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küche + architektur 6-2022

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Ausgabe 6/2022 · 10. Jahrgang · www.kuecheundarchitektur.de

Das Magazin für professionelles Einrichten

Weltwirtschaft 2023 · Der Berg ruft Diplom-Betriebswirt und Küchenspezialist Christian Böhm: „Die Rezession war absehbar“ Die Branche im Überblick · 2023 kann kommen


Die Verbundgruppe führender Küchenspezialisten in Europa

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Editorial

Auch Weihnachten lebt von der Vielfalt „Vielfalt, nicht Uniformität, ist Stärke.“ (Willy Brandt)

R

ums, der vollbeladene Schlitten kam schlingernd zum Stehen. „Potz, Blitz und Rudolf nochmal“, ächzte Santa genervt. Um die Rentiere etwas zu entlasten, hatte sein Mechatroniker-Wichtel einen Hilfsmotor in das Gefährt eingebaut. Und jetzt funktionierte das blöde Ding nicht. „Mechatronix, wo steckst du?“, brüllte er ungehalten. Der Zeitdruck machte ihm von Jahr zu Jahr mehr zu schaffen. „Ups“, hickste der Techniker. Der sonst so zuverlässige Wichtel hatte sich nach getaner Arbeit schon mal den einen oder anderen Eierpunsch gegönnt und vor der Weihnachtsfeier etwas vorgeglüht. Trotz seiner derangierten Verfassung schwante ihm, was beim Tuning des Schlittens danebengegangen sein könnte: Monatelang hatte er vergeblich versucht, einen Elektro-Chip für das Aufmotzen des Schlittens zu ergattern. Umsonst, bis er während eines Ausflugs in den Süden mit einem Bauern handelseinig wurde und aus dessen Traktor einen Chip ausbauten durfte. Jetzt musste er wohl beichten. Das Donnerwetter ließ nicht lange auf sich warten: „Du kleiner Schrottler, du kannst doch nicht einfach ein gebrauchtes Teil ohne Back-up einbauen. Schließlich geht es hier um Weihnachten. Kinder auf der ganzen Welt rechnen mit uns“, polterte Santa, besann sich aber gleich wieder. Mechatronix konnte wohl am wenigsten für diese Situation. Schließlich hatten auch seine Beschaffungs-Wichtel Probleme beim Einkauf dieser elektronischen Teile gehabt. Alles andere produzierten seine Werkstätten selbst. Die Elektrochips waren die einzige zugekaufte Schwachstelle. Als er sich vor unzähligen Jahren entschloss, sich am nördlichen Polarkreis in Lappland niederzulassen, hatten die dort vorrätigen Erdöl-, Gas- und Eisenerz-Vorkommen, aber auch der riesige Baumbestand ihn in seiner Entscheidung bestärkt. Hier konnte er seine Werkstätten autark betreiben

und alles herstellen, was der Wandel der Zeit so mit sich bringt, vom Holzspielzeug bis zum Fahrrad. Aber wer hatte damals an diese fiesen kleinen Dinger mit ihrer HightechIntelligenz gedacht? Ohne die funktionierte heute fast gar nichts mehr, selbst in Spielsachen wurden sie mittlerweile verbaut. Wer hätte je geglaubt, dass der eigene Fernseher oder das eigene Handy heute schon bei Sechsjährigen ganz oben auf der Wunschliste standen! Nun, so war es eben. „Nächstes Jahr bauen wir unsere eigene Chipfertigung“, murmelte er in seinen Bart. „Alle haben es schwer, an Microchips heranzukommen“, mischte sich einer der Scoutwichtel ein. „Und wenn, dann nur zu stark überteuerten Preisen.“ Er war einer der kleinen Spione, die Santa losschickte, um die Menschen zu beobachten und die Wünsche der Kinder in Erfahrung zu bringen. „Allgemein leiden die Menschen unter den steigenden Preisen, alle Ressourcen werden knapper, Lebensmittel und andere Produkte werden teurer. Und das Geld verliert obendrein an Wert! Da wird man wohl künftig den Gürtel enger schnallen müssen!“ „Das muss ja auch nichts Schlechtes sein. Viele haben mehr als genug. Und diejenigen, die nichts haben, werden sich auch über Kleinigkeiten freuen und die können wir liefern. Los jetzt, ich habe einen Termin einzuhalten, der seit Jahrhunderten steht!“, Santa runzelte die Stirn und atmete tief ein. „Es muss jetzt ohne den Chip gehen. Also raus mit dem Teil, Mechatronix. Und ihr anderen Wichtel helft mir, den Schlitten so zu beladen, dass ich jedem Kind wenigstens einen Wunsch erfüllen kann. Gott sei Dank leite ich ein Non-Profit-Unternehmen. Meine Rendite liegt in der Zuversicht der Kinder, dass Wünsche in Erfüllung gehen können und in ihrer Freude und ihrem Staunen darüber, dass Wunder geschehen.“

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein Frohes Fest und einen guten Start in ein zuversichtliches neues Jahr! Ihre Redaktion

küche + architektur | 1


Foto: Bosch

Einfach gesünder kochen – Mit den neuen Bosch Backöfen der Serie 8 ist es jetzt noch einfacher, perfekte ­Ergebnisse zu erzielen und besonders leicht, gesund zu kochen: Die neue Dampf-Funktion Plus macht Dampfgaren jetzt schneller und noch schonender, die neue Heizart Air Fry ermöglicht gesundes Frittieren mit wenig Fett und der Bräunungssensor erkennt mit der inte­ grierten Kamera den Bräunungsgrad. Starke Innovationen für ein gesundes und komfortables ­Kochvergnügen. bosch-home.com/de/

01 Auch Weihnachten lebt von der Vielfalt 33 Flexibel wie eine Tapete Editorial

04 Weltwirtschaft 2023 – Der Berg ruft … 34 Dampfgaren in neuen Dimensionen … um überwunden zu werden

12 Küchenmöbelindustrie zeigt Zuversicht

14 „Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen.“ Christan Böhm, Küchen Böhm GmbH

17 Mehr Raum für Kreativität Die innovativen Raumgestaltungssysteme von Schüco

20 Kreativwerkstatt Küche Pronorm

21 Küchenmöbelindustrie – Auf Sicht gibt es immer Perspektiven 22 24 24 26 28 28 29 29 30

Nobilia Leicht Bauformat/Burger Nolte Küchen Pronorm Schüller Häcker Küchen Ballerina-Küchen Rotpunkt Küchen

31 Zum Berühren schön Mit dem Anti-Fingerprint-Programm Senso ergänzt Nobilia das Spektrum der Lackfronten

32 Mehr als ein Trend Nachhaltigkeit bei Nolte Küchen 2 | küche + architektur

Matt & zart – X-KIN® by FENIX®

V-Zug präsentiert seinen größten und schnellsten Dampfgarer aller Zeiten

35 Dampfbacköfen mit HydroClean Miele wertet sein Portfolio mit der äußerst komfortablen Selbstreinigungsfunktion weiter auf

36 Komfort auf ganzer Linie Sliderfunktion und Topferkennung bei Oranier im Preiseinstieg

37 Gemeinsam durch die Krise – Hausgeräteindustrie zeigt Zuversicht 38 39 40 41 42 44 44 45 30

Bauknecht Beko/Grundig Electrolux Miele Oranier BSH Smeg Küppersbusch V-Zug

47 Dampfgegart. Superzart. Die Bosch Backöfen der Serie 8

48 Mehr Platz für Inspiration Das Maris Fragranit Becken von Franke

49 Spülenindustrie – Innovationskraft voraus 50 51 52 53

Systemceram Blanco Franke Naber


Impressum Verlag: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 · Fax 0711/5206-300 www.fachschriften-verlag.de VERLAGSLEITUNG: Tilmann Münch Christian Schikora Redaktionsbüro: küche+architektur Weißheimerstraße 7 · 67549 Worms

Inhalt 6/2022

Herausgeberin und Chefredakteurin: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de Social Media und Anzeigenverkauf: Angela Weber Tel. 06241/979708-12 weber@fachschriften.de Layout: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de

54 Mehr Sicherheit & Komfort Systemceram wertet den Arbeitsplatz rund um die Spüle weiter auf

55 Natürlich cozy Der neue Farbton softweiß von Blanco

56 Zeit für Individualität Mit AvanTech YOU von Hettich

57 Beschlagindustrie – Innovationen sind keine Frage der Konjunktur 58 Hettich 60 Blum

61 Die perfekte Wand Revego von Blum lässt Wohnbereiche verschwinden

62 Ausgezeichnet nachhaltig Deutscher Nachhaltigkeitspreis Design für „OrganiQ“

63 Spülenunterschrank optimal genutzt Cox® Base Q von Naber

64 Einkaufsverbände – Wertig währt am längsten 65 65 66 67 69

Küchenring MZE MHK-Group EMV Der Kreis

70 Mehr Sichtbarkeit und Frequenz in der Region Küchen Areal rüstet seine Händler aus

72 Die guten Adressen der Branche Visitenkarten

Who is who – Firmeneinträge 26, 27 Küchenmöbel, Outdoorküchen

42, 43 Einbaugeräte

53 Spülen und Armaturen

59, 60 Beschläge, Möbelinnenausstattung

66, 68 Organisationen

Druck: ColorDruck Solutions Gutenbergstraße 4 · 69181 Leimen Preisliste für Anzeigen: zur Zeit Nr. 10, gültig seit 1. 1. 2022 Preis Einzelheft: 10,00 Euro (inkl. Versand und MwSt.) Preis Jahresabo: (6 Ausgaben inklusive ePaper) Inland: 53,00 Euro; Ausland: 62,00 Euro (Preise inkl. Versand und MwSt.) Abonnement-Service: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Abo-Service Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-306 Fax 0711/5206-307 abo@fachschriften.de Bankkonten: HypoVereinsbank IBAN: DE72 670 201 900 025 059 506 BIC: HYVEDEMM489 Steuer-Nr.: 90492/10407 EG Ust.-Id.Nr.: DE 147321116 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der FachschriftenVerlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, HausbauHelden, Schwimmbad+Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer Fotonachweise: + architektur | 3 Seite 1: © vovan /küche stock.adobe.com Seite 4: © Michael Rucker / stock.adobe.com


Daten + fakten

Weltwirtschaft 2023 – Der Berg ruft … … um überwunden zu werden

„Von einem Moment auf den anderen verwandelt sich ein klarer Sonnentag in ein nebelverhülltes Wagnis. Während der Weg kurz zuvor noch gut zu erkennen war, wird plötzlich jeder Schritt zu einer Gratwanderung“, vergleichen die Wirtschaftsexperten der Hessischen Landesbank die derzeitige weltwirtschaftliche Lage mit dem manchmal sprunghaften Wetterwechsel in den Bergen. Eine Gratwanderung, die es mit sowenig Blessuren wie möglich zu bewältigen gilt und das bei einem global angeschlagenen konjunkturellen ­Umfeld. Die Konjunktur wird in 2023 weltweit schwächer wachsen als im Vorjahr. Insgesamt erwartet der Sachverständigenrat ein globales BIP-Wachstum von 3,1 % im Jahr 2023.

D

er russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die im Gegenzug ergriffenen Sanktionen, die Störungen kontinenteübergreifender Wertschöpfungsketten erhöhen den inflationären Druck. Der Krieg belastet die Aussichten für die Weltwirtschaft und bringt zudem eine große politische Unsicherheit mit sich. Anhaltend hohe Preise für Energie und Rohstoffe sowie der Ausfall von Nahrungsmittel- und Düngemittelexporten aus der Ukraine und Russland sind wahrscheinliche Folgen. Insbesondere in der Europäischen Union wird sich das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächen, so die Bilanz der Wirtschaftsweisen. Rekordhohe Energiekosten zwingen Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen in

4 | küche + architektur

die Knie. Bis in die Mitte der Gesellschaft machen sich Ängste breit. Hinzu kommt die Gefahr des unmittelbaren wirtschaftlichen Abschwungs. Die notwendige Abwägung zwischen der akuten Entlastung der Verbraucher und der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sowie Standortattraktivität wird zur Gratwanderung, so die Spezialisten der Helaba. Hinzu kommt, dass die Energieabhängigkeit der EU-Länder von Russland je nach Energiemix und eigenen Ressourcen unterschiedlich ist. Trotz des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine dürfte sich die Weltwirtschaft weiterhin als robust erweisen, so der Sachverständigenrat. Gleichwohl trüben sowohl der Krieg

als auch das in einigen Regionen wieder aufgeflammte Infektionsgeschehen das Wachstum ein. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der CoronaPandemie im weiteren Verlauf weiter abnehmen. Die nach wie vor angespannten Lieferund Wertschöpfungsketten dürften sich für einige Regionen und Wirtschaftsbereiche angesichts des Krieges erneut verschärft haben, was den globalen Warenhandel ebenfalls belasten dürfte. Für das globale BIP-Wachstum im Jahr 2023 erwartet der Sachverständigenrat einen Satz von 3,1 %. Das Jahr 2023 wird eine große Herausforderung auf einem schmalen Grat. Jedoch kommt es im Basisszenario der Hessischen Landes-


verlangsamte.  ZIFFER 15  ZIFFER 18  ZIFFER 21 Insgesamt wuchs die Weltwirtschaft nach Schätzung des Sachverständigenrates im Jahr 2021 kräftig um knapp 6 %.

Daten + fakten

 ABBILDUNG 5

Entwicklung der Weltwirtschaft Entwicklung der Weltwirtschaft wird gebremst1 Beiträge zum globalen BIP-Wachstum 9

Einkaufsmanagerindizes5 vor Kriegsbeginn im Expansionsbereich

Prozentpunkte

70

6

60

3

50

0

40

-3

30

-6

20

-9

10 2019

2020

2021

2022

2023

Fortgeschrittene Volkswirtschaften2 Schwellenländer3 Veränderung zum Vorquartal (%) Prognosezeitraum4

Indexpunkte besser

schlechter 2019

2020

2021

2022

Fortgeschrittene Volkswirtschaften6: Verarbeitendes Dienstleistungen Gewerbe Schwellen- und Entwicklungsländer7: Verarbeitendes Dienstleistungen Gewerbe Euro-Raum: Verarbeitendes Gewerbe

Dienstleistungen

1 – Durchschnitte der saisonbereinigten Quartalswerte. Globales BIP entspricht der Summe der Länder in Tabelle 1 (Insgesamt). 2 – Abgrenzung wie in Fußnote 11 in Tabelle 1. 3 – Abgrenzung wie in Fußnote 12 in Tabelle 1. 4 – Prognose des Sachverständigenrates. 5 – Basiert auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsleiterinnen/Einkaufsleitern und Geschäftsführerinnen/Geschäftsführern. 6 – Gemäß der Abgrenzung von IHS Markit: Australien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Hongkong, Irland, Italien, Japan, Niederlande, Österreich, Republik Korea, Singapur, Spanien, Taiwan, USA, Vereinigtes Königreich. 7 – Gemäß der Abgrenzung von IHS Markit: Ägypten, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kenia, Libanon, Malaysia, Mexiko, Nigeria, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Tschechische Republik, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam. Quellen: CPB, Eurostat, IHS Markit, IWF, nationale Statistikämter, OECD, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-062-01

10

bank, dem das Unternehmen eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent beimisst, wenn bei politischen Entscheidungen kontinuierlich nachjustiert wird, trotz vieler Risiken und unter großen Anstrengungen zu keinem Absturz. Der Ausblick auf das Jahr 2023 wird noch immer von den sich überlagernden Faktoren Ukraine/Energiekrise und den Nachwirkungen der Pandemie bestimmt. Die hohe Abhängigkeit von russischen Rohstoffimporten habe sowohl für einige osteuropäische EUMitgliedstaaten, wie zum Beispiel Ungarn, die Slowakei und Bulgarien, als auch für Deutschland und Österreich gravierende Auswirkungen, bilanzieren die Wirtschaftsweisen. Angesichts der bedeutenden Rolle Russlands auf den internationalen Rohstoffmärkten – über 12 % des weltweit geförderten Erdöls und über 16 % des Erdgases entfallen auf Russland – ist davon auszugehen, dass Verwerfungen im Rohstoffhandel auch global signifikante Auswirkungen haben. Die globalen Lieferketten sind nach wie vor gestört, Veränderungen im Verbraucherverhalten sind vielerorts erst partiell korrigiert. Aus diesem Grund ist das Basisszenario der Helaba pessimistischer als üblich. Deren Wirtschafts-

Sachverständigenrat

spezialisten rechnen für Europa und für die USA mit einer Rezession, deren Timing, Auslöser und Schärfe allerdings unterschiedlich sind. Dabei geht man davon aus, dass die Kampfhandlungen in der Ukraine andauern. Die Energiepreise in Europa werden trotz zunehmend neuer Lieferquellen und erfolgreichen Einsparungsbemühungen erhöht bleiben. Trotzdem rechnen die Spezialisten der Helaba damit, dass sowohl die USA als auch die Eurozone im Jahresdurchschnitt noch auf leicht positive Wachstumsraten von 0,5 % bzw. 0,2 % kommen könnten. In Europa bleibt die Energieknappheit ein wichtiger Faktor. Die Verbraucherpreise steigen in der Eurozone um 5,3 %, in den USA um 4 % – weniger als 2022, aber deutlich oberhalb der Zielwerte der Notenbanken. Für den Euroraum prognostiziert der Sachverständigenrat für das Jahr 2023 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,9 %. Basis für diese Einschätzung sind die im Prognosezeitraum weiterhin erhöhten Energiepreise, die hohe Inflationsrate (2023: 2,9 %) sowie die Annahme, dass es weiterhin zu keinem Stopp nicht russischer Energielieferungen kommt.

Deutschland – Abhängigkeit gefährdet Wettbewerbsfähigkeit Das deutsche BIP dürfte, so die Prognose des Sachverständigenrats, im Jahr 2023 um 3,6 % zulegen. Die große Abhängigkeit von russischen Energielieferungen birgt das erhebliche Risiko einer geringeren Wirtschaftsleistung bis hin zu einer Rezession bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten. Die Spezialisten der hessischen Landesbank sehen das kritischer: „Deutschland steht nicht nur vor einer voraussichtlich milden Rezession. Die auch danach weiterhin hohen Preise für Gas und Elektrizität gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.“ Lösen lasse sich dieses Problem nur mittelfristig mit einer massiven Ausweitung des Energieangebots sowohl bei Gas als auch bei Strom. Neue Erzeugungskapazitäten seien aufgrund der klimaschutzbedingten Elektrifizierung der Industrie, des Fahrzeugbestandes sowie der Heizungssysteme unabdingbar. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hat sich das ifo Geschäftsklima deutlich verschlechtert. Die Preisexplosion bei Gas, Strom und vielen Rohstoffen katapultiert die Kosten der Unternehmen in die Höhe. Da

küche + architektur | 5


der Pandemie betroffenen Wirtschaftsbereichen zu rechnen. Aufgrund des schwächeren Rückgangs im Winterhalbjahr 2021/22 dürfte der Rückprall ebenDaten + fakten falls ein geringeres Ausmaß annehmen als in den zwei vorherigen Jahren. Zudem dürften die zuletzt wieder stark gestiegenen Neuinfektionen den Effekt der am 18. März 2022 beschlossenen Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zunächst abschwächen (Bundesregierung, 2022a).  ABBILDUNG 15 LINKS  ZIFFER 41 Die  TABELLE 5

Wirtschaftliche Eckdaten Prognose1 2022 Einheit

Bruttoinlandsprodukt

3

2020

2021

Aktualisierung

Differenz zu JG

2023

2021/222

Wachstum in %

– 4,6

2,9

1,8

(– 2,8)

3,6

Wachstum in %

– 3,2

1,1

2,7

(– 2,4)

3,6

Private Konsumausgaben4

Wachstum in %

– 5,9

0,1

3,2

(– 4,2)

4,4

Konsumausgaben des Staates

Wachstum in %

3,5

3,1

1,6

(1,5)

1,9

Wachstum in %

– 2,2

1,5

1,8

(– 2,4)

4,5

Konsumausgaben

Bruttoanlageinvestitionen Aktualisierte Konjunkturprognose –5März 2022 Ausrüstungsinvestitionen

Wachstum in %

– 11,2

3,4

0,6

(– 6,2)

10,1

Bauinvestitionen

Wachstum in %

2,5

0,7

1,7

(– 0,9)

1,8

 TABELLE 9 Anlagen Sonstige

Wachstum in %

1,0

0,7

3,9

(– 0,6)

4,4

1 Wachstumsbeiträge Inländische Verwendungzum Bruttoinlandsprodukt Wachstumnach in % Verwendungskomponenten – 4,0 2,2 2,3 (– 2,4) Prozentpunkte Wachstumsbeitrag

Außenbeitrag

in Prozentpunkten

Exporte 2017

Importe

Wachstum in % 2018 2019 Wachstum in %

Leistungsbilanzsaldo6

%

– 0,8

0,8

– 9,3 2020 – 8,6

9,9 2021 9,3

7,1

– 0,4

3,9

(– 0,5) Prognose2

– 0,2

2,8 2022 (– 3,8)

6,1

4,0 Differenz (– 3,1) Aktualizu JG 7,4 sierung 4,7 (– 1,4) 2021/22 44 920 45 378 (4) 2,1 2,2 (– 2,2) 33 900 34 371 (85) 0,8 2,0 (– 1,7)

6,7 2023 5,1

Erwerbstätige Inländische Verwendung 2,5 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Konsumausgaben 1,1

Tausend 1,6 1,7 0,9Tausend1,4

44 898 – 3,7 579 –33 2,3

3 Registriert Arbeitslose Private Konsumausgaben 7 Arbeitslosenquote Konsumausgaben des Staates

0,8

0,8Tausend0,8

695 – 2 3,0

2 613 0,1

2 347 1,6

20) (–(–2,1)

22,2 238

0,3

0,2 %

0,6

0,75,9

0,75,7

0,45,1

(0,0) (0,4)

0,44,9

8 Verbraucherpreise Bruttoanlageinvestitionen

0,5

Wachstum in % 0,7 0,4

4 9 Ausrüstungsinvestitionen Finanzierungssaldo des Staates

0,3

10,11 Bruttoinlandsprodukt Bauinvestitionen je Einwohner 0,1

45 652 3,8 342,6 832

– 0,50,5

0,33,1

0,46,1

(3,5) (– 0,5)

1,03,4

0,1

– 0,8 – 4,3

0,2 – 3,7

0,0 – 2,6

(– (– 0,4) 0,7)

0,6 – 2,2

0,3 0,1 Wachstum in %

0,3 – 4,6

0,12,9

0,21,8

(– (– 0,1) 2,7)

0,23,5

0,3 %

11 Sonstige Anlagen kalenderbereinigt0,2 0,1 0,2 0,0 0,02,9 0,21,9 0,23,8 Bruttoinlandsprodukt, Wachstum in % – 4,9 (–(0,0) 2,8) Vorratsveränderungen 0,8 – 0,1 – 0,1 – 0,9 1,0 – 0,2 (0,0) 0,1 1 – Prognose des Sachverständigenrates. 2 – Differenz in Prozentpunkten außer bei Einheit Tausend. 3 – PreisbereiAußenbeitrag 0,2für alle – angegebenen 0,5 – 0,7 Bestandteile – 0,8 des BIP. 0,8 4 – –Einschließlich 0,4 (– privater 0,5) – 0,2 nigt. Veränderung zum Vorjahr. Gilt zudem OrgaExporte ohne Erwerbszweck. 5 – Einschließlich 2,3 1,1 0,5Waffensysteme. – 4,3 1,3zum BIP. (– 1,8) 3,1 nisationen militärischer 64,3 – In Relation 7 – Registriert Arbeitslose 8–– 1,2 Veränderung Relation zum Importe in Relation zu allen zivilen–Erwerbspersonen. 2,0 – 1,6 3,5zum –Vorjahr. 3,5 9 – – In1,7 (1,2)BIP; Ge– 3,3 bietskörperschaften und Sozialversicherung in der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. 10 – BeBruttoinlandsprodukt (%) 2,7 1,1 1,1 – 4,6 2,9 1,8 (– 2,8) 3,6 völkerungsentwicklung gemäß Mittelfristprojektion des Sachverständigenrates. 11 – Preisbereinigt. Veränderung zum Vorjahr. 1 – Wachstumsbeiträge zum preisbereinigten BIP. Abweichungen in den Summen rundungsbedingt. 2 – Prognose des Quellen: BA, Deutsche Bundesbank, Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen Sachverständigenrates. 3 – Einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck. 4 – Einschließlich militärischer © Sachverständigenrat | 22-032-01 Waffensysteme.

Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-035-01

52

Sachverständigenrat

 TABELLE 10

Entwicklung der Löhne in Deutschland Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % ArbeitnehmerArbeitsentgelt je Arbeitnehmer- produktivität3 stunde

Lohnstückkosten

Lohnstückkosten

(nominal)4

(real)5

0,0

3,0

1,0

0,4

3,1

1,0

0,4

3,4

1,8

1,7

0,9

0,8

– 2,2

2,4

– 0,6

3,0

– 0,2

4,3

2,2

2,1

– 1,3

Tariflöhne (Stundenkonzept)

Effektivlöhne1

2018

2,9

3,3

0,4

3,0

2019

3,2

3,1

– 0,1

3,5

2020

2,0

3,3

1,3

3,8

2021

1,3

1,8

0,5

20226

2,3

2,5

0,2

20236

3,4

4,4

1,0

Lohndrift2

1 – Bruttolöhne und -gehälter (Inlandskonzept) je Arbeitnehmerstunde. 2 – Differenz zwischen dem Anstieg der Effektivlöhne und demjenigen der Tariflöhne in Prozentpunkten. 3 – Reales BIP je Erwerbstätigenstunde. 4 – Arbeitnehmerentgelt je geleisteter Arbeitnehmerstunde in Relation zum realen BIP je geleisteter Erwerbstätigenstunde. 5 – Arbeitnehmerentgelt je geleisteter Arbeitnehmerstunde in Relation zum BIP je geleisteter Erwerbstätigenstunde. 6 – Prognose des Sachverständigenrates. Quellen: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-036-01

6 | küche + architektur

diese nur teilweise überwälzt werden können, wird die Produktion nicht selten unrentabel. Gleichzeitig halten sich Konsumenten und industrielle Abnehmer zurück. Deshalb müsse 2023 insgesamt mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 % gerechnet werden. Die Arbeitslosigkeit dürfte laut Sachveständigenrat in 2023 im Jahrdurchschnitt erstmals seit der Wiedervereinigung unter 5,0 % fallen. Allerdings könnten Fachkräfteengpässe die Besetzung offener Stellen zunehmend erschweren. Inflation bleibt hoch Die hohe Inflation, die teilweise auf eine zu späte Reaktion wichtiger Notenbanken zurückgeht, ist ein globales Phänomen. Deutschland als wichtiger Profiteur des internationalen Handels spüre dies an der schwachen Exportentwicklung, auch weil die Krise zunehmend mit globalisierungsfeindlichen Maßnahmen bekämpft werde. Die Bundesregierung dämpft den Abschwung mit Hilfsprogrammen im Umfang von rund 135 Mrd. Euro oder etwa 3,5 % der Wirtschaftsleistung. Die Maßnahmen umfassen u.a. Einmalzahlungen für Rentner und Studenten, die Ausweitung des Wohngeldanspruchs sowie den Abbau der kalten Progression. Hinzu kommt der 200-Milliarden-Euro-Abwehrschirm, mit dem zum einen Unternehmen aus der Energiewirtschaft gerettet und zum anderen die Gaspreise gedämpft werden sollen. Dies reduziere die Unsicherheit und trage zu einer konjunkturellen Besserung im Verlauf von 2023 bei. Ab Frühjahr dürfte die deutsche Wirtschaft dann auch nach der Prognose der Helaba wieder wachsen. Die Gaspreisbremse und das geplante Äquivalent für Strom werden Anfang 2023 positiv, aber bei weitem nicht eliminierend auf die Inflationsraten wirken. Die hohen Energiepreise, der deutlich höhere Mindestlohn seit Oktober 2022 und die gestiegenen Tarifabschlüsse bzw. -forderungen verstärken den Preisdruck. Auf mittlere Sicht werden der zunehmende Arbeitskräftemangel sowie die klimapolitischen Maßnahmen zu weiteren Preisanhebungen führen. Während die Hessische Landesbank mit einer Inflationsrate von 6 % rechnet, geht der Sachverständigenrat für 2023 von einer Inflationsrate von 3,4 % aus.


Daten + fakten

Aktualisierte Konjunkturprognose – März 20222022 Aktualisierte Konjunkturprognose – März Aktualisierte Konjunkturprognose – März–2022 Aktualisierte Konjunkturprognose März 2022

s1

 ABBILDUNG 23 23  ABBILDUNG

1 1 Importe Importe Komponenten des Bruttoinlandsprodukts Komponenten des Bruttoinlandsprodukts

% 0 20

Mrd Euro Mrd Euro Exporte Exporte 440 440

%

% 20 20

Importe Importe

0 10

Mrd Euro Mrd Euro 400 400 440 440

%

% 10 10 20 20

Mrd Euro Mrd Euro 440 440

%

% 20 20

0

360 360 400 400

0 10

010

400 400

10

10

0 -10

320 320 360 360

0-10 -10 0

360 360

0

0

0 -20

280 280 320 320

-20 -10 16 -30 -20

-10

-10

-20 Veränderung zum Vorjahr in %2 in %2 Veränderung zum Vorjahr -8,6 -8,6 8,1 9,3 -8,6 -8,6 8,1 7,1 9,3 4,0 7,1 4,0 6,7 6,7 240 240 -30 I II IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII III IV 2020 20202021 20212022 20222023 2023

-20

0 -30

-20 -10 2 2 Veränderung Vorjahr in % Vorjahr 10 Veränderung 11 zum 12 zum 13 14in % 15 -8,6 -8,6 -8,6 8,1 8,1 9,3 9,3 7,1 7,1 4,0 4,0 6,7 6,7 240 240 -30 280 -20 280 I II Veränderung III I IVII III II III III IV2III IV I IIIV III I zum IIIV IIII Vorjahr IVzum I IIIV IIII % IVII2 in I II% in Veränderung Vorjahr -9,3 -9,3 -9,3 7,9 -9,3 9,9 7,9 6,6 9,9 2,8 6,6 2,8 6,1 6,1 240 24020202020 20212021 20222022 20232023-30 I II IIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII III IV 2020 20202021 20212022 20222023 2023

-30

Bauinvestitionen Bauinvestitionen

% 0 20

Mrd Euro Mrd Euro 3 90 Ausrüstungsinvestitionen 90 Ausrüstungsinvestitionen3

%

% 20 20

0 10

Mrd Euro Mrd Euro 87 87 65 65

%

% 10 10 20 20

0

84 84 60 60

0 10

0 -10

81 81 55 55

0-10 -10 0

0 -20

78 78 -20 -20 50 -10 50 Veränderung zum Vorjahr in %2 -10 Veränderung zum Vorjahr in %2 2,5 2,5 2,5 1,2 1,2 0,7 0,7 2,6 2,6 1,7 1,7 1,8 1,8 75 75 -30 -30 45 -20 45 -20 I II Veränderung III I IVII III II III IVin III IV2III IV I IIIV III I zum IIIV IIII Vorjahr IVzum I IIVorjahr IIII % IVII2 in I II% Veränderung -11,2 -11,2 5,1 3,4 6,8 0,6 10,1 -11,2 -11,2 5,1 3,4 6,8 0,6 10,1 40 4020202020 20212021 20222022 20232023-30 -30 I II IIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII III IV 2020 20202021 20212022 20222023 2023

0 -30

010

Konsumausgaben des Staates Konsumausgaben des Staates

Mrd Euro Mrd Euro 4 4 Private Konsumausgaben Private Konsumausgaben 185 185

%

% 12 12

6

Mrd Euro Mrd Euro 180 180 455 455

%

% 6 612 12

0

175 175 430 430

60

06

-6

170 170 405 405

0-6

-6 0

2 -12

165 165 380 380

% 2 12

320 320 17 18 280 280

19

20

21

22

23

-30

dingt starken Schub der monetären Transfers werden deren Zuwächse, so die Helaba, Bauinvestitionen Bauinvestitionen zudem niedriger ausfallen. Die Einkommen Mrd Euro % Mrd Euro % 90der90 20 20 Selbstständigen dürften sogar sinken, was einer realen Schrumpfung gleichkomme. Die 87 87 10 10 privaten Konsumausgaben dürften allerdings 84nur84um 0,5 % sinken, da zuvor hohe0 Erspar0 nisse aufgelöst werden. 81 81 -10 -10 Die wirtschaftliche Unsicherheit sowie sin78 78 -20 -20 zum Vorjahr in %2 in kende Veränderung Unternehmensgewinne bei Veränderung zum Vorjahr %2 gleichzei2,5 2,5 1,2 0,7 2,6 1,7 1,8 2,5 2,5 1,2 0,7 2,6 1,7 1,8 75tig 75steigenden Kapitalmarktzinsen-30führen -30 I II IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII III IV erstmal zur Zurückhaltung bei der Kapitalbil2020 20202021 20212022 20222023 2023 dung. Immerhin wird die Gaspreisbremse für Mittelstand und Industrie für mehr SicherKonsumausgaben des Staates Konsumausgaben des Staates heit bei den Energiekosten sorgen und die Mrd Euro % Mrd Euro % 185Unternehmen müssen verstärkt in 12 Energie185 12 effizienz und Digitalisierung investieren. Die 180 180 6 6 Investitionen in Maschinen und Ausrüstun175gen 0 175dürften sich damit im Verlauf von 0 2023 im Jahresdurchschnitt allerdings 170erholen, -6 170 -6 leicht sinken.

-12 -12 -6 -6 Veränderung zum zum Vorjahr in %2in %2 Veränderung Vorjahr 3,5 3,5 3,5 2,5 2,5 3,1 3,1 0,1 0,1 1,6 1,6 1,9 1,9 8 -18 160 160 -18 -18 355 -12 -12 -12 355 -12 165 165 Veränderung zum Vorjahr in %2 in %2 I II Veränderung III I IVII III II III IVin III IV2III IV I IIIV III I zum IIIV IIII Vorjahr IVzum I IIVorjahr IIII % IVII2 in I II% Veränderung Veränderung zum Vorjahr -5,9 3,5 3,5 2,5 3,1 0,1 1,6 1,9 -5,9 -0,2 0,1 7,4 3,2 4,4 -5,9 3,5 3,5 2,5 3,1 0,1 1,6 1,9 -5,9 -0,2 0,1 7,4 3,2 4,4 2020 2021 2022 2023 2020 2021 2022 2023-18 -18 160Immobilienmarkt 330 330 -18 -18 Deutschland 160 I II IIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII IIII IIIVIIII IVII III IV I II IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII IIII IIIV IIII IVII III IV chnitte: Veränderung zum zum Vorquartal (rechte Skala): urchschnitte: Veränderung Vorquartal (rechte Skala): Die Hypothekenzinsen haben sich nach jahr2020 20202021 20212022 20222023 2023 2020 20202021 20212022 20222023 2023 rognose JG 2021 lle Prognose Prognose Prognose JG 2021 zehntelang andauerndem Abwärtstrend in 5: 5Jahresdurchschnitte: 6 Verkettete Volumenwerte Veränderung zum Vorquartal (rechte Skala):Skala): 6 Verkettete Volumenwerte : Jahresdurchschnitte: Veränderung zum Vorquartal (rechte Prognosezeitraum Aktuelle Prognose Prognosezeitraum Aktuelle Prognose kurzer Zeit mehr Prognose JG 2021 Aktuelle Prognose JG 2021 Prognose JG 2021 Aktuelle PrognosePrognose Prognose JG 2021als verdreifacht, bilanzienigt. 2 – Ursprungswerte. 3Prognose – Einschließlich militärischer Waffenbereinigt. 2 – Ursprungswerte. 3 – Einschließlich militärischer WaffenAktuelle Aktuelle Prognose ren die Experten Helaba. Dies6 hat6 die Prognosezeitraum Aktuelle Prognose Aktuelle Prognose derPrognosezeitraum ne Erwerbszweck. 5 – Referenzjahr 2015; saisonund kalendern ohne Erwerbszweck. 5 – Referenzjahr 2015; saisonund kalenderAllerdings, warnt er, des berge die große Abvon militärischer Wohnimmobilien 1 –Sachverständigenrates. Alle Komponenten BIP preisbereinigt. 2 – Ursprungswerte. 3 – Einschließlich Waffendes sen Sachverständigenrates. des 1 –angegebenen Alle angegebenen Komponenten des BIP preisbereinigt. 2 –Erschwinglichkeit Ursprungswerte. 3 – Einschließlich militärischer Waffensysteme. 4 – Einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck. 5 – Referenzjahr 2015;2015; saisonund kalenderhängigkeit von privater russischen Energielieferunweiter verschlechtert, wassaisonauch der kräfsysteme. 4 – Einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck. 5 – Referenzjahr und kalenderbereinigt. 6 – Aktueller Prognosezeitraum. des Sachverständigenrates. bereinigt. 6 – erhebliche Aktueller Prognosezeitraum. des Sachverständigenrates. gen das Risiko Prognosen einerPrognosen geringeren tige Rückgang im Neugeschäft bei der BauQuellen: Statistisches Bundesamt, eigeneeigene Berechnungen Quellen: Statistisches Bundesamt, Berechnungen Wirtschaftsleistung und höherer Inflation. © Sachverständigenrat | 22-058-01 © Sachverständigenrat | 22-058-01

Deutschland sollte, so raten die Weisen, umgehend alle Hebel in Bewegung setzen, um sich gegen einen Lieferstopp zu wappnen und Sachverständigenrat Sachverständigenrat die Abhängigkeit zu beenden. Die Tarifverdienste dürften auch 2023 mit einem Anstieg von knapp 5 % die Inflation nicht kompensieren, so die Annahme der Helaba-Experten. Nach dem pandemiebe-

finanzierung widerspiegelt. Trotz des nach wie vor hohen Wohnbedarfs in Deutschland senkt dies die Nachfrage nach selbstgenutztem Wohneigentum. Diese wird sich, 67 67 so Wirtschaftsspezialisten, teilweise auf den Sachverständigenrat Mietwohnungsmarkt verlagern und dort Sachverständigenrat den Aufwärtsdruck auf die Mieten erhöhen. Wichtige Indikatoren wie Baugenehmigungen und Aufträge zeigen klar nach unten.

Auch die kräftigen Baupreissteigerungen und Materialengpässe sowie der ausgeprägte Fachkräftemangel bremsen die Bautätigkeit. Zahlreiche geplante Maßnahmen, wie mehr serielles Bauen, schnellere Genehmigungen sind aber kurzfristig kaum umsetzbar. Damit werde das Ziel der Bundesregierung von jährlich 400.000 neuen Wohnungen in 2023 nicht erreicht. Die Spezialisten der Hessischen Landesbank erwarten einen erneuten Rückgang der Fertigstellungen auf 270.000 Einheiten. Immerhin führen die hohen Energiepreise zu Impulsen bei der energetischen Sanierung inklusive des Heizungsbaus. Frankreich zeigt Resilienz … … in einem höheren Grad gegenüber den aktuellen Krisen als Deutschland. Auch nach dem Aufholen des Corona-Einbruchs hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2022 um etwa 2,5 % zugenommen; die Dynamik schwächt sich 2023 auf 0,5 % ab. Frankreich ist weniger abhängig von russischem Gas als Deutschland. Geheizt wird stärker mit Strom und die Bedeutung einer gasabhängigen Industrie ist deutlich geringer. Das Land hat früh angefangen, Strom- und Gastarife zu deckeln. Dies soll 2023 fortgesetzt werden. Die Inflationsrate dürfte 2022 mit 5,7 % und 2023 schätzungsweise 3,8 % deutlich unter dem Durchschnitt der Eurozone liegen. Neben der Preisdeckelung für Gas und Strom hat auch der bis Ende 2022 laufende Tankrabatt hierzu beigetragen. Trotzdem belasten insbesondere hohe Nahrungsmittelkosten den französischen Konsum. Es ist davon auszugehen, dass die Lohnabschlüsse 2023 höher ausfallen als im Jahr

67

67

küche + architektur | 7


Daten + fakten

zuvor mit rund 3,5 %. Die globalen Krisen wirken sich vor allem auf die Ausrüstungsinvestitionen aus. Die Unsicherheit der Unternehmen wird auch in Frankreich kurzfristig nicht verschwinden. Das Geschäftsklima ist insbesondere im Handel aber auch in der Industrie gesunken. Die Ausrüstungen sollten sich im Verlauf von 2023 allmählich erholen. Weiterhin relativ unbeeindruckt ist das Geschäftsklima im Bau. Nach einem Zuwachs von weniger als 1 % werden die Bauinvestitionen 2023 voraussichtlich stagnieren. Der französische Außenhandel hat das Wirtschaftswachstum 2022 gedämpft. In 2023 dürften die Importe erneut etwas stärker zulegen als die Exporte, so die Einschätzung der hessischen Kaptitalmarktspezialisten. Italien – Schwarze Null in Sicht Den dramatischen Wirtschaftseinbruch durch Corona hat das Land mehr als aufgeholt. Obwohl nach der Expertise der hessischen Landesbank kleinere Rückgänge der Wirtschaftsleistung zu erwarten sind, dürfte ab Frühjahr 2023 mit einem lebhaften Aufschwung zu rechnen sein, so dass im Gesamtjahr eine schwarze Null wahrscheinlich ist. Aber auch in Italien leidet die Industrie unter den explodierenden Energie- und Rohstoffkosten und die Haushalte werden von der Inflation in Mitleidenschaft gezogen, die 2023 laut Helaba bei 4 % liegen dürfte. Die Bauinvestitionen liegen aktuell fast 30 Prozent und die Ausrüstungen rund 15 Prozent höher als vor der Corona-Krise. Das Unternehmensklima ist bisher nur leicht gesunken. 2023 sollten die Anlageinvestitionen weiter zulegen, aber an Dynamik verlieren. Das Geschäftsklima im Bau ist auf hohem Niveau. Neben Infrastruktur wird auch verstärkt in den Wohnungsbau investiert. Die Dynamik der Wohnungsbauinvestitionen hat 2022 mit einem Zuwachs von real rund 11 % deutlich zugenommen. Trotz höherer Hypothekenzinsen sind die Baugenehmigungen und die Wohnimmobilienpreise bis zuletzt gestiegen. Deshalb, so die Spezialisten der hessischen Landesbank, sollten auch 2023 moderate Zuwächse im Wohnungsbau möglich sein. Nach einer positiven Entwicklung im Jahr 2022, werden sich die Konsumausgaben nach Einschätzung von Dr. Stefan Mütze, in 2023 weniger erfreulich darstellen. Das Verbrau-

8 | küche + architektur

chervertrauen sei deutlich gesunken. Die Löhne können mit der hohen Inflation nicht mithalten. In welchem Ausmaß die neue Regierung Steuererleichterungen bzw. Transfers z.B. zur Abmilderung der hohen Energie­ belastungen beschließt, ist noch unklar. Der finanzielle Spielraum ist zumindest aufgrund der hohen Staatsverschuldung von rund 150 % des Bruttoinlandsprodukts begrenzt. Trotz einer weiter sinkenden Sparquote dürften die privaten Konsumausgaben 2023 nur stagnieren. Der Außenhandel wird das Wirtschaftswachstum erneut belasten. Spanien – Wachstum voraus „Trotz europäischer Hilfen hat Spanien den Corona-Einbruch noch nicht aufgeholt“, fassen die Spezialisten der Helaba zusammen. Die Wirtschaft ist allerdings von der jetzigen Krise weniger betroffen und dürfte überdurchschnittlich wachsen. Spanien ist seit der Corona-Pandemie gegenüber dem Durchschnitt der Eurozone zurückgefallen. Allerdings nimmt die Dynamik mittlerweile wieder zu. So erreicht das Wirtschaftswachstum nach Schätzungen der Helaba in 2022 4,4 %. Für 2023 dürfte mit 1 % ebenfalls ein höheres Plus als im Währungsraum erreicht werden. Die Energiekrise trifft Spanien nur bedingt, da das Land wichtige Gaslieferanten wie Algerien hat und zugleich eine gut ausgebaute Infrastruktur für Flüssiggas besitzt. Was die Infaltionsrate anbelangt, so liegt diese in 2022 mit 8,8 % über dem europäischen Niveau. Der Preisdeckel auf Gas und Strom wird 2023 zu einem Rückgang auf 4,3 % beitragen. Das Konsumklima ist pessimistischer als in den anderen Flächenstaaten der Eurozone. Die real verfügbaren Einkommen sinken, da die Lohnsteigerungen nicht die hohe Inflation ausgleichen können. Die Sparquote ist zwar wieder auf dem Vor-Pandemie-Niveau. Die noch hohen Ersparnisse dürften allerdings weiter aufgelöst werden. Positiv auf die Einkommen wirken zudem die zunehmende Beschäftigung und Hilfen für Niedrigverdiener. Trotzdem dürften die Konsumausgaben 2023 um weniger als 1 % zulegen. Die Unternehmen dürften sich aufgrund der global schlechteren Konjunktur bei der Kapitalbildung zurückhalten. Zudem führen die anstehenden Wahlen in wichtigen Regionen

und Ende des Jahres zum nationalen Parlament zu Unsicherheit. Den Wohnungsbau belasten steigende Hypothekenzinsen und die schlechtere Einkommenssituation der privaten Haushalte. In der Summe dürften die Anlageinvestitionen 2023 nur wenig zulegen. Der spanische Außenhandel hat 2022 zum Wachstum beigetragen, ist mittlerweile jedoch zunehmend von der Verlangsamung vor allem der europäischen Wirtschaft betroffen. Rund 55 % der Ausfuhren gehen in die anderen Länder der Eurozone, mit Frankreich und Deutschland als den wichtigsten Destinationen. Für 2023 sind keine Wachstumsimpulse vom Außenhandel zu erwarten. Der für das Land so wichtige Tourismus hatte im letzten Sommer das Niveau von vor der Corona-Krise wieder erreicht. Die Realeinkommensverluste der europäischen Verbraucher dürften 2023 zu vorsichtigerem Ausgabeverhalten führen. Schweden – Stagnation erwartet Während in Schweden das BIP 2022 aufgrund des stärkeren ersten Halbjahrs noch um gut 2 % zulegte, ist für 2023 mit einer Stagnation zu rechnen. Die Wirtschaft leidet unter der schwächeren Konjunktur bei wichtigen Handelspartnern und der geringeren Kaufkraft der Verbraucher, bilanzieren die Spezialisten der hessischen Landesbank. Zwar ist die Arbeitslosenquote wieder auf das Niveau wie vor der Pandemie gesunken. Die Inflation wird jedoch auch 2023 das Ziel der Zentralbank von 2 % noch deutlich überschreiten. Durch seinen Energiemix ist Schweden in geringerem Maß von den aktuellen Engpässen betroffen. Hauptenergieträger sind Kernkraft, Biokraftstoffe/Müll sowie Öl, das vor allem aus Norwegen kommt. Drastisch gestiegene Weltmarktpreise für Energie und Lieferkettenprobleme haben für einen Anstieg der Erzeugerpreise gesorgt. Erhöhte Nahrungsmittelpreise sowie Wohn- und Transportkosten, davon gehen die Wirtschaftspezialisten aus, werden den Konsum noch so lange belasten, wie die Energiepreise nicht deutlich nachgeben. Der Euro-KronenKurs wird durch außenpolitische Entwicklungen und den Schwung an den Aktienmärkten beeinflusst. Insgesamt dürfte die Währung im Verlauf von 2023 wieder näher an der Marke von 10 Kronen je Euro notieren. Der Wohnungsmarkt,


Daten + fakten

der bei kräftig steigenden Zinsen sowie Bau- und Verbraucherpreisen deutlich korrigieren wird, sollte sich im Laufe des Jahres wieder erholen.

Polen, Tschechien, Ungarn Der russische Angriff auf die Ukraine wirkt sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Beziehungen der zentralosteuropäischen EU-Länder untereinander aus. Tschechien, das im zweiten Halbjahr 2022 die EU-Ratspräsidentschaft innehat, sucht am ehesten die Anbindung an die Gemeinschaft. In allen drei Ländern sorgen Lieferengpässe, hohe Preise, massive Zinssteigerungen und die schwierige Konjunkturperspektive für einen Einbruch des Wirtschaftsklimas. Dies lastet auf Konsum und Investitionen. Beim Außenhandel macht sich die schwache Konjunktur in wichtigen Handelspartnerländern wie Deutschland bemerkbar. Das Wirtschaftswachstum dürfte 2023 in keinem der drei Länder über 1 % liegen Die restriktive Geldpolitik, die gebremste Nachfrage und auch ein Basiseffekt werden 2023 den Anstieg der Verbraucherpreise etwas bremsen. Ein Risiko sind steigende Löhne, da die Arbeitsmärkte relativ eng sind und Arbeitnehmer zumindest einen Teil-Inflationsausgleich anstreben werden. Im Jahresdurchschnitt dürften die Inflationsraten weitgehend zweistellig bleiben. UK – Preissteigerungen ­belasten Kaufkraft Trotz eines rückläufigen zweiten Halbjahrs legte das Bruttoinlandsprodukt in 2022 insgesamt um 4,4 % zu. Aufgrund des Energiepreisschocks, des kräftigen Inflationsanstiegs sowie der restriktiveren Geldpolitik dürfte die Konjunktur in 2023, so die Spezialisten der Hessischen Landesbank, jedoch drastisch abkühlen. Hier werde vor allem der private Konsum betroffen sein. Schrumpfende Realeinkommen belasten die privaten Haushalte. Ein Abbau der Ersparnisse sowie staatliche Hilfen – nicht zuletzt der Preisdeckel für Strom und Gas – dämpfen immerhin den Rückgang des Konsums, der Arbeitsmarkt verschlechtert sich nur moderat. Eine nachlassende Nachfrage werde die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ver-

ringern, verbunden mit einem Rückgang von deren Ausgaben. Der Staat könne nach den gescheiterten Steuersenkungsplänen nur begrenzt helfen. Die schwächere Binnennachfrage lasse das sehr hohe Handelsdefizit schrumpfen. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet die hessische Landesbank für das UK mit einem Rückgang des BIP von 1 %. Die Wirtschaftsweisen sehen die Position des United Kingdom durchaus positiver und erwarten

ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent. Begründet liegt diese Einschätzung in der geringen direkten Handelsverflechtungen des Vereinigten Königreichs mit Russland und der ­Ukraine und den darauf basierenden geringeren unmittelbaren Auswirkungen des Krieges. Gleichwohl dürften die indirekten Auswirkungen über Preissteigerungen für EnergieAktualisiertebelasten Konjunkturprognose – März 2022 importe die Kaufkraft und die private Nachfrage dämpfen.

 TABELLE 1

Bruttoinlandsprodukt und Verbraucherpreise ausgewählter Länder Bruttoinlandsprodukt2 Land/Ländergruppe

Europa

Gewicht in %1

Verbraucherpreise

Veränderung zum Vorjahr in % 20223 2021

Aktualisierung

20223

Diff. zu JG

3

2023

2021

2021/224

Aktuali- Diff. zu JG sierung 2021/224

20233

28,4

5,6

2,2

(– 2,0)

2,3

3,5

8,7

(5,8)

4,0

17,3

5,3

2,9

(– 1,4)

2,9

2,6

6,2

(4,1)

2,9

Vereinigtes Königreich

3,6

7,5

3,8

(– 1,2)

1,9

2,6

6,3

(3,4)

2,8

Russland5

2,0

4,6

– 10,0

(– 13,2)

– 3,0

6,7

20,0

(14,8)

11,0

Euro-Raum

Mittel- und Osteuropa6

1,8

5,5

3,1

(– 1,7)

3,3

4,4

8,7

(4,9)

4,7

Türkei

1,0

11,2

2,8

(– 0,6)

2,9

19,6

53,0

(37,5)

20,0 1,6

Andere Länder7

2,7

4,1

3,1

(– 0,4)

2,0

1,9

3,4

(2,0)

Amerika

34,6

5,7

3,2

(– 1,0)

2,3

5,5

7,5

(3,4)

3,6

USA

27,8

5,7

3,3

(– 1,1)

2,3

4,7

6,9

(3,4)

2,9 10,3

Lateinamerika8

2,6

7,6

3,2

(– 0,4)

2,4

13,6

14,3

(4,5)

Brasilien

1,9

5,0

0,8

(– 0,7)

1,6

8,3

8,2

(2,4)

4,9

Kanada

2,2

4,6

3,4

(– 0,7)

2,6

3,4

5,6

(3,0)

2,6

Asien

37,1

6,5

4,3

(– 0,5)

4,5

1,3

2,4

(0,4)

2,3

China

19,8

8,5

4,7

(– 0,3)

5,1

0,9

1,7

(– 0,1)

2,3

Japan

6,7

1,7

1,4

(– 1,5)

1,7

– 0,2

1,6

(1,1)

0,9

Asiatische Industrieländer9

4,0

5,2

3,1

(– 0,1)

2,7

2,3

3,3

(1,4)

1,7

Indien

3,5

8,2

8,4

(– 0,5)

6,9

5,1

6,1

(0,8)

5,0

3,0

3,4

5,3

(0,0)

5,6

2,0

3,4

(1,0)

2,9

6,0

3,3

(– 1,1)

3,1

3,4

5,9

(2,9)

3,2

Südostasiatische Schwellenländer10 Insgesamt

100

Fortgeschrittene Volkswirtschaften11

66,1

5,1

3,0

(– 1,1)

2,4

3,2

5,8

(3,2)

2,6

Schwellenländer12

33,9

7,6

3,9

(– 1,1)

4,4

3,7

6,2

(2,6)

4,4

6,1

3,1

(– 1,1)

2,6

.

.

nachrichtlich: exportgewichtet13

100

nach dem Messkonzept des IWF14

100

Welthandel15

.

.

6,0

3,7

(– 1,0)

3,5

.

.

.

.

10,3

1,8

(– 2,8)

3,1

.

.

.

.

1 – Anteil des BIP des Jahres 2020 in US-Dollar der aufgeführten Länder oder Ländergruppen am BIP aller aufgeführten Länder beziehungsweise Ländergruppen, die US-Dollar gewichtet 88 % und gewichtet nach Kaufkraftparitäten 84 % des IWF-Länderkreises entsprechen. 2 – Preisbereinigt. Werte basieren auf saison- und kalenderbereinigten Quartalswerten. 3 – Prognose des Sachverständigenrates. 4 – Differenz in Prozentpunkten. 5 – Entspricht einer Abschätzung und keiner modellgestützten Prognose (siehe Ziffer 20). 6 – Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Tschechische Republik und Ungarn. 7 – Dänemark, Norwegen, Schweden und Schweiz. 8 – Argentinien, Chile, Kolumbien und Mexiko. 9 – Hongkong, Republik Korea, Singapur und Taiwan. 10 – Indonesien, Malaysia, Philippinen und Thailand. 11 – Asiatische Industrieländer, Euro-Raum, Mittel- und Osteuropa, Dänemark, Japan, Kanada, Norwegen, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich und USA. 12 – Lateinamerika, südostasiatische Schwellenländer, Brasilien, China, Indien, Russland und Türkei. 13 – Summe der aufgeführten Länder, gewichtet mit den Anteilen an der deutschen Ausfuhr im Jahr 2020. 14 – Gewichte nach Kaufkraftparitäten und hochgerechnet auf den Länderkreis des IWF. 15 – Nach dem Messkonzept des niederländischen Centraal Planbureau (CPB). Quellen: CPB, Eurostat, IWF, nationale Statistikämter, OECD, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-028-01

küche + architektur | 9

Sachverständigenrat

19


Quellen: OECD, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-098-02

sener und möglicher weiterer Sanktionen eine wichtige Rolle. Zudem dürfte die hohe geopolitische Unsicherheit die Realwirtschaft und die Finanzmärkte belasten. Direkte Effekte ergeben sich über bilaterale Handelsverflechtungen mit den direkt in den Krieg involvierten oder von Daten + fakten Sanktionen betroffenen Staaten Russland, der Ukraine und Belarus. Die Finanzsanktionen werden den Handel mit Russland wesentlich teurer machen und erschweren sowohl die Bereitstellung von Liquidität als auch die Abwicklung von Transaktionen. Aufgrund der geografischen Nähe sind die Verflechtungen zwischen Russland und den Mitgliedstaaten der EU sowie des Euro-Raums, vor allem aber mit den östlichen Mitgliedstaaten der EU, vergleichsweise hoch. Sie dürften dementsprechend stärker als andere Staaten von den direkten Effekten betroffen sein.  ABBILDUNG 3 Starke Abhängigkeit osteuropäischer EU-Mitgliedstaaten von russischen Importen1 16

Verhältnis der Importe aus Russland zur Bruttowertschöpfung2 im Jahr 2018 in %

14 13,4 12 10 8 6

10,7 8,4 5,8 5,7

4,8

4 2 0

3,9 3,7 3,4 3,0 2,8 2,3

BG LT CY SK EE LV HU FI

1,6 1,6 1,5 1,3 1,1 1,0 0,6 0,3 0,6 0,5 0,4 0,1

PL CZ GR MT RO NL SI EU27 DE IT

Ausgewählte Mitgliedstaaten der EU

FR ES CN UK JP US

Sonstige Staaten

1 – BG-Bulgarien, LT-Litauen, CY-Zypern, SK-Slowakei, EE-Estland, LV-Lettland, HU-Ungarn, FI-Finnland, PL-Polen, CZ-Tschechische Republik, GR-Griechenland, MT-Malta, RO-Rumänien, NL-Niederlande, SI-Slowenien, EU27-Europäische Union (27 Mitgliedstaaten), DE-Deutschland, IT-Italien, FR-Frankreich, ES-Spanien, CN-China, UK-Vereinigtes Königreich, JP-Japan, US-USA. 2 – Zu Herstellungspreisen. Quellen: OECD, eigene Berechnungen © Sachverständigenrat | 22-098-02

Allen die hohe Abhängigkeit von russischen Rohstoffimporten hat für einige osteuroUSAvoran – Milde Rezession erwartet zeigen. So sei die Investitionsquote aktuell päische EU-Mitgliedstaaten, wie zum Beispiel SlowakeiProduktionsengpässe und Bulgarien, aber auch Hier stellt sich für 2023 die Frage, ob die No- Ungarn, äußerstdieniedrig, seien für Deutschland und Österreich, gravierende Auswirkungen (McWilliams et al., 2022a; eigene tenbank die sehr hohe Inflation eindämmen noch immer präsent und die Klimawende Berechnungen).  KASTEN 3 Angesichts der bedeutenden Rolle Russlands auf den internationakann, ohne einen konjunkturellen Einbruch werde vorErdöls allemund global US-Unternehlen Rohstoffmärkten – über 12 % des weltweit geförderten überaktive 16 % des Erdgases auszulösen. Die Experten der hessischen men zu entsprechenden Ausgaben bewegen. entfallen auf Russland (JG 2021 Ziffer 530) – ist davon auszugehen, dass Verwerfungen im Rohstoffhandel auch global signifikante Auswirkungen haben. Dies gilt aufgrund des hohen AnLandesbank rechnen mit einer nur milden Insgesamt erwartet wird für 2023 ein Wirtteils Russlands undHalbjahr, der Ukraine am globalen (28 % der Exporte und%,14 % derder ProdukRezession im ersten gefolgt von ei- Weizenschaftswachstum von 0,5 wobei Output tion; USDA, 2022) und Maishandel (15 % der Exporte und 4 % der Produktion; USDA, 2022) ner graduellen Erholung. Die Daten der kom- im ersten Halbjahr leicht schrumpfen werde, insbesondere auch für den globalen Handel mit Agrarprodukten. Auch diejenigen Staaten, die menden Monate Maß werden darüber entschei- bevor eine Erholung einsetze. Prognose nur in geringem direkte Handelsbeziehungen mit Russland unterhalten, wärenDie über einen den, wie weit die Fed geht. der Wirtschaftsweisen ist auch hier postiver. In 2022 waren es überwiegend die Privat- Sie erwarten zwar für 2023 Zinserhöhungen haushalte, die die Gesamtnachfrage stützten, der Fed, die die Realzinsen erhöhen dürften Sachverständigenrat und das trotz rückläufiger Realeinkommen. und eine dämpfende Wirkung auf das WachsDie hierfür verantwortliche sinkende Spar- tum entfalten könnten. Dennoch gehen sie quote wurde durch die während der Pande- für die USA von einem BIP-Wachstum von mie akkumulierte Überschussersparnis er- von 2,3 % im Jahr 2023 aus. möglicht. Für 2023 rechnen die Spezialisten China – Weiterhin der Helaba infolge der kräftigen Straffung der Geldpolitik mit zunehmender, wenn auch auf Wachstumskurs überschaubarer Arbeitslosigkeit. Dennoch Chinas Wirtschaft leidet unter dem in die werde der private Konsum in einem solchen Krise geratenen Immobiliensektor als auch Umfeld nur wenig zulegen. Der zuletzt enor- unter der Null-Covid-Politik der Regieme Lohnauftrieb, den auch die Fed als wichti- rung. Beide Herde belasten die Stimmung gen Inflationstreiber sieht, sollte sich tenden- der privaten Haushalte als auch das Wachstum. ziell abschwächen. Insbesondere am Wohnungsmarkt sei eine Erste Anzeichen für einen Abschwächung merkliche Korrektur im Gange, die wohl auch der bis dato strikten Pandemiepolitik spremit einem absoluten Rückgang der in den chen aber dafür, dass dieser Faktor 2023 an vergangenen Jahren stark gestiegenen Haus- Bedeutung verliert. „Außenwirtschaftspolitisch steht der Hanpreise verbunden sein werde. Die Ausrüstungsinvestitionen, sonst ein dels- und Technologiekonflikt mit den USA wichtiger Treiber von durch steigende Zin- weiterhin im Mittelpunkt. Der Außenhandel sen ausgelösten Rezessionen, dürften sich ist aber, allen Sorgen über zeitweise „stillliediesmal trotz der hohen Verschuldung des gende“ Häfen zum Trotz, ein konjunktureller Unternehmenssektors vergleichsweise robust Lichtblick“, so die Experten der Helaba.

10 | küche + architektur

China profitiere hier einmal von billigen Rohstofflieferungen aus Russland. Gleichzeitig ersetzen seine Unternehmen westliche Anbieter, die sich wegen Sanktionen von diesem Markt zurückgezogen haben. Aber selbst der Handel mit Europa und den USA laufe weiterhin gut. Daran, so die Wirtschaftsspezialisten, werde sich 2023 wenig ändern. Was das BIP der Wirtschaftsmacht in 2023 anbelangt, sind sich Wirtschaftsweise und Expertengremium der Helaba erstmals einig. Beide rechnen mit einem Wachstum von rund 5 % im Falle einer positiven Entwicklungen der binnenwirtschaftlichen Belastungsfaktoren. Brasilien – Widerstands­ fähige Binnenwirtschaft Zwar geben Rohstoffexporte etwas nach, doch die Binnenwirtschaft erweist sich 2023 als widerstandsfähig. Sollte sich die Lage eintrüben, stünde die Zentralbank mit Zinssenkungen bereit. Das Wirtschaftswachstum, so die Experten der Hessischen Landesbank, wird 2023 auf 2 % steigen. Zwar sei deutlich weniger Rückenwind von den Rohstoffpreisen zu erwarten, allerdings sollte sich die Konsumlaune weiterhin als robust erweisen, gestützt von einer rückläufigen Inflation. Das hohe Zinsniveau beeinflusst das Wachstum der Investitionen. Zugute kommt dem Land 7 die Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur. Im Gegensatz zu anderen rohstoffexportierenden Ländern belaufen sich die Exporte von Waren und Dienstleistungen nur auf 20 % des BIP. Neben Rohstoffen (wie Eisenerz, Phosphate, Erdöl) spielen in Brasilien auch Industrie (z.B. Fahrzeuge, Luftfahrt), Land-wirtschaft und Tourismus eine Rolle, erklären die Experten. Nach zahlreichen Leitzinserhöhungen ist es der Zentralbank gelungen, den Preisauftrieb zu stoppen. 2023 wird sich die Inflation im Jahresdurchschnitt auf etwa 5 % abschwächen. Fazit Über alle Grenzen hinweg wird das Bergwandern auf schmalem Grat für jeden auch noch so geübten Wanderer zur Herausforderung. Für alle Wanderer gleich welcher Nation gilt es Abgründe zu überwinden und zügig neue, teilweise noch völlig unbekannte Pfade einzuschlagen, ohne sich in den Abgrund ziehen zu lassen oder sich selbst in die Tiefe zu stürzen.


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DATEN + fakten

Küchenmöbelindustrie zeigt Zuversicht Die deutsche Küchenmöbelindustrie konnte ihren Umsatz in den ersten Stefan Waldenmaier, Vorstandsvor-

neun Monaten des Jahres 2022 um 12,28 Prozent auf 4.735.915 Milliarden Euro

sitzender des Verbands

steigern. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben das Auslandsgeschäft

der Deutschen

mit einem Plus von 14,16 Prozent und das Inlandsgeschäft mit Plus 10,8 Prozent.

Küchenmöbelindustrie

Die Exportquote des Industriezweigs liegt bei 44,88 Prozent.

(VdDK e.V.)

Küchenmöbelumsatz (Euro) 2021

Inlandsumsatz (Euro)

2022

2021

Auslandsumsatz (Euro)

2022

2021

2022

Januar

412.158.000

489.101.000 +18,67 %

241.356.000

274.930.000 +13,91 %

170.802.000

214.171.000 +25,39 %

Februar

464.481.000

529.241.000 +13,94 %

267.953.000

298.027.000 +11,22 %

196.528.000

231.214.000 +17,65 %

März

517.182.000

609.964.000 +17,94 %

284.663.000

341.428.000 +19,94 %

232.519.000

268.536.000 +15,49 %

1. Quartal

1.393.821.000

1.628.306.000 +16,82 %

793.972.000

914.385.000 +15,17 %

599.849.000

713.912.000 +19,02 %

April

466.770.000

473.352.000 +24,34 %

249.028.000

260.284.000

+4,52 %

217.742.000

213.068.000

Mai

465.533.000

580.366.000 +24,67 %

247.097.000

313.946.000 +27,05 %

218.436.000

266.420.000 +21,97 %

Juni

540.654.000

540.372.000

-0,05 %

296.735.000

285.818.000

-3,68 %

243.919.000

254.554.000

1. – 2. Quartal

2.866.778.000

3.222.396.000 +12,40 %

1.586.832.000

1.774.433.000 +11,82 %

1.279.946.000

Juli

423.650.000

400.570.000

-5,45 %

241.857.000

222.971.000

-7,81 %

181.793.000

177.599.000

August

349.091.000

481.327.000 +37,88 %

199.716.000

265.504.000 +32,94 %

149.372.000

215.823.000 +44,49 %

September

578.277.000

631.622.000

+9,22 %

326.100.000

345.946.000

+6,09 %

252.177.000

285.676.000 +13,28 %

1. – 3. Quartal

4.217.796.000

4.735.915.000 +12,28 %

2.354.505.000

2.608.854.000 +10,80 %

1.863.288.000

2.127.061.000 +14,16 %

Oktober

550.773.000

315.755.000

235.018.000

November

557.758.000

318.654.000

239.104.000

Dezember

375.719.000

216.218.000

159.501.000

Gesamtjahr

5.702.046.000

3.205.132.000

2.496.911.000

12 | küche + architektur

-2,15 %

+4,36 %

1.447.963.000 +13,13 % -2,31 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, HDH/VDM, VdDK

Das gute Auftragspolster stützt die positive Entwicklung bis zum Jahresende.


DATEN + fakten

F

ür das Gesamtjahr 2022 rechne man, so Stefan Waldenmaier, Vorsitzender des Vorstands des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK e.V.), – allen gegenwärtigen Widrigkeiten zum Trotz – mit einem Wachstum für das Gesamtjahr 2022 bis 10 Prozent. Während sich Lieferketten und die Nachwirkungen der Pandemie langsam einschwingen, stellt die durch Russland hervorgerufene energiebasierte Inflation die Branche vor neue und deutlich größere Herausforderungen. Allerdings federn eine global hohe Nachfrage, ein gutes Auftragspolster sowie die hohe Wertigkeit der Produkte die Auswirkungen zumindest teilweise ab. Insofern befindet sich der Branchenzweig in einer grundsätzlich robusten Situation. Grundsätzlich stehen Küchen bei den deutschen Verbrauchern sehr hoch im Kurs Einer aktuellen Studie zu den Pro-Kopf-Ausgaben nach Warengruppen bei Möbeln zu Folge stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro deutschem Haushalt für „Küche“ allein in den letzten drei Jahren von

373 Euro (2019) und 411 Euro (2020) auf 431 Euro im letzten Jahr. Damit zieht dieser Branchenzweig weit mehr als die Hälfte aller privaten Konsumausgaben für Möbel und Einrichten auf sich – in Verbindung mit den Begleiterzeugnissen Haushaltsgeräte, Spülen usw. Die nächsten zwei Jahre werden herausfordernd Die Jahre 2023 und 2024 bezeichnet der Marktkenner als „anspruchsvoll und anstrengend“. Das Wohlergehen des Branchenzweigs hänge dabei nicht nur von der reinen Kostenseite und von der Entwicklung volkswirtschaftlicher Kennziffern ab. Maßgeblich werde die mentale Wahrnehmung beim Verbraucher werden: Vermittelten Politik und Medien positive Signale, werde er Mut schöpfen, was der Nachfrage und damit der Branche zugute komme. Unabhängig davon werde in den nächsten Jahren der Export in Schlüsselmärkte wie die USA einen wichtigen Beitrag für den Erfolg leisten. Ein starker Dollar mache die deutsche Industrie zudem auch preislich attraktiver. „Deshalb“, so betont der Branchenkenner, „bin ich für die deutsche vhk-herford.de ­Küchenmöbelindustrie rundum zuversichtlich.“

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