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Anzeiger 1/20

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anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Trendwende zum Positiven

Bücher im Frühling

Rollenbilder aufbrechen

Warum 2019 ein gutes Jahr für den österreichischen Buchhandel war und welche Trends abzulesen sind

Neue Themen, neue Titel: Die aktuellen Frühjahrsnovitäten, die man nicht verpassen sollte

Die Autorin Gertraud Klemm über die Situation der Frauen in Alltag, Literaturbetrieb und Gesellschaft

Der Brexit spaltet die britische Gesellschaft und ganz Europa. Coes klug-ironische Komödie zeigt, wie es dazu kommen konnte!

Erstpräsentation am 9. März 2020 im Bruno Kreisky Forum, Wien

FA LT E R V E R L A G S G E S E L L S C H A F T M . B . H . , M A R C -AU R E L - S T R A S S E 9 , 1 0 1 1 W I E N

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„Ein beeindruckender und herrlich komischer Roman“ The Guardian

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Neuerscheinung: Leopold Spitzer

Hugo Wolf – Sein Leben in Bildern Musikwissenschaftlicher Verlag Wien

Mehr als 200 Abbildungen von Hugo Wolf, seiner Familie und Persönlichkeiten aus seinem privaten und beruflichen Umfeld sowie seiner Wohnorte und Wirkungsstätten ermöglichen einen umfassenden Einblick in vielfältige Lebensbereiche des Komponisten. Mit ausführlichen Erläuterungen steht diese Bildbiographie durchaus für sich und ist darüber hinaus eine optimale Ergänzung zu Hugo Wolfs Texten und Briefen. 120 Seiten, Format: 19,5 x 26,5 cm, Hardcover W 106, ISBN 978-3-903196-07-0, € 45,00 (exkl. Mwst.)

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Hugo Wolf – BRIEFE 1873 – 1901 Ausgabe sämtlicher Briefe in vier Bänden vorgelegt von Leopold Spitzer

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Hugo Wolf – Werk und Leben Erstmals gibt es nach längerer Zeit wieder eine grundlegende Biographie von Hugo Wolf. Leopold Spitzer, Editionsleiter der Hugo-WolfGesamtausgabe und Herausgeber seiner Schriften, ist ein Experte ersten Ranges auf diesem Gebiet. Sein vom Werk des Komponisten ausgehendes Lebensbild aus dem Jahr 2003 wurde für diese Ausgabe auf den aktuellen Stand gebracht. Format 17 x 24, broschiert W 105, ISBN 978-3-903196-02-5, € 32,80 (exkl. Mwst.)

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Religiöses zum Jahresbeginn – 155. Jahrgang –

„Die Nachfrage nach dem Kulturgut Buch ist ungebrochen und steigt sogar“ Benedikt Föger

N

ach einem positiven Jahresabschluss können wir zuversichtlich auf 2020 blicken. Es ist erfreulich, dass sich das Jahr 2019 im Umsatz und Absatz positiv entwickelt hat. Ein Umsatzplus von 1,6 % mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, für uns ist es aber ein deutliches Zeichen, dass die Nachfrage nach dem Kulturgut Buch ungebrochen ist und sogar steigt. Besonders stark waren die Zuwächse wieder bei Kinder- und Jugendbüchern, auch die Ratgeber konnten dazugewinnen. Wie das in den einzelnen Warengruppen und Editionsformen ausgesehen hat und welche Bücher die österreichischen Jahrescharts anführen, wird diesmal in „Essenziell“ behandelt (ab Seite 12).

Renate Bauinger, Silvia HabringerHagleitner, Maria Trenda (Hg.) Sternstunden Religionsunterricht Erzählungen aus dem Schulalltag Lehrer*innen und Schüler*innen aus den verschiedenen Konfessionen und Religionen berichten. Wenn Religionsunterricht gelingt, dann ist er ein Kraftfach! 96 Seiten, ISBN 978-3-7025-0976-7, € 19,–

„Kurz gesagt“ widmet sich der Fort- und Weiterbildung in der Buchbranche (Seite 5), passend dazu werden die neuen Frühjahrsseminare des mediakolleg vorgestellt (Seite 9).

F O T O : K A T H A R I N A F. R O S S B O T H

Welche Themen sich in den Frühjahrsprogrammen von Romanen und Sachbüchern finden, steht im „Schwerpunkt Bücherfrühling“ (ab Seite 16). In den Porträts werden in dieser Ausgabe die HVB-Mitglieder Barbara Brunner (PR-Agentur Dr. Barbara Brunner), Leo Gürtler und Rudi Gradnitzer (bahoe books), Nina Stastny (Buchhandlung Kerbiser) und Paul Klingenberg (Klingenberg Verlag) vorgestellt (ab Seite 24). Für „Selbstredend“ erzählt die vielfach ausgezeichnete Wiener Autorin Gertraud Klemm über die Rolle von Frauen im Alltag, in der Gesellschaft sowie im Literaturbetrieb (ab Seite 28).

Benedikt Föger HVB-Präsident

Salzburger Armenbibel Unter der Bezeichnung Biblia pauperum, Armenbibeln, versteht man Bilderhandschriften mit erklärendem Text für die Seelsorge und katechetische Ausbildung. Ein Beispiel ist die Handschrift a IX 12 des Benediktinerstiftes St. Peter in Salzburg. Mit aktualisierter Einführung, Übertragung und Übersetzung der Textpassagen. 80 Seiten, mit Faksimiledrucken ISBN 978-3-7025-0977-4, € 49,–

Lesen Sie uns kennen. anzeiger / 3

www.pustet.at


– Inhalt –

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Der Grazer Jungverleger Paul Klingenberg im Porträt

Der Frühling verspricht Vielfalt im Belletristikund Sachbuchprogramm

Herausgeber: Hauptverband des Österreichischen Buchhandels/ISSN 0003-6277, Grünangergasse 4, 1010 Wien, T: +43 1/512 15 35, www.buecher.at Geschäftsführung: Gustav Soucek Projektleitung: Julia Stumvoll, DW 29, stumvoll@hvb.at Aboverwaltung: Irina Odvody, DW 12, odvody@hvb.at Medieninhaber, Konzept, Redaktion und Produktion: Falter Verlagsgesellschaft m. b. H., Bereich Corporate Publishing, Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, T: +43 1/536 60-0, E: magazine@falter.at, www.falter.at Chefredaktion: Christian Zillner, DW 926, Teresa Preis, DW 812 Geschäftsführung: Siegmar Schlager Anzeigenleitung: Sigrid Johler, DW 952, johler@falter.at Die Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter-verlag ständig abrufbar Herstellung: Print Alliance HAV Produktions GmbH.

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Gertraud Klemm in einem sehr persönlichen Gespräch über ihr Leben als Schriftstellerin

Die Marktdaten zum positiven Abschluss des Buchhandels 2019 im Überblick

KURZ GESAGT

5

Im digitalen Zeitalter bestehen Fort- und Weiterbildung für die Buchbranche

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WISSENSWERT

6

Kurzmeldungen Ö1 Buch des Monats, Mohr Morawa, Leipziger Buchmesse, Bertelsmann, Steirischer Landesrat im HVB, Ausschreibungen, Personalia, Gourmand Cookbook Awards für Brandstätter, Deutscher Sachbuchpreis, E-Books, Wortmeldungen, Tyrolia, Preis der Literaturhäuser, mediakolleg, Kinderbuchwelt, NetGalley

Trendwende zum Positiven

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Kontinent Kinderbuch Folge dem Trend

Ein Rückblick auf das Jahr 2019 in Zahlen

KURZ VOR SCHLUSS

Bücher im Frühling Entdeckungen aus den Frühjahrsprogrammen in Belletristik und Sachbuch

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Gastkommentar Gerhard Bauer über Vielfalt

STANDARDS TITELSCHUTZ 10 MONATSBESTSELLER 20 MONATSBESTENLISTEN 22 BUCHTERMINE 34

KLASSIKER

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SELBSTREDEND Gertraud Klemm Im Gespräch mit Erich Klein

SCHWERPUNKT

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Leo Gürtler & Rudi Gradnitzer bahoe books Paul Klingenberg Klingenberg Verlag Barbara Brunner Öffentlichkeitsarbeit Nina Stastny Buchhandlung Kerbiser

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ESSENZIELL

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HVB-MITGLIEDER IM PORTRÄT

Neu entdeckt George Eliot

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F O T O S : I S T O C K , M A R I O N L U T T E N B E R G E R , C H R I S T O P H E R M AV R I C I L L U S T R AT I O N : G E O R G F E I E R F E I L

IMPRESSUM

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– Kurz gesagt –

Im digitalen Zeitalter bestehen FORT- UND WEITERBILDUNG FÜR BRANCHENMITGLIEDER IM DIGITALEN ZEITALTER

FOTOS: SCH ROECK/O.FREUDENTHALER, HOLLITZER VERLAG, MICHAEL MAZOH L

Voneinander lernen Angesichts der rasanten und teils dramatischen Veränderungen am Markt stehen wir als Buchverlag vor der großen Herausforderung, unser Geschäft zukunftsfähig zu machen. Dabei ist laufende Fort- und Weiterbildung meiner Meinung nach unerlässlich. Neben den formellen Florian Weiterbildungsangeboten ist es für Pötzelsberger, uns vor allem wichtig, voneinander Benevento zu lernen. Die Kolleginnen und Kollegen bringen durch unterschiedliche Ausbildungen und Berufserfahrungen viel Wissen mit, und wir versuchen jedem Mitarbeiter den Raum zu lassen, dieses Wissen bestmöglich im Sinne des gemeinsamen Erfolgs einzubringen.

Man lernt nie aus Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein. Klingt abgedroschen, ist aber wahr. Mit den immer schnelleren Umwälzungen gerade in der Verlagsbranche (Stichwort Digitalisierung, Onlinehandel) gehen auch ständig Neuerungen einMichael Hüttler, her, die man zeitnah umsetzen sollHollitzer Verlag te, um nicht hoffnungslos abgeschlagen zu sein. Es wäre auch wirklich paradox, wenn gerade der Hollitzer Verlag, als Wissenschaftsverlag, nicht in Fort- und Weiterbildung investieren würde. Unsere Mitarbeiterinnen und auch ich selber haben daher schon mehrmals mediakolleg Seminare besucht, denn auch wenn man glaubt, alles zu wissen merkt man oft schnell: Man lernt nie aus.

„Unsere Mitarbeiterinnen und auch ich selber haben schon mehrmals mediakolleg Seminare besucht“ Michael Hüttler

Elementarer Bestandteil der Unternehmensstrategie Wir sind mit Entwicklungen, die andere Branchen bereits früh intensiv getroffen haben, mittlerweile stark konfrontiert. Die Digitalisierung hat spürbare Auswirkungen auf unsere Produkte, Prozesse und vertrieblichen Möglichkeiten. Wer Iris Kraßnitzer, diese Möglichkeiten nicht nutzt, ÖGB Verlag wird nicht bestehen können. Weiterbildung ist daher für uns ein elementarer Bestandteil der Unternehmensstrategie. Nicht zuletzt im mediakolleg finden wir immer wieder passende Angebote – und nutzen diese Weiterbildungen auch zur Vernetzung. Wir erleben eine immer stärkere Konzentration auf wenige Player, deshalb ist es für kleine Verlage und Buchhandlungen umso wichtiger, sich auszutauschen und neue Herangehensweisen zu entwickeln.

„Neben den formellen Weiterbildungsangeboten ist es für uns vor allem wichtig, voneinander zu lernen“ Florian Pötzelsberger

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– Wissenswert –

Ö1 Buch des Monats „Der junge Doktorand“ (Berlin Verlag) ist Ö1 Buch des Monats Jänner. „Was sich in einer Zeitspanne von einem Tag entwickelt, ist ein Kammerstück in Prosa, bestritten von drei Hauptfiguren, deren Perspektiven der Roman abwechselnd einnimmt“, heißt es in der Jurybegründung der „Ex Libris“-Redaktion. „Jan Peter Bremer ist eine feine kleine Satire auf die lächerliche Selbstbezogenheit des Kunstbetriebs und dessen fragwürdige Voraussetzungen gelungen.“ Das Ö1 Buch des Monats ist eine exklusive Aktion für HVB-Buchhandlungen in Kooperation mit dem Radiosender Ö1. Der Siegertitel wird monatlich von der „Ex Libris“-Redaktion ausgewählt und in der Sendung besprochen.

Im Gespräch Mohr Morawa lädt die Branche ein Ab Frühjahr 2020 lädt Mohr Morawa Branchenangehörige zu Gesprächen in die Wiener Sulzengasse 2 ein. In Gesprächsrunden sollen Fragen geklärt werden, außerdem kann das Haus besichtigt werden, und es wird über Abläufe und Neuerungen informiert. Die ersten Termine sind: 10. 2., 23. 3. und 20. 4., jeweils von 9 bis 12 Uhr. Anmeldungen unter thomas.schimatowitsch@mohrmorawa.at.

Zweite Buchhandlung für Hofinger

Das Ö1 Buch des Monats im Jänner Melanie Hofinger und Walter Neugebauer

Die Inhaberin der Veritas Buch- und Kunsthandlung in Linz, Melanie Hofinger, hat mit Jänner 2020 auch die Traditionsbuchhandlung Neugebauer übernommen. Die Jungunternehmerin tritt damit die Nachfolge von Geschäftsführer Walter Neugebauer an. Neugebauer, der bereits seit 1974 als Buchhändler tätig ist und weiterhin für die Kundinnen und Kunden im Einsatz sein wird, zeigte sich erfreut: „Mit [ihr] wird die Buchhandlung Neugebauer am Taubenmarkt auch in Zukunft ein beliebter Treffpunkt für Bücherfreunde in Linz bleiben.“

Bertelsmann übernimmt

LBM-Tickets HVB-Buchhandlungen haben die Mög-

lichkeit, zwei kostenlose Dauerkarten für die Leipziger Buchmesse 2020 zu bekommen. Um von dem Service Gebrauch zu machen, senden Sie bitte ein E-Mail mit Vor- und Nachname der Ansprechperson, Funktion, Mailadresse und Verkehrsummer an willkommen@leipzigerbuchmesse.de. Alle weiteren Details auf: www.leipziger-buchmesse.de/Fachbesucher/ Profil/Buchhaendler

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Benedikt Föger mit Christopher Drexler

Zu Gast im HVB Die Themen Kunst- und Literaturförderung werden im Land Steiermark traditionell großgeschrieben. So kam es auch zum Besuch von Kulturlandesrat Christopher Drexler im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels im Jänner. Themen des Treffens waren Arbeitsgespräche zur Erweiterung bestehender Kooperationen mit HVB-Präsident Benedikt Föger.

FOTO S: JA N S E N B E RG E R, H O F I N G E R,U L R I C H KO C H, H V B

Zwei Tickets pro Buchhandlung für Leipzig

Der deutsche Bertelsmann Konzern hat zu Jahresbeginn angekündigt, den verbliebenen 25-Prozent-Anteil vom Mitgesellschafter Pearson zu erwerben, und auf diese Weise zum Alleineigentümer von Penguin Random House aufzusteigen. Der Vollzug des Kaufs, dessen Preis 675 Millionen US Dollar (entspricht etwa 606 Millonen Euro) beträgt, soll im zweiten Quartal 2020 vonstatten gehen. Die kartellrechtlichen Freigaben vorausgesetzt, wird die deutsche Verlagsgruppe Random House, die ebenfalls vollständig von Bertelsmann gehalten wird, so Teil von Penguin Random House. Damit wird die in New York ansässige Buchverlagsgruppe in Zukunft mehr als 300 Einzelverlage auf sechs Kontinenten umfassen. Penguin Random House baut so seinen Status als größte Publikumsverlagsgruppe noch weiter aus.


WAS DIE DIGITALE WELT ÜBER DICH WEISS! Die Bewerbungsfrist läuft bis 29. Februar 2020

Einreichen und bewerben Mit dem neuen Jahr beginnen auch die nächsten PreisAusschreibungen im HVB: Mit 31. Jänner starten die Online-Bewerbungsphasen des Österreichischen Buchhandlungspreises sowie für Die schönsten Bücher Österreichs, Bewerbungsfrist ist jeweils der 29. Februar 2020. Österreichische Buchhandlungen können sich in diesem Zeitraum bewerben, zu einer der fünf besten Buchhandlungen des Landes gekürt zu werden. Dazu gibt es ein Preisgeld von 10.000 Euro pro ausgezeichneter Buchhandlung. Für Die schönsten Bücher Österreichs steht die gestalterische und herstellerische Arbeit im Fordergrund. Zehn Ehrenurkunden und drei Staatspreise (dotiert mit 3.000 Euro) werden dafür verliehen. Beide Preise werden in Zusammenarbeit von Hauptverband und Bundeskanzleramt ausgeschrieben.

Personalia

F O T O S : K AT H A R I N A F - R O S S B O T H . S U S A N N E K R A U S S

Patrick Zöhrer wurde mit 1. Jänner innerhalb des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels zum Leiter des strategischen Geschäftsfelds „BUCH WIEN und Internationale Projekte“ bestellt. Damit berichtet er an HVB-Geschäftsführer Gustav Soucek. Zuvor war Zöhrer als Messedirektor für die BUCH WIEN tätig.

Nicola Bartels, Verlegerin der Verlagsbereiche Blanvalet, cbj und Penguin sowie Mitglied der Geschäftsführung und seit 2009 bei der Verlagsgruppe Random House, wird das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen. Der genaue Zeitpunkt ihres Ausscheidens steht noch nicht fest.

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– Wissenswert –

Gleichgestellt Seit Jahresbeginn gilt in Österreich der reduzierte Mehrwertsteuersatz für E-Books

Zwei Gourmands Gleich zwei Preise hat der Brandstätter Verlag bei den Gourmand Cookbook Awards 2019 gewonnen: Das von der Köchin Christine Saahs herausgegebene „Kochen mit der Kraft der Natur. Rezepte mit Kräutern, die heilen und stärken“ gewann den ersten Platz in der Kategorie „Natural Health & Nutrition“ in Österreich. Das Opus magnum „Wein in Österreich. Die Geschichte“, herausgegeben von Willi Klinger und Karl Vocelka, wurde zum Gewinner der Kategorie „European Wine“ gekürt. Der seit 1995 verliehene Gourmand World Cookbook Award hat den Anspruch, die besten Koch- und Getränkebücher der Welt in unterschiedlichen Kategorien auszuzeichnen. Dabei sollen die gute Küche und die Völkerverständigung gefördert werden. Der Preis zielt darüber hinaus aber auch darauf ab, ein größeres Bewusstsein für gutes, vielfältiges und gesundes Essen und Trinken auf der ganzen Welt zu schaffen.

digitalen Zeitungen steuerlich gleichgestellt werden. Neben den Konsumentinnen und Konsumenten, die von einer Reduktion der Kosten für elektronische Publikationen profitieren, gehören auch die Unternehmen der Buch- und Medienwirtschaft zu den Gewinnern. Denn eine Angleichung der Abgrenzungsund Aufteilungsschwierigkeiten bei kombinierten Produkten entfällt nun.

Wortmeldungen Vier Autorinnen und Autoren aus Österreich sind unter den zehn Nominierten für den mit 35.000 Euro dotierten WORTMELDUNGEN-Literaturpreis: Raphaela Edelbauer (Wien), Andrea Grill (Wien), Kathrin Röggla (Berlin, geb. in Salzburg) und Bernhard Strobel (Neusiedl am See) sind mit ihren Texten nominiert. „Unsere Auswahl umfasst zehn Kurztexte, die jeweils eine drängende Frage der Gegenwart auf formal überzeugende, komplexe und eigenwillige Weise literarisch gestalten“, hieß es in der Begründung der Jury. Diese zeigte sich beeindruckt von der thematischen Bandbreite der Texte, die das Spektrum der 280 Einsendungen repräsentieren. Die zehn Texte der Shortlist sind auf www.wortmeldungen.org nachzulesen. Die Preisverleihung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema des Gewinnertextes findet am 16. Mai in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt statt.

Der Aktionsplan von Tyrolia

Books for Future Tyrolia geht es um die Zukunft. Dafür wurden Punkte, die alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden ab sofort umsetzen, definiert. Von der Wahl des Papiers für Bücher bis zu den IT-Geräten, Ideenwettbewerbe und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit sind geplant. Auch mitgebrachte Wasserflaschen werden nun in den Filialen aufgefüllt.

Preis der Literaturhäuser Die Jury des Deutschen Sachbuchpreises

Sachbuchpreis 240 Titel aus 152 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden für den neu geschaffenen Deutschen Sachbuchpreis eingereicht. 13 Verlage davon stammten aus Österreich. Jeder Verlag konnte zwei Titel einreichen, die zwischen Mai 2019 und April 2020 (Bekanntgabe der Nominierten) erschienen sind bzw. erscheinen.

Wurde gewürdigt: Marlene Streeruwitz

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Die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz wird mit dem Preis der Literaturhäuser 2020 ausgezeichnet. Sie stelle mit ihrem vielseitigen Werk eine außerordentlich wichtige und politisch profilierte Stimme in der deutschsprachigen Literatur dar, begründet das Netzwerk der Literaturhäuser die Vergabe. Verliehen wird der Preis am 13. März auf der Leipziger Buchmesse, die Dotation beträgt 20.000 Euro. Zuletzt wurden etwa Sibylle Lewitscharoff, Ilija Trojanow und Terézia Mora gewürdigt.

F O T O S : S A S C H AV E N T U R I . C O M , H E R I B E R T C O R N , T Y R O L I A V E R L A G

Die beiden Gewinnertitel

Seit dem 1. Jänner gilt in Österreich der reduzierte Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent für alle elektronischen Verlagserzeugnisse. In Deutschland trat die neue Regelung bereits am 18. Dezember in Kraft. Damit wurde die EU-MehrwertsteuerRichtlinie aus dem Jahr 2018 umgesetzt. In der Praxis bedeutet dies, dass E-Books und auch Hörbücher mit gedruckten Büchern, digitalen Zeitschriften und


Brancheneinblicke und Social Media Wie man mit kleinen Budgets große Wirkung erzielen kann – und wie das Verlagswesen funktioniert. Die neuen mediakolleg-Seminare 2020 ■ Wie man mit einfachen und kostengünstigen Mitteln auf die eigene Buchhandlung aufmerksam machen kann, erfahren Sie in diesem Seminar. Kundinnen und Kunden mit kleinen Dingen überraschen – und ihnen so im Gedächtnis bleiben. Von der Marketingplanung bis zum individuellen Werbekonzept.

Buchhandel: Viel Aufmerksamkeit mit wenig Budget F O T O : B E I G E S T E L LT

3. März 2020, 9.30–17 Uhr ■ Ein praxisnaher Einblick in die wichtigsten Bereiche des Verlagswesens: Von den Arbeitsbereichen und Aufgaben über die Entstehung gedruckter oder elektronischer

Bücher bis zum Weg der Bücher zu ihren Leserinnen und Lesern. Für Brancheneinsteigerinnen und -einsteiger sowie Self-Publisher. Grundwissen Verlag

5. März 2020, 10–17 Uhr ■ Wie kann man einen Verlag online sichtbar und erfolgreicher machen? Das kann auch ohne große Marketingbudgets gelingen. Hier lernt man, worauf es bei professionellem Content ankommt und wie dieser am besten an die Zielgruppen ausgespielt wird.

Kontakt: Julia Stumvoll, 01/512 15 35 29, stumvoll@hvb.at

2. April 2020, 9.30–17 Uhr

Buch in Strobl 9. bis 12. März 2020 4 Tage für € 249,–

Inkl. Nächtigung und Verpflegung

Mitglieder des HVB € 199,–

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Anmeldeschluss: Freitag, 7. Februar 2020.

Social Media für Verlage: Mit kleinem Budget erfolgreich

Buchhändlerinnen und Buchhändler im Gespräch

Buchungen bitte unter: kirnbauer@hvb.at www.hvb.at Tel.: +43 1 512 15 35-24

Die Seminare finden in der Bibliothek des Palais Fürstenberg im ersten Stock statt. Grünangergasse 4, 1010 Wien Kosten: € 220,– (HVB-Mitglieder)/€ 270,–, jeweils zzgl. 20 % Ust.

Die Fachgruppen der WKO unterstützen auf Antrag mit weiteren € 100,–

Nächster Termin: Bereits buchbar! 2021: Mo 19. bis Do 22. April

Programm: B. Borovansky, G. Büchner, E. Riedesser 9. März 2020: 11.00 Uhr: Begrüßung und Warming up (Georg Büchner, Bernhard Borovansky, Erwin Riedesser) 14.00 Uhr: Open Space zum Thema Kunden (Edgar Rodehack) 16.00 Uhr: Werkstattgespräch: Literatur im Wallstein Verlag 20.00 Uhr: Autorenabend mit Leander Fischer (Wallstein Verlag) 10. März 2020: 09.00 Uhr: E-Reading, aktuelle Ökosysteme – Marktüberblick/ Schulung PocketBook 10.30 Uhr: Open Space zum Thema Multichannel (Edgar Rodehack) 14.00 Uhr: VLBTix – der richtige Umgang mit der Verlagsvorschau – Einzel- und Filialbetriebe (Sandra Schüssel) 16.00 Uhr: Werkstattgespräch: Young Adult – was ist das eigentlich? 20.00 Uhr: Autorenabend mit Random-House 11. März 2020: 09.00 Uhr: 10.30 Uhr: 12.00 Uhr: 14.00 Uhr: 16.00 Uhr: 20.00 Uhr:

Newsletter und Social Media (Ossi Hejlek) Internetshop und Versandhandel Interessensvertretungen im Buchhandel (B. Borovansky) Podiumsdiskussion: Die richtigen Dienstleistungen für den Sortimentsbuchhandel (Mohr-Morawa, Rainer Fritthum; KNV – Zeitfracht, Angelika Bloch; Horst Bayer; Erwin Riedesser) Werkstattgespräch: Sachbuch Autorenabend

12. März 2020: 09.00 Uhr: Der Verkaufsraum – Präsentation/Dekoration/Aktionsplan mit Sabine Gauditz und Hans Schmidt 11.30 Uhr: Abschlussrunde


– Wissenswert –

FOTO: CHRISTIAN FISCHER

Holtzbrinck bei NetGalley

Der Eröffnungsabend der Kinderbuchwelt im Wiener MuseumsQuartier

Kinderbuchwelt im MQ Das Kinderbuch als erfahrbare Kunst: Von Dezember bis Anfang Jänner konnten Interessierte die „Kinderbuchwelt“ im designforum austria im Wiener MuseumsQuartier besuchen – bei freiem Eintritt. „Die Kinderbuchwelt verbindet und vermittelt; sie ist eine Schnittstelle, vielmehr Verbindungsstelle zwischen Autorinnen und Autoren, Illustratorinnen und Illustratoren,

Verlagen, Buchhandlungen sowie Leserinnen und Lesern. Diese Welt regt zum Austausch an, stärkt das Miteinander und vor allem die Vorstellungskraft“, so Magda Hassan, die gemeinsam mit Wolfgang Hartl und Tobias Pichler die Kinderbuchwelt ins Leben gerufen hat. Dabei standen Illustrationen, Installationen und natürlich Kinderbücher zum Entdecken bereit.

Titelschutzmeldungen

Die Onlineplattform für digitale Leseexemplare NetGalley konnte mit den Holtzbrinck-Verlagen neue Partner gewinnen. Neben 40 weiteren Verlagen bieten ab sofort auch Droemer Knaur, Kiepenheuer & Witsch, Rowohlt und S. Fischer ihre Programme als digitale Leseexemplare an. HVB-Mitgliedsverlage und -buchhandlungen profitieren dabei von besonderen Angeboten. Bereits 6.000 deutschsprachige Buchhändlerinnen und Buchhändler, darunter auch viele in Österreich, nutzen die Plattform, um Novitäten vor Erscheinungstermin zu entdecken, digitale Leseexemplare zentral zu verwalten oder die Bücher im gewünschten Format auf ihr Lesegerät zu laden. Für eine persönliche Beratung zum Angebot kontaktieren Sie Karina Elm, Customer Relations und Community Managerin NetGalley Deutschland, unter karina.elm@netgalley.com.

Bezahlte Anzeigen. Der Verlag übernimmt keine Haftung dafür, dass die Titel bereits geschützt sind oder durch die Inserate Rechte Dritter verletzt werden.

Mit einer Titelschutzmeldung im anzeiger ist Ihr Buchtitel für sechs Monate bis zum Erscheinungsdatum geschützt. Ihre Titelschutzmeldung ist mit Ihrer Nennung nach kurzer Überprüfung über www.buecher.at abrufbar und erscheint in der darauffolgenden Ausgabe des anzeigers. Titel melden können Sie auf www.buecher.at/titelschutz oder per E-Mail an Doris Klinda unter klinda@hvb.at. Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Der blutrote Walzer – MAYERLING das schwarze Geheimnis“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Prof. Gerhard Kunze Neusiedler Straße 1/26, A-2340 Mödling Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Reihentitel: „Feedback-Buch:“ Haupttitel: „Die Hürden der Liebe“ Untertitel: Hindernisse in der Liebe erkennen & überwinden, beim Kennenlernen und in der Partnerschaft in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Alexander Grünenwald Schleichlingstraße 8, 76327 Pfinztal, Deutschland

Die gleichzeitige Schaltung von mehreren Titelschutzmeldungen ist besonders günstig: Bis zu drei Titel pro Ausgabe gibt es exklusiv für HVB-Mitglieder* um nur € 80,–/6 Titel € 110,– und bis zu 12 Titel um nur € 210,–. Doris Klinda berät Sie gern unter klinda@hvb.at, Tel. 01/512 15 35 DW 14. (*Nichtmitglieder zahlen das Doppelte, alle Preise zzgl. 5 % Werbeabgabe und 20 % MwSt.)

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „CREDO – Beethovens Weg zur Europahymne“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Prof. Gerhard Kunze Neusiedler Straße 1/26, A-2340 Mödling

Unter Hinweis auf § 80 UrhG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für den Einzeltitel: „Der Archipel ZOO – Über Tiere für die es keine Rückkehr mehr in die freie Natur gibt“ in allen Schreibweisen, Darstellungsformen, Wortverbindungen und Kombinationen, als Reihen- und/oder Einzeltitel und zur Verwendung in allen Medien. Prof. Gerhard Kunze Neusiedler Straße 1/26, A-2340 Mödling

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Auf der Suche nach der Wahrheit zwischen Fake News und Dirty Campaigning:

Der neue »Lemming« ist da.

» Er kann es einfach, der Slupetzky.« KURIER, ANJA GEREVINI

Stefan Slupetzky Im Netz des Lemming Kriminalroman € 19.90 ISBN 978-3-7099-3497-5 200 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag Auch als E-Book und Audiobook erhältlich.

Haymon Verlag

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– Essenziell – Marktdaten 2019

Trendwende zum

Positiven DER ÖSTERREICHISCHE BUCHHANDEL SCHLOSS DAS JAHR 2019 MIT EINEM PLUS VON 1,6 PROZENT AB. WER DAZUGEWINNEN KONNTE UND WELCHE TRENDS SICH DAVON ABLESEN LASSEN

M

it einer Marktabdeckung von knapp 90 Prozent des Absatzes wertet das Marktforschungsinstitut media control im Auftrag des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels Verkaufsdaten via Scannerdatengeschäft aus. Dabei wurden sowohl Verkäufe im stationären Buchhandel, Onlinehandel – inklusive Amazon-Verkäufe – sowie Kauf- und Warenhäuser als auch Elektro- und Drogeriemärkte ausgewertet. Insgesamt konnte das Jahr 2019 ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresumsätzen erwirtschaften. Auch HVB-Präsident Benedikt Föger zeigte sich optimistisch: „Wir haben bereits unmittelbar um die BUCH WIEN im November 2019 gesehen, dass das Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten am Buch in allen Genres und Erscheinungsformen ungebrochen ist. Es freut mich daher sehr, dass die Zahlen für das gesamte Jahr 2019 das nun bestätigen.“

Text: Teresa Preis Infografik: Georg Feierfeil

„Neben dem positiven Umsatz konnte auch der Absatz gesteigert werden – zum ersten Mal seit 2015/2016!“ Deniz Ulucan, media control

ERFREULICHES UNTERM WEIHNACHTSBAUM: ADVENTSAMSTAGE STEIGERTEN JAHRESUMSATZ Der Buchhandel macht sein Geschäft vor Weihnachten. Und im Jahr 2019 besonders erfolgreich. Deniz Ulucan, Leitung Buch bei media control, ist für die gesamte Buchmarktforschung in Österreich, Deutschland und der Schweiz verantwortlich. Er kennt den Buchmarkt in- und auswendig und analysiert die wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Branchendaten. „Das vergangene Jahr hat eine sehr gute Bilanz: Neben dem positiven Umsatz (1,6 Prozent) »

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– Essenziell – Marktdaten 2019

Jahres-Charts Belletristik Hardcover

1 Guglhupfgeschwader Rita Falk, DTV Verlagsgesellschaft 2 Kopftuchmafia Thomas Stipsits, Ueberreuter Sachbuch 3 Das Geschenk Sebastian Fitzek, Droemer HC 4 Die ewigen Toten Simon Beckett, Wunderlich 5 Rückwärtswalzer Vea Kaiser, Kiepenheuer & Witsch

Sachbuch Hardcover

1 Eine kurze Geschichte der Menschheit Yuval Noah Harari, Pantheon 2 Die Ibiza-Affäre Bastian Obermayer, Frederik Obermaier, Kiepenheuer & Witsch 3 Haltung Reinhold Mitterlehner 4 Der Ernährungskompass Bas Kast, C. Bertelsmann 5 Feindliche Übernahme Thilo Sarrazin, Finanzbuch Verlag

Ratgeber Hardcover

1 Marcel Hirscher Alexander Hofstetter, Egoth-Verlag 2 Der Jungbrunnen-Effekt Straubinger, Fensl, Karré, Kneipp Verlag 3 Das Wunder der Wertschätzung Reinhard Haller, Gräfe und Unzer 4 Das Kind in dir muss Heimat finden Stefanie Stahl, Kailash 5 Brot backen mit Christina Christina Bauer, Löwenzahn

»

konnte auch der Absatz (1,1 Prozent) gesteigert werden – zum ersten Mal seit 2015/2016!“, betont Ulucan. „Dies deutet auf eine hervorragende Arbeit der Buchbranche hin und ebnet den Weg für langfristige Erfolge!“ Und wie lief das Weihnachtsgeschäft 2019? „Betrachten wir den Monat Dezember, hat der österreichische Buchmarkt ein Plus von 0,3 Prozent“, so Ulucan. „Vergleichen wir allerdings den Zeitraum zwischen dem ersten Advent bis zum Ende der Kalenderwoche 52, also der Weihnachtswoche, erwirtschaftete das Weihnachtsgeschäft sogar ein Plus von 1 Prozent!“ Insgesamt kommen 10 Prozent des Jahresumsatzes aus dem November, 17 Prozent aus dem Dezember. KINDER- UND JUGENDBUCH WÄCHST STETIG, WISSENSCHAFTSBÜCHER ABSTEIGEND Die umsatzstärksten Warengruppen sind klassischerweise Belletristik (mit 27,9 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2019), Ratgeber (mit 21,8 Prozent) und Kinderund Jugendbücher (mit 18,6 Prozent). Dabei ist besonders die letzte Gruppe spannend: Bereits im zweiten Jahr in Folge konnte das Segment starke Zuwächse verzeichnen. Im Jahr 2018 lagen diese noch bei 3,9 Prozent, 2019 hatte die Kinder- und Jugendliteratur

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mit 6,5 Prozent sogar die beste Entwicklung vorzuweisen. Sachbücher, die die viertgrößte Warengruppe bilden, hatten im vergangenen Jahr Einbußen von 5,5 Prozent zu verzeichnen, nachdem sie 2018 noch 6 Prozent dazugewinnen konnten. Ein schwierigeres Jahr war es außerdem für alle Bereiche wissenschaftlicher Bücher: Die Gruppe Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik hatte Rückgänge von 1,3 Prozent, für Geisteswissenschaften, Kunst, Musik waren es 2,0 Prozent und Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft hatten sogar –4,9 Prozent. DIE AUFDRÖSELUNG EINER WARENGRUPPE: BILDERBÜCHER UND ERSTLESER Nehmen wir den Zuwachssieger des Jahres, das Kinder- und Jugendbuch, genauer unter die Lupe. „Für die Zuwächse gibt es verschiedene Gründe“, sagt Deniz Ulucan von media control. „Kinder- und Jugendbücher werden durchaus anlassbezogen gekauft. Die stärksten Monate 2019 sprechen für sich: April (Ostern), Juli (Sommer) und November/Dezember (Weihnachten).“ Doch bei den Umsätzen spielen noch weitere Aspekte eine Rolle. „Die Anzahl der verkauften Exemplare innerhalb des Segments ist von 2018 zu 2019 um 1,8 Prozent gestiegen. Dazu kommt noch der gestiegene Durchschnittspreis von


DIE BESTSELLER: KRIMIS, POLITIK-AUFDECKUNGEN UND SPORTBIOGRAFIEN

F O T O : P R I VA T

0,8 Prozent“, erklärt Ulucan. Aber welche Titel haben eigentlich dazugewonnen? „Die Top-zehn-Titel haben ein gesamtes Umsatzplus von 16,9 Prozent verglichen mit 2018“, betont er. Reihentitel und bekannte Autorinnen und Autoren sind also klar im Vorteil. „Die Unterwarengruppen ‚Bilderbücher‘ und ‚Kinderbücher bis elf Jahre‘, die gemeinsam

„Kinder- und Jugendbücher werden anlassbezogen gekauft“

knapp die Hälfte der Warengruppe Kinderund Jugendliteratur ausmachen, haben das Jahr 2019 ebenfalls mit einem Umsatzplus abgeschlossen.“ STARKE HARDCOVER, GROSSE EINBUSSEN FÜR DAS HÖRBUCH Doch abgesehen von den einzelnen Warengruppen, wie entwickelte sich der Buchmarkt? Die Editionsformen Hardcover/ Softcover, die im letzten Jahr 76,2 Prozent des Gesamtmarktes ausmachten, konnten dieses Mal 1,7 Prozent dazugewinnen. Auch Taschenbücher, die 18,3 Prozent der Verkäufe ausmachten, konnten um 1,4 Prozent wachsen. Im Bereich Hörbuch/Audiobook (1,4 Prozent des Gesamtmarktes) verhärtete sich der Negativtrend der letzten Jahre mit rückläufigen Verkäufen von –10,7 Prozent – im Jahr 2018 waren es noch –3,6 Prozent. Lediglich Streamingdienste gewannen bereits in den letzten Jahren Marktanteile dazu. Erfreulich war das Jahr 2019 hingegen für das Kalendergeschäft (3,4 Prozent des Gesamtumsatzes) mit beachtlichen Zuwächsen von 6,9 Prozent. Während Karten und Globen (0,7 Prozent des Gesamtmarkts) Einbußen von 3,4 Prozent hinnehmen mussten. Das E-Book-Geschäft bleibt bei stabilen 3 Prozent des Gesamtumsatzes.

Deniz Ulucan, media control

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Die meistverkauften Titel im Bereich der Belletristik Hardcover 2019 ließen durchwegs Spannung walten. Den ersten Platz belegte Rita Falks Kriminalroman „Guglhupfgeschwader“ (DTV), der zehnte Fall für den bayerischen Dorfgendarmen Franz Eberhofer, gefolgt von Thomas Stipsits’ Krimi „Kopftuchmafia“ (Ueberreuter), in dem eine kroatische Hochzeit in der burgenländischen Gemeinde Stinatz mit einer verschwundenen Braut endet. Platz drei ging an den Psychothriller „Das Geschenk“ (Droemer HC) von Sebastian Fitzek rund um ein entführtes Mädchen. Die Liste der Sachbuch Hardcover wurde vom Dauerbrenner „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ (Pantheon) von Yuval Noah Harari angeführt. Das politische Leben beschäftigte die österreichischen Buchkäuferinnen und -käufer auf den Folgeplätzen: „Die Ibiza-Affäre. Innenansichten eines Skandals“ von den Journalisten der Süddeutschen Zeitung Bastian Obermayer und Frederik Obermaier war das zweitmeistgekaufte Sachbuch, gefolgt von Reinhold Mitterlehners „Haltung“ (ecowin). Im Bereich der Ratgeber Hardcover führte Alexander Hofstätters Biografie „Marcel Hirscher“ (Egoth-Verlag) des ehemaligen Skirennläufers die Bestsellerliste an. Mit „Der Jungbrunnen-Effekt“ (Kneipp Verlag) konnten P. A. Straubinger, Margit Fensl und Nathalie Karré die Vorteile des Fastens an die Leserinnen und Leser bringen. Reinhard Haller schaffte es mit „Das Wunder der Wertschätzung“ (Gräfe und Unzer) auf den dritten Platz. IMMER NOCH ZU BILLIG? PREISE FÜR BÜCHER LEICHT ANGESTIEGEN Die Preisentwicklung der Bücher auf dem österreichischen Markt entwickelte sich im Jahr 2019 um 0,5 Prozent nach oben im Vergleich zum Vorjahr. Damit lag die Entwicklung jedenfalls hinter der Inflationsrate. Die Forderung nach teureren Preisen für Bücher beschäftigt Buchhandlungen bereits seit Jahren. Die Preise für belletristische Titel wurden um 1,5 Prozent angehoben, Ratgeberpreise stiegen sogar um 2,6 Prozent. Auch Kinder- und Jugendbücher waren um 0,8 Prozent teurer, Sachbücher waren hingegen um 0,8 Prozent billiger als noch 2018. «


– Schwerpunkt – Bücher im Frühling

Frühjahr mit Aussicht Die neue Saison im Belletristik- und Sachbuch-Programm zeugt von vielversprechender Vielfalt. Wir haben die Titel herausgesucht, die Ihnen nicht entgehen sollten

FOTO: ISTOCK

Text: Teresa Preis

Frische Seiten aus den neuen Frühjahrsprogrammen

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– Schwerpunkt – Bücher im Frühling

W

für Krakadzil sorgen. Denn der kann sonst ungemütlich werden. Also ziehen die drei aus, um denen etwas wegzunehmen, de es am leichtesten zu verschmerzen scheinen. Das schaffen sie nur mit einer täglichen Ration Feenstaub. Doch dann lernt Petru Marja kennen – und mit ihr die Sprache der Stadt und was Familie sein kann. Fanni ist zurück: Karin Peschkas Provinzheldin verbringt die letzten Jahre vor der Pension als stellvertretende Abteilungsleiterin eines kleinen Supermarkts auf dem Land. In „Putzt euch, tanzt, lacht“ (Otto Müller Verlag) fühlt sich Fanni eingesperrt zwischen Alltag und Routine. Als der Tod ihrer Freundin alles ändert, läuft Fanni einfach weg. Auf ihrer Flucht trifft sie ihre Jugendliebe Ernst wieder, schließt ganz neue Freundschaften und gründet mit ihnen eine Wohngemeinschaft mit gemeinsamer Mission auf der Pinzgauer Alm von Fannis Eltern. Um das Provinzleben geht es auch in Sophie Reyers „Zwei Königskinder“ (Czernin). In ihrer Coming-of-Age-Geschichte geht es um die dreizehnjährige Käthe, die sich einsam und hässlich fühlt. Von der Mutter verlassen, bleibt nur ihr stiller Vater, und Käthe flüchtet sich ins Tagträumen. Bis sie in der Chorprobe Johanna begegnet, die schnell mehr als nur eine Freundin, sondern auch Familie für sie wird. Doch die Gefühle für Johanna hören dort noch nicht auf. Der Schriftsteller Xaver Bayer beginnt in seinen „Geschichten mit Marianne“ (Jung und Jung) immer ganz am Anfang, mit einem harmlosen Vorhaben, einer Idee, einem Ausflug in einen Swingerclub oder einem einfachen Waldspaziergang. Letztendlich finden sich immer er und Marianne in unerwarteten und unkontrollierbaren Situationen wieder, in alptraumhaften Welten, denen nicht zu entkommen ist. Dabei zeigt Bayer den Lesenden, woran wir angeblich hängen und was unsere Haltung zum Leben wirklich ausmacht.

elche Romanerstlinge warten darauf, die Literaturlandschaft aufzumischen? Welche politischen Geschehnisse zaubern eigene Romangattungen hervor? Und welche Titel erklären die Welt auf anschauliche Weise? Eines steht fest: Es gibt viel zu entdecken in den neuen Frühjahrsprogrammen!

Spannende Debüts: Alltagsbegegnungen und Überforderung Um Familien und ihre tiefsten Abgründe geht es im Debütroman „Vom Land“ (Zsolnay) vom oberösterreichischen Autor Dominik Barta. Als Theresa, die sechzigjährige Bäuerin und Familienoberhaupt, krank wird, droht alles auseinanderzubrechen. Die erwachsenen Kinder reisen von überallher an, um endlich wieder miteinander zu sprechen. Die Mutter schweigt, sie scheint keine Worte mehr zu finden. Und ihr Mann muss lernen, Gefühle zuzulassen und Hilfe anzunehmen. Ein Provinzroman, der sich aktueller Politik nicht entziehen kann. Um menschliche Beziehungen geht es auch in Ana Schnabls Erzählband „Grün wie ich dich liebe grün“ (Folio). Sie beschreibt alltägliche Situationen und hält dabei auf literarische Weise die Spannungen fest, die wir alle kennen. Von der verstörenden Unruhe einer Frau in der Warteschlange einer Apotheke erzählt sie, oder von einer Mutter, die keine Liebe für ihr Neugeborenes empfindet. Das preisgekrönte Debüt der slowenischen Autorin, Journalistin und Literaturkritikerin bringt sehr menschliche Geschichten mit hohem sprachlichen Niveau zusammen. Mit „Neue Reisende“ (Literaturverlag Droschl) von Tine Høeg wurde das „beste dänische Debüt 2019“ nun ins Deutsche übersetzt. Eine junge Lehrerin trifft im Pendlerzug auf einen verheirateten Mann, mit dem sie eine Affäre beginnt. Und so startet sie nicht nur in eine neue Liebschaft, sondern auch einen neuen Job, die gemeinsam hauptsächlich Überforderung und Orientierungslosigkeit mit sich bringen. Eine Frau probiert sich aus und macht sich auf die Suche, einen für sich passenden Lebensentwurf zu finden.

Politik und Geschichte: „Brexlit“, Proteste und Klassenkampf Der neue Roman des britischen Autors Jonathan Coe erzählt von einer gespaltenen britischen Gesellschaft – und dem gespaltenen Europa. Im Zentrum des Gesellschaftsromans „Middle England“ (Folio) steht der Brexit, eine Romangattung, die der britische Guardian als „Brexlit“ zusammenfasst. Benjamin Trotter zieht in eine Wassermühle in die ländliche Grafschaft Shropshire, wo er seinen Roman, an dem er seit dreißig Jahren schreibt, endlich beenden möchte. Die Nichte Sophie fühlt sich zwar in London zuhause, zieht aber nach ihrer Hochzeit zu ihrem Mann in die Provinz, wo sie sich der Frage stellen muss, wie fremden»

Neues aus Österreich: Aufwachsen in der Provinz und alptraumhafte Geschichten Die Vielschichtigkeit der österreichischen Literaturszene zeigt sich auch in den Neuerscheinungen im Frühling 2020 wieder. Zwischen ewiger Kindheit und brutaler Ausbeutung ist Cornelia Travniceks neuer Roman „Feenstaub“ (Picus) angesiedelt. Am Rande einer gesichtslosen Großstadt leben die drei Jungen Petru, Cheta und Magare – und müssen täglich für eine volle Kasse

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– Schwerpunkt – Bücher im Frühling

» feindlich er wirklich ist. Dann gibt es da auch noch den Journalisten und Labour-Wähler Doug, der sich für sein Luxusleben im reichen Londoner Stadtteil Chelsea schämt. Jonathan Coe erklärt mit genauem Blick auf seine Figuren, ab wann alles begann schiefzulaufen. Um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geht es auch in Daniel Zipfels „Die Wahrheit der anderen“ (Kremayr & Scheriau): Als eine Gruppe pakistanischer Flüchtlinge im Zuge eines Protests gegen das Asylgesetz in Österreich eine Kirche besetzt, erhofft sich der Boulevardjournalist Uwe Tinnermanns seine Chance für einen Karrieresprung. In einer neuen Kolumne will er über die Besetzung schreiben, doch bald stellt sich heraus, dass die Ereignisse dort eher unspektakulärer Natur sind. So beginnt er Geschichten zu erfinden und lässt die Pakistanerin Veena Shahida zur Symbolfigur werden. Je tiefer der Journalist sich verstrickt, umso schwieriger gestalten sich Veena Shahidas Chancen auf Asyl, da ihre Geschichte immer unglaubwürdiger wird. Um ihre Klientin durchzubringen, stellt sich die Anwältin Birgit Toth gegen den Protest. Ein Roman, der die Frage aufwirft, was passiert, wenn persönliche Interessen wichtiger werden als persönliche Schicksale. Als der Oberarzt eines Brooklyner Krankenhauses Maximilian Spatz in Michael Scharangs „Aufruhr“ (Suhrkamp) die Möglichkeit auf ein Jahr bezahlten Urlaub bekommt, fliegt er gleich am nächsten Tag nach Wien. Dort verliebt er sich in Anna Berg, die als Verkäuferin in einem großen Modehaus arbeitet und Betriebsrätin ist. Um mehr Zeit mit seiner neuen Liebe zu verbringen, fängt er im selben Haus als Schaufensterdekorateur an. Als Anna nach übergreifenden Lohnkürzungen eine Betriebsversammlung einberuft, zu der sich die eingeschüchterten Kolleginnen und Kollegen nicht trauen, gelingt es Maximilian mit einem ausgefuchsten Trick, die Kampfkraft der Belegschaft zu wecken. Aus einem Streik wird ein großes Fest, das immer mehr Menschen ansteckt. Und so nimmt die Revolution langsam im ganzen Land ihren Lauf. Der singapurische Autor Jeremy Tiang beschreibt in seinem neuen Roman „Das Gewicht der Zeit“ (Residenz) eine Geschichte über den Widerstand einer jungen Frau im Malaysia der 1950er-Jahre. Als die Regierung ein Übergreifen des Kommunismus aus China befürchtet und den Ausnahmezustand verhängt, verlässt die junge Siew Li ihre Familie. Sie lässt Kinder und Mann zurück, um im Dschungel für die Freiheit zu kämpfen. Als sich Jahrzehnte später eine Londoner Journalistin auf die Spuren der damaligen Verbrechen begibt, beginnt sie auch nach der verschwundenen Siew Li zu suchen. So erfährt die Journalistin

durch die Familie über die verdrängte Geschichte Malaysias und Singapurs.

Internationale Stimmen: Spannende Übersetzungen für Kopfreisen Neue und bekannte Stimmen gibt es im Frühjahr auch in feinen Übersetzungen zu entdecken. Der israelische Autor Nir Baram etwa erzählt mit „Erwachen“ (Hanser) vom Leben des jungen Mannes Jonathan in Jerusalem. In Rückblenden erfahren wir von seiner Freundschaft mit dem rätselhaften Joël, vom Kampf mit den Kindern aus den hohen Türmen und dem Wettbewerb um das attraktivste Mädchen. Dazwischen gibt es auch noch Probleme in der eigenen Familie, das schwierige Verhältnis zu Jonathans Bruder und den Tod der Mutter. Ein autobiografisch inspirierter Roman, der vom Aufwachsen des Autors erzählt. Nicht nur die Schriftstellerin Jami Attenberg, auch ihre Protagonistin Andrea lebt in New York. Die 39-jährige Andrea ist Single und kinderlos – und möchte sich dafür nicht mehr rechtfertigen. Als auch ihre beste Freundin Mutter wird, zieht Andrea erst recht allein durch die Clubs und provoziert mit ihrer unverblümten Art immer wieder die Menschen um sie herum. Doch in „Nicht mein Ding“ (Schöffling & Co.) erfahren wir nach und nach auch von Andreas anderer Seite: Es ist auch die Geschichte zerplatzter Träume als Künstlerin, vom Aufwachsen mit einer stets überforderten Mutter, über Unsicherheiten im Job und all ihre gescheiterten Beziehungsversuche. Dann macht sie sich auf den Weg in die Wälder von New Hampshire auf der Suche nach Einsamkeit. Um Familie – in diesem Fall zwei Brüder – geht es in Ivan Vladislavić’ Roman „Schlagabtausch“ (Wagenbach). Joe und Branko wachsen während der Apartheid in der südafrikanischen Stadt Pretoria auf. Im Sommer 1971 hält sich Joe für den größten Sportler aller Zeiten, vor allem scheint er aber der größte Fan des Boxers Muhammad Ali zu sein. Der jüngere Bruder Branko kann ihn dabei nicht verstehen, er verschlingt lieber seine täglichen fünf Bücher. Vierzig Jahre später sehen sich die beiden Brüder noch mal alle gesammelten Zeitungsartikel und Notizbücher der Fanzeit an. So beginnen sie eine Detektivarbeit, mit der sie sich die eigene Familiengeschichte aus den 1970erJahren neu erklären können – und die Legenden um den Sportler Ali. Der kanadische Autor Oisín Curran hat mit „Wenn ich jetzt nicht weine“ (Luftschacht) die Geschichte vom Aufwachsen des jungen Protagonisten geschrieben, während sich der Kalte Krieg 1980 auf seinem Höhepunkt befindet. Der Vater folgt einem autoritären Führer, während die Mut-

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– Schwerpunkt – Bücher im Frühling

den wahren Herrschern der Erde“ (Aufbau). Der Wissenschaftsjournalist zeigt, wie wichtig Insekten für den Fortbestand des Planeten sind und weshalb ihr Verschwinden genau deswegen so tragisch ist. Doch nicht nur für die Natur sind die Sechsbeiner laut MacNeal wichtig, sie können auch beim Kampf gegen Krebs und Welthunger helfen.

ter schwer erkrankt. Dagegen hilft nur das Eintauchen in Fantasiewelten, die als Hilfe zum Verständnis der Welt dienen. Nur so kann der Junge aus seiner traumatischen Lage fliehen. Die Erzählung zeigt eine Entwicklung, die einer Neugeburt gleichkommt.

Sachbücher von Natur bis Naturwissenschaften

Sachbuch: Menschen, Gesellschaft und ein Jubiläum

Kaum einer wissenschaftlichen Disziplin kommt eine so bedeutende Rolle bei der Lösung der großen Herausforderungen der Menschheit zu wie der Chemie. In „Die Chemie stimmt!“ (Residenz) nehmen der preisgekrönte Chemiker Nuno Maulide und die Physikerin Tanja Traxler die Leserinnen und Leser daher mit auf eine fulminante wie faszinierende Reise durch die Welt der Synthesen, Bindungen und Reaktionen. Die beiden zeigen auf, wie chemische Lösungsansätze für globale Probleme aussehen könnten, sei es beim Klimawandel, der Ernährungssicherheit, der wachsenden Weltbevölkerung oder der Müllproduktion. Maulide und Traxler schildern ihre Erkenntnisse unterhaltsam wie lebensnah und treten den Beweis an, warum die Chemie die Wissenschaft von uns selbst, der Natur und dem ganzen Universum ist. Knapp wie anschaulich bereitet Ernst Peter Fischer in „Das wichtigste Wissen. Vom Urknall bis heute“ (C.H. Beck) all jenes Grundwissen auf, das man stets parat haben sollte und über welches es sich immer wieder nachzudenken lohnt. Mit diesem Band feiert die Reihe C.H. Beck Wissen das 25-jährige Jubiläum der 130 Seiten starken Wissensbändchen. Dabei zeigt der renommierte deutsche Wissenschaftshistoriker die wichtigsten Weg- und Wendemarken der Natur- und Menschheitsentwicklungen auf – von den Anfängen der Energie bis zur Digitalisierung unserer Welt. Der Fuchs ist ein erstaunliches Tier, kommt er doch mit fast allen äußerlichen Bedingungen zurecht: Mit der Kälte des Polarkreises genauso wie mit nahezu tropischer Hitze. Selbst unter Menschen kann sich der Fuchs nach seinen Bedürfnissen einrichten. In „Füchse. Unsere wilden Nachbarn“ (C.H. Beck) erzählt Adele Brand auf kluge und warmherzige Weise vom mysteriösen Kosmos der Füchse. So lernen die Leserinnen und Leser, wo die Füchse leben, wie sie ihr Familienleben gestalten, wie sie untereinander kommunizieren und wie sie mit anderen Tierarten – auch dem Menschen – interagieren. Brand studiert das Leben der Füchse seit mehr als zwanzig Jahren und gibt daher auch ganz praktische Tipps zur Beobachtung des am weitesten verbreiteten Raubtiers. Eine Reise der ganz anderer Art tritt David MacNeal an im „Planet der Insekten. Zu Besuch bei

Es ist ein äußerst einschneidendes Erlebnis für viele Menschen. Die Eltern sind schwer erkrankt, werden dadurch ihrer Unabhängigkeit beraubt, die Rollen zwischen Kind und Eltern erleben einen weiteren Wandel. In „Die Mutter, das Alter und ich“ (Kremayr & Scheriau) beschreibt Katja Jungwirth genau diese Situation. Sie schildert, wie sich der Alltag verändert, das Familiengefüge neu zusammensetzt. Das Buch ist aufrichtig wie komisch, in ihm zeigt Jungwirth, wie Einkäufe auf einmal zum Spießrutenlauf werden können und wie das heute Richtige morgen falsch sein kann. Sie gehörten zu den engsten Begleiterinnen von Margot und Anne Frank – und doch war über die holländischen Schwestern Lien und Janny Brilleslijper bisher nicht viel bekannt. In „Ein Versteck unter Feinden“ (Hoffmann & Campe) arbeitet die Autorin Roxane van Iperen ihre Biografien auf. Durch Zufall stieß van Iperen auf die Geschichte, als sie selbst in die Villa einzog, in der die jüdischen Schwestern einst zahlreichen verfolgten Juden Unterschlupf gewährten. Zur Besatzungszeit war das Haus umzingelt von den Villen hochrangiger Nazis, unter deren Augen hier der Widerstand für die gesamten Niederlande organisiert wurde. Nachdem das Versteck aufgeflogen war, kamen die Schwestern ins Konzentrationslager. Sie überlebten die Tortur und überbrachten der Familie Frank die Nachricht vom Tod ihrer Töchter Anne und Margot. Nun erzählt Roxane van Iperen die fesselnde Geschichte von Lien und Janny Brilleslijper. In „Beethoven. Von allem mehr“ (Amalthea) macht sich der Musikwissenschaftler und Psychologe Peter Wehle daran, Ludwig van Beethoven in all seiner Komplexität darzustellen. Dabei räumt Wehle mit Mythen auf und bringt den Leserinnen und Lesern den weltberühmten Komponisten auf humorvoll-charmante, aber auch fundierte Weise näher. Beethoven wird durch seine jungen Jahre genauso begleitet wie durch die Glanzzeiten in der Wiener Gesellschaft, seine zahlreichen Liebschaften bis hin zu den von Taubheit und gesundheitlichen Problemen geprägten letzten Jahren. Das Buch erforscht die komplexe Psyche Beethovens und macht auch nicht halt vor der Neigung des Komponisten zu vielerlei Extremen. «

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– Bestseller Dezember 2019 –

Empfehlungen Schwieriger Neuanfang Arthur, 22, kommt nach 26 Monaten aus dem Gefängnis, doch ins richtige Leben zurück geht es nicht so einfach. Für die wahre Freiheit lässt er sich eine gewitzte Idee einfallen.

Bestseller Dezember 2019 Belletristik Hardcover

1 1

2 3

3 2

„Ich an meiner Seite“ – Birgit Birnbacher. Zsolnay

4 4

5 6

Schwierige Ausgangslage Ein kluger wie schwarzhumoriger Roman über den Brexit, wie er das Vereinigte Königreich und die Welt spalten konnte – und wie es überhaupt zur Entscheidung kam. „Middle England“ – Jonathan Coe. Folio

Mäusestreifzüge 24 versammelte Bildgeschichten begleiten das abenteuerlustige und einfallsreiche Mäusemädchen Billi durch das ganze Jahr. Ein bisher unveröffentliches Werk Mosers. „Billi, die Baummaus“ – Erwin Moser. Beltz

6 5

„C’est la fucking vie“ – Michaela Kastel. Ueberreuter

1

THOMAS STIPSITS Kopftuchmafia Ueberreuter Sachbuch € 16,95 SEBASTIAN FITZEK Das Geschenk Droemer HC € 23,70

SIMON BECKETT Die ewigen Toten NEU Rowohlt TB € 16,50 CHARLOTTE LINK Die Suche 3 Blanvalet € 12,40

LUCINDA RILEY Die Sonnenschwester Goldmann € 22,70 BERNHARD AICHNER Der Fund btb € 20,60 RITA FALK Guglhupfgeschwader DTV Verlagsgesellschaft

3

2

ROBERT SEETHALER Das Feld NEU Goldmann € 12,40

4

HERA LIND Vergib uns unsere Schuld NEU Diana € 10,30

€ 16,40

JOJO MOYES Wie ein Leuchten in tiefer Nacht Wunderlich € 24,70

5 1

DONNA LEON Heimliche Versuchung Diogenes € 13,40

6

WOLF HAAS Junger Mann NEU Hoffmann und Campe

€ 14,40

7

MAJA LUNDE Die Geschichte der Bienen btb € 11,40

8

ALEX BEER Unter Wölfen Limes € 16,50

8

PETER HANDKE Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere Suhrkamp 15,50 €

9

THOMAS BREZINA Liebesbrief an Unbekannt Edition A € 20,00

9

ANDREAS GRUBER Todesmal Goldmann € 11,30

7

SAŠA STANIŠIĆ Herkunft Luchterhand Literaturverlag

9

10

7

€ 22,70

13

19

4

MARTIN SUTER 10 Allmen und der Koi

BEATE MALY 10 Tod in Baden

Kinderbuch

Belletristik E-Book

14

1 1

2 2

3 8

4 5

5 Freiheit oder Liebe Die Jugendlichen Sanni und Niko könnten unterschiedlicher nicht sein, doch sie verbindet eine besondere Freundschaft. Eine gemeinsam verbrachte Nacht könnte alles ändern.

Belletristik Taschenbuch

11

6

Diogenes

€ 22,70

JEFF KINNEY Gregs Tagebuch 14 – Voll daneben! Carlsen € 15,50 MARGIT AUER Die Schule der magischen Tiere: Eingeschneit! Ein Winterabenteuer Carlsen € 12,40 MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch Überreuter Kinder- und Jugendbuch € 13,40 R. FINK, A. RICHTER Wie ich die Welt rettete und gleichzeitig eine 3– im Vokabeltest schrieb Community Editions € 15,50 URSULA POZNANSKI Erebos 2 Loewe

MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch 3 9 Überreuter JEFF KINNEY Ruperts Tagebuch – Zu nett für 12 diese Welt! Baumhaus Verlag PETE JOHNSON Wie man 13 wird und überlebt NEU ArsEdition MAGNUS MYST Das kleine Böse Buch 2 16 Überreuter JEFF KINNEY Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt! 19 Baumhaus Verlag

6

Emons Verlag

€ 12,30

1

LUCINDA RILEY Die Sonnenschwester Goldmann € 17,99

2

SEBASTIAN FITZEK Das Geschenk Droemer eBook € 14,99

3

DANI ATKINS Sag ihr, ich war bei den Sternen Knaur eBook € 9,99

4

THOMAS STIPSITS Kopftuchmafia Ueberreuter Sachbuch

5

ANDREAS GRUBER Todesmal Goldmann € 10,99

1

2

4

3

5

6

SAMANTHA YOUNG Boston Nights – NEU Wahres Verlangen Mira Taschenbuch im Cora Verlag € 9,99

7

7

PIPER RAYNE Flirting with Fire NEU Forever € 4,99

8

8

9

9

10

€ 15,99

2

JOJO MOYES Wie ein Leuchten in tiefer Nacht Rowohlt Digitalbuch € 19,99

HERA LIND Vergib uns unsere Schuld NEU Diana € 9,99 JUSSI ADLER-OLSEN Messer 14 Ullstein eBooks € 18,99

10

Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control das gesamte Bestseller-Portfolio. Mit den Bestsellerlisten werden auf dem Absatzweg Sortimentsbuchhandel und E-Commerce,


Bestseller

Dezember 2019 NR.

1 2 3

BELLETRISTIK

SACHBUCH

Kopftuchmafia

1

UEBERREUTER SACHBUCH

Die Anatomie des Schicksals

1

DROEMER HC

Alles aus Neugier

Lucinda Riley 2

Das Böse

4

Eine kurze Geschichte der Menschheit

5

6

DTV VERLAG

6

Permanent Record

10

Thomas Brezina 7

Bastian Obermayer, Frederik Obermaier

Die Ibiza-Affäre

14

Kurze Antworten auf große Fragen KLETT-COTTA

Das kleine Böse Buch 3

Jeff Kinney

Ruperts Tagebuch – 12 Zu nett für diese Welt! BAUMHAUS VERLAG

Pete Johnson

Wie man 13 wird und überlebt

NEU

ARSEDITION

Magnus Myst

Das Kind in dir 4 muss Heimat finden

Das kleine Böse Buch 2

KAILASH

ÜBERREUTER

Kuchen backen mit Christina

9

ÜBERREUTER

3

5

Christina Bauer 18

11

Magnus Myst

Stefanie Stahl 10

Erebos 2 LOEWE

10

BRANDSTÄTTER VERLAG

Stephen Hawking

Martin Suter

Allmen und der Koi

Sei Pilot deines Lebens

5

Ursula Poznanski

Matthias Strolz

KIEPENHEUER & WITSCH

DIOGENES

Aussaattage 2020 Maria Thun®

Wie ich die Welt rettete und gleichzeitig eine 3im Vokabeltest schrieb COMMUNITY EDITIONS

Matthias K. Thun

NEU

8

R. Fink, A. Richter

AUSSAATTAGE-VERLAG

Atemlos BRANDSTÄTTER VERLAG

Liebesbrief an Unbekannt

Brot backen mit Christina

Magnus Myst

Das kleine Böse Buch ÜBERREUTER

7

8

LÖWENZAHN

8

Peter Filzmaier

Unter Wölfen LIMES

15

Christina Bauer

S.FISCHER

Alex Beer

Veggies DORLING KINDERSLEY

9

Edward Snowden 9

LUCHTERHAND

EDITION A

10

Der werfe den ersten Stein HANSER, CARL

Saša Stanišić HERKUNFT LITERATURVERLAG

9

Schlagzeilen 2019

Brot backen mit Christina

Jamie Oliver

M. Köhlmeier, K. P. Liessmann 5

Der JungbrunnenEffekt

LÖWENZAHN

NEU

UEBERREUTER SACHBUCH

Jojo Moyes

Wie ein Leuchten in tiefer Nacht WUNDERLICH

7 8

Christoph Budin, Christoph Matzl

Die Schule der magischen – Tiere: Eingeschneit! Ein Winterabenteuer CARLSEN

Christina Bauer 4

PANTHEON

Rita Falk

Guglhupfgeschwader

–

Margit Auer

KNEIPP VERLAG

Yuval Noah Harari

Der Fund BTB

Gregs Tagebuch 14 Voll daneben! CARLSEN

2

Straubinger, Fensl, Karré 6

ECOWIN

Bernhard Aichner

Das Wunder der Wertschätzung GRÄFE UND UNZER

Reinhard Haller

Die Sonnenschwester

KINDERBUCH Jeff Kinney 1

Reinhard Haller 5

AMALTHEA SIGNUM

GOLDMANN

4

Marcel Hirscher EGOTH-VERLAG

Georg Markus 3

ÖSTERREICH AM HÄUFIGSTEN

Alexander Hofstetter

EDITION A

Sebastian Fitzek

Das Geschenk

DIESE BÜCHER KAUFT MAN IN

RATGEBER

Johannes Huber

Thomas Stipsits

16

Das Posterformat zum Download gibt es für Buchhandlungen im Mitgliederbereich www.buecher.at

Jeff Kinney 17

LÖWENZAHN

Im Auftrag des HVB ermittelt das Marktforschungsinstitut media control die einzige offizielle Buchverkaufsliste im gesamten stationären Buchhandel und auf allen Online-Plattformen in Österreich. 600 Verkaufsstellen und knapp 90 % aller Barverkäufe sind damit erfasst.

Gregs Tagebuch 13 19 Eiskalt erwischt! BAUMHAUS VERLAG

anzeiger

Das Magazin für die österreichische Buchbranche

Sachbuch Hardcover

Sachbuch Taschenbuch

1

1

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5

JOHANNES HUBER Die Anatomie des Schicksals 1 Edition A € 24,00 GEORG MARKUS Alles aus Neugier 5 Amalthea Signum € 26,00 REINHARD HALLER Das Böse 6 Ecowin € 24,00 YUVAL NOAH HARARI Eine kurze Geschichte der Menschheit 4 Pantheon € 15,50 CHRISTOPH BUDIN, CHRISTOPH MATZL Schlagzeilen 2019 NEU Ueberreuter Sachbuch € 28,00

6 9

MICHAEL KÖHLMEIER, KONRAD PAUL LIESSMANN Der werfe den ersten Stein Hanser, Carl € 20,60

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EDWARD SNOWDEN Permanent Record 8 S. Fischer € 22,70 PETER FILZMAIER Atemlos NEU Brandstätter Verlag € 22,00

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BASTIAN OBERMAYER, FREDERIK OBERMAIER Die Ibiza-Affäre Kiepenheuer & Witsch € 16,50

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STEPHEN HAWKING Kurze Antworten auf große Fragen Klett-Cotta € 20,60

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Sachbuch E-Book

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JOHN STRELECKY Das Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 9,20 YUVAL NOAH HARARI 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert C.H. Beck € 15,40 JOHN STRELECKY Auszeit im Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 YUVAL NOAH HARARI Homo Deus C.H. Beck € 15,40 JOHN STRELECKY The Big Five for Life DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 JOHN STRELECKY Wiedersehen im Café am Rande der Welt DTV Verlagsgesellschaft € 10,20 H. ROSLING, A. ROSLING RÖNNLUND, O. ROSLING Factfulness Ullstein Taschenbuch Verlag € 16,50 HEYNE VERLAG Wer weiß denn sowas? 2 Heyne € 10,30 JOHANNA PAUNGGER, THOMAS POPPE Das Mond-Jahrbuch 2020 Goldmann € 9,30 ECKART VON HIRSCHHAUSEN Wunder wirken Wunder Rowohlt TB € 12,40

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Bahnhofsbuchhandel sowie Elektro-und Drogeriemarkt 83 Prozent aller Barverkäufe in Österreich abgedeckt.

Empfehlungen Die Entscheidung, die alles veränderte Als Papst Benedikt XVI. 2013 zurücktritt, wird der argentinische Armenprediger Jorge Bergoglio sein Nachfolger. Heute wohnen sie nebeneinander und sind voller Widersprüche. „Die zwei Päpste“ – Anthony McCarten. Diogenes

Das Alter, die Zeit und wir Herbst 2016 in England, Daniel ist 100, Elisabeth, Anfang 30, kennt den Nachbar von früher. Nun besucht sie ihn im Altersheim, liest ihm vor und fragt sich, was die Zukunft bringt. „Herbst“ – Ali Smith. Luchterhand

Roman – oder doch nicht? Wien ist das Zentrum in diesem Text, diesem Stadtroman, diesem Essay, diesem Gedicht. Alltägliche Geschichten an realen Orten werden vom Ich-Erzähler geschildert. „Umkreisung“ – Lucas Cejpek. Sonderzahl

Würstelstand und WWW Der Lemming versteht die Welt nicht mehr – noch weniger das Internet. Ein tragischer Suizid nach einer HandyNachricht zwingt ihn aber, sich damit auseinanderzusetzen. „Im Netz des Lemming“ – Stefan Slupetzky. Haymon


– Bestenliste Jänner 2020 –

Für den Buchhandel!

Bestenliste Jänner 2020 Die ORF-Bestenliste

Sachbücher des Monats

1.

1.

KLAUS VIEWEG

OLGA TOKARCZUK

Die Jakobsbücher Kampa

Hegel. Der Philosoph der Freiheit

2.

C.H. Beck

Middlemarch dtv

IVAN KRASTEV/STEPHEN HOLMES

2.

GEORGE ELIOT

Das Licht, das erlosch

2.

Ullstein

3.

GEORGE ELIOT

Middlemarch Rowohlt

KLAUS THEWELEIT

4.

Männerphantasien Matthes & Seitz

4.

JON FOSSE

Der andere Name Rowohlt

ULRIKE HERRMANN

4.

Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen Westend

5.

DANILO KIŠ

Psalm 44 Hanser

6.

CHARLES EISENSTEIN

Klima. Eine neue Perspektive Europa

SUSANNE GREGOR

6.–7.

Das letzte rote Jahr Frankfurter Verlagsanstalt

JAN-WERNER MÜLLER

7.

Furcht und Freiheit Suhrkamp

HANS MAGNUS ENZENSBERGER

Jeden Monat erstellt eine Jury aus KritikerInnen und BuchhändlerInnen eine Liste von jeweils zehn empfehlenswerten neuen Romanen. Der ORF publiziert diese Liste, und der anzeiger auch.

Fallobst. Nur ein Notizbuch Suhrkamp

8. ALI SMITH

Herbst Luchterhand

8. FRAN ROSS

Oreo dtv

10. BOTHO STRAUSS

zu oft umsonst gelächelt Hanser

Die Liste „Sachbücher des Monats“ wird durch ExpertInnen von Die Welt, von WDR 5, der Neuen Zürcher Zeitung und Ö1 zusammengestellt. Berücksichtigt werden neue Bücher in den Geistes-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

ARMIN NASSEHI

Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft C. H. Beck

8. HANNES BAHRMANN/CHRISTOPH LINKS

Berlin. Biographie einer großen Stadt Christoph Links

9. ERNST PETER FISCHER

Verbotenes Wissen Rowohlt Berlin

10. DARON ACEMOGLU/JAMES A. ROBINSON

Gleichgewicht der Macht S. Fischer

Im Vergleich zum Vorjahresmonat.

0,3 %

0,6 %

–0,4 %

Umsatz

Absatz

Preis

Weitere Marktdaten zur österreichischen Buchbranche liegen für HVB-Mitglieder exklusiv monatlich im anzeiger bei.

Erhebung: Media Control im Auftrag des HVB.

Marktdaten Dezember 2019


– Klassiker – neu entdeckt

Besser

als Netflix

Text: Erich Klein Illustration: Katharina Klein

GEORGE ELIOT: MIDDLEMARCH (1874)

Was Kunst und Könnerschaft betraf, stand sie Flaubert oder Dostojewski in nichts nach – allein, die einzige Frau unter den großen Realisten des 19. Jahrhunderts schrieb unter männlichem Pseudonym. Eigentlich hieß George Eliot (1819–1880) Mary Anne Evans. Das jüngste von fünf Kindern eines Gutsverwalters in der mittelenglischen Grafschaft Warwickshire besuchte die Schule in Coventry; intellektuell sozialisiert wurde George Eliot im Umfeld des Frühsozialisten Robert Owen. Sie übersetzte deutsche Philosophen wie Ludwig Feuerbach, bereist mit ihrem Partner in „wilder Ehe“ Deutschland und lebte schließlich in der Nähe Londons. Die Welt der Provinz, Schauplatz all ihrer Bücher, hatte sie längst verlassen, als sie 1857 ihre erste Kurzgeschichte unter Pseudonym veröffentlichte. Zwei Jahre später folgte der erste von insgesamt sieben Romanen – ab 1871 ihr als Fortsetzungsroman gedrucktes Meisterwerk „Middlemarch“. Das Buch wurde vielfach als bester englischer Roman bezeichnet. Im Zentrum eines von zwei Dutzend Figuren bevölkerten Textgewebes über die mittelenglische Provinzstadt Middlemarch in den 1830er-Jahren steht Dorothea Brooke. Gemeinsam mit ihrer Schwester Celia lebt die 19-jährige Waise auf dem

Gutshof ihres Onkels. Die Erzählung hebt scheinbar gemächlich an: „Miss Brooke besaß jene Art von Schönheit, die durch ärmliche Kleidung offenbar besonders zur Geltung kommt.“ Schon nach wenigen Seiten, während der Begegnung zwischen Dorothea, die gleichermaßen fromm wie aufgeklärt um die Lebensbedingungen der Bauern in der Umgebung besorgt ist, und dem benachbarten Grundherrn Sir James Chettam, wird klar, dass im Hintergrund der englischen Pastorale Abgründe dräuen. Die Bauern leben in miserablen Hütten. Dorothea zu ihrem heimlichen Verehrer: „Wir verdienten es, aus unseren schönen Häusern hinausgepeitscht zu werden, alle, die wir unsere Pächter in Ställen wohnen lassen.“ Die leidenschaftlich neugierige Seele glaubt allerdings, nur durch Heirat mit dem doppelt so alten Pastor und Mythenforscher Casaubon der beengten Idylle entfliehen zu können. Während der Hochzeitsreise nach Rom wird sie sogleich eines Besseren belehrt. Ihr Geplänkel mit Will Ladislaw, dem Neffen des Gemahls, steht unter keinem guten Stern. Für den Fall seines Ablebens und einer Verbindung der beiden droht der eifersüchtige Mr. Casaubon testamentarisch mit Enterbung und stirbt sogleich. Was wie eine schrullige Intrige klingt, entwickelt sich auf den nächsten tausend Seiten zu einer höchst modernen, durch keine Netflix-Serie ersetzbaren Charakterstudie über fünf Frauen auf der Suche nach dem Glück.

Das sagt der Übersetzer:

„Schon der erste Satz ist außergewöhnlich: ‚Miss Brooke besaß jene Art von Schönheit, die durch ärmliche Kleidung offenbar besonders zur Geltung kommt.‘ Er eröffnet Fragen, lässt eine tiefsinnige, vielschichtige, vor allem gänzlich ungewöhnliche Frau erwarten – was sie ja auch ist“ Rainer Zerbst

George Eliot: „Middlemarch“. Aus dem Englischen von Rainer Zerbst dtv Literatur, 2019

anzeiger / 23


– HVB-Mitglieder im Porträt – Bahoe Books, Wien

Text: Hannah Jutz Foto: Nini Tschavoll

„Die Buchbranche leistet einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs“

Leo Gürtler und Rudi Gradnitzer W

er „einen Bahö“ macht, veranstaltet einen riesigen Wirbel. Mit ihrem Verlag Bahoe Books wollen Rudi Gradnitzer und Leo Gürtler genau das, denn: „Sich fügen heißt lügen.“ 2012 begannen die beiden vergriffene Bücher, die ihnen wichtig waren, neu zu drucken. „Wir hatten eigentlich nie den Plan, einen Verlag zu machen“, erzählt Leo Gürtler. Im ersten Jahr war es nur ein Buch, nach und nach wurden es immer mehr, und seit 2016 existiert der Verlag offiziell. Bahoe Books ist ein gesellschaftskritischer Verlag, der sich auf Graphic Novels und politisches Sachbuch fokussiert, aber auch Kinderliteratur und Belletristik im Sortiment hat. „Die Buchbranche leistet einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Gerade jetzt ist es wichtig, neue Perspektiven zu entwickeln“, erklärt Gradnitzer. Bahoe Books ist mittlerweile der größte Graphic-Novel-Verlag in Österreich, ungefähr die Hälfte der jährlich veröffentlichten Bücher sind Sachcomics mit historischem Hintergrund. Viele davon sind Übersetzungen, die

beiden „Sprach- und Literaturfetischisten“ fördern aber auch heimische Autorinnen und Autoren, Szenaristen sowie Zeichnerinnen und Zeichner. „Wir machen Bücher, die uns wichtig sind, hinter denen wir stehen“, erklärt Leo Gürtler, „bei uns ist es mehr Leidenschaft als Broterwerb.“ Rudi Gradnitzer ist die Interaktion mit den Buchhändlerinnen und Buchhändlern und bei den Messen, etwa bei der BUCH WIEN, sehr wichtig: „Mir gefällt der permanente, spannende Austausch mit Intellektuellen.“ Gürtler stimmt ihm zu: „Man trifft Menschen, die etwas zu sagen haben. Es sind außergewöhnliche Persönlichkeiten – das ist sehr bereichernd!“ Zurzeit arbeiten die Verleger an der nächsten Ausstellung in ihrer Galerie, dem Bahoe Art House, wo sie sich „intensiv mit visueller Kunst auseinandersetzen“. 2020 ist ein wichtiges Jahr für den Verlag: „Die Erinnerung liegt uns am Herzen. Die Befreiung und die Gründung der Zweiten Republik liegen 75 Jahre zurück, deswegen publizieren wir etwa zehn Bücher zum Thema.“ Diesen Monat

anzeiger / 24

erscheint eine Kombination aus Originalfotografien aus jener Zeit und einer Graphic Novel unter dem Titel „Cartier Bresson, Deutschland 1945“. Für Gürtler und Gradnitzer sind Bücher Fantasie, Leben, Wissenschaft und „die Möglichkeit, Tausende Leben zu leben.“ Aktuell leben die aus Niederösterreich und Kärnten stammenden Verleger als Zugereiste in Wien. aber das Leben von zwei Wiener Verlegern. Rudi Gradnitzer gibt einen Einblick: „Seit vier Jahren verbringen wir intensiv Zeit mit­ einander. Inzwischen haben wir viel über die Buchwelt gelernt. Es gibt neue Erfahrungen und neue Rückschläge, irgendwann werden wir die Typografie zur Meisterschaft bringen.“ Bücher zu verlegen bedeutet bei Bahoe Books aber auch immer „Bahö“ – Konflikt und Krawall. Und damit fangen die jungen Verleger praktisch erst an: „Ihr werdet noch viel von uns lesen!“

Verlagskooperative Bahoe Books www.bahoebooks.net


– HVB-Mitglieder im Porträt – Verlag Klingenberg, Graz

Paul Klingenberg

Text: Elisabeth Stuppnig Foto: Marion Luttenberger

„Heute kann man Bücher über neue Kanäle vermitteln. Im Sinne meiner Autoren probiere ich aus, was machbar ist“

Verlag Klingenberg www.klingenbergverlag.at

S

amstagmittag, ein vietnamesisches Restaurant in der Grazer Innenstadt. Konzentriert, aber lächelnd brütet ein junger, hochgewachsener Mann über seinem Textstapel. Während er seine Suppe löffelt, streicht er an, korrigiert und überfliegt. Er hat das Charisma eines Schauspielers. Ist er das? „Nein, ich bin Verleger“, antwortet er lachend. Ob ich ein Geschenk brauche? Besonders ein Buch könne er empfehlen. „Ich komme oft mit Menschen ins Gespräch, die sich dann sehr für meine Bücher interessieren. Kürzlich etwa mit dem Taxifahrer auf dem Rückweg vom BuchQuartier.“ Der 28-Jährige studierte in England Politics & Journalism und schreibt derzeit an seiner Masterarbeit in Philosophie – über die Gefährdung der liberalen Demokratie durch völkische Ideologien. Die erste Begegnung mit Paul Klingenberg im Restaurant passt zum heiteren Wesen des

anzeiger / 25

Jungverlegers – spontan, ungezwungen, professionell. Das Buch, das er damals fröhlich anpries, titelt „Prüfungskunde“ und ist eine „humorvolle Einführung in die Prüfungswissenschaften“ des Grazer Juristen und Universitätsprofessors Georg Klingenberg, Pauls verstorbener Vater und Auslöser für die Verlagsgründung. „Mein Vater bat mich an seinem Lebensende, es in seinem Sinne zu verlegen.“ Das Manuskript und die Rechte am Werk wollte Paul Klingenberg nicht aus der Hand geben. „Bald danach wurde mir klar: Entweder ich gründe einen Verlag oder die ,Prüfungskunde‘ verebbt.“ Gesagt, getan: Im Februar feiert der Klingenberg Verlag sein dreijähriges Bestehen. Nach „Prüfungskunde“ im Jahr 2017 folgten 2018 und 2019 drei Titel des deutschen Poeten Jim Palmenstein und ein englischsprachiger Kurzgeschichtenband von David Newby. An weiteren Erscheinungen arbeitet Paul Klingenberg gerade – im intensiven Austausch und im Dialog mit den Autoren, darunter ein spanisch-deutscher Gedichtband von Francisco Cienfuegos, den der Autor selbst aus dem Spanischen übersetzt hat. Mit ihm traf sich Klingenberg vor Kurzem in Salzburg, um Details des Buches zu besprechen. Außerdem interviewte er ihn für ein neues Videoformat, mit dem er seine Autoren in Zukunft vermarkten möchte. „Heute kann man Bücher über neue Kanäle vermitteln. Im Sinne meiner Autoren probiere ich aus, was machbar ist.“ Klingenberg nimmt nur wenige und mit hohen Ansprüchen ausgewählte Manuskripte an, um sein Literaturprogramm „nicht zu verwässern“. Um aber auch andere Projekte realisieren zu können, plant er 2021 eine Servicereihe zu starten, mit der er sein Know-how und seine Infrastruktur anbieten möchte. Klingenberg ist stolz auf die Bücher, die ihn bisher erreicht haben. „Es ist aber noch ein weiter Weg, das Unternehmen so aufzubauen, dass ich meinen Büchern die Reichweite geben kann, die sie verdient hätten.“ Dem entspricht das Verlagsprofil: Gute Bücher. Was ist ein gutes Buch? „Auf jeden Fall berührt es mich, bereitet mir Freude, verändert und verwandelt mich. Seine Bilder und Sätze begleiten mich im Alltag und ich erinnere mich daran.“


– HVB-Mitglieder im Porträt – Barbara Brunner Öffentlichkeitsarbeit, Salzburg

Porträt: Hannah Jutz Foto: Eva Mrazek

Barbara Brunner „Autorinnen und Autoren sind dankbar, wenn sie wissen, dass wir uns um ihre Bücher kümmern“

B

arbara Brunner liest täglich so lange, bis ihr das jeweilige Buch auf die Nase fällt. Auf ihrem Nachttisch stapeln sich über zehn Romane, Manuskripte, Krimis und Sachbücher. Für die Sprachwissenschaftlerin ist das Lesen Routine. Sie macht nebenbei Notizen, damit sie nichts vergisst. Trotz langer Lesenächte ist die Tochter einer Bäckersfamilie am nächsten Tag um fünf Uhr in der Früh wach und bereit für den Tag. Seit 25 Jahren leitet Brunner ihre eigene Agentur. „Ich konnte mir eigentlich nie vorstellen, selbstständig zu werden. Jetzt möchte ich nie wieder Angestellte sein!“ Nach ihrem Studium arbeitete die Salzburgerin zuerst im Residenz Verlag. „Ich hatte diese traumhafte Idee, dass man in einem Verlag den ganzen Tag nur Bücher lesen kann.“ In der Presseund Lizenzabteilung bei Residenz lernte sie das Verlagsgeschäft von der Pike auf.

anzeiger / 26

Schließlich entschied sie sich dazu, selbst Unternehmerin zu werden: „Ich habe mit der Agentur bei null angefangen. Die Journalisten kannten mich aber schon, waren nett zu mir, und so hat sich das schnell entwickelt. Ohne Glück geht’s aber auch nicht.“ Zu Beginn war die Agentur eine One-Woman-Show in Brunners Wohnzimmer. Inzwischen hat sie ihre eigenen Räumlichkeiten in Anif-Niederalm und beschäftigt drei Mitarbeiterinnen. Nadine Ratzenberger, Martina Kaps, Katharina Klappacher und Bürohund Jaimee unterstützen Brunner dabei, Bücher sowie Autoren an die Öffentlichkeit zu bringen. „Wir vermitteln den Medien Informationen zu Themen, hinter denen interessante Autoren und ihre Bücher stehen. Damit erreichen wir bei den Journalisten leichter Aufmerksamkeit“, erklärt sie. Jeden Morgen geht sie als Erstes etwa siebzig neue E-Mails durch, verschickt Informationen und telefoniert mit Journalistinnen und Journalisten. „Autoren schreiben ein Buch, lassen es los und sitzen dann quasi in der Wüste. Sie sind dankbar, wenn sie wissen, dass wir uns weiter darum kümmern.“ Für ihren Beruf muss Barbara Brunner auch in die andere Seite hineinfühlen: „Um Journalisten zu verstehen, muss man in ihre Haut schlüpfen, man braucht viel Empathie!“ Dank vieler Jahre Berufserfahrung kennt Brunner die Branche sehr gut, „die Leute wissen, dass es bei uns funktioniert und wir genau arbeiten“. Sie liebt den Kontakt mit Menschen und geht jeden Tag aufs Neue gern ins Büro, denn „die Zusammenarbeit mit den Autoren ist immer bereichernd. Sie sind allesamt Spezialisten auf ihrem Gebiet und wissen viel mehr als ich.“ Privat hat Brunner gern Gäste bei sich. Außerdem ist die Salzburgerin sportlich, spielt leidenschaftlich Golf, schwimmt und fährt Ski. Als Vertreterin von Autorinnen und Autoren schickt Brunner deren Bücher in die Welt hinaus. Durch ihre Arbeit kommt aber auch viel zurück: „Ich ersticke in Büchern und trotzdem überfällt mich in jeder Buchhandlung eine unglaubliche Gier. Wenn mich ein Buch wirklich fasziniert, dann schenkt es mir immer wieder eine neue Welt.“ Dr. Barbara Brunner, Öffentlichkeitsarbeit Kirchenstraße 9, 5081 Niederalm bei Salzburg www.barbara-brunner.at


– HVB-Mitglieder im Porträt – Buchhandlung Kerbiser, Mürzzuschlag

Nina Stastny Porträt: Elisabeth Stuppnig Foto: Hans Schrotthofer

„Ich finde es schön, Kinder ab dem ersten Buch zu begleiten“

E

wig an einem Fleck zu bleiben halte ich einfach nicht aus“, sagt Nina Stastny von der Buchhandlung Kerbiser. Denn eines, erzählt sie, macht sie besonders gern: reisen. „Dafür ist immer Zeit, die möchte ich mir einfach nehmen. Auch wenn es noch so schwerfällt.“ Das Mürzzuschlager Geschäft läuft gut. Nina Stastny führt die 300 Quadratmeter große Buchhandlung seit 2002. Deren Geschichte reicht jedoch weit ins vorige Jahrhundert zurück: 1936 hat Stastnys Großvater, Alexander Kerbiser, das Geschäft als Papierwarenhandlung gemeinsam mit seiner Schwester eröffnet. Heute ist es in erster Linie eine Buchhandlung mit ausgewählter Papeterie, schönen Fotoalben und hochwertigem Geschenkpapier. In einer Landbuchhandlung zu landen sei nie Stastnys erste Priorität gewesen, erzählt die Buchhändlerin. „Ich wollte eigentlich in Wien studieren, aber weil ich zu spät von meinem Auslandsjahr in Brasilien zurückgekommen bin, um rechtzeitig zu inskribieren, habe ich es einfach gelassen.“ Sie blieb in Wien und arbeitete im Marketing. Erst mit

der Geburt ihres Sohnes zog sie aufs Land zurück. Als Mutter liegen ihr besonders Kinder am Herzen, wie der liebevoll dekorierte Kinderbereich der Buchhandlung zeigt. Hier finden sich neben Literatur auch hochwertige Schultaschen, Lego oder Geschenkartikel. Auch die Kleinen sollen sich in ihrem Geschäft wohlfühlen. Das ist Stastny, die in Wien meist im Kindersegment gearbeitet hat, wichtig: „Ich finde es schön, wenn Kinder, die im Kinderwagen sitzen, ihr erstes Bilderbuch bekommen, dann anfangen zu lesen und sich später irgendwann selbst Literatur besorgen.“ Neben einem ausgewählten Kinder- und Jugendbuchsortiment findet sich in der Buchhandlung Kerbiser auch eine große Auswahl an Reise-, Koch- und Regionalliteratur.

„Ein bisschen was von allem, aber niemals trivial.“ So beschreibt Stastny ihr Sortiment und ihren ganz persönlichen Büchergeschmack. „Ein gutes Buch“, sagt sie, „ist eines, bei dem man spürt, dass der Autor lange an den Sätzen gefeilt hat. Ich mag es nicht, wenn sich ein Buch liest, als ob es an einem Wochenende geschrieben wurde. Ich liebe sprachlich herausfordernde Bücher.“ Fragt man die Buchhändlerin, wie sie ihre Wochenenden am liebsten verbringt, so antwortet sie schnell: „Lesend, beim Sporteln in der Natur oder aber in Wien.“ Denn in die österreichische Bundeshauptstadt kehrt die Steirerin immer wieder gern zurück. „Bei all der landschaftlichen Schönheit in der Steiermark, den wunderschönen Bergen und dem Wald, wenn ich nicht verreise, fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Dann brauch’ ich echtes Leben, wo es brodelt und wurlt.“

Buchhandlung Kerbiser Wiener Straße 17, 8680 Mürzzuschlag

anzeiger / 27


– Selbstredend –

Und wer wäscht

die Wäsche? DIE AUTORIN GERTRAUD KLEMM ÜBER DIE SITUATION DER FRAUEN IN ALLTAG, LITERATURBETRIEB UND GESELLSCHAFT UND WARUM ES SO SCHWIERIG IST, DARAN ETWAS ZU ÄNDERN Text: Erich Klein Fotos: Christopher Mavrič

G

ertraud Klemm, 1971 in Wien geboren, studierte Biologie und war Gutachterin bei der Stadt Wien. Seit 2006 ist sie freie Autorin. Sie veröffentlichte Erzählungen und Essays sowie fünf Romane – zuletzt erschien bei Kremayr & Scheriau „Hippocampus“. 2014 erhielt Klemm den Publikumspreis beim Bachmannpreis, ihr Roman „Aberland“ war für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert.

Wie hat Ihr heutiger Tag begonnen? Gertraud Klemm — Um halb sieben aufgestanden, Kaffee und einen Pfefferminztee gekocht, meine Kinder aufgeweckt, Frühstück zubereitet, dem Großen ein Medikament gegeben, dann die Kinder zur Schule gebracht – danach bei Merkur war es schrecklich …

es schneller. Als ich „Hippocampus“ begann, war mir nicht klar, wie groß das Buch thematisch würde und welche Erwartungen ich an meine Protagonistin hatte. Wann wissen Sie, dass ein Buch fertig ist? Klemm — Wenn es druckfertig ist – alles davor ist ein Rohling. Bei „Hippocampus“ war es wichtig, zu einem Ende zu kommen und aus der Geschichte wieder herauszufinden. Wenn ich das weiß, beginnt das Veredeln und Schleifen.

Sie tragen kein Notizbuch bei sich? Klemm — Doch, ich habe immer etwas zum Schreiben dabei – manchmal ergeben sich auch inspirierende Gespräche.

Was waren Ihre ersten Leseerlebnisse? Klemm — Nöstlinger, voller Leidenschaft, alles von ihr! Pferdebücher, auch sehr viel Asterix. Ich begann sehr früh mit Erwachsenenliteratur, weil es zuhause ein großes Bücherregal gab und mein Vater sehr belesen ist. Hesse, Faulkner, Bukowski. Nebenbei habe ich sehr viel im Kaffeehaus gelesen, in dem wir uns gerade befinden – etwa Amerikaner wie John Irving oder Updike. Sehr bald bin ich über meine erste Doris Lessing gestolpert. Brigitte Schwaiger war auch ein Erweckungserlebnis. Dann habe ich die Frauen nachgelesen: Simone de Beauvoir, Virginia Woolf, Sylvia Plath, Nadine Gordimer, Margret Atwood, natürlich auch die Streeruwitz. Wenn ich eine Autorin entdeckte, las ich fast immer gleich alle Bücher.

Dieses Material benützen Sie beim Schreiben? Klemm — Die Notizen sind oft fachlicher Natur oder Recherchenotizen mit wichtigen Fakten. Das Ganze sammelt sich an und befindet sich in einem ziemlich ungeordneten Haufen. In dem begebe ich mich dann auf die Suche und grabe etwas aus.

Sie haben früh zu schreiben begonnen? Klemm — Gott sei Dank ist davon das meiste verloren gegangen, oder es wurde entsorgt – all die handgeschriebenen Tagebücher (lacht). In der Schule war ich eine berüchtigte Aufsatzschreiberin, bekam aber nie gute Noten.

Wie lange dauert es, bis ein Buch fertig ist? Klemm — Bei „Hippocampus“ hat es fünf Jahre gedauert – bei früheren Büchern ging

Sie haben Biologie studiert. Klemm — Das war eine Vernunftentscheidung. Es gab damals kein Literatur- oder

Wann kommen Sie zum Schreiben? Klemm — An so einem Tag würde ich Stoff sammeln, aber nicht schreiben. Höchstens etwas notieren. Doch der Alltag ist nicht immer so großartig, dass er bemerkenswerte Literatur hervorbringt. Es wird eher angesammelt, was später wieder rauskommt …

anzeiger / 28

Schreibstudium wie heute. Ich habe es auch mit Malerei versucht, wurde aber an der Angewandten nicht aufgenommen. Die nächste Abzweigung war Germanistik oder Biologie – als ich den Studienplan für Germanistik sah, entschied ich mich für Biologie. Das war ein Studium, das ich nicht missen möchte – zumindest in den meisten Fällen erkenne ich, ob ein Lebensraum natürlich oder künstlich ist. Sie wurden dann Beamtin. Klemm — Ich war pragmatisierte Beamtin der Stadt Wien und habe Wiens Trinkwasser kontrolliert, auch die Badegewässer an der Alten und an der Neuen Donau. Das war super. Aber irgendwann hatte ich ausgelernt. Und die Vorstellung, diese Arbeit bis an mein Lebensende zu machen … Führte zur Entscheidung, lieber Schriftstellerin zu werden … Klemm — Die Arbeit bei der Stadt Wien machte mir immer weniger Spaß. Da ich kein Parteibuch besaß und auch nie eines angenommen hätte, waren meine Karriereaussichten begrenzt. Zufällig kam ich dann drauf, dass man bei Literaturwettbewerben Texte einreichen kann – es kam damals einiges zusammen. Es stellte sich auch heraus, dass die Familienplanung nicht so lief, wie sie sollte. Mit Ihrem Partner? Klemm — Da wir keine Kinder bekommen und keine „richtige“ Familie werden konnten, wurde der Anspruch ans Berufliche höher. Ich wollte keinen Beruf mehr, der sich neben dem Leben bewegt, sondern einen, der das Leben ausfüllt. Ist die Schriftstellerei eine Möglichkeit, glücklich zu sein? »


„Ich schiebe letztlich den Frauen den Schwarzen Peter zu, weshalb mich auch viele Feministinnen nicht leiden können“ Gertraud Klemm

anzeiger / 29


– Selbstredend –

»

Klemm — Ja! Sie kann bei allen Höhen und Tiefen vieles ersetzen, aber sie verunmöglicht auch vieles. Es ist schwierig, davon zu leben und eine Beziehung zu haben. Die Beziehung zu Texten ist eine große Konkurrenz zur privaten Beziehung. Je mehr man in einem Text steckt, desto weniger will man sich mit alltäglichem Kleinkram, der in einer Familie sehr wichtig ist, befassen. Der Text verlangt irgendwann von dir, dass du ganz für ihn da bist. Alle, die schreiben, sagen, dass die Partner oder die Kinder auf die Texte eifersüchtig sind. Ihre früheren Bücher waren sehr „avantgardistisch“. Mittlerweile schreiben Sie leichter zugängliche Texte … Klemm — Ich habe früher schwadroniert, wobei es sich in „Aberland“ nicht um Schwadronieren handelt, es ist vielmehr eine atemlose Beschwerde. Das konnte nicht anders geschrieben werden. „Herzmilch“ war literarisch noch unreif. Ich schaue mir meine älteren Texte zwar liebevoll an, aber vieles würde ich heute nicht mehr so machen. Auch die Sprache muss reifen. Würde sich daran nichts ändern, wäre es ja schrecklich! Und uninteressant.

Kaiserbad (Baden, Anm.) ist ja ein bisschen „Little Austria“. Wäre das ein historischer Roman? Klemm — Wenn ich mich von meiner Biografie entferne, wird es immer weniger anstrengend und immer weniger interessant. Ich bin fast dankbar dafür, dass sich so wenige der gegenwärtigen Geschlechterdiskussionen annehmen, so bleibt für mich viel übrig. Ich will schreiben, was mich wirklich bewegt. Meine Texte sind lange der „Weiberecke“ zugerechnet worden, weil ich mich mit diesem Kinder- und Haushaltsscheiß beschäftigt habe. Ich kann es zwar selbst schon nicht mehr hören, dass die Frauen immer

Sie haben gerade einen Beitrag für die Anthologie „Und wie wir hassen!“ geschrieben, an der nur Frauen beteiligt sind. Ist das Frauensolidarität? Klemm — Es ist eine Anthologie, die sich mit Hass und der Replik von Frauen auf den Hass von Männern auf Frauen beschäftigt. Dabei fällt mir auf, wenn Männer sich „verhabern“, ist das normal, wenn Frauen dasselbe tun, gilt es als Qualitätsabfall. Wer sagt das? Klemm — Das Patriarchat. Wenn Frauen sagen, wir wollen nur Frauen dabeihaben, fällt es sofort auf. Machen es Männer, ist es die Norm. Ich habe kürzlich für einen Text

Ihre früheren Bücher sind mehr oder weniger autobiografisch. Klemm — Die Distanz wird immer größer, aber ich habe keine Angst vor dem Autobiografischen, versuche nichts zu maskieren – was bei meiner Lebensgeschichte gar nicht möglich wäre. Inwiefern? Klemm — Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, wo jeder jeden kennt. Man ist nie anonym. Wenn ich zu Weihnachten hierherkomme, kenne ich alle vom Sehen. Mit zwei Schwarzen Kindern ist meine Geschichte unübersehbar. Man läuft ständig mit einer zumindest imaginierten Biografie herum und wird darauf angesprochen. Ich habe in dieser Lebensphase gelernt, dass es kein Privatleben gibt. Man kann zwar so tun, als gäbe es eines. Doch wird immer sehr viel mehr durchschaut, als man selbst glaubt – und was ist wirklich privat? Sie meinen den Umstand, zwei Schwarze Kinder adoptiert zu haben? Klemm — Ja. Das ist im autobiografischen „Muttergehäuse“ auch preisgegeben. In meinem neuesten Buch ist kaum mehr Autobiografisches zu finden. In „Hippocampus“ ist nur die Kleinstadt biografisch – und karikiert. Daran habe ich mich allerdings noch nicht wirklich ausreichend abgearbeitet:

„Ich versuche, lustvoll auszukundschaften, wie und warum jede Neuordnung der Gesellschaft totalitär wird“ Gertraud Klemm wieder in dieselbe Falle laufen, aber in dem Moment, da du all das aussprichst, legst du dich mit dem „alten weißen Mann“, also mit Kritikern und Verlegern, an. Angst vor Feminismus in der Literatur? Klemm — Schauen Sie sich die Autoren meiner Generation an, die um 1970 geboren wurden. Wie man die behandelt hat! Ich will nichts ausplaudern, aber wenn du dem „alten weißen Mann“ nicht ständig auf die Füße trittst, geht es dir besser. Zugegeben – mittlerweile geht es mir selbst mehr als gut. Abgesehen davon sage ich mir: In dem Moment, da ich bei allen beliebt bin, habe ich verloren! Mit dem, was ich zu sagen habe, darf ich nie zu beliebt werden.

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über Aufsichtsratsgehälter recherchiert und ging dabei irrtümlich auf „Bildsuche“: weiß, männlich, zwischen dreißig und sechzig, und alle haben einen Anzug an. Ein unglaubliches Klischee, aber auch schrecklich wahr! Egal ob in der Wirtschaft, in den Medien, der Politik oder in der Kunst. Warum ändert sich an dieser Problematik so wenig? Klemm — Weil es Frauen mehr bringt, sich mit den Stärkeren zu solidarisieren, sich auf deren Seite zu schlagen. Sie haben uns mit den Kindern bei den Eiern. Also mit dem Kinderkriegen. Die beiden Dinge machen das Problem aus. Es wird sich erst ändern, wenn die Kleinfamilie zu existieren aufhört.


Kontinent Kinderbuch Ist das Seepferdchen, eine zentrale Metapher in „Hippocampus“, zufällig gewählt? Bei den Seepferdchen werden die Männer schwanger … Klemm — Es ist nicht zufällig, sondern ein Beispiel dafür, wie einfach es geht, wenn ein Mann so eine Bauchtasche hat. Weil er die Tasche hat, kriegt er die Kinder. Es geht immer um die Bauchtasche – aber selbst sie ist letztlich eine Frage der Definition. Für mich ist es die Kleinfamilie, die in jeder Generation die Frauen in denselben Konflikt treibt. Ein weiteres Problem besteht darin, dass an Schulen nicht gelehrt wird, wie man sich einen Partner aussuchen soll. Es müsste das Fach „Wie man lebenskluge Entscheidungen trifft“ geben. Sie selbst sind in einer sogenannten heilen Familie aufgewachsen? Klemm — Ja, durchaus. Wenn auch nicht mit einem geschirrabwaschenden, sich die Wäsche waschenden und bügelnden Vater. Wir erleben einen Rückfall in konservative Muster, obwohl die überkommenen Normen längst zerfallen sind. Klemm — Ich wurde in den Siebzigerjahren geboren. Damals waren die moralischen Ansprüche ganz anders. Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich sofort heirate – man kann ja nicht mit einem Mann unverheiratet zusammenziehen. Diese Haltung löst sich auf. Das war in „Erbsenzählen“ mein Thema. Plötzlich haben wir Partner und Kinder und müssen anders leben – und machen es wie einst die Eltern. Das ist fatal. Bürgerliches ist für mich nicht idyllisch, weil das Bürgertum nur zeigt, wie es geht, wenn die Frau die unbezahlte Arbeit macht oder auslagert. Das Bürgertum kann dir nichts anderes beibringen. Du kannst noch so gebildet sein und wirtschaftlich noch so gut dastehen, sobald du das bürgerliche Modell übernimmst, landest du dort, wo schon deine Mutter war. Das Wirtschaftssystem bewirkt, dass der Mann mehr verdient und der Frau das Unbezahlte übrig bleibt. Ich will nicht immer wieder mit der Hausarbeit kommen, auch Liebesarbeit und Zuneigung sind unbezahlte Arbeit. Die bürgerliche Situation erscheint doch nur deshalb idyllisch, weil die Frau in wesentlichen Bereichen zurücksteckt. Deshalb finde ich meine Familiensituation durchaus reizvoll: Meine Kinder wachsen im bürgerlichen Umfeld auf, aber immerhin erfahren sie, dass beide Elternteile unbezahlte Arbeit machen. Es ginge gar nicht anders, schließlich bin ich oft unterwegs zu Lesungen. Die Adoption hat das erleichtert, weil keiner von uns beiden gebären oder stillen musste.

Wie viele Kinder haben Sie? Klemm — Zwei Buben, vierzehn und sieben, ein blödes Alter, um daneben beruflich erfolgreich zu sein, aber es geht.

Karin Haller Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur, www.jugendliteratur.at

Sie sind nicht schwarz, sondern „braun“, wie es in einem Ihrer Bücher heißt … Klemm — Braun – darauf legen sie aber mittlerweile nicht mehr so großen Wert. Über den Opa heißt es im Buch, er sei ein „Nazi“. Können Sie sich vorstellen, über diese „große“ Geschichte zu schreiben? Klemm — Natürlich. Ich habe zur Geschichte der Stadt Baden schon sehr viel recherchiert. Ich kann aber nicht darüber schreiben, bevor ich nicht mehr über die Zukunft geschrieben habe. Mit der Vergangenheit und Gegenwart bin ich für mein Gefühl durch. In „Hippocampus“ habe ich mit Elvira erstmals eine Figur geschaffen, die sich selbst ermächtigt. Mit diesem Pouvoir möchte ich jetzt einen revolutionären Schritt setzen. Schreiben ist ein Mittel, um in der Gegenwart anzukommen? Klemm — Ja, und eines, um in die Zukunft zu gelangen. Würde mich jemand fragen, wie ich mich in den letzten zehn Jahren entwickelt habe, wäre die Antwort: Ich habe zuerst das eigene Leiden, also der Partnerfrauen, beschrieben, und den Konflikt für Frauen, die auszubrechen versuchen. In „Erbsenzählen“ ging es um die Millennials, die in der Luft hängen. In „Hippocampus“ ermächtigt sich eine Frau selbst. Im nächsten Schritt geht es um eine ganze Generation, die sich politisch ermächtigt. Es ist ein revolutionärer Gedanke. Ich glaube zu wissen, wie man aus der gegenwärtigen Situation vielleicht herauskommt. Nämlich wie? Klemm — Es ist absolut utopisch. Ich weiß mittlerweile, warum alle Feministinnen bei Utopien gelandet sind. Irgendwann reicht es, und du willst die Probleme lösen. Etwa das Problem, wie verändere ich die Welt so, dass meine Kinder dabei nicht krepieren. Diesen Spagat können nur Frauen, denn sie sind es, die Kinder entweder fallen lassen oder eine Lösung finden müssen, die die Kinder auffängt. Das obliegt immer den Frauen. Ich schiebe also letztlich den Frauen den Schwarzen Peter zu, weshalb mich auch viele Feministinnen nicht leiden können. Frauen tragen oft an dieser Situation Mitschuld. Ich bin in vielerlei Hinsicht eine ganz altmodische Feministin – also eher für Alice Schwarzer als für „Safe Space“. Als Biologin »

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Folge dem Trend „101 einfache Wege, die Welt zu retten“: Dieser Titel aus diesem Frühjahr steht für einen Trend. Bilderbücher, Erzählungen, Sachbücher – die Kinder- und Jugendliteratur ist auf den Zug namens „Klimawandel“ aufgesprungen. Das ist kein Zufall, sondern symptomatisch. Themenorientierte Literatur für junge Leserinnen und Leser setzt sich immer auch mit den Fragen auseinander, die in aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen stehen. Manche Themen können also eine Zeitlang sehr präsent sein und dann wieder verschwinden, im Jugendbuch war das in den 1990ern mit „Drogensucht“ oder „Magersucht“ der Fall. Der Grund liegt in der „Doppeltadressiertheit“ von Kinderliteratur, die vor allem von Erwachsenen gekauft wird. Sie wollen mit ihrem Buchgeschenk oder ihrer Klassenlektüre den Kindern etwas vermitteln. Im gegenwärtigen Fall bewusstseinsbildende Information und Handlungsanleitungen zum Umweltschutz („Du bist nie zu klein, um etwas zu bewirken“). Es dominieren Perspektiven und positive Ansätze, auch wird stark auf Emotionen gesetzt (siehe Titel wie „Die Dinos dachten auch, sie hätten noch Zeit“ oder „Vom kleinen Eisbären, dem es zu warm geworden ist“). Natürlich liegen den Büchern unterschiedliche Weltanschauungen zugrunde, und vermitteln wird man eher diejenigen, die einen selbst überzeugen. Denn „nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen“. Wobei das gerade jetzt ein gewagtes sprachliches Bild ist.


– Selbstredend –

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würde ich sagen, „Safe Space“ ist unter normalen Freilandbedingungen nicht lebbar, eine Glashausillusion.

Worum wird es in Ihrer Utopie also gehen? Klemm — Um eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft. Um ein Zusammenleben nur von Frauen, die die Kleinfamilie aufbrechen. Um den Versuch, die Gesellschaft neu zu ordnen. Und warum das nicht gelingt. Um die Probleme, die dabei entstehen. Es kommt sehr viel Prekariat darin vor, auch falsche Führerfiguren. Männer? Klemm — Nicht nur. Ich frage, was passiert, wenn man Männer ausschließt, etwa in einer WG mit lauter Frauen. In dem Moment, wo eine Frau ein Kind bekommt, wird alles illusorisch. Ich versuche, lustvoll auszukundschaften, wie und warum jede Neuordnung der Gesellschaft totalitär wird. Es macht mir einen Riesenspaß, ein gutes Zeichen dafür, dass das Buch auch fertig wird. In „Hippocampus“ spielt die Autorin Brigitte Schwaiger eine Rolle … Klemm — Ich habe sie bewundert. Nachdem ich einen Text über Schwaiger geschrieben hatte, gab eine Bekannte ihn Schwaiger, und die meinte nach der Lektüre: „Dieses Mädchen muss schreiben!“ Wir hatten dann Briefkontakt – nicht sehr viele Briefe. Es war die erste Schriftstellerin, die ich persönlich kennenlernte. Großartig, von einer Schriftstellerin Feedback zu bekommen. Der wichtigere Teil in „Hippocampus“ … Klemm — Es geht darum, dass Elvira und Adrian das Geschlecht tauschen – wie bei den Seepferdchen. Elvira übergibt Adrian die unliebsamen Aufgaben, und Adrian gibt Elvira die Macht. Tatsächlich ist Elvira ein Konstrukt, was mir aber erst im Nachhinein klar wurde. Nach dem Geschlechtsakt am Ende bricht sie zusammen, und es ist nicht klar, ob sie tot ist oder lebt … Sie schnurrt nur noch. Klemm — So eine Frau gibt es gar nicht. Sie ist aus den Zellen einer erfolgreichen Frau zusammengeklaubt, ein feministischer Cyborg. Elvira ist ein Arschloch, das Adrian nur benutzt. Das Arschloch selbst hat kein Geschlecht. Das Buch liest sich auch wie eine Parodie auf den Wiener Aktionismus – da werden etwa Fäkalskulpturen errichtet. Klemm — Sehr plump, aber man muss or-

dentlich klotzen, um gehört zu werden. Außerdem mache nicht ich es, sondern Elvira. Kann Kunst heute noch der ganzen Gesellschaft einen Spiegel vorhalten? Klemm — Nur Kunst kann das – wer denn sonst?

Bücher von Gertraud Klemm: Literaturverlag Droschl Aberland (2015) „Ja, aber“ heißt das Realitätsprinzip auf dem Hoheitsgebiet von „Aberland“. Zwei

Der amerikanische Philosoph Richard Rorty meinte, es seien drei Grundfiguren, die unserer Gesellschaft vorgeben, wo es langgeht: Manager, Ästhet und Therapeut. Klemm — Und wer wäscht die Wäsche von den dreien? Mir fehlt die Figur mit unbezahlter Arbeit. Gerade das macht doch die ganze Welt aus: Wie schaut es zuhause aus? Wer wartet zuhause, wenn du heimkommst? Ich glaube, Kunst ist das einzige Mittel, um die Welt zu spiegeln. Deshalb sind mir auch diese Fäkalskulpturen eingefallen.

Generationen: Elisabeth, 58, Mutter und bürgerlich, die zurückgesteckt hat, und ihre Tochter Franziska, 35, bürgerlich, jedoch zu Wutausbrüchen neigend, beäugen sich gegenseitig. Boshaft, voller Witz und ganz Klemm. Erbsenzählen (2017) Annika, 30, hat ihren Job geschmissen, kellnert und lehnt sich gegen die Erbsenzählerei auf: Ehe, Kinder, Eigenheim? Noch eine Karriere? Und da sind noch der doppelt so alte Partner Alfred samt 13-jäh-

Die der Scheiße von Kinder- und Altenwindeln entnommen ist … Klemm — Das versteht jeder. Das Verständnis verschränkt sich da mit einer Bildhaftigkeit, die unästhetisch sein mag, aber ich muss niemanden mit Erklärungen langweilen. Es handelt sich um Skulpturen, die auf alle Sinne wirken. Genau hier sehe ich die Kunst, die durch all das hindurchschimmert.

rigem Sohn Elias. War es das? Wie war das noch mit den Lebensentwürfen? Freunde werden zu Leuten und Leute zu Fremden. Verlag Kremayr & Scheriau Muttergehäuse (2016) Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihren Körper zum Feind. Als sie sich zur Adoption

Ist Ihre Lektüre rein arbeitsbezogen? Klemm — Das meiste bezieht sich auf die Arbeit. Ich lese die Bücher der Kolleginnen, was mir so empfohlen wird. Vieles lese ich nicht zu Ende, aus Zeitgründen bin ich zur Querleserin geworden.

eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Defizit für alle sichtbar. Hippocampus (2019) Ist Feminismus in der Literatur tot? Mitnichten! Elvira Katzenschläger bringt mit ihrem Rachefeldzug gegen die Heucheleien

Klassiker? Klemm — Lese ich sehr selten. Ich schaffe es nicht einmal, alle Zeitgenossen zu lesen. Ich las zum Beispiel Anke Stelling, mit der ich oft verglichen wurde. Außerdem möchte ich wissen, was gleichaltrige Kolleginnen schreiben. Und Utopien werden immer wichtiger.

des Literaturbetriebs gehörige Unordnung ins Leben der Zeitgenossen. „Irgendwie hat das Unglück der Österreicher mit dem Sonntag zu tun“, heißt es am Anfang ironisch. Doch damit hat die Sanftheit auch ihr Ende. Was folgt, ist ein skurril-rabiates Road-

Ihre Lieblingsbuchhandlung? Klemm — Ich habe Morawa sehr gern, auch Zweymüller in Baden, ein schönes altes Buchgeschäft. Und die Buchhandlung Eckart auf der Josefstädter Straße. Wann werden wir dort Ihr neues Buch sehen? Klemm — Ich möchte eine Trilogie schreiben. Bin am ersten Band, und wir werden sehen, ob ich einen Verlag dafür finde. Alle sagen mir: Eine Trilogie, das ist schwierig. Wir werden sehen. Ich habe mich durch alle Stadien des Scheiterns durchgeschrieben – jetzt bin ich so weit. «

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movie durch Wirtshäuser, die Kulturszene des Landes, bis zu einem ominösen Showdown in Neapel …

Texte von Gertraud Klemm finden sich auch hier: Lydia Haider (Hg): Und wie wir hassen! (Kremayr & Scheriau, 2020) Die sieben Leben der Marie Schwarz (Molden/Styria, Wien, 2020)


– Kurz vor Schluss – Gastkommentar

„Eine enorme Herausforderung für die Verlage und ein Verlust für Buchhandlungen“

Ein langer Atem für die Vielfalt Gerhard Bauer über die Folgen der Aussortierung Tausender Titel aus kleinen Verlagen bei Libri Gerhard Bauer

I L L U S T R A T I O N : G E O R G F E I E R F E I L , F O T O : P R I VA T

D

ie Nachricht, dass Titel kleinerer Verlage vom deutschen Barsortiment Libri ausgelistet werden, ist natürlich generell sehr schade. Gerade die Barsortimenter wären hier der optimale Anbieter – sowohl für die Verlage als auch für die Buchhändlerinnen und Buchhändler. Vor allem kleinere und mittelgroße Betriebe betrachten sich oftmals als Buchhandlungen mit „menschlichem Antlitz“, die einen sehr persönlichen Kontakt zum und mit dem Kunden haben. Dazu gehört nun ein fein ausgewähltes Sortiment: Wenn man als Buchhändler ausgefallenere Titel anbieten kann oder solche sehr rasch für Kundenwünsche besorgen möchte, ist das nur positiv. Gerade dadurch hat man hier einen Vorteil gegenüber den Großflächen, die derartiges Service nur mehr ungern oder

gar nicht anbieten. Durch diese Dienste wird das Profil des Buchhändlers als „mein Buchhändler“ nochmals gestärkt. Durch die neue Regelung verlieren also zunächst auf jeden Fall die Buchhändlerinnen und Buchhändler, die einen solchen Service auch anbieten. Denn natürlich spielt in Zeiten des Onlinehandels die Lieferzeit eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Direktbestellungen beim Verlag dauern in der Regel eine Woche länger, zudem sind sie durch üblicherweise hohe Portogebühren auch teurer. Entscheidet sich nun ein Betrieb – um wettbewerbsfähig zu bleiben –, diese anfallenden Gebühren zu übernehmen, verdient er nicht nur nichts an einer solchen Bestellung, sondern zahlt selber mehr, als das Buch für den Endabnehmer kostet. Gibt er die Kosten weiter, ist die Gefahr einer

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Punzierung – langsamer und teurer – hoch. Folglich verlieren Direktbestellungen immer mehr an Bedeutung, das erledigen die Kunden zunehmend selber online. Die Sichtbarkeit von kleineren Verlagen in den Buchhandlungen ist naturgemäß geringer und wird durch Auslistung der Barsortimenter eine enorme Herausforderung für die Verlage und ein Verlust für Buchhandlungen, die ein spezielleres Angebot darstellen möchten. Dies ist allerdings für Buchhandlungen eher verkraftbar als für die betroffenen Verlage. Vielleicht aber kommen die kleineren Verlage ja in naher Zukunft wieder zum Zug. Denn: Immer mehr Buchhandlungen werden sich zukünftig die Regale von Barsortimentern oder Auslieferungen befüllen lassen. Zu einem gewissen Teil wird also der Warengruppenbetreuer vom Lieferanten ersetzt werden. Bei Nischenthemen oder Schwerpunkten kann sich der kleinere Verlag durch eine entsprechende Positionierung wieder reinreklamieren. Es ist zu hoffen, dass die kleineren Verlage einen langen Atem haben, auf diesem Weg wieder dabei sind und dadurch die Vielfältigkeit erhalten bleibt.

Gerhard Bauer ist Filialleiter der facultas Dombuchhandlung in Wien


– Buchtermine –

Veranstaltungen Februar 2020 (Stadtbibliothek Salzburg, Schumacherstraße 14, 5020 Salzburg, 19:30)

SAMSTAG, 1. 2.

Literaturfrühstück mit Gerhard von Leonstein: Leben, Abenteuer und der Tod (Buchhandlung Moser, Am Eisernen Tor 1, 8010 Graz, 10:00)

MONTAG, 24. 2.

Helwig Brunner Gummibärchenkampagne Georg Petz Der Hundekönig (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00)

DIENSTAG, 4. 2.

Stefan Sengl: Das politische ABC der USA (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

Gertraud Klemm Hippocampus Lisa Spalt Das Institut (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00)

Georg Renöckl zeigt am 26. 2. bei Hartliebs Bücher seinen besonderen Blick auf „Paris abseits der Pfade“

DONNERSTAG, 6. 2.

Menerva Hammad: Wir treffen uns in der Mitte der Welt. Von fehlender Akzeptanz in der Gesellschaft und starken Frauen (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:15)

MITTWOCH, 26. 2.

MONTAG, 10. 2.

Elisabeth Fischer: Vegan fasten – Die 100 besten basischen Rezepte (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) DIENSTAG, 11. 2.

Florian Klenk & Konrad Pesendorfer: Zahlen, bitte! Was Sie schon immer über Österreich wissen wollten. Band 2 (Hauptbücherei/Büchereien Wien, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien, 18:30) Günther Loewit: 7 Milliarden für nichts. Ein Landarzt rechnet mit dem Gesundheitssystem ab (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:15)

Andreas Pittler: Schatten aus Stein – Ein Fall für Paul Zedlnitzky (Buchhandlung Morawa, Wollzeile 11, 1010 Wien, 19:00) Jens Wonneberger: Mission Pflaumenbaum (Hauptbücherei/Büchereien Wien, Urban-LoritzPlatz 2a, 1070 Wien, 19:00) Nadja Maleh: Ich lieb mich, ich lieb mich nicht … (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

Die Moderatorin Eser Akbaba erzählt am 27. 2. bei Morawa von den Schwierigkeiten, zwischen zwei Welten aufzuwachsen

Iris Zachenhofer, Shird Schindler: Abnehmen für hoffnungslose Fälle (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Georg Renöckl: Paris abseits der Pfade. Jumboband (Hartliebs Bücher, Porzellangasse 36, 1090 Wien, 19:00) DONNERSTAG, 27. 2.

MONTAG, 17. 2.

Lukas Sustala: Zu spät zur Party – Warum eine ganze Generation den Anschluss verpasst (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

Lukas Meschik Vaterbuch Karin Peschka Putzt euch, tanzt, lacht (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) Helga Kernstock-Redl: Schuldgefühle (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Nikolaus Harnoncourt: Über Musik. Mozart und die Werkzeuge des Affen (Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, 19:00) Eser Akbaba: Sie şprechen ja Deutsch! Traum und Wirklichkeit einer anatolischen Österreicherin (Buchhandlung Morawa, Wollzeile 11, 1010 Wien, 19:00) Michael Lehofer: Alter ist eine Illusion – Wie wir uns von den Grenzen im Kopf befreien (Buchhandlung Moser, Am Eisernen Tor 1, 8010 Graz, 19:30) Buch- und Verlagspräsentation: GmeinerVerlag (Stifter Haus Linz, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz, 19:30) Ana Marwan: Der Kreis des Weberknechts (Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23, 5020 Salzburg, 19:30)

FREITAG, 14. 2.

DONNERSTAG, 20. 2.

FREITAG, 28. 2.

Susi Safer: Wenn dir das Leben Zitronen gibt … (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

Christoph Leitl: China am Ziel! Europa am Ende? (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Martina Tischler: Fastenglück. Ein Selbstversuch (Thalia Buchhandlung 1060, Mariahilfer Straße 99, 1060 Wien, 19:15) Thomas Stangl: Die Geschichte des Körpers

Markus Täuber: Gedanken als Medizin (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00)

MITTWOCH, 12. 2.

Milena Michiko Flašar: Herr Kato spielt Familie (Hauptbücherei/Büchereien Wien, Urban-LoritzPlatz 2a, 1070 Wien, 19:00) Katja Jungwirth: Meine Mutter, das Alter und ich – Wahre Geschichten (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) DONNERSTAG, 13. 2.

Sophie Reyer Die Freiheit der Fische Jörg Zemmler Seiltänzer und Zaungäste (Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5/ 10. Stock, 6020 Innsbruck, 19:00) Stefan Slupetzky und Tibor Noé Kiss (Stadtbücherei Ybbs, Franz-Kirch-Straße 5, 3370 Ybbs an der Donau, 19:00)

SAMSTAG, 15. 2.

Otto Schenk: Selten so gelacht! (Schloss Thalheim, Thalheim 22, 3141 Kapelln, 15:30)

Rudolf Likar: Im kranken Haus – Ärzte behandeln das Gesundheitssystem (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) Georg Psota & Michael Horowitz: Das weite Land der Seele. Über die Psyche in einer verrückten Welt (Hauptbücherei/Büchereien Wien, UrbanLoritz-Platz 2a, 1070 Wien, 19:00) DIENSTAG, 18. 2.

Ursel Nendzig: Renée Schroeder – Alle Moleküle in Bewegung (Hauptbücherei/Büchereien Wien, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien, 19:00) Klaus Dürrschmid: Zungenbekenntnisse (Thalia Buchhandlung 1030, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien, 19:00) MITTWOCH, 19. 2.

anzeiger / 34

Senden Sie Ihre Terminvorschläge an redaktion@hvb.at

F O T O S : P R I VA T, M A N F R E D W E I S

MITTWOCH, 5. 2.

DIENSTAG, 25. 2.


L I T E R AT U R F Ü H R E R W I E N Viola Rosa Semper

E in Führer durch die L iteraturgeschichte der St adt: vom Mittelalter üb er die Wiener Kaffe ehausliteratur bis hin zur jungen Po etr y-Slam-Szene. 256 Seiten, € 24,90 ISBN 978-3-85439-635-2

A u sliefer ung Mohr Morawa

SO SCHREIBT WIEN


»Lesen Sie selbst, preisen Sie selbst! Ja, der Umriß dieses Dichters bleibt jetzt endgültig da und kann nicht mehr weggewischt, der Scherenschnitt kann nicht zerknüllt werden.« Elfriede Jelinek »Hans Lebert, der Weltliteratur geschrieben hat, nicht nur österreichische (und auch die wäre in großen Teilen ohne ihn nicht möglich gewesen), ist einer der Untoten. Er wird immer wieder erweckt und verschwindet immer wieder, wenn auch nicht spurlos. Seine Spuren sind jetzt in dieser beispielhaften Biographie (die mehr weiß, als sie nach der spärlichen Quellenlage überhaupt wissen kann) von Jürgen Egyptien zusammengeführt worden, sie hängen als Diagramm an unseren Wänden, und bleiben doch für den Biographen oft nur Scherenschnitte, Silhouetten, wie er sie nennt, Umrisse; wir können uns das, buchstäblich, nicht hinter den Spiegel stecken, dafür ist dieses Leben zu groß und der Spiegel zu klein. Wir schauen zwar ständig hinein, sehen uns aber nicht. Lebert sagt uns schon, wer wir sind, das können viele nicht ertragen, auch deshalb mußte er vielleicht immer wieder verschwinden und wieder auftauchen, eine beinahe vampirische Existenz, entsprechend dem Gespenstischen dieses Werks. Die Gespenster gehören uns und bleiben uns. Mit dieser Biographie ist Leberts Stellung ein für allemal festgestellt worden, obwohl vieles noch unterdrückt wird und nicht zugänglich ist.« Elfriede Jelinek Jürgen Egyptien liefert die erste zusammenhängende Lebensbeschreibung des erneut fast vergessenen Autors Hans Lebert, diesem ›Achttausender der österreichischen Nachkriegsliteratur‹.

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