Skip to main content

bauen. 2-2026

Page 1

NO. 2 | Februar 2026

02/2026 € 5,80 • A 6,70 € • CH 9,30 sfr • Benelux 7,00 € • I/E/P (cont) 8,20 €

Der Weg ins Traumhaus

ra t x E 2x eit

rh Siche schutz nen n o S + aus im H

Sparsam & ökologisch: Heizen mit Wärmepumpe

Moderne Häuser für Familien


DAS HUF HAUS

FEELING

Erleben Sie HUF HAUS hautnah: In einem unserer Musterhäuser in ganz Europa oder bei einer persönlichen Tour durch die hochmoderne Produktion im Westerwald. Terminvereinbarung unter 02626 761-200.

Luxuriös | Individuell | Nachhaltig | Wertstabil


Editorial

Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet. Alan Kay

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: Oliver Röckle

der Bau des eigenen Hauses ist ein Lebensprojekt. Und da es sich hier um das künftige Zuhause Ihrer Familie handelt, ist es vermutlich auf emotionaler Ebene sogar noch mehr als das. Hier geht es darum, einen Ort zu schaffen, der gleichzeitig Geborgenheit bietet und Freiheiten schafft. Der Raum, der Sie als Familie zusammenhält, an dem man immer wieder zusammenkommt – selbst dann noch, wenn der Nachwuchs irgendwann flügge wird –, an den auch die erwachsenen Kinder immer zurückkehren oder sich zumindest ihr Leben lang erinnern werden. Damit dieses Zuhause viele Jahre und Jahrzehnte funktioniert, muss es jeder Menge Anforderungen gerecht werden: Es muss quasi mitwachsen, flexibel sein, sich den wandelnden Lebenssituationen anpassen. Moderne Familienhäuser sind darum individuell, flexibel und strukturiert – sie unterstützen den Alltag – heute genauso wie in 15 Jahren. Wir zeigen ab Seite 12 verschiedene „moderne Familienhäuser“. Auch unser zweites Schwerpunktthema befasst sich mit dem Aspekt des langfristigen Planens. Wir zeigen Ihnen und beleuchten „nachhaltige und effiziente Hauskonzepte“ (ab Seite 52), die durch hochwertige, ökologische Materialien, intelligente Bauweisen und zukunftsfähige Technikkonzepte mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen insgesamt punkten – vom Bau bis zur täglichen Nutzung. Es geht also um Verantwortung und Wohnkomfort, darum, auf Qualität statt kurzfristige Lösungen zu setzen und somit in Zukunftssicherheit und Lebensqualität zu investieren. Ein zentrales Thema hierbei ist auch der sparsame Verbrauch von Energie. Steigende Energiekosten, begrenzte Ressourcen und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit rücken effiziente Heizlösungen in den Fokus. Die Wärmepumpe hat sich inzwischen als zukunftsfähige Technologie etabliert. Sie nutzt vorhandene Energie aus Luft, Erde oder Wasser und wandelt sie effizient in Wärme um. Das schont die Umwelt und das Haushaltsbudget. Erfahren Sie ab Seite 28 alles Wichtige über Funktion, Vorteile und Kosten. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und hoffen, Sie werden ermutigt, bewusste Entscheidungen zu treffen und inspiriert, sich ein Zuhause zu schaffen, das ganz zu Ihnen passt – heute und in vielen Jahren.

Herzlich, Ihre

Christine Meier, stellv. Chefredakteurin

SCHÖN. GESUND. BEZAHLBAR. Günstige Aktionshäuser, individuelle Planung und Ausstattung, Festpreisgarantie, ein Ansprechpartner. Das Musterhaus Estenfeld erfüllt den Traum nach einem modernen, familienfreundlichen und bezahlbaren Zuhause. Wann sprechen wir über Ihre Träume?

Zur Haustour


b

12

HÄUSER FÜRS SCHÖNSTE FAMILIENLEBEN

28

EinbruchSCHUTZ 2026

DAS EIGENHEIM SICHER MACHEN

Smart schließen

SPARSAM HEIZEN

Was sollte man beim Kauf von smarten Schließsystemen beachten?! 3 Systeme im Kurztest

Erst der Riegel Zuerst kommt immer die

Iron Curtain Alu-Rollläden können die Sicherheit erhöhen

35

10 SEITEN EXTRA

4 bauen. 02.2026

Foto: Mitsubishi Electric

einbruchhemmende Hardware

Foto: Siegenia

Foto: D. Göckeritz/Schwörer Haus

Inhalt


68

TRENDS FÜR DEN INNENRAUM

ARCHITEKTUR Moderne Familienhäuser 12 18 20

Reportage: Hier spielt die Musik Wissen: Happy family life Wissen: Vier Hausbeispiele von glücklichen Familien

68

Living: Blickfang Foto: 2025 Akzo Nobel N.V./Dulux

Innenraumgestaltung

PLANUNG Fassade 46

Außenwirkung

ÖKOLOGIE Nachhaltige und effiziente Hauskonzepte 52 54 60

Wissen: Sparsam & grün Reportage: Mit Weitblick geplant Reportage: Markanter Auftritt

TECHNIK Wärmepumpe 28

Wissen: Clever, ökologisch & sparsam

GELD & RECHT Bauzeitverzögerungen Verspätungen auf der Baustelle

SERVICE 03 06 74 83

Editorial Magazin Ihre regionalen Baupartner Impressum/Vorschau

Titelfoto:

Lother Rehermann/Huf Haus

Foto: Katharina Jaeger, fotografische Werkstatt

64

BESSER BAUEN – FÜR MENSCH & UMWELT

52 02.2026 bauen. 5


Maga zin

News & Trends

Mit den steigenden Temperaturen beginnen wir uns nach dem Draußen zu sehnen. In dieser Villa bei München schufen Görg Architekten eine stetige Verbindung zur umgebenden Natur, indem sie mit einer großflächigen Verglasung die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen ließen. Die raumhohen Schiebefenster „Cero III“ können größtenteils geöffnet werden. Auskragende, umlaufende Terrassen und markante Dachüberstände schützen wiederum vor direkter Sonneneinstrahlung. www.solarlux.de

6 bauen. 02.2026

Foto: Malik Pahlmann für Solarlux GmbH

Nahtlose Übergänge


Die neuen Superior-Häuser

Foto: SLAMP Sp.A

Die S-Linie für das gewisse Etwas

Kunst aus Licht Ob als Hängeleuchte, Wand-/Deckenleuchte oder Tischleuchte – die handgefertigte Lampe „Clizia Mama No Mama“ fungiert als einzigartiger Blickfang und spendet angenehmes Licht. Entworfen von dem italienischen Designer Adriano Rachele, überzeugt der Kunststoffschirm mit geschwungenen „Blütenblättern“ durch ein sanftes Schattenspiel. „Clizia Mama No Mama“ ist in Gold, Schwarz und Weiß erhältlich. Die Blütenblätter werden aus „Cristalflex“, einem innovativen, bruchfesten Technopolymer hergestellt, wodurch sich die Leuchte auch durch Langlebigkeit auszeichnet. www.slamp.com

Neue Auswertung: Warmwasser sparen Nicht das Nutzerverhalten, sondern die Technik bestimmt maßgeblich den Energieverbrauch für Warmwasser. Das zeigt eine Auswertung realer Verbrauchsdaten von rund 700 Haushalten durch „co2online“ und „Scientists for Future“. Vor allem zentrale Warmwasseranlagen mit Zirkulation verursachen hohe Verluste: In Einpersonenhaushalten kann der Verbrauch bis zu dreimal höher sein als ohne Zirkulation. Das größte Sparpotenzial liegt daher in einmaligen technischen Maßnahmen wie dem Dämmen von Leitungen oder dem Abschalten der Zirkulation. Verhaltensänderungen wie kürzeres Duschen bleiben sinnvoll, sind aber weniger wirksam. Besonders in älteren Gebäuden lohnen sich technische Optimierungen, die zudem staatlich gefördert werden. www.co2online.de

• Ausgefallenes Hausdesign • Raumhohe Glasflächen, Terrassenschiebetüren und Eckfenster • Höhere Räume im Erdgeschoss • Extrahohe Haustüren • Kubische Eingangsdächer • Fenster mit französischen Balkonen • Großzügige Grundrisse mit schönen Wellnessbädern • Moderne minimalistische Traufen oder extrabreite Dachüberstände Point 217 S

Perfect 120.1 S

Point 153 S

Park 156 S

Point 236 S

www.danwood.de


Foto: next125

Maga zin

Die Kraft von Blau

Foto: Tylko

Tylko präsentiert mit „The Blue Edit“ eine Farbpalette aus sechs Blautönen, die Räumen Ruhe und Harmonie verleihen. Neue Nuancen sind für Möbelund Stauraumkollektionen wie „Edge“, „Original“, „Tone“ und „Smooth Sofa“ erhältlich. Die Auswahl reicht von „tiefem Dusk“ und dem hier präsentierten „Midnight Blue“ bis hin zu luftigen und ausdrucksstarken Varianten. Sowohl Sofas als auch Aufbewahrungssysteme können mit Anspruch an Individualität, Qualität und zeitlose Ästhetik online konfiguriert und bestellt werden. www.tylko.com

Reduzierte Eleganz Diese Küche im renovierten 60er-Jahre Haus von casaoakwood zeigt, wie minimalistisches Design zum Statement wird. Ceramic-Fronten in Bianco Beige, eine markante Kochinsel und muschelweiße Hochschränke verbinden Kraft und Eleganz. Eine Eichenholz-Nische mit subtiler Rillenoptik setzt warme Akzente. Damit überzeugt die Küche im JapandiStil durch Reduktion, Qualität und durchdachte Konzeption. www.next125.com

Elektroausstattung richtig planen

Foto: Initiative ELEKTRO+

Laut der Initiative „Elektro+“ steigert eine durchdachte Elektroplanung Wohnkomfort und Sicherheit. Wer Steckdosen, Licht und Anschlüsse raumweise plant und die Möblierung früh mitdenkt, vermeidet Kabelgewirr, Überlastung und teure Nachrüstungen. Orientierung bietet die Richtlinie „RAL-RG 678“ mit drei Ausstattungsstufen von der Mindestausstattung laut Norm bis hin zur Smarthome-Technik. Ein breites Beratungsangebot finden Baufamilien und Renovierer unter www.elektro-plus.com

8 bauen. 02.2026


Foto: Ceramiche Refin Spa

Pantone Farbe 2026

„Cloud Dancer“ heißt die Pantone-Farbe des Jahres 2026. Das edle Weiß erinnert an Wolken und lädt zu Neuanfängen ein. In diesem Jahr werden wir die Farbe in zahlreichen Produkten wiederfinden, darunter beispielsweise in der Fliesenkollektion „Ink“. Durch den fließenden Verlauf der Linien lassen die grafischen Details sich ständig verändernde Muster entstehen, die je nach Blickwinkel variieren. www.refin-fliesen.de

WIR MACHEN SCHLUSS MIT DEM UNERWARTETEN BEIM HAUSBAU.

An der frischen Luft

Etwas lauert bei der Hausplanung immer im Verborgenen: das Unerwartete. FingerHaus sorgt mit persönlicher und kompetenter Beratung für Klarheit von Anfang an. Unsere Experten begleiten Sie mit Erfahrung und Verlässlichkeit – vom ersten Beratungsgespräch, über die Planung und den Bau, bis zum Einzug in Ihr Finger-Haus.

Der Frühling naht und damit wird die Outdoor-Saison eröffnet. Der Tisch „Solyd“ von Designer Martin Hoss macht aus einem funktionalen Arbeitstisch ein stilprägendes Möbelstück für drinnen und draußen. Gefertigt aus massivem Teakholz überzeugt er durch handwerkliche Präzision und großzügige Maße von 280 × 100 Zentimetern. Das aus zertifizierten Plantagen in Indonesien stammende Holz besticht durch warme Ausstrahlung, lebendige Maserung und Langlebigkeit. www.dedon.de

Jetzt sorgenfrei ins eigene Zuhause!

Jetzt Infopaket anfordern: www.fingerhaus.de Foto: DEDON GmbH


Foto: Hansgrohe SE

Maga zin

Design im Bad In der „Lost Villa“ des erfolgreichen kanadischen Vloggers Christian LeBlanc, wurde die Ausstattung der Bäder zu dessen Herzensprojekt. Jeder Raum bekam seine eigene Konzeption und Geschichte. So passen die Armaturen der Kollektion AXOR My Edition mit individueller Trägerplatte in amerikanischem Nussbaum und in Brushed Bronze ideal zum eleganten italienischen Marmor des Masterbades. www.axor-design.com

Foto: mokebo GmbH

Der Cord-Sitzsack „Der Lümmel“ bietet ergonomischen Komfort und eignet sich perfekt, um nach einem langen Tag zur Ruhe zu kommen. Dabei kann der sehr leichte Sitzsack flexibel als zusätzliche Sitzgelegenheit oder Lesesessel eingesetzt werden. Wer wissen möchte, wie sich der Cordstoff anfühlt und aussieht, kann sich ein kostenfreies Stoffmuster nach Hause bestellen. Während sich „Der Lümmel“ für Innenräume eignet, lädt „Der Sunnyboy“ auch im Außenbereich zum Erholen ein. www.mokebo.de

10 bauen. 02.2026

Foto: Sébastien Adriaensen

Rückzugsoase

Waldhütte in Schwarz Inmitten von Kiefern, Birken und Farnen befindet sich das Studio von Maison Trico, umhüllt von einer markanten schwarzen Holzfassade. Das Architekturbüro Vlaminck Van Wetter interpretiert die archetypische Waldhütte neu und setzt auf vertikal montiertes, tiefschwarz gebeiztes Holz, das subtil mit der umgebenden Natur verschmilzt. Das „Clear-Holz“ ohne sichtbare Äste lässt die Maserung sichtbar und entwickelt mit der Zeit eine silbrige Patina. www.kebony.com


Der „Deutschland summt!“Pflanzwettbewerb 2026 ruft z u m b i e n e nf re u n d l i c h e n Gärtnern auf: Vom 1. April bis 31. Juli können Privatgärten, Balkone, Schulen, Kitas, Vereine, Unternehmen und Kommunen ihre Wettbewerbsbeiträge einreichen. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise sowie Urkunden. Der Wettbewerb lenkt den Blick auf die rund 600 in Deutschland lebenden Wildbienenarten. www.wir-tun-was-fuer-bienen.de

Foto: Roland Günter

PflanzWettbewerb

Expertentipp des VPB:

Sichere Wege, wenn es rutschig und dunkel wird Glatte und rutschige Wege erhöhen die Unfallgefahr erheblich. Die meisten denken dabei an Eis und Schnee. „Doch schon im Herbst, wenn feuchte Blätter die Böden bedecken, empfiehlt es sich, diese regelmäßig von den Wegen und Treppen rund ums Haus zu entfernen, um Stürzen vorzubeugen“, sagt Carsten Clobes, Regionalbüroleiter des Verbands Privater Bauherren e.V. (VPB) in Kassel. „Auch wenn die Winter milder werden, sollten Eigenheimbesitzer in Erinnerung behalten, dass sie meist auch verpflichtet sind, Schnee auf dem Gehweg vor Ihrem Haus zu räumen.“ Gerade in höheren Lagen, wo es noch häufiger zu Frost kommt, gilt: Wer umsichtig ist, stellt Splitt, Sand und Schneeschippe rechtzeitig bereit. Auch gute Sicht schafft Sicherheit auf den Wegen rund ums Haus. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollte die Beleuchtung in den Außenbereichen funktionieren. Besser ist es also, wenn man rechtzeitig im Hellen überprüft, ob alle Lampen dort noch intakt sind. „Um die Augen nicht zu überfordern, ist Helligkeit allein noch nicht die Lösung“, erläutert Clobes. „Die Beleuchtung sollte auch blendfrei sein.“ Das sorge für Sicherheit auf den Außentreppen, am Gartentor, in der Auffahrt und an der Haustür. Orientierung für andere, die einen suchen, gibt nicht zuletzt die Hausnummer. Auch die sollte also beleuchtet und gut sichtbar sein. Kommt es doch einmal zu einem Sturz, finden Helfer im Notfall die richtige Adresse schnell. Die Lieferung online bestellter Weihnachtsgeschenke dürfte dies auch beschleunigen. Ob die Hausnummer gut sichtbar ist, beeinflusst manchmal auch der Efeubewuchs: Hat er im Laufe des Sommers alles überwuchert oder ist er schon ausreichend zurechtgestutzt? www.vpb.de

RAUM FÜR GANZ VIEL (ER)LEBEN! Mit 120 Jahren Know-How, heimischen Hölzern und natürlichen Materialien werden aus Ihren Wohnträumen individuelle Lebensmittelpunkte. Durchdacht, effizient und energetisch bis unters Dach.

Natürlich Bauen PAREN ENERGIE S ÜHLEN LF H O UND W

www.fingerhuthaus.de Fingerhut Haus GmbH & Co. KG 57520 Neunkhausen Infoline +49 2661 9564-20 info@fingerhuthaus.de


Architektur Re p o r t a ge • Mo d er n e Fa mi l i enhäuser

Hier spielt die Musik

Offen und einladend ist das Familienhaus auch zur Straßenund Eingangsseite gestaltet – ohne festen Zaun, dafür mit insektenfreundlicher Blumenwiese.

12 bauen. 02.2026


Fast wie im Süden! Für Familienvater Gabriele ist der Garten wie ein Stück Heimat: Ein Schattenplatz unter der luftigen Pergola, Gemüsebeete und robuste Pflanzen. „In Italien war das immer ein sozialer Ort, ein Platz für Familie und Freunde.“

Posaunist Gabriele Marchetti und seine Frau Esther wünschten sich für ihr Familienleben mit zwei kleinen Kindern mehr Freiraum: Ihr neues Zuhause im Berner Seenland gestalteten sie ganz nach persönlichen Wünschen und Ansprüchen: offen, funktional und nachhaltig.

M

anchmal braucht es etwas mehr Ausdauer und Geduld – und vor allem auch ganz schön viel Glück, um Ziele zu erreichen. Familie Marchetti hatte beides. Denn es schien zunächst nahezu unmöglich, ein geeignetes Grundstück für ihr geplantes Zuhause zu finden. Bis die Familie eines Tages durch Bekannte von einer Ausschreibung erfuhr: vier Parzellen, über 250 Mitbewerber und sechs Monate Wartezeit! Keine besonders guten Voraussetzungen. Doch Familie Marchetti hatte riesiges Glück und bekam am Ende den Zuschlag für eine der Parzellen. „Zwei Bewerber vor uns sprangen ab, und dann mussten wir innerhalb von drei Tagen entscheiden,“ erzählt Bauherr Gabriele. Und dann musste alles ganz schnell gehen:

Die Finanzierung und die Suche nach einem passenden Hausbauunternehmen mussten in Rekordzeit organisiert werden.

Für heute und morgen Doch die Wahl des Baupartners fiel dem Ehepaar nicht leicht. Als sie im Musterhauspark in Suhr mit der Bauberaterin von Schwörer Haus ins Gespräch kamen, war dies ein echter Schlüsselmoment: Sie überzeugte durch klare, transparente Beratung und detaillierte Kostenaufstellung. Außerdem waren der Einsatz nachhaltiger Materialien und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, für Marchettis ausschlaggebend, sich für den schwäbischen Haushersteller zu entscheiden. Für Gabriele Marchetti, Posaunist in einem Sinfonieorchester, und seine 02.2026 bauen. 13


Architektur Re p o r t a ge • Mo d er n e Fa mi l i enhäuser

Lichtdurchflutet ist der gesamte Wohnbereich dank bodentiefer Verglasungen in Richtung Garten. Die Küche liegt dank L-Form übereck zum Wohnbereich und ist somit nicht direkt einsehbar.

Foto: Stefan Marthaler

Frau Esther, eine Anwältin, war der Wunsch nach einem eigenen Haus mehr als nur der Schritt von der Mietwohnung ins Eigentum. „Wir wollten Platz für unsere Familie schaffen – und endlich die Freiheit, unser Leben so zu gestalten, wie wir es uns vorstellen“, erzählt Esther.

Raum für Licht & Klang

Mike Hegglin ist Architekt aus der Region und ermöglichte es dem Baupaar, ihr Haus in Zusammenarbeit aktiv mitzugestalten.

14 bauen. 02.2026

Von Anfang an stand für die Familie fest: Der Grundriss sollte mehr sein als aneinandergereihte Zimmer. „Wir haben uns gefragt: Was brauchen wir wirklich?“ erinnert sich der Familienvater, „Ein Gästezimmer für meine Eltern, die oft aus Italien kommen und auch länger bleiben, ein Arbeitszimmer, viel Platz für die Kinder – flexibel nutzbar zum Spielen und Schlafen. Und einen Raum für die

Musik“, denn nun hat er endlich einen schallgeschützten Übungsraum im Keller. Besonders wichtig war auch das offene Wohnen – allerdings sollte es strukturiert sein. „Ich wollte eigentlich lieber eine klare Trennung zwischen Küche und Wohnzimmer“, gesteht Esther. Am Ende erwies sich der offene Raum mit zonierenden Elementen als guter Kompromiss − zum Beispiel durch eine Schiebetür zwischen Wohnbereich und Diele. Sie bietet die Möglichkeit, den Eingangsbereich mit Garderobe, Gästezimmer und dazugehörigem Bad deutlich vom Familienraum abzugrenzen. Und Gabriele sagt „Sie gibt uns ein Gefühl der Geborgenheit.“ Im Obergeschoss liegen zwei Kinderund ein Elternschlafzimmer mit integrierter Ankleide, alle drei sind dem Garten


Lesen, musizieren – zusammen sein! Der gemütliche, offene Wohn-Ess-Kochbereich bietet Gabriele und Esther viel Spielraum für gemeinsame Zeit mit ihren drei und fünf Jahre alten Kindern.

Das große Sitzfenster ist der Lieblings-Pausenplatz von Esther, das zudem zusätzlichen Stauraum bietet. Ganz dezent und stylisch trennt eine Lamellenkonstruktion die Sofaecke vom Essplatz.

02.2026 bauen. 15


Architektur Re p o r t a ge • Mo d er n e Fa mi l i enhäuser

zugewandt. Dabei sind die Kinderzimmer derzeit so eingerichtet, dass in einem der Räume geschlafen und in dem anderen, durch eine Schiebetür abgetrennt, gemeinsam gespielt und getobt wird. Das Arbeitszimmer und das geräumige Familienbad sind jeweils neben dem Treppenhaus angeordnet.

Familie, wohnen & Arbeit Viel Stauraum in der Diele und eine Speisekammer direkt neben der Küche sind wichtige Details für den reibungslosen Familienalltag. Zudem sollte das Haus nachhaltig und zukunftsfähig sein – von schadstoffgeprüften Materialien und besonders gut gedämmten Wänden mit Holz aus der Region bis zum Minergie-Standard. Doch das größte Geschenk ist die Freiheit, die das Haus der Familie bietet. „Die Tür zum Garten ist fast immer offen. Die Kinder laufen rein und raus, und wir können arbeiten und trotzdem bei ihnen sein“, sagt Esther. „Es ist ein Haus, das wirklich zu uns passt.“ • cm

Dezente Farben und wohl dosierte Tageslichtzufuhr verleihen dem Schlafzimmer der Eltern eine sehr behagliche Athmosphäre.

Auch das großzügige Familienbad bietet mit T-Lösung optimal zonierten Raum für Doppelwaschbecken, Badewanne und Walk-in-Dusche.

Natürliche, hochwertige Materialien wie der Korkboden in den Kinderzimmern und das Parkett im Wohnbereich schaffen langfristig ein angenehmes und sicheres Gefühl .

16 bauen. 02.2026


ERDGESCHOSS

OBERGESCHOSS

DIELE 13 GAST 14

BAD 14

SCHLAFEN 18,5

FLUR 9,5

KIND 13

DU/WC 4

SPK 2 WOHNEN/ ESSEN/ KOCHEN 50,5

KIND 13,5

14,40 m

ARBEITEN 14

7,35 m

Haus Marchetti

Wir wollten ein Haus, das offen und hell wirkt, in dem man die Natur immer spürt. Esther Marchetti, Bauherrin

Zum Herzensprojekt und damit zur Erweiterung des Wohnraums wurden auch die Freiflächen. Die übereck umlaufende Terrasse bietet mit teilweiser Überdachung Sonnen- und Schattenplätze.

Fotos: D. Göckeritz/Schwörer Haus

WOHNFLÄCHEN: EG 83,5 m2, OG 82,5 m2 BAUWEISE: Holztafelbauweise, 32 cm Wandstärke, 24 cm mineralische Dämmung, Putz- und Holzlamellenfassade, U-Wert Außenwand 0,151 W/m²K; dreifachverglaste Holz-Alufenster, Ug-Wert 0,6 W/m²K; Flachdach, U-Wert Dach 0,141 W/m²K TECHNIK: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, PhotovoltaikAnlage (12,4 KW), Batterie ENERGIEBEDARF: Berechnung nach Schweizer Minergieverordnung: Endenergiebedarf: 32.3 kWh/m2a Primärenergiebedarf: 18.1 kWh/m2a HERSTELLER: Schwörer Haus Hans-Schwörer-Straße 8 72531 Hohenstein-Oberstetten Telefon: 07387/16-111 www.schwoererhaus.de Weitere Infos zum Hersteller und ausgewählte Entwürfe finden Sie unter www.HausbauHelden.de/hersteller/ schwoererhaus

02.2026 bauen. 17


Foto: J. Lippert/www.schwoererhaus.de

Architektur Wi s s e n • Mo d er n e Fa mi l i en h ä user

Happy family life Flexibilität ist im Familienleben das A und O. Auch im Wohnumfeld. Darum sollten bei der Hausplanung sowohl im Kleinen die im Alltag wechselnden Phasen von Trubel und Ruhe bedacht werden, als auch im Großen der stetige Wandel des Lebens.

18 bauen. 02.2026

J

ede Familie ist anders – und entsprechend unterschiedlich können die Ansprüche und Anforderungen an das jeweilige Zuhause sein. Es gilt also, sich zuallererst die eigenen Gewohnheiten und Bedürfnisse bewusst zu machen. Nur so kann das eigene Familienhaus individuell geplant werden. Wo verbringt die Familie Zeit? Was braucht es heute, was vielleicht später? Denn Lebensphasen ändern sich. Kinder werden größer, Bedürfnisse wandeln sich und mit ihnen die Anforderungen an die Wohnumgebung. Wer ein Familienhaus plant, sollte deshalb vor allem eines im Blick haben: Flexibilität. Eine vorausschauende Planung sorgt dafür, dass das Haus mitwachsen kann und lange funktioniert. Ein durchdachter Grundriss mit geräumigen Zimmern, die sich vom Spiel- zum Arbeits- oder Jugendzimmer wandeln lassen, also

langfristige Nutzungsmöglichkeiten bieten, sind entscheidend. Denn während Kleinkinder noch gerne in der Nähe der Eltern spielen, wollen Teenager eher ihre Privatsphäre. So teilen sich kleinere Kinder auch meist gerne ein Zimmer. Ab der Pubertät sind eigene Rückzugsräume mit mindestens 12 bis 15 Quadratmetern empfehlenswert – am besten für jedes Kind gleich groß. Je älter die Kinder, desto wichtiger werden zudem akustische Trennungen und klare Bereiche für Eltern und Nachwuchs. Für ein Zuhause, das lange Freude bereitet, spielen neben einem gut geplanten Grundriss auch die verwendeten Baustoffe eine große Rolle. Schadstoffarme Materialien tragen zu einem wohngesunden, behaglichen Raumklima bei – besonders wichtig für kleine Kinder. So entsteht ein Haus, das für viele Jahre ein Ort zum Wohlfühlen bleibt. • cm


Checkliste Familienhaus:

Foto: J. Lippert/www.schwoererhaus.de

Foto: Ulla Waelder studio Waelder Dornbirn

• vorausschauend planen: hilfreich kann eine Bedarfsliste sein, die auch künftige Veränderungen mitberücksichtigt • individuell & flexibel: geräumige Zusatzzimmer für Home-Office, Gäste oder Hobbies – der Grundriss muss zu den eigenen Bedürfnissen passen • Raum für Gemeinsamkeit und Rückzug vorsehen; in einer Familie braucht man gleichermaßen Raum für Nähe und Distanz • Funktionalität: Grundriss (kurze Wege z.B. Speisekammer und Küche; zusätzliches Duschbad u.a.), und Innenraumgestaltung (robuste, langlebige und wohngesunde Materialien) sollten alltagstauglich sein

Rückzugsorte und Ruheinseln brauchen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Einen Ort für sich, der Privatsphäre, Abstand und Platz zur freien Entfaltung bietet: Kinder können hier toben, basteln, spielen, Hausaufgaben machen und ausruhen – Erwachsene arbeiten vielleicht im Home-Office oder erholen sich und gehen eigenen Hobbies nach.

Alltagstauglichkeit hat im Familienhaus absolute

Foto: www.weberhaus.de

Priorität. Separate Eltern- und Kinderbereiche und vor allem auch separate Bäder sind sinnvoll. Ob ein zusätzliches Kinderbad auf gleicher Etage oder ein Gäste-Duschbad im Erdgeschoss: räumliches Entzerren während der Stoßzeiten ist viel wert.

Stauraum sollte für alle Dinge des täglichen Bedarfs im ganzen Haus bewusst geplant werden: z.B. gilt es, im Eingangsbereich ausreichend Platz für Jacken, Schuhe, Taschen u.ä. in Garderobe oder (Einbau-)Schränken vorzusehen. Denn Ordnung schafft Ruhe und Klarheit – und trägt so maßgeblich zum Familienfrieden bei.

Gemeinsame Familienzeit: Offene, geräumige Familienbereiche sind wichtig. Hier wird nicht nur gekocht und zusammen gegessen, es ist auch der Raum für Gespräche, gemeinsames Spielen, Hausaufgaben, Fernsehen, Kuscheln und vieles mehr.

Foto: www.baufritz.de

02.2026 bauen. 19


Architektur Wi s s en • Mo d er n e Fa mi l i en h ä user

Einen Platz an der Sonne gibt es in dem tageslichthellen Wohnbereich nicht nur im Sitzfenster – doch dieses genießt der Familienvater ganz besonders gerne beim Lesen und Entspannen.

Zusammen spielen, toben und sporteln: Das großzügige Domizil bietet mit Terrasse und Garten jede Menge Platz für die fünfköpfige Familie.

Zugang auf die Terrasse bietet eine zweite Glasschiebetür, die praktischerweise direkt aus der Küche ins Freie führt.

20 bauen. 02.2026

Einen Volltreffer hat Handball-Rekordmeister und Olympiasieger Steffen Weinhold in Oberbayern mit seinem neuen Haus gelandet. Nach 137 erfolgreichen Länderspielen und insgesamt 339 Toren, verabschiedete sich der Nationalspieler im letzten August vom Profihandball. Der 39-Jährige und seine Familie bekamen die Möglichkeit, zusammen mit einem früheren Sportfreund zwei nebeneinanderliegende Grundstücke am Ammersee zu erwerben. So ging es aus der eng gewordenen Kieler Stadtwohnung runter in den Süden Deutschlands, in ihr neues Haus mit viel Platz: Jedes der drei Kinder – zwei, sechs und acht Jahre alt – haben heute eigene Rückzugsorte, es gibt ein separates Kinderbad sowie einen Elternbereich im Obergeschoss. Unten liegt der offene, großzügige Familienbereich, ergänzt durch ein Gästezimmer. Viel Raum für Zeit mit der Familie, mehr Naturnähe und ein besonders gutes Raumklima schaffen ein wahres Wohlfühl-Zuhause.

www.regnauer.de

Fotos: Christian Schranner

Heimspiel


Äußerlich besticht das rund 200 Quadratmeter große Familienhaus vor allem durch die Teilholzverschalung in gehackter und gebürsteter Lärche. Auf den ersten Blick nicht sichtbar: Das Effizienzhaus 40 ist mit PV-Anlage und Speicher auch technisch absolut zukunftsweisend.

02.2026 bauen. 21


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
bauen. 2-2026 by Bauhelden Media - Issuu