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#H4F-homes4future 4-2021

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homes4future

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homes4future

#H4F

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no.4 2021 besser bauen energie sparen richtig renovieren klima schützen

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Familie Karadeniz über die Erfahrungen mit ihrem innovativen Energiesystem

#PREISWERT BAUEN: SPAREN, ABER RICHTIG! #LÜFTUNGSANLAGEN: IMMER FRISCHE LUFT #WASSER SPAREN: FÜR UMWELT UND GELDBEUTEL


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#editorial

#H4F

Natürlich Bauen Bereit zum Umdenken? Ständig steigende Bau- und Grundstückspreise lassen bei vielen Menschen die berechtigte Frage aufkommen, ob preiswertes Bauen überhaupt noch möglich ist. Die Antwort lautet: Ja – ein preisgünstiges, nachhaltig errichtetes Haus, das wenig Energie verbraucht, muss kein Wunschtraum bleiben. Dabei bedeutet preiswert bauen nicht, auf Qualität, Funktionalität und Ästhetik zu verzichten, es geht vielmehr um alternative, kostensparende Lösungen. Man muss nur bereit sein zum Umdenken! So kann zum Beispiel der Zusammenschluss mit anderen Interessenten zu einer Baugemeinschaft die Kosten beim Bauen deutlich reduzieren. Ein wohlproportioniertes Haus mit schlichter Kubatur geht sparsam mit Grundstücks- und Wohnfläche um, muss nicht langweilig aussehen und ist auf jeden Fall preisgünstiger als ein Haus mit Anbau, Erker & Co. Und es bedeutet auch weniger Pflegeaufwand sowie weniger Heizenergieverbrauch. Doch auch wer es etwas großzügiger haben will oder muss, sollte mit dem Sparen nicht bei der Energieeffizienz anfangen. Denn die Mehrkosten, die dafür investiert werden, amortisieren sich im Lauf der Zeit. Und geben die Sicherheit, dass das eigene Haus auch in Zukunft den energetischen Standards entspricht. Gut für den Bauherrn, gut fürs Klima! Auch Eigenleistung – vor allem beim Innenausbau – ist natürlich eine Sparoption. Wir zeigen Ihnen im Rahmen unseres Topthemas, dass es viele Möglichkeiten für preisgünstiges Bauen gibt, ohne dass Nachhaltigkeit, Wohnqualität und Energieeffizienz darunter leiden. Und dass wir hier nicht nur von grauer Theorie reden, beweisen unsere Reportagen, in denen Bauherren zu Wort kommen, die es geschafft haben, ihr eigenes „home for future" kostengünstig zu realisieren. Gerd Walther, Redakteur

PAREN ENERGIE S LFÜHLEN U N D WO H

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22 #vorher_nachher

#lüftung

INHALT

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#preiswert_bauen


18 #1haus4meinungen

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#vorher_nachher Architekt und Bauherr Thiemo Ebbert sanierte ein Einfamilienhaus von Baujahr 1940 so vorbildlich, dass ihn dafür die KfW-Förderbank mit einem Preis auszeichnete.

28 A minihaus auf dem land Renate Scherer verzichtete bei ihrem Neubau auf unnötige Quadratmeter – und fühlt sich trotzdem überaus wohl in ihrem Minihaus.

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03

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B gut und günstig – so geht‘s Wer beim Hausbau sparen will, sollte dies an den richtigen Stellen tun. Gute Planung ist dabei unverzichtbar. C „Mehr Haus fürs Geld“ Im Interview zeigt ProHaus-Vertriebsleiter Günter Gitzen Möglichkeiten, preiswert ins eigene Haus zu kommen. D innenausbau selbst gemacht Groß und trotzdem preisgünstig bauen wollte Familie Spriet*. Mit Eigenleistung hat sie ihr Ziel erreicht. *Name von der Redaktion geändert

06 74 83

#inhalt

knowhow

#energiepionier Familie Karadeniz geht bei der Haustechnik neue Wege und nutzt Wasserstoff als Langzeitspeicher.

#energieeffizienz Das Klassenziel beim Neubau heißt „A+“.

#wasser_sparen Sorgsamer Umgang mit dem Lebenselixier – ohne Komfortverzicht.

#keller Zehn Tipps, wie das Untergeschoss genutzt werden kann.

#1haus_4meinungen Die Redaktion von #H4F hat das Musterhaus „Kopenhagen“ im Detail betrachtet.

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topthema #preiswert_bauen

#wasser_sparen

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#lüftung Vor- und Nachteile der Systeme „zentral“, „dezentral“ und „manuell“.

#mein_beitrag Mitarbeiterin Susan Carlizzino kauft ihre Lebensmittel gerne in regionalen Hofläden – zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Gut für sie, die Erzeuger und die Umwelt.

#editorial #facts+trends #grün+genial #ausblick+impressum

homes4future 4/2021 #H4F

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ansichtssachen

ökologisch_bauen

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#das schwarze haus Mit ihrem markanten Holzhaus wollte das Architektenpaar Nina und Michael Bohl ein ökologisches Zeichen setzen.

service

futurehomes

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88%

#facts+trends

WOHN T REND

DEM KLIMA VERPFLICHTET

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2030 IM BLICK Der Ahlener Badhersteller Kaldewei will seine CO2-Emissionen innerhalb der nächsten neun Jahre deutlich reduzieren. Damit schließt sich das Unternehmen der Initiative SBTi (Science Based Target Initiative) an.

Ziel dieser Initiative ist es, die weltweiten Emissionen bis 2030 so zu reduzieren, dass die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 erfüllt werden können. Mit der Unterzeichnung hat sich der Badhersteller verpflichtet, seine Emissionen für Gas, Strom und Firmenfahrzeuge um etwa 30 Prozent zu reduzieren, zweistellig ebenso im Bereich für eingekaufte Güter und Dienstleistungen. Für die Umsetzung werden alle Unternehmensprozesse genau geprüft und neu bewertet.

w w w. b a u f i 2 4 . d e

BAUEN MIT ZIEGEL

GU T E S WO H N K LIM A

w w w. k a l d e w e i . d e

SEIT JULI 2021

homes4future 4/2021 #H4F

der S tädter würden b ei schneller Inter net ver bin dung und gu ter Ver kehrsanbindung sowie Wohn qualität aufs L and ziehen , so eine O nline - Umfrage der S tudienreihe „ Zu kunf tsf it B auen und Woh nen“ unter 1 0 0 0 Teilneh mer n im Fr ühjahr 20 21. B ei 20 bis 35 -Jährigen lieg t der A nteil sogar b ei 9 3  Prozent .

K F W U N T ERST Ü TZ T BEG Nach dem Beginn der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) im Januar dieses Jahres beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ging die BEG am 1. Juli 2021 auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit der Kreditförderung für Einzelmaßnahmen und der Effizienzhaus-Förderung im Neubau- und Sanierungsbereich an den Start. Diese gilt für Wohngebäude wie Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime ebenso wie für Nichtwohngebäude wie etwa Gewerbe oder Krankenhäuser. Eine Kombination aus Energieeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien soll dazu beitragen, den Primärenergiebedarf bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken. Darüber hinaus sind Förderungen von Effizienzhäusern 40 und 55 möglich – jeweils in der Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse. w w w. k f w.d e / i n l a n d s f o e r d e r u n g / B u n d e s f ö r d e r u n g -f ü r- e f f izi e n te - G e b ä u d e

Ein gutes Zusammenspiel von Wärmedämmung, -speicher- und -leitfähigkeit ist entscheidend für den richtigen Wandbaustoff. Außenwände aus Ziegeln speichern tagsüber die Wärme der Sonnenstrahlung, ohne sie ins Innere des Hauses zu leiten und geben sie dann nachts wieder ab. Durch dieses Prinzip bleibt im Winter die Heizwärme im Haus und der Energieverbrauch möglichst gering. Ein begrüntes Flachdach kühlt darüber hinaus auf natürlichem Wege. w w w. h o e r l - h a r t m a n n . d e


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#facts+trends

K LI M ASCHON EN D H EI Z EN

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SCHICK UND SMART

DUSCH EN M I T ST I L

Elek tro -Wärmepumpen generieren im S chnit t et wa 75 Prozent der benötigten Wärme energie aus der Umwelt , der Rest muss in Form elek trischer Energie zugeführ t werden. Wird der S trom über erneuerbare Energieträger wie Photovoltaik oder Wind gewonnen, sind Wärmepumpen Heizsysteme ohne CO 2 -Ausstoß und werden aufgrund dessen von der Politik geförder t. Wärmepumpen erreichen als einziges Heizsystem auch die höchsten Energieef f izienzklassen A+ + und A+ + + nach Ökodesign- und Energielabel-Richtlinien.

homes4future 4/2021 #H4F

w w w. m i t s u b i s h i - l e s . c o m

Die Handbrause „Hansaactivejet Digital“ wurde mit dem Green Good Design Award 2021 ausgezeichnet. Damit erhielt der wasser- und energiesparende smarte Duschkopf bereits seine siebte Auszeichnung. Den Duschkopf gibt es in ein- und dreistrahliger Ausführung, die Strahlarten Sensitive, Intensive und Pulse können intuitiv mit nur einem Knopfdruck angewählt werden. Per digitaler Anzeige informiert der „HansaactivejetDigital“ in Echtzeit über den aktuellen Wasser- und Energieverbrauch. w w w. h a n s a . c o m

A U S Z E I C H N U N G A U F G E S T E L LT

Ü BER Z EUGEN DES KONZ EP T Eine Umfrage aus mehr als 285 000 Verbraucherurteilen attestiert Glatthaar Keller die Auszeichnung „Besonders nachhaltig“. So wurden 2019 und 2020 in einigen Niederlassungen über 1 800 Tonnen CO2 von Transporten durch Klimaschutzprojekte kompensiert. Im Fuhrpark setzt der Kellerbauer vermehrt auf E-Mobilität mit Elektrotankstellen an allen deutschen Unternehmensstandorten. Des Weiteren befinden sich auf den Dächern der Niederlassungen Photovoltaikanlagen, mit denen mehr Strom produziert als verbraucht wird. w w w. g l a t t h a a r. c o m


E L E K T R O M O B I L I TÄT

FÖ R DERU N G AU FG ES TO C K T Mit weiteren 300 Millionen Euro unterstützt der Bund die Anschaffung privater Ladestationen für Elektroautos. Interessenten finden in der Broschüre „Elektromobilität – Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden“ wichtige Informationen für den zuverlässigen Anschluss sowie Betrieb von Wallboxen. Im Shop von w w w. h e a . d e

ENERGIE EFFIZIENZ

inklusive

K LASSE A Zum vierten Mal in Folge erreichte die BatteryBox-Produktlinie von BYD Co. Ltd. im Rahmen der „Stromspeicher-Inspektion 2021” der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) die Effizienzklasse A für die Systemgrößen 5 kWp und 10 kWp. Zudem wurde bei den Systemwirkungsgraden der Modelle im Vergleich zum Vorjahr noch einmal eine Steigerung verzeichnet. w w w. s t r o m s p e i c h e r-i n s p e k ti o n .d e

4 VO N 5 Fertighäusern gelten heute laut einer aktuellen Branchenumfrage des BDF gemäß der Definition im Klimaschutzgesetz schon als klimaneutral. Sie sind mit einer Wärmepumpe ausgestattet und benötigen keine fossilen Brennstoffe für die Heizung. Zugunsten des Klimas wirkt sich auch die Entscheidung von rund einem Viertel der Bauherren aus, gleich zu Baubeginn die Installation einer Photovoltaikanlage einzuplanen.

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w w w.f e r t i g b a u . d e * Die Preisangabe bezieht sich auf den Bausatz inklusive MwSt. gemäß Liefer- und Leistungsbeschreibung. Gültig bei allen teilnehmenden Partnern im Aktionszeitraum bis 31.12.2021.


#facts+trends

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BODEN EBEN I M BESTA N DSBAU B odengleiche Duschen sind, so Produk tmanager Marcel Helms von V iega, im Neubau überall einbaubar, im B estandsbau müsse jedoch eine gewisse Auf bauhöhe beachtet und möglichst f lache A bläufe eingeset z t werden. Das designstarke Modell „ Advantix Cleviva“ hat eine besonders niedrige Auf bauhöhe. Für den Einbau ist ein Gefälle von z wei Prozent empfohlen, damit das Wasser sicher abf ließen kann. Die Duschrinne lässt sich einfach montieren, verschiedene Farbvarianten bieten für jeden Geschmack die richtige A nmutung.

homes4future 4/2021 #H4F

w w w.v i e g a . d e

ENERGIEEFFIZIENTES WOHNQUARTIER Die „Neue Weststadt“ in Esslingen wird zum Forschungsviertel: Bis 2022 soll dort auf einer Fläche von 100 000 m2 ein nachhaltiges Stadtviertel mit Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie einem Neubau der Hochschule entstehen. Unter Nutzung moderner Wasserstofftechnologie wird ein jährlicher CO2-Ausstoß von unter einer Tonne pro Bewohner*in für Wohnen und Mobilität angestrebt. w w w. n e u e -w e s t s t a d t . d e

KLIMANEUTRALES S TA D T Q U A R T I E R Leuchtturmprojekt Solares Bauen/ Energieeffiziente Stadt in Esslingen am Neckar

J ETZ T DI E H EI Z U NG CH ECK EN L AS SEN Heizungen müssen regelmäßig gewartet werden, und damit zum Start der Heizsaison alles in Ordnung ist, ist dafür jetzt der richtige Zeitpunkt. Der jährliche Check erhöht die Sicherheit und Lebensdauer der Anlage und dient auch dazu, Energie und Betriebskosten einzusparen. Laut Michael Muerköster von der Initiative Wärme+ werden bei einem hydraulischen Abgleich einzelne Komponenten der Heizungsanlage optimal aufeinander abgestimmt. Beim Austausch alter Heizsysteme durch eine Wärmepumpe gibt es staatliche Unterstützung mit dem Förderprogramm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Je nach Heizsystem in Höhe von bis zu 45 Prozent. w w w.w a e r m e - p l u s . d e


NOMINIERT

ZU M WO H LE D E S K LIM AS Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zeichnet Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung aus. Am 29. Juli erhielt der Dachfensterhersteller Velux dafür die Nominierung. Das Unternehmen hatte sich 2020 verpflichtet, bis 2041 lebenslang klimaneutral zu sein und – unter Einbindung der Emissionen seit der Firmengründung – zukünftig CO2-neutral zu agieren. Ein Baustein der Maßnahmen sind die Photovoltaikmodule auf den Dächern zweier Produktionshallen mit einer Gesamtfläche von circa 6 000 Quadratmetern.

Endlich Freiraum. Völlig verdient.

w w w.ve l u x . d e

KLIMANEUTRAL PRODUZIERT

BL AU ER ENGEL F Ü R BETONST EI N E Ende Juli erhielt der Betonsteinhersteller Rinn für seine klimaneutral mit bis zu 40 Prozent Recyclinggranulat produzierten Betonsteine das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Die Pflastersteine Passee, Lukano und Lukano Smart sowie die wasserdurchlässigen Ökopflaster Hydropor Lukano und Siliton erfüllen alle Forderungen des Umweltbundesamtes, bei gleicher Herstellungs-, Verarbeitungs- und Nutzungsqualität wie für Steine ohne Recycling-Material. w w w. r i n n . n e t / b l a u e r- e n g e l

Neues Musterhaus in Stuttgart/ Fellbach Gleich informieren unter #HausFreiraum auf www.baufritz.de/freiraum


DAS SCHWARZE HAUS


Zwei große Glasschiebeflächen öffnen den Wohn-Ess-Kochbereich nach draußen und lassen viel natürliches Licht herein. Sie sind jeweils mit einem Holzdeck bestückt, auf denen sich der Garten auf kurzem Weg ­g enießen lässt.

futurehomes #ökologisch_ bauen homes4future 4/2021 #H4F

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Mit seiner dunklen Fassade und Dacheindeckung sticht das Einfamilienhaus von Nina und Michael Bohl definitiv ins Auge. Die beiden Architekten wollten mit ihrem markanten Entwurf optisch und ökologisch ein Zeichen setzen.


KLARE STRUKTUR Die Materialien im ­Außenbereich – Holz, Beton und Kies – greifen Elemente aus dem Innenbereich auf und bilden gleichzeitig ein eigenes, harmonierendes Erscheinungsbild.

Wenn Nina und Michael Bohl Besucher zu ihrem Haus lotsen wollen, brauchen sie keine Hausnummer zu nennen. Es genügt das Stichwort „das schwarze Haus“. Aus einer Nachbarschaft von weißen Häusern mit grauen Satteldächern hebt es sich schon von weitem markant hervor. Architekt Bohl findet: „Die Neubaugebiete in Deutschland sind einer gewissen Vereinheit­lichung ausgesetzt. Neben all den weißen Häusern mit dunkelgrauen Dächern in unserem Baugebiet wollten wir einen Baukörper schaffen, welcher sich durch klare, aber reduzierte Details mit seinem skulpturalen Erscheinungsbild absetzt, sich gleichzeitig aber auch zurücknehmen kann, eingebettet in die dunkelgraue Dachlandschaft der Umgebung.“

Grau ist eine Leitfarbe im Haus. Die bunten Lampenschirme über der Küchentheke setzen Akzente, ohne aufdringlich zu wirken.

Nicht nur die Holzfassade, auch alle Detailpunkte wie Fensterbänke, Blendrahmen und der Schornstein sind in mattem Schwarz gehalten, selbst die Dachentwässerung wurde in mattem Schwarzzink gestaltet. Ansonsten kennzeichnen ein schlicht rechteckiger Kubus und ein Dach ohne Überstände das Gebäude. Seine langgestreckte Form ist dem schmalen Zuschnitt des Grundstücks geschuldet. Markante Eingangsnische Der Zugang erfolgt über eine eingeschobene Eingangsnische auf der Straßenseite. Mit ihrer betongrauen Farbe springt sie sofort ins Auge und ist ein wesentliches Gestaltungselement in der Giebelfassade. Das Erdgeschoss gliedert sich in zwei


ARBEITEN 5,5

Welche Rolle spielte für Sie der Aspekt ­„kompaktes Bauen“? Da meine Frau und ich beide Architekten sind, konnten wir unsere Planungsideen direkt umsetzen. Von Anfang an wollten wir einen sehr kompakten, klar konturierten Baukörper schaffen. Wir konnten dadurch den uns wichtigen ökologischen Aspekt eines geringen Ressourcenverbrauchs erfüllen und zudem die Baukosten reduzieren. Um Kosten zu sparen, haben wir außerdem die Bäder in EG und OG direkt übereinander platziert sowie die Küche angrenzend an den Sanitärraum im EG. So ließen sich die Entwässerungsstränge auf ein Minimum reduzieren.

SCHLAFEN 16

BAD 10

Wie haben Sie den Anspruch, kompakt zu bauen, umgesetzt? Um diesen zentralen Leitgedanken zu verwirklichen, haben wir uns ganz bewusst für einen Baukörper mit klaren Linien, ohne viele Versprünge entschieden, der durch seine Hülle eine skulpturale Wirkung einnimmt und sich mit seiner langgestreckten Form optimal in das länglich zugeschnittene Grundstück einfügt.

KIND 15

FLUR 12

KIND 17

OG 6,28 m

DIELE 14

16,21 m

TECHNIK 8,5

futurehomes #ökologisch_bauen

Architekt und Bauherr Michael Bohl

15

Nachgefragt bei

Was war für Sie der zentrale Planungsgedanke bei der Innengestaltung des Gebäudes? Die natürliche Belichtung des Hauses war einer der wichtigsten Planungsgedanken. Losgelöst vom Einsatz vieler künstlicher Lichtquellen oder Smarthome-Technologie, war es uns wichtiger, gut funktionierende und belichtete, dabei aber klare und schlichte Innenräume zu schaffen, welche den Bezug zum Außenraum nie verlieren.

ABSTELL 5

KOCHEN 10

ESSEN 17

WOHNEN 21,5

EG

Durch das verlängerte Treppenloch und den hohen Luftraum entsteht in der Diele ein Gefühl von Weite.

homes4future 4/2021 #H4F

DU/WC 5


futurehomes #ökologisch_bauen homes4future 4/2021 #H4F

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LANGE BLICKACHSEN

Teile. Einen durch eine tragende Wand abgetrennten Part, gleich wenn man das Haus betritt. Hier befinden sich Nebenräume wie Hauswirtschaft, Vorratsraum und ein Gäste-WC mit Dusche. Hinter der Sichtschutz gewährenden Treppe öffnet sich die Diele zu einem großzügigen WohnEss-Kochbereich. Dabei ist die Küche so angeordnet, dass sie nicht gleich beim Betreten in den Blick fällt. Zwei deckenhohe Fensterschiebeelemente versorgen den großen Raum mit viel natürlichem Licht. Im Obergeschoss wurde dem Flur relativ viel Platz eingeräumt. Durch das verlängerte Treppenloch entsteht neben dem Schlafzimmer ein galerieartiger Bereich, der als offener, gut belichteter Arbeitsplatz eingerichtet ist. Auf der anderen Seite der Etage befinden sich die beiden Kinderzimmer, dazwischen das Badezimmer

als Puffer. Der Dachraum ist komplett geöffnet und vermittelt zusammen mit den großformatigen Fenstern ein groß­zügiges Raumgefühl. Unterstützt wird dies durch die niedrigen Fensterbrüstungen, die uneingeschränkte Ausblicke bieten. Auch ökologische Aspekte lagen dem Architektenehepaar am Herzen, und Michael Bohl betont: „Das Thema Nachhaltigkeit hat für uns natürlich eine Rolle gespielt – so haben wir uns ganz bewusst für einen nachwachsenden Rohstoff als Hauptbau­ material entschieden.“ Nicht nur die von außen sichtbare Fassade besteht aus Holz, auch für die tragende ­Konstruktion im Innern der Wände kam der CO2-speichernde Ökobaustoff zum Einsatz, weiterhin bei der Dämmung aus Zelluloseflocken und Holzweichfaserplatten. Zudem dominiert Holz bei der Innenausstattung in

Form von Einbaumöbeln, den Boden­ belägen im Obergeschoss, den Fensterbänken etc. Außerdem achteten die Architekten bei der Wahl der Materialien auf eine heimische Herkunft. So verwendeten sie deutsche und keine sibirische Lärche oder gar ein Tropenholz für die Fassade. Des Weiteren beheizen sie ihr Haus umweltfreundlich über eine Brennstoffzelle, die gleichzeitig Strom produziert und mit Erdgas betrieben wird. Außerdem sammeln sie ­Regenwasser in einer Zisterne, um es für die Gartenbewässerung zu nutzen. Nicht zuletzt haben sie sich für ein recht kompaktes Haus entschieden. Nicht nur um dadurch den Einsatz an Ressourcen zu reduzieren, s ­ ondern um zusätzlich die in letzter Zeit viel diskutierte Flächenversiegelung im Rahmen zu halten. bs#H4F


Im Obergeschoss stellen die meist quadratischen Fenster durch ihre Größe und niedrige Brüstungshöhe einen unmittelbaren Bezug zum Außenraum her.

Fotos: Nina und Michael Bohl

DATEN + FAKTEN

Dem Flur im Obergeschoss wurde ganz bewusst viel Fläche eingeräumt. Er erschließt nicht nur die Schlafzimmer, sondern ist auch Arbeits- und Spielbereich. Die Treppe wirkt als Raumteiler und schränkt doch durch ihre transparente ­Gestaltung die Blickachse nicht ein.

Entwurf: Architekten Nina und Michael Bohl, Herderstraße 29 34466 Wolfhagen, Tel. 0151/23213429 michael-bohl@gmx.net Konstruktion: Holzrahmenbauweise, Lärchenfassade 26 mm, Traglattung 40 mm, Konterlattung 40 mm, Holzweichfaser­ platte 60 mm, Holzrahmen mit Einblas­dämmung aus Zellulosedämmung 160 mm, Installationsebene 40 mm, Trägerplatte, U-Wert Außenwand 0,143 W/m2K; Kunststofffenster mit Dreifach-Verglasung, U-Wert 0,9 W/m2K; Satteldach mit BetonFlachziegel, 22 Grad Neigung, U-Wert Dach 0,143 W/m²K Technik: Brennstoffzelle, die das Haus über den Träger Erdgas beheizt und gleichzeitig Strom liefert, Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung Energiebedarf: Primärenergiebedarf: 45 kWh/m²a Endenergiebedarf: 65 kWh/m²a Wohnfläche: EG 81 m², OG 75,5 m²

Nachhaltige Bauweise, Holz aus heimischen Wäldern und die Energieversorgung zu 100% aus erneuerbaren Energien: Familie Wohlfarth hat sich den Wunsch vom klimafreundlichen Einfamilienhaus schon erfüllt. Wann sprechen wir über Ihre Träume?


1 HAUS

4 MEINUNGEN a

d

Das Musterhaus kann in der Fertighaus-Ausstellung in Berlin/Werder besichtigt werden. Eine Übersicht über Deutschlands Musterhaus-Ausstellungen finden Sie unter w w w. H a u s b a u H e l d e n . d e / f e r t i g h a u s - a u s s t e l l u n g e n . Oder direkt über diesen QR-Code.


Die Architektur und die offene, großzügige Bauweise des Musterhauses „Kopenhagen“ erinnern an zeitloses, aber auch modernes Design dänischer Planer. Ein flexibel nutzbarer Grundriss, hohe Energieeffizienz und Smarthome-Ausstattung machen es zu einem echten „home for future“. Die #H4F-Redaktion hat das Haus besucht – hier ihr Resümee!

b

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a-d

c

ansichtssachen #1haus4meinungen

#musterhaus #effizienzhaus40plus #smarthome

a Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Frischluft-Wärmetechnik (Wärmepumpe) mit Wärmerückgewinnung und Kühlfunktion, Smarthome-Ausstattung („i-tec“). b Satteldach 30 Grad, Kniestock 160 cm, U-Wert 0,15 W/m²K. c Holzverbundkonstruktion mit Holzfaser-/Zellulosedämmung („Thermo-around natur) und Putzfassade bzw. Fassadenplatten, U-Wert der Außenwand 0,14 W/m2K. d Kunststoff-Alu-Fenster mit Dreifach-Verglasung, Ug-Wert 0,5 W/m²K. Primärenergiebedarf: 10 kWh/m2a, Endenergiebedarf: 5,5 kWh/m2a, Effizienzhaus 40 Plus w w w. ren s c h -h a u s . c o m

12,50 m

13,70 m

ARBEITEN 12,5

ANKLEIDE 7 KOCHEN 11

DUSCHE 3,5

WOHNEN/ ESSEN 44,5

SCHLAFEN 13,5 FLUR 7,5

DIELE 11,5 BAD 13,5 HWR 8

EG

KIND 14

OG

KIND 14

homes4future 4/2021 #H4F

Alle Infos und Bilder zu diesem KfW-Effizienzhaus 40 Plus sowie ein Herstellerporträt gibt‘s unter w w w. Ha u s b a u Held en . d e/ h er s t eller /re n sch


1 HAUS

Barbara Stierle Redakteurin

4 MEI NUN GEN #meinung_2 Mit klassischem Satteldach und rechteckiger Grundkubatur: eine zeitlos-stimmige Anmutung. Dunkle Fensterrahmen, Dacheindeckung und -kanten bilden moderne Akzente zum weißen Putz und fassen das Gesamtbild gekonnt ein. Offenheit verleiht dem Haus zahlreiche bodentiefe Verglasungen – besondere Innen-Außenverbindung schafft ein großes, leicht auskragendes Sitzfenster. Der hohe Kniestock verspricht viel Wohnkomfort im Obergeschoss, zudem bieten ein zweigeschossiger Zwerchgiebel, der wintergartenähnliche Erker im Essbereich sowie der Anbau auf der Eingangsseite ein Mehr an Wohnraum. Durch den Fassadenrücksprung vor der Haustür entsteht ein geschützter Hauszugang. Die

Mit seiner hervorragend gedämmten Haushülle und der ­effizienten Haustechnik zeigt das Musterhaus, wie zukunftsfähiges Bauen aussieht.

#meinung_1 Energieeffizienz auf höchstem Niveau: Das Musterhaus Kopenhagen erfüllt den KfW-Standard 40EE. Dafür ist es mit einer be-

sonders gut gedämmten Haushülle ausgestattet, sodass sein Heizwärmebedarf äußerst gering ausfällt. Zusätzlich sorgen große Fensterflächen nicht nur für schöne Ausblicke, sondern generieren gleichzeitig solare Wärmegewinne, wenn im Winterhalbjahr die Sonne tief steht und ihre wärmenden Strahlen weit in die Wohnräume hineinschickt. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung heizt effizient und liefert gleichzeitig Frischluft. Außerdem erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach mehr Strom als die Bewohner verbrauchen. Ein Batteriespeicher stellt sicher, dass diese Energie rund um die Uhr zur Verfügung steht und ermöglicht einen bs#H4F hohen Eigenverbrauch.

Christine Meier Redakteurin

ausladenden Bauteile lockern das Gebäude optisch auf und Erker und Zwerchgiebel werden dank Fassadenplatten in Holzoptik zu wahren Eyecatchern. Wer‘s schlichter mag: Mit Verzicht auf das ein oder andere Element wird die Gesamtoptik ruhiger. cm#H4F

Eine klassische und zeitlose Gestaltung, die durch zahlreiche moderne Highlights ergänzt wird.


ansichtssachen #1haus4meinungen

Oliver Gerst stellvertretender Chefredakteur

Zukunftsfähiges Wohnen braucht ein Raumkonzept, das sich – wie hier – flexibel an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen kann.

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#meinung_3 Die Zukunftsfähigkeit des Grundrisses beginnt hier schon am Eingang, der mittels Fassadenrücksprung überdacht ist und so eine entspannte Situation bei allen Wetterlagen schafft. Gut gelöst ist die geräumige Diele, welche die komplette Familie beim Ankommen bequem aufnehmen kann, und in der die offene Haustüre nicht mit dem Treppenaufgang kollidiert. Praktisch ist der direkte, eigene Zugang in die Küche und in den Abstellraum unter der Treppe – eventuell als kleine Speisekammer. Dank zugeordnetem Duschbad kann das Arbeitszimmer hier flexibel als Gästezimmer, für erwachsene Kinder oder später für Pflegepersonal genutzt werden. Der Allraum ist offen konzipiert und durch einen Anbau mit Wintergartenfunktion erweitert. Die Bereiche Wohnen, Kochen und Essen gehen dabei fließend ineinander über, sind aber klar zoniert. Unterm Dach erschließt ein zentraler, platzsparender Flur die umliegenden Rückzugsräume für vier Bewohner: das Schlafzimmer mit Ankleide für die Eltern, zwei gleich große Kinderzimmer und das gemeinsame, große Familienbad! og#H4F

Auch stimmige Details wie z.B. SmarthomeTechnik und hochwertige Ausstattung machen ein Haus zukunftstauglich. #meinung_4 Häuser der Zukunft sind smart. Denn Smarthome-Systeme machen das Wohnen komfortabel, bequem und sicher. Darüber hinaus tragen sie auch noch zur Energieeffizienz bei. Dieses Musterhaus ist mit dem Rensch-Haus-Smarthome-System „i-Tec“ ausgestattet. Gut für Smarthome-Neulinge: Ausgehend von einer Grundausstattung können die Komponenten jederzeit erweitert und vernetzt

werden. Hier nur eine Auswahl der zahlreichen Möglichkeiten: Jalousien öffnen und schließen, Temperatur regeln, Multimediageräte steuern, Alarmanlage aktivieren und deaktivieren, Beleuchtung steuern, Wetterstation betreiben und vieles mehr. Außerdem können Energieverbräuche erfasst und bedarfsgerecht gesteuert werden. Was zukünftige Bewohner sicher zu schätzen wissen: Das Ganze funktioniert

unkompliziert und bedienerfreundlich. Die eingesetzte Enocean-Technik arbeitet energieautark ohne Batterie und ist als weltweiter Standard etabliert. Abseits von Hightech überzeugt das Musterhaus auch mit einigen sinnvollen Details wie beispielsweise dem weitgehend barrierefreien Familienbad im Obergeschoss – ausgestattet mit hochwertigen und daher langlebigen gw#H4F Materialien.

homes4future 4/2021 #H4F

Gerd Walther Redakteur


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