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Das intelligente Haus 1-2019

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4,80 E

smart wohnen online:

Das

intelligente Haus

www.das-intelligente-haus.de

Das

E N T E RTA I N M E N T

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• Österreich E 5,50 Schweiz sfr 9,60 • BeNeLux E 5,70 • Italien E 6,50 Spanien E 6,50 • Portugal (cont.) E 6,50 Slowenien E 6,50 • Slowakei E 6,50

SICHERHEIT •

E N E R G I E S PA R E N

1/2019

intelligente Haus

2 4 m Smartho e

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Magazin für cleveres Wohnen

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STROMÜBERSCHUSS CLEVER NUTZEN!

• Smarter Durchblick

GLÜCK IM NEUEN SMARTHOME

„Unverzichtbar“

Intelligente Fenster: sicher, bequem, effizient

• Jetzt nachrüsten! 10 Systeme im Test

• Selbst probieren Smarthome-Technik im Musterhaus

• Energiesparen 7 intelligente Tipps

Haus mit dem Smart-TV steuern Redaktions-Besuch

Schlaue Scheune

Ein 150 Jahre altes Haus wird smart


STUTTGART

FRANKFURT

MÜNCHEN

200

MUSTER HÄUSER


Oliver Gerst, stellvertretender Chefredakteur

Die Fangemeinde wächst

B

eim Entrümpeln fiel mir ein Duden-Fremdwörterbuch von 1990 in die Hände. Spaßeshalber habe ich das Wort „smart” nachgeschlagen und die Bedeutungen schlau, geschäftstüchtig, durchtrieben oder in Sachen Mode schick und flott gefunden. Eine Wort-Kombination mit Haus – Fehlanzeige! Auf Google wimmelt es heute dagegen nur so von Ergebnissen: Smart-TV, Smartphone, Smarthome ...! Der Grundstein dafür wurde im selben Jahr gelegt – das World Wide Web war ab sofort öffentlich zugänglich und fand schnell eine wachsende Zahl von Usern. Der Beginn der digitalen Revolution. So gab es bereits nach der Jahrtausendwende verschiedene Projekte mit Smarthome-Technologie – zum Beispiel das „T-Com-Haus” in Berlin 2005. Inzwischen hat der Smarthome-Markt eine breite Öffentlichkeit erfasst, mit steigender Tendenz. Laut Statistikportal „Statista” liegt die sogenannte Penetrationsrate in Deutschland aktuell bei 19,9 Prozent und soll im Jahr 2023 voraussichtlich bei 34,5 Prozent ankommen. Auf Dauer wird sich also weder die Neubaufamilie noch der Sanierer den Vorteilen der Smarthome-Technik entziehen können – und wollen. Denn wer möchte nicht von mehr Sicherheit, Energieeffizienz und Bequemlichkeit profitieren? Ganz abgesehen davon, dass smarte Technik richtig Spaß machen kann ...! In diesem Heft liegt der Schwerpunkt auf Nachrüstung: Eine spannende Reportage beleuchtet eine alte Scheune, die zur topmodernen smarten Wohnung wurde, gefolgt von aktuellen Nachrüstungs-Systemen. Zum Thema Neubau zeigen zwei Fertighäuser, wie smart die Branche baut, in einem Musterhaus haben wir die Technik live ausprobiert. Wir verraten, was smarte Fenster können, der TV zur Haussteuerung beiträgt und wie sinnvolle Nutzung von selbtsproduziertem Strom aussieht. Außerdem wollen viele aktuelle Produkte im Heft neugierig machen, und die Vorstellung unserer DiH-Smarthome-Experten soll helfen, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Viel Spaß beim Lesen! Herzlichst Ihr

„Ein Haus mit dem wunderbaren Werkstoff Holz schenkt seinen Bewohnern ein unnachahmliches Raumklima, eine Quelle der Kraft, und einen Ort, an den man sich sicher und geborgen fühlt.” INFOS: Tel.: +49 2247 9172-30 www.stommel-haus.de


INHALT

Dieses intelligente Musterhaus hat Fingerhaus am Unternehmens­sitz in Frankenberg eröffnet. Darin zeigt der Hersteller – auf Basis des KNXStandards – erstmals seine neue SmarthomeLösung, die er mit einer besonders effizienten Haustechnik verbunden hat.

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Sie können Funktionen auch zusammenfassen und so ein paar Schalter einsparen.

Start smart 6 Internet of things: Alle sprechen vom IoT,

Intelligenter Altbau

12 Scheunen-Fund: Sabine Pfeiffer und Markus

Peter verwandeln 150 Jahre altes Gebäude in naturverbundenes, komfortables Smarthome

18 Für Einsteiger: Funktechnik für die Haus-

steuerung kann jeder selbst installieren – aktuelle Systeme im Überblick

26 Online-Plattformen: So werden vernetzte

­ eräte unterschiedlicher ­Hersteller über G gemeinsame Bedienoberflächen gesteuert

30 Smarthome-Service: Neue Angebote

zur Unterstützung für die Nachrüstung intelligenter Haussteuerungs-Produkte

Systeme für den Einstieg ins Smarthome gibt es viele. Aber welche halten auch den wachsenden Ansprüchen ihrer Nutzer stand? „Das intelligente Haus” hllft bei der Auswahl der richtigen Produkte.

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Smarter Neubau

34 In der Komfortzone: Individuell geplantes

Fertighaus mit vielen smarten Details erfüllt alle Ansprüche von Claudia und Hans Moock

38 Selbst probiert: DIH-Redaktion testet Funktechnik von Enocean und Eltako in Haus „Casaretto” von Büdenbender

44 Smarties: Neuheiten aus der Smarthome-

Technik-Entwicklung – nützliche, interessante und schicke Produkte für Ihr Zuhause

70 Schlaues Musterhaus: Fingerhaus kombiniert

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Das intelligente Haus

neue Smarthome-Lösung mit besonders effizienter Haustechnik

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Adressen Seite 69

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aber wo spielt sich das eigentlich ab? Antwort: Überall in unserem Alltag ...

Titelbilder: Halio, Hager, Weberhaus, Philips, Gira

Redaktionsbesuch im Musterhaus „Casaretto” von Büdenbender in Fellbach: Ein spannender Tag, an dem Duygu Dogan die EnoceanFunktechnologie von Eltako hier live erleben und einfach mal mit den Smarthome-Komponenten spielen konnte.


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Energiemanagement 48 Digitale Energiewende: So stillen Sonnen-

und Windenergie den wachsenden Energiebedarf für E-Autos und Wärmepumpen

54 Smarte Fenster: Sie verbessern via Internet

und Smartphone Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit von Häusern ganz erheblich

58 Sieben Energiespar-Tipps: Wie Smarthome-

In einer ehemaligen Scheune wurde der Heuboden zu einer Wohnung ausgebaut, wo heute viele Anwendungen wie Verschattung, Heizung und Beleuchtung smart gesteuert werden. So sorgen zum Beispiel LEDs im Bad für frische, abwechslungsreiche Lichtstimmungen.

Wir haben uns auf dem Markt umgesehen und nützliche, interessante und schicke smarte Produkte für Ihr Zuhause entdeckt. Lassen Sie sich inspirieren ...

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Technik hilft, vorhandene Ressourcen möglichst effizient einzusetzen

Unterhaltung 62 Der TV denkt mit: Fernseher sind heute gut

vernetzt und können sich auch in die Heimsteuerung einklinken – so funktioniert’s!

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66 Intelligenz-Check: Wir haben aktuelle Smarthome-Neuheiten und vernetzte Gadgets im Praxiseinsatz unter die Lupe genommen

Smarter Service

74 Inside Intelligenz: DiH-Website,

Erlebnismesse „Das intelligente Haus” und Firmenporträts der Premium-Experten

Showrooms & Experten

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S marthome-Profis vor Ort: Regionale Fachbetriebe stellen sich und ihre Showrooms der Öffentlichkeit vor

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Anschriften

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Impressum & Vorschau

Online-Plattformen bringen zusammen, was ­zusammengehört. Sie können vernetzte ­Geräte unterschiedlicher ­Hersteller über eine gemeinsame Bedienoberfläche steuern.

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Interfacedesign: schmitz Visuelle Kommunikation

hgschmitz.de

Das Smart Home im Griff.


Mit dem Gira X1. www.gira.de

Jalousiesteuerung

Funktionsübersicht

Raumtemperatur einstellen

Jalousien oder Rollläden herauf- bzw. herunterfahren, in einer exakt vordefinierten Höhe positionieren, Lamellen in die gewünschte Position bringen: Mit seinem Mobilgerät kann der Nutzer alles steuern – auch von unterwegs.

Sämtliche Funktionen eines Gebäudes werden in der Gira X1-App als Kacheln visualisiert. Zentrale Funktionen wie Ein- und Ausschalten, Temperatur regeln oder in festen Schritten dimmen können schon in dieser Ansicht bedient werden.

In Verbindung mit einem entsprechenden KNX Sensor lässt sich mit der App auch die Raumtemperatur steuern. Über verschiedene Betriebsmodi wie Komfort oder Nacht lassen sich Wunschtemperaturen abrufen.

Szenen abrufen

Zeitschaltuhren

Kameraüberwachung

Wertgeber

Zu einem perfekten Raumambiente gehören das richtige Licht, die ideale Temperatur, ein angemessener Sichtschutz und vielleicht ein wenig Musik im Hintergrund: Über die App lässt sich die Wunschstimmung mit einem Fingertipp am Mobilgerät direkt aufrufen.

Über die Zeitschaltuhr können viele Funktionen automatisch an festgelegten Tagen zu einer bestimmten Uhrzeit ausgelöst werden. Dann fahren z. B. die Jalousien automatisch morgens herauf und am Abend wieder herunter, oder die Heizung schaltet automatisch in den Nachtbetrieb.

Wissen, was im Haus vor sich geht – auch in Abwesenheit: Mit der Gira X1-App lassen sich auch Videobilder, zum Beispiel von IP-Kameras, übertragen und darstellen. Ein beruhigendes Plus an Sicherheit.

Vordefinierte Einstellungen steuern die Jalousie oder Heizung an: Der Wertgeber sendet die Werte in das KNX System; die externen Geräte können diese auswerten und die entsprechenden Funktionen ausführen.

Lichtsteuerung Licht ein- und ausschalten oder auf exakt den gewünschten Wert dimmen: Mit der Gira X1-App lässt sich die Be leuchtung mit maximaler Flexibilität steuern. Mehrere Schalter- und Dimmervorlagen stehen für die unterschiedlichen Anforderungen zur Verfügung.


START SMART

Internet Car sharing

Teilen ist das neue Haben – zumindest für immer mehr Menschen in der Stadt. Ohne IoT wären Angebote wie Car2Go oder Drivenow undenkbar: Die App zeigt, wo das nächste Auto steht. Sie weiß das, weil jedes Auto seinen Standort an die Zentrale meldet – via Internet.

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Alle reden vom IoT – dem Internet of things. Aber gibt‘s das denn schon und wo spielt sich das ab? Die Antwort ist ziemlich einfach: Ja, überall in unserem Alltag.

Fotos: Bosch, Car2Go (2), Miele

of things Der Stromzähler liefert per IoT automatisch Spülmaschinen-Tabs. Er erkennt am Lastprofil, wann die Maschine läuft und zählt mit. Alle 40 Durchgänge bestellt er online einen Karton Tabs – wenn der Kunde will.

Automatisch bestellt 1 - 2019

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START SMART

Kochen Selbst der kultige Thermomix kocht jetzt nach Rezepten aus dem Internet. Von der Zutatenbestellung bis zur Garzeit leiten Apps so alle Prozesse an. Nur schnippeln kann das IoT noch nicht selbst.

Touren mit Komoot & Co. am Smartphone planen, mit dem Radcomputer nachfahren und später im Online-Tourentagebuch speichern. Navigieren mit IoT-Support hilft, neue Wege zu finden.

Rad-Navigation Sprache im Auto Ob Sprachsteuerung im Haus wichtig ist, sei dahingestellt. Im Auto sorgen IoT-Assistenten wie Alexa und Google Assistant dafür, dass die Hände beim Telefonieren oder Radio bedienen bleiben, wo sie hingehören: am Lenkrad.

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Smart beleuchten

Fotos: Vorwerk, Bosch eBike, Komoot, Audi, BMW, Signify (2), Tado, Bosch Thermotechnik

Noch Zukunfts­ musik: Im Schweizer Wädenswil messen vernetzte Sensoren den Verkehr und schalten die Beleuchtung nur dort an, wo die Straße belebt ist. Das System von Signify spart Energie und hilft bei der Verkehrssteuerung.

Heizen und Kühlen Weltweit sammeln Sensoren Wetterund Luft-Messwerte in riesigen Onlinedatenbanken. Damit können Sie den Betrieb Ihrer Heizung und das Raumklima zu Hause optimieren. Steuerungssysteme wie etwa Tado werten die Daten aus und geben Tipps beispielsweise zum optimalen Lüften.

Intelligentes Haus Wenn im eigenen Haus ein ­Energiemanager den Solar-Strom je nach Wetter und Heizbedarf auf Wärmepumpe, Wasch­ maschine und E-Auto verteilt, dann können Sie dem Internet of Things im Wortsinne bei der Arbeit zuschauen.

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INTELLIGENTER ALTBAU

Im Wandel: Das ehemalige Heulager im Obergeschoss der Scheune stand 20 Jahre lang leer, bevor es zu einer großzügigen Wohnung umgebaut wurde. Im Sockelgeschoss befinden sich heute Lagerräume und die Heizungsanlage.

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Scheunen Fund Den Heuboden einer knapp 150 Jahre alten Scheune verwandelten Sabine Pfeiffer und Markus Peter in ihr naturverbundenes und komfortables Zuhause. Das handwerklich begabte Paar setzte dabei neben der klassischen Substanz des Hauses auch auf eine topaktuelle Smarthome-Gebäudetechnik und eine effiziente Haustechnik.

S

Praktiker-Paar: Sabine Pfeiffer und Markus Peter bewältigten einen Großteil des Umbaus selbst – zusammen mit Familie und Freuden. Die Handschrift des Zimmermeisters ist kaum zu übersehen. Doch die Besitzer haben auch ein Faible für Haustechnik.

o kann also die Lösung der viel beschworenen Wohnungsnot aussehen – vorausgesetzt, man lebt in der richtigen Gegend und hat gute Connections. Markus Peter und Sabine Pfeiffer hatten schon einige Zeit erfolglos nach einem Bauplatz in ihrer Heimat in Mittelfranken gesucht. Da fiel ihr Blick auf die alte Scheune auf dem Hof des Großvaters. Die stammt ursprünglich aus dem Jahr 1870, wurde mehrfach umgebaut und stand schließlich seit 1994 ungenutzt da. Für den gelernten Zimmermeister Markus Peter und seine Partnerin bedeutete dieser Scheunen-Fund das Ende der Suche nach dem klassischen Bauplatz. Immerhin bietet das Bauwerk allein mit seiner Grundfläche von 13,5 mal 26,5 Metern größere Platzreserven als so mancher typische Reihenhaus-Bauplatz. Gesagt, geplant, getan: Das handwerklich begabte Paar machte sich selbst an den kompletten Umbau des ehemaligen Heubodens, also der ersten und zweiten Etage der Scheune, in ihren ganz

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INTELLIGENTER ALTBAU

persönlichen Traum vom Wohnen. Im Sockelgeschoss, den ehemaligen Stallungen, befinden sich heute weiterhin Lagerräume sowie die Haustechnik. Dazu gehört eine Holzschnitzelheizung und der zugehörige Brenngut-Bunker. Eine Etage darüber blieb dagegen buchstäblich kein Brett am anderen. Die Bauherren bauten die Außenwände in einer mehrschichtigen Holzständerbauweise neu auf und ergänzten die Wände innen durch eine sechs Zentimeter starke Installationsebene. Auf der Südseite öffneten sie den Grundriss für eine 60 Quadratemeter große Terrasse und setzten auf der gesamten Länge der ehemaligen Scheune einen 1,5 Meter tiefen Balkon an. Bei der Raumeinteilung innen konnten sich Markus Peter und Sabine Pfeiffer völlig frei austoben – mal abgesehen von den vorhandenen Pfetten und Stützen, die sie sichtbar in ihr Wohnambiente integrierten. Gut ein Drittel der gesamten Grundfläche spendierten sie dabei dem Koch-, Ess- und Wohnbereich, der sich offen rings um die zentrale Speisekammer gruppiert.

Smarte Haustechnik vom Profi Auch wenn die Mischung aus glatt verputzten Wänden und warmem Eichenholzparkett nicht direkt darauf hindeutet, sind die Bewohner des Heuboden-Refugiums überaus technik-affin. Während sie die Baumaßnahmen zum größten Teil selbst in Angriff nahmen, holten sie für ihre Technik-Ausstattung mit automatischer Beschattung, smarter Heizungssteuerung und farblich einstellbaren Beleuchtungselementen Hilfe vom Profi. Die Smarthome-Technik plante der erfahrene Systemintegrator Klaus Geyer mit bewährter KNX-Bustechnik. Der „kleine“ KNX Server Gira X1 kam den Bauherren hier gerade recht, da ihr Budget begrenzt war und ihr ProNaturnah: Ein gelungenes Zusammenspiel aus sichtbaren alten Holzbalken und dem handgehobelten Eichenparkett einerseits sowie glatt weiß verputzten Wänden andererseits schafft eine behagliche Wohnatmosphäre. Dank der fein regelbaren Fußbodenheizung bewegt man sich hier auch im strengen Winter in Strümpfen oder barfuß über den mit Naturöl eingelassenen Boden.

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Oberstübchen: Über Schlafzimmer, Bad und Kinderzimmern ist eine Galerieebene eingezogen, zu der eine Holztreppe aus dem Wohnraum führt (Seite 15 Bild links unten). Die Küche ist durch eine Speisekammer und den Kaminofen von der Sofaecke getrennt (großes Bild). Darüber entstand ein kleiner zusätzlicher Rückzugsraum, den man über eine Brücke von der Galerie aus erreicht.

Tast-Sinn: Alle Funktionen und Szenen lassen sich über KNX-Wandtaster aus dem E2 Programm von Gira starten (rechts oben). Die Gira Wohnungsstation zeigt, wer unten vor der Haustüre steht und lässt Gäste auf Knopfdruck herein (rechts Mitte). Das Klingeln und das zugehörige Videobild werden auch an die zentrale X1-App übertragen. Neben der Video-Türklingel gewährt ein Fingerprint-Sensor an der Haustüre den Bewohnern Zutritt, ohne dass sie ihre Taschen nach dem Schlüssel durchsuchen müssen (rechts unten).

Überblick: Die aufgeräumte grafische Menüoberfläche der Gira X1 App erlaubt eine präzise und intuitive Steuerung von Funktionen wie der Raumtemperatur oder der Beschattung mit Außenjalousien. Die Bewohner können in der App übergreifende Szenarien, Zeitprogramme oder Automatisierungen mit jeweils mehreren Funktionen selbst anlegen.

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INTELLIGENTER ALTBAU

jekt keine allzu großen Anforderungen an externe Schnittstellen oder die Integration exotischer Anlagen bot. Laut Systemintegrator Klaus Geyer spart der X1 vor allem bei der Installation und Programmierung viel Zeit gegenüber dem klassischen Homeserver. Er bietet aber dennoch mehr Möglichkeiten für Szenen und Automatiken als viele andere KNX-Zentralen. Individuelle Wünsche der Bauherren – die Integration der Videosprechanlage von der Haustüre im Erdgeschoss oder eine Steuerung der Sonos Multiroomanlage – leistet der X1 ebenfalls. So wurde der Scheunen-Fund am Ende nicht nur ein Wohntraum in XXL, sondern auch ein perfektes Beispiel für schlaue Haustechnik im Normal-Format. rot ❚

„Wir haben in der Küche schon Netzwerkkabel verlegt, falls wir dort irgendwann smarte Geräte ergänzen möchten.“

Sabine Pfeiffer, Markus Peter, Bewohner und Umbauer

Licht-Spiel: Der Gira X1 schaltet, dimmt und steuert farbiges LED-Licht, das beispielsweise im Badezimmer für eine frische, abwechslungsreiche Beleuchtung sorgt. Das Haupmenü des X1 führt alle Zimmer und Bereiche des Hauses mit passenden Icons an (rechts).

Daten & Fakten zum Haus OBJEKT: Aus- und Umbau des ehem. Heubodens einer Scheune (Bj 1870) SMARTHOME-EXPERTE: Klaus Geyer Elektrotechnik, Rosenstraße 2, 90542 Eckental, www.klaus-geyer.de WOHNFLÄCHE: 360 m2 + 97 m2 Balkon und Terasse

Steuer-Zentrale: Der kompakte Gira X1 leitet die Geschicke der Haustechnik vom Schalt- und Sicherungsschrank aus. Seine Stärken sind sein günstiger Preis und die einfache und schnelle Konfiguration. Dennoch lassen sich komplexe Logiken programmieren.

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BAUWEISE: Außenwände in Holzständerbauweise mit zusätzlicher 60 mm Installationseben, Dämmung mit Holzwolle. Außen hinterlüftete Lärchenholzschalung. Dach mit 200 mm Dämmung, mit Trapezblech verkleidet

HAUSTECHNIK: HolzschnitzelHeizungsanlage mit Fußbodenheizung, Wärmeabfuhr von Gefrierschrank und Wein-Kühlschrank ins Untergeschoss. Gira Video-Türsprechanlage, Sonos Multiroomsystem STEUERBARE SYSTEME: Smarthome-Technik mit KNX-Businstallation, steuerbar/programmierbar mit Gira X1, steuert LED-Beleuchtung (Farbsteuerung, Dimmen), Beschattung mit Jalousien, Raumwärme, überwacht Zustände und steuert Betrieb der Heizungsanlage, Fensterüberwachung. Sonos-Steuerung über X1, www.gira.de


Interview mit Klaus Geyer

Wir nutzen tausende KNX-Komponenten „Das intelligente Haus” sprach mit Systemintegrator Klaus Geyer über die Planung der Steuerungstechnik beim Scheunen-Umbau und wie komplexe KNX-Systeme kostengünstig zu realisieren sind. Das intelligente Haus: Herr Geyer, Sie automatisieren ja seit fast 20 Jahren Gebäude mit dem Gira Homeserver. In dem Scheunen-Umbau kam der Gira X1 zum Einsatz – warum? Klaus Geyer: In diesem Projekt ging es den Bauherren darum, eine preisgünstige Lösung für die Smarthome-Technik zu finden, die trotzdem eine umfangreiche Logik-Programmierung bietet. Der X1 hat hier alle Anforderungen erfüllt. Und bot sich damit ganz klar an. DiH: Welche Gewerke werden dabei konkret gesteuert – und welche nicht? Geyer: Mit dem X1 kamen wir hier aus, weil beispielsweise keine allzu komplexe Heizungssteuerung über Netzwerk- oder Modbus-Schnittstellen notwendig waren. Die Verbindung zur Holzschnitzelheizung ließ sich über analoge Schnittstellen herstellen. Vier analoge KNX-Eingänge übertragen Status- und Fehlermeldungen der Heizung. Temperatur- und Thermostat-Daten werden über Sensoren erfasst. Für die Steuerung einer Wärmepumpe dagegen braucht man in der Regel eher den Homeserver und passende Schnittstellen-Programme. Die Bauherren haben hier auch eine Multiroom-Musikanlage von Sonos. Sie lässt sich über den X1 steuern. Die übrige Haustechnik ist mit farbiger Beleuchtung, Beschattung, Fensterüberwachung und der Türkommunikation schon umfangreich, aber nicht besonders komplex. DiH: Wenn Sie den X1 , den Homeserver und andere KNX-Zentralen vergleichen – was sind deren Stärken und wo liegen die Grenzen der verschiedenen Systeme?

Geyer: Der X1 ist eine sehr interessante Weiterentwicklung von Gira. Für kleinere Objekte bietet er zu einem günstigen Preis eine sehr ausgereifte Logik-Programmierung, die so nur wenige Mitbewerber haben. Da ist er durchaus vergleichbar mit dem Homeserver, lässt sich aber viel schneller einrichten. Der Homeserver ist weiterhin überall dort gefragt, wo komplexe Schnittstellen oder Steuerungsmodule für externe Systeme wie Wärmepumpen oder bestimmte vernetzte Unterhaltungselektronik-Komponenten notwendig sind. Dafür gibt es eine große Entwickler-Community, die solche Verbindungen für den Homeserver seit Jahren entwickeln und pflegen.

Smarthome-Experte Klaus Geyer. Der QR-Code unten führt direkt zu seinem Firmenprotrait unter www.das-intelligente-haus.de/ experten

DiH: Wie planen Sie bei einem solchen Projekt die Ausstattung des Hauses mit KNX-Komponenten – Aktoren, Sensoren und Taster? Geyer: Der Vorteil ist, dass wir tausende standardisierte KNX-Komponenten nutzen können. Neben den optimal aufeinander abgestimmten Displays und Steuerungsgeräten, etwa von Gira, gibt es unzählige weitere Aktoren oder Sensoren. Wir haben eine langjährige Erfahrung, welche unter den Aspekten Preis und Leistung jeweils die Besten sind. Die setzen wir ein – mal von Gira oder Jung, mal von MDT, Zennio, Berker oder anderen Marken. Auch so werden KNXProjekte für Kunden gut und preiswert. Wir haben dafür ein sogenanntes Raumbuch entwickelt, mit dem wir die Ausstattungswünsche und Funktionen abfragen. Die Ausarbeitung erlaubt uns dann, die optimalen Produkte auszuwählen. Hier gab mir der VDE Verlag die Möglichkeit, unsere Art der Erfassung in einem Ratgeber näher zu beschreiben. Für Interessierte Bauherren bieten wir auch eine Vortragsreihe dazu an.

Im VDE Verlag ist der Ratgeber für Planer und Bauherren von Klaus Geyer erschienen: „KNXAnlagen – Fehlervermeidung bei Planung und Installation“. Darin zeigt er auch, wie er den Bedarf seiner Kunden erfasst.

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