Skip to main content

Romeo und Julia auf dem Dorfe - ELI Readers

Page 1

ERWACHSENE

LEKTÜREN

Hörtextes zum Herunterladen

NIVEAU 2

Romeo und Julia auf dem Dorfe

- Vereinfachter und gekürzter Text mit Erklärung schwieriger Wörter als Fußnoten - Übungen zu Leseverständnis, Wortschatz und Grammatik - Übungen zur Prüfungsvorbereitung A2 - Abschlusstest

GOTTFRIED KELLER ROMEO UND JULIA AUF DEM DORFE

ROMEO UND JULIA AUF DEM DORFE

Zwei Bauern leben als gute Nachbarn in einem Dorf, bis sie in Streit geraten und innerhalb weniger Jahre alles Geld und die Bauernhöfe verlieren. Trotz der großen Feindschaft zwischen den Familien verlieben sich ihre Kinder Sali und Vrenchen ineinander. Die beiden jungen Leute wissen, dass ihre Liebe keine Zukunft hat, und beschließen, wenigstens ein einziges Mal einen richtig schönen Tag zusammen zu verbringen, bevor ihre Wege sich trennen … In seiner Adaptation des großen Shakespeare-Klassikers «Romeo und Julia» hat Gottfried Keller die Handlung in ein Dorf irgendwo in der Schweiz des 19 Jahrhunderts versetzt.

GOTTFRIED KELLER

Gottfried Keller

NIVEAU 2

ELI-Lektüren: Texte für Leser jeden Alters. Von spannenden und aktuellen Geschichten bis hin zur zeitlosen Größe der Klassiker.

Themen Gesellschaft Freundschaft und Feindschaft Schuld und Ehre A1

START DEUTSCH 1

NIVEAU 2

A2

GOETHE-ZERTIFIKAT A2

NIVEAU 3

B1

GOETHE/ÖSD-ZERTIFIKAT B1

NIVEAU 4

B2

GOETHE-ZERTIFIKAT B2

Klassiker

DAF A 2

N RE e Ü orf KT D l. E m -2 .r. I L de 08 I s EL uf 35 EL E ia a 36N l -5 SE Ju 8 H nd 8-8 AC u 97 W eo N ER om ISB R

Anleitung zum Download der kostenlosen H örtexte auf der hinter en Umschlagklap pe.

ERWACHSENE ELI LEKTÜREN

NIVEAU 1

DAF A2

ERWACHSENE

LEKTÜREN


ERWACHSENE

LEKTÜREN

ELI-Lektüren: Texte für Leser jeden Alters. Von spannenden und aktuellen Geschichten bis hin zur zeitlosen Größe der Klassiker. Eine redaktionell anspruchsvolle Bearbeitung, ein klares didaktisches Konzept und ansprechende Illustrationen begleiten den Leser durch die Geschichten. So lernt man Deutsch wie von selbst!

A2


Die FSC™-Zertifizierung garantiert, dass das für diese Veröffentlichung verwendete Papier aus zertifizierten Wäldern stammt und damit weltweit eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft unterstützt.

Für diese Reihe an Lektüreheften wurden 5000 Bäume gepflanzt.


Gottfried Keller

Romeo und Julia auf dem Dorfe Nacherzählt von Barbara Sauser Illustrationen von Valentina Malgarise

ERWACHSENE

LEKTÜREN


Romeo und Julia auf dem Dorfe Gottfried Keller Nacherzählt von Barbara Sauser Übungen: Barbara Sauser Illustrationen: Valentina Malgarise ELI-Lektüren Konzeption: Paola Accattoli, Grazia Ancillani, Daniele Garbuglia (Art Director) Grafische Gestaltung NO CODE - Publishing&VisualDesign Produktionsleitung Francesco Capitano Fotos Shutterstock © 2022 ELI S.r.l. B.P. 6 - 62019 Recanati - Italien Tel. +39 071 750701 Fax +39 071 977851 info@elionline.com www.elionline.com Verwendeter Schriftsatz: Monotype Dante 11,5/15 Druck in Italien: Tecnostampa – Pigini Group Printing Division Loreto, Trevi ERA 240.01 ISBN 978-88-536-3508-2 Erste Auflage Februar 2022 www.eligradedreaders.com


Inhalt 6

Hauptfiguren

8

Vor dem Lesen

10

Kapitel 1

18

Aufgaben

20

Kapitel 2

28

Aufgaben

30

Kapitel 3

38

Aufgaben

40

Kapitel 4

48

Aufgaben

50

Kapitel 5

58

Aufgaben

60

Kapitel 6

70

Aufgaben

72

Zum Weiterlesen

Gottfried Keller

74

Zum Weiterlesen

Rund um Romeo und Julia auf dem Dorfe

76

Zum Weiterlesen

Die Literatur der Schweiz

78

Selbstkontrolle

79

Syllabus

Der mittlere Acker Vom Dorf in die Stadt Eine Begegnung und ein Treffen Vrenchen muss ihr Zuhause verlassen Der Sonntagsausflug Der letzte Abend

Zeichen für die Hörtexte auf der CD Anfang

Ende


HAUPTFIGUREN

Vrenchen und Sali: zwei Bauernkinder, die im selben Dorf wohnen

Bauer Manz: der Vater von Sali

6

Bauer Marti: der Vater von Vrenchen


Der schwarze Geiger: ein geheimnisvoller junger Mann

Sali und Vrenchen als junge Erwachsene

7


VOR DEM LESEN

1

Ordnen Sie die Definitionen den Begriffen zu. Eine der Definitionen passt zu zwei Begriffen. 1 2 3 4

■ der Acker ■ der Bauernhof ■ der Knecht ■ das Feld

5 6 7 8

■ der Hügel ■ der Bauer ■ der Fluss ■ das Unkraut

a ein Gewässer, das sich seinen natürlichen Weg zum Meer sucht b eine Fläche Land, auf der z.B. Weizen angebaut wird c Land und Haus eines Bauern d Pflanzen, die wild zwischen solchen Pflanzen wachsen, die der Mensch angebaut hat e Mann, der als Arbeiter auf einem Bauernhof schwere Arbeiten verrichtet f eine Art kleiner Berg g jemand, der Tiere hat, Pflanzen anbaut und auf einem Bauernhof lebt

2

Welches Wort passt in die Lücke? sollen • Leute • Zähne • was • tun • gemacht • Mann

1 2 3 4 5 6

8

Was zu viel ist, ist zu viel. ____ Genau das will ich ____________. Das habe ich dem ____________ auch gesagt. Die ____________ werden lachen. Ich hätte es so ____________. Sie ____________ den Acker lieber verkaufen. Wie viele ____________ hat ein Mensch?


3

Setzen Sie die Sätze ins Präteritum.

Das Dorf liegt am Fluss. Das Dorf lag am Fluss. __________________ 1 Der Mann geht über den Acker. __________________________________________________ 2 Sie treffen sich auf dem Hügel. __________________________________________________ 3 Die Kinder finden Äpfel. __________________________________________________ 4 Sie laufen Hand in Hand durch das Unkraut. __________________________________________________ 5 Der Junge bekommt Angst. __________________________________________________ 6 Das Mädchen singt Lieder. __________________________________________________ 7 Die Bauern fahren auf das Feld. __________________________________________________ 8 Niemand will den Acker kaufen. __________________________________________________

4

Dativ oder Akkusativ? Setzen Sie den unbestimmten Artikel ein.

1 2 3 4 5 6

5

Das Mädchen läuft über ___ ein Feld. Die Kinder essen oben auf ______ Hügel. Die Bäuerinnen sitzen vor ______ Haus. Der Junge setzt sich auf ______ Stein. Der Bauer will ______ Acker kaufen. Die Bäuerin hat ______ geraden Rücken. Das Mädchen gibt den Apfel ______ anderen Kind.

Welche Worthälften gehören zusammen? 1 2 3 4

■ Mittags ■ September ■ Drei ■ Wein

a b c d

gläser eck sonne morgen

9


Kapitel 1

Der mittlere Acker

2 An dem schönen Fluss, der eine halbe Stunde entfernt an Seldwyla

vorbeifließt, gibt es einen breiten Hügel, der auf der anderen Seite bei einem Dorf mit mehreren großen Bauernhöfen endet. Auf diesem Hügel lagen vor Jahren drei schöne, lange Äcker, einer neben dem anderen. An einem sonnigen Septembermorgen pflügten1 zwei Bauern zwei dieser Äcker: die beiden äußeren. Den mittleren Acker pflügte schon seit vielen Jahren niemand mehr, er war voller Steine2 und Unkraut. Die beiden Bauern, die auf ihrem Acker hinter dem Pflug hergingen, waren große, dünne Männer von etwa vierzig Jahren. Man konnte ihnen ansehen, dass sie fleißig und wohlhabend3 waren. Sie setzten langsam einen Fuß vor den anderen, und keiner sprach ein Wort, außer wenn er dem Knecht oder dem Pferd einen Befehl gab. Sie sahen fast gleich aus, auf den ersten Blick konnte man sie nur daran unterscheiden, dass der eine den Zipfel4 seiner weißen Kappe5 nach vorn trug und der andere nach hinten. Aber das wechselte zwischen ihnen ab. Wenn sie oben auf dem Hügel zusammentrafen, ging dem, der den Wind im Rücken hatte, der Zipfel nach vorne, 1 pflügen auf einem Acker den Boden mit einem Gerät locker machen 2 r Stein, e die harte Substanz, aus der Berge bestehen 3 wohlhabend reich

10

4 5

r Zipfel, - das spitze, schmale Ende von etwas e Kappe, n eine Kopfbedeckung, die eng auf dem Kopf sitzt


Romeo und Julia auf dem Dorfe

dem anderen nach hinten. Es gab auch jedesmal einen Moment, in dem die hellen Kappen aufrecht in der Luft standen, wie zwei weiße Flammen6. So pflügten die beiden Bauern also ruhig ihren Acker. Es sah schön aus im goldenen Septemberlicht, wie sie oben auf dem Hügel still7 und langsam aneinander vorbeikamen und dann wie zwei Sterne8 den runden Hügel hinab- und ein wenig später wieder hinaufgingen. Wenn sie einen Stein fanden, warfen9 sie ihn auf den mittleren Acker. Das passierte aber nicht oft, weil sie schon fast alle Steine von ihren Äckern dorthin geworfen hatten. Am späteren Vormittag kamen vom Dorf her die Kinder der beiden Bauern, ein Junge und ein kleines Ding von Mädchen. Sie zogen10 zusammen einen kleinen, grünen Kinderwagen den Hügel hinauf. Im Wägelchen lag für jeden ein schönes, in ein Stück Stoff gewickeltes Brot, dazu auch Wein mit Gläsern und ein paar andere Dinge, die die liebevollen Bäuerinnen ihren Männern schickten. Außerdem lagen da noch verschiedene Äpfel und Birnen, welche die Kinder am Weg gefunden hatten, und eine nackte11 Puppe12 mit nur einem Bein und einem schmutzigen Gesicht, die wie eine junge Dame zwischen den Broten saß und sich fahren ließ. Nach vielen Pausen kam der Wagen endlich oben auf dem Hügel an. Nun konnte man auch die beiden Kinder genauer ansehen. Der Junge war sieben Jahre alt, das Mädchen fünf, beide waren gesund und fröhlich und hatten sehr hübsche Augen, und das Mädchen dazu noch eine bräunliche Gesichtsfarbe und ganz krause, dunkle Haare.

e Flamme, n der obere Teil des Feuers, der sich bewegt still ohne Geräusche, ruhig 8 r Stern, e einer der kleinen, hellen Punkte, die man nachts am Himmel sehen kann 9 werfen, warf, geworfen etwas mit einer starken Bewegung des Arms aus der Hand fliegen lassen 6 7

ziehen, zog, gezogen etwas mit den Händen festhalten und in die eigene Richtung bewegen 11 nackt ohne Kleidung 12 e Puppe, n eine kleine Figur, die wie ein Mensch aussieht und mit der Kinder spielen 10

11


Gottfried Keller

Die Bauern waren jetzt auch wieder oben angekommen und ließen die Pflüge stehen. Als gute Nachbarn wollten sie zusammen essen. Sie begrüßten sich erst jetzt, vorher hatten sie noch nicht miteinander gesprochen. Nun aßen die Männer zufrieden ihr Frühstück und gaben auch den Kindern davon. Marti, einer der Bauern, sagte: „Gestern war einer bei mir wegen des mittleren Ackers.“ „Aus dem Rathaus? Bei mir ist er auch gewesen!“, sagte Manz, der andere Bauer. „So? Und wollte wahrscheinlich auch, dass du das Land benutzt und dafür Pacht13 zahlst?“ „Ja, bis klar ist, wem der Acker gehört und was man mit ihm machen soll. Ich habe aber keine Lust, diesen Acker voller Steine und Unkraut für jemand anderen in Ordnung zu bringen. Sie sollen den Acker lieber verkaufen und das Geld auf bewahren14, bis der Eigentümer15 gefunden ist.“ „Genau das finde ich auch und habe ich dem Mann auch gesagt.“ Eine Zeitlang sagten sie nichts, dann fing Manz wieder an: „Schade ist es aber doch, dass der gute Acker nun schon zwanzig Jahre so daliegt und keiner danach fragt. Hier im Dorf gehört er niemandem, und es weiß auch niemand, wo die Kinder des unglücklichen Trompeters hingekommen sind!“ „Hm!“, sagte Marti. „Wenn ich den schwarzen Geiger ansehe, der keine Wohnung hat und manchmal in den Dörfern Tanzmusik macht, so bin ich sicher, dass er ein Enkel des Trompeters ist. Nur weiß er nicht, dass er noch einen Acker hat. Aber was würde er denn damit tun? Er würde sich einen Monat lang besaufen16 und dann wieder leben wie vorher!“ 13 e Pacht, en das Geld, das man gibt, damit man ein Stück Land nutzen darf 14 aufbewahren, bewahrte auf, aufbewahrt etwas für einige Zeit sicher lagern

12

r Eigentümer, - jemand, der etwas in seinem Besitz hat sich besaufen, besoff, besoffen so viel Alkohol trinken, bis man einen Rausch hat

15

16


Romeo und Julia auf dem Dorfe

13


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Romeo und Julia auf dem Dorfe - ELI Readers by ELI Publishing - Issuu