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DAS MAGA Z IN FÜR BAUEN , EINRICHTEN UND WOHNEN A U S D E M F A LT E R V E R L A G
Wunschtraum Eigenheim Warum man sich dabei vor seinen Wünschen in Acht nehmen und genau aufpassen soll Seite 8
Der Ort des Meisters Architekten entwerfen Gebäude, aber wie wohnen sie eigentlich selbst? Seite 20
Grünes
Lichtdesign Der vielfach preisgekrönte Architekt und Lichtdesigner Georg Bechter im Gespräch Seite 28
für graue Tage Seite 12
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Editorial Nur Frauen wohnen, Männer…
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Christian Zillner lebt auf vielen Quadratmetern, über vier Örtlichkeiten verteilt, ist aber in der Wildnis seines Kopfes zuhause Foto: Karin Wasner
… hausen, erklärt uns der Philosoph Martin Heidegger. Nicht, dass ich ihm widersprechen möchte, schließlich kenne ich meinen Stil, aber was ist mit jenen Männern, die Gebäude entwerfen, im Volksmund „Architekten“ genannt? Wir haben guter Dinge drei dazu befragt, und sie haben uns Auskunft über ihr Wohnen gegeben, wollten jedoch kein Bild ihres privaten Lieblingsortes veröffentlicht sehen. Der „Ort des Meisters“ (Seite 20) bleibt also unserer Vorstellung vorbehalten. Einer, der auch Architekt ist, sich aber vor allem mit seinem Lichtdesign einen internationalen Namen gemacht hat, ist Georg Bechter aus dem Bregenzerwald. Worauf es bei Licht ankommt, verrät er auf Seite 28. Worauf es in der Saison der grauen Tage ankommt, ist der grüne Bereich in der eigenen Wohnung. Wie er aussehen könnte, erfahren Sie auf den Seiten zwölf bis 15. Dazu zeigen wir Trends zu vergnüglicherem Pritscheln, also Badezimmereinrichtungen (Seite 16) und zu besserem Gähnen, das Schlafzimmer (Seite 18). Nun aber zum Wunsch vieler Österreicherinnen und Österreicher, vor dem sie sich, so lehrt zumindest die Erfahrung, eher in Acht nehmen sollten – aber was kann man schon gegen seine Gefühle? Das Eigenheim ist der Traum vieler. Ob Luxusappartement (Seite 22) oder Vereinigtes Arbeiten und Wohnen, die Bühne für manchen schweren Frust (Seite 26), die andauernde Pandemie hat das Begehren nach dem Eigenheim (Seite 8) noch gesteigert. So sehr, dass im Speckgürtel von Wien, ja sogar im Waldviertel, kaum noch Häuser zu erwerben sind. Außerdem treibt der Home-Office-Trend die Daheimgebliebenen dazu, nun größeren Wohnraum zu suchen; die Vierzig-Quadratmeter-Wohnung, beliebt bei Bauträgern und Wohnungssuchenden, reicht nun nicht mehr. Jetzt brauchen wir mehr Platz zum Ausatmen.
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Besitz belastet. Dieser Satz kommt immer dann, wenn eine neue Anschaffung bevorsteht, für die man aber schließlich doch gute Gründe findet. Große Häuser oder Wohnungen haben den Vorteil, dass sich der Besitz dort besser verteilen lässt, weswegen man die Belastung durch ihn dann nicht mehr so stark spürt.
Impressum Medieninhaber: Falter Zeitschriften Gesellschaft m.b.H., 1010 Wien, Marc-Aurel-Straße 9, T: 0043 1 536 60-0, F: DW 935, E: wienzeit@falter.at, www.falter.at; Herstellung: Falter Verlagsgesellschaft m.b.H.; Gestaltung und Produktion: Dirk Merbach, Reini Hackl, Raphael Moser; Druck: Walstead Leykam Druck GmbH., DVR: 047 69 86. Diese Beilage ist ein Service der Sales-Abteilung der Falter Verlagsgesellschaft m.b.H. Alle Rechte, auch die der Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. Die Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz ist unter www.falter.at/offenlegung/falter ständig abrufbar.
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Seite 12
Seite 8
Seite 6 Seite 16
Fotos: istock, Kabinettstück, Rudolf Strobl, Koch Immobilien, Fritz Simak, Wolfgang Zlodej, Adolf Bereuter, beigestellt
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Seite 20 Seite 26
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in diesem Heft Gastauftritt: Elmar Frischmann von 4betterdays.com Seite 6 Wunschvorstellung: Heißer Traum vom Eigenheim Seite 8 Im grünen Bereich: Grünzeug für graue Tage Seite 12 Lebensbäume: Grünes in winterlichen Räumen Seite 14 Waschgelegenheit: Mehr zum Pritscheln Seite 16 Schlafabteil: Gähnen, aber richtig! Seite 18 Amt für Baukunst: Der Ort des Meisters Seite 20 Luxusdepartement: Model_lbau Seite 22 Designbereich: Der Sessel Seite 24 Kooperationstrakt: Vereint bei Arbeit und Wohnen Seite 26 Lichtschiene: „Manchmal reicht ein Ein und Aus“ — Interview mit dem Lichtdesigner Georg Bechter Seite 28 Zahlstelle: Sagenhafte Steigerung der Immobilienpreise in Österreich Seite 30
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Elmar Frischmann ist Geschäftsführer des von Innsbruck aus betriebenen, digitalen Marktplatzes 4betterdays.com Foto: 4betterdays.com
Gastauftritt Elmar Frischmann An dieser Stelle möchte ich über Handwerk im richtigen Maß sowie die Ansprüche an zeitgemäßes Möbeldesign und ebensolche Möbelproduktion schreiben. Das Wort zeitgemäß beinhaltet zwei wichtige Aspekte, die es gilt in unseren Alltag zu integrieren. „Zeit“ spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben. Die meisten Menschen verbringen viel Zeit bei der Arbeit, einige wenige dann noch in ihrer Freizeit. Aber die wichtigste Zeit findet daheim statt. Das Zuhause sollte die Energiequelle Nr. 1 sein, unser Lebensabschnittsmittelpunkt, an dem wir Ruhe finden und Kraft tanken können. Bekanntlich gibt uns Mutter Natur die notwendige Lebenskraft für unseren Alltag. Also warum nicht so viel Natur wie möglich ins Heim holen, wenn man dort schon die meiste Zeit verbringt? Nun kommen wir zum Aspekt „gemäß“. Es entspricht unserer Zeit, dass Mäßigkeit und das richtige Maß wieder eine wichtigere Rolle spielen. Individuelle Möbel werden auf Maß gefertigt und nicht für Massen produziert. Auch das Design spielt in der Entscheidung bzw. Nutzung der Möbel einen wichtigen Part. Mit dem Vormarsch der künstlichen Intelligenz hat der Mensch die einmalige Chance, sich als Individuum durch sein eigenes Denken weiterzuentwickeln und seine eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen. Wer künftig noch sein eigener Herr sein will,
muss lernen, in Werten und nicht in Preisen oder Mustern zu denken. Nachhaltige Menschen nehmen sich Zeit für ihre Entscheidungen. Bei der Anschaffung von Möbeln spielen Werte wie Herkunft, Material, Ressourcen und nachhaltige Nutzung eine wichtige Rolle. Sie schaffen für sich und ihre Umgebung einen Mehrwert. Eine solche Entscheidung hat viel Persönliches und Kreatives in sich, denn es fühlt sich gut an zu wissen, dass keine Ressourcen verschwendet werden, man Kleinbetriebe unterstützt und Produkte kauft, die für den Gebrauch durch Generationen hindurch und nicht für den nächsten Mülltransport produziert wurden. Wir sollten von Bäumen lernen. Würden wir Menschen so miteinander umgehen wie Bäume, dann wäre die Welt in Ordnung. Ein Mischwald ist eben besser als eine Monokultur. So wie auch bei uns Menschen Vielfältigkeit von Vorteil ist. Ein Baum holt sich beispielsweise seine Nahrung und Energie aus der unmittelbaren Umgebung. Er bietet anderen Lebewesen Schutz und teilt seine Nährstoffe mit ihnen. So entstehen gesunde Wälder durch gegenseitige Unterstützung, Vielfältigkeit und Respekt. Stellt euch vor, wie unsere Welt aussehen könnte, würden wir von Bäumen lernen. Mit unserem nachhaltigen Marktplatz 4betterdays.com bieten wir derzeit knapp 160 Handwerkern aus Europa eine digitale Heimat. Unsere Kunden dürfen von uns „Werte statt Schnäppchen“ erwarten. Wir lernen gemeinsam mit unseren Handwerkern tagtäglich von Bäumen. Und das ist gut so. Foto: 4betterdays.com
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Meine Lieblingsmöbel Das Regalsystem: Dieses Möbel besteht aus Eichenholz und lässt sich flexibel erweitern, verändern oder anpassen. Die Integration von hochwertigen Schub laden und Türen sowie verschiedene Ober flächenbehandlungen und Farben bieten vielfältige Gestaltungsmöglich keiten für die indi viduelle Nutzung und Darstellung
Das Regalsystem Teve aus Eichenholz ist stapelbar und kann mit Türen versehen werden Foto:4betterdays.com
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Wunschvorstellung Heißer Traum vom Eigenheim Ein Haus mit Garten in der Stadt ist für viele eine Utopie, und seit der Corona-Pandemie sind auch Häuser in Stadtnähe, ja sogar in entlegenen Gegenden wie dem Waldviertel, rar. Bleibt also nur die Eigentumswohnung in der Stadt. Doch die Preise sind enorm gestiegen, egal, ob in Wien oder Graz.
„Für einen Kauf sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, also mindestens ein Jahr.“ Patricia Reisinger, Immobilienexpertin, Graz
Endlich sitzt sie zwischen den Umzugskartons in der neuen Wohnung, draußen zwitschern die Vögel, eine Straßenbahn rattert vorbei. Ein großartiges Gefühl, eine eigene Wohnung zu besitzen, doch der Weg dorthin war lange und mühsam. Mit ihrer vierköpfigen Familie hatte sie rund drei Jahre eine Wohnung in Wien gesucht und wollte eigentlich in jenem Bezirk bleiben, in welchem sie aufgewachsen war. „Wir stammen beide aus Währing. Der Bezirk ist so schön und hat so viele Vorteile, dass wir es uns nur schwer hätten vorstellen können, woanders zu wohnen,“ sagt Karin Niels. „Wir haben auch Häuser außerhalb von Wien angeschaut, in Klosterneuburg, Purkersdorf, auch weiter weg, aber wir möchten unseren Kindern ermöglichen, in Wien aufzuwachsen. Uns ist es wichtig, dass der Schulweg kurz ist, die Kinder auch nachmittags schnell einmal zu einem Freund gehen können und nicht ständig im Auto sitzen müssen. Auch wäre unser Weg in die Arbeit viel zu lang gewesen.“ Besonders groß ist die erworbene Wohnung nicht. Um beiden Kindern später ein eigenes Zimmer zu ermöglichen, sind noch Umbauarbeiten notwendig, wobei die beiden Zimmer nicht mehr als acht Quadratmeter Raumfläche umfassen werden. Außerhalb Wiens hätte sich die Familie ein größeres Haus mit ausreichendem Platz und einem
arten leisten können. Doch in der GroßG stadt ist heute daran nicht mehr zu denken. Vor rund fünfzehn Jahren wäre es noch vorstellbar gewesen. „Leider konnten wir uns den Wunsch nach einem Garten nicht erfüllen, wir haben einen Balkon“, sagt Niels. „Trotzdem sind wir sehr froh, nun in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Der letzte Vermieter hat uns das Leben schwer gemacht. Hier können wir selbst über unser Heim bestimmen und es nach unseren Vorstellungen gestalten.“ Ähnlich hoch wie in Wien ist die Nachfrage nach Wohnungen oder Häusern auch in Graz. „In einem gewissen Preissegment gibt es nur sehr selten Immobilien, bei denen alles stimmt. So muss man immer Kompromisse eingehen. Jeder sollte vorab herausfinden, was für ihn wirklich wichtig ist, wie beispielsweise ein Balkon, ein Garagenplatz oder hohe Räume“, sagt Patricia Reisinger. Sie arbeitet in einem Unternehmen, das sich mit Privatimmobilien in Graz und Umgebung beschäftigt. Graz wird durch die Mur getrennt. Das linke, östliche Ufer ist beliebter; das rechte, westliche ist grundsätzlich das günstigere Viertel und weniger gefragt, wiewohl es in den letzten Jahren durch den Bau der Fachhochschule in der Nähe von Schloss Eggenberg eine Aufwertung erfahren hat. „So wie in vielen Städten liegen die meisten Häuser im Speckgürtel von Graz. Innerhalb der Stadt ist das Angebot an Wohnungen höher“, sagt Reisinger. „Graz ist eine sehr lebenswerte Stadt, doch leider sind die öffentlichen
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Fotos: Lisa Lux, istock
Links der Arbeiterkammer zur Wohnfinanzierung wien.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/geld/ kredite/Checkliste_fuer_Wohnkredite.html www.arbeiterkammer.at/service/presse/Hypothekarkredite.html www.arbeiterkammer.at/service/presse/Neuer_Bankenmonitor.html
Verkehrsmittel weniger gut ausgebaut als etwa in Wien. Die Straßen e rweisen sich für den wachsenden Verkehr als zu klein, besonders da die Autos immer größer werden. Graz ist eben keine Großstadt mit einem vernünftigen öffentlichen Verkehrsnetz wie einer U-Bahn oder dergleichen.“ Trotzdem hat die Bautätigkeit auch in Graz stark zugenommen. Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchte, sollte sich einige Dinge vorab überlegen. Ganz wichtig ist, wo man wirklich wohnen möchte – oft ist es die Gegend der eigenen Kindheit, wenn sie in schöner Erinnerung geblieben ist. Weitere Bedingungen: Gibt es einen Kindergarten, passende Schulen mit einer guten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, Einkaufsmöglichkeiten und eine befriedigende Gesundheitsversorgung? Es empfiehlt sich auch zu überprüfen, ob in der näheren Umgebung größere Bauprojekte in Planung sind, um nicht in den nächsten Jahren von Baustellenlärm belästigt zu werden. Und der Versicherung, ein leeres Grundstück vor den Fenstern „werde sicher nie verbaut werden“, ist kaum zu trauen. In jeder Stadt mit dynamischem Wachstum ist das nichts als ein leeres Versprechen. Noch immer legen viele Menschen ihr Geld in Immobilien an, sei es als sichere Anlage bzw. langfristige Investition. Dabei ist bereits höchste Vorsicht geboten. Für das Versprechen, die Immobilie werde weiterhin im Preis steigen, gilt dasselbe wie für jenes von den unverbaubaren Grundstücken. Bei Vorsorgewohnungen kann leicht nur noch die Sorge überbleiben. „Für einen Kauf sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, mindestens ein Jahr“, erklärt Reisinger. „Zuvor muss einiges bedacht werden, etwa, ob man ein Wohnungs- oder ein Haustyp ist, ob man in einem Erstbezug oder lieber in einer alten Wohnung leben möchte“, meint Reisinger. Wie in Wien sind in Graz Immobilienpreise stark angestiegen, in den letzten acht Jahren um rund zwanzig Prozent. „Am linken Murufer findet man keinen Erstbezug mehr unter 4.000 bis 4.500 Euro pro Quadratmeter. Für junge Menschen natürlich unerschwinglich, also mieten sie erst einmal. Ab etwa 35 Jahren und bei einer stabilen Partnerschaft beginnt das Nachdenken über den Kauf einer Immobilie.“ Zieht man den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses in Erwägung, sollte die Immobilie
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„In einem gewissen Preissegment gibt es nur sehr selten Immobilien, bei denen alles stimmt. So muss man immer Kompromisse eingehen. Jeder sollte vorab herausfinden, was für ihn wirklich wichtig ist, wie beispielsweise ein Balkon, ein Garagenplatz oder hohe Räume.“ Patricia Reisinger
zuvor mit einem Fachmann überprüft werden, auch bei Mietwohungen. Die Maklerin weist auf ein paar Schwächen hin, die „eh noch behoben w erden“; doch die w irklich teuren Reparaturen oder Investitionen entdeckt man meist erst, wenn selbst dafür aufgekommen werden muss. Besondere Beachtung sollte man dem Zustand der Elektroinstallationen und dem Raumklima schenken: Ist dieses zu feucht, tritt Schimmel auf, ist es zu trocken, werden die Schleimhäute gereizt. Weiters sollte man sich vorab über den Energieverbrauch des Eigenheims oder der Mietwohnung erkundigen. Wie hoch auch immer der Preis einer Immobilie ausgeschrieben ist, zum Kaufpreis einer Wohnung oder eines Hauses kommen stets weitere Kosten hinzu: Die Provision für den Makler (ca. drei Prozent plus USt. des Kaufpreises) und die Honorare für Notar oder Rechtsanwalt. Zusätzlich wird beim Kauf eine einmalige Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent des Kaufpreises sowie die Eintragungsgebühr von 1,1 Prozent des Kaufpreises fällig. Man kann also davon ausgehen, dass die Zusatzkosten zum Kaufpreis etwa zehn Prozent ausmachen.
Wird die Immobilie per Bankkredit finanziert, ist Folgendes zu beachten: Der Zinssatz, die Bankspesen, die einmalig anfallen und laufend verrechnet werden, die Versicherungen. Variable Zinssätze fallen zumeist niedriger aus als fixe, denn sie unterliegen dem direkten Einfluss der aktuellen Wirtschaftslage. Deshalb ist ein Fixzins zumeist höher. Man kann auch beide Arten kombinieren, dabei wird ein Teil des Kreditbetrages fix und der andere variabel verzinst. Höchste Vorsicht gilt beim Vorschlag von Fremdwährungskrediten: Bevor man sich auf solche einlässt, sollte man mit Geschädigten sprechen und fragen, wie sie nachträglich das Risiko wirklich einschätzen bzw. wer am besten darüber Auskunft geben kann. Die Höhe der Bearbeitungsgebühr ist unterschiedlich und kann bis zu drei Prozent der Kreditsumme betragen. Je geringer die Kredithöhe, je kürzer die Laufzeit, desto höher die Veranschlagung der Spesen. Je schlechter die Kundenbonität, desto höher die Bearbeitungsgebühr. Die kreditgebende Bank wird sich gegen das Risiko eines Kreditausfalls durch den Tod des Kreditnehmers absichern und dazu den Abschluss einer Ablebensversicherung verlangen. Darüber hinaus braucht es eine Feuer- und eine Haushaltsversicherung. Wer nach alledem dennoch ein Eigenheim, sei es Wohnung oder Haus, erwerben möchte, sollte sich eben auch sehr viel Zeit für die Planung der Finanzierung nehmen. Eine erste Orientierung geben die Informationen inklusive Checkliste der Arbeiterkammer auf den hier angeführten Links. Eingehende und umfassende Information hat zwar mit Träumen vom Eigenheim nichts mehr zu tun, kann aber mögliche Alpträume verhindern. Sophie Hanak Foto: istock, Archiv
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Sauerstoffzelt Grünes in winterlichen Räumen Ob grüne Pflanzen oder grüne Wände, wenn das Grün im Freien fehlt, macht es sich in der eigenen Wohnung umso besser. Womöglich verbessert es auch die Luft
Der Baumfreund (links), auch als Philodendron bekannt, und rechts daneben der Bogenhanf, landläufig auch Schwiegermutterzunge genannt, erleben derzeit ein Revival. Auch echter Papyrus (unten) ist immer eine Augenweide. Fotos: Bernd Hochwartner
Grün in den eigenen vier Wänden steigert das Wohlbefinden, verbessert die Luftqualität und reichert die Raumluft mit Sauerstoff an. So lauten drei der gängigsten Mythen über Zimmerpflanzen. Doch um eine messbare Wirkung bei Luftreinigung und Sauerstoffproduktion zu erzielen, bräuchte man einen Urwald mittlerer Größe in den eigenen vier Wänden. Unstrittig ist aber, dass Menschen auf Grün positiv reagieren: Im grüneren Bezirk ist man glücklicher, Pflanzen verbessern im Büro die Arbeitsleistung und steigern daheim das Wohlbefinden. Weswegen, ist weitgehend unklar. Es scheint, als verfüge die Farbe Grün über einen besonders kurzen Draht zu unserem Wahrnehmungsapparat und damit zu unserer Psyche. Im Wiener Winter empfiehlt es sich also, gleichzeitig Wohnung und Stimmung mit Grün aufzuhellen. Ein nicht mehr ganz neuer Trend geht zu grünen Wänden: „Populär ist dies durch den Guru der vertikalen Gärten, Patrick Blanc, und den Architekten Jean Nouvelle geworden“, erklärt der Gärtner, Landschaftsdesigner und Gebäudebegrüner Bernd Hochwartner. Dabei handelt es sich um Hydrokulturen. Die Pflanzen stecken in mit mineralischen Substraten gefüllten Fließtaschen. Aus einem Becken unter den Pflanzen wird Wasser mit Nährstoffen nach oben gepumpt und fließt wieder zurück. „Es gibt Firmen, die mittels Apps solche Gärten überwachen und servicieren. Man kann das aber auch zu Hause machen, und zwar mit einem Wasserstandsanzeiger.“ Es sei hier angemerkt, dass Hochwartner langjährige Erfahrung hat: „Gemeinsam mit meinen Kollegen von Weidlfein Gartenkunst haben wir recht früh mit Innenraumbegrünung begonnen. Wir haben schon alles begrünt – vom Steirerhut über die Reisetasche bis hin zum Bustier. Das Prinzip bleibt dasselbe.“ Der neueste Trend sind die „fliegenden“ Gärten, wobei Bäume, Sträucher und Blumen scheinbar schwerelos im Raum schweben. Um diesen Eindruck aufrechtzuerhalten, braucht es technisches Know-how und Pflege. Und Vorsicht auch bei Mooswänden: „Das sind mumifizierte Moose. Die sehen lebendig aus, werden auch meistens so verkauft, sind aber garantiert tot.“ „Ich pflanze immer drei Pflanzen in unterschiedlichen Höhen. Der Goldene Schnitt ist d abei ein
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estaltungsprinzip“, erklärt Hochwartner. Schön G anzusehen sind die Arrangements natürlich nur, solange die Pflanzen auch wachsen und gedeihen. Das ist eine Frage der richtigen Pflanzenwahl: „Für den Innenraum eignen sich tropische und subtropische Pflanzen. Sie brauchen das Jahr hindurch konstante Temperaturen.“ Heimische Pflanzen sind nicht indoor-tauglich. Zitrusgewächse, Oliven oder Rosmarin müssen im Inneren überwintert werden, brauchen aber kühle Temperaturen. Selbst für tropische und subtropische Pflanzen ist der Winter in der Wohnung eine Belastung: „Die Pflanzen sind an zwölf Stunden Tageslicht und an eine Luftfeuchtigkeit von neunzig Prozent gewöhnt. Im Winter gibt es allerdings nur acht Stunden Sonnenlicht, und die Luftfeuchtigkeit liegt teilweise weit unter vierzig Prozent.“ Trotzdem brauchen die Pflanzen weniger Feuchtigkeit, weshalb die Gefahr des Überwässerns groß ist. Daher sollten Wasserstandsanzeiger verwendet werden: „Prinzipiell gießt man immer bis zur Optimum-Markierung. Wer länger von zu Hause weg ist, kann bis zum Maximum auffüllen. Da die Wasserstandsanzeiger verzögert reagieren, sollte man etappenweise gießen, damit sie wirklich die richtigen Werte angeben und man die Pflanzen nicht ertränkt.“ „Ich empfehle, ‚Trottelpflanzen‘ zu verwenden“, sagt Hochwartner. Der Trottel ist dabei aber nicht die Pflanze, sondern hängt am anderen Ende der Gießkanne. Besonders deppensicher: Einblatt,
Bogenhanf („Schwiegermutterzunge“), Philodendren. Sehr robust sind Echeverien, Elefantenfuß und Aronstabgewächse wie Efeutute, Fensterblätter und Glücksfeder. „Es gibt auch sehr widerstandsfähige Orchideen.“ Für Farbakzente im Winter dient die Amaryllis: „Den Sommer über habe ich sie draußen stehen“, sagt der Landschaftsdesigner und Blumenarrangeur Markus Jagersberger. „Im Herbst kommen sie nach drinnen. Dann höre ich auf zu gießen. Wenn sie im Dezember beginnen auszutreiben, gieße ich, damit sie blühen.“ Wer nicht bis Dezember warten will, hält sich an Schnittblumen: „Man sollte sie auf keinen Fall zur Heizung stellen. Ideal sind kühle Orte wie Gang- oder Küchenfenster oder der Platz zwischen Altbaufenstern. Grundsätzlich solle man beim Kauf auf die Frische achten und die Blumen nicht allzu lange der Kälte aussetzen, damit sie nicht erfrieren. Zuhause alle drei Tage frisch anschneiden, das Wasser wechseln und die Vase mit einem Schwamm sauber auswaschen.“ So bleibt die Blütenpracht auch in der grauen Jahreszeit erhalten. Werner Sturmberger
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Amt für Baukunst Der Ort des Meisters Sie sind bekannt für ihre eindrucksvollen Gebäude. Wie aber wohnen Architekten selbst? Wir haben drei von ihnen danach gefragt. Sie haben es erzählt, jedoch ohne Bilder ihrer Lieblingsorte zu zeigen
Im Holzhaus mitten in der Metropole Oskar Leo Kaufmann gilt als Architekt mit außergewöhnlichen Lösungen für Bauaufgaben. Manche nenen seine Entwürfe „streng“. Sehenswert sind sie auf jeden Fall.
In der Küche aufwachsen und leben Seit mittlerweile zwanzig Jahren lebt der Vorarlberger Architekt Oskar Leo Kaufmann in einem umgebauten alten Pferdestall in Dornbirn. Der sehr geräumige Wohn- und Essbereich mit Küche „ist ein äußerst kommunikativer Ort. Ob Freunde, Bekannte oder die Kinder, bei uns spielt sich fast alles in diesem Raum ab.“ Die Küche war für Kaufmann schon während der Kindheit ein zentraler Ort: „Meine Mutter hat ein Hotel geführt, die riesige Küche war einer meiner Lieblingsplätze. Man kann sagen, dass ich in einer Küche aufgewachsen bin. Mein Vater war Architekt und ich habe früher hin und wieder bei ihm gearbeitet. Dadurch bin ich in die Architektur reingerutscht.“ Mittlerweile arbeitet er seit dreißig Jahren in der Branche und bevorzugt „unaufgeregte Räume“. Die Küche funktionell, eine Feuerstelle im Wohnzimmer, keine Bilder: „Der Rest ergibt sich dann aus dem Konzept oder auch durch das Licht.“ Unumgänglich ist für ihn ein Außenbereich wie die kleine, westseitig gelegene Terrasse hinter seinem Haus, von Haselnusssträuchern umgeben. „Bei Altbeständen geht ein Außenbereich oft nicht. Aber bei Neubauten muss unbedingt Wert daraufgelegt werden, und zwar groß genug, dass man dort leben kann.“ Ein Punkt, der bei seinen Projekten generell eine wesentliche Rolle spielt: „Ein Haus soll leben und funktionieren. Ich muss ja nicht um jeden Preis alles bauen. Wenn ich mich aber für etwas entscheide und nachher sehe, dass der Plan aufgeht und das Gebäude lebt, dann macht es richtig Spaß.“
Seit 2017 ist Tom Kaden an der TU Graz der Stiftungsprofessor für „Architektur und Holzbau“. Seitdem pendelt er zwischen Berlin und Graz. Im sechsten Stock in Graz geht der Blick auf den Schlossberg, in Berlin „lebe ich mit meiner Familie seit acht Jahren in einem Holzhaus eines Baugruppenprojekts östlich vom Berliner Zentrum“ am Areal einer ehemaligen Gärtnerei mit drei Häusern für sechzehn Familien samt weitläufigem Außenbereich. Dort ist ein Garten zu finden, es gibt schattige Plätze unter Bäumen und genug Raum zum Spielen für die Kinder. „Das Areal ist Treffpunkt und Privatbereich gleichzeitig. Einmal ist man praktisch allein, dann trifft man auf sehr viele Menschen – es hängt auch von der Tageszeit ab.“ Das Konzept des gemeinschaftlich genutzten Raumes ist Tom Kaden in seiner Arbeit sehr wichtig: „Privateigentum wird heutzutage immer heiliger, und gerade in den Städten ist dabei eine Tendenz zu geschlossenen Anlagen zu beobachten. Wir versuchen, Baulücken nicht einfach zu schließen, sondern Zwischenräume zu schaffen. Durch eine Freitreppe etwa entsteht Platz, der gemeinschaftlich genutzt werden kann.“ Er wünscht sich Gebäude mit offenen Toren und öffentlich zugänglichen Erdgeschossen, die sich der Stadt zuwenden. „Eine Zwischenebene zwischen Haus und Nachbar. Die Privatisierung der Stadt geht in die falsche Richtung – eine Katastrophe.“ Tom Kaden arbeitet seit fünfundzwanzig Jahren konsequent mit dem Rohstoff Holz, von kleinen Bauten auf dem Land bis zu Deutschlands höchstem Haus in Holzbauweise. „Während meiner gesamten Tätigkeit bin ich noch keiner Bauaufgabe begegnet, die nicht gut mit Holz lösbar ist. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich Holz außerdem so stark wie kein anderer Werkstoff weiterentwickelt.“ Seine Grazer Wohnung hingegen befindet sich in einem herkömmlichen Haus. „Hier sitze ich am liebsten auf dem Sofa, ganz auf der linken Seite, auch wenn ich arbeite. Ich genieße von dort einfach den schönen Ausblick über Graz.“ Tom Kaden könnte man als Vertreter einer nüchtern Berlinerischen Architektur bezeichnen. Kaden entwirft Erstaunliches in Holz.
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Seine Gebäude sind von urbaner Eleganz, selbst wenn Bauernhäuser ihnen als Vorbild dienen.
Im Norden des Hauses Unweit von Bregenz liegt das Haus des Architekten Helmut Dietrich, stadtnah und doch mitten in der Natur. „Ein Glücksfall“, sagt Dietrich, der das Gebäude in Hanglage vor rund drei Jahren selbst entworfen und gebaut hat. Besonders häufig findet man ihn in der nach außen offenen Loggia mit großer Verglasung. „Die Loggia ist meine Schnittstelle zwischen freier Natur und Behausung, ein Außenzimmer, in dem ich beides haben kann. Hier bin ich geschützt vor der Witterung und trotzdem im Freien. Ich finde es wichtig, dass jedes Haus Plätze hat, die nicht ganz drinnen und auch nicht ganz draußen sind.“ Wie der „Schopf“ bei den historischen Bauernhäusern im Bregenzerwald mit einer zur Landschaft offenen Seite. „Ein Raum zwischen
Privatem und Öffentlichem.“ Die Aussicht spielt eine wichtige Rolle. War es früher der Blick in die Ferne, der bei seinen Entwürfen dominiert hat, ist nun auch die Nähe ein Thema geworden. „Ein Baum schafft Struktur, plötzlich gibt es einen Vorder- und einen Hintergrund.“ Aber auch der Stadt kann der Architekt einiges abgewinnen: „Sie bietet Dinge, die man am Land nicht hat. Das Raumvolumen der alten Wohnungen in Wien fasziniert mich. Die hohen Räume und Fenster strahlen Luftigkeit und Leichtigkeit aus. In meinem Büro habe ich einen Platz, der nach Norden ausgerichtet ist. Die Nordseite wird häufig unterschätzt, dabei ist sie doch oft so viel spannender und schöner.“ Viele seiner Kunden bevorzugten die Südseite und wollten an die Sonne, doch Dietrich versucht sie davon zu überzeugen, dass die andere Richtung die interessantere ist: „Das ist eigentlich bei vielen Dingen im Leben so.“ Texte : Claudia Stieglecker Fotos: Privat, istock, Rolf Walter, Angela Lamprecht
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Luxusdepartment Model_lbau Der Sage nach kaufen in Wien vor allem reiche Personen aus Russland Luxusimmobilien. Doch die Sage ist alt, mittlerweile melden sich auch andere aus dem Ausland oder den Bundesländern für außergewöhnliche Wohnungen in Wien an. Wobei außergewöhnlich vor allem auch groß bedeutet, also Wohnflächen von 500 Quadratmetern mit Raumhöhen von nahezu acht Metern.
Vor rund zwanzig Jahren begann die Nachfrage nach Luxusapartments in Österreich zu steigen. Zu dieser Zeit fand ein Generationswechsel statt, die Wirtschaft veränderte sich massiv durch die neuen Medien, vor allem aber wurde viel geerbt. Wien setzte sich bei internationalen Vergleichen großstädtischer Lebensqualität an die Spitze und wurde so auch für betuchte ausländische Klientel interessant. Zunächst kauften viele Russen, jetzt kommen die Kunden von überall her, aus Deutschland, England Luxusapartments heben sich durch bestimmte Merkmale oder Frankreich. und Besonderheiten von „gewöhnlichen“ Wohnungen ab. „In Wien gibt es ein großes Angebot an „Großzügigkeit ist das ausschlaggebende Kriterium, aber Luxusapartments“, sagt Christoph Koch, Geauch die hochwertige Ausstattung, ein schöner Blick oder schäftsführer bei Dr. Koch Traumrealitäten im ein großzügiges Flair“, erklärt Koch. Luxusapartments wer18. Wiener Bezirk. „Vor einigen Jahren haben den in der Regel nicht gemietet, sondern gekauft. „Ich nehme die Bauträger mit diesen Wohnungen noch an, dass unsere Kunden einfach so viel Geld haben, dass sehr viel Geld verdient. Nun ist die Nachfrage ein Kauf sinnvoller ist. Meist haben sie ja mehr als eine Imaber gesunken.“ Kochs Immobilienkanzlei ist mobilie in verschiedenen Städten. Je nach Saison kommen auf besonders schöne Wohnlagen in mehresie zum Opernball nach Wien oder wohnen auf Mallorca.“ ren Bezirken Wiens spezialisiert. „Sie werden Damit der Luxus möglichst lange bestehen bleibt, muss zu achtzig Prozent von Inländern gekauft, oft ständig investiert werden. Die Großzügigkeit wird bleiben, sind es Familien, aber auch Singles. Unsere doch auch die hochwertigsten Materialien zeigen nach einiKunden sind nicht ausschließlich Akademiker, gen Jahren Gebrauchsspuren, vor allem, wenn Kinder vorsondern auch Personen, die durch innovative handen sind. „Eine Wohnung im vierten Bezirk war letztes Geschäftsideen zu viel Geld gekommen sind.“ Jahr zehn Jahre alt und wurde vom Eigentümer komplett erneuert, weil er immer up-to-date sein möchte und meint, nach zehn Jahren sei die Ausstattung überholt. Eine ganz eigene Welt“, lacht Koch. Die durchschnittliche
In Wien findet man ein großes Angebot an luxuriösen Wohnungen. Ob sie möbliert oder leerstehend vermietet oder verkauft werden, ist Verhandlungssache.
Nach den russischen Interessenten für Wiener Immobilien suchen nun Menschen aus den Bundesländern den Luxus in der Stadt.
Vermarktungsdauer einer Luxuswohnung liegt bei rund zwei Jahren. „Ich hatte eine Wohnung im siebenten Bezirk, traumhaft, doch letztlich haben sich die potenziellen Käufer dagegen entschieden, weil der Kinderwagen nicht in den Lift gepasst hat. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten fallen schwer ins Gewicht, und oft werden wir davon überrascht. Manche Bauträger haben sich in den letzten Jahren etwas verspekuliert. Ich wünsche mir, dass der Markt innovativer wird. Nur groß und Dachwohnung in der Stadt reicht als Luxus nicht mehr aus. Wichtig ist auch ein gewisses Maß an Technik und irgendein Alleinstellungsmerkmal.“ Über ein solches verfügt die Immobilie Börseplatz 1 im ersten Wiener Bezirk. Als k.k. Telegrafen Centrale zwischen 1870 und 1873 als wichtigster Ankerpunkt der Kommunikation in der Donaumonarchie errichtet, wurde sie in ein Wohnhaus mit exklusiven Apartments umgebaut. „Dieses Haus ist historisch wertvoll“, sagt Hans-Georg Mayer, seines Zeichens PR-Experte. „Nach knapp zehnjährigem Leerstand war zunächst ein Hotel in Planung, das jedoch nicht genehmigt wurde. Gerade der erste Bezirk ist bei Investoren beliebt, aber die möglichen Flächen sind sehr limitiert, und der Denkmalschutz kommt hinzu. Der Umbau zur Wohnanlage wurde im besten Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Es wurde darauf geachtet, alles historisch Wertvolle zu erhalten wie zum Beispiel Fenster, Türdrücker und Scharniere. Sie wurden restauriert und wiederverwendet, sind also aus der k. k. Zeit ebenso erhalten geblieben wie die Stuckaturen und lassen so das Flair des 19. Jahrhunderts erahnen. Andererseits wurden neueste Technologien eingebaut, etwa Dachfenster, die sich bei Wind oder Regen automatisch schließen.“ Unterirdisch liegen Garage, Weinkeller und Lagerflächen. Im Hochparterre werden Büros eingerichtet wie auch das Concierge Service für die Bewohner. In den darauffolgenden drei Obergeschoßen liegen 27 Luxusapartments mit bis zu vier Metern Raumhöhe und um die hundert Quadratmeter Wohnfläche. Darüber erheben sich sechs Imperial Lofts mit einer Raumhöhe
Moderne Lofts sind der Inbegriff einer großzügigen Wohnweise. Je nach Anzahl der Kinder sind sie für Familien jedoch oft ungünstig angelegt oder unbezahlbar.
Einst als k.k. Telegrafen Centrale die Kommunikationsdrehscheibe der Donaumonarchie, nun ein Hort von Luxusapartements, Imperial Lofts und Skyview-Penthouses.
von 7,5 Metern und 500 Quadratmetern Wohnfläche. Die letzten Obergeschoße bilden sechs sogenannte Skyview-Penthouses mit Blick auf den Kahlen- und den Leopoldsberg. Viele Käufer stammen aus den heimischen Bundesländern. „Auch viele ausländische Kunden interessieren sich für das Objekt, aber keine Russen. Der russische Markt ist in Wien schon relativ gut abgedeckt“, sagt Mayer. Und wie werden sich Luxusapartments weiterentwickeln? Bei ständig steigender Hitze in der Stadt wird es wohl zu „Luxury Green Apartments“ mit Solaranlagen auf dem Dach und einer grünen Fassade kommen. Sophie Hanak
Auch das Stockwerk ist ausschlaggebend für den Preis. Ausgebaute Dachgeschoßwohnungen und Penthouses bleiben einer zahlungskräftigen Klientel vorbehalten. Fotos: Koch Immobilien
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Designbereich Sessel Der Lieblingssessel von Eva B. Ottillinger in der Sammlung des Möbelmuseums Wien: Ein Sessel von Adolf Loos, entworfen für seine erste Speisezimmereinrichtung
Historisch betrachtet war das Sitzen zunächst eine Besonderheit und Auszeichnung, wie ein Herrscherthron oder der Heilige Stuhl des Papstes. Während es in einigen Kulturen immer noch üblich ist, auf dem Boden zu sitzen, entwickelten sich insbesondere in Europa viele unterschiedliche Sitzmöbeltypen. In der Sammlung des Möbelmuseums Wien gibt es weit über 20.000 Sitzmöbel. Einige dienen auch zur Repräsentation der Republik Österreich, etwa bei Staatsdiners oder in den Amtsräumen des Bundespräsidenten. Wenn ich eine Ausstellung kuratiere, möchte ich die Geschichten der Möbel erzählen: Wer hat einen Stuhl woraus und wie gemacht? Wer hat ihn wann, wo, wofür verwendet? Mein Lieblingsstück der Sammlung stammt aus der ersten Speisezimmereinrichtung von Adolf Loos und stellte
Sessel von Adolf Loos, 1899 entworfen für das Speisezimmer von Eugen Stössler. Eva B. Ottillinger ist Kunsthistorikerin und Kuratorin im Möbelmuseum Wien Fotos: Fritz Simak/Bundesmobilienverwaltung, Foto Weinwurm
einen Höhepunkt der Moderne-Ausstellung aus dem Jahr 2018 dar. Zu Hause ist es der „Shell Chair“ von Hans Wegener, ein bequemer Lounge Chair. Im Garten habe ich einen „Turm“ aus „Linz Hockern“ von Thomas Feichtner. Diese Hocker sind stapelbar, abwaschbar und flexibel verwendbar: zum Sitzen, als Beistelltischchen oder als Ablagefläche für Werkzeug etc. Und wenn die Hocker nicht gebraucht werden, steht der „Turm“ wieder in der Ecke.
Eine der größten Möbelsammlungen weltweit Der Loos-Sessel ist diesen Herbst das Highlight von „Loos: Design und Redesign“ zum 150. Geburtstag von Adolf Loos, 5. September bis 13. Dezember 2020. Die nächste Ausstellung im Möbelmuseum Wien: „Von Arts & Crafts zum Bauhaus“, 21. Oktober 2020 bis 9. Mai 2021, Andreasgasse 7, 1070 Wien, Öffnungszeiten: Di bis So 10–17 Uhr www.hofmobiliendepot.at
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Dagmar Moser, Geschäftsführerin von „Lichterloh Kunsthandel“ in Wien, www.lichterloh.com Foto: lichterloh.com
Ich liebe es, Freunde zu bekochen, mit ihnen beim Essen zu sitzen und Schmäh führen. Dafür brauche ich bequeme Sessel, schön müssen sie natürlich auch sein. Die Frage nach meinem Lieblingssessel ist wie nach der Leibspeise: manchmal ein Holzstuhl, manchmal ein Klassiker von Verner Panton oder eine elegante Lederschale von Minotti. Momentan ist es der „Tulip Chair“ von Pierre Paulin für Artifort. Auch bei Möbeln gibt es Moden. Vor zwanzig Jahren stand im Esszimmer ein Holzstuhl mit relativ hohem Rücken und gepolstertem Sitz. Sie sind von vollgepolsterten Stühlen abgelöst worden, oft nicht höher als die Tischplatte. Oder auch von drehbaren Sesseln. Man soll stets auf eigene Bedürfnisse Rücksicht nehmen: So würde mich mit kleinen Kindern ein Sessel mit hellem Stoff stressen. Bei Stauballergie brauche ich entweder etwas Abwaschbares oder Leder. Der Sessel für die Insel? – Wenn ich dorthin muss, habe ich andere Sorgen.
„Mr. Chair“ von George Mulhauser Foto: lichterloh.com
An Sesseln mag ich, dass sie relativ leicht sind und man sie jederzeit woanders hintragen kann – im Gegensatz zu einem Sofa. Ich hatte eine Zeitlang keinen Tisch, nur Sessel. Einer ist ein Entwurf des Architekten Roland Rainer mit Inventarnummer aus der Wiener Stadthalle. Er ist stapelbar, was ich schon ganz grundsätzlich liebe, denn aufgestapelt können Sessel wie eine Skulptur in der Ecke stehen. Ich schätze auch meinen „Kanadier“ von Josef Frank: schön und funktionell. Aber mein absoluter Lieblingssessel ist der „Mr. Chair“ von George Mulhauser, eine Art Lounge Chair, ähnlich wie jener berühmte von Charles und Ray Eames mit Palisanderschale und blauer Tapezierung. Eames Chairs hatten wir natürlich auch öfter im Geschäft, er ist ein tolles Möbel und bequem für kleine Menschen. Ich finde, ein Sessel ist, wie ein Hund, nicht für jeden gleichermaßen geeignet. Bei Paaren erleben wir das oft: Was für ihn passt, geht für sie gar nicht und umgekehrt. Deshalb hat Josef Frank auch postuliert, dass man mehrere und verschiedene Sessel haben sollte, schließlich ist jeder Körper anders. Auf die Insel würde ich aber einen Hocker aus Holz mitnehmen, der ist vielseitiger. Redaktion: Barbara Freitag Texte: Eva B. Ottilinger, Karin Quas, Dagmar Moser
Karin Quas, Einrichtungsplanerin und Geschäftsführerin von Quas Designermöbel Wien, www.quas.at Foto: Oskar Schmidt
Tulip Chair von Pierre Paulin für Artifort Foto: beigestellt
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Kooperationstrakt Die Entwicklung zum Arbeitswohnheim Eine Krise macht es möglich: die Erweiterung des Wohnraumes zum Büro im ganz großen Stil. Psychologen allerdings sehen darin nicht unbedingt eine Verbesserung, weder der Wohn- noch der Arbeitsbedingungen. Und die Erfahrung lehrt, dass Wohnen und Arbeiten in einem zwar bequem aussieht, sich aber als Konfliktzone erweisen kann.
In der Corona-Krise hat das Homeoffice in viele Wohnungen Einzug gehalten. Eine schöne Lösung ist das Workplace-System STUDIO von Bene. Foto: Wolfgang Zlode
Während der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt drastisch geändert. Schon davor war eine der signifikantesten Entwicklungen der fortschreitende Rückgang der Angestelltenverhältnisse. Freiwillig oder unfreiwillig haben sich viele Menschen in die eigenen vier Wände zurückgezogen, um ihrem Beruf selbstständig nachzugehen. Wer das auf dem Land versuchen will, findet auf Immobilienportalen Häuser mit der Infrastruktur für berufliche Tätigkeiten aller Art: Seminarräume, Lagerräume, Großraumbüros, Ateliers in Liegenschaften mit großzügigen Gärten oder sogar Parkanlagen. Viele Räumlichkeiten lassen sich einfach als Ordination oder Kanzlei adaptieren. Der Nachteil: Diese Immobilien sind sehr teuer. Für ihren Erwerb muss man bis zu eine Million Euro und mehr veranschlagen. Damit kommen solche Angebote eigentlich nur für Menschen infrage, die nicht (mehr) arbeiten müssen, um ihren
Lebensunterhalt zu b estreiten. Der größte Teil der selbstständigen Arbeitskräfte lebt in der Stadt und geht seiner Tätigkeit oft in der eigenen Wohnung oder in angeschlossenen Räumen nach. Ein recht traditionelles Gewerbe ist zumindest bei der offiziellen Ausübung aus den eigenen vier Wänden vertrieben worden: „Vor vielen Jahren war die Prostitution eine offiziell geduldete Nutzung. Die hat man mit speziellen Regelungen verbannt“, sagt der Immobilienexperte Karl Fichtinger, Geschäftsführer von Immo-Contract. Heute seien Kanzleien oder Praxisgemeinschaften eine wachsende Sparte. Die Pandemie hat viele dazu gezwungen, die eigene Wohnung auch zu ihrer Arbeitsstätte zu machen. Daran wird sich wohl auch nach einem Impfstoff gegen Corona nicht viel ändern. Fichtinger befürwortet „Heimarbeit“ grundsätzlich: „Schon aus ökologischer Sicht ist es geboten, nicht jeden Tag ins Büro zu fahren. Auch kann es für die Familien vorteilhaft sein. Und technisch ist es auch kein Problem mehr.“ Wolfgang Fessl, Geschäftsführer der Reinberg & Partner Immobilienberatung, sieht es anders. „Für unsere damalige Situation mit selbstständiger Tätigkeit und kleinen Kindern war es eine gute Lösung. Dennoch würde ich davon abraten“, sagt er und nennt Gründe, die viele im erzwungenen Arbeiten während der Pandemie erfahren haben:
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„Man ist sehr dazu verleitet, jede Kleinigkeit doch noch zu erledigen. Das wird zu einem Zeitfresser und belastet die Beziehung. Zumindest sollte eine räumliche Barriere vorhanden sein, damit Arbeit und Freizeit nicht zu sehr ineinander gleiten.“ Fessl findet Zustimmung bei Psychologen. „Studierenden rate ich, lieber in der Bibliothek als zu Hause zu lernen“, meint die Psychotherapeutin Priska Juen. Sie plädiert für einen externen Arbeitsplatz, weil dieser den Ar- vertrag vereinbart ist. In einer Eigentumswohnung ist eine Berufsausübung beitsablauf organisieren helfe. „Wenn es sich untersagt, wenn der Eigentumsvertrag den Mietzweck auf das Wohnen beschon nicht vermeiden lässt, zu Hause zu arbei- schränkt. Möchte ein Bewohner ohne vertragliche Ermächtigung eine Arztten, rate ich zu einer strikten Abgrenzung des Ar- praxis oder Anwaltskanzlei in seiner Wohnung eröffnen, ist die Einwilligung beits- und Wohnbereichs.“ Ins Büro zu gehen, der anderen Eigentümer erforderlich. Verweigern diese die Zustimmung, kann Kollegen und Vorgesetzte zu sehen, beuge einer ein Außerstreitrichter den Sachverhalt prüfen und seine Genehmigung ertei„strukturellen Einsamkeit des Menschen“ vor. len – oder auch nicht. Die Gesundheitspsychologin Doris Wolf In einer Mietwohnung ist die Ausübung Freier Berufe erlaubt, sofern dies stimmt dem zu: „Ausschließlich zu Hause zu der Mietvertrag nicht ausdrücklich verbietet. Andernfalls ist die Genehmigung arbeiten nimmt Menschen die Einbettung des Vermieters einzuholen. Stimmt dieser zu, haben Berufe mit Kundenzuin das soziale Netzwerk und tägliche Aus- lauf wie Arzt, Therapeut oder Heilmasseur noch die Reaktionen der Hausbetauschmöglichkeiten, die Bindung unterein- wohner in Rechnung zu ziehen. Im Regelfall werden diese nicht übertrieben ander und möglicherweise auch zum Unter- erfreut sein. „Solange das Aufkommen der Patienten nicht über das übliche nehmen erhöhen. Fehlt der soziale Austausch, Maß hinausgeht und es zu keinen Vorfällen kommt, gibt es kein Problem“, erkann das zum Sinken der Arbeitsmotivation klärt der auf Immobilien- und Wohnrecht spezialisierte Anwalt. führen.“ Nach der Pandemie wollen dennoch Bruno Jaschke viele Unternehmen ihre Mitarbeitenden zumindest teilweise im Home Office arbeiten lassen. Ob das Home Office dem Einzelnen gut bekommt? Das hänge, meint Wolf, von Fragen ab wie: „Habe ich in meinem Büro zu Hause Ruhe? Bin ich überfordert, wenn mein Computer nicht funktioniert? Kann ich auf den Onlinesupport eines IT-Technikers zugreifen, oder muss ich auftretende Schwierigkeiten allein meistern?“ Grundsätzlich ist bei der Nutzung einer Wohnung entscheidend, wofür sie gemietet wurde, was im Miet- bzw. Eigentums-
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SFERE 28 in einem plastisch geformten Deckenauslass
Er ist Handwerker, Architekt und Designer, seine Entwürfe hält er so ressourcenschonend wie möglich, aber seine Lösungen für das Licht im Raum sollen vielfältig sein und dem Auge Abwechslung bieten
Lichtschiene „Manchmal reicht auch ein Ein und Aus“
Herr Bechter, Sie sind gelernter Tischler und Architekt. Wie sind Sie auf das Licht als Gestaltungselement gestoßen? Georg Bechter: Ich habe neben meiner Tätigkeit als Architekt Designs entwickelt, manchmal greifen diese Disziplinen in unserem Büro ineinander über. Für einen Schmuckladen haben wir Leuchten entwickelt, die sich aus der Decke formen. Danach haben wir weitere Formen entwickelt, etwa die Leuchte „Verve“. Die fanden wir so überzeugend, dass wir sie auf den Markt bringen wollten. Also suchten wir nach einem Produzenten, der die Leuchte in sein Programm aufnehmen sollte. Aber es war gerade eine Wirtschaftskrise, einige wollten zwar die Rechte, doch niemand in uns investieren. So beschlossen wir, es selbst zu machen.
„Wir sollten bei jeder Bauaufgabe möglichst versuchen, Ressourcen zu schonen.“ Georg Bechter, Architekt, Lichtdesigner
Was ist zur Beleuchtung eines Raumes grundsätzlich wichtig? Bechter: Ich finde es am angenehmsten, wenn ich in einen Raum komme und das Licht gar nicht bemerke. Man sollte keinen Lichtdruck produzieren und Blendungen vermeiden. Mit Licht lässt sich die Qualität und oder die Nutzung eines Raums herausstreichen und zusätzlich Atmosphäre schaffen. Man kann damit Gläser zum Glänzen bringen, einem Material Tiefe geben, eine gewisse Geborgenheit erzeugen oder auch gutes Licht an einem Arbeitsplatz, sodass man weniger müde wird.
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Gibt es verschiedene Arten von Licht? Bechter: Ja, es gibt verschiedene Arten von Licht! Ich möchte einen Aspekt herausgreifen, nämlich die Lichtbrillanz. Meistens macht es Sinn, am Arbeitsplatz Schatten aufzulösen, etwa durch lineare Beleuchtungen. Aber im Wohnbereich, in der Küche und in der Gastronomie möchte man Materie zur Geltung bringen. Dafür braucht es Licht wie auch Schatten – wir kennen das vom Sonnenlicht. Wenn Licht perfekt parallel aus der Lichtquelle strahlt, entstehen präzise Schatten in den Oberflächenstrukturen. Erst so erkennt man das Gewebe eines Stoffes oder die Struktur eines Holzes, oder bringt eben Glas zum Glänzen. Darf man normale Lampen verwenden, Kristalllüster oder Stehlampen? Bechter: Natürlich darf man – soll man! Was spricht dagegen? Es ist beim Licht wie bei allem: nicht das Was, sondern das Wie ist entscheidend. Ich bevorzuge immer eine Mischung von verschiedenen Lichtquellen, womit man je nach Atmosphäre oder Tätigkeit verschiedene Lichtstimmungen in einen Raum bringen kann.
Bechter: Ich finde es gut, wenn wir bei jeder n otwendigen Bauaufgabe versuchen, Ressourcen zu schonen. Das geht in der Stadt besser als auf dem Land.
Warum haben in Vorarlberg Design und Architektur einen höheren Stellenwert als sonst in Österreich? Bechter: Architektur ist Kultur. Warum das Verständnis dafür in Vorarlberg größer ist, ist schwierig zu ergründen. Bauen hat hier schon seit Jahrhunderten einen extrem hohen Stellenwert, am Stammtisch wird weniger über neue Autos als über neue Häuser diskutiert. Das ist für uns Architekten wichtig. Auch ist Standard, dass Gestaltungsbeiräte die Gemeinden beraten, was oft zu angemesseneren Bauten führt. Worauf sind Sie bisher in Ihrer Arbeit besonders stolz? Bechter: Auf unsere nachhaltigen Bauten, etwa das Haus aus Stroh mit einer enormen Wohnqualität. Wir sind auch stolz darauf, mit einem sehr begrenzten Budget ein hochkomfortables „Betreutes Wohnen“ in unserer Gemeinde umgesetzt zu haben. Stolz macht uns auch, als Minifirma aus dem Bregenzerwald in ganz Europa Lichtlösungen anbieten und durch unsere Innovationen mitgestalten zu können. So hat unser flächenbündiger Baldachinauslass DOT 28 Systemes Designpreise wie den deutschen Red-Dot-Award und den Staatspreis für Design erbracht. Wir meinen aber immer, dass es noch besser geht. Interview: Barbara Freitag
Sind Ihre Lichtsysteme mit Schaltern zu bedienen oder verwenden Sie ein BUS-System? Oft ist ja die Bedienbarkeit neuer Systeme schwierig … Bechter: Unsere Leuchten lassen sich mit allen momentan gängigen Varianten kombinieren. Wenn ein BUS-System sinnvoll ist, soll man es machen. Aber manchmal reicht auch ein Ein und Aus. Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie ein neues Haus gestalten? Bechter: Es fließt viel Geld ins Bauen. Darum ist es wichtig, genau zu überlegen, was man haben will. Die Kompetenz der Architekten ist, aus den Anforderungen von Ökologie und Nachhaltigkeit, Funktion und Einbettung in eine kulturelle oder natürliche Umgebung ein Ganzes zu schaffen. Gibt es ein Credo der Architektur für Sie? Bechter: Ich will kein Wärmdämmverbundsystem bauen. Wir haben eine kulturelle und ökologische Verantwortung. Sie muss von den Bauherren mitgetragen werden. Sich dieser Verantwortung nicht bewusst zu sein und einfach nur blind zu bauen, interessiert mich nicht. Planen Sie lieber neu oder revitalisieren Sie auch? Bechter: Auch hier gilt: Nicht das Was, sondern das Wie interessiert uns. Wir haben schon sehr spannende Umbauten realisiert. Hierbei ist es wichtig, die Substanz zu verstehen: Warum wurde es so gebaut, wie es gebaut wurde? Das hilft schon sehr, den richtigen Ansatzpunkt zu finden. Es braucht viel Respekt, um ein neues Ganzes schaffen zu können. Planen und gestalten Sie lieber für den ländlichen oder den urbanen Raum?
SFERE 28 in Beton (Einbaumodul für einen nach oben gewölbten Deckenauslass in Sichtbeton: Sichtbetonkapsel 20–28), ein dreh- und schwenkbarer Deckenspot.
BALDA 28 in Beton (Einbaumodul für einen flächenbündigen Deckenauslass in Sichtbeton: Sichtbetonkapsel 28), Deckenauslass für handelsübliche Pendelleuchten.
DOT 28 in Beton (Einbaumodul für einen flächenbündigen Deckenauslass in Sichtbeton: Sichtbetonkapsel 28). Licht gebündelt auf 28 Millimeter.
SFERE 28 in nach oben gewölbtem Deckenauslass in Gipskarton INTRO 28. Das Gipseinbaumodul lässt sich flächenbündig in die Trockenbaudecke einspachteln. Fotos: Adolf Bereuter
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Zahlen Sagenhafte Steigerung der Immobilienpreise in Österreich 553 1.280 Euro muss man in Salzburg für die Miete einer 80 bis 120 Quadratmeter großen Wohnung bezahlen. In Innsbruck sind es 1.250 Euro. Da dort das Haushaltseinkommen geringer ist, beträgt die Wohnkostenquote 32 Prozent und ist damit die höchste in Österreich.
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Euro fallen hingegen im Burgenland an monatlichen Mietkosten für 80 bis 120 Quadratmeter an. Hier beträgt die Wohnkostenquote nur 16 Prozent. Sie ist die geringste im gesamten Bundesgebiet. Zum Vergleich Wien: 1.180 Euro und 30 Prozent.
Euro betrug die Durchschnittsmiete in Österreich im zweiten Quartal 2020. Das Durchschnittsnettoeinkommen der österreichischen Bevölkerung beträgt laut Statistik Austria 1.781 Euro je Monat. Im vierten Quartal 2019 lag die Miete bei 540 Euro.
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Prozent höher lagen die Kaufpreise bei Immobilien im Jahr 2018 verglichen mit jenen aus dem Jahr 2008. Die Preissteigerung fiel beim Hauptmietzins, der Miete ohne Betriebskosten, zwar geringer aus, kam aber immer noch auf 39 Prozent.
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weniger Zulassungen zum Bau von Wohnungen, nämlich 13.635, wurden im ersten Quartal 2020, verglichen mit demselben Zeitraum 2019, verzeichnet.
deutsche Staatsbürger haben ihren Haupt- oder Zweitwohnsitz nach Österreich verlegt. Im Jahr 2009 waren es rund 170.000.
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