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küche + architektur 2-2023

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Ausgabe 2/2023 · 11. Jahrgang · www.kuecheundarchitektur.de

Das Magazin für professionelles Einrichten

Küchen- und Möbelhandel · Die Stimmung ist aktuell schlechter als die Lage Architektur, Küche und Raum · Architekt Karl Kaffenberger im Gespräch mit Stefan Waldenmaier, Leicht AG Künstliche Intelligenz · Im Gespräch mit KI-Spezialist und Visionär Fabian Westerheide


Die Verbundgruppe führender Küchenspezialisten in Europa

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Editorial

D E T N !

t s A e b e W o f th B e st

D

ie Jagd auf „the best of“ hat begonnen. Vom Besten oder auch von den Besten gibt es grundsätzlich nie genug. Jeder will mit ihnen zusammenarbeiten, jeder von ihrem Know-how, ­ihrem Können, ihrer Loyalität und ihrem Charisma profitieren. Gesucht werden von Seiten der Küchenspezialisten als auch auf Seiten der Industrie zukunftsfähige, ­zuverlässige Beherrscher ihres Fachs, Profis, die in ihrer Gilde eine Benchmark stellen. Eine entsprechende Entlohnung des Betreffenden ist hier Voraussetzung: Qualität darf gerade bei „limitierten Auflagen“ ruhig etwas kosten. Das überdurchschnittliche Salär ist für Angestellte die fairste Art, Klasse zu honorieren. Geht es allerdings um die Gewinnung neuer Kunden, sieht das oft genug anders aus. Hier wird nicht ­selten die Angel mit einem schmackhaften Köder ausgeworfen. Zeitlich befristet werden Industrie­ unternehmen wie auch Fachhandelsgeschäfte zu wahren Fishing-Kings. Ein supergünstiges LackKöderchen hier, ein Sonderkonditiönchen da. Alles limitiert, versteht sich, nur für ganz besondere ­Kunden, so der Anschein. Natürlich lässt sich die eine oder andere Jagdtrophäe auch auf diese Weise ergattern. Die Gier des Menschen ist schließlich unersättlich. Zu einer langfris­ tigen Bindung zwischen Jäger und Erjagtem führt dieses Vorgehen jedoch nur in den seltensten Fällen. Wer zu den „Besten“ gehört, wird sich auf einen solchen Handel von vornherein nicht einlassen. ­ Er sucht Gleichgesinnte in Anspruch und Haltung, Gleichgesinnte in Professionalität und zwischenmenschlichem Miteinander. Der überlieferten Philosophie des hanseatischen Kaufmanns entsprechend, handelt er wahrheitsgemäß und lehnt unfairen Wettbewerb ab. Die Besten kennen die Produkte und Ansprüche ihrer Partner aus dem Effeff. Sie ­gehen auf die individuellen Belange ihrer Kunden ein und stehen ihnen beratend zur Seite. Die Besten sind nicht schulmeisterhaft, sondern kreativ und ­lösungsorientiert.

Buhlen um die Besten WANTED: die besten Hersteller und Lieferanten, die besten Mitarbeiter, die besten Einrichtungsplaner und die besten Monteure

Natürlich liegt die Definition des bzw. der Besten immer im Auge des Betrachters. Die Zufriedenheit der Kunden ist grundsätzlich das Maß aller Dinge. Doch zu den Besten zu gehören bedeutet auch, ­Verantwortung zu übernehmen: Wer zu den Top­ unternehmen einer Branche zählt, Spitzen-Produkte fertigt, wer mit Spitzen-Einrichtungsplanungen punktet oder wer zu den Top-Monteuren gehört – sie alle müssen sich jeden Tag neu auf ein sich kon­ ­ tinuierlich wandelndes Umfeld einstellen, um „Spitze“ zu bleiben. Und sie alle haben die Aufgabe, junge Menschen für ihre Branche und ihr Tätigkeitsfeld zu begeistern und ihr Wissen weiterzugeben. „Genies fallen nicht vom Himmel, sie müssen Gelegenheit zur Ausbildung und Entwicklung haben.“ (August Bebel). Alle Protagonisten einer Branche, vom Inhaber über die Geschäftsführung bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeiter entscheiden über den Erfolg eines Unternehmens und damit über die ­Weiterentwicklung und die Existenz einer ganzen Branche.

Yvonne Davy Chefredakteurin

Doch zu den Besten zu gehören bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen: Wer zu den Topunternehmen einer Branche zählt, Spitzen-Produkte fertigt, wer mit Spitzen-Einrichtungsplanungen punktet oder wer zu den Top-Monteuren gehört – sie alle müssen sich jeden Tag neu auf ein sich kontinuierlich wandelndes Umfeld einstellen, um „Spitze“ zu bleiben. Und sie alle haben die Aufgabe, junge Menschen für ihre Branche und ihr Tätigkeitsfeld zu begeistern und ihr Wissen weiterzugeben. küche + architektur | 1


Foto: Liebherr

Mit AutoDoor beweist Liebherr: Komfort braucht freie Hand Ein leichtes Klopfen, ein Sprachbefehl oder ein Aktivieren über die SmartDevice-App genügt – ausgestattet mit AutoDoor bietet Liebherr die weltweit ersten Kühl- und Gefriergeräte, die sich komplett automatisch öffnen und schließen lassen. Das ist nicht nur praktisch und komfortabel, sondern wirkt auch edel in einer grifflosen Küche, die sich harmonisch in moderne Wohnbereiche einfügt. AutoDoor ist in drei neuen Einbaugeräten in Deutschland erhältlich. Dazu gehören das Gefriergerät SIFNAe 5188 sowie zwei Einbaukühlgeräte für unterschiedliche Nischen: IRBAd 4170 (122cm) und IRBAd 5190 (178cm). home.liebherr.com

2 | küche + architektur

1 Buhlen um die Besten WANTED: die besten Hersteller und Lieferanten, die besten Mitarbeiter, die besten Einrichtungsplaner und die besten Monteure

4 Küchen- und Möbelhandel Die Stimmung ist aktuell schlechter als die Lage

8 Architektur, Küche und Raum Architekt Karl Kaffenberger im Gespräch mit Stefan Waldenmaier, Vorstandsvorsitzender der Leicht AG

14 Zeitlos elegant Modell Esbo Königseiche natur von Rempp Küchen

15 Hettich – heute für morgen denken und handeln Im Gespräch mit Uwe Kreidel, Geschäftsführer Hettich

27 Superfood aus der Schublade Mit dem Hailo Micro Garden lassen sich frische Zutaten direkt in der eigenen Küche ernten

28 Allmilmö – die Industriemanufaktur setzt Akzente

32 Premium im Visier Individuell, nachhaltig & smarter denn je – Samsung nimmt Kurs auf den Fachhandel und das Premiumsegment

35 Individualität liegt im Detail Pronorm

36 Die Alternative hat einen Namen: Beckermann Küchen

40 Naber – Innovation aus dem Markt für den Markt „Was die Zukunft anbelangt, so haben wir nicht die Aufgabe, sie vorherzusehen, sondern sie zu ermöglichen.“ Antoine de Saint-Exupéry

45 Rotpunkt Küchen – More than kitchen „Welldressed“ …


Impressum Verlag: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 · Fax 0711/5206-300 www.fachschriften-verlag.de VERLAGSLEITUNG: Tilmann Münch Christian Schikora Redaktionsbüro: küche+architektur Weißheimerstraße 7 · 67549 Worms

Inhalt 2/2023

Herausgeberin und Chefredakteurin: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de Social Media und Anzeigenverkauf: Angela Weber Tel. 06241/979708-12 weber@fachschriften.de Layout: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de Druck: ColorDruck Solutions Gutenbergstraße 4 · 69181 Leimen

46 Künstliche Intelligenz

Im Gespräch mit KI-Spezialist und Visionär Fabian Westerheide

48 Smarte Haushaltshilfe Wie KI und andere innovative ­Technologien den Alltag erleichtern

49 Bedienkonzepte dynamisch dem Nutzerverhalten anpassen Electrolux

50 „Adaptive Cooling“: Wie ein Kühlgerät mitdenken kann… Liebherr

50 Mehr Leichtigkeit im Alltag und Zeit für Kreativität V-Zug

51 Mit KI und smarten Technologien zum perfekten Kochergebnis Miele

52 „KKT 007“ – Mit der Lizenz zum Ordern … Küchen-Kompetenz-Tage 2023

54 Hettich verbindet Preview zur interzum

58 Nobilia – Markant in die Zukunft 63 MHK erzielt „All-Time-High“ … … und geht kreative Wege im Kampf gegen den Fachkräftemangel

66 Miele – Umsatzsteigerung um 12,2 Prozent Verkaufte Stückzahlen leicht über Vorjahr

68 Networking – AMK im Zeichen der Zeit

72 Die guten Adressen der Branche Visitenkarten

Preisliste für Anzeigen: zur Zeit Nr. 11, gültig seit 1. 1. 2023 Preis Einzelheft: 10,00 Euro (inkl. Versand und MwSt.) Preis Jahresabo: (6 Ausgaben inklusive ePaper) Inland: 53,00 Euro; Ausland: 62,00 Euro (Preise inkl. Versand und MwSt.) Abonnement-Service: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Abo-Service Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-306 Fax 0711/5206-307 abo@fachschriften.de Bankkonten: HypoVereinsbank IBAN: DE72 670 201 900 025 059 506 BIC: HYVEDEMM489 Steuer-Nr.: 90492/10407 EG Ust.-Id.Nr.: DE 147321116 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der FachschriftenVerlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, HausbauHelden, Schwimmbad+Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer Fotonachweise: küche + architektur | 3 Seite 48: © MH / stock.adobe.com Seite 72: © auremar / fotolia


daten + fakten

Küchen- und Möbelhandel Die Stimmung ist aktuell schlechter als die Lage

Die deutsche Möbelindustrie hat ihren Umsatz laut amtlicher Statistik im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent auf rund 18,8 Milliarden Euro gesteigert. Ausschlaggebend waren dabei die Preisanpassungen, die aufgrund der Erhöhung der Material- und Energiekosten notwendig wurden. Der Inlandsumsatz zog um 5,4 Prozent an. Im Ausland erzielten die Möbelproduzenten ein kräftiges ­Umsatzwachstum von 9,8 Prozent. Die Exportquote kletterte auf 33,2 Prozent. Für das laufende Jahr ­rechnet die Branche mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Küchenmöbelumsatz (Euro)

sen für Gas und Strom zu einer gewissen Beruhigung im Markt beigetragen. Und zu guter letzt scheine auch die Inflation ihren Zenit überschritten zu haben. Das bestätige auch die interne Verbandsstatistik. Hiernach habe sich der Auftragseingang im Januar 2023 zwar verhalten entwickelt, im Vergleich zu dem hohen Vorjahresniveau aber besser als erwartet – nach den teils deutlich zweistelligen Rückgängen im Spätsommer/

Inlandsumsatz (Euro)

Auslandsumsatz (Euro)

2021

2022

2021

2022

2021

2022

Januar

412.158.000

489.101.000 +18,67 %

241.356.000

274.930.000 +13,91 %

170.802.000

214.171.000 +25,39 %

Februar

464.481.000

529.241.000 +13,94 %

267.953.000

298.027.000 +11,22 %

196.528.000

231.214.000 +17,65 %

März

517.182.000

609.964.000 +17,94 %

284.663.000

341.428.000 +19,94 %

232.519.000

268.536.000 +15,49 %

1. Quartal

1.393.821.000

1.628.306.000 +16,82 %

793.972.000

914.385.000 +15,17 %

599.849.000

713.912.000 +19,02 %

April

466.770.000

473.352.000 +24,34 %

249.028.000

260.284.000

+4,52 %

217.742.000

213.068.000

Mai

465.533.000

580.366.000 +24,67 %

247.097.000

313.946.000 +27,05 %

218.436.000

266.420.000 +21,97 %

Juni

540.654.000

540.372.000

-0,05 %

296.735.000

285.818.000

-3,68 %

243.919.000

254.554.000

1. – 2. Quartal

2.866.778.000

3.222.396.000 +12,40 %

1.586.832.000

1.774.433.000 +11,82 %

1.279.946.000

Juli

423.650.000

400.570.000

-5,45 %

241.857.000

222.971.000

-7,81 %

181.793.000

177.599.000

August

349.091.000

481.327.000 +37,88 %

199.716.000

265.504.000 +32,94 %

149.372.000

215.823.000 +44,49 %

September

578.277.000

631.622.000

+9,22 %

326.100.000

345.946.000

+6,09 %

252.177.000

285.676.000 +13,28 %

1. – 3. Quartal

4.217.796.000

4.735.915.000 +12,28 %

2.354.505.000

2.608.854.000 +10,80 %

1.863.288.000

2.127.061.000 +14,16 %

Oktober

550.773.000

550.589.000

-0,03 %

315.755.000

297.801.000

-5,69 %

235.018.000

252.788.000

+7,56 %

November

557.758.000

573.764.000

+2,87 %

318.654.000

313.639.000

-1,57 %

239.104.000

260.125.000

+8,79 %

Dezember

375.719.000

381.770.000

+1,61 %

216.218.000

208.296.000

-3,66 %

159.501.000

173.474.000

+8,76 %

Gesamtjahr

5.702.046.000

6.242.038.000

+9,47 %

3.205.132.000

3.428.590.000

+6,97 %

2.496.911.000

4 | küche + architektur

-2,15 %

+4,36 %

1.447.963.000 +13,13 % -2,31 %

2.813.448.000 +12,68 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, HDH/VDM, VdDK

D

ie konjunkturelle Lage zeigt sich eher verhalten, bilanzierte Elmar Duffner, Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie e.V. (VDM). Allerdings sehe man verschiedene Indizes, die auch für das Jahr 2023 Zuversicht verleihen. So zeige der Ifo-Geschäftsklima-Index, dass die deutsche Wirtschaft zuversichtlicher ins Jahr gestartet sei als erwartet. Der GfK-Konsumklima-Index setze seine vorsichtige Erholung fort. Zudem haben die staatlichen Preisbrem-


Fotos: VDM

daten + fakten

elmar Duffner, Präsident

Jan Kurth, Geschäftsführer

Markus Meyer, Präsident

Christian Haeser, Geschäfts-

des Verbands der Deutschen

des Verbands der Deutschen

des Handelsverbands

führer des Handelsverbands

Möbelindustrie (VDM)

Möbelindustrie (VDM)

Möbel und Küchen (BVDM)

Wohnen und Büro e.V. (HWB)

Herbst 2022. Die Verunsicherung der Verbraucher angesichts der multiplen Krisen und der bevorstehenden Heizkostenabrechnungen erscheine weiter hoch. Für das Jahr 2023 erwarte man eine Seitwärtsentwicklung und gehe von einem eher verhaltenen ersten Halbjahr, aber einem besseren zweiten Halbjahr aus. Glücklicherweise habe sich die Materialbeschaffung wieder entspannt. Die meisten Vorprodukte seien inzwischen wieder stabil verfügbar. Somit bewegen sich die Lieferzeiten der Möbelindustrie größtenteils wieder im regulären Rahmen von vier bis acht Wochen. Zudem setze man darauf, dass sich das Konsumentenverhalten weiter stabilisiere, wozu auch der stabile Arbeitsmarkt beitrage. „Wir blicken zurück auf ein Jahr 2022, dessen Verlauf sich besser entwickelt hat als erwartet“, stellte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK) fest. Die 18,8 Milliarden Euro seien eigentlich ein ganz guter Wert. Das gelte auch für die Steigerungsrate von sieben Prozent. Viele Kostensteigerungen auf Seiten der Vorprodukte mussten in der Kette bis hin zu den Konsumenten weitergegeben werden. Die Dynamik im Markt habe über das Jahr 2022 spürbar nachgelassen. Nach einem fulminanten Start im ersten Quartal mit einem Plus von über 16 Prozent Umsatzwachstum, baute dieses sich während der nächsten Quartale ab und mündete im vierten Quartal in einem Minus von 3,3 Prozent. Im wesentlichen geprägt worden sei dieser Geschäftsverlauf durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine im Frühjahr, dem nachlassenden Verbrauchervertrauen und den Preissteigerungen. Daher habe sich der Heimatmarkt mit einer Umsatzsteigerung von 5,4 Prozent in 2022 insgesamt etwas schwächer entwickelt als der Auslandsmarkt mit einem Plus von fast zehn Prozent. Letzterer profitiere nach wie vor von der Beliebtheit von Möbeln Made in Germany

des Gesamt-Möbelindustrie-Umsatzes. Man gehe davon aus, dass diese erfolgreiche Entwicklung sich auch im Jahr 2023 fortsetzen werde. Die Hersteller von Polstermöbeln konnten ihren Umsatz um 6,6 Prozent auf rund 1,1 Milliarden steigern. Auch die Umsatzentwicklung beim größten Segment der Möbelindustrie – den sonstigen Möbeln (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) sowie Möbelteilen – fiel mit plus acht Prozent auf 6,4 Milliarden Euro positiver aus als im

Quelle: IFH Köln

Küchenmöbelindustrie wichtiger Wachstumsmotor Von den einzelnen Segmenten der deutschen Möbelindustrie erwies sich im vergangenen Jahr die Küchenmöbelindustrie mit einem Umsatzplus von 9,5 Prozent auf rund 6,2 Milliarden Euro abermals als wichtiger Wachstumsmotor. Das entspreche mittlerweile einem Drittel Quelle: Quelle:IFH IFHKöln Köln

küche + architektur | 5


daten + fakten

Baufertigstellungen

IST 2019

IST 2020

IST 2021

Wohngebäude

255.925

268.774

256.352

243.000 210.000

> EFH

83.804

87.275

78.209

72.500 61.000

> ZFH

19.306

20.472

20.118

18.500 16.000

> gesamt EFH/ZFH

103.110

107.747

98.327

91.000

> MFH

143.053

153.377

147.925

142.000 123.000

> Wohnheime

9.762

7.650

10.100

10.000 10.000

Nichtwohngebäude

4.866

4.995

5.317

5.000 4.000

Umbau

32.211

32.607

31.724

32.000 31.000

GESAMT

293.002

306.376

293.393

280.000 245.000

Branchendurchschnitt. Die Büromöbelindustrie registrierte mit einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro ein Wachstum von 8,4 Prozent. Die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln lagen um 6,3 Prozent über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – vermeldete dagegen ein deutliches Umsatzminus in Höhe von 23 Prozent auf rund 600 Millionen Euro. Dieser Rückgang sei eher auf statistische Effekte als auf einen substanziellen Nachfrageeinbruch zurückzuführen. Entwicklung Exportmärkte volatil Die Entwicklungen der Exportmärkte zeigten sich volatil. In den meisten europäischen Ländern konnten die deutschen Möbelhersteller ihren Absatz vor dem Hintergrund der Überwindung der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise deutlich ausbauen. Besonders erfreulich sind die Steigerungen der Möbelausfuhren in die Niederlande (plus 10,3 Prozent), in die Schweiz (plus 7,3 Prozent) und in das Vereinigte Königreich (plus 6,9 Prozent). Eine halbe Milliarde Euro Exportanteil sei hier ein ganz guter Wert. Der britische Markt erlebte nach der Unterzeichnung des Handelsabkommens mit der EU ein fulminantes Comeback und entwickelte sich zum fünftwichtigsten Exportmarkt für heimische Möbelhersteller. Frankreich belegt nach wie vor Platz eins im Ranking der wichtigsten Exportmärkte mit einem leichten Minus von 3,4 Prozent. Die Exportmärkte außerhalb Europas entwickelten sich ebenfalls uneinheitlich. Die deutschen Möbelexporte in die Vereinigten Staaten legten um 10,7 Prozent zu auf 280 Milliarden Euro. Damit sind die USA weiterhin der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für Möbel Made in Germany außerhalb Europas, Nordamerika steht daher seit Jahren im Zentrum der Exportaktivitäten der Branche. Zwölf deutsche Aussteller präsentierten sich vor drei Wochen im Rahmen des vom VDM in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) und der Leipziger Messe organisierten deutschen Gemeinschaftsstandes auf der KBIS in Las Vegas, der wichtigsten nordamerikanischen Fachmesse für Küche und Bad. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Möbelausfuhren nach China infolge der strengen Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung (minus 5,4 Prozent). Unter dem Strich ergebe sich aus der Gesamtentwicklung des Auslandsgeschäfts ein Exportanteil von 33,2 Prozent damit gehe jedes dritte in Deutschland produzierte Möbel ins Ausland. 6 | küche + architektur

Prognose ZDB 2023

77.000

Steigende Importe bei sinkender Menge Andererseits komme jedes zweite Möbel, das in Deutschland verkauft wird, aus dem Import. So habe auch der Import von Möbeln eine leichte Steigerung erfahren von plus drei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Allerdings sei dieses Wachstum preisgetrieben, da sich die dahinterliegenden Mengen mit einem Minus von zwölf Prozent deutlich rückläufig zeigten. Chancen und Risiken 2023 „Die Wohnungsfertigstellungen werden auch im nächsten Jahr unter Druck stehen“, prognostiziert Jan Kurth. Wie stark sich gestiegene Zinsen, Inflationsrate und Baupreise auf die Branche auswirken werden, könne man jedoch noch nicht absehen. Dem gegenüber stehen stabilisierende Faktoren wie der Stellenwert des eigenen Zuhauses, der nach wie vor hoch ist. Zudem sei davon auszugehen, dass auch bei einer schwächeren Baukonjunktur weiterhin Einrichtungsbedarf vorhanden sein werde – eine These, die der Branchenkenner mit folgendem Beispiel untermauert: „Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 2 Millionen Küchen gefertigt und verkauft, davon rund 1,3 Millionen ins Inland. Bei 270 000 Wohnungsfertigstellungen in 2022 bedeutet das auch, dass rund 1 Million Küchen in Bestandsbauten verkauft wurden. Wir glauben, dass auch weiterhin trotz einer rückläufigen Baukonjunktur, die vorhandenen Ersparnisse in die Ausstattung von Bestandsbauten und damit auch in die Einrichtung investiert werden. Zudem ziehen durchschnittlich rund 5 Millionen Haushalte jährlich um, so dass auch hier wieder Einrichtungs-Ergänzungsbedarf besteht. Wir glauben zudem, dass die rund 200 Milliarden Euro, die die Verbraucher während der Pandemie zurückgelegt haben, irgendwann auch in Richtung Ausgaben fließen werden, und unsere Branche einen Teil des Kuchens abbekommen wird. Wir gehen davon aus, dass das Jahr 2023 im Umsatz stabil bleiben wird, bei leicht rückläufiger Menge.“ Begründet liege diese Prognose darin, dass mit weiteren Preisanhebungen gerechnet werden müsse, die an den Handel weitergegeben werden müssen. Stützend für eine positive Entwicklung der Branche wirke sich auch das Exportgeschäft aus. „Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurück“, so Christian Haeser, Geschäftsführer des Handelsverbandes Wohnen und Büro. Der Jahres-Brutto-Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 35,3 Milliarden Euro. Für 2023 rechne man zumindest für das erste Halbjahr mit einer stabilen Nachfrage. Zudem gehe man davon aus, dass der Trend zum Homing und Cocooning weiter anhalte. Zur Zeit

Quelle: ZDB

Prognose ZDB 2022


daten + fakten

lasse sich eine steigende Nachfrage im mittleren und hochpreisigen Segment feststellen. Herausforderungen für die Zukunft So beobachtet der Branchenkenner zum einen das Thema Nachhaltigkeit: Die Nachfrage von Konsumenten nach Gebrauchtem wächst. Dazu tragen neben dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit auch die Preissteigerungen der vergangenen Monate bei. Auch die zum Teil schlechte Verfügbarkeit neuer Produkte durch die Lieferkettenproblematik habe diesen Trend beschleunigt. Das Geschäftsmodell, gebrauchte Möbel zu verkaufen, entfalte derzeit eine neue Dynamik. Dabei wird das Recht auf Reparatur eine zentrale Rolle einnehmen, um die Lebensdauer eines Produktes zu verlängern. Recycelte Materialien … … spielen eine herausragende Rolle, wenn weniger Neumaterial in den Kreislauf aufgenommen werden soll. Auch die Wiedergewinnung von Materialien ohne Qualitätseinbußen sei bei der Etablierung neuer Geschäftsmodelle von immenser Bedeutung. Endkunden werden langfristig den ökologischen Fußabdruck eines Produktes beurteilen wollen und benötigten dazu gut aufbereitete Informationen. Recycling müsse künftig bereits beim Herstellungsprozess eines Produktes Beachtung finden, betont Christian Haeser. Ziel sollte es sein, mittels eines möglichst geringen Anteiles an Neumaterial die Lebensdauer zu verlängern. Der digitale Produktpass, mit dem über digitale und standardisierte Informationen der nächste Schritt gemacht wird, unterstütze langfristig die Kreislaufwirtschaft.

Gemeinsam zu einer stärkeren Lobby „Notwendig ist eine gemeinsame Interessenvertretung von Möbelindustrie und Möbelhandel, in der diese auf Augenhöhe miteinander zusammen­ arbeiten“, BVDM-Präsident Markus Meyer rief alle in der Branche Aktiven auf, sich dieser Initiative anzuschließen. Am 27. September 2022 habe ein Gespräch zwischen Repräsentanten des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, der Holzwerkstoffindustrie und des BVDM mit Vertretern diverser Ministerien stattgefunden. Ziel sei gewesen, diese zu informieren und zu sensibilisieren. Thematisiert worden waren u.a. auch das Lieferkettensorgfaltsgesetz oder die Kreislaufwirtschaft, Themen, die die gesamte Branche betreffen. Auf Anregung der Politiker solle nun, um alle Partikular-Interessen der Branche bei Gesetzgebungsprozessen und Planungen in den Ministerien zu berücksichtigen, eine gemeinsame Interessenvertretung von Möbelindustrie und Möbelhandel entstehen. Eine Interessenvertretung, wie es sie in der Branche noch nie gegeben habe, mit der Aufgabe diese in Berlin und Brüssel zu stärken. Apropos Lobby, um nationales und internationales Interesse für Möbel Made in Germany zu generieren, setzt der BVDM weiterhin auf imm cologne und LivingKitchen. Besonders hervorzuheben sei die imm Spring Edition, die vom 4. bis 7. Juni 2023 auf dem Kölner Messegelände stattfindet. Laut Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse, haben sich an diesem neuen Konzept keine Küchenmöbel­ hersteller beteiligt. Die imm 2024, die wieder im Januar stattfinden wird, plane man mit einer LivingKitchen. Der BVDM ist der festen Überzeugung, dass nur eine stabile und starke Messewirtschaft der Garant für www.hwb.online ein erfolgreiches B2B- und B2C-Business sein kann. ANZEIGE

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küche + architektur | 7


Architektur + Trend

Architektur, Küche und Raum Architekt Karl Kaffenberger im Gespräch mit Stefan Waldenmaier, Vorstandsvorsitzender der Leicht AG

Grundrisse entstehen als Symbiose zwischen den Wünschen des ­Bauherren und den Erfordernissen moderner Architektur, umgesetzt durch versierte Architekten. Oft kommt erst danach die Innenarchitektur zum Tragen. Karl Kaffenberger und sein Team aus Architekten und Innenarchitekten setzen sich mit dieser Thematik auseinander und realisieren in Kooperation mit erprobten Handwerkern Projekte, in denen Architektur und Innenarchitektur zur Einheit werden. Auch die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude gehört zum Portfolio von Karl Kaffenberger. In seinen Büros in Erbach und Darmstadt entstehen unter der Prämisse des nachhaltigen und gesunden Bauens Pläne für moderne Immobilien im privaten wie im gewerblichen Bereich.

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Architektur + Trend

U

nieren“, gibt Stefan Waldenmaier zu bedenken und ergänzt: „Philosophisch gesehen könnte man den nachhaltigen Grundgedanken einer Küche auch auf die Konsumenten projizieren. Würden diese, anstatt vorgefertigte Nahrungsmittel zu konsumieren mehr kochen, könnten sie noch stärker zur Nachhaltigkeit beitragen, da der gesamte Prozess der Herstellung von Convenience-Produkten inklusive Verpackung und Versand dann entfiele.“ Eine These, die Karl Kaffenberger nur unterstützen kann: „Hier kann wirklich jeder zu mehr Nachhaltigkeit beitragen, noch dazu, wenn man beim Kochen regionale Produkte verwendet.“ „Was unsere Werkstoffe anbelangt, so stammen die von uns eingesetzten, in Europa verarbeiteten Spanplatten prinzipiell aus nachhaltigem und zertifiziertem Anbau. PFC-, FSC-Zertifizierungen, hinter denen WWF, Greenpeace oder NABU stehen. Bei den Lizenzgebern dieser Label handelt es sich um NGOs (non-governmental organizations), zu deutsch: gemeinnützige Organisationen, die nicht von einer Regierung gelenkt werden. Zudem setzen die Holzwerkstoff-Anbieter verstärkter denn je auf Altholz. Um sie dem Produktionskreislauf wieder zuzuführen, müssen nur Kunststoffkanten entweder geschreddert oder thermisch recycelt werden.“ „Ähnlich ist das auch mit dem als Dämm-Material eingesetzten Styropor“, wirft Karl Kaffenberger ein. Auch das muss, im Falle einer Entsorgung, verbrannt werden.

Fotos: Karl Kaffenberger

m seine Bauherren optimal beraten zu können, informiert sich der sympathische Hesse auch bei Herstellern, die seine Philosophie der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Immobilien teilen. Wir begleiten Karl Kaffenberger bei seinem Besuch bei Leicht Küchen in Waldstetten, ein Hersteller, dessen Auftritt ihm schon lange ins Auge sticht: „Ich folge Leicht Küchen u.a. auch auf Instagram. Die Darstellungsform der Marke mit ihrer architektonischen Ausrichtung spricht mich an, umso gespannter bin ich auf den Showroom.“ Karl Kaffenberger zeigt sich angetan von der Präsentation der Exponate und den vorgestellten Materialien sowie deren exzellenten Verarbeitung, die deckenhohen Türen, die funktionale und leichtgängige Technik. Besonders überzeugt haben den Ästheten die keramischen Fronten und das durchlaufende Furnierbild. Ganz zu schweigen von der hier dargebotenen Maßvariabilität. Summa summarum entsprechen Handschrift und Qualität des Markenherstellers dem, was der dynamische Architekt selbst mit seinem Anspruch an Design, Qualität, zeitloser Ästhetik, Funktionalität und natürlich auch Langlebigkeit verkörpert. „Die Nachhaltigkeit unserer Küchen ist in jedem Fall gegeben, sowohl was die eingesetzten Materialien anbelangt, als auch in puncto Langlebigkeit. Schauen Sie sich im Vergleich dazu die Nutzungsdauer eines iPhone an, so reicht diese bei weitem nicht an die unserer Möbel heran, da zu einem gewissen Zeitpunkt die Updates nicht mehr funktio-

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Architektur + Trend

Die Kreislaufwirtschaft geht an keiner Branche und keinem Gewerk vorbei. „Für eine energieeffiziente Bauweise spielen die eingesetzten Bauteile, die Rohstoffe und die zum Bauen verwendete Energie eine wichtige Rolle. Eine in den letzten Jahren neu hinzugekommene Herausforderung für uns Architekten ist es, neben der Energieeffizienz in Planung und Bauausführung auch auf die Materialeffizienz der eingesetzten Konstruktionen und Bauteile zu achten – und zwar unabhängig davon, ob es um Neubau, Sanierung oder Umbau geht.“ Schnell stellt man fest: Es gibt mehr Parallelen zwischen Möbelproduzenten und Architekten als man denkt: Architektur und Innenarchitektur als Einheit „Ich sehe die Beziehung zwischen Architektur und Innenarchitektur als eine Symbiose. Aus diesem Grund gehören unserem Architektenteam auch Innenarchitekten an. Natürlich habe ich selbst ebenfalls die eine oder andere Küche geplant. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich, wie wahrscheinlich viele meiner Architektenkollegen auch, extrem schlicht und zurückhaltend plane. Unsere Innenarchitekten sorgen dafür, dass die architektonische Linie in der Innenarchitektur immer wieder anders interpretiert und intensiver auf die Belange des Bauherren zugeschnitten wird. Was natürlich auch viel modischer sein darf, denn eine Tapete oder Wandfarbe zum Beispiel lässt sich zu jeder Zeit mühelos verändern. Das gilt auch für Deko-Artikel. Dementgegen muss ich mit meiner Architektur den großen Rahmen und somit ein Stück weit auch die Bühne schaffen, für das was drinnen passiert und eine individuelle Wohnlichkeit möglich macht. Der Anspruch unseres Architekturbüros besteht darin, unsere Bauherren ganzheitlich zu beraten. Und wir sind froh darüber, für Bauherren arbeiten zu dürfen, die diesen ganzheitlichen Ansatz mit uns teilen.“ „Diese ganzheitliche Ausrichtung verstehen wir bei Leicht darin, Material- und Farbkontext sowie Formalien von außen auch nach innen zu übertragen“, schildert Stefan Waldenmaier die Philosophie von Leicht und findet bei Karl Kaffenberger durchaus Zustimmung: „Wir gehen hier sogar noch einen Schritt weiter und binden auch die Umgebung der Immobilie, sprich die Natur, mit in die Innenarchitektur ein. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt, indem wir die Innenarchitektur ein Stück weit nach außen tragen. So zieht sich die kleine Treppenanlage auch schon einmal vom Wohnraum nach draußen oder die keramische Innenwand in Natursteinoptik findet sich auch außen wieder. Lichtgestaltung ist dabei ebenso ein bedeutendes Element. Für uns ist es wichtig, eine Verknüpfung von Außen und Innen bzw. ein fugenloses Gesamtbild im Sinne unserer Bauherren zu realisieren.“ Aber ... 10 | küche + architektur

... welchen Stellenwert hat die Planung der Küche ... ... in diesem Kontext? „Die Küche hat für uns eine Sonderstellung. Wenn eine Küche gut integriert werden soll, dann ist sie auf jeden Fall funktionaler Bestandteil der Architektur“, betont Karl Kaffenberger. „Das gilt insbesondere dann, wenn Wohnraum begrenzter ist. Wenn wir als Architekturbüro uns mit den Linien und Fluchten beschäftigen, wird die Küche bereits in die Innenraumgestaltung unter Berücksichtigung der notwendigen Proportionen und Abstände mit eingeplant. Denn im Nachhinein lässt sich das meist nicht mehr optimal richten. Bei offenen, großzügigen Wohnraumplanungen lässt sich die Küchenplanung vielleicht auch im Nachhinein noch optimieren, dennoch ist es auch hier empfehlenswert, die Küche von Anfang an mitzuplanen. Die repräsentative Küche kann entweder durch einen Hauswirtschaftsraum oder oft auch durch eine Funktionsküche im Hintergrund ergänzt werden. Unterstützend wirkt dabei der steigende Anteil an hohen Schränken, die als deckenhohe Version oder integriert in den Trockenbau an Massivität verlieren und sich harmonisch in die Innenarchitektur einfügen. Hinter ihren Türen verbergen sich dann meist hochwertigste Einbaugeräte, die man zwar hat, aber nur bei Bedarf zeigt. Zu guter Letzt sollte jede Planung ihren Nutzer zufriedenstellen. Unsere Bauherren sind hart arbeitende Menschen, und sollten in ihrem Zuhause Ruhe finden und sich nicht über unpraktische räumliche Gegebenheiten ärgern müssen.“ Eine Sichtweise, die ganz im Sinne von Stefan Waldenmaier ist, der die Marke Leicht nicht umsonst als Architekturmarke etabliert hat: „Ruhe, Eleganz, Zeitlosigkeit und Harmonie sind Werte, die man in seinem Zuhause gerne für sich in Anspruch nimmt. Die Küche hat sich im Laufe der letzten Jahre weiterentwickelt – von einem rein funktionalen Raum hin zu einem repräsentativen wohnlichen Einrichtungsbereich. Bedingt durch offene Raumlösungen ist die Küche integrativer Bestandteil des Ganzen. Dennoch sieht es in der Praxis anders aus. Aus unserer Erfahrung arbeiten heute zahlreiche Architekten und Küchenplaner Hand in Hand, aber nur bis zu einem gewissen Grad“, weiß Stefan Waldenmaier. „In 90 Prozent dieser Kooperationen erhalten unsere Handelspartner von den Bauherren den Plan des Architekten und setzen dann die Konzeption der Küche auf einer vorgegebenen Fläche entsprechend um. Nach einiger Zeit fragen die Architekten bei uns als Hersteller den Installationsplan an, um festlegen zu können, wohin die entsprechenden Anschlüsse für Strom, Wasser etc. gelegt werden müssen.“ „Erfahrungsgemäß geht das Gros meiner Architektenkollegen den Weg einer ganzheitlichen architektonischen und innenarchitektoni-


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vorgestaltet und dann von Dienstleistern entsprechend ausplanen lässt. In Deutschland spielt der Architekt für uns als Hersteller beim Verkauf eine eher untergeordnete Rolle. Nur wenige Bauherren wenden sich mit dem Wunsch einer ganzheitlichen Planung an ein Architekturbüro. Diese Klientel sucht dann aber auch das Besondere. Für uns liegt die Herausforderung darin, sowohl die Architekten als auch die Bauherren, die ganzheitlich denken, zu finden und sie über unsere Leistungsfähigkeit zu informieren und gemeinsam mit unseren Handelspartnern zufriedenzustellen.“

schen Ausrichtung nicht mit“, bekennt Karl Kaffenberger. „Das hängt auch damit zusammen, dass nicht jeder Bauherr dieses Mehr an Service honoriert. Die Qualität der Planung obliegt dann einzig und allein der Kompetenz des Küchenbauers. Wir selbst arbeiten hin und wieder mit einem Küchenplaner zusammen, der sich rein der Kooperation mit Architekten verschrieben hat und wirklich exklusive Einrichtungen in exklusiven Materialien plant und umsetzt. Wir sprechen nicht nur die gleiche Sprache, sondern er versteht es auch hervorragend mit unserer Klientel umzugehen.“

Eine gute Planung lebt aus einer Mischung aus ­Homogenität und Individualität „Es ist immer unser Ansatz, homogen zu gestalten“, hebt Karl Kaffenberger auch aus seiner Sicht der Dinge hervor: „Reine ruhige Grundlinien bilden die Basis. Durch die Ideen unserer Innenarchitekten aber auch durch die Wünsche der Bauherren werden und dürfen diese aber durchaus auch einmal aufgebrochen werden. Letztendlich geht es um

Der Architekt ist Berater, kein Verkäufer „Ein freier Architekt darf nichts verkaufen, er darf nur beraten“, unterstreicht Karl Kaffenberger. „Im Gegensatz zur Möbelindustrie haben es Markenhersteller aus allen Bereichen der Bauindustrie, wie z.B. auch die Armaturenhersteller, es seit Jahren verstanden, die Architekten kontinuierlich über ihre Produkte zu informieren, was folglich von deren Seite auch zu Weiterempfehlungen führt. Natürlich muss der Architekt seine Empfehlungen auch begründen können. Dieser Ansatz gilt auch für die Küche: Ziel muss es sein, ein gestaltetes Objekt zu realisieren, das mehr bietet als die reine Funktionalität.“ „Womit wir wieder bei dem Thema Durchgängigkeit und Gesamtkonzept wären“, stellt Stefan Waldenmaier fest. „Unsere Vielfalt an Materialien, Farben, Designs und Schranktypen sowie die Möglichkeit, diese sehr breit einsetzen zu können, sollte dem mit uns arbeitenden Gestalter offenbaren, dass es mit uns möglich ist, Häuser durchgängig zu planen. Wir haben Partner, die diese Klaviatur zu spielen verstehen. Teilweise in der Schweiz, ganz bestimmt aber in Spanien, Russland, in den USA oder Asien läuft der Verkauf ausschließlich über den Architekten, der das Projekt konzeptionell küche + architektur | 11


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Individualität. Während früher jeder Raum ein anderes Thema bespielte, sind die Übergänge zwischen den einzelnen Funktionszonen heute eher fließend. Das ist im Übrigen auch unser architektonischer Stil, der bei den Bauherren, die mit uns zusammenarbeiten, gut ankommt. In den meisten Fällen decken sich die stilistischen Ansprüche von Bauträger und Architekt. Aber natürlich haben unsere Bauherren auch eigene Ideen, die wir in unsere Planung mit einfließen lassen. Unsere Innenarchitekten sind dabei sehr wertvoll für uns und unterstützen uns dabei.“ Grundsätzlich jedoch hält der sympathische Architekt an einer These fest: „Eine innenarchitektonisch gestaltete Küche benötigt keine Eckschränke.“ Das gilt nach seinen Erfahrungen auch für kernsanierte Objekte.

Keramik innen wie auSSen Doch zurück zur Küche: Für sie, da sind sich beide Herren einig, spielt es letztendlich keine Rolle, ob sie ihren Platz in einem Neubau oder in einem Altbau findet. Bereits während unseres Rundgangs durch den Showroom wird die Affinität des Architekten für das Material Keramik deutlich, das Leicht in einem der großzügigen Exponate zelebriert: „Ich bin sehr angetan von den großen, dünnen Keramikplatten. Wir setzen vor allem die sechs oder sieben Millimeterplatten gerne im Bad, aber auch in der Küche ein. Die Platten sind vom Gewicht her moderat, lassen sich gut verarbeiten und man hat eine qualitative Oberfläche, die fast alles mitmacht. Und der optische Effekt dieser Platten als Bestandteil von Möbeln ist, gerade wenn das Ganze auf Gehrung gearbeitet ist, sensationell.“ Foto: Leicht Küchen

Kernsanierungen sind interessante Herausforderungen „In den Küchenraum eines 60er-,70er- oder 80er-Jahre Baus passt heute oftmals gerade so die Garderobe. Deshalb nehmen unsere Bauherren wirklich Kapital in die Hand, um die eine oder andere Wand „einzureißen“, einen Sturz einzubauen und Räume offen zu gestalten. Selbst in denkmalgeschützte Immobilien werden je nach Kundenwunsch hochmoderne Küchen eingebaut.“ Als Beispiel gewährt uns der Architekt Einblick in eines seiner aktuellen Sanierungsobjekte, eine kernsanierte Gründerzeitvilla im Taunus mit Wellnessbereich und gleich zwei charakteristischen Küchen, Indoor und Outdoor. Den Mittelpunkt der Indoor-Küche bildet ein vier Meter langer Corian-Block mit durchgehender Arbeitsplatte. Die Geräte wurden in das Mauerwerk eingelassen. Die moderne Ausstattung steht in Kontrast zu den 120 Jahre alten Stahl-Schiebefenstern, aber gerade dies macht den Charme aus.“ Die überdachte Terrasse der Villa im Taunus veredelt eine OutdoorKüche aus Faserbeton: „Ein Material, das zwar schwer ist, sich jedoch

immer noch zu Viert tragen lässt“, erläutert Karl Kaffenberger. Ein Blick auf die Sauna lässt erkennen, dass auch in diesem Bereich vertikale Holzstrukturen Einzug halten. Angrenzend ein stattlicher Swimming-Pool – große Fenster fluten den Pool-Bereich mit Tageslicht und ermöglichen einen beeindruckenden Ausblick auf den Taunus. „Ohne die entsprechenden kompetenten Handwerker könnten wir solche Projekte nicht realisieren“, weiß Karl Kaffenberger aus Erfahrung. „Sanierungen sind von Grund auf wesentlich anspruchsvoller als ein Neubau, da man mit einer vorgegebenen Struktur arbeiten muss. Zudem ist meist alles neu zu vermessen, denn oft stimmen die alten Pläne nicht. Im Falle der Taunus-Villa ist unser Bauherr ein absoluter Purist, der es sehr hell liebt. Dieser Wunsch wurde von uns natürlich auch realisiert. Allerdings erlaubt es der Denkmalschutz nicht, das rustikale dunkle Treppenhaus des Kulturdenkmals hell zu gestalten. Kernsanierungen sind selten zu einhundert Prozent kalkulierbar“, weiß der Architekt. „Denn hinter die alten Fassaden zu blicken, ist erst während der Sanierung möglich.“

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Fotos: Leicht Küchen

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„Das sehen wir ganz genauso“, unterstreicht Stefan Waldenmaier. „Deshalb arbeiten wir sehr eng mit einem auf die Herstellung und Verarbeitung spezialisierten Vorlieferanten zusammen, mit dem wir gemeinsam unsere Produkte realisieren. Bei der Verarbeitung keramischer Fronten und Arbeitsplatten müssen wir letztendlich eine hohe Maßvarianz gewährleisten, die in unsere Prozessabwicklung eingespielt wird, was mit einem entsprechenden Aufwand verbunden ist, sich aber mit der Zufriedenheit unserer Kunden bezahlt macht. Wir wollen die Räume schöner machen, und mit je mehr Architekten und guten Planern wir zusammenarbeiten, desto mehr Bauherren können wir gemeinsam zufriedenstellen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Trends zu setzen, indem wir herausragende Dinge leisten, die dann in Folge beim Käufer einen zweiten und dritten Impuls auslösen.“ „Leicht ist in Print- und Online-Medien extrem gut platziert und zeigt sich hier nicht umsonst als die Architekturmarke“, so die Wahrnehmung von Karl Kaffenberger. „Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben. Die Stilistik, die wir prägen, findet eine ganz bestimmte Gruppe an Interessenten. Wir sind kein Hersteller für den Massenmarkt. Leicht hat sich ein Profil erarbeitet, an dem sich unsere Kunden orientieren können. Nach meiner Ansicht ist gerade in schwierigen Zeiten nichts schlimmer als Profillosigkeit.“ Wichtig ist die Deckungsgleichheit zwischen dem Anspruch, den man artikuliert, und der Leistung, die geliefert wird, da sind sich Architekt und Markenhersteller einig. Der architektonische und innenarchitektonische MaSSanzug Und auch in diesem Punkt korrespondieren die Aussagen der Gesprächspartner: „Eine gute Planung entspricht einem Maßanzug“, stellt Karl Kaffenberger die Analogie her. „In der Regel weiß jemand, der sich ein entsprechendes Haus leisten kann, wer er ist und was er will. Das spiegelt sich dann auch in der Architektur und in der Innenarchitektur wider. Für eine Architekturmarke wäre es der falsche Weg zu sagen, hier setze ich die Echtholzfronten ein, und biete andererseits gleichzeitig, um auch das Einstiegssegment bedienen zu können, die Kunststofffronten an. Ich für meinen Teil versuche, meine Bauherren hinsichtlich der eingesetzten Werkstoffe immer auf den Mehrwert des einen oder anderen Materials hinzuweisen. Nichts ist schlimmer als an der falschen Stelle zu sparen.“ „Es werden Jahr für Jahr weniger Wohnungen und Häuser gebaut, als Küchen verkauft. D.h. unsere Küchen gehen überwiegend bereits in den Bestandsbau“, argumentiert Stefan Waldenmaier. „Das war schon immer so, und wird dadurch, dass der Rohbau so

teuer geworden ist, noch forciert. Es ist noch nicht so lange her, da machte der Rohbau 30 Prozent des Bauvorhabens aus. Heute liegt der Anteil daran bei zwischen 45 und 50 Prozent. Deshalb sollte man sich grundsätzlich überlegen, falls Bestände vorhanden sind, zu eruieren, ob sich mit einem moderaten Aufwand eine Grundstruktur realisieren lässt, die dem heutigen Anspruch genügt. Wenn die 27 cm dicke Poren-Beton-Wand in Ordnung ist, ist es nicht unbedingt erforderlich, sie mit Styropor zu verkleiden. Ausgestattet mit neuen Fenstern und einem entsprechenden Dach lassen sich trotz vorhandener Ölheizung bereits sehr gute Energie-Effizienz-Werte erreichen“, versichert der erfahrene Architekt. Konzentration auf wenige, ausgesuchte Partner „Wir gehen natürlich auch ins Detail und übernehmen für unsere Bauherren auf Wunsch etwa die gesamte Lichtplanung inklusive Bemusterung der zum Einsatz kommenden Leuchten. Architekten sind eigentlich Generalisten“, betont Karl Kaffenberger. „Wir wissen von allem ein bisschen. Aber ich liebe es, ein Gesamtkonzept zu erstellen und bin immer bereit, mich mit unterschiedlichen Gewerken und Produkten auseinanderzusetzen und mich, im Sinne der Bauherren, einzuarbeiten. Gemeinsam mit unseren Innenarchitekten gelingt es uns bis dato, unsere Auftraggeber auch hinsichtlich der Beleuchtung sowohl funktional als auch in puncto Design rational und emotional zu überzeugen, auch wenn wir uns dabei auf gewisse Produkte konzentrieren.“ „Bei unseren Kunden aus dem qualifizierten Küchenfachhandel ist das ganz ähnlich“, stellt Stefan Waldenmaier fest. „Noch vor einigen Jahre arbeitete ein Fachgeschäft mit mindestens fünf Küchenmöbelherstellern und mehreren Elektrogeräte- bzw. Zubehörherstellern zusammen, mit denen sie eine gewisse Stilrichtung abdeckten. Heute konzentriert man sich meist auf jeweils zwei Lieferantenpartner. Das Produktportfolio der einzelnen Hersteller ist sehr vielseitig und sehr komplex. Heute ist nahezu alles möglich. Unsere Preisliste mit den darin enthaltenen Bestelltypen dient der Vereinfachung der Bestellung. Wird eine hier nicht aufgeführte Type benötigt, erhalten wir vom Kunden die Maße und fertigen sie. Der wesentliche Aspekt für den regen Zuspruch sind die Linienführungen und Proportionen. Unsere Architekten haben sowohl in der Horizontalen die durchlaufende Fuge als auch in der Vertikalen eine proportionale symmetrische Fugenaufteilung umgesetzt bis hin zu den integrierten Regalen und Glasvitrinen – alles folgt einem klar definierten, nüchternen Raster.“ „... oder eben reinen, ruhigen Grundlinien, die die Homogenität gewww.karlkaffenberger.de währleisten“, ergänzt Karl Kaffenberger. küche + architektur | 13


Fotos: Rempp Küchen

Architektur + Trend

Zeitlos elegant Auf Maß gefertigt wie ein edler Nadelstreifenanzug: Mit dem Modell Esbo Königseiche natur greift Rempp Küchen einen der aktuellen Oberflächentrends auf.

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as haben Mode und Möbeltrends gemeinsam? Was einmal up to date war, feiert häufig früher oder später ein Comeback. So auch die gute alte Lamellenfront aus den Siebzigern, die aktuell bezeugt: Zeitlose Eleganz kommt eben nie aus der Mode. Spätestens seit der Eurocucina im vergangenen Jahr zieht sich das edle Rillenfurnier wie ein roter Faden durch alle Wohnbereiche. Ob in der Küche, im Wohnzimmer oder im Bad, die Rillenfront mit vertikaler Lamellenstruktur setzt zeitlose Oberflächenakzente und verbreitet wohnlichen Charme par excellence. Elegant und feingliedrig präsentiert sich die vertikal strukturierte Furnierfront des Modells Esbo Königseiche natur. Ihr gleichmäßiges Lamellenraster erhalten Fronten und Nischen in einem aufwendigen Herstellungsprozess: In eine furnierte MDF-Platte werden die Rillen bis auf das MDF eingefräst. Hier zeigt sich die hohe Oberflächenkompetenz von Rempp Küchen. Den edlen Lamellen-Look kombiniert der Küchenhersteller mit einer markanten Porzellankeramik-Front. Einen besonderen Eyecatcher bildet die brillant glänzende Acrylkante: bündig verschliffen mit der Front verleiht sie der Planung eine besonders exklusive Note. Rempp-kuechen.de


Unternehmen + Köpfe

Hettich – heute für morgen denken und handeln

Fotos: Hettich

Im Gespräch mit Uwe Kreidel, Geschäftsführer Hettich

„Wir blicken auf zwei außergewöhnliche Jahre zurück“, betont Uwe Kreidel, Geschäftsführer Hettich. Wir sprechen mit dem versierten Branchenkenner und Manager nur wenige Wochen vor der internationalen Leitmesse der Zulieferindustrie. „Den vorliegenden Anmeldungen zufolge können wir sogar mit mehr Besuchern rechnen als erwartet. Wir freuen uns bereits sehr auf die erste physische Interzum nach der Pandemie!“

I

n welcher Relation die Anzahl der Messebesucher zu der des Jahres 2019 stehen wird, bleibt natürlich noch abzuwarten. Uwe Kreidel zeigt sich zuversichtlich. Im Geschäftsjahr 2022 ist das innovative Familienunternehmen in allen relevanten Geschäftsbereichen gewachsen, wobei sich die Bereiche Küche und Elektrogeräte besonders positiv entwickelten. In den kommenden Jahren sollen zusätzliche Innovationen zum Erfolg des Global Players beitragen. Uwe Kreidel: Wir laden unsere Kunden in diesem Jahr dazu ein, Hettich neu zu erleben. Unser Standbau gestaltet sich großzügig und offen. Das bietet unseren Besuchern Raum, um die Exponate auf sich wirken zu lassen. Unsere Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen. Im Sinne unserer Kunden konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Neuheiten aus unserem Hause. Unsere magischen Einrichtungslösungen für alle Bereiche des Lebens, also Küche, Bad, Wohnen, Schlafen, Arbeiten und Outdoor-Living, sollen überzeugen und begeistern. Und ich kann bereits heute versprechen, dass einige Produktpremieren zu sehen sein werden. So präsentieren wir auf einer Sonderfläche eine Innovation, die eine neue Dynamik in alle hochwertigen Möbelwelten bringt. Wir sind davon überzeugt, dass diese Entwicklung von unseren Kunden als eine wirkliche Neuheit wahrgenommen wird, da es derzeit noch nichts Vergleichbares am Markt gibt. Es ist ein Produkt, mit dem sich der anhaltende Trend der Individualisierung ungebrochen bedienen lässt.

Eine Entwicklung, die eine entsprechende Design­freiheit und damit auch eine kundenindividuelle Umsetzung zulässt und in der Verarbeitung und der Konstruktion neue Möglichkeiten bietet. Angesiedelt im Premium-Segment können sich sowohl unsere Partner in der Möbelherstellung als auch deren Kunden mit dieser Innovation profilieren. Sie sehen Ihre Aufgabe auch darin, Produkte zu entwickeln, die die Raumgestaltung flexibel machen, bzw. die es erlauben, Räume zu teilen oder bestimmte Funktionen dann frei zu ge­ ben, wenn man sie braucht. In dieser innenarchitektonischen Ausrichtung liegt sicher noch sehr viel Potenzial? Uwe Kreidel: Durchaus. Die Zeiten, in denen Funktionen gewissen Räumen zugeteilt wurden, sind vorbei. Küche, Essen und Wohnen bilden heute in den meisten Privathaushalten eine starke, ineinander übergehende Einheit, die den Lebensmittelpunkt ausmacht. Diesem Megatrend tragen wir auch mit unseren Produktentwicklungen Rechnung. So durch unsere Schiebetür- und Raumtrennsysteme, die nicht mehr an einen Korpus gebunden sind und damit neue Raumlösungen ermöglichen. Falten und Schieben wird generell mehr nachgefragt, da diese Beschläge zum einen ein emotionales Öffnungserlebnis vermittelt und zum anderen dazu beitragen, Staugut und Technik oder sogar ein ganzes Homeoffice in offenen Raumlösungen so verbergen zu können, dass der wohnliche, aufgeräumte Charakter des Raums erhalten bleibt. küche + architektur | 15


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