Die Leichtigkeit
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Kongresshaus Zürich · Amphithéâtre
Genossenschaft Kalkbreite, Zürich ·
Maisons Duc, Saint-Maurice ·
Leventina · Saaneviadukt,
Gute Baukultur ist dauerhaft und hält Jahrhunderten stand. Der Saaneviadukt in Gümmenen zeigt dies exemplarisch auf, indem er relevante Eingriffe seiner Zeitachse aufgreift, zeigt und dadurch seinen mate riellen und immateriellen Wert steigert. Mit der ak tuellsten Erneuerung und dem Ausbau auf Doppelspur wurde das denkmalgeschützte Bauwerk in eine neue Epoche überführt und darf weiterhin faszinieren und beeindrucken.
D en Kreativen gehört die Zukunft –beim Saaneviadukt in Gümmenen zeigt sich das exemplarisch immer wieder aufs Neue. Wäre das Bau werk nicht schon zu seiner Entste hungszeit beeindruckend und cle ver gewesen, stünde es heute nicht mehr. Und wäre es aktuell nicht in sensibler Weise erneuert, erweitert und modernisiert worden, wäre das Potenzial, künftig ein noch wertvolleres Kulturgut zu sein, verschwindend klein. Jetzt aber gehört dem Viadukt die Zukunft mit dem Potenzial, zum dauerhaft bestehenden Erbgut der Baukultur zu werden.
Das Baukulturerbe Der zwischen 1899 und 1901 erbaute Na tursteinviadukt ist der grösste Kunstbau der BLS-Bahnstrecke Bern–Neuenburg. Das Ensemble aus einem impo santen,
standserfassung zeigte, dass die Natur steinviadukte die Mehrlast aufnehmen konnten. Einzig das Fachwerk musste für die höheren Lasten des Doppelspuraus baus ersetzt werden.
Die Nutzung rettet Für die Erhaltung von kulturell wertvol len Bauwerken ist die Anpassung an neue Umstände oder an eine veränderte Um gebung von zentraler Bedeutung. Kultur erbe sollte nicht eingefroren werden. Ohne eine lebendige Nutzung würde es oft einen stillen Tod sterben, sein Erhalt wäre nicht erstrebenswert, sehr um ständlich oder im schlimmsten Fall gar nmöglich. Der Saaneviadukt ist seit je her in Betrieb und kann sich verkehrs spezifischen Anforderungen anpassen und uneingeschränkt funktionieren. So suchte man 2013 über einen zweistufigen
Clementine Hegnervan Rooden, dipl. Bauing. ETH, Fachjournalistin BR, Publizistin Ingenieurbaukunst und Geschäfts leiterin der Gesellschaft für Ingenieur baukunst.
Das neue Fachwerk, die instand gesetzten Steinviadukte und der Damm des Saaneviadukts: Deutlich sichtbar sind die neuen auskragenden Fahrbahnplatten. Die Randborde verbinden alle Bauwerkselemente miteinander – Fachwerk, Steinviadukte und Damm wirken gestärkt als Ensemble.
Der grösste Showroom im Valser Geschäftshaus ist die Fassade: Damit die nur 25 mm starken Steinplatten nicht brechen, wurden sie erst horizontal geteilt, dann in der Mitte gewebeverstärkt, mit Klemmen innerhalb der Platte versehen und wieder verleimt. Coverfoto von naaro
Steine gibt es fast überall. Vertraut erscheinen sie deswegen längst nicht immer. In Vals beispielsweise liegt der grosse Steinbruch nur ein paar Hundert Meter entfernt von einem ungewöhnlichen Haus, das vieles auf den Kopf stellt, was bisher als charakteristisch für das Bauen mit Naturstein galt: Das Haus Balma nach dem Entwurf von Kengo Kuma & Associates zelebriert weniger das Gewicht als die Leichtig keit des Valser Steins.
Für den Neubau der Badener Therme von Mario Botta Architetti wiederum wurden die Steine aus fast 500 Kilometern Entfernung hergebracht. Sie legen sich wie eine Tapete um die Hunderte von Metern der Fassadenabwicklung und insze nieren dabei nicht die überwundene Schwer kraft, sondern die Analogie zu einer Hand mit fünf Fingern. Ob diese Steine aus Venetien in Baden nun Fremdlinge sind? Ockergelb leuchten sie zwischen den gelblichen Kalk steinen am Limmatknie.
Es gibt auch Felsenfragmente, die nur einige wenige Kilometer weit transportiert wurden und trotzdem fremd wirken: so beispielsweise die Findlinge, die von den Berghängen der Surselva nach Ilanz gebracht wurden und seit diesem Sommer in einer eigensinnigen Präsenz Platz in der Altstadt einnehmen. Hier zeigt sich der Stein in zuweilen fantastischen Naturformen, die höchstens ein Geologe zu erklären vermag. Allen anderen bleibt nichts anderes übrig, als zu staunen.
Gemeinde Glarus, vertreten durch das Departement Bau und Versorgung, Poststrasse 2a, 8755 Ennenda
In der Innenstadt von Glarus bestehen Herausforderungen, die exemplarisch für historische Ortskerne mit Durchgangsstrassen sind. Zur Entwicklung der Innenstadt wurden in einem breit abgestützten Prozess eine Nutzungskonzeption erarbeitet. Gestützt darauf und im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der Kantonsstrasse soll der öffentliche Raum mit der Zielsetzung einer Aufwertung gesamtheitlich betrachtet werden. Dazu sind durch Planungsteams bestehend aus den Fachdisziplinen Verkehrsplanung und Land schaftsarchitektur / Freiraumplanung Studien zu erarbeiten. Die Studi en umfassen ein innovatives und realisierbares Gesamtkonzept für die Gestaltung der öffentlichen Räume im Zentrum von Glarus. Basierend auf dem Ergebnis des Studienauftragsverfahrens werden die verschiedenen Projekte und Teilprojekte aufgebaut.
Die Vergabe der Planerleistungen erfolgt im selektiven Verfahren gemäss Art. 16 des kantonalen Submissionsgesetzes und unterliegt dem Staatsvertragsbereich (GATT/WTO Übereinkommen). Das Verfahren wird subsidiär zu den Bestimmungen über das öffentliche Beschaffungswesen gemäss der SIA Ordnung 143 durchgeführt. Im Rahmen der Präqualifikation werden 3 bis 4 Bewerbende, darun ter maximal ein Nachwuchsteam, zur Teilnahme eingeladen.
Gesucht wird ein Planungsteam, welches die Fachbereiche Land schaftsarchitektur und Verkehrsplanung abdeckt.
Einreichung der Bewerbung bis 24. November 2022 bis 16:30 Uhr Information über Einladung 30. Januar 2023 der Bewerber Begehung in Glarus 20. Februar 2023 Zwischenbesprechungen 29. März 2023 und 23. Mai 2023 Schlussabgabe der Unterlagen 20. Juli 2023
Die einzureichenden Dokumente, Eignungs und Zuschlagskriterien, Zusammensetzung des Beurteilungsgremiums sowie weitere Infor mationen zur Aufgabe und zum Verfahren sind dem Pflichtenheft zu entnehmen.
Das Pflichtenheft und die Bewerbungsunterlagen können ab dem 12. Oktober 2022 unter www.simap.ch bezogen werden (Meldungs Nr. 1288389).
Ein Naturstein für authentische Architektur. Der Rorschacher Sandstein, den wir in unserem Steinbruch oberhalb des Bodensees abbauen, fasziniert durch seine Einzigartigkeit und Ästhetik.
Als moderne Steinhauerei unterstützen wir Architekten und Planer bei Naturstein-Fassaden durch sorgfältige CAD-Planung, moderne Steinbearbeitung und erfahrene Bautrupps.
T +41 71 858 60 10
E-Mail: chb@baerlocher-natursteine.ch
Bärlocher Steinbruch und Steinhauerei AG
Steinbruchstrasse 6 9422 Staad www.baerlocher-natursteine.ch
unerträgliche Leichtigkeit des Steins» lautete der Arbeitstitel dieser Ausgabe, in Anlehnung an Milan Kunderas Bestsellerroman. Ob etwas erträglich oder unerträglich sei, bleibt allerdings eine persönliche Sache. Sicher ist: Jeder der Steine in diesem Heft, auch die Gneisplatten auf dem grossen Dach in Vals, wird
Menschenleben überdauern. So zumindest ist es gedacht.
v. Fischer Das Haus Balma heisst im Volksmund «Haus der fliegenden Steine». Den Valser Quarzit scheinbar mühelos in
Luft zu halten, erforderte viel Zeit
äussersten
Tapete von 500 Tonnen Sabine v. Fischer Massiv und monumental will der italieni sche Marmor im Badener Bäderquartier wirken.
aggressiven Thermalwasser hält
stand, ästhetisch zeigt
grosse Geste Schwächen.
Der Kanton Basel-Landschaft will die beiden Sekundarschulen von Muttenz am Standort Hinterzweien zusammenführen. Entgegen dem Trend zu immer kompakteren Schulhäusern schlagen Gschwind Architekten zwei Gebäude vor, die spezifisch auf die divergierenden Anforderungen ausgelegt sind.
Die Sekundarschule in Mut tenz ist heute auf die beiden Standorte Gründen und Hinterzweien verteilt. Da die Schul anlage Gründen stark sanierungs bedürftig ist, soll sie abgebrochen werden. Im Gegenzug wird die Schulanlage Hinterzweien erwei tert, sodass die Sekundarschule Muttenz an einem Standort zusam mengeführt werden kann. Sie be steht aus drei unterschiedlichen Gebäuden. Dreh- und Angelpunkt ist die 1934 gebaute Primarschule des Architekten Rudolf Christ, die in den 1960er-Jahren mit den beiden
Trakten 1 und 3 ergänzt wurde (sie he auch TEC21 47/2016). Das Ge bäudekonglomerat schlängelt sich durch das ganze Geviert von Nord westen bis Südosten. In der nordöst lichen Ecke befindet sich die Kirche Johannes Maria-Vianney des Archi tekten Max Schnetz aus dem Jahr 1964. Die diagonal gegenüberliegen de Freifläche dient als Pausenplatz und als Rasenspielfeld. Sie bildet den Wettbewerbsperimeter zur Er weiterung der Schulanlage.
Die Wettbewerbsaufgabe zur Erweiterung des Standorts Hinterzweien umfasste zusätzliche
Unterrichtsräume für insgesamt 27 Regelklassen und die kantonale Sportklasse sowie eine zusätzliche Doppelsporthalle. Um Lösungs ansätze für diese Aufgabenstellung zu erhalten, hat der Kanton BaselLandschaft einen einstufigen Pro jektwettbewerb im offenen Verfah ren durchgeführt. Die Ordnung für Wettbewerbe SIA 142 war verbind lich. Die 29 eingereichten Beiträge verfolgen zwei gegensätzliche Stra tegien. Die Stapelung der Sporthalle und der Unterrichtsräume zielt auf einen möglichst kompakten Baukör per ab mit einem möglichst kleinen
Visualisierung: Projektverfassende; Fotos: zVg
Fussabdruck. Die Aufteilung der Sporthalle und der Unterrichtsräu me in zwei Gebäude wiederum hat den Vorteil, dass die Tragwerke spe zifischer auf die unterschiedlichen Anforderungen ausgelegt werden können und die Leitungsführung der Haustechnik vereinfacht wird.
Die Jury empfiehlt dem Auftragge ber den Beitrag «hannes» von Gschwind Architekten einstimmig zur Weiterbearbeitung. Der Entwurf sieht für die Unterrichtsräume und die Sporthalle ein Gebäudepaar als Abschluss der Schulanlage im Süd westen vor. Damit wird der beste hende Pausenplatz räumlich gefasst, und der alte Baumbestand bleibt erhalten. Der viergeschossige Klas sentrakt und die eingeschossige Turnhalle mit einem Sportfeld auf dem Dach fügen sich gut in das he terogene Konglomerat ein. Neben der römisch-katholischen Kirche und dem viergeschossigen Kopfbau aus den 1960er-Jahren im Nordwesten erhält die Anlage mit dem neuen Klassentrakt einen dritten, markan ten Akzent im Südwesten.
Durch die Aufteilung des Raumprogramms auf zwei Gebäude können diese an die spezifischen Anforderungen hinsichtlich des Tragwerks ausgelegt werden. Die teilversenkte Sporthalle mit einem Sportfeld auf dem Dach hingegen soll aus Stahlbeton erstellt werden. Vorgespannte und vorfabrizierte Binder mit einem Abstand von 4 m überbrücken die Spannweite von 28 m. Sie tragen die vorfabrizierten Betonplatten, die als Schalung für den Überbeton dienen. Das Sport feld auf dem Dach der Sporthalle dient auch als zusätzliche Pausen fläche und bereichert das Angebot an Aussenräumen.
Der kleine Fussabdruck des Klassentrakts ermöglicht eine Er schliessung mit nur einem Treppen haus und eine freie Unterteilung der Grundrisse. Lärmige und stille Nut zungen sind auf die verschiedenen Geschosse verteilt, was betriebliche Vorteile bietet. Bis auf den Beton kern ist das Gebäude als reiner Holz bau aus vorfabrizierten Elementen
Erweiterung Sekundarschule Hinterzweien, Muttenz Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren
1. Rang / 1. Preis: «hannes» Gschwind Architekten, Basel; Thomas Boyle + Partner Bauingenieure, Zürich
2. Rang / 2. Preis: «Der grüne Heinrich» ARGE Brunhart Kindle Kurt, Zürich; blesshess bauingenieure, Luzern
3. Rang / 1. Ankauf: «Unter einem Dach» ARGE Märki Sahli Architekten und Kollektiv Palinpsao, Bern; WAM Planer und Ingenieure, Bern; extra Landschaftsarchitekten, Bern
4. Rang / 3. Preis: «Patio im Piano Nobile» Jans Raphael, Zürich; Ingeni Zürich, Zürich; Andreas Geser Landschafts architekten, Zürich
5. Rang / 4. Preis: «Bernhard» Oplatek Architekten, Basel; Aegerter & Bosshardt, Basel; Classen Haustechnik, Basel
Marco Frigerio, Kantonsarchitekt Kanton Basel-Landschaft (Vorsitz); Ünal Karamuk, Architekt, Zürich; Anne Marie Wagner, Architektin, Basel; Christoph Heitz, Bauverwalter Gemeinde Muttenz; Vinzenz Reist, Architekt, Projektleiter Hochbauamt (Ersatz)
Petra Schmidt, Stv. Generalsekretärin, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD); Simon Schweizer, Schulleitung Sekundarschule Muttenz; Flavio Naef, Lehrperson Sekundarschule Muttenz (Ersatz)
Das Gebäudekonglomerat der Schulanlage Hinterzweien schlängelt sich durch das ganze Geviert. Die Freifläche bildet den Wettbewerbsperimeter. Mst. 1: 3500.
vorgesehen. Den vertikalen Lastab trag übernehmen Kantholzstützen mit einem Abstand von vier Metern. Die Decken bestehen aus Hohlkas tenelementen mit einer Spannweite von 8 m.
Der architektonische Aus druck ist wohltuend schlicht und zurückhaltend. Die Brüstungsbän der der Fassaden sind mit Wellblech aus Aluminium verkleidet. Zur Raumluftregulierung über eine CO2 -Steuerung und zur Nachtaus kühlung sind die Holzmetallfenster motorisiert. Vieles erinnert an ein Bürogebäude: die Fassaden mit den umlaufenden Fensterbändern, die
flexibel unterteilbaren Grundrisse und die effiziente Erschliessung mit einem durchgehenden Treppenhaus.
Das mit dem zweiten Preis ausge zeichnete Projekt «Der grüne Hein rich» der ARGE Brunhart Kindle Kurt sieht einen zweigeschossigen Solitär in der südwestlichen Ecke des Areals vor, der sich massstäblich auf die bestehenden Schulbauten und Einfamilienhäuser bezieht. An der Schnittstelle von Pausenplatz und Neubau ergibt sich ein offener, gedeckter Gebäudeeingang, der gut
Gschwind Architekten, Längsschnitt durch die Sporthalle und den Klassen trakt, Mst. 1: 500.
auffindbar ist. Die Wegverbindun gen werden mit Sitzmöglichkeiten unter Baumdächern ergänzt. Mit einfachen Mitteln wird so ein ab wechslungsreiches Angebot an Freiflächen geschaffen.
Das neue Gebäude stapelt die Unterrichtsräume über der Sporthalle im Obergeschoss. Im Erd geschoss befinden sich die öffentli
chen Bereiche wie Mittagstisch und Mehrzweckraum. Zwei raumhohe Fachwerkträger aus Holz, überspan nen die Sporthalle und gliedern das Schulgeschoss. Die Erschliessung mit einer Wendeltreppe ist als ein zige Erschliessung weder betrieb lich geeignet, noch entspricht sie von der Brandabschnittsbildung den feuerpolizeilichen Vorschriften. Der
Kombiraum ist lediglich mit Vorhän gen abtrennbar, was wegen seiner Nutzung als Werkraum nicht um setzbar ist.
Der Beitrag ist hinsichtlich der Anforderungen an die Nachhal tigkeit in vielen Aspekten vorbild lich. Das Gebäude ist kompakt, und der Fussabdruck sowie das unter irdische Volumen sind klein. Die
ARGE Brunhart Kindle Kurt, Längsschnitt durch die Sporthalle mit den darüber gestapelten Klassenzimmern, Mst. 1: 500.
Konstruktion als konsequenter Holz bau, der ausgewogene Fenster anteil, die Photovoltaikmodule auf den Brüstungsbändern und die um laufenden Brise Soleils tragen zu diesem guten Gesamteindruck bei. Wegen betrieblicher und brand schutztechnischer Mängel hat der Entwurf aber die Jury nicht restlos überzeugt.
Der Beitrag «hannes» zeigt eindrück lich, dass zu einer nachhaltigen Strategie noch andere Kriterien als ein kleiner Fussabdruck, eine kom pakte Bauweise, ein optimaler Fens teranteil mit gut gedämmter Gebäu dehülle und ein geringer Verbrauch von grauer Energie gehören. Weil
sich die Anforderungen im Schulbe trieb in den letzten Jahren grundle gend geändert haben, sind immer mehr flexible Raumaufteilungen gefragt. Von den Klassenzimmern mit Wandtafeln für den Frontalun terricht geht die Entwicklung in Richtung «Lernen im Atelierbetrieb». Damit rückt der Schulbetrieb näher an den Berufsalltag. Die Schulge bäude nehmen immer mehr den Cha rakter von Bürobauten an. Aus der starren Raumaufteilung von Klas senzimmern und Gruppenräumen werden offene, flexibel unterteilba re Lernlandschaften. Gschwind Ar chitekten haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihren Entwurf präzise auf die Anforderungen der Schule von morgen getrimmt. •
Jean-Pierre Wymann, Architekt ETH SIA BSA
Weitere Pläne und Bilder auf bit.ly/sek-hinterzweien
Ein kantiger Brocken, fast wie ein kleines Haus, steht auf dem Perron des Bahnhofs von Ilanz/Glion. Ganz still und stumm. Wie in dem altbekannten Kinderlied vom Männlein im Walde wäre nun zu fragen, um welches Wesen es sich hier handelt. Der Brocken am Bahn hof steht zwar ganz allein, über die Altstadt verteilt allerdings gibt es mehrere Dutzend Findlinge, die al lein oder gruppiert platziert wurden. Insgesamt sind es über 200 t, die aus den verschiedenen Tälern der Bündner Berglandschaft der Surselva in die Stadt am Vorderrhein gebracht wurden.
In der Surselva, so schreiben der Künstler und Bildhauer Christi an Aubry und die Architektin und Farbgestalterin Lucrezia Zanetti,
zeige sich die Erdkruste als unsere Lebensgrundlage auf einmalige Weise. Die beiden Projektleitenden sind fasziniert, wie die Steine durch überdimensionale Erdbewegungen aus der Tiefe an die Oberfläche ge drückt wurden. Sie sind Zeitzeugen ganz besonderer Art, Zeugen einer Zeit nämlich, die die Dauer eines Menschenlebens um das Tausend und Millionenfache übertrifft.
Das Alter der Steine variiert mit ih rer Herkunft. Einige stammen aus oberen, jüngeren Gesteinsschichten, beispielsweise die Sedimentablage rung des Flimser Bergsturzes, auch Ruinalta genannt. Sie entstand vor knapp 9500 Jahren. 250 bis 300 Mil
lionen Jahre alt dagegen ist der Ver rucano, benannt nach dem Ort sei ner ersten geologischen Bestimmung, dem italienischen Monte Verruca. Der Verrucano stammt aus den tie fen Schichten einer Sedimentfolge, die sich in Flüssen und saisonalen Wildbächen als Ablagerungen des variskischen Gebirges bildete. In folge vielfältiger, auch vulkanischer Einlagerungen tragen die Verruca no Steine vielerlei Farben, infolge metamorpher Verformungen auch überraschende Muster.
Violett, rötlich, grünlich und fast schwarz zusammengesetztes Verrucano Gesteinsmaterial liegt unter der grossen Linde vor der ka tholischen Kirche, in direkter Nach barschaft zur Steingruppe auf dem Landsgemeindeplatz. Während die
In der Stadt Ilanz haben an verschiedenen Orten riesige Steinbrocken aus der Region einen Platz bezogen. Die Langzeitausstellung ist Teil der Initiative Zentrumsentwicklung und macht Räume neu erlebbar.Unter der grossen Linde vor der katholischen Kirche geben verschiedene Vertreter des Ilanzer Verrucano-Steins Einblick in tiefe, uralte Erdschichten. Ihre Präsenz überrascht und lädt zum Sitzen und Spielen ein. Fotos: Lucia Degonda
horizontal installierten Verrucanos zum Sitzen und Klettern einladen, stehen die Gegenüber auf dem zen tralen Platz da wie eine Landsge meinde fremdartiger Wesen: Mit Granit aus dem Val Cristallina über Puntegliasgranit, Marmor aus dem Val Lumnezia und Tuffstein aus Schlans bis zum Bündnerschiefer hat sich eine illustre Gesellschaft versammelt, mit einer eigensinnigen und poetischen Präsenz.
Zuweilen erinnern die auf rechten Steine mit ihren Köpfen und Höckern, Nasen und Schultern an Menschen oder Tiere. Dies ist ganz im Sinn der Projektleiter, die diese Wesen vor zwei Jahren an Berghän gen und Bachläufen der Surselva geborgen haben. Auf einem Werk platz in Rueun haben sie überwin tert und wurden dann von einer Gruppe junger Steinbildhauer unter der Anleitung von Aubry und Zanet ti so vorbereitet, dass sie in der Ilan zer Altstadt auf temporären Funda menten in ihre jeweilige Position gebracht werden konnten. Einzelne Stellen der Findlinge wurden bear beitet, damit die Charakteristik und geologische Formation in Fugen und Schliffen ans Tageslicht kommt.
Die schwersten Brocken unter den 200 Gebirgsfragmenten sind die bei den Cristallinagranite vor dem Rat
haus: Sie wiegen zusammen 12 t. Wer im Zug anreist, wird auf dem Perron von einem fast 3 t schweren Granit begrüsst. Die Bergregion der Sursel va erzählt mit ihren magmatischen, metamorphen und sedimentären Gesteinen Weltgeschichte, von der Verschiebung der Kontinentalplat ten bis zum Flimser Bergsturz: Erdgeschichte in vielen Schichten. «Schichtwechsel» heisst der von verschiedenen regionalen Fir men und Institutionen initiierte Verein und ebenfalls die diesjährige, erste Ausstellung. Die Wortwahl ist so spielerisch und vielschichtig wie die Gesamtanlage der Langzeitaus stellung: Der «Schichtwechsel» be trifft die Schauspieler der um die Steine herum aufgeführten Theater stücke genauso wie die Spaziergängerinnen, die ihren Alltag neu erleben. Geologische Gesteinsschichten überlagern sich mit den Raum schichten der Stadt, die sperrigen Neuzugänge wecken eine neue Auf merksamkeit auf die Aussenräume der Ilanzer Innenstadt.
Hier soll etwas passieren: Sperrig und eigensinnig sind die Steine, die von den Berghängen heruntergebracht und in die Stadt ge stellt wurden. Am Strassenrand, vor einem Hotel und einem Souvenirge schäft, vor und hinter Kirchen und mitten auf dem Landsgemeindeplatz wurden sie installiert und werden so rasch nicht wieder verschwinden.
Versammlung von Sedimentgesteinen der Helvetischen Decken mit älteren Graniten und Gneisen vor der refor mierten St. Margarethen Kirche.
Die Surselva Steine sind Einheimi sche und Fremdlinge zugleich, die Raum einnehmen und vor allem an fangs auch Irritationen ausgelöst haben. Es ist eine Veränderung mit vertrautem Material aus den be nachbarten Bergen, aber in einer so urtümlichen Form, wie sie die Stei ne in der Stadt bisher nie hatten. Es sind weder Randsteine noch Torbö gen, es sind keine Stützen und keine Ornamente, sondern riesige Brocken aus den umliegenden Bergen.
Auf dreieinhalb Jahre, bis 2025, ist das Ausstellungsprojekt angelegt, jedes Jahr wird ein neues Thema gewählt. Die Steine sind die Auslöser verschiedenster Aktivitä ten: Fachreferate und Podiumsdis kussionen, auch in Zusammenarbeit mit dem Museum Regional Surselva in Ilanz, genauso wie Workshops, Performances und Wanderungen stehen auf dem Programm, als inte graler Teil der Initiative Zentrumsentwicklung der Gemeinde. Die Stei ne werden also bei Weitem nicht still und stumm in der Stadt stehen. •
Sabine v. Fischer, Redaktorin Architektur
Schichtwechsel, Altstadt Ilanz, frei zugänglich, bis 2025. schichtwechsel-la-surselva.com
Redaktion: Tina Cieslik
Bäderführer gibt es, seit Menschen das Baden kultivieren. Das neueste solche Buch widmet sich der Ge schichte von Badens Thermalquel len. Andrea Schaer, langjährige Mit arbeiterin der Kantonsarchäologie Aargau und Fachberaterin beim Neubau der Wellness Therme von Mario Botta (vgl. S. 32), erzählt von römischen Wasserfassungen, mit telalterlichen Gasthöfen und moder nen Badekuren. Wer wusste denn, dass Thermalwasserleitungen bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Holz von Weisstannen und Föhren gefertigt waren? Anders als das Steinzeug, das im legendären, 1964 eingeweihten und 2012 stillge legten Betonbau von Otto Glaus ver wendet wurde, erwies sich das Holz als resistent gegen die aggressiven Minerale und Quellgase des Badener Thermalwassers. In Bottas Neubau wurden schliesslich Leitungen aus Polyethylen verbaut. Zu vielerlei Themen liefert die Autorin facetten reiche Materialien. Die fundierte Recherche, abgerundet von einem umfangreichen Serviceteil, liest sich, als ob all dieses Wissen so leicht aus ihrer Feder sprudle wie das schwe felhaltige heisse Wasser aus Badens Untergrund. • (svf)
Die kurzen Wege zu lokalen Stein brüchen sowie die Beständigkeit und Wiederverwendbarkeit des Steins sprechen für den Naturstein: Verglichen mit Sichtbeton oder Putz ist die Herstellung von Fassadenele menten aus Naturstein verträglicher für die Umwelt. Darüber hinaus mehren sich auch die Argumente für eine Rückbesinnung auf die Verwendung von Naturstein oder Na tursteinwerkstoffen als tragendem Baumaterial. Gerade zu diesem The ma ist ein Blick in die Baugeschich te hilfreich und bietet eine gute Grundlage für Planungen zu einem zeitgemässen Einsatz, wie Beispiele aus Griechenland, Frankreich und Deutschland belegen. Das Handbuch vermittelt fundierte Kenntnisse zu den unterschiedlichen Qualitäten der Steine: Mit Informationen zum ästhetischen Erscheinungsbild und zur materialgerechten Verwendung bestimmter Gesteinsgruppen dient es als durchaus kritischer Ratgeber für Bauherrschaften, Planende und Fachleute. • (hs)
Bücher bestellen unter order@staempfli.com. Für Porto und Verpackung werden Fr. 8.50 in Rechnung gestellt.
Andrea Schaer: Willkommen im Garten Eden. Die Bäder von Baden. Hier und Jetzt, Zürich 2022. 192 Seiten, ca. 100 farbige und s/w Abbildungen, 14 × 21 cm, gebunden, ISBN 978 3 03919 571 8, 34.– Fr.
Konstantin Krüger (Hrsg.): Natursteinfassaden. Handbuch und Planungshilfe. DOM Publishers, Berlin 2022. 304 Seiten, 500 mehrheitlich farbige Abb., 22.5 × 28 cm, Hardcover, ISBN 978 3 86922 210 3, 105.– Fr.
Im Wettbewerbsbericht «As found» über die Liechtensteinische Landes bibliothek in TEC21 33/2022 wurde der Bezug des Gebäudes fälschli cherweise mit dem Jahr 2025 ange geben. Der Bezug ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. • (fq)
Schutzwälder schützen die Bergstrecke der BLS am Lötschberg vor Natur gefahren. Auf der Walliser Seite wird ein Teil von ihnen seit fast hundert Jahren bewässert – ein Unikum. Nun wird abgeklärt, wie die Schutzwälder anzupassen sind, damit sie ihre Funktionen weiterhin erfüllen.
Text: Lukas DenzlerIn Brig ist es bereits heiss an diesem Vormittag Ende Juli.
Klaus Schmidt nutzte die küh len Morgenstunden für Reparatur arbeiten am Bewässerungssystem. Jetzt wird er dem Besucher den Schutzwald der BLS oberhalb der Bergstrecke der Lötschberg Südram pe zeigen, den er seit 14 Jahren pflegt. Die Besichtigung entpuppt sich als angenehme Wanderung in einem Wald mit stattlichen Bäumen, oft im Schatten, manchmal auch am küh len Wasser einer Suone, die parallel zum Wanderweg verläuft.
Umwelt und Forststudie rende lernen in den ersten Semes tern, dass an den südexponierten
Hängen des Rhonetals die Walliser Felsensteppe als Vegetationsform dominiert. Das sind in erster Linie Sträucher, die der Trockenheit trot zen. Warum wächst hier Wald? Die Auflösung des Rätsels: Dieser Wald hängt eng mit der Lötschbergbahn zusammen.
Die Bahnverbindung von Bern nach Brig durch den Lötschberg wurde 1913 eröffnet. Dabei unterschätzte man die Naturgefahren an der Südrampe. Zum Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Rutschungen liess
die BLS – der Name geht auf die ehe malige Bern Lötschberg Simplon Bahn zurück – sukzessive Schutz bauten erstellen. Zwischen Brig und Goppenstein zählt man heute rund 1000 Schutzbauwerke. 1923 startete schliesslich ein grosses Aufforstungsprojekt. Dazu kaufte die BLS Landflächen oberhalb der Bahnlinie, die zuvor landwirtschaftlich ge nutzt wurden. Mit dem Kauf über nahm das Bahnunternehmen auch die Wassernutzungsrechte, denn die Bauern bewässerten seit je ihre Wie sen und Weiden. Die BLS verwende te das ihr zustehende Wasser für die gepflanzten Bäumchen in den Auf forstungen.
Wie wei ter mit dem be wäs ser ten Schutz wald der BLS?Blick auf Naters (links von der Rhone) und Brig. Im Vordergrund der Wald, der den letzten Abschnitt der Bahnstrecke schützt Foto: Lukas
Von den 478 ha Wald entlang der Bahnlinie zwischen Brig und Hohtenn sind 172 ha als prioritärer Schutzwald ausgeschieden. Der bewässerte Schutzwald liegt im untersten Teil zwischen Lalden und Naters/Brig. Mangels Kapazität des Basistunnels verkehren auch Güterzüge über die Bergstrecke.
In den ersten Jahrzehnten wurde das Wasser von den Suonen direkt auf die Flächen geleitet. In den 1970erJahren begann der Forstbetrieb der BLS mit dem Bau eines Bewässe rungssystems aus Metallrohren. In zwischen sind insgesamt 39.5 km Rohre verlegt: 10.7 km Haupt und 28.8 km Seitenleitungen für die Fein verteilung. Letztere sind mit Düsen zur Wasserabgabe versehen, im Ab stand von rund 1.7 m – eine riesige Sprinkleranlage.
«Alle drei Wochen wird eine Teilflä che während 24 Stunden bewässert», erläutert Klaus Schmidt. Pro Quad ratmeter gelangen so rund 35 l Was ser auf den Boden, was 35 ml Nie derschlag entspricht. Begonnen wird mit der Bewässerung im Mai, die letzte Wasserabgabe erfolgt im September. Auf einen Bewässe rungszyklus wird nur verzichtet, wenn mindestens 30 mm Nieder schlag innerhalb von drei Tagen verzeichnet wurden. Im Herbst müs sen alle Rohre entleert werden, da mit sie durch das Gefrieren nicht beschädigt werden. Vor allem im Frühling fallen Reparaturarbeiten an. Diese hielten sich wegen der ro busten Bauweise jedoch in Grenzen, berichtet Klaus Schmidt.
Zusammen mit zwei Kollegen ist Klaus Schmidt nicht nur für die Be wässerung zuständig, sondern auch für die Waldpflege. Als ausgebildeter Sanitärinstallateur und Forstwart verfügt er über eine ideale berufliche Kombination. Dank der Bewässe rung konnte der Bergahorn üppig aufwachsen. Schmidt vermutet, dass die Baumart wohl gefördert wurde, weil sie schnell wächst. Auffällig viele Nussbäume sind zu sehen. Sie bilden grosse Kronen aus, wenn sie dafür genug Platz haben. Im Unter
schied zum Ahorn stehen sie weiter voneinander entfernt. Wegen der geringeren Anzahl Stämme pro Flä che ist ihre Schutzwirkung gegen Steinschlag auch weniger gut. Zudem sind Nussbäume nassschnee und frostgefährdet.
Der bewässerte Schutzwald, in sei ner Art einzigartig für die Schweiz, hat weitere Eigenheiten. So profitiert vom Wasser auch die Waldrebe. Auf rund 70 % der bewässerten Fläche wächst die Kletterpflanze, die an anderen Bäumen hochwächst. Klaus Schmidt hat beobachtet, dass sie unter optimalen Bedingungen in nur einer Woche bis zu 2 m an Länge zu legt. Am Boden sind Brombeeren zurückzuschneiden. Warme Tempe raturen plus Wasser führen zu einer dichten Vegetation. Ein weiteres Unikum: Der Bärlauch bildet im Frühling flächenhaft Teppiche aus. Ausser ihm wächst am Boden kaum etwas anderes.
Dennoch sind für Klaus Schmidt die Verfügbarkeit von Was ser und die Möglichkeit der Bewäs serung Gold wert. An diesem Süd hang würden sonst nie solche Bäume wachsen. Der Unterschied zu den unbewässerten Flächen sei offen sichtlich. Trotzdem müsse man sich, so Schmidt, Gedanken über die Zu
Der bewässerte Schutzwald ist mit einem Bewässerungssystem aus Metallrohren ausgestattet. Das Bewässerungssystem besteht aus Hauptleitungen und etwas dünneren Seitenleitungen für die Feinverteilung. Die Bewässerung erfolgt abschnittsweise mittels Bedienung der Hahnen.
kunft machen, weil künftig viel leicht weniger Wasser zur Verfü gung stehen wird. Sind nämlich die Gletscher einmal weggeschmolzen, spenden sie im Hochsommer kein Wasser mehr.
Noch ist es nicht so weit. Doch nicht allen Baumarten geht es gut. Im un tersten Abschnitt machten die Eschen bis zu zwei Drittel des Baum bestands aus. Doch seit einigen Jah ren ist ihre Vitalität schlecht. «Min destens die Hälfte der Eschen im Schutzwald musste in den letzten Jahren gefällt werden», sagt Ferdi nand Pfammatter, der Leiter des BLS Forstbetriebs auf der Walliser Seite. Eine eindeutige Ursache für den schlechten Zustand konnte noch nicht eruiert werden. Eine Rolle spielen könnten Maikäfer Engerlin ge, die sich an den Wurzeln gütlich tun. Das Eschentriebsterben, eine durch einen Pilz verursachte Krank heit, die in weiten Teilen Europas die Eschen massiv dezimiert, konn te an der Lötschberg Südrampe bis her erstaunlicherweise noch nicht nachgewiesen werden.
Drei Personen des BLS Forst betriebs sind mit dem Schutzwald und der Bewässerungsanlage be schäftigt. Die Kosten für die Pflege und Bewässerung des Schutzwalds sind nur ein Aspekt. Auch Pfammat ter fragt sich, wie es wohl in 30 Jah ren mit der Wasserverfügbarkeit aussieht Diese Ausgangslage bewog die Verantwortlichen dazu, das Pro jekt «Klimaangepasste Baumarten im Schutzwald» im Rahmen des BafuPilotprogramms zur Anpassung an den Klimawandel zu lancieren.
Das Projekt ging der Frage nach, wie der Schutzwald künftig zu pfle gen ist, damit er seine Funktion erfüllt. Auch sollte geklärt werden, ob die künstliche Bewässerung re duziert oder sogar eingestellt wer den kann. Ein besonderes Augen merk wurde darauf gerichtet, welche Baumarten gefördert und allenfalls neu eingebracht werden
sollen. Die Erfassung der aktuellen Verbreitung der Baumarten ergab –wenig erstaunlich – eindeutige Un terschiede zwischen den bewässer ten und den unbewässerten Flä chen. Die Dominanz des Bergahorns ist eindeutig eine Folge der Bewäs serung. Trockenheitsresistentere Baumarten wie Flaumeichen, Mehl beeren oder Douglasien sind zwar vorhanden, können sich in der Regel aber nicht durchsetzen. In den un bewässerten Abschnitten gedeihen demgegenüber viel mehr Waldföh ren und Flaumeichen. Diese Baumarten sind dem trockenen Standort besser angepasst. Die Wälder sind aber auch durch eine viel lockerere Baumbestockung charakterisiert.
Die fortschreitende Klimaerwärmung dürfte die Bedingungen für das Baumwachstum zusätzlich erschweren. Trotzdem besteht das Ziel darin, Baumarten zu finden, die mit weniger Wasser auskommen, sodass die Bewässerung sukzessive reduziert werden kann. «Es gibt kei ne Referenzwälder in der Schweiz mit einer ähnlichen Ausgangslage und mit einem Klima, wie es für die Lötschberg Südrampe erwartet wird», sagt Curdin Condrau vom Ingenieurbüro geoformer in Brig, das den Projektbericht verfasst hat.
Deshalb ist nun vorgesehen, die Bewässerung zunächst auf aus gewählten Versuchsflächen zu re duzieren, die Reaktionen der Baumarten zu dokumentieren und wissenschaftlich zu begleiten. Die
Versuchsflächen werden dort ein gerichtet, wo Erkenntnisse über verschiedene Baumarten gewonnen werden können und wo nicht zu viel auf dem Spiel steht, wenn Bäume eingehen. Ein flächiges Absterben des Schutzwalds gilt es unbedingt zu vermeiden.
Zudem sind weitere Tests mit an Trockenheit angepassten Baumarten vorgesehen. Ferdinand Pfam matter denkt etwa an die Winterlin de. Die Baumart ist nicht häufig, wächst aufgrund seiner Beobach tungen auf etwas tiefgründigeren Böden aber sehr gut und trotzt der Trockenheit. Auch der Feldahorn ist sehr genügsam. Grosse Hoffnungen setzt Pfammatter in die Blumenesche, eine südeuropäische Baumart, die im südlichen Tessin vorkommt. Auch die Douglasie, ursprünglich aus Nordamerika stammend und in Europa vor fast 200 Jahren einge führt, gedeiht an verschiedenen Stellen erstaunlich gut.
Ganz auf die Bewässerung verzichten wird man wohl nicht kön nen, insbesondere wenn die Bäume weiterhin als Schutzwald wirken sollen. Angesichts der fortschreiten den Klimaerwärmung wäre aber bereits eine Halbierung des Wasser bedarfs ein schöner Erfolg. •
Lukas Denzler, dipl. Forst Ing. ETH, Journalist, Korrespondent TEC21
Onlineserie
Baden, Schwimmen,
Wasser gehören zu den
Dabei umfasst sie viel mehr. Sie ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gestaltung des Lebensraums, wie die vom SIA mitgetragene Debatte über den nächsten Aktionsplan Baukultur zeigt.
Text: Claudia SchwalfenbergWie wollen wir leben? Die Energiekrise auf Kosten der Biodiversität lösen? Wohn raum zulasten fruchtbaren Bodens schaffen? Das Bundesamt für Kultur (BAK) lancierte am 21. September in Bern eine Debatte über den nächsten Aktionsplan Baukultur, wo über die se Fragen diskutiert wurde. Die Er wartungen des SIA an den Aktions plan sind klar: Wir brauchen eine kohärente, sektorübergreifende Politik, um Herausforderungen wie dem Klimawandel oder endlichen Res sourcen zu begegnen. Das geht nur mit einem integrierten Ansatz, dem ein ganzheitliches Verständnis von Baukultur zugrunde liegt.
International ist dies be reits gesetzt, nicht zuletzt dank einer Konferenz der europäischen Kulturminister in Davos. Auf der dort verabschiedeten Erklärung beruht auch das Davos Qualitäts system für Baukultur. Es definiert acht zusammenhängende Kriterien, deren Berücksichtigung zu ausge wogenen Lösungen führt: Gouver nanz, Funktionalität, Umwelt, Wirt schaft, Vielfalt, Kontext, Genius Loci und Schönheit. Soziale, kultu relle und emotionale Kriterien ge hen Hand in Hand mit leichter quantifizierbaren technischen, öko logischen und wirtschaftlicheren Aspekten.
Die Vision des SIA, gemeinsam mit dem Runden Tisch Baukultur Schweiz, dieses Verständnis zu eta blieren, führte auch national zu Er folgen: Unter Federführung des BAK liegt seit 2020 die erste interdeparte
mentale Strategie zur Förderung der Baukultur vor, die von 15 Bundes stellen getragen wird. Die Strategie verbindet sieben Ziele mit 41 kon kreten Massnahmen – dem Aktions plan für die Jahre 2020–2023.
Dass sich im Rahmen des ersten Aktionsplans gleich 15 Bun desstellen zur Förderung der Bau kultur verpflichtet haben, darf als Erfolg an sich gewertet werden. Zu gleich ist der Aktionsplan 2020–2023 stark von sektoriellen Massnahmen geprägt. Lediglich vier Massnahmen sind übergreifend, darunter die Ver ankerung von Baukultur im Bundes recht, die dafür essenziell ist. Ur sprünglich hatte der Bundesrat vorgesehen, Baukultur im Rahmen des indirekten Gegenvorschlags zur Biodiversitätsinitiative im Natur und Heimatschutzgesetz (NHG) zu verankern. Der Nationalrat ging nicht darauf ein und will Baukultur nun im Rahmen der nächsten Kul turbotschaft im NHG verankern. Der SIA fordert, dass das Parlament sein Wort hält, wenn in zwei Jahren da rüber beschlossen wird.
Für den Aktionsplan, der für die Le gislaturperiode 2024–2027 erneuert werden soll, sind die involvier ten Bundesstellen gefragt, die Auf bruchstimmung der ersten Strate gie Baukultur weiterzutragen. Über greifende Aufgaben wie Klimaschutz und anpassung müssen als Ver bundaufgabe über Departements grenzen hinweg verstanden und gelebt werden. Auch die Sektorialpolitiken sind vermehrt auf ein ganzheitliches Verständnis von Bau
kultur auszurichten. Der Interessen ausgleich zwischen den verschiede nen Dimensionen der Baukultur ist anspruchsvoll. Die interdeparte mentale Arbeitsgruppe muss Lö sungsansätze aufzeigen: Wie lassen sich erneuerbare Energien mit der Förderung von Biodiversität verbin den? Wie befriedigen wir unsere Wohnbedürfnisse, ohne der Zersied lung weiter Vorschub zu leisten? Ei nen Fokus sollten dabei auch die ver schiedenen Raumschichten bilden: Wie kann der digitale Raum einen Mehrwert für den physischen Raum schaffen? Wie verknüpfen wir das Oberirdische so mit dem Unterirdi schen, dass wir das Konzept der Schwammstadt breitenwirksam umsetzen können?
Um integrierte Lösungen zu implementieren, muss der Bund die Kantone, Städte und Gemeinden mit nehmen und dort für eigene Strate gien zur Umsetzung einer hohen Baukultur werben. Auch im inter nationalen Kontext ist weiterhin Engagement gefragt. Deshalb ist es erfreulich, dass die Eidgenossen schaft am Eröffnungswochenende des WEF 2023 zu einer zweiten Ministerkonferenz nach Davos ein lädt. Unter dem Titel «Common good, shared responsibility» soll eine bes sere Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor, der Zivilgesell schaft und dem Privatsektor ange regt werden, insbesondere in den Bereichen Finanzen, Immobilien und Bauwirtschaft. Um unseren Le bensraum nachhaltig zu gestalten, sind wir alle gefordert. •
Claudia Schwalfenberg, Leiterin Fach bereich Politik, Verantwortliche Bau kultur SIA
Baukultur wird häufig mit Architektur oder Heimatschutz assoziiert.
Redaktion: Anna-Lena Walther, Doro Baumgartner
Seit 1926 baut das Hartsteinwerk Gasperini, das seit September 2019 zur Kibag-Gruppe gehört, in Atting hausen UR Altdorfer Quarzsand stein ab. Die Geschäftsführung hat Michela Gasperini in der vier ten Generation übernommen. Der zeit beschäftigt das Unternehmen 21 Personen. Mit der Gewinnung von jährlich rund 300 000 t Bahnschotter, Splitt, Sand und diversen bindigen Koffermaterialien für den Weg- und Strassenbau trägt es einen wichti gen Teil zur nationalen Rohstoff sicherung bei. • www.gasperiniag.ch
Das Engagement für Nachhaltigkeit der Firma OWA ist wiederholt aus gezeichnet worden: Erst kürzlich erhielt die OWActive Mineralklima decke die international renommier ten Nachhaltigkeitsauszeichnungen «Green Product Award» und «Euro pean Green Award 2022». Bis zum 31. Dezember 2022 profitieren OWAKunden von einer zusätzlichen Ener gieprämie. Und für jedes OWActiveMineralklimadecken-Projekt, das bis Ende Jahr eingereicht wird, pflanzt OWA je Quadratmeter einen Baum. • www.owa.de
Firola® von Fischer Rista erhöht den Schubwiderstand von Stahlbeton decken im Bereich von Rohreinlagen und überzeugt mit ihrer Flexibilität und Einfachheit. Mit einem mini malen Planungsaufwand können die einzelnen Verstärkungselemente komplett nach dem Verlegen der Lei tungen versetzt werden. Geringe Leitungsabstände und enge Krüm mungsradien stellen kein Problem dar. Dank den Abstandhaltem aus Beton ist Firola® auch für den Sicht betonbereich geeignet. • www.fischer-rista.ch
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Die neue Linie von Spielplatzgeräten von Bürli Spiel- und Sportgeräte ver bindet funktionales Design mit schlichten Materialien und verleiht dem Spielplatz einen urbanen Touch. Modenic ist neu, Modenic ist anders: Die zurückhaltende Farbgebung und die natürliche Erscheinung der Ma terialien bringen Eleganz auf den Spielplatz. Die einzelnen ModenicModule können beliebig kombiniert, erweitert oder individuell angepasst werden – für uneingeschränkte Spielfreude im edlen Design. • www.buerli.swiss
Mit den digitalen Produkten der Fir ma AS Aufzüge wird der Lift zur Informationsplattform für Gäste, Mieterinnen, Besucher und Kundin nen. Ein besonderes Highlight ist die «SpiegelShow». Das in die Kabi nenrückwand integrierte Display bietet Platz für die Kommunikation von individuellen Mitteilungen. So kann eine Willkommensbotschaft überbracht werden oder auch auf interessante Angebote, das Wetter oder den nächsten Event hingewie sen werden. • www.lift.ch
Auf den gemütlichen Armchairs und Couches aus der Kollektion «Cascade» von Manutti kann man auch noch im Herbst die Sonne ge niessen. Der Entwurf stammt von Stephane De Winter, Gründer des belgischen Labels. Charakteris tisch sind die rundumlaufenden, handgeflochtenen hohen Arm- und Rückenlehnen. Das Maschenbild, die tiefen Sitzpolster und das Rü ckenkissen strahlen Komfort aus. Das Gestell ist aus pulverbeschich tetem Aluminium. • www.manutti.com
Die Angaben zu Weiterbildungsange boten, Firmen, Produkten und Dienst leistungen basieren auf Informationen der Anbieter. Auf den Abdruck solcher Hinweise besteht kein Anspruch. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Bitte senden Sie Ihre Informationen an TEC21, Postfach, 8036 Zürich, oder an produkte @ tec21.ch
Parkleben und Spielwelten individuell und modular buerli.swiss
... plaudern, sitzen, geniessen, ausruhen und picknicken.
Der Kunstpreis Europas Zukunft wird seit 2003 jährlich vergeben. Dieses Jahr wurden Filipa César und Diana McCarty für ihre Arbeit «There
ausgezeichnet. Mit dokumenta rischen und spekulativen
«Ökologie der Vielen», die auf der Annahme basiert, dass genug Lebensraum und Ressourcen für alle da sind, wenn sie respektvoll genutzt werden. Die Arbeit wird als Teil einer raumgreifenden Installation präsentiert, in
Workshops, Tauschbörsen und Diskussionen stattfinden. •
Galerie für Zeitgenössische Kunst
Die dreitägige Fachveranstaltung objekt.22 in Aarau widmet sich dem Thema Einrichtungen in Ver waltungsgebäuden, Heimen, Spitä lern, Hotels und Restaurants. Zu sehen gibt es Möbel, Licht, Textilien, Böden, Akustik und Wandbe
«Wie können wir materialeffizient und zirkulär bauen?», ist eine Frage, die uns neuerdings ständig beschäf tigt. Graser Troxler Architekten be antworten sie mit einem hybriden Leichtbau aus den Materialien Stahl, Holz und Beton (vgl. «Haus am Herbstweg, Zürich», in: TEC21 23–24/ 2022). Vorhandenes anders einzuset zen, führt hier zu neuen konstruktiven Lösungen und einer überra schenden Atmosphäre. Fachgespräch mit Jürg Graser und Beda Troxler, Patric FischliBoson, Bernhard von Mühlenen und Simon Rutz.
Wie lehrt
Infos: www.objekt20.ch
Ort: ZHAW, Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen Tössfeldstrasse 11, Winterthur Infos: www.szs.ch/steelevent
Viele weitere Veranstaltungen finden sich in der Agenda für Baukultur auf events.espazium.ch oder via untenstehendem
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Ein Familienunternehmen mit Steinbruch bestellt ein Haus und erhält eine fantastische Idee. Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat die Bauherrschaft diese Idee in gebaute Materie übersetzt: In Kengo Kumas Bau erscheint der Valser Quarzit – nach Peter Zumthors Therme und Jürg Conzetts Brücke – in einer dritten Erfindung.
as Valser Berggestein kann alles: nicht nur die Schwere, das Kantige, die Erin nerung an den rohen Felsen. Bei Bedarf überwindet der Stein auch die Schwer kraft und inszeniert Schwebemomente.
So im hinteren Teil des Dorfs an der Fassade eines Geschäfts- und Wohnhauses, wo nun 501 Lärchenbretter und 882 Quarzitplatten an dünnen Stahlseilen, unterbrochen von steilen Vordächern aus demselben Gneis, vor einer drei- und viergeschossigen Hauswand hängen. Im Volksmund heisst das Haus Balma auch «Haus der fliegenden Steine».
Drinnen demonstriert die Wand des Treppen hauses das Gegenteil zur aufgelösten, nahezu entmate rialisierten Erscheinung des Steins draussen: 150 kg schwere, aus dem Berg gespaltene dunkle Valsergneise türmen sich in die Höhe. Wie eine Felsspalte legt sich die Öffnung diagonal durch den Bau, von oben streift das Licht über die rauen, unregelmässigen Kanten, Kon turen und Oberflächen.
Diese fantastischen Konstruktionen sind die Idee der japanischen Kengo Kuma & Associates. Unter stützt vom Flimser Architekturbüro Spreiter + Partner und von Reba Fassadentechnik wurde so lang getüftelt, bis das Gebaute den Renderings des ersten Entwurfs auch wirklich glich. Die ersten Prototypen waren ent täuschend ausgefallen: Klobige Klammern verdeckten die feinen Scheiben des harten, grau bis grünlich schim mernden Steins. Die Realisierung hat den Beteiligten viel Zeit und Geduld abverlangt, doch Kompromisse waren keine Option.
Bis anhin waren die Büros des Familienunternehmens Truffer im Unter- und Erdgeschoss von zwei traditio nellen Wohnhäusern entlang der Dorfstrasse mit
dem poetischen Namen Balma untergebracht. Die Firma gewinnt und verarbeitet seit 1983 den Valser Quarzit, der infolge der hauptsächlich von Pius Truffer initiier ten, von Peter Zumthor für die Gemeinde Vals entwor fenen und von 2012 bis 2022 im Besitz des Investors Remo Stoffel auch umkämpften Therme weltberühmt wurde (vgl. «Das dritte Valser Experiment», S. 30).
Erneuert wurde im Trufferschen Familienbe trieb lange Jahre nur das Werk weiter hinten im Tal, wo die weltweite Nachfrage nach dem Valser Quarzit Investitionen in neue Produktionshallen, grössere Ma schinen und hochtechnisierte Verfahren ermöglichte. Auch das Team im Büro wuchs. Im Frühjahr 2022 ar beiten zwölf Personen im neuen Geschäfts- und Wohn hauses, gegenüber den nun klein wirkenden zwei Wohn häusern auf der anderen Seite der Strasse Balma.
Die Wahl der Architekten war eine Herzens angelegenheit: Als das Familienunternehmen Truffer einen Neubau für den Firmensitz ins Auge fasste, entschied es sich für Kengo Kuma & Associates, erzählt Artemis Anna Truffer auf dem Vorplatz des für Valser Verhältnisse grossen Hauses aus Gneis und Glas.
Alle Valser Dächer sind mit Stein platten gedeckt, so sieht es das Baugesetz vor.
Entlang der Dorf strasse namens Balma trägt das Haus Balma nun das grösste und höchste dieser Dächer.
Pläne: Kengo Kuma
Als Mitinhaberin führt sie den Betrieb in zweiter Generation zusammen mit dem Bruder, dem Cousin und den Eltern. Begeistert seien Mutter und Bruder 2011 von einer Reise aus China zurückgekehrt, erzählt sie. Die beiden hatten im «Opposite House» in Peking übernachtet und waren dessen Atmosphäre und Aus strahlung verfallen. Das 2008 eröffnete Pekinger Hotel war das erste in einer Reihe von Luxusetablis sements einer Immobiliengesellschaft, die mit dem Entwurf von Kengo Kuma einen fulminanten Start wagte. Für diesen wiederum war es ein wichtiger Bau in China, wo seine Firma heute neben dem Stammbüro in Tokio und dem europäischen Ableger in Paris zwei weitere Büros führt.
Im Opposite House gibt es nicht nur ein rie siges gläsernes Atrium, sondern auch Chromstahl geflechte, die über mehrere Geschosse Licht und Leichtigkeit inszenieren. Kuma ist nicht nur Bau künstler. Er ist auch Denker und Lehrer, seine Hal tung fliesst in sein gebautes Werk ein. Das Monoli thische und Hermetische interessieren ihn weniger. Der solide Beton von Tadao Andoˉs Reihenhaus in Sumiyoshi beispielsweise weckte in ihm ein Gefühl des Erstickens, wie Kenneth Frampton in seiner gro ssen Monografie 1 zu Kumas Werk beschreibt. Framp ton, der mit Begriffsprägungen wie der «tektonischen Baukultur» und dem «kritischen Regionalismus» mehrere Generationen von Architekturschaffenden geprägt hat, übernimmt Kumas Definition von Ar chitektur als «anti-objektiv» respektive, je nach Über setzung aus dem Englischen, «anti-objekthaft».
Das «Anti-Objekt» ist ein von Kengo Kuma geprägter Ausdruck, den er aus Überlegungen zu Phänomenen der Wahrnehmung und medialen Mechanismen der Architekturdarstellung herleitete. Kumas gebautes Werk zeigt, dass er sich mehr für die Auflösung als die Permanenz des Materials interessiert. Die Foto grafin Erieta Attali versinnbildlicht diese Auflösung in ihren Aufnahmen mit Spiegelungen und Überla gerungen der Architektur, die sich dann ins schein bar Unendliche fortsetzt. 2
Kengo Kuma, Jahrgang 1954, gehört nicht mehr zur jungen Generation, er ist bereits Teil der japanischen Historie. Parallel zu den in etwa gleich altrigen Shigeru Ban und SANAA sucht Kuma nach einer Überwindung der Form. Damit führt er die Idee der Grossform des Altmeisters Kenzo Tange und de ren Aufbrechen in eine «Group Form» der Folgegene ration um Fumihiko Maki, Arata Isozaki und Kisho Kurokawa weiter bis zur aufgelösten Form.
Diese Auflösung nimmt bei Kuma verschie dene Formen an. Oft inszeniert er die Elemente in tensiv expressiv, bis diese ihre objekthafte Erschei nung in einer Vervielfachung ablegen. So die Valser Lamellen, die allerdings keine Neuerfindung sind. Das zeitgleich geplante und etwas früher fertigge stellte Victoria & Albert Museum im schottischen
3
Fassadenschnitt, Mst. 1 : 50.
1 Dach (Neigung 19–22°); hammer bekantete, gespaltene Gneisplatten (25–40 mm)
Von innen her wirken die aufgehängten Steinplatten der Aussenfassade wie ein lichter Schleier.
Dundee, das als letztes Werk in Framptons grosse Monografie Eingang gefunden hat, setzt steinerne La mellen in einem noch viel grösseren Massstab ein. Die schottische Variante ist in Kunststein gegossen, womit ihr einige konstruktive Probleme erspart blieben.
2 Vordächer (Neigung 43–50°); hammerbekantete, gespaltene Gneis platten (25–40 mm)
3 Wandaufbau: umbragrauer Anstrich auf Verputz (15 mm) über Mineralwolle (20 cm) und Beton (25 cm), OG innen mit Foamglas (5 cm)
Bis sich in Vals ein Eindruck von Leichtigkeit an der Fassadenhängekonstruktion mit dem lokalen Gneis ein stellte, waren vielerlei Durchgänge nötig. Am fertigen Bau scheinen die Lärchen- und Steinplatten an den 8-mmStahlseilen zu schweben. Die Halterungen sind unsicht bar, weil eingelassen. Die 460 Stahlseile mit einer Ge samtlänge von knapp über 1 km sind mit einer Zugkraft von je 500 kg so vorgespannt, dass sie auch bei starkem Wind oder manueller Anregung nur leicht vibrieren.
4 Fassadenvorbau: sandgestrahlte und gebürstete Gneis platten und sägerohe Lärchenbretter (25 mm) an Stahl seilen (8 mm); Steinplatten vorne längs hammer bekantet, Seiten und Rückseite gesägt; Holzplatten sägeroh, verleimt, vorne mit Baumkante
Bruchsicher ist der feinschiefrige Glimmerquar zit in dieser in der Schweiz noch nie dagewesenen High tech-Montage, weil die 25 mm dünnen Steinplatten erst horizontal geteilt, dann in der Mitte gewebeverstärkt und dann wieder verleimt wurden. Aus der Nähe zeigen sich die zwei Schichten an den hammerbekanteten Sei ten. Unten und oben sind die Flächen sandgestrahlt und gebürstet und zeigen die vielen Farben und Muster des Valsersteins.
Im Winter lägen manchmal einzelne Schneeflo cken auf den Oberflächen der Steinplatten: ein schönes Bild, findet Artemis Anna Truffer. Schnee fiel auf die Prototypen und auch auf die fertig montierte Fassade immer wieder. Die Renderings der Idee von Kengo Kuma & Associates waren schneller erstellt als die Kon struktion, die nun Wind und Wetter standhalten muss. Die ersten Tests enttäuschten die Bauherrschaft genau so wie die Architekturschaffenden, immer wieder be gutachteten sie gemeinsam die Prototypen auf dem Bauplatz. Kengo Kumas Büro liess sich in der Schweiz vor allem von Frauen vertreten: Kumas langjährige Büropartnerin Yuki Ikeguchi, die von Paris aus die europäischen Projekte betreut, begleitet von den zwei jüngeren Angestellten Yasemin Sahiner und Jagoda
Von oben streicht das Licht über Wände mit einem erdig-dunklen Aufstrich aus den Mineralien des Quarzits . Im Kundenraum im Untergeschoss der Trufferschen Geschäftszentrale fanden auch schon Konzerte statt.
Ganz links: Eine feine Metalltreppe führt entlang dunklen, schweren Quarzit platten ins Untergeschoss.
Rechts davon: Die Haupttreppe, die diagonal durchs Haus nach oben führt, ist seitlich mit gespaltenen und am Boden mit geschliffenem Valsergneis aus dem Steinbruch Jossagada aus gelegt.
Krawczyk, besuchte Vals während der langen Baupha se etliche Male, dreimal gemeinsam mit Kuma.
Manchmal wundere sie sich darüber, überlegt die Firmenmitinhaberin heute, dass die Familie über all die Jahre nie erwog, dem japanischen Architekten härtere Vorgaben beim Zeitplan zu machen. Schliesslich haben sie ein besonderes Haus bezogen: Es hat sich wohl gelohnt.
Gegen oben wird das Haus Balma immer privater: Im Unter- und Erdgeschoss nimmt es seine repräsentative Funktion war und ist Empfang, Showroom, Konferenz zimmer und sogar Konzertlokal. Im ersten Obergeschoss
Der Eigensinn der Valser hat schon viele Zeitungsseiten gefüllt. Neben der Ab füllstation des Valser Wassers, unter dessen im Besitz von Coca-Cola, und der Therme mit ihrem Hotel, das weiterhin vom nach Dubai abgewanderten Valser Investor Remo Stoffel betrieben wird, ist die Familie Truffer der dritte grosse
liegen das firmeneigene Büro und ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden. Im zweiten Obergeschoss und in der Dachetage gibt es zwei Wohnungen, die grössere der beiden nutzt die Familie selbst.
Die Felsspalte, die sich diagonal durch das Haus legt und die Stockwerke verbindet, ist viel mehr als ein Treppenhaus. Dank der natürlichen Variation der Stei ne entsteht aus der schieren Masse und den feinen Bruchstellen der Natursteine eine überwältigende Wir kung. Dabei wurde nichts dem Zufall überlassen: In Tokio und Paris entwarf das Büro am Computerbild schirm den Verlegeplan, in Vals wurden die genuteten 150-kg-Platten dann in der exakt vorgegebenen Anord nung auf die Konsolen in der Betonwand gesetzt. Nach dem Gang durch die dunkle Felsspalte, die die Truffers
Arbeitgeber im Dorf. Und ihr neues Ge schäfts- und Wohnhaus ist die dritte Valser Erfindung für den lokalen Gneis aus dem Familienbetrieb der Truffers: Nun erscheint er schwebend leicht. An fangs April dieses Jahres durften die Valserinnen und Valser das soeben fer tiggestellte Haus Balma mit den Seiltän zer-Steinen von innen bewundern, im Juni fand die feierliche Eröffnung statt.
Die erste neuzeitliche Erfindung für den Valserstein geschah 1996 mit der Eröffnung der Therme nach dem Entwurf von Peter Zumthor: Stein ist Stein ist Stein, und zwar schwer, ruhend, in horizontalen Lagen. Der Valser Gneis wurde auf einen Schlag weltberühmt. Die Steinhöhen des Verbundmauerwerks der Felsentherme kann Artemis Truffer ohne Nachdenken aufsagen: 3.1 cm –4.7 cm – 6.3 cm. Zusammen mit dem Fugenmörtel ergeben jeweils drei Steine (in beliebiger Reihenfolge) Schichtungs einheiten in der Höhe von 15 cm. Das rhythmische Therme-Mauerwerk ist seit bald 30 Jahren international nach gefragt. Sogar die Wand des SchmitteliBadezimmers im Erdgeschoss des Truffer schen Showroom-Hauses ist im Therme- Rhythmus belegt.
Zumthors Therme für einen Franken Fast zeitgleich zur Eröffnung des Ge schäfts- und Wohnhauses der Truffer AG begann auch in Zumthors erster Valserstein-Erfindung anfangs April ein neuer Abschnitt. Die Gemeindever sammlung hiess einstimmig die Grün dung einer «Stiftung Felsentherme Vals» gut, womit das Bad für den symboli schen Betrag von einem Franken wieder im Eigentum der Gemeinde ist. Die drei
Stiftungsräte Stefan Schmid, Ludmila Seifert und Peter Zumthor haben aller dings noch nicht getagt.
Wer weiss, vielleicht wird ihr ers ter Beschluss sein, dass die Valserinnen und Valser sich an den Montagabenden wieder im Bad treffen sollen. An diese Abende in ihren Jugendjahren erinnert sich Artemis Anna Truffer lebhaft, wenn man sie nach ihren eigenen Erfahrungen in der Therme fragt.
Vertikal gestellte und aufgehängte Steine Die zweite Valserstein-Erfindung ist die neue Dorfbrücke, bekannt als Valser rheinbrücke Vals Platz, nach dem Ent wurf der Churer Ingenieure Conzett Bronzini Gartmann aus dem Jahr 2009: Hier wirkt der lokale Gneis in 6.4 cm starken Steinplatten als Bogen mit unte rem Zugband, Bogen und Platte bilden dann eine Trogbrücke. Die an die Ufer mauern angrenzenden Seitenwände leis ten dem zuweilen plötzlichen Hochwas ser mit schierer Masse Widerstand. Die beiden Brückenbögen liegen hoch genug über dem Flussbett, um auch grosse Wassermengen durchfliessen zu lassen. Auch die Brücke mit den vertikal gestell ten Steinplatten erregte in Fachkreisen Aufsehen, Nachahmungen sind hier aber keine bekannt.
Und nun folgt der dritte Streich: aufgehängte Valsersteine, so dünn ge schnitten, dass sie nur einen feinen Schleier um das Gebäude legen. Aus ge wissen Blickwinkeln lösen sie sich beina he auf, ganz im Sinn von Kumas schon früher mehrfach artikulierter Idee eines Anti-Objekts, das vielfache Lesbarkeiten zeigt und sich von keiner Seite her ganz erfassen lässt. • (svf)
Die Valserrheinbrücke Vals-Platz ersetzt die hochwassergefährdete, alte Dorfbrücke und überquert den Fluss schiefwinklig. Mst. 1 : 600.
Die verschiedenen Dachflächen für das Haus Balma wurden von der firmeninternen Montageequipe konventionell auf einer Holzunterkonstruktion mit Valsergneis gedeckt. Der Fassadenvorhang aus den schmalen Steinplatten wurde von externen Spezialisten an 8 mm dünnen Stahlseilen montiert. Die Badewanne aus Jossagada-Valserstein im Untergeschoss wurde noch nie benutzt. Wie die Aussenfassade dient sie der Präsentation des Natursteins.
mit einem Steinbruch vergleichen, wirken die Räume oben heller und leichter. Eichenparkett, grosse Fenster flächen und weisser Gips kontrastieren mit der Schwe re der Steine weiter unten.
Die Fassade des Hauses ist sein grösster Showroom, doch auch innen wird noch viel Besonderes vorgeführt: Empfangstheke, Böden, Wände, Bäder und Küchen aus dem traditionellen Jossagada-Stein mit sei nen feinen Grauabstufungen und seinem in bestimmtem Licht grünlichen Schimmer, weiter ein erdig-dunkler Aufstrich mit den Mineralien des Quarzits unter dem Oberlicht und schliesslich Badezimmereinbauten und Wände aus dem kleineren Steinbruch Schmitteli unter halb des Dorfeingangs. Die Familie hat ihn vor vier Jah ren wieder in Betrieb genommen. Auch den SchmitteliStein, kontrastreicher und stärker gezeichnet, vertreibt die Firma Truffer aus dem Valsertal in die weite Welt.
Der Showroom für den Valserstein, der das Haus Balma sein soll, war während der Bauzeit vor allem ein Laboratorium. Die erst noch zu erfindenden Techniken der Konstruktion haben die Angestellten der 60-köpfigen Valser Firma zuweilen an ihre Grenzen gebracht. Trotz
dem hat sich die Bauherrschaft in einzigartiger Weise auf die Ideen der Architekten eingelassen, für die Aus führung auch externe Spezialisten beigezogen und kei ne Mühe gescheut, den zuweilen abgehobenen Ideen treu zu bleiben. Es beschleicht einen das Gefühl, dass sich diese Leistung kaum wiederholen lässt: So wäre das Haus dann wirklich einzigartig fantastisch. •
Sabine v. Fischer, Redaktorin Architektur
1 Kenneth Frampton, Kengo Kuma – Complete Works.
2., erw. Aufl., London 2012
2 Glass/Wood – Erieta Attali on Kengo Kuma, Stuttgart, 2015
Das Badener Bäderquartier hat wieder eine öffentliche Therme. Neun Jahre nach der Schliessung von Otto Glaus’ skulpturalem Betonbau säumt nun eine 160 Meter lange Natursteinmauer den Limmatuferweg.
Text: Sabine v. Fischer
Aus der Ferne betrachtet trägt die Therme Ockergelb. Erst aus der Nähe eröffnet sich das reichhaltige Spiel der Farben. Dann sind die teilweise kontrastierenden Rosatöne und die feinen weissen Adern in der Gesteinsoberfläche ablesbar. Die Stelle in den Bergen um Verona, wo diese über Jahrtau sende entstandene Farbigkeit erscheint, haben Architekt und Produzent ausgesucht.
In dieser Gegend kennt Mario Botta die Natur steinvorkommen von früheren Projekten. Den gelb bis rosa gefärbten Marmor mit dem klingenden Namen «Gialletto di Verona» (ital.: giallo = gelb) hat er bereits für das Teatro der Architekturschule in Mendrisio verwendet, dort aus einer Steinlage mit hochgelber Färbung und ergänzt mit weissen Schichten. Für die Residenza Cittadella in Lugano wählte er eine rosa
dominierte Lage aus demselben Steinbruch. An der Fassade der «Therme Fortyseven», benannt nach der Wassertemperatur der Thermalquellen im Badener Bäderquartier, dominiert wieder Gelb: Ockergelb im vielfarbigen Spiel.
Hunderte von Tonnen des Gialletto di Verona wurden aus Venetien in den Kanton Aargau geliefert: 500 für die Fassade und 200 für die Sockelmauer. Viele Presseberichte haben den ockergelben Stein der neuen Therme mit dem weicheren Prunstein, der Pietra della Lessinia aus den Lessinischen Bergen verwechselt. Der ockergelb-vielfarbige Gialletto di Verona wurde nicht nur wegen seiner besonderen Farbigkeit, sondern auch wegen seiner Härte ausgewählt: Er gilt als sehr wider standsfähiger Marmor und soll den Umwelteinflüssen des heissen, mineralischen Wassers auch langfristig standhalten.
Fotos: Enrico Cano, René Dürr, Sabine v. Fischer
Im Vergleich mit den Gebirgsmassen der italienischen Steinbrüche sind die Platten des riesigen Thermenneu baus am Limmatknie nur ein kleiner Haufen. In Nach barschaft zum historischen Bäderquartier aber ist es eine enorme Menge an Material: Hier wirken die 160 m lange Gebäudefront und die insgesamt 6000 m² Fassa de mit ihren fast 30 000 Steinplatten kolossal.
Geografisch ist die Distanz von der Baustelle bis zum Steinbruch überblickbar: Von Mario Bottas Architekturbüro in Mendrisio liegt Letzterer etwa gleich weit weg wie das Badener Bäderquartier, etwa 500 km. In ihren Erscheinungen aber liegen Welten zwischen Felsgebirge und Wandbelag: Auf der hinterlüfteten Fas sadenkonstruktion wirkt der geflammte Stein wie Ta petenpapier. Wer vom Aussenbecken in den Himmel schaut, erahnt hinter den Kanten der überhängenden Platten eine Metallunterkonstruktion. Nicht der Schein, der Stein trügt: Diese Wand ist zwar aus Marmor, aber nur oberflächlich.
Haptisch und greifbar wird der Gialletto di Ve rona erst an der Sockelmauer entlang des Uferwegs, wo der Stein mit gespaltener Oberfläche vermauert ist. Wer hier entlanggeht, erlebt auch das Gegenüber zu den Bruchsteinmauern aus dem lokalen gelblichen Mägen wiler Muschelkalk. Der italienische Gialletto di Verona fällt farblich wie massstäblich auf.
Nach der Schliessung von Otto Glaus’ 1964 eingeweih tem, nach einem halben Jahrhundert aber technisch veralteten Bau dauerte es über neun Jahre, bis die neue Therme im November 2021 ihre Türen öffnete. In den 1960er-Jahren war sie gemäss einem Beschrieb auf der Webplattform ETHeritage ein Bad der Superlative, nämlich «eines der grössten der Schweiz und eines der modernsten in Europa. Zu Spitzenzeiten empfing man täglich bis zu 1000 Gäste.»
2017 begann der Abbruch von Glaus’ skulptu ralem, lichtdurchflutetem Sichtbetonbau. Die Superla tive haben sich mit den Jahrzehnten gewandelt, die Gästezahlen vervielfacht. Die neue Therme 47 trumpft nun auf mit acht Innen- und Aussenbecken, elf Saunen und Dampfbädern, verschiedensten Ruhe- und Liege bereichen sowie Restaurant, Bar, Café und Outdoor-Bis tro und nicht zuletzt einer Multimediainstallation mit Soundeffekten des experimentellen Musikers Boris Blank, die wahlweise trocken, im Dampf oder im Sole wasser liegend genossen werden können.
2002 hatten die Stadt Baden und die Gemeinde Ennetbaden einen Entwicklungsrichtplan für das Bäder quartier erarbeitet. Auf dessen Basis lancierten die Stadt Baden und die Bauherrschaft 2008 ein Studienauftrags verfahren. Siegreich gingen Mario Botta Architetti mit ihren Entwurf für die Therme und das benachbarte Wohn- und Ärztehaus 2009 aus diesem Verfahren hervor.
Termingerecht, schreibt der Totalunternehmer in der eigenen Dokumentation, seien die Neubauten
Linke Seite: Über 160 m spreizt sich Bottas kolossale Hand der «Therme 47» am Limmatknie, die Türme des Wohn- und Ärztehauses «Residenz 47» ragen im Osten in die Höhe. Gespalten und geflammt zeigt sich der italienische Naturstein in vielerlei Ansichten: Monumental figurativ (oben) und auch behelfsmässig zerschnitten (unten).
fertiggestellt worden, «trotz einiger Herausforderun gen – etwa dem schwierigen Baugrund, dem Schutz und Erhalt zweier archäologischer Ausgrabungsfunde sowie Covid-Massnahmen und Materiallieferschwierigkeiten bei Holzelementen und der Fassade aus Veroneser Na turstein». Termingerecht ist relativ, Verzögerungen gab es verschiedene: drei Jahre zwischen der Schliessung des Glaus-Bads und der Baueingabe im Juli 2015, dann weitere zwei zwischen der Baubewilligung im April 2016 und dem Spatenstich im April 2018. Eröffnet wur de schliesslich im letzten Herbst.
Im Projektbeschrieb ist von einem nördlichen Abschluss der Altstadt die Rede. Der Baukomplex schliesst wirklich ab, durchlässig ist das Bäderquartier seit den Neubauten nicht mehr. Die Hand des grossen Thermebaus spreizt sich, so beschreiben die Architekten ihre Formgebung, mit den vier überhängenden Oberlichtkörpern wie mit vier Fingern zum Fluss, der lang gezogene Pavillon der Sauna als Abschluss im Westen stelle den Daumen.
Auf Luftbildern ist die Idee nachvollziehbar, mit etwas Einbildungskraft auch auf dem Plan. Wer jedoch in Baden spaziert, wird diese Hand nicht ohne weitere Erklärungen entdecken – es sei denn, man habe sich gerade in die Steinzeit versetzen lassen, in der in den heissen Quellen womöglich Ungeheuer wohnten. Dies allerdings, meint die Archäologin Andrea Schaer in ihrem neuen Buch zum Badener Bäderquartier (vgl. Buchbesprechung S. 14), sei nicht belegt. Die archäo logischen Reste, die nach langem Ringen und noch längerer Bauzeit nun im Untergeschoss der Therme bestaunt werden können, gehören zur Ruine des mit telalterlichen Kesselbads und wirken in ihrer Kleinheit nicht besonders furchteinflössend.
Gross wird es erst oben: Die neue Therme do miniert in der Horizontalen die Uferlandschaft entlang der Limmat wie ein liegender Koloss. Mit etwas Empa thie kann man der skulpturalen Geste durchaus etwas abgewinnen. Der Massstab des Entwurfs von Mario Botta Architetti ist allerdings so monumental angelegt ist, dass die Analogie zur Hand mit fünf Fingern weder erkennbar noch lesbar ist.
Fremd bleibt das östlich der Therme ins Limmat knie gesetzte Wohn- und Ärztehaus «Residenz 47», eben falls im Besitz der Stiftung Verenahof und einige Monate vor der Therme eingeweiht. Die Residenz ist ein Konglomerat aus drei kammartig (auch hier wird die Finger-Analogie herangezogen) um den gemeinsamen Eingangsbereich angeordneten Türmen, die in ihrer Vertikalität innerhalb der Badener Altstadt ohne Bezug bleiben. Die 38 Mietwohnungen, Arztpraxen und Büros hinter der sechsgeschossigen Kompaktfassade blicken mit Lochfenstern und breiten Balkonen über die Limmat.
Bezug nimmt die Residenz höchstens zu den am gegenüberliegenden Limmatufer in Ennetbaden ge schwürartig aus dem Hang quellenden Terrassensied lungen. Die Analogie zu den Fingern einer Hand wirkt bei der Residenz wie eine Farce.
Ohne Erklärung kommen die «Heissen Brunnen» in Baden und Ennetbaden aus. Öffentliche Wasserbecken beidseits der Limmat holen die Besucherinnen und Besucher in die Grössenordnungen des historischen Bäderquartiers zurück. Und laden ein, auch ohne Besuch in den riesigen Räume der neuen Therme im warmen oder sogar sehr heissen Wasser der Badener Thermal quellen zu verweilen.
Baden dürfen hier alle umsonst, ohne Eintritt und ohne Umkleidekabinen, den ganzen Tag lang (7–22 Uhr). Die kleinen Becken der Minithermalbecken initiierte der Verein «Bagni Popolari» und liess auf der Badener Seite auch ein Stück Erinnerung in die Brun nenwände eingiessen. Dies ist aber nicht Abbruch material des Glaus-Bads, wie zuweilen erzählt wird, sondern solches aus den Ruinen der historischen Ba deräume von Glaus’ Vorgängerbau, dem ehemaligen Badgasthof Staadhof. Viele Baumaterialien des 20. Jahr hunderts, so argumentiert der Verein, halten dem aggressiven Thermalwasser langfristig nicht stand.
Bei aller Grösse der neuen Therme versöhnt die facettenreiche Farbigkeit des Gialletto di Verona viele der Besuchenden: Der Koloss ist ein liebliches Ungeheu er, das hier vielleicht während einer uralten Gebirgs formation abgelagert wurde und nun an die Oberfläche gedrückt wurde. Die Geologen des nächsten Jahrtau sends mögen sich dann wundern, wie die Alpenfaltung Marmor aus dem Veneto nach Baden brachte. •
Sabine v. Fischer, Redaktorin Architektur
Bauherrschaft
Verenahof, Stiftung für Gesundheitsförderung, Bad Zurzach
Architektur Mario Botta Architetti, Mendrisio
General-/Totalunternehmung HLS Real Estate, Zürich
Tragwerksplanung wlw Bauingenieure, Zürich
Totalunternehmer HRS und beratender Fachplaner: Schär Energieprojekte, Stein
Bauphysik
Kopitsis Bauphysik, Wohlen
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Das können Sie bewegen: Frauenfeld ist eine urbane Stadt mit hoher Anziehungskraft für Wirtschaft und Bevölkerung. Das Amt für Hochbau und Stadt planung schafft die Voraussetzungen dafür, dass Frauenfeld sich verändern und wachsen kann. Hohe städtebauliche und archi tektonische Qualität ist unser Ziel. Zukunftsbilder prägen das Selbstverständnis unseres Amtes und sind einsehbar unter www.stadtentwicklung frauenfeld.ch. Sie führen die Abteilung Stadtplanung mit rund sechs Mitarbeiten den in den Aufgabenbereichen Stadtplanung und Eigentumsvertretung. Als Teil einer ganzheitlichen Stadtplanung mit guter Abstimmung der Bereiche Siedlung, Freiraum und Verkehr setzen Sie zusammen mit Ihren Mitarbeitenden informelle und formelle Planungen sowie Projekte im Bereich Hochbau und Freiraum um. Neben der Erstellung des Budgets und der Finanzplanung über wachen Sie die Kosten, Termine und die Qualität der Planungen und Projekte. Sie sind Teil der Geschäftsleitung und für strategi sche Entscheide des Amtes mitverantwortlich. Die Mitarbeit in Kommissionen und das Verfassen von Anträgen zuhanden von Stadt und Gemeinderat runden Ihre Tätigkeit ab.
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Das können Sie bewegen: Frauenfeld ist eine urbane Stadt mit hoher Anziehungskraft für Wirtschaft und Bevölkerung. Mit dem Label Energiestadt «Gold» ausgezeichnet, setzt sich die Stadt Frauenfeld für eine konse quente und ergebnisorientierte Energiepolitik ein. Das Amt für Hochbau und Stadtplanung schafft dabei die Voraussetzungen dafür, dass Frauenfeld sich verändern und wachsen kann.
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Details und vollständige Ausschreibung
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Bewerbung ist der 28. November 2022
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Der Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 28. November 2022
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Vielseitige und spannende Führungsaufgabe
Als mittelgrosses Baumanagementbüro ist unsere Mandantin für Um- und Neubauten sämtlicher Projektphasen tätig. Im Auftrag unterschiedlichster Bauherren realisiert das Büro komplexe Projekte von der ersten Projektstufe bis zur fertigen Schlüsselübergabe. Aufgrund der überschaubaren Grösse zeichnet sich das Unternehmen durch kurze Entscheidungswege und eine entsprechende direkte Kommunikation mit allen Beteiligten aus. Das Büro möchte sich im Bereich Generalplanung weiter verstärken und sich auch für die Zukunft auf tragfähige Beine stellen. Wir suchen für den Standort im Zentrum von Zürich eine:n erfahrene:n und unternehmerisch handelnde:n
Das Aufgabenspektrum. Sie übernehmen Ihren Bereich mit rund 7 Mitarbeitenden und mit Schwerpunkt im klassischen Baumanagement sowie in der Kostenplanung. Sie steuern die komplexen Planungs- und Bauprozesse hinsichtlich Kosten, Terminen, Qualität und Risiken mit feiner Klinge und hohem prozessualem Verständnis. Sie sind in der Lage, speditiv auf unterschiedliche Interessen von Bauherrschaften, internen und externen Planern und anderen Anspruchsgruppen einzugehen. Nebst der Leitung und Supervision von Projekten liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit auf der Netzwerkpflege zu Architekten und Bauherrschaften. Als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung übernehmen Sie auch bereichsübergreifende Führungsaufgaben gemeinsam mit den beiden anderen leitenden Personen.
Ihr Profil. Sie verfügen über eine Ausbildung als Architekt:in FH und haben nebst der entsprechenden Fachkompetenz im Baumanagement mehrere Jahre komplexe Projekte in der Schweiz geleitet. Sie haben ein grosses Verständnis für den anspruchsvollen Planungsprozess und können diesen mit Ihrem Team mit Fokus auf hochwertige «Architektur-Bauleitung» umsetzen. Sie sind eine offene, integre Persönlichkeit und ein teamorientierter Leader. Ihr komplexes Bauwissen setzen Sie nicht nur intern ein, sondern nutzen es auch geschickt für die aktive Netzwerkpflege zu bestehenden und potenziellen neuen Kunden.
suchen den idealen
Die besten Lösungen für Umweltfragen – Unsere Ingenieurunternehmung bearbeitet seit über 30 Jahren anspruchsvolle Projekte in den Bereichen Wasserbau und Naturgefahren, Altlasten, Deponien, Geologie und Entsorgung.
Die Ingenias AG und ihre auf Naturgefahren spezialisierte Tochterfirma, die Ingenieure Bart AG suchen:
Weitere Informationen entnehmen Sie dem QR Code oder unserer Webseite (www.ingenias.ch). Bei Fragen steht Ihnen Herr Roger Rüegg (071 626 51 29) gerne zur Verfügung.
Der Kanton Nidwalden beschäftigt gut 750 Angestellte in über 60 Berufen. Die Mitarbeitenden nutzen die Überschaubarkeit des Kantons mit seinen rund 42’000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf effiziente und bürgernahe Weise. Die Verwaltung ist schlank, Kontakte zu Entschei dungsträgern sind schnell hergestellt. Die kantonale Verwaltung versteht sich als Dienstleisterin im Auftrag ihrer Bürgerinnen und Bürger.
Für das Amt für Mobilität suchen wir aufgrund einer Pensionierung ab sofort oder nach Vereinbarung Sie als
• Entwickeln von Infrastrukturprojekten von der Strategie bis zur Umsetzung
• Projekt- und Oberbauleitung von Infrastrukturprojekten (Ausbauten, Sanierungen, Umfahrungen, Betriebs- und Gestaltungs konzepte und drgl.)
• Mitarbeit bei Projekten mit Gemeinden
• Hochschul- / Fachhochschulabschluss im Bauingenieurwesen oder gleichwertiger Leistungsausweis und allfällige Berufserfahrung in diesem Bereich
• Fachkenntnisse in Projektierung und Ausführung
• In der Verkehrsplanung ist Grundlagenwissen vorhanden
• Hohe Sozialkompetenz, Team-, Kunden- und Dienstleistungs orientierung
• Sprachliche Gewandtheit in Wort und Schrift
• Spannender und herausfordernder Aufgabenbereich
• Kollegiales Team
• Flexible Arbeitszeiten und attraktive Ferienmodelle
Nähere Auskünfte über diese Aufgabe im Dienste der Nidwaldner Bevölkerung erteilt Ihnen gerne Frau Stephanie von Samson, Vorsteherin Amt für Mobilität, Telefon 041 618 72 05. Besuchen Sie uns auch im Internet unter www.nw.ch.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit Angabe der Vakanz-Nr. NW-1488. Personalamt Nidwalden
Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich stellt die psychiatrische und psycho therapeutische Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner in der Stadt und im Grossraum Zürich sicher. Das Angebotsspektrum umfasst die Behandlung psychischer Erkrankungen über die gesamte Lebensspanne. Als Universitätsklinik ist sie zudem in der Lehre und Forschung engagiert und international sehr gut vernetzt.
Die Klinik für Forensische Psychiatrie strebt die Erweiterung des Zentrums für Forensische Therapie am Standort Rheinau an. In Absprache mit der Gesund heits- und der Justizdirektion des Kantons Zürich soll ein Neubau mit 39 Plätzen und begleitende Flächen für ein flexibles Therapieangebot bei hohem bis mittlerem Sicherheitsstandard entstehen.
Für dieses Projekt suchen wir per 1. Januar 2023 oder nach Vereinbarung eine engagierte und teamorientierte Persönlichkeit als
80 100 %
Ihre Aufgaben
Selbständige Ausführung des Neubauprojekts in den SIA-Phasen 31 53 Verantwortung für die Einhaltung der Projekt-, Kosten- und Terminziele Organisation, Koordination und Überwachung der Projektabwicklung Koordination und Unterstützung der internen Teilprojekte der medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Nutzervertretungen und der Supportbereiche Betrieb (betriebliches FM, Bau und Technik, ICT, Sicherheit, etc.).
Enge Zusammenarbeit mit den externen Partnern aus dem Bereich der Massnahmenvollzugsplanung sowie dem Amt für Justizvollzug und Wieder eingliederung des Kantons Zürich Fachliche Führung des Risikomanagements, Projektänderungswesens und des QS-Teams
Sicherstellen des Informationsflusses und der Abstimmung zwischen internen und externen Projektbeteiligten Erarbeiten von Entscheidungsgrundlagen für die verschiedenen internen und externen Gremien und rechtzeitiges Herbeiführen der notwendigen Entscheide Steuern und Überwachen des Projektfortschritts und Erstellen der notwendigen Reportings
Ihr Profil Abgeschlossene Ausbildung in Architektur, Bauingenieurwesen oder Bau projektmanagement auf Hoch / Fachhochschulniveau (ETH / FH) oder einen ähnlichen Abschluss Fundiertes Wissen und praktische Erfahrung im Bau-, Prozess- und Projekt management Erfahrung in der Leitung von komplexen Hochbauprojekten Kenntnisse der Leistungs- und Supportprozesse im Gesundheitswesen sowie dem Öffentlichen Beschaffungswesen von Vorteil Kenntnisse im Bereich von Gesundheitsbauten u /o von Bauten des Straf und Massnahmenvollzugs von Vorteil
Kommunikationsstarke und teamfähige Persönlichkeit Vernetzt denkend und lösungsorientiert Ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein Engagiert, überzeugend und mit Durchsetzungsvermögen
Spannendes, lehrreiches und verantwortungsvolles Aufgabengebiet Arbeit in einem motivierten und offenen Team Anstellungsbedingen nach kantonalen Richtlinien Attraktive Sozialleistungen (Übernahme von 60 % der Pensionskassenbeiträge) Beteiligung am ZVV-BonusPass, subventioniertes Sportabonnement beim ASVZ
Interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten Kinderkrippe und Mitarbeiterrestaurant Arbeitsplatz vorwiegend in Zürich
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Stefan Hofmann, Leiter Bauprojektmanagement, Tel. +41 44 384 35 78.
Rosalba De Stefano, HR Beraterin, freut sich auf Ihre vollständige OnlineBewerbung. Bewerbungen per Post oder E-Mail können aus Datenschutz gründen nicht berücksichtigt werden.
Erreichbarkeit. Das Gemeindegebiet umfasst 27 Quadratkilometer und gehört damit zu den grössten Gemeinden
Kanton. Ein vielfältiges Angebot macht die Stadt lebenswert. In den kom menden Jahren stehen mehrere grosse Bauvorhaben an, unter anderem in den Bereichen Sport, Schulen und Verwaltung. Für die professionelle Begleitung der Projekte suchen wir eine:n
Ihre Aufgaben: Mit Schwerpunkten im Entwurf unter städtebaulichen Aspekten sowie Projektentwicklung übernehmen Sie die gesamthafte oder phasenweise Bauherrenvertretung für die anstehenden Neubauten und Sanierungen. Zu den Hauptaufgaben gehören das ganzheitliche Projektmanagement mit Fokus auf die Anforderungen und die strategische Planung der Projekte, die Mitgestaltung von Wettbewerben und Machbarkeitsstudien, die Leitung und Kommunikation mit externen Planergruppen bis hin zur Beratung des Bausekretariats in komplexen Bau vorhaben.
I hr Profil: Sie verfügen über eine Ausbildung als Architekt:in ETH oder FH, und Sie verstehen sich als «Allround-Spezialist:in» mit Freude am gesamten Entwicklungs- und Planungsprozess auf Bauherrenseite. Es ist von Vorteil, wenn Ihr Erfahrungsfokus im Bereich der strategischen Planung/Projektentwicklung liegt. Sie haben bereits selbstständig Projekte geleitet und sind es gewohnt, verantwortungsbewusst und speditiv zu entscheiden. Ihre profunde Kenntnis des Schweizer Marktes ermöglicht es Ihnen, als Bauherrenvertreter mit allen Anspruchsgruppen ver ständlich und professionell zu kommunizieren. Sie sind führungsstark, integer und ein:e verantwortungsbewusste:r Teamplayer:in. Die Pflege der Kontakte zu Planungsfirmen, anderen Departementen sowie zu Politik und Bevölkerung liegt Ihnen am Herzen.
Haben Sie Interesse an dieser vielseitigen Position? Dann senden Sie Christof Willi Ihre Bewerbungsunterlagen oder rufen Sie uns für weitere Informationen an. Wir garantieren Ihnen absolute Diskretion und freuen uns, Sie kennen zu lernen.
Adresse der Redaktion
TEC21 – Schweizerische Bauzeitung
Zweierstrasse 100, Postfach, 8036 Zürich, Tel. 044 288 90 60, redaktion@ tec21.ch, www.espazium.ch/tec21
Judit Solt (js), Chefredaktorin Doro Baumgartner (db), Sekretärin, Produktionsleiterin
Salome Bessenich (sb), Umwelt/ Raumplanung
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Daniela Dietsche (dd), Bauingenieurwesen/Verkehr Andrea Eschbach (ae), Architektur/ Innenarchitektur
Danielle Fischer (df), Architektur
Dr. Sabine v. Fischer (svf), Architektur Laurent Guye (lg), Grafik und Layout
Nathalie Huonder (nh), Co-Redaktions leiterin espazium.ch
Paul Knüsel (pk), Umwelt/Energie, stv. Chefredaktor
Katrin Köller (kk), Grafik und Layout
Franziska Quandt (fq), Architektur Christof Rostert (cr), Abschlussredaktor Hella Schindel (hs), Architektur/ Innenarchitektur Antonio Sedda (as), Wettbewerbstabelle Peter Seitz (ps), Bauingenieurwesen Ulrich Stüssi (us), Bauingenieurwesen Anna-Lena Walther (alw), Art Director, Agenda Dr. Erik Wegerhoff (ew), Architektur E-Mail-Adressen der Redaktionsmit glieder: Vorname.Nachname @ tec21.ch
TEC21 online www.espazium.ch/tec21
espazium – Der Verlag für Baukultur Zweierstrasse 100, 8003 Zürich Tel. 044 380 21 55
Katharina Schober, Verlagsleitung katharina.schober @ espazium.ch
Ariane Nübling, Assistenz ariane.nuebling @ espazium.ch
Senem Wicki, Präsidentin
Erscheint wöchentlich, 40 Ausgaben pro Jahr, ISSN-Nr. 1424-800X; 148. Jahrgang, verbreitete Auflage: 12 817 (WEMF/KS-beglaubigt 2022)
Korrespondenten Charles von Büren, Bautechnik/ Design, bureau.cvb @bluewin.ch Lukas Denzler, Umwelt/ natürliche Ressourcen, lukas.denzler @bluewin.ch
Thomas Ekwall, Bauingenieurwesen, info @ tekwall.ch Clementine Hegner-van Rooden, Bauingenieurwesen, clementine @ vanrooden.com
Redaktion SIA
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E-Mail: Vorname.Nachname @ sia.ch
Grafisches Konzept Raffinerie AG für Gestaltung, Zürich
Inserate Fachmedien, Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Tel. 044 928 56 11, Fax 044 928 56 00 info@fachmedien.ch, www.fachmedien.ch
Druck Stämpfli AG, Bern Einzelbestellungen Stämpfli AG, Bern, Tel. 031 300 62 53 abonnemente @ staempfli.com, Fr. 12.– | Euro 8.– (ohne Porto)
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Trägervereine Schweizerischer Ingenieurund Architektenverein, SIA –www.sia.ch
TEC21 ist das offizielle Publikationsorgan des SIA.
Die Fachbeiträge sind Publikationen und Positionen der Autoren und der Re daktion. Die Mitteilungen des SIA befinden sich jeweils in der Rubrik «SIA-Mitteilungen».
Schweizerische Vereinigung, Beratender IngenieurUnternehmungen, usic –www.usic.ch
ETH-Alumni, Netzwerk der Absolventinnen und Absolventen der ETH Zürich –www.alumni.ethz.ch
Bund Schweizer Architekten, BSA –www.bsa-fas.ch
Fondation ACUBE –www.epflalumni.ch/fr/prets-dhonneur
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Für unverlangt eingesandte Beiträge haftet die Redaktion nicht.
Drucksache myclimate.org/01-21-968207
Mit dem Namen Fallingwater, dem Meisterwerk von Frank Lloyd Wright in den Wäldern von Pennsylvania, stellt sich vermut lich in vielen Köpfen das Bild des ikonischen Sommerhauses mit aus kragenden Ebenen über einem Was serfall ein. In und um das Haus herum gibt es aber zahllose Details zu entdecken, die ebenso eindrucks voll sind. Darunter ist auch ein un scheinbarer und dezidiert kleinerer «Wasserfall », den ich zuvor noch in keinem Bildband gesehen hatte: Er entspringt gleich neben dem Eingang und macht sofort Lust, die Hände hineinzuhalten. An einem simplen Vierkantholz hängt dazu noch eine Seife. So, wie die Raffinesse
des Hauses auf eine entwaffnende Einfachheit basiert, ist auch dieses Detail spartanisch. Es braucht nicht viel mehr als die gute Idee. Vielleicht geht sie auf eine Situation zurück, die dem Architekten in Japan aufgefallen ist. Von hier aus ist sie wei ter übertragbar auf Eingänge in unseren Breiten – jedenfalls dorthin, wo die Ressource Wasser noch verfügbar ist. Abgesehen von dem freundlichen Plätschern, das die nähere Umgebung umfängt, ist die Einladung zum häufigen Händewaschen eine aktuell immer noch bitter nötige Hilfestellung in Sachen Hygiene. Das visionäre Format des Hauses von 1936 zeigt sich im Grossen wie im Kleinen. •
FIRIKA®,
FIRIKA®
Fischer
Dienstag
Band 4 ab November 2022 erhältlich:
Das Jahrbuch vereint herausragende Bauwerke von Schweizer Ingenieurbüros aus den Jahren 2021 und 2022 –ein Gemeinschaftsprojekt von espazium, SIA und usic.
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Schweizer Ingenieurbaukunst – L’art des ingénieurs suisses –Opere di ingegneria svizzera 2021/2022 – Band 4
128 Seiten, dreisprachig deutsch, französisch, italienisch ISBN 978-3-9525458-5-0, 49.– Fr.
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1 bis 19 Exemplare: 47.– Fr.
20 bis 49 Exemplare: 45.– Fr.
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