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E D I TO RIAL
Liebe Leserin, lieber Leser
A
ls unsere Zeitschrift vor 50 Jahren das Licht der Welt erblickte, war ein gewisser Willy Brandt Bundeskanzler und musste im Herbst 1973 eine Ölkrise meistern. Drei autofreie Sonntage standen daher auf der Agenda der Regierenden. Es drang damals so langsam ins Bewusstsein, dass wir Energie sparsam einsetzen sollten. Und dazu gehörte eben auch, alte Häuser energetisch zu sanieren und zu modernisieren. Diese gewaltige Aufgabe begleitet uns bis heute. Die Gründer von „Althaus Modernisierung“ hatten schon damals das Ziel, alle interessierten Haus- und Wohnungsbesitzer mit den nötigen Informationen zu versorgen, damit diese in Zusammenarbeit mit Fachhandwerkern ihr Gebäude auf Vordermann bringen konnten. Das ist aber auch schon die einzige Konstante, denn Stillstand ist Rückschritt. Wir haben im Laufe der Jahrzehnte die Art und Weise, wie wir mit unserer Zeitschrift Sie als unsere Leserinnen und Leser erreichen können, ständig verändert und uns in einigen Punkten dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. Auch die Digitalisierung war ein tiefer Einschnitt, so können Sie zum Beispiel heute unsere Zeitschrift als ePaper lesen. Wer hätte diese Entwicklung noch vor 20 Jahren nur erahnen können? Wir werden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 14 auf eine kleine Reise mitnehmen, um Ihnen ein paar Wegemarken von 1973 bis 2023 vorzustellen, die aus unserer Sicht bedeutend waren. Es liegt uns am Herzen, an dieser Stelle unseren Anzeigenkunden zu danken, denn diese wichtigen Unterstützer machen es uns überhaupt erst möglich, Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, diese Zeitschrift zu einem angemessenen Preis anbieten zu können. Und ja klar, ohne Sie, ohne Ihr Interesse an „Althaus modernisieren“ wäre alles nichts. Einen großen Dank dafür. Bleiben Sie uns bitte weiterhin gewogen. Wir geben auch die nächsten 50 Jahre unser Bestes. Versprochen.
Und jetzt viel Freude beim Lesen unseres Magazins!
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IN HALT ALTH AUS M O DE RNI S I ERE N
28 Dachausbau
REPORTAGEN
RATGEBER
6 Mehrgenerationenhaus Der Architekt Volker Herzog hat zwei nebeneinanderliegende historische Stadthäuser in Freising zu einem außergewöhnlichen Mehrgenerationenhaus umgewandelt. 20 Innenausbau Die hauseigene Designmanufaktur von Schreinermeister Thomas Eber lieferte die stylishen Zutaten. 28 Dachausbau Unter dem Dach eines markanten Gebäudes kreierte Architekt Sascha Bauer einen Wohntraum – und das mitten in der Stadt. 36 Villa Erneuerbare Energien liefern jetzt Wärme und Strom für das noble repräsentative Domizil. 76 Dachausbau Lichtdurchflutete Räume für ein inspirierendes Leben und Arbeiten.
42
4 ALTHAUS MODERNISIEREN 2/3 2023
PRODUKTE UND SERVICE
Energetische Modernisierung Um den Wärmebedarf des Eigenheims dauerhaft zu senken, sind viele einzelne Schritte notwendig. 48 Heizen mit Holz und Pellets Unser Fachautor erklärt, welche Technologien für Althausbesitzer infrage kommen. 52 Wärmepumpe und Photovoltaik Wenn der Strom selbst produziert wird, ist die Wärmepumpentechnik fast schon unschlagbar. 54 Einbruchschutz Richtige Sicherheitstechnik zeigt Wirkung und schützt unser Hab und Gut. Eine Übersicht. 60 Bodenbeläge Fußböden sind enorm belastet. Aber sie stecken das gut weg. 68 Immobilienkauf Die Kapverdischen Inseln locken Touristen und Kaufinteressenten.
3 14
Jubiläum/Aktuell Neues & Interessantes
70
Schaufenster Erlesene Produkte
81
Jahresinhalt 2022
82
Vorschau
83
Adressen/Impressum
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76 Dachausbau
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RE P O RTAGE MEHRGENERATI O NE N-W OH N E N
Gemeinsam unter zwei Dächern
Ein Architekt konnte gleich zwei nebeneinanderliegende historische Stadthäuser in Freising erwerben. Mit Kreativität und Kompromissfähigkeit schuf er ein außergewöhnliches Mehrgenerationenhaus in der ältesten Stadt Oberbayerns.
2/3 2023 ALTHAUS MODERNISIEREN 7
RE P O RTAGE MEHRGENERATI O NE N-W OH N E N
In der Küche im Erdgeschoss sollten nicht Hightech-Geräte die Hauptrolle spielen, sondern die Architektur. Der Dunstabzug zum Beispiel ist hier unauffällig ins Kochfeld integriert.
Die neue Treppe befindet sich im jüngeren Gebäude. Schwarzstahlrahmen mit Milchglas verstecken die alten Verbundglasfenster im Treppenhaus.
Damit der Wohnbereich vergrößert werden konnte, genehmigte das Denkmalschutzamt einen kleinen Anbau. Das gemeinschaftlich genutzte Wohn- und Musizierzimmer im Erdgeschoss des jüngeren Gebäudes ist auch vom ehemaligen Domherrenhaus aus zugänglich. Mit einer Glasschiebetür öffnet sich der Raum zur rückwärtigen Terrasse und zum Garten.
8 ALTHAUS MODERNISIEREN 2/3 2023
Die schmale Küche im alten Haus diente einst einem Geigenbauer als Werkstatt. Eine von Volker Herzog entworfene Familienküche im Erdgeschoss bietet einen direkten Ausblick in den Garten.
RE P O RTAGE MEHRGENERATI O NE N-W OH N E N
Tochter Veronika wählte für ihr Schlafzimmer beruhigende Blautöne. Das teilweise angefaulte Gebälk im Dachgeschoss des ehemaligen Domherrenhauses wurde aufwendig restauriert und mit Eisenträgern verstärkt. Eine Aufsparrendämmung sorgt für gute Energiewerte. Und die Bauherrin freut sich über ihr ruhiges Arbeitszimmer unter dem Spitzgiebel.
Weiße Fronten und feine Schattenfugen bringen Leichtigkeit in die Essküche der Maisonettewohnung.
Formal überzeugend und reinigungsfreundlich: die komplett in die Arbeitsplatte integrierte Spüle. Das durchdachte Lichtkonzept sorgt für genügend Helligkeit.
10 ALTHAUS MODERNISIEREN 2/3 2023
Auf den Sofas unterm Spitzdach relaxt die Tochter gerne mal. Das vorgesetzte Glaselement setzt das noch erhaltene Fenster aus dem 18. Jahrhundert in Szene.
D
as Problem kennt fast jede Familie: Die Eltern sind schon lange im Rentenalter und es sind nicht mehr sie, die sich um die Kinder sorgen, sondern der Sohn oder die Tochter fragen sich, wie wohl die Zukunft aussehen wird? Können Vater oder Mutter in ihrem eigenen Zuhause bleiben? Welche Optionen gibt es? Der Freisinger Architekt Volker Herzog setzte sich schon länger mit dem Thema ausei-
nander und wollte ursprünglich ein Mehrgenerationenhaus bauen. Durch einen Zufall erfuhr er von der Möglichkeit, zwei denkmalgeschützte Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu kaufen. Warum neu bauen, wenn sich hier die einmalige Chance bot, in Innenstadtlage ein zeitgemäßes Mehrgenerationenprojekt zu verwirklichen und alle Familienmitglieder damit einverstanden waren? Herzog bekam den Zuschlag. Es ließ sich individuelles Wohnen für alle realisieren, das auch in Zukunft noch unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bietet.
Auch in Veronikas Bad sorgt ein Schwarzstahlrahmen mit Milchglas für Sichtschutz. Der Spiegelschrank bietet viel Stauraum.
RE P O RTAGE MEHRGENERATI O NE N-W OH N E N
Volker Herzog mit seiner Mutter, seiner Frau Heidi und Sohn Volker unter dem Holzdach des großen Pavillons.
Für beide Häuser perfekt angelegt: der traumhafte Innenhof mit einem japanisch anmutenden Garten. Die von hohen Mauern umschlossene Freifläche war ursprünglich ein Gemüsegarten und später Standort für eine Druckwerkstatt.
Der obere Grundriss rechts zeigt die Wohnung der Mutter des Bauherren. Über eine neue Treppe hat sie Zugang zu ihrem Eingangsbereich, zum gemeinsam genutzten Wohnund Musikzimmer und zur Terrasse im Erdgeschoss.
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12 ALTHAUS MODERNISIEREN 2/3 2023
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Zwei Jahre dauerte das anspruchsvolle Projekt. „Es war alles kaputtrenoviert“, so der Bauherr und Architekt Herzog. Die Historie sollte erhalten bleiben und trotzdem eine spannende Architektur entstehen. Volker Herzog vergleicht die Raumplanung mit einer Knobelaufgabe. Es ging immer um die Fragen, was machen wir und wo platzieren wir was? Und wie lassen sich die Ansprüche der Familie mit drei erwachsenen Kindern mit den Wünschen seiner Mutter vereinen? Nach vielen Gesprächen innerhalb der Familie kristallisierte sich die Nutzung heraus, die größtmögliche Privatheit und zugleich Nähe ermöglichte. Die beiden Treppenhäuser und Eingänge blieben in ihrer Form erhalten. Das komplet-
te Erdgeschoss bewohnt der Architekt mit seiner als Lehrerin tätigen Frau. Im Obergeschoss im barocken Gebäudeteil mit dem Spitzgiebel sind das Elternschlafzimmer mit Ankleide, Bad, Gästezimmer und ein Zimmer des jüngsten Sohnes Alexander. Im klassizistischen Gebäudeteil, bei dem die feinen Stuckelemente erneuert wurden, erschließt eine neue Treppe aus Stahl mit massiven Eichenstufen die Wohnung der Mutter im Obergeschoss.
Der obere Dachgeschossgrundriss zeigt, wie sich auf rund 65 Quadratmetern ein Duschbad, ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und eine offene Küche mit kleinem Sitzplatz den Raum aufteilen. Das Titelfoto und fünf Bilder auf der
vorhergehenden Doppelseite setzen das architektonische Highlight in Szene. Zu diesem Zeitpunkt nutzte die Tochter Veronika die Maisonette. Eine Treppe führt auf eine kleine Galerie (Grundriss rechts oben) mit Rückzugsbereich zum Lesen.
Architektonisches Highlight ist die zweigeschossige Maisonettewohnung darüber, die von seinem zweiten Sohn oder seiner Tochter flexibel genutzt werden kann. Das kommunikative Zentrum der Familie liegt zum Garten hin. Zwei Schiebetüren un-
ter dem Balkon der Mutter öffnen den Wohnraum zur Terrasse und bieten weite Sichtachsen in den Garten. Im gesamten Erdgeschoss liegen überall die für die Region typischen Solnhofener Platten. Das örtliche Denkmalschutzamt gab ihm wertvolle Ratschläge für den originalgetreuen Nachbau der Fenster und nannte geeignete Materialien für die Fassade. Das spitzgiebelige Barock-Gebäude erhielt einen hellblauen, das klassizistische einen sandfarbenen Farbanstrich. „Früher waren unsere Städte viel bunter“, bedauert der Architekt und freut sich über die Farbigkeit seines Ensembles. Sie entspricht den originären Vorlagen, die beim Abtragen der alten Farbschichten zum Vorschein kamen. Alle Außenwände sind mit einem Kalkputz mit Aerogelzuschlag gedämmt, der die höchsten Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllt. Das Dach erhielt zusätzlich eine Aufdachdämmung. I
FAKTEN Baujahre: 1689/1784 Wohnfläche: 415 m2 Bauweise: massiv, Ziegelbau Fassade: Aerogel-Dämmputz „Fixit 222“ von Hasit Dach: Aufsparrendämmung Decken/Wände: Renovierungsputz „250 Renoplus“ von Hasit Fußboden: Eichendielen, Solnhofener Naturstein Energiekonzept: Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Fußbodenheizung Möblierung: alle Einbauten sind Architekten-Entwürfe Architekten: Herzog-Architektur Frühlingstraße 69 85354 Freising Telefon 08161/88669-30 www.herzog-architektur.de
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Fotos: Christoph Theurer; Text: Claudia Durian; Grundrisse: Herzog-Architektur
ARBEITEN
J U BILÄUM 50 J AHRE ALTHAUS M O DE R N IS IE R E N
Wie alles begann ... Die Zeit für die erste Modernisierungszeitschrift war reif, als sich sogar die Politik dafür einsetzte, den Wohnwert des Altbaubestandes zu steigern. Und so startete „Althaus Modernisierung“ im Jahr 1973 mit der ersten Ausgabe. Hier trugen Heimwerker sogar beim Arbeiten eine Krawatte.
Die Themen der ersten Ausgabe spiegeln den Informationsbedarf Anfang der 70erJahre wider: Es gab noch viele Häuser und Wohnungen ohne ein vernünftiges Bad. Auch eine Zentralheizung war für viele Menschen noch nicht Standard.
So sahen die ICONS früher aus.
WAS WIR HEUTE NICHT MEHR SCHREIBEN WÜRDEN „Frauen und Häuser haben eines gemeinsam. Beide können durch ein geschmackvolles Äußeres, durch ein geschicktes Make-up ihr wahres Alter verbergen.“ (Zitat aus einem Vorspann zum Thema Fassadenerneuerung) „Hausfrauen und erfahrene Häusermakler steuern bei der Besichtigung eines Hauses zuallererst die Küche an. Die Hausfrauen, weil sie einen großen Teil ihres Daseins in eben dieser Küche verbringen müssen.“ (Zitat aus einem Beitrag zur Küchenrenovierung) 14 ALTHAUS MODERNISIEREN 2/3 2023
Über mangelnde Unter stützung vom Staat durfte sich niemand beklagen.
Gerätehäuser: Mehr Platz in Haus und Garten IMMER NOCH EIN AKTUELLES THEMA „Heute zeigt sich ... ein zunehmender Mangel an angemessenem Wohnraum für Alleinstehende und Alte, Kinderreiche und finanziell Leistungsschwächere.“ (Zitat aus einem Interview für die erste Ausgabe von „Althaus Modernisierung“ im Jahr 1973 mit Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau) ●
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Anzeigenkunden der ersten Stunde Farbanzeigen waren in der ersten Ausgabe noch selten. Das linke Buderus-Motiv zeigte damals selbstbewusst ein Hightech-Kontrollzentrum.
Unglaublich: Seit 1899 gehört der Hase im Ei zur Marke Vaillant. Und seit 1973 sehr oft zu sehen in unserer Zeitschrift.
Wir gratulieren Althaus modernisieren zum 50-jährigen Jubiläum. Auch wenn im Druck alles sehr dunkel wirkte, waren die außergewöhnlichen Design-Heizkörper von Zehnder gut zu erkennen.
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J U BILÄUM 50 J AHRE ALTHAUS M O DE R N IS IE R E N
... und der Weg bis ins Jahr 2023 WAS WIR SEIT MINDESTENS 50 JAHREN WISSEN „Als Anfang der 70er Jahre die erste Ölkrise die Bürger aus den Träumen vom Überfluß riss, war das Wort Wärmeschutz in aller Munde. Ein jeder, so der Eindruck, verantwortungsbewusst bis in die Haarspitzen, wußte, daß er Energie sparen müsse. Aber jetzt wird immer noch 1993
in rund 80 Prozent aller Gebäude unnötig Heizenergie vergeudet.“ (Zitat aus einem Editorial des ehemaligen
2003
Chefredakteurs Horst Fischer-Uhlig von 1991)
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich zwar das Gewand von „Althaus modernisieren“ immer wieder verändert. Inhaltlich aber galt es, unseren Leserinnen und Lesern zuverlässig als Ratgebermagazin zur Seite zu stehen. Den Anteil an Reportagen über
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2023
exzellent renovierte alte Häuser konnten wir Schritt für Schritt erweitern, da wir mit der Gründung der Zeitschrift „Profitipps für Selbermacher“ (heute „Bauen & Renovieren“) im Jahr 1985 den Do-it-yourself-Teil an dieses Magazin abgeben konnten.
Fotos: Fachschriften-Verlag
Dieses Team kümmert sich aktuell um Ihre „Althaus modernisieren“
Chefredakteur Kurt Jeni
Fachredakteur André Schneider
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Redaktionsassistentin Ute Schwammberger
Grafikerin Saskia Langeneckert
Anzeigenleiter Wolfgang Loges
Mediaberaterin Heike Durz
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