Ausgabe 3/2021 · 9. Jahrgang · www.kuecheundarchitektur.de
Das Magazin für professionelles Einrichten
Nolte Küchen – Markant, innovativ, vertrauenswürdig · Deutschlands beliebteste Küchenmarke wächst zweistellig Drei Design-Ebenen führen zum globalen Kundennutzen · Samsung – Interview mit Senior Vice President Harry Choi Panta rhei – alles fließt · Provokant, interessant, innovativ – Interview mit Harald Klüh, Grass
SYSTEMS WESCO PULLBOY I-TEC Wesco Pullboy I-Tec ergänzt die Serien Pullboy-Soft-Comfort und Pullboy-Soft-Comfort Premium mit einem elektromechanischen Auswurfsystem. Unter dem Korpus befindet sich ein Bewegungssensor, der durch einen roten Leuchtpunkt auf dem Boden leicht zu lokalisieren ist. Der Sensor kann entweder direkt unter dem Abfallsammler oder bis zu 0,5 m nach rechts oder links versetzt montiert werden. Durch eine einfache Wischbewegung mit dem Fuß, wird der Sensor ausgelöst. Dieser Sensor gibt einen Impuls an den Öffnungs-Mechanismus auf der KorpusInnenseite. Der Türöffner löst nun aus und gibt die Front frei. Durch die Vorspannung fährt der Abfallsammler nun selbstständig aus dem Korpus heraus. Der Abfallsammler wird wieder geschlossen, indem man die Front per Hand (oder mit dem Knie) in die Ursprungsposition bewegt. Infos anfordern unter systems@wesco.de M. Westermann & Co. GmbH · Bahnhofstraße 205 · D-59759 Arnsberg Tel. + 49 (0) 2932 476-0 · Fax + 49 (0) 2932 47655 · www.wesco-systems.com
Pullboy-Soft-Comfort-Premium
Pullboy-Soft-Comfort
Editorial
Ein unschlagbar flexibles Team: Industrie und Handel
D
ie Küchenbranche hat sich souverän durch die zahlreichen pandemiebedingten Untiefen und Strömungen der Märkte bewegt. Dabei zeigte sie sich von ihrer flexibelsten und agilsten Seite. Allen Widrigkeiten zum Trotz erweisen sich die Protagonisten der Branche als überaus leistungsfähige Partner des Fachhandels und stemmen gemeinsam mit ihren Kunden die außergewöhnlich hohe Nachfrage der Verbraucher. Die Lage im Handel zeigt sich mehr als zufriedenstellend: Die meisten Küchenspezialisten können sich noch immer vor Aufträgen nicht retten, mit der Folge, dass die Montagetermine für dieses Jahr nahezu ausgebucht sind. Und seit wenigen Wochen entwindet sich auch die Großfläche wieder dem Strudel des Lockdowns und verlockt wie gehabt mit kräftigen Rabatten und Special-Deals zum Küchenkauf. Jammern ist also eigentlich nicht angesagt, wären da nicht die oftmals langen Lieferzeiten, verursacht von einer situationsbedingten Materialverknappung, und die daraus resultierenden Preiserhöhungen, mit denen in erster Linie die Hersteller zu kämpfen haben. Spanplatten, Stahl, aber auch diverse Kunststoffe, Chips und elektronische Bauteile sind derzeit rar und teuer. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Situation bis zum Herbst dieses Jahres wieder entspannt. Allerdings hat die Bauindustrie und damit auch die Bauherren gerade ähnlich gelagerte Probleme: Vor allem Dämmstoffe aller Art, PVC-Rohre und natürlich Baustahl haben extrem lange Lieferzeiten, die bis zu Baustopps führen können. Zudem stehen die Bauherren durch diese Umstände unerwarteten Preiserhöhungen gegenüber. All das wird voraus-
sichtlich zu terminlichen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Immobilien führen, was sich zwangsläufig auch auf den Einbau der neuen Küchen auswirken wird. Doch wie heißt es so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und sowohl Industrie als auch Handel haben bewiesen, wie versiert sie auf Marktanforderungen, sei es in puncto Koordination oder auch in der Entwicklung reagieren können. Ersichtlich wird dies nun auch auf den bevorstehenden Hausmessen. Bereits im Herbst dieses Jahres präsentieren die Hersteller innovative Einrichtungslösungen, die auf die neuen Anforderungen der Verbraucher zugeschnitten sind. Dabei behält das Thema Individualisierung erste Priorität. Intelligente Szenarien beschäftigen sich mit Megatrends wie transformierbare Räume und Multifunktionalität oder New Work, umgesetzt in den angesagtesten, nachhaltigen Materialien und Beschlagtechniken.
Yvonne Davy Chefredakteurin
Also: Save the date für den 18.09.2021 bis 24.09.2021, ein Besuch der Unternehmen entlang der Küchenmeile lohnt sich in jedem Fall. „… Es gibt keinen Ersatz für Innovation, aber Innovation ist auch kein Ersatz für Bodenständigkeit.“ (Steve Ballmer, Investor und CEO von Microsoft 2000 – 2014) – Die Küchenbranche tut das eine, ohne das andere zu lassen.
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Foto: Laminam
Das Titelbild zeigt eine Küche mit „IN-SIDE“ Oberflächen aus dem Hause Laminam. Die Steine der großen italienischen Architekturtradition: Porphyr, Piasentina, Cardoso. Materialien, die seit der Antike für ihre Festigkeit, Widerstandsfähigkeit und gleichzeitig große Ästhetik bekannt sind. Sie haben die neue Laminam Kollektion inspiriert. Mit ihr ist es dem Unternehmen gelungen, eine materielle Kontinuität zwischen Oberfläche, Kante und Masse der Platten zu schaffen – eine kleine Evolution im Bereich der Keramikoberflächen. Das besondere an „IN-SIDE“ ist der durchgehende Materialkern, womit zum Beispiel auch ganze Spülbecken angefertigt werden können, ohne dass das Material oder die Maserung durchbrochen werden muss. Die Linie gliedert sich in fünf Farbtöne und zwei Oberflächenbeschaffenheiten: Naturale und Fiammato (natürlich und geflammt – typische Verarbeitung, die die wertvollsten italienischen Steine charakterisiert). www.laminam.de
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1 Ein unschlagbar flexibles Team: Industrie und Handel Editorial
4 Nolte Küchen – Markant, innovativ, vertrauenswürdig Deutschlands beliebteste Küchenmarke wächst zweistellig
18 Eine ganz neue Art Küche … … bietet Inwerk mit dem Küchensystem Masterbox®
20 Ergonomisches & intuitives Design Universal Design Award für den Zubehörspezialisten Naber
21 Für jeden Geschmack … 9 Schwarz & Grau sind die Top-Seller
… die passende Franke Edelstahl-Armatur
Systemceram
22 Panta rhei – alles fließt 10 Drei Design-Ebenen führen zum globalen Kundennutzen Samsung – Interview mit Senior Vice President Harry Choi
14 „Mit Sicherheit in die Zukunft“ Blanco stellt sich mit „bärenstarker Bilanz“ für die Zukunft auf
16 Wenn das Kochfeld mit der Haube eine smarte Liaison eingeht, trifft das den Zeitgeschmack Miele KMDA 7476
Provokant, interessant, innovativ – Interview mit Harald Klüh, Global Brand Manager und Trendscout des Beschlagherstellers Grass
27 „Zeit für einen frischen Start“ Blanco startet für die Soda-Wasser systeme die größte Online-Kampagne in der Firmengeschichte
28 Einrichtung hat Profil … … das stellt Schüco Alu Competence während seiner digitalen InnovationsShow einmal mehr unter Beweis
32 Superior natural surfaces Laminam – für den Einrichtungsfachhandel
Impressum Verlag: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 · Fax 0711/5206-300 www.fachschriften-verlag.de VERLAGSLEITUNG: Tilmann Münch Christian Schikora Redaktionsbüro: küche+architektur Weißheimerstraße 7 · 67549 Worms
Inhalt 3/2021
Herausgeberin und Chefredakteurin: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de Social Media und Anzeigenverkauf: Angela Weber Tel. 06241/979708-12 weber@fachschriften.de Layout: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de Druck: ColorDruck Solutions GmbH Gutenbergstraße 4 · 69181 Leimen
34 Trends, individuell umgesetzt Decor Druck Leipzig
44 Wenn Innenarchitektur und Technik verschmelzen Blum – Heute für morgen gestalten
36 „Make your visions work“ Pfleiderer – kundenorientiert in Produkt und Leistung
39 50 Jahre Erfindergeist Rehau bringt Nachhaltigkeit in die Möbelkante
40 Reichert Holztechnik – Kompetenz in Holz und Lack Im Trend: Metall-Effekte, Renaissance der Rahmenfronten
42 Zuhauseplanung mit Wow-Effekt Digital fortschrittlich begeistern küchenquelle Küchenberater*innen mit der Mixed Reality Planung
43 Resopal launcht Echtmetall-Kollektion
49 Smart Lightning – Zigbee S-Mitter Basic MultiWhite
50 Spürbar mehr Komfort Hailo
52 Innere Werte, die überzeugen Ninka
54 Smart, nachhaltig & antibakteriell So präsentierte sich Agoform im Rahmen der diesjährigen Interzum@home
56 Individualität und Design nach Wunsch Vauth-Sagel – Add-on
58 Zuhause bei Kesseböhmer 63 Die guten Adressen der Branche Visitenkarten
Preisliste für Anzeigen: zur Zeit Nr. 9, gültig seit 1. 1. 2021 Preis Einzelheft: 10,00 Euro (inkl. Versand und MwSt.) Preis Jahresabo: (6 Ausgaben inklusive ePaper) Inland: 53,00 Euro; Ausland: 62,00 Euro (Preise inkl. Versand und MwSt.) Abonnement-Service: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Abo-Service Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-306 Fax 0711/5206-307 abo@fachschriften.de Bankkonten: HypoVereinsbank IBAN: DE72 670 201 900 025 059 506 BIC: HYVEDEMM489 Steuer-Nr.: 90492/10407 EG Ust.-Id.Nr.: DE 147321116 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der FachschriftenVerlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, HausbauHelden, Schwimmbad+Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer Fotonachweise: Seite 63: 01: auremar Jess rodriguez / fotolia / stock.adobe.com + architektur | 3 Seite 04: Michael küche Rosskothen / stock.adobe.com Funtap / stock.adobe.com Seite 63: auremar / fotolia
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Nolte Küchen – Markant, innovativ, vertrauenswürdig Deutschlands beliebteste Küchenmarke wächst zweistellig
Nur noch dreieinhalb Monate bis zu den Hausmessen. Mit Hochdruck arbeitet die Nolte-Küchen-Gruppe an der Planung und Umsetzung innovativer Konzepte und Neuheiten, die im September vorgestellt werden sollen. Zu den absoluten Highlights zählt die deutlich vergrößerte Ausstellung des Unternehmens. Auf rund 7000 Quadratmetern Fläche finden Kunden und Interessenten des Unternehmens fortan Küche, Bad und mehr. Eckhard Wefing, Geschäftsführer des Unternehmens, rechnet mit hohen Besucherzahlen aus dem In- und Ausland, denn sowohl das Interesse an Nolte Küchen als auch der Austausch mit den Handelspartnern ist über die Pandemie hinweg deutlich gestiegen.
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Fotos: Nolte Küchen
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I
n dem nachfolgenden Interview schildert uns der langjährige Branchenkenner seine Einschätzungen der Marktsituation und gibt uns einen Einblick wie Nolte Küchen den aktuellen Marktanforderungen erfolgreich begegnet. Herr Wefing, Sie zeichnen für die Unternehmen Nolte Küchen und Express Küchen verantwortlich, die sich beide überdurchschnittlich gut entwickeln. Wie ist es Ihnen und Ihrem Team gelungen auch den Auswirkungen der Corona-Krise zu trotzen? Eckhard Wefing: Wir haben sehr besonnen reagiert und unsere Kunden kontinuierlich unterstützt, indem wir unsere Lieferzeiten entsprechend flexibel angepasst haben. Die Basis dafür bildete natürlich die MaterialVerfügbarkeit, für die wir so gut wir nur konnten Sorge getragen haben. In den wenigen Fällen, in denen es diesbezüglich zu Verzögerungen kam, haben wir die betroffenen Handelspartner rechtzeitig informiert. Um unsere Partner im Handel bei der Beratung ihrer Kunden zu unterstützen, haben wir einen Schnelldienst für Musterbestellungen eingerichtet. Wer bis 14.00 Uhr eine Musterfront für die Beratung eines interessierten Endkunden geordert hat, konnte und kann zeitnah mit dem Erhalt des Musters rechnen. Für unsere Kunden und unsere Marke bezahlt gemacht hat sich auch unsere Hotline für Verbraucher, die Interesse am Kauf einer Nolte Kü-
che hatten, pandemiebedingt jedoch keinen Termin bei einem Händler ihrer Region erhalten konnten. Bevor wir diese Interessenten an aktive Handelspartner weitergeleitet haben, baten wir sie uns mitzuteilen, in welcher Form die Beratung stattfinden soll. Ob digital, Zusendung eines Musters oder womöglich in Form eines individuellen Termins. Auch diese Art der Unterstützung kam bei unseren Kunden ausgezeichnet an. Das klingt nach einer große Nachfrage nach Küchen aus dem Hause Nolte. Woher kommt dieser „Run“? Eckhard Wefing: Die Tatsache, dass wir zum dritten Mal in Folge zur beliebtesten Küchenmarke gekürt wurden, hat, zusammen mit dem hohen Interesse der Verbraucher an einer neuen Küche, ebenfalls einiges dazu beigetragen, die Nachfrage nach Nolte Küchen zu steigern. Wir konnten seit Beginn der Pandemie eine Verdopplung der Visits auf unserer Homepage verbuchen. Macht sich das auch am Umsatz bemerkbar? Eckhard Wefing: Ja, wir wachsen knapp zweistellig. Vor allem seit der letzten Phase des langen Lockdowns stellen wir eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage von Seiten des Küchenfachhandels und der mittelständischen Vollsortimentshäuser fest, die wir nicht nur auf
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den Lockdown der Großfläche zurückführen, sondern vor allem auch auf unser design- und preissegmentübergreifendes Sortiment. Das heißt, Sie konnten den durch den Lockdown der Großfläche erlittenen Verlust kompensieren? Eckhard Wefing: Ja, sogar überkompensieren. Unsere Struktur hat ebenfalls zu dieser Entwicklung beigetragen, denn wir erwirtschaften 60 Prozent unseres Umsatzes gemeinsam mit Handelspartnern aus dem Küchenfach- und dem mittelständischen Möbelfachhandel mit kompetenter Küchenfachabteilung. Was geschieht, wenn die Großfläche wieder öffnen darf? Rechnen Sie mit einem weiteren Ansturm von deren Seite? Eckhard Wefing: Ja. Unserer Analyse der Nolte Küchen-Käufer zu F olge, kaufen derzeit überwiegend Menschen, die unmittelbar Bedarf an einer neuen Küche haben. Das erklärt sich allein durch die große Anzahl fertiggestellter Neubauten. Verbraucher, die eine neue Küche haben möchten, wo es aber nicht unbedingt auf den Tag genau ankommt, können es sich erlauben zu warten und werden erst nach der Öffnung der Großfläche und dem Wegfall der erschwerenden Rahmenbedingungen wie Terminabsprachen und Schnelltests. etc. wieder aktiv. Es gibt also keine vorgezogenen Käufe? Eckhard Wefing: Doch, aber deren Anzahl wird meines Erachtens überbewertet. Hätten wir es wirklich überwiegend mit vorgezogenen Käufen zu tun, wäre die Nachfrage bereits seit einiger Zeit eingebrochen. In Deutschland werden jährlich zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Küchen verkauft, davon schätze ich den Anteil der vorgezogenen Käufe auf etwa 250 000 Küchen. Eine Zahl, die ich nicht unbedingt als
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bedrohlich erachte. Ich für mein Teil glaube eher an einen aufgeschobenen Bedarf als an vorgezogene Käufe. Wir steuern jedoch auf völlig andere Problemstellungen zu. Aufgrund der Verknappung von Baumaterialien werden viele Bauten nicht rechtzeitig fertiggestellt werden können, was sich auch auf unsere Branche auswirken wird. Dennoch, solange der Indikator Bauindustrie sich positiv zeigt, werden weiterhin Küchen gebraucht. Was die Auslandsmärkte anbelangt, müssen die landesspezifischen Konjunkturen in Betracht gezogen werden. So sind in UK die Auswirkungen des Brexit nicht absehbar, und auch was die übrigen Länder Europas, China oder die USA angeht, hat jedes Land seine eigene volkswirtschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, die nicht nur durch die Pandemie beeinflusst wird. Ob BIP, Bautätigkeit oder Arbeitslosenquote, diese und viele Faktoren mehr lassen sich derzeit noch nicht absehen, so dass man sowohl als Unternehmen als auch als Branche auf einen leichten Dämpfer grundsätzlich vorbereitet sein sollte. Sehen Sie bereits negative Entwicklungen in Ihrem Auslandsgeschäft? Eckhard Wefing: Nein. Im ersten Jahr der Pandemie gab es in einigen Ländern schon Probleme, die sich auf den Umsatz auswirkten oder aber zu Verschiebungen führten, so dass unsere Exortquote bei 36 Prozent stagnierte. Mittlerweile können wir jedoch auch in unserem Auslandsgeschäft wieder Wachstum verbuchen. Belgien, Holland und Frankreich gehören hier zu den europäischen Wachstumstreibern. Südosteuropa beginnt sich gerade zu erholen. Osteuropa zeigt sich noch verhalten. Asien hat ebenfalls wieder gut angezogen und in Middle East sind wir derzeit sehr erfolgreich unterwegs und können
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zweistellige Wachstumsraten verbuchen. So lange sich die landesspezifischen Rahmenbedingungen nicht gravierend verändern, sehen wir auch im Export weiterhin gute Wachstumschancen. Die wiederum eine ausgeklügelte Logistik voraussetzen? Eckhard Wefing: Durchaus, gerade der Bereich Ein- und Ausgangslogistik wurde durch Corona hart gefordert. Schiffe mit Baumaterialien aus Fernost steckten zudem im Suez Kanal fest, manche Reedereien weigern sich nach wie vor gewisse Häfen anzulaufen, so dass es vorkommt, dass Küchen vier bis sechs Wochen in Containern zwischengelagert werden müssen, um dann endlich ausgeliefert werden zu können. Das erfordert eine enorme Flexibilität, die wir allerdings auch bereit sind zu erbringen, um uns letztendlich auch daran messen zu lassen. So liefert Nolte einen Großteil der Küchen der Preisgruppen eins und zwei in einer Lieferzeit von drei Wochen. Damit einhergehend haben wir für unsere Partner unser Kundenservice-Center während der Corona-Zeit auch samstags geöffnet, was von diesen gerne in Anspruch genommen wird, um z.B. auch Liefertermine zeitnah abzustimmen. Wir haben festgestellt, dass die Kommunikation zwischen unseren Handelspartnern und uns noch intensiver geworden ist, da sich die Problemstellungen pandemiebedingt vielschichtiger als vorher darstellen. Deshalb haben wir alles getan und werden alles tun, um das Vertrauen unserer Kunden zu erhalten. Nolte Küchen steht für Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kontinuität. Um diesen Anforderungen entsprechen zu können, haben Sie kräftig investiert. Eckhard Wefing: Ja, im Zeitraum 2020/2021 haben wir Investitionen im dreistelligen Millionenbereich getätigt. Grundsätzlich investieren wir
für heute und morgen. Dabei sind die Anforderungen unserer Kunden und deren Märkte unsere Triebfeder. Unsere Investitionen in das InSourcing bislang ausgelagerter Prozessfelder haben dazu beigetragen, dass wir mittlerweile einen sehr beachtlichen Anteil benötigter Bauteile in unseren eigenen Produktionsstätten fertigen. Was sich sowohl durch eine höhere Effizienz als auch in Form einer wesentlich höheren Flexibilität bezahlt macht. Ein Beispiel dafür ist unsere neue Lackstraße, die wir gerade in Betrieb nehmen und die im Sommer anlaufen wird. Diese Investition ermöglicht uns zudem eine variantenreichere Produkt palette, die nicht zuletzt der Planungsvielfalt unserer Kunden zugutekommt. Davon profitiert sicherlich auch Nolte Spa? Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung dieses Geschäftsfeldes? Eckhard Wefing: Natürlich! Unsere Aufgabe besteht nun verstärkt darin, dieses neue Geschäftsfeld unter Corona-bedingungen am Markt sukzessive zu etablieren und unsere ersten Erfolge auszubauen. Grundsätzlich haben uns pandemiebedingte Effekte wie der Shutdown in unserem Vorhaben gedrosselt. Unsere Kunden zeigen großes Interesse, können die Ware jedoch nicht platzieren, da sie ihr bestehendes Angebot nicht abverkaufen können. In Exportländern wie UK, Frankreich, den Niederlanden oder Belgien, aus denen auch der ursprüngliche Wunsch nach einer Nolte Bad-Linie an uns herangetragen wurde, sind wir im Vergleich zum Inlandsmarkt bereits entsprechend stärker platziert. Die Nachverkäufe könnten noch etwas besser sein. Aber daran arbeiten wir. Übrigens haben wir das Sortiment von Nolte Spa weiter optimiert und um entsprechende Schrankvarianten, Spiegel und Waschtische ergänzt. Das werden Sie auf unsere Hausmesse im September 2021 erleben können.
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Apropos Hausmesse, hatten Sie nicht erwähnt, Ihre Ausstellung deutlich ausbauen zu wollen? Eckhard Wefing: Unsere Ausstellungsfläche wurde um 3800 Quadratmeter auf über 7000 Quadratmeter erweitert. Diese Größe gibt uns die Möglichkeit, unser breitgefächertes, facettenreiches Produktportfolio adäquat zu präsentieren. Die Besucher unserer Hausmesse erwartet in diesem Jahr ein Potpourri spannender Einrichtungslösungen. Auf unterschiedlichen Präsentations-Ebenen zeigen wir in Stil- und Wohnwelten unterteilt, Küchen in entsprechenden budgetübergeifenden Materialien von echt bis realitätsnahe Replikationen, trendgerechten Farben und mit beeindruckenden Oberflächenstrukturen. Hinzu kommen Möbel und Konzepte, die einen fließenden Übergang zwischen Küche und Wohnen und weiteren Funktionsbereichen wie Hauswirtschaftraum oder Homeoffice ermöglichen. Das Ganze stellen wir natürlich zusätzlich auch in Form von Studio- oder Showroomlösungen vor, um auch hier Ideen zu geben und zu inspirieren. Außerdem möchten wir unsere Gästen dazu einladen, sich ein Bild von unseren neuen Schulungsräumen und natürlich von unseren attraktiv bespielten Eventflächen zu machen.
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Nolte-Team (v.l.n.r.): Tim Karl Rabe, Verkaufsleiter, Lutz-Oliver Saligmann, Vertriebsleiter, Anca-Maria Kilzer, Verkaufsleiterin, Rainer Kreft, Vertriebsleiter, Eckhard Wefing, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb, Marie Plöger, Marketing
Wann werden Ihre Neuheiten lieferfähig sein? Immerhin haben wir eine angespannte Situation in der Materialbeschaffung. Eckhard Wefing: Wir gehen davon aus, dass die Spanplattenwerke über den Sommer hinweg durchproduzieren werden, so dass, wir ab dem Spätsommer wieder komplett lieferfähig sein werden. Was unsere Neuheiten anbelangt, werden wir diese unseren Kunden wie sie es bereits von uns gewohnt sind, ab November zur Verfügung stellen können. Herr Wefing, wir danken Ihnen für diese informative Gespräch und sehen gespannt Ihrer diesjährigen Hausmesse entgegen. www.nolte-kuechen.com
design + komfort
Die „neutralen“ Nichtfarben Schwarz und Grau bieten viel Spielraum für die Kombination mit anderen Farben – aber auch mit Holzoberflächen, Edelstahl usw. Die „Kara 57“ wurde gerade mit dem iF Design Award 2021 ausgezeichnet.
Ton-in-Ton mit Arbeitsplatte und Armatur – so Fotos: Systemceram
entsteht rund um das Spülzentrum eine harmonische Farbstimmung. Die Funktion wird durch die im Spülbecken flexibel einsetzbare zweite Ebene ausgeweitet.
Schwarz & Grau sind die Top-Seller Auch wenn die Farbpalette bei Systemceram 15 Töne umfasst, sind es vor allem zwei Farben, die mit großem Abstand den Spitzenplatz einnehmen …
A
n erster Stelle steht „Schiefer“, ein sattes dunkles AnthrazitGrau mit matter Oberfläche. Darauf folgt – in den Verkaufszahlen schon nahezu gleichauf und mit hohen Wachstumsraten – die Farbe „Nigra“, ein mattes Schwarz. Erst mit großem Abstand folgt danach an dritter Stelle „Grönland“ ein glänzender Weißton. Damit machen „Nicht-Farben“ heute bei Systemceram schon mehr als 50 Prozent des Spülenabsatzes aus. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen lassen sich die sogenannten „Nicht-Farben“ mit nahezu allen Farben und Materialien von Küchenfronten und Arbeitsplatten kombinieren. Trend zu dunklen Tönen Darüber hinaus zeigt sich im gesamten Wohnbereich, also auch in der Küche, ein Trend zu dunklen Tönen –
von der Wandfarbe bis zu den Küchenfronten. Trendforscher erklären diese Entwicklung damit, dass „uns dunkle Farben umarmen“; sie hüllen uns ein und vermitteln damit ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Dunkles Grau und Schwarz wirken zudem modern, gediegen, elegant und wertig. Nicht umsonst setzen anspruchsvolle Marken mit einem hochwertigen bis luxuriösen Image auf die Farbe Schwarz – im Logo, als Verpackung, in der Werbung und vieles mehr. Verstärkt wird diese Wirkung noch, wenn alle oder zumindest die dominierenden Raumelemente Ton-in-Ton gewählt werden. Zum Beispiel in einer Kombination von schwarzen oder anthrazitfarbenen Küchenfronten mit farblich darauf abgestimmter Spüle und Armatur sowie passender Arbeitsplatte – zum Beispiel aus Feinwww.systemceram.de steinzeug, dem Material der Spüle.
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Fotos: Samsung
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Drei Design-Ebenen führen zum globalen Kundennutzen Samsung – Interview mit Senior Vice President Harry Choi
Als Senior Vice President und Leiter des Design-Teams sowie Leiter des Lifestyle Labs für Digital Appliances Business von Samsung ist Harry Choi ein vielbeschäftigter Manager, der das Produkt-Design des Global Players seit Jahren maßgeblich prägt. In seiner Verantwortung liegen alle Designbereiche wie Produktdesign, Color, Material & Finish, CMF, Design, visuelles Kommunikationsdesign, Designplanung und -strategie sowie neue Lifestyle- und Konzeptdesignkreationen von Samsung Appliances. Sein Ziel ist es, gemeinsam mit seinem Team Haushaltsgeräte zu entwickeln, die auf die Menschen von heute und deren modernen Lebensstil zugeschnitten sind und modernes Design mit den neuesten innovativen Technologien kombinieren. Seine Intention zielt darauf, das Leben der Menschen zu Hause reibungsloser, vernetzter und effizienter gestalten.
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elche Aspekte ihn dabei leiten und inspirieren, wie es gelingt, den Wunsch der Verbraucher nach individuellem Design in Verbindung mit intelligenter Technik gerecht zu werden, schilderte uns Harry Choi anlässlich eines Interviews. Herr Choi, Samsung Hausgeräte punkten weltweit mit innovativen Technologien in Verbindung mit einem modernen Design. Was bedeutet es für Sie als Senior Vice President und Leiter des Design Teams von Samsung Electronics, diesem Anspruch kontinuierlich gerecht zu werden? Harry Choi: Um die Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen, begeben wir uns gewissermaßen auf eine kreative Reise, die unserem Team viel Freude bereitet und sich in Form von neuen Ideen für unsere Kunden auszahlt. Dabei haben die Vorlieben und Wünsche unserer Kunden während der gesamten Produktentwicklung stets oberste Priorität. Auf diese Weise wollen wir gewährleisten, dass wir ihnen Produkte anbieten können, die genau auf sie und ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dabei berücksichtigen wir immer lokale bzw. regionale Bedürfnisse, um zielgruppengerichtet die Geräte aus hochwertigem Design und höchstmöglicher Leistung passend für den jeweiligen Markt entwickeln zu können. Aktuelles Beispiel für das bei Samsung erfolgreiche Zusammenspiel von hochmodernem Design und fortschrittlicher Funktionalität sind unsere Bespoke-Kühlschränke, die im Rahmen des Bespoke HomeEvents 2021 vorgestellt wurden. Bei der Bespoke Produktphilosophie geht es uns darum, das Zuhause-Gefühl für unsere Kunden weiter zu verbessern und den Grad der Individualisierung in den eigenen vier Wänden neu zu definieren. Darf Design polarisieren? Harry Choi: Design hat immer das Potenzial zu polarisieren. Denn es ist die kreative Interpretation von individuellen Vorlieben sowie Stilempfinden und wird nicht immer von allen Menschen gleichermaßen geteilt. Um den unterschiedlichen Geschmäckern und sich ändernden Lebensstilen unserer Kunden entsprechen zu können, lassen sich die Produkte unseres Bespoke-Portfolios daher auch personalisieren und individuell anpassen. Unsere Bespoke-Kühlschränke bieten so viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, dass unsere Kunden praktisch selbst in die Rolle des Designers schlüpfen können. In einem Interview mit der Zeitung Le Monde sprechen Sie von drei Design-Ebenen, die in Ihren Produkten zusammenfließen und ihnen einen eigenständigen Charakter verleihen. Wie dürfen wir uns diese Ebenen, die Sie mit den Begriffen „globale Design-Intelligenz, zukünftige Design-Intelligenz und Implementierung des Corporate Designs“ beschreiben, vorstellen? Harry Choi: Die globale Design-Intelligenz bezieht sich auf unsere internationalen Büros, in denen wir quasi die unterschiedlichen soziologischen Trends sammeln. Diese Einflüsse spiegeln sich in Formen, Materialien und Farben der lokalen Designpräferenzen wider. Wir diskutieren mit unabhängigen Experten wie Architekten, Innenarchitekten und Stylisten, die uns regelmäßig über die strategischen
Samsung hat mit Bespoke eine neue Art von Kühlschrank entworfen, der dank seiner vielfältigen Auswahl an Farben und Oberflächen eine scheinbar endlose Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten bietet.
Design- und Trendentwicklungen in ihren Regionen informieren. Die zukünftige Design-Intelligenz beruht derweil auf einer ProduktRoadmap, mit der unsere Produktlinien innerhalb eines Fünf-JahresPlans vorbereitet werden. Wir sprechen hier von einer wichtigen strategischen Ausrichtung, die regelmäßig aktualisiert wird. Die Implementierung des Corporate Designs geht ebenfalls auf Experteninformationen und Analysen zurück. Diese werden von uns aus industrieller Perspektive neu interpretiert, um ein einheitliches Design für Produkte aus unterschiedlichen Bereichen zu schaffen. Bei unserer Entscheidung für übergreifende Designs für den globalen Markt berücksichtigen wir auch hier selbstverständlich immer die lokalen Marktpräferenzen. „Sonderanfertigungen sind so alt wie die Menschheit selbst. Aber Produkte, die sich früher nur wenige leisten konnten, sind heute für fast jeden erschwinglich.“ Steht die Möglichkeit, Produkte nach den individuellen Belangen von Menschen herzustellen, für die Demokratisierung des Designs? Harry Choi: Die Demokratisierung des Designs schreitet ständig weiter voran und bietet den Menschen in der Tat immer mehr Möglichkeiten, ihre Individualität auszudrücken. Die Bespoke-Philosophie von Samsung erleichtert dies zusätzlich, indem sie ermöglicht, Hausgeräte auf Basis der individuellen Vorlieben der Nutzer anzupassen. Mit Bespoke profitieren unsere Kunden von der Funktionalität eines freistehenden Produkts im Einbau-Look, das entsprechend des persönlichen Geschmacks oder Bedarfs erweitert beziehungsweise verändert werden kann. Da zudem der Wunsch nach individuell zugeschnittenen Produkten kontinuierlich wächst, sind wir ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, unsere Produktpalette in dieser Hinsicht zu erweitern. küche + architektur | 11
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Der Wunsch nach Individualität besteht auch in modernen of- sonalisieren und sie an persönliche Bedürfnisse anzupassen. Wenn fenen Wohnformen. Pandemiebedingt wird dieser noch stär- man vor diesem Hintergrund nun die Rolle von Hausgeräten betrachker als bisher um den den Wunsch nach vielseitig nutzbarem tet, hat sich diese in den letzten 100 Jahren aber nur wenig verändert. Wohnraum ergänzt. Wie werden Sie diesen neuen Ansprüchen Kühlschränke konzentrieren sich auch weiterhin auf grundlegende gerecht und wie spiegeln sich diese im Design Ihrer Produkte Funktionen wie das Frischhalten von Lebensmitteln. Der Bespoke wider? geht jetzt einen Schritt weiter, indem er den Nutzern erlaubt, ein Harry Choi: Wir haben uns mit Designern zusammengesetzt und Statement zu setzen und ihrem Zuhause einen persönlichen Stempel uns intensiv mit den Trends beschäftigt, die sich auf regionalen Mö- aufzudrücken. Mit Bespoke haben Nutzer eine Vielzahl an Möglichbelmessen herauskristallisiert haben. Dabei ging es uns darum, die keiten, sich über das Design selbst auszudrücken. von unseren Kunden bevorzugte Inneneinrichtung noch besser zu verstehen. Die Individualisierbarkeit von Bespoke drückt sich auch in der Wir haben beispielsweise festgestellt, dass Wohnungen im Laufe der Modularität aus. Welchen Stellenwert nehmen Eigenschaften wie Pandemie zunehmend multifunktional genutzt die Modularität von Geräten für Sie heute und werden, etwa als heimisches Fitnessstudio, Büro morgen in der Design- und Einrichtungswelt ein? oder Klassenzimmer. Infolgedessen wünschen sich Harry Choi: Beim Bespoke-Design folgt die Form immer mehr Nutzer Hausgeräte, mit denen sie ihre der Funktion. Ein Leitgedanke, den wir auch aus Räume personalisieren können – sowohl in Bezug dem Produktdesign im Allgemeinen kennen. Da auf Design als auch Funktion. immer mehr Verbraucher an Flexibilität und Mo*Paneuropäische In unserer jüngsten Umfrage* gaben zudem mehr dularität interessiert sind, haben unsere Designer Samsung-Studie 2020 als 40 Prozent der europäischen Befragten an, die Bespoke-Geräte so gestaltet, dass sie sich gut „Decentralised Living: seit Beginn der Pandemie neue Produkte für den in die restliche Wohnungseinrichtung integrieren From lockdown habits Heimgebrauch gekauft zu haben. Dabei sagten 31 lassen. Die Modularität der Produkte ist dabei ein to a new way of living“ Prozent, dass die Funktionalität einer Anschaffung wichtiger Faktor, um sowohl die individuelle Geihnen jetzt wichtiger sei als vor der Pandemie. Ein staltung zu ermöglichen als auch eine breite PaFünftel der Menschen in Europa hält es außerdem lette von Nutzerbedürfnissen abzudecken. Denn für wichtig, dass die Anschaffungen zu ihrem Stilempfinden passen. ob Einzelperson oder vierköpfige Familie: Die Bedürfnisse der Nutzer, Und schon sind wir wieder bei unseren Bespoke-Geräten: Mit seinen aber auch ihre Wohnungen und Häuser, sind niemals gleich. austauschbaren Oberflächen, die sich nahtlos in jede Küchenumge- Vor diesem Hintergrund haben wir mit Bespoke eine neue Art von bung einfügen, wird unser Bespoke-Portfolio diesen gestiegenen An- Kühlschrank entworfen, der dank seiner vielfältigen Auswahl an Farforderungen gerecht. Es freut uns sehr, dass wir das Leben unserer ben und Oberflächen eine scheinbar endlose Anzahl an KombinatiKunden auf diese Weise bereichern können. onsmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus können Nutzer dank des modularen Designs von Bespoke, die Geräte flexibel erweitern, wenn Ihre Bespoke-Kühlschränke erfüllen das Bedürfnis der Ver- es notwendig wird. Sollte sich also die Wohnung, der Haushalt oder braucher nach Individualisierung auf intelligente Art und Weise. Lebensstil ändern, muss der Nutzer nicht gleich ein komplett neues Von welchen Entwicklungen haben Sie sich inspirieren lassen, Gerät kaufen. Vielmehr lässt sich das Gerät ganz einfach anpassen. als Sie die wandelbaren Bespoke-Geräte entworfen haben? Harry Choi: Wie bereits angesprochen, gleicht keine Wohnung der Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, um das Segment anderen und viele von uns suchen nach Möglichkeiten, Geräte zu per- der Einbaugeräte in Bezug auf Design und Technologie für die 12 | küche + architektur
UNTERNEHMEN + Köpfe
unterschiedlichen Geschmäcker der Konsumenten attraktiver zu machen und weiter auszubauen? Harry Choi: Maßgeschneiderte Einbaugeräte sind nur ein Teil der Lösung. Neben einem individualisierbaren Design tragen auch weitere Faktoren – beispielsweise flexible Funktionalitäten und Vernetzungsmöglichkeiten – zur Attraktivität von Einbaugeräten bei. Moderne Nutzer erwarten von ihren Geräten die Möglichkeit zur Konnektivität, um das Leben zu Hause komfortabler und effizienter zu gestalten. Um dieses Bedürfnis zu erfüllen, nutzt Samsung Künstliche Intelligenz und bietet über die App SmartThings unterschiedlichste Haushaltslösungen an, die Zeit sparen und die Effizienz erhöhen. In Bezug auf Ihre Infinite LineTM, die bei den Verbrauchern sehr gut anzukommen scheint: Welche Überlegungen haben Sie angestellt, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen? Harry Choi: Ein gutes Design in der Küche hält die Balance zwischen Funktion und Aussehen. Das ist der Ansatz, den wir mit unserer Infinite Line™ verfolgen, die nicht nur Eleganz in die Küche bringt, sondern auch sehr leistungsfähig ist und durch durchdachte und flexible Funktionalitäten überzeugt. Die Infinite Backofen-Serie ist in verschiedenen Oberflächen- und Farboptionen erhältlich, die sich nahtlos in die restliche Küche einfügen können – oder wenn gewünscht, sich von ihr abheben. Außerdem ist sie mit Funktionen wie Dual Cook ausgestattet, die aus einem Backofen zwei Öfen macht, mit unabhängigen Garräumen. Herr Choi, eine abschließende Frage: Welche globalen, aber auch technischen Entwicklungen werden das Design der Zukunft prägen und welche Schritte müssen Hersteller wie Samsung gehen, um dem Gesamtmarkt immer einen Schritt voraus zu sein? Harry Choi: Wir glauben fest daran, dass wahre Innovation dadurch entsteht, dass wir den Nutzern aufmerksam zuhören und sicherstellen, dass unsere Produkte ihre Bedürfnisse erfüllen. Vor etwa zehn Jahren ging es beim Design von Kühlschränken noch in erster Linie darum, das Produkt selbst hevorzuheben. Heute dagegen schauen wir
auf die Verbraucher und die Trends im Wohnumfeld und lassen diese Beobachtungen in die Produktentwicklung einfließen, sodass unsere Hausgeräte den aktuellen Erwartungen und ästhetischen Standards entsprechen. Stellen Sie sich das einmal so vor: Beim Möbelkauf war es uns schon immer wichtig, wie das Möbelstück aussieht und wie gut es zu unserer Wohnungseinrichtung passt. Die gleichen Überlegungen stellen wir jetzt auch bei der Auswahl von Hausgeräten an. Ihr Aussehen hat im letzten Jahr verstärkt an Relevanz gewonnen, da sich unser Alltag immer mehr im und um das eigene Zuhause herum abspielt. Daher müssen die Geräte aus einer Design-Perspektive anpassungsfähig sein, gleichzeitig aber auch leistungsstark bleiben. Wir werden bei der Entwicklung von Produkten zukünftig noch stärker auf individuelle Ansprüche achten – in Anbetracht der Tatsache, dass Küchen heute immer öfter als soziale Begegnungsstätten betrachtet werden, in denen die Menschen mehr tun als nur zu kochen. Die Erfüllung der Bedürfnisse und Vorlieben der Nutzer steht für uns an erster Stelle. Und welche Rolle spielt Smart Home in diesem Zusammenhang? Harry Choi: Wenn es darum geht, unseren Nutzern in ihren eigenen vier Wänden ein flexibles und personalisiertes Gesamterlebnis zu bieten, spielt Smart Home eine entscheidende Rolle. Wir bei Samsung sind davon überzeugt, dass das Zusammenspiel aus technologischem Fortschritt und Design die Basis für die Entwicklung von Produkten sein sollte. Es greift die kleinen, alltäglichen Herausforderungen der Nutzer auf und ermöglicht ihnen ein komfortableres Leben. Herr Chai, wir danken Ihnen für dieses www.samsung.de informative Gespräch. küche + architektur | 13