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Wieser verlag herbst 2016

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W i e s e r

Herbst 2016


© Mayü Belba

* // Im Roman wird, ausgehend von diesen Ereignissen, auf der Suche nach einer verlorenen Mundharmonika, das ganze Jahrhundert, samt seinen Verirrungen und möglichen Auswegen, spannend aufgerollt, erzählt.

Antescriptum Liebe Leserinnen, liebe Leser! Liebe Buchhändlerinnen, liebe Buchhändler! Ein Vierteljahrhundert kaum liegt die Rückkehr des Krieges nach Europa hinter uns. *// Aus heutiger Sicht, meine ich, war der Zerfall Jugoslawiens die Ouvertüre zu einem Stück politischen Versagens. Der Verfall errungener Grundsätze kultureller und zivilisatorischer Gemeinsamkeiten ist weit vorangeschritten. **// Wir waren auf dem Weg, die uns umgebenden Kulturen und Literaturen durch Übertragungen zu begreifen 3*// Bei der Frage, wie der Weg in eine Kulturen und Sprachen begreifende, möglicherweise friedlichere und gerechtere wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft aussehen könnte, befinden wir uns heute im Übergang von der Reibung zur Konfrontation, Kultur und Literatur werden zur Seite geschoben, Zwängen und Ängste treten an ihre Stelle. Literatur bietet keine Rezepte. Was sie aber, neben vielem, was noch in ihr schlummert, leisten kann, ist, sprachlich, in Bildern, mögliche Denk- und Sichtweisen anbieten 4*//, in Frage zu stellen, Gewohntes und Irrtümer 5*// zu unterlaufen, sie bloßzustellen, Bruchstellen sichtbar zu machen, verschüttetes Wissen zu heben und/oder neu lesbar zu machen 6*//, Wissen erfahrbar und aus Fremdem Eigenes werden zu lassen. Einfach Europa erlesen – füge ich an! 7*// Es wird uns nicht erspart bleiben, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum es eine jahrhundertealte Tradition der europäischen Wirklichkeit gibt, die auf den Knochen der „antemuralen Völker“, wie es Miroslav Krleža 8+9*// vor mehr als einem halben Jahrhundert formulierte, ihren Reichtum baut und genauso lange bestrebt ist, diese vor den Toren des angeeigneten Reichtums zu halten. Dass es jetzt, auch reichlich spät, aber immerhin, eine Welle der Betroffenheit und Hilfsbereitschaft gegeben hat, ist ein ermunterndes Signal eines erwachenden Bewusstseins und könnte einen Hinweis in sich bergen, dass das vielgepriesene demokratische Prinzip doch tiefere Wurzeln geschlagen und sich weiterentwickelt hat. Aber, wie man sieht, hat die Gegenreaktion nicht lange auf sich warten lassen – vom Durchwinken bis zum Festungsbau verging nur eine gar kurze Zeitspanne. Lösen wird diese Verschärfung nichts, sie wird aber wahrscheinlich die Widersprüche in der Gesellschaft sichtbarer machen und zur Notwendigkeit führen, sich über eine neue Weltwirtschaftsordnung Gedanken zu machen, die hilft, die brutalen Lebensbedingungen vieler auf der ganzen Welt zu beseitigen und somit die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. Sind nicht Bücher, Literaten, Übersetzer, Autorinnen, Übersetzerinnen per se Schlepper, Fluchthelfer, Migranten, Exilanten, waren sie nicht immer wieder auf der Flucht und haben doch, immer wieder, durch ihr Fragen, ihr Beschreiben und ihr Ezählen, die eigenen, aber auch die gesellschaftlichen Katastrophen abgewendet? Ihr Lojze Wieser

9*// Die Korfu-Saga von Sibyl v.d. Schulenburg Für Christus und Venedig führt uns 300 Jahre zurück und zeichnet lebendig nach, ob Korfu in den Händen des Abendlandes verbleibt oder in den strategischen Bereich des Morgenland fällt.

2 | Herbst ’16

**// Dazu hat Jiří Gruša viel zu sagen: nachzulesen in der Werkausgabe.

3*// Aktuell in diesem Herbst: Konstantinow, Prešeren, Štambuk, Juráňová, Blanco

4*//

8*// Zur historischen Vorgeschichte ein Kaleidoskop der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte der politischen Situation Europas am Beginn des 20. Jahrhunderts, der fünfbändige epochale Roman Die Fahnen von Miroslav Krleža.

7*// Europa erlesen – Buch um Buch

6*// Ein gelungenes Beispiel ist die fulminante Neuübersetzung des Parzivals von Wolfram von Eschenbach durch Franz Viktor Spechtler.

5*// Thema Frauenpriestertum


I n ha l t

04 06 08

Silvija Hinzmann

Der Wanderer im Karst Prohaskas zweiter Fall in Istrien Milenko Goranovic´

Vom Winseln der Hunde Sibyl von der Schulenburg

Für Christus und Venedig Die Korfu-Saga des Feldmarschalls Graf Johann Matthias von der Schulenburg

10

Miroslav Krleža

12

Jana Juránˇová

13

Wolfgang Bergmann

14

MARÍA ELENA BLANCO

15

Marie-Thérèse Kerschbaumer

16

Otto Horváth

17

Klaus Ebner

18

Aleko Konstantinow

19

Drago Štambuk

Die Fahnen Roman in fünf Bänden

Eine unerledigte Angelegenheit Roman

Geheim geweiht Roman

Sprung ins Blaue /Sobresalto al vacío Lyrik Spanisch/Deutsch

Chaos und Anfang Ein Poem

20 21 22 24

Klaus Detlef Olof / France Prešeren

26

Europa Erlesen

Hominide Erzählung

Nach Chicago und zurück

Gedichte

Aljaž Pestotnik

Smeji se naj vesolje Ernst Brauner

Ernst Brauner – Werkausgabe Wolfram von Eschenbach

Parzival Übersetzt von Franz Viktor Spechtler

Färöer, Greater London, Île-de-France, Indonesien, Wolga, Odessa

27 27

Europa Erlesen Albert Caspari (Hg.)

28

Alexander Widner

28 29 30

Roman

Jäger und Reh / Lovac i srna

Pesmi/Gedichte

Europa Erlesen Andrea Zink (Hg.)

Szábo bleibt stehen Roman

Zwiegespräch mit Prešeren

30

Hall/Tirol

Riga

Postscriptum oder Der exquisite Kadaver Gehört Gelesen

„Es hat schon Sinn, sich das von der anderen Seite anzuschauen“ Michael Kerbler im Gespräch mit Erhard Juritsch Jirˇí Gruša

Dr. Kokeš – Meister der Jungfrau Werkausgabe Band 6 – Prosa IV Lettische Bibliothek Knuts Skujenieks

Samen im Schnee (Gedichte) Se¯kla Sniega¯ (Un a¯rpuskra¯juma dzejol‚ i) Maria Dippelreiter / Christian Prosl (Hg.)

Individuum und Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Bindung und Freiheit | 3


Der spannende Krimi von Silvia Hinzmann hält in Atem – von der ersten bis zur letzten Seite. Norbert Schreiber http://www.facesofbooks.de/krimis/

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Balkan-Krimi

Der Wanderer im Karst Prohaskas zweiter Fall in Istrien

J

© Foto: Autorin

oe Prohaska, ehemaliger Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart mit deutschkroatischen Wurzeln, lebt seit seiner Frühpensionierung in Istrien und ist passionierter Fotograf. Bei einer Fototour landet er in einem malerischen Städtchen, wo er in der einzigen Konoba des Ortes den fast achtzigjährigen Bartolo Monti und dessen Frau und Stiefsohn kennenlernt. Bartolo Monti war in die USA ausgewandert und ist nun als reicher, aber kranker Mann zurückgekehrt. Er will seinen Heimatort sanieren, um ihn vor dem Zerfall zu retten, aber auch, um ihn touristisch zu nutzen. Doch aus Montis Plänen wird nichts, denn am nächsten Tag wird er im Keller eines verlassenen Hauses tot aufgefunden. Die örtliche Polizei geht von einem Unfall aus, doch Joe Prohaska hat da seine Zweifel. Und anstatt weiterzufahren, beginnt er Fragen zu stellen … Handlungsorte: Rovinj und Umgebung sowie mehrere Orte in Zentralistrien und an der Kvarner-Bucht (Opatija, Lovran u. a.)

Silvija Hinzmann (geb. 1956 in Čakovec, Kroatien) lebt in Stuttgart, arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin. Veröffentlichte einen Roman, zahlreiche Kurzkrimis, ist Herausgeberin mehrerer Kurzkrimi-Anthologien und übersetzt Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, literarische Reiseführer und Romane kroatischer und serbischer Autoren bei verschiedenen Verlagen.

ca. 240 Seiten, wtb 025 EUR 13,50 · ISBN 978-3-99029-199-3 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende September

Mehr unter: www.silvija-hinzmann.de

130 mm

Im Februar 1946 beobachtet der Bauernjunge Bartolo Monti, wie eines Nachts zwei Männer eine Kiste in einem verlassenen Haus deponieren. Als dann nur einer der Männer wieder hinauskommt und eilig davonfährt, vermutet Bartolo, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Am nächsten Morgen erfährt er, dass sich unweit des Ortes ein Autounfall ereignet hat. Es handelt sich um dasselbe Auto, das er in der Nacht gesehen hat. Der Fahrer ist tot. Bartolo schleicht sich in das verlassene Haus, aber von dem vermeintlich toten zweiten Mann und der Kiste fehlt jede Spur. Kurz darauf verlässt Bartolo zusammen mit seiner Mutter und der kleinen Schwester Magdalena Istrien und wandert nach Amerika aus. Erst als alter Mann kehrt er in seine Heimat zurück.

14 mm

130 mm

wtb 18

Zuletzt bei Wieser: Der Duft des Oleanders (2015)

eIn Balkan-krImI

… Der Krieg hat einen langen Arm. Die Zeit danach ist die der Abrechnung. Und die der Rache. Sie wirkt über Generationen bis zum nächsten Krieg und darüber hinaus. Ein Teufelskreis seit Menschengedenken. Die einen nennen es Politik, die anderen Schicksal oder einfach Zufall. Aber Verbrechen geschehen Tag für Tag, egal wie man es nennt, überlegte Erich Jäger, als er zur

Silvija Hinzmann (geb. 1956 in Čakovec, Kroatien) lebt seit ihrer Kindheit in Stuttgart und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin. Seit 2002 veröffentlichte sie neben einem Roman zahlreiche Kurzkrimis, publizierte als Herausgeberin mehrere Kurzkrimi-Anthologien und übersetzte Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, literarische Reiseführer und Romane kroatischer und serbischer Autoren bei verschiedenen Verlagen. Sie ist Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren und bei Mörderischen Schwestern und mehreren Berufsverbänden. Mehr unter: www.silvija-hinzmann.de

Der Duft des Oleanders Silvija Hinzmann

205 mm

Hotellobby hinunterging.

Silvija Hinzmann

Der Duft des Oleanders Prohaskas erster Fall in Istrien

ISBN 978-3-99029-●

EUR 7,●

WIeser

Hinzmann Oleander.indd Alle Seiten

24.04.15 09:02

Silvija Hinzmann

Der Duft des Oleanders ISBN 978-3-99029-157-3 Auch als E-Book erhältlich

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6 | Herbst ’16

© Foto: Angelika Emmerling


Prosa

Vom Winseln der Hunde

ca. 240 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-198-6 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Juli

© Foto: Wieser Archiv

E

ine kleine Mundharmonika, „Zigeunerbaron“, alt, rostig, die von 1914 bis 2014 quer durch Europa wandert, und zwei Menschen – Kurt und Seka –, die jahrelang auf der Suche eben nach dieser Mundharmonika sind, stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte. Doch auch wenn sich das fast romantisch anhört, Vom Winseln der Hunde ist ein Kriegsroman, der in der Geschichte einer rostigen Mundharmonika die Geschichte eines ganzen kriegerischen Jahrhunderts bündelt: Kurt hat in der Hinterlassenschaft seiner Mutter, einer 1944 aus dem Banat vertriebenen Deutschen, ein Foto gefunden, das ihn vermuten lässt, dass sein richtiger Vater womöglich ein jugoslawischer Partisan sein könnte. Obwohl er von diesem Partisanen nichts weiß – außer dass er mal eine Mundharmonika besaß –, hofft er trotzdem eine Spur von ihm irgendwo finden zu können. In Sarajevo lernt er Seka kennen und die gemeinsame Suche nach der Mundharmonika beginnt. Sarajevo, Belgrad, Zagreb, Wien, Szeged, Kikinda, Hof … Bald finden sie auch das erste Dokument, in dem die Mundharmonika erwähnt wird. Es scheint alles möglich zu sein. Auch, dass sie den Partisanen tatsächlich finden. Doch wir schreiben das Jahr 1992 und Bosnien ist gerade dabei, im Chaos des Bürgerkrieges zu versinken … Der Roman basiert auf wahren Kriegsbegebenheiten. Einige davon hat der Autor im belagerten Sarajevo selbst erlebt und festgehalten.

Milenko Goranovic´ geboren 1955, hat Weltliteratur, Theaterwissenschaft und Schauspielkunst studiert. Während des bosnischen Bürgerkrieges war er künstlerischer Leiter des Kammertheaters 55 in Sarajevo. Seit 1994 lebt er in Deutschland und arbeitet als Autor, Übersetzer, Dramaturg und Schauspieler. Mehr auf: www.milenkogoranovic.de

„Es gibt Geschichten, die einem keine Ruhe geben wollen“, hatte Kurt gesagt, als er das erste Mal nach Sarajevo kam, „Geschichten, die einen immer verfolgen, die immer wieder kommen, egal was man macht.“ Damals habe ich ihm nicht geglaubt, jetzt kann ich das nur bestätigen. Aber auch jetzt weiß ich nicht, warum es so ist.

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8 | Herbst ’16


Prosa

Für Christus und Venedig Die Korfu-Saga des Feldmarschalls Graf Johann Matthias von der Schulenburg

ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-200-6 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Juni

© Foto: Autorin

A

ugust 1716. Korfu erbebt unter einem Orkan von Einschlägen, die Hitze hockt unerträglich zwischen den Trümmern. Die Entscheidungsschlacht, ob Korfu in den Händen des Abend­landes verbleibt oder in den strategischen Bereich des Morgen­landes fällt, tobt. Im Jahre 1716 wird die westliche Welt durch das türkisch-osmanische Reich bedroht. Die Machthaber Europas rüsten sich, um die Invasion aus dem Orient aufzuhalten. Der deutsche Feldherr Graf Johann Matthias von der Schulenburg ist beauftragt, die venezianische Insel Korfu als letzten Vorposten Europas zu verteidigen und damit Prinz Eugen von Savoyen Zeit zu verschaffen, seine Truppen nach Osten zu führen. Dreitausend Mann gegen vierzigtausend Feinde, aber auf dem Spiel stehen Venedig, Europa, das Christentum – und der Nachruhm.

Sibyl von der Schulenburg Tochter von Werner von der Schulenburg und Isa Carsen-Iser von der Schulenburg, beide Schriftsteller. Wächst im Tessin/Schweiz auf, studiert in Italien, wo sie heute lebt. Sie verfasst zunächst einen biografischen Roman über ihren Vater, und danach den historischen Roman über das berühmteste Mitglied der Familie. Sibyl von der Schulenburg veröffentlicht Essays, historische und psychologische Romane; viele renommierte Literaturpreise. Ihre Bücher erscheinen auf Italienisch, Deutsch, Griechisch und English. www.sibylvonderschulenburg.com

Am Neujahrsmorgen 1715 jagten von Wien aus Kuriere in sämtliche Richtungen. Vom General Schulenburg an seine Schwester Melusine Kendal in London, vom Botschafter Grimani an den Dogen in Venedig, vom Generalleutnant Bonneval an eine unbestimmte Adresse im Orient, von der Gräfin Bokum an den König August in Dresden. So verschieden die Empfänger auch waren, diese Nach­richten blieben durch den Inhalt untereinander verbunden und legten sich wie ein Netz über Europa.

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Miroslav Krleža

Miroslav Krleža – Die Fahnen

Miroslav Krleža Die Fahnen

ca. 3000 Seiten, fünf Bände im Schuber, gebunden, Lesebändchen EUR 75,00 · ISBN 978-3-99029-201-3 Erscheinungstermin: Ende Oktober

Jean-Paul Sartre bedauerte 1960, Miroslav Krleža nicht schon viel früher kennengelernt zu haben. Mit der Lektüre seiner Werke hätte er sich manchen Umweg ersparen können. Karl-Markus Gauß, Die Zeit

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Zum 5-bändigen Roman „Die Fahnen“ ist ein Sonderprospekt in Vorbereitung.


Prosa

Die Fahnen Roman in fünf Bänden

Ein Jahrhundert vor unserem literarischen Auge. Das epochale Werk des Meisters der Erzählung Südost­europas liegt nun endlich in einer mustergültigen, gewissenhaften Übersetzung von Gero Fischer und Silvija Hinzmann vor. Die Fahnen zeigen ein Kaleidoskop der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte, das Krleža zu einem großen europäischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts macht. Ina Jun-Broda rief mich 1978 zu sich. Sie redete auf mich ein: „Die Fahnen, die müssen Sie verlegen.“ Ich, jung, unerfahren, wurde von der Dicke des Romans fast erschlagen. Fünf Bände, 3000 Seiten. Mein verlegerisches Leben hatte erst begonnen. 1979 erzählte mir Ina Jun-Broda, die legendäre Übersetzerin aus den jugoslawischen Sprachen, von ihrem Gespräch mit Miroslav Krleža: „Für eine deutschsprachige Übersetzung kürze ich Ihnen Die Fahnen ein. Auf 800 Seiten. Weniger geht nicht. Und Sie übersetzen das!“ Krleža stirbt Ende 1981, Ina folgt bald danach (August 1983). Krieg und Frieden. Europa zerfällt. Zwischen Wien und Zagreb, Budapest und Belgrad – quer durch Musils Kakanien. Die letzten Tage der Menschheit brechen an. Züge rasen hin und her. Politik, Wirtschaft, Regierungen, Beziehungen und Familien zerbrechen. In seinem umfangreichsten Werk, dem ab 1962 veröffentlichten fünfbändigen Roman Die Fahnen (Zastave), der in den Jahren 1912 bis 1922 spielt und jetzt erstmals in einer deutschen Übersetzung vorliegt, zeichnet Krleža ein Panorama von der geistesgeschichtlichen und politischen Situation Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Schicksal von Bürgern, Aristokraten, Politikern, Ministern, Bürokraten, Generälen, Kriegsgewinnlern und Träumern, die ganze Galerie der ungarischen, kroatischen und serbischen Intelligenz – steht im Vordergrund dieser Chronik. Kriegsereignisse und Liebesbeziehungen werden miteinander verwoben.

Wie Paris seinen Balzac und seinen Zola hat, Dublin seinen James Joyce, so hat Kroatien seinen Krleža. The Saturday Review

Reinhard Lauer widmet sein Buch dem Leben und Werk von Miroslav Krleža Der Sartre des Balkans, wie er auch genannt wurde, der enzyklopädische Geist ist bis heute Wegweiser der Literatur Südosteuropas. Miroslav Krleža (1893–1981) wurde in Zagreb geboren, wo er auch einen Großteil seines Lebens verbrachte. Er fühlte sich in allen europäischen Literaturen zuhause. ISBN 978-3-99029-201-3

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Prosa

Eine unerledigte Angelegenheit Roman

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emeinsam mit ihrem Mann hatte sich Zita auf ein entspanntes Leben auf dem Land gefreut, doch sein unerwarteter Tod machte sie plötzlich zu dieser seltsamen Städterin, die allein aufs Dorf gezogen ist. Ihr Haus wird ihr zum Asyl und zum Ort, wo sie ihren Gedanken freien Lauf lassen kann. Sie arrangiert sich mit dem Alleinsein. Jahreszeit und Garten geben ihrem Leben den Rhythmus vor. Da entdeckt sie in einem alten Koffer auf dem Dachboden ihres Hauses das Porträt einer unbekannten jungen Frau. Zitas Neugierde wird geweckt, zumal sie auch Briefe und Aufzeichnungen dieser Unbekannten findet, die während des Krieges geschrieben worden waren. Wer war diese Frau, wie kam sie in dieses Haus? Wird es ihr gelingen, das Geheimnis dieser schönen Unbekannten zu entschlüsseln?

ca. 160 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-202-0 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende September

… ein ins Gesicht eines jeden Lesers geschleuderter Handschuh.

© Foto: Autorin

Jana JuráNˇová Jana Juráňová (1957) schreibt Prosa und Theaterstücke, außerdem ist sie als Literaturübersetzerin tätig. Nach ihrem Studium der russischen und englischen Sprache war J. Juráňová als Theaterdramaturgin, Kommentatorin bei Radio Freies Europa sowie Redakteurin der Literaturzeitschrift „Slowakische Ansichten“ tätig. 1993 war sie Mitbegründerin des feministischen Projektes Aspekt, bei dem sie bis heute mitwirkt. Bisher hat sie mehr als ein Dutzend Romane und Kurzgeschichtensammlungen sowie 5 Kinderbücher veröffentlicht. Mehrere ihrer Bücher wurden bisher ins Ungarische, Englische bzw. Deutsche übersetzt. Zu den Autoren, die sie bisher aus dem Englischen übersetzte, gehören Margaret Atwood, Jeanette Winterson und Virginia Woolf. J. Juraňová war bisher vier Mal für den renommierten slowakischen Literaturpreis Anasoft litera nominiert (2014 mit Eine unerledigte Angelegenheit), zurzeit werden in der Slowakei vier ihrer Theaterstücke aufgeführt.

12 | Herbst ’16

Ines Sebesta wurde in den 1960ern in Berlin geboren. Nach ihrem fünfjährigen Studium in Bulgarien fertigte sie 1990 ihre ersten literarischen Übersetzungen an. Seit 2002 ist sie freiberuflich als Übersetzerin für Bulgarisch und Slowakisch tätig. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Georgi Danailov, Georgi Markov, Daniela Kapitáňová und Pavol Rankov. I. Sebesta ist Autorin von drei Büchern, darunter Nackte Unterhaltung – Saunageschichten und Lust auf Schnee – Skigeschichten (beide Wieser Verlag), sie hat zwei Töchter und lebt am Rand von Berlin.

© Foto: Autorin

kultura.sme.sk


Prosa

Geheim geweiht Roman

Z

ur Zeit des kalten Krieges entschließt sich die römisch katholische Kirche hinter dem Eisernen Vorhang, eine Untergrundkirche aufzubauen. Im Geheimen werden auch Frauen geweiht. Davon will Rom nach dem Fall des kommunistischen Systems nichts mehr wissen. Auf dieser historischen Grundlage erzählt dieser Roman die Geschichte Katjas, der Tochter eines Geheimbischofs, die noch knapp vor dessen Deportation von ihm zur Priesterin geweiht wurde. Nach dem Umbruch versucht der Vatikan ihr Schweigen zu erkaufen. Sie schwankt zwischen Gehorsam, dem Wunsch nach Anerkennung und ihrer Liebe zu dem krebskranken Daniel, der sie bei ihrem Coming-out unterstützen möchte. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Unterdessen bemüht sich in Rom eine päpstliche Kommis­ sion, das Thema Frauenpriestertum wieder aus der Welt zu schaffen.

ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-203-7 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende August

Wolfgang Bergmann geboren 1963, ist Magister der Theologie. Nach einer kirchlichen Laufbahn als Sprecher der Caritas, Kommunikationschef der Erzdiözese Wien und Gründer von Radio Stephansdom übernahm er die Geschäftsführung der Tageszeitung Der Standard. Buchcovergestaltung unter Verwendung eines Bildes von Raphael Bergmann, Titel „priestress“, Acryl auf Leinwand, 60 x 50 cm, 2016

© Matthias Cremer/Der Standard

Überraschend tauchte ein vatikanischer Gesandter an Katjas Wohnungstür auf. Sie wimmelte ihn schon am Eingang unter dem Vorwand einer dringenden Erledigung ab und vereinbarte einen Kaffeehaustermin für den nächsten Tag. Sie schloss mit einem unangenehmen Gefühl die Tür und horchte lang, ob der Besucher tatsächlich fortgegangen war. Instinktiv hatte sie sich wie bei einem StB-Mitarbeiter, dem gefürchteten Personal der Staatssicherheit, verhalten. Es war ein Grundsatz, sie möglichst nicht in die eigene Wohnung zu lassen. Man wusste nie, ob sie einen heimlich verwanzen wollten. Man wusste nie, ob nicht in der Wohnung irgendwas herumlag, das einen doch verraten konnte. Man wusste nie, ob sie ihre Macht ausnutzend nicht auch übergriffig werden wollten. Katja erschrak bei dem Gedanken, dass sie dem Kirchen-Mann, der so tadellos gekleidet erschienen war, alle drei Gefahrenmomente zutraute.

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Lyrik

Sprung ins Blaue Sobresalto al vacío Lyrik Spanisch/Deutsch Übertragen von Wolfgang Ratz

N

icht viele Dichter verfügen über die visionäre Bravour und Tiefgründigkeit, den Farb- und Formenreichtum, wie sie die kubanische Lyrikerin María Elena Blanco in Sobresalto al vacío entfaltet. Abseits der vielfältigen Tendenzen und Schulen von Lezamas Barock bis zu Nicanor Parras Antipoesie, die während der letzten Jahrzehnte die spanischsprachige Dichtung geprägt haben – Richtungen und Schulen, die María Elena Blanco ironisch als „Jenseitskanon“ bezeichnet –, erfindet sie diese gleichzeitig neu in Textanordnungen, wo die Echos, inneren Resonanzen, Kontrapunkte eine Virtuosität erreichen, die ans Meisterliche grenzt, ohne je in die Falle der Abstraktion zu tappen. Im Gegenteil, es handelt sich um eine Poesie, die randvoll ist mit den Fakten der Wirklichkeit, dem Blut der Dinge und Geschehnisse. Die Lyrik María Elena Blancos bewegt sich auf verschiedenen physischen und geistigen Schauplätzen, wo sich die Sehnsucht, die Geschichte, die Kultur, die Sprachen verflechten und ihre Grenzen verwischen. Das in sieben Teile gegliederte Werk ist eine bewegende Elegie an verlorene Orte und Menschen, Begegnungen mit Personen und Regionen, die der Geschichte oder dem Vergessen anheimfielen: Städte, Grabstätten, Havanna, Österreich, die erotischen Tempel von Khajuraho in Indien, die Brände Valparaísos. Sie alle erscheinen kraft der Sprache, als würden sie von Neuem geboren, strahlend und den Worten verbunden, die sie beschwören … Sobresalto al vacío ist das essenzielle Buch einer essenziellen Autorin, eine Lektion in Dichtung und Menschlichkeit. Raúl Zurita

ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-204-4 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Juni

© Foto: Alois Reisenbichler

© Foto: Privat

MARÍA ELENA BLANCO (Havanna, Kuba, 1947). Dichterin, Essayistin, literarische Übersetzerin. Grundschule und Gymnasium in Havanna. Romanistikstudium in New York und Paris. Von 1983 bis 2007 Übersetzerin der Vereinten Nationen, seither Freelancerin. Lebt in Wien, mit regelmäßigen Aufenthalten in Chile und Spanien. Zahlreiche Lyrikbände. Zuletzt: Escrito en lenguas (Santiago de Chile, 2015); Devoraciones. Ensayos de período especial (Leiden, 2015). Zuletzt bei Wieser: Wilde Lohe (Klagenfurt/Celovec, 2007, Übersetzung). Übersetzte u. a. Marie-Thérèse Kerschbaumer, Gerhard Kofler, Heidi Pataki ins Spanische.

14 | Herbst ’16

Wolfgang Ratz geboren in Bilbao, Spanien 1959. Lebt und arbeitet in Wien und Cali (Kolumbien). 1977–1980 Studium der Malerei und Grafik bei Prof. Unger (Hochschule für angewandte Kunst). Autor, Liedermacher und literarischer Übersetzer. Mitbegründer von „Lateinamerikanische Autor/inn/en in Österreich ALA“. Mitglied von ÖSV (Österr. Schriftstellerverband), GAV und Podium.


Prosa

Chaos und Anfang Ein Poem

I

Marie-Thérèse Kerschbaumer 1936 nahe Paris geboren; Studium der romanischen und deutschen Philologie in Wien (Dr. phil. 1973); seit 1971 freie Schriftstellerin und Übersetzerin; lebt in Wien. Werke (Auswahl): Der Schwimmer (1976), Der weibliche Name des Widerstands. Sieben Berichte (1980), Schwestern (1982), Für mich hat Lesen etwas mit Fließen zu tun (1987), Versuchung (1990), Bilder immermehr (1997), Die Fremde (1992), Ausfahrt (1994), Fern (2000), Neun Canti auf die irdische Liebe (1989), Orfeo. Bilder Träume (2003), Neun Elegien/Nueve elegías (2004), Wasser und Wind (2006); Calypso. Über Welt, Kunst, Literatur (2005); Gespräche in Tuskulum. Ein Fragment. Viertes Buch (2009); 13-bändige Werksausgabe mit einem Essay von Hans Höller (2007); zuletzt erschienen: Freunde des Orpheus (2011); Res publica – Über die öffentliche Rede in der Republik (2014).

© Foto: Jo Pesendorfer

ca. 80 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-205-1 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende September

n dem Poem „Chaos und Anfang“ finden die Erkenntnisse der Weltraumphysik und die Erinnerung an mythische Dichtung ihren sprachlichen Ausdruck. In einer Zusammenschau zwischen lyrischer Prosa und Naturwissenschaft, zwischen Mythos und Gegenwart, versucht Marie-Thérèse Kerschbaumer eine metonymische Darstellung für das, was die Menschheit im Begriffe steht, mit den neuesten Mitteln zu erforschen. Forschen und Irren. Natur, die sich sucht und sich denkt. Der Blick in die Ferne, Punkt und Abstand, Zeit und Raum, und das Wunder der Geometrie. Die Erde wurde umfahren mit Papyrus und Holz, mit Segel und Sextant, mit Steuerrad und Quadrant. Als die christlichen Seefahrer nach Westen aufbrachen, um den Kapstürmen zu entkommen, und weil sie von Galilei wußten, daß die Erde rund ist, waren sie nicht die ersten auf diesem Kurs. Aber sie folgten noch einmal dem antiken Geheiß des Odysseus, den gefährlichen Weg durch die Säulen des Herkules, vorbei an Ceuta und Cadiz, durch die Straße von Gibraltar zu nehmen: Das war der Beginn der Neuzeit, und der Weckruf des Mythos ist seither nicht verstummt. Fernrohr und Mathematik. Objekt und Okular. Unbegrenzt der Raum und die Reise durch die Kuppel der Schädeldecke – und in ferner Zukunft – der Pioniere der Menschheit von Galaxie zu Galaxie.

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Prosa

Szábo bleibt stehen Roman

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zábo versucht den Schmerz über den Tod seiner Ehefrau A. zu überwinden. Er kann die Erinnerung an sie fast nicht ertragen, lebt aber doch in stetiger Angst, diese Erinnerungen an das gemeinsame Leben könnten verblassen. Ist er dann ein Verräter? Das Buch erzählt viel über A. und über die Beziehung zwischen den beiden Liebenden. Und er weiß: Der Preis für eine große Liebe ist der Schmerz. Es tut unendlich weh, dass nichts mehr so ist, wie es war. Aber es ist gut, dass es war.

ca. 144 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-195-5 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende September

© Foto: Übersetzerin

© Foto: Autor

Otto Horváth geboren 1967 in Novi Sad (Vojvodina), studierte in Novi Sad, Erlangen und Berlin. Er schreibt und übersetzt Poesie aus dem Ungarischen, Deutschen und Italienischen ins Serbische. Veröffentlichungen auf Deutsch: Kanada. Gedichte (1999), Die neuen Mieter. Fremde Blicke auf ein vertrautes Land, Hrsg. I. Mickiewicz (2004). Ulaznica/ Eintrittskarte. Serbien: Panorama der Lyrik des 21. Jahrhunderts. Hrsg. D. Dedović (2011). Er lebt und arbeitet in Florenz. Dies ist sein erster, in Serbien bereits mehrfach preisgekrönter Roman.

16 | Herbst ’16

Elvira Veselinovic´ geboren 1971, promovierte Linguistin, lebt als freiberufliche Sprachdozentin und Übersetzerin in Berlin. Studium an den Universitäten Köln, Bonn und Galway, übersetzte unter anderem Miloš Crnjanski und Aleksandar Gatalica ins Deutsche.


Prosa

Hominide Erzählung

S

ca. 128 Seiten, wtb 026 EUR 9,95 · ISBN 978-3-99029-206-8 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Juni

eine Geschichte erzählt Pitar, ein Australopithecus afarensis, der mit seiner Sippe vor Millionen von Jahren am Rand des zentralafrikanischen Regenwaldes in der Nähe der Savanne lebt. Des stets gleichen Alltags überdrüssig, versucht Pitar, aus dem Dunkel der Vorgeschichte emporzusteigen und die Seinen dabei mitzureißen. Es geht um nicht weniger, als den Sinn des Daseins zu begreifen und die Zivilisation zu entdecken. Dass Pitar das Wissen der zukünftigen Menschen vorausahnt und mit rhetorischem Geschick von Dingen spricht, die lediglich den heute Lebenden selbstverständlich sind, macht das Buch mit Augenzwinkern zu einem Spiegel unserer Gesellschaft. Anspielungen an historische Ereignisse, Hommagen an literarische Werke, satirische Betrachtungen und nicht zuletzt der lateinische Sprüche klopfende Kompagnon Carpediem gestalten in sieben Kapiteln eine ganz besondere Schöpfungsgeschichte. Eingebettet in die Veränderungen, denen die Hominidensippe unterliegt, wächst Pitars Liebe zu Maluma und reift im selben Grad, in dem die Frühmenschen zu neuen Ufern aufbrechen. Der siebente Tag jedoch, an dem alle zur Ruhe kommen, mündet in ein Finale, das die beiden Liebenden aus ihrem Paradies vertreibt und ihr Glück im Unbekannten suchen lässt.

Klaus Ebner geboren 1964 in Wien, lebt heute in Schwechat. Er studierte Germanistik und romanische Philologie, schreibt erzählende Prosa und Essays sowie Lyrik in Deutsch und Katalanisch. Wiener Werkstattpreis 2007. Premi de Poesia Parc Taulí 2014 (Lyrikpreis). www.klausebner.eu Zuletzt bei Wieser: Andorranische Impressionen, Essay, Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2011

© Foto: Karl Grabherr

Allen Ernstes hielt sie mir die aufgebrochene Eischale mit beiden Händen unter die Nase, bis an den Rand gefüllt mit dem schleimigen Straußeneiklar, das zu schlürfen zwar in manchen Situationen, wie etwa auf einem mehrtägigen Streifzug durch die Savanne, durchaus angebracht war, aber jetzt und hier, wo wir einander in trauter Zweisamkeit gegenübersaßen, wie ein Faustschlag aus der Tiefe der menschlichen Vorgeschichte wirkte. Natürlich blieb ich höflich und tat, als freute ich mich über ihre freundlich gemeinte Geste, tippte die Schale – eine Idee zu stark – mit den Fingern an, sagte erschrocken „ups!“ und bemühte mich, dem sich zur Seite neigenden, aus ihrem Griff rutschenden und schnurstracks zu Boden sausenden Ei in ehrlicher Betroffenheit nachzustarren. Maluma seufzte verärgert, schüttelte den Kopf und rief: „Wenn du weniger Geschichten erzähltest, wärst du wohl nicht so ungeschickt!“

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Prosa

Nach Chicago und zurück Reisenotizen

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rstmals in deutscher Sprache und als „Reisenotizen“ getarnt, ist „Nach Chicago und zurück“ ein frühes „Roadmovie“, das den Leser mitnimmt auf eine rasante Fahrt von Paris (eigentlich von Sofia aus, doch das ist eine „derart freudlose Geschichte …“) über den Atlantik, nach New York, weiter zu den Niagarafällen und schließlich zur Weltausstellung 1893 nach Chicago. „Altes Europa“ (im wahrsten Sinne des Wortes, denn Bulgarien befindet sich nach der Unabhängigkeit an einem Neuanfang) trifft auf „Neue Welt“, die vom Autor aufmerksam beobachtet, kritisch hinterfragt und erfrischend aktuell beschrieben wird. „Nach Chicago und zurück“ ist das Buch, welches nachweislich Generationen von Bulgaren bei ihrer Reise über den großen Teich begleitet hat, und wegen dem heute mehr als 100.000 Bulgaren in Chicago leben sollen. Sicher ist, dass der Autor dort auf den Prototypen für „Ganju Balkanski“ stieß, den Hauptcharakter seines bekanntesten Werkes „Bai Ganju, der Rosenölhändler“, das im Herbst 2017 im Verlag erscheint.

ca. 128 Seiten, wtb 027 EUR 9,95 · ISBN 978-3-99029-207-5 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Juli

© Foto: Autorin

Aleko Konstantinow geboren 13. Januar 1863 in Swischtow an der Donau, Jurist, Übersetzer, Autor, Satiriker, politischer Aktivist, Weltreisender, Mitbegründer des bulgarischen Wandervereins, schuf mit „Bai Ganju“ eine der populärsten Figuren der bulgarischen Literatur, nach ihm sind ein Gipfel im Rila-Gebirge, eine Berghütte im Witoscha-Gebirge und ein Felsenkap in der Antarktis benannt; ermordet am 23. Mai 1897 in Radilowo bei Pasardschick.

18 | Herbst ’16

Ines Sebesta wurde in den 1960ern in Berlin geboren. Nach ihrem fünfjährigen Studium in Bulgarien fertigte sie 1990 ihre ersten literarischen Übersetzungen an. Seit 2002 ist sie freiberuflich als Übersetzerin für Bulgarisch und Slowakisch tätig. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören Georgi Danailov, Georgi Markov, Daniela Kapitáňová und Pavol Rankov. I. Sebesta ist Autorin von drei Büchern, darunter Nackte Unterhaltung – Saunageschichten und Lust auf Schnee – Skigeschichten (beide Wieser Verlag), sie hat zwei Töchter und lebt am Rand von Berlin.

© Foto: wikimedia commons

Auch ich begab mich zu einem der Beamten. Er fragte mich nach meinem Namen. Als er den mit „ow“ endenden Familiennamen hörte brabbelte er: „Sie sind Russe?“ „Nein, ich bin Bulgare.“ „?!“ „Bulgare bin ich, aus Bulgarien.“ „??!!“ „Bul-gé-rian!“, rufe ich noch nachdrücklicher, denn die Unaufmerksamkeit dieses Amerikaners begann mich zu ärgern. Ist er denn taub? „Bulgérian!“ „Ungarn“, verbessert er mich. „Von welchem Ungarn schwätzt du! Bulgarien auf der Balkanhalbinsel.“ Ich wurde wütend, doch gleichzeitig amüsierte es mich zu beobachten, wie er sein Gehirn anstrengte – wo mag dieses Zarenreich bloß liegen! Unsere Zeitungen zitieren täglich derart fabelhafte Berichte der internationalen Presse über den Fortschritt unseres Vaterlands und dieser Ungebildete hatte noch nicht einmal den Namen „Bulgarien“ gehört …


Lyrik

Jäger und Reh Lovac i srna Gedichte Drago Štambuk ist ein wahrer Dichter. Raymond Carver Der Dualismus in Štambuks Poesie, das Stoffliche und das Mythische in ihr, spiegelt sich in der Fähigkeit, sich partikulär und universell zugleich auszudrücken. Es ist wirkliche Poesie, im Einklang mit der eigenen Wahrheit, und hoch darüber. Kathy O’Shaughnessy Diese Dichtung besitzt eine Kraft, die ihr großes Arsenal an Stärke ganz unangestrengt offenbart. Eine wirklich bewundernswerte Schöpfung. Tess Gallagher

ca. 128 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-208-2 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende September

Srce moje tvoj je vječni dom i čempresi koji u njemu rastu tebe slave i onda kada te zaboravim

Drago Štambuk Mindestens drei berufliche und emotionale Existenzen vereint der 1950 in Selca auf der Adriainsel Brač gebo­rene Drago Štambuk in sich: die eines Arztes und Wissenschaftlers, der nach dem Medizinstudium in Zagreb als Spezialist für Lebererkrankungen über ein Jahrzehnt an einer Londoner Klinik forschte, bevor er in den diplomatischen Dienst seines Heimatlandes eintrat und die Republik Kroatien in Großbritannien, Indien und Sri Lanka, in Ägypten und einer größeren Anzahl arabischer Länder, Japan und Südkorea und zuletzt in Brasilien als Botschafter vertrat. Als Lyriker schließlich, dessen Gedichte in alle Weltsprachen – und erstmals in einer Auswahl auch ins Deutsche – übertragen wurden, besticht er durch die Intensität seiner Wahrnehmung und seine Gestaltungskraft. Ein ruheloser Weltenwanderer, kehrt er allsommerlich auf seine Heimatinsel Brač zurück, um dort mit Freunden ein Fest der Lyrik zu feiern.

Klaus Detlef Olof geboren 1939 in Oebisfelde, Kindheit und Jugend in Lübeck und Hildesheim, Studium der Slawistik in Hamburg und Sarajevo. Bis 2005 Lehrtätigkeit an den Universitäten Klagenfurt, Graz und Wien. Lebt und arbeitet in Zagreb und Pula. Zahlreiche Übersetzungen aus den südslawischen Literaturen.

© Foto: Privat

© Foto: Autor

Mein Herz ist dein ewiges Zuhause und die Zypressen, die in ihm wachsen, preisen dich auch dann, wenn ich dich vergesse.

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Lyrik

Zwiegespräch mit Prešeren Pesmi/Gedichte Klaus Detlef Olof im Zwiegespräch mit France Prešeren

Ein Zwiegespräch zwischen Dichter und Übersetzer über fast zwei Jahrhunderte hinweg zu Fragen von Bild und Form, Treue und Freiheit. Zu Recht rühmt sich Slowenien seiner Dichter, es liebt sie und setzt ihnen, wenn sie es nicht schon selbst in ihren Versen getan haben, Denkmäler aus Stein und Erz. France Prešeren, dem bäuerlichen Milieu Oberkrains entstammend, der in das Zentrum seiner damaligen Welt hinauszog, in die Kaiserstadt Wien, wo er mit ersten freisinnigen Gedanken bekannt wurde, die in der Monarchie Metternich’schen Gepräges kaum Luft zum Atmen fanden – France Prešeren hätte auch ein deutscher Dichter aus den südlichen Provinzen werden können, er wurde aber der romantische Klassiker der slowenischen Literatur. Ihm gelang es, seine bis dahin noch sperrige Muttersprache dem Ausdrucks- und Formenreichtum der europäischen Lyrik von der römischen Antike über die spanische und italienische Renaissance bis hin zur nordischen Balladenwelt und zu orientalischen Sangesformen in eigenen Schöpfungen gefügig zu machen. Wenn er sein persönliches Liebesdrama in dem Gedicht „Wohin?“ sublimiert, erinnert er an Petrarca, mit dem Lied „Dem Sänger“ scheint er dem Vokalspiel „Diu welt was gelf, rôt unde blâ“ des Minnesängers Walther von der Vogelweide Tribut zu zahlen. Aus Fragen und impliziten Antworten entsteht ein poetologischer Diskurs zum Werk des romantischen Genies und seiner Rezeption als Nationaldichter der Slowenen. Der Leser wirft zugleich einen Blick in die Werkstatt des Übersetzers.

ca. 144 Seiten, Großformat, gebunden, Lesebändchen EUR 25,00 · ISBN 978-3-99029-209-9 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Ende Oktober

Sem dolgo upal in se bal, slovó sem upu, strahu dal; srcé je prazno, srečno ni, nazaj si up in strah želi. Hab lang gehofft und bang verzagt, hab Hoffnung, Furcht Lebwohl gesagt; das Herz ist leer, es kennt kein Glück, wünscht Hoffnung sich und Furcht zurück.

© Foto: Privat

20 | Herbst ’16

Klaus Detlef Olof geboren 1939 in Oebisfelde, Kindheit und Jugend in Lübeck und Hildesheim, Studium der Slawistik in Hamburg und Sarajevo. Bis 2005 Lehrtätigkeit an den Universitäten Klagenfurt, Graz und Wien. Lebt und arbeitet in Zagreb und Pula. Zahlreiche Übersetzungen aus den südslawischen Literaturen. Für die Übersetzung des Prešeren’schen Sonettenkranzes erhielt er 1991 den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer.

© Foto: Wikimedia Commons

France Prešeren geboren 3. 12. 1800 im Dörfchen Vrba in Oberkrain, gestorben 8. 2. 1849 in Kranj


Lyrik

Smeji se naj vesolje

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ca. 80 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 14,80 · ISBN 978-3-99029-197-9 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Mitte Mai

isana Promlad Volbankove ustanove v Celovcu je med mladimi literarnimi ustvarjalci na Koroškem najbolj priljubljen in odmeven literarni natečaj, ki je leta 2015 praznoval petletnico svojega delovanja. Ob tem jubileju je Volbankova ustanova skupaj z založbo Wieser ter z obema osrednjima kulturnima organizacijama, Slovensko prosvetno zvezo in Krščansko kulturo zvezo, razpisala posebno nagrado za knjižni prvenec. Po oceni strokovne žirije si jo je s svojimi družbenokritičnimi, aktualnimi in iskanjskimi pesmimi prislužil Aljaž Pestotnik. Aljaž Pestotnik na Koroškem kljub mladosti ni novo literarno ime. Je večkratni nagrajenec preteklih literarnih natečajih Pisane Promladi, aktivno sodeluje v Društvu slovenskih pisateljev v Avstriji ter redno objavlja v literarni reviji Rastje. Aljaž Pestotnik si je za pero pravzaprav upal prijeti šele, ko je zapustil Slovenijo, da bi na Koroškem nadaljeval svoje šolanje. Odnosi med ljudmi, iskanje samega sebe v kaotičnem svetu, ki razbija vrednote, strah in upor, psihološki selfiji in moderni spletni zmenki, vse to ga kot mladega in še zorečega pesnika najbolj zaposluje.

Zum fünfjährigen Jubiläum der Tätigkeit von „Pisana Promlad“ der Volbankstiftung in Klagenfurt erscheint ein weiteres Erstlingswerk in der Edition „Popki literature / Knospen der Literatur“ unter dem Titel „Smeji se naj vesolje“ (Lache nur, Universum). Der Autor des prämiierten Werkes Aljaž Pestotnik (*1994 in Jesenice), begibt sich auf die Suche nach sich selbst, findet sich im World Wide Web und bei Selfies wieder und trifft in einer chaotischen Beziehungswelt auf die Härten von Angst und Widerstand.

Aljaž Pestotnik rojen leta 1994 na Jesenicah v Sloveniji. Srednjo šolo je obiskoval v Šentpetru pri Šentjakobu v Rožu, kjer je na Višji šoli za gospodarske poklice dal tudi pobudo za ustanovitev Literarne kavarne. Je večkratni zmagovalec literarnega natečaja Promladi Volbankove ustanove. Zdaj na univerzi v Gradcu študira pedagoško smer slovenščine in angleščine.

© Foto: Privat

Smeji se naj vesolje, smeji naši pohoti in pohlepu, ker v vsej neskončnosti njegovi tega ni. Smeji se naši zemlji, ki dovolj za vse rodi, in smeji se, ker vsak kosa ne dobi.

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Brauner – Werkausgabe

Ernst Brauner – Werkausgabe

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it dem Band 12 unter dem Titel „Ich“ und alles schließt der Wieser Verlag die Werkausgabe von Ernst Brauner vorläufig ab. Ernst Brauner selbst schreibt: „In einem langen Leben wie dem meinen wird viel geschrieben. Als Allerletztes (vorläufig Letztes?) schrieb ich eine Zusammenfassung, die mein Verleger von mir haben wollte: Wie es kam, dass ich Bücher schrieb. Was das sein soll? Eine Einleitung? Ein Nachwort? Ein Perpetuum mobile? Jedenfalls steht das im letzten Band dieser Werkausgabe. Und konsequenterweise gleich anschließend die Gedichte, mit denen alles begann. Am Ende jedoch, auf den letzten Seiten dieses Bandes findet man, was ich nicht für einen Verlag, nicht fürs Theater, nicht fürs Fernsehen … nicht für irgendwelche Leser, Zuseher, Zuhörer geschrieben habe, sondern über mehrere Jahre hinweg eigentlich nur für mich selbst: eine Bestandsaufnahme meines Denkens, Zweifelns, Hoffens. Eine Begriffsdichtung als Versuch einer Standortbestimmung: „Ich“ und alles

Ernst Brauner geboren 1928 in Wien; Studium der Philosophie, Germanistik, Theater­ wissenschaften; als Chef­ redakteur und Verlagsleiter in der Medienbranche tätig. Zuletzt bei Wieser: Struldbrugs. Eine Chronik aus den ersten Jahrzehnten des dritten Jahrtausends (2008); Die wundersame Päpstin. Ein Schelmen­roman (2009); Jenseits von Sodom (2010); Die Mühlfelds (2011); O Böhmerwald! (2012); Srinagar (2013); Parallelwelten (2014); Befreiung (2015); Die Schalen des Zorns, Werkausgabe Band 1 (2015); Der Bund, Werkausgabe Band 2 (2015); Theater Werkausgabe Band 11 (2016). 22 | Herbst ’16

Beatrix und Ernst Brauner

Foto: Mayü Belba


Brauner – Werkausgabe

Die Ernst-Brauner-Werkausgabe ist abgeschlossen. Alle Bände in der Box: EUR 99,00. Die bisher erschienenen Einzelbände sind auch weiterhin lieferbar. Band 1–11: EUR 21,00, Band 12: EUR 15,00.

Ernst Brauner – Werkausgabe Ernst Brauner – Werkausgabe

Band 1 Die Schalen des Zorns Roman ISBN 978-3-99029-134-4 ◆ Band 2 Der Bund Roman ISBN 978-3-99029-145-0 ◆ Band 3 Jenseits von Sodom Roman ISBN 978-3-99029-148-1 ◆ Band 4 Die wundersame Päpstin Roman ISBN 978-3-99029-147-4 ◆ Band 5 Die Mühlfelds Der wahre Roman meiner Familie ISBN 978-3-99029-149-2 ◆ Band 6 O Böhmerwald! Eine Familiensaga in drei mal zwölf Gesängen ISBN 978-3-99029-150-4 ◆ Band 7 Struldbrugs Roman ISBN 978-3-99029-146-7 ◆ Band 8 Parallelwelten Nur ein Roman ISBN 978-3-99029-152-8 ◆ Band 9 Srinagar und andere Nacherzählungen ISBN 978-3-99029-151-1 ◆ Band 10 Befreiung Vier Erzählungen ISBN 978-3-99029-153-5 ◆ Band 11 Theater ISBN 978-3-99029-154-2 E-Book ISBN ◆ Band 12 „Ich“ und alles Versuch einer Standortbestimmung, 104 Seiten ISBN 978-3-99029-196-2 ◆ Werkausgabe Box Band 1–12 zusammen 3404 Seiten ISBN 978-3-99029-210-5 Erscheinungstermin: Anfang September | 23


Franz Viktor Spechtler ist Übersetzer und Herausgeber von Literatur aus dem Mittelhochdeutschen

Ulrich von Liechtenstein

Frauendienst ISBN 3-85129-309-6

Neidhardt von Reuental

Neidhardt, der freche Dichter aus Österreich

© Foto: wikimedia commons

ISBN 978-3-99029-055-2

Oswald von Wolkenstein

Sämtliche Gedichte ISBN 978-3-85129-670-9

Spechtler/Maier (hg.)

Tkadleček

Der Mönch von Salzburg

Walther von der Vogelweide

Der Ackermann von Prag

Sämtliche Lieder

Sämtliche Gedichte

ISBN 3-85129-266-9

ISBN 978-3-85129-581-8

ISBN 978-3-85129-424-6

ISBN 3-85129-266-9

Ich – Ulrich von Liechtenstein

24 | Herbst ’16


Parzival

ca. 850 Seiten, 3-Fach-Band, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck Ins Neuhochdeutsche übertragen von Franz Viktor Spechtler EUR 44,85 · ISBN 978-3-99029-082-8 Erscheinungstermin: Ende August Umschlagbild: Wolfram von Eschenbach in der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse, Cod. Pal. germ. 848) Zürich, ca. 1300 bis ca. 1340.

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as für ein Werk! 800 Jahre alt und aktueller denn je! Peter Handke meinte einmal in einem Gespräch, dass Parzival wohl der wichtigste Roman der Weltliteratur sei und er sich freuen würde, wenn er für den heutigen Gebrauch neu übersetzt vorliegen würde.

Der Salzburger Professor für ältere deutsche Sprache und Literatur und Spezialist für mittelhochdeutsche Dichtung Österreichs, Franz Viktor Spechtler, hat sich dieser Aufgabe gestellt und legt nun mit der rhythmischen Neuübersetzung des Parzival ein Werk vor, das aufregender nicht sein könnte. Wolfram von Eschenbachs Epos behandelt nicht mehr und nicht weniger als die fundamentalen Fragen der Menschheit – Schuld, Sühne und Vergebung, Mitleid und Heil, Liebe, Ehre, Treue und Stolz. Auch der Verlust des Glaubens an Gott ist ein Thema ebenso wie erstmals das Verhältnis von Orient und Okzident, und natürlich die höfischen ritterlichen Tugenden … Ein Werk, das wie moderne Romane in viele Handlungsstränge aufgeteilt ist, die Geschichte von Parzivals Vater Gahmuret (der mit zwei Frauen zwei Söhne zeugt, aber beide Frauen verlässt) und seiner Mutter Herzeloyde, die Parzival von allem Unbill der Welt fernhalten will, ihn in der Einsamkeit zum „reinen Toren“ erzieht und doch nicht verhindern kann, dass sich der schöne Parzival auf den Weg zum Artushof macht. In seiner Unwissenheit begeht Parzival auf seinem Weg zum Artushof eine Reihe von Verbrechen … Nachdem ihn Gurnemanz in kurzer Zeit zum perfekten Ritter ausgebildet hat, reitet Parzival in die weite Welt und kommt nach vielen Abenteuern zur Burg des Anfortas, wo er zum ersten Mal den Gral sieht. Und den Fehler seines Lebens begeht … Ein Buch, das zu Recht zum Kanon der Weltliteratur gehört. Und das sich immer wieder mit Vergnügen zu lesen lohnt.

Franz Viktor Spechtler ist Professor für ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Salzburg und Spezialist für mittelhochdeutsche Dichtung Österreichs. Er habilitierte mit einer Arbeit zu Ulrich von Liechtenstein und transkribierte dessen Dichtungen Frauendienst und Frauenbuch. Spechtler ist Verfasser zahlreicher Monografien und Aufsätze zu verschiedenen mediävistischen Themen. Bei Wieser erschienen: Ulrich von Liechtenstein (2000), Walther von der Vogelweide (2003), Mönch von Salzburg (2004); Oswald von Wolkenstein (2007), Neidhard, der freche Dichter aus Österreich (2013). Weiters gemeinsam mit Barbara Maier: Ich – Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter (1999).

„Peter Handke meinte einmal in einem Gespräch, dass Parzival wohl der wichtigste Roman der Weltliteratur sei und er sich freuen würde, wenn er für den heutigen Gebrauch neu übersetzt vorliegen würde.“

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Eu ropa Erlesen

248 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-083-5 Erscheinungstermin: Ende Mai

456 Seiten, DB, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 29,90 · ISBN 978-3-99029-137-5 Erscheinungstermin: Ende Mai

ca. 350 Seiten, DB, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 29,90 · ISBN 978-3-99029-138-2 Erscheinungstermin: Ende Juni

ca. 280 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-168-9 Erscheinungstermin: Ende Juni

ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-186-3 Erscheinungstermin: Ende Juni

ca. 270 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-187-0 Erscheinungstermin: Ende August

26 | Herbst ’16


Eu ropa Erlesen Hall / Tirol

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ahlreiche heimische und durchreisende Autorinnen und Autoren verschiedener Epochen ließen sich auf die Stadt ein, zeichneten Stimmungsbilder, erzählen vom Leben zwischen historischen Mauern, von Sehenswürdigkeiten und Ausflügen in das Umland von Hall. Auszüge aus ihren Lyrik- und Prosawerken, Passagen aus älteren und neuen Reisebeschreibungen, Briefen und Tagebüchern und eine kleine Auswahl traditioneller Erzählungen sollen hier zusammengestellt werden und zur Zeitreise durch die Stadt und ihre Umgebung laden. Zitate aus Reiseführern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbinden die Texte und dienen als Leitfaden für jene, die sich mit diesem Band in der Hand selbst auf literarische Spurensuche begeben möchten.

ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-211-2 Erscheinungstermin: Ende Juni

Andrea Zink (Hg.): Studium der slawischen Philologie, Philosophie, der ost- und südosteuropäischen Geschichte in München, Berlin und Leningrad; Promotion mit einer Arbeit über Andrej Belyj, Habilitation mit einer Arbeit über den russischen Realismus in Basel; Publikationen zur bosnisch-kroatischen-Literatur des 20. Jahrhunderts, insbesondere zu Ivo Andrić; seit 2011 Professorin für slawische Literatur- und Kulturwissenschaft in Innsbruck.

Riga

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ie alte Hansestadt Riga, heute Hauptstadt Lettlands, an der Mündung der Daugava in die Ostsee gelegen, blickt auf eine über 800-jährige Geschichte zurück. Beim näheren Hinsehen verbirgt sich hier Lesestoff aus vielen Perspektiven, die sich heutigen Besuchern nicht immer sofort erschließen. Verschiedene Völker, Händler, Geistesrichtungen und Einflusssphären waren hier anzutreffen, bis vor 100 Jahren war Riga vorwiegend deutsch geprägt. Die Texte erzählen vom Wachsen und Werden der Stadt, reichen von Kindheitserinnerungen über Alltagserfahrungen bis zu wichtigen historischen Begebenheiten. Mit Beiträgen u. a. von: Johann Gotthelf Lindner, Heinz-Jürgen Zierke, Basilius Plinius, Edzard Schaper, Herbert Kraft, Joseph Anton Christ, Elina Garanča, Johann Georg Kohl, Werner Bergengruen, Guido Heinrich Eckardt, Alberts Bels, Sergej Eisenstein, Bernhard Lamey, Käthe Köster, Aleksandrs Čaks, Vizma Belševica, Gidon Kremer, Māra Zālīte.

ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-212-9 Erscheinungstermin: Ende September

Albert Caspari (Hg.): geboren 1956 im Sauerland, Dipl.-Grafiker, Journalist und Ökologe. Tätig im Nationalpark Wattenmeer, seit 1990 häufig unterwegs in Estland, Lettland und Litauen, als Berater für Umwelt- und Kulturprojekte, Tourismus. Veröffentlichungen: Handbuch BaltikumKontakte, Zeitschrift Infoblatt Baltische Staaten, Estland, Lettland, Litauen – grenzenlos, Mythos Baltikum – die baltischen Staaten vor dem Beitritt zur Europäischen Union, Sympathiemagazin Baltische Staaten, Redaktion Baltische Stunde; Fotoprojekt Riga 1990 bis heute. | 27


Postscriptum oder Der exquisite Kadaver

© Foto: Wieser Archiv

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Alexander Widner Geboren 1940. Verschiedene Orte, Berufe, Ansichten, Vorstellungen, Vermutungen, Behauptungen, Irrtümer. Lebt in Klagenfurt.

ahrheit, die arrogante Form der Wahrscheinlichkeit, ist immer außerhalb. Außerhalb unserer Arme, außerhalb unseres Gesichts. Wie es einer Bestie zukommt. Würden wir uns ihr nähern wollen, fiele unser Leben aus dem Regelwerk. Muten wir uns nichts zu. Keine Erwartungen. Keine Hoffnungen. Es bleibt uns, in einer Unzahl von komischen Gewandungen, die Wahrscheinlichkeit. Und als einzige uns erreichende Wahrheit: Leben heißt, sich aus Unsicherheit, Angst, Ratlosigkeit, Überdruss oder Geldnot in alle Hosen scheißen. Das soll zu Anfang gesagt sein.

Etliche Veröffentlichungen, zuletzt: Tag und Nacht und Tag, Am Abgrund der Bücher, NY 11235, Kreitzberg, Graves­end, Ashburns Knöpfe.

ca. 128 Seiten, wtb 028 EUR 9,95 · ISBN 978-3-99029-216-7 Erscheinungstermin: Ende September

„Es hat schon Sinn, sich das von der anderen Seite anzuschauen“ Michael Kerbler im Gespräch mit Erhard Juritsch Univ.-Prof. Mag. Dr. Erhard Juritsch 1957 in Hergiswil (CH) geboren. Von 1997 bis 2012 war er Vorstand des KWF und Geschäftsführer der KSG Kärntner Sanierungs GmbH. Von 2004 bis 2015 Geschäftsführer des Lakeside Science & Technology Parks Klagenfurt. Seit 2011 Universitätsprofessor an der Karl-Franzens-Universität Graz am Zentrum für Entrepreneurship und angewandte BWL. Seit 2014 wieder Vorstand des KWF. Michael Kerbler Michael Kerbler, 1976–2014 beim ORF, in verschiedenen verantwortlichen Positionen. 2003 bis zu seinem Ausscheiden Leitung der Ö1-Sendereihe „Im Gespräch“.

28 | Herbst ’16

Warum nur einige wenige Systeme zur Herrschaft gelangten? Weil wir so zäh festhalten an Gewohnheiten, aus Furcht vor einem Denken ohne Verbotstafeln und Gebotstafeln, aus Furcht vor der Freiheit. Ingeborg Bachmann Manager sind geneigt, Vorgänge, die nicht so ablaufen, wie sie es gerne hätten, zu ignorieren. Betriebsblindheit wird nur als oberflächlich selbstkritisches Schlagwort angewandt. Meistens sind die Bedingungen für abweichende Fragestellungen gar nicht gegeben. Doch Offenheit lässt sich nicht dekretieren, sie muss organisiert sein. Der Alltag verstellt den Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten, und so muss ein Manager die Courage haben, Selbstdistanz zu üben – eine seiner wesentlichsten Aufgaben. Vgl. Erhard Juritsch, Internationalisie­ rungs­entscheidungen von kleinen und mittleren Unternehmen, Bedingungen und Möglichkeiten internationaler Unternehmensent­ wicklung, Springer, Wien / New York 2011, ISBN 978-3-7091-0241-1.

54 Seiten, englische Broschur, inkl. DVD EUR 19,90 · ISBN 978-3-99029-170-2 bereits erschienen


GruŠa Werkausgabe Band 6

Dr. Kokeš – Meister der Jungfrau Werkausgabe Band 6 – Prosa IV

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ca. 400 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-213-6 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Anfang September

ieser Ende der Siebzigerjahre entstandene Roman ist Jiří Grušas letztes großes Prosawerk. Es entstand unter den schwierigen Umständen, denen die nicht regimekonformen Schriftsteller zu dieser Zeit unterworfen waren. Ständige Hausdurchsuchungen erforderten immer neue Verstecke für das Manuskript, an ein kontinuierliches Arbeiten war nicht zu denken. So hat dieser Roman etwas Fragmentarisches, oft Sprunghaftes an sich. Gruša schildert hier durchaus mit biografischen Anlehnungen die Geschichte Böhmens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Zeit der Habsburger-Monarchie, das Leben in den Garnisonen, die Kuriositäten in den Vergnügungsstätten der Ersten Republik, die Schrecknisse zweier Weltkriege, den Irrsinn der Rassenideologie. Mit leisen Tönen wird die erste große Liebe beschrieben und immer ist alles verbunden mit der Vergänglichkeit, mit dem Tod, der im Tschechischen weiblich ist. Jiří Gruša hatte dieses Manuskript bei seiner Ausreise Ende 1980 zu einem Studienaufenthalt in den USA bei sich. Nach seiner Ausbürgerung im Sommer 1981 versuchte er den Text ins Deutsche übersetzen zu lassen. In seinen Augen erfolgreich, in den Augen seiner Verleger nicht. Es erschien nach langem Streiten eine Ausgabe unter dem Titel „Janinka“, die Jiří Gruša nie als seinen „Kokeš“ akzeptierte. Die deutschsprachige Leserschaft sieht daher mit Spannung der nunmehr werkgetreuen Übersetzung entgegen.

Die Werkausgabe soll im Jahr 2018 abgeschlossen werden.

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-140-5 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-165-8 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-183-2 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-091-0 Auch als E-Book erhältlich

Jirˇí Gruša geboren 1938 in Pardubice (Böhmen), gestorben 2011 in Bad Oeynhausen, Studium der Philosophie und Geschichte an der Prager Karls-Universität. Mitwirkender am Prager Frühling; Journalist, Lyriker, Prosaist, Essayist, Übersetzer, Arbeitsloser, Schriftsteller, Intellektueller, Dissident, Politiker, Botschafter und inniger Freund von Václav Havel. Präsident des Internationalen P.E.N.; von 2005 bis 2009 Direktor der Diplomatischen Akademie Wien; zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-092-7 Auch als E-Book erhältlich

© Foto: Wieser Archiv

Bisher sind erschienen: Band 1, Essays und Studien bis 1989 (Essays I); Band 3, Mimner oder Das Tier der Trauer (Prosa I); Band 4, Erzählungen (Prosa II); Band 5, Der 16. Fragebogen (Prosa III) und Band 9, Beneš als Österreicher (Essays III).

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Lettische Bibliothek Knuts Skujenieks

Samen im Schnee (Gedichte) Se¯kla Sniega¯ (Un a¯rpuskra¯juma dzejol‚i)

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nuts Skujenieks (1936) und Valdis Bisenieks (1928) sind zwei Gipfel, die gleich hoch in Lettlands Himmel der Poesie ragen. Sie beide sind sich in der Erkenntnis einig, dass Nachdichtung die höchste aller Künste ist. Skujenieks wurde zum Dichter im Straflager an der Wolga unter gleichgesinnten internationalen Geistesgrößen der Sowjetunion. Sein Element ist Vielsprachigkeit. Es gibt kaum eine europäische Sprache, aus der er etwas nicht nachgedichtet hätte. Durch seinen prägnanten Ausdruck und prophetischen Ton lässt er sich dem großen Rainis gleichsetzen. Valdis Bisenieks ist Sprachwissenschaftler von Beruf, habilitierter Doktor der Philologie und war in seinem Fach an der Universität Lettlands tätig. In der Presse wird er lettischer Dante und Goethe genannt. Er hat insbesondere Lorbeer mit Nachdichtung von Dantes Göttlicher Komödie, Goethes Faust, der Bhagavadgita, von Goethes und Rilkes Lyrik aus den Originalsprachen geerntet.

208 Seiten, englische Broschur EUR 14,95 · Wieser Verlag: ISBN 978-3-99029-173-3 Verlag „Jumava“: ISBN 978-9934-11-850-0 bereits erschienen

Individuum und Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Bindung und Freiheit

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30 | Herbst ’16

Mag.a Maria Dippelreiter Studium in Wien und Graz (Lehramt für Höhere Schulen: Pädagogik/Psychologie/Philosophie und Deutsch), in der universitären Erwachsenenbildung und in der Ausbildung für wissenschaftliche Bibliothekare tätig. Tätig im „Bildungsministerium“; derzeitiger Arbeitsschwerpunkt: Literacy/Leseförderung. Dr. Christian Prosl Diplomat i. R., zuletzt Botschafter in Berlin und Washington, Präsident der Österreichischen Kulturvereinigung.

© Foto: Privat

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er 20. Wiener Kulturkongress widmete sich dem spannenden Verhältnis von „Individuum und Gesellschaft“. Einerseits erzeugt der Einzelne Gesellschaft und es könnte eine solche ohne Individuen nicht entstehen, andererseits ist das Hineinwachsen des Individuums in gesellschaftliche Strukturen Thema der Auseinandersetzung. Moderne Gesellschaften sind wachsender Individualisierung unterworfen, solidaritätsstiftende Gemeinschaften schwinden, die Chance auf Selbstfindung und Reflexion wird mühsamer. Zunehmende Optionen bieten mehr an Freiheit und verlangen uns mehr an Eigenverantwortung ab. Der Frage, was Sozialisationsinstanzen (z. B. Familie und institutionelle Bildung) leisten können bzw. an Ansprüchen einlösen müss(t)en, spürten die Autorinnen und Autoren jeweils aus der Perspektive ihrer Fach- und Erfahrungsbereiche nach. Sie decken dabei eine große Bandbreite ab von der Bildungs-, Familien-, Jugend- und Generationsforschung über die Schul- und Berufspädagogik bis hin zur Psychologie und Philosophie.

ca. 250 Seiten EUR 25,00 · ISBN 978-3-99029-214-3 Erscheinungstermin: Ende Juni


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Rückblick Frühjahr 2016 eIn Balkan-krImI

… Der Krieg hat einen langen Arm. Die Zeit danach ist die der Abrechnung. Und die der Rache. Sie wirkt über Generationen bis zum nächsten Krieg und darüber hinaus. Ein Teufelskreis seit Menschengedenken. Die einen nennen es Politik, die anderen

Silvija Hinzmann (geb. 1956 in Čakovec, Kroatien) lebt seit ihrer Kindheit in Stuttgart und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin. Seit 2002 veröffentlichte sie neben einem Roman zahlreiche Kurzkrimis, publizierte als Herausgeberin mehrere Kurzkrimi-Anthologien und übersetzte Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, literarische Reiseführer und Romane kroatischer und serbischer Autoren bei verschiedenen Verlagen. Sie ist Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren und bei Mörderischen Schwestern und mehreren Berufsverbänden. Mehr unter: www.silvija-hinzmann.de

Silvija Hinzmann

205 mm

Der Duft des Oleanders

Schicksal oder einfach Zufall. Aber Verbrechen geschehen Tag für Tag, egal wie man es nennt, überlegte Erich Jäger, als er zur Hotellobby hinunterging.

Silvija Hinzmann

Der Duft des Oleanders Prohaskas erster Fall in Istrien

ISBN 978-3-99029-●

WIeser

EUR 7,●

Hinzmann Oleander.indd Alle Seiten

Ivan Ivanji

Andreas P. Pittler

Fadenscheinige Orakel

Stalins Säbel

Tod im Hamam

ISBN 978-3-99029-095-8

ISBN 978-3-99029-178-8 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-179-5 Auch als E-Book erhältlich

Daniel Spoerri

Birgit-Sabine Sommer

Der Graben / Grapa ISBN 978-3-99029-144-3

24.04.15 09:02

Silvija Hinzmann

Filip David

Der Duft des Oleanders

Das Haus des Erinnerns und des Vergessens

ISBN 978-3-99029-157-3 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-182-5 Auch als E-Book erhältlich

„Atemlose Prosa“ (Georg Dox im booklet zu Breda Smolnikars „Wenn die Birken Blätter treiben“)

Horst Dieter Sihler

Ulrike Renner

Das Buch von Venedig

Mein Kino

ISBN 978-3-99029-185-6 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-181-8

Wilhelm Pevny

Wilhelm Pevny

Trance

Mord

ISBN 978-3-99029-189-4 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-191-7 Auch als E-Book erhältlich

Günther Freitag

Die Entführung der Anna Netrebko ISBN 978-3-99029-159-7 Auch als E-Book erhältlich

Franz Josef Weissenböck

Sacrificium ISBN 978-3-99029-160-3 Auch als E-Book erhältlich

Ein packendes Buch aus der Feder eines prominenten serbischen Literaten (LiesMalWieder.de, zu Ivan Ivanjis „Stalins Säbel“)

Breda Smolnikar

Wenn die Birken Blätter treiben ISBN 978-3-99029-135-1 Auch als E-Book erhältlich

Wolf Oschlies

Das europäische Alphabet Kyrilliza ISBN 978-3-99029-164-1 Auch als E-Book erhältlich

Egon Christian Leitner

Vom Helfen und vom Wohlergehen ISBN 978-3-99029-124-5

Claudia Sikora

Pavol Rankov

Echnatons Frühling

Es geschah am ersten September

ISBN 978-3-99029-128-3 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-132-0 Auch als E-Book erhältlich

Edvard Kocbek

Roki · Hands ISBN 978-3-99029-143-6

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„Was wäre Literatur ohne Sonne, ohne Meer, ohne Wind, ohne die Liebe und die Gesellschaft von Menschen verschiedenster Herkunft, verschiedenster Sprache. Ich habe es beobachten können: Lojze ist überall sofort mit den Fremden heimisch. Für ihn gibt es das Fremde nicht. Zumindest nicht die Angst davor, stattdessen umso mehr Interesse dafür. Sowohl was fremde Gewohnheiten, fremde Sprachen betrifft, aber auch wo und wie die Menschen wohnen und arbeiten, feiern und leben.“ Wilhelm Pevny, Schriftsteller, anlässlich der Bruno-Kreisky-Preis-Verleihung an den Wieser Verlag Die Reihe Europa erlesen ist die Mutter aller Reiseanthologien – Skylines

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Katalog Herbst 2016 Art Director und Redaktion: Lojze Wieser Grafische Umsetzung: Dietmar Schöffauer Lektorat: Josef G. Pichler Umschläge wurden gestaltet unter Verwendung von Grafiken, Bildern, Fotos etc. von: Raphael Bergmann, wikimedia commmons, digi.ub.uni-heidelberg.de, Wieser Archiv Fotos im Katalog sind von: Mayü Belba, Angelika Emmerling, Karl Grabherr, Alois Reisenbichler, Jo Pesen­dorfer, Wikipedia Commons, Martin Traxl, Autorinnen und Autoren, Wieser Archiv

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Sizilien, April 2016, Dreharbeiten zu „Der Geschmack Europas“

32 | Herbst ’16


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Wieser verlag herbst 2016 by Erika Hornbogner - Issuu