W i e s e r
H e r b s t 2 017 Demnächst in diesem Theater
© Foto: Wieser Archiv
Antescriptum Liebe Leserinnen, liebe Leser! Liebe Buchhändlerinnen, liebe Buchhändler! Was haben Cervantes, Shakespeare, der Herbstbeginn und der Welttag des Buches an diesem Frühlingstag, am 23. April, miteinander zu tun? Ich schreibe diese Zeilen an einem denkwürdigen Tag. Seit geraumer Zeit nun beginnt um diesen Tag herum für uns Verleger der Herbst. Der Katalog der kommenden Saison ist fertig oder geht gerade in den Druck, die Körner der Literatur sind gesät und sprießen, die Leserschaft will mit guter Literatur versorgt sein. Und für uns gibt es in diesem Jahr auch was zu feiern. Und wir tun es auch „Im dreißigsten Jahr“ – mit Literatur. Feiern Sie mit uns, lesen wir weiter! Ihr Lojze Wieser PS: Und im Buchmarkt am Welttag des Buches, Sonntag, den 23. April 2017, lesen wir: „Der Wieser Verlag feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen und bringt anlässlich dazu einen ganz besonderen Band heraus: Im dreißigsten Jahr. Eine Sammlung von jenen Texten, die Lojze Wieser im Laufe seines Verleger-Lebens besonders berührt haben. Anlass wiederum für uns, mit dem Grenzverleger über das zu reden, was war, das, was kommt, und das, was immer bleibt: Einer Literatur Sprache zu geben, die in dem bisherigen Raum wenig Gehör gefunden hat …“ Lesen Sie hier bitte weiter: Siehe Beiblatt im Katalog
422 Seiten, wtb 030 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-242-6 Auch als E-Book erhältlich
168 Seiten, wtb 015 EUR 9,95 · ISBN 978-3-99029-243-3 Auch als E-Book erhältlich
534 Seiten gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-241-9
Zur Herausgabe der Jubiläumsbände haben neben Sponsoren und Subventionsgebern nachstehende Paten und Patinnen beigetragen: Elisabeth Köstinger, Mitglied des Europäischen Parlaments, Fraktion der Europäischen Volkspartei; Ulrike Lunacek – Die Grünen | EFA im Europäischen Parlament; Eugen Freund, SPÖ Europaabgeordneter; Bank Austria. Member of UniCredit; Card Complete; GEA; STRABAG; TREY&PARTNER VERSICHERUNGSAGENTUR; AGORA 105,5; Ferdinand und Maria Kernbauer 2 | Herbst ’17
I n ha l t
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Der Geschmack Europas Wie der Film Geschmack Europas zum Buch wird Meta Osredkar
Hochwürden stirbt grausam Krimi Sibyl von der Schulenburg
Die Hundefrau Psychoroman
Sibyl von der Schulenburg
Der Schatten Psychoroman Veljko Barbieri
Ich. Diokles. Jupiters Sohn. Historienroman Günther Freitag
Melancholische Billeteure Roman Hugo Ramnek
Ramneks Jukebox 47 neue Texte zu alten Blues- und Rockscheiben Berta Bojetu
Filio ist nicht daheim Roman Peter Pisa
Pisa schaut fern 104 Kolumnen im „Kurier“ BuchMarkt
Ein Mann baut literarische Brücken zwischen Ost und West Edition Quer denken
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Kunst • Wissenschaft • Gesellschaft
Heintel/Rheinberger/Tretter/Zinggl
Wissenschaft:Kunst Sind Künstler Forscher und Forscher Künstler? Alfred J. Noll
Kritik und Galanterie Eine Einführung in Montesquieus belletristisches Werk György Dalos
1968: „Stimmung – durchschnittlich“ Eine Montage
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Edition Geist und Gegenwart Herwig Hösele / Lojze Wieser (Hg.)
Europa.USA.3.0
Werte.Interessen.Perspektiven Jože Javoršek
Primož Trubar Romanisierte Biografie Prezihov Voranc
Maiglöckchen Prosa Erik Adam
Fremdfahrt Gedichte und Eskapaden Aleko Konstantinow
Bai Ganju, der Rosenölhändler Prosa
Europa Erlesen
Ilse Pollak (Hg.)
Porto
Europa Erlesen
Katalog Gesamtverzeichnis Europa Erlesen
Sebastian Raho (Hg.)
Yorkshire
Europa Erlesen
Thomas Kohlwein (Hg.)
Hong Kong
WIESER ENZYKLOPÄDIE DES EUROPÄISCHEN OSTENS Wolfgang Geier
Europäer und Russen
Wahrnehmungen aus einem Jahrtausend Jirˇí Gruša
Gedichte I Tschechische Gedichte Ernst Brauner
Ein Attentat Roman Wilhelm Pevny
Theaterstücke | 3
Wie der Film Geschmack Europas zum Buch wird
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ir haben von Anfang an versucht, mit dieser Serie etwas Neues zu liefern, nicht einfach eine Abfolge von Filmen über Kochen und Essen, sondern eine Kulturreihe. Es ist de facto eine Reihe über die Kultur von Regionen, wobei wir diese Kultur über das Essen und über die Kochtöpfe erklären – ihre Geschichte, die Herkunft, die Durchmischungen, die geologischen, klimatischen, manchmal auch religiösen oder politischen Bedingungen, warum eine Region so schmeckt, wie sie schmeckt. Wir haben immer wieder versucht, keine allzu großen Regionen auszuwählen, sondern uns auf kleinere Regionen zu konzentrieren, weil die kulturelle und kulinarische Vielfalt in Europa ungeheuer groß ist. Wir könnten wahrscheinlich 100 Folgen produzieren, jetzt haben wir mittlerweile 14 Folgen, die auch sehr erfolgreich im ORF und auf 3Sat laufen, in mehreren Staffeln bereits, und es ist ein Interesse da vonseiten der Menschen, das kennenzulernen, weil es de facto um kulturelles Erbe geht. Im konkreten Fall: kulinarisches Erbe, aber es geht eigentlich um Traditionen, um Wurzeln, um Identitäten, die sich durch das Essen ausdrücken, und darum, diese kulturellen Schätze zu bewahren und neu zu definieren. Es ist keine rückwärtsgewandte Serie, es ist eine Serie die vorausblickt, die Wiedergefundenes, Wiederentdecktes vorstellt und auch zeigt, was die Menschen heute daraus machen. Es ist eine unglaublich fruchtbare Zusammenarbeit. Für mich war es von Anfang an eine Herausforderung, weil ich gewohnt war, meine Filme vollständig selbst zu machen, also auch den Text. Und ich habe, nachdem wir diese Reihe gemeinsam entwickelt haben,
beschlossen, Lojze den Text zu überlassen. Das war für mich nicht leicht, aber es war eine gute Entscheidung, weil Lojze kein typischer Fernsehmacher ist, sondern von der literarischen Seite kommt und daher einen ganz anderen Zugang hat. Und das Ergebnis ist ein völlig neuartiger Text im Fernsehen, ein anderer Umgang mit dem Wort, der diese Serie jetzt auch im besonderen Maße auszeichnet und sie einzigartig macht. Das, wage ich zu sagen, gibt es sonst nirgendwo. Es gibt viele kulinarische Reihen, bessere und schlechtere, aber eine Serie, die dann auch noch auf einen literarischen, feuilletonistischen Text setzt, das ist das Besondere an unserer Reihe und es geht sich Gott sei Dank gut aus und die Menschen nehmen das auch sehr gut an, dass diese Reihe ein bisschen anders daherkommt und eine andere Tonalität hat. Vielleicht ist es noch wichtig anzumerken, dass das Wesen dieser Serie darin liegt, dass wir versuchen, einerseits die Seele einer Region einzufangen und zum Schwingen zu bringen, das heißt ein Verständnis für die Menschen zu zeigen, die etwas Besonderes versuchen, und auf der anderen Seite das Authentische, das Echte zu finden. Es geht uns nicht um Haubenküche, es geht uns nicht um Sternenküche, es geht uns um die Küche der Hausfrauen, der Omas, der Bäuerinnen und Bauern, es geht um das Einfache und den Reichtum, der in diesem Einfachen wohnt, aufgrund der Fantasie der Menschen, die aus diesen einfachen Dingen unglaublich vielfältige Dinge zaubern, und das ist ein Erbe, das einfach nicht verlorengehen darf. (Martin Traxl im Gespräch mit Radio Agora/Svobodni radio Agora)
Musterseiten Der Geschmack europas
Tricks der Stars, wie man etwas schmackhafter macht, massenwirksam machen, und gleichzeitig führt das kaum zur Steigerung des Grundwissens über Lebensmittel und deren Anbau, Konservierung usw., da diese meist den Regalen der Supermärkte entnommen werden. Andererseits damit einhergehend wächst der Trend, sich die Lebensmittel und Kräuter selber zu ziehen, sorgsam mit der Natürlichkeit und dem Wachstum umzugehen und spickt diese mit einer ästhetischen Zubereitung, für die man sich in Gourmettempeln kräftig bezahlen lässt und deckt zugleich die schleichende Verarmung zu.
Im Fremden einen Bruder sehen, sagt Odysseus…
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astrosophie kann man studieren, danach hat man es halt studiert. Der wahre Gastrosoph lebt mit seinem Herzen in dieser Welt, spürt die Musik des Wesentlichen, will wissen, will das Original nicht die Kopie.“ Roland Essl, der Wirt des Weiserhofs in Salzburg zum Begriff der Gastrosophie
Wir begegnen mit unseren Filmen einer Welt, die unterschiedlicher nicht sein kann. Meist haben wir dem Mangel noch in den Topf geschaut, nur in der Innerschweiz und in Flandern haben wir diesen Mangel bloß gestreift - bei den Schnecken, bei den Fritten, bei den Pferdefischern.
Metsovo. Der Klang der monotonen Männerstimmen, die sich abwechseln. Das geht über Stunden. Um 23.00 erstmals das Zingeln der Glocken, die keine Wuchtigkeit, dafür aber eine Nervosität ausbreiten. Minuten davor noch das Schlagen von Holz auf Holz. Zusammenströmen. Kerzenkaufen. Anzünden. Anstellen. Ikonen küssen. Kreuz schlagen. Die einen nervös, die andern eintönig. Andere wiederum ihre Unsicherheit bestreitend. Wieder weggehend. Kommend. Wieder, ob der Kleinheit die Füße der Figur küssend, mit den Lippen intensiv an der Scheibe saugend, Aufmerksamkeit heischend ob der eigenen Kleinheit, die Ohren abstehend, die Kunstlederjacke, die schönste, weil die einzige, austragend, hin und her schauend, ob man wohl, gar vielleicht doch, gesehen wurde – von einem warum auch immer, Hauptsache dass. Stimmen immer lauter. Fünfzehn Minuten vor Mitternacht. In der Kirche fast Dunkelheit. Im Inneren alte Weiber, Kopftuch über den Ohren an der Hinterseite festgebunden, dünn, dürr, zäh, stechende Augen, Augenbrauen dünn gezupft, wie Nadeln, alles beobachtend, das Gegenüber in die Bank drückend – sich wichtig fühlend? Ausgang der Jugend „im modernsten Staat“, wie man sagt, aufgeblasene Lippen, Scham nach außen stülpend? In hohen Hacken, weißen Mänteln, Seidenstrümpfen und eingewebten Blumen mitten am Wadel, hinter sich eine andre, drei Kinder schleppend, mit der Hakennase und dem Narbengesicht die Holzbank drückend, und doch sich mächtig gebärdend: Man sitzt in der ersten Bank. Nicht steht, wie das Volk! Vor der Kirche Feiertagsgewirr und stimmungsvolles Erwarten. Ordner schieben Menschen in die Richtung der Sänger. Die Kirche füllt sich immer schneller. Plötzliche Dunkelheit. Wie im Grab. Das Singen hält an und bietet Sicherheit vor den Ängsten der Dunkelheit, und selbst hält man sich am Gewebe fest und geht. Davor die Kirchenpfleger auf gestickten Tüchern, ausgebreitet auf Esstableaus, sammeln Opfergaben. Kleingeld macht sich breit und sichtbar. Dann das Licht. Unter den Platanen die Stimme des Popen. Jesus ist auferstanden, singt er. Assistiert von einem ihn überstimmenden Gesang.
Die „Frauen“ von Pindos… Wie ist es möglich, dass in einem Ort so Gegensätzliches existiert? Die strammen Politikclowns, wie in Konitsa der Bürgermeister und sein Vize, die ein Rund-um-die-Uhr Programm – unter Ausschluss der Frauen – organisieren, ohne zu wissen, worum es geht, außer um die eigene Vermarktung. Und dann die beiden Brüder im Hotel nahe der albanischen Grenze, die einem die Welt öffnen in kulinarischer und geschichtlicher Hinsicht. Die Gerichte ein Traum. Die Haltung bemerkenswert. Die Offenheit beeindruckend und die Visionärität von besonderer beachtenswerter Weise. Sie sehen ihren Ort in der Dimension der Stunden der Erreichbarkeit und der direkten Linie zwischen Nord und Süd als Zwischenstation zwischen Alpen und Meer. In zwei Jahren wird nach ihrer Meinung die Autobahn in Montenegro sein, in sieben Jahren durchgehend von Triest bis Thessaloniki über Tirana und ihren Ort. Die Gerichte – von den Salaten, dem Carpaccio vom Hirsch über die Reh – und Wildschweinwurst, die in ihrer Reduktion aufs Wesentliche geschmacklich viele der Schauköche übertreffen und einen Kontrapunkt zum Griechenlandklischee von Tsatsiki bis Baklava darstellen, die die wahre Traditionalität der Einfachheit des Geschmacks in sich tragen, weil sie in ihrer Höchstform – wegen der Seltenheit der Zubereitungsmöglichkeiten Wege gefunden haben, den spezifischen Geschmack des jeweiligen Gerichts besonders hervortreten zu lassen. In unseren Breiten erleben wir ein interessantes Phänomen: Einerseits führen die zahlreichen TV-Arenen zu einer Verbreiterung der Basis, die ihre Fernsehtauglichkeit v.a. auch durch Hinweise und
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Nikos’ Jouvarelakia-Suppe: Großer Topf, 750 gr. Faschiertes gemischt, eine Zwiebel fein hacken, einen Bund Dill hacken, eine kleine Faust od. 150 gr. Bruch- oder Milchreis, und weitere 250 gr. Reis f. Suppe; Salz, Pfeffer,4 Eier, 100 ml Öl. 3 Zitronen. Faschiertes, Zwiebel, 2 Eier, 150 gr. Reis, Salz, Pfeffer, Dill durchkneten und 100 ml Öl dazufügen, 5 Liter Wasser zustellen, 200 gr. Butter in das Wasser, salzen, pfeffern, aufkochen, ins kochende Wasser kleine Fleisch-Bällchen einlegen und 15 Min. köcheln. Reis hinzugeben, ständig umrühren, damit es nicht anbrennt. Suppe schaut zuerst dünn aus, wird aber später gehaltvoller. Sobald der Reis bissfest ist, kommt noch die Zitronensauce dazu. Zitronensauce: Saft von drei Zitronen; Eiweiß steif schlagen, Eigelb hinzufügen und weiter schlagen, Saft eintröpfeln und weiterschlagen, mit Schöpflöffel heiße Suppe einrühren, dann den kleinen Zitronensaucetopf in die Suppe einrühren, ohne dass man die Fleischbällchen bricht.
Und ein allgemeiner Wandel wird sichtbar: Was einst billig und Abfall war, wie stigghiole (in Sizilien), auf Holzkohle gebratene Lamm- oder Kalbsdärme (bei uns Reisl genannt) oder Nieren, auch Milca, wird als Besonderheit feilgeboten, für die man oft mehr bezahlt, als für Edelstücke. Davon wissen auch die Edelrestaurants zu berichten, die mit Kalbswangerln besser verdienen als mit argentinischen Steaks. Und es wird von den Menschen, die zunehmend das Kochen verlernt haben, angenommen.
verfestigt zum Ausdruck kommen, zunehmend versickern. Der Grund dafür ist in der industriellen Lebensmittelproduktion zu finden, die in ihrem Bestreben, alles für ewige Zeiten durch chemische und gesundheitsbedrohliche Konservierungsmethoden haltbar zu machen und mit geringsten Kosten und höchstmöglicher Rendite zu steigern das Geschmacksniveau auf ein Durchschnittliches nicht nur nivelliert, sondern auch mit Zusätzen versieht, die Allergene u.a. hervorrufen.
Die Reise nach Flandern hat z. B. gezeigt, dass es verschiedene Welten sind, die moderne, hochentwickelte, sich stark differenzierende, die der Arbeitsteilung unterliegenden Prozessen der modernen Wirtschaft folgt und diese wiederspiegelt und in ihr die Welt der Dekadenz, die sich als kreative Geschmacksexplosion oder als deren Abgesang darstellt. Wir haben vieles angetroffen, was sich selbst in Frage stellt und zugleich die Fragen wieder verwirft, oder aber auch neu definiert.
Und Sizilien?
Der Geschmack Europas ist eine Neuvermessung des Kontinentes, es ist bisher gelungen, den Menschen, ihren Geschichten, ihrem Wollen und Streben eine Würde zu geben, und wir haben das kulinarische Erbe Europas auf ein neues – und vor allem – sichtbares Niveau gehoben, aus dem ersichtlich wird, dass die zivilisatorischen Errungenschaften, wie sie in selbst Gekochtem und zu individuellem Geschmack
Metsovo: Majiritsa: Innereien, Pankreas und Schafsdarm werden im Wasser blanchiert und ausgekühlt klein geschnitten. Darm läßt sich sonst nicht schneiden. Der Darm wird im Bund klein geschnitten. Die Oma schneidet das Fleisch und die Innereien mit der Schere. In Schafsbutter wird schw. Pfeffer 3/ TL eingestreut, 1 min. gedünstet, Schalotten dazu, das Kleingeschnittene der Innereien hinzugefügt, weitergedünstet, 2 min., danach einen Teller von Romanasalat geschnitten dazu, Deckel drauf; zwei, drei Minuten, danach Dill, gute Faust gehackt, einrühren, dünsten, dann salzen, Wasser 4,5 Liter aufgießen, aufkochen, Petersilie in die kochende Suppe und Bruchreis dazuschütten und einen guten Schuss Zitronensaft und aufkochen lassen. Drei Eier in kleinem Topf aufschlagen, Zitronensaft einträufeln, weiter aufschlagen und langsam Suppe mit dem Schöpfer in die Zitronensauce unterrühren, und am Schluss den ganzen kleinen Topf in die Suppe gießen. Ei-Zitronensauce kommt als Legierung.
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Tiefe Schluchten. Hohe Berge. Raues Klima, wenn es wettert. Es schlägt um, sobald die Sonne kommt. Teile ähneln Nordgriechenland oder Albanien. Teile atmen unbekannte Strände. Laden ein, und immer reist die Frage mit: Aus welchen Gründen siedelten sich die Araber an? Und die griechische Antike ist weit näher als uns dies in der Schule vermittelt wird. Man hat die Grundängstlichkeit, die aus dieser Unkenntnis hervorgeht zuerst zu überwinden und kann erst dann in die verborgenen Geheimnisse der Insel und der Menschen eintauchen. Wo sind die vergangenen Erfahrungen gespeichert. Konnten sie den Menschen durch die vergangenen Vertreibungen und Vernichtung genommen werden? Wenn Syrakus vor 2400 Jahren zwei Millionen Menschen und Agrigento zweihunderttausend beherbergte, so leben in dem einen heute keine hunderttausend und in der anderen keine sechzigtausend. Wohin sind sie alle gegangen? Alle bei Kriegen getötet. Von Karthagern gemordet? Es liest sich gut, dass die Griechen den Menschen dies, die Araber das beigebracht haben. Doch erfährt man kaum über die Rauheit der Existenz.
Eingelegte Früchte in Sirup: Karotten stifteln, in einem Glas Wasser dünsten, 1 Liter Wasser und ein Kilo Zucker gemeinsam aufkochen, wenn es geliert, ist es fertig. Zitrusfrüchte dreimal hintereinander aufkochen, jedes Mal Wasser abgießen, dann wie oben verfahren. Kürbis in Sirup. Kürbis schneiden. In Kalkwasser zwei Stunden einweichen, dann wird das Fleisch hart, sonst wird daraus Marmelade. Am Ende mit Barbarossa aromatisieren. Auf ca. 20 kg Kürbis 5 Geranien. 1 kg Zucker auf 1 kg Kürbis und ein wenig Wasser, damit es zugedeckt langsam köchelt. 1. Tag eine Stunde?. Das 2 x wiederholen.
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Lojze Wieser (Text) 1954 geboren, lebt als Verleger in Klagenfurt/Celovec und legt den Schwerpunkt seines Programms auf südosteuropäische Literatur. Die Reihe Europa erlesen und die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens erreichten Kultstatus. Zuletzt erschienen: Im dreißigsten Jahr (wtb 30); „… und darin fliegt eine Schwalbe“. Meine Lieblingsgedichte. (Zweite erweiterte Auflage, wtb 15); Europa erlesen Jubiläumsband Europa! Heribert Senegacnik (Fotos) 1955 geboren, lebt in Stein, Viktring/Vetrinj, Kameramann, alle Bereiche von Live-Übertragungen, Mehrkameraaufzeichnungen, Dokumentationen, Spieldokumentationen, Festivalbeiträge, Kino- und Fernsehwerbung u. v. m. Seine Kameraführung ist legendär. Zahlreiche heimische und internationale Auszeichnungen. Lehrauftrag an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt/Celovec. Produktionen für ORF, ARTE, ServusTV, 3sat, ZDF u. a. Das Team Heribert Senegacnik, Kamera und Produktion; Wolfgang Rauch, Kamera; Robert Lachowitz, Assistenz; Bertram Knappitsch, Ton; Lojze Wieser, Buch und Präsentation; Martin Traxl und Florian Gebauer, Regie; Sharon Nuni, ORF-Dokumentation; Sandra Oelz und Edith Hisch, Redaktion.
Großformat, ca. 300 Seiten, durchgehend vierfärbig, gebunden, Lesebändchen EUR 30,00 · ISBN 978-3-99029-250-1 Erscheinungstermin: Anfang Dezember
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Der Geschmack europas Im Fremden einen Bruder sehen, sagt Odysseus…
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astrosophie kann man studieren, danach hat man es halt studiert. Der wahre Gastrosoph lebt mit seinem Herzen in dieser Welt, spürt die Musik des Wesentlichen, will wissen, will das Original nicht die Kopie.“ Roland Essl, der Wirt des Weiserhofs in Salzburg zum Begriff der Gastrosophie
Wir begegnen mit unseren Filmen einer Welt, die unterschiedlicher nicht sein kann. Meist haben wir dem Mangel noch in den Topf geschaut, nur in der Innerschweiz und in Flandern haben wir diesen Mangel bloß gestreift - bei den Schnecken, bei den Fritten, bei den Pferdefischern. Die „Frauen“ von Pindos… Wie ist es möglich, dass in einem Ort so Gegensätzliches existiert? Die strammen Politikclowns, wie in Konitsa der Bürgermeister und sein Vize, die ein Rund-um-die-Uhr Programm – unter Ausschluss der Frauen – organisieren, ohne zu wissen, worum es geht, außer um die eigene Vermarktung. Und dann die beiden Brüder im Hotel nahe der albanischen Grenze, die einem die Welt öffnen in kulinarischer und geschichtlicher Hinsicht. Die Gerichte ein Traum. Die Haltung bemerkenswert. Die Offenheit beeindruckend und die Visionärität von besonderer beachtenswerter Weise. Sie sehen ihren Ort in der Dimension der Stunden der Erreichbarkeit und der direkten Linie zwischen Nord und Süd als Zwischenstation zwischen Alpen und Meer. In zwei Jahren wird nach ihrer Meinung die Autobahn in Montenegro sein, in sieben Jahren durchgehend von Triest bis Thessaloniki über Tirana und ihren Ort. Die Gerichte – von den Salaten, dem Carpaccio vom Hirsch über die Reh – und Wildschweinwurst, die in ihrer Reduktion aufs Wesentliche geschmacklich viele der Schauköche übertreffen und einen Kontrapunkt zum Griechenlandklischee von Tsatsiki bis Baklava darstellen, die die wahre Traditionalität der Einfachheit des Geschmacks in sich tragen, weil sie in ihrer Höchstform – wegen der Seltenheit der Zubereitungsmöglichkeiten Wege gefunden haben, den spezifischen Geschmack des jeweiligen Gerichts besonders hervortreten zu lassen. In unseren Breiten erleben wir ein interessantes Phänomen: Einerseits führen die zahlreichen TV-Arenen zu einer Verbreiterung der Basis, die ihre Fernsehtauglichkeit v.a. auch durch Hinweise und
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Prosa
Hochwürden stirbt grausam Krimi er Pfarrer eines kleinen Dorfs wird auf grausame Weise ermordet, und ausgerechnet der mitten in einer Midlife-Crisis steckende Kriminalinspektor Kos wird mit dem Fall betraut. Können er und seine beiden jungen Kollegen herausfinden, wer in der Mordnacht die todbringende Bohrmaschine geschwungen hat und wer der mysteriöse nächtliche Organist sein soll? Und was hat der selige Schriftsteller und Bischof Anton Martin Slomšek mit der ganzen Sache zu tun? Meta Osredkars Debütroman spielt auf dem slowenischen Land und ist voller „typischer“ slowenischer Figuren, die durch unerwartete Wendungen aber immer wieder in Frage gestellt und in ein anderes Licht gerückt werden. Die Autorin bewegt sich souverän zwischen Satire, Fantasy und klassischem Krimi und vergisst dabei nicht auf eine gesunde Prise Humor – manchmal schwarz, manchmal bissig, auf jeden Fall aber immer kurzweilig.
© Foto: Philippe Breucker
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Meta Osredkar (geb. 1981) studierte englische Sprache und Literatur und ist diplomierte Archäologin. Sie übersetzt Literatur (u. a. Nicholas Spark, Marcus Sedgwick) sowie Fachtexte auf dem Gebiet der Archäologie und Geschichte. Bisher wurden zwei ihrer Kriminalromane veröffentlicht.
© Foto: Privat
ca. 400 Seiten, wtb 031 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-251-8 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Oktober
Metka Wakounig (geb. 1983) wuchs zweisprachig in Kärnten/Koroška auf und studierte Translationswissenschaften und Germanistik in Graz und Bristol. Ist als Übersetzerin, Lektorin sowie im Verlagswesen tätig. Zahlreiche Übersetzungen slowenischer Literatur (u. a. Marjan Rožanc, Anton Haderlap, Katja Perat). Lebt und arbeitet in Wien.
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Der Psychoroman ist ein literarisches Genre Die Charakteristik der Romane dieser Art ist die Darstellung hypothetischer psychopathologischer Phänomene innerhalb einer Geschichte, die sonst auch unter anderen Genres wie Fantasy, Krimi, Horror etc. klassifizierbar ist. Die Voraussetzung für Autorinnen und Autoren von Psychoromanen ist die Kenntnis der theoretischen Psychologie: psychische Störungen, therapeutische Techniken und die Geschichte der Psychologie. Die Charaktere und die Ereignisse, die in der Erzählung mit den wichtigsten Merkmalen bestimmter psychischer Störungen beladen werden, müssen die typischen Symptome nach allgemein anerkannten und von der offiziellen Psychologie angenommenen Kriterien aufweisen (z. B. DSM – Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Der Psychoroman soll so geschrieben werden, dass auch Amateure auf dem Gebiet der Psychologie die Geschichte genießen können, da der rein psychologisch-technische Aspekt in die Handlung gewoben wird, ohne sie zu überwältigen. Das Genre unterscheidet sich von dem psychologischen Roman, da in diesem die Innenfokussierung vorherrscht und der Stoff schwach ist. Der rote Faden der psychologischen Romane ist die interne Exploration, während es im Psychoroman die Abgrenzung einer psychischen Störung ist. In der Literatur gibt es einige wenige Autorinnen und Autoren, die den Psychoroman geehrt haben, ohne ihn so
zu nennen. Ein Beispiel ist Flora Rheta Schreiber, Autorin von Sybil (Henry Regnery Company, Chicago 1973; auf Deutsch: Sybil. Eine Frau mit vielen Gesichtern. Scherz, Bern/München 1974), einem biografischen Roman über eine Frau, bei der eine multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde. Sibyl von der Schulenburg schreibt Psychoromane seit 2013, und bald fand ein Kritiker die spezielle Bezeichnung für das absolut neue Genre, das sich nicht auf ein einzelnes Buch beschränkte. Die Besonderheit ihrer Romane ist durch die starken emotionalen Ladungen gegeben, die sie in den Erzählungen von Menschen in psychischen Konflikten vermitteln. Die betreffenden Charaktere weisen die typischen Symptome einer pathologischen Störung auf, die in der Geschichte erkannt und diagnostiziert wird, und es werden auch Hinweise über die therapeutischen Techniken gegeben, die für die spezifische Erkrankung angebracht sind – oder gar kontraproduktiv wirken. Dadurch wird auch die Fehlbarkeit der psychologischen Wissenschaft ins Licht gerückt. Psychoromane sind in der Regel Ergebnisse der Fantasie der Autorinnen und Autoren, mit Exazerbationen oder Variationen der Krankheitsverläufe, wie sie den psychologischen Theorien entsprechen würden. Sie sind keine Fachliteratur, sondern Schauspiele der Psychologie.
Die Hundefrau Der Schatten
Psychoroman
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in Schatten spioniert Valentina, die in der Backstube mit der großen Auslage den Fondant knetet, hinterher. Er zittert und leidet für die schöne Cake-Designerin, er verehrt und liebt sie. Die Kälte des Winters hält ihn nicht davon ab, sich im Dunkel zu verstecken, um das Objekt seiner Liebe zu beobachten. Doch plötzlich ändert sich alles: Die Liebe wird zu Verachtung und die stille Bewunderung entlädt sich in Gewalt. In den letzten Monaten des Jahres nimmt Sofias Leben eine neue und endgültige Wendung: Die Liebe für Valentina schwindet und verwandelt sich in Verachtung, die sie durch Stalking zum Ausdruck bringt. Die verschiedenen Identitäten, die ihr Leben charakterisieren, verschmelzen zu einer einzigen, nämlich zu der, die ihrem Psychologen Dr. Zuccala gefällt. Denn der hat ihr gesagt, dass er sie gern hat. Nein … dass er sie liebt …
ca. 180 Seiten, wtb 033 EUR 12,95 · ISBN 978-3-99029-254-9 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: September
Sibyl von der Schulenburg Tochter von Werner von der Schulenburg und Isa Carsen-Iser von der Schulenburg, beide Schriftsteller. Wächst im Tessin/Schweiz auf, studiert in Italien, wo sie heute lebt. Sie verfasst zunächst einen biografischen Roman über ihren Vater, und danach den historischen Roman über das berühmteste Mitglied der Familie. Sibyl von der Schulenburg veröffentlicht Essays, historische und psychologische Romane; viele renommierte Literaturpreise. Ihre Bücher erscheinen auf Italienisch, Deutsch, Griechisch und Englisch.
© Foto: Privat
ca. 180 Seiten, wtb 032 EUR 12,95 · ISBN 978-3-99029-253-2 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: September
© Foto: Autorin
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as treibt Giulia an, streunende Hunde aufzusammeln? Sind es Liebe und Mitleid, oder macht etwas anderes sie zum Animal Hoarder, zur Tiersammlerin? Diese Frage stellen sich auch die Behörden des toskanischen Ortes Verdalmasso, an dessen Rand die alte Dame aus der Schweiz in Einsamkeit lebt. Der Bürgermeister muss sich allerdings nicht nur mit der Hundefrau auseinandersetzen, sondern auch mit der Johannisnacht, die das Dorf seit jeher zur Bühne für Familienzusammenkünfte der etwas anderen Art macht. Valeria, die Psychologin, die sich Giulias Problem annehmen soll, wurde in diese Welt hineingeboren: Sie ist eine direkte Nachfahrin der Etrusker, die ihre Spuren nicht nur in den Gräbern außerhalb des Dorfs, sondern auch in einer architektonischen Besonderheit im Dorf selbst hinterlassen haben: den Totentüren, denen man nachsagt, sie hätten die Macht, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen.
Nina Tamara Schön wurde 1985 in Klagenfurt geboren, hat in Graz Romanistik studiert und ein Auslandssemester in Bologna verbracht. 2010 hat sie ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Kärnten verlegt und arbeitet seitdem als selbstständige Übersetzerin. | 9
Ich. Diokles. Jupiters Sohn. Historienroman Eine vielschichtige, tief bewegende Kaiserbiografie. Herrscherglanz – zu welchem Preis?
VELJKO BARBIERI 1959 in Split geboren, Reifeprüfung und Universitätsabschluss in Zagreb, verfasste vierzehn Prosabücher. Sein bekanntester Roman, Epitaph eines königlichen Feinschmeckers (wtb 02), in welchem die Gastronomie der Ausgangspunkt des Kampfes gegen die autoritäre Herrschaft ist, gilt als eines der meistverkauften Bücher der Neuzeit in Kroatien. Barbieri schreibt regelmäßig gastronomische Rubriken in Zeitschriften und kulinarische Beiträge für das kroatische Fernsehen.
© Foto: Privat
ca. 440 Seiten, wtb 039 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-252-5 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: September
ine Lebens-Rückschau aus der Perspektive des Kaisers, wir erleben den abgehalfterten Monarchen, wie er auf die Jahre der Herrschaft zurückblickt, der seinem Leibarzt einen Mord gesteht und Steinmetze bereits an seiner Gruft bauen und Säulen zum Gedenken errichten lässt. Ein bewegtes Leben eines Machtgesessenen, der gnädig und reformerisch sein wollte, und selbst Intrigen und Tragödien initiierte. Diokletian war nicht nur bekannt als letzter echter römischer Herrscher vor dem Anbruch der Spätantike, sondern auch als brutaler Christenverfolger. In der Bezeichnung „Jupiters Sohn“ wird auf die Vielgötterei der römischen Kaiser hingewiesen. Der in Kroatien seit Jahren bekannte Veljko Barbieri hat nicht nur einen TV-geprüften Gaumen als Fernsehkoch sowie eine Familientradition, die das Publizieren im Blut hat. Auch er selbst hat sich mit mehr als einem Dutzend Prosabänden bereits einem breiten Publikum vorgestellt. Aus dem Kroatischen hat nun Elvira Veselinović Barbieris neuen Band Ich. Diokles. Jupiters Sohn. übersetzt.
© Foto: Autor
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Ein Historienroman zum Wegträumen, Mitfiebern und Fallenlassen.
Elvira Veselinovic´ (geb. 1971) promovierte Linguistin, studierte an den Universitäten Köln, Bonn und Galway. Freiberufliche Dolmetscherin, Sprach dozentin und Literaturübersetzerin in Berlin, übersetzt aus dem Bosnischen, Kroatischen, Montenegrinischen und Serbischen ins Deutsche und manchmal sogar aus dem Irischen (Gälischen) ins Kroatische. Zuletzt bei Wieser: Szabó bleibt stehen, 2016. | 11
Melancholische Billeteure Roman
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ine Frau zwischen zwei Männern, und doch keine Dreiecksgeschichte im herkömmlichen Sinn. Dora und Edwin, Billeteure im linken Parkett des Burgtheaters, in dem ihrer Meinung nach die wahren Kenner sitzen, sehen ihre Aufgabe nicht darin, die Besucher zu ihren Plätzen zu geleiten, sondern ihnen die Stücke zu erläutern. Während Edwin sich ausschließlich auf die Kunst konzentriert und nur durch seine Mutter mit ihrem neurotischen Papagei gestört wird, führt Dora mit dem Versicherungsagenten Viktor ein Leben neben dem Theater. Die beiden Männer ahnen nichts voneinander; was die Protagonisten verbindet, ist ihre problematische Jugend, geprägt durch Vaterfiguren, autoritär und lächerlich zugleich. Befreit die Kunst sie von ihren Erinnerungen, oder bleibt sie eine Illusion wie die Auftritte der gescheiterten Opernsängerin, der bei ihrem Debüt die Stimme versagte, und die Bemühungen des Bildhauers, dessen Skulptur Weltdummheit von der Realität überholt wird? Ist die Kunst vielleicht nur eine Täuschung, wie für den Juwelier, dem von seinem Vater verboten wurde, sich am Reinhardt-Seminar zu bewerben?
ca. 240 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-255-6 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: August
© Foto: Michael Freitag
Ein fulminantes Scheitern ja, sagt Maman, ein Dahinvegetieren in der Mittelmäßigkeit nein! Wie oft habe die große Callas eine Vorstellung im letzten Moment abgesagt, selbst beim kleinsten Zweifel habe die sich geweigert aufzutreten, auch wenn sie gewusst habe, sie würde besser sein als die meisten Sängerinnen. Dass ausgerechnet sie auf diesen griechischen Emporkömmling hereingefallen sei, gehöre zu den großen Rätseln der Musikgeschichte.
12 | Herbst ’17
Günther Freitag wurde 1952 in Feldkirch/Vorarlberg geboren und lebt heute in Leoben. Er schrieb Hörspiele für den ORF, die Theaterstücke Drei Traumkongruenzen (UA 1990 Forum StadtparkTheater Graz) und Rost (UA 2010 Stadttheater Leoben) sowie zahlreiche Romane, zuletzt bei Wieser Piazza. Trieste (2006), Bienenkrieg (2008), Café Olympia (2013) und Die Entführung der Anna Netrebko (2015). Mit Brendels Fantasie (2009) eröffnete Elke Heidenreich ihre Edition bei C. Bertelsmann.
Ramneks Jukebox 47 neue Texte zu alten Blues- und Rockscheiben Ca-ca-can’t get no satisfaction – die Buch gewordene Jukebox
ca. 120 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-262-4 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: August
Sie gehen dir nicht aus dem Kopf, die Lieder deiner Generation. 47 neue Texte zu alten Scheiben: In seinem jüngsten Buch spielt der musikbegeisterte Performance-Autor Hugo Ramnek mit den Songs, die in seinem Kopf spielen. Von B wie Beatles über J wie Joplin bis Z wie Zappa nimmt er seine Leser mit auf eine Musikreise durch Rock, Roll, Blues, Soul, Punk, Beat und Austro-Pop. Rhythmische Texte in allen Tonlagen, nicht bloß Coverversionen: Furchtlose Neuinterpretationen der Songs von Legenden wie Jimi Hendrix, Neil Young, Tom Waits, John Lee Hooker, Franz Schubert, Bob Dylan oder David Bowie, manchmal nah an den Originalen, manchmal fern, nie imitierend, aber immer damit verbunden. Eine literarische Jukebox mit Stücken zum Anwählen, Nachhören, Mitsingen und Querlesen.
Das Buch erscheint in Kooperation mit dem „freien radio AGORA svobodni radio AGORA 105,5“
„Ramneks Wurlitzer“ – Die Sendereihe zum Buch hören: https://cba.fro.at/series/ramneks-wurlitzer „Ramneks Wurlitzer“ ist ein Kooperationsprojekt von radio AGORA 105,5 und dem Wieser Verlag
Hugo Ramnek Hugo Ramnek, geboren 1960 in Klagenfurt/Celovec, aufgewachsen in Bleiburg/Pliberk, studierte Anglistik und Germanistik in Wien und Dublin und besuchte die Schauspiel Schule Zürich. Er lebt seit 1989 als Schriftsteller, Gymnasiallehrer und Leseperformer in Zürich. Im Wieser Verlag erschienen: Der letzte Badegast, Roman, 2010. Ausgezeichnet mit der Anerkennungsgabe der Stadt Zürich. Kettenkarussell, Erzählung, 2012. Nominiert für den Bachmannpreis. Momentum, Texte zu Bildern von Arno Popotnig, 2013. Diverse literarische Preise für Prosa und Lyrik. Theaterproduktionen: Die Tomatensuppenschleuder (sogar theater, Zürich, 2016). Einersdorfer Genesis (Bleiburger Theatertage, 2016)
© Foto: Autor
Zieh die Platte aus dem Cover In den Rillen wartet die Musik Blas drüber Flüstere das Zauberwort: VINYL
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Filio ist nicht daheim Roman
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er wortgewaltige Roman Filio ist nicht daheim zählt wahrscheinlich zu den außergewöhnlichsten slowenischen Werken überhaupt. Die üppige poetische Sprache, der reiche Symbolismus und der sensible Blick der Autorin für alles Erotische und Sexuelle stechen deshalb so heraus, weil sie damit eine Anti-Utopi zeichnet, die einem Bestiarium des Wahnsinns ähnelt. Die Fabelwesen hier sind raubtierhafte Menschen, die ihr totalitäres Regime über systematische Vergewaltigung regeln. Die Männer der unteren Stadt sind die absoluten Herrscher einer Insel, die wie eine Strafkolonie für Frauen wirkt. Und doch scheint alles so vertraut und alltäglich zu sein, so unbeschwert natürlich – dass sich das Buch eigentlich wie ein trojanisches Pferd im Gedanken der Unterdrückung liest: Es sprengt von innen heraus. Der Roman erscheint als sechster Band der Reihe Slowenische Bibliothek unter der Herausgabe von Erwin Köstler. Ein Gemeinschaftsprojekt der Verlage Drava, Mohorjeva-Hermagoras und Wieser Verlag in Klagenfurt/Celovec.
ca. 300 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-261-7 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: November
Aleksander Studen-Kirchner 1981 in Ljubljana geboren, lebt und arbeitet in Wien. Er ist Regisseur, Schauspieler, Autor und Übersetzer. Er setzt sich stark dafür ein, das Potenzial der Kunst in Computerspielen, und Computerspiele im Allgemeinen als Kunst anzuerkennen. 14 | Herbst ’17
© Foto: Privat
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Berta Bojetu auch Berta Bojetu Boeta, wurde 1946 in Maribor geboren. Sie studierte Slawistik und unterrichtete einige Jahre, daraufhin besuchte sie die Akademie für Theater, Regie, Film und Fernsehen (AGRFT) in Ljubljana. 15 Jahre spielte sie am Puppentheater Ljubljana. 1979 veröffentlichte sie den Gedichtband Žabon (Der große Frosch), darauf folgte 1988 der Band Besede iz hiše Karlstein (Worte aus dem Hause Karlstein), der aus ihrem Drama Pogovor v hiši Karlstein (Gespräch im Hause Karlstein) entstand. 1990 folgte ihr Roman Filio ni doma (Filio ist nicht daheim), 1995 erschien dann Ptičja Hiša (Das Vogelhaus), beide Romane im Original bei Wieser. Die Romane leben stark von der poetischen Sprache ihrer Gedichte. 1995 schrieb sie auch den noch unveröffentlichten Roman Šira (Die Weite) und im selben Jahre erschien ihr Drama für Kinder Gremo k babici – Osama (Wir gehen zur Oma – Osama). Berta Bojetu starb am 16. März 1997 in Ljubljana.
Pisa schaut fern 104 Kolumnen im „Kurier“ Mit einem Vorwort von Franz Schuh Mit Porträt-Karikaturen von Bernd Ertl
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© Karikatur: Bernd Ertl
o Morchelkaramellen gegessen werden und gelügt wird. Wo Ratten eine Nussi kriegen, vielleicht auch ein Suppi, und zwei Köche Huschi sind. Wo Kugelschreiber uns etwas sagen wollen und Ohrenschmalz leider weggeworfen wird, weil es zu bitter ist. Wo Klobesen keine Borsten haben und nur die Varizen lustig sind. Wo man mit Windelschnecken aufsteht und mit vergrößerten Hämorrhoiden zu Bett geht. Im Fernsehen. Und in der Kolumne Pisa schaut fern, die regelmäßig in der Zeitung KURIER erscheint. Fernsehen zum Lesen. Fernsehen als Buch.
ca. 160 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 18,80 · ISBN 978-3-99029-259-4 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: August
Peter Pisa geboren 1958 in Wien, ist seit 1980 beim KURIER. Ein Vierteljahrhundert war er für Gerichtsberichterstattung zuständig, seit zehn Jahren ist er es für Literatur. Die Kolumne Pisa schaut fern nimmt er nicht gar so ernst. Bernd Ertl Der 1971 in der Südsteiermark geborene Zeichner und Illustrator Bernd Ertl lebt und arbeitet in Wien. Nach dem Maturaabschluss am BG & BRG Leibnitz absolvierte er das Kolleg für Grafik Design an der Höheren Graphischen Lehranstalt, Wien sowie das 2. Jahr des Illustrationsstudiums an der Kingston University, London. Seit 1996 ist er freiberuflich als Karikaturist und Illustrator in Wien tätig. Seit 2008 zahlreiche Ausstellungen.
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Im KURIER gab es vor vielen Jahren einen Ressortchef, der nicht unbedingt als heiterer und optimistischer Mensch verschrien war. Einmal schaute er aus dem Fenster, es war der schönste Frühlingstag, tiefblauer Himmel, kein Wölkchen, die Sonne strahlte – und er brummte: „ABER irgendwo regnet es bestimmt.“ Diese Erinnerung wurde während der ORF-Sendung „heute konkret“ wach: Küchenchef Andreas Frank aus Gerasdorf bei Wien bereitete ein dreigängiges Menü für zwei Personen zu und hatte für die Lebensmittel bloß 4 Euro 12 Cent ausgegeben. Er kochte: Selleriesuppe mit knusprigen Selleriechips, handgemachte Gnocchi mit Senfsauce sowie süße Grießnockerln mit Hollerkoch. Man schnalzte mit der Zunge. Kostet so wenig und hat Hauben-Niveau! Die professionelle Testerin schwärmte. Es war auch eine ORF-Zuseherin zum Probieren eingeladen worden, auch ihr schmeckte es sichtlich. Danach sagte sie: „ABER die Suppe war ein bissi heiß.“ Bei ihr daheim hagelte es wahrscheinlich inzwischen.
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23. April 2017 • 00:01 Uhr
Gespräche: 30 Jahre Wieser Verlag
Ein Mann baut literarische Brücken zwischen Ost und West Der Wieser Verlag feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen und bringt anlässlich dazu einen ganz besonderen Band heraus: Im dreißigsten Jahr. Eine Sammlung von jenen Texten, die Lojze Wieser im Laufe seines VerlegerLebens besonders berührt haben. Anlass wiederum für uns, mit dem Grenz verleger über das zu reden, was war, das, was kommt, und das, was immer bleibt: Einer Literatur Sprache zu geben, die in dem bisherigen Raum wenig Gehör gefunden hat.
„Lojze Wieser ist ein verlegerischer Grenzgänger. Er verbindet Menschen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg und hilft mit seinen Büchern die beschränkenden Grenzen im Kopf zu überwinden.“ Ernst A. Grandits
BuchMarkt: Herr Wieser, der Verlag feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen, wie fühlt sich das an? Lojze Wieser: Jung. BuchMarkt: Was war schon immer, seit Beginn an, Ihr Ziel? Was für eine Art Literatur wollten Sie veröffentlichen, für welche Leserschaft? Lojze Wieser: Am Ende des 20. Jahrhunderts hatte man in unseren Breiten das Gefühl, die Welt wäre bei Ganghofer oder Rosegger stehen geblieben. An den tektonischen Bruchstellen, wo sich die slawische und romanische Welt mit der germanischen reiben, hörte man zwar ein Knirschen, doch gesehen hat man einzig und allein die in Fraktur gemeiselte deutsche Sprache. Der Slogan „Kärnten spricht Deutsch!“ hatte zu dieser Zeit, 35 Jahre nach dem Sieg der slowenischen Partisanen über den Faschismus noch immer laute Präsenz. Die große literarische Kraft der slowenischen und der übrigen slawischen Welt, wie sie im Verborgenen in Kärnten und im blockfreien Jugoslawien in Verse und in Romane floss, aus den Hinterhöfen ans Licht zu bringen – na svetlo dati – war mein Bestreben. Die Leserschaft war da und sie war neugierig. BuchMarkt: Sind Sie sich da treu geblieben? Lojze Wieser: Die 1400 bislang publizierten Bücher, die große Zahl der Übersetzungen sprechen ihre Sprachen … BuchMarkt: Welcher Moment, welcher Autor, ist Ihnen in ihrer beruflichen Karriere besonders im Gedächtnis geblieben? Lojze Wieser: Anfimiadi, Albahari, Bogdanović, Camaj, Dalos, Eörsi, Fabrio, Gauß, Gruša und Gruber, Hartinger, Hafner und Handke, Javoršek, Karahasan und Kerschbaumer, Lipuš, Marinčič, Noll, Okopenko, Pevny und Prešeren, Reiter Robert, Ryšavy und Ranchev, Struhar und Skácel, Šeligo, Tatarka, Ujević, Voranc, Widner, Zielinski, Zajc und Zorzut, Žabot und viele weitere… BuchMarkt: Was war Ihr schönster Erfolg? Lojze Wieser: Die Erfindung der Reihe „Europa erlesen“ und die Geburt der „Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens“ BuchMarkt: Und Ihr traurigster Misserfolg war? Lojze Wieser: Durch Briefbomben und Morddrohungen für das Verlegen von Literatur bedroht und bestraft zu werden. BuchMarkt: Sie haben sogar eine eigene Kochserie. Was hat die mit Ihrer Tätigkeit als Verleger zu tun? Erklären Sie doch kurz, was es damit auf sich hat, wie ist die Idee entstanden?
Lojze Wieser: Der Geschmack Europas ist gleichsam die Ergänzung von Europa erlesen – die Möglichkeit, Länder und Regionen durch ihre Literatur und durch ihre Kulinarik kennenzulernen, zu erfahren, zu genießen. Es geht um das Glücksgefühl – beim Kochen wie beim Schreiben, oder dann beim Essen oder beim Lesen. Wie in der Literatur geht es auch hier um die Neuvermessung der Welt. Wir zeichnen damit auch eine literarische Landkarte. BuchMarkt: Nun kommt, aus Anlass des Jubiläums, ein neuer Band heraus: Im dreißigsten Jahr. Worum geht es hier? Lojze Wieser: Es ist eine Sammlung von jenen Texten, die mich im Lauf meines Verleger-Lebens besonders berührt haben, es ist damit auch eine sehr persönliche Verlagsgeschichte – die aber auch im Kontext mit der europäischen Verlagsgeschichte zu sehen ist. BuchMarkt: Mit welchem Argument kann der Buchhändler das am besten verkaufen? Inwiefern unterscheidet es sich zu bisherigen Werken, die bei Ihnen erschienen sind? Lojze Wieser: Dieser Band gibt einen guten Querschnitt durch die ost- und südosteuropäische Literatur, erzählt Hintergründe und macht das literarische Leben an den Rändern unserer Länder plastisch – also eine Tour d’Horizon durch unsere süd-östlichen Nachbarländer. BuchMarkt: Fokussieren Sie hier eine bestimmte Zielgruppe? Lojze Wieser: Ich erkenne das wachsende Interesse an den Literaturen dieser Länder, die Neugierde der Leser auf das teilweise noch nicht Bekannte – wir haben z. B. mit der fünfbändigen Ausgabe des Jahrhundertwerks von Miroslav Krleža Die Fahnen großes Aufsehen erregt, im Feuilleton wie bei den Lesern – weil: Mit diesem Buch wird ein Jahrhundert neu gelesen, wie in der Neuen Zürcher und anderen Besprechungen kürzlich dazu zu lesen war. BuchMarkt: Was kommt danach? Wie geht es weiter im Programm bei Wieser? Lojze Wieser: Die nächsten 30 Jahre, und mit der JungVerlegerin Erika Hornbogner weiterarbeiten. BuchMarkt: Was erhoffen Sie sich vom Jahr 2017? Lojze Wieser: Hoffnung! Aber: Das Neue und Schöne muss durchgesetzt werden. Von allein kommt nur das Falsche. „Nicht einmal unter den Blumen gibt’s Gerechtigkeit“, sagt der Villon des Balkans. | 17
Edition Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft Quer denken Herausgegeben von Horst Peter Groß bei Wieser
Peter Heintel/Hans-Jörg Rheinberger/ Felix Tretter/Wolfgang Zinggl
Wissenschaft:Kunst Sind Künstler Forscher und Forscher Künstler?
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n vier höchst unterschiedlichen Beiträgen zur Veranstaltungsreihe „Kunst|Wissenschaft|Gesell schaft – Quer denken“ versuchen Peter Heintel, Hans-Jörg Rheinberger, Felix Tretter und Wolfgang Zinggl mit ihren persönlichen interdisziplinären Zugängen die beiden „Kulturgestalten“ Wissenschaft und Kunst zu fassen. Sie arbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und überwinden dabei ihre strikte Trennung. Bei ihren „Brückenschlägen“ zwischen Wissenschaft und Kunst geht es um die Wirkung oder den Nutzen der Kunst, im Hinblick auf die Erkenntnisgewinnung um die Frage: Sind Künstler nicht auch Forscher und Forscher Künstler?
© Gerhard Maurer
Edition Kunst | Wissenschaft | Gesellschaft Quer denken bei Wieser Nr. 11 EUR 7,50 · ISBN 978-3-99029-248-8
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Dr. Horst Peter Groß Philosoph, Unternehmensberater, Leiter des Instituts zur Förderung von Wissenschaft und Forschung der Kärntner Sparkasse AG. 1988–2005 Mitglied des wissenschaftlichkünstlerischen Beirats des Universitätskulturzentrums Unikum; 1997–2003 Mitglied des Universitätsbeirats, 2003–2008 Vorsitzender des Universitätsrats der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; seit 1995 Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten.
Edition Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft Quer denken Herausgegeben von Horst Peter Groß bei Wieser
Groß /Ullrich
Kunst. Wissenschaft. Gesellschaft / Ein kulturstiftender Zusammenhang ISBN 978-3-99029-040-8
Wuketits/Heintel
Ein optimistischer Blick auf den Pessimismus
ISBN 978-3-99029-042-2
ISBN 978-3-99029-048-4
Kotrschal/Schwarz
Heintel/Pietschmann
Das Ganze und seine Teile – die Elemente und das Elementare ISBN 978-3-99029-141-2
Brock/Liessmann
Die (Natur-)Geschichte von Gut und Böse
Grenzen (in) der Kunst
ISBN 978-3-99029-086-6
ISBN 978-3-99029-122-1
Dem Konsumismus trotzen!?
ISBN 978-3-99029-142-9
ISBN 978-3-99029-085-9
Liessmann/Schlee
Die Wesensentstehung des Menschen im Naturbezug
Gronemeyer / Ullrich
Boeckelmann/Dörfler
Phantasie und Konstruktion von Möglichkeiten
Liessmann/Ullrich/ Strasser /Kaeser
Vom Kopf zur Hand, … und dazwischen eine ganze Welt ISBN 978-3-99029-176-4
Bammé/Schwägerl
Der Mensch und die Erde. Ein gestörtes Verhältnis!? ISBN 978-3-99029-218-1
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Kritik und Galanterie Eine Einführung in Montesquieus belletristisches Werk
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ieht man von den Lettres persanes (Perserbriefen) ab, die Montesquieu im Jahr 1721 sofortige Bekanntheit und sogar Ruhm zunächst in Frankreich und nachfolgend in ganz Europa eintragen, so ist von seinem dichterischen Werk sonst nichts bekannt. Alle haben seinen Namen schon gehört. Wollte man aber weiter danach fragen, wer der Mann war, was er geschrieben und von welchen Stürmen seiner Zeit er sich hat bewegen lassen, dann würde man allenfalls stammelnd das Wort „Gewaltenteilung“ als Antwort bekommen. Mehr kommt selten, meist sehr viel weniger. Als kritisch-galanter Dichter ist Montesquieu jedenfalls ganz unbekannt. Grund genug, sich ihm zu widmen und sein belletristisches Werk vorzustellen. Von der Seelenwanderung in der Wahrhaftigen Geschichte bis zur erotisierenden Liebesgeschichte im Tempel von Gnidos bis hin zur fiktiven Rechenschaft, die der römische Diktator Sulla dem Philosophen geben muss.
ca. 160 Seiten, ultramarin 004 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-266-2 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Juni
© Foto: Alfred J. Noll
Als Dichter kommt uns Montesquieu zunächst in den Blick. Er ist ein Erbe der klassischen Moralisten des 17. Jahrhunderts und steht in einer Linie mit Pascal, La Rochefoucauld, Nicole und La Bruyère. Montesquieu zeigt sich uns, noch bevor wir ihn als Staatsphilosophen und komparativen Historiographen kennenlernen, geprägt von einer méthode de moral comparée, er ist als Dichter vergleichender Moralist.
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Alfred J. Noll Geboren 1960 in Salzburg. Studium der Rechtswissenschaft und Soziologie. Seit 1992 Rechtsanwalt in Wien mit den Schwerpunkten Urheber- und Medienrecht. – Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt Der rechte Werkmeister. Martin Heidegger nach den Schwarzen Heften (Köln 2016) und John Locke und das Eigentum (Wien 2016). Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2016.
1968: „Stimmung – durchschnittlich“ Eine Montage 1968 – ein symbolisches Jahr: ◆ Prager Frühling. ◆ Pariser Revolte. ◆ Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in der Tschechoslowakei. ◆ Studentenproteste weltweit.
50 Jahre danach legt nun György Dalos eine persönliche Betrachtung dieser schicksalhaften Jahre in einer Montage vor. Selbst 50 Jahre später bekommt man Herzklopfen.
ca. 32 Seiten, ultramarin 005 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-264-8 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: August
György Dalos 1943 in Budapest geboren, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis sowie zuletzt mit dem Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung. Seine Erzählungen und Geschichtsbücher wurden in vierzehn Sprachen übersetzt.
© Foto: Wikimedia Commons
Offensichtlich war auch die Stimmung der Parteimacht durchschnittlich in dem sonderbaren Schaltjahr 1968, als sie den Richtern einen goldenen Mittelweg empfahl. In dessen Zeichen erhielt Gyuri Pór zweieinhalb Jahre Haft, die anderen neun Angeklagten weniger und die meisten erhielten eine Bewährungsstrafe. Vielleicht war dieses relativ glimpfliche Strafmaß ein Akt der Dankbarkeit gegenüber uns, die wir in unserer Dummheit die Anklage selbst auf Tellern serviert hatten.
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Europa.USA.3.0 Werte.Interessen.Perspektiven
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or 70 Jahren initiierte US-Außenminister George C. Marshall einen Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der zerstörten Länder Europas. Seit damals sind die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der USA und Europas enger verknüpft als je zuvor. Vor diesem Hintergrund widmet sich der 7. Pfingstdialog „Geist & Gegenwart“ dem Thema „Europa.USA.3.0“. Wie gestaltet sich das Verhältnis der USA zur EU und zu deren einzelnen Mitgliedstaaten? Welche Perspektiven und Interessen gibt es in Bezug auf Schauplätze der Weltpolitik – vom Nahen Osten über Ukraine/Russland bis hin zum pazifischen Raum? Wo stehen Europa und die USA hinsichtlich ihrer Ökonomien und ihrer Innovationskraft? Welche Bedeutung hat die Marktmacht von Unternehmen wie Google und Facebook und was erwartet Europa von der neuen US-Administration? Diese und weitere brennende Fragen der gemeinsamen Wertebasis sowie unterschiedlicher Interpretationen und Interessen werden beim Pfingstdialog in Seggau von renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft erörtert.
ca. 200 Seiten, Englische Broschur EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-249-5 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: Oktober
Lojze Wieser 1954 geboren, lebt als Verleger in Klagenfurt/Celovec und legt den Schwerpunkt seines Programms auf südosteuropäische Literatur. Die Reihe Europa erlesen und die Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens erreichten Kultstatus. Zuletzt erschienen: Im dreißigsten Jahr (wtb 30); „… und darin fliegt eine Schwalbe“. Meine Lieblingsgedichte. (Zweite erweiterte Auflage, wtb 15); Europa Erlesen Jubiläumsband Europa! 22 | Herbst ’17
© Foto: Wieser Archiv
© Foto: Privat
Herwig hösele geb. 1953 in Graz, Generalsekretär des Zukunftsfonds der Republik Österreich und Koordinator von Geist & Gegenwart, Vorsitzender des Club ALPBACH Steiermark, früherer Präsident des Bundesrates, in zahlreichen Demokratiereform-Initiativen ehrenamtlich und publizistisch tätig
Primož Trubar Romanisierte Biografie Wir müssen Kultur schaffen, Kultur kann aber nur mit dem Buch geschaffen werden. (Primož Trubar in: Eni dolgi predguvori/Eine lange Vorrede)
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ca. 350 Seiten, wtb 034 EUR 13,95 · ISBN 978-3-99029-267-9 Auch als E-Book erhältlich Aus dem Slowenischen von Richard Götz und Metka Wakounig
rimož Trubar oder Primus Truber (1508–1586), geboren in Unterkrain, studierte in Rijeka, Triest, Salzburg und auch in Wien. Zu diesen freiwilligen Aufenthalten in der Fremde kam das Schicksal der Verbannung, der Flucht und Vertreibung durch die tiefgreifende Gegenreformation in Slowenien. Durch dieses am eigenen Leib erfahrene Geschick war es ihm ein Anliegen, für die kulturelle, sprachliche und religiöse Vielfalt nicht nur in seiner slowenischen Heimat, sondern in ganz Europa einzutreten. Gesellschaftliche Diversität führte für ihn nicht zu einem unverbindlichen Relativismus. Aufgrund seiner evangelischen Überzeugungen wusste er sich in der pluralen Welt eindeutig auf die Seite derer gestellt, die marginalisiert sind, die um ihre Rechte als Minderheiten zu kämpfen haben, die die Solidarität aller brauchen. Primož Trubar hat eine große Zahl von Druckschriften hinterlassen. Darunter befindet sich das erste Buch in slowenischer Sprache, der Catechismus in der Windischen Sprach, der 1550 in Tübingen gedruckt wurde. Der Untertitel ist slowenisch: Anu kratku Poduuzhene skaterim vsaki zhlouik more nebu pryti, auf Deutsch: Eine kurze Anleitung, mit welchem jeder Mensch in den Himmel kommen kann. So wurde er zum Schöpfer der slowenischen Schriftsprache, was die Republik Slowenien bis heute würdigt, indem sie sein Portrait auf die Rückseite der 2-Euro-Münze prägt und – obwohl die Evangelischen in Slowenien zahlenmäßig eine kleine Minderheit sind – als einziges Land in Europa den Reformationstag (31. Oktober) als Nationalfeiertag begeht.
JoŽe javorŠek Geboren 1920 in Velike Lašče, gestorben 1990 in Ljubljana. 1941–1945 Teilnahme am Volksbefreiungskampf in Slowenien; Studium der vergleichenden Literatur in Paris/Sorbonne und der Dramaturgie in Ljubljana; Direktor von Radio Ljubljana; Sekretär des Präsidenten der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Publizierte mehrere Gedichtbände, zahlreiche Dramen, Romane, Essays und Polemiken.
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(Aus dem Vorwort von Bischof Michael Bünker)
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Maiglöckchen Prosa © Foto: Wikipedia
Elf Kindheitsgeschichten Aus dem Slowenischen neu übersetzt von Klaus Detlef Olof, 1993 Nachwort von Karl-Markus Gauß PreŽihov Voranc (Lovro Kuhar), geb. 1893 in Kotljke/Köttlach, gest. 1950 in Maribor. Waldarbeiter, Autodidakt. 1933 erste Novelle; ab 1930 politisches Exil, Paris und Wiener Gefängnisse; 1942–1945 KZ Sachsenhausen, Mauthausen; Romane und einige Novellenbände. Das Buch Maiglöckchen, slowenisch in zahlreichen Neuauflagen gedruckt und in viele Sprachen übersetzt. Aus dem Slowenischen von Klaus Detelev Olof.
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indschaft ist keine Idylle. Naiv, wer glaubte, das Kind sei naiv, kindisch, wer sich ihm so nähert. In Prezihov Voranc’ elf Kindheitsgeschichten, eindringlich und leise erzählt, erscheinen Kinder nicht als kleine Erwachsene, vielmehr sind sie (noch) ganz Mensch. Erlebnisse und Begebnisse, frühe Müh’, schroffer Verweis, aber auch Wärme und Zuneigung an den kargen Alpenhängen, auf der Pacht, dem Keuschlerhof, am Rand des Dorfs und auf dem Weg in die Stadt – wahrgenommen im Kindblick. Keine alters(allzu) weise Suche nach der verlorenen Kindschaft, nicht die gesuchte Erinnerung, einfach aufgehobenes Leben. „Maiglöckchen“ – das letzte Buch von Prezihov Voranc.
ca. 160 Seiten, wtb 035 EUR 12,95 · ISBN 978-3-99029-268-6 Auch als E-Book erhältlich
Fremdfahrt © Foto: Wieser Archiv
Gedichte und Eskapaden
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Erik Adam geb. 1948 in Hollabrunn, Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Salzburg, von 1975 bis 2013 zunächst Assistent, dann Professor für Erziehungswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; einige Jahre Kulturpublizist bei der Kleinen Zeitung; neben zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten auch Prosa, Essays und Lyrik. Zuletzt bei Wieser: Vorwort zu Günther Nenning, Wenn ich an Handke denke, denke ich an Dante
24 | Herbst ’17
as ist eine Fremdfahrt? Heimkehr in eine künftige oder tatsächlich noch fremdere Fremde? Des Dichters Fremde ist ein Ort und eine Zeit. Des Dichters Fahrt geschieht auf dem Fluss der Sprache, die – manchmal – wie in einem einzigen Wort oder einer einzigen Verszeile – auch nur in Form eines Bächleins daherkommen will. Die Fahrt in diesem Buch beginnt im zweisprachigen Südkärnten, geht über Italien und Frankreich und endet in Jesenice. Fremdfahrt ist eine Komposition, die mehrere Leseweisen anbietet, heterogen diese Wortansammlung, verschiedenste Ansätze im Formalen. Erfrischend an diesen Gedichten ist allemal, dass einem kein redseliger Wortschwall ungefragt daherkommt und dass einen kein Ausdruck subjektiver Befindlichkeit hier überschwemmen möchte.
ca. 160 Seiten, wtb 038 EUR 13,95 · ISBN 978-3-99029-260-0 Auch als E-Book erhältlich
Bai Ganju, der Rosenölhändler Prosa
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Aleko Konstantinow geb. 13. Januar 1863 in Swischtow an der Donau, Übersetzer, Autor, Satiriker, politischer Aktivist, Weltreisender, Mitbegründer des bulgarischen Wandervereins, nach ihm sind ein Gipfel im Rila-Gebirge, eine Berghütte im Witoscha-Gebirge und ein Fels in der Antarktis benannt, ermordet 23. Mai 1897 in Radilowo bei Pasardschick. Rumen Milkow (Hg.) Zuletzt bei Wieser: Nach Chicago und zurück (wtb 27), lebt in Berlin und Bulgarien.
© Foto: wikimedia commons
ca. 120 Seiten, wtb 036 EUR 11,95 · ISBN 978-3-99029-269-3 Auch als E-Book erhältlich
in Klassiker der bulgarischen Literatur, der bisher vier Mal ins Deutsche übertragen wurde. Nun liegt die Übersetzung von Georg Adam, Hartmut Herboth und Norbert Randow vor. Bai Ganju ist die populärste und zugleich die umstrittenste Figur der bulgarischen Literatur. Das liegt daran, dass der „mobile Rosenölhändler“, der mit Bauernschläue, Geiz und Kaltschnäuzigkeit durch halb Europa reist und dann nach Bulgarien zurückkehrt, eigentlich nichts Liebenswertes. Genau dies scheinbar Unmögliche gelingt dem „bekennenden Bulgaren“ und überzeugten Europäer Aleko Konstantinow (1863–1897). „Der Glückliche“, wie er sich selbst auch nennt, lässt den Leser Platz nehmen im Kreise seiner Freunde und Kollegen, in dem er, so die Legende, seine „unwahrscheinlichen Geschichten“ über Bai Ganju „lach-getestet“ haben soll. Ein zeitloses Lesevergnügen – zum Lachen und zum Weinen zugleich.
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Europa Erlesen Porto
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ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-85129-367-8 Erscheinungstermin: Oktober
orto, seit Jahrhunderten das Handelszentrum Nordportugals und die zweitgrößte Stadt des Landes, „überrascht durch seine erhabene Lage“, wie schon der berühmte Botaniker Heinrich Friedrich Link feststellte. Und nirgends bietet die „Reiterstadt, die ihre Granithufe in den Fluß taucht und die Hügel im Galopp nimmt“, dem Zugreisenden einen gewaltigeren Anblick als von der Bahnbrücke über dem Douro. Mit José Saramago, Nobelpreisträger des Jahres 1997, beginnen wir unseren Rundgang auf den „Stufen der Wahrheit“, gehen hinunter zur Ribeira, wo Manuel de Oliveira seinen Kultfilm Aniki-Bobo drehte, und erfahren von Duque, dem „Flußherzog“, wie man die Leichen aus dem Douro fischt; wir essen in dem einst verrufenen und heute „gentrifizierten“ Viertel Barredo mit Fernando Pessoa „Kutteln nach Porto-Art“; lauschen dem Monolog der 85-jährigen „Ferreirinha“, in deren „Charakter einer Nordportugiesin weder die Niederlage noch die Klage, noch die Ungeduld, noch die Melancholie“ zu finden sind. Porto, das ist auch die Stadt der Freiheit, wo Ende des 19. Jahrhunderts der erste Versuch stattfand, eine Republik zu errichten, und von wo während des Spanischen Bürgerkriegs über Schleichwege nach Galicia Unterstützung für die rojos kam. Schließlich suchen wir noch die letzten „hartnäckigen Widerständler der Gegenwart“ auf, die, so wie wir, wohl keine Ahnung hatten, dass einst Trotzki in ihrer Stadt bei einem Musikologen Zuflucht fand.
Ilse Pollak (Hg.): Geboren in Leibnitz, Steiermark. Studium der Romanistik in Wien und Paris, Promotion, von 1976 bis 1984 Universitätslektorin in Portugal, arbeitet nach ihrer Rückkehr aus Portugal als Übersetzerin und Publizistin, Lusitanistin aus Leidenschaft. Zahlreiche Reportagen, Essays zur portugiesischen und Triestiner Literatur. Zuletzt bei Wieser: Slataper, Mein Karst, EE Literaturschauplatz.
Katalog Europa erlesen soll eine Schatzsuche und zugleich Entdeckungsreise sein nach einem Gobelin der Kulturen und der Verknüpfung von Bildern. Aus der Vielzahl bekannter und unbekannter Namen soll ein ganzheitliches Bild der Stadt, der Region, der Menschen, ihrer Sinne, ihrer Gefühle und ihrer Träume werden und es möchte die Weiterentwicklung von Voltaires Satz „Europa kennen, Europa erkennen“ in „Europa kennen, Europa erkennen, Europa erlesen“ sein. Zwanzig Jahre und 200 Bände später haben die Gedanken, mit denen wir die Reihe Europa erlesen ins Leben geleitet haben, nichts an Aktualität verloren. Lesen wir also weiter. Europa kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg.
28 Seiten, ISBN 978-3-99029-277-8 Bestell-Nr.: 9783851299823 (bei Mohr Morawa) Kostenlos lieferbar Link: www.wieser-verlag.com/europa-erlesen
26 | Herbst ’17
Europa Erlesen Yorkshire
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orkshire ist, wo weite Moorlandschaften auf das einsame Meer treffen. Lassen Sie sich von Emily Brontë zeigen, wie der Wind durch die Heidelandschaft fegt, von Daniel Defoe durch das römische York führen und lesen Sie wie John Betjeman Liebe im Lakritzfeld fand. Aber Yorkshire ist auch der industrielle Motor Englands: George Orwell besichtigte Minen und Maschinen, um von Ruß und Revolution zu berichten, Ted Hughes dichtete von der Kehrseite der Zivilisation, und seien Sie aus sicherer Entfernung dabei, wenn Bram Stokers Dracula in Whitby an Land geht und die Natur aus den Fugen gerät. Nirgends lässt sich die Schönheit und Vielfalt Englands besser Erfahren als in Yorkshire, wo verwilderte Landschaften und faszinierende Städte auf Entdeckung warten.
ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-271-6 Erscheinungstermin: Oktober
Sebastian Raho (Hg.): geboren 1987, schreibt und plant Räume. Er studierte an der London School of Economics und hat Wurzeln im Norden Englands. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Übersetzungen aus dem Englischen und Amerikanischen für mehrere Bände der Reihe Europa erlesen.
Hong Kong
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uf den Spuren des Austauschs zwischen Europa und Asien: Hong Kong ist Metropole und Landschaft zugleich. In dieser Inselwelt an der Mündung des Perlflusses ist eine Stadt entstanden, die durch ihre dichte Architektur beeindruckt. Eine Reise von Bucht zu Bucht führt aber nicht nur zu Wolkenkratzern und Containerhäfen, sondern auch zu kleinen Fischerdörfern und Waldpfaden. Sofort wird spürbar, dass sich an dieser Stelle seit Jahrhunderten verschiedene kulturelle Einflüsse verbinden. Ausflüge in die Umgebung führen nach Guang zhou und nach Macau. An den Orten des Kontakts werden gemeinsame asiatische und europäische Geschichten geschrieben. Von Insel zu Insel, von Kontinent zu Kontinent: Hong Kong ist eine Erzählung der Bewegung.
ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 78-3-99029-273-0 Erscheinungstermin: November
Thomas Kohlwein (Hg.): geboren 1988 in Bruck an der Mur. Studium der Urbanistik in Wien, New York und Sydney. Bereits im Wieser Verlag erschienen: Europa Erlesen Wien Südbahnhof (2010) und Europa Erlesen Neuseeland (2012), Schweiz Takt (2014), Europa Erlesen Greater London (2016). | 27
WIESER ENZYKLOPÄDIE DES EUROPÄISCHEN OSTENS
Europäer und Russen Wahrnehmungen aus einem Jahrtausend WEEO · Band 20.2
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© Foto: Privat
m Missverständnissen vorzubeugen: Selbstverständlich sind Russen ebenfalls Europäer, sofern sie nicht ethnisch, sprachlich, kulturell anderen, also außereuropäischen Bevölkerungen angehören. In diesen Essays werden nun sozial- und kulturgeschichtliche Wechselseitigkeiten (im Sinne Kopitars, 1810), Wahrnehmungen Russlands und der Russen durch Nichtrussen, hier Europäer, aus einem Jahrtausend behandelt. Sie beginnen im 11. Jahrhundert mit der Cronica (1012–1018) des Thietmar von Merseburg (975–1018) und der altrussischen Nestor-Chronik (11./13. Jh.) der Mönche um Nestor (1056–1114) des Kiever Höhlenklosters und reichen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie stammen von europäischen Gelehrten, Diplomaten, Schriftstellern, Reisenden sowie von „russischen Europäern“ aus mehreren Jahrhunderten und werden auch repräsentiert von russischen Zaren des 17. bis 19. Jahrhunderts und ihren vielfachen dynastischen Beziehungen zu europäischen Königsund Fürstenhäusern. Begründungen der europäischen Russlandkunde in Jahrhundertberichten (Herberstein (16.), Olearius (17.), Weber (18.) und Haxthausen (19. Jh.) bilden einen Mittelpunkt. Europäische und russische gegen-, also „wechselseitige“ Beziehungen und Wahrnehmungen (Fonwizin, Karamzin, Danilevskij, andere) sowie europäisch-russische Soziotope („russische Vorstadt“ bei Moskau, „Charlottengrad“ in Berlin) werden mit ihren sozial- und kulturgeschichtlichen Bedeutungen und Folgen behandelt. Unter Miscellanea Rossica (Schlözer, de Custine, Fröbel, andere) werden europäische Wahrnehmungen Russlands und der Russen vor allem aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie besondere Ausbildungen des Verhältnisses, der Beziehungen Russland/Russen – Europa/Europäer vice versa wie Ursachen und Wirkungen des Panrussismus und des Eurasismus dargestellt. Den Abschluss bilden europäische Wahrnehmungen des bolschewistischen Terrors (Lenin, Stalin) von 1918 bis 1938. Ein Dokumentenanhang, ein Kommentiertes Personenregister und eine Auswahlbibliografie vervollständigen den Band.
28 | Herbst ’17
W E E O EurOpäEr und russEn
20.2
WEEO · Band 20.2 Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens EUR 49,90 ISBN 978-3-99029-263-1 Erscheinungstermin: Oktober
Wolfgang Geier Geboren 1937, Dr. phil. habil., Kulturhistoriker, Kultursoziologe; kulturwissenschaftliche Forschung und Lehre, bis 2000 Universität Leipzig, von 2000 bis 2014 Gastprofessor an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; 1995 bis 2009 acht Monografien zur vergleichenden Kulturgeschichte osteuropäischer Regionen; in der WEEO, Wieser Verlag Klagenfurt/Celovec, Juden in Europa. Historische Skizzen aus zwei Jahrtausenden (2012), Roma im Osten Europas. Sozial- und kulturgeschichtliche Skizzen aus fünf Jahrhunderten (2014), Östlich des 15. Längengrades. Beiträge zur Geschichte Ostmittel-, Ost- und Südosteuropas (2016); Gründer und Herausgeber der Zeitschrift für Kultursoziologie (im 26. Jg.); Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte; zehn Beiträge zu Sammelbänden (2009 bis 2017): Europäische Wissenschaftsbeziehungen, Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt (gegr. 1754).
GruŠa Werkausgabe
Gedichte I Tschechische Gedichte
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ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-258-7 Erscheinungstermin: Oktober
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-140-5 Auch als E-Book erhältlich
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-165-8 Auch als E-Book erhältlich
ie tschechischen Gedichte von Jiři Gruša werden hier zum ersten Mal in deutscher Sprache vorgelegt, übersetzt von Eduard Schreiber. Gruša konnte in der beginnenden kulturpolitischen Lockerung der sechziger Jahre in Prag drei Gedichtbände veröffentlichen: Torna (Tornister), 1962, Svetla lhuta (Helle Frist), 1964, und gerade noch nach dem Einmarsch der Warschauer Paktstaaten 1969: Cviceni muceni (Pein lernen). Im letzten Titel ist angekündigt, wogegen er sich stemmen musste von Anfang an: gegen den politischen Druck der kommunistischen Partei. So war seine Anstrengung eine doppelte: seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigene Sprache zu finden, was ihm dann auch gelang. Seine Lyrik wurde zu einer eigenwilligen Stimme der tschechischen Poesie. Der vierte Band ist dann 1975 im Untergrund erschienen: Modlitba k Janince (Gebet für Janinka). Gruša steht in der Tradition der tschechischen Avantgarde: seine Schöpfung neuer Wörter, die nicht immer zu übersetzen sind, weil sie in keinem Wörterbuch stehen, zeigen ihn als einen Meister des Sprachspiels, der sich nicht nur dem politischen Druck entzieht, sondern auch dem der Alltagssprache. Der Band wird ergänzt durch einzelne Gedichte, die nach 1982 erschienen, und einige unveröffentlichte Gedichte aus den Tagebüchern.
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-183-2 Auch als E-Book erhältlich
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-091-0 Auch als E-Book erhältlich
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-092-7 Auch als E-Book erhältlich
EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-213-6 Auch als E-Book erhältlich
EUR 21,00 ISBN: 978-3-99029-247-1 Auch als E-Book erhältlich
Die Werkausgabe soll im Jahr 2018 abgeschlossen werden.
Jirˇí Gruša geboren 1938 in Pardubice (Böhmen), gestorben 2011 in Bad Oeynhausen, Studium der Philosophie und Geschichte an der Prager Karls-Universität. Mitwirkender am Prager Frühling; Journalist, Lyriker, Prosaist, Essayist, Übersetzer, Arbeitsloser, Schriftsteller, Intellektueller, Dissident, Politiker, Botschafter und inniger Freund von Václav Havel. Präsident des Internationalen P.E.N.; von 2005 bis 2009 Direktor der Diplomatischen Akademie Wien; zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.
© Foto: Wieser Archiv
Bisher sind erschienen: Band 1, Essays und Studien bis 1989 (Essays I); Band 3, Mimner oder Das Tier der Trauer (Prosa I); Band 4, Erzählungen (Prosa II); Band 5, Der 16. Fragebogen (Prosa III); Band 9, Beneš als Österreicher (Essays III); Band 6, Dr. Kokeš – Meister der Jungfrau (Prosa IV) ); Band 2, Essays und Studien ab 1990 (Essays II).
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Brauner Werkausgabe
Ein Attentat Roman
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© Foto: Wieser-Archiv
er „Held“ dieser Geschichte … nein: er ist alles eher als ein Held … also der „Datensammler“, der „Tatsachensammler“ … aber es sind ja keine „Tatsachen“, nicht einmal Daten, was sich da mit scheinbarer Konsequenz eins nach dem anderen abspielt, als gäbe es da einen zwingenden Zusammenhang. Dabei sind es bestenfalls Vermutungen, „Verdächtigungen“, die dieser „Held“ zu Papier bringt. Um erst zuletzt zu begreifen, dass jede „Wirklichkeit“ nicht mehr als eine Möglichkeit ist … wie, wann und wo sich das zuträgt, wovon hier die Rede ist. Wenn der „Held“ dieses Berichts sein bisheriges Leben Revue passieren lässt, kann er damit beginnen, was alles er erreicht hat: in jungen Jahren schon in einer vielversprechenden Stellung in einem wichtigen Staatsamt ... verlobt mit einer jungen Frau, die nicht nur sehr hübsch, sondern Tochter aus sehr reichem Haus ist, wo ihn neue Aufgaben, neue Chancen und neuer Reichtum erwarten. Alles so vielversprechend, bis zu dem Augenblick … … bis zu dem Augenblick, da er im Gerümpel einer zu seiner Wohnung gehörenden Mansarde ein Stück Eisen, nein: nicht einfach Eisen, sondern eine Lafette und das dazu gehörende Maschinengewehr entdeckt. Direkt auf die unten vorbeiführende Mariahilfer Straße gerichtet, über die heute oder morgen oder übermorgen, jedenfalls dieser Tage noch, der aus der UdSSR angereiste Staatsgast, kein Geringerer als Nikita Chruschtschow fahren wird, auf dem bei diesen Gelegenheiten üblichen Weg von seiner Suite im Hotel Imperial hinaus zum Schloss Schönbrunn. Klar ist sogleich: Hier wird ein Attentat vorbereitet! Aber von wem? Seinen Feinden hierorts, glühenden Antikommunisten, zusammen mit dem hiesigen Geheimdienst? Oder von seinen eigenen Leuten, die ihn hier beiseite schaffen wollen? Und was soll er, der Held oder Unheld dieser Geschichte jetzt tun? Anzeige erstatten, bei Polizei oder dem hiesigen Geheimdienst? Also das Attentat verhindern? Oder geschehen lassen? Da müsste man vorher wissen, wer dieses Attentat verüben will. Wer wofür oder wo steht. Vor allem aber: wo man selbst, der Held oder Unheld dieser Geschichte steht. Auf die Suche nach dem Attentäter, aber mehr noch auf die Suche nach sich selbst sieht sich der Held oder Unheld dieser Geschichte gestoßen. Denn wo und wofür steht er selbst? Was soll er verhindern oder geschehen lassen und somit selbst betreiben? Und warum dieses oder warum jenes? Und so geht es schließlich nicht um ein Attentat, das geschieht oder nicht geschieht, sondern um den Platz, den der Held oder Unheld dieser Geschichte für sich finden muss.
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ca. 250 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-257-0 Erscheinungstermin: November Band 1 Die Schalen des Zorns Roman ISBN 978-3-99029-134-4 ◆ Band 2 Der Bund Roman ISBN 978-3-99029-145-0 ◆ Band 3 Jenseits von Sodom Roman ISBN 978-3-99029-148-1 ◆ Band 4 Die wundersame Päpstin Roman ISBN 978-3-99029-147-4 ◆ Band 5 Die Mühlfelds Der wahre Roman meiner Familie ISBN 978-3-99029-149-2 ◆ Band 6 O Böhmerwald! Eine Familiensaga in drei mal zwölf Gesängen ISBN 978-3-99029-150-4
Band 7 Struldbrugs Roman ISBN 978-3-99029-146-7 ◆ Band 8 Parallelwelten Nur ein Roman ISBN 978-3-99029-152-8 ◆ Band 9 Srinagar und andere Nacherzählungen ISBN 978-3-99029-151-1 ◆ Band 10 Befreiung Vier Erzählungen ISBN 978-3-99029-153-5 ◆ Band 11 Theater ISBN 978-3-99029-154-2 E-Book ISBN ◆ Band 12 „Ich“ und alles Versuch einer Standortbestimmung, 104 Seiten ISBN 978-3-99029-196-2
Ernst Brauner geboren 1928 in Wien; Studium der Philosophie, Germanistik, Theaterwissenschaften; als Chefredakteur und Verlagsleiter in der Medienbranche tätig. Zuletzt bei Wieser: Struldbrugs. Eine Chronik aus den ersten Jahrzehnten des dritten Jahrtausends (2008). Die wundersame Päpstin. Ein Schelmenroman (2009). Jenseits von Sodom (2010). Die Mühlfelds (2011). O Böhmerwald! (2012), Srinagar (2013), Parallelwelten (2014), Befreiung (2015), Die Schalen des Zorns, Werkausgabe Band 1 (2015), Der Bund, Werkausgabe Band 2 (2015), Werkausgabe in 12 Bänden (2016), Unter dem Fieberbaum (2016)
Pevny Gesamtausgabe
Theaterstücke
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WILHELM PEVNY Geboren 1944 in Wallersdorf (Niederbayern), 1946 Übersiedlung nach Wien – Studium der Theaterwissenschaften, 1967–1969 Sprachlehrer in Paris. Theateraufführungen u. a. am Akademietheater, Volkstheater Wien und La Mama, New York. Fürs Fernsehen schrieb er gemeinsam mit P. Turrini die Alpensaga. In Mosambik drehte er 1985 den Film Safari. Die Reise. Zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele, Bearbeitungen und Romane. Im Wieser Verlag erschienen: Palmenland (2007), Luft (2009), Erschaffung der Gefühle (2013), Im Kreis und im Rahmen der Gesamtausgabe die Romane Trance, Mord und Aus heiterem Himmel (2016–2017).
© Raphael Sikora
ca. 400 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-256-3 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: November
eine ersten Theaterstücke hat Pevny als kaum Sechzehnjähriger verfasst. 1968 wurde mit Flipper sein erstes Stück im neugegründeten Cafétheater hinterm Graben unter der Regie von Götz Fritsch uraufgeführt. Weitere „strukturelle Stücke“ folgten. Stets versuchte der junge Pevny, formal und inhaltlich an Grenzen zu gehen, etwa mit seinem Rais, der auf neun Bühnen gleichzeitig spielt und das Leben und letale Wirken des legendären Zeitgenossen von Jeanne d’Arc Gilles de Rais in einer Art Sprechoper abhandelt. Pevnys Arbeiten waren immer stark mit der Nähe zu Theaterschaffenden und Spielstätten verbunden, etwa dem Café- und Ensembletheater, dem WLT und in späteren Jahren dem echoraum. Seine Arbeiten finden sich aber auch auf herkömmlichen Bühnen wieder, wie dem Akademie- und Volkstheater Wien. Durch die Alpensaga konnte er, wie er sagt, sich den Luxus leisten, nicht jedes Stück, das er schrieb unbedingt anbieten zu müssen. So finden sich in diesem Sammelband etliche Werke, die man bislang noch nicht zu Gesicht bekam. Sie alle sind – im Laufe der Zeit stilistisch wechselnd – vom Drang nach neuen Wegen oder von extremer Suche nach Antworten geprägt.
Bereits erschienen
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Eine Reihe also, die man nicht genug loben kann, weil sie, ganz egal, wohin die Reise geht, alles volkstümelnd Postkartentaugliche klug umschifft. (jole, Tiroler Tageszeitung, 16. 4. 2017)
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Katalog Herbst 2017 Art Director: Lojze Wieser Redaktion: Erika Hornbogner, Silvia Krause Grafische Umsetzung: Dietmar Schöffauer Lektorat: Josef G. Pichler
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Vom Winde verweht?
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