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Anzeiger 2/19

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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Heimische Identität

Die neuen Kinderbücher

Poesie und Gesellschaft

Kulturminister Gernot Blümel spricht über Buchmessen, Urheberrecht­und E-Publikationen

Das Frühlingsprogramm bietet spannende­n Lesestoff und ­herausfordernde Themen

Maria Stepanova im Gespräch: Warum wir uns in einem Bürgerkrieg der Erinnerungen befinden

Danke für Platz 2 der Bestsellerliste

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ISBN 978-3-8392-2414-4 · € 15,50

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n e r e i l u t a r g Wir

er m a r K d ar g m r I zum

vic © Darko Todoro

Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2019

Irmgard Kramer 17 Erkenntnisse über Leander Blum ISBN 978-3-7855-8911-3 € 18,50

sen ! Das will ich le


Mit Freude in den Frühling – 154. Jahrgang –

„Das Thema Umweltschutz ist in der Buchbranche traditionell sehr wichtig“ Nina Stögmüller

Benedikt Föger

Mein Geburtstag

Lesen.Schreiben.Malen.Wünschen

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ie Leipziger Buchmesse ist immer ein Zeichen dafür, dass der Bücherfrühling in vollem Schwung ist, die Frühjahrstitel erschienen sind und Branchenthemen heiß diskutiert werden.

Eines davon ist derzeit das Einschweißen von Büchern und die Vor- und Nachteile davon. Das Thema Umweltschutz ist in der Buchbranche traditionell sehr wichtig. Immer mehr Verlage lassen die Plastikfolierung ihrer Bücher weg (s. auch S. 6). Ein Trend, den wir nur begrüßen können. Daher freut es mich besonders, dass nun auch der anzeiger ohne Folie verschickt wird. Auch beim Papier setzen wir auf sozial und umweltverträglich bewirtschaftete Wälder.

Happy birthday to me! Egal, ob Sie dieses Buch geschenkt bekommen oder sich selbst schenken, von nun an ist es Ihr persönliches Geburtstagsbuch. Und damit gibt es einiges anzufangen! Die Leserinnen und Leser erfahren Informatives zur Geschichte des Geburstags und können Abenteuer im Kopf und mit dem Herz erleben. Nina Stögmüllers Märchen begleiten sie dabei und laden zum Wohlfühlen, Nachdenken und Träumen ein. „Mein Geburtstag“ ist DAS Geschenkbuch für Erwachsene. 160 Seiten, ISBN 978-3-7025-0930-9, € 19,95 mit Ausmal-Illustrationen von Nicoletta Edwards

Die Umsatzzuwächse des Kinderbuchs sind nicht nur erfreulich, sie ziehen sich auch durch das gesamte Heft: In „Kurz gesagt“ (S. 5) haben wir vier Meinungen aus der Branche dazu versammelt. Im „Schwerpunkt“ (ab S. 18) werden die aktuellen Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuch vorgestellt. Und Kolumnistin Karin Haller wirft einen Blick auf einen neuen Trend: Starke Frauenfiguren für Mädchen aufbereitet (S.35). Für „Essenziell“ konnten wir diesmal Bundesminister Gernot Blümel für ein Gespräch gewinnen. Er gibt Einblick in seine Meinungen zur gesenkten Mehrwertsteuer auf E-Books, zu Buchmessen und zur Buchpreisbindung (ab S. 14).

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

Folgende HVB-Mitglieder wurden diesmal porträtiert: Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl vom Folio Verlag, der heuer seinen 25. Geburtstag feiert. Außerdem werden die Geschäftsführerin des Böhlau-Verlags, Carola Müller, und Andreas Unterweger vom Literaturverein manuskripte vorgestellt (ab S. 28). Die russische Dichterin Maria Stepanova hat ihren ersten Roman vorgelegt. Im Gespräch mit dem anzeiger spricht sie über die Bedeutung von Lyrik und Erinnerungen (ab S. 32). Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Frühjahr mit spannenden neuen Autorinnen und Autoren, angeregten Diskussionen und vor allem guten Geschäften.

Benedikt Föger

Reinhard Kriechbaum

Heringsschmaus und Kreuzlstecken Geschichten und Bräuche rund um Ostern

Bräuche erleben gerade in unserer postreligiösen Konsumgesellschaft eine Renaissance. Altes wird liebevoll weitergeführt oder „auferweckt“, an neue Lebensformen und veränderte Denkweisen angepasst. Ob mit „Himmelbrotschutzen“, „Oaradln“, „Pschuurirolli“ oder „Liabstattln“: Eine vergnügliche Erkundungstour durch die Welt der Osterbräuche in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Weitere Brauchtümsbücher im handlichen Geschenkformat: Borstenvieh und Donauwalzer (Silvester), Tannenbaum und Bohnenkönig (Weihnachten). 264 Seiten, ISBN 978-3-7025-0922-4, € 19,95 eBook: 978-3-7025-8057-5

HVB-Präsident

Lesen Sie uns kennen. anzeiger / 3

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– Inhalt –

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Die Tyrolia Buchhandlung in Innsbruck feiert 100. Geburtstag

Schwerpunkt Kinder- und Jugendbuch im Frühling: Die neuen Titel

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Minister Gernot Blümel im Gespräch über die Bedeutung der Buchbranche

Schriftstellerin Maria Stepanova sprach mit dem anzeiger über die Aufgaben von Lyrik

IMPRESSUM

KURZ GESAGT

HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

Herausgeber: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at Geschäftsführung: Gustav Soucek Projektleitung: Cordula Tippel, DW 29, tippel@hvb.at Aboverwaltung: Doris Klinda, DW 14, klinda@hvb.at

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28

Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl Folio Verlag Andreas Unterweger Literaturverein manuskripte Carola Müller Böhlau Verlag

WISSENSWERT

6

Kurzmeldungen mit: Tyrolia, Indiebookday, Mohr Morawa, Morawa

ESSENZIELL

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Gernot Blümel Sicherstellung der heimischen Identität

SELBSTREDEND

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Maria Stepanova Im Gespräch mit Erich Klein

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Kontinent Kinderbuch „Mädchensache“ von Karin Haller

SCHWERPUNKT KURZ VOR SCHLUSS

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Kinder- und Jugendbuch Fleischfressende Pflanze an Stechmücke

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Gastkommentar Lisa Schöttel über neue Möglichkeiten­der Branche

KLASSIKER

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Neu entdeckt Anton Kuh

STANDARDS TITELSCHUTZ  12 MONATSBESTSELLER  24 MONATSBESTENLISTEN  26 BUCHTERMINE  38

F O T O S : T Y R O L I A , N I N I S A P G L , A N D Y W E N Z E L / B K A , C H R I S T O P H E R M AV R I C

Medieninhaber, Konzept, Redaktion und Produktion: Falter Verlags­gesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at  Chefredaktion: Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 Geschäftsführung: Siegmar Schlager  Anzeigenleitung: Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at  Die Offenlegung gem. § 25 Medien­gesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar Herstellung: Wograndl Druck GmbH, Mattersburg

Gewinnbringend Umsatzplus beim Kinderbuch

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– Kurz gesagt –

Gewinnbringend 2018 WAR DER ZUWACHS BEIM KINDER- UND JUGENDBUCH IN ÖSTERREICH BEACHTLICH. WIE SIEHT DAS BEI DEN VERLAGEN UND IM HANDEL AUS?

Michael Kratochvil, Geschäftsführer der Buchhandlung Kuppitsch

Sie werden immer schöner Wir beobachten in der Buchhandlung, dass Kinderbücher immer schöner werden. Speziell im Sachbuchbereich gibt es echte Prunkstücke, oft in großem Format, wunderbar bebildert und mit außergewöhnlichen Grafiken. Für solche besonderen Bücher sind Kundinnen und Kunden auch bereit, mehr Geld auszugeben. Sie wollen ihren Kindern Wissen auf eine Art näherbringen, die auch den Eltern Spaß macht. Bestseller wie „Good Night Stories for Rebel Girls“, noch dazu in zwei Teilen, lassen erahnen, woher die guten Umsätze beim Kinderbuch kommen.

F O T O S : C . M A V R I C , M A R T I N VA N D O R Y, B E I G E S T E L L T

„Speziell im Sachbuchbereich gibt es echte Prunkstücke, oft in großem Format und wunderbar bebildert“

Gestiegene Preise bringen Umsatzplus Ein wesentlicher Grund für den Umsatzzuwachs im Kinder- und Jugendbuch ist aus unserer Sicht, dass die Verlage im deutschsprachigen Raum die Verkaufspreise kontinuierlich gesteigert haben. Was längst überfällig war. Auch wenn die Konkurrenz um die Freizeitminuten der Kinder groß ist, hat das Buch immer noch seinen fixen Stellenwert. Dieser Georg wäre auch in den Printmedien wün­Buchroithner, schenswert. Leider wird mit wenigen Geschäftsführer Ausnahmen den Kinder- und Jugenddes Obelisk Verlags buchbesprechungen in Zeitschriften immer weniger Platz eingeräumt. Umso erfreulicher ist die starke Präsenz von Bloggern, die gerade beim Jugendbuch von großer Bedeutung für die Kaufentscheidung sind.

Hildegard Gärtner, Geschäftsführerin Verlag Jungbrunnen

Mehr Bewusstsein durch Leseförderung Unsere Umsatzsteigerungen lagen in Österreich unter den in der Statistik angegebenen Prozentzahlen. Ich glaube auch nicht, dass die Umsatzzuwächse auf ein gesteigertes Interesse an Kinder- und Jugendbüchern zurückzuführen sind. Eher ist durch die Diskussion über Leseentwicklung und Leseförderung etwas mehr Bewusstsein dafür entstanden, dass die Lesefertigkeit Bedingung für die positive Entwicklung verschiedener anderer Fähigkeiten ist. Dazu gab es Berichte­ und Stellungnahmen in verschiedenen Medien. Abgesehen davon spielt das Kinderund Jugendbuch in der Kulturberichterstattung nach wie vor eine geringe Rolle.

„Ich glaube nicht, dass die Umsatzzuwächse auf ein gesteigertes Interesse an Kinderbüchern zurückzuführen sind“

Ursula Hanisch, Geschäftsführerin der ÖBV Buchhandlung

Kinderbuchklassiker sind zurück Mit dem im Nachlass entdeckten „Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ von Otfried Preußler startete im letzten Jahr auch in der ÖBV Buchhandlung ein Trend zum Kinderbuchklassiker! Auch Michael Endes Fragment vom Raubritter Raubein stillt die Sehnsüchte der abenteuerlustigen Kinder von heute. Viele Eltern sind bemüht, ihren Kindern Bücher näherzubringen und auch in der digitalen Welt den Wert des Buches zu vermitteln. Als Buchhändler freuen wir uns über den Trend und bemühen uns, mit Lesungen und Veranstaltungen auch in Schulen den Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen zu vermitteln.

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– Wissenswert –

Letzte Chance

Goldenes Buch für Adele Neuhauser

Noch bis 28. Februar einreichen Die Ausschreibungen für die Wettbewerbe „Die schönsten Bücher Österreichs“ und „Österreichischer Buchhandlungspreis“ laufen noch bis zum 28. Februar. Beide Auszeichnungen werden vom Hauptverband­ (HVB) sowie dem Bundeskanzleramt der Republik Österreich gestiftet. Alle Informationen und die Anmeldeunterlagen finden­Sie online auf der Website schoenstebuecher.at sowie unter oesterreichischer-buchhandlungspreis.at.

Ausgezeichnet: Neuhausers Autobiografie

Grund zu feiern! Schauspielerin Adele Neuhauser wurde für ihre Autobiografie „Ich war mein größter Feind“ (Brandstätter Verlag) vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) mit dem Goldenen Buch ausgezeichnet. HVB-Präsident Benedikt Föger verlieh die Auszeichnung für über 15.000 verkaufte Exemplare ihrer Lebensgeschichte innerhalb eines Jahres seit dem Erscheinungstermin. Die Freude war groß und die Verleihung das perfekte Geschenk – Neuhauser feierte am selben Tag ihren 65. Geburtstag.

Presseabend der Privatverlage Das alljährliche Zusammentreffen mit der Presse

Alexander Potyka bei der Begrüßung

Jury-Entscheidung

Neu formiert

Die Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 steht – mit dabei sind auch die österreichische Literaturkritikerin Daniela Strigl und Buchhändlerin Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher). Für Hartlieb ist diese Aufgabe „eine große Ehre und Verantwortung“. Sie will „eine Stimme der Buchändlerinnen und Buchhändler“ sein und ein Buch auswählen, das neben einer tollen Sprache auch eine fesselnde Geschichte bietet. „Kurzum, ein Buch, das außergewöhnlich ist und sich trotzdem für eine breite Leserinnen-­und Leserschicht eignet.“ Was ihr bei der Auswahl wichtig ist? „Auch wenn es immer wieder verleugnet wird, gibt es nach wie vor eine Diskrepanz­in der Rezeption von Literatur von Frauen und Männern. Darauf möchte ich in meiner­Jurytätigkeit ein besonderes Augenmerk­ legen.“ Deutschsprachige Verlage können noch bis zum 27. März ihre entsprechenden Titel­einreichen.

Im Frühjahr kommen die Voll­ver­samm­ lungen­der Einzelverbände, die Vorstandssitzungen sowie die HVB-Hauptversammlung. Dabei wird es in den Gremien zu personellen Veränderungen kommen. Christian Langer, Vorsitzender des österreichischen Buchgrossistenverbands und Vizepräsident des HVB, verlässt das Unternehmen Mohr Morawa auf eigenen Wunsch mit 31. März und scheidet damit auch aus seinen Funktionen im HVB aus. Für ihn übernimmt der stellvertretende Vorsitzende Franz Lintner (MELO) nach Langers Ausscheiden und bis zu den konstituierenden Sitzungen. Erwin Riedesser, 17 Jahre lang Vorsitzender des Österreichischen Buchhändlerverbands und Vizepräsident des HVB, hat ebenso entschieden, seine Funktionen zurückzulegen. Georg Büchner (Morawa), stellvertretender Vorsitzender, wird den Verband ab sofort und bis zu den konstituierenden Sitzungen führen.

Immer mehr Verlage lassen die Folie weg

Verzicht auf Folie Der Trend zur umweltbewussten Buchproduktion geht weiter: Mit Jahresbeginn haben auch die Verlage Deuticke, Picus und Falter auf das Einschweißen von Büchern verzichtet. Allein Picus produziert jährlich rund 100.000 Bücher, der Verzicht bedeutet eine Einsparung von fast einer halben Tonne Plastikfolie pro Jahr, wie der Verlag mitteilte. „Wir denken, dass die Zeit reif ist für so eine Maßnahme“, so PicusVerleger Alexander Potyka. Nun sei der Buchhandel gefragt.

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Zahlreiche Kulturredakteurinnen und -redakteure sowie Presse- und Marketingmitarbeiterinnen und -mitarbeiter folgten der Einladung der ARGE Österreichische Privatverlage in die Räumlichkeiten des HVB. Der Sprecher der ARGE und Vorsitzende des österreichischen Verlegerverbands Ale­xander­­­Potyka (Picus) betonte in seiner Begrüßung die fein ausgewählten Programme der unabhängigen Verlage. Anschließend wurde in lockerer Atmosphäre über die neuen Verlagsvorschauen und die kommenden Buchmessen gesprochen. Mit dabei waren die Wiener Verlage Braumüller,­ Czernin, Edition Korrespondenzen, Löcker, Luftschacht­, Passagen, Picus,­ Promedia und Sonderzahl sowie die Verlage­Bibliothek der Provinz (Weitra)­, Droschl (Graz), Folio (Wien/Bozen), Haymon (Innsbruck), Jung und Jung (Salzburg), Milena (Wien) und Otto Müller (Salzburg).

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– Wissenswert –

28. 3. Vorlesetag

Die Illustrationen von Sigrid Eyb-Green

Kinderbuchverlage Programmvorstellungen können auch so aussehen: Die Verlage Jungbrunnen,­Peter Hammer und Kindermann­(gemeinsam unter dem Namen KuK – die Kooperation unabhängiger Kinderbuchverlage) präsentierten ihr aktuelles Programm zusammen mit der Autorin und Illustratorin Sigrid Eyb-Green. Diese zeigte den interessierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern ihre Illustrationstechnik. Die nächste KuK-Veranstaltung findet am 24. März, 12.30 Uhr, im Lesetreff der Halle 2 (G420/ E421) auf der Leipziger Buchmesse statt.

KNV insolvent

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Am 14. 2. gab die KNV Gruppe überraschend Insolvenz bekannt Eine Nachricht, die die gesamte Branche in Aufruhr bringt: Der größte Buchlogistiker­ im deutschen Sprachraum steht vor dem Aus. Die Geschäftsführer der KNV Gruppe haben am 14. Februar Insolvenzanträge gestellt. Die Investorenverhandlungen für die ganze Unternehmensgruppe, die am Vorabend stattgefunden hatten, scheiterten offenbar überraschend. Nicht betroffen davon ist die LKG (Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH). Bei KNV geht man davon aus, dass der vom Gericht zu bestellende vorläufige Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb der KNV Gruppe fortsetzen und den Verkauf an einen Investor auf veränderter Basis weiterverfolgen wird, so die Presseaussendung. Laut eigener Website beliefert KNV insgesamt 5.600 Buchhandlungen, davon 800 in Österreich­. Zum Redaktionsschluss ist allerdings noch kein Insolvenzverwalter bestimmt. Der HVB informiert auf buecher.at und im Newsletter über die aktuellsten Entwicklungen und ist bemüht, eine rasche Klärung der nächsten Schritte für betroffene Buchhandlungen und Verlage in Österreich­ sicherzustellen.

Am 28. März steht alles im Zeichen des Vorlesens! Engagierte Vorleserinnen und Vorleser lesen dem interessierten Publikum aller Altersgruppen in ganz Österreich­vor. Auch Buchhandlungen haben die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Der Österreichische Vorlesetag 2018 war mit insgesamt 1.100 Vorlesungen bereits ein großer Erfolg. In diesem Jahr sollen weitere Lesungen hinzukommen, um ein noch deutlicheres Zeichen für Leseförderung­und Literatur zu setzen. Zahlreiche Medien und Institutionen, Firmen und Organisationen unterstützen den Österreichischen­Vorlesetag. Mit der Aktion sollen dem Lesen und dem Buch eine öffentliche Bühne geboten werden. Der Österreichische Vorlesetag ist der Auftakt für den Lesemonat April, in dem auch der Internationale Kinder- und Jugendbuchtag (Andersentag am 2. April) und – unmittelbar vor dem Ostergeschäft – der Internationale Welttag des Buches (23. April) stattfinden.

Ö1-Monatsbuch In seinem Jahrhundertroman „Die Reparatur­der Welt“ (Zsolnay Verlag) erzählt der kroatische Autor Slobodan Šnajder vom Schicksal einer Familie in den Extremen des zwanzigsten Jahrhunderts. Das Ö1 Buch des Monats ist eine neue, exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

Das Ö1 Buch des Monats im März

Der HVB in Leipzig

Der HVB-Gemeinschaftsstand in Leipzig

25 Lesungen österreichischer Autorinnen und Autoren werden auf der Bühne des Österreich-Kaffeehauses (Halle E, Stand 208) während der Leipziger Buchmesse stattfinden: Erika­Pluhar, Bernhard Aichner, Marko Dinić, Paul Divjak, Laura Freudenthaler, Eva Rossmann, Thomas Sautner, Alexandra Föderl­-Schmid und mehr lesen aus ihren neuesten Büchern. Das Programm wird vom Bundeskanzleramt und der Literar Mechana­ unterstützt. Kommen Sie auch zum Empfang am 21. 3., um 17 Uhr – der HVB freut sich auf Sie!

Straßenfest

Geeinigt!

Die Buchhandlung AFRIEUROTEXT veranstaltet am 30. März, ab 13.00 Uhr, ihr erstes Straßen- und Gedenkjahresfest am Max-Winter-Platz in Wien. Das Fest steht unter dem Motto „Dialog, Toleranz und Akzeptanz als Garanten für ein friedliches Zusammenleben“. Das vielfältige Angebot soll einen Beitrag zu Erinnerungskultur und interkultureller Kommunikation leisten. Neben einem umfangreichen Kinderprogramm sind auch Tanzperformances, afrikanische Kulinarik und Lesungen sowie ein Bücherstand geplant.

Am 13. Februar einigten sich das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten bei den Trilog-Verhandlungen zur EU-Urheberrechtsrichtlinie. Es sei eine historische Entscheidung, betonte HVB-Präsident Benedikt Föger, „um kulturelle Vielfalt, Innovation und Zugang zu Bildung und Information in Europa zu gewährleisten“. Er hofft, dass die Richtlinie noch in dieser Legislaturperiode des Europäischen Parlaments verabschiedet wird. Bis Mitte April braucht es einen Beschluss, um vor der Europawahl­im Mai verabschiedet zu werden.

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Buchhandlungen mit Onlinehandel stärken Georg Rangger, seit November 2018 gemeinsam mit Georg Büchner Geschäftsführer von Morawa und für die Marketingagenden der Buchhandelskette zuständig, über die neue Werbekampagne

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eit Anfang des Jahres werben die Morawa Buchhandlungen in ger. Außerdem soll der Name Morawa auch in Westösterreich an BeTV und Radio, auf Social Media und auf Plakaten in ganz Öster- kanntheit gewinnen. Bisher ist die Buchhandelskette mit 18 Filialen­ reich. Unter dem Motto: „Morawa.at – die österreichische­ in Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Salzburg und Kärnten vertreten, zugestellt wird aber im ganzen Land. Online-Buchhandlung“. Im Onlineshop von Morawa­ „Das Herzstück einer Buchhandlung ist die sind sechs Millionen lieferbare Bücher angeführt – der Versand ist gratis. Bislang wüssten zu wenige persönliche­Beratung“, erklärt Rangger. Daher wurKäuferinnen und Käufer von dieser Option­, ist der de von Morawa heuer ein weiteres Projekt gestartet:­ neue Morawa­-Geschäftsführer Georg­ Rangger­ die neue Echtzeit-Chatfunktion, mit der Mitarbeiüberzeugt, daher die Werbe­ aktion. Er ist siterinnen und Mitarbeiter während der Ladenöffnungszeiten persönlich antworten können. cher, „dass die Konsumenten­lieber­bei einem­ „Bisher­wird diese Funktion von den Kundinnen­ österreichischen­Händler kaufen.“­ und Kunden sehr positiv angenommen.“­ÜberBemerkenswerterweise holen rund vierzig Prozent­der Onlinekundschaft ihre Bestellung dihaupt möchte Rangger die Menschen im Unternehrekt in den Buchhandlungen ab. „Insofern war die men mehr in den Fokus der Kundschaft bringen. So Entscheidung richtig, bei der Kampagne auf den Onsoll man bald schon den persönlichen Empfehlungen­ linehandel zu setzen. Wir stärken dadurch nachweislich des Morawa-Personals auf der Website folgen können. auch unsere­stationären­Buchhandlungen“, sagt RangPassend­zum neuen Slogan „Für von mit Menschen­“. Georg Rangger

„Traut euch, Bücher teurer zu machen!“

Interview: Teresa Preis

Rainer Fritthum

Was sind Ihre konkreten Pläne? Rainer Fritthum — Wir möchten uns vor allem unseren Kunden, den österreichischen Buchhändlerinnen und Buchhändlern, widmen. Daher führen wir derzeit viele Gespräche: Wie können wir helfen, den täglichen Ablauf einer Buchhandlung zu vereinfachen und so Kosten zu reduzieren? Bestellzeiten, schrankfertige Lieferungen, Etikettenklebung, RR-Vereinbarungen oder Webshop-Lösungen sind hier nur einige Themen. Wir wollen für alle Partner eine verlässliche Größe im österreichischen Buchhandel sein. Dafür investieren wir in eine komplett neue IT-Infrastruktur sowie in die Modernisierung unserer Logistik. Im Frühjahr wird unsere neue Palettenhalle mit etwa 6.000 zusätzlichen Stellplätzen fertig. Warum ist eine österreichische Auslieferung wichtig? Fritthum — Nicht alles lässt sich auf Algorithmen­beschränken. Die Nähe zum

Kunden, der persönliche Kontakt und die genauen­Kenntnisse der Bedürfnisse des Marktes sind wichtig. Unsere Kooperation mit Libri ermöglicht uns, praktisch jedes Buch auch außerhalb unserer Verlagsauslieferungen in kürzester Zeit liefern zu können. Allerdings sehe ich ein großes Problem: die seit Jahren fast stagnierende Preisgestaltung der Verlage. Branchenbedingte jährliche Umsatzrückgänge miteingerechnet, führt das immer öfter zu nicht mehr kostendeckenden Ergebnissen. Daher mein Appell an die Verleger: Traut euch, Bücher teurer zu machen – sie sind es wert! Ist Umweltschutz ein Thema für Mohr Morawa­? Fritthum — Umweltschutz ist heute für jedes Unternehmen ein wichtiges Thema.­ Dass es einer sorgsamen Haushaltung­ unserer­Ressourcen dient, Bücher in Plastikfolie­zu verpacken, bezweifle ich. Viele­Bücher im Hardcover-Bereich haben ja bereits einen Schutzumschlag.

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Rainer Fritthum, ab April neuer Geschäftsführer des Mohr Morawa Buchvertriebs, im Gespräch

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mediakolleg Das Seminarangebot im März und April 2019

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■ Der Umsatzschwerpunkt im Buchhandel liegt im Herbst- und Weihnachtsgeschäft. Dennoch oder auch genau deswegen können Buchhandlungen schon zu Jahresbeginn massiv in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Die Folge: Einkäufe werden verschoben und Rechnungen gemahnt. Das kann sich ändern. In diesem Seminar erfahren Sie, worauf Sie bei Ihren Kennzahlen achten müssen. Dabei werden Zusammenhänge und Lösungsansätze aufgezeigt, um Ihr Geschäftsjahr erfolgreich zu gestalten. Liquidität und Rentabilität im Buchhandel­ 2. April 2019, 9.30–17 Uhr

Die Seminare finden in der Bibliothek des Palais Fürstenberg im 1. Stock statt. Grünangergasse 4, 1010 Wien Kosten: € 220,– (HVB-Mitglieder)/€ 270,– Kontakt: Lesley Kirnbauer, 01/512 15 35 24, kirnbauer@hvb.at

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– Wissenswert –

Wir freuen uns auf Sie auf der LEIPZIGER BUCHMESSE 2019 im Termin vom 21. bis 24. März 2019 Sehr geehrte Geschä�sfreunde, wir möchten Sie gerne zu unserer gemeinsamen Exposition der Tschechischen Republik auf der

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im Termin vom 21. bis 24. März 2019 einladen.

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Lesefreude weitergeben Tyrolia in Innsbruck, die größte Buchhandlung im Westen Österreichs, feiert ihren 100. Geburtstag. Die Filialleiterinnen Daniela Greimel und Barbara Kumpitsch erzählen Interview: Teresa Preis

Links: Tyrolia Innsbruck, 1957. Rechts: Daniela Greimel (l.) und Barbara Kumpitsch (r.)

Was weiß man heute noch über die Anfänge? Daniela Greimel — Die erste Tyrolia gab es schon 1910, ein winziges Lokal in der Andreas­-Hofer-Straße, kaum größer als ein Wohnzimmer. 1919 wurde das Haus in der Maria-Theresien-Straße angemietet. Ab 1923 war die Filiale auch für ihre Radioab­ teilung berühmt. 1971 hatten wir das erste Taschenbuchzentrum Tirols. Heute sind wir nach vielen Umbauten und Erweiterun­ gen die größte Buchhandlung Westöster­ reichs und können auch schon auf zwanzig Jahre Onlineshop-Erfahrung zurückblicken.

Was macht die Buchhandlung so besonders? Barbara Kumpitsch — Man spürt, dass sie im Laufe einer langen Zeit mit ihren Aufga­ ben gewachsen ist. Unsere Buchhandlung ist ein Ort der Begegnung: In unserem Café, bei unseren rund vierzig Veranstaltungen pro Jahr oder als Partner des Sommerlese­ clubs, des Krimifests oder des Achensee Li­ teraturfestivals. Welche Aktionen kommen besonders gut an? Greimel — Mit Buchmessen-Fahrten für unsere KundInnen wollen wir unsere eige­

Was darf am 11. Oktober erwartet werden? Barbara Kumpitsch — Wir möchten noch nicht zu viel verraten, aber es wird wohl eine 24-Stunden-Challenge werden. Wir tüfteln an einem vielfältigen Programm für einen ganzen Tag und vielleicht auch eine ganze Nacht voller Überraschungen. Der Tyrolia Verlag wird uns zum Jubiläum ein Buch über die Geschichte der MariaTheresien-Straße schenken, exklusiv in allen Tyrolia-Filialen. Und wir haben ein Pixi-Buch gestalten lassen. Unser Jubilä­ umsmotto heißt „100 Jahre Seite an Seite“. Das gilt auch für unsere weiteren 17 Buch­ handlungen. Wir haben im Jubiläumsjahr einen Kunden-Treuepass, der in allen Fili­ alen gilt, es wird eine Tyrolia-GeburtstagsSchokolade der Tiroler Edlen mit sozialem Benefit angeboten und unsere Gewinnspie­ le und Aktionen laufen an allen Standorten.

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nen Erinnerungen an Messebesuche weiter­ geben – und das funktioniert wunderbar. Unsere „Lange Nacht“ in der Buchhandlung ist nach sechs Jahren noch immer auf Mo­ nate hinaus ausgebucht. Jedes Jahr freuen wir uns, dass unser Tyrolia-Wunschbaum zu Weihnachten so viele Wünsche von Kin­ dern aus ärmeren Familien erfüllen kann.

Titelschutzmeldungen Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Er­schei­nungs­datum geschützt. Ihre Titel­schutz­ meldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der ­darauffolgen­den Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist beson­ders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,– / 6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.) Bezahlte Anzeigen. Der Verlag über­nimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter ­verletzt werden.

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Das Vorarlberger Raumplanungsgesetz“ in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Verlag Russmedia, Gutenbergstraße 1, 6850 Dornbirn, Österreich Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Das ABC vom Glück“ Jüdische Weisheiten für jede Lebenslage in allen Schreib­weisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG, Wickenburggasse 26/3, 1080 Wien, Österreich

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– Wissenswert –

Feiert die Unabhängigen!

368 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag € 24,70 ISBN 978-3-86648-297-5

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Der Indiebookday wird weltweit seit 2013 gefeiert. Unter anderem in Lhotzkys Literaturbuffet in der Wiener Leopoldstadt. Mitmachen können alle

Der neue Roman von Stefan Moster über die Notwendigkeit, für seine innersten Überzeugungen einzustehen.

Text: Teresa Preis

Warum es sich lohnt, in Buchhandlungen auf Titel unabhängiger Verlage hinzuweisen? „Unabhängige Verlage bringen eine andere Vielseitigkeit der Branche zutage als die großen Verlagshäuser. Sie müssen noch bewusster Entscheidungen darüber treffen, welche Titel publiziert werden.“ So bleibe mehr Raum für Meinungsbildung und Meinungsvielfalt.

PROGRAMMVORSCHAU INDIEBOOKDAY 2019 in Lhotzkys Literaturbuffet zum Redaktionsschluss: Marion Guerrero: „Alpha“ (Edition Atelier) Evelyn Steinthaler mit der Graphic Novel „Peršmanhof“ (bahoe books) Helga Schuster von Matthes & Seitz Stefanie Jaksch von Kremayr & Scheriau David Bröderbauer mit „Wolfssteig“ (Milena) Nicole Makarewicz: „Dein Fleisch und Blut“ (Holzbaum) Karin Hirschberger mit der mehrsprachigen Zeitschrift „Papperlapapp“ Alexander Lippmann: „Sumpfwandertag“ (Zaglossus)

mare

Henrik Szanto: „Es hat 18 Buchstaben und neun davon sind Ypsilons“ (Lektora Verlag)

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#wofür stehst duein

© [M] mare, Foto: Jorge Lizana Photo / Getty Images

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er 30. März soll den Unabhängigen gehören. Es ist der Tag der Bücher aus Indie-Verlagen. Seit 2013 wird dieser Tag gefeiert, mittlerweile rund um den Globus. Man geht in eine Buchhandlung seiner Wahl, um dort bewusst ein Buch aus einem unabhängigen Verlag zu kaufen. Dazu kommt der #Indiebookday, unter dem Leserinnen und Leser ein Foto ihrer erstandenen Werke posten können. Jede Form der Aufmerksamkeit für Indie-Verlage ist willkommen. Die Wiener Buchhandlung Lhotzkys Literaturbuffet ist bereits zum sechsten Mal dabei. „Seit 2014 veranstalten wir ein Speeddating“, berichtet Buchhändlerin und Organisatorin Clara Felis-Rubey. Dabei­werden in kurzen Blöcken von zehn bis 15 Minuten unabhängige Verlage, Zeitschriften und Projekte vorgestellt. Danach gibt es eine Fragerunde für das Publikum. Pro Jahr kommen bis zu 13 Präsentationen­ zustande, was laut Felis-Rubey die Vielfalt der Branche zeigt. In diesem Jahr sind Präsentationen und Lesungen­aus Verlagen geplant, die schon lange dabei­sind, etwa der Milena Verlag oder Edition Atelier, aber auch die Vorstellung­von neuen Verlagen, die erstmals mit ihrem Programm in diesem Rahmen präsent sind. Moderiert wird das Speeddating von der Buchhändlerin selbst. Auf der Bühne zu stehen ist ihr nicht neu: Als Clara Felis kennt man sie auch als Slam-Poetin.

Wir liefern aus über

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Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien Gernot Blümel

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– Essenziell – Gernot Blümel im Gespräch

Sicherstellung der heimischen

Identität

SEIT NOVEMBER 2017 IST GERNOT BLÜMEL BUNDESMINISTER FÜR EU, KUNST, KULTUR UND MEDIEN. IN DIESER ROLLE IST ER AUCH ZUSTÄNDIG FÜR DIE GESAMTE BUCHBRANCHE. HIER ERKLÄRT ER, WARUM IHM BÜCHERFÖRDERNDE MASSNAHMEN WICHTIG SIND

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m vergangenen Jahr besuchte Bundesminister­Gernot Blümel­die Frankfurter Buchmesse, die Verleihung­ des Österreichischen Buchpreises­und die BUCH WIEN. Welche­Eindrücke er in der Branche gewonnen­hat, welche Bedeutung für ihn die Wertstellung digitaler Publikationen­hat und warum er sich für den Beibehalt der Buchpreisbindung eingesetzt hat, erzählte er dem anzeiger.

Interview: Teresa Preis

Herr Bundesminister, nach einem Jahr der Zusammenarbeit: Unterscheidet sich die Literaturbranche von den anderen Kulturbereichen in Ihrem Ressort? Gernot Blümel — Österreichs Autorinnen und Autoren sind ein großartiges und wichtiges Aushängeschild für unser Land. Die österreichische Sprache und die heimische Literatur sind ein wesentlicher Teil unserer Identität. Unseren Schriftstellerinnen und Schriftstellern soll daher einerseits die Wertschätzung zuteil werden, die ihnen aufgrund ihrer Kreativität und künstlerischen Leistung

gebührt. Gleichzeitig müssen wir aber auch dafür Sorge tragen, dass sie auch in Zukunft noch die Möglichkeit haben, ihrer Kunst nachzugehen – und so sicherstellen, dass es auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch heimische Identität gibt. Gerade im Bereich Print sehen wir die Auswirkungen der Digitalisierung natürlich besonders stark – das gilt für die Literatur ebenso wie für die Medien. Der Konsum hat sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren stark verändert, heutzutage wird auch Text immer häufiger digital konsumiert. Das zeigt nicht zuletzt die aktuelle Debatte um die Rahmenbedingungen für digitalen Content am Beispiel E-Books und E-Papers. Als Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien sehe ich es daher als meine Aufgabe, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unsere Medien-, Kunstund Kulturszene auch in Zukunft reich und vielfältig bleibt. Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf E-Books und E-Papers ist hier zum Beispiel ein wichtiger Schritt hin zu fairen Rahmenbedingungen für alle. »

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– Essenziell – Gernot Blümel im Gespräch

Sie waren auf der Buchmesse Frankfurt und der BUCH WIEN. Haben Sie abseits der Größe Unterschiede zwischen den beiden Buchmessen wahrgenommen? Blümel — Die Frankfurter Buchmesse ist nicht nur die bedeutendste Literaturschau der Welt, sie ist auch ein Ort, an dem sich das gesamte Spektrum der zeitgenössischen heimischen Literaturszene offenbart. Mehr als hundert österreichische Ausstellerinnen und Aussteller brillieren auf der weltweiten Leistungsschau der Literatur mit gewohnter Professionalität. Neben der Qualität sind auch die Zahlen, die ihre Leistungen belegen, beeindruckend: Allein 2018 sind über 2.000 neue Werke heimischer Autorinnen und Autoren im deutschsprachigen Raum erschienen. Damit ist Österreich in Relation einer der größten Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse. Die BUCH WIEN dagegen ist in erster Linie eine Publikumsmesse, und schon deshalb etwas ganz Besonderes. Hinzu kommt, dass sie zusätzlich zum vielfältigen Angebot auch ein breites Rahmenprogramm bietet, das sich an Besucherinnen und Besucher jeden Alters richtet. Für alle Leserinnen und Leser sind diese fünf Tage im November daher eine einzigartige Möglichkeit, die heimische und auch internationale Gegenwartsliteratur kennenzulernen.

„Für alle Leserinnen und Leser sind diese fünf Tage im November eine einzigartige Möglichkeit, die heimische und internationale Gegenwartsliteratur kennenzulernen“ Minister Blümel über die BUCH WIEN

Heute ist die BUCH WIEN mit 50.000 BesucherInnen die größte Literaturveranstaltung Österreichs. Wie bewerten Sie die Möglichkeiten für eine noch größere Inszenierung? Etwa die Ausdehnung auf ein österreichweites Lesefestival? Blümel — Die BUCH WIEN ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Aber ich glaube, dass das Potenzial hier noch nicht vollständig ausgeschöpft ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die anderen Bundesländer ein Interesse daran haben, das Lesefestival gemeinsam noch weiter auszubauen und beispielsweise Autorinnen und Autoren zu Lesungen einzuladen. Eine andere interessante Zukunftsperspektive wäre auch, ob und, wenn ja, in welcher Form die BUCH WIEN in den nächsten Jahren auch digital an Fahrtwind aufnehmen kann. Sie haben zuletzt im Herbst 2018 sehr deutlich die Buchpreisbindung bestätigt und bekräftigt. Haben Sie aus dem nicht politischen Umfeld dazu Meinungen und Kommentare erhalten? Blümel — Für uns ist vollkommen klar: Eine Abschaffung der Buchpreisbindung würde die heimische Branche massiv schädigen und läuft unseren Interessen daher vollkommen zuwider. Die Reaktionen auf

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Bundesminister Blümel im Gespräch mit HVB-Präsident Benedikt Föger und Verleger Lojze Wieser

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– Essenziell – Gernot Blümel im Gespräch

unser klares und unmissverständliches Bekenntnis waren auch durchwegs positiv. In den sozialen Medien habe ich zahlreiche Kommentare und Privatnachrichten von Userinnen und Usern bekommen, die uns ihre volle Unterstützung zusichern. Auch Benedikt Föger, der Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, zeigte sich in einer Presseaussendung erfreut über die Rückendeckung. Die Neos, die mit ihrem Antrag im Kulturausschuss die Abschaffung der Buchpreisbindung in den Raum gestellt haben, schlagen damit einen Kniefall vor den Online-Giganten vor. Während wir uns national wie international intensiv dafür einsetzen, große internationale Konzerne stärker zu besteuern, zu regulieren und in Verantwortung zu nehmen, um Wettbewerbsgleichheit zu schaffen, geht dieser Vorschlag in die entgegengesetzte Richtung. Das würde unsere heimische Branche bewusst in Schwierigkeiten stürzen. Das ist für mich in keiner

Weise nachvollziehbar und dafür sind wir auch nicht zu haben. Bei der Regierungsklausur im Jänner wurde entschieden, die Mehrwertsteuer bei E-Books von zwanzig Prozent auf zehn Prozent abzusenken. Wann glauben Sie, dass die Umsetzung erfolgen kann? Blümel — Der Gedanke, heimische Verlage und Buchhändler vor möglichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber multinationalen Online-Giganten zu schützen, ist aus unserer Sicht richtig und wichtig. Genau deshalb setzen wir Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums auch in der digitalen Welt, um heimische Identität auch für die Zukunft zu sichern. Die Mehrwertsteuersenkung für E-Books von aktuell zwanzig auf zehn Prozent werden wir im Zuge der Steuerreform umsetzen. Bei der letzten Jahrestagung des Hauptverbands im Sommer 2018 wurden Zah-

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len zum funktionalen Analphabetismus präsentiert. Annähernd zehn Prozent der erwachsenen ÖsterreicherInnen können nicht ­sinnerfassend ­lesen. Wenn Sie sofort Maßnahmen dagegen setzen könnten, welche wären das? Blümel — Lesen und der Umgang mit Büchern beginnen in der Familie, also noch vor dem Kindergarten und der Schule. Diese beiden Bereiche, die Familie und die Schule, sind entscheidend, um Lesen zu lernen. Es reicht aber nicht aus, die Buchstaben zu kennen – ich muss das Gelesene auch verstehen können. Darum haben wir als Bundesregierung auch die Deutschförderklassen eingeführt – damit alle Kinder dieselben Möglichkeiten haben. Und danach braucht’s gute Literatur, engagierte Verlage, ambitionierte Literaturvermittler, erfindungsreiche Buchhändler und begeisterte Bibliothekare: So bleibt man dann ein Leben lang Leser.

Begrüßung und Warming up (G. Büchner, B. Borovansky, E. Riedesser) Marketing, Zielgruppen und Kunden Werkstattgespräch – Sachbuch Autorenabend Einkaufen im Buchhandel – das Vertretergespräch und die Lagerdispo (R. Fladischer und P. Kargl) Podiumsdiskussion – die richtigen Dienstleistungen für den Sortimentsbuchhandel VLBTix – der richtige Umgang mit der Verlagsvorschau – Einzel- und Filialbetriebe (R. Trotta) Werkstattgespräch SF-Lektorat S. Pierling – Heyne Verlag Alex Beer im Gespräch mit P. Gaudernak Die Digitale Revolution und Multichannel E-Reading aktuelle Ökosysteme – Marktüberblick Schulung Pocketbook (S. Balthasar) Internetshop (H. Zechner) SocialMedia u. Newsletter (H. Zechner, O. Hejlek und Liveschaltung zu einem angefragten SocialMediaspezialisten) Werkstattgespräch Belletristik Autorenabend Kunden verzaubern – eine Verkaufsschulung mit Überraschungseffekt (M. Hron) Open Space zum Thema Verkaufen – Scrum im Einzelhandel (E. Rodehack) 18.02.19 09:23


– Schwerpunkt – Kinder-/Jugendbuch

Fleischfressende Pflanze an Stechmücke Der heurige Bücherfrühling bietet Kindern spannenden Lesestoff, aber auch Informatives zu schwierigen Themen wie Konfliktlösung, Holocaust, Flüchtlinge und Integration Text: Elisabeth Stuppnig

Die Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuch decken ein breites und spannendes Spektrum ab. Städte werden bereist und auf Dächern wachsen Pflanzen. Flucht, Migration und Mehrsprachigkeit genauso wie Antisemitismus werden zum Thema und für alle Altersstufen aufbereitet. Die neuen Sachbücher erforschen alles vom Mond bis zu Zähneputzen und Gesundheit. Außerdem Vorlesegeschichten und Bilderbücher, die zum Träumen einladen.

Wildtiere können durchaus sensibel und verletzlich sein, wie Karl Rühmann in „Der alte Wolf“ (Jungbrunnen) zeigt. Das Buch für Kinder ab vier Jahren handelt von einem Wolf, der merkt, wie seine Kräfte allmählich schwinden. Auch bei Ueberreuter stehen Wildtiere im Mittelpunkt des Geschehens. „Der kleine blaue Schirm“ der Österreicherin­Brigitte Weniger erzählt mit viel Sprachwitz die Geschichte eines kleinen blauen Schirms, der vom Wind fortgeweht wird und kleine Waldbewohner vor ein Rätsel stellt: Wofür er wohl gut ist? In Kirsten Boies rührendem Buch „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“ (Oetinger) findet Mama Reh am Waldrand einen jungen Fuchs, der seine Familie verloren hat, und nimmt ihn auf. Als schließlich andere Waldtiere verschwinden, fällt der Verdacht auf den Fuchs. Er aber beweist, was wahre Freundschaft bedeutet. „Henrikes Dachgarten“ (Jungbrunnen) von Albert­Wendt wird mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2019 ausgezeichnet. Die Geschichte von einem auf dem Dach eines Wiener Hauses entstehenden Dachgartens mit schrägen und liebenswerten Figuren wie einem Dach­decker mit Dachschaden, einem mysteriösen Riesen mit eiserner Hand, einem Dachwanderer und natürlich­der zwölfjährigen Hauptfigur Henrike enthält­auch wunderschöne Illustrationen von Linda Wolfgruber­. »

I L L U S T R AT I O N : M A G A L I L E H U C H E

Stadt-, Land- und Tiergeschichten

In Amadeos Straßenbahn „Eléctrico 28“ finden sich die einsamen Herzen Lissabons

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Die BabelGeschichte im Turm-Format Der Turm wächst und wächst und alles geht schief. Das neue Buch der Preisträgerin des Serafina und des German Design Award.

Vom Leben in Portugals Hauptstadt handelt „Eléctrico 28 oder Wie Amadeo die Liebe fand“ (Knesebeck) von Davide Cali. Der Protagonist heißt Amadeo und ist Straßenbahnfahrer in Lissabon. Mit seiner berühmten Eléctrico 28 und dank ausgefinkelter Fahrmanöver hat er schon viele Liebespaare zusammengebracht.

Antisemitismus, Flucht und Migration Gleich mehrere Verlage bringen Bücher für Kinder­ und Jugendliche mit schwierigen Themen. Bei Jungbrunnen erscheint mit „Die Brücke“ von Heinz Janisch ein Buch über Konfliktlösung, das vermitteln will: Nur wenn man zusammenhilft, kann man auch etwas erreichen. Die Geschichte ist in den drei Sprachen Arabisch, Deutsch und Farsi erzählt und kann ein Weg sein, Konflikte gewaltfrei zu lösen und Integration durch Mehrsprachigkeit zu fördern. „Zeichnen für ein Europa“ (Beltz & Gelberg) vereint Bilder von 45 Illustratorinnen und Illustratoren, die gemeinsam zeigen wollen, dass Frieden, Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind. Über Mut und Hoffnung, aber auch Angst, Hunger und Kälte im Zweiten Weltkrieg schreibt Helen Bates in „Peter in Gefahr“ (Moritz). Die Britin schildert die wahre Geschichte eines jüdischen Jungen, der im besetzten Budapest aufwächst und mit seiner Familie vertrieben wird. Damit schließt die Autorin eine Lücke in der Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust. Das Buch ist für Kinder ab dem Grundschulalter. Von Antisemitismus als aktuellem Gesellschaftsthema, aber auch von Liebe, Hoffnung und jüdischer Identität handelt der aufwühlende Roman „Dunkles Gold“ (Beltz & Gelberg) der erst kürzlich verstorbenen Autorin und Übersetzerin Mirjam Pressler. Darin ist Laura wie gefesselt von dem Geheimnis, das den mittelalterlichen jüdischen Schatz von Erfurt umgibt. Sie »

Mirjam Zels

Turmbau geht schief Format 16,5 x 37,5 cm; 48 Seiten; gebunden

€ [D] 16,95 / € [A] 17,50 ISBN 978-3-96157-061-4 im Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH • Silberburgstraße 121 70176 Stuttgart • Telefon: 0711 / 6 19 20-35 • Telefax: 0711 / 6 19 20-44 E-Mail: vertrieb@bibelwerk.de • www.caminobuch.de • www.bibelwerk.de Auslieferung D und A durch Koch, Neff & Oetinger Auslieferung in CH durch Buchzentrum AG (BZ)

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Living Edition STARNA Ges.m.b.H.

– Schwerpunkt – Kinder-/Jugendbuch

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Guido Conti

Nilou

Eine wunderbare Storchenreise Das Storchenkind Nilou unternimmt seinen ersten Herbst�lug nach Afrika. Nilous großes Abenteuer liest sich – in 42 Episoden von Freude und Bangen, von Vorsicht und Mut, von Ho�fnung und Zuneigung – als eine „wunderbare“ Reise eben. Zum Vorlesen/Lesen ab 6 Jahren Illustriert vom Autor Italienische Au�lagen/Rizzoli > 40.000 Exemplare Erschienen: Ende 2018, Deutsch von Lily Wilmes ISBN ���-�-������-��-� Pappband, Schutzumschlag, Leseband ��� Seiten | �� Abb. | ��,� × ��,� cm | € ��,��

Giovanni Manna (Bild), Laura Maranesi (Text)

Die Welt des L�������

Künstler, Erfinder und Wissenscha�tler zugleich – die Geheimnisse des Genies

Ein üppig illustriertes Buch, das nicht nur der jungen Leserscha�t die vielen künstlerischen und wissen‐ scha�tlichen Leistungen des L������� �� V���� ori‐ ginell darbietet – durch Betrachten, oder durch zu‐ sätzliches Lesen der einfachen, doch tiefen Texte. Erscheint bis Ende April 2019, somit, wie die italieni‐ sche Originalausgabe (Mondadori/Rizzoli), rechtzeitig zum 500ten Todestag des Universalgenies Deutsch von Lily Wilmes ab 8 Jahren ISBN ���-�-������-��-� Pappband, durchgehend bebildert �� Seiten | �� × �� cm | € ��,��

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taucht in das Schicksal von Rachel und Joschua ein, die 1349 zusammen mit ihrem Vater alles zurücklassen müssen, um vor einem Pogrom anlässlich der Pest zu fliehen. Pressler thematisiert Liebe und Hoffnung. Humorvoll geht es in „Forschungsgruppe Erbsensuppe“ von Rieke Patwardhan zu, das bei Knesebeck erscheint. Die Geschichte handelt von einer jungen Bande, die sich zum Ziel setzt, eine geflüchtete Syrerin bei der Integration zu unterstützen. Eine witzig geschriebene Geschichte über Flucht und Migration.

Liebe, Klassiker, Monster und Zauberwelten „Du bringst mein Leben so schön durcheinander“ (Thienemann) von Claire Christian erzählt eine Geschichte über Jugendliche, die lernen, echte Probleme zu meistern. Der Band mit Poetry-SlamTexten, Briefen und Listen eignet sich für Jugendliche ab 13 Jahren. Knesebeck bringt mit zwei Neuauflagen gleich mehrere Schätze für Märchen- und Bilderbuchfans: den Klassiker „Dornröschen“ als Bilderbuch von Mehrdad Zaeri, der das Märchen der Brüder Grimm mit filigranen Scherenschnitten zum Leben erweckt. Außerdem neu illustriert im Verlagsprogramm: Daniel Defoes Abenteuergeschichte „Robinson Crusoe“. Ungekürzt und mit feinen Illustrationen von Willi Glasauer, 300 Jahre nach der Erstveröffentlichung. „Fjelle & Emil – Monstermäßig beste Freunde“ (Baumhaus) heißt die Geschichte von Anne Schellers ab 8 Jahren. Fjelle ist ein Monster, das die Gefühle von Menschen in seiner Nähe spiegelt. Das passt dem Schuldirektor gar nicht. Er will das Monster loswerden, was die Freundschaft von Emil und Fjelle auf eine harte Probe stellt. „Die Runenmeisterin“ von Torsten Fink (Thienemann) entführt Leserinnen und Leser ab 13  Jahren auf fesselnde Weise in eine mittelalterliche Welt voller Magie und Gefahren zu Zwillingen, die in ein Spiel finsterer Mächte geraten.

Venedig-Krimi, Albtraum, Sherlock Holmes’ Schwester Edith Schreiber-Wicke erzählt in ihrem knapp 450 Seiten starken Buch „Die schwarzen Wasser von Venedig“ (Thienemann) gleich zwei Fälle von Commissario Gorin in der italienischen Lagunenstadt. In „Freier Fall“ gilt es herauszufinden, wieso zwei Schüler derselben Schule innerhalb weniger Tage an unterschiedlichen Orten der Welt verunglücken. In „Schatten der Angst“ wird Lucas Wunsch, sein Onkel möge sterben, Wirklichkeit.

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Von Büchern soll man lernen. Das ist erklärtes Ziel zahlreicher Buchneuerscheinungen im Frühling. Wissenschaftlich fundierte Antworten auf Fragen, die Kinder schon immer gestellt haben, liefert James Doyle mit „Warum merke ich nicht, dass die Erde sich dreht?“ (Knesebeck Verlag). Witzig illustriert, reichen die Fragen über „Wie entstehen Berge?“ bis zu „Warum träumt man?“. Ebenfalls für zukünftige Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler: Thomas Hrabal bringt in „Vollmond“ (Tyrolia) spannende Daten und Fakten zum Himmelsgestirn. Auf jeder Doppelseite­ widmet er sich einem bestimmten Aspekt von der Entstehung, über die kulturelle Bedeutung bis zur Mondlandung. Die eindrücklichen Illustrationen kommen von Nini Spagl. Bei Tyrolia erscheint auch ein Sachbilderbuch zum Thema Karies. Mit „Klarissa von und zu Karies“ entführt Martina Fuchs in die Welt der Bakterien und erklärt, wie und warum Karies entsteht. Eine Reise in die Welt der Gesundheit bietet auch Lena Raubaum in „Qualle im Krankenhaus“, das bei Obelisk erscheint. Mit Sprachwitz und Situationskomik wird der Krankenhausaufenthalt von Max Kallinger, genannt Qualle, geschildert. Eine Situation, die fast alle Kinder einmal betrifft, witzig und ehrlich geschrieben. Nina Weger erzählt in „Als mein Bruder ein Wal wurde“ (Oetinger) die Geschichte von Belas großem Bruder Julias, der im Wachkoma liegt. Die Familie soll nun eine Entscheidung treffen. Doch wie soll man wissen, was richtig oder falsch ist, wenn man den Betroffenen nicht fragen kann? Bela begibt sich auf eine abenteuerliche »

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Wissen, Philosophie und Religion

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Doch statt der erhofften Unabhängigkeit wandelt sich sein Leben zu einem Albtraum. Hochspannung für Jugendliche ab 13 Jahren. Eine Detektivin konnte der Knesebeck Verlag gewinnen: In Nancy Springers „Der Fall des verschwundenen Lords“ ist Enola Holmes, kleine Schwester von Sherlock Holmes, ihrer vermissten Mutter auf der Spur. Sie weist nach London zu versteckten Banknoten und verschlüsselten Hinweisen. Die spannende Detektivgeschichte rund um eine außergewöhnliche Heldin verspricht MysteryFeeling und Einblicke in die viktorianische Zeit. Eine Jugendliche schreibt für Jugendliche: Courtney Summers ist selbst erst 14 Jahre jung und erzählt in „Sadie“ (Beltz & Gelberg) die Geschichte von Sadie, die sich nach dem Tod ihrer kleinen Schwester Mattie auf die Suche nach Matties Mörder begibt. Dabei stößt sie auf den Journalisten West McCray, der Sadies Verschwinden einen True-Crime-Podcast widmet.

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Reise nach Rom, in der Hoffnung, beim Papst Antwort zu finden. Apropos Religion: Beim katholischen camino-Verlag wird der Turmbau zu Babel neu erzählt. „Turmbau geht schief“ von Mirjam Zels ist ein Wimmelbuch für Kinder ab drei Jahren. Ein verrückter Turm soll da errichtet werden, wo früher Kinder gespielt haben. Als dieser einstürzt, erobern sie sich den Platz zurück.­Die Geschichte ist witzig, charmant und mit schönen Schwarz-Weiß-Zeichnungen.

Vorlesen für die Träume der ganz Kleinen Vorlesegeschichten von Marjaleen Lembcke erscheinen im März bei Nilpferd: In „Jetzt sind wir einfach glücklich“ schildert Lembcke den Kinder­ alltag und verpackt ihn in zauberhafte, poetische Geschichten. Ohne Text, dafür mit viel Humor publiziert Oetinger einen Wimmelspaß: Sven Nordqvist entführt kleine Leserinnen und Leser­in „Spaziergang mit Hund“ in wilde Fantasiewelten,

übers Meer, einen Garten und eine Burg. Und das in extragroßem Format. Von einem Wildtier, das in die Stadt kommt, erzählt Katja Gehrmann in „Stadtbär“ (Moritz). Nachdem im Wald kaum mehr Tiere sind, beschließt der Bär ebenfalls in die Stadt zu ziehen. Die reich bebilderte Geschichte ist ein Übergang zwischen Bilderbuch und Erstlesebuch. Andrea Grill und Deborah Sengl haben mit ihrem „Fiffy und Maurice“ (Luftschacht) ein Bilderbuch über ungewöhnliche Freundschaften geschaffen – etwa zwischen Fiffy, einer fleischfressenden Pflanze, und Maurice, einer französischen Stechmücke. Fiffy hört auf den Rat des Mooses, vielleicht wird er doch Vegetarier. Mit „(K)ein Platz für uns“ ist Mitte Jänner ein spezielles Bilderbuch über das Ausschließen und Aufnehmen bei Annette Betz erschienen. Je nachdem ob man es von vorn oder von hinten liest, erzählt es zwei völlig verschiedene Geschichten: Die Themen reichen von der Flüchtlingsthematik bis zum Kindergartenalltag. «

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Düstere Lebensbilanz Der 46-jährige Protagonist zieht Bilanz – er beschließt, sich aus dem Leben zu verabschieden. Alles löst er auf: Beziehung, Arbeit, Wohnung. Und doch: ein Roman über die Liebe. „Serotonin“ – Michel Houellebecq. DuMont

Ein Computerspiel macht süchtig In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Ein Spiel zwischen virtuellem Abenteuer und Realität. „Erebos“ – Ursula Poznanski. Loewe

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Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control das gesamte Bestseller-Portfolio. Mit den Bestsellerlisten werden auf dem Absatzweg Sortimentsbuchhandel und E-Commerce,

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Das Buch zur aktuellen Debatte um Lüge und Wahrheit

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Das Land, in dem die Wörter wohnen Im Stil eines Märchens greift der Philosoph Clemens Sedmak die aktuelle Debatte um Fake News auf und liefert ein eindringliches Plädoyer für eine sorgsame Wortwahl, für das Ringen nach Wahrheit – und auch für Zeiten der Stille. gebunden mit Schutzumschlag ISBN 978-3-7022-3743-1 136 Seiten, € 17.95

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– Bestenliste Februar 2019 –

Neu für den Buchhandel!

Bestenliste Februar 2019 Die ORF-Bestenliste

Sachbücher des Monats

1.

1.

JUDITH SCHALANSKY

FRANK BÖSCH

Verzeichnis einiger Verluste Suhrkamp

Zeitenwende 1979 C. H. Beck Verlag

2.

2.

MICHEL HOUELLEBECQ

CASPAR HIRSCHI

Serotonin

Skandalexperten, Expertenskandale

DuMont

Matthes & Seitz

3.

3.

PHILIP MANOW

DŽEVAD KARAHASAN

Die politische Ökonomie des Populismus

Ein Haus für die Müden Suhrkamp

Suhrkamp (edition suhrkamp)

4.

4.

ex aequo: IWAN TURGENJEW

ALEXANDER DEMANDT

Aufzeichnungen eines Jägers

Marc Aurel C. H. Beck

Hanser

4.

5.

ex aequo: MICHAEL KÖHLMEIER

THOMAS BIEBRICHER

Erwarten Sie nicht, dass ich mich dumm stelle dtv

Geistig-moralische Wende Matthes & Seitz

6.

6.

JOHN WRAY

STEPHEN GREENBLATT

Gotteskind Rowohlt

7.

MARIA STEPANOVA

Nach dem Gedächtnis Suhrkamp

8. LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI

Baron Wenckheims Rückkehr S. Fischer

9. SEBASTIAN BARRY

Tage ohne Ende Steidl

10. A.L. KENNEDY

Süßer Ernst Hanser

Marktdaten Jänner 2019

Die Liste „Sach­ bücher des Monats“ wird durch Exper­ tInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissen­ schaften.

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Das Integrationsparadox Kiepenheuer & Witsch

8. EVA ILLOUZ

Warum Liebe endet Suhrkamp

9. JOSEF H. REICHHOLF

Schmetterlinge Carl Hanser Verlag

10. JAN ASSMANN

Achsenzeit C. H. Beck

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

+2,7 % +2,2 % +0,5 % Umsatz

7.

ALADIN EL-MAFAALANI

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.

Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und Buchhänd­ lerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlens­ werten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.

Der Tyrann Siedler

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– Klassiker – neu entdeckt

„Wir haben

kein Geld“

Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

FOTO: DIRK OPITZ

ANTON KUH: WERKE UND BIOGRAFIE Der Schriftsteller Anton Kuh, geboren 1890 in Wien, einer Prager Journalistendynastie entstammend, verstand sich als „Schmutzfink der Aufrichtigkeit“. Der Bohemien, bekennende Neurastheniker und radikale Individualist wusste vom Beginn seiner Karriere an, dass der Teufel nicht nur im sprachlichen Detail steckt. Selbstredend tritt der aristokratische Demokrat „gegen das Privileg auf reine Hemden, aber nicht gegen die reinen Hemden selbst“ auf. Anton Kuh versteht sich als „physiologisch linksstehender Mensch“ und als Exzedent mit dem Vorsatz: „Vive l’excès!“ Nach turbulenten Gymnasialjahren gibt er 1909 sein journalistisches Debüt im Prager Tagblatt, einer der renommiertesten Zeitungen der Monarchie. Kuh findet rasch Eingang in die Literatenzirkeln im Wiener Café Central und im Herrenhof: Joseph Roth, Franz Werfel und Leo Perutz goutieren sein aphoristisches Talent als Polemiker. „Nur nicht gleich sachlich werden! Es geht ja auch persönlich“, lautet die berühmteste Maxime des Anton Kuh, der ab 1919 das Genre Stegreifrede zur hohen Kunst vervollkommnet. Überschrift des ersten Wiener Auftritts als „Sprechsteller“: „Wir haben kein Geld!“ Ab den frühen 1920er-Jahren ist Kuhs Hauptwohnsitz Berlin, weil er „lieber in Berlin un-

ter Wienern als in Wien unter Kremsern“ lebe. Als Vortragsredner pendelt er nach Prag, Mährisch-Ostrau und immer wieder zurück in den „armen Kleinstaat an der Donau, dem die Geschichte einen stolzen Namen hinterließ“. Legendär der Auftritt im Wiener Konzerthaus 1925, bei dem sich Kuh am sakrosankten Polemiker Karl Kraus vergreift, den er als „Affe Zarathustras“ tituliert. Kuh verliert den Ehrenbeleidigungsprozess, wird zu vierzig Schilling Strafe verurteilt und en passant von Kraus diffamierend als Homosexueller geoutet. „Nichts Odioseres als Wortreiter, die nie aus dem Sattel fliegen.“ Kuhs Themen vor großem Publikum lauten „Shakespeare und Dada“ oder „Die Erotik des Bürgers“. Bei „Goethe und die deutsche Reichpräsidentenwahl“ vergeht den Zuhörern in der Josefstadt im März 1933 das Lachen. Für die Nationalsozialisten ist der Jude Anton Kuh längst auch Kulturbolschewist. Einst hatte er sich über das „Negligé im Tonfall“ der Wiener Aristokratensprache mokiert – jetzt sind die Barbaren am Wort. Am Vorabend von Österreichs Anschluss an das Dritte Reich gelingt Anton Kuh gerade noch die Flucht über Prag und London nach New York, wo er am 18. Jänner nach einem Herzanfall stirbt. Eine Ausgabe seiner Werke in sieben Bänden hat deren Herausgeber, der Wiener Publizist und Literaturwissenschaftler Walter Schübler, kürzlich durch eine ebenso mustergültige Biografie vervollständigt.

Das sagt der Verleger:

„Wenn man ,Die Strudlhofstiege‘ liebt, will man auch wissen, wer Anton Kuh ist. Dafür wird man bei der Lektüre mit funkelnden Sätzen belohnt“ Thedel v. Wallmoden, Wallstein Verlag

Walter Schübler (Hrsg.): Anton Kuh. Werke (2016), Wallstein Verlag Walter Schübler: Anton Kuh. Biographie (2018), Wallstein Verlag

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Der Buchladen, Folio Verlag Kaprun Porträt: Porträt: Stuppnig Elisabeth Tobias Schmitzberger Foto: Foto: Nina Uhl Frieder Blickle

„In meinem Bergdorf war Schweigen die Hauptsprache. Deshalb bin ich froh, dass es viele Sprachen gibt“

Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl Ü

berleben“ sei der größte Erfolg seiner 25-Jährigen Verlagsarbeit. Das sagt Ludwig Paulmichl, der mit seinem Freund Hermann Gummerer 1994 den Folio Verlag gegründet hat. Gummerer nennt andere Erfolge: Etwa positive Erfahrungen mit Autoren und Autorinnen. „Dadurch erschließen sich neue Welten.“ Beide stammen aus Südtiroler Dörfern. Paulmichl pendelte täglich sechzig Kilometer per Bus in die Volksschule. Gummerers Dorf war nur per Seilbahn zu erreichen. Beide lernten ab der zweiten Klasse Volksschule Italienisch, zumindest theoretisch. „Der Unterricht wurde nicht geschätzt“, sagt Gummerer. In seinem Heimatort lebten nur vier Italiener, daher verwendete er die Sprache kaum. Nur eine Ausnahme gab es: beim Lesen der italienischen Micky-Maus-Hefte der im Dorf stationierten Carabinieri. Auch Paulmichl lernte erst während einiger Ferienjobs an der Adria, dass Italienisch sprechen nützlich sein kann. Sprachvielfalt sei positiv, sagt er heute: „In meinem Bergdorf

war Schweigen die Hauptsprache. Deshalb bin ich froh, dass es viele Sprachen gibt.“ Die beiden lernten sich in Wien kennen. Nach ersten Erfahrungen in der Verlagswelt gründeten sie Folio. Ein Schwerpunkt liegt auf Übersetzungen, etwa italienischer Krimis. „Wir versuchen Unterhaltsames auf hohem Niveau zu bieten. Wir wollen intelligente Literatur“, sagt Paulmichl. „Die Söhne der Winde“ etwa. Der Krimi spielt in einem italienischen Dorf, das von der Mafia regiert wird. Der Roman punktet mit Authentizität: Der kriminelle Bruder von Autor Gioacchino Criaco sitzt wegen Mafia-Delikten lebenslänglich, der Vater wurde in einer Blutfehde ermordet. Bozen und Wien sind die Standorte des Folio Verlags. Neben Belletristik bilden Reiseführer und Sachbücher wichtige Bestandteile des Sortiments. Dafür ist primär Gummerer zuständig, der oft Vorträge in

Buchhandlungen hält – samt Südtiroler Speck, Käse und Schüttelbrot. „So kann ich zeigen, dass Buchhandlungen gute Treffpunkte und Umschlagplätze für Informationen sind“, sagt Gummerer: „Amazon hat mich noch nie eingeladen.“ Für die beiden Südtiroler sind unterschiedliche Kulturen ein wichtiges Thema. „Momentan ist Südtirol durch hohen Wohlstand befriedet. Aber wenn der schwindet, könnten ethnische Unterschiede schnell aufbrechen“, sagt Paulmichl. Das würde zu neuen Konflikten zwischen „Deutschsprachigen“ und „Italienern“ führen, fürchten die Verleger. Übersetzungen helfen, andere Kulturen zu verstehen. Für Gummerer ist das ein wichtiger Aspekt ihrer Verlags­ arbeit: „Je mehr man vom anderen weiß, desto schwerer ist es, ihm den Schädel einzuschlagen.“ Bleibt zu hoffen, dass Folio und seine Vision weiterhin überleben.

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Böhlau Verlag

Carola Müller Porträt: Tobias Schmitzberger Foto: Ingo Bulla

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anchmal wächst zusammen, was zusammengehört. Bis 31. Dezember 2016 war der Böhlau Verlag Eigentum der Familie Rauch. Der Fokus des traditionsreichen Verlags liegt seit jeher auf historisch ausgerichteten Geisteswissenschaften. 2017 war eine Zäsur. Peter und Johannes­Rauch, die Eigentümer, verkauften Böhlau an den Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (V&R). Peter Rauch ging in Pension, seinen Sohn Johannes zog es in den Bankensektor. „Wir kannten uns ohnehin gut“, sagt Carola­Müller. Die 53-Jährige ist Geschäftsführerin von V&R. Böhlau und V&R pflegten schon lang den Kontakt und kollegialen Austausch. Auch V&R ist ein Wissenschaftsverlag, der Schwerpunkt liegt auf Bereichen wie Geschichtswissenschaften, Theologie, Psychologie und Pädagogik. Seit der Gründung im Jahr 1735 ist V&R ein familiengeführtes Unternehmen. Auch das war ein Grund, wa­rum Böhlau an V&R ging. „Wir sind kein Konzern, sondern ein mittelständisches Familienunternehmen“, sagt Müller. Obwohl die Buchbranche bereits rosigere Zeiten erlebt hat, steht die Eigentümerfamilie Ruprecht fest hinter V&R. „Ich habe den Auftrag, den Verlag unabhängig zu halten“, sagt Müller. Nicht einfach in einer Zeit, in der der Digitalisierungsdruck­wächst, gerade auch in den Geisteswissenschaften. Bücher von V&R stehen kaum in Buchhandelsregalen, um dort zufällig von Kunden entdeckt zu werden. „Das Informationsangebot ist enorm groß“, sagt Müller. Einzelne Bücher gehen da leicht unter. „Wir müssen die Autoren dort sichtbar machen, wo sich ein Mensch zu diesem Thema informiert. Das sind wir ihnen schuldig“, sagt Müller. Auch das führt dazu, dass mittlerweile zehn bis zwölf Prozent der

V&R-Erlöse digital lukriert werden. Tendenz langsam steigend. Hier lobt Müller den HVB. In Österreich wurde kürzlich der Mehrwertsteuersatz auf eBooks auf zehn Prozent halbiert. „Ich denke, dass der HVB hier wesentlich mitgewirkt hat. Österreich ist da viel flotter als Deutschland.“ Es geht beim Buchverkauf aber nicht nur ums Geld. Persönlich freut Müller die Aufmerksamkeit, die das Böhlau-Buch „Unfassbare Wunder“ erhält. Darin wurden einige der letzten lebenden Holocaust-Überlebenden interviewt. „Bei so einem Buch macht es Sinn, sich für jedes verkaufte Stück einzusetzen“, sagt die V&R-Geschäftsführerin. Die Freizeit, die sie noch hat, nutzt sie gern mit ihrem Ehemann Gerhard Müller für den gemeinsamen Weinkeller. „Den pflegen wir sehr liebevoll.“ Sie hat auch einen österreichischen Lieblingswein: „Der Gelbe Muskateller von Neumeister aus der Südoststeiermark.“ Vielleicht ist es bei Böhlau und V&R wie bei zwei Weinen: Je älter, desto besser.

„Wir müssen Autoren dort sichtbar machen, wo sich ein Mensch zu einem Thema informiert. Das sind wir ihnen schuldig“

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– HVB-Mitglieder im Porträt – Literaturverein manuskripte

Andreas Unterweger Porträt: Elisabeth Stuppnig Foto: Johanna Riedler/Lumikki

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„Wir möchten ein Spiegel dessen sein, was gerade an Literatur herbeiströmt, und das Beste davon abbilden“

in Baby in blau-weiß gestreiften Hosen hält eine manuskripte-Ausgabe in der Hand. Es heißt Maria. Fotografiert für eines der manuskripte-Cover 2011, ist sie die ältere der beiden Töchter von Andreas Unterweger, dem Mitherausgeber der Grazer Zeitschrift für Literatur. 1960 gegründet, wird manuskripte seit 1995 vom Literaturverein manuskripte he­ rausgegeben. Den Gründer der Zeitschrift, Alfred Kolleritsch, kennt Andreas Unterweger schon lang. Schließlich verbrachte er seine Schulzeit am akademischen Gymnasium in Graz, an dem auch Kolleritsch unterrichtete. „Ich bin mit 16 Jahren zum manuskripteFan geworden. Damals habe ich Autoren wie den Wolfi Bauer immer aus der Ferne bewundert und mich lang gehütet, selbst etwas einzusenden.“

2006 schließlich fasste er Mut. Und seine erste Erzählung wurde angenommen. 2009 stieg er in die Redaktion ein, 2016 wurde er Mitherausgeber. Das Jahr, in dem er selbst den manuskripte-Preis des Landes Steiermark gewann. Seitdem vereint er beide Berufe: den des Schriftstellers und den des Herausgebers. Dreimal wöchentlich pendelt er von seinem Wohnsitz in Leibnitz in die Grazer Redaktion. Hier kümmert er sich um Facebook und Twitter sowie Kooperationen und lektoriert gemeinsam mit Kolleritsch Texte. 1.500 werden jährlich eingesandt, 120 in vier Ausgaben gedruckt. Dabei versuchen die Herausgeber, sich nicht an Themen oder Schwerpunkten zu orientieren, sondern offenzubleiben: „Wir möchten ein Spiegel dessen sein, was gerade an Literatur herbeiströmt, und das Beste davon abbilden.“ Über welche Texte ärgert sich Unterweger? „Wenn es sich jemand zu leicht macht und versucht, mit Floskeln über die Runden zu kommen.“ Das Wichtigste bei manuskripte sei die Arbeit an der Sprache. „Es gibt wenig Schlimmeres, als wenn jemand abgedroschen formuliert oder versucht, uns mit billigen Stehsätzen zu erreichen.“ StammautorInnen wie Friederike Mayröcker oder Elfriede Jelinek legen für die anderen die Latte hoch. Mayröcker übrigens, erzählt der Herausgeber, sei noch eine der wenigen AutorInnen, die ihre Texte per Post verschicken. Ihre Typoskripte werden im Faksimile veröffentlicht. „Das ist sehr beliebt bei unseren Leserinnen und Lesern.“ Es sei nicht leicht, mit einem Nischenprodukt über die Runden zu kommen, da dürfe man sein Stammpublikum nicht enttäuschen.

Literaturverein manuskripte Sackstraße 17, 8010 Graz

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Der Schlüsselbegriff unserer Zeit neu betrachtet: Elsbeth Wallnöfer erzählt von den Wegen, „Heimat(en)“ neu zu denken – vielschichtig, kritisch und dabei stets vergnüglich zu lesen.

HAYMONverlag Elsbeth Wallnöfer

Heimat Ein Vorschlag zur Güte 160 Seiten gebunden mit Schutzumschlag EUR 19.90 ISBN 978-3-7099-3455-5

„Seit Jahrzehnten erforscht die Volkskundlerin und Philosophin Elsbeth Wallnöfer das, was dem Menschen innewohnt.“ FALTER, Stefanie Panzenböck

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„Den Weg von Gedanken zu Gedanken abkürzen“ DARIN SIEHT DIE RUSSISCHE DICHTERIN MARIA STEPANOVA EINE DER AUFGABEN VON LYRIK. UND MEINT, DASS WIR UNS GEGENWÄRTIG IN EINEM BÜRGERKRIEG DER ERINNERUNGEN BEFINDEN Interview: Erich Klein

Frau Stepanova, Sie sind im Moskau der Breschnew-Zeit aufgewachsen – war das eine glückliche Kindheit? Maria Stepanova — Ab dem Alter von dreißig oder vierzig wird fast jede Kindheit als glücklich erinnert. Kindheit ist die einzige Form von unverdorbener Welt und die einzige Metapher für das Paradies, die der Mensch hat. Selbst wenn nichts perfekt gewesen sein sollte, so ist es meist sehr schwierig zu akzeptieren, dass es das Paradies gar nicht gab. Meine Kindheit war eine sehr ruhige, ausgeglichene Zeit. Die Dichterin Marina Zwetajewa sagte einmal, das intensivste Gefühl, das sie kenne, sei die Sehnsucht nach der Zeit vor dem siebenten Geburtstag. Sie schreibt in ihren Tagebüchern dann weiter, sie wäre am liebsten in einem Gefängnis, um über jene Zeit zu schreiben, in der schon alles angelegt sei, was einen Menschen ein Leben lang ausmacht. Zwetajewas Vorstellung von einem Gefängnis stammte offenbar aus Zeiten, da die Welt noch nicht ins Chaos gestürzt war. Was waren Ihre Eltern von Beruf? Stepanova — Es gab in der Sowjetunion ein sehr verstecktes und kompliziertes Klassensystem. Meine Eltern gehörten zum nicht

privilegierten Rand der Intelligenzija, zur unteren Mittelklasse. Papa war Fotograf und hat, soweit ich mich erinnern kann, immer in einer Restaurationswerkstatt gearbeitet. Mama war Ingenieurin. Damals gab es eine intensive Gesprächskultur. Die Eltern sprachen ständig miteinander und ständig mit mir. In diesem System war es nicht möglich, die äußere Welt zu verändern, aber die Menschen hatten ausreichend Zeit und Muße, um sich in Gesprächen zu bilden. Hat Lyrik, so kritisch oder ironisch Gedichte auch sein mögen, mit dem „Paradies“ der Kindheit zu tun?

„Erinnerung ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Hauptbetätigungsfeld der Intellektuellen aller Länder und zugleich zu einem Kult geworden“ Maria Stepanova

Stepanova — Gedichte haben tatsächlich damit zu tun! Sie sind wie die GIFs im Smartphone strukturiert, kleine Videofragmente, die sich endlos im Kreis bewegen. Im Unterschied zu einem GIF brauchen Gedichte aber keinen Bildschirm, um zum Leben erweckt zu werden – Tempo und Rhythmus werden vom Leser selbst bestimmt. Gedichte sind Injektionen einer besseren oder zumindest einer ganzen Welt, einer in sich stimmigen

Ordnung der Dinge, die ein Mensch freiwillig in seinen Organismus aufnimmt. Dort leben sie dann, wie sie wollen, weiter. Und sind für den Rest der Welt bedeutungslos … Stepanova — Das würde ich nicht sagen! Es gibt zahlreiche Berichte darüber, dass Gedichte beim Überleben in den sowjetischen oder in den Lagern der Nazis ziemlich nützlich waren. Gedichte auswendig zu können hat es zumindest einigen Menschen ermöglicht, einen Teil ihrer geraubten Würde wiederzuerlangen. Jedes Gedicht ist ein geschlossenes räumliches Kontinuum, in das man freiwillig hineingelangt und in dem man verweilen kann. Man kann das als Eskapismus verstehen: wie ein Bild an der Wand, in das ein Gefangener flieht. Allerdings gibt es einen Unterschied: Hier ist das Bild nicht außen, sondern innen. Verschwindet die Tradition des Rezitierens aus der russischen Gesellschaft? Stepanova — Es ist noch immer ein russischer Nationalsport (lacht). Der Sinn der Poesie ist rein mnemotechnisch: Lernt man ein Gedicht auswendig, wird der operative Raum im Kopf erweitert. Dabei sind sehr viele Parameter wie Rhythmen und Reime wichtig, um die Erinnerungsarbeit zu erleichtern. Dadurch wird etwa der Weg von Gedanken zu Gedanken abgekürzt. Der Dichter Joseph Brodsky meinte einmal, Poesie, die niemand mehr auswendig kann, hört auf, Poesie zu sein. Zwar bleibe sie als Mitteilung noch immer bestehen, aber die ursprüngliche Funktion gehe verloren. Als Folge prophezeite Brodsky fürchterliche Nöte und Unglück! Sie haben am ebenso legendären wie verrufenen Gorki-Institut für Literatur studiert. Was haben Sie dort gelernt? Stepanova — Das Literaturinstitut ist ein merkwürdiger Ort, ein Überbleib»

F O T O : C H R I S T O P H E R M AV R I Č

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ie 1972 in Moskau geborene Lyrikerin und Essayistin Maria Stepanova absolvierte das Gorki-Literaturinstitut. Seit den 1990er-Jahren veröffentlichte sie neun Gedicht- und drei Essaybände. Sie ist Chefredakteurin von Colta.ru und derzeit Gastprofessorin an der Berliner HumboldtUniversität. Ihr literarisches Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet – auch mit dem legendären Andrei-Bely-Preis (Preisgeld: ein Apfel, eine Flasche Wodka, ein Rubel). Für den Roman „Nach dem Gedächtnis“ erhielt sie den hochdotierten Bolschaja-Kniga-Preis („Das große Buch“) sowie jüngst den Nos-Preis („Die Nase“).

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„Wir befinden uns heute am Anfang eines Bürgerkriegs der Erinnerungen“ Maria Stepanova

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sel der grandiosen sowjetischen Utopie. Man hatte die Vorstellung, ein Schriftsteller im Verbund mit dem Staat sei mehr als nur ein Schriftsteller. Für diese Allianz gab es eine beachtliche materielle Belohnung. Außerdem war man überzeugt, schriftstellerische Meisterschaft sei lehrbar. Ich habe diese Dinge zu meiner Studienzeit zum Glück nicht mehr erlebt. Es gab eine normale philologische Ausbildung mit angeschlossener Creative-Writing-Klasse, in der die Texte diskutiert wurden. Woran ich mich vor allem erinnere, ist die unglaublich gute und riesige Bibliothek mit Büchern aus der Zeit vor der Oktoberrevolution.

Ihre Eltern emigrierten nach dem Ende der S­ owjetunion nach Deutschland … Stepanova — Das war keine schnelle Entscheidung. Sie haben sich das genau überlegt. Mich hat es dennoch gewundert. Nach dem gescheiterten Putsch der Altkommunisten im August 1991 dachte ich: Das gibt’s doch nicht, wir haben gewonnen und alles wird gut. Die Eltern sahen in diesen Ereignissen etwas anderes und wollten in ihrem Leben nicht noch einmal große historische Umwälzungen erleben. Sie sind damals in Moskau geblieben. Warum? Stepanova — Aus heutiger Sicht mag das sonderbar klingen, aber die Frage stellte sich

handelt davon, wie die Erinnerung in den letzten Jahrzehnten zu einem Hauptbetätigungsfeld der Intellektuellen aller Länder und zugleich zu einem Kult wurde. Wir wissen, dass Erinnerung wichtig, gleichzeitig aber auch immer unvollständig ist und wie alles Menschliche trügerisch: Man neigt immer dazu, den Wunsch mit der Realität zu verwechseln. Der Erinnerungskult hat in unserer säkularen Welt eine Reihe von Problemen deutlich gemacht – nicht nicht nur in sogenannten troubled societies wie Russland, Ungarn, Polen oder den USA. Das Problem ist viel umfassender. Das Vergangene wird immer wichtiger, die Vergangenheit ist oft sogar ein zentrales Thema heutiger Poli-

In der russischen Literatur weisen viele Lyrikerinnen entrüstet zurück, als „Dichterin“ und nicht als „Dichter“ bezeichnet zu werden. ­Warum? Stepanova — Ich bin gegen derartige Kategorisierungen – sich gegen geschlechtsspezifische Zuschreibungen zu wehren ist allerdings sinnlos. Mein Buch „Nach dem Gedächtnis“ zeugt ja davon, von welch großer Bedeutung für mich die Fragen nach dem Russischen, dem Jüdischen und die Kombinationen beider Momente sind. Ich bin in einer assimilierten Familie aufgewachsen. Ein Teil war einst wohlhabend, was Bildungsmöglichkeit bedeutete, und Bildung ging immer mit Assimilation einher. In meiner Familie wurde kein Jiddisch gesprochen. Ich kannte allerdings Familien, in denen sich die Großeltern oder Eltern auf Jiddisch unterhielten, wenn sie etwas vor den Kindern verheimlichen wollten. Assimilation bedeutete auch den völligen Verlust der Religion … Stepanova — Mama gab mir in den 1980erJahren eine ganz neue, in Amerika gedruckte russische Bibel. Es ging dabei nicht da­rum, mich religiös zu erziehen, die Bibel war ein Gegenstand des kulturellen Erbes, das es weiterzugeben galt. Der religiöse Aspekt spielte dabei keinerlei Rolle. Das galt auch für die „Nationalität“ … Stepanova — Genau. Alle Nationalitäten sollten miteinander versöhnt werden. Dank der Familiengeschichte gab es zusätzlich ein sehr starkes jüdisches Narrativ: die Geschichte der Juden, die seit Tausenden Jahren verfolgt wurden. Während der siebzehn Jahre, die mein Vater in der Restaurationswerkstatt arbeitete, erfuhr ich auch ziemlich viel über Kirchen, Fresken und Ikonen. Das ist ein weiterer Puzzlestein meiner Er­ ziehung.

„Für mich ist nichts interessanter als die Vergangenheit, ich bin von ihr regelrecht gefangen. Aber mir ist die Beschränktheit dieser Position durchaus auch klar“ Maria Stepanova

damals nicht. Russland war unendlich interessant, für eine Zweiundzwanzigjährige wie mich sprach alles dafür, hierzubleiben. Schmerzhaft war das Zerreißen der Familienbande – aber nicht mehr so schlimm wie früher. Damals hatte die Emigration Abschied für immer bedeutet. Was bedeutet der Titel Ihres Buchs „Nach dem Gedächtnis“? Stepanova — Wörtlich übersetzt bedeutet es „In Erinnerung an die Erinnerung“ oder im „Gedenken an das Gedächtnis“. Das Buch

tik. In der Tagespolitik werden immer häufiger Konflikte beschworen, die es vor einem halben Jahrhundert oder noch früher gab. Sollte mittlerweile um das Recht auf Vergessen gestritten werden? Stepanova — Ich hätte kein Buch über Erinnerung und Gedächtnis schreiben können, wenn mich diese Frage nicht außerordentlich beschäftigen würde. Ich bin ein Mensch der Post-Memorial-Kultur. Für mich ist nichts interessanter als die Vergangenheit, ich bin von ihr regelrecht gefangen. Aber mir

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Kontinent Kinderbuch

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ist die Beschränktheit dieser Position durchaus auch klar. Wie meine ganze Umgebung will auch ich nichts Neues. Mir genügt es, in Archiven und Familienfotoalben herumzustöbern. An der sowjetischen Situation, war folgender Umstand interessant: Es gab gleichzeitig zwei historische Narrative. Eine Geschichtserzählung war offiziell. Wir wussten, dass wir genau diese offizielle Geschichte erzählen mussten. Allerdings war ihr nicht zu trauen, denn sie wurde ständig neu geschrieben und uminterpretiert, Figuren verschwanden daraus, andere kamen hinzu. Ein Prozess, in dem sich die Geschichtserzählung ständig wiederkäut. Parallel dazu gab es die häusliche Geschichtserzählung: kleine, familiäre Geschichten, in denen die große Geschichte des Landes wie in einer russischen Puppe Platz fand. Die Geschichte wurde auf ein menschliches Maß heruntergebrochen, um verständlich zu werden. Einigermaßen schizophren … Stepanova — Verrückt! Die Menschen wurden genötigt, bestimmte Schlüsse zu ziehen und sich gleichzeitig damit abzufinden, dass keine Entscheidungen in Bezug auf geschichtliche Wahrheiten zu treffen sind. Vermutlich ist es kein Zufall, dass die postfaktische Politik ihren Höhenflug zunächst im postsowjetischen Russland Putins erlebte. Es ist nichts Neues, dass Tatsachen jede beliebige Bedeutung verliehen werden kann. Doch einander entgegengesetzte historische Sichtweisen in einem Kopf zusammenzubringen ist unsere russische Spezialität. In dem Maß, in dem das Verhältnis zur Vergangenheit immer mehr an Bedeutung gewinnt und die Vergangenheit neu bewertet wird, erheben auch verschiedene Gruppen das Recht auf diese Vergangenheit: nicht nur moralische Menschen, sondern auch die Henker und die Enkel der Henker. Sie sind überzeugt, dass sie ein Recht auf Erinnerung haben. Das führt zu einem Bürgerkrieg der Erinnerungen, an dessen Anfang wir uns heute befinden. Wie sehen Sie die russische Geschichte des 20.  Jahrhunderts? Stepanova — Sollte ich je die Vorstellung von einem besseren Russland, etwa in den Jahren 1910 bis 1913, besessen haben, so denke ich mittlerweile anders. Das hat auch mit meinem Buch zu tun. Dazu las ich etwa die Berichte der Polizeiagenten aus Cherson, wo mein Ururgroßvater Fabriken für Landwirtschaftsmaschinen besaß. Ich verstand dabei, wie sehr Russland zu Beginn des 20.  Jahrhunderts in allen Gesellschaftsschichten von revolutionären Bewegungen

erfüllt war. Wenn wir im heutigen Russland von Protesten sprechen, kommen die von Menschen wie unsereins. Im sogenannten alten Russland entrollten einfache Soldaten eine rote Fahne, oder Mädchen mit russischjüdischen Namen sangen im Ruderboot am Meer Revolutionslieder. Den merkwürdigen Idealismus der Revolution gab es tatsächlich. Ihr Ururgroßvater war Millionär, ein Groß­ vater als Kind Bettler … Stepanova — In meiner Familie gab es Opfer der Revolution, Menschen, die spurlos verschwanden. Aber ein Großvater war Kommunist. Er diente bei einer bewaffneten Sondereinheit der Arbeitergarde. Sie requirierten bei den Bauern Getreide für den Staat. Er war neunzehn Jahre alt und aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen vom Kommunismus überzeugt. Er hätte nicht in irgendeiner Armee gedient, sondern wollte auf diese Weise der Verbesserung der Welt dienen. Er hatte nach der Revolution geradezu gelechzt. Über diesen Großvater schreiben Sie nur: „Was Nikolaj Stepanov damals getan hatte, hat er nie erzählt.“ Stepanova — Was meinen kommunistischen Großvater betrifft, so tue ich mir mit seiner Geschichte leichter, als müsste ich zum Beispiel erfahren, dass einer meiner Verwandten ein geheimer Mitarbeiter der Staatssicherheit oder ein Wärter in einem Konzentrationslager war. Das würde einen Schrecken ganz anderer Art bedeuten. Ich wüsste nicht, was ich damit anfangen soll, und wie ich damit leben könnte. Zum Beispiel ein Buch schreiben? Stepanova — Es gibt ja das berühmte Buch von Péter Esterházy, in dem er seinen Vater verehrt, um danach zu erfahren, dass dieser ein Mitarbeiter der Geheimpolizei war. Aber wenn man es genau überlegt – der erste Teil des Buchs, „Harmonia Caelestis“, ist literarisch stärker und überzeugender. Mit „Verbesserte Ausgabe“, das er aufgrund der neuen Erkenntnisse nachschob, gelang es Esterházy nicht, jenen Mythos, den er selbst geschaffen hatte, zu dekonstruieren. Was ihm gelang, war Zeugenschaft abzulegen, sonst nichts. Aber vielleicht ist auch das genug. In Russland wird immer wieder die Lustration verlangt, die Entlassung aus politischen Äm­ tern von Personen, die für den KGB gearbeitet haben. Die Gegner befürchten ein Chaos und plädieren für ein endgültiges Vergessen … Stepanova — Ich weiß nicht, wie man auf lange Sicht nicht vergessen könn»

Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Mädchensache Mutige Frauen und „Rebel Girls“ Richtig losgegangen ist es 2017 mit den Bestseller-Frauenporträts der „Good Night Stories for Rebel Girls“, jetzt machen sich unerschrockene Frauen (gern auch 100 davon) immer mehr im Kinderund Jugendbuchregal breit. „Power Woman. Geniale Ideen mutiger Frauen“, „100 Frauen und 100 Jahre Frauenwahlrecht“, „100 Frauen, die die Welt verändert haben“ – so manches neue Sachbuch widmet sich den historischen Aspekten der Frauenbewegung, und in der Prosa reflektieren Figuren sogar explizit über ihre Rolle als Frau. Eine interessante Nische hat sich da aufgetan, zusätzlich zu Leitfäden im Stil von „How to Be a Girl“. (Mädchenratgeber gibt es ja schon ewig. Wobei der erste, der „Väterliche Rath für meine Tochter“ (1789) von Heinrich Campe, eine deutlich andere Position vertrat.) Diese Nische darf durchaus breiter werden. Gibt es doch neben selbstbestimmten Heldinnen immer noch eine Schar von Protagonistinnen, die ein ganz anderes Bild verkörpern. Die verstärkte Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen zeigt jedenfalls deutlich, wie sehr das Kinder- und Jugendbuch den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs widerspiegelt. Frauen werden zum Thema, auch in der KJL. Hoffentlich bleiben die „Rebel Girls“ kein One-Hit-Wonder …

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te. In zweihundert Jahren sind alle Spitzen und Kanten, die heute noch schmerzen, abgeschliffen. Wir sind den Verbrechen des Stalinismus noch sehr nah, daher bin ich eine Befürworterin der Lustration. In Russland hat man nach dem Ende der Sowjetunion wohl in guter Absicht versucht, Schwierigkeiten beim Übergang zum neuen System möglichst gering zu halten. Eine Aufarbeitung ist nicht erfolgt – viele wichtige Dinge wurden nicht einmal bei ihrem Namen genannt. Heute wundern wir uns darüber, dass sprachliche Wendungen, die typisch für die 1970er- oder gar die 1930er-Jahre waren, plötzlich wieder in Politik und Medien auftauchen. Das Ganze gleicht ein wenig Trumps Rede von den Medien als „Feinden

Maria Stepanova „Nach dem Gedächtnis“, die Spurensuche nach vier Generationen einer Familie mit Bettlern und Millionären, Revolutionären, Ärztinnen und Buchhaltern, beginnt in Moskau, führt in Russlands Fernen Osten, nach Petersburg, in den Süden der Ukraine und schließlich nach Paris. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs studierte dort die Großmutter der Autorin. Einmal heißt es in diesem grandiosen Roman-Essay augenzwinkernd: „Ich musste mich damit abfinden, dass meine Verwandtschaft sich wenig Mühe gegeben hatte, unsere Geschichte interessant zu gestalten.“ Die Figuren der Maria Stepanova lassen einen so schnell nicht mehr los: Wie heißt es da einmal: „Sie ist ein Weltwunder!“ Nach dem Gedächtnis. Roman. Aus dem Russischen von Olga Radektzkaja. Suhrkamp 2018 Seit 2012 ist Maria Stepanova auch Chefredakteurin des durch Crowdfunding finanzierten Internetportals Colta.ru. Wichtigste Themenfelder sind Kino, Kunst, Literatur und Musik. Die bekanntesten „liberalen“ Intellektuellen diskutieren hier – etwa, wie weit eine Kooperation mit Putins Regime gehen darf. Literatur nimmt durch Original­ beiträge oder besondere Archiv­funde eine Sonderstellung ein.

des Volks“! Auch das ist eine Form des Vergessens: Ich glaube, solange es die Möglichkeit zu erinnern gibt, muss man erinnern! Woran in Putins Reich besonders gern erinnert wird, ist der Sieg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Diese Zeit spielt auch in „Nach dem Gedächtnis“ eine wichtige Rolle … Stepanova — Mein ganzes Buch ist eine Reaktion auf die russischen Ruhmesfanfaren und all den Lorbeer! Für mich steht die Frage der menschlichen Dimension der Geschichte im Zentrum. Es geht mir um einen Maßstab, der unsere Fantasie nicht ständig mit Lärm und Getöse überwältigt. Wenn mein Buch gegen irgendetwas eine Revolte ist, dann eine gegen die Tyrannei der Wahl. Ständig werden Hierarchien errichtet: Etwas ist wichtig, anderes unwichtig, diese Geschichte ist interessant, jene langweilig, deshalb lassen wir sie weg. Über diesen General oder jenen Dichter schreiben wir eine Biografie. Über einen Ingenieur oder Zimmermann? Das interessiert unsere Leser doch nicht! Das macht mich wütend! Ich habe ein Buch geschrieben, um zu zeigen, dass auch die normalen Menschen meiner Familie verdienen, sichtbar gemacht zu werden. Das Gerede vom Stolz und dass sich Russland heute wieder von den Knien erhebt, ist mir zutiefst zuwider! Sie schreiben über Ihre Großmutter Sarra Ginsburg, die vor dem Ersten Weltkrieg an der Sorbonne Medizin studiert hat, sehr zurückhaltend … Stepanova — Hätte ich einen Roman über Großmutter Sarra mit ihren Verehrern, Liebesgeschichten, Parisreisen und Hutschachteln geschrieben, wäre das Buch für einige zweifellos interessanter – aber mit Geschichten dieser Art habe ich nichts zu tun. Mir ging es um die Details. Dazu waren Reisen eine wichtige Voraussetzung. Ich hätte den Text nicht schreiben können, ohne an all diese Orte zu fahren. Die physische Anstrengung dabei war nicht ohne Bedeutung. Einer der Orte, Cherson, liegt im Süden der Ukraine, es gab winzige Siedlungen in Sibirien, auch war ich mehrmals in Leningrad. All diese Orte liegen weit auseinander. Das Resultat war ja jedes Mal dasselbe. Ich fahre hin, komme an den Ort eines Verwandten, berühre ein Stück Mauer – doch dort ist gar nichts. Der Bergsteiger Reinhold Messner sagte ­einmal, am Gipfel eines Bergs sei eigentlich nichts … Stepanova — Man macht bei dieser Recherche keinerlei zufällige Entdeckung,

trifft auch niemanden, der einem erzählen könnte, wie es dort einmal wirklich war. In der Zwischenzeit haben sich alle Landschaften verändert, die Städte sind nicht wiederzuerkennen. Aber vermutlich ist genau das wichtig – hinzufahren, um an einen leeren Ort zu kommen. Es gab bei jeder Reise komische und unangenehme Missgeschicke. In Beschetsk fiel ich in einem Café vom Sessel

„Einander entgegengesetzte historische Sichtweisen in einem Kopf zusammenzubringen ist unsere russische Spezialität“ Maria Stepanova

und verletzte mich (lacht). In Cherson geriet ich auf dem jüdischen Friedhof in ein Dornengestrüpp, aus dem ich nur mehr blutüberströmt herausfand. Es war, als müsste ich meine Suche mit ein wenig Schweiß und Tränen bezahlen (lacht). Sindbad, der Seefahrer, wurde von einem riesigen Vogel über den Ozean getragen. Weil der Ozean so riesig ist, muss der Vogel immer wieder gefüttert werden. Sindbad hat Fleisch mitgenommen und füttert ihn. Dann geht das Futter aus, das Ufer ist noch immer nicht zu sehen, also muss Sindbad dem grässlichen Vogel Stücke seines eigenen Fleisches geben. Meine Reisen durch Russland waren ein bisschen von « ­dieser Art.

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– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

Neue Möglichkeiten in der Buchbranche

machen“-Dinge auf die „Will ich machen“Liste setzen. Diesen durch den spielerischen Zugang vermittelten Motivationsschub können sich Verlage zunutze machen, um intern und extern Menschen zu motivieren. Ein Workshop zeigte, welche Bedeutung Influencer heute haben und welche Möglichkeiten die Literaturbranche hat, um mit Booktubers oder anderen Influencern zu kooperieren. Eines wurde bei der future!publish klar: Die Buchbranche verfügt über immenses kreatives Potenzial, um auf die VUKA-Welt zu reagieren. So können etwa Alexa, Siri und Co. Bücher vorlesen, Buchhändlerinnen und Buchhändler zu Influencern werden und der Podcast kann zum neuen Buch avancieren. Das Wichtigste dabei: Ausprobieren und dabei den Mut haben, auch Fehler zu machen. Man kann sich dabei an den Satz eines bekannten YouTubers halten: „You don’t have to listen to anyone because in this new world no one knows anything.“ .

Lisa Schöttel Die vierte future!publish in Berlin brachte Ideen für neue Geschäftsmodelle in der Buchbranche. EBSCO-Key-Account-Managerin Lisa Schöttel war dabei

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as erste iPhone ist 2007 auf den Markt gekommen. Seither sinkt die Zahl der verkauften Kaugummis. Warum? Das war die Einstiegsfrage von Frank Eilers, Keynote Speaker bei der diesjährigen future!publish, die im Jänner zum vierten Mal in Berlin stattgefunden hat. Damit machte Eilers eine einschneidende Entwicklung klar: Wir leben in einer Welt, in der nichts mehr vorhersehbar ist. Niemand hätte vor zehn Jahren gedacht, dass 2018 ein Mensch in den zwei Minuten Wartezeit an der Kassa eher zu seinem Smartphone als zu einem Kaugummi greift und damit die Umsatzzahlen aller Kaugummihersteller in den Keller rasseln lässt. Wir leben in einer sogenannten VUKA-Welt, einer Welt der Digitalisierung, die sich durch vier Eigenschaften auszeichnet: Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität. Das Workshopangebot der future!publish lieferte den 200 Vertreterinnen und Vertretern der Buchbranche nützlichen

Input zu diesen Veränderungen. Wichtig ist, ihnen mit Neugierde und spielerischer Freude zu begegnen. So gab das CoachingTeam von BerlinHorizonte den Teilnehmenden ihres Workshops Playmobil-Figuren in die Hand, um eingerostete Strukturen zu visualisieren und neue kreative Lösungen zu finden. Ganz im Sinne der Agilität, die jedes Unternehmen braucht, um der sich ständig verändernden Welt zu begegnen. Am zweiten Tag wurden bestehende Verlagsmodelle analysiert, die größten Gefahren der Branche aufgezeigt und neue Geschäftsmodelle zur Abwehr dieser Gefahren generiert. Im Zuge dessen wurde ein kleiner Belletristik-Verlag zu einer Informationsagentur umgewandelt, die primär mit Inhalten handelt und weniger eigene Bücher verlegt. Die Agentur Pfeffermind hielt einen Impulsvortrag über Gamification für Verlage. Spiele sollen als Motivationskunstwerke agieren und selbst die trockensten „Muss ich

„Die Buchbranche verfügt über immenses kreatives Potenzial“

Lisa Schöttel arbeitet bei EBSCO, wissenschaftliche Buchhandlung und Informationsdienstleister

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– Buchtermine –

Veranstaltungen März 2019 SAMSTAG 2. 3.

SAMSTAG 16. 3.

Literaturspaziergänge 2019 (Makartplatz neben dem Landestheater, Makartplatz , 5020 Salzburg, 19:00)

Magda Kropiunig, Christoph Grissemann: „Die gelbe Tapete“. Musikalische Begleitung von Manfred Engelmayr (Kunstforum Wien, Freyung 8, 1010 Wien, 18:00) Gabriele Kuhn, Michael Hufnagl: „Paaradox“ (Wasserschloss Kottingbrunn, Schloß 1, 2542 Kottingbrunn, 19:30)

MONTAG 4. 3.

Narrenfreiheit 2019: „Valentinade“ (Kultur im Kotter, Kaiser Franz Josef-Straße 2, 2301 Groß-Enzersdorf, 19:30)

MITTWOCH 20. 3. DIENSTAG 5. 3.

Thema: „Hungrig und satt“: Erstes Wiener Lesetheater: Blaue Stunde (Heinrich, Thaliastraße 12, 1160 Wien, 19:00) MITTWOCH 6. 3.

Margit Mössmer: „Palmherzen“. Moderation: Sebastian Fasthuber (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00)

Margit Mössmer präsentiert ihren neuen Roman „Palmherzen“ (Edition Atelier) am 6. 3. im Literaturhaus Wien. Kulturjournalist Sebastian Fasthuber moderiert

DONNERSTAG 21. 3.

Krypta: Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen (Peterskirche, Petersplatz , 1010 Wien, 15:00) Franz Schuh: „Kasperl am elektrischen Stuhl“: Stars lesen aus ihren Lieblingstexten (Salon Brusatti, Mariengasse 3, 2500 Baden, 19:30)

DONNERSTAG 7. 3.

Krypta: Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen (Peterskirche, Petersplatz , 1010 Wien, 15:00) Franzobel: „Rechtswalzer“ (Tischlerei Melk – Kulturwerkstatt­, J. Prandtauer-Straße 11, 3390 Melk, 20:00)

MITTWOCH 27. 3.

Hapé Schreiberhuber liest Stefan Zweig: Krypta: „Über Casanova“ (Peterskirche, Petersplatz , 1010 Wien, 19:00)

FREITAG 8. 3.

Veranstaltungsreihe Frozen Flowers: Julia Gschnitzer: „Frauen – Meine Kunst lass ich nicht liegen“. Musikal. Begleitung von Biliana Tzinlikova; (Klostersaal Traunkirchen, Klosterplatz 1, 4801 Traunkirchen, 19:30) Elisabeth Orth: „Iphigenie auf Tauris“: Stars lesen aus ihren Lieblingstexten (At the Park Hotel Baden, Kaiser Franz-Ring 5, 2500 Baden, 19:30)

Rainer Juriatti: „Die Abwesenheit des Glücks“ (Kulturbühne Schruns, Batloggstraße 24, 6780 Schruns, 19:00) Raphaela Edelbauer, Franzobel: „Der flüssige Walzer“ (Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, 6060 Hall in Tirol, 20:30)

Die AFRIEUROTEXT Buchhandlung feiert am 30. 3. ein Straßenfest. Das Motto: „Dialog, Toleranz und Akzeptanz als Garanten für ein friedliches Zusammenleben“

DONNERSTAG 28. 3.

I. Barta, M. Ott-Wodni, A. Skrabanek (Hg.): „Repräsentation und (Ohn)Macht. Die Wohnkultur der habsburgischen Prinzen im 19. Jahrhundert“ (Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien, 19:00) FREITAG 29. 3.

Stromboli Feminist Slam mit MC Mieze Medusa: (Kulturlabor Stromboli, Krippgasse 11, 6060 Hall in Tirol, 17:00) Rapper lesen Rapper – die erste österreichische HipHop Late-Night-Show (Die Bäckerei, Drei­ heiligenstraße 21, 6020 Innsbruck, 20:00) Ernst Molden: „Das Nischenviech. Die wilden Tiere meines Lebens“ (Rabenhof, Rabengasse 3, 1030 Wien, 20:00)

Gerhard Fritsch: „Man darf nicht leben, wie man will“. Tagebücher (Literaturhaus Mattersburg, Brunnenplatz 4, Rathaus, 1. Stock, 7210 Mattersburg, 20:00) Armin Thurnher: „Fähre nach Manhattan. Mein Jahr in Amerika“ (OKH – Offenes Kulturhaus Vöcklabruck, Hans-Hatschek-Straße 24, 4840 Vöcklabruck, 20:00) DONNERSTAG 14. 3.

MONTAG 11. 3.

Vea Kaiser: „Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie“ (Rabenhof, Rabengasse 3, 1030 Wien, 20:00)

Marek Šindelka „Der Fehler“ (Steiermärkische Landesbibliothek, Kalchberggasse 2, 8010 Graz, 14:30) Franz Suess: „Paul Zwei“ (Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien, 19:00)

SAMSTAG 30. 3.

Rauris.Lyrik mit Simone Lappert, Tom Schulz und Aleš Šteger. Musik von Muamer Kebic (Gasthof Platzwirt Rauris, Marktstraße 32, 5661 Rauris, 10:30) AFRIEUROTEXT-Straßen- und Gedenkjahrfest 2019: (Gebietsbetreuungszentrum für den 2. Bezirk, Max-Winter-Platz, 1020 Wien, 13:00–22:00) SONNTAG 31. 3.

DIENSTAG 12. 3.

Fat-Book von Markus Kircher (Fünfzigzwanzig, Residenzplatz 10, 5020 Salzburg, 18:30) H. Thauerböck, N. Schulz-Dragoman, G. Egger, H. C. Tassatti: „Anthologie Donaustrandgut“ (Volkshaus Franckviertel, Franckstraße 68, 4020 Linz, 19:00)

Lesung und Gespräch mit Vladimir Vertlib (Alte Schule Bucheben, 5661 Rauris, 14:30), mit Peggy Mädler, Nana Ekvtimishvili, Daniel Wisser: Lesungen und Gespräche (Gasthof Grimming Rauris, Marktstraße 25, 5661 Rauris, 19:00)

FREITAG 15. 3.

Sylvie Rohrer: „Antigone“: Stars lesen aus ihren Lieblingstexten (Salon Brusatti, Mariengasse 3, 2500 Baden, 19:30) Fettes Brot mit Anne Raddatz (WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien, 20:00)

Severin Groebner, Hosea Ratschiller & Stefanie Sargnagel: Letzte Wiener Lesebühne (Vienna Ballhaus, Berggasse 5, 1090 Wien, 19:00)

Senden Sie Ihre Terminvorschläge an redaktion@hvb.at

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