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Pannatura Journal 02/2018

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WIRTSCHAFT

NACHHALTIGKEIT

UMWELT

SOZIALES

Editorial, Aktuelles Markthalle Kulinarium Burgenland

15 Jahre Bio Biofeldtage

Natur & Schutz Lebensraum & Jagd

Naturpädagogik PANNATURA im Web

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INHALT

DAS JOURNAL VON ESTERHAZY FÜR NACHHALTIGKEIT, UMWELT, WIRTSCHAFT UND SOZIALES

JOURNAL

AUSGABE

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15 JAHRE BIO Vielfalt im Einklang mit der Natur

MAI 2018


EDITORIAL

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AKTUELLES

Wissenswertes PANNATURA

15 JAHRE IM EINKLANG MIT DER NATUR

Mit 1. Jänner 2017 wurde die Marke PANNATURA eingeführt. Sie steht gleichermaßen für eine umsichtige und nachhaltige Bewirtschaftung, aktiven Naturschutz, aber auch für die Rohstoffe der Produktionsbereiche sowie die daraus veredelten Produkte. So wird einerseits eine entsprechende Transparenz zur Herkunft und den Produktionsbedingungen abgegeben, andererseits aber auch deren Zusammenhang ins Bewusstsein der Konsumenten gerückt. Nähere Infos unter: www.pannatura.at

PANNATURA/Esterhazy hat als einer der ersten größeren Betriebe Österreichs bereits vor über 15 Jahren die eigene landwirtschaftliche Produktion vollständig auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Diesen Schritt haben wir nie bereut. Vielmehr ist dank dieses frühen Umstiegs und der konsequenten Weiterentwicklung in allen Bereichen das Bio-Landgut Esterhazy zu einem Leitbetrieb in der biologischen Bewirtschaftung geworden. Seit jeher wird, aus tiefer Überzeugung für die Notwendigkeit des umweltgerechten Wirtschaftens, weit mehr getan als für eine bloße Zertifizierung notwendig ist. Aufbauend auf den strengen Richtlinien der Zertifizierungsstellen soll, über zusätzliche Initiativen zur Förderung der Biodiversität, auf unseren Flächen ein Mehrwert geschaffen werden. „Bio Plus“ ist daher die Herausforderung, der wir uns seit Jahren stellen. Die Arbeit auf Flächen im Nahbereich des Neusiedler Sees, des Nationalparks Neusiedler See–Seewinkel und anderer sensibler Gebiete erfordert ein hohes Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme. Unser Motto: Wirtschaftliches Denken und Agieren, unter Berücksichtigung notwendiger Anforderungen der Natur tragen alle Mitarbeiter aktiv mit. Unsere Produktionsflächen bieten dazu ausreichend Platz, sowohl für die eigentliche agrarische und forstliche Nutzung, als auch für den Erhalt samt Ausbau der Schutzräume und Rückzugsgebiete für die vielfältige pannonische Tier- und Pflanzenwelt. Für den Erfolg im biologischen Landbau, der Forstwirtschaft und beim Naturschutz sind letztlich sehr viele Faktoren ausschlaggebend: Ein stark motiviertes, gut ausgebildetes Team von Mitarbeitern, der Einsatz moderner, der Umwelt angepassten Maschinen, eine umsichtige Produktionsweise mit einer sorgfältig geplanten Fruchtfolge und gänzlichem Verzicht auf Agrarchemie. Als großer Leitbetrieb übernehmen wir seit Jahren auch Verantwortung für die Bewusstseinsbildung und führen junge Menschen an die Zusammenhänge in der Natur heran. Ob im Schloss Lackenbach mit dem Museum „Der Natur auf der Spur“, bei waldpädagogischen Führungen oder den neuen Formaten der Naturpädagogik in der Landwirtschaft. Unsere Angebote für die nächste Generation sind vielfältig. Auf den nächsten Seiten berichten wir über die besondere Vielfalt unserer Aktivitäten. Dazu wünschen wir Ihnen ein nachhaltiges Lesevergnügen. Stefan Ottrubay und Matthias Grün

PEFC Award für Esterhazy

Für vorbildliche nachhaltige Waldwirtschaft wurde dem Forstbetrieb Esterhazy der PEFC Award verliehen. PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und ist die weltweit führende Institution zur Förderung, Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Im Rahmen einer selbst initiierten Aufklärungskampagne mit dem Namen „bunter Herbst“ wurden als sichtbares Zeichen an über 300 Eingängen zu Wäldern Bäume mit dem PEFC-Logo farblich auffallend gekennzeichnet. Den Waldbesuchern soll so nachhaltig bewusst gemacht werden, dass die forstliche Arbeit für uns alle den wertvollen Rohstoff Holz, aber auch den Lebensraum Wald für Pflanzen und Tiere, sichert. Nützen und Schützen sind also kein Widerspruch, sondern in nach Regeln von PEFC bewirtschafteten Wäldern, Realität. Nähere Infos unter: www.pefc.at

Basaltwerk Pauliberg langfristig gesichert Bereits seit 1948 wird im Mittelburgenland am Pauliberg Gestein eines Vulkans aus der Jungsteinzeit abgebaut. Der dort gewonnene „Basalt“ kommt vielfältig zum Einsatz. Man verwendet ihn zum Beispiel beim Straßenbau oder bei der Gartengestaltung. Zudem verbessert er als Hilfsstoff die Durchwurzelung und Wasserspeicherung des Bodens. Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurden der weitere Abbau und damit der Bestand des Betriebes und regionale Arbeitsplätze langfristig gesichert. Nähere Infos unter: www.pauliberg.com


MARKTHALLE KULINARIUM BURGENLAND

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ALLES WAS DAS HERZ BEGEHRT Aus den besten Rohstoffen vom Bio-Landgut Esterhazy wird eine Vielfalt an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln mit unvergesslichem Geschmack produziert. Nähere Infos unter: www.pannatura.at

PRODUKTE

BIO-BIER

Frisch und regional Gegenüber von Schloss Esterházy Eisenstadt, wo einst Stall- und Hauptwachgebäude untergebracht waren, werden hochwertige Produkte aus der Region direkt von den Produzenten angeboten.

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ie natürliche Veredelung und Direktvermarktung agrarischer Erzeugnisse stellt die logische Weiterentwicklung einer umweltschonenden Bewirtschaftung im Einklang mit der Natur dar. Unter dem Motto „frisch und regional“ wurde deshalb vor einigen Jahren in den ehemaligen Stallungen des Schlosses Esterházy in Eisenstadt die Markthalle Kulinarium Burgenland eröffnet. Auf rund 150 Quadratmetern entstand ein heller, zum Einkaufen anregender Regionalmarkt. Hier können Konsumenten Produkte erwerben, die in konventionellen Supermärkten vielfach nicht erhältlich sind. Die Markthalle versteht sich als wetterunabhängiges Zusatzangebot zu den bestehenden regionalen Bauernmärkten der Umgebung und trägt dem Bedürfnis der Konsumenten nach gesicherter Qualität und ökologisch verträglich wie nachhaltig produzierten Lebensmitteln Rechnung. Besonders Transparenz und eine gesicherte Herkunft sind dabei oberste Prämisse. Diese werden durch die persönliche Anwesenheit der Produzenten selbst oder deren Mitarbeiter immer gewährleistet. Großer Wert wird auf die Vielfalt der angebotenen Produkte gelegt, um den Konsumenten stets eine reichhaltige Palette an wertvollen, in umweltgerechter Form erzeugter Lebensmittel und Getränke anbieten zu können. Die Vielfalt ist in

der Markthalle neben den PANNATURA Produkten durch eine Reihe von Partnerbetrieben vertreten, die allesamt das Bekenntnis zu hoher Qualität und naturschonender Produktionsweise verbindet. Besonders beliebt sind die, von „Perschfisch“ vermarkteten, frischen Fische aus kontrolliertem Fang oder Aquakulturen. Das Angebot umfasst neben heimischen Frischfischen auch Sushi-Sets und Fisch-Salate. Ein weiteres Beispiel für einen langjährigen Partner in der Markthalle ist die „Wurstmanufaktur Palatin“, die in ihren Produkten traditionelle Zubereitung mit höchster Bio-Qualität verbindet. Hier gibt es Bio-Frischfleisch vom Angusrind und Hausschwein sowie Bio-Wurst- und Selchwaren. Aus „Zechi´s Mausefalle“ kann sich mancher Einkäufer nicht so schnell wieder befreien, gibt es dort doch ein riesiges Angebot an nationalen und internationalen Käsespezialitäten garniert mit freundlicher Beratung. Glutenfreie und vegane Mehlspeisen sowie Bio-Ziegenmilch und Bio-Weine, Honigprodukte und Schnäpse sind nur einige der vielen Produkte, die Konsumenten in der Markthalle vorfinden und begeistern. Herzhafte Brote und mit viel Liebe hergestellte Gebäckund Süsswaren bietet Martina‘s Brotkultur. Am „PANNATURA-Stand“ gibt es die Produkte vom Bio-Landgut Esterhazy, neben dem pannonischen Spezialmischbrot „ Bio-Pannonier“ sind das vor allem verschiedene Wildspezialitäten, Produkte vom Bio-Angusrind, Bio-Kürbis- und Bio-Sonnenblumenöle sowie verschiedene Honige. Ein neues Highlight ist das in Kooperation mit der burgenländischen Privatbrauerei Gols GmbH hergestellte „BIO-BIER“, das zu hundert Prozent aus Bio-Braugerste vom Bio-Landgut Esterhazy hergestellt wird.

Gebraut wird das Bio-Bier aus Bio-Gerstenmalz, das zu 100% vom Bio-Landgut Esterhazy stammt. Die körperhafte Würze und die unterschwellige Kräutrigkeit des Hopfens bilden ein bodenständiges Braugut. Und das schmeckt man bei jedem Schluck.

BIO-PANNONIER Für den Bio-Pannonier wird ausschließlich feinstes Bio-Getreide verwendet. Die transparente Herkunft sowie der gänzliche Verzicht von Zusatzstoffen spiegeln sich im reichen und aromatischen Geschmack wider.

Bierkenner schwärmen von den malzigen Tönen und der brotigen Note dieser gehaltvollen Innovation. Ein neues Projekt befasst sich mit der Freilandhaltung von Hühnern. Künftig bekommen die Tiere ihr eigenes Wohnmobil, mit dem sie immer wieder auf neue Wiesenflächen gebracht werden können. Nachts im mobilen Hühnerstall, tagsüber auf saftigen Wiesen, verspricht die höchst mögliche Ei-Qualität, von der Käufer in der Markthalle bald profitieren werden. Da aber nicht alle Konsumenten zur Markthalle nach Eisenstadt kommen können, wird die Markthalle bald zu ihnen kommen. Ein mobiler Verkaufsanhänger bringt ausgewählte Produkte von PANNATURA und den Partnern aus der Markthalle Kulinarium Burgenland zu verschiedenen Veranstaltungen, wie z.B. im Schlosspark Eisenstadt oder im Steinbruch St. Margarethen, aber auch zu anderen Events, wie etwa zu den Wein- und Genusstagen in Eisenstadt. An den Wochenenden wird der fahrende Spezialitäten-Anhänger in die Seesiedlung in Neufeld/Leitha und Trausdorf kommen, um dort ein frisches Sortiment an Fleisch, Wurst, Gebäck, Käse und Milchprodukten sowie Esterhazy Weine und das Esterhazy BIO-BIER anzubieten. Die Markthalle Kulinarium Burgenland ist jeden Samstag von 8:30 bis 12:30 Uhr geöffnet, am Donnerstag und Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr. Alle Anbieter und ihre Produkte sowie den jeweiligen Standplatz des mobilen Verkaufsanhängers finden Sie unter www.markthalle-burgenland.com


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15 JAHRE BIO

Vorreiter in der Bio-Landwirtschaft Das Bio-Landgut Esterhazy ist bereits seit 15 Jahren einer der wichtigsten österreichischen Leitbetriebe für Bio-Landwirtschaft. Ein motiviertes und fachlich bestens geschultes Team, der Einsatz moderner Technik sowie ein hohes Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Natur haben eine besondere Bio-Erfolgsgeschichte entstehen lassen.

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hr ideales Umfeld findet die Bio-Landwirtschaft oft weniger in Schrebergärten oder auf ganz klein strukturierten Flächen, als vielmehr auf eher großen, zusammenhängend biologisch bewirtschafteten Gebieten. Auf solchen Flächen kommt es beispielsweise zu keiner Kontamination durch Pflanzenschutz- oder Düngemittel aus angrenzenden konventionellen Betrieben.

Die Felder und Wiesen des Bio-Landguts Esterhazy sind arrondierte Gebiete im Ausmaß von zumindest 150 Hektar und grenzen zum Großteil an Schilfflächen, Hutweiden oder unter Naturschutz stehende Gebiete. Die unmittelbare Nähe der Flächen zu diesen ökologisch sensiblen Gebieten, wie auch dem Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel oder Natura 2000-Gebieten verlangt freilich einen besonders verantwortungsvollen Umgang bei der Bewirtschaftung. Um die einmalige Naturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten, werden daher ausreichend Rückzugsgebiete für Tiere, also bewusst nicht zur

Ernte vorgesehene Bereiche, geschaffen. Nicht nur Insekten und Schmetterlinge haben hier Zonen für die Ruhe und Nahrungssuche, sondern auch das Niederwild, wie Feldhase und Rebhuhn, findet dank der geschaffenen Struktur gute Lebensbedingungen und bei Bedarf rasch Zuflucht. Bio-Landwirtschaft wird oft in romantisierenden Bildern dargestellt: Die trotz kräfteraubender Handarbeit stets strahlende Bauernfamilie, das Fehlen von Maschinen bzw. moderner Techniken, ständiger Sonnenschein und rundherum, ähnlich einem „Gnadenhof“, eine Vielzahl an unterschiedlichen Tieren, die friedlich vor sich hin altern. Dies alles ist zwar zweifelsfrei ein schönes, aber wenig realitätsnahes Bild. Das Bio-Landgut Esterhazy vermittelt hingegen jene Inhalte, die tatsächlich für den modernen Bio-Landbau stehen. Gerade in den ökologisch wertvollen pannonischen Trockengebieten sind sorgfältig geplantes Arbeiten, die Verbindung von altem Bauernwissen mit modernen Produktionsmethoden und ein geschärftes Bewusstsein für die Bedürfnisse der Natur

wesentlich. Weniger Romantik als vielmehr wissenschaftlich fundierte Arbeit heißt das Gebot zur schonenden, aber bestmöglichen Nutzung der Ressourcen. Biologischer Anbau ist arbeitsintensiv und kämpft daher immer mit der wirtschaftlichen Effizienz. Der größte Feind der Produktion ist dabei das Beikraut, das den Feldfrüchten Platz streitig macht. Im konventionellen Ackerbau wird Chemie eingesetzt, was sich aber bei biologischem Anbau verbietet. Im Bio-Landbau müssen diese unerwünschten Pflanzen (Beikräuter) deshalb rein mechanisch zurückgedrängt werden. Hierzu wird modernste Technik, beispielsweise eine Maschine mit sogenannten „Fingerhacken“ eingesetzt. Diese ist mit Sensoren ausgestattet, die ein zentimetergenaues mechanisches „Beikrautjäten“ ermöglicht, sodass die Nutzpflanzen nicht in ihrer Entwicklung gestört werden. Um den jeweils richtigen Zeitpunkt zu finden, braucht es neben dem technischen Equipment vor allem Mitarbeiter, die im richtigen Moment die richtigen Schritte setzen und ideale Entscheidungen treffen.


15 JAHRE BIO

Ein grundlegendes Erfolgselement für den Bio-Anbau ist die sorgfältige Wahl einer jeweils auf den Standort sinnvoll abgestimmten Fruchtfolge. Es geht darum, den Boden durch Zwischenfruchtanbau auf natürliche Weise mit neuen Nährstoffen zu versorgen, den Schädlingsbefall zu minimieren, aber natürlich auch darum, eine Verteilung des Risikos in der Vermarktung zu erreichen. Die einzig richtige Abfolge gibt es daher nicht, es müssen von Fall zu Fall die verschiedenen Aspekte gegeneinander abgewogen werden. Das Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen zeigt anschaulich, wie effizient, aber ressourcenschonend und bedacht gearbeitet werden kann. Dieser Betriebsstandort am Westufer des Neusiedler Sees dient unter anderem zur Erprobung verschiedener Maßnahmen. Mehr als fünf Prozent der rund 300 Hektar großen Fläche wird für Blühflächen, Hecken und Windschutzgürtel verwendet. Zwar wird durch diese nicht für den Ackerbau verwendeten Flächen die Arbeit auf den Feldern schwieriger, doch zeigen sich zunehmend hervorragende Erfolge im Hinblick auf den Arten- und Naturschutz.

Österreichische Biofeldtage in Donnerskirchen Biologische Landwirtschaft erleben – für Produzenten und Konsumenten

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Einerseits hat hier die Artenvielfalt insgesamt zugenommen: Bienen, Schmetterlinge und Vögel finden einen artgerechten Lebensraum. Andererseits kommen die freien Streifen und Brachen den Wildtieren, etwa den in Österreich selten gewordenen Rebhühnern, entgegen, die hier Deckung nehmen. Rehen dienen sie dazu, ihre Kitze ungefährdet außerhalb der bewirtschafteten Felder ablegen zu können. Die sorgsame, nachhaltige Arbeit des Bio-Landguts spiegelt sich in einer großen Palette von Produkten, wie Wildspezialitäten aus nachhaltiger Jagd, Fleisch von den Bio-Angusrindern, Bio-Öle, Bio-Brote, Bio-Mehl, Bio-Teigwaren und Bio-Honig wider. Endverbraucher und Kunden aus der Gastronomie können gewiss sein, hohe Qualität zu kaufen, sind doch Herkunft der Produkte und ihre Verarbeitung stets transparent nachvollziehbar. Der Bedeutung des Bio-Landguts als Vorreiter für den biologischen Landbau in Österreich wird durch die ersten österreichischen Biofeldtage am 15. und 16. Juni 2018 am Seehof Donnerskirchen Rechnung tragen (unten).

PROJEKTE

NATIONALPARK JUBILÄUM Die einzigartige Kulturlandschaft Neusiedler See-Seewinkel feiert bereits sein 25-jähriges Jubiläum als Nationalpark. Mit der 1993 erfolgten Flächenbereitstellung für die wertvolle Kern- und Ruhezone des Nationalparks, legten Dr. Paul und Melinda Esterházy einen wesentlichen Grundstein, ohne den der Nationalpark nicht hätte entstehen können. Die heute internationale Bedeutung dieses Naturraums konnte damit besiegelt werden und liegt vor allem in der außergewöhnlichen Artenvielfalt, die sich beispielsweise in rund 340 Vogelarten widerspiegelt, sowie in seiner unverzichtbaren Funktion für den Vogelzug. Auch als Brutgebiet kommt der Neusiedler See-Region große Bedeutung zu. Ausgedehnte Wiesengebiete und Weideflächen, Salzlacken, verschiedenartige Feuchtgebiete, Trockenrasen, Sandsteppen, Schilf und eine reiche Fülle an Tier- und Pflanzenarten, machen das Neusiedler See-Gebiet zu einem der einzigartigsten Naturräume Europas. Heute stellt Esterhazy nicht nur rund 5.000 ha zur Verfügung, sondern nimmt auch in der Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen darauf Bedacht.

Der Vorreiterrolle für die Förderung naturgerechter Bewirtschaftung wurde das Esterhazy Bio-Landgut durch die Initiative der Biofeldtage am 15. und 16. Juni 2018 erneut gerecht. Gemeinsam mit den Projektpartnern, dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL), BIO AUSTRIA Burgenland und der Landwirtschaftskammer Österreich, wurde das bekannte Format der Feldtage in Deutschland und der Schweiz völlig neu definiert und zukunftsweisend erstmals in Österreich umgesetzt. Auf über 70 Hektar Veranstaltungsgelände treffen Praktiker, Fachpublikum, Wissenschaftler und interessierte Konsumenten zu einem Dialog mit über 150 Ausstellern zusammen. Umfassende Einblicke in den Biolandbau sowie ein praxisnaher Wissensaustausch bilden die Grundlage. Schwerpunkte sind u.a. Maschinenvorführungen zu den Themen Luzerne-Umbruch und mechanische Beikrautregulierung, aber auch Sortenversuche zu unterschiedlichen Marktfrüchten in noch nie dagewesenem Ausmaß auf über 100 Demonstrationsparzellen. Bodenversuche mit offenen Bodenprofilen sowie Tierhaltung und Beweidung im Trockengebiet werden eindrucksvoll veranschaulicht. Die Veranstaltung ist aber vor allem auch als Bio-Fest für alle konzipiert. Dafür sorgen ein Marktplatz mit regionalen Produkten, eine Jungpflanzenbörse, eine Schauküche und ein umfangreiches Kinderprogramm. Mediziner und Ernährungsexperten halten Vorträge über richtige Ernährung und gesundes Leben. Führungen und Workshops zu ökologischer Landwirtschaft, Kochen und Gärtnern ergänzen das

Programm. Auf die Kinder warten ein abwechslungsreicher Themen-Spielplatz, ein über mehrere Stationen verteiltes, ökopädagogisches Programm und eine altersgerechte Einführung in die Thematik. Mit den Biofeldtagen werden die Veranstalter ihrem Auftrag gerecht, Bewusstsein über die Vorzüge biologischen Wirtschaftens zu schaffen und einen transparenten und ehrlichen Einblick in ihre Arbeit zu geben. Bio-Landgut Esterhazy, Seehof Donnerskirchen, 7082 Donnerskirchen. Unter www.biofeldtage.at finden Sie das gesamte Programm und einen Geländeplan sowie laufende Berichte.


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NATUR & SCHUTZ

Umsicht geboten! Landwirtschaft und forstliche Bewirtschaftung erfordern stets Umsicht und hohe Verantwortung. Besonders gilt dies in einem ökologisch sehr sensiblen Umfeld wie dem Großraum Neusiedlersee.

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ANNATURA stellt sich dieser Herausforderung im vollen Bewusstsein, dass nur bei höchster Sorgfalt für die Bedürfnisse die Umwelt, die wirtschaftliche als auch soziale und ökologische Stabilität des ländlichen Raums auf Dauer gesichert werden kann. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen nimmt daher die Bedürfnisse der vielfältigen Tierarten im pannonischen Raum aktiv in deren Planung mit auf. So werden auf den Feldern beispielsweise absichtlich unbebaute Ränder belassen, Hecken und Windschutzanlagen, die als Rückzugsbereich für das Niederwild, wie Feldhase und Rebhuhn, dienen, bewusst gepflanzt. Zusätzlich geben selbst direkt in den landwirt-

schaftlich genutzten Flächen gezielt angelegte Blühstreifen Insekten und Schmetterlingen den notwendigen Nahrungsund damit Lebensraum. Ebenso wird bei der Ernte und Pflege der Wälder stets Bedacht auf die großen Zusammenhänge, also auch die vielfältige Tierwelt genommen. In überalterten Bäumen innerhalb von „Altholzinseln“ entsteht wichtiger Lebensraum für seltene und gefährdete holzbewohnende Tierarten, sogenannte „Xylobionten“. Zudem werden Spechtbäume bewusst erhalten. Auch die übrigen Waldbewohner kommen nicht zu kurz. Durch neu angelegte Wiesen- und Begleitstreifen neben Forststraßen entstehen wertvolle Nahrungsquellen für z.B. Reh, Hirsch und Hase. Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass sich Schützen und gleichzeitiges Nützen der Flächen gut in einer nachhaltigen

Bewirtschaftung vereinen lassen. Dass auch die unmittelbare Bevölkerung davon profitiert, zeigt die Tatsache, dass die Nachfrage nach Holz für die thermische und energetische Nutzung größer ist denn je. Nicht nur die Produktion von Waldhackgut für regionale Heiz- und Kraftwerke, sondern auch die direkte Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz hat bei PANNATURA einen traditionell hohen Stellenwert. Von der Selbstschlägerung in den Wäldern bis hin zur Lieferung von ofenfertigem Brennholz vor die Haustür – für den Kunden ist immer das passende Sortiment dabei. Jährlich werden alleine im Bereich der Biomasse über 60.000 Tonnen Hackgut vermarktet, welche eine Versorgung von rund 21.000 Haushalten entspricht. Außerdem können rund 2.400 Familien jährlich mit Brennholz aus heimischen Wäldern versorgt werden.


LEBENSRAUM & JAGD

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PROJEKTE

LEBENSRAUM FÜR NÜTZLINGE Da Nützlinge wie die Biene oder die Schwebfliege (im Bild) eine wichtige Rolle für die Bestäubung von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen spielen, werden bewusst Maßnahmen gesetzt, um diese zu erhalten und zu fördern. Einerseits wird der Fortbestand der Nützlinge durch den Verzicht auf Spritzmittel unterstützt, andererseits wird eine Vielzahl an blühenden Pflanzen als Nahrungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Mit abwechslungsreichen Fruchtfolgen und der Anlage von Blühstreifen inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen trägt das Bio-Landgut Esterhazy den Bedürfnissen aller Nützlinge Rechnung.

Wild Genuss Allen Aktivitäten in Wald und Flur übergeordnet, steht der Gedanke der Erhaltung der Ökosysteme und der genetischen Vielfalt von Arten und Populationen. Auch bei der Jagd geht es daher um eine achtsame Balance zwischen dem Schutz der Tiere und deren Verwendung als hochwertiges Lebensmittel.

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achhaltige Jagd ist bei Esterhazy keine leere Worthülse. Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und unter Einbindung aller Interessensgruppen wurden schon vor einigen Jahren Indikatoren zur laufenden Selbstevaluierung der gesetzten Maßnahmen für Jäger entwickelt. Jagd und die gezielte Lebensraumverbesserung für Tiere werden auch von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen begleitet. So werden seit Jahren gemeinsame Forschungsprojekte mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der veterinärmedizinischen Universität Wien betrieben, um das Verhalten und Wohl der Tiere besser verstehen und berücksichtigen zu können. In Anerkennung für das nachhaltige und umsichtige Wirtschaften wurde Esterhazy als einer der ersten Betriebe in Österreich und einer von nur 250 europäischen Betrieben aus 18 Ländern mit dem „Wildlife Estates Label“ ausgezeichnet. Bei der Übergabe des Zertifikats in Brüssel betonte der Leiter der deutschen Delegation, dass es Esterhazy gelänge, Schutz und nachhaltige Nutzung vorbildhaft zu vereinen und durch sichtbares Handeln speziell auch Kindern zu vermitteln. Esterhazy verfolgt daher auch bei der Jagd das Ziel, diese, gemeinsam mit Partnern, weiterzuentwickeln und stellt sich in diesen Fragen bewusst und aktiv der Öffentlichkeit. Denn die Jagd hilft das natürliche Gleichgewicht zu erhalten, aber auch im Besonderen um hochwertige Nahrungsmittel zu schaffen. Auch die Tatsache, dass Jagd gleichzeitig stets Fleischgewinnung bedeutet, wird bewusst und offen angesprochen. Die

Nutzung und Verwertung von hochwertigem und gesunden Wildbret steht bei der Jagdausübung immer im Vordergrund. Die Schritte dazwischen werden von den Konsumenten vielfach bewusst ausgeblendet, doch eine nachhaltige Jagd und ressourcenschonender Umgang sind neben ethischen Aspekten für die Herstellung von qualitativem Wildbret unabdingbar erforderlich. So werden in den Esterhazy Revieren jährlich rund 85.000 Kilogramm Wildbret gewonnen, dies entspricht einer Versorgung der Bevölkerung mit rund 570.000 Portionen pro Jahr. Bereits seit Jahren setzt man neben der Vermarktung von Teilstücken für die Gastronomie und Endkunden auf die Veredelung des hochwertigen Wildbrets. Dieses wird über die Marke PANNATURA, beispielsweise in der Markthalle Kulinarium Burgenland, als Frischfleisch oder auch als Pasteten, Würste sowie Schinken zum Kauf angeboten. Der stetig steigende Absatz zeigt, dass die Wahl der Konsumenten immer bewusster auf regionale, gesunde und vor allem transparente Lebensmittel fällt. Wildbret garantiert Umsicht und Geschmack, wie jeder der es probiert rasch bezeugen wird.

Um auch Besuchern eindrucksvoll zeigen zu können, wie Bienen ihre Waben bauen, stehen ab der Saison 2018 zwei Schaustöcke am Seehof Donnerskirchen sowie ein weiterer im Park des Schlosses Lackenbach für interessierte Gäste bereit.

KOOPERATION MIT DEM WWF Der WWF ist seit zehn Jahren zum Schutz der biologischen Vielfalt in zahlreichen Projekten Kooperationspartner von Esterhazy. Derzeit wird in einem gemeinsamen Projekt ein Konzept zur Erhaltung von gefährdeten Tierarten in den Wäldern des Leithagebirges entwickelt. Rund 200 Hektar sind im Rahmen dieses Projektes gezielt außer Nutzung gestellt worden, um einen Rückzugsraum für europaweit geschützte Vogel- und Käferarten wie Halsbandschnäpper, Mittelspecht sowie Hirschkäfer und Großer Eichenbock zu sichern. In diesen bewusst nicht bewirtschafteten Flächen kann sich so Alt- und Totholz anreichern, welches vielfältigsten Arten ausreichend Lebensraum bietet. Der Anfang für weitere, meist mehrjährige Projekte gemeinsam mit dem WWF, rund um naturschutzkonforme Weideund Schilfwirtschaft im einzigartigen Naturraum Neusiedler See-Seewinkel, ist dieses Jahr ebenfalls bereits gesetzt.

FLEDERMAUSELDORADO Die Gefährdungsursachen für Fledermäuse sind aufgrund ihrer komplexen Lebensweise und den Anforderungen an ihren Lebensraum sehr vielfältig. Umso erfreulicher ist es daher, dass sich diese in den strukturreich gegliederten Waldund Offenlandschaften bei Esterhazy besonders wohl fühlen. Besonders profitieren sie von überdurchschnittlich alten Waldbeständen mit hohem Anteil an Alt- und Totholzbäumen. Diese stellen ideale Jagd- und Quartierlebensräume für Fledermäuse dar. Aktuelle Untersuchungen im Forstbetrieb Esterhazy am Leithagebirge konnten dies mit dem Vorkommen von zumindest elf verschiedenen Fledermausarten, welche allesamt streng geschützt sind, eindrucksvoll belegen, selbst die besonders seltene Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) war dabei.


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NATURPÄDAGOGIK

PANNATURA IM WEB

Online

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Pannatura

Mit den Kleinsten Großes bewirken Bereits seit Jahren werden spannende, ökopädagogische Führungen für „Groß und Klein“ durch die Wälder angeboten, um eine umsichtige Sichtweise der Bewirtschaftung weiterzugeben. Dabei werden gemeinsame Projekte mit Schulen umgesetzt: Kinder pflanzten beispielsweise erst vor kurzem mit fachmännischer Betreuung in ausgewählten Wäldern über 120 Bäume. Auch der Seehof in Donnerskirchen etabliert sich immer mehr als Leit- und Lehrbetrieb. Alleine im August 2017 konnten neben diversen Schulklassen rund 50 Kinder mit ihren Betreuern im Rahmen des Eisenstädter Ferienspiels biologische Wirtschaftsweise „hands on“ erleben. Auf anschauliche

Esterhazy

Weise wurde gezeigt, wie die Bio-Angus-Rinder leben und sorgsam betreut werden. An verschiedenen Stationen erklärten Mitarbeiter des Bio-Landguts Esterhazy den Weg von der Frucht am Feld bis hin zum fertigen Produkt am Teller.

Esterhazy @pannatura

Diese Form des aktiven und spielerischen Unterrichts ist Teil der Strategie bei Esterhazy, bereits den Kleinsten den respektvollen Umgang mit der Natur zu vermitteln. Üblicherweise werden derartige Besuche, je nach Alter und gewünschtem Themenschwerpunkt, über mehrere Stunden angeboten. Ein weiterer Ausbau ist geplant.

@Twittehazy @esterhazy

Nähere Infos unter: www.pannatura.at/wald

Qualität, Partnerschaft & Kontrolle In einem vielfältigen Unternehmen wie Esterhazy sorgen unterschiedlichste Mitwirkende gemeinsam für die Erhaltung der Umwelt und Sicherung höchster Qualität.

DRUCK

EINSCHLAG

JAGD

BIO

FORSCHUNG

RÜCKSICHT

SCHUTZ

Neben dem CO₂ neutralen Druck wurden zur Produktion ausschließlich auf Pflanzenöl basierende Naturfarben verwendet.

Die Fa. Umweltdata berechnet das jährliche Nutzungspotenzial sowie die optimale Hiebsatzmenge und sichert dadurch eine nachhaltige Holznutzung.

Gemeinsam wurden Richtlinien für nachhaltige Jagd im pannonischen Raum erarbeitet. Dies ermöglicht die laufende Evaluierung der Jagdpraxis.

Alle Agrarflächen werden gemäß BIO-AUSTRIA Vorgaben bewirtschaftet. BIO-AUSTRIA garantiert beste Bio-Qualität aus Österreich.

Wissenschaftliche Forschungskooperationen und projektbezogene Zusammenarbeit mit Forschungseinheiten zeichnen Esterhazy als Leitbetrieb aus.

Gemeinsame Projekte fördern respektvollen Umgang mit der Natur und dienen als Modell für Zusammenarbeit von Naturschutz und Landnutzern.

Mehr als 30 Prozent des Besitzes werden für Naturschutzanliegen zur Verfügung gestellt und stehen vielfach gänzlich außer wirtschaftlicher Nutzung.

Impressum Herausgeber: PANNATURA GmbH, Esterhazyplatz 7, 7000 Eisenstadt Ansprechpartner: Esterhazy Betriebe GmbH, Öffentlichkeitsarbeit, T +43 (2682)/630 04, nachhaltigkeit@esterhazy.at, Barbara Wagner-Gmeiner, Sabrina Wiedenhofer Design & Layout: Fredmansky GmbH Bildnachweis: Esterhazy Betriebe, Andreas Tischler, Andreas Hafenscher, Roland Schuller, Birgit Machtinger, Brigitte Komposch Druck: Bösmüller Print Management GesmbH & Co. KG


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