. Vorjahresmonat konfrontiert, im April gab Der Umsatz bei Sachbüchern gab um es ein Minus von 31,8 %. Der Dezember hin- 0,24 % nach, der bei Belletristik um 2,68 % gegen brachte einen Zuwachs von 0,6 %, ob- und der bei Ratgebern um 3,88 %. Auch wissenschaftliche und wirtschaftwohl der zweite, harte Lockdown bis zum 6. Dezember gedauert hatte: „Dieser Lock- liche Bücher erzielten insgesamt weniger down hat den Jahresendspurt der Branche Umsatz als im Vorjahr: Die Gruppe „Geistesausgebremst“, sagt Deniz Ulucan. „Aller- wissenschaften, Kunst, Musik“ verzeichnete dings brachte vor allem die Warengruppe ein Minus von 5,27 %, „Naturwissenschaften, Sachbuch dem Verkauf im Dezember eine Medizin, Informatik, Technik“ von 5,75 %, Umsatzsteigerung von 19,2 %.“ „Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft“

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wurden die Preise von Büchern erhöht, im Schnitt um 2 %. Im Jahr 2019 lag der Schnitt noch bei einem Plus von 0,8 %. Am stärksten veränderten sich die Preise bei Sachbüchern, im Schnitt um +4,56 %, gefolgt von Reise (+4,40 %). Relativ gleich blieben die Preise bei „Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft“ mit +0,25 %. Die Buchpreise werden zwar von Verlagen festgelegt, doch fordern bereits seit einigen Jahren die Buchhändler*innen höhere Preise, um erhöhte Personal- und Mietkosten tragen zu können.

von 7,67 %. Das Schlusslicht: Die Gruppe „Reise“ mit einem Minus von 35,99 %. EINZELNE BESTSELLER DEUTLICH BESSER ALS IM VORJAHR Der Trend der vergangenen Jahre zur Umsatzsteigerung im Kinder- und Jugendbuch setzte sich auch 2020 fast ungebrochen fort. „Die Anzahl der verkauften Bücher ist um 4 % gestiegen“, erklärt Ulucan von media control. „Berücksichtigt man die Preissteigerung von fast 3 % (€ 10,11 Durchschnittspreis 2019, € 10,41 im Jahr 2020), ergibt sich ein Umsatzplus von 2,9 % für die Warengruppe Kinder- und Jugendbuch.“ Im Segment Sachbuch gab es laut Ulucan eine relativ hohe Preissteigerung von 4,6 %. „Vor allem Bücher zum Thema Corona, aber auch die Autobiografie von Barack Obama, ‚Ein verheißenes Land‘, mit einem Verkaufspreis von € 43,20 haben den Umsatz hier positiv beeinflusst.“ Auffällig ist die Konzentration auf Spitzentitel. „Das meistverkaufte Sachbuch 2020 hat um 52 % mehr umgesetzt als jenes im Vorjahr.“ „Für die Reisebranche war 2020 ein extrem schweres Jahr, und folglich auch für Reiseverlage und -bücher“, sagt Ulucan. Hier

DIE BESTSELLER: ÖSTERREICHISCHE ROMANE, MEMOIREN UND BACKBÜCHER 2020 kamen die drei bestverkauften Romane aus Österreich: Der Kabarettist und Autor Thomas Stipsits belegte mit seiner „UhudlerVerschwörung“ rund um den toten UhudlerBauer Alois Stipsits Platz eins und mit seinem Vorgängertitel „Kopftuchmafia“ (beide Ueberreuter) Platz drei der Liste. Der Musiker Hubert Achleitner erreichte mit seinem Debütroman „flüchtig“ (Zsolnay) den zweiten Platz in der Belletristik. Die Sachbuch-Bestsellerliste wurde von „Und erlöse uns von den Blöden“ von Monika Gruber und Andreas Hock (Piper) angeführt. Platz zwei erreichte Barack Obama mit „Ein verheißenes Land“ (Penguin), obwohl das Buch erst Mitte November auf den Markt kam es zu einem Umsatzrückgang von 36 % kam. Dritter wurde ein Longseller: „Eine kurzum Vorjahr. Mit einer Ausnahme: „Die ze Geschichte der Menschheit“ (Pantheon) Unterwarengruppe ,Sport und Aktivreisen‘ von Yuval Noah Harari. Bewährtes setzte sich hat mit einem Plus von 15,6 % abgeschlossen. 2020 auch bei den Ratgebern durch: ChrisDies konnte jedoch das Minus der größten tina Bauer belegte mit „Backen mit ChristiUnterwarengruppe ,Reiseführer‘ nicht wett- na“ und „Brot backen mit Christina“ (beide Löwenzahn) die ersten beiden Plätze. Der machen.“ dritte Platz ging an Stefanie Stahl für „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Kailash). DIE BÜCHER WURDEN IM JAHR 2020 TEURER Der Umsatzrückgang traf alle Editionsfor- HAT SICH DIE BUCHBRANCHE men. Am stabilsten erwies sich „Hardcover, IN DER PANDEMIE BEWÄHRT? Softcover“ mit –3,42 %, gefolgt vom Taschen- Schon im ersten Lockdown 2020 begannen buch mit –5,81 % und von Kalendern mit viele Buchhandlungen, sich online besser –12,30 %. Der Umsatz bei „Hörbuch, Audio- aufzustellen. In der Folge kam es zu einem book“ entwickelte sich auch in diesem Jahr intensiven Ausbau des Vertriebskanals zurück, und zwar um 14,83 %. Am schwers- E-Commerce – auch aufgrund der großen ten war „Karten und Globen“ mit einem Um- Nachfrage. Diese Entwicklung schlug sich satzrückgang von 19,47 % im Vergleich zum laut Deniz Ulucan im Umsatz nieder: „Der Vorjahr betroffen. Das E-Bookgeschäft konn- Onlinehandel ist um mehr als 10% gewachte mit 3,5% (2019: 3%) des Gesamtumsatzes sen.“ Abschließend stellt er der heimischen seinen Anteil leicht steigern. Buchbranche ein gutes Zeugnis aus: „Trotz Sieht man von „Hörbuch, Audiobook“ ab der Unsicherheiten hat sich die Buchbran(ein Preisverfall von 6,36 %), stiegen die Prei- che in diesem Jahr bewährt. Sie konnte se in allen Editionsformen zwischen +0,89 % mit viel Überzeugungskraft und Willen die („Karten, Globen“) und +2,06% („Hardcover, Konsument*innen durch Abholstationen, Softcover“). Ein Trend, der sich auch bei Lieferungen oder andere kreative Ideen fast den Warengruppen zeigt: In allen Sparten durchgehend mit Büchern versorgen.“ «

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– Schwerpunkt – Bücherfrühling

Frischer Wind Der Frühling bringt frischen Wind in unsere Bücherregale

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viele verschiedene Arten gefunden werden kann. Wilhelm Schmid schreibt in „Heimat finden“ (Suhrkamp) von Heimatlosigkeit, Globalisierung und davon, wie sehr die Bedeutung von Heimat sich verändert hat. Mit dem ersten Corona-bedingten Lockdown im Frühling entschleunigte sich das Leben, und viele hatten plötzlich mehr Zeit, beispielsweise zum Lesen. Marica Bodrožić nutzte ihre gewonnene Zeit auf spezielle Art und Weise: Zwei Monate lang las sie auf ihrem Balkon jeden Abend Rilkes Gedicht „Der Panther“. In „Pantherzeit“ (Otto Müller Verlag) schreibt sie über den unumgänglichen Wunsch des Menschen, in Freiheit zu leben, und geht der Frage auf den Grund, was wir tun können, wenn wir gar nichts mehr tun können. Ein Essay über innere Landschaften, über Nähe und Liebe, über Langsamkeit und über die Verwandlungen des Lebens. Immer mehr Menschen fühlen sich einsam. Soziale Isolation ist zwar nicht erst seit Corona ein Thema, durch Kontaktbeschränkungen und Homeoffice jedoch deutlich schlimmer geworden. Auch die Digitalisierung und die sozialen Medien treiben die kollektive Einsamkeit zuweilen weiter an. In „Die neue Einsamkeit“ (Hoffmann und Campe) schreiben Diana Kinnert und Marc Bielefeld von den riskanten Folgen der Einsamkeit, von zersplitterten Gesellschaften und einer bedrohten Demokratie. Gleichzeitig ist das Buch ein Appell,

as neue Jahr ist mit besonders hohen Erwartungen verbunden. Nicht nur an uns selbst und das Leben, sondern auch an die Neuerscheinungen im Bereich Literatur und Sachbuch. Doch bringt der Frühling nicht nur Sachbücher über die Pandemie, sondern auch große Liebesgeschichten, revolutionäre Ideen und Hochaktuelles. Zumindest das Frühlingsprogramm der Bücherwelt scheint unseren Ansprüchen in diesem Jahr gerecht zu werden.

Aktuelles: Corona, Moria und schwarze Panther September 2020. Das größte Flüchtlingslager Europas brennt. Wenige Wochen nach dem verheerenden Brand macht sich der Schriftsteller Anselm Oelze auf den Weg zur griechischen Insel Lesbos, um sich von der aktuellen Situation in Moria selbst ein Bild zu machen. In „Grenzen des Glücks“ (Schöffling & Co) schildert Oelze den Ausnahmezustand an Europas Grenzen. Ein eindringlicher Bericht – und gleichzeitig eine feinfühlige Reflexion, die unsere Privilegien und unsere Verantwortung hinterfragt. In einer ungewissen Welt gibt es immer mehr Menschen, die nach einer Heimat suchen. Doch das herkömmliche Verständnis vom Heimatbegriff scheint überholt. Längst ist Heimat etwas, das mehr ist als nur ein Ort. Und etwas, das auf

FOTO: ISTOCK/MAICA

Text: Hannah Lea Jutz

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rste Ge by

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Für die rabenschwarze Kultreihe black stories hat die Bestseller-Autorin Ursula Poznanski 50 mysteriöse Rätsel kreiert.

black stories Poznanski 50 rabenschwarze Rätsel 50 Karten in einer hochwertigen Box 4033477900791 | € 14,95*/stück

Dis play u nd Pro bekart en erhältlich

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„Virus“ (ecowin) von Wissenschaftsautor Matthias Eckoldt erzählt die Geschichte einer der kleinsten Lebenseinheiten und dessen Entwicklung. Angefangen von den Spekulationen der Antike und waghalsigen Selbstversuchen bis hin zu den Laborverfahren der Gegenwart und drohenden Zukunftsszenarien, veranschaulicht Eckoldt in seinem Buch die Geschichte des Virus und seiner Erforschung. Dabei wird deutlich, dass Pandemien den immergleichen düsteren Ablauf zeigen. Ein hochspannendes und gleichzeitig allgemein verständliches Wissenschaftsbuch. Seit Beginn der Coronakrise hat sich unser Alltag grundlegend verändert. Besonders betroffen davon sind zwischenmenschliche Interaktionen und unsere Beziehungen. Was einst normal war, scheint in Zeiten einer Pandemie unvorstellbar. Verschiedene Regeln schränken unsere Freiheit massiv ein. Die Corona-Pandemie gestaltet sich zunehmend als Stresstest für Gesellschaften und die Demokratie. Robert Misik schreibt in „Die neue (Ab)normalität“ (Picus) über das verrückte Leben während einer Pandemie, und über das, was danach kommen könnte. Dass soziale Medien süchtig machen, ist nichts Neues. Der Druck, immer up to date zu sein, fesselt uns an die Bildschirme und bringt uns dazu, unseren gesellschaftlichen Wert an unserem Auftreten in Social Media festzumachen. Die Künstlerin und Kritikerin Jenny Odell zeigt in „Nichts tun“ (C. H. Beck), wie es anders geht und wie wichtig es ist, in unserer Freizeit nichts zu tun. Nur so können wir ein sinnvolles und nachhaltiges Verständnis von Glück und Fortschritt entwickeln. Ein aufrüttelndes Buch abseits von plumper Technikkritik und sozialromantischen Vorstellungen von der Rückkehr zur Natur. Die Allgegenwärtigkeit digitaler Technologien und Kommunikationsmittel setzt den Menschen stark unter Stress. Informationsfluten »

50 RabenschwaRze Rätsel aus deR FedeR von bestselleR-autoRin uRsula Poznanski

© moses. Verlag GmbH • www.moses-verlag.de Dieses Werk wurde vermittelt durch die AVA international GmbH Autoren- und Verlagsagentur, München www.ava-international.de

Von Viren und Lockdowns und Seifenspendern

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unsere kapitalistische Gesellschaft zu überdenken und herauszufinden, wie wir in Zukunft Individualität und gesellschaftliches Miteinander vereinbaren können. „Die letzte Kolonie“ (Septime) ist dystopischer Abenteuerroman, philosophischer Thriller und Gedankenexperiment zugleich: Markus Burundi erzählt von der letzten menschlichen Kolonie, die in einer Welt, gezeichnet von Kapitalismus, Umweltschäden und Pandemien, vor sich hindämmert. In dieser dystopischen Zukunft sind die Menschen in eine Unter- und Oberwelt unterteilt. Doch was passiert, wenn die Unteren nach oben streben und die Oberen nach unten expandieren wollen?

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black stories

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– Schwerpunkt – Bücherfrühling

» überschütten uns täglich mit Unmengen an Inhalten, die wir in so kurzer Zeit gar nicht verarbeiten können. Aber auch die neuen Arbeitsweisen und Überwachungsmöglichkeiten überfordern viele – die Folge sind Angst, Stress und negative Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität. In „Digitaler Stress“ (Linde) stellt Technostressforscher René Riedl Studienergebnisse und Praxisberichte vor und zeigt, welche Bewältigungsstrategien gegen digitalen Stress helfen. Betty Andover. So heißt das Alter Ego der österreichischen Autorin Marlene Streeruwitz. Betty befindet sich im Lockdown und möchte keine Dehnübungen machen. Sie fühlt sich wie eine eingesperrte Tigerin und sitzt trotzdem die meiste Zeit. Sie ist süchtig nach Nachrichten und schaut alle fünf Minuten nach, ob es eine neue Mail gibt. Betty, die Heldin im Roman „So ist die Welt geworden“ (bahoe books), durchlebt mehr als dreißig Episoden, die verschiedene Stadien der emotionalen und physischen Krisen in einer Welt im Stillstand darstellen. Streeruwitz analysiert dabei die Auswirkungen des Lockdowns und der Pandemie auf Gesellschaft, Kunst und Politik. Während der Coronakrise gelangten sie zu neuem Ruhm: die Seifenspender. „Daily Soap“ (Luftschacht) von Pascale Osterwalder erzählt aus dem Leben eines solchen Spenders. Denn Seifenspender, sensible Wesen, sind dem Druck, der tagtäglich auf sie ausgeübt wird, oft nicht gewachsen. Die permanente Angst, nicht mehr aufgefüllt zu werden, treibt sie in die Depression und einen Zustand innerer Leere, der durch die erhöhten Hygieneansprüche während einer Pandemie noch zunimmt. Ein Comic über problematische Arbeitsbedingungen, soziale Isolation und auseinandergerissene Freundschaften.

ben der Protagonistin Ellie Angst vor Restaurants haben, Erdbeermilch trinken und auf Matratzen ohne Bettgestell schlafen. Ellie sucht jemanden, der an sie denkt, wenn sie nicht da ist, und nicht jemanden wie den esoterischen Argentinier Alvaro, der sie ohne Erklärung nach einem halben Jahr verlässt. Und auch nicht jemanden, der sich für Marlon Brando hält. Ellie beschließt jedenfalls, einen Schreibkurs an der Volkshochschule zu belegen, und lernt dort, sich selbst als Romanfigur zu betrachten und aus ihrem eigenen Leben ein Lieblingsbuch zu machen. Mathilde ist eine junge Französin aus dem Elsass. Am Ende des Zweiten Weltkriegs verliebt sie sich in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden beschließen zu heiraten und in der Nähe von Meknès, am Fuß des Atlas-Gebirges, ein neues Leben aufzubauen. Auf dem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat, versucht er, dem steinigen Boden einen Ertrag abzugewinnen, während Mathilde die Kinder großzieht. In „Das Land der Anderen“ (Luchterhand) schreibt Leila Slimani von Alltagsrassismus, patriarchalen Traditionen, hohen Erwartungen und einer ernüchternden Realität. Kann ein Mensch allein genug für einen anderen sein? Ihr Freund hat ein Stück Land gekauft, will ein Haus bauen. Nur für sie beide. Eine kleine Welt zu zweit. Doch was, wenn sie das nicht will? Katharina Schaller erzählt in „Unter Wasser flimmern“ (Haymon) von dem, was zwischen uns liegt. Von Freundschaften, Familie, Beziehungen und Liebe. Von Körpern und Schweißtröpfchen auf der Haut, wenn sich zwei Menschen ganz nah sind und nichts mehr zwischen ihnen Platz zu haben scheint – außer vielleicht ein ganzer Ozean. Carlo, Dozent für literarisches Schreiben, wurde mit seiner Studentin Sofia auf der Universitätstoilette gesehen. Carlo beteuert dem Rektor, seiner Frau Margherita und den Kollegen, dass der Studentin nur übel gewesen sei, er habe ihr lediglich geholfen. Also alles nur ein Missverständnis? „Treue“ (Wagenbach) von Marco Missiroli erkundet die Sehnsüchte, Fluchten und Ängste von Margherita und Carlo und begleitetet sie beim Versuch, dem jeweils anderen treu zu bleiben. Doch heißt Treue wirklich, jeder Versuchung zu widerstehen? Auch wenn das bedeutet, sich selbst zu betrügen?

Romantik, Selbstsowie Nächstenliebe und Treue Sie sind von den Ausgangsbeschränkungen besonders betroffen: die Singles. Denn neue Menschen kennenlernen und daten ist während einer Pandemie nur bedingt möglich. Abhilfe schafft Tinder. Hier haben sich Corinna und David kennengelernt und bei David zuhause getroffen. David ist Musiklehrer und Veganer. Corinna ist Kellnerin, trinkt, raucht und liebt Junkfood. Die beiden haben also praktisch nichts gemeinsam, außer einer zusammen verbrachten Nacht und einer Kontaktperson. Denn der Bote, der ihnen die Pizza gebracht hat, war mit dem Virus infiziert. „Das Vierzehn-TageDate“ (Zsolnay) von René Freund begleitet die beiden während der zwei Wochen langen Quarantäne, die sie gemeinsam verbringen. „Männer ohne Möbel“ (Jung und Jung) heißt Alexandra Stahls Buch, weil die Männer im Le-

Schwesternschaft, Minsk, Jeanne d’Arc und Südkorea Audre Lorde ist Dichterin, revolutionäre Denkerin, Ikone des Schwarzen Feminismus und hat maßgeblich zur Entstehung der afrodeutschen Bewegung beigetragen. Als Feministin, »

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L I T E R AT U R F Ü H R E R W I E N Viola Rosa Semper

E in Führer durch die L iteraturgeschichte der St adt: vom Mittelalter üb er die Wiener Kaffe ehausliteratur bis hin zur jungen Po etr y-Slam-Szene. 256 Seiten, € 24,90 ISBN 978-3-85439-635-2

A u sliefer ung Mohr Morawa

SO SCHREIBT WIEN


– Schwerpunkt –

Schwarze Frau in einer weißen akademi» schen Welt und lesbische Mutter weiß sie, was es bedeutet, eine Außenseiterin zu sein. Ihr Schaffen widmete sie deshalb dem Kampf gegen Unterdrückung und der Stärkung von Verschiedenheit und Schwesternschaft. In „Sister Outsider“ (Hanser) schreibt sie über Rassismus, das Patriarchat und Klasse und gibt Antworten auf die wichtigen Fragen der Gegenwart. In „Camel Travel“ (Droschl) erzählt Autorin Volha Hapeyeva vom Großwerden im Minsk der 1980er und 1990er. Die Erzählerin hat erfahren, wie es ist, Kindheit und Jugend in der zerfallenden UdSSR zu verbringen, und wie es ist, in einem Land aufzuwachsen, in dem es an allem fehlt. Der autobiografisch gefärbte Roman erzählt von kleinen und großen Themen, die in Schule, Familie und öffentlich ausgefochten werden, und begleitet die Erzählerin dabei, wie sie zu einer kritischen und feministisch-politischen Frau im heutigen Belarus wird. In „Der Berg“ (Folio) von Ivica Prtenjača verlässt ein Mann aus der Kunst- und Verlagsszene seinen bürgerlichen Alltag, lässt Werbekampagnen und Vernissagen hinter sich, um seinen Sommer auf einer kleinen Adriainsel zu verbringen. In einem Wachturm arbeitet er als Brandwächter – ein zugelaufener Hund und ein schwacher Esel leisten ihm Gesellschaft. Die Monate in der Isolation, gelegentlich unterbrochen von Pilgern, Bikern und verlorenen Seelen, verändern sein Leben grundlegend, und er durchläuft einen tieferen inneren Wandel. Johanna wächst in einem kleinen französischen Dorf auf. Als kleines Mädchen beginnt sie, Visionen zu haben, die immer stärker werden, bis Johanna dem Fanatismus verfällt. Die junge Frau weiß, dass sie dem traditionellen Frauenbild nicht entsprechen kann und will, und beschließt, in den Krieg zu ziehen. Doch bevor es so weit kommt, gerät sie in einen Strudel aus Hinterlist und Verrat. In „1431“ (Czernin) erzählt Sophie Reyer die Geschichte von Johanna von Orléans, Märtyrerin und französische Nationalheldin, die 1431 in Rouen hingerichtet wurde. Kim Jiyoung lebt in einer kleinen Wohnung am Rande von Seoul. Ihr Leben ist geprägt von Unterwerfung und Überwachung – immer von männlichen Figuren aus ihrem Umfeld. Vor Kurzem hat sie ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Kind zu kümmern. So wird es auch von ihr erwartet. Was nicht erwartet wird, sind die Symptome, mit denen die Mitdreißigerin plötzlich kämpft: Ihre Persönlichkeit beginnt sich aufzuspalten, sie entwickelt eine Psychose. Cho Nam-joo hat mit „Kim Jiyoung, geboren 1982“ (Kiepenheuer & Witsch) nicht nur einen internationalen Bestseller geschrieben, sondern mit ihren Worten Massenproteste in ganz Südkorea ausgelöst.

Marktgespräche

Julia Strack, Presse Kein & Aber, über die Lichtershow am Zürcher Bahnhof

Erstrahlte Bahnhofshalle Kein & Aber hat in letzten Jahr während der Vorweihnachtszeit mit einer Lichtershow die historische Zürcher Bahnhofshalle illuminiert und Buchinhalte zum Leben erweckt. Zusätzlich gab es einen Pop Up Store mit Büchern und farblich abgestimmten FREITAG-Taschen. Dort konnte man sich auch das Buch „FREUNDE“ personalisieren lassen. Bereits auf der Buchmesse 2019 hat der Verlag mit sehr großem Erfolg ein Videomapping mit einer Auswahl an Büchern umgesetzt. Zur Buchmesse 2020, die nur digital stattfinden konnte, haben wir die Schweizer Botschaft in Berlin illuminiert. Als klar war, dass es in der Zürcher Bahnhofshalle in diesem Jahr weder einen Christbaum noch einen Weihnachtsmarkt geben würde, hatte unser Verleger Peter Haag die Idee, dass wir im Dezember für Licht, Leben und Weihnachtsstimmung sorgen könnten. Die Reaktionen waren überwältigend…. Von Kolleg*innen und Buchhändler*innen, die sich über die Werbung gefreut haben, bis zu denen, die es nur auf dem Bildschirm sehen konnten und insbesondere von den Bahnhofsbesucher*innen. Die staunenden Kindergesichter waren das Schönste! Wir hoffen, dass bis zum nächsten Dezember die Pandemie so weit besiegt ist, dass es wieder Weihnachtsmärkte im Zürcher Hauptbahnhof geben darf. Wer weiß, vielleicht steuern wir da ein wenig Licht und Bücher bei.

FOTO: DOMINIQUE MEIENBERG

Bücherfrühling

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Aus der Branche

F O T O : N I N I T S C H AV O L L

Sachbücher: Solidarität, Klima und Genderpolitik

Den Grundstein legen

Zur Revolution ruft Elisabeth Lechner in „Riot, don’t diet!“ (Kremayr & Scheriau) auf. Haarige Beine, dicke Schenkel oder Falten: Wer in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht, nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann und möchte oder Person of Color ist, wird ausgeschlossen, hat es schwerer auf dem Jobmarkt und erfährt zuweilen auch physische oder psychische Gewalt. Lechner hat für ihr Buch Aktivist*innen getroffen und legt nun einen Fünf-Punkte-Plan vor, wie echte Solidarität aussehen kann und wie wir alle unseren Begriff von Schönheit hinterfragen können. Wie geht es unserem Planeten wirklich? Mit dieser Frage beschäftigt sich „Der Zustand der Welt“ (Terra Mater) des Biologen und Wissenschaftsjournalisten Kurt de Swaaf. Er hält fest, wie es um die Biodiversität steht, wie es unseren Ökosystemen und deren Lebewesen geht, was die Erde schon verloren hat, und was kurz davorsteht, verloren zu gehen. Obgleich das Buch ein düsteres Bild vom Zustand der Welt zeichnet, betont der Autor, dass es noch nicht zu spät ist und dass man die Uhr zurückdrehen könnte – wenn man nur will. Emilia Roig ist Politologin, Aktivistin und eine der gefragtesten Expert*innen, wenn es um die Themen Rassismus, Feminismus, Vielfalt und Inklusion geht. In „Why We Matter“ (Aufbau) erklärt sie, wie wir unsere Privilegien erkennen, wie Weiße die Realität von Schwarzen und wie männliche Muslime die von weißen Frauen sehen können. Und umgekehrt. Sie beschreibt – auch anhand der eigenen Familiengeschichte –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Und wie anders unsere Welt aussehen könnte. „Zart und frei“ (Matthes und Seitz) von Carolin Wiedemann ist eine radikale Analyse der Gewalt heutiger patriarchaler Gesellschaften und eine Anstiftung zum rebellischen, aber zärtlichen Miteinander. Denn kaum ein Thema ist so kontrovers diskutiert wie die Genderpolitik. Vom Spott über das Gendersternchen bis zu Manifesten von Rechtsradikalen zeigt das Buch, dass der antifeministische Diskurs ein zentrales Element des politischen Rechtsrucks ist, aber auch bei den Linken Sympathisanten findet. Willkommen im Unruhestand! In „Ich muss fast nichts und darf fast alles“ (Anton Pustet) beschreibt Richard Kaan humorvoll und unterhaltsam seine Haltung zu „leben“, „lernen“, „laufen“, „lachen“, „lieben“, „lösen“ und „lehren“. Der richtige Umgang mit dem Alter und dem Älterwerden will gelernt sein. Denn Älterwerden bedeutet auf keinen Fall, dass man sich vom Leben zurückziehen soll. Ein heiterer Zugang, eine sinnvolle Beschäftigung und Wahrgenommen-Werden schaffen Glück im Alter. «

Hier stellen Branchenmitglieder ihre dringendsten Anliegen vor. Diesmal Rüdiger Salat, Vorstand von Facultas

Rüdiger Salat

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ie Digitalisierung hat 2020 im Bildungssektor einen großen Sprung gemacht. Damit das aber erfolgreich vonstatten gehen kann, gibt es eine notwendige Voraussetzung: Kinder müssen lesen lernen und auch als Erwachsene lernfähig bleiben. Sehr viel wurde in den letzten zwölf Monaten über Schule, Hochschulen, Bildung und Lernen im virtuellen Raum gesprochen. Gerade deswegen ist es uns bei Facultas so wichtig, dass wir als Gesellschaft – aber vor allem auch als Branche – das Thema Vorlesen nicht aus den Augen verlieren. Denn hier wird der entscheidende Grundstein gelegt. Zahlreiche Studien, zuletzt auch von der Stiftung Lesen, belegen, dass Kinder in allen Bildungsschritten Vorteile haben, wenn ihnen regelmäßig vorgelesen worden ist. Es geht dabei nicht nur um die Sprachbildung. Vorlesen hilft beim Verständnis aller Inhalte. Man kann so vieles in dieser Pandemie nicht tun – aber vorlesen kann man. Das haben wir als Motivation für das seit 2016 stattfindende Vorlesefest genommen. Von Mitte November bis Mitte Jänner konnten Kinder an Onlineveranstaltungen teilnehmen. Vielleicht ist das ja auch etwas, das wir ins nächste Jahr mitnehmen können: Verlage und Buchhandel sollten bereits jungen Eltern vermitteln, dass vorlesen nicht nur für Kinder wichtig ist, sondern auch einfach ist und Spaß macht. Für die Kinder wie die Eltern – und am Ende profitieren alle.

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– Bestseller Dezember 2020 –

Empfehlungen

Bestseller Dezember 2020 Belletristik Hardcover

Ruinen eines Ortes Eine Geisterstadt in den Alpen: Ein mysteriöser chinesischer Immobilientycoon kauft alles auf, um es verfallen zu lassen. Doch die 46 Verbliebenen geben nicht auf.

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1

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THOMAS STIPSITS Kopftuchmafia Ueberreuter € 17,–

3

DONNA LEON Ein Sohn ist uns gegeben Diogenes € 13,40

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JONAS JONASSON Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte C. Bertelsmann € 22,70

4

KARSTEN DUSSE Achtsam morden Heyne € 11,30

5

CHARLOTTE LINK Ohne Schuld Blanvalet € 24,70

5

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JOACHIM MEYERHOFF Hamster im hinteren Stromgebiet Kiepenheuer & Witsch € 24,70

7

HUBERT ACHLEITNER flüchtig Zsolnay, Paul € 23,70

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3

„Bad Regina“ – David Schalko. Kiepenheuer & Witsch

5

„Kamala Harris. Die Biografie“ – Dan Morain. Heyne

Perspektivwechsel Was bedeutet es, eine Schwarze Frau in Großbritannien zu sein? Zwölf Frauenfiguren, deren Lebensgeschichten verwoben sind und über Jahrzehnte und Kontinente reichen.

„Von Zeitlupensymphonien und Marzipantragödien“ – Radek Knapp. Amalthea

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11

8 15

MONIKA HELFER Die Bagage Hanser, Carl € 19,60

6 7

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ILDIKÓ VON KÜRTHY Es wird Zeit NEU Rowohlt TB € 12,40 ANDREAS GRUBER Die Knochennadel 2 Goldmann € 11,30

KEN FOLLETT Kingsbridge – 10 Der Morgen einer neuen Zeit

10

Kinderbuch

Belletristik E-Book

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Blick von außen Zwischen dem Kampf, als Neuankömmling den Wiener Dialekt oder die Skurrilität einer Mozartkugel zu verstehen, stellt sich der Autor den ganz großen Fragen.

12

MARTIN SUTER, BENJAMIN VON STUCKRAD-BARRE Alle sind so ernst NEU geworden Diogenes € 22,70

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THOMAS STIPSITS Uhudler-Verschwörung Ueberreuter € 17,– SEBASTIAN FITZEK Der Heimweg Droemer HC € 23,70

RITA FALK Guglhupfgeschwader 5 DTV Verlagsgesellschaft € 11,30 JOJO MOYES Der Klang des Herzens 17 Rowohlt TB € 16,50 HERA LIND Die Frau zwischen den Welten NEU Diana € 11,30 JOHN IRONMONGER Der Wal und das Ende der Welt 15 Fischer Taschenbuch € 12,40

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Auf neuen Wegen Sie ist die erste Vizepräsidentin der USA: Der Journalist Dan Morain begleitete den Weg von Kamala Harris und erzählt, was sie geprägt und zu ihren Überzeugungen geführt hat.

Belletristik Taschenbuch

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9 17

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Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control das gesamte Bestseller-Portfolio. Mit den Bestsellerlisten werden auf dem Absatzweg Sortimentsbuchhandel und E-Commerce,

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Magnus Myst 9

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KINDER- UND JUGENDBUCH

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Ich glaube, ich hatte es schon KIEPENHEUER & WITSCH

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ZSOLNAY, PAULH

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Toni Innauer

Das Gesetz des Ausgleichs

Sepp Forcher, Elisabeth Eisner

flüchtig

Aussaattage 2021 Maria Thun AUSSAATTAGE M. THUN

Johannes Huber 6

KIEPENHEUER & WITSCH

Hubert Achleitner

9

7

CARLSEN

Matthias K. Thun NEU

EGOTH-VERLAG

Hamster im hinteren Stromgebiet

8

3

11

DK VERLAG DORLING

Egon Theiner 4

Joachim Meyerhoff

10

Flavour

Margit Auer Die Schule der magischen Tiere 11: Wilder, wilder Wald!

KINDERSLEY

Charlotte Link

Ohne Schuld

7

Meine besten Hausmittel

Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage

Spurensuche

1

J.K. Rowling

Der Ickabog CARLSEN

KNEIPP VERLAG / STYRIA

Georg Markus

Gregs Tagebuch 15 – Halt mal die Luft an! BAUMHAUS VERLAG

4

Christine Reiler

C. BERTELSMANN

6

Brot backen mit Christina LÖWENZAHN

BÜHNENVERLAG

Jonas Jonasson Der Massai, der in Schweden noch eine 5 Rechnung offen hatte

4

KINDERBUCH Jeff Kinney 1

Christina Bauer

Ein verheißenes Land PENGUIN

Thomas Stipsits

3

Backen mit Christina LÖWENZAHN

Michael Niavarani

5

ÖSTERREICH AM HÄUFIGSTEN

Christina Bauer 1

Barack Obama

Sebastian Fitzek

2

DIESE BÜCHER KAUFT MAN IN

RATGEBER

Monika Gruber, Andreas Hock

UhudlerVerschwörung

J.K. Rowling NEU

HARPER COLLINS

Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control die einzige offizielle Buchverkaufsliste im gesamten stationären Buchhandel und auf allen Online-Plattformen in Österreich. 600 Verkaufsstellen und knapp 90 % aller Barverkäufe sind damit erfasst.

Harry Potter und der Stein der Weisen

Das Posterformat zum Download gibt es für Buchhandlungen im Mitgliederbereich www.buecher.at

13

CARLSEN

anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Sachbuch Hardcover

1 1

MONIKA GRUBER, ANDREAS HOCK Und erlöse uns von den Blöden Piper € 20,60

Sachbuch Taschenbuch

1 1

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2

3

3

BARACK OBAMA Ein verheißenes Land 3 Penguin € 20,60 MICHAEL NIAVARANI Niavarani liest Nestroy Schultz & NEU Schirm Bühnenverlag € 24,90

4 4

GEORG MARKUS Spurensuche Amalthea Signum € 26,00

5 2

JOHANNES HUBER Das Gesetz des Ausgleichs Edition A € 24,00

7

SEPP FORCHER, ELISABETH EISNER Grüß Gott in Österreich NEU Kral € 27,90

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MARKUS HENGSTSCHLÄGER Die Lösungsbegabung Ecowin € 24,00

9

BARACK OBAMA A Promised Land (UK) Viking € 44,10

10

7

SUCHARIT BHAKDI, KARINA REISS Corona Fehlalarm? 2 Goldegg Verlag € 15,00 JOHN STRELECKY The Big Five for Life 5 DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 YUVAL NOAH HARARI 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert 14 C.H.Beck € 15,40 MONIKA GRUBER Man muss das Kind im Dorf lassen 8 Piper Taschenbuch € 10,30 YUVAL NOAH HARARI Homo Deus WE C.H.Beck € 15,40 A. HOFSTETTER, S. ILLEK, M. PIRCHER Marcel Hirscher National NEU Geographic Taschenbuch € 16,50

4 5

EGON THEINER Dominic Thiem NEU Egoth-Verlag € 24,90

6

3

JOHN STRELECKY Das Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 9,20 STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen Klett-Cotta € 11,40

6 7

8 9 16

H. ROSLING, A. ROSLING RÖNNLUND, O. ROSLING Factfulness Ullstein Taschenbuch Verlag € 16,50 J. PAUNGGER, T. POPPER Das Mond-Jahrbuch 2021 Goldmann € 9,30

MICHAEL MITTERMEIER 10 Ich glaube, ich hatte es schon

10

Sachbuch E-Book

Ratgeber Hardcover

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Kiepenheuer & Witsch

€ 12,40

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MONIKA GRUBER, ANDREAS HOCK Und erlöse uns von den Blöden Piper eBooks € 16,99

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CHRISTINA BAUER Backen mit Christina Löwenzahn € 25,90

2

BARACK OBAMA Ein verheißenes Land Penguin € 32,99

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CHRISTINA BAUER Brot backen mit Christina Löwenzahn € 25,60

3

MICHAEL MITTERMEIER Ich glaube, ich hatte es schon Kiepenheuer & Witsch € 9,99

3

CHRISTINE REILER Meine besten Hausmittel Kneipp Verlag € 25,00

4

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HERWIG KOLLARITSCH, SILVIA JELINCIC Pro & Contra Coronaimpfung NEU Edition A € 14,00

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MATTHIAS K. THUN Aussaattage 2021 Maria Thun Aussaattage M. Thun € 9,30

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JOHANNES HUBER Das Gesetz des Ausgleichs Edition A € 18,00

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TONI INNAUER Die 12 Tiroler CSV € 19,80

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash / Sphinx € 11,99

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PHILIPPA PERRY Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen Ullstein Ebooks € 9,99

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STEFANIE STAHL Das Kind in dir muss Heimat finden Kailash € 15,50

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MONIKA GRUBER Man muss das Kind im Dorf lassen Piper eBooks € 9,99

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CHRISTINA BAUER Kuchen backen mit Christina Löwenzahn € 25,90

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WE

7

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GEORG MARKUS Spurensuche NEU Amalthea € 20,99

1

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RHONDA BYRNE The Greatest 10 Secret – Das größte Geheimnis NEU Harper Collins

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Spur der Verwüstung Ferdinand Desoto startet 1538 seine brutale Expedition von Peru nach Florida. 500 Jahre später klagt ein Anwalt im Namen aller Ureinwohner*innen auf die Rückgabe der USA. „Die Eroberung Amerikas“ – Franzobel. Zsolnay

Über das Private Ein autobiografisches Buch über die Kindheit, die Pubertät, das Erinnern und über das Erwachsenwerden von der Autorin Margit Schreiner. „Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen“ – Margit Schreiner. Schöffling & Co

Wo es hinführt Eine Abhandlung der Folgen der CoronaPandemie auf das Miteinander. Zwischen Kontroll- und Autonomieverlust, Angst und Gereiztheit wirddie pandemische Gesellschaft beobachtet.

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Empfehlungen

„Die neue (Ab)normalität“ – Robert Misik. Picus

Wenn alles zu viel wird Antonia möchte Filmregisseurin werden. Doch mit Unterstützung kann sie dabei von ihrer Mutter nicht rechnen. Stattdessen muss sie auch noch Verantwortung für ihre Schwestern übernehmen. „Chaos im Kopf“ – Michèle Minelli. Jungbrunnen

Bahnhofsbuchhandel sowie Elektro-und Drogeriemarkt 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

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– Klassiker – neu entdeckt

Pelzmantel, offen

Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

FOTO: SHUTTERSTOCK

PATRICIA HIGHSMITH: 1921–1995 Ripley, der talentierte Betrüger und gelegentliche Mörder, der in fünf Romanen ungestraft davon­ kommt, war die berühmteste, wenn auch spätere Erfindung von Patricia Highsmith (1921–1995). Schlagartig bekannt wurde die in Texas geborene und in New York bei der Großmutter aufgewachsene Krimiautorin, die schon früh beschlossen hat­ te, Schriftstellerin zu werden, mit ihrem Debüt „Zwei Fremde im Zug“, den Alfred Hitchcock verfilmte. Der Grund, wa­ rum sich die High­ smith zu ihrem zweiten, unter Pseu­ donym veröffentlich­ ten Roman „Salz und sein Preis“ aus 1952, der sich millionenfach ver­ kaufen sollte, erst 1989 be­ kannte, war autobiografischer Natur: „Falls ich einen Roman über eine lesbische Beziehung schriebe, würde ich dann als Verfasserin lesbischer Bücher einge­ stuft werden?“ Schwulsein war in jenen Jahren ge­ ächtet, bis zu ihrem Buch „hatten männliche und weibliche Homosexuelle in amerikanischen Roma­ nen für ihre Aberration bezahlen müssen“. In der ersten Skizze zu „Salz und sein Preis“ konstatiert die neunzehnjährige Bühnenbildnerin Therese, die in einem Warenhaus jobbt und auf eine Europareise mit ihrem Freund Richard spart, gleich eingangs: „Ich sehe sie im selben Augen­ blick, in dem sie mich sieht, und ich liebe sie auf der Stelle.“

Im Roman kommt es zur abgründigen Liebe auf den ersten Blickwechsel mit der dreizehn Jahre älteren Carol, Ehefrau eines Möbelhändlers und Mutter, die gerade in Scheidung begriffen ist, erst nach ausführlicher Schilderung der Mühen des Alltags mit allmorgendlichem Steckuhrstechen und tristem Gequengel der Vorgesetzen. „Sie war groß und blond, elegant und anmutig in dem wei­ ten Pelzmantel, den sie mit einer in die Taille ge­ stemmten Hand offenhielt.“ Die lesbische Amour fou aus dem New York der späten 1940er­Jahre spielt zur Weihnachtszeit und nimmt nicht nur rasant Geschwindigkeit auf, sie stellt auch einen radikalen Angriff auf die heilige Institution von Familie und Ehe dar. Was es allerdings mit dem Salz der wahren Liebe und Leidenschaft tatsäch­ lich auf sich hat und welcher Preis dafür zu bezah­ len ist, erfahren Therese und Ca­ rol erst während der gemeinsamen Autofahrt in den Westen der USA, verfolgt von einem Privatdetektiv, der Be­ weise ihrer „Unsittlich­ keit“ sammelt. Das Roadmovie wird zum Krimi, der Honeymoon samt kür­ zester Sexszene der Weltliteratur zur bit­ teren Prüfung, die zuletzt zum Happy End gerät. Diesmal tut Therese den ersten Schritt: „Und als sie im Begriff stand, auf sie zuzugehen, sah Ca­ rol sie, schien sie für einen Augenblick ungläubig anzustarren, während Therese zusah, wie das be­ dächtige Lächeln langsam von Carols Gesicht Be­ sitz ergriff, bevor sie unvermittelt den Arm erhob und mit der Hand winkte, ein schneller, eifriger Gruß, wie Therese ihn noch nie gesehen hatte.“

Satz zum BUCH:

„,Salz und sein Preis‘ schildert die Lovestory einer Frau, die glaubt, ihr Leben im Griff zu haben. Und dann wird sie von der Liebe mit fortgerissen wie von einem Tsunami“ Cate Blanchett Der australische Filmstar spielte die Hauptrolle im Film „Carol“

Patricia Highsmith: Salz und sein Preis. Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz Mit einer autobiographischen Skizze der Autorin und einem Nachwort von Paul Ingendaay Diogenes, 2021

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– Gewinnspiel –

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Wo die Chilischote wächst Spielen Sie online mit und gewinnen Sie eine Chilimühle „Crank Me“ von WAUWAU im Wert von 95 Euro. Die Kurbel ist aus gebürstetem Edelstahl, das Mahlwerk wird in der WAUWAU-Werkstatt in Wien hergestellt. Sie ist speziell für

Chilischoten konstruiert und zerreißt die Schoten und Kerne, anstatt sie zu mahlen. Die Mühle aus geöltem Buchenholz kommt bereits ausgestattet mit der ersten Füllung getrockneter Bio-Chilis der Sorte Bird Eye und ist etwa 11 cm hoch.

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www.falter.at/anzeiger Teilnahmeschluss: 15. Februar 2021

anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeberechtigt sind Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Schriftverkehr, Rechtsweg und Barablöse sind ausgeschlossen. Der Gewinn ist nicht übertragbar oder auszahlbar. Die Gewinner*innen werden schriftlich verständigt. Teilnahmeschluss: 15. Februar 2021. Datenschutz: Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist eine Angabe von personenbezogenen Daten erforderlich. Die Teilnehmer*innen erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die von ihnen übermittelten Daten von der Falter Verlagsgesellschaft m.b.H., Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, für die Durchführung und Abwicklung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach vollständiger Durchführung des Gewinnspiels umgehend und unwiederbringlich gelöscht.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Galerie Hochdruck, Wien

Herwig Tachezi „Die größte Inspiration kommt doch immer noch von den Mitmenschen“

Text: Lena Wechselberger Foto: Nini Tschavoll

E

in kleines Barock-Büchlein war es, das Herwig Tachezi mit zehn Jahren auf dem Dachboden seiner Großmutter entdeckte und den Grundstein für seine Leidenschaft zum Lesen und späteren Sammeln von Grafiken legte. In der Galerie Hochdruck konnte er schließlich beides vereinen: Nicht Galerie, nicht Buchhandel, nicht Antiquariat – sondern etwas dazwischen. Ebendas begeistert den buchhandelnden Antiquitäten-Galeristen, denn „es sind immer die Geschichten dahinter das Spannende und nicht das Ding an sich“. Auch Tachezis Geschichte ist spannend: Nach 35 Jahren professioneller Musikkarriere beschloss er 2009, sein Hobby zu professionalisieren. Er absolvierte an der Donau-Universität Krems postgradual die Studiengänge „Digitales Sammlungsmanagement“ sowie „Ausstellungsdesign und -management“, um Ordnung in seine Privatsammlung zu bringen. Was zuerst ein rein digitales Projekt sein sollte, entwickelte sich zur Galerie Hochdruck. Die Idee für den Namen kam Tachezi, „weil dieser alles umfasst, was mit der Technik zu tun hat, die ich gesammelt habe“.

Dreißig Ausstellungen rund um die Druckgrafik lockten Besucher*innen bisher in die Räumlichkeiten der Galerie. Nach einem Umzug befindet sie sich nun im 16. Wiener Gemeindebezirk. Das Angebot umfasst Originalgrafiken des späten 15. Jahrhunderts bis zu aktuellen Werken. Auch die Formate sind vielfältig: Von Künstlerbüchern über Einzelblätter, Broschüren bis hin zu Ephemera ist für Sammler alles dabei. Neben einer Präsenzbibliothek gibt es zudem die Möglichkeit, Sekundärliteratur zu erwerben. In seiner Freizeit studiert Tachezi ebenfalls gern Fachliteratur, oft ist er auf der Jagd nach kleinen Details zur Interpretation seines Kunstinventars. „Die historische Recherche ist immer ein Kernpunkt meiner Arbeit gewesen, sowohl in der Musik als auch jetzt“, erklärt er. Beim Lesen bevorzugt der Anti-

quar gedruckte Bücher, denn durch das Vorund Zurückblättern der Seiten könne man der Zeit ein Schnippchen schlagen. Ein Titel, der ihn in letzter Zeit besonders begeistert hat, ist „Von dieser Welt“ (dtv) von James Baldwin. Die Pandemie löste bei Tachezi ein Besinnen auf die digitalen Wurzeln seiner Galerie aus, hatte er die letzten Jahre doch eher auf den analogen Austausch fokussiert. „Ich denke, die größte Inspiration kommt doch immer noch von den Mitmenschen“, sagt er. Der Austausch mit den Besuchern und Kunden sei keine Einbahnstraße, sondern vielmehr eine beglückende Wechselseitigkeit. Die will er auch auf digitalem Weg erreichen. So darf man sich auf Tachezis nächstes Projekt freuen: Die Galerie Hochdruck bekommt eine neue Website.

Galerie Hochdruck Friedmanngasse 12/5 1160 Wien

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung s’Lesekistl, Gols

„Zu uns kommen mittlerweile vermehrt Menschen, einfach um zu tratschen oder Bekannte zu treffen“

Text: Elisabeth Krenn-Stuppnig Foto: Michaela Trbanos

Claudia Rapp und Inge Emich

S

törche, guter Wein und alte Bauernhäuser – wir befinden uns in der 4.000-Einwohner*innen-Markt- und -Weinbaugemeinde Gols im Burgenland, unweit vom Neusiedler See. Hier führen Inge Emich und Claudia Rapp ihr „Lesekistl“ seit beinahe 17 Jahren. Die gebürtigen Burgenländerinnen kennen sich seit Kindheitstagen. Rapp arbeitete seit den 1980er-Jahren im Buch-, Papier und Geschenkeladen. Eines Tages, erzählt sie, sollte das Geschäft schließen. Doch der damalige Besitzer der Buchhandlung machte ihr ein lukratives Angebot: Falls sie wolle, könne sie übernehmen. „Allein hätte ich es nie geschafft, die finanzielle und organisatorische Last zu tragen. Aber der Gedanke, mit jemand Zweitem, eventuell sogar mit einer Freundin, das Geschäft zu führen, hat mich gereizt.“ Sie fragte Inge Emich, und gemeinsam beschlossen sie, das Geschäft weiterzuführen. „Und siehe da, unsere Freundschaft hält noch immer.“ Inge Emich lacht. „Es stimmt einfach zwischen uns, wir kennen uns und wissen, wie die andere tickt. Das hilft beim Wirtschaften ungemein.“

Das Sortiment in der 160 Quadratmeter großen Buchhandlung ist breit gehalten – von Kochbüchern über Kinder- und Jugendliteratur hin zu Krimis und Belletristik findet sich im bunt und freundlich dekorierten Lesekistl alles. Hinzu kommen Büro- und Bastel- sowie Schulartikel. „Mit unserem Warenmix sind wir hier in Gols Regionalversorger und haben absolutes Alleinstellungsmerkmal“, sagt Emich stolz. Die Kund*innen seien daher in Bezug auf Präferenzen und Bedürfnisse ebenso bunt gemischt. Einen tue sie vor allem eine Tugend: „Wie auch die Weinbäuer*innen hier im Burgenland sich gegenseitig unterstützen, so stehen auch die Leute in Gols füreinander ein.“ Dem stimmt Claudia Rapp zu: „Unsere Kund*innen waren es auch, die uns während des Lockdowns stets die Treue gehalten haben. Sie haben fleißig bestellt und online eingekauft. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Schwierig, fügt Emich hinzu, sei es gewesen, die Laufkundschaft pünktlich mit Kleinig-

keiten zu bedienen, etwa mit Federpennalen oder Geschenkpapier. „Da sind wir in puncto Auslieferung vor allem im ersten Lockdown zu Ostern ins Strudeln gekommen. Jetzt, nach Weihnachten, gehen wir eigentlich davon aus, dass die Kund*innen vermehrt Buchgutscheine einlösen werden. Diese auszuliefern fällt uns schon leichter.“ Was sich im Coronajahr 2020 außerdem herauskristallisiert habe: „Die Menschen sehnen sich nach dem persönlichen Kontakt in gemütlichem Ambiente, abseits von anonymen Supermärkten. Umso schöner ist es, dass wir das Gefühl haben, zu uns kommen mittlerweile vermehrt Menschen, einfach nur um zu tratschen oder Bekannte zu treffen.“

s’Lesekistl Obere Hauptstraße 13 7122 Gols

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Edition Korrespondenzen, Wien

Reto Ziegler

Text: Lisa Schöttel Foto: Nini Tschavoll

V

on „Netzwerken“ und „Geflechten“ spricht der Verleger Reto Ziegler, wenn er vom Verlagswesen, von Texten, den Autor*innen und der Leserschaft erzählt. Mit seinem Verlagsprogramm versucht er selbst ein „Netzwerk poetischer Korrespondenzen“ abzubilden, die über Sprachräume und nationalstaatliche Grenzen hinausgehen. Während seines Literaturstudiums in Bern landete der gebürtige Schweizer in einer Vorlesung zu österreichischer Nachkriegsliteratur. Die Sprache und eine neue Tradition von Literatur rund um Robert Musil, Ilse Aichinger und Thomas Bernhard faszinierten ihn und führten ihn nach Wien, wo er bei Wendelin Schmidt-Dengler und Karl Wagner Vorlesungen besuchte. Hier lernte er den Publizisten Franz Hammerbacher kennen.

„Wir suchen nach neuen Formen – in Sprache und Gesellschaft“

Dieser hatte sich durch ein Auslandslektorat in Prag ein Netzwerk an österreichischen Autor*innen geschaffen und Ziegler gefragt, ob er in seinem Verlag Edition Korrespondenzen als Lektor arbeiten wolle. Mittlerweile führt Ziegler den Verlag seit mehr als 14 Jahren allein. Franz Hammerbacher arbeitet immer noch im Hintergrund mit. „Es ist wichtig als Ein-

Personen-Verlag, einen Gesprächspartner zu haben, der mit dem Verlag von Grund auf vertraut ist, seine Schwächen und Stärken kennt.“ Auch die Autor*innen und Übersetzer*innen, mit denen er ein sehr enges Verhältnis pflegt, fungieren als eine Art Scout für den Verlag. Zurück von internationalen Festivals erzählen sie oft von Autor*innen, die sie besonders beeindruckt hätten. „Und wenn dann in den Gesprächen ein Name wiederholt auftaucht, weiß ich, es ist an der Zeit, mir mal dessen Texte genauer anzuschauen.“ Der Verlag habe somit eine Struktur, die sich selbst weiterentwickle. Die Edition Korrespondenzen hat nebst der deutschsprachigen auch fremdsprachige, insbesondere osteuropäische Literatur im Fokus und legt besonderes Augenmerk auf die Ästhetik der Bücher. Das Setzen hat sich Ziegler selbst beigebracht: „Wenn man einen Text gut kennt, ist es spannend, ihn in den passenden Satz zu bringen.“ Entscheidend für Reto Ziegler ist, dass jedes seiner Bücher einen „neuen eigenen Ton“ hat und so die Möglichkeiten der Sprache und der Literatur bereichert. Seine Titel stehen oft an Schnittstellen zwischen Lyrik, Drama und Prosa. „Wir suchen nach neuen Formen – in der Sprache und der Gesellschaft.“ Durchschnittlich verlegt er vier bis sechs Bücher im Halbjahr. „Das ist für mich gut machbar. So kann ich mich mit Freude auf die Projekte konzentrieren, die ich machen will.“ Schwierig sei es, ein Gleichgewicht zwischen Stammautor*innen und neuen Stimmen zu schaffen, da die Anzahl an verlegten Büchern nie steige – ein „leserfreundlicher Verlag“, wie Peter Handke einmal meinte. „Es ist möglich, alle Bücher unseres Verlags wahrzunehmen, was bei großen Verlagen nicht möglich ist.“ So könne man sich auf Stammleser*innen verlassen, die an dem Projekt interessiert seien. Edition Korrespondenzen Mollardgasse 2/16 1060 Wien

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlagsagentur Kurt Hartmaier, Linz

„Als Verlagsagent*innen werden wir in die Tätigkeiten der Verlage eingebunden“

Kurt Hartmaier A

RS Edition, Thienemann-Esslinger, Carlsen Verlag – es sind renommierte Verlage, die Kurt Hartmaier als Verlagsagent betreut und vertritt. Begonnen hat die Berufslaufbahn des Oberösterreichers jedoch nicht im Buchhandel, sondern in der Pharmabranche. Nach einer Lehre zum Drogisten folgten viele Jahre als Pharmareferent im Außendienst. „Mir hat es immer schon gefallen, unterwegs zu sein und Kund*innen zu besuchen.“ Eines jedoch fehlte ihm in seiner früheren Tätigkeit: Abwechslung. „Neuzulassungen bei Medikamenten sind eher selten, und immer über dieselben Produkte zu sprechen, begann mich irgendwann zu langweilen.“ Dann der Einfall: „Ich habe immer schon gerne gelesen und dachte mir: In welchem Beruf könnte ich meine Leidenschaft zum Buch einerseits und meinen Drang zum Umherreisen andererseits besser verbinden denn als Verlagsvertreter?“ Gesagt, getan – Hartmaier absolvierte die Buchhändlerprüfung und arbeitete schließlich ein halbes Jahr im damaligen Wiener Bücherzentrum, bevor er zum Auslieferer Lechner in den Außendienst kam. Im Jahr 1996 gründete er schließlich sein eigenes Unternehmen, die

Porträt: Elisabeth Krenn-Stuppnig Foto: Karin Wasner

Verlagsagentur Hartmaier. Seitdem fungiert der Verlagsvertreter als Vermittler zwischen Buchhandlungen und Verlagen. Sein Geschäftspartner Johannes Ohr bereist hauptsächlich den Osten, Hartmaier teilt sich mit ihm Niederösterreich und kümmert sich zudem um die Kund*innen im Westen und in Südtirol. Bald steht das 25-jährige Agenturjubiläum an, und somit ist es Zeit, darüber zu sinnieren, inwiefern sich die Verlagsvertreterbranche verändert hat. „Früher“, blickt er zurück, „bin ich maximal zwei Mal im Jahr in die Buchhandlungen gefahren.“ Mit Hartmaiers Unterstützung stockten die Buchhändler*innen ihre Backlist auf, bestellten Novitäten und gaben die Jahresbestellungen in Auftrag. Mittlerweile sei die Geschwindigkeit eine völlig andere als früher. „Wir müssen schneller auf sich verändernde Kundenwünsche und politische Begebenheiten reagieren. Als Verlagsagent*innen

werden wir zudem viel eher in die Tätigkeiten der Verlage eingebunden, vor allem wenn es um Marketingthemen geht. Und“, fügt er hinzu, „aufgrund der Digitalisierung ist es viel einfacher nachzuvollziehen, was ein Kunde über die Jahre bestellt hat, somit können wir gezielter beraten.“ Je nach Lage der Buchhandlungen würden andere literarische Titel nachgefragt. „Am Land wird eher zu Mainstreamtiteln und zu leichterer Literatur gegriffen als in der Stadt, auch im Bereich Kinderbuch.“ Einige der größten Kinderbuchverlage zählen zu Hartmaiers Kunden, was ihn, den Bücherwurm, besonders freut, denn neben aktueller österreichischer Literatur ist es Kinder- und Jugendliteratur, die Hartmaier privat gerne liest. Was macht ein gutes Kinder- oder Jugendbuch in seinen Augen aus? „Es nimmt die Sorgen der Kinder ernst und holt sie ab. Gute Kinderbuchautor*innen tun dies nicht von oben herab, sondern stets auf Augenhöhe der Jungen.“

Verlagsagentur Kurt Hartmaier Spaunstraße 62 4020 Linz

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– Selbstredend –

Das Glück des Chamäleons ES GEHT DARUM, EINEN DEUTSCHEN TEXT ZU SCHAFFEN, DER VERSUCHT, ALLE SPRACHLICHEN EIGENSCHAFTEN DES ORIGINALS MIT DEN MITTELN DER DEUTSCHEN SPRACHE NACHZUBAUEN, ERKLÄRT DIE ÜBERSETZERIN ELISABETH EDL IHR IDEAL Interview: Erich Klein Fotos: D. P. Gruffot

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lisabeth Edl (Jg. 1956), aus der Südsteiermark stammende Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin, war nach ihrem Romanistik und Germanistikstudium in Graz von 1983 bis 1995 Lektorin für deutsche Sprache und Literatur in Frankreich, heute lebt sie in München. Für ihre Übersetzungen von Autoren wie Stendhal, Flaubert oder Patrick Modiano erhielt sie bedeutende Preise, seit 2009 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erschien im Hanser Verlag ihre Übersetzung von Flauberts „Lehrjahren der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend“.

Frau Edl, wie schaut der Arbeitstag einer Übersetzerin aus? Elisabeth Edl – Ich setze mich um zehn oder elf an meinen Schreibtisch, lese die Passagen vom Vortag noch einmal durch, gelegentlich beginne ich dann auch zu korrigieren. Üblicherweise sind das Stellen, mit denen ich am Vortag unzufrieden war, etwas hingeschrieben und gedacht habe, vielleicht klappt es morgen besser. Dabei kommt es zu vielen Unterbrechungen, etwa durch Recherchearbeit, Bücher haben ja auch sehr viel Hintergrund. Das mache ich parallel zum Übersetzen, notiere Ideen und Zitate

„Wenn ich mich in ein Buch einarbeite, arbeite ich mich in den Autor ein: Ich lese alles, was es um ihn und das Buch gibt“ Elisabeth Edl

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ich zwischendurch den ganzen Text noch einmal lese. Die erste deutsche Fassung, an der ich sehr lang herumbastle, ist dann nach meiner Vorstellung schon sehr gut. Das ist kein Scheiterhaufen aus lauter Bruchstücken, im Großen und Ganzen ist die Übersetzung schon ziemlich weit gediehen. An Flauberts „Lehrjahren der Männlichkeit“ haben Sie acht Jahre lang gearbeitet. Wie viel übersetzen Sie im Durchschnitt pro Tag? Edl – Was am Ende eines Tages herausschaut, ist sehr unterschiedlich, ein, zwei Seiten, aber auch nur ein Absatz oder ein einziger Satz. Es hängt von der jeweiligen Stelle und der Inspiration an diesem Tag ab, aber auch davon, wie lange ich mich mit einem Satz abmühe. Die Ausbeute kann sehr klein sein. So kam einmal mein Mann von der Arbeit nach Hause, schaute mir über die Schulter auf den Bildschirm und sagte: „Sehe ich richtig, du hast seit gestern einen Satz geschafft?“ (lacht) Es war tatsächlich so – mehr war einfach nicht herausgekommen. Wann haben Sie das Buch zum ersten Mal in die Hand bekommen? Edl – Vermutlich während meiner Studienzeit, als ich ein Jahr in Frankreich an einem Gymnasium gearbeitet und wirklich viel gelesen habe, all die Dinge, die im Studium nur angerissen worden sind.

„Ich beginne mit einer bestimmten Melodie und einem bestimmten Rhythmus im Kopf“

für das spätere Nachwort, auch Anmerkungen entstehen schon während der Übersetzungsarbeit. Was das Übersetzen selbst betrifft: Alle Übersetzer arbeiten auf unterschiedliche Weise. Manche machen schnell eine Rohübersetzung, die dann überarbeitet wird, aber das kann ich nicht. Ich arbeite sehr langsam an meiner ersten Fassung, was aber auch heißt, dass ich meinen Grundlagentext sehr gut kenne. Den französischen Text habe ich schon so genau gelesen, dass ich ihn ganz im Kopf habe. Bei langen Texten wie „L’Éducation sentimentale“, an denen man jahrelang übersetzt, passiert es auch, dass

Wie kamen Sie dazu, Französisch zu studieren? Edl – Ich bin in Leibniz in der Südsteiermark aufgewachsen und komme aus einem einfachen Elternhaus, einer Familie aus Bauern und Handwerkern. In der Familie wurde viel von früher erzählt, aber dass ich schon als Kind sehr viel gelesen habe, ist ein Verdienst meiner Volksschullehrerin, einer ziemlich rabiaten Person mit einer liebvollen Seite: Wer gut vorlas, bekam Bücher geschenkt. Wichtig war die Stadtbibliothek, als Kind habe ich Karl May rauf und runter gelesen. Mit Mädchenbüchern konnte ich nichts anfangen, sie waren mir zu langweilig. Möglicherweise ein kleines Problem, denn nun habe ich sehr viel mehr Männer als Frauen übersetzt. Die Entscheidung für das Studium war eigentlich eine für Literatur. Ich wollte Germanistik studieren und zögerte – aus Sicherheitsgründen machte ich das Lehramt, ohne jemals Lehrerin werden zu wollen. Meine Eltern stammten aus der Vojvodina und sprachen ihren donauschwäbischen Dialekt, der sich allmählich mit dem Steirischen vermischte, doch es war immer klar, dass sie nicht aus der Steiermark stammten. Über die verlorene Heimat, wie das damals genannt wurde, sprachen sie oft, möglich, dass auch das mitgespielt

hat, als ich mich am Gymnasium als zweite Fremdsprache für Französisch entschied. Es gab Englisch, Italienisch, Französisch und Serbokroatisch zur Auswahl, Leibniz liegt ja nur einige Kilometer von der Grenze zu Slowenien, damals Jugoslawien, entfernt. Frankreich war weit weg, vermutlich zog mich auch die Exotik an. Ich hatte mit fünfzehn, als ich noch kein Französisch konnte, Autoren wie Camus gelesen; die deutschen Ausgaben der „Pest“ und vom „Fremden“ besitze ich noch immer. Selber schreiben wollten Sie nie? Edl – Nein, Fiktionales zu schreiben, diese Versuchung gab es nicht. Schreiben bedeutet für mich eher literaturwissenschaftliches Schreiben. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich dem gegenüber, was ich selbst mache, sehr kritisch bin. Beim Übersetzen habe ich stets mit den allerbesten Texten zu tun. Das Gefühl, selbst vielleicht nur Drittklassiges zu schreiben, hält mich davon ab. Wie kam es zur Neuübersetzung von Flaubert, von dem es unzählige Übersetzungen gibt? Edl – Ich begann mit Neuübersetzungen Ende der 1990er-Jahre, mit Julien Green, der bis 1998 lebte und schrieb. Anlässlich seines hundertsten Geburtstages bekam ich vom Hanser-Verlag das Angebot, „Adrienne Mesurat“ neu zu übersetzen. Damals verglich ich die beiden alten Übersetzungen miteinander und achtete besonders darauf, worin genau sie sich unterschieden. Dabei wurde mir klar, wie sehr Übersetzungen an ihre Zeit und den literarischen Hintergrund gebunden sind, in der und vor dem sie entstehen. Im konkreten Fall stellte sich die Übersetzung aus den 1920er-Jahren überraschenderweise als viel moderner heraus als jene aus den 1950erJahren. Warum immer Neuübersetzungen? Weil man es anders machen will? Edl – Es geht mir nicht darum, etwas anders zu machen, sondern es besser zu machen; man hat eine vielleicht diffuse Vorstellung, wie ein Buch im Deutschen klingen müsste. Mit einer bestimmten Melodie und einem bestimmten Rhythmus im Kopf beginne ich, ältere Übersetzungen anzuschauen, und sage mir dann: Ja, das würde ich auch so machen, oder nein, das mache ich ganz anders. Ich habe mit Stendhal ungefähr zehn Jahre verbracht, „Rot und Schwarz“ und „Die Kartause von Parma“ übersetzt, und wäre durchaus bereit gewesen, mit Stendhal weiterere Jahre zu verbringen, weil ich den Kerl unglaublich schätze. Schließlich war es dann doch genug – es ist nicht gut, sich nur in einen »

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Autor zu verbeißen, man wird kuri­ os. So habe ich selbst Flauberts „Madame Bo­ vary“ vorgeschlagen, der Verlag war begeis­ tert und sagte, das machen wir. Ich möchte auch nicht von einem Autor zum nächsten springen und nur ein Buch übersetzen. Warum nicht? Edl – Aus Gründen der Arbeitsökonomie. Wenn ich mich in ein Buch einarbeite, arbeite ich mich in den ganzen Autor ein: Ich lese sei­ ne Korrespondenz, alles, was es um das Buch gibt, nach Möglichkeit auch Sekundärlitera­ tur. Sich in einen Autor derart einzuarbeiten lohnt sich nicht, wenn man nur ein einziges Buch übersetzt.

Schule, Erziehung, für „sentimentale“ – Herz, Empfindung und Gefühl. Aus diesen Elemen­ ten wurden die Titel gebastelt, mit allen war ich unzufrieden. „Erziehung des Gefühls“ oder „Erziehung der Gefühle“, der Titel, der sich in den letzten Jahren durchgesetzt hatte, trifft die Sache am allerwenigsten. Mir ist es wichtig, den Aspekt der Ironie auch im deut­ schen Titel erkennbar zu machen. In endlo­ sen Diskussionen mit meinem langjährigen Lektor kamen wir auf „Lehrjahre der Männ­ lichkeit“. Es gibt diesen Titel für ein Kapitel von Friedrich Schlegels „Lucinde“, also auch einen literarischen Hintergrund, eine literari­

es einen Strang, der bis zum „Roman noir“ führt. Liest man Flauberts Briefe, entdeckt man auch seinen Humor: Er warf einen bö­ sen Blick auf all seine Mitmenschen, nahm aber auch sich selbst ständig auf die Schippe. Haben Sie in acht Jahren Übersetzen an den „Lehrjahren“ nie gedacht: Flaubert – c’est moi? Edl – Nein, Flaubert – c’est Flaubert! (lacht) Meist bin ich mit ihm glücklich, auch wenn ich gerade am Anfang des Übersetzens häufig fluche, mich plage und denke, das schaffe ich nicht. Nach einem Monat kommt das Gefühl, drinnen zu sein, was natürlich noch immer

Ihre Lieblingsbücher von Flaubert? Edl – „Madame Bovary“, „L’Éducation sen­ timentale“ und die „Trois Contes“. In dieser Reihenfolge sollten die Übersetzungen ur­ sprünglich auch erscheinen. Madame Bovary ist keine besonders sympathi­ sche Figur … Edl – Eine absolut fürchterliche Person! Ich glaube, es war Vargas Llosa, der gesagt hat, ich will mein ganzes Leben in Madame Bo­ vary verliebt sein. Dazu kann ich nur sagen: Armer Narr! (lacht) Grauenhaft, eine egoisti­ sche Zicke! Ich mag ihren Mann Charles, der auch unglaublich einnehmende Seiten hat, nicht nur ein Dummkopf und Blödmann ist. Emma ist eine schauerliche, aber auch inte­ ressante Figur, und keine, die man irgendwie lieb gewinnen könnte. Die besten Romane sind die, in denen es viele schauerliche Figu­ ren gibt, die lieben Figuren sind immer die uninteressanten. (lacht) Nach „Verbrechen und Strafe“ anstelle von „Schuld und Sühne“ wurde es zur Mode, für eine Neuübersetzung immer eine neue Über­ schrift zu erfinden. Auch der Titel „Lehrjahre der Männlichkeit“ überrascht … Edl – Ich war bisher immer glücklich, mich um diese Frage nicht kümmern zu müssen. Es stimmt, dass man nach dem neuen Titel anstelle von „Schuld und Sühne“ begann, auf Teufel komm raus neue Titel zu erfinden. Im Fall von „Rot und Schwarz“ schlug ein Ver­ lagsmitarbeiter „Das Rot und das Schwarz“ vor, das war reiner Unfug! Bei der „Éduca­ tion“ war aber von Anfang an klar, dass es ein Titelproblem gibt. Keine der bisherigen Übersetzungen trifft die Sache wirklich. Es gibt zehn Übersetzungen des Buches und sieben verschiedene Titel mit drei Varianten für „‚Éducation“ und drei für „sentimentale“, die man in verschiedenen Kombinationen wiederfindet. Für „Éducation“ – Lehrjahre,

„Ich möchte keine Übersetzerin sein, die man erkennt. Das Schöne am Übersetzen ist das Rollenspiel, das Maskenspiel“ Elisabeth Edl

sche Absicherung. Es handelt sich nicht um einen modernistischen, sondern um einen alten romantischen Titel. Während das Buch selbst ganz und gar un­ romantisch, sondern ziemlich böse ist … Edl – Ja. Doch Flaubert hatte auch eine sehr romantische Seite, mit der er ein Leben lang kämpfte. Als junger Mann war er ein Bewun­ derer des „Werther“, las überhaupt sehr viel Goethe. Er kommt aus der romantischen Tradition, und in der Romantik steckt ja auch sehr viel Ironie. Man darf die Romantik nicht mit dem verwechseln, was landläufig unter dem Wort verstanden wird, auch gibt

nicht heißt, dass man sich nicht an manchen Stellen die Zähne ausbeißt. Flaubert schreit seine Sätze laut heraus, um sie auf ihre Qualität zu überprüfen … Edl – Das ist eine Art bauchrednerischer Ar­ beit, laut vor sich hinzulesen, um Klang und Rhythmus eines Satzes zu überprüfen. Dass Flaubert am Fenster seines Arbeitszimmers stand und seinen Text hinausbrüllte, war eine Verrücktheit. Er meinte, jeder Satz müsse ei­ nen Brülltest bestehen. Liest man Flaubert auf Französisch, merkt man plötzlich: Schon wieder ein Alexandriner, wobei er nicht ab­ sichtlich im Versmaß des Alexandriners

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Kontinent Kinderbuch schrieb, er wollte nur bestimmte Rhythmen, und auf diese Weise wurden seine Sätze zu Versen. Seine Forderung an einen guten Roman oder Prosatext war, dass jeder Satz genauso gut durchgearbeitet sein muss wie ein Vers in einem Gedicht. Was an seinen Texten am meisten besticht, sind Knappheit, Präzision und vor allem Rhythmus. Beim Übersetzen verfällt man ganz unwillkürlich in diesen Rhythmus – man muss die Texte hören. Zu Flauberts Zeiten war es außerdem viel üblicher, dass Schriftsteller sich ihre Texte gegenseitig vorlasen und einen Abend lang einem Klang- und Rhythmustest unterzogen. Das ist uns heute ein bisschen verloren gegangen. Werden Sie Flaubert noch weiter übersetzen? Edl – Ich arbeite derzeit an den „Mémoires d’un fou“, den Memoiren eines Verrückten oder Irren, einem Jugendwerk, das er mit siebzehn geschrieben hat, und das im Tonfall eines abgeklärten, alten Mannes. Das Buch erscheint im Herbst als kleines Geburtstagsgeschenk – dann mache ich mit Flaubert Pause. Lyrik gilt oft als unübersetzbar. Heuer wird auch der 200. Geburtstag von Charles Baudelaire gefeiert. Würden Sie ihn übersetzen? Edl – Wenn ich mir zehn Gedichte aussuchen könnte – ja. Die „Fleurs du mal“ komplett zu übersetzen, würde ich nie machen. Aber im Fall einer Auswahl würde ich dreißig Sonette übersetzen, vielleicht fänden sich dann zehn, mit deren Übersetzung ich zufrieden bin. Ich habe schon eine ganze Menge Lyrik übersetzt: von Philippe Jaccottet und Frédéric Wandelère, einem französischsprachigen Schweizer. Lyrik mache ich aus alter Tradition zusammen mit Wolfgang Matz. Als wir in Frankreich lebten, brachten wir uns vierhändig, und nebeneinander am Schreibtisch sitzend, das Übersetzen bei. Von Jaccottet, einem großen Übersetzer aus dem Deutschen, stammt ein Ausspruch, den ich immer sehr schön fand: Für ihn wäre die beste Charakteristik eines guten Übersetzers, dass man ihn gar nicht wahrnimmt. Der Übersetzer verschwindet hinter seinem Autor. Ich möchte keine Übersetzerin sein, die man erkennt. Das Schöne am Übersetzen ist das Rollenspiel, das Maskenspiel, wie ein Chamäleon in die Haut eines anderen zu schlüpfen. Was wäre die ideale Übersetzung? Edl – Es muss am Ende ein deutscher Text herauskommen, der als deutscher Text funktioniert und mich überzeugt. Ich will aber auch die Grundlage dieser Übersetzung spüren. Eigentlich ist es eine verrückte Idee, aber ich frage mich: Wie hätte Flaubert geschrieben,

wenn er Deutsch geschrieben hätte, wie würde Modiano schreiben? Es geht darum, einen deutschen Text zu schaffen, der versucht, alle stilistischen und sprachlichen Eigenschaften des Originals mit den Mitteln der deutschen Sprache nachzubauen. Bei der Durchsicht der von Ihnen übersetzten Autoren hat mich „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupéry überrascht. War das eine Auftragsarbeit oder eine Herzensangelegenheit? Edl – „Der kleine Prinz“ war der erste literarische Text, den ich mit fünfzehn auf Französisch gelesen hatte – in einer Ausgabe, in der am unteren Rand Vokabeln erklärt wurden. Saint-Exupéry gehört zu den Autoren, die ich als Jugendliche las, bevor ich Französisch konnte: „Wind, Sand und Sterne“ oder auch „Nachtflug“. Ich habe „Der kleine Prinz“ immer gemocht und immer gern mit Kindern gelesen. Als der Rauch-Verlag anfragte, ob ich das übersetzen möchte, sagte ich sofort zu. Wie wichtig war Ihnen die Zeitgeschichte bei der Auswahl Ihrer Bücher? Edl – Meine Kindheit und Familie waren eine starke Prägung. Ich bin 1956 geboren, hatte eine Nachkriegskindheit. Es gibt Menschen, die sagen, es wurde nichts über die Zeit erzählt, doch bei uns war das Gegenteil der Fall. Auch aus dem Grund, weil meine Eltern mit achtzehn aus ihrer donauschwäbischen Heimat nach Russland deportiert wurden, dort drei bis vier Jahre im Arbeitslager steckten und glücklich wieder lebend herausgekommen waren. Ich hatte schon in der Schule großes Interesse an Geschichte, ein Fach, das ich studieren hätte können, diese deutsch-österreichische Geschichte, diesen Ballast, den wir mit uns herumschleppen. Das für mich wichtigste Buch, das ich übersetzt habe, ist das Tagebuch von Hélène Berr, einer französischen Jüdin, die Anfang der 1940er-Jahre in Paris lebt, von Tag zu Tag aufschreibt, was sie erlebt, und noch im letzten Augenblick 1944 deportiert und umgebracht wird. Es gibt kein Buch, an dem ich so hänge wie an diesem! Ich habe auch Françoise Frenkel übersetzt, die in Polen geboren worden war, in Berlin eine französische Buchhandlung führte und die Besatzungszeit versteckt in Nizza überlebte. Diese Lebensgeschichten haben nicht nur dokumentarischen, sondern auch großen literarischen Wert. Hélène Berr, die heuer im März einhundert geworden wäre, wurde mit vierundzwanzig ermordet. Wenn man das liest, muss man die ganze Zeit heulen – das Buch ist von so außergewöhnlicher literarischer Qualität, und man denkt ständig, was für ein Mensch und welche Fähigkeiten da ausgelöscht wurden! »

Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Frühlingserwachen light Es ist Mitte Jänner, draußen schneit es, und ich durchforste die Verlagsvorschauen. Frühlingsgefühle wollen sich aber nicht recht einstellen, von kinderliterarischer Aufbruchsstimmung ist auch nicht viel zu merken. Die meisten Verlage setzen, wer könnte es ihnen verdenken, auf bewährte Reihen und bekannte Namen. Das Unterhaltungssegment ist ebenso wie die Sachbuchproduktion weiterhin sehr präsent, das passt schon. Unterhaltung und faktenbasierte Wissensvermittlung können wir grade gut gebrauchen. Auf manche Titel bin ich aus unterschiedlichen Gründen besonders neugierig, unter den Österreicherinnen beispielsweise auf Astrid Nagls Debüt-Bilderbuch „Pippa und das Wolkenei“ mit Illustrationen von Judith Auer bei G&G oder Elisabeth Steinkellners „Esther und Salomon“ bei Tyrolia, ein Versroman über die erste Liebe. Es ist ja immer wieder spannend, wenn sie dann kommen, die Bücher, wenn ich unvermutete Perlen entdecke, den Texten vertrauter oder ganz unbekannter Autor*innen begegne. Bis April oder Mai dauert der Kinderbuchfrühling. Der Monat April hat seinen Namen übrigens aus dem Lateinischen, aperire, öffnen. Schön wär’s, wenn das schon ein bisserl früher passieren könnte.

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– Selbstredend –

» Dann hängt auch die Entscheidung, Simone Weil oder Patrick Modiano, den Nobelpreisträger von 2014, zu übersetzen, damit zusammen. Edl – Ganz sicher! Mein Interesse für Modiano hatte genau mit dem Wühlen in der Vergangenheit zu tun, mit dem Insistieren darauf, dass diese Leben nicht vergessen werden dürfen. Auch Modiano war ein Glücksfall für mich: Ein in Frankreich viel gelesener Autor, fast alle seine Bücher ins Deutsche übersetzt, aber ohne Leser. Suhrkamp wollte ihn nicht mehr verlegen, weil sich die Bücher nicht ver-

„Ich würde gern die Geschichte meiner Vorfahren in der Batschka beschreiben – nicht im Roman, sondern als Sachbuch“ Elisabeth Edl

kauften. In den 1990er-Jahren kam vom Hanser Verlag die Anfrage, ob ich ein Gutachten schreiben könnte, dann schlug man mir vor, ich sollte ihn übersetzen. Nichts lieber als das! Er ist ein konstanter Autor, von dem alle zwei, drei Jahre ein neues Buch kommt. Ich verstehe gar nicht, wenn jemand sagt, schon wieder die Wiederholung ein und derselben Geschichte. Ich kann nur antworten, lest einmal ältere Modianos und ihr werdet sehen: Welche Entwicklung! Diese ungefähr dreißig Bücher sind ein großes Mosaik, in dem noch viele Steinchen fehlen, eigentlich handelt es sich um ein großes Buch, das ständig ergänzt wird und sich vervollständigt.

Um noch einmal auf Ihre Familiengeschichte in der Batschka zurückzukommen: Würden Sie die nicht schreiben wollen? Edl – Ja, doch, aber nicht als Fiktion, sondern eher als Sachbuch, eine Geschichte dieser Dörfer und was aus diesen Familien geworden ist. Ich habe vor einigen Jahren mit einigen Cousins und meiner Schwester eine Reise in diese Gegend unternommen und sehr viel Material gesammelt. Was Herta Müller in der „Atemschaukel“ erzählt, etwas die Hungerszenen im Lager, diese Geschichten sind mir vertraut, weil ich sie von Kindheit an gehört habe. Vermutlich ist meine Generation auch die letzte, die diese Geschichten noch kennt. Die Geschichte der Vertreibung der Deutschen war lange Zeit tabuisiert. Edl – Man empfand die Vertreibung als Strafe für das, was Deutsche und Österreicher angerichtet hatten. Es gibt auch die Schwierigkeit, wie man an diese Geschichte herangeht. Man müsste eine Form finden – auch für das Schuldgefühl, das bleibt. Das ist nicht wegzukriegen, auch wenn es um Schicksale geht, wo vielleicht keine individuelle Schuld besteht. Trotzdem muss man immer den großen Kontext sehen, weshalb es auch eine Hemmschwelle gibt. Gleichzeitig hat man das Gefühl, dass etwas verloren geht, und in gewisser Weise ist es auch ein Unrecht, dass man diese Menschen vergisst. Ich glaube, das Erzählen dieser Geschichten hat auch meine Lust aufs Lesen stimuliert, sowohl erfundener als auch realer Geschichten. Kommen Sie noch zum Lesen, wenn Sie gerade nicht übersetzen? Edl – Ich lese vor allem am Abend, um nach der Arbeit den Arbeitstext aus dem Kopf zu kriegen: sehr viel deutschsprachige Literatur, Romane aus dem 19. Jahrhundert, die oft Begleitlektüre sind, um eine Sprache für meine Übersetzungen zu schaffen, aber auch Lyrik. Von den Neuerscheinungen habe ich in den letzten Monaten das „Heldinnenepos“ von Anne Weber gelesen, „Elbwärts“ von Thilo Krause, einem jungen deutschen Autor; mit großem Vergnügen „Stern 111“ von Lutz Seiler und das neue Buch von Norbert Gstrein, das demnächst erscheint. Im Französischen ist es ähnlich, ich lese, um mich auf dem Laufenden zu halten. Im Moment habe ich wieder eine Georges-Simenon-Phase, lese einen Simenon nach dem anderen, das macht Spaß. Ich habe auch ein Buch von Simenon übersetzt, keinen Krimi, sondern einen der „Roman durs“ – „Die grünen Fensterläden“.

Auswahl der Übersetzungen von Elisabeth Edl Patrick Modiano: Ein Stammbaum (2007) Die Mutter kommt 1942 nach Paris, um Schauspielerin zu werden, der Vater ist während der Okkupation in zwielichtige Geschäfte verwickelt, das 1945 geborene Kind wird ins Internat abgeschoben und hört mit dem Klauen auf, als es zu schreiben beginnt. Stendhal: Die Kartause von Parma (2007) Fabrizio del Dongo – hin und her gerissen zwischen zwei und mehreren Frauen – stolpert durch das Italien der napoleonischen Kriege. Familienstreitigkeiten, höfische Intrigen und Morde sind das Unterfutter des „hinreißendsten Buchs der Weltliteratur“ (Paul Valery). Patrick Modiano: Schlafende Erinnerungen (2018) Paris ist für mich übersät mit Gespenstern, heißt es am Anfang eines Puzzles über das Paris der frühen 1960er-Jahre, das vor allem von ominösen Frauen bevölkert wird: „Ich war lange überzeugt, richtig Begegnungen mache man nur auf der Straße.“ Eine lange Flucht zwischen Nacht und Morgengrauen … Gustave Flaubert: Madame Bovary (2012) Der Gründungsroman der Moderne wurde 1857 zum Skandal, die Justiz warf Flaubert „Unmoral“ vor. Der Grund: Die Ehe mit dem Landarzt Charles bietet Emma Bovary nur Langeweile, eine Fahrt in der Kutsche gereicht zu größerer Leidenschaft, auf den Ehebruch folgt der Untergang. Gustave Flaubert: Lehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend (2020) Frédéric Moreau, achtzehn, verliebt sich in Madame Arnoux, die mit einem Kunsthändler verheiratet ist. Der angehende Jurist, der vielleicht doch lieber Künstler werden will, „leidet an den Nerven“, erbt, geht etliche Verbindungen ein, zeugt ein Kind, am Ende war alles nichts. Wie kein anderer karikiert Flaubert die bürgerliche Gesellschaft Frankreichs vor und nach der Revolution von 1848. Kafka schätzte den Roman mehr als jeden anderen, Sartre nannte den Protagonisten „jämmerlich“, Bourdieu erklärte am Beispiel der „Lehrjahre“ die Regeln der Kunst.

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

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„In den sechs Tagen nach Maria Himmelfahrt wurden mehr als 35 Prozent mehr Bücher geordert als in den vergangenen Jahren im gleichen Zeitraum“

Alles geplant – und dann überwältigt Mohr-Morawa-Vertriebsleiter Peter Kargl über ein Weihnachtsgeschäft, das jede Planung über den Haufen geworfen hat Text: Peter Kargl

I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : R E I N H A R D O E H N E R

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etztes Jahr waren wir bestens vorbereitet! Wir haben bereits im September begonnen, unsere Bevorratung für das kommende Weihnachtsgeschäft ausreichend zu dimensionieren. Diesmal haben wir auch den Long-Tail-Titeln besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die guten Zahlen bei unseren Titelrückständen würden wir bestimmt auch im Weihnachtsgeschäft halten können. Alle Remissionen sind taggleich aufgearbeitet – keine einzige Palette steht mehr im Wareneingang! Unsere Lagermitarbeiter*innen sind trotz Pandemie alle gesund und voller Tatendrang! Das Weihnachtsgeschäft kann kommen! Voller Zuversicht haben wir einander am 7. Dezember bei unserem wöchentlichen Jour fixe einen schönen Feiertag gewünscht und waren stolz, mit all unseren gesetzten Maßnahmen für ein gutes Gelingen im Weihnachtsgeschäft gerüstet zu sein.

Dann kam der 9. Dezember und das Auftragsvolumen überstieg unsere kühnsten Erwartungen – in den sechs Tagen nach Maria Himmelfahrt wurden mehr als 35 Prozent mehr Bücher geordert als im gleichen Zeitraum in den vergangenen Jahren. Das Auftragsvolumen in diesen Tagen war um das Eineinhalbfache höher als im ganzen Monat Mai. Die Sendungen wurden aufgrund der vielen Kundenbestellungen noch kleinteiliger als sonst. Die Situation aufgrund der Rahmenbedingungen bei Sicherheit und Hygiene zusätzlich erschwert. Kurzfristig haben wir uns entschlossen, außerplanmäßige Schichten einzulegen und zusätzlich Personal einzustellen. Unsere Bemühungen galten einer weiterhin aufrechten Lieferkette – diese durfte keinesfalls abreißen! Als großes Nadelöhr hat sich die zeitaufwendige Etikettierung der Bücher herausgestellt – und hier haben wir rasche

Unterstützung seitens der betroffenen Buchhändler*innen bekommen, die für einige Tage auf das Aufkleben der Etiketten verzichtet und sich mit beigelegten Etiketten begnügt haben. Herzlichen Dank für Ihr Entgegenkommen! Auch unsere Logistikpartner konnten kurzfristig ausreichend Ressourcen bereitstellen und so flexibel auf die neue Situation reagieren. Leider haben wir es dann doch nicht ganz geschafft, die großen Mengen taggleich an die Buchhandlungen zu liefern. In Wien ist uns das gelungen, in den anderen Bundesländern gab es bis zu zwei Tage Verspätung. Soweit es uns möglich war, haben wir versucht, wichtige Kundenbestellungen vorrangig zu bearbeiten. Für uns ist diese – wahrscheinlich einmalige – Situation für die folgenden Jahre noch weiterer Ansporn, die Vorbereitung für das Weihnachtsgeschäft noch genauer zu planen und alle Möglichkeiten in diese Planung miteinzubeziehen. Vor allem aber hat es uns gezeigt, dass selbst die Corona-Pandemie und mehrmalige Lockdowns der Buchnachfrage nicht schaden – und dass der Zusammenhalt unserer Branche nach wie vor vorbildlich ist!

Peter Kargl ist Geschäftsleiter für Vertrieb bei Mohr Morawa

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– Buchtermine –

Veranstaltungen Februar 2021 MONTAG, 1. 2.

AutorInnen Lexikon: Georg Trakl (Österr. Gesellschaft für Literatur: www.ogl.at/programm, 18:00) Texte.Teilen: Lena Johanna Hödl, David Bröderbauer, Martin Pechl (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, www.alte-schmiede.at/programm, 19:00) DIENSTAG, 2. 2.

Gedenklesung für Ruth Klüger (Literaturhaus Wien, www.literaturhaus.at, 19:00) Toni Distelberger: Liebende im Mostviertel. Die gefundene Geschichte (Thalia Buchhandlung 1060, www. thalia.at/veranstaltungen, 20:30)

Zu Redaktionsschluss wurden alle Kulturveranstaltungen im Februar abgesagt. Wir haben uns bemüht, jene abzubilden, die voraussichtlich online stattfinden werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis

MONTAG, 15. 2.:

Margit Schreiner: Vater. Mutter.Kind. Kriegserklärung. Über das Private (Österr. Gesellschaft für Literatur, www.ogl.at/programm, 18:00) DIENSTAG, 16. 2.:

Johannes Huber: Das Gesetz des Ausgleichs. Warum es guten Menschen besser geht (Thalia Buchhandlung 1060, www.thalia.at/veranstaltungen, 19:00) MITTWOCH, 17. 2.:

Carolina Schutti: Der Himmel ist ein kleiner Kreis (Österr. Gesellschaft für Literatur, www.ogl.at/programm, 18:00)

MITTWOCH, 3. 2.

Ludwig Laher: Schauplatzwunden. Über zwölf ungewollt verknüpfte Leben (Literaturhaus Graz, www.literaturhaus-graz.at/programm, 19:00) Clemens Berger: Der Präsident (Literaturhaus Salzburg, www.literaturhaus-salzburg.at, 19:30)

DONNERSTAG, 18. 2.:

DONNERSTAG, 4. 2.:

FREITAG, 19. 2.:

Franzobel: „Die Eroberung Amerikas“ (Literaturhaus Graz, www.literaturhaus-graz.at/programm, 19:00) Mircea Lacatus Die geheime Geometrie der Seele/Samuel Mago Bernsteyn und Rose (Literaturhaus Wien, www.literaturhaus.at, 19:00) Anton Pelinka: Die Sozialdemokratie. Ab ins Museum? (Thalia Buchhandlung 1060, www.thalia.at/veranstaltungen, 19:00)

Omar Khir Alanam: Sisi, Sex und Semmelknödel – Ein Araber ergründet die österreichische Seele (Thalia Buchhandlung 1060, www.thalia.at/veranstaltungen, 19:00)

Carolina Schutti stellt ihren neuen Roman „Der Himmel ist ein kleiner Kreis“ (Droschl) am 19. 2. vor

Carolina Schutti. Der Himmel ist ein kleiner Kreis (Literaturhaus am Inn, www.literaturhaus-am-inn.at/veranstaltungen, 19:00) Sandra Gugić, Mieze Medusa & Karin Peschka: Hurra, wir leben! (Literaturhaus Salzburg, www.literaturhaus-salzburg.at, 19:30)

MONTAG, 8. 2.:

station. Heilung oder wirtschaftlicher Niedergang (Thalia Buchhandlung 1060, www.thalia.at/veranstaltungen, 19:00) Volha Hapeyeva: Camel Travel (Literaturhaus Salzburg, www.literaturhaus-salzburg.at, 19:30)

Monika Helfer: Vati (Literaturhaus Graz, www.literaturhaus-graz.at/programm, 19:00)

DONNERSTAG, 11. 2.:

DONNERSTAG, 25. 2.:

Volha Hapeyeva Camel Travel (Literaturhaus am Inn, www.literaturhaus-am-inn.at/veranstaltungen, 19:00) Monika Helfer: Vati (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, www.alte-schmiede.at/programm, 19:00)

Felix Kucher: Sie haben mich nicht gekriegt (Österr. Gesellschaft für Literatur, www.ogl.at/programm, 18:00) Barbara Frischmuth: Unruhe bewahren – Teil 1 (Literaturhaus Graz, www.literaturhaus-graz.at, 19:00) Norbert Gstrein: Der zweite Jakob (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, www.alte-schmiede.at/programm, 19:00)

DIENSTAG, 9. 2.:

Barbara Rieger: Reigen Reloaded (Österr. Gesellschaft für Literatur, www.ogl.at/programm, 18:00) Zsófia Bán: Weiter atmen (Alte Schmiede – Literarisches Quartier, www.alte-schmiede.at, 19:00)

FREITAG, 12. 2.: MITTWOCH, 10. 2.:

Rahim Taghizadegan: Europa auf der Intensiv-

Norbert Gstrein: Der zweite Jakob (Literaturhaus Salzburg, www.literaturhaus-salzburg.at, 19:30)

DIENSTAG, 23. 2.:

Mieze Medusa: Du bist dran (Literaturhaus Graz, www.literaturhaus-graz.at, 19:00)

Branchentermine 2021: 29. 6.–1. 7.: London Book Fair

31. 1.–28. 2.:

ENDE MÄRZ BIS MITTE MAI:

Ausschreibung Schönste Bücher Österreichs

Ausschreibung Österreichischer Buchpreis

31. 1.– 28. 2.:

23. 4.: Welttag des Buches

Ausschreibung Österreichischer Buchhandlungspreis

27.–30. 5.: Leipziger Buchmesse

28. 2.–31. 3.:

14.–17. 6.:

Ausschreibung Leo-Perutz-Preis

Kinderbuchmesse Bologna

10.–14. 11.: Buch Wien

18. 3.:

16.–20. 6.:

Österreichischer Vorlesetag

45. Tage der deutschsprachigen Literatur

21. 11.: Verleihung des Ehrenpreises für Toleranz in Denken und Handeln

20.–24. 10.: Frankfurter Buchmesse

8. 11.: Verleihung Österreichischer Buchpreis

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7. 11.: Großer Vorlesetag

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