Jahresbericht sek路feps
INHALT
Inhalt
Vorwort
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Struktur des SEK
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Die Mitgliedkirchen
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Die Abgeordnetenversammlung
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Der Rat
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Die Geschäftsleitung
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Organigramm der Geschäftsstelle
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Kirchenbeziehungen Kirchliche Beziehungen Schweiz Kirche 08 – Das Spiel Internationale Beziehungen Nationale und internationale Kontakte Besondere Projekte Mitarbeitende
20 20 26 28 32 34 35
Theologie und Ethik Theologie Ethik Für eine Theologie im Dialog Diakonie Weitere Aktivitäten Mitarbeitende
38 38 39 42 44 45 46
Publikationen 2008 des SEK
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Kommunikation Bulletins 2008 Mitarbeitende Medienmitteilungen 2008 Ein Tag für Johannes C.
50 51 51 52 54
Zentrale Dienste Mitarbeitende Spuren
58 59 60
Jahresrechnung 2008
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Statistik der kirchlichen Amtshandlungen 2007
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Delegationen und Kommissionen
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Beziehungen
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Vorwort
VORWORT
Lebensschutz, Fürsorge, Autonomie Der SEK bringt auf nationaler Ebene Überlegungen und Positionen aus evangelischer Sicht in die öffentliche Diskussion ein. Wie stark diese beachtet werden, erfahren wir gegenwärtig in den Fragen um Sterbebegleitung, Sterbehilfe und Suizidbeihilfe. Der Rat SEK hat sich frühzeitig mit der Grundlagenposition «Das Sterben leben» zu dieser komplexen Thematik geäussert. Die Position geht von den drei ethischen Prinzipien Lebensschutz, solidarische Fürsorge und Autonomie der Person aus. Diese Prinzipien, die alle drei gelten und zueinander in Beziehung gesetzt werden müssen, bieten Orientierung, wenn es um Entscheidungen am Lebensende geht. Bei jeder dieser Entscheidungen steht der konkrete Mensch und der Respekt vor seiner individuellen Situation am Ende seines Lebens im Vordergrund. Lebensschutz meint den grundlegenden Auftrag einer humanen Gesellschaft, Leben für Alle zu ermöglichen und zu erhalten. Angesichts der heutigen medizinischen Möglichkeiten drängen sich in diesem Zusammenhang aber zunehmend verunsichernde Fragen auf: «Darf der Mensch noch sterben?» und – angesichts der Praxis von Suizidbeihilfe neu auch umgekehrt – «Darf der Mensch noch leben?» Die SEK-Position fordert eine umfassende und gesetzlich garantierte palliativ unterstützte Begleitung von Sterbenden. Der SEK beteiligt sich intensiv an den Bemühungen um die Etablierung und den Ausbau von Palliative Care. Dieses aus dem christlichen Hospizgedanken hervorgegangene Konzept verhindert, dass die Angst vor Schmerzen und Leiden den Sterbenden in die Perspektivenlosigkeit führt. Die Autonomie der Person, das dritte ethische Prinzip, respektiert den Gewissensentscheid des Menschen in einer bestimmten Situation. Das Schweizerische Strafgesetzbuch erklärt die Beihilfe zum Suizid dann als nicht strafbar, wenn sie nicht aus Eigennutz erfolgt. Dahinter steht der Gedanke, dass eine aus Mitleid und als Freundschaftsdienst in einer menschlichen Notsituation erfolgte Beihilfe zum Suizid nicht strafrechtlich verfolgt werden sollte. Damit aber hat die heutige gewerbsmässig organisierte Suizidbeihilfe nichts mehr gemein. Sie verschärft vielmehr die Brisanz der Thematik. Und wir sehen uns mit einer weiteren Frage konfrontiert: «Darf der kranke und sterbende Mensch sein Sterben noch leben?» Im Hearing der Rechtskommission des Nationalrates und in den Anhörungen des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes hat der SEK darum eine strenge, transparente und rechtlich sanktionierbare Kontrolle der Suizidbeihilfeorganisationen vertreten. Er legt dafür eigene Vorschläge für eine entsprechende neue Formulierung im Strafgesetzbuch vor. Thomas Wipf, Präsident des Rates
STRUKTUR DES SEK
Struktur des SEK Stand 15. Januar 2009
26 Mitgliedkirchen
Büro der Abgeordnetenversammlung Pfarrer Dr. theol. Didier Halter (Präsident) lic. iur. Theres Meierhofer-Lauffer (Vizepräsidentin) lic. iur. Verena Enzler (Vizepräsidentin)
Abgeordnetenversammlung 70 Abgeordnete der Mitgliedkirchen 4 Vertretungen der Konferenzen ohne Stimmrecht
SEK-Konferenzen
Pfarrer Theo Schaad (Sekretär) Geschäftsprüfungskommission
Diakoniekonferenz
Pfarrer Antoine Reymond (Präsident)
Konrad Meyer (Präsident)
Pia Grossholz-Fahrni
Frauenkonferenz
Regula Kummer
Pfarrerin Sabine Scheuter-Perret (Präsidentin)
Dr. Margrit Schneider-Schardt Pfarrerin Elisabeth Wyss-Jenny Nominationskommission Pfarrerin Claudia Bandixen-Widmer (Präsidentin) Henri Chabloz, Diacre Daniel Reuter
Rat des SEK 9 Mitglieder Präsident im Vollamt Pfarrer Thomas Wipf (Präsident) Dr. phil. Silvia Pfeiffer (Vizepräsidentin) lic. rer. pol. Irène Reday (Vizepräsidentin) Helen Gucker-Vontobel Pfarrer Lucien Boder Dr. phil. Karl Kohli Pfarrerin Kristin Rossier Buri Dr. theol. h.c. Peter Schmid Pfarrer Urs Zimmermann
Geschäftsleitung Pfarrer Theo Schaad (Vorsitz) Pfarrer Serge Fornerod, MPA PD Dr. Christina Tuor-Kurth Pfarrer Simon Weber
DIE MITGLIEDKIRCHEN
Die Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evange lischen Kirchenbundes Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
Evangelisch-Reformierte Landeskirche beider Appenzell
Evangelisch-reformierte Kirche Kanton Schaffhausen
Reformierte Kirche Baselland
Evangelisch-reformierte Kantonalkirche Schwyz
Evangelisch-Reformierte Kirche Kanton Solothurn
Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn / Églises réformées Berne-Jura-Soleure
Chiesa Evangelica Riformata nel Cantone Ticino
Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg / Église Évangélique Réformée du canton de Fribourg
Église Protestante de Genève
Evangelisch-Reformierte Landeskirche des Kantons Glarus
Evangelische Landeskirche Graubünden
Église Évangélique Réformée du canton de Vaud
Evangelisch-reformierte Kirche des Wallis / Église réformée Evangélique du Valais
Reformierte Kirche Kanton Luzern
Église réformée évangélique du canton de Neuchâtel
Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden
Evangelisch-Reformierte Kirche Obwalden
Reformierte Kirche Kanton Zug
Église Évangélique Libre de Genève
Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz
DIE ABGEORDNETENVERSAMMLUNG
Die Abgeordnetenversamm lung AV Die Abgeordnetenversammlung AV ist das Parlament (Legislative) des SEK. Sie tritt zwei Mal pro Jahr zusammen, im Juni als Gast einer Mitgliedkirche, im November in Bern. Die Mitgliedkirchen sind mit siebzig Ab geordneten vertreten, die Diakonie- und die Frauenkonferenz stellen je zwei Delegierte mit Rede- und Antragsrecht. Die Abgeordnetenversammlung wählt das Präsidium und die Mitglieder des Rates, nimmt den Jahresbericht entgegen und beschliesst über Budget und Jahresrechnung. Sie kann dem Rat auf dem Weg von Motionen und Postulaten Aufträge erteilen, über Interpellationen Auskünfte verlangen und in Resolu tionen ihre Haltung zu aktuellen Fragen zum Ausdruck bringen.
Sommer-AV (15. bis 17. Juni 2008)
Für die Sommer-AV reisten die Delegierten auf Einladung der Chiesa Evangelica Riformata nel Ticino nach Bellinzona. Die Versammlung fand im grossen Saal des Regierungsgebäudes statt. Sie feierte am Sonntag einen Abendmahlsgottesdienst in vier Sprachen und war zu einem Tessiner Abend in der zum Weltkulturerbe zählenden Burg Castelgrande eingeladen. Die Auseinandersetzung mit dem Minderheitenstatus in der Diaspora gab dieser AV eine besondere Prägung. Dazu trugen auch die beiden Referate von Ständerat Dr. Dick Marty und Prof. Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, bei. Dank gebührt der Tessiner Kantonalkirche, den Tessiner Kantonsbehörden und der Comunità evangelica riformata Bellinzona. Zur Verhandlung gelangten in Bellinzona vorwiegend statutarische Geschäfte, namentlich der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2007, Wahlen in die Nominationskommission sowie die Festsetzung der verschiedenen Zielsummen für das Jahr 2009. Nachdem keine neuen Vorstösse eingereicht worden waren und auch keine thematischen Geschäfte auf der Traktandenliste standen, war den Abgeordneten genügend Zeit eingeräumt, sich im Rahmen der Diskussion zum Jahresbericht 2007 zur Arbeit des SEK zu äussern und ihre Fragen und Anliegen zu deponieren. Schwerpunkte der Voten bildeten die Verfassungsrevision, die Stellungnahmen des Rates zu den eidgenössischen Abstimmungen, die Bildungsreform, die Armeeseelsorge sowie die Publikationen des SEK. Die Jahresrechnung 2007 mit einem bescheidenen Aufwandüberschuss von CHF 9 535.– wurde auf Antrag der Geschäftsprüfungskommission diskussionslos genehmigt. Neben der Stiftung fondia legten auch Brot für Alle (BFA) und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) ihre Geschäftsberichte und Jahresrechnungen vor. Letztere nahmen die Delegierten zur Kenntnis, wobei die Verantwortlichen von HEKS seitens der Mitgliedkirchen mit Nachdruck aufgefordert wurden, sich bei der strategischen Ausrichtung und in den Kampagnen weiterhin als Hilfswerk der evangelischen Kirchen zu positionieren. Die als dringlich traktandierte Wahl von Roland Decorvet in den Stiftungsrat des HEKS ging ohne Diskussion vonstatten, warf jedoch nachträglich in den Mitgliedkirchen und in den Medien hohe Wellen. Herbst-AV (3./4. November 2008)
Die Herbst-AV im Berner Rathaus wählte anstelle des zurückgetretenen Pfarrers Ruedi Heinzer Pfarrer Lucien Boder, Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, neu in den Rat. Als Präsidenten der Abgeordnetenversammlung ernannten die Delegierten Pfarrer Dr. Didier
DIE ABGEORDNETENVERSAMMLUNG
Die Abgeordnetenversammlung im Tessiner Grossratssaal in Bellinzona.
Halter (VS), und ins Vizepräsidium wurden lic. iur. Theres Meierhofer-Lauffer (OW) und lic.iur. Verena Enzler (SO) gewählt. Heftig umstritten war das vom Rat vorgelegte Dokument zu den Aufgabenbereichen der Werke und Missionsorganisationen und zum Grundauftrag der Kirche. Bereits im Vorfeld der AV hatten BFA, HEKS und mission 21 gemeinsam moniert, das Dokument vor seiner Präsentation nicht zur Stellungnahme erhalten zu haben. Dieser Umstand führte unter den Delegierten zur Grundsatzdebatte, ob der Bericht in der vorliegenden Fassung überhaupt zur Kenntnis genommen werden solle, oder ob er – ohne weitere Diskussion – an den Rat zurückgewiesen werden müsste, damit das Versäumte nachgeholt werden könne. Nach verschiedenen Abstimmungen wurde die Vorlage mit knappem Mehr zur grundlegenden Überarbeitung in Zusammen arbeit mit den Werken und mission 21 an den Rat zurückgegeben. Im Zusammenhang mit der Behandlung des Budgets 2009 und des Finanzplans forderte die Versammlung den
Rat auf, auf die Spar-Appelle aus den Mitgliedkirchen zu hören und Varianten des Finanzplanes vorzulegen, welche der sinkenden Finanzkraft in den kantonalen Kirchen Rechnung trägt. Als thematischen Beitrag referierte Botschafter Dr. Paul Widmer über die Strategie des Europarates zum interkulturellen Dialog und die Bedeutung seiner interreligiösen Dimension.
Überwiesene Vorstösse (Gemäss Reglement der Abgeordnetenversammlung, Art. 53)
Zurzeit ist ein Vorstoss hängig und in Bearbeitung: Motion der Nordwestschweizer Kirchen betreffend die Zukunft des Hilfswerkes der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) und Brot für alle (BFA), überwiesen von der Sommer-AV 2004.
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DER RAT
Kristin Rossier Buri, Urs Zimmermann, Silvia Pfeiffer (Vizepräsidentin), Lucien Boder, Thomas Wipf (Ratspräsident), Peter Schmid, Irène Reday (Vizepräsidentin), Theo Schaad (Geschäftsleiter), Helen Gucker-Vontobel, Karl Kohli
DER RAT
Der Rat Als strategisches Organ und Exekutivbehörde des SEK befasst sich der Rat mit den Aufträgen, die ihm durch die Verfassung und die Beschlüsse der Abgeordnetenversammlung zugewiesen werden. Er nimmt die ge sellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen wahr und greift Themen auf, die für die Zukunft der Kirche von Bedeutung sind. Er setzt Legislaturziele fest und beauftragt die Geschäftsstelle mit der Führung der Dossiers und der Bearbeitung von Projekten.
Herausforderungen
Der Rat tagte an elf Sitzungen, davon einer als Retraite. Er befasste sich mit den Aufträgen, die ihm durch die Verfassung und die Abgeordnetenversammlung gegeben sind. Er stellte fest, dass vieles in den Kirchen in Bewegung ist. Die Kirchengesetzgebungen der Kantone werden an verschiedenen Orten neu gestaltet. Mitgliedkirchen revidieren ihre Verfassungen. Das Nationale Forschungsprojekt 58 «Religionen in der Schweiz» will Veränderungen in der Religionslandschaft in der Schweiz «wissenschaftlich untersuchen und praktisch anwendbare Ergebnisse für Behörden, Politik, Schulen und Religionsgemeinschaften liefern». Die finanzielle Zukunft der Kirchen muss aus Gründen der demographischen Entwicklung und der unsicheren wirtschaftlichen Lage überdacht werden. Nicht zuletzt wird da und dort die staatskirchenrechtliche Situation der Landeskirchen in Frage gestellt. Gleichzeitig kann festgestellt werden, dass politische Kreise und die Regierungen vermehrt ethische Orientierungen suchen und angesichts des zunehmenden Einflusses anderer Kulturen nach den Werten des christlichen Erbes fragen, die unser Land geprägt haben und prägen. Prospektivbericht
Viele dieser Herausforderungen spiegeln sich im Projekt «Prospektivbericht als Entscheidungsgrundlage für die Verfassungsrevision des SEK». Eine Projektgruppe ist an der Arbeit und wird durch einen externen Projektleiter begleitet. Das Observatoire des Religions en Suisse der Universität Lausanne erstellt eine Umfeldanalyse, welche die kommenden Veränderungen, die auf die Kirchen zukommen, systematisch darstellt. Gleichzeitig erarbeitet der Projektleiter eine Organisations-Analyse, welche die Stärken und Schwächer der jetzigen Zusammenarbeitsformen aufzeigt. Eine Begleitgruppe von Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Kultur wird die Arbeit am Bericht reflektieren. Die Mitgliedkirchen werden in die Erarbeitung mit einbezogen. Der Bericht wird der Abgeordnetenversammlung im Herbst 2010 vorgelegt werden. Mitgliedkirchen und Ökumene
Den Kontakt mit den Mitgliedkirchen pflegt der Rat – neben der Abgeordnetenversammlung – in der Konferenz der Kirchenpräsidien. Als Treffen der Präsidentinnen und Präsidenten der Synodal- und Kirchenräte und dem Präsidenten des Rates SEK dient sie dem Austausch von Erfahrungen und dem Ansprechen von Fragen, die sich für die Kirchen neu abzeichnen. Die ökumenischen Beziehungen haben aufgrund der gemeinsamen Retraite mit der Schweizer Bischofskonfe-
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DER RAT
renz anfangs Dezember einen besonderen Akzent erhalten. Die Grundsatzreferate und Diskussionen über das Wesen der Kirche zeigten auf, dass das Gespräch über Grundsätzliches schwierig geworden ist. Gefragt werden muss, wie im pastoralen Bereich Ökumene auch mit den Vorgaben der Kirche gelebt werden kann. Die sich verändernde religiöse Landschaft in der Schweiz findet u. a. in der Tätigkeit des Schweizerischen Rates der Religionen, zu dessen Gründungsmitgliedern der SEK ge hört, ihr Abbild. Im Kontakt mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) war es möglich, dem Fach Religion in der «Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule» (HarmoS) einen Platz zu geben. Der Rat der Religionen institutionalisiert seine Arbeit durch die Schaffung eines 30%-Sekretariates, an dem sich der SEK mit beteiligt. Diverses
Während sich die strukturelle Zusammenarbeit mit den Werken HEKS und BFA eingespielt hat, wird die institutionalisierte Verbindung mit den Missionsorganisationen neu gesucht. Für die Rahmenvereinbarungen und Leistungsverträge soll eine Nachfolgelösung gefunden werden, welche die Einheit von Kirche und Mission auch organisatorisch abbildet. Zu zwei Eidgenössischen Volksinitiativen wurden Argumentarien erarbeitet. Der Rat stellte fest, dass die Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» die Probleme verschärft, welche sie zu lösen vorgibt. Dagegen nimmt die Initiative «Zum Schutz vor Waffengewalt» ein Thema auf, das sich die Kirchen mit der «Dekade gegen Gewalt» der ökumenischen Rates zu Eigen gemacht hat. In der Flüchtlingspolitik wurde mit dem Argumenta rium zur Neuansiedlung von Flüchtlingen ein neuer Akzent gesetzt. Eindringlich wurde der Rat in der Herbst-Abgeordnetenversammlung auf die finanzielle Lage der Mitgliedkirchen hingewiesen. Der Auftrag, für den Finanzplan 2011–2014 eine Variante mit abnehmenden Mitgliederbeiträgen aus zuarbeiten, ruft nach der Weiterführung grundsätzlicher Überlegungen zur Aufgabenverteilung im Schweizerischen Protestantismus.
KONTAKTE
Nationale, internationale und ökumenische Kontakte durch den Ratspräsidenten oder Mitglieder des Rates 28.12.–1.1. 30. Europäisches Jugendtreffen der Commun-
auté de Taizé in Genf. 9.1. Arbeitsgespräch mit dem Präsidium der
Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) in Bern. 11.1. Schweizerischer Rat der Religionen (SCR) in Bern. 19.1. 20. Osteuropatag des Hilfswerkes der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) zum Thema «Europa nach der Wende, eine Wende nach Europa?» in Bern, Grusswort. 22.1. Pfarrkapitel Dietikon ZH, Referat. 24.–26.1. Open Forum Davos. 26.1. Amtseinführung von OKR Dr. Michael Bünker als Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Österreich in Wien, Grusswort. 31.1.–1.2. Rat des Reformierten Weltbundes (RWB) in Paris. 6.2. Reformierte und römisch-katholische Kirchgemeinden Kloten, Referat zur ökumenischen Situation in der Schweiz. 17.2. 60 Jahre Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK), Jubiläumsgottesdienst in Genf, Grusswort. 28.2. Arbeitsgespräch mit Bundespräsident Pascal Couchepin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) in Bern. 16.3. HEKS-Festgottesdienst in Zürich, Grusswort. 4.4. 175 Jahre Theologische Fakultät der Universität Zürich in Zürich. 8.4. Konferenz des Europarates zum Thema «Religion im interkulturellen Dialog» in Strassburg. 15.–16.4. Konferenz zum Thema «Jerusalem – Open City» im Lasalle-Institut in Edlibach. 24.4. Anhörung der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates zum Thema «Sterbehilfe» in Bern. 25.4. Arbeitstreffen mit einer Delegation der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in Bern. 29.4. Gespräch mit einer Delegation der Neuapostolischen Kirche Schweiz (NAK) in Bern. 30.4. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) in La Chaux-de-Fonds, Grusswort zur Verabschiedung des Präsidenten, Prof. Dr. Alfred Donath.
1.5. Feier zur Neueröffnung des renovierten Hauses
und Namenswechsel «Kloster Kappel», Grusswort. 1.–4.5. Nationalsynode der Église Réformée de France (ERF) in Toulouse, Grusswort. 5.–6.5. Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR), Konstituierung als Regionalgruppe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) in Strassburg. 6.6. Feier zum 150. Jahrestag der Einsetzung des ersten reformierten Pfarrers im Wallis in Sitten, Referat. 7.6. Empfang zum 60. Unabhängigkeitstag des Staates Israel in Bern. 13.–15.6. Präsidium der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Brüssel. 19.5. Gesprächskreis «Kirche und Wirtschaft» in Zürich. 20.5. Schweizerischer Rat der Religionen (SCR) in Bern. 21.5. Theologischer Tag des Technischen Lehrgangs A für Armeeseelsorger in Le Bouveret, Referat. 22.5. Delegiertenversammlung «Neue Helvetische Gesellschaft» in Bern, Referat. 23.–24.5. Nationalsynode der Christkatholischen Kirche der Schweiz (CKS) in Magglingen, Grusswort. 27.5. Fussballmatch FC Nationalrat – FC Religionen im Vorfeld der Euro 08 in Bern, Grusswort. 28.5. Lancierung von «reformiert.» in Lenzburg, Grusswort. 30.5. Delegiertenversammlung der Schweizerischen Bibelgesellschaft in Basel, Grusswort. 30.–31.5. Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) in Paris. 4.6. Arbeitsgespräch mit einer Delegation des Bundes Evangelisch-Lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (BELK) in Bern. 6.6. Kammer für Theologie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover, Referat. 6.6. Ernennungsfeier für Armeeseelsorger des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in Spiez, Grusswort. 12.6. Festakademie für den em. Weihbischof Peter Henrici in Chur, Grusswort.
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KONTAKTE
20.6. Gespräch mit Delegationen des Verbandes
Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG), der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und dem Réseau évangélique in Bern. 20.6. Internationales Symposium von Brot für alle (BFA) und Fastenopfer zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Süden in Bern, Referat. 21.6. Symposium von mission 21 «Internationale Lerngemeinschaft» in Basel, Grusswort. 22.6. Missionsfestgottesdienst in Basel, Grusswort. 21.–28.6. Generalversammlung der Presbyterianischen Kirche der Vereinigten Staaten von Amerika (PCUSA) in San Jose, CA, Referat. 10.7. Gespräch mit einer Delegation der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Zürich. 15.–16.8. Präsidium der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) in Wien. 29.8. Schweizerischer Rat der Religionen (SCR) in Zürich. 29.8. Eröffnungsfeier credo 08 der Evangelischreformierten Kirche Basel-Stadt in Basel, Re ferat. 8.9. Vernissage des Buches «Adolf Keller (1872– 1963), Pionier der ökumenischen Bewegung» in Zürich, Grusswort. 10.–14.9. Internationale Theologen-Konferenz «Promised Land» in Bern, Grusswort. 15.9. Arbeitsgespräch mit dem Präsidium der Römisch-katholischen Zentralkonferenz (RKZ) in Zürich. 16.9. Arbeitsgespräch mit einer Delegation der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Bern. 18.–19.9. Konferenz des Internationalen Verbandes Evangelischer Erzieher «Diversity shapes Europe’s Future» in Berlin. 6.–11.10. Zentralausschuss der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Larnaca, Zypern. 10.–12.10. Arbeitssitzung mit dem Präsidium des Reformierten Weltbundes (RWB) und des Patronatskomitees calvin09 in Bern. 28.10. «Neue Helvetische Gesellschaft» in Genf, Re ferat. 30.–31.10. Partnerkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover, Referat. 2.11. Feierliche Eröffnung des Jubiläumsjahres calvin09 in Genf, Referat.
2.–6.11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutsch-
land (EKD) in Bremen, Grusswort. 6.11. Gespräch mit Bundespräsident Pascal Couche-
pin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), in Bern. 6.11. Tagung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen zur SEK-Position «Ordination in reformierter Perspektive» in Schaffhausen, Referat. 8.11. Einsetzungsgottesdienst für José Marti, neuer Präsident des Synodalrates der Evangelischreformierten Kirche des Wallis in Sitten, Grusswort. 21.–23.11. Jubiläumsfeierlichkeiten 90 Jahre Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in Prag, Grusswort. 21.–23.11. Zukunftskongress der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland in Bad Herrenalb. 25.11. Schweizerischer Rat der Religionen (SCR) in Bern. 25.11. «Neue Helvetische Gesellschaft» in Winterthur, Referat. 26.11. Gesprächskreis «Kirche und Wirtschaft» in Zürich. 27.11. Ökumenische Seelsorge an der Universität und an den Hochschulen in Luzern, Gespräch «Ökumene auf dem Prüfstand – aus reformierter Sicht». 2.–3.12. Retraite der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und des Rates SEK in Zäziwil. 3.–4.12. Jahres- und Konsensustagung 2008 von palliative.ch in Biel, Panelteilnahme. 9.12. Gespräch mit einer Delegation der Schweizerischen Reformierten Arbeitsgemeinschaft Kirche und Landwirtschaft (SRAKLA) in Bern. 10.12. Gespräch mit Delegationen des Verbandes Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG), der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und dem Réseau évangélique in Bern. 11.12. Arbeitsgespräch VBS Armeeseelsorge – Kirchenbehörden in Bern. 12.–14.12. Symposium aus Anlass des 40. Todestages von Karl Barth in Basel, Grusswort. 14.–15.12. Präsidium der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) in Wien.
DIE GESCHÄFTSLEITUNG
Die Geschäfts leitung Die Geschäftsleitung koordiniert die Arbeit in der Geschäftsstelle, nimmt Aufgaben des Rates entgegen und teilt sie den Abteilungen zu. Sie berät die Entwicklungen in der Arbeit der Geschäftsstelle und verabschiedet zuhanden des Rates den Voranschlag, den Jahresbericht und das Arbeitsprogramm. Sie wird durch die Abteilungs- und Stabsstellenleiter gebildet und durch den Geschäftsleiter geführt. Der Ratspräsident nimmt an den inhaltlichen Diskus sionen teil. Die Geschäftsleitung tagt in der Regel monatlich.
Arbeitsprogramm
Das Arbeitsprogramm der Geschäftsleitung konnte aufgrund des Budgets auch für 2008 von gleich bleibenden personellen Ressourcen ausgehen. Es umfasst die Dossiers und Projekte, die bearbeitet werden und dient den Abteilungen zur Arbeitsplanung. Finanzen: Voranschlag und Jahresrechnung
Der SEK wird durch seine Mitgliedkirchen finanziert. Mit dem Voranschlag wird der Mitgliederbeitrag festgelegt, der entsprechend einem von der Abgeordnetenversammlung beschlossenen Schlüssel auf die Mitgliedkirchen umgelegt wird. Seit mehreren Jahren ging der Finanzplan von teuerungsbedingt konstant bleibenden Mitgliederbeiträgen aus. Temporäre Erhöhungen gab es durch zeitlich befristete besondere Projekte. Im Hinblick auf die unsichere finanzielle Entwicklung der Mitgliedkirchen beauftragte die Abgeordnetenversammlung den Rat, für den nächsten Finanzplan auch eine Variante mit abnehmenden Mitgliederbeiträgen auszuarbeiten. Der Aufwand des Kirchenbundes umfasst zwei grosse Bereiche. Zum Einen sind es die Beiträge, die der SEK im Auftrag seiner Mitgliedkirchen an nationale und internationale Organisationen leistet (RWB, GEKE, KEK, ÖRK, Urheberrechts-Abgaben usw.). Diese betragen ungefähr einen Drittel des Aufwandes. Zum Andern sind es die Betriebskosten der Geschäftsstelle und des Rates. Darin sind zwei Drittel Personal- und ein Drittel Betriebskosten (s. S. 62).
1 Pfr. Theo Schaad
Geschäftsleiter Leiter der Stabsstelle Zentrale Dienste 2 Pfr. Serge Fornerod, MPA
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Leiter der Abteilung Kirchen beziehungen 3 PD Dr. Christina Tuor-Kurth
Leiterin der Abteilung Institut für Theologie und Ethik 4 Pfr. Simon Weber
Leiter der Stabsstelle Kommunikation 3
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ORGANIGRAMM DER GESCHÄFTSSTELLE
Organigramm der Geschäftsstelle
Geschäftsleitung
Serge Fornerod Leiter Kirchenbeziehungen
Stand 15. Januar 2009
Christina Tuor-Kurth (80 %) Leiterin des Instituts für Theologie und Ethik
Thomas Wipf Präsident des Rates
Theo Schaad Geschäftsleiter
Simon Weber Leiter Kommunikation
Markus Sahli (70 %)
Beatrice Bienz (30 %) Sekretariat Abgeordneten
Persönlicher Mitarbeiter des Ratspräsidenten
versammlung
Beatrice Bienz (70 %) Administrative Assistentin des Ratspräsidenten
Helene Meyerhans (60 %) Administrative Assistentin Ratsarbeit
Theo Schaad Leiter Zentrale Dienste
Eva Wernly (70 %) Administrative Assistentin des Geschäftsleiters
ORGANIGRAMM DER GESCHÄFTSSTELLE 17
Kirchenbeziehungen Elisabeth Balmer (80 %) Sachbearbeiterin Annemarie Bieri (80 %) Wissenschaftliche Assistentin Jonathan Bucher (50 %) Projektassistent calvin09
Martin Hirzel Beauftragter für Ökumene und Religionsgemeinschaften Matthias Hügli (90 %) Beauftragter für Kirchenbeziehungen im In- und Ausland
Carla Maurer Beauftragte des SEK bei der Kommission Kirche und Gesellschaft der KEK in Strassburg Christine Messer (40 %) Sachbearbeiterin Markus Sahli (50 %) Beauftragter für kirchliche Beziehungen in der Schweiz (bis 31.12.2008)
Christian Vandersee (90 %) Beauftragter für Aussenbeziehungen, Werke und Missionsorganisationen vakant Administrative Assistentin vakant Beauftragter für kirchliche Beziehungen in der Schweiz
Theologie und Ethik Hella Hoppe (60 %) Beauftragte für Ökonomie
Simon Röthlisberger (60 %) Beauftragter für Migration
Jacques-Antoine von Allmen (60 %) Beauftragter für Theologie
Matthias Wüthrich (60 %) Beauftragter für Theologie
Michèle Laubscher (70 %) Sachbearbeiterin
Otto Schäfer (80 %) Beauftragter für Theologie und Ethik
Brigitte Wegmüller (90 %) Administrative Assistentin der Leiterin ITE
vakant Beauftragung für Sozialethik
Frank Mathwig Beauftragter für Theologie und Ethik
Anja Scheuzger (70 %) Sachbearbeiterin
Kommunikation Thomas Flügge (60 %) Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
André Röthlisberger (20 %) Webassistent
Monica Jeggli (80 %) Journalistin, Redaktorin
Monika von Grünigen (70 %) Administrative Assistentin des Leiters Kommunikation
Zentrale Dienste Jacqueline Blaser (60 %)
Mirjam Schwery (60 %)
Administrative Assistentin Empfang
Mitarbeiterin Empfang
Christine Maurer (80 %) Mitarbeiterin Empfang
Christian Straumann (80 %) Beauftragter für Finanzplanung, Personal und Informatik
Das aktuelle Organigramm finden Sie jeweils auf www.sek-feps.ch/ueber-uns
Jacqueline Tschumi (60 %) Mitarbeiterin Buchhaltung Cécile Uhlmann (80 %) Beauftragte für Rechnungswesen
{hand}-werk Wir reichen die H채nde, um beziehungsweise nicht alleine da zu stehen.
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KIRCHENBEZIEHUNGEN
Kirchen beziehungen Die Abteilung Kirchenbeziehungen (KIB) pflegt die Bez iehungen zu den Mitgliedkirchen, den Partnerkirchen im In- und Ausland, zu den regionalen und weltweiten konfessionellen und ökumenischen Organisationen und Bündnissen, zum Judentum und weiteren Religions gemeinschaften sowie zu den Werken und Missionsorganisationen.
Kirchliche Beziehungen Schweiz Beziehungspflege mit den Mitgliedkirchen Konferenz der Kirchenpräsidien (KKP)
Ende 2007 hatte die damalige Konferenz der Kirchenleitungen ihre Umwandlung in eine Konferenz der Kirchenpräsidien (KKP) beschlossen. Gemäss neuem Konzept besteht der Hauptzweck dieses Gremiums darin, eine Plattform für den direkten Kontakt der Präsidien untereinander und mit dem Präsidenten des SEK zu bieten. Wichtigste Ziele sind der persönliche Austausch und die Meinungsbildung der Verantwortlichen zu Entwicklungen in Kirche, Ökumene, Gesellschaft und Politik. In dieser neuen Form hat sich die KKP 2008 zu vier Gesprächstreffen zusammengefunden: Erstes Treffen: 8. Februar 2008 Zwei Hauptthemen prägten das erste Treffen: Aufgrund der in den letzten Jahren spürbar stärkeren Mediatisierung von innerkirchlichen Angelegenheiten fragten die Kirchenpräsidien nach möglichen Auswirkungen dieser öffentlichen Diskussion kirchlicher Themen. Um als Reformierte mit einer erkennbareren gemeinsamen Stimme aufzutreten, verständigten sie sich darauf, sich untereinander konsequenter über Entwicklungen und ökumenische Gespräche zu informieren. Im Rahmen der gesamtschweizerischen Harmonisierung der Lehrpläne (HarmoS) steht auch die künftige Bedeutung des Religionsunterrichts an der obligatorischen Schule zur Diskussion. Die Kirchenpräsidien befürworteten mehrheitlich ein gemeinsames Engagement der drei Landeskirchen gegenüber der Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), um das «Fenster» für den konfes sionellen bzw. ökumenischen Religionsunterricht in der obligatorischen Schule zu erhalten – ohne jedoch die unterschiedlichen Modelle der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat im Bereich Religionsunterricht einzuebnen. Zweites Treffen: 16. Mai 2008 Zentrale Themen des zweiten Gesprächstreffens waren zum einen die weit verzweigten Finanzströme im schweizerischen Protestantismus, die eine Arbeitsgruppe nun genauer analysieren soll. Andererseits zeichnen sich neue Entwicklungen in der Diskussion rund um das Verhältnis Kirche und Staat sowie der korporativen Religionsfreiheit ab. Die Kirchenpräsidien vereinbarten, diese Themen aus spezifisch reformierter Sicht weiter aktiv zu verfolgen. Im Sinne einer längerfristigen Problemanzeige wurde darauf hingewiesen, dass infolge der interreligiösen Dialoge die Kirchen oft nur noch als «Religionen» im Blick sind. Es ist
KIRCHENBEZIEHUNGEN 21
künftig darauf zu achten, dass die Landeskirchen nicht mit «Religionsgemeinschaften» gleichgesetzt werden. Drittes Treffen: 22. August 2008 Schwerpunkt des ersten Teils waren die Entwicklungen in der Ökumene auf kantonalkirchlicher Ebene. Etliche Teilnehmende berichteten übereinstimmend, dass die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort zunehmend schwieriger werde, weil die römisch-katholische Kirche sich auf ihre konfessionelle Identität zurückziehe. Betroffen sind beispielsweise ökumenische Gottesdienste und Seelsorgeangebote in Spitälern, aber auch die verlässliche Co-Finanzierung ökumenischer Projekte. Im zweiten Teil orientierte die Projektleitung über das im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 58 geplante Projekt «FAKIR – Finanz analyse Kirchen: Gesellschaftliche Nutzen und Kosten ausgewählter Religionsgemeinschaften in der Schweiz». Die Kirchenpräsidien nutzten die Gelegenheit für Anregungen aus kirchlicher Perspektive und erklärten sich bereit, die Forschungsarbeit kritisch-unterstützend zu begleiten.
Beziehungspflege mit den Freikirchen Beziehungspflege SEK – Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG) – Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) – Réseau Évangélique
Die Delegationen des Rates SEK und der Verantwortlichen der freikirchlichen Verbände treffen sich jährlich zwei Mal zum Informations- und Gedankenaustausch – in der Regel mit einem thematischen Schwerpunkt (s. auch S. 39). Bilateraler Dialog mit der Konferenz der Mennoniten der Schweiz (KMS)
Es fanden sieben ganztägige Gespräche der Gesprächskommission statt, dazu ein Treffen der Delegationen von SEK und KMS (s. auch S. 39).
Werke und Missionsorganisationen Kommission für Aussenbeziehungen (KAB)
Viertes Treffen: 24. Oktober 2008 Nochmals stand der Austausch zu Fragen der Ökumene zuoberst auf der Traktandenliste. Vor dem Hintergrund des gefällten Bundesgerichtsurteils zum partiellen Kirchenaustritt konzentrierte sich die Diskussion auf Entwicklungen im Schweizerischen Staatskirchenrecht. Das Institut für Religionsrecht in Fribourg soll im Auftrag des SEK abklären, welche Auswirkungen dieses Urteil auf die reformierten Kirchen haben könnte. Weiteres Gesprächsthema war die Klärung der Beziehungen zwischen dem SEK (und den reformierten Mitgliedkirchen) und der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA). Gemeinsames Anliegen der Kirchenpräsidien ist es insbesondere, dass die SEA bei evangelisch-reformierten Kirchgemeinden auf Kollektivmitgliedschaften verzichtet. Diskussionsstoff bot auch das Phänomen des vermehrten Zuzugs evangelisch-lutherischer Konfessionsangehöriger aus Deutschland in die Ostschweiz. Dadurch stellen sich neue Fragen nach der Erfassung der Kirchenmitgliedschaft vor dem Hintergrund der Leuenberger Konkordie.
Gemäss Mandat hat die KAB die Funktion, die internatio nalen Beziehungen des SEK und diejenigen der Werke und Missionsorganisationen zu koordinieren. Der Informations austausch über internationale Kontakte und Programme gehörte deshalb neben den inhaltlichen Schwerpunkt themen zum festen Bestandteil der drei jährlichen Sitzungen. Die ersten beiden Treffen (17. März und 4. Juni) waren geprägt von der Weiterarbeit an den entworfenen «Leitlinien der Aussenbeziehungen des SEK». Es ging dabei um die Konsolidierung des Dokuments anhand der eingebrachten Inputs der Werke und um begriffliche Klärungen. Grundsätzlich wurde dabei der Wert einer klar strukturierten Strategie der Aussenbeziehungen und einer Zuordnung der Aufgaben einhellig anerkannt. Gleichzeitig wurde aber ebenso deutlich, dass eine Abstimmung der Leitlinien auf die unterschiedlichen Leitbilder der Werke und Missions organisationen und ihre neuen Strategien nicht einfach sein dürfte. Das dritte Treffen (6. November) war der Jahres planung 2009 gewidmet. Mittels einer Gesamtübersicht über die geplanten Ereignisse wurden erste Absprachen getroffen und festgestellt, wo zusätzlicher Koordinations bedarf besteht. Andiskutiert wurde ein möglicher Handlungsbedarf zum Thema «Diskriminierung christlicher Minderheiten», aber auch der kurzfristig aufgekommene Bedarf nach einer einheitlichen Regelung der Entsendung von Freiwilligen zur Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP).
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KIRCHENBEZIEHUNGEN
Expertenpools für verschiedene Weltregionen (PEX)
Die Pools of Experts (PEX) haben im Rahmen der Zusammenarbeitsstrukturen zwischen SEK und den Werken und Missionsorganisationen die Funktion von Informationsplattformen. Als Fachgremien zu bestimmten Weltregionen sollen sie dem Erfahrungsaustausch dienen und die Koordinierung der Aktivitäten in den jeweiligen Gebieten fördern. Künftig soll die Diskussion von Schwerpunktthemen noch mehr Gewicht erhalten. Im Verlauf des Jahres haben sich die sieben PEX ein- bis zweimal getroffen. Dabei berichteten die Fachpersonen über Entwicklungen in den spezifischen Regionen sowie über spezielle Programme oder Besuchs reisen. In Südafrika und Simbabwe sind die Entwicklungen stark von den politischen Spannungen und der Flüchtlingssituation bestimmt, welche insbesondere auf dem Land zu prekären humanitären Verhältnissen geführt haben. Der SEK ist bestrebt, für diese Region einen partnerschaftlichen Beziehungsaufbau zwischen DM-échange et mission und der Uniting Reformed Church of South Africa (URCSA) in die Wege zu leiten. Für das Gebiet von West- und Zentralafrika wurde unter anderem über die Teilnahme an einer Wahl beobachtungsgruppe im Togo berichtet, die den dortigen Demokratisierungsprozess unterstützt. In Bezug auf die arabischen Länder diskutierte man vor allem die verschiedenen Situationen der Diskriminierung christlicher Minderheiten. Trotz der geäusserten Besorgnis darüber wurde von voreiligen Aktionen abgeraten, da unbedachte westliche Initiativen immer auch die Gefahr bergen, die Situation der dortigen christlichen Gemeinschaften weiter zu verschärfen. Aus Lateinamerika wurde berichtet, dass sich etliche christliche Kirchen zum Teil in einer Identitätskrise befinden, da das Gegenüber klarer Diktaturen sukzessive wegfällt und die Mitgliederzahlen stark rückgängig sind. Betroffen ist beispielsweise die Evangelische Kirche am Río de la Plata (IERP), der die evangelischen Gemeinden im Länderdreieck Agentinien, Urugay und Paraguay angehören. Thematisch beschäftigte vor allem die sich verschärfende Nahrungsmittelkrise. Zudem wurden Möglichkeiten erwogen, der mit Brasilien unterzeichneten ökumenischen Wassererklärung breitere Wirkung zu verleihen. Im asiatischen Raum ist die Bedeutung der koreanischen Kirchen mit ihren weltweit rund 14 000 Missionaren hervorzuheben. Da die Vermittlung des reformatorischen Erbes via USA erfolgte, ist der Kontakt koreanischer Kirchen mit dem Ursprungsland Schweiz besonders wichtig – gerade auch im CalvinJubiläumsjahr 2009.
Zusammenarbeit mit den Werken: Aufgabenbereiche und Zusammenarbeitsstrukturen
Als Folge des «Projekts Werke» (Motion Nordwestschweizer Kirchen, 2004) nahmen die beiden Stiftungsräte HEKS und BFA auf Anregung des Rates SEK Anfang Jahr direkte Gespräche miteinander auf, um über die Zukunft der beiden Werke zu beraten. Anlässlich der Herbst-AV orientierten sie die Abgeordneten des SEK über den Zwischenstand der Arbeiten. Ausgehend von einer Intensivierung der Zusammenarbeit werden die Optionen einer Fusion oder eines neuen gemeinsamen Hilfswerks intensiv geprüft, wobei die jeweiligen Chancen und Risiken sorgfältig abgewogen werden müssen. Nach einem Richtungsentscheid der Stiftungsräte wären in einer nächsten Phase dann vertiefte Gespräche mit allen betroffenen Partnern der Werke zu führen. Parallel dazu versuchte der SEK, aus kirchlicher Sicht die Klärung der Aufgabenbereiche von Werken und Missionsorganisa tionen auf der Basis des Grundauftrags der Kirche weiter voranzutreiben. Das den Abgeordneten des SEK ebenfalls in der Herbst-AV zur Diskussion vorgelegte Grundsatzpapier muss jedoch unter stärkerem Einbezug der Werke und Missionsorganisationen nochmals überarbeitet werden. Zusammenarbeit mit den Missionsorganisationen: Rahmenvereinbarung mit Leistungsverträgen – Erarbeitung einer Nachfolgelösung
Die Schwerpunkte der beiden Missionsorganisationen mission 21 und DM-échange et mission haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert. Innerhalb der Rahmenvereinbarung konnten deshalb die Aktualisierungen der Leistungsverträge 2009 mit leichten Anpassungen problemlos vorgenommen werden. Um der Erarbeitung einer Nachfolgelösung für die abgelaufene Rahmenvereinbarung genügend Zeit einzuräumen, hatte die Abgeordnetenversammlung des SEK diese bis Ende 2010 verlängert. Die Verhandlungen über eine Nachfolgelösung zur Rahmenvereinbarung wurden von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des SEK und den beiden Missionsorganisationen Anfang Jahr aufgenommen. Von allen Parteien wurde dabei bekräftigt, dass der begonnene Weg mit engeren Zusammenarbeitsstrukturen sinnvoll ist und deshalb auch in einer Nachfolgelösung weiterzuführen sei. Angestrebt werden sollen mehr gemeinsame gesamtschweizerische Verantwortung, mehr Transparenz, Dialog und Vertrauen sowie eine engere Einbindung der Kantonalkirchen. Im Zuge der Weiterarbeit wird zu klären sein, ob eine Form der Mandatierung die bisherigen Leistungsverträge ersetzen könnte.
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Ökumenische Beziehungen
Evangelisch/Römisch-katholische Gesprächskommission (ERGK)
Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH)
Seit 2003 ist die Gesprächskommission mit der Arbeit an ihrem Mandat «Kircheneinheit und Kirchengemeinschaft – Elemente einer ökumenischen Sicht» befasst. Nach einem ersten Zwischenbericht Anfang 2005 und den daraufhin erfolgten Rückmeldungen durch die beiden Kirchenleitungen war die Arbeit der ERGK wegen fehlender Perspektiven ins Stocken geraten. An ihrer ersten diesjährigen Sitzung (März) zog die Kommission nun Bilanz und beschloss, zur Fortführung der Arbeit ihre gesammelten Einsichten in Berichtsform zusammenzufassen. Diesen abschliessenden Bericht hat die Kommission in der Herbstsitzung (September) bereinigt und zuhanden von SEK und Schweizer Bischofskonferenz verabschiedet. Mit Nachdruck wurde darin darauf hingewiesen, dass die im Mandat enthaltenen Leitkategorien «Kirchengemeinschaft» und «Kircheneinheit» sich für die ökumenische Diskussion als nicht weiterführend erwiesen haben. Dagegen wird von der ERGK vorgeschlagen, sich künftig wieder stärker auf bereits bestehende Dokumente wie etwa die Charta Oecumenica und das Limadokument zu beziehen, diese zu vertiefen und in pragmatischen, theologisch verantwortbaren Schritten umzu setzen. Konkrete Vorschläge für ein neues gemeinsames Mandat an die ERGK sind für die erste Sitzung 2009 zu erwarten. Nachfolger des im Verlauf des Jahres zurückge tretenen evangelischen Co-Präsidenten Dr. Frank Jehle ist Dr. Markus Anker.
Die AGCK-CH traf sich auch in diesem Jahr zu zwei Plenarversammlungen. Erstes Treffen: 14. Mai Der ersten Versammlung wurde der Zwischenbericht der Arbeitsgruppe «Religionsgemeinschaften – Bund» (vgl. unten) vorgelegt. Im Herbst 2007 hatte die AGCK-CH eine spezielle Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, sich mit der Thematik des Kontaktes zwischen Religionsgemeinschaften und Bund zu befassen und ein Konzept für eine «Ansprechstelle bei den Bundesbehörden» zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe machte zuerst eine Bestandesaufnahme, wo überall Kirchen mit dem Bund in Beziehung stehen, welche rechtlichen Grundlagen dafür bestehen und welche inhaltlichen Berührungspunkte zwischen Bund / Departementen und kirchlichen bzw. religiösen Themen existieren. Von dieser Grundlagenarbeit verspricht man sich Anhaltspunkte darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen den Instanzen des Bundes und den Mitgliedkirchen der AGCK-CH verbessert werden könnte. Der zweite Analyseteil war den Beziehungen zwischen Bund und Kirche aus der Sicht des Bundes gewidmet. Die entsprechenden Informationen wurden in Form zweier Hearings mit den zuständigen Bundesbeamten eingeholt. Die Auswertung der beiden Analyseteile soll nun fundierte Schlussfolgerungen für die Entwicklung eines Konzepts «Ansprechstelle» ermöglichen. Der Schlussbericht der Arbeitsgruppe mit Empfehlungen zur Weiter arbeit wird im Verlauf des Jahres 2009 erwartet. Zweites Treffen: 20. Oktober Das zweite Treffen war einerseits statutarischen Geschäften gewidmet, wobei Bischof Vitus Huonder zum Präsidenten für die Amtszeit 2009/2010 gewählt wurde. Andererseits wurde über Möglichkeiten diskutiert, wie die in den Jahren 2010, 2011 und 2014 ausnahmsweise zusammen fallenden Oster-Termine in den Ost- und Westkirchen als Zeichen der Zusammengehörigkeit und Einheit mit den orthodoxen Kirchen genutzt werden könnten. Weitere Gesprächsthemen waren das Oecumenica-Label, das nun mit einem Flyer offiziell lanciert wurde, und das gemeinsame Bettagsgebet, das die AGCK-CH den Kirchen jeweils zur Verfügung stellt.
Treffen Rat SEK – Schweizer Bischofskonferenz (SBK)
Auch in diesem Jahr trafen sich die Delegationen des Rates SEK und der Schweizer Bischofskonferenz zum or dentlichen Informationsaustausch und zur Koordination in kirchlichen und gesellschaftspolitischen Fragen. Erstmals seit 2001 fand zudem Anfang Dezember wieder eine zwei tägige Klausurtagung der beiden Gesamtgremien statt. Nach den ökumenischen Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr (2007) setzte dieses Treffen neue ökumenische Impulse. Hauptthema der Tagung war die gemeinsame Beschäftigung mit dem Kirchenverständnis in römisch-katholischer und reformierter Tradition. Auf der Basis zweier einleitender Referate diskutierten die Kirchenvertreter darüber, was Kirche aus ihrer jeweiligen Sicht zur Kirche macht. Dabei stellten sie sowohl grosse Gemeinsamkeiten als auch bleibende grundsätzliche Unterschiede fest und entwickelten daraus weiterführende Perspektiven für die Ökumene. Besonders wichtig erscheint in diesem Zusammenhang die Verpflichtung auf die 2005 unterzeichnete Charta Oecumenica, welche von beiden Seiten bekräftigt wurde. Aber auch die gemeinsame christliche Verantwortung beispielsweise
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im Einsatz für die Menschenrechte, für die Erneuerung der gegenseitigen Taufanerkennung (von 1973), in der Weitergabe und Vertiefung des Glaubens, im Umgang mit kon fessionsgemischten Ehen oder in sozialpolitischen Fragen wurde hervorgehoben. Angesichts solcher künftiger Heraus forderungen äusserten SEK und SBK die Absicht, in Zukunft vermehrt das gemeinsame Engagement der beiden Kirchen zu suchen.
Beziehungspflege mit anderen Religions gemeinschaften Evangelisch-Jüdische Gesprächskommission (EJGK)
Die Gesprächskommission widmete sich im Verlauf des Jahres ganz der Fertigstellung der gemeinsamen Deklaration zum Verhältnis von Juden und Christen. In intensiver Kommissionsarbeit wurde der Text inhaltlich und redaktionell bereinigt und daraufhin den Vertretern des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) und des SEK zur Vernehmlassung vorgelegt. Die geplante Deklaration wird sich gegenüber früheren Erklärungen dadurch unterscheiden, dass sie nicht Gemeinsamkeiten zu definieren versucht, sondern ausgehend von Differenzen einen Dialogansatz verfolgt. Darauf aufbauend versucht sie thesenartig zu formulieren, in welche gemeinsame Richtung es heute zu gehen gelte. Inhaltlich leitend sind dabei die Begriffe «Freiheit», «Schrift» und «Verantwortung». Die definitive Version der Deklaration ist in der zweiten Jahreshälfte 2009 zu erwarten. Schweizerischer Rat der Religionen (Swiss Council of eligions, SCR) R
Der Schweizerische Rat der Religionen hat sich im dritten Jahr seines Bestehens zu vier ordentlichen Sitzungen getroffen. Personell waren in diesem Jahr zwei Wechsel zu verzeichnen: anstelle des zurückgetretenen Prof. Dr. Alfred Donath nahm für den Schweizerischen Israelitischen Ge meindebund (SIG) dessen neu gewählter Präsident, Dr. Herbert Winter, Einsitz. Die Föderation Islamischer Dachorgani sationen (FIDS) wurde interimsmässig durch den Kommunikationsverantwortlichen, Kaldoun Dia-Eddine, vertreten. Eine der Hauptaufgaben des SCR besteht gemäss Mandat in der Kontaktpflege mit den Bundesbehörden in religions politischen Fragen. Entsprechend standen zwei offizielle Gesprächstreffen mit dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), Bundesrat Pascal Couchepin, auf dem Programm. Nach einem ersten derartigen Austausch zwischen SCR und EDI im Jahr 2007 entwickelten sich diese Treffen zu einer beidseits geschätzten, festen Ge sprächsplattform. Faktisch übernehmen die Gesprächstref-
fen damit vorerst die Funktion der Anlaufstelle für Kirchen und Religionsgemeinschaften beim Bund. Schwerpunktmässig wurden in diesem Jahr Fragen zur Minarett-Initia tive und zur bundesinternen Koordination religionspolitischer Themen diskutiert. Ausgehend von einem Bundesgerichtsurteil zum Schwimmunterricht wurde auch die Grundsatzfrage erörtert, an welchen Stellen in unserem Land Fragen der Religionspolitik und der Religionsfreiheit entschieden werden. Die Haltung des Bundesrates zielt dabei auf möglichst pragmatische Lösungen vor Ort statt auf grundsätzliche religionspolitische Regelungen. SCR intern standen im Verlauf des Jahres vier Hauptthemen im Zentrum: Anlässlich der Volksinitiative «Für ein Minarettverbot» wurde einerseits intensiv über eine gemeinsame Stellungnahme beraten und andererseits Möglichkeiten präventiver, vertrauensbildender Massnahmen in der breiteren Bevölkerung diskutiert. Vor dem Hintergrund des «Projektes HarmoS» (Harmonisierung der obligatorischen Grundschule) beriet der SCR über gemeinsame Anliegen im Hinblick auf ein allfälliges Fach «Religionskunde». Der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) gegenüber äusserte er die Bitte, die Frage des Religionsunterrichts in den harmonisierten Lehrplänen sorgfältig zu prüfen. Darüber hinaus liess sich Rat der Religionen vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) über die UNO-Initiative «Allianz der Zivilisationen» und die Idee einer spezifisch schweizerischen Plattform dazu informieren. Schliesslich wurde als entscheidender Schritt zur Weiterentwicklung des SCR die Schaffung einer gemeinsam finanzierten Sekretär-Stelle im Umfang von dreissig Stellenprozenten beschlossen. Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (IRAS-COTIS)
Die Zusammenarbeit des SEK mit IRAS-COTIS konzentrierte sich auf die nach 2007 zum zweiten Mal stattfindende «Woche der Religionen» (2.–8. November 2008), in deren Lenkungsgruppe der SEK vertreten ist. Die von IRAS-COTIS national koordinierte Woche der Religionen dient als Plattform der Begegnung und des Kennenlernens zwischen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Die rund 170 Veranstaltungen in 60 Städten und Gemeinden in der gesamten Schweiz reichten von kulturellen Anlässen über Konzerte und gegenseitige Besuche bis hin zu interreligiösen Gebeten. In einer zunehmend pluralisierten Gesellschaft wird damit das verbindende Potential von Religionen in den Vordergrund gerückt.
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Islam-Arbeit des SEK
Argumentarium und Hearing zur «Minarett-Initiative» Anlässlich der Einreichung der Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» wurde im Sommer ein Argumentarium mit dem Titel «Zwischen Glockenturm und Minarett» erarbeitet. Der Text beschäftigt sich mit den Hintergründen der Initiative, der rechtlichen Situation, dem Zu sammenleben in einer multikulturellen und -religiösen Gesellschaft und stellt aus kirchlicher Sicht fest, dass die Minarett-Initiative ein untauglicher Versuch sei, den He rausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft zu be gegnen. Anlässlich eines Hearings für Vertreter der Mitgliedkirchen wurden die Volksinitiative und die Kernaussagen des kirchlichen Argumentariums eingehend erläutert. Die Anwesenden stimmten darin überein, dass den Kirchen angesichts der brisanten gesellschaftspolitischen und reli giösen Fragen eine wichtige Aufgabe zukomme. Es gehe darum, aus einer überzeugten und zugleich offenen Glaubenshaltung heraus einen kritischen Dialog zu führen (s. auch S. 41).
Diverse Beziehungen Koordinationsgruppen koreanischer Gemeinden
Nach einem längeren Klärungsprozess konnte Mitte Jahr die Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen den koreanischen Kirchen in Bern und Zürich unterzeichnet werden. Sie bildet den Rahmen für die Anstellung des neuen Pfarrers Ki-Chun Kim, der der Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK) entstammt. Nach wie vor werden die beiden Gemeinden von der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, von mission 21 und der Mutterkirche PROK unterstützt. Ziel ist es jedoch, sie mittel fristig in die Selbständigkeit zu entlassen. In Bezug auf die koreanische Gemeinde in Genf konnte im Frühjahr ebenfalls ein Memorandum of Cooperation unterzeichnet werden. Es regelt die Zusammenarbeit zwischen der entsendenden Presbyterian Church of Korea (PCK), der koreanischen Gemeinde in Genf, DM-échange et mission und dem SEK. Darüber hinaus war die Vereinbarung von Bedeutung für die Arbeitserlaubnis von M. Yoo als neuem Gemeindepfarrer.
Tagungen der Islambeauftragten
Auf Einladung des SEK trafen sich die Islambeauftragten der Kantonalkirchen im Verlauf des Jahres zu zwei Tagungen (Mai und November). Anlässlich des ersten Treffens befasste sich das Gremium hauptsächlich mit dem offenen Brief (2007) von 138 islamischen Würdenträgern A Common Word between Us and You und den bisherigen Reaktionen der christlichen Ökumene auf dieses wichtige Gesprächsangebot. Der Nachmittag wurde zu einem Besuch der in einem multikulturellen Quartier Luzerns gelegenen Moschee und einem Gespräch mit dem dortigen Imam genutzt. Diese Moschee lebt ein für die Schweiz neues und integratives Modell, da sie Gläubigen verschiedener ethnischer Herkunft offen steht und das Freitagsgebet in Deutsch gehalten wird. Hauptthema des zweiten Treffens war die Arbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im Bereich der christlich-muslimischen Beziehungen. Die Programmbeauftragte des ÖRK stellte die laufenden Dialogprojekte vor, insbesondere diejenigen, die durch den offenen Brief der 138 islamischen Würdenträger neu initiiert worden waren. Darüber hinaus berichtete sie über den ÖRKArbeitszweig Accompanying Churches in Situation of Conflict, was zu einer regen Diskussion über die Möglichkeiten der Schweizer Kirchen führte, ihre Solidarität mit Christen im Nahen Osten zu leben.
Dekade zur Überwindung von Gewalt
Im Rahmen der «Dekade zur Überwindung von Gewalt» (2001–2010) nimmt der SEK primär eine Koordinationsund Verbindungsfunktion zu den übergreifenden Programmen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) wahr. So fanden im Verlauf des Jahres zwei Treffen mit den kantonalen Dekadeverantwortlichen statt. Dabei informierten die Dekadeverantwortlichen einander über ihre jeweiligen laufenden und geplanten Aktivitäten. 2008 standen viele der Aktivitäten im Zusammenhang mit dem laufenden Schwerpunktthema «Frauen-/Menschenhandel», insbesondere in Verbindung mit der Euro 08. Für 2009 äusserten sie die Absicht, thematisch die «Initiative für den Schutz vor Waffengewalt» aufzugreifen, dafür das Argumentarium des SEK zur Initiative beizuziehen und spirituell-liturgische Hilfsmittel zur Thematik zu erarbeiten. In der Dezember sitzung setzten sich die Dekadeverantwortlichen mit ersten Vorbereitungsschritten zur 2011 in Kingston (Jamaica) ge planten «Internationalen ökumenischen Friedenskonvo kation» auseinander. Der Entwurf einer Friedenserklärung ist beim ÖRK in Arbeit und wird den weltweiten Kirchen und ihren Dekadeverantwortlichen im Verlauf des Jahres 2009 zur Konsultation unterbreitet. Zur Vorbereitung dieser Friedenskonvokation macht der ÖRK Delegationsbesuche in verschiedensten von Unfrieden und Gewalt geplagten Ländern. Diese sogenannten «Living Letters» sollen Beziehungen stärken, Solidarität zum Ausdruck bringen und vor Ort Gewalt überwindende Anstösse geben.
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Kirche 08 – Das Spiel FC Religionen gegen FC Nationalrat
Religionsfragen werden auf Bundesebene behandelt – oder: Rabbiner, Imame und Pfarrer blieben gemeinsam am Ball. Der Platz
Fussballplatz des FC Köniz (2. Liga Regional) in Liebefeld bei Bern. Grosse Kulisse? Nicht nötig für diesen Anlass. Das Ereignis ist einmalig. Vertreter von Religionen und Politik messen sich im völkerverbindenden Spiel. Der Rat der Religionen und Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier haben sich zusammengefunden. In der Schweiz sind Kirchenfragen Angelegenheiten der Kantone – aber Religionsfragen müssen auf Bundesebene behandelt werden. Das wird hier manifestiert, am 25. Mai 2008 um 19.30 Uhr. Die Gäste
Die Tribüne ist gut zur Hälfte gefüllt. Angehörige der Jüdischen Gemeinde und muslimischer Gemeinschaften sitzen einträchtig neben Mitgliedern des Synodalrates Bern-Jura-Solothurn und Mitarbeitenden des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Ehrengast ist alt
Bundesrat Adolf Ogi, ehemaliger UNO-Sonderbeauftragter für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden. In seiner kurzen Ansprache («ich weiss, ihr wollt spielen, nicht zuhören») weist er auf die klaren Regeln im Fussball hin. Hielten sich alle, auch in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ans Fairplay, wir lebten in einer sichereren, geordneten, in einer besseren Welt. Pfarrer Thomas Wipf weist als Präsident des Rates der Religionen auf die Symbolik hin: «Die Kirchen und Religionsgemeinschaften wollen miteinander und nicht gegeneinander agieren.» Und der Präsident des Schweizerischen Fussballverban des, Ralph Zloczower freut sich sichtlich. Das Training
Zwei Wochen vor dem Spiel hatten sich die Rabbiner, Imame und Pfarrer des FC-Religionen erstmals getroffen. Und zwei Stunden vor dem Spiel gab’s ein zweites Training. «Ich merkte sofort, dass das gut kommt» sagt Andy Egli, ehemaliger Nationalspieler und Trainer in der Super League. Die Aufstellung
Sechs jüdische, sechs muslimische und acht christliche Fussballer haben sich für den FC-Religionen aufstellen
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lassen. Aber wer spielt wo? Wer wird als Nr. 1 im Tor stehen? Sie treten im blauschwarzen Trikot zur Begrüssung an, lachen ins Publikum und drehen sich um. Alle tragen die Nr. 7 auf dem Rücken. Es wird einfach für den Kommentator, denn er kann jeden Spieler genau bezeichnen: «Elegant hat Nr. 7 den Pass von Nr. 7 abgenommen». Alle gleich unter dem Aspekt der Vollkommenheit? Man wagt zu träumen. Der FC-Nationalrat tritt in starker Formation an: 1 Nationalrätin (GPS), 12 Nationalräte (1 CVP, 2 FDP, 4 GPS, 2 SP und 3 SVP), 2 Ständeräte (SVP) sowie Mitarbeitende der Parlamentsdienste teilen sich in die Aufgabe. Sie freuen sich über die gute Zuschauerkulisse: «Sonst sind immer nur ein paar unserer Frauen da und die verschwinden meistens nach einer Viertelstunde». Das Spiel
Punkt 19.30 Uhr pfeift der Schiedsrichter das Spiel an. Die Spielenden legen sich ins Zeug. Bald fallen erste Tore. Es wird fleissig ausgewechselt, denn die Akteure sind nicht mehr die jüngsten. Und die Spielzeit ist auf zwei Mal 35 Minuten verkürzt worden.
Das Resultat
6:1 für den Rat der Religionen. Ein Politiker äussert sich später: Wir achten sonst darauf, auf Augenhöhe zu spielen, aber die Altersunterschiede waren krass. Wen stört’s? 7 Tore – das Spiel war auf seine Weise vollkommen. Markus Sahli
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Internationale Beziehungen Schweizer Kirchen im Ausland (CHKiA) Die Kommission CHKiA hat sich im Verlauf des Jahres zu fünf ordentlichen Arbeitssitzungen getroffen. Neben der regulären Begleitung und Unterstützung der verschiedenen Schweizer Kirchen im Ausland hat die CHKiA auch 2008 spezielle Botschaften zu Ostern, Pfingsten, Bettag und Weihnachten verfasst. Diese setzen ein besonderes Zeichen der Verbundenheit zwischen den Auslandgemeinden und ihrer alten geografischen und konfessionellen Heimat. Zudem hat die Kommission Verbesserungsmöglichkeiten für die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit diskutiert, um die unterschiedlichen Schweizer Kirchen im Ausland und ihre Tätigkeit breiteren Kreisen bekannt zu machen. London: Swiss Church of London
Nach dem Weggang von Pfr. David Leuenberger hat die neu gewählte Pfarrerin Nathalie Dürmüller ihr Amt in der Swiss Church of London im September angetreten und sich schnell in der Gemeinde und in ihre neuen Aufgabengebiete eingelebt. Die Kommission CHKiA hatte diesen Schritt durch die notwenigen Vertragsverhandlungen vorbereitet und die Einführungszeit eng begleitet. Erfreulicherweise scheinen die ökumenischen Beziehungen der Schweizer Gemeinde stetig zu wachsen und die Kontakte zur Schweizer Botschaft sind ebenfalls gut eingespielt. Dass viele der ökumenischen Partner am Einsetzungsgottesdienst der neu en Pfarrerin teilnahmen, war ein eindrückliches Zeichen dafür. Nach langer Vorbereitungszeit erfolgte in der zweiten Jahreshälfte auch der Spatenstich für die Renovation der Swiss Church. Das Fundraising zur Erreichung der für die Bauarbeiten erforderlichen Gesamtsumme geht jedoch noch weiter. Mailand: Chiesa Christiana Protestante di Milano
Die Vertragsverhandlungen konnten auch für Pfarrer Marcel Cavallo in der Schweizer Gemeinde in Mailand zum Abschluss gebracht werden. Nach vierjähriger Tätigkeit hat er dort wesentliche Arbeitsbereiche ausbauen und festigen können, so beispielsweise den regelmässigen Religions unterricht an der Schweizer Schule, Ferienlager mit Jugendlichen aus allen protestantischen Kirchen Italiens oder gemeinsame Aktivitäten mit dem Schweizer Verein.
Misiones (Argentinien): Iglesia Evangélica Suiza
Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde in Misiones ist seit 2007 durch eine Vereinbarung in die Beziehungen mit der gesamten Evangelischen Kirche am Río de la Plata (IERP) eingebettet. Seither hat sich die Zusammenarbeit mit den übrigen Gemeinden des Kirchengebiets, welches sich über Teile Argentiniens und Paraguays erstreckt, deutlich verstärkt. Für die Gemeinde wurde dies konkret erlebbar, als die diesjährige Gesamtsynode der IERP in Misiones tagte.
Reformierter Weltbund (RWB) Europäischer Rat des Reformierten Weltbundes (1.–3. Februar, Paris)
Der Europäische Rat des Reformierten Weltbundes, der sich aus je einem Vertreter der Kirchenleitungen aller europäischen Mitgliedkirchen zusammensetzt, machte anlässlich seiner Versammlung Anfang Jahr einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Einheit: In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung wurde die gegenseitige Anerkennung als Kirchen, die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft, die gegenseitige Anerkennung der Ämter sowie die Zusage der Verantwortung füreinander verbindlich festgehalten. Damit setzt die Erklärung auch auf Weltebene ein starkes Signal der inneren Einheit: Der Reformierte Weltbund wird von seinem europäischen Rat ersucht, diese Erklärung auf weltweiter Ebene zu übernehmen, um den Begriff «Gemeinschaft» inhaltlich zu konkretisieren. Zusammenschluss Reformierter Weltbund (RWB) – Reformed Ecumenical Council (REC)
Ende 2007 war der wegweisende Entscheid zum Zusammenschluss des Reformierten Weltbundes mit dem Reformed Ecumenical Council gefällt worden. Unter der Bezeichnung World Communion of Reformed Churches (Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen) soll damit eine neue Kirchengemeinschaft entstehen, die künftig rund 80 Millionen reformierte Christinnen und Christen weltweit vereinigt. 2008 leiteten die Leitungsgremien der beiden Organisa tionen diesen Zusammenschluss in die Wege, indem sie eine gemeinsame Verfassung und Statuten entwarfen und die Strukturen der neuen Organisation konkretisierten. Inhaltlich wird mit dem Zusammenschluss die Hoffnung verbunden, das gemeinsame Zeugnis der reformierten Kirchen weltweit wesentlich zu stärken und ein Zeichen der Versöhnung zu setzen. Die vereinigende Generalversammlung unter dem Motto Unity of the Spirit in the Bond of Peace wird für 2010 in Grand Rapids / USA geplant.
KIRCHENBEZIEHUNGEN
Annäherung Reformierter Weltbund (RWB) – Lutherischer Weltbund (LWB)
Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)
Die Gemeinsame Lutherisch-Reformierte Kommission traf sich in Buenos Aires zu ihrer dritten Tagung (3.–9. Oktober). Sie untersucht im Auftrag der beiden konfessionellen Weltbünde Möglichkeiten einer sichtbareren Einheit zwischen Reformierten und Lutheranern. Das diesjährige Treffen befasste sich insbesondere mit dem Thema «Kirchenverständnis». Anhand des ekklesiologischen Grundlagen textes «Die Kirche Jesu Christi» der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) diskutierten die Fachexperten unterschiedliche Gestalten der Kirche. Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass den bestehenden Unterschieden in der Gestaltung der Kirche kein kirchentrennendes Gewicht zukommt. Vermutlich haben andere Faktoren die beiden reformatorischen Traditionen bisher davon abgehalten, eine engere Gemeinschaft zu verwirklichen. Diese Erkenntnisse und die entsprechenden Schlussfol gerungen werden in den für 2009 zu erwartenden Schlussbericht der Kommission einfliessen.
Tagung des Zentralausschusses (6.–11. Oktober, Zypern)
Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) Die Arbeit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa wird in den Jahren zwischen den Vollversammlungen (6. Vollversammlung 2006, Budapest) vom GEKERat strategisch geleitet und von der Geschäftsstelle in Wien strukturell und organisatorisch unterstützt. Inhaltlich wichtig sind dabei vor allem die theologischen Lehrgesprächsgruppen, welche sich derzeit mit drei Themenbereichen befassen. Die Arbeitsgruppen «Schrift, Bekenntnis, Kirche» und «Amt, Ordination, Episkopè» haben unter Mitwirkung je eines SEK-Vertreters im Verlauf des Jahres bereits sub stantielle Dokumente erarbeitet, die in einem nächsten Schritt den GEKE-Mitgliedkirchen in Konsultation gegeben werden. Der dritte Themenbereich «Die evangelischen Kirchen in Europa vor neuen sozialen Herausforderungen» wurde einem Kreis junger Ökumenikerinnen und Ökumeniker anvertraut. Weil die Vorgehensweise dabei breiter angelegt ist, kann mit einem ersten Textentwurf frühestens Anfang 2009 gerechnet werden. Daneben hat der Rat die 2007 eingeleitete Integration bestehender regionaler Zu sammenschlüsse in die GEKE weiter vorangetrieben. Neu als Regionalgruppen konstituiert wurden die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) und die Regionalgruppe Südosteuropa.
Der 40-köpfige Zentralausschuss bildet das oberste Leitungsorgan der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und versammelt sich einmal jährlich zu Planungs- und Beratungszwecken. Das diesjährige Treffen stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die 13. Vollversammlung der KEK im Sommer 2009 in Lyon. Der Zentralausschuss be stätigte dabei die bisherige Planung, welche für die Vollversammlung vier Hauptthemen vorsieht: die 50-Jahr-Feier des Bestehens der KEK (1959), die Beratung der Arbeitsschwerpunkte für die nächsten sechs Jahre, das Thema Called to One Hope in Christ und die Zukunft der KEK als ökumenische Organisation in Europa. Getrübt wurde die Zentralausschusstagung durch innerorthodoxe Spannungen, die sich am Beitrittsgesuch zweier orthodoxer Kirchen Estlands mit unterschiedlichem Ursprung entzündet hatten. Die Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche sahen sich daraufhin veranlasst, ihre Mitarbeit in der KEK bis auf weiteres zu sistieren. Hier ist das KEK-Präsidium gefordert, bis zur Vollversammlung mit allen Beteiligten klärende Gespräche aufzunehmen. Aus schweizerischer Sicht ist zu vermelden, dass der Bund evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein als assoziiertes Mitglied in der KEK willkommen geheissen wurde. Tagung der «Kommission der Kirchen für Migranten in Europa» (7.–11. Oktober, Zypern)
Parallel zum Zentralausschuss tagte am selben Ort auch die «Kommission der Kirchen für Migranten in Europa» (KKME). Bei dieser Gelegenheit wurde die seit längerem angebahnte Integration der KKME in die KEK offiziell vollzogen. Als dritte Kommission der KEK wird die KKME künftig dem Thema Migration in den Kirchen Europas ein entsprechendes Gewicht verleihen. Ein erstes Signal dafür ist der gemeinsam gefällte Beschluss, das Jahr 2010 zum Jahr der Antwort der Kirchen Europas auf die Herausforderung der Migration zu erklären. Das andere Schwerpunktthema der Tagung war der Menschenhandel. Die Vertreter der europäischen Kirchen berieten über menschenrechtliche Rahmenbedingungen und mögliche Wege zur Bekämpfung des Menschenhandels. Dabei wurde festgehalten, dass die Kirchen angesichts des Menschenhandels nicht unbeteiligt bleiben können, sondern gemäss ihrem biblischen Auftrag dazu aufgerufen sind, diesem – als moderner Form der Sklaverei – entschieden entgegenzutreten.
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KIRCHENBEZIEHUNGEN
Tagung der Kommission «Kirche und Gesellschaft» (9.–13. April, Prag)
SEK-Vertretung bei der Kommission «Kirche und Gesellschaft» der KEK in Strassburg
Die KEK Kommission «Kirche und Gesellschaft» hat an ihrem Jahrestreffen die Arbeitsprioritäten ihrer Geschäftsstellen in Brüssel und Strassburg fürs kommende Jahr festgelegt. Neben der ordentlichen Begleitung des europäischen Integrationsprozesses gegenüber den europäischen Institutionen wurden Prioritäten gesetzt im Bereich der Sozialpolitik, der nachhaltigen Entwicklung, der Bioethik und der religiösen Bildung in einem interreligiösen Kontext. Der Frage nach der Rolle der Religion in der europäischen Zivilgesellschaft soll ebenfalls weiter nachgegangen werden, unter anderem auch unter rechtlichen Aspekten. Besonderes Gewicht wird auf den interkulturellen Dialog gelegt, der mit der Veröffentlichung des Weissbuchs des Europarates nochmals an Bedeutung gewonnen hat. Intensiver Dialog ist aber auch innerhalb der Konferenz Europäischer Kirchen nötig: Völlig unterschiedliche Verständnisse der westlichen und der östlichen (orthodoxen) Kirchen beispielsweise in Bezug auf die Menschenrechte bedürfen hier einer intensiven Bearbeitung.
Die neu entsandte Vertreterin des SEK bei der Kommission Kirche und Gesellschaft (KKG) der KEK in Strassburg hat ihre auf fünf Jahre angelegte Stelle im Oktober 2007 angetreten. Hauptaufgabe des KEK-Büros in Strassburg ist die Vertretung der Stimme europäischer Kirchen gegenüber dem Europarat. Dies beinhaltet ein grosses Mass an Kontaktpflege mit den jeweiligen Europarat-Kommissionen, aber auch die Erarbeitung thematischer Grundlagendokumente und die Teilnahme an Fachkonferenzen. Die Schwerpunkte der SEK-Vertreterin liegen bei den Themen Menschenrechte, Europa der Regionen, Genderfragen sowie dem interkulturellen Dialog. Vor allem die Frage nach dem Umgang mit der zunehmenden kulturellen Vielfalt in Europa prägte die diesjährige Arbeit, da der Europarat im Sommer ein Weissbuch zum interkulturellen Dialog verabschiedete. Die KKG hat sich am Konsultationsprozess und der Entstehung dieses Weissbuchs aktiv beteiligt und konnte so ihre Vorschläge einbringen – insbesondere in Bezug auf die interreligiöse Dimension des interkulturellen Dialogs. Für den Tätigkeitsbereich «Europa der Regionen» sind die Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR) und die übrigen Re gionalgruppen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) wichtige Partnerinnen zur Umsetzung re gionaler Initiativen und Projekte.
Tagung der Kommission «Kirchen im Dialog» (23.–27. Juni, Pullach / Deutschland)
Die Hauptaufgabe der KEK Kommission «Kirchen im Dialog» besteht im ökumenisch-theologischen Dialog. Derzeitiges Schwerpunktthema bildet die Dialogarbeit zwischen den orthodoxen und den nichtorthodoxen Kirchen. Theologische Experten aus den KEK-Mitgliedkirchen waren im Vorfeld der Tagung beauftragt worden, die Dialoge ihrer Kirchen mit der Orthodoxie auszuwerten. Die daraus resultierende Evaluation zeigte, dass zwar etliche positive Dialog ergebnisse erzielt, diese aber nur sehr spärlich kommuniziert wurden und deshalb fast nicht ins Bewusstsein der Kirchen gelangt sind. Die grössten Differenzen zwischen den beiden Traditionen bestehen nach wie vor im Bereich der Ekklesiologie. Um das kirchliche Selbstverständnis ge genseitig besser kennenzulernen, sind aber auch Gespräche über liturgische Fragen und das Zeugnis der Kirche in der heutigen Gesellschaft hilfreich. Mit einem Statement zur «Theologie der Religionen» initiierte die Kommission zu dem einen Konsultationsprozess unter den Mitgliedkirchen mit dem Ziel, eine gemeinsame theologische Basis zu finden, auf der KEK-Mitgliedkirchen ihre Beziehungen mit anderen Religionen gestalten. Beide thematischen Prozesse werden als Beitrag der Kommission «Kirchen im Dialog» in die KEK-Vollversammlung 2009 einfliessen.
Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK) Tagung des ÖRK-Zentralausschusses (13.–20. Februar, Genf)
Unter dem Titel «Gemeinsam Veränderung bewirken» versammelte sich der 150 Mitglieder umfassende Zentralausschuss (ZA) des ÖRK zu seiner zweiten Sitzung nach der 9. Vollversammlung (VV) in Porto Alegre. Das neben der VV wichtigste Gremium des ÖRK ist verantwortlich für die Umsetzung der beschlossenen Arbeitsschwerpunkte sowie die strategische Lenkung und Kontrolle der laufenden Aufgabengebiete. Der erste Teil der Tagung war dem Rückblick gewidmet: Der Generalsekretär des ÖRK sowie der Moderator des Zentralausschusses legten je Bericht ab über die vergangenen zwei Jahre. In dieser Zeit haben sich alle Kommissionen unter neuen Direktoren konstituieren können und ihre Arbeit in den festgelegten sechs Programmeinheiten aufgenommen. Ebenso in Angriff genommen wurde die von der VV als wichtiges Element einer zukunftsgerichteten Tätigkeit des ÖRK identifizierte engere Zusammenarbeit mit regionalen ökumenischen Organisationen – im Falle Europas etwa mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Da sich auch die finanzielle Situation des ÖRK mitt-
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lerweile stabilisiert hat, befindet sich dieser nun wieder in einer produktiven und ergebnisorientierten Phase. Im Rahmen der Zentralausschusstagung konnte auch die 60-JahrFeier des ÖRK begangen werden, deren besonderer Höhepunkt ein Festgottesdienst in der Genfer Kathedrale war. Die dabei gehaltenen historischen Rückblicke hoben das jahrzehntelange, kontinuierliche Bemühen des ÖRK hervor, die sichtbare Einheit der Kirche zu fördern. Angesichts der nach wie vor bescheidenen Resultate wird es aber nötig sein, neue, zukunftsgerichtete Interpretationen des Strebens nach Einheit zu entwickeln und eine Vision davon zu entwerfen, welche Rolle dem ÖRK dabei zukommen könnte. Der zweite Teil der Tagung stand ganz im Zeichen der thematischen Arbeit: hierbei hatte der ZA über die Programmpläne für die Jahre 2009–2013 zu befinden. Sie basierten auf den in Porto Alegre verabschiedeten Beschlüssen, setzten jedoch angesichts der beschränkten finanziellen Ressourcen eine stärkere Priorität bei den Programm inhalten. Speziell hervorzuheben ist ein Unterprojekt zum Programm, das sich der ökumenischen Bewegung im 21. Jahrhundert widmet. Die Global Platform for Theological Reflection and Analysis beabsichtigt, die theologische Reflexion in allen ÖRK-Programmen zu stärken und hat für die kommenden Jahre ihren Fokus auf die theologische Refle xion des Themas Migration gelegt. Positive Erwähnung fand auch das Global Christian Forum, eine auf Initiative des ÖRK gegründete Plattform des Austausches zwischen den Mitgliedkirchen des ÖRK, der Internationalen Evangelischen Allianz, der römisch-katholischen Kirche sowie repräsentativer charismatischer und pfingstlicher Verbände. Abzuwarten bleibt, inwieweit die damit verbundenen positiven Erfahrungen sich auch für einen theologischen Dialog und die ökumenische Zusammenarbeit fruchtbar machen lassen. Ausserdem wurde beschlossen, dass als Abschluss der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001–2010) 2011 in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston eine «Internationale ökumenische Friedenskonvokation» stattfinden wird. Überraschend gab der Generalsekretär, Pfr. Dr. Samuel Kobia, aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt bekannt. Seine Amtszeit wäre per Ende Dezember 2008 abgelaufen, wurde aber um ein Jahr verlängert, um dem eingesetzten Findungsausschuss ausreichend Zeit für die Suche eines Nachfolgers einzuräumen. Palestine Israel Ecumenical Forum (PIEF): Konferenz Promised Land (10.–14. September, Bern)
Im Sommer 2007 hatte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zur Nahost-Frage über 130 Vertreterinnen und Vertreter christlicher Kirchen aus aller Welt zur Konferenz in Amman (Jordanien) versammelt. Das dortige Schlussdo-
kument appellierte an die christlichen Kirchen, sich konkret für einen gerechten Frieden sowie gemeinsames und solidarisches Handeln im Nahen Osten einzusetzen. Im Anschluss an diesen «Aufruf von Amman» berief der ÖRK auf Einladung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und des SEK eine internationale ökumenische Konferenz mit dem Titel «Promised Land» nach Bern ein. 85 christliche Theologen und Kirchenführer aus dem Nahen Osten, Europa und aus den USA waren eingeladen. Dabei war eines der Hauptanliegen der Konferenz die Begegnung mit palästinensischen Kirchenvertretern. Ein weiteres Anliegen des Treffens war die Förderung der Auseinandersetzung mit dem Konzept des «verheissenen Landes» aufgrund der eigenen Herkunft. Die unterschiedlichen Denkzusammenhänge sollten wahrgenommen und sensible Punkte und gegen seitige Vorurteile identifiziert werden. Dabei wurde deutlich, dass palästinensische und europäische Christen sehr unterschiedlich an dieses Thema herangehen: Für europäische Theologen ist bei der Landfrage eine gewisse Abstraktion vom Alltag im Heiligen Land möglich. Gleichzeitig ist die europäische Theologie von der eigenen Geschichte des Antisemitismus geprägt und betont deshalb die Wurzeln im Judentum und die Wichtigkeit des christlich-jüdischen Dialogs. Für palästinensische Gelehrte stehen dagegen die aktuelle Erfahrung der Existenzbedrohung sowie die unklare Verortung der eigenen religiösen Wurzeln im Vordergrund. Das nach intensiven Diskussionen verfasste Schlussdo kument «Berner Perspektiven» hält fest, dass die Bibel nie missbraucht werden dürfe, um politisches Handeln zu rechtfertigen. Besonders wichtig seien zudem die Unterscheidung zwischen der Geschichte des Heiligen Landes und biblischen Geschichten, sowie zwischen dem biblischen Israel und dem modernen Staat Israel. Die Konferenz teilnehmenden sprachen sich für eine Weiterführung des begonnenen Dialogs über Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten aus, in den künftig auch Juden und Muslime mit einbezogen werden sollen. Zur Förderung der Friedensarbeit in Kirchgemeinden weltweit ist ein Handbuch ge plant, das auf den Podiumsbeiträgen und dem Schlussdokument aufbauen soll. Tagung Ecumenical Water Network (EWN) (22.–23. Oktober, Bossey/GE)
Als unabhängiges Netzwerk ökumenischer Organisa tionen zum ethischen Umgang mit Wasserressourcen hat sich das EWN unter dem Dach des ÖRK formiert. Das erste Treffen – an dem Vertreter aus verschiedenen afrikanischen Ländern, aus Brasilien, den USA, Kanada, Indien, den Phi lippinen, Syrien, Georgien, Norwegen, Schweden, Deutschland und der Schweiz teilnahmen – diente der offiziellen
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Konstituierung des Netzwerks,dem Einsatz eines Steuerungs komitees und der Diskussion des Arbeitsprogramms. Angesichts der künftigen Herausforderungen wurden als wichtigste Tätigkeitsgebiete die programmatische Unterstützung regionaler Akteure, die Lobbyarbeit sowie die Koordination und der Informationsaustausch hervorgehoben. Seitens des SEK konnte die Grundlagenarbeit der «Ökumenischen Erklärung zum Wasser als Menschenrecht und als öffentliches Gut» vorgestellt und die Zusammenarbeit der Partnerwerke HEKS und BFA auf der Ebene der Umsetzung erläutert werden (s. auch S. 40).
Besuche / Delegationsreisen Einladung zur Vollversammlung der Presbyterian Church in den USA, PC USA (20.–28. Juni)
Im Rahmen seiner Legislaturziele hatte sich der SEK die Kontaktaufnahme zu amerikanischen Mitgliedkirchen des Reformierten Weltbundes zum Ziel gesetzt. Der SEK nutzte deshalb die offizielle Einladung zur Vollversammlung der Presbyterian Church in den USA (PC USA) zur Kontakt aufnahme und zum vertieften Kennenlernen dieser Partnerkirche und ihrer Tätigkeiten. In seinem Grusswort an die versammelten Delegierten unterstrich der SEK-Ratspräsident, dass das gemeinsame Erbe eine Chance für die Wiederbelebung des gegenseitigen Austausches biete. Daneben betonte er die gemeinsame Aufgabe, als reformierte Protestanten nach Einheit zu streben – dies auf der Grundlage des Leuenberger Modells der Einheit in versöhnter Verschiedenheit, das sowohl für die europäischen als auch die amerikanischen Protestanten relevant sei. Besuch: Delegation der presbyterianischen Kirche in Kuba (19. August)
Auf Vermittlung der zuständigen Beauftragten bei DMéchange et mission empfing der SEK eine Delegation der presbyterianischen Kirche in Kuba zu einem Kontaktbesuch. Die kubanischen Kirchenvertreter sind froh um internationale Kontakte und Austausch mit Schwesterkirchen, da ihnen im eigenen Land die wachsende Präsenz evangelikaler und Pfingstkirchen zu schaffen macht. Besuch: Pfr. Dr. Douwe Wisser, Theologischer Sekretär des RWB (19. November)
Mitte Jahr war Dr. Douwe Wisser zum neuen Theo logischen Sekretär des Reformierten Weltbundes (RWB) ernannt worden. Der SEK durfte ihn im November zu einem ganztägigen Antrittsbesuch empfangen. Dieser bot Gelegenheit zum Austausch über aktuelle theologische Themen,
über die Planungen zum Calvin Jubiläumsjahr 2009 auf internationaler Ebene und über den für 2010 geplanten Zusammenschluss zwischen dem RWB und dem Reformed Ecumenical Council (REC).
Nationale und internationale Kontakte Kontakte zum Bund Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM)
Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) wurde vom Bundesrat am 1. Januar 2008 eingesetzt. Sie ist aus dem Zusammenschluss der früheren Ausländerkommission und der Kommission für Flüchtlingsfragen entstanden. Die EKM ist eine ausserparlamentarische Kommission. Sie berät den Bundesrat und die Verwaltung in Migrationsfragen und veröffentlicht Berichte, Stellungnahmen und Empfehlungen. Der SEK ist in der EKM vertreten. Für den SEK ist die EKM ein wichtiges Austauschgremium, um aktuelle Entwicklungen im Migrationsbereich frühzeitig zu erkennen und Beziehungen mit anderen Institutionen zu pflegen. Im 2008 fanden sechs Plenarsitzungen und verschiedene Arbeitsgruppensitzungen statt (s. auch S. 45). Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR)
Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) ist eine ausserparlamentarische Kommission, die vom Bundesrat zur Umsetzung des Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung eingesetzt wurde. Der SEK ist in der EKR vertreten. Im August erschien die Schweizer Delegation vor dem Committee for the Elimination of Racial Discrimination (CERD). In diesem Zusammenhang reichte die EKR erstmals eine eigene po litische Stellungnahme ein. Im September besuchte eine Delegation der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) zum vierten Mal die Schweiz. Internationale Organe fordern regelmässig eine Ausweitung der Tätigkeit der EKR und eine Aufstockung ihrer Mittel (s. auch S. 45). Armeeseelsorge
Um dem Mangel an Armeeseelsorgenden entgegenzutreten, hatte man bereits 2007 ein Konzept für Armeeseelsorger in Teilzeitanstellung (Asg TZS) ausgearbeitet. Von den insgesamt geplanten 180 Stellenprozenten ist bisher erst eine 50 %-Teilzeitstelle besetzt. Anlässlich des ordentlichen Treffens des Chefs Armeeseelsorge mit den Kirchen-
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behörden wurde vereinbart, weitere drei Teilzeitstellen sprachregional und ökumenisch ausgewogen zu besetzen. Als zusätzliche Massnahme hat die Armee eine Werbekommission Armeeseelsorge geschaffen, welche erste Ideen zur Erhöhung der Attraktivität dieses Amtes entwickelt hat. Klärungsbedarf zeigt sich zunehmend auch im Zusammenhang mit Angehörigen der Armee, welche aus Glaubensgründen von gewissen Pflichten entbunden werden wollen. Um den Kommandanten eine einheitliche Handhabung zu ermöglichen, wird von den Armeeseelsorgern ein Leitfaden «Armee und Islam» erarbeitet. Weiter wurden die Kirchenbehörden darüber informiert, dass der sicherheitspolitische Bericht des Bundesrates voraussichtlich Mitte 2009 erscheint. Die Kirchen wurden ermutigt, sich mit ihren Überlegungen zu einem zeitgemässen Sicherheitsbegriff an der öffentlichen Debatte zu beteiligen. Bundesamt für Migration: Thementag «Religiöse Betreuungspersonen»
Auf Einladung des Bundesamtes für Migration (BFM) nahm der SEK am Thementag «Religiöse Betreuungspersonen» teil. Das betreffende Bundesamt ist zuständig für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis an religiöse Betreuungspersonen (Imame, Rabbiner, Mönche) in der Schweiz. Gemäss geltender Praxis wurden diese Aufenthaltsgenehmigungen bisher an keine besonderen Bedingungen bezüglich Ausbildung geknüpft. Weil aber den religiösen Leitpersonen innerhalb ihrer religiösen Gemeinschaften eine wichtige Funktion für eine gelingende Integration zukommt, möchten die Bundesbehörden der Frage ihrer Aus- und Weiterbildung künftig grösseres Gewicht beimessen. Wichtig erscheinen dabei vor allem gute Sprachkenntnisse und Allgemeinbildung, die Vertrautheit mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie Pluralismusfähigkeit. Das BFM wird die am Treffen geführten Diskussionen und die eingebrachten Anregungen ins weitere Vorgehen einbeziehen. Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK): Projekt «HarmoS»
Anlässlich einer Besprechung im Regionalsekretariat deutsche Schweiz der EDK liess sich eine Delegation des SEK über den Stand des Projekts «Deutschsprachiger Rahmenlehrplan für die öffentliche Schule» im Rahmen von «HarmoS» informieren. Hauptanliegen war dabei, die vorgesehene Berücksichtigung des Fachbereichs «Religion» in Erfahrung zu bringen und Einflussmöglichkeiten der Landeskirchen im laufenden Prozess zu klären. Die EDK sieht eine breite Vernehmlassung zum Lehrplanentwurf ab Mitte 2009 vor.
Internationale Treffen Reformed European South Africa Consultation (RESAC) (18.–20. Mai, Utrecht)
Die RESAC ist ein Zusammenschluss europäischer Partnerkirchen (CH, D, NL) mit der südafrikanischen Uniting Reformed Church of South Africa (URCSA). Dieser Zusammenschluss entstand einst im Zusammenhang mit der Absage des Reformierten Weltbundes an die Apartheid. Sein heutiges Ziel besteht vor allem darin, der URCSA finanzielle und juristische Unterstützung in ihrer kirchlichen Tätigkeit und der angestrebten Wiedervereinigung mit der Dutch Reformed Church (DRC) zu gewähren. Diese Unterstützung ist nach wie vor notwendig, da die Kooperation mit der DRC nur sehr zähflüssig in Gang kommt und eine Wiedervereinigung wegen anhaltender Spannungen in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich erscheint. Die europäischen Partnerkirchen versuchen deshalb, der URCSA eine Stimme im Kontext der ökumenischen Zusammenschlüsse zu verleihen und sie mit konkreten, projektorientierten finanziellen Mitteln zu unterstützen. Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Kammer für Theologie: Konsultation zum Thema «Bekenntnis» (6.–7. Juni, Hannover)
Auf Initiative der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) wird innerhalb der EKD gegenwärtig erwogen, die Confessio Augustana (CA) zum Grundbekenntnis der EKD zu erklären. Die mit der Unter suchung dieser Frage betraute Kammer für Theologie lud deshalb insbesondere reformierte Experten zur Stellungnahme ein. Ratspräsident Thomas Wipf hatte dabei sowohl die Sicht der reformierten Kirchen der Schweiz als auch der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zu vertreten. Aus schweizerischer Perspektive galt es speziell hervorzuheben, dass die in der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert geltende «Freiheit im Bekenntnis» keine Bekenntnislosigkeit bedeutet, sondern dass in traditionellem re formiertem Verständnis gerade das aktuale und gemeinschaftliche Bekennen wichtig ist. Da die GEKE sich als Bekenntnisgemeinschaft versteht und ihre Texte folglich Bekenntnischarakter besitzen, wies der Ratspräsident da rauf hin, dass eine Einführung der CA als Grundbekenntnis der EKD aus GEKE-Sicht einen Rückschritt bedeuten würde. Die vertretenen Stellungnahmen wurden von der Kammer für Theologie der EKD mit Interesse zur Kenntnis genommen.
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Besondere Projekte Calvin Jubiläumsjahr 2009 (calvin09)
Die Projektarbeit des SEK war im Berichtsjahr von den Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr 2009 im Gedenken an den 500. Geburtstag des Genfer Reformators Johannes Calvin geprägt. Der SEK fühlt sich dem Erbe Calvins besonders verpflichtet. Ihm und dem Zürcher Reformator Heinrich Bullinger ist es wesentlich zu verdanken, dass der Schweizerische Protestantismus im Consensus Tigurinus geeint wurde und die Reformation calvinischer Prägung von der Schweiz aus internationale Ausstrahlung erlangte. Der SEK erachtet es deshalb als seine Aufgabe, einen gewichtigen Beitrag zum Jubiläumsjahr zu leisten und dieses auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern. Ein Grossteil der Tätigkeiten war dem Aufbau von Kontakten mit den diversen Akteuren im In- und Ausland und der internationa len Koordination gewidmet. Sichtbares Ergebnis dieser Be mühungen ist die internationale Website www.calvin09.org, welche neben grundlegenden Informationen zu Calvins Leben und Werk auch eine Fülle von Materialien und An regungen, speziellen Calvin-Produkten, neueren Publika tionen sowie einen Veranstaltungskalender enthält. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr machte ein offizieller Festakt vor der Reformationsmauer in Genf, der gemeinsam von SEK und Reformiertem Weltbund bestritten wurde. Mit diesem symbolträchtigen Akt wurde daran erinnert, dass die «Calvinstadt» Genf der Zufluchtsort des Reformators und seine wichtigste Wirkungsstätte war. Gleichzeitig lud der Ratspräsident des SEK die reformierten Kirchen der Schweiz und weltweit ein, die Gelegenheit zu nutzen, das Werk und die Impulse Calvins im Bereich der theologischen Ethik, der Ekklesiologie oder der Ökumene für die Herausforderungen der heutigen Zeit fruchtbar zu machen. In etlichen Mitgliedkirchen des SEK sind von Gemeinden, Uni versitäten oder Museen bereits unterschiedlichste Jubi läumsveranstaltungen vorgesehen. Die Palette reicht von Fachkonferenzen über Vorträge, Konzerte, Ausstellungen, Film- oder Theateraufführungen bis zu Reisen auf Calvins Spuren. Eine laufend aktualisierte Übersicht präsentiert der Veranstaltungskalender «Eventpool» auf der genannten Website. Daneben hat der SEK im Hinblick auf das Calvinjahr auch eine Anzahl eigener Produkte erarbeitet: Gemeinsam mit dem Theologischen Verlag Zürich (TVZ) veröffentlichte er im Herbst ein Buch mit Aufsätzen von Calvin experten. Die allgemein verständliche Einführung «1509 – Johannes Calvin – 2009: Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft» geht dem Einfluss des Reformators auf die Ethik, die moderne Demokratie, den Kapitalismus, die religiöse Toleranz, die Gestaltung der Kirche oder das Sozialwesen nach.
Für Kirchgemeinden steht die Mini-Ausstellung «Mein lieber Calvin!» zur Verfügung. Sie besteht aus 20 thematisch frei kombinierbaren Kleinplakaten, welche Calvins Leben und Werk in konzentrierter Form darstellen. Auf Ersuchen des SEK hat die Schweizer Post zur Feier des 500. Jahrestages der Geburt Calvins eine Sonderbriefmarke herausgegeben. Der im März 2009 herausgegebene praktische Jubi läumsführer calvin09 eröffnet einerseits einen leicht lesbaren Zugang zu den wichtigsten Lebensstationen und Themen Calvins und ermöglicht andererseits eine Übersicht über die wichtigsten Jubiläumsveranstaltungen in der Schweiz und im benachbarten Ausland. Für Pfingstsonntag (31. Mai 2009) ist als weiterer Höhepunkt des Calvinjahres ein Eurovisions-Fernsehgottesdienst in der Kathedrale von Genf geplant, der in der gesamten Schweiz und in weiteren Ländern Europas ausgestrahlt wird. Der Exekutivausschuss des Reformierten Weltbundes wird ebenso daran teilnehmen wie geladene Gäste und die Gemeinden der Genfer Innenstadt. Euro 08 – «Kirche 08»
Mit dem ökumenischen, binationalen Projekt «Kirche 08 – am Ball seit 2008 Jahren» markierten die Kirchen in der Schweiz und in Österreich während der Fussball-Europameisterschaft 2008 ihre Präsenz. Der SEK nahm dabei in erster Linie eine Koordinationsrolle zwischen den diversen Akteuren der beiden Länder wahr und trug mit dem Logo und einem speziellen Fan-Schal zu einem gemeinsamen Erscheinungsbild der christlichen Kirchen an den acht Austragungsorten bei. Gemeinsames Ziel der Kirchen war es, mit ihren Projekten in den klassischen kirchlichen Tä tigkeitsgebieten Gottesdienst, Bildung und Sozialdiakonie anlässlich der Euro 08 gesellschaftlich wahrgenommen zu werden und aktuelle Themen wie den Dialog der Kulturen, das friedliche Zusammenleben, Menschenhandel oder den fairen Handel zur Sprache zu bringen. Dazu wurde das Materialheft «Gott ist rund?» mit unterstützenden Angeboten und Umsetzungsideen für Kirchgemeinden und Pfarreien erarbeitet. Die Umsetzung diverser weiterer Projekte lag in der Verantwortung der Kantonalkirchen an den je weiligen Austragungsorten. Aus SEK-Sicht sind zwei Veranstaltungen hervorzuheben, die unter direkter Mitwirkung des SEK geplant und durchgeführt wurden. Am Sonntag, 25. Mai fand im Grossmünster in Zürich ein nationaler ökumenischer Gottesdienst statt, in dem rund 800 freiwillige Helfende gesegnet wurden. Am 27. Mai fand in Bern unter dem Patronat des Rates der Religionen ein interreligiöser Fussballmatch statt, um ein Zeichen für den Dialog der Kulturen, für Fairplay und Gewaltfreiheit zu setzen (s. auch S. 26–27).
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Mitarbeitende 1 Pfr. Serge Fornerod, MPA
Leiter Kirchenbeziehungen 2 Elisabeth Balmer
Sachbearbeiterin 1
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Wissenschaftliche Assistentin 4 Jonathan Bucher
Projektassistent calvin09 5 Pfr. Dr. theol. Martin Hirzel
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Beauftragter für Ökumene und Religionsgemeinschaften 6 Matthias Hügli
Beauftragter für Kirchenbeziehungen im In- und Ausland 7 lic. theol. Carla Maurer
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Beauftragte des SEK bei der Kommission Kirche und Gesellschaft (KKG) der KEK in Strassburg 8 Christine Messer
Sachbearbeiterin 9 Markus Sahli
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Beauftragter für kirchliche Beziehungen in der Schweiz (bis 31.12.2008) 10 lic. theol. Christian Vandersee
Beauftragter für Aussen beziehungen, Werke und Missionsorganisationen
Die aktuellen Mitarbeitenden der Abteilungen finden Sie jeweils auf www.sek-feps.ch/ueber-uns
{denk}-werk Wir schreiben deutlich. Damit Sie wissen, was wir denken.
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Theologie und Ethik
Die Hauptthemen der Abteilung Institut für Theologie und Ethik (ITE) lagen im Berichtsjahr in drei Bereichen mit den folgenden Schwerpunkten: 1. Theologie
Glaubensfragen Kirchenverständnis 2. Ethik
Bioethik Umweltethik Wirtschaftsethik Politische Ethik Die Abteilung Institut für Theologie und Ethik (ITE) erarbeitet die Grundlagen zu theologischen und ethischen Fragen. Sie nimmt die Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft wahr, insbesondere zu Bundesbehörden, sozialen Institutionen, Wirtschaft und weiteren nichtkirchlichen Institutionen.
3. Diakonie
Soziale Fragen Migration Das Querschnittsthema «Menschenrechte» wird unter politischer Ethik, das Querschnittsthema «Umwelt» unter Umweltethik und das Querschnittsthema «Gender» in verschiedenen Abschnitten behandelt.
Theologie Schwerpunkte Glaubensfragen und Kirchenverständnis Taufe
Zur SEK Position «Taufe in evangelischer Perspektive» wurde in den Mitgliedkirchen eine Vernehmlassung durchgeführt, wobei sich auch einzelne Kirchgemeinden und Einzelpersonen zu Wort meldeten. Dabei zeigte sich deutlich die Spannung zwischen unbestrittenen theologischen Erkenntnissen und dem volkskirchlichen Selbstverständnis der meisten Mitgliedkirchen. Die Weiterarbeit am Thema wird diese Spannungen benennen und aushalten müssen, so beim Zusammenhang von Taufe und Kirchenmitgliedschaft oder bei der Abfolge von Taufe und Abendmahl. Ordination
Im Januar ist die SEK Position 10 «Ordination in reformierter Perspektive» veröffentlicht worden. Sie bildete einen wichtigen Referenzpunkt in der schweizerischen Diskussionslandschaft zu Amtsfragen. Die Position wurde am 6. November auf einer Fachtagung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen zum Thema Ordination von verschiedenen Fachleuten diskutiert. Auch
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in die Lehrgespräche der GEKE «Amt – Ordination – Episko pè» wurde die Position als Dokument, das die reformierte und schweizerische Amtsdiskussion reflektiert, einbezogen. In diesem Jahr wird die Position in französischer und englischer Sprache erscheinen. Zuhanden des Rates wurde die Umsetzung des AVBeschlusses vom Herbst 2007 zur Ordination ausgearbeitet. Sie wurde im Mai der Konferenz der Kirchenpräsidien vorgestellt. Vorgesehen ist in einem ersten Schritt die Erhebung des Diskussionsstandes betreffend Amtsfragen in den Mitgliedkirchen und in den Berufsverbänden. Aufgrund der Ergebnisse wird im SEK ein Projekt entwickelt, das die koordinative Weiterarbeit im Hinblick auf das von der AV geforderte künftige Ordinationsdokument zum Inhalt hat. Bekenntnis
Eines der Legislaturziele des Rates 2007–2010 ist die Mitgestaltung der Diskussion innerhalb des SEK über die Bedeutung von Bekenntnissen. Die Frage des Bekennens gewinnt im Kontext eines zunehmenden Traditionsabbruches an Dringlichkeit. Im SEK wurden deshalb auf verschiedenen Ebenen inhaltliche Arbeiten an der Bekenntnisfrage vorgenommen. Die Bekenntnisfrage ist auch auf europäischer Ebene virulent. Entsprechend hat sich auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) damit beschäftigt und den SEK um eine Stellungnahme aus schweizerisch-reformierter Sicht angefragt (vgl. das Referat von Ratspräsident Thomas Wipf vor der Kammer für Theologie der EKD vom 6. Juni mit dem Titel: «Bringt uns ein [gemeinsames] Bekenntnis weiter?»). In der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE) finden zurzeit Lehrgespräche zum Thema «Schrift, Bekenntnis, Kirche» statt, an denen auch der SEK teilnimmt. Liturgiekommission
In der Kommission sind wieder alle Sprachregionen vertreten: Pfarrerin Simona Rauch, Vicosoprano, konnte als Vertreterin der italienischsprachigen Schweiz gewonnen werden. Mit der Schaffung einer Kommission für Liturgie und Musik bei der Conférence des Églises protestantes romandes (CER) bekommt die Vertretung der Romandie in der Liturgiekommission des SEK einen institutionellen Halt. Thematisch befasste sich die Kommission mit dem Papier «Taufe in evangelischer Perspektive» und seinen liturgischen Implikatio nen.
Beziehungen mit Freikirchen
Bilateraler Dialog mit der Konferenz der Mennoniten der Schweiz (KMS) In der Gesprächskommission wurde einerseits intensiv am Verständnis der Taufe gearbeitet mit dem Ziel einer gegenseitigen Anerkennung. Andererseits wurde der Abschluss des Dialogprozesses ins Auge gefasst. Die Kommission setzt sich zum Ziel, nicht nur eine gemeinsame Erklärung vorzulegen, sondern auch Materialien, die das gegenseitige Verständnis in den Kirchgemeinden fördern, zu erarbeiten. Um mehr Zeit für dieses Werk zu gewinnen, wurde das Mandat der Gesprächskommission bis Ende 2009 verlängert. Dialog SEK – Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG) – Schweizerische Evange lische Allianz (SEA) – Réseau Évangélique Die vier Verbände trafen sich zweimal zu einem ganztägigen Gespräch. Die Treffen sind neu gegliedert: Einen halben Tag trifft man sich auf der Ebene der Kirchen (SEK, VFG, Réseau) und einen halben Tag auf der Ebene der Bewegung (SEK, SEA, Réseau). Diese neue Struktur erlaubt es, Themen unter Delegierten von Kirchenleitungen gezielter zu besprechen. Zwischen dem SEK und der SEA bzw. dem VFG fand je ein bilaterales Gespräch statt, und zwei zwischen dem SEK und dem Landeskirchenforum. Dabei kam das Anliegen zur Sprache, dass die SEA als Bewegung von evangelischen Christen mit einer bestimmten theologischen Prägung erkennbar bleibt. Auch kam die Problematik der Kollektivmitgliedschaft von reformierten Kirchgemeinden bei der SEA zur Sprache.
Ethik Schwerpunkt Bioethik Lebensende
Auf der Grundlage der im Spätherbst 2007 erschienenen SEK-Position 9 «Das Sterben leben. Entscheidungen am Lebensende aus evangelischer Perspektive» war der SEK auf kirchlicher und politischer Ebene in der Schweiz und in Europa ein wichtiger Gesprächspartner. Einige Stationen in diesen fortlaufenden Diskussionsprozessen waren eine Anhörung der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates, ein Round-Table im Eidgenössischen Justiz und Polizeidepartement (EJPD) bei Bundesrätin WidmerSchlumpf und die Beteiligung an der Jahres- und Konsensus
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THEOLOGIE UND ETHIK
tagung «Gemeinsam für ein Leben bis zuletzt» von pallia tive.ch. Der SEK engagiert sich im Rahmen des «Bieler Manifestes» und der «Swiss end of life care»-Koalition für die Etablierung und den Ausbau von Palliativmedizin und -versorgung in der Schweiz. Die Arbeit an theologischethischen Fragen bei Entscheidungen am Lebensende wird fortgesetzt, im Gespräch mit den Mitgliedkirchen, diakonischen Einrichtungen in der Schweiz, sowie Kirchen auf europäischer Ebene.
Schwerpunkt Umweltethik Energieethik
Die Verantwortung für die Lebensgrundlagen ist ein wesentlicher Teil der ethischen und theologischen Reflexion im ITE. 2008 stand das Thema Energie im Vordergrund: Im Mai erschien die SEK-Studie 1 «Energieethik», die in mehreren Mitglied- und Partnerkirchen und in der nichtkirchlichen Öffentlichkeit mit Interesse wahrgenommen wurde – auch über die Schweiz hinaus. Die Studie verbindet das Nachdenken über ethische Grundwerte und deren Anwendungsregeln («Maximen») mit einem spirituellen und seelsorgerlichen Ansatz: Der schwierige Abschied vom fossilen Energiezeitalter wird mit einer geistlichen «Prüfung» ver glichen, mit einem gesamtgesellschaftlichen Prozess der Trauer und Erneuerung mit seinen charakteristischen Phasen. Für diese Veränderung, die das Ziel «2000-Watt-Gesellschaft» anstrebt, können die Kirchen Mut machen – prophetisch, seelsorgerlich und mit praktischen Beispielen. Die Studie wurde in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, an Tagungen und in Gesprächen in Kirchgemeinden vorgestellt und diskutiert. Wasser
Als Mitunterzeichner der brasilianisch-schweizerischen ökumenischen Wassererklärung «Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut» ist der SEK als Gesprächspartner von den Mitgliedkirchen, den Werken und dem Ökumenischen Wassernetzwerk (EWN) immer wieder gefragt. Beispiele sind die Mitwirkung an einer Veranstaltung von OeME Luzern vom 29. September und an einem grossen Regionalgottesdienst der Evangelisch-lutherischen Kirche Montbéliard in Frankreich am 9. November L’eau, don de Dieu pour la vie (s. auch S. 31).
Schöpfungsspiritualität
Kirchliches Umweltengagement steht heute in einer Tradition der Schöpfungsfrömmigkeit und Schöpfungsverantwortung, die immer wieder in Erinnerung zu rufen ist. «Calvin und die Natur» (vgl. den Beitrag auf www.calvin.09.org) ist kein aufgesetztes Thema, kein Surfen auf der Gedenk kultur der evangelischen Kirchen, sondern ein genuiner, origineller Aspekt des Genfer Reformators Johannes Calvin. Auch an Albrecht von Haller war in diesem Zusammenhang zu denken. Die von den Reformierten Kirchen Bern-JuraSolothurn unterstützte Broschüre «Die Maler Robert als Vor läufer heutiger Ökotheologie» (Stiftung Sammlung Robert, Biel) macht ein besonders reiches Erbe christlicher und speziell protestantischer Naturdeutung und Naturverbundenheit aus der Zeit zwischen 1870 und 1970 wieder neu zugänglich. Eine weitere Publikation zu diesem Thema, bei der der SEK mitgewirkt hat, ist die Textsammlung «Geist und Klima» der Evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich.
Schwerpunkt Wirtschaftsethik Open Forum Davos
Zum sechsten Mal haben der SEK und das World Economic Forum im Jahr 2008 das Open Forum Davos durchgeführt. Ziel des Open Forum ist es, eine öffentliche Auseinandersetzung über zentrale Herausforderungen der Globalisierung zwischen Teilnehmenden des World Economic Forum, Expertinnen und Experten sowie der Bevölkerung zu ermöglichen und so zur Meinungsbildung beizutragen. Auf den insgesamt sieben Podien fanden einmal mehr kontroverse Diskussionen zwischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Wirtschaft, Politik, Kirche, Wissenschaft und Medien statt. Dabei hat es sich bewährt, bei der Auswahl der Themen auf ein übergeordnetes Motto zu verzichten und die sieben Themen ausschliesslich nach den Kriterien Aktualität, Kontroverse und Relevanz für die Zukunft auszuwählen. So ging ein Podium des Open Forum Davos 2008 der Frage nach, ob die Rückkehr des Religiösen eine Gefahr für den säkularen Staat darstellt, inwieweit Staaten in Europa reli giöse Pluralität gewährleisten und gleichzeitig die eigenen christlich geprägten Kultur- und Lebensformen bewahren können. Im Mittelpunkt von zwei weiteren Podien standen geopolitische Fragen: Zum einen wurde gefragt, welche Auswirkungen die amerikanischen Präsidentschaftswahlen auf die politische, militärische und ökonomische Führungsrolle der USA haben werden, zum anderen wurde darüber diskutiert, ob Russland aufgrund seines gewachsenen
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Selbstbewusstseins neue geopolitische Ambitionen entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt des Open Forum 2008 bildete die ökologische Nachhaltigkeit. Kontrovers debattiert wurde, ob der Klimaschutz die Welt polarisiert und in welchem (Spannungs-)Verhältnis Wirtschaftswachstum und ökologische Nachhaltigkeit stehen. Für die Podien konnten erneut hochkarätige Panelisten aus dem In- und Ausland gewonnen werden. Dazu gehörten beispielsweise Mohammad Khatami, ehemaliger Präsident des Iran; Howard Dean, Vorsitzender der Demokratischen Partei in den USA; Robert Edgar, ehemaliger Generalsekretär des National Council of Churches, USA; Pascal Couchepin, Bundespräsident der Schweiz; Christian Levrat, Präsident der SP Schweiz; Ndi Okereke-Onyiuke, Generaldirek torin und CEO der Nigerianischen Börse; Achim Steiner, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen; Ichiro Kamoshita, Umweltminister aus Japan. Seitens des SEK nahm Thomas Wipf, Präsident des Rates, am Open Forum Davos teil. Mehr als 2000 Personen besuchten das Open Forum in Davos, viele weitere verfolgten die Debatten am Fernsehbildschirm auf dem Info-Kanal des Schweizer Fernsehens.
Schwerpunkt Politische Ethik
Waffeninitiative
Die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» wurde unter dem Eindruck von Gewalttaten und einer hohen Suizidrate mit Armeewaffen lanciert. Auch zu dieser Initiative hat der Rat SEK in einem intensiven Diskussionsprozess ein umfangreiches Argumentarium erarbeitet, das anlässlich der Einreichung der Volksinitiative der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Der Grundlagentext «Gewaltprävention – Zwischen individueller Freiheit und staatlicher Reglementierung» will die ethische Urteilsfindung unterstützen und ist gleichzeitig ein Beitrag zur «Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001–2010» des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Einbürgerungsinitiative
Der SEK hat zur Volksinitiative «für demokratische Einbürgerungen» eine Stellungnahme verfasst. Die Stellungnahme wurde als Gemeinsamer Text zusammen mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG), der Christkatholischen Kirche der Schweiz (CKS) und der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) im Vorfeld der Volks abstimmung vom 1. Juni veröffentlicht. Die Volksinitiative, die über Einbürgerungen an der Urne entscheiden lassen wollte, wurde vom Souverän deutlich verworfen. Kontingentsflüchtlingspolitik
Menschenrechte
Fester Bestandteil der Menschenrechtsarbeit des SEK war auch im 60. Jahr der Erklärung der Menschenrechte die gemeinsame Erklärung der drei Landeskirchen zum Menschenrechtstag. Als SEK-Querschnittsthema wurden Menschenrechtsfragen vor allem im Rahmen der Diskussionen um Migration und Religionsfreiheit virulent, aber auch in der Arbeit des SEK in den Eidgenössischen Kommissionen für Migrationsfragen und gegen Rassismus (s. auch S. 32 und 45). Minarettinitiative
Die im Sommer eingereichte Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» fordert einen Verfassungsartikel, der den Bau von Minaretten rechtlich verbietet. Diese Forderung bildet die Spitze einer, auch in den Kirchen geführten, kontroversen Diskussion über den Umgang mit der muslimischen Bevölkerung in der Schweiz. Der Rat SEK hat in seinem ausführlichen Argumentarium «Zwischen Glockenturm und Minarett» die rechtlichen, ethischen und theo logischen Aspekte dargestellt und kommentiert. Der Beitrag bietet Grundlagen und Argumente für die Meinungsbildung in den Mitgliedkirchen aber auch in Politik und Öffentlichkeit (s. auch S. 25).
In früheren Jahren hat die Schweiz regelmässig grössere Gruppen von Flüchtlingen im Rahmen von Kontingenten kollektiv aufgenommen. Angesichts der vielen Kriegsgebiete, hat der SEK ein Argumentarium erarbeitet, das für die Wiederaufnahme der Kontingentsflüchtlingspolitik in der Schweiz plädiert. Das Argumentarium, in dem sich der SEK u.a. auf die humanitäre Tradition der Schweiz beruft, wird Anfang 2009 veröffentlicht.
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THEOLOGIE UND ETHIK
Für eine Theologie im Dialog Wie im ITE theologische Positionen entstehen
Muss ich Freunden erklären, was wir im Institut für Theologie und Ethik ITE treiben, fragen sie bald zurück: also seid ihr das reformierte Lehramt der Schweiz? Es braucht etwas Geduld, unsere Arbeit im Vergleich zum römischen Modell zu erläutern. Wir bearbeiten im Auftrag der Mitgliedkirchen theologische und ethische Fragen. In unseren Überlegungen sind wir verschiedenen Anspruchsgruppen verpflichtet.
Partner im theologischen Gespräch
Die Mitgliedkirchen: Theologie im evangelischen Verständnis geschieht nicht von oben herab, fliesst nicht vom Klerus zu den Laien. Sie geschieht im Dialog. Das ITE muss den Dialog so führen, dass sich Christen ohne akademische theo logische Bildung daran beteiligen können: in Kirchenpflegen, Synoden und Synodalräten.
Berufsgruppen: Besonders heiss debattiert werden theologische Fragen, die für das Leben der Kirche relevant sind. Unter welchen Umständen dürfen Kinder getauft werden? Wer ist zum Abendmahl eingeladen? Zu welchen kirchlichen Diensten wird ordiniert? All diese Themen berühren die tägliche Arbeit und die Interessen von Berufsgruppen wie Pfarrpersonen und Sozialdiakoninnen. Ihr Mitdenken aus ihrer praktischen Sicht ist unverzichtbar. Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE: Der SEK bewegt sich als Mitglied in der GEKE in einem europäischen Diskussionsforum. Er formuliert seine theologischen Positionen auf dem Boden des Konsenses, der im Rahmen der GEKE entsteht. Mitunter erinnert der SEK die Schweizer Kirchen daran, dass sie im europäischen Vergleich eigenwillige Positionen vertreten, etwa bei der Freiheit im Glaubensbekenntnis. Theologische Fakultäten: Theologie ist Nachdenken mit der offenen Bibel, Hören auf Stimmen aus der Tradition, Wahrnehmung der Tendenzen in der akademischen Forschung. Dazu ist der Austausch mit Dozentinnen und Dozenten an den Universitäten unerlässlich.
THEOLOGIE UND ETHIK
Praxis und Lehre – zwei Welten treffen sich
Es kann nicht erstaunen: Diese Anspruchsgruppen vertreten unterschiedliche Interessen, die kaum auf einen Nenner zu bringen sind. Spannungsfelder eröffnen sich auch dadurch, dass das ITE Lehrfragen behandelt und gleichzeitig praktische Fragen im Blick behält. Soll dabei die Praxis der Kirche die Lehre einfach umsetzen? Oder soll sich die Lehre nach dem praktisch Machbaren richten? Die Wahrheit evangelischer Lehre erweist sich darin, ob sie das Leben der Kirche reflektieren, anregen und herausfordern kann. Das ITE stellt eine Brücke zwischen Lehre und Praxis bereit, auf der Gegenverkehr möglich ist: Die Lehre stellt Fragen zur Gestaltung der Praxis, die Praxis ruft nach Verwurzelung in der Lehre. Gemeinsam auf der Suche
Das Leben der Kirche wandelt sich wie das Leben der Gesellschaft auch. So sind alle Dokumente aus dem ITE Meilensteine in einem Suchprozess, der die Kirchen be gleitet. Diesen Prozess zu begleiten und für die Schweiz zu steuern, das ist eine der wichtigsten Aufgaben des ITE. In diesem Prozess ist der Dialog zentral. Er geschieht durch Hearings, Konferenzen und andere AustauschPlattformen. Auch «zwischen Tür und Angel» kann und soll er entstehen – aus Begegnungen von verschiedenen
Dialogpartnern an Tagungen – beim Apéro, beim Mit tagessen, in den Pausen. Jeder Dialog kann zur Debatte werden, bei welcher die Macht der Gesprächspartner eine Rolle spielt. Wer behält das letzte Wort? Im evangelischen Verständnis soll nicht institutionelle Macht den Ausschlag geben, sondern die Macht der Argumente, das bessere Verständnis des Evangeliums. So birgt der theologische Dialog das Risiko in sich, einmal die eigene Position überdenken zu müssen, um dadurch weiter zu kommen in der gemeinsamen Suche. Ein vertretbares Risiko, oder? Jacques-Antoine von Allmen
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THEOLOGIE UND ETHIK
Diakonie Schwerpunkt Soziale Fragen und Konferenzen Diakoniekonferenz
Die Frühjahrskonferenz ging der Frage nach, wie neue diakonische Handlungsfelder erkannt werden können. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, in ihrer Funktion und in ihren Arbeitsgebieten über den Horizont des courant normal hinauszuschauen und gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam zu beobachten. Frauenkonferenz
Die Frühjahrskonferenz befasste sich mit der kirchenrechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in den evangelischen Kirchen und Organisationen. In einer Umfrage wurde der Stand der Gleichstellung in den Reglementen der Mitgliedkirchen erfasst und an der Konferenz präsentiert. Eine Sammlung von best practice-Beispielen steht nun zur Verfügung. Gemeinsame Herbsttagung der Frauenkonferenz und der iakoniekonferenz D
Unter dem Titel «Frauen haben Depressionen, Männer haben Burnout» diskutierten die rund 120 Teilnehmenden über geschlechtsspezifische Verhaltensweisen im Umgang mit (insbesondere psychischer) Gesundheit. In den Referaten wurden Zahlen und Fakten der Bundesverwaltung präsentiert und einengende aber auch befreiende Menschenbilder aus der christlichen Tradition reflektiert. Kommission Kirche und Tourismus
Europäische Jakobswege: Das Projekt I ist abgeschlossen. Am Nachfolgeprojekt werden 40 Regionen aus verschiedenen Ländern Europas als Partner beteiligt sein. Eine Feldstudie zeigte auf, dass nur ca. 20 % der Pilger zum engeren Kreis einer Kirchgemeinde gehören; weitere 50 % sind auf der Suche nach Sinn, Spiritualität und Lebensveränderung. Pilgern generierte 2008 in der Schweiz mehr als 30 000 Übernachtungen. Fussball Europameisterschaft 2008: Das Kommissionsmitglied Michael Landwehr hat am Projekt «Kirche 08» mitgearbeitet und dafür das Materialheft «Gott ist rund?» für Kirchgemeinden und Pfarreien erarbeitet. Durch die kirchlichen Aktivitäten ist es gelungen, in einen fruchtbaren Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit einzutreten.
EAG für Messen und Projekte: Nach der Auflösung der EAG Schweiz (Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Gastro nomie, Hotellerie und Tourismus) konnte eine Arbeitsgruppe gebildet werden, welche mittels Projekten und Messeauftritten den christlichen Anliegen in den Bereichen Tourismus und Gastgewerbe Gestalt geben wird. Veranstaltungskalender im Internet: Die Evangelischreformierte Landeskirche Graubünden hat in Zusammen arbeit mit den Tourismusorganisationen einen vorbildlichen Veranstaltungskalender für das Internet entwickelt. Zusammen mit der entsprechenden Kommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) wurde eine Projektskizze erarbeitet, um dieses Modell auch anderen Kantonalkirchen zu gänglich zu machen. Fonds für Frauenarbeit
Wie in den Statuten festgeschrieben, hat der Fonds hauptsächlich evangelische Frauen in der Schweiz unterstützt, und zwar mit einem Gesamtbetrag von CHF 85 000. Der Fonds für Frauenarbeit leistete einen Beitrag an die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen»; diese fand unter dem Patronat der FriedensFrauen Weltweit im Berner Münster statt. Ebenfalls unterstützt wurde eine Tagung zum Thema Gewaltprävention in der Paarbeziehung. Einen finanziellen Beitrag leistete der Fonds auch an das Projekt der Evangelisch-refomierten Kirche Basel, das 20 Jahre nach Ausrufung der Dekade «Solidarität der Kirchen mit den Frauen» eine Dokumentation zum Thema «Frauen – Kirche – Theologie» präsentierte. Simone Staehelin, Mitglied der Kommission seit deren Gründung im Jahr 1990, hat ihr Mandat altershalber niedergelegt. Die Kommission schätzt sich glücklich, dass sie Barbara Marti, Verlegerin «FrauenSicht», als neues Mitglied gewinnen konnte.
Schwerpunkt Migration Migrationskirchen
Am 29. Oktober 2008 fand die Tagung «Heimat in der Fremde – Migrationskirchen als Orte der Integration?» statt. Die Tagung wurde zusammen mit dem Migrationsamt der reformierten Kirche Basel Stadt, dem Pfarramt für weltweite Kirche beider Basel sowie mission 21 organisiert und war mit insgesamt 120 Teilnehmenden sehr gut besucht. Im Institut für Theologie und Ethik wird derzeit eine Studie über Migrationskirchen aus sozialwissenschaftlicher und theologischer Perspektive erarbeitet. Die Studie fokussiert auf diejenigen Migrationskirchen, die sich in den letzten Jahren neu gebildet haben.
THEOLOGIE UND ETHIK 45
Migrationsverantwortliche der Mitgliedkirchen
Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR)
Im September 2008 fand ein Treffen der Migrationsverantwortlichen der Mitgliedkirchen des SEK statt. Schwerpunktthemen waren die Minarettinitiative und der Islam in der Schweiz. Zudem diente das Treffen dem inhaltlichen Austausch und der Vernetzung der Mitgliedkirchen des SEK.
Einen Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit der EKR im Jahr 2008 bildete das Thema Islam und Islamfeindlichkeit, mit der Minarett-Initiative und dem Bundesgerichtsurteil gegen die Dispensierung muslimischer Kinder vom Schwimmunterricht in der Schule. Weitere Akzente setzten internationale Organe der Rassismusbekämpfung gegenüber der Schweiz. Vier grössere Publikationen wurden im laufenden Jahr erarbeitet: Tangram Nr. 21 ‹Internet›, Tangram Nr. 22 ‹Multikulturelle Gesellschaft›, die Stellungnahme der EKR zur sogenannten ‹Minarett-Initiative› sowie den Bericht an das UNO-Komitee zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung (CERD) zum Vierten, Fünften und Sechsten Bericht der Schweiz an CERD. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Hochschule für Soziale Arbeit fand eine Fachkonferenz zum Thema Mehrfachdiskriminierung statt (s. auch S.32).
Seelsorge für Asylsuchende in den Empfangszentren
Auch 2008 wurden die ökumenischen Seelsorgedienste in den stark ausgelasteten Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) sowie in den Transitzonen der Flughäfen Genf und Zürich rege genutzt. Der SEK ist weiterhin ein wichtiger Akteur bei der Seelsorge in den Empfangszentren – sowohl für die Seelsorgenden als auch als Ansprechpartner der Bundesbehörden. Mit den von ihm organisierten nationalen Treffen der Seelsorgenden bietet der SEK eine wichtige Austausch- und Vernetzungsplattform. Dabei gibt er auch inhaltliche An stösse: unter anderem mit einer deutsch- und französischsprachigen Weiterbildung zum Asylrecht (in Zusammen arbeit mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH). Im Gemeinsamen Ausschuss (Comité mixte), dem Steuergremium der EVZ Seelsorgedienste, vertrat der SEK die Interessen der Seelsorgenden und der Landeskirchen. Der SEK organisierte verschiedenen Sitzungen dieses Ausschusses. Weiter war der SEK massgeblich bei der inhaltlichen Ausrichtung und der Durchführung des Forums EVZSeelsorge involviert. Am diesjährigen Forum stand das Thema «transkulturelle Kompetenzen» im Mittelpunkt. Am Forum nahmen Seelsorgende, Kaderleute des Bundesamtes für Migration sowie Vertreter der Betreuungsfirma ORS und des Sicherheitsunternehmen Securitas teil.
Eidgenössische Kommissionen Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM)
Seit Anfang 2008 ist der SEK in der neuen Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM) vertreten. Die Arbeitsgruppe zu Zwangsehen verfasste eine Stellungnahme zum Thema Zwangsehe und nahm an der Vernehmlassung der Bundesbehörden zu den Massnahmen gegen Zwangsehe teil. «Identitäten» waren das Jahresthema der EKM: Was bedeutet es, wenn wir Identitäten definieren und wenn sie uns zugeschrieben werden? Die EKM liefert mit der Bearbeitung solcher übergeordneter Fragestellungen keine fertigen Rezepte, sondern Denkanstösse dafür, wie Identitätsbildungsprozesse funktionieren (s. auch S. 32).
Weitere Aktivitäten Gremien
Neben den SEK-eigenen Kommissionen wirkten Beauftragte des ITE in verschiedenen Gremien mit. Auf nationaler Ebene: In der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM), in der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), im Gesprächskreis Kirche-Wirtschaft, im Vorstand von oeku Kirche und Umwelt. Auf internationaler Ebene: In der Assembly der Churches’ Commission for Migrants in Europe (CCME), in verschiedenen theologischen Gesprächskreisen der GEKE, im Europäischen Christlichen Umweltnetzwerk (ECEN). Hearings, Vorträge und Veranstaltungen
Mitarbeitende des ITE hielten zu fast allen bearbeiteten Themen Vorträge in Kirchgemeinden, Pfarrkapiteln, Bildungszentren, an Seminaren theologischer Fakultäten und im Ausland. Hearings mit Vertretern von Mitgliedkirchen zu verschiedenen Themen wie z. B. der Taufe dienten der Vernetzung.
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THEOLOGIE UND ETHIK
Mitarbeitende 1 PD Dr. Christina Tuor-Kurth
Leiterin des Instituts für Theologie und Ethik 2 Dr. rer. pol. Hella Hoppe 1
2
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Beauftragte für Ökonomie 3 Michèle Laubscher
Sachbearbeiterin 4 Dr. theol. Frank Mathwig
Beauftragter für Theologie und Ethik 5 lic. phil. hist. Simon Röthlisberger 4
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6
Beauftragter für Migration 6 Pfr. Dr. sc. agr. Otto Schäfer
Beauftragter für Theologie und Ethik 7 Anja Scheuzger
Sachbearbeiterin 8 Pfr. Dr. theol. Jacques-Antoine von Allmen 7
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Beauftragter für Theologie 9 Brigitte Wegmüller
Administrative Assistentin der Leiterin ITE 10 Pfr. Dr. theol. Matthias Wüthrich
Beauftragter für Theologie 10
Die aktuellen Mitarbeitenden der Abteilungen finden Sie jeweils auf www.sek-feps.ch/ueber-uns
PUBLIKATIONEN 47
Publikationen des SEK
SEK Reihen SEK Studie 1
Energieethik – Unterwegs in ein neues Energiezeitalter. Nachhaltige Perspektiven nach dem Ende des Erdöls, 179 Seiten. SEK Position 6 (englische Übersetzung)
Entitling Human Beings – Human rights and human dignity in a theological-ethical perspective, 73 Seiten. SEK Position 9 (englische Übersetzung)
Between Life and Death – Making choices about the final stages of life from a Protestant perspective, 39 Seiten. Gemeinsamer Text 5
Rechtsstaatlich einbürgern – Argumente gegen die Initiative «für demokratische Einbürgerungen», 16 Seiten. (Zusammen mit der Schweizer Bischofskonferenz SBK, der Christ katholische Kirche der Schweiz CKS und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG)
Online Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK: Zwischen Glockenturm und Minarett – Argumentarium des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) zur Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten», 32 Seiten.
Weitere Publikationen Hirzel, Martin Ernst / Sallmann, Martin (Hrsg.): 1509 – Johannes Calvin – 2009. Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. Essays zum 500. Geburtstag, 294 Seiten. (Zusammen mit dem TVZ Verlag, Zürich) Zürcher, Lukas: «Good Offices in South Africa» – The South Africa policy of the Federation of Swiss Protestant Churches between 1970 and 1990, 150 Seiten. (englische Übersetzung)
Eine vollständige Liste der Publikationen der Mitarbeitenden ist auf den jeweiligen persönlichen Seiten unter www.sek.ch zu finden.
{mund}-werk Wir machen den Mund auf. Nicht lose, sondern f端r den Aha-Effekt.
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KOMMUNIKATION
Kommuni kation
KIRCHE 08
Unter dem Namen «Kirche 08» wurde die ökumenische Präsenz der Kirchen an der Fussballeuropameisterschaft 2008 regional sowie projekt- und ortsbezogen kommuniziert. Die Stabsstelle Kommunikation war zuständig für die natio nale Kommunikation und die Medienkonferenz zum Auftakt des Projekts im Januar sowie für die internationale ökumenische Website www.kirche08.eu, die über alle Events und Projekte in den Austragungsstädten in Österreich und der Schweiz informierte. Der Fussballmatch FC Religionen gegen FC Nationalrat weckte internationales Medieninteresse. calvin09
In der Stabsstelle Kommunikation wird die Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Hier laufen die Medienanfragen ein, entstehen Pressemeldungen genauso wie die Zeitschrift «Bulletin» und der Jahresbericht. Auch die Internetseite www.sek.ch wird durch die Kommunika tion gepflegt. Schliesslich betreut die Stabsstelle die Abteilungen Kirchenbeziehungen und Institut für Theologie und Ethik bei der Erstellung, Produktion und Kommunikation der zu publizierenden Schriften des Kirchenbundes.
Am 2. November fand die Eröffnungszeremonie zum Calvin-Jubiläumsjahr 2009 vor der Genfer Reformationsmauer statt. An der anschliessenden Pressekonferenz wurden die Höhepunkte der Festlichkeiten zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin vorgestellt sowie die eigens für diesen Anlass kreierten Produkte: Ein theologischer Kulturführer, zahlreiche Publikationen, eine Mini-Ausstellung für Kirchgemeinden und ein Praliné, dessen Geschmackspalette an vier für Calvin charakteristische Werte erinnert. Die im September 2007 aufgeschaltete viersprachige Website www. calvin09.org war anfänglich vor allem Plattform für die koordinierten Jubiläumsvorbereitungen. Inzwischen ist da raus ein interaktives Internetportal geworden mit einem umfassenden Veranstaltungskalender, einem Online-Shop sowie Texten von und über Calvin. Open Forum Davos
Der SEK betreibt in Partnerschaft mit dem Weltwirtschaftsforum das interaktive Internetportal www.openfo rumdavos.ch. Alle Interessierten können die Veranstaltungen des Open Forum Davos herunterladen, visionieren und kommentieren. Für das Open Forum 2009 wurde eine Sondernummer des Bulletins produziert, die zu jedem der sieben öffentlichen Podiumsdiskussionen jeweils eine evangelische Position vorstellt. Neben dem üblichen Vertrieb wird diese dreisprachige Sondernummer (D /E / F) an alle Besuchenden des Open Forum Davos 2009 verteilt. «Verlässlich geöffnet»
In Zusammenarbeit mit der Kommission Kirche und Tourismus des SEK wurde die Broschüre «Verlässlich geöffnet. Eine Handreichung für offene Kirchentüren» erarbeitet. Die Broschüre soll Gemeinden und Kirchenpflegen er mutigen, über eine Öffnung ihrer Kirche an Werktagen nachzudenken.
KOMMUNIKATION
Bulletins 2008
Bulletin 1/2008 Energiezukunft
Bulletin 2/2008 Kulturraum Kirche
Bulletin 3/2008 Kirche im inter kulturellen Europa
Bulletin 4/2008, 1/2009 Sonderausgabe zum «Open Forum Davos» 2009
Mitarbeitende 1 Pfr. Simon Weber
Leiter Kommunikation 2 Dipl. theol. Thomas Flügge
1
2
Beauftragter für Öffentlich keitsarbeit
3
3 lic. phil. Monica Jeggli
Journalistin, Redaktorin 4 André Röthlisberger
Webassistent
5 Monika von Grünigen 4
5
Die aktuellen Mitarbeitenden der Abteilungen finden Sie jeweils auf www.sek-feps.ch/ueber-uns
Administrative Assistentin des Leiters Kommunikation
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KOMMUNIKATION
Medien mitteilungen 2008
14.1.2008
Kontrovers. Offen. Beharrlich. Das Open Forum Davos 17.1.2008
Minarettinitiative: Gegen die Verhärtung der Fronten wirken 24.1.2008
Open Forum Davos 2008 eröffnet 26.1.2008
Open Forum Davos: Andersdenkende kommen zu Wort 4.3.2008
Wie klingt Calvin? 12.3.2008
Frauenkonferenz fordert mehr Einsatz für Gleichstellung 13.3.2008
Grosser Schweizer Reformierter und Ökumeniker verstorben: Lukas Vischer 9.4.2008
Religion gehört zum schulischen Bildungsauftrag (Gemeinsames Communiqué mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE) 6.5.2008
Integration braucht verlässliche Einbürgerungsverfahren (Gemeinsames Argumentarium mit der Schweizer Bischofskonferenz SBK, der Christkatholischen Kirche der Schweiz CKS und des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes SIG) 9.5.2008
Energiestudie: Gerechtigkeit für künftige Generationen
KOMMUNIKATION 53
15.5.2008
11.10.2008
Nationale Präsenz der Kirchen an der Euro 2008
Der Reformierte Weltbund zu Gast in Bern
25.5.2008
31.10.2008
Ein nationaler Gottesdienst – Start der Präsenz der Kirchen an der UEFA EURO 2008
«Ein Europa, das auch für Fremde zur Heimat wird» 2.11.2008
27.5.2008
Eröffnung des Jahres calvin09
FC Religionen gegen FC Nationalrat 6:1 – Anstoss zum Fairplay
3.11.2008
«Calvin hat die kirchlichen Ämter radikal demokratisiert» 15.6.2008
Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes tagt in Bellinzona
3.11.2008
17.6.2008
4.11.2008
Abgeordnetenversammlung: Kirche hat «Wächterfunktion über das Wertesystem»
Interkultureller Dialog: «Der gemeinsame Nenner im Europarat ist klein»
18.6.2008
4.11.2008
Weltflüchtlingstag: Schutz ist nötig – Vielfalt bereichert
Schweizerischer Rat der Religionen: SEK co-finanziert Sekretariat
Lucien Boder neues Mitglied des Rates SEK
3.7.2008
Kirchenbund begrüsst Bundesratsentscheid zur Sterbehilfe
7.11.2008
8.7.2008
Energietagung: Professionelles Marketing für den Umweltschutz
Minarettinitiative ist untauglich 11.11.2008 11.9.2008
Internationale Konferenz zum israelisch-palästinensischen Konflikt in Bern
Frauen- und Diakoniekonferenz: Frauen haben Depressionen, Männer haben Burnout 21.11.2008
14.9.2008
Open Forum Davos 2009
«Berner Perspektiven» nach internationaler theologischer Konferenz zum israelisch-palästinensischen Konflikt
3.12.2008
SBK-SEK-Retraite: Neue Impulse für die Ökumene 19.9.2008
Grusswort Calvins zur Lutherdekade 2.10.2008
Institut für Theologie und Ethik des SEK unter neuer Leitung 11.10.2008
calvin09: Offizielle Hymne zum Calvin-Jahr veröffentlicht
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KOMMUNIKATION
Ein Tag für Johannes C. Oder ein Einblick in den Alltag unseres Webverantwortlichen
6.15 Uhr. Es ist ein guter Tag. Der Sommer duftet, Kaf-
feegeruch verleiht der Flugbahn einer Hummel neuen Schwung und die Mailbox ist übersichtlich gefüllt. Anscheinend habe ich auf der Calvin-Website einen Fehler gemacht. Bei «Johanes» fehlt ein Buchstabe. Mache ich gleich. 7.00 Uhr. Der Kaffe ist lauwarm, die Hummel weg. Der Kol-
lege kommt. Ob ich schon gesehen hätte, was heute in einer Zeitung zu Calvin abgedruckt wurde. Der Text steckt voller Fehler, da müssen wir aktiv werden. Die Sache mit Calvin ist vielen nicht klar. Wir wollen das ändern, zum Beispiel mit unserer Internetseite. Trotzdem gibt es immer wieder Journalisten, die sich nicht aus unserem Textfundus bedienen. In einer Stunde steht die wöchentliche Calvin-Sitzung an, es bleibt nicht viel Zeit. Johanes muss noch ein wenig auf seine Korrektur warten. 8.00 Uhr. Calvin-Sitzung. Frischer Kaffee, die Runde ist
motiviert. Der Projektleiter hat das Tram verpasst. Wie war das noch damals vor zwei Jahren? Die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes beschloss, dass 2009 der 500. Geburtstag Calvins gefeiert werden soll. Gemeinsam mit dem Reformierten Weltbund wurde ein internationales Patronatskomitee berufen. Ein Logo entstand, eine Marke: calvin09. Kleingeschrieben und ohne Leerschlag. Und dann: Eine Internetseite muss her. Mit allen Infos zu Calvin, mit Material, natürlich mit einem
Veranstaltungskalender und selbstverständlich viersprachig: deutsch, englisch, französisch, spanisch. Eine Schaltstelle für das Jubiläumsjahr weltweit. Der Projektleiter kommt. Ohne Kaffee. Calvins Gehirn ist
zu klein, sagt er und schaut mich vorwurfsvoll an. Gut, sage ich, dafür kann ich jetzt nichts, und eigentlich war er doch ein kluger Mann. Natürlich ist unsere Internetseite gemeint: Die Denkwege Calvin sind dort nachgezeichnet, in einer Animation seines Gehirns. Und das ist eben zu klein und muss grösser werden, also werde ich nachher telefonieren. Und sein Vorname wird übrigens mit zwei «n» geschrieben. Ist auf der Startseite, da sieht es doch jeder. Ja, ich weiss, mache ich sofort. 10.00 Uhr. Es ist ein voller Tag. Der Sommer strahlt, der
Kaffee verleiht den Tippgeräuschen auf meiner Tastatur einen energischen Anschlag und die Mailbox ist randvoll. Die Sitzung ist vorbei, ich habe vier Anrufe in Abwesenheit. Trotzdem wähle ich die Nummer der Webagentur. Telefontermin. «Es gibt da ein Problem mit Genf», sagt die Agentur. Na ja, das Pflaster ist eben ein bisschen teuer, denke ich, aber natürlich ist wieder die Internetseite gemeint. Dort gibt es eine interaktive Karte von Genf, auf der mit kleinen Nadeln die wichtigsten Stationen Calvins gekennzeichnet sind. Nun stimmen aber die Positionen der Nadeln nicht mehr. Die Reformationsmauer ist auf der Karte im See versunken und das UNO-Gebäude ist zum
KOMMUNIKATION
Calvin-Kolleg mutiert. Schöne Vorstellung, aber leider falsch. Wir rätseln. Gut, dann wird sich die Aufschaltung etwas verzögern. Ja, und ich HABE gesehen, dass ein «n» fehlt. Danke. 12.15 Uhr. Geschafft. Mittag. Kurzes Verschnaufen in der
Küche. Ein Kollege isst Buchstabensuppe. Ich konzentriere mich darauf, nicht nach einem «n» zu suchen. Es gelingt nicht. Es kam aber auch einiges zusammen heute. Genauso war es mit dem Calvin-Projekt kurz vor dem Kickoff. Anfang November war das, in Genf an der Reformationsmauer. Die Internetseite wurde dafür komplett überarbeitet. Neu strukturiert. Mehr Interaktivität. Das merken die Kirchen im In- und Ausland. Viele Verbindungen sind entstanden. Mit Kirchen aus Frankreich, Deutschland, Österreich, den USA, sogar China. Und natürlich aus der Schweiz. Es gibt sogar einen Calvin-Shop. Dort kann man beispielsweise eine Mini-Expo kaufen, eine Ausstellung für Kirchgemeinden. Oder speziell für das Jubiläum kre ierte Calvin-Pralinen. 15.00 Uhr. Es ist ein anstrengender Tag. Der Sommer glüht,
der Kaffee ist kalt und der Kampf mit der Mailbox in vollem Gange. Wieso Calvin nach seiner Pensionierung noch studiert habe, wird gefragt. Offensichtlich gibt es einen Übersetzungsfehler in einem Text. Eigentlich sollte da stehen, dass Calvin in jungen Jahren einen Erbteil bekommen hat, um studieren zu können. In der Überset-
zung bekam er jedoch eine Rente. Das muss schnell bereinigt werden, der Text ist schon im Layout. Telefonate. Während ich darauf warte, dass auf der anderen Seite der Hörer abgenommen wird, frage ich mich, warum Calvin nicht Huldrych hat heissen können. Dann fehlte jetzt wenigstens kein «n». 16.00 Uhr. Der Tag ist will kein Ende nehmen. Der Sommer
verschwindet hinter einem Rollo, statt Kaffee gibt es Wasser und in der Mailbox erscheint die Nachricht einer Kollegin. Sie hat gerade per Zufall auf der Calvin-Startseite einen Fehler entdeckt und schnell behoben. Sie hätte ein paar freie Minuten gehabt. Ich laufe zum Fenster und schaue, was dort monoton an die Scheibe klopft. Eine Hummel. Ihre Beine formen ein «n». Sie scheint zu lächeln. Ich lächle auch. Thomas Flügge
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{r채der}-werk Wir arbeiten verzahnt, nicht verbissen. Darum l채uft alles wie geschmiert.
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ZENTRALE DIENSTE
Zentrale Dienste Die Zentralen Dienste sind verantwortlich für Verwaltung und Administration des Kirchenbundes. Sie be treuen die Ressorts Abgeordnetenversammlung, Rat, Geschäftsleitung sowie Finanz- und Personalverwaltung. Zur Stabsstelle zählt auch der freundliche Empfang.
Mitarbeitende
In der Geschäftsstelle arbeiten 35 Personen, die sich 27 Vollstellen teilen. Für die Vorbereitung und Durchführung des Calvin-Jubiläums 2009 konnten zwei befristete Teilzeitstellen geschaffen werden. Am 31. Januar 2008 wechselte Prof. Dr. Christoph Stückelberger, Leiter des ITE, in die Leitung der von ihm gegründeten Stiftung Globethics.net. Seit 1. Oktober leitet PD Dr. Christina Tuor-Kurth das Institut. Pfarrer Christoph Waldmeier verliess den SEK am 31. Januar und übernahm das Pfarramt der französischsprachigen reformierten Kirchgemeinde Winterthur. Er hatte während knapp fünf Jahren beim SEK die Schweizer Kirchen im Ausland betreut und die Beziehungen zu anderen Kirchen, insbesondere im fernen Osten, gepflegt. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Mathias Hügli. Ende März verliess die Beauftragte für Diakonie und soziale Fragen, lic.iur. Anne Walder, den SEK. Monika von Grünigen, die bereits früher in der Geschäftsstelle gearbeitet hatte, kehrte aus dem Ausland zurück und übernahm die administrative Assistenz der Stabsstelle Kommunikation. Liegenschaft Sulgenauweg
Von April bis August 2008 wurde die zweite Etappe der Gesamtrenovation der Liegenschaft durchgeführt. Nachdem im Jahr 2005 das Erdgeschoss umgebaut und die Installationen vollständig erneuert worden waren, waren nun die drei Bürogeschosse an der Reihe. Der Betrieb wurde lediglich für zwei Wochen unterbrochen, als die Korridore und das Treppenhaus saniert wurden. Die Büros wurden alle auf denselben Stand gebracht: Parkettböden (in der Regel der hundertjährige Originalboden) sowie eine einheitliche Beleuchtung und Möblierung. Unter anderem wurden die Sanitärräume saniert, welche nun – endlich – über warmes Wasser verfügen. Der Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden im ersten Stock wurde vergrössert. Die Umbauarbeiten waren für alle Beteiligten einschneidend. Das Sitzungszimmer im Erdgeschoss wurde vorübergehend in ein Grossraumbüro mit sechs Arbeitsplätzen umfunktioniert. Trotz Planung und Sorgfalt hatten wir bis zum Schluss mit dem allgegenwärtigen Baustaub zu kämpfen. Heute präsentiert sich die Liegenschaft in neuem Glanz. Den Unternehmern, Handwerkern und Mitarbeitenden gebührt ein grosser Dank. Informatik
Gleichzeitig mit der Renovation der Büroräume und der Neuverkabelung des Hauses wurde auch die ganze EDVHardware ausgewechselt. Neue Server, Rechner und eine im Server integrierte Telefonzentrale stellen heute die elektronische Kommunikation sicher.
ZENTRALE DIENSTE 59
Mitarbeitende 1 Pfr. Theo Schaad
Leiter Zentrale Dienste 2 Beatrice Bienz
1
2
3
Administrative Assistentin des Ratspräsidenten, Sekretariat Abgeordnetenversammlung 3 Jacqueline Blaser
Administrative Assistentin Empfang 4 Christine Maurer 4
5
6
Mitarbeiterin Empfang 5 Helene Meyerhans
Administrative Assistentin Ratsarbeit 6 Pfr. Markus Sahli
Persönlicher Mitarbeiter des Ratspräsidenten 7
8
9
7 Mirjam Schwery
Mitarbeiterin Empfang 8 lic. rer. pol. Christian Straumann
Beauftragter für Finanzplanung, Personal und Informatik 9 Jacqueline Tschumi 10
11
Mitarbeiterin Buchhaltung 10 Cécile Uhlmann
Beauftragte für Rechnungswesen 11 Eva Wernly
Administrative Assistentin des Geschäftsleiters
Die aktuellen Mitarbeitenden der Abteilungen finden Sie jeweils auf www.sek-feps.ch/ueber-uns
60
ZENTRALE DIENSTE
Spuren Zur Gebäuderenovation 2008
Eines Tages meldet sich ein Besucher an: «Mein Urgrossvater hat dieses Haus gebaut. Es interessiert mich, was daraus geworden ist». Er ist überrascht, hier die Geschäftsstelle des Kirchenbundes zu finden – seine Frau ist Pfarrerin. Das Gespräch dreht sich um die Entstehung des Hauses, Zimmereinteilungen, Umbauten und die Umgebung. Der Rundgang durchs Haus wird zur Spurensuche. Ein Haus auf der Höhe seiner Zeit
Die Pläne datieren von 1908. Eine herrschaftliche Villa soll entstehen. Zwei grosszügige Wohnungen, quer zur Strasse stehend. Die untere öffnet sich auf die GartenTerrasse, die obere glänzt mit grossem Balkon. Neben dem Eingang eine grosse Remise für den Fuhrpark, im hinteren Teil die Kellerräume. Für die Bediensteten unter dem Dach vier Mansardenzimmer, ein Lavabo als Waschgelegenheit. Im Jahr 1910 bezieht Emil Streuli mit seiner Familie die obere Wohnung. Der Sohn des Weberei-Besitzers von Horgen arbeitet als Jurist bei den Bundesbahnen. Er schreibt nach Hause: Acht Zimmer mit zwei Balkonen auf einer Etage, nämlich Wohn-, Ess-, Studier- und Nähzim-
mer, dazu Kinderzimmer und Schlafzimmer der Eltern. Neben den beiden Gästezimmern zwei Bäder mit wassergespültem Klosett, die Küche mit Gasherd; ebenfalls mit Gas wird der Boiler betrieben, der heisses Wasser für Küche und Bad liefert. Alle Zimmer mit elektrischer Beleuchtung, auch die beiden Mansarden für die Dienstboten im Dachgeschoss, weiter Telefonanschluss mit Sprechapparat im Korridor. Der jährliche Mietzins, ohne Nebenkosten, beträgt 2 500 Franken.1 Gas für Küche und Bäder! Die technische Umwälzung wird bei der Renovation von 2008 sichtbar. In den ehemaligen Bädern waren noch Kamine eingebaut worden, um mit Badeöfen das Wasser zu erwärmen. Beim Abbruch der Kamine fehlen jegliche Spuren von Russ. Sie wurden nie gebraucht. Die Gasleitung hängt immer noch an der Korridordecke. Nun wandert sie ins Altmetall. Die Spuren der Menschen, die im Haus gelebt haben, sind spärlich und rätselhaft. Wer hat wohl im Fuss eines Einbauschrankes ein ganzes Bündel «Bernischer Jagdverordnungen» aus dem Jahr 1923 hinterlassen? Die Umbauten der 50er- und 60er-Jahre weisen in die Moderne. Die Stützmauern des Gartens sind abgebrochen. Sechs neu erstellte Garagen geben ein gutes Argument zur Vermietung des Gebäudes. Bis heute ist dem Präsidenten des Kirchenbundes die freie Nutzung einer Garage zugesichert. Halle und Treppenhaus werden umgebaut. Ein Hauch von Bauhaus-Stil ist spürbar. Karg und kühl präsentieren sich der Eingang und die zum Sitzungszimmer umfunktio-
ZENTRALE DIENSTE
nierte Remise. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund zieht 1968 ein. Die Geschichte des Hauses verbindet sich mit der Geschichte des Kirchenbundes.
Der Kirchenbund wächst. Anfang der 70er-Jahre zieht das Institut für Sozialethik ein, anfang der 80er die Arbeitsstelle Ökumene Schweiz, dazu kommen die Fachstellen für Migration und Menschenrechte.
Ein Eigenheim für den Kirchenbund
Der Wechsel aus der Mietwohnung in der Lentulus strasse ins Eigenheim am Sulgenauweg ist durch ein grosszügiges Legat ermöglicht worden. Der amerikanische Jurist John Jeffries vermacht dem Kirchenbund sein Vermögen in der Höhe von 1,6 Mio US-Dollar. Ein Mitglied des damaligen Vorstandes verbringt längere Zeit in den USA, um das Erbe zu liquidieren. Die Spuren dieser Grosszügigkeit: Ein repräsentatives Gebäude, frisch renoviert, ein Fonds von 2,8 Mio Schweizerfranken (aus welchem nun nach 40 Jahren die Renovation zur Hälfte bezahlt wurde), eine juristische, englischsprachige Bibliothek auf dem Dachboden und ein Bild des Stifters im schweren Goldrahmen. «Am 30. September 1968 fand in Gegenwart einer Delegation des Bundesrates und des Oekumenischen Rates die offizielle Einweihung des Sitzes des Kirchenbundes am Sulgenauweg 26 in Bern statt.»2 Das Haus ist zu Beginn zu gross. So wird ein Stockwerk fremd vermietet – an den Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG. Welche Spuren die räumliche Nähe und die sozialen Kontakte zwischen Theologen und Verbandsmitarbeitenden wohl in beiden Organisationen hinterlassen haben?
Ein Haus für die Zukunft
Ab 2002 werden mit dem Architekten die ersten Abklärungen über die Werterhaltung des Gebäudes und bauliche Anpassungen vorgenommen. Sie führen zu den beiden umfangreichen Renovationsphasen 2005 und 2008. Auch sie hinterlassen Spuren, Spuren eines vorwärts blickenden und mit zeitgemässer Ausrüstung arbeitenden Kirchenbundes.
Theo Schaad
1 N ach H.P. Treichler: «Die Löwenbraut», Verlag NZZ 1999, Seite 271. 2 Arnold Mobs: Die evangelischen Kirchen der Schweiz im Zeit alter der Oekumene und der zwischenkirchlichen Hilfe – 50 Jahre Kirchenbund 1920 –1970.
61
62
JAHRESRECHNUNG
Jahresrechnung 2008
Verwaltungsrechnung
2008
2007
Rechnung nach Kostenstellen
Organe
Aufwand
Ertrag
Aufwand
Ertrag
CHF
CHF
CHF
CHF
950’298
177’802
833’819
91’270
Kirchenbeziehungen
1’263’313
85’134
1’349’187
107’968
Institut für Theologie und Ethik
158’360
1’245’256
147’989
1’452’327
Kommunikation
653’257
35’763
523’445
0
Zentrale Dienste
2’700’737
6’934’873
1’941’666
6’314’588
Beiträge
568’700
0
571’742
0
Rückstellungen/Sonderrechnungen
2’206’736
2’206’736
2’768’184
2’768’184
Total
9’588’297
9’588’297
9’440’370
9’440’370
Bestandesrechnung
31.12.2008
31.12.2007
Aktiven
Passiven
Aktiven
Passiven
CHF
CHF
CHF
CHF
Finanzvermögen
4’994’825
Verwaltungsvermögen
1’591’635
Fremdkapital
7’188’257 103’677 521’896
554’332
Rückstellungen
1’543’197
2’114’196
Sonderrechnungen
1’794’121
1’866’885
Ausgeschiedene Kapitalien
1’988’434
1’988’434
738’812
768’087
Vermögen Total
6’586’460
6’586’460
7’291’934
7’291’934
STATISTIK 63
Statistik 2007 Statistik der kirchlichen Amtshandlungen 2007
Aargau
26’795
99
Basel-Landschaft
103’400
362
Basel-Stadt
97 394
24
36’100 650’782
2’200
2’108
36
146
1’305
Kirchenaustritte
Kircheneintritte
Bestattungen
Total
Mischehen
Evangelisch
Trauungen Total
Mädchen
Knaben
Total
Mädchen
Knaben
189’603
Appenzell AI/AR
Bern-Jura-Solothurn
Konfirmationen Erwachsene
Taufen Mitglieder
Mitgliedkirchen
Quelle: Mitgliedkirchen
1’904
392
41
433
2’019
281
196
186
182
368
49
38
87
357
42
167
780
542
565
1’107
102
109
221
1’117
172
675
162 4’364
3’555
3’387
1’755
313
19
15
34
479
101
823
6’942
914
579
1’493
7’302
338
3’071 298
Freiburg
34’401
117
263
184
196
380
17
27
44
271
20
Genf EPG
66’695
95
75
9
179
56
50
106
79
31
110
652
125
18
Glarus
16’016
79
59
138
107
79
186
15
11
26
214
22
112
Graubünden
74’031
323
314
637
436
449
885
126
79
205
742
92
394
Luzern
39’426
137
133
270
174
172
346
17
35
52
340
60
287
142
827
1’695
Neuenburg
58’996
120
2
264
191
191
382
91
13
104
Nidwalden
4’024
11
11
22
34
16
50
2
4
6
29
5
23
Obwalden
2’415
5
10
15
11
16
27
5
1
6
18
13
St. Gallen Schaffhausen
117’465
406
380
4
790
705
667
1’372
93
135
228
1’318
171
722
34’017
109
105
12
226
175
171
346
59
16
75
471
50
182
Schwyz
17’553
62
64
126
71
74
145
10
22
32
98
29
122
Solothurn
31’065
90
85
178
194
161
355
27
22
49
298
83
453
Tessin
17’730
38
Thurgau
96’054
384
Uri Waadt
1’770
5
242’273
520
3
22 370
5
3 527
20
60
32
32
64
10
20
30
129
47
87
759
622
617
1’239
113
87
200
1’040
137
577
20
6
8
8
3
4
7
1
2
3
1’067
808
807
1’615
490
138
628
2’829
Wallis
15’433
31
42
73
35
35
70
8
43
51
137
Zug
17’760
60
80
140
81
61
142
4
22
26
119
23
121
483’409
1’536
3’155
2’120
2’049
4’169
547
459
1’006
5’547
462
2’820
Zürich Genf, EELG Evang.-meth. Kirche
1’599
600 6’952
27
33
20 21 42
21 102
121
1 41
6
1
14
32
16
47
180
185
125
2’384’765 Total 2007 15’300 22’641 5’187 26’567 2’370 14’564 Total 2006 15’412 22’831 5’396 26’721 2’722
12’344
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DELEGATIONEN UND KOMMISSIONEN
Delegationen und Kommissionen Stand 15. Januar 2009
Delegationen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH)
Delegation SEK in der Plenarversammlung: Pfr. Lucien Boder, Biel; Pfr. Martin Hoegger, Le Mont; Pfr. Dr. Frank Jehle, St. Gallen; Pfr. Thomas Plaz, Winterthur; Pfr. Dr. Ruedi Reich, Zürich; Pfrn. Ysabelle de Salis, Neuchâtel; Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK); Pfr. Dr. Martin Hirzel (SEK); Delega tion SEK im Präsidium: Pfr. Lucien Boder; Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK) Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)
Mitglied des Zentralausschusses: Dr. Martin Hirzel (SEK) Reformierter Weltbund (RWB)
Vizepräsident und Mitglied des Exekutivausschusses: Pfr. Dr. Gottfried W. Locher, Bern Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)
Mitglied des Präsidiums: Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK) Kommission «Kirche und Gesellschaft»: Pfr. Serge Fornerod (SEK) Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)
Geschäftsführender Präsident: Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK); Stellvertretendes Mitglied des Rates: Pfr. Dr. Martin Hirzel (SEK)
DELEGATIONEN UND KOMMISSIONEN
Kommissionen Rat Evangelisch / Römisch-Katholische Gesprächskommission (ERGK)
Delegation SEK: Pfr. Markus Anker (Co-Präsident), St. Gallen; Prof. Dr. Reinhold Bernhardt, Basel; Pfr. Sven Büchmeier, Baden; Pfrn. Dr. Isabelle Noth, Bern; Pfr. Dr. Niklaus Peter, Zürich. Geschäftsstelle SEK: Pfr. Dr. Martin Hirzel
Evangelische Arbeitsgruppe für Neue Religiöse Bewegungen
Vorsitz: Pfr. René Perrot, Ebmatingen; Pfrn. Kristina Eppenberger Vogel, Bülach; Pfr. Heimberto Kunkel, CarougeGenève; Pfrn. Silvia Liniger, Bern; Marcus Sartorius, Thun (Gast); Pfr. Martin Scheidegger, Luzern; Prof. Dr. Georg Schmid, Rüti; Jörg Weisshaupt, Zürich. Geschäftsstelle SEK: Pfr. Dr. Martin Hirzel
Theologie und Ethik Ausschuss Diakoniekonferenz
Gesprächsgruppe SEK / Konferenz der Mennoniten der Schweiz
Delegation SEK: Pfr. Ruedi Heinzer; Pfrn. Esther SchweizerRüegg, Schaffhausen; Prof. Dr. Martin Sallmann, Lützelflüh
Vorsitz: Konrad Meyer, Basel; Anne-Marie Droz, Bern; Olivier Favrod, Lausanne; Sergio Jost, Zürich; Antoinette Killias, Zürich (HEKS); Pfrn. Hélène Küng, Lausanne (CSP); Roland Luzi, Zürich (DVS). Geschäftsstelle SEK: PD Dr. Christina Tuor-Kurth, Anja Scheuzger (Sekretariat)
Evangelisch / Jüdische Gesprächskommission (EJGK)
Delegation SEK: Pfr. Albert Frey, Prahins; Pfrn. Lucie Kaennel, Lausanne; Prof. Dr. Matthias Konradt, Bern; Pfr. Bernhard Krebs, Enggistein. Geschäftsstelle SEK: Pfr. Dr. Martin Hirzel Finanzkommission des Rates
Vorsitz: Dr. Karl Kohli (Rat SEK); Werner Macher, St. Gallen; Willy Oppliger, Bern; Daniel Strebel, Baden; Dieter Zaugg, Zürich; Helen Gucker-Vontobel (Rat SEK); Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK). Geschäftsstelle SEK: Pfr. Theo Schaad, Christian Straumann
Kirchenbeziehungen Kommission für Aussenbeziehungen (KAB)
Vorsitz: Pfr. Serge Fornerod (SEK); Pfr. Dr. Beat Dietschy, Bern (BFA); Pfr. Jacques Küng, Lausanne (DM); Pfr. Ueli Locher, Zürich (HEKS); Pfr. Martin Breitenfeldt, Basel (mission 21); Pfr. Thomas Wipf (Rat SEK). Geschäftsstelle SEK: Christian Vandersee Kommission für Schweizer Kirchen im Ausland (CHKiA)
Vorsitz: Pfr. Thomas Müry, Basel; Marianne Bianchi, Manno; Pfrn. Barbara Brunner, Schaffhausen; Pfr. André Joly, Lau sanne; Pfr. Norbert Wysser, Cordast. Geschäftsstelle SEK: Pfr. Matthias Hügli, Elisabeth Balmer (Sekretariat) Kommission Kirche + Mission
sistiert
Ausschuss Frauenkonferenz
Vorsitz: Pfrn. Sabine Scheuter Perret, Zürich; Eva Maria Fontana-Hübner, Binningen (EFS); Carmen Jud, Luzern (Frauenkirche Zentralschweiz); Lilian Studer, Zürich (HEKS); Pfrn. Lisbeth Zogg Hohn, Bern. Geschäftsstelle SEK: PD Dr. Christina Tuor-Kurth, Anja Scheuzger (Sekretariat) Ausschuss Fonds für Frauenarbeit
Vorsitz: Irène Reday (Rat SEK); Nicolasina ten Doornkaat, Bern; Ria van Beek, Versoix. Geschäftsstelle SEK: PD Dr. Christina Tuor-Kurth, Michèle Laubscher (Sekretariat) Kommission Kirche und Tourismus
Vorsitz: Pfr. Thomas Schweizer, Bern; Jacques Brunnschweiler, Aigle; Barbara Grass-Furter, Chur; Monika Knöpfel, Zürich; Pfr. Michael Landwehr, Samedan; Stefan Otz, Interlaken. Geschäftsstelle SEK: Anja Scheuzger (Sekretariat) Liturgiekommission
Vorsitz: Pfr. Arend Hoyer, Thalwil; Pfr. Peter Gumbal, Adliswil; Pfrn. Astrid Maeder, Bern; Prof. Dr. Andreas Marti, Liebefeld; Pfrn. Katharina Vollmer Mateus, Genève; Pfrn. Marianne Weymann, Genève; Pfrn. Simona Rauch, Vicosoprano. Geschäftsstelle SEK: Pfr. Dr. Jacques-Antoine von Allmen, Michèle Laubscher (Sekretariat)
Jahresberichte verschiedener Kommissionen können auf www.sek.ch heruntergeladen werden.
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66
BEZIEHUNGEN
Beziehungen
Stiftungen, in denen die Abgeordnetenversammlung oder der Rat SEK eine Organfunktion ausüben:
– Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) – Brot für alle (BFA) – fondia – Stiftung zur Förderung der Gemeindediakonie im SEK Stiftungen, in denen die Abgeordnetenversammlung und/ oder der Rat SEK Wahl- oder Aufsichtsbehörde sind:
– Schweizerische Reformationsstiftung – Stiftung Pfarrsolidaritätsfonds Organisationen, die mit dem SEK durch Rahmenvereinbarun gen oder Leistungsverträge verbunden sind:
– DM-échange et mission (Département missionnaire des Églises protestantes de Suisse romande) – mission 21 – evangelisches missionswerk basel Organisationen, mit denen der SEK in Verbindung steht:
– Schweizerischer Reformierter Pfarrverein (SRPV) – Centres sociaux protestants (CSP) – Diakonieverband Schweiz (DVS) – Protestantische Solidarität Schweiz (PSS) – Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) – Reformierte Medien (RM) – Médias-pro, l'Office Protestant des Médias – Commissione per le trasmissioni evangeliche radio e TV della Svizzera italiana – Evangelische Frauen Schweiz (EFS) – Schweizerischer Evangelischer Missionsrat (SEMR) – Ökumenischer Jugenddienst Schweiz (OJS)