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8/9 2024
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Wärmepumpen Auf die Leistung achten
Dachdämmung Nützlich zu jeder Jahreszeit
Bad So geht Komfort
ARCHITEKTUR + ÖFEN PLANEN I GESTALTEN I EINRICHTEN
AUSLESE Feuer & Flamme im Wohnraum
ÖFEN UND IHR ZUHAUSE Wärmende Schmuckstücke im Mittelpunkt
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E D ITO RIAL
Liebe Leserin, lieber Leser
G
erade im Sommer lohnt es sich, die Wärmeversorgung für den nächsten Winter in Ruhe unter die Lupe zu nehmen. Wer bereits in einem wärmedämmtechnisch sanierten Altbau wohnt, aber noch mit Öl oder Gas heizt, wird relativ problemlos auf erneuerbare Energien umsteigen können. Aber was tun beim unsanierten alten Haus? Unser Fachautor sieht den ersten Schritt in einer „Analyse durch einen auf Wärmepumpentechnik geschulten Heizungshandwerker“. Zeigt sich dabei, dass der Wärmeverbrauch bestimmte Größenordnungen überschreitet, „ist es ratsam, energetische Sanierungsmöglichkeiten prüfen zu lassen – am besten im Rahmen einer staatlich geförderten Energieberatung“. Beim Einsatz einer elektrischen Wärmepumpe lautet immer das Ziel, mit möglichst wenig Strom möglichst viel Wärme zu erzeugen. In dieser Ausgabe erfahren Sie ab Seite 24, welche Kriterien zu beachten sind, um mit höchster Effizienz zu heizen und Warmwasser zu erzeugen. In einer Live-vor-Ort-Story stellen wir ein Gebäude vor, das mit viel Photovoltaik auf dem Dach und zwei Wärmepumpen energetisch fast autark betrieben werden kann – ab Seite 72. Und dieser Hinweis darf in der aktuellen Ausgabe nicht fehlen: Der traditionelle „Tag des Bades“ findet in 2024 am 21. September unter dem Motto „Easy Bathroom“ statt. Er bietet Ihnen die Gelegenheit, sich in den Badstudios des Handwerks und in Ausstellungen des Großhandels nach den Trends zu erkundigen und viele Sanitärgegenstände in Augenschein nehmen zu können. Der Slogan, den die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) e. V. als Veranstalter ausgegeben hat, beinhaltet sowohl die Erleichterungen im Alltag, also den Weg zum Komfortbad, als auch möglichst einfache Schritte auf dem Weg zu einem neuen Bad. Wir haben deshalb den Schwerpunkt in unserem Beitrag ab Seite 42 auf das barrierefreie Bad für Jung und Alt gelegt.
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76 Wohnen unterm Dach
16 Titelhaus REPORTAGEN
6
16
Alte Scheune Auf dem elterlichen Hof der Familie stand noch eine alte Scheune, die sich für einen Umbau perfekt eignete. Vieles von der vorhandenen Bausubstanz blieb bestehen. Umbau Der Bauherr war in dem typischen Fertighaus der 1970er-Jahre aufgewachsen. Er wollte es erhalten. Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz.
76
38 Hitzeschutz
32
Wohnen unterm Dach Eine kleine dunkle Wohnung wird zum lichtdurchfluteten Traum.
RATGEBER
24 30
6 Alte Scheune
38 42
Wärmepumpen Das Schlagwort heißt Effizienz. Unser Autor klärt auf. Warmwasser Auch dezentral funktionierende Systeme bieten einen hohen Komfort. Dachdämmung Im Winter bleibt die Wärme im Haus, im Sommer die Hitze draußen. Hitzeschutz: Dachfenster Es gibt wirkungsvolle Maßnahmen, die Sonnenwärme zu stoppen. Bad Wer das Bad umbauen möchte, sollte auf Barrierefreiheit achten.
32 Dachdämmung
42 Bad
24 Wärmepumpe
30 Warmwasser
50 Lüftung
Leser-Service im Internet
48 50 52 54 56 60 72
Klima Wie funktionieren eigentlich Klimaanlagen? Basiswissen von A bis Z. Lüftung Ein regelmäßiger Luftaustausch garantiert eine gesunde Raumluft. Hanf als Dämmstoff Das natürliche Material ist eine gute Alternative zu traditionellen Produkten. Live: Dachschiebefenster Die freie Sicht in den Nachthimmel war bei diesem Haus gewünscht. Live: Aufzug Wer körperlich gehandicapt ist, kann so leicht Stockwerke überwinden. Live: Flächenheizung Nach der Sanierung der Stadtvilla stieg die Lebensqualität gewaltig. Live: Wärmepumpe & Photovoltaik Top: Die ausgefeilte Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe, PV-Anlage und Batteriespeicher.
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Schaufenster Erlesene Produkte
82
Vorschau
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Adressen/Impressum 8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 5
R E P O RTAGE U MNUTZUNG S CHEUNE
6 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
Viel Altes erhalten Die vierköpfige Familie wohnte in Frankfurt, wollte aber zurück in die Heimat, auf den elterlichen Hof. Mit der Umnutzung der dort stehenden Scheune für Wohnzwecke beauftragten sie das Architekturbüro Oesterle.
Auch das Sockelgeschoss mit dem Bruchsteinsockel und das Fachwerk bleiben ablesbar und verweisen auf die Baugeschichte. Um das offene Tragwerk voll zur Geltung kommen zu lassen, wurde die erste Idee, eine Decke über dem Obergeschoss einzuziehen, gecancelt.
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 7
RE P O RTAGE U MNUTZUNG S CHEUNE
Für mehr Licht innen sorgen in das Vordach über den Fenstern integrierte Glasflächen und das bodentiefe, mit einer vorgesetzten Scheibe ausgestattete Fenster im Obergeschoss.
Zur statischen Ertüchtigung des Daches wurden die Sparren aufgedoppelt und mit dunkel gestrichenen Stahlstreben verstärkt.
8 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
vorher
Die verglaste Eingangstür macht das Entree schön hell. Die raumhohen Zimmertüren sind mit Oberlichtern ausgestattet. Der Fliesenbelag definiert den öffentlichen Bereich.
Der oberste Abschnitt der mit Eichenholz belegten Stahlwangentreppe führt zur Galerie im Spitzboden des Dachgeschosses und ist der früher dort befindlichen Stiege nachempfunden.
Weil die Bauherren häufig im Homeoffice arbeiten, kam der Wunsch nach einem kleinen Arbeitszimmer auf der Wohnebene auf.
Dezent: der Heizkamin. Als Funkenschutz dient eine flächenbündig eingelassene Glasplatte. Alle Geschosse werden über eine Fußbodenheizung mit Wärme versorgt.
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 9
R E P O RTAGE U MNUTZUNG SCHEUNE
Großformatiges, anthrazitfarbenes Feinsteinzeug und Eichenholz, im Kontrast dazu Armaturen und Accessoires in Schwarz ergeben ein optisch stimmiges Bild. Blick ins Familienbad. Der Bereich hinter der frei stehenden Badewanne ist abgemauert und dadurch als Stellfläche nutzbar.
Ein verkleideter Stahlträger fängt die Deckenlasten ab. Auch in diesem Kinderzimmer sind Eichendielen verlegt, hier kombiniert mit pastellgrüner Wandfarbe.
ERDGESCHOSS
FLUR KIND
SCHLAFEN DIELE
10 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
BAD
KIND
vorher
D
den aufgedoppelt. Neuer Dachaufbau von innen nach außen: Gipskarton, ausgedämmte Installationsebene, Dampfsperre, Zwischensparrendämmung, Unterspannbahn und vollflächige Holzfaserdämmplatten auf den Sparren. Es folgen Konterlattung, Lattung und die Deckung mit einem „leichten“ Ziegel, der gegenüber einem Biberschwanzziegel nur die Hälfte an Flächengewicht bringt. Die oberen Giebelflächen ziert eine hinterlüftete Boden-Leistenschalung. Richtung
Garten ist ein Balkon mit Treppenabgang geplant, die Vorbereitungen sind getroffen, die beiden bodentiefen Fenster derweil mit Brüstungen gesichert. Interessant: Nur im Fachwerkbereich sind die Holzfenster außen weiß gehalten, ansonsten haben sie auch innen überall schwarze Rahmen. I
FAKTEN Baujahr: Wohnfläche:
ca. 1860 182 m2
Bauweise: massiv, Fachwerk, Innendämmung, neuer Dachaufbau mit Mineralwolledämmung und Holzfaserplatten, Velux-Dachflächenfenster mit Außenverschattung, Dachziegel „Ravensberger“ (Meyer-Holsen) Heizung: Pellets, Heizkamin Architekten: Oesterle Architekten Mainzer Gasse 32 35037 Marburg Telefon 06421/27799 www.oesterle-architekten.de
OBERGESCHOSS
ABS ARBEITEN
ESSEN/WOHNEN
FLUR 1 KOCHEN FLUR 2 BAD
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 11
Fotos: Architekten; Text: Bernhard Müller
as Erdgeschoss der Scheune war in den 1990er-Jahren schon einmal für eine Büronutzung ausgebaut worden, jetzt stand das gesamte Gebäude für den neuen Zweck zur Verfügung. „Die Auftraggeber traten mit einem Raumprogramm und konkreten Vorstellungen an uns heran“, sagt Projektarchitektin Katja Wagner-Grebe. Auf Basis einer gründlichen Bestandsaufnahme wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz erste Entwurfsskizzen erstellt. „Unsere Prämisse lautete, möglichst viel von der alten Bausubstanz zu erhalten.“ So waren es letztlich nur wenige Bruchsteine, die für nötige Fassadenöffnungen entnommen wurden, und teilweise anderweitig zum Schließen der Fassade Wiederverwendung fanden (siehe die rote Tür auf dem Vorher-Foto oben). Da sich die Struktur des früheren Bürobereiches nicht in das neue Konzept übernehmen ließ, wurde alles rückgebaut und die Bodenplatte für mehr Raumhöhe tiefergelegt. Die Haustechnik ließ sich großteils in einer benachbarten Garage unterbringen – ein Raum mehr war gewonnen. Größere Eingriffe erfolgten auch beim Dach. Die Sparren wur-
A K T U ELL
TAG DES BADES 2024: EASY BATHROOM – DAS LEBEN LEICHTER MACHEN
Badetage gibt es öfter. Aber den Tag des Bades eben nur einmal im Jahr. Der letztjährige Aktionstag der VerFoto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) e.V.
einigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS) war ein voller Erfolg und lockte zahlreiche Bauherren in die Badstudios des Handwerks und in die Ausstellungen des Großhandels. In diesem Jahr findet die bundesweite Aktion bereits zum 19. Mal statt. Knoten ins Handtuch: 2024 findet der Tag des Bades am 21. September statt. Unter dem diesjährigen Motto „Easy Bathroom“ werden der einfache Weg zum neuen Bad und die Erleichterungen durch eine altersgerechte Badplanung in den Mittelpunkt gestellt. Weitere Infos dazu gibt es unter www.tagdesbades.de P.S. Wenn Sie den Tag des Bades verpassen sollten, besuchen Sie eine Bad-Ausstellung in Ihrer Nähe doch einfach an einem anderen Tag.
Moderne Bäder sind heute Wohlfühlräume und Wellness-Refugien. Am Tag des Bades 2024 öffnen Handwerker und Sanitärgroßhändler ihre Showrooms für alle Badinteressenten. Beim Easy Bathroom geht es um einen einfachen Weg zum neuen Bad und den Komfort, den ein gut geplanter und ausgestatteter Badraum bietet.
12 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
Adressen Seite 83
Foto: Hansgrohe
Der Aktionstag Tag des Bades soll den Zugang für Interessierte erleichtern, die sich ein neues Badezimmer wünschen. Am 21. September 2024 können sie ganz unverbindlich Kontakt zu SHK-Profis aufnehmen und wichtige Eindrücke und Informationen sammeln.
Grafik: 6645 SchwörerHaus/J. Lippert/BHW Bausparkase
KAUFEN, TAUSCHEN ODER BLEIBEN? Eine Umfrage der BHW Bausparkasse zeigt: Überraschend viele Deutsche zwischen 50 und 64 sind bereit für Veränderungen beim Wohnen. Für Dietmar König, Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse, ist dieser Trend zu mehr Mobilität ein positives Signal. „Bereits ab 50 Jahren ändern sich die Wohnbedürfnisse oft gravierend, und es stellt sich die Frage, ob ein Wohnungswechsel auf längere Sicht nicht die bessere Wahl ist.“ Eine größere Flexibilität würde auch die urbanen Wohnungsmärkte entlasten. „Die Städte haben ein lebhaftes Interesse daran, Mobilität zu fördern“, so König. Freiburg und Darmstadt bieten
Umfrage von YouGov / BHW Bausparkasse unter 2035 Befragten, davon 664 zwischen 50 und 64 Jahren. Mehrfachnennungen
zum Beispiel Tauschprogramme an. Hohe Akzeptanz findet eine nicht in der Grafik dargestellte Variante: der Wechsel in ein Mehrgenerationenhaus. 31 Prozent finden diese Lösung attraktiv. Für fast ebenso viele, 29 Prozent, ist eine Seniorenresidenz eine Option. www.bhw.de
all-FußDie Ganzmet al“ von stütze „Univers rt die HSK erleichte In einer Körperpflege: bine Ecke der Duschka montiert, können Fuß Nutzer einen – dank erhöht abstellen r rutschhemmende wird ein Gummiringe gewährsicherer Halt leistet. HSK
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armonie ist angesa gt und alles, was eine Verbindung zur Natur herstellt. Das zeigt sich auch im Badezim mer: Die Möbel gehen mit Naturmaterialie n wie Holz und Stein ein Bündnis ein, die Farben präsentieren sich warm und bunt und die Keramik entdeckt organische Formen für sich. Der Minimalismus ist „out“ und Bäder müssen auch nicht mehr clean und puristisch sein. Wärme , Weichheit und Gemütl ichkeit sind die neuen Stichwo rte im Bad. Keramik farben wie Almond und Stone White bieten eine sanfte Alternative zu glänzen dem Weiß. Auch intensive Farbakzente fallen auf, am liebsten in satten Erd- und Naturfarben aufeinander abgesti wie Rust, Bordeaux, mmte Keramik, Möbel Forest Armatu ren und oder Deep Ocean. sowie hochwe rtige Weiterhin beliebt und exklusiv e sind weich Materia fließende und sanft lien wie Massiv gerundete Formen. holz, Naturst ein wie Granit, Schiefer oder Marmor und Titan-Ce ram. VON DER NATUR Wenn das Gesamt bild derart harmon INSPIRIERT isch ist, darf Naturnahe Farben es gern ein wenig sind „in“. Die Wanne mehr von allem sein. „Antao“ Trend zum Wer den trägt diesem Trend Maximalismus mitmach mit der neuen Keramik en möchte, befarbe vorzugt dunkle Morning Green Rechnu Hölzer. Starke Partner ng. „Zusammen mit sind echte na- Holzböden türlichen Möbelm und marmorierte Fliesen. aterialien und der organischen Bad Warum das Formensprache nach nicht mal neu denken dem Vorbild des und MassivholzdieTautrop- len auf fens ergibt sich eine dem Boden verlege von der Natur inspirie n? Beispiel: Weißta rte ne, im Schwar nUmgebung, in der zwald traditionell Körper und Geist an der Fassade zur Ruhe verbaut kommen“, betont , eignet sich dafür. Villeroy & Boch.
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3
3 Satte Erd- und Naturfarben sind modern, wie hier die Gestaltun g in Bordeauxrot und Grün. 4
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DIE NEUEN BÄDER
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Alle Seiten
DIE NEUEN BÄDER
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SCHICK | BARRIEREFREI | PRAKTISCH
Bäder für Generationen 8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 13
A K T U ELL
SCHWIMMBAD UND SAUNA VERLEIHT GOLDEN WAVE Das Pool- und Wellnessmagazin SCHWIMMBAD+SAUNA aus
reiniger „Zodiac Freerider“, Kategorie Usability. Klafs GmbH für
unserem Verlag Bauhelden Media in Fellbach hat zum 10. Mal
die „Sauna S11“. Zusammen mit dem renommierten Designbüro
den Innovationspreis GOLDEN WAVE verliehen. Die Ehrung fand
Studio F. A. Porsche Design hat Klafs die klassische Sauna neu
im Wasserpark „Rulantica“ im Europa-Park Rust statt. Mit dem
gedacht, Kategorie Design. Narvi Oy aus Finnland für ein liebe-
GOLDEN WAVE zeichnet SCHWIMMBAD+SAUNA alle zwei Jahre
voll gestaltetes emotionales Markenbild, Kategorie Best Brand.
herausragende Produkte, Technologien und Verfahren sowie ihre Hersteller und Entwickler aus. Die Jury bewertete 89 Einreichungen aus 14 Nationen. GOLDEN WAVES erhielten: Saunum aus Estland für ihre „Saunum Spa Session“, Kategorie Technical Innovation. Klafs GmbH für den „Vitality Boost“, Kategorie Smart Technology. Maitec Armaturen GmbH aus Österreich für die Rohrsysteme „Bonu Pipe“ und „Bonu Flex“, Kategorie Green Technology. Fluidra aus Spanien/Deutschland für den automatischen, kabellosen, mit Lithium-Ionen-Batterie beriebenen Pool-
Strahlende Gesichter gibt es auf dem Gewinner-Foto zu sehen. Vorne sitzend: Joachim Scheible, Chefredakteur von SCHWIMMBAD+SAUNA, dem führenden Pool- und Wellnessmagazin.
Foto: Schwimmbad+Sauna/Tom Philippi
Die Nachhaltigkeitswende am Bau steht
Bauherren e. V. (VPB). Denn auch ein Be-
ständigen Baubehörde genehmigen lässt,
unter dem Motto „Umbau vor Neubau“ und
standsbau muss den öffentlich-rechtlichen
bewohnt nach erfolgreichem Abschluss der
zielt somit auf Bestandsgebäude. Doch
Anforderungen der Landesbauordnung
Baumaßnahme plötzlich – wissentlich oder
auch die hohen Grundstücks- und Bauprei-
genügen und die Auflagen des geltenden
unwissentlich – ein irreguläres Gebäude.
se tragen dazu bei, dass Kaufinteressenten
Bebauungsplanes einhalten. Dazu gehören
Auf solche Details – je nach Nutzung
verstärkt Altbauten in den Blick nehmen.
die Vorgaben zur Grundflächenzahl (GRZ),
gehören etwa auch Mindestraumhöhen und
Viele, die mit einer gebrauchten Immobilie
also dem Verhältnis zwischen Grund-
notwendige Fenster dazu – sollten auch
liebäugeln, richten ihre Aufmerksamkeit
stücksfläche und überbauter Fläche, sowie
Käufer von Altbauten achten, rät Ellinger.
gern auf das Ausbau-Potenzial: Könnte der
zur Geschossflächenzahl (GFZ), dem Ver-
Wer sich über ein bereits ausgebautes
Dachboden nicht in ein lichtdurchflutetes
hältnis zwischen Geschossfläche zu Grund-
Dachgeschoss freut, sollte sicher gehen,
Gästeapartment oder in ein Spielzimmer
stücksfläche. Wenn ein Eigentümer einen
dass es sich dabei nicht um einen
für die Kinder verwandelt werden? Lässt
laut ursprünglicher Baugenehmigung nicht
„Schwarzbau“ handelt. Mit der gängigen
sich im Souterrain womöglich ein Home-
zur Nutzung vorgesehenen Dachbereich als
Formel „gekauft wie gesehen“ übernehmen
office einrichten?
Studio, Gästezimmer oder Büroraum aus-
die neuen Eigentümer auch die Rechtsfol-
Nicht selten werden solche baulichen
baut, schafft er damit ein nutzbares Ge-
gen solcher ungenehmigten Ausbauten,
Aufwertungen dann in Eigenleistung voll-
schoss, so Dipl.-Ing. Marc Ellinger. „Der
es sei denn, dem Verkäufer ist arglistige
bracht, in der Annahme, dass die Nutzung
dadurch erzielte Zugewinn an Geschoss-
Täuschung gerichtsfest nachzuweisen.
der brachliegenden Potenziale allein im
fläche kann bereits dazu führen, dass die
Käufer sind deshalb gut beraten, einen
Ermessen des Eigentümers liege. Das kann
vorgegebene GFZ überschritten wird.“ Wer
unabhängigen Sachverständigen zu Rate
teuer werden, warnt der Verband Privater
sich diese Aufwertung nicht von der zu-
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14 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
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Bodenständig 16 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
Eine erste Planung für die Modernisierung des Fertighauses ging gründlich schief. Was die Stuttgarter Architektin Sophie Frank dann aus dem langweiligen Gebäude machte, ist sehenswert. vorher
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 17
RE P O RTAGE FERTI GHAUS
vorher Klassischer Look der Zeit: viel dunkles Holz und an die Giebelschräge angepasste Fenster im Dachgeschoss.
Der Zugang zur Haustür der Einliegerwohnung gleicht den Höhenunterschied zum abfallenden, vom Gartenbauer gestalteten Vorgarten aus.
18 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
Weg zum Licht: Die überarbeitete Treppe wird von dem Dachflächenfenster ausgeleuchtet.
Ein Stahlträger in der Decke übernimmt die statische Funktion einer entfernten Zwischenwand. Praktische Besonderheit: das Klapp-/Schwingfenster.
Das Sitzfenster wird gerne genutzt. Winters sorgt der Kaminofen mit Wassertasche für zusätzliche Wärme. Boden: Eichen-Industrieparkett.
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 19
RE P O RTAGE FERTI GHAUS
Das Dach mit seinen 30 Zentimeter hohen Sparren war das Solideste an dem ganzen Haus. Die Sparrenkonstruktion sollte sicht- und erlebbar bleiben.
Das Dach ist mit Sperrholzplatten ausgesteift. Die Maße der Dachflächenfenster sind entsprechend der Sparrenbreite gewählt, so konnten Normgrößen verwendet werden.
D
er Bauherr war in dem typischen Fertighaus der 1970er-Jahre aufgewachsen, und wollte mit seiner Familie auf die Schwäbische Alb zurückkehren. Ein Abriss des für ihn mit vielen Erinnerungen verbundenen Bestands kam definitiv nicht in Frage, deshalb beauftragte er zunächst einen Generalunternehmer mit der Modernisierung. Bei dieser ersten
Unten: Geradeaus geht es ins Büro und zum Elternschlafbereich, ein verglastes Holzelement bildet den Zugang zum Bad. Bodenbelag: Linoleum.
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Gauben hätten das statische Gefüge stark beeinträchtigt. Mehrere Dachflächenfenster sorgen jetzt für viel Tageslicht.
Planung, die auch ein Anheben des Daches umfassen sollte, liefen allerdings die Kosten aus dem Ruder. „Eine Aufstockung hätte sich aus statischen Gründen sehr aufwendig gestaltet, auch wären durch den geplanten 1,40 Meter hohen Kniestock die Dachfenster deutlich zu hoch gewesen“, sagt die Stuttgarter Architektin Sophie Frank, die den Auftrag schließlich übernahm. Sie fand ein Gebäude vor, das sich zur Gartenseite hin abweisend präsentierte. Die Außenanlagen waren vom Haus aus nicht richtig zugänglich. Eine Untersuchung der Wände und Decken ergab zudem, dass sie nach dem Sandwichprinzip aufgebaut waren: Dicht gereihte, sehr zierliche Holzprofile, übernahmen – mit Spanplatten beplankt – die statischen Funktionen.
Blick in die Installationsebene des Dachgeschossbades. Neue Zwischenwände wurden in Trockenbauweise erstellt.
Für den Punkt Statik war von Anfang an ein Experte mit involviert, der zufälligerweise bei
dem Hersteller des Hauses gearbeitet hatte, und sich deshalb bestens mit der damaligen Bauweise auskannte. Zunächst stand noch eine Gaube zur Diskussion, das ließ aber das Sparrendach konstruktiv nicht zu. Weil das Ganze nur als unversehrtes Paket funktioniert, achtete der Statiker zudem darauf, dass die dünnen Querschnitte der Decken und Wände möglichst wenig etwa durch Kanäle für Leitungen perforiert wurden. Bei einer Probeöffnung und dem anschließenden Rückbau kamen dann die ursprünglichen Gussasphaltböden zum Vorschein.
Feinsteinzeug im Maxi-Format und ein Spiegel vergrößern den Raum optisch. Das Dachflächenfenster bringt ausreichend Stehhöhe beim Einstieg in die Wanne.
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 21
RE P O RTAGE FERTI GHAUS
Der ursprüngliche und auch weiterhin genutzte Hauseingang befindet sich an der Längsseite des Gebäudes. Mit den zartgrünen Holzfenstern und den grauen Lamellen ein Hingucker: die Fassade. Garten und Haus sind endlich eine Einheit. Ein Ort zum Wohfühlen für die Familie.
Statt Fußbodenheizung: Ein Heizsystem des finnischen Herstellers Uponor wurde in allen Erdgeschossräumen an die Decken montiert. Die hinterlüftete Stülpschalung aus lasierten Lärchenlamellen bildet die neue Außenhaut der mit Holzfaserplatten gedämmten Außenwände.
Blick ins ehemalige Bad. Die in Sandwichbauweise hergestellten Fertigelemente wurden damals per Kran positioniert.
22 ALTHAUS MODERNISIEREN 8/9 2024
Der Vater des Bauherrn kann jetzt in dem Haus weiterhin autonom leben. Für seine barrierefreie Wohnung wurden in Holzrahmenbauweise ein kleiner Anbau erstellt und auf der Westseite ein neuer Eingang geschaffen. QUERSCHNITT ERDGESCHOSS
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Stichwort Nachhaltigkeit: Von der alten Außenfassade wurde nur die Holzverschalung im Giebelbereich entfernt, der Rest blieb belassen. Die Stülpschalung samt Unterbau wurde also direkt auf die vorherige Dämmebene montiert. „Das alte Styropor dämmt ja weiter, warum hätten wir es also auf die Mülldeponie bringen sollen?“, fragt Sophie Frank zu Recht. Zumal es in sehr gutem Zustand war, was nicht immer der Fall ist. Eine „Kunststofffassade“, also eine Fassade mit EPS-Dämmung, Kunstharzputz und Kunststofffenstern – wie anfangs vom Generalunternehmer geplant – sollte es dann aber auf keinen Fall werden. Da ließen sich die beiden von der heutigen Lösung überzeugen. Im langen intensiven Planungsprozess musste sie dann doch den einen oder anderen Kompromiss eingehen, tat das aber gerne, denn sie sieht es als ihre Aufgabe, die Vorstellungen ihrer Auftraggeber so zu kanalisieren, dass sich diese möglichst gut mit ihrem Haus identifizieren können. I
FAKTEN Baujahr: 1978 Wohnfläche früher: 185 m2 Wohnfläche heute: 208 m2 Bauweise: Holz-Fertigbau, neue Zwischenwände in Trockenbauweise, Stülpschalung, Holzfaserplatten als Dämmstoff in Dach und Fassade, Holzfenster, neue Dachziegel Heizung: Wärmepumpe, Photovoltaik, Kaminofen, Deckenheizung Architektin: Sophie Frank Freie Architektin 70197 Stuttgart Telefon 0711/65868175 www.sophiefrank.de
8/9 2024 ALTHAUS MODERNISIEREN 23
Fotos: Frank Kleinbach, Sophie Frank, privat, Bernhard Müller; Text: Bernhard Müller
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Diese sollten auf Bauherrenwunsch erhalten bleiben. Das sparte zwar Kosten, machte den von der Architektin präferierten Einbau einer Fußbodenheizung allerdings obsolet. Stattdessen wurden auf Initiative des im Elektrobereich tätigen Bauherrn alle Decken mit einem speziellen Heizsystem ausgestattet. Im Verbund mit einer Wärmepumpe, der im Vorlauf befindlichen Photovoltaikanlage und dem jüngst installierten Kaminofen mit Wassertasche ergibt das ein solides, zukunftsfähiges Technikpaket. Klar, dass der Bauherr die Elektroarbeiten in Eigenleistung vornahm. Auch in anderen Gewerken legte er tüchtig mit Hand an. Und es bewährte sich wieder einmal das intakte dörfliche Netzwerk. „Die freundschaftlichen Beziehungen zu den fachlich sehr guten Handwerkern am Ort und in der Nähe waren für den Fortgang der Arbeiten und für das Ergebnis mit entscheidend“, sagt Sophie Frank, die immer eigens aus Stuttgart zu dem Ort auf der landschaftlich reizvollen Albhochfläche fuhr.