Ausgabe 2/2022 · 10. Jahrgang · www.kuecheundarchitektur.de
Das Magazin für professionelles Einrichten
Die Zukunft wird smarter · Küchenspezialisten: „Nachfrage nach smarten Geräten wird wachsen.“ Vom Einhebelmischer zum smarten Trinkwassersystem · Multifunktionale Armaturen liegen im Trend Differenzierung in der Küche · Küchenprofis bieten mehr als industriellen Standard
Die Verbundgruppe führender Küchenspezialisten in Europa
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DER KREIS Einkaufsgesellschaft für Küche & Wohnen mbH & Co. KG · Mollenbachstraße 2 · 71229 Leonberg · www.derkreis.de
EDITORIAL
Zwischen Licht und Schatten
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ie aktuelle Studien bestätigen, steht die Hälfte der Deutschen der steigenden Inflation besorgt gegenüber. Dabei gehen die Verbraucher sehr unterschiedlich mit dem drohenden Damoklesschwert um. Die Einen nehmen sich vor, beim Lebensmittel-, beim Konsumgütereinkauf oder am Urlaub zu sparen. Andere stellen die Erfordernis größerer Rücklagen für die Altersvorsorge in Frage. Der Küchenfachhandel ist davon derzeit noch nicht betroffen. Vielmehr scheint es, dass die Verbraucher versuchen, noch einmal richtig zu investieren, ehe alles noch teurer wird. Dementsprechend hat das Gros der Küchenfachgeschäfte nach wie vor gut zu tun. Auch von Industrieseite kommen in puncto Auftragseingang keine Klagen. Noch immer investieren die Menschen in die eigenen vier Wände und hier insbesondere in neue Küchen. Und das trotz der durch Lieferengpässe bedingten Wartezeiten von zwölf Wochen und mehr und trotz kontinuierlich steigender Preise. Bereits im März haben die deutschen Erzeugerpreise mit 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen neuen Höchstwert erreicht. Was die Energiepreise anbelangt, erinnern sie ein wenig an die Ölpreiskrise der siebziger Jahre, die zwar auch zu einem Anstieg der industriellen Erzeugerpreise geführt hatten, bei weitem jedoch nicht in einem Ausmaß wie es derzeit der Fall ist. Aktuell ist der Inflationsschub deutlich breiter. Der deutsche Erzeugerpreis für Erdgas hat sich mittlerweile vervierfacht. Die Erzeugerpreise von Nahrungsmitteln stiegen allein im Februar um über zehn Prozent. Holz ist knapp 50 Prozent teurer, bei Papier und Pappe liegen die Raten im Vorjahresvergleich, wie bei chemischen Erzeugnissen, über 26 Prozent. Für Metalle müssen im Durchschnitt 36 Prozent mehr bezahlt werden.
Möbel sind um rund 8,6 Prozent teurer geworden. Das Ende der Fahnenstange dürfte noch nicht erreicht sein. Derzeit liegen die Prognosen der Banken, was die Entwicklung der Verbraucherpreise betrifft, für das laufende Jahr zwischen sechs und sieben Prozent. Sollte sich der Konflikt zwischen dem Westen und Russland allerdings verschärfen, könnten die Werte deutlich steigen, was den Druck auf die Realeinkommen der privaten Haushalte erhöhen würde. Die hohen Inflationsraten haben das Potenzial, das Einkaufsverhalten ebenso stark zu verändern, wie es zuvor Corona getan hat. So wird künftig auch der Preis bei den Verbrauchern die Kaufentscheidung wesentlich stärker be einflussen. Zahlreiche Bauherren, die den Baubeginn ihres neuen Eigenheimes noch verschieben können, tun das im Moment. Das Gleiche gilt für nicht unbedingt sofort erforderliche Renovierungen. Dementsprechend verzögert sich auch die Anschaffung von Mobiliar. Eine Entwicklung, die
YVONNE DAVY Chefredakteurin
Zahlreiche Bauherren, die den Baubeginn ihres neuen Eigenheimes noch verschieben können, tun das im Moment. Das Gleiche gilt für nicht unbedingt sofort erforderliche Renovierungen. Dementsprechend verzögert sich auch die Anschaffung von Mobiliar. Eine Entwicklung, die voraussichtlich im kommenden Jahr zu Buche schlagen wird. voraussichtlich im kommenden Jahr zu Buche schlagen wird. Investiert werden könnte jedoch noch verstärkter in den Erwerb von Immobilien. Neben Aktienfonds ist Betongold wohl am sichersten, um sein Geld langfristig anzulegen. Küchen als integrativer Bestandteil des Interieurs werden dabei weiter gefragt sein.
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Foto: Samsung
SO SMART KANN KÜHLEN SEIN: Ab jetzt erhältlich sind die neuen Samsung Side-by-Side-Modelle der Serie RS8000. Sie verfügen über ein Fassungsver mögen von 634 Liter und überzeugen ebenso in puncto Komfort und Energieverbrauch wie durch ihre modernen Ausstattungen. Die Food Showcase-Tür ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf bevorzugte Snacks im Kühlschrank, während das Beverage Center™ mit eingebautem Auto-Fill Pitcher für eine erfrischende Abkühlung sorgt. Für eine drahtlose Ver netzung mit der smarten Wohnumgebung sind einige der RS8000 Sideby-Side-Modelle mit einem integrierten Empfänger ausgestattet und somit WiFi-fähig. www.samsung.com/de
1 Zwischen Licht und Schatten Editorial
4 Preiserhöhungen und Teuerungsraten dominieren den Markt Interview mit Andreas Wagner, Rotpunkt Küchen
7 Exklusivität mit Bodenhaftung Rempp Küchen
12 Differenzierung in der Küche Küchenprofis bieten mehr als industriellen Standard
17 Deutschlands Kundenliebling Life & Living Award – Nolte Küchen mit an der Spitze
18 Die Zukunft wird smarter Küchenspezialisten: „Nachfrage nach smarten Geräten wird wachsen.“
22 Smart Home: gekommen um zu bleiben Samsung
24 Erlebnis, Komfort und Zeitersparnis Oranier
2 | küche + architektur
25 Smartness mit Fokus auf den Konsumenten Beko und Grundig
26 Smarte Lösungen für jeden Bedarf Miele
28 Im Fokus steht der Anwendungs komfort für den Konsumenten Bauknecht
29 Erfrischend smart Samsung Side-by-Side Kühlschränke der Serie RS8000 mit zwei neuen Features
30 Home Connect: offene Smartness Bosch
32 Nachfrage nach vernetzten Ge räten wächst Liebherr
33 Expertise hoch zwei Oranier und Sebastian Lege: Mission Leibspeise
34 Be functional, Be individual, Be smart, Bespoke, …
37 Premiumqualität par excellence V-Zug setzt mit der „Excellence Line“ neue Maßstäbe
Impressum VERLAG: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-1 · Fax 0711/5206-300 www.fachschriften-verlag.de VERLAGSLEITUNG: Tilmann Münch Christian Schikora REDAKTIONSBÜRO: küche+architektur Weißheimerstraße 7 · 67549 Worms
Inhalt 2/2022
HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN: Yvonne Davy Tel. 06241/979708-10 Fax 06241/979708-17 davy@fachschriften.de SOCIAL MEDIA UND ANZEIGENVERKAUF: Angela Weber Tel. 06241/979708-12 weber@fachschriften.de LAYOUT: Simone Steinbrech post@steinbrech-design.de DRUCK: ColorDruck Solutions GmbH Gutenbergstraße 4 · 69181 Leimen
38 Nachhaltiger Trinkgenuss
48 „Wir brennen nachhaltig
mit Designstatement
für unsere Kunden!“
GROHE Blue Home
Systemceram
40 Vom Einhebelmischer zum
50 „Zuviel kann man wohl trinken,
smarten Trinkwassersystem
doch nie trinkt man genug.“
Multifunktionale Armaturen liegen im Trend
(Gotthold Ephraim Lessing)
41 Für Mensch und Umwelt Grohe
42 Für Nachhaltigkeit und mehr Komfort im Alltag Hansgrohe
43 Multifunktionalität im Sinnes des Verbrauchers Franke
44 Alles aus einer Hand, alles an einem Platz Blanco
45 Mehr Komfort am Spülzentrum Das Naber Zubehör-Trio aus Spüle, Armatur und Abfallsammler
46 Erfolgreicher denn je Hansgrohe verzeichnet „erfolgreichstes Geschäftsjahr in der Firmengeschichte“
53 Purismus auf ganzer Linie Die „Arena pure“ Tablare von Kesseböhmer
54 Heute für morgen handeln Hettich steigert Umsatz auf 1,35 Mrd. Euro
59 Innenarchitektur durch Profil Schüco Interior Systems
65 Ausgezeichnete Beschlagtechnologie Mit gleich drei Produkten überzeugte Hettich die Jury des Red Dot Awards 2022
66 „Wir haben uns der Individualität verpflichtet.“ Der Küchenring
68 Die guten Adressen der Branche Visitenkarten
PREISLISTE FÜR ANZEIGEN: zur Zeit Nr. 10, gültig seit 1. 1. 2022 PREIS EINZELHEFT: 10,00 Euro (inkl. Versand und MwSt.) PREIS JAHRESABO: (6 Ausgaben inklusive ePaper) Inland: 53,00 Euro; Ausland: 62,00 Euro (Preise inkl. Versand und MwSt.) ABONNEMENT-SERVICE: Fachschriften-Verlag GmbH & Co. KG Abo-Service Höhenstraße 17 · 70736 Fellbach Tel. 0711/5206-306 Fax 0711/5206-307 abo@fachschriften.de BANKKONTEN: HypoVereinsbank IBAN: DE72 670 201 900 025 059 506 BIC: HYVEDEMM489 Steuer-Nr.: 90492/10407 EG Ust.-Id.Nr.: DE 147321116 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Artikel oder Zuschriften mit Namen des Verfassers stellen die Meinung des Autors, nicht unbedingt die der Redaktion dar. Der FachschriftenVerlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, und im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart. Im Fachschriften-Verlag erscheinen außerdem: Althaus modernisieren, bauen!, Bauen & Renovieren, HausbauHelden, Schwimmbad+Sauna und weitere Sonderhefte für Bauherren und Modernisierer FOTONACHWEISE: Seiten 18-21: dlyastokiv / Adobe Stock
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Preiserhöhungen und Teuerungsraten dominieren den Markt Interview mit Andreas Wagner, Rotpunkt Küchen
Herr Wagner, Rotpunkt Küchen hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Hatten Sie je Angst davor, die durch die Pandemie entstandenen Herausforderungen nicht bewältigen zu können? Andreas Wagner: Angst ist in jedem Fall ein schlechter Berater. Sicherlich haben wir gerade zu Beginn der Pandemie mit Sorge nach vorne gesehen. Die Situation war für uns alle neu und nicht wirklich vorhersehbar. Gemeinsam mit unserem Betriebsrat haben wir uns dann dazu entschlossen, von Beginn an sehr scharfe Maßnahmen zu fassen, um unsere Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb am Laufen zu halten. Die Herausforderungen der Materialbeschaffung sind bis zum heutigen Tage enorm. Auch hier befinden wir uns in einer noch nie dagewesenen Situation. Der Maßnahmen und Aufwände, die nötig sind, um die Materialverfügbarkeit sicherzustellen, sind immens. Aber, um auf Ihre Eingangsfrage zurückzukommen … ANGST hatte ich nie. Wir haben gemeinsam mit größtmöglicher Vorsicht und Umsicht auf die neuen Anforderungen reagiert … und auch situationsbedingt vieles sehr schnell gelernt. Zurzeit beeinflusst der Krieg in der Ukraine unser aller Leben nicht nur psychisch, sondern auch wirtschaftlich. Nach wie vor bestehende Verzögerungen in den globalen Zuliefernetzwerken als Folge der Corona-Pandemie werden dadurch verschärft. Wie beurteilen Sie die Situation? Andreas Wagner: Die Situation ist angespannter als je zuvor. Nachdem sich im Q4/2021 und auch im Januar 2022 bei gleichbleibend hohen Preisen immerhin eine Verbesserung der Material-Verfügbarkeit eingestellt hatte, dachten wir etwas aufatmen zu können. Doch dann kam das Unfassbare, der Krieg in der Ukraine, dessen Folgen sich erneut auf die Warenverfügbarkeit auswirkt. Noch verheerender ist der situative Einfluss auf die Entwicklung der Einkaufspreise unserer Vorlieferanten. Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund der explodierenden Energiepreise die Verfügbarkeit der Materialien nochmals verschärfen wird. Apropos Materialbeschaffung – hier konnte nahezu jeder Industriezweig erkennen, wie abhängig man von verschiedenen Vorlieferanten ist. Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dieser Einsicht? Andreas Wagner: Die Abhängigkeit von Vorlieferanten ist so präsent und sichtbar wie nie zuvor. Unsere seit Jahren gelebte Mehr-Lieferanten-Strategie zahlte sich in den letzten zwei Jahren schon aus. Wir verfolgen diesen Weg konsequent 4 | küche + architektur
UNTERNEHMEN + KÖPFE
Rotpunkt Küchen hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Das inhabergeführte Unternehmen fußt auf soliden finanziellen Grundlagen und erwirtschaftet mit seinen 320 Mitarbeitern und einem sorgfältig abgestimmten Sortiment einen Gesamtumsatz von 87 Millionen Euro. Mit einem Exportanteil von 80 Prozent beliefert der Hersteller hauptsächlich Länder Zentraleuropas. Auch die mit der Pandemie einhergehenden Herausforderungen hat das Rotpunkt-Team gut gemeistert. Mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs steht das Unternehmen – wie viele andere auch – einer wesentlich anders gelagerten Problemstellung gegenüber. Wir sprachen mit Andreas Wagner, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens.
AUSBAU DES STAMMSITZES in Bünde (li.) auf 15.000m². Getmold (re.): Werk seit 1996 mit einer Grundstücksfläche von 60.000m² – ein hochmodernes Werk mit einer Produk tionsfläche von 20.000m².
weiter und suchen, aber auch finden immer wieder neue Möglichkeiten. Bei manchen Artikeln, wie z.B. Inneneinbauten, ist jedoch die kurzfristige Wahlmöglichkeit nicht gegeben. In diesem Fall halten wir einen sehr engen Kontakt zu unseren Lieferanten und gleichen bzw. stimmen uns intensiv und kurzfristig ab. Noch einmal zurück zu den enormen Kostensteigerungen: Materialkosten, Energiepreise, Logistikkosten sind derzeit nicht mehr kalkulierbar. Mit welchen Maßnahmen steuern Sie dieser Entwicklung entgegen? Andreas Wagner: Wir müssen diesen Entwicklungen leider mit Preiserhöhungen und auch mit unterjährigen Teuerungszuschlägen begegnen. Und was raten Sie Ihren Partnern im Handel? Immerhin sind Preiserhöhungen kalkulierbar, Teuerungszuschläge aber nicht. Andreas Wagner: Ich denke, auch unsere Handelspartner müssen die Preissteigerungen weitergeben. Wir versuchen dabei, unseren Handelspartnern größtmögliche Sicherheit der Warenbelieferung aber auch kalkulierbare Schritte der Preiserhöhungen zu gewährleisten. Zudem versuchen wir, die Übergangszeiträume für den Start dieser leider erforderlichen Maßnahmen für unsere Partner im Handel kulant zu gestalten. Dennoch, höhere Preise bremsen den Konsum und auch die Investitionstätigkeit der Industrie könnte infolge zunehmender geopolitischer Verunsicherungen und der voraussichtlich schwächeren Entwicklung der Unternehmenserträge ebenfalls belastet werden. Wie schätzen Sie persönlich diese Risiken ein und wie gehen Sie damit um? Andreas Wagner: Die Sorge, dass wir zum einen aufgrund der hohen und wahrscheinlich steigenden Inflationsrate, zum anderen aufgrund
des Kriegsgeschehens und anderer geopolitischer Verschiebungen unsere Unternehmensergebnisse belasten, ist berechtigt. Täglich konfrontieren uns unsere Vorlieferanten mit weiteren Preiserhöhungen, die bei gut über 20 Prozent liegen. Abgesehen von den zusätzlichen Teuerungszuschlägen, denen wir uns partiell alle zwei Wochen neu stellen müssen. Man weiß teilweise überhaupt nicht, wie man darauf reagieren soll. Unseren Wettbewerbern geht es ja ebenso. Einerseits müssen wir die Preiserhöhungen weitergeben, andererseits werden all unsere Produkte irgendwann so teuer sein, dass kein Konsument sie mehr bezahlen will. Wenn es so weiter geht, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Konsumlaune der Endverbraucher sinkt. Können Unternehmen einen solchen „worst case“ überleben? Andreas Wagner: Ich denke, die Hersteller, die gut gewirtschaftet haben, schaffen es. Was tun Sie also, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein? Andreas Wagner: Das Problem ist, dass die Lage nicht kalkulierbar ist. Ein Agieren ist also nur schwer möglich. Allerdings versuchen wir einiges zu tun, um reagieren zu können. Wir arbeiten intern mit einem Risikomanagementsystem, um frühzeitig und kurzfristig erforderliche Maßnahmen einleiten zu können, die sowohl uns als auch unsere Partner im Handel stützen. Unsere Handelspartner kennen uns seit mehr als 90 Jahren als verlässlichen Partner. Wie gesagt: Wir kümmern uns frühzeitig und transparent um Lösungsmöglichkeiten, um uns gemeinsam mit unseren Partnern im Handel neuen und vielleicht zur Zeit noch nicht kalkulierbaren Ereignissen erfolgreich stellen zu können. Letztendlich sitzen wir alle in einem Boot. Herr Wagner, wir danken Ihnen für dieses offene und informative Gespräch. www.rotpunktkuechen.de küche + architektur | 5
ARCHITEKTUR + TREND
EIN ACHT QUADRAT METER GROSSER KUBUS dient als Basiselement für Küche, Wohnwandelement und HomeofficePlatz. In seinem Inneren bietet sich zudem ausreichend Platz für den Hauswirtschaftsraum und die Garderobe.
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ARCHITEKTUR + TREND
Exklusivität mit Bodenhaftung Rempp Küchen
„Die Hersteller, die sich wie wir im flexiblen hochwertigen Bereich bewegten, sind zum größten Teil im Laufe der letzten Jahre sukzessive vom Markt verschwunden“, stellt Matthias Rempp fest. Der 49-jährige Unternehmer repräsentiert Rempp Küchen, ein Familienunternehmen mit einer über 90-jährigen Geschichte. Die Entwicklung des Marktes stimmt ihn nach denklich. Immerhin ist Individualität heute gefragter denn je. Das dokumentiert auch der Erfolg das schwäbischen Herstellers. küche + architektur | 7
ARCHITEKTUR + TREND
EINE HOMMAGE AN DAS SCANDINAVIAN DESIGN. Der integrierte Ansatztisch wirkt nahezu schwebend. Dieser Küche fehlt es an nichts: Nicht nur an die praktisch funktionale Unterbringung von Kleingeräten, wo ein Lifttürbeschlag für besten Einblick und der Tablarauszug für die praktische Nutzung sorgen, auch an die Docking-Station für das Smartphone wurde gedacht.
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ie positive Entwicklung des Familienunternehmens begründet Matthias Rempp vor allem damit, jahrzehntelang auf seine Kernkompetenz vertraut und diese ausgebaut zu haben. Zudem haben Solidität und Seriosität für das Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert: „Wir haben nie versucht, in komplett unbekannte Segmente vorzustoßen, sondern haben uns auf die Bereiche konzentriert, die wir beherrschen. Nehmen wir z.B. das Thema der Furnierabwicklung. Auf diese Technik verstehen wir uns bereits seit über 30 Jahren. Wir sind gemeinsam mit den Anforderungen unserer Kunden gewachsen und waren und sind damit in der Lage, die gesamte Komplexität der für uns erforderlichen Prozesskette – also Auftragsbearbeitung, Fertigung, Logistik – entsprechend anzupassen. Unsere Devise lautet seit jeher, mit Augenmaß auf Sicht zu fahren.“
Schiefer zum Einsatz kamen. Auch die Verarbeitung ihrer Möbel auf Gehrung beherrscht die Industrie-Manufaktur in Perfektion. Besonders Insellösungen bekommen dadurch einen geschlossenen, formvollendeten Charakter. Küchenstudios und Einrichtungsplaner, die Möbel von Rempp beziehen, bedienen diesen Anspruch. Sie fordern das Besondere und profitieren von der hohen Maßvariabilität des Produktportfolios in Korpushöhe, -breite und -tiefe. Allein bei der Korpushöhe lassen sich je nach Bedarf die 896 mm, 832 mm, 768 mm und 704 mm ohne Aufpreis realisieren. „Zu unseren Kunden gehören auch viele Innenausbau-Unternehmen, die sich mit neuen Werk stoffen und Verarbeitungsverfahren auseinandersetzen“, erläutert Matthias Rempp. „Von deren Ideen und Anforderungen profitieren wir und entwickeln uns und unsere Produkte weiter.“
„WIR ENTWICKELN UNS MIT UNSEREN KUNDEN“ Diese Unternehmensphilosophie geht einher mit Weiterentwicklung und Innovationskraft. Rempp Küchen gehört zu den ersten Küchenmöbelherstellern, bei denen Materialien wie Glas, Keramik oder auch
EINRICHTUNG ALS GANZHEITLICHES BILD „Wir eröffnen unseren Kunden von Anbeginn die Möglichkeit des ganzheitlichen Einrichtens“, betont Matthias Rempp. Die präsentierten Tisch- und Thekenlösungen, Vitrinenschränke, die Highboards
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ARCHITEKTUR + TREND
und Lowboards sowie die wohnlichen Regalsysteme, grundsätzlich abgestimmt auf die jeweilige Küche, unterstreichen das. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist ein acht Quadratmeter großer Kubus, der als Basiselement für Küche, Wohnwandelement und HomeofficePlatz dient. In seinem Inneren bietet sich zudem ausreichend Platz für den Hauswirtschaftsraum und die Garderobe. Lösungen, die sich ideal für Single-Room-Appartements eignen. ÜBERZEUGEND AUF DEN ERSTEN BLICK Beim Gang durch die Ausstellung fällt unser Blick auf das ausgefallene Regalsystem „Monkey“. Passend zu der präsentierten Lärche Küche mit horizontal verlaufender Maserung zeigt sich das System mit seinen flexibel positionierbaren Einsätzen hier als Raumteiler zum angrenzenden Ess- und Wohnbereich. „Die Einschübe“, so unser Gastgeber, „lassen sich in jedem RAL-Ton umsetzen.“ Das System ist zudem geschmacksmusterrechtlich geschützt. Bei einem weiteren Highlight trifft Nussbaum-Furnier auf einen schwarzen MDF-Träger. Die eingefrästen Griffmulden unterstreichen sowohl die eigenständige Materia lität, wie das exklusive Design dieses Exponats. Besonders edel wirkt es in Kombination mit samtmatten Fenix-Fronten in einem warmen Cappucino-Ton, wie sie hier bei den in den Trockenbau integrierten Hochschränken eingesetzt wurden. Eine Hommage an das Scandinavian Design bildet eine grifflose Eiche Küche. Der integrierte Ansatztisch wirkt nahezu schwebend. Dieser Küche fehlt es an nichts: Nicht nur an die praktisch funktionale Unterbringung von Kleingeräten, wo ein Lifttürbeschlag für besten Einblick und der Tablarauszug für die praktische Nutzung sorgen, auch an die Docking-Station für das Smartphone wurde gedacht. Jede Küche zeugt preissegmentübergreifend von höchster Qualität. „Unser Anspruch ist es, unsere Möbel so zu fertigen und zu planen, dass deren Wertigkeit auf den ersten Blick erkennbar ist“, hebt Matthias Rempp hervor.
„MONKEY“, das Regalsystem mit flexibel positionierbaren Einsätzen zeigt sich hier als Raumteiler zum angrenzenden Ess- und Wohnbereich.
NUSSBAUM-FURNIER TRIFFT AUF SCHWARZEN MDF-TRÄGER. Die eingefrästen Griffmulden unterstreichen sowohl die eigenständige Materialität, wie das exklusive Design dieses Exponats. Besonders edel wirkt es in Kombination mit samtmatten Fenix-Fronten in einem warmen Cappucino-Ton, wie sie hier bei den in den Trockenbau integrierten Hochschränken eingesetzt wurden.
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ARCHITEKTUR + TREND | Küchen
NEUESTES HIGHLIGHT: die Kunststoffkante auf Gehrung. Was bisher nur bei Lack und Furnier möglich war, ist bei Rempp jetzt auch bei Kunststoffkanten realisierbar, und zwar nicht nur bei Kanten mit PU-Beleimung sondern auch Schräg-Kanten mit Null-Fugen-Technik.
KUNSTSTOFFKANTE AUF GEHRUNG Das gilt für den durchgehenden Dekorverlauf der Kunststoff-Fronten im Marmor-Design und reicht bis zu seinem neuestes Highlight: die Kunststoffkante auf Gehrung. „Was bisher nur bei Lack und Furnier möglich war, ist für uns jetzt auch bei Kunststoffkanten realisierbar, und zwar nicht nur bei Kanten mit PU-Beleimung sondern auch Schräg-Kanten mit Null-Fugen-Technik,“ schwärmt der Unternehmer. „Dafür haben wir etwa eine halbe Million in eines der ersten Schrägkanten-Aggregate von Homag investiert, das das im stationären Bereich ermöglicht. Besonders zur Geltung kommt der so entstehende Qualitätsunterschied bei der Verarbeitung extremer Unidekore wie z.B. aus schwarzem oder weißem Fenix“, beschreibt Matthias Rempp die Möglichkeiten der neuen Technik. „MAN MUSS SICH DEM MARKT STELLEN“ Wir haben eine beeindruckende Ausstellung gesehen, aber wie steht der Nischenanbieter zur derzeitigen Liefersituation und Preisentwicklung? „Auch wenn es manchmal knapp war, konnten wir bis dato
l iefern. Zudem haben wir unsere Lagerhaltung aufgestockt. Die Zeiten wo Bestände „böse“ waren, sind vorbei.“ Verfügbarkeit ist heute Trumpf. Die Teuerungszuschläge muss das mittelständische Unternehmen wie seine Marktbegleiter auch weitergeben. „Wir haben gar keine andere Wahl. Einige unserer Handelspartner hatten ihre Angebote mit dem Wortlaut: „An diese Preise halten wir uns zwölf Monate gebunden.“ versehen. Das ist mittlerweile nicht mehr möglich, denn auch sie müssen die Preiserhöhungen weitergeben. Die Preisentwicklung betrifft ja nicht allein unsere Produkte, sondern alle anderen Warenbereiche ebenso, inklusive Lebensmittel oder auch Immobilien. Ewig so weiter gehen kann das natürlich nicht. Die Preisersteigerungen sind heute bereits höher als die Lohnerhöhungen. Wir steuern, wie es bereits in vielen anderen Ländern der Fall ist, auf eine noch stärkere Polarisierung des Marktes zu. Die Mitte wird zunehmend weniger,“ beobachtet Matthias Rempp kritisch. „Zum Glück gehören wir zu den Nischenanbietern, und bewegen uns nicht im unmittelbaren hartumkämpften Mainstream-Bereich, wo diese Faktoren noch stärker zu Buche schlagen. Wir haben im Laufe unserer Unternehmensgeschichte erfahren, dass es immer Menschen geben wird, die das Besondere suchen und auch dazu bereit sind, dafür zu zahlen. Hinzu kommt die Rückbesinnung der Menschen auf die Nachhaltigkeit von Produkten. Ein Faktor, der schon immer fest in unserer Firmenphilosophie verankert ist.“ SERIOSITÄT ZAHLT SICH AUS „Um das Familienunternehmen auch weiterhin sicher in die Zukunft zu führen, reinvestieren wir kontinuierlich in Menschen, Maschinen und Prozesse“, verrät der Unternehmer. Besonders stolz ist er darauf, jeden seiner 130 Mitarbeiter persönlich zu kennen. Dem Thema Fachkräftemangel begegnet das Unternehmen dadurch, dass es kontinuierlich ausbildet. „So mancher verlässt uns nach seiner Ausbildung, um die Technikerschule zu besuchen, kehrt dann aber wieder zurück. Das kommt unserem Unternehmen zugute! Aufgrund unserer hohen Fertigungstiefe arbeiten wir mit einem etwas höheren Personalkostenanteil. Würden wir stärker automatisieren, wäre der Lohnkostenanteil zwar geringer, unsere Produkte aber vergleichbarer. Wir haben während unserer gesamten Firmengeschichte immer solide Zahlen geschrieben und das soll auch so bleiben. Unsere Rendite ist auskömmlich. Unsere Kunden sind derzeit alle mehr als gut ausgelastet, was sich auch positiv auf uns auswirkt. Allerdings befinden sich darunter auch Unternehmen, die für dieses Jahr keine Aufträge mehr annehmen, da sie mit der Ausführung nicht nachkommen. Das wirkt sich auch positiv auf unseren Geschäftsabschluss 2022 aus. Daher werden wir aus heutiger Sicht mit einem Plus abschließen können.“ www.rempp-kuechen.de
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SYSTEMS WESCO PULLBOY I-TEC Wesco Pullboy I-Tec ergänzt die Serien Pullboy-Soft-Comfort und Pullboy-Soft-Comfort Premium mit einem elektromechanischen Auswurfsystem. Unter dem Korpus befindet sich ein Bewegungssensor, der durch einen roten Leuchtpunkt auf dem Boden leicht zu lokalisieren ist. Der Sensor kann entweder direkt unter dem Abfallsammler oder bis zu 0,5 m nach rechts oder links versetzt montiert werden. Durch eine einfache Wischbewegung mit dem Fuß, wird der Sensor ausgelöst. Dieser Sensor gibt einen Impuls an den Öffnungs-Mechanismus auf der KorpusInnenseite. Der Türöffner löst nun aus und gibt die Front frei. Durch die Vorspannung fährt der Abfallsammler nun selbstständig aus dem Korpus heraus. Der Abfallsammler wird wieder geschlossen, indem man die Front per Hand (oder mit dem Knie) in die Ursprungsposition bewegt. Infos anfordern unter systems@wesco.de M. Westermann & Co. GmbH · Bahnhofstraße 205 · D-59759 Arnsberg Tel. + 49 (0) 2932 476-0 · Fax + 49 (0) 2932 47655 · www.wesco-systems.com
Pullboy-Soft-Comfort-Premium
Pullboy-Soft-Comfort
KOMFORT + DESIGN
Differenzierung in der Küche Küchenprofis bieten mehr als industriellen Standard
„Differenzierung ist für uns als Küchenspezialisten ein wesentlicher Faktor, der weit über einen Fassadenwechsel hinausgeht“, darin sind sich Christian Böhm, Böhm Küchen, Groß-Bieberau, sowie Nicolai und Burghard Köhler, Haus der Küchen, Worms, einig. Wir besuchten die beiden Unternehmen gemeinsam mit Thomas Herden, der für den Vertrieb Deutschland der Kesseböhmer-Beschlagtechnik verantwortlich zeichnet. Gemeinsam möchten wir eruieren, welchen Stellenwert das Thema Stauraum während der Beratungsgespräche mit Konsumenten hat und andererseits, welche Bedeutung dem Thema von Konsumenten beigemessen wird.
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ir beginnen unsere kleine Rundreise in Groß-Bieberau, im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg am Nordrand des Odenwalds. Mit Marken wie Siematic, Rational, next125 und der mit Schüller C realisierten Hausmarke spricht das Unter nehmen die Käufer gehobener Produkte an. Entsprechend hoch ist der Durchschnittswert der hier geplanten und verkauften Küchen. Während des Gesprächs tragen wir unsere Masken. Die Einhaltung der coronabedingten Auflagen wird auch hier sehr ernst genommen. „Unsere Kunden haben durchaus Verständnis dafür“, unterstreicht Christian Böhm. „Nur auf die langen Lieferzeiten der Geräte hat niemand so recht Lust“, lässt er uns wissen. „Wir können zwar mit Leihgeräten temporär Abhilfe schaffen, aber zufriedenstellend ist die Situation für niemanden. Einige unserer Gerätelieferanten ändern permanent die Liefertermine für bereits bestätigte Ware und haben erst jetzt bemerkt, dass die Devise „First in: First out“ oder „wer zuerst kommt, mahlt zuerst, wohl die fairste Art des Umgangs mit dem Fachhandel ist, und zwar unabhängig von dessen Größe.“
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Dennoch kann sich das Unternehmen nicht gerade über mangelnde Aufträge beklagen: „Wir sind mehr als gut ausgelastet“, betont unser Gastgeber. Dabei weitet der engagierte Küchenprofi sein Produktportfolio derzeit sogar noch weiter aus. Auf einer dem Küchenstudio zu gehörigen Außenfläche entsteht bereits in wenigen Wochen eine neue Outdoor-Küche des spanischen Herstellers Novara. „Novara ist ein Nischenbieter, der individuelle Designkonzepte mit hochwertigsten Materialien umzusetzen weiß“, verrät Christian Böhm und hat auch schon den ersten Kunden. Dieser hatte bereits seine Küche bei Küchen Böhm erworben. STEIGENDE DURCHSCHNITTSWERTE Allerdings ist Küchen Böhm nicht nur im Bestandsbau, sondern auch im Neubau eine gefragte Adresse: „Zu unseren Kunden gehören Endverbraucher, die ihre Küche bereits vor der Fertigstellung ihres neuen Hauses bei uns in Auftrag geben. Darüber sind wir natürlich sehr froh. Zurzeit machen uns hier die Teuerungszuschläge der Industrie zu schaffen, die in regelmäßigen Abständen bei uns eingehen. Hat der Kunde sich für den Kauf seiner Küche bei uns entschieden, basiert dieser Entschluss natürlich auch auf der ihm vorliegenden Kalkula tion, die ihm in Form der Auftragsbestätigung vorliegt. Danach lassen
KOMFORT + DESIGN
sich Teuerungszuschläge nicht mehr an unsere Kunden weitergeben, was unsere Marge deutlich schmälert. Ein Patentrezept gibt es für diese Situation derzeit leider nicht. Grundsätzlich ist zu erwarten, dass die Preise weiter steigen werden. Die Durchschnittswerte der verkauften Küchen sind im Allgemeinen schon sehr hoch“, stellt Christian Böhm fest. Bei Küchen Böhm liegt der Durchschnittswert aktuell bei 20.000 Euro. „Jetzt steigen sie alleine schon durch die Preiserhöhungen der Industrie weiter“, stellt der dynamische Unternehmer fest. „Die Preiserhöhungen ziehen sich durch die gesamte Prozesskette“, bestätigt auch Thomas Herden. „Auch wir, als Vorlieferant, müssen die erhöhten Materialpreise, wie z.B. für Stahl, an unsere Kunden weitergeben.“ Wenden wir uns also wieder den schönen Dingen des Lebens zu und schauen uns die im Studio inszenierten, meist grifflos geplanten Küchen an. „Am begehrtesten sind Küchen mit Griffleisten oder Griffmulden“, schildert uns der Hausherr seine Erfahrung. Auf die Push-to-open-Beschläge greifen nur die wenigsten zurück. „Begründet liegt das mit Sicherheit auch daran, dass viele Konsumenten diese Technik als zu anfällig einstufen“, stellt der versierte Fachmann fest. DIE ARCHITEKTUR HAT SICH VERÄNDERT Die präsentierten Exponate spiegeln den derzeitigen Einrichtungstrend wider. „Die Architektur hat sich verändert“, bilanziert Cristian Böhm. Seine Kunden bevorzugen modular umgesetzte Einrichtungsplanungen. En vogue sind Insellösungen. Eckschränke werden immer weniger gefragt. Auszüge und Schübe dominieren. Auch Oberschränke verkaufen sich nur noch reduziert. So konzentriert sich alles auf den Unterschrank oder – wo ausreichend Platz zur Verfügung steht – auf entsprechende Hochschränke, hinter deren Fronten sich nicht nur Geräte, sondern auch Staugut verstecken lassen. „Auf Pocket-Türen verzichtet man größtenteils, da der Preis dieser aufwändigen Beschlagtechnik eine Küche drastisch verteuert. Das gilt übrigens auch für den einen oder anderen großen Apothekerschrank, der über eine komplexe Technik verfügt. Da die Schränke mit den unterschied lichen beschlagtechnischen Ausstattungen über die Küchenmöbel industrie bezogen werden, beeinflusst diese auch die Kalkulation und damit deren Preis,“ bedauert Christian Böhm. Die Folge: ein Großteil
THOMAS HERDEN, Vertrieb Deutschland Kesseböhmer, und CHRISTIAN BÖHM, Böhm Küchen, Groß-Bieberau
dieser eigentlich begehrenswerten Produkte wird in den Fachgeschäften wenig oder überhaupt nicht gezeigt. „Hinzu kommt, dass nicht jeder Möbelhersteller seine Produkte mit der gleichen Beschlagtechnik ausstattet, sodass wir, als Küchenfachgeschäft, beim Einbau selbst aktiv werden müssen, wenn wir die von unseren Lieferantenpartnern festgelegten Ausstattungsvarianten durch eine andere Möglichkeit ergänzen möchten.“ Diese Aussage macht Thomas Herden neugierig: „Unter welchen Voraussetzungen legen Sie hier selbst Hand an und wie können wir Sie dabei als Beschlaghersteller unterstützen?“ „Die Bedürfnisse unserer Kunden haben dabei immer erste Priorität. Wenn Design und Nutzen, die wir ihm planungstechnisch erarbeiten, küche + architektur | 13