Kinder- und Herzzentrum
KINDER & HERZ IM ZENTRUM HERAUSFORDERUNG Der Bau des neuen Kinder- und Herzzentrums
ZENTRUMSMEDIZIN Komplexe & sinnvolle Zusammenführung
NEONATOLOGIE Am frühesten Punkt des Lebens
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Für das Herzzentrum wurden gleichzeitig Kardiologie, Herzchirurgie und Kinderkardiologie unter einem Dach zusammengefasst: Auch diese Vernetzung bringt viele positive, nicht zuletzt wirtschaftliche Synergieeffekte mit sich und ermöglicht sowohl die Versorgung der PatientInnen als auch Forschung auf höchstem Niveau. Demnächst wird die „Baby-Boom-Generation“ der Geburtsjahrgänge 1956 bis 1969 ein Alter erreichen, in dem statistisch gesehen das Risiko eines Herzinfarkts am höchsten ist. Tirol ist eines der wenigen Bundesländer, das mit einem Herzzentrum vorgesorgt hat. Den richtigen Fokus bei einem solchen 175 Millionen EuroBauprojekt zu setzen, heißt auch, Verantwortung für unsere Umwelt und die Finanzierung zu übernehmen. Dazu gehört, dass die veranschlagten Kosten eingehalten wurden. Eigentlich darf sich die Bevölkerung das erwarten: Wenn man sich ande-
re große Bauprojekte im In- und Ausland ansieht, ist das aber keine Selbstverständlichkeit. Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen heißt, sinnvoll in moderne Technik und ressourcenschonende Anlagen zu investieren. Das neue Kinderund Herzzentrum hat die dreifache Grundfläche der alten Kinderklinik und verbraucht trotzdem weniger Energie als das alte Gebäude. Die neue Innere Medizin, die derzeit gebaut wird, wird ebenso hohe Ansprüche an die Energieeffizienz erfüllen können. Den richtigen Fokus bei diesem Krankenhaus im Krankenhaus zu setzen, heißt auch, Verantwortung für die Familien zu übernehmen, wenn ein Kind erkrankt. Dank des neuen Kinder- und Herzzentrums konnte der Anteil an Elternbegleitbetten noch einmal gesteigert werden. Wir liegen jetzt weit über den meisten vergleichbaren Krankenanstalten, wenn es darum geht, dass ein Elternteil gemeinsam mit dem erkrankten Kind in der Klinik aufgenommen werden kann. Ein unschätzbarer Vorteil, der sich natürlich auch auf den Behandlungserfolg niederschlägt. Eines darf aber, wenn wir von Kindern sprechen, natürlich nicht fehlen: Platz zum Spielen, Orte um zu vergessen, dass man in einem Krankenhaus ist. Deshalb freut es mich besonders, dass für die kleinen PatientInnen der Kinderkrebs-Station auf dem Dach ein eigener, großer Bereich geschaffen wurde. Hoch über den Dächern von Innsbruck haben die Kinder die Möglichkeit ins Freie zu gehen und Kinder zu sein, sich dabei aber doch in der Obhut der Klinik zu wissen. Genau so muss es sein: Die beste Versorgung zur Verfügung zu stellen, aber das Kindsein so wenig wie möglich einzuschränken!
Ihr Univ.-Prof. Dr. Bernhard Tilg Landesrat für Gesundheit
KINDER- UND HERZZENTRUM
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as neue Kinder- und Herzzentrum (KHZ) des Landeskrankenhauses-Uni versitätskliniken Innsbruck ist in mehrfacher Hinsicht ein Leuchtfeuer. Schon zu Beginn der Planungsarbeiten des größten Hochbauprojekts Westösterreichs war der Fokus dort, wo er hingehört: bei den PatientInnen und den MitarbeiterInnen. Zum einen bedeutet das, dass das Konzept „Ärztin/Arzt kommt zum Patienten“ konsequent umgesetzt wurde. Vor allem für die Kinder ist es ein enormer Vorteil, dass jetzt alle Kinder-Bereiche, bei denen es medizinisch Sinn macht, im neuen Gebäude zusammengeführt wurden. Zum anderen bedeutet das, dass ganz besonders auf ein angenehmes Raumklima und ausreichend Tageslicht geachtet wurde.
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INHALT
10 Zentrumsidee
KINDER- UND HERZZENTRUM
36 Neonatologie
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44 Herzenssache IMPRESSUM: HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, office@econova.at, www.econova.at. FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH: eco.nova corporate publishing. PROJEKTLEITUNG: Martin Weissenbrunner, Mag. Sandra Nardin. FOTOS: tirol kliniken, istockphoto.com, Birgit Köll, Tom Bause, Katharina Paulweber. REDAKTION: Caterina Molzer-Sauper, Sonja Niederbrunner. GRAFIK & LAYOUT: eco.nova corporate publishing, Ines Weiland, Sonja Niederbrunner. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter. DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH
INHALT
INHALT 06 DER MEILENSTEIN IST GESETZT
24 STOCK FÜR STOCK
Das Kinder- und Herzzentrum als verbindendes Element
26 EINE FÜR ALLE
10 VON DER IDEE ZUR PLANUNG
Pädiatrie I bis Pädiatrie III: Das Angebot der Kinderklinik
Die Zentrumsidee war der Leitgedanke hinter dem ambitionierten Projekt
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UNTER EINEM DACH Was neu im Kinder- und Herzzentrum ist
14 HERAUSFORDERND Gesamtprojektleiter Anton Ostermann im Interview
18 ERSCHEINUNG & FUNKTION IM EINKLANG
36 LEBEN IM GRENZBEREICH Zum bestmöglichen Start ins Leben hilft die Neonatologie Frühgeborenen und Risikokindern
Die Architekten des Kinder- und Herzzentrums
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20 KOMPLEXES BAUEN
Orientierung im Kinder- und Herzzentrum
Erfolgsfaktoren vereint – Zahlen & Daten zum Bau
HERZENSSACHE Die Diagnose „Herzfehler“ und was sie für die betroffenen Kinder und ihre Eltern bedeutet
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KINDER- UND HERZZENTRUM
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DER MEILENSTEIN IST GESETZT
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MEILENSTEIN
Das neue Kinder- und Herzzentrum fügt sich baulich gut in das gewachsene Gefüge des Klinikareals ein.
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as neue Kinder- und Herzzentrum stellt mit seiner Inbetriebnahme im Sommer 2015 einen wesentlichen Beitrag für die umfassende Versorgung von Herzpatienten und erkrankten Kindern in Westösterreich dar. Nahezu alle pädiatrischen Disziplinen sind nach Fertigstellung in einem Gebäude vereint und bieten medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Der erste Bauabschnitt des Kinderzentrums ist bereits seit 2009 in Betrieb, mit dem zweiten Bauabschnitt wurde 2011 nach dem Abbruch der alten Kinderklinik begonnen. Die Realisierung dieses Kinder- und Herzzentrums mit dem engagierten Leitbild „Der Arzt kommt zum Patienten“ ist österreichweit einmalig. Mit der Fertigstellung des zweiten Bauteils werden nun alle mit kranken Kindern befassten Disziplinen des Krankenhauses örtlich zusammengeführt. Neben der Ambulanz, der Tagesklinik und den pädiatrischen Kliniken werden auch die Kinderradiologie und die jungen Patienten der Bereiche Plastische Chirurgie, Transplantationschirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie oder Urologie im neuen Zentrum Platz finden. Durch die unmittelbare Nähe der verschiedenen Bereiche und Disziplinen des Krankenhauses soll die Versorgung in der Pädiatrie verbessert werden. Auch der A nteil der Elternbegleitbetten wurde deutlich erhöht. Das neue Kinder- und Herzzentrum fügt sich baulich gut in das gewachsene Gefüge des Klinikareals ein und bildet gleichzeitig eine Verlängerung der Maximilianstraße. Wichtigstes Verbindungselement innerhalb des Neubaues ist eine sogenannte „Magistrale“, die das gesamte Klinikum auf den Ebenen 1 und 2 erschließt. Um künftigen Entwicklungen gerecht zu werden und um den Schwerpunkt der Gesamtanlage zu bewahren, ist dieses horizontal und vertikal verbindende Element im Norden des Gebäudes angeordnet. Die „Magistrale“ ist die Lebensader des Hauses: Sie nimmt Aufenthaltsbereiche, Spielplätze und Ruhezonen auf – immer mit Ausblick auf die imposante umgebende Bergkulisse. Hier finden Kommunikation und Öffentlichkeit ihren Platz. |
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VON DER IDEE ZUR PLANUNG
VON DER IDEE ZUR PLANUNG
KINDER- UND HERZZENTRUM
Die Zentrumsidee war der Leitgedanke hinter dem ambitionierten Projekt, das in zwei Baustufen realisiert wurde: Das neue Kinder-Herzzentrum ist nicht nur in sich ein Knotenpunkt, sondern stellt auch einen zentralen Nabel am Klinikgelände dar.
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VON DER IDEE ZUR PLANUNG
Die Übergangsphase Das gesamte Projekt wurde aufgrund der baulichen Zwänge am Areal des Landeskrankenhauses Innsbruck in zwei Baustufen errichtet, wobei in der ersten Baustufe die Aufstockung des Flachbaues der Frauen- und Kopf-Klinik sowie der Neubau im Bereich des ehemaligen Laborgebäudes und der Anschluss an das Verwaltungsgebäude bereits realisiert wurden. Nach der interimistischen Übersiedlung der Nutzungen der alten Kinderklinik wurde diese abgerissen und an deren Stelle die zweite Baustufe errichtet und bereits übergeben.
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as Bau- und Investitionsprogramm „Klinik 2015“ sah nach ausführlichen Bedarfsanalysen unter anderem den Neubau eines Kinder- und Herzzentrums (KHZ) am Landeskrankenhaus Innsbruck vor. Diese Maßnahme war notwendig, da die bauliche Substanz absolut nicht mehr den medizinischen Anforderungen entsprach und eine Sanierung bzw. Adaption auf einem dem heutigen Stand der Medizin entsprechenden Standard viel zu aufwändig und aus mehrerlei Gründen undurchführbar gewesen wäre.
Herz und Kinder im Zentrum Nachdem der neue Baukörper zentral im Klinikareal situiert wurde, ist eine Anbindung sowohl an die Frauen-Kopf-Klinik im Osten, als auch an das Chirurgie-Gebäude im Westen gelungen. Neben spechtenhauser · Holz- und Glasbau GmbH klaren städtebaulichen Strukturen des Objektes konnte so auch Scheuchenstuelgasse 4 · 6020 Innsbruck · Tel. 0512 2202 0 inhaltlich eine moderne Zentrumskonzeption erzielt werden. Ziel info@spechtenhauser.com · www.spechtenhauser.com dieses Konzeptes ist es, eine fortschrittliche Krankenversorgung nach Patientenzielgruppen, Versorgungsprozessen und zeitgemäßen medizinischen und betriebswirtschaftlichen Managementprinzipien umzusetzen. 13668_Spechtenhauser_Imageinserat_Econova_TILAK_90x120mm.indd 1 Das KHZ kann als Anschlussbereich an die FrauenKopf-Klinik im stationären und tagesklinischen Bereich alle kindlichen und jugendlichen Patienten, unabhängig von ihrer Erkrankung, aufnehmen und entsprechend dem Leitbild „Der Arzt kommt zum Patienten“ den jeweils zuständigen Spezialisten zum Patienten bringen. Die Betten der einzelnen Fachdisziplinen bleiben dabei im Planbestand der jeweiligen Klinik, wurden jedoch im Sinne der Zentrumsidee im Neubau örtlich zusammengelegt. Damit
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Architektur bedeutet für uns Lebensraum zu erschaffen. Individuell, maßgeschneidert und mit großem Respekt vor den Bedürfnissen des Bauherrn. Wir sehen es als hohes Privileg, die Geschichte eines Bauwerks von der ersten Idee bis hin zur Verwirklichung zu begleiten.
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VON DER IDEE ZUR PLANUNG
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Nachdem der neue Baukörper zentral im Klinikareal situiert wurde, ist eine Anbindung sowohl an die Frauen-Kopf-Klinik im Osten als auch an das Chirurgie-Gebäude im Westen gelungen.
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entsteht eine interdisziplinäre und kinderspezifische Pflegeorganisation, die mehr Qualität bietet und wesentlich flexibler auf saisonale Auslastungsschwierigkeiten einzelner Bereiche reagieren kann. Bei der Planung wurde insbesondere auf eine gute natürliche Belichtung, eine klare Überschaubarkeit der einzelnen Bereiche und eine kindgerechte Gestaltung und Ausstattung geachtet. Ähnliches gilt für das Herzzentrum, das direkt angeschlossen über eine Magistrale an die Chirurgie entstanden ist und im neuen Gebäude die Fachdisziplinen Kardiologie, Kinderkardiologie, Herzchirurgie und Radiologie-Diagnostik umfasst und diese an die Disziplinen der Gefäßchirurgie örtlich heranführt. Hier ist vor a llem eine koordinierte Nutzung und optimierte Auslastung besonders teurer medizinischer Großtechnologien gelungen. Durch die Schaffung einer pädiatrischen Tagesklinik im Kinderzentrum konnten Normalpflegebetten reduziert und dafür Betten in hochspezialisierten Bereichen, wie der Intensivstation und der Onkologie, geschaffen werden. Zielführende Wege Der Neubau erstreckt sich auf dem Gelände des Landeskrankenhauses in ost-westlicher Richtung entlang der Maximilianstraße zwischen Kaiser-Joseph-Straße und Innerkoflerstraße. Der Baukör-
per folgt hierbei der orthogonalen Anordnung der umliegenden Gebäude. Als logische Konsequenz der räumlichen Verbindung mehrerer Komplexe entstand ein langgezogener Baukörper, wobei es durch die ausgeklügelte Organisation der Räumlichkeiten gelang, weite Wege zwischen den Funktionseinheiten möglichst zu vermeiden. Die Zonen im Eingangsbereich des Gebäudes schaffen eine kommunikative Verzahnung zwischen dem Stadtraum und dem Krankenhaus. Für die übergeordnete logistische Versorgung des Areals wurde im zweiten Bauabschnitt des KHZ als zentrale Anlieferungsmöglichkeit ein Wirtschaftshof realisiert. Was ist wo zu finden Der Logistikbereich und die Tiefgarage für die Mitarbeiter wurden in den beiden Untergeschoßen untergebracht. Die Notfallambulanzen sowie ein 300 Studenten fassender Hörsaal befinden sich im Parterre, die Nachversorgungsräume für Kinder und Jugendliche im ersten Stock. Die Intensivstationen sind im zweiten Obergeschoß und zwei Standardstationen im dritten bzw. vierten Stockwerk untergebracht. Die modern ausgestattete Heilstättenschule für Kinder, die länger auf der Station bleiben müssen, und der schöne Dachgarten bilden die wichtigsten Einrichtungen im fünften Obergeschoß. Der letzte Stock ist der umfangreichen Technik vorbehalten. |
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DAS UNTERNEHMEN Ein Team an hochqualifizierten Spezialisten mit langjähriger fachlicher Erfahrung trägt dazu bei, dass BMO seiner hohen Verantwortung bei der Abwicklung anspruchsvoller Projekte im In- und Ausland in jeder Hinsicht gerecht wird. Entsprechend dem Wandel der Zeit, sind alle Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand der Technik und unterziehen sich laufend diversen Weiterbildungen auf technischer und rechtlicher Ebene. Die hohe Wertschätzung aller bisherigen Auftraggeber bestätigt die Leistungsfähigkeit, fachliche Kompetenz, Zuverlässigkeit und das verantwortungsbewusste Handeln von BMO. DAS LEISTUNGSBILD BMO ist unabhängig, wodurch wir neutrale und professionelle Leistungen auf hohem Niveau garantieren.
>> Unser Erfolg liegt in der kompetenten Umsetzung der an uns herangetragenen Aufgaben. Persönlichkeit, Individualität und Zuverlässigkeit stehen bei uns im Vordergrund.<< Ing. Otmar Oswald DIE DREI ECKPFEILER VON BAUMANAGEMENT OSWALD SIND: • Projektsteuerung • Kostenermittlungsgrundlage (AVA) • Örtliche Bauaufsicht BMO war neben der örtlichen Bauaufsicht für das Kinder-Herz-Zentrum auch maßgeblich an der Realisierung großer Bauvorhaben wie z.B. dem Kaufhaus Tyrol, dem Einkaufszentrum West, der Stadtgalerien Schwaz, der Asfinag IBK u.v.m. beteiligt. Unsere gemeinsame Arbeit ist nicht statisch sondern unterliegt ständigen Änderungen und Wandlungen. Wir sehen es als unsere Aufgabe für Interesse an unserem Ingenieurbüro zu werben und gleichzeitig das Vertrauen für eine gemeinsame und langfristige Zusammenarbeit zu garantieren.
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Modernes, nachhaltiges Bauen bedeutet neben qualitätsvoller Architektur und Gestaltung auch Funktionalität, Qualität und Kostenbewusstsein. Mit umfassendem Know-how und ausgeprägtem Verantwortungsdenken gegenüber seinen Auftraggebern bietet Baumanagement Oswald (BMO) seit Jahren sehr erfolgreich eine vielfältige Palette an hochwertigen Dienstleistungen im Bereich des Baumanagement an.
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INTERVIEW
BAUEN MIT SPEZIELLEN ANFORDERUNGEN Als eine der größten Herausforderungen seiner bisherigen Laufbahn bezeichnet Anton Ostermann das Kinder- und Herzzentrum, dessen Bau er als Gesamtprojektleiter während des laufenden Klinikbetriebs verantwortete.
Anton Ostermann: „Die Planung und Erstellung von Krankenhäusern ist heute eine Königsdisziplin des Hochbaus, die wegen ihrer extremen Komplexität von allen an der Planung und Ausführung Beteiligten spezielle Fachkompetenz verlangt.“
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INTERVIEW
Herr Ostermann, inwiefern unterscheidet sich das Bauen im Bereich Krankenhaus von anderen komplexen Bauvor haben? ING. ANTON OSTERMANN: Die Planung und Erstellung von Krankenhäusern ist heute eine Königsdisziplin des Hochbaus, die wegen ihrer extremen Komplexität von allen an der Planung und Ausführung Beteiligten spezielle Fachkompetenz verlangt. Dies ist die Folge hoher technischer und organisatorischer Anforderungen, unter denen solche Projekte durchgeführt werden müssen. Die Prozesse für sich betrachtet gleichen jenen, die bei allen großen Bauprojekten ablaufen. Hinzu kommen jedoch nutzungsbedingte Komponenten, wie z.B. Medizintechnik, hochinstallierte Gebäudetechnik, Hygienevorschriften und die Planungskoordination einer Vielzahl an Gewerken: OP- und Intensivbereiche, radiologische Diagnostik mit Großgeräten wie MRT und CT oder spezielle Labore. Weiters stellen Erweiterungen und Umbauten bei laufendem Betrieb große logistische und bauhygienische Herausforderungen dar. Speziell im sehr beengten Umfeld des Landeskrankenhauses Innsbruck ist ein enger Abstimmungsbedarf mit verschiedenen internen Abteilungen, wie z.B. Sicherheitstechnik, Bauhygiene, Zu- und Abfahrten und Arbeitnehmerschutz, erforderlich. Maßnahmen bezüglich Lärm und Erschütterungen sind je Einzelfall zu treffen, verlangen von der örtlichen Bauaufsicht und den ausführenden Firmen eine große Flexibilität und von den betroffenen Mitarbeitern und Patienten viel Geduld. Besonders wichtig ist auch ein enger Kontakt mit den Bewilligungsbehörden, wie Brandschutz, Krankenanstaltenrecht mit Krankenhaushygiene,
Arbeitnehmerschutz, Strahlenschutz etc. Als Schlüsselprozess ist schließlich auch die aufwendige Abnahme- und Inbetriebnahme zu sehen. Krankenhausplanungen bedürfen weiters eines reaktionsschnellen und nachvollziehbaren Änderungsmanagements, um sie jeweils kurzfristig an den Bedarf der Patientenversorgung und der Forschung anpassen zu können. Durch die Vielzahl an Beteiligten auf Seiten der Nutzer, Betreiber, Planer und Ausführenden ist ein klar strukturiertes Ablaufprozedere unumgänglich. Die Bauabteilung der tirol kliniken hat in Abstimmung mit den Betreibern verschiedene Baustandards erarbeitet, nach denen heute geplant und ausgeführt wird. Weiters gibt es eine eigene Projektmanagementabteilung für die Planung und Abwicklung von Bauvorhaben, welche gleichzeitig die Projektsteuerung und Bauherrenfunktion wahrnimmt. Somit ist eine Kontinuität an Know-how und Wissenstransfer garantiert. Wie verläuft der Entscheidungsprozess für geplante Bau vorhaben? Die Abteilung Bau und Technik arbeitet seit 15 Jahren nach einem zertifizierten Projektmanagementsystem („prozessorientiertes Qualitätsmanagement“ nach ISO 9001:2008). Dieses System bildet die Grundlage zur Erhaltung und stetigen Verbesserung des Qualitätsstandards mit dem Ziel, unter wirtschaftlichen und terminlichen Gesichtspunkten die Voraussetzungen für medizinische Leistungen unseren Kunden gegenüber erfolgreich bringen zu können. Angefangen mit einem sogenannten Input – einer von der Geschäftsleitung genehmigten, betriebsorgani-
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INTERVIEW
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satorischen Studie mit Raum- und Funktionsprogramm – folgen darauf die einzelnen Planungsschritte unter Einbeziehung der Nutzer und Betreiber. Die Entscheidungsgremien beschließen dann gemäß spezieller Autorisierungsrichtlinien, was wann und wie gebaut wird.
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Wo lagen die besonderen Herausforderungen beim Projekt Kinder- und Herzzentrum? Die besonderen Herausforderungen bestanden bei diesem Projekt besonders in der Größenordnung, der technischen und organisatorischen Komplexität und der beengten Örtlichkeit. Durch die verschiedenen Nutzungsbereiche, wie Pädiatrie, Kardiologie, Herzchirurgie, Diagnostik-Radiologie, Logistikbereiche und Außenflächen, waren umfangreiche Abstimmungsanforderungen gegeben. Aus bautechnischer Sicht ist zu erwähnen, dass besonders im Bereich des 1. Bauabschnittes (KHZ Ost) durch die Aufstockung des Flachbaues der Frauen- und Kopfklinik um drei Obergeschoße und die damit einhergehenden statischen Erfordernisse sowie durch das beengte Bauen im Zentrum des Areals erschwerte Bedingungen vorlagen. Die Untergeschoße beider Bauabschnitte liegen unterhalb des Grundwasserspiegels. Dafür musste eine aufwändige seitliche Baugrubenumschließung mit Dichtsohle hergestellt werden. Die komplexe Gebäudetechnik erforderte eine umfangreiche Koordination der beteiligten Nutzer. Weiters war unser Ziel, ein
energieeffizientes Gebäude herzustellen. Wir haben dafür das Umweltzertifikat „Green Building“ erhalten.
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Wie funktioniert die Vernetzung und Zusammenarbeit aller Beteiligten bei einem Projekt dieser Dimension? Es gibt genaue Regelungen und Abläufe für die interne und externe Kommunikation. Das Projektmanagement-Team der Bau und Technik koordiniert die Vernetzung durch die Abhaltung verschiedener Sitzungen, wie Planungsbesprechungen, Projektleitersitzungen, Projektmanagementsitzungen, Bau leitersitzungen und diverse Koordinationsbesprechungen. Für die einzelnen Fachplaner gibt es zu Planungsbeginn genaue Festlegungen bezüglich der Leistungsabgrenzungen und Schnittstellen. Die einzelnen Planungsstufen werden den verschiedenen Nutzer- und Betreibergruppen in Form von Präsentationen vorgestellt. Begleitend gibt es sogenannte Nutzer/Betreiberausschüsse, sowie Technikrunden für die Haus-, E lektro- und Medizintechnik. Wichtig sind auch intensive Kontakte zu den Behördenvertretern, um zeitnah die erforderlichen Errichtungs- und Benützungsbewilligungen zu erhalten. Wie sehen Sie Ihre persönliche Funktion innerhalb der tirol kliniken und wo liegen die nächsten Ziele? Meine Funktion innerhalb der tirol kliniken ist einerseits die des stellvertretenden Abteilungsvorstandes der Abteilung Bau und Technik und andererseits habe ich im konkreten Fall die Gesamtprojektleitung des Kinder- und Herzzentrums inne. Weiters beschäftige ich mich mit der ständigen Verbesserung der Ablaufprozesse innerhalb der Abteilung als Prozessverantwortlicher im Rahmen der Qualitätssicherung nach ISO 9001:2008 und als interner Auditor. Die nächsten Ziele sind der Abschluss des Projektes bis zur „förmlichen Übergabe“ an den Betreiber nach dem Probejahr gegen Ende Juni 2016. Informations- und Wissensweitergabe an die Mitarbeiter der Abteilung sowie Beratung zu Vergabe und baurechtlichen F ragestellungen und Claim-Managementstrategien gehören ebenfalls zu meinen persönlichen Zielen im Sinne einer nachhaltigen Tätigkeit innerhalb der tirol kliniken. |
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ARCHITEKTUR
ERSCHEINUNG & FUNKTION IM EINKLANG
KINDER- UND HERZZENTRUM
Federführendes Architekturbüro und verantwortlich für den Entwurf der Grundrisse und Fassaden des neuen Kinder- und Herzzentrums war das Team der Architekturhalle Telfs rund um Architekt Raimund Wulz und dessen Partner Ing. Manfred König. Die Generalplanung hatte die ARGE KHZ unter der Führung der Malojer Baumanagement GmbH & Co über. Beide Unternehmen haben bereits viel Erfahrung mit dem komplexen Thema Krankenhausbau und schon mehrfach erfolgreich mit den tirol kliniken zusammengearbeitet.
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Das Team der Architekturhalle Telfs rund um Raimund Wulz und Manfred König war federführend für Grundrisse und Fassaden des neuen Kinder- und Herzzentrums.
Gedanken zum Entwurf Die neuen Baukörper gliedern sich als Gebäude innerhalb eines Bandes entlang der Maximilianstraße, aufgebaut in der klassischen Fassadenordnung: Sockel, Schaft und Kapitell. Den Sockel bilden dabei das Erdgeschoß und das Mezzanin, darüber folgen die Regelobergeschosse als Schaft. Die Technikzentralen übernehmen die Funktion des Kapitells und bilden den Abschluss des Gebäudebandes nach oben. In der Maximilianstraße trägt diese Teilung zur Maßstäblichkeit bei, die Bauhöhe trägt sowohl den Bedürfnissen
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KINDER- UND HERZZENTRUM
im Inneren als auch der Proportion des Straßenraums Rechnung. Die vorhandenen klinikinternen Straßenführungen wurden beibehalten und durch das neue Gebäude klar definiert. Der Neubauentwurf des Kinder- und Herzzentrums wird durch die Anordnung klarer städtebaulicher Strukturen geprägt, die Orte der Begegnung, Bewegung und Geborgenheit definieren. Als maßstabsvermittelndes Ereignis zwischen den indifferent zueinander geordneten Klinikhochbauten und dem angrenzenden, intakten Gefüge des Stadtkörpers, unterstreichen die Gebäude des Kinderzentrums die städtebaulichen Kanten im Straßenraum und in der Höhenentwicklung. Für die Patienten und das Personal ist es vorrangig, hauptsächlich natürlich belichtete Räume und Flure zu nützen, welche die Jahres- und Tageszeiten widerspiegeln. Durch die Errichtung eines Innenhofes ist beinahe jedes Zimmer mit Tageslicht versorgt. Die Fassade gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche: Sockelzone (G-0 und G-1) und Regelfassade (G-2 bis G-5). Durch diese Gliederung wird ein starker Bezug auf die Fassade des Bauabschnitts 1 genommen. Es werden die horizontalen Höhen der Bestandsfassade übernommen, somit ergibt sich ein einheitliches Erscheinungsbild des Kinder- und Herzzentrums. Ausschlaggebend für die Optik und Funktionalität der Fassade ist eine adaptierte Verbundfensterkonstruktion, die den integrierten Sonnenschutz entsprechend vor Witterungseinflüssen schützt. Um eine optische Zusammengehörigkeit der Fassadengestaltung mit den Verkleidungen der innenliegenden Räumlichkeiten zu erreichen, wurde ein vertikal orientiertes Wechselspiel zwischen Türen und geschlossenen Wandscheiben weiter fortgeführt. Bei der Farbwahl und den dekorativen Wandgestaltungen wurde sensibel auf die unterschiedlichen Bereiche und die Übersichtlichkeit im Haus eingegangen, ganz speziell im Bereich der Kinderstationen. |
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ZAHLEN & DATEN
KOMPLEXES BAUEN Eine sehr sportliche Herausforderung war der Bau des Kinder- und Herzzentrums für alle Beteiligten. Fachwissen, Engagement und Leidenschaft führten zum Erfolg.
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Die Zentrumsidee war der Leitgedanke hinter dem ambitionierten Projekt, das in zwei Baustufen realisiert wurde: Das neue Kinder-Herz-Zentrum ist nicht nur in sich ein Knotenpunkt, sondern stellt auch einen zentralen Nabel am Klinikgelände dar.
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ZAHLEN & DATEN
Ein Team mit Erfahrung und Wissen Beim Kinder- und Herzzentrum Uniklinik Innsbruck war, neben der Gesamtprojektleitung durch die Abteilung Bau und Technik der tirol kliniken und dem Architektenteam Wulz/König, das Unternehmen Malojer Baumanagement als Generalunternehmer befasst. Dass Malojer hervorragende Planungskompetenz besitzt, zeigte das engagierte Planungsteam bei der weiterführenden Planung des zweiten Bauabschnitts des KHZ West. Das Baumanagement Oswald aus Mils zeichnet bei diesem Projekt erfolgreich für die Bauaufsicht verantwortlich. Innerhalb eines Generalplanerteams, der ARGE KHZ, war das GU-Team zuständig für die Georg Malojer: Als GeneralKoordination, die Planung bis ins unternehmer mit dem Bau kleinste Detail sowie für Ausbefasst. schreibungen und die technische und geschäftliche Oberleitung. Für die Sicherheit am Bau sorgen auch bei diesem Projekt die gut ausgebildeten und erfahrenen Planungs- und Baustellenkoordinatoren. Engagement & Leidenschaft DasKinder-undHerzzentrumalsGesamtprojektstelltmitder Inbetriebnahme Mitte 2015 einen wesentlichen Beitrag für die umfassende Versorgung von erkrankten Kindern in Westösterreich dar. Nahezu alle pädiatrischen Disziplinen sind nach Fertigstellung in einem Gebäude vereint und bieten medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Die Planung und Realisierung eines Projekts dieser Größe und Komplexität erfordert von allen Beteiligten großes Fachwissen sowie viel Engagement und Leidenschaft. |
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ZAHLEN, DATEN, FAKTEN Bauherr: Tirol Kliniken GmbH Generalplaner: ARGE KHZ: – Malojer Baumanagement GmbH & Co (Projektleitung: DI Roswitha Prantl) – TGO/Planung/Ausschreibung/Planungs- und Baustellenkoordination – WSP CBP Tragwerksplanung GmbH – Wagner & Partner Ziviltechniker GmbH – A3 Jenewein Ingenieurbüro GmbH – A3 jp – haustechnik GmbH & Co.KG – Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH Planer für Gebäudekonzeption und Fassade: – Architekturhalle, Telfs – Arch. Mag. Raimund Wulz ZT KEG und Partner – Ing. Manfred König Örtliche Bauaufsicht: Bau Management Oswald Baubeginn 1. Bauabschnitt: 2005 Fertigstellung: 2009 Baubeginn 2. Bauabschnitt: 2011 Fertigstellung: 2015 Errichtungskosten: KHZ Ost: 65 Millionen Euro KHZ West: 105 Millionen Euro Flächen: KHZ Ost: 18.340 Quadratmeter BGF KHZ West: 33.000 Quadratmeter BGF Bettenstellplätze: Kinderzentrum: 218 Herzzentrum: 100 Eltern-Begleitbettenanteil: 50 % (Onkologie 80 %)
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in Bauwerk mit einer Bruttogeschoßfläche von über 30.000 Quadratmetern inmitten eines regen Krankenhausbetriebes zu planen und auszuführen, ist an und für sich schon eine höchst anspruchsvolle Herausforderung für alle Beteiligten. Das alles aber bei laufendem Betrieb, das heißt, neben der vollen Aufrechterhaltung aller Stationen auf dem Gelände zu tun, ist beinahe undenkbar. Aber dieses Team hat es geschafft.
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EDITORIAL
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Hier leuchten nicht nur Kinderaugen.
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Ein gutes neues Jahr beginnt mit einem guten neuen Haus: Im Kinder- und Herzzentrum der Uniklinik Innsbruck steckt unsere ganze Leidenschaft fĂźrs Bauen. SchĂśn, dass es auch Ihren Blick gefangen hat.
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Kinder- und Herzzentrum Innsbruck Bauherr: Tirol Kliniken GmbH, Generalplanung: Malojer Baumanagement GmbH & Co Gesamtbaukosten 2. Bauabschnitt: 95 Mio. Euro, Fertigstellung: 2015
EDITORIAL
KINDER- UND HERZZENTRUM
Bauen ist unsere Leidenschaft
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STOCK FÜR STOCK
STRUKTUR
Herzchirurgische Station Leiterzone Anästhesie Heilstättenschule Dienstzimmer Station Onkologie (Erweiterung) Dachgarten
Station C Administration gemeinsame Nebenräume Dienstzimmer Ambulanzbereich Station D Station D Erweiterung Station B Kardiologie Station 2 Leiterbereich Kardiologie & Herzchirurgie Dienstzimmer Gemeinsame Nebenräume Kardiologie Station 1 Erweiterung Station A
Dienstzimmer Herzkatheter und Kardangiographie Kardiologie Intensiv Pädiatrie Intensiv
Sprechstunde Entwicklungs- & Bewegungsstörungen Sprechstunde Kinderneurologie Sprechstunde Pädiatrische Kardiologie Bewegungsräume Allgemeine Pädiatrische Ambulanz Kinderchirurgische Ambulanz Kinderpsychiatrischer Liaisondienst Kleingruppenunterricht Spielplatz Kardiologie Ambulanz Pädiatrie Akutaufnahme & Tagesklinik Sprechstunde Cystische Fibrose Radiologie Hörsaal
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Forschung Geräteannahme & Werkstatt Wirtschaftshof mit Logistikbereich Garderoben Hörsaal & Foyer
G5 G4 G3 G2 G1 G0 UG
STRUKTUR
>> 15.400 Kinder werden pro Jahr behandelt, 4.530 davon an der Akutambulanz.
PÄDIATRIE
EINE FÜR ALLE
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Im Kinderzentrum wird zusammengeführt, was zusammengehört. Alle mit Kindern befassten Disziplinen sind nun unter einem Dach vereint: Die Pädiatrie I, II und III mit ihren Leistungen.
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PÄDIATRIE
PÄDIATRIE I Die Pädiatrie I ist die inhaltlich umfangreichste Abteilung des Departements für Kinder- und Jugendheilkunde. Nephrologie, Infektiologie, Endokrinologie einschl. Diabetologie, Rheumatologie, Neuropädiatrie und Stoffwechselerkrankungen, Hämatologie, Onkologie, Gastroenterologie und Hepatologie sind der Pädiatrie I zugeordnet, auch die neue Tagesklinik, die Akutambulanz sowie die Spezialsprechstunden der Subdisziplinen zählen zur Klinik für Pädiatrie I.
Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation Die Kinderonkologie betreut Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen aus dem Formenkreis der hämatologisch/ onkologischen Erkrankungen inkl. niedrigmaligner/gutartiger Tumoren oder mit angeborenen und erworbenen Immundefekten. Die Kinderonkologie Innsbruck ist das Tertiärzentrum (Zentrum der höchsten Versorgungsstufe) für Westösterreich und Südtirol. Diagnostische oder therapeutische Leistungen werden nach Möglichkeit ambulant oder tagesklinisch, sofern erforderlich aber auch stationär erbracht. Die Tagesklinik, Station und Ambulanz befinden sich auf einer Ebene im 5. Stock des Kinderzentrums, was ein optimales Miteinander der drei Arbeitsbereiche ermöglicht. Nephrologie Die pädiatrische Nephrologie befasst sich mit Nierenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Behandelt werden beispielweise angeborene Nierenfehlbildungen und Fehlbildungen der ableitenden Harnwege, arterielle Hypertonie, Glomerulopathien und Tubulopathien, akute und chronische Niereninsuffizienz jeglicher Genese, chronische Niereninsuffizienz. Es werden Peritonealdialyse und Hämodialyse angeboten und Nierentransplantation abgeklärt und durchgeführt. Infektiologie Der Fachbereich Infektiologie/Vakzinologie befasst sich mit der Abklärung und umfassenden Behandlung von abwehrgesunden und abwehrgeschwächten Neugeborenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit akuten und chronischen Infektionen. Im besonde-
ren klinischen und wissenschaftlichen Interesse stehen die Krankheitsbilder von Osteomyelitis, Fieber unbekannter Ursache, Lymphadenitis (Entzündungen der Lymphknoten), Borreliose (durch Zecken übertragene Krankheiten) sowie Sepsis (Blutvergiftung) und systemische Infektionen. Endokrinologie Endokrinologie – was die „Lehre der Hormone“ bedeutet – ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Diagnostiziert und behandelt werden im Rahmen der pädiatrischen Endokrinologie Wachstumsstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, Störungen der Pubertätsentwicklung und der Geschlechtsentwicklung, Nebennierenerkrankungen und Störungen des Kalzium-/Phosphat- und Knochenstoffwechsels.
Entzündung kann chronisch verlaufen und unbehandelt zu schweren Schäden führen. Deshalb sind eine Früherkennung und ein früher Therapiebeginn sehr wichtig. Die Abklärung an der Rheumatologie umfasst eine genaue Untersuchung des Kindes sowie spezielle Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztomographie und in einigen Fällen auch eine Untersuchung an der Augenklinik. In den meisten Fällen kann eine Abklärung ambulant erfolgen. Leidet das Kind an dauerhaften Gelenksschmerzen, an Fieber unklarer Ursache, an Infektanfälligkeit und unklaren Hautausschlägen sowie an chronisch erhöhten Entzündungsparametern bei Blutuntersuchungen, sollten die Experten der Rheumatologie konsultiert werden.
Diabetologie Diabetes im Kindesalter ist häufig, die Kinder sind bei Manifestation immer jünger. An der Diabetologie werden Diabetes-Erstmanifestationen diagnostiziert und behandelt (auch seltene Diabetesformen), werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes langfristig betreut, Insulinpumpentherapie, -einstellungen und -schulungen, sensorunterstützte Pumpentherapie sowie eine kontinuierliche subkutane Glukosemessung durchgeführt. Außerdem werden Diabetesschulungen und -beratungen, Ernährungsberatungen, psychologische Unterstützung, Therapie und Betreuung, psychosoziale Betreuung und vielfältige Schulungen angeboten.
Neuropädiatrie Die Neuropädiatrie oder auch Kinderneurologie beschäftigt sich mit akuten und chronischen Erkrankungen des Nervensystems und angeborenen Stoffwechselstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die besondere Herausforderung dabei ist im Gegensatz zur Erwachsenenneurologie, dass das kindliche Nervensystem nicht ausgereift ist wie beim Erwachsenen, sondern eine je nach Alter verschieden ausgeprägte Entwicklungsstufe hat. Dementsprechend haben auch die Erkrankungen andere Ausprägungen. Durchgeführt werden an der Neuropädiatrie sowohl ambulante als auch stationäre, individuell abgestimmte Untersuchungen und Therapien.
Rheumatologie „Das gibts doch nur bei älteren Menschen“ – ist eine häufig geäußerte, falsche Meinung bezüglich rheumatischer Erkrankungen, denn diese können sehr wohl bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten. Nicht immer klagen Betroffene über Schmerzen, sondern schränken oft einfach manche Bewegungen ein. Entzündungen an den Gelenken und Sehnenscheiden sind oft im Vordergrund. Es kann aber auch zu Entzündungen von Bändern, Knochen, Augen, Blutgefäßen und anderen Weichteilstrukturen kommen. Eine rheumatische
Stoffwechselstörungen Angeborene Stoffwechselstörungen sind seltene Krankheitsbilder, als Gesamtgruppe jedoch häufig. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes 500. Neugeborene von solch einer Störung betroffen ist. Die Hälfte der Patienten kann bei rechtzeitigem Erkennen der Erkrankung so therapiert werden, dass eine gute Entwicklung des Kindes gewährleistet. Bei den verbleibenden 50 % ist eine ursächliche Therapie nicht möglich, die Betreuung besteht dann aus unterstützenden Maßnahmen und Begleitung des Kindes und der Familie.
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Gastroenterologie und Hepatologie In diesem Fachbereich werden Leber- und Gallenwegserkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, schwere und komplexe Ernährungsstörungen wie z.B. das Kurzdarm-Syndrom diagnostiziert und behandelt. An dieser Abteilung wird auch unter Narkose die gastroenterologische Endoskopie vom Säuglings- bis ins Jugendalter durchgeführt.
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PÄDIATRIE
PÄDIATRIE II Die Neonatologie beschäftigt sich mit der medizinischen Versorgung von Neu- und Frühgeborenen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum neonatologischer Krankheitsbilder – also die Betreuung Früh- und Neugeborener mit angeborenen Fehlbildungen oder Herzfehlern. Als Frühgeborene werden Kinder bezeichnet, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Heute sind Überlebensraten von Frühgeborenen aufgrund von Verbesserungen der peri- und postnatalen Versorgung deutlich höher, auch kleinste Frühgeborene ab der 23. Schwangerschaftswoche haben gute Chancen. Versorgt werden diese kleinsten Akutpatienten auf der neonatologischen Intensivstation mit 12 Plätzen. Auf der Intermediate Care Station mit 4 Plätzen werden Neugeborene oder Frühgeborene versorgt, die keine intensivmedizinische Betreuung mehr benötigen. Spezielle Überwachung und Therapie erhalten die Kleinsten schließlich auf der Neonatologischen Nachsorgestation mit 15 Plätzen.
PÄDIATRIE III
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Die Pädiatrie III hat die Schwerpunkte Pädiatrische Kardiologie, Pulmologie und Allergologie sowie Cystische Fibrose.
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Die Abteilung für Kinderpulmologie und Allergologie ist auf die Diagnostik und Therapie aller angeborenen und erworbenen Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Allergien (Asthma, Heuschnupfen, Neurodermits, Nahrungsmittelallergien) sowie Tuberkulose bei Säuglingen und Kindern bis zum 18. Lebensjahr spezialisiert. Das Kinderlungenfunktions- und Allergielabor ermöglicht eine kindgerechte und umfassende Abklärung und eine anschließende zielgerichtete Therapie. An der Pädiatrischen Kardiologie werden alle angeborenen und im Kindesalter erworbenen Herzfehler diagnostiziert und behandelt. Diagnosen sind oft bereits pränatal möglich, die Kinderkardiologie arbeitet eng mit der Frauenklinik und der Neonatologie zusammen.
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DIE HEILSTÄTTENSCHULE
„Unser Anliegen ist es, das Kind in seiner Gesamtheit zu erfassen und ihm in der ungewohnten Kliniksituation Hilfestellung zu leisten, um ein Stück des gewohnten Alltagslebens in das System Krankenhaus zu bringen.“
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Andreas Waidhofer, Schuldirektor Heilstättenschule
Die Heilstättenschule versteht sich als Bindeglied zur Herkunftsschule des Kindes während des Krankenhausaufenthaltes. Das Kind wird nach Absprache mit den Eltern oder dem Pflegepersonal schulisch betreut. Die Kontaktaufnahme zu den Herkunftsschulen der Kinder ist ein zentrales Anliegen der LehrerInnen an der „Schule im Krankenhaus“. So kann gewährleistet werden, dass der versäumte Unterrichtsstoff so gut wie möglich erarbeitet wird. Der Unterricht wird für jedes Kind gemäß dem Lehrplan und der Belastbarkeit individuell vorbereitet und erfolgt in Gruppen als Abteilungsunterricht von der 1. bis zur 9. Schulstufe und am Bett als Einzelunterricht. Die zwei Klassen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind in eine Volksschul- und eine Hauptschulklasse aufgeteilt. Jede Kinderstation hat ihre spezifischen medizinischen Schwerpunkte und strukturelle, zeitliche bzw. räumliche Gegebenheiten. Durch diese unterschiedlichsten Anforderungen stellt die Organisation des Unterrichtes höchste Anforderungen an die Lehrkräfte. Soweit es der körperliche und psychische Zustand der Kinder zulässt, werden auch schulbezogene Veranstaltungen außerhalb der Stationen durchgeführt, wie Eislaufen, der Besuch des Alpenzoos, des Theaters oder verschiedener Ausstellungen.
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UNTER EINEM
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Nach jahrelangen Planungen und Bauarbeiten hat das Kinderzentrum nun seinen Vollbetrieb aufgenommen. In Zeiten knapper Mittel ist dieser Neubau ein klares Bekenntnis zum hohen Stellenwert der Pädiatrie und der damit direkt in Verbindung stehenden Disziplinen, die jetzt unter einem Dach vereint sind.
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orbei mit den Insellösungen, vorbei mit mitunter langen Wegen, vorbei auch mit zu wenig Raum. Das neue Kinder- und Herzzentrum stellt die Summe all jener Ideen, Anregungen und Erfahrungen dar, die sich über die Jahre angesammelt haben, ist die Antwort auf die stetig wachsenden, hohen Ansprüche und breiten Bedürfnisse in der Kinder- und Herzmedizin. Es ist eine neue Einheit, die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf höchstem Niveau nun auch räumlich möglich macht. Man darf stolz sein, bringen es die Direktorin und Direktoren des Departe ments für Kinder- und Jugendheilkunde auf den Punkt. „Dieses Zentrum ist richtig gut geworden“, sagt der geschäftsführende Oberarzt des Departements für Kinder- und Jugendheilkunde, Dr. Jürgen Brunner. Vor allem hat man damit eins geschafft, nämlich „unserem Anspruch gerecht zu werden, wonach die Spezialisten zum Kind kommen und nicht umgekehrt“, betont Dr. Thomas Müller, stellvertretender Direktor der Pädiatrie I, der im neuen Haus ein Symbol des Aufbruchs und – „in Zeiten knapper finanzieller Mittel“ – ein deutliches Bekenntnis der Politik sieht: Man weiß um den enorm hohen Stellenwert der Kinder- und Jugendheilkunde, ihrer Ansprüche und Herausforderungen. Man weiß um die Wichtigkeit und den Stellenwert der Universitäts- und Landesklinik, die in vielerlei Hinsicht eine Zentrumsfunktion über die Grenzen Tirols hinaus einnimmt. Nicht zuletzt sind es aber vor allem die Kinder und Jugendlichen, für die dieses Zentrum errichtet wurde.
„Mit dem Kinderzentrum werden wir unserem Anspruch gerecht, wonach die Spezialisten zum Kind kommen und nicht umgekehrt.“
Sinnvolle Struktur Mit dem Neubau der Kinderklinik trägt man all diesen gewachsenen Bedürfnissen und Ansprüchen Rechnung – nicht nur in baulicher Hinsicht, sondern auch in inhaltlicher. Dafür wurden Strukturen geschaffen, die dem täglichen Ablauf entsprechend entweder komplett neu entwickelt oder aber optimiert wurden und die sich wesentlich an den kleinen Patienten orientieren. Nicht nur, was die medizinische Betreuung anbelangt: Mit eine Prämisse der gesamten Planungen war es, den Aufenthalt für die
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ao. Univ.-Prof Mag. Dr. Thomas Müller, stv. Direktor der Pädiatrie I
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Kindgerecht: Das Kinderzentrum ist für Kinder und Jugendliche gemacht und auch dementsprechend ausgestattet. Die kleinen Patienten werden in der Regel in Zweibettzimmern untergebracht. Darüber hinaus sorgen ein deutliches Plus an Hotelkomponente, Spielplätze und heller, farbenfroher Raum für ein den Umständen entsprechendes Wohlfühl-Ambiente.
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jungen Patienten sowie deren Begleiter den Umständen entsprechend so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb sind nicht nur das technische Know-how und die personellen Ressourcen im neuen Kinderzentrum von höchster Bedeutung, sondern auch die Ausstattung im nichtmedizinischen Bereich: „Unsere grundlegende Überzeugung ist: Wir wollen für jedes Kind die bestmögliche Versorgung“, sagt Müller. Das inkludiert auch die Art und Weise der Unterbringung. Ein deutliches Plus an Hotelkomponenten, die Unterbringung in Zweibettzimmern, Spielplätze und viel heller, farbenfroher Raum zeigen sehr deutlich, dass es hier in erster Linie um Mensch- und eben nicht um das Krank-Sein gehen soll. Das Kind und seine Begleitpersonen sollen sich trotz aller Umstände und Widrigkeiten gut aufgehoben und wohl fühlen. Große Neuerungen in puncto struktureller Adaption betreffen unter anderem Einrichtungen, die den komplexen Ablauf im Kinderzentrum maßgeblich vereinfachen. „Wir haben jetzt zwei getrennte Ambulanzen – die Notfallambulanz für ungeplante Patienten befindet sich im Parterre, mit einer erleichterten Zufahrt in der Innerkoflerstraße sowie einigen Parkplätzen, die im Akutfall kurz benutzt werden können“, beschreibt Brunner. Getrennt davon ist die Ambulanz für geplante Patienten, die sich im ersten Stock des Kinderzentrums befindet. In diesen neu geschaffenen Spezialambulanzen der an der Kinderklinik vertretenen Disziplinen werden chronisch kranke Kinder und Jugendliche betreut. „Hier gibt es quasi keine Wartezeiten“, betont Brunner. Für chronisch kranke Kinder ist es aufgrund ihrer oft vorhandenen Immunschwäche zudem von Vorteil, räumlich getrennt von der Akutambulanz zu sein.
Bedarfsorientiert „Keine Wartezeit“ ist ein Versprechen, das in der Notfallambulanz nicht gegeben wird – nicht gegeben werden kann. Denn hier entscheidet in der Regel der Schweregrad der Erkrankung oder Verletzung die Reihenfolge. „Triage“ wird diese Methodik genannt, die eine rasche und kompetente Kategorisierung und Priorisierung der Patienten zum Ziel hat. „Wartezeiten, so unangenehm diese auch sein können, sind nie willkürlich“, plädiert Thomas Müller für Verständnis gegenüber dem notwendigen
„Es ist keineswegs selbstverständlich, dass eine Kinderklinik alle Subspezialitäten in diesem Maße abdeckt, wie dies an der Uniklinik Innsbruck der Fall ist.“ Priv.-Doz. Mag. Dr. Dipl. oec. med. Jürgen Brunner, Geschäftsführender Oberarzt Departement für Kinder- und Jugendheilkunde
Ablauf, den ein Team von rund um die Uhr anwesenden sieben Ärzten gewährleistet – auch zu den Randzeiten und an Wochenenden. Mindestens drei der Ärzte, oft auch alle sieben, sind Fachärzte. Sie betreuen sowohl die Patienten in den Ambulanzen als auch den Stationen. Damit der Ablauf in der Akutambulanz ein reibungsloser und ganzheitlicher ist, ist nun auch die Radiologie direkt angeschlossen. „Gleich neben der Ambulanz befinden sich die Räumlichkeiten für Ultraschall und Röntgen – hier werden unsere Patienten von hervorragenden Kinderradiologinnen betreut“, erläutert Brunner eine weitere strukturelle Anpassung. Neu im Bereich der Notfallambulanz ist auch die Überwachungsstation mit Notaufnahmebetten. „Hier können wir Pati-
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enten aufnehmen, die eine Liegezeit von maximal 24 Stunden und keine längere stationäre Betreuung benötigen“, so Brunner. Kleinkinder mit Krupp-Husten beispielsweise oder Kinder mit Durchfall und Erbrechen, die eine Infusion benötigen. Auch alkoholisierte Jugendliche, an den Wochenenden keine Seltenheit, werden hier aufgenommen und betreut. „Durch diese Überwachungsstation umgehen wir insbesondere nachts unnötige Störungen auf den Stationen“, erklärt Brunner einen der wesentlichen Vorteile dieser Einrichtung. Neben der Notfallambulanz samt Radiologie und der Überwachungsstation befindet sich im Erdgeschoß des Zentrums außerdem die neue Tagesklinik. Hier stehen acht Betten zur Verfügung, insbesondere für Patienten, die nicht akut krank sind, sondern beispielweise eine diagnostische Abklärung benötigen. Diese Patienten müssen fortan nicht mehr auf den Stationen aufgenommen werden und können im Optimalfall alle Untersuchungen an einem Tag abschließen. Sollte dies nicht möglich sein, kann der Patient – sofern es in Hinblick auf die Distanz zu seinem Heimatort zumutbar ist – über Nacht nach Hause gehen und am nächsten Tag wiederkommen. Auch diese Einrichtung erleichtert und
SELTENE ERKRANKUNGEN Eine Krankheit gilt laut EU-Definition dann als selten, wenn weniger als eine von 2000 Personen betroffen ist. Diese sind schwerwiegend, betreffen meist mehrere Organsysteme, können dauerhafte Invalidität nach sich ziehen und haben unbehandelt oft eine verringerte Lebenserwartung zur Folge. Die Ursachen sind meistens genetisch. Es gibt an die 6000 bis 8000 verschiedene dieser Krankheiten. In Österreich leiden zwischen sechs und acht Prozent der Bevölkerung – das sind in Österreich etwa 400.000 Personen – darunter. Seltene Krankheiten betreffen dabei alle Fachdisziplinen und damit auch alle Spezialisten. Die Universitätsklinik Innsbruck versteht sich als Zentrum für seltene Krankheiten – und die Forschung in diesem Bereich kommt der gesamten Medizin zugute. Durch die Grundlagenforschung wird enormes Wissen über die Funktionsweise des menschlichen Körpers gewonnen, wodurch etablierte Behandlungen weiter- oder Ansätze für gänzlich neue entwickelt werden können.
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Die onkologische Station befindet sich im letzten Stock des Kinderzentrums und hat räumlich eine deutliche Erweiterung erfahren. Der großzügige Dachgarten ist als Spiel- und Aufenthaltsraum speziell für die Kinder und Jugendlichen der onkologischen Station reserviert.
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entlastet den Betrieb auf den Stationen wesentlich, geht aber natürlich Hand in Hand mit einem hohen logistischen Aufwand, um einen reibungslosen Ablauf ermöglichen zu können.
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Verzahnung Während an Bezirkskrankenhäusern hochqualitative Basisversorgung angeboten wird, ist es Aufgabe einer Landes- und insbesondere Universitätsklinik, auch alle darüber hinausgehenden Spezialisten und das entsprechende Know-how vorzuhalten. „Es ist aber keineswegs selbstverständlich, dass eine Kinderklinik alle Subspezialitäten in diesem Maße abdeckt, wie dies an der Uniklinik Innsbruck der Fall ist“, betont Brunner. Nicht selbstverständlich, aber durchaus angebracht, richtig und wichtig, wie er anfügt. „Gerade die Pädiatrie ist ein in höchstem Maße spezialisiertes Fach – in ihrem Umfang vergleichbar mit der Inneren Medizin, die aktuell beispielsweise sechs Kliniken hat, um all diese Spezialisierungen abzubilden. Wir haben an der Kinderklinik zwar nicht diese Menge an Patienten, dafür ist das Spektrum an Erkrankungen aber um einiges breiter.“ Dieser hohe Grad an Spezialisierungen bedeutet auch einen entsprechenden Personalaufwand. „Je mehr Angebot man schafft, desto mehr Ressourcen werden benötigt“, sagt Thomas Müller. Und diese personellen Ressourcen werden auch geschaffen. „Der hohe Stellenwert, den das Kinderzentrum im Besonderen und die Uniund Landesklinik generell genießen, lässt sich auch am permanenten Stellenausbau in der Ärzteschaft ablesen – vor allem vor
dem Hintergrund, dass andernorts der Trend in die entgegen gesetzte Richtung geht.“ Das Departement für Kinder- und Jugendheilkunde besteht aus drei Kliniken, der Pädiatrie I, II und III, wobei die an Subspezialisierungen umfangreichste die Pädiatrie I ist. Alle drei sind im neuen Kinder-und Herzzentrum untergebracht. Auch die Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie, organisatorisch dem Departement für Operative Medizin unterstellt, befindet sich nun im Haus. „In der Kinderchirurgie sind, wie im Department für Kinder- und Jugend-
DIE AUSBILDUNG Da Landes- und Uniklinik in Innsbruck eine Einheit bilden, gehen Forschungs-, Versorgungs- und Ausbildungsauftrag Hand in Hand. „Unser Haus ausreichend mit hochqualifiziertem Personal zu besetzen, ist natürlich eine Herausforderung. Die beste Möglichkeit, dieser zu begegnen, ist, selbst Ärzte auszubilden“, sagt Dr. Thomas Müller, stellvertretender Direktor der Pädiatrie I. Wichtig hierfür sei es, die Begeisterung für das Fach bereits früh zu wecken. Und in der Folge eine attraktive und hochqualitative Ausbildung und Betreuung der Studierenden sicherzustellen. „Aktuell arbeiten wir an einem Simulationszentrum mit Simulationspuppen.“ Hier sollen die angehenden Kinderärzte im sicheren Rahmen lernen, auch unter Druck besonnen und sicher zu reagieren.
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in die Erwachsenenbetreuung so einfach wie möglich gemacht werden – was notwendig ist, denn über die Jahre entwickeln sich zwischen behandelndem Arzt und Patienten sowie deren Familien tiefe Vertrauensverhältnisse. Der hohe Grad an Zusammenarbeit zwischen den Fachrichtungen und Spezialisierungen und deren Vertretern zieht sich durch alle Bereiche. Je spezialisierter die Medizin wird – und
„Der hohe Stellenwert, den das Kinderzentrum genießt, lässt sich auch am permanenten Stellenausbau in der Ärzteschaft ablesen.“ ao. Univ.-Prof Mag. Dr. Thomas Müller, stv. Direktor der Pädiatrie I
mit zunehmendem Wissen- und Erkenntnisstand steigt dieser Grad an Spezialisierung notwendigerweise –, desto wichtiger ist das perfekte Ineinandergreifen, die nahtlose Verzahnung der einzelnen Bereiche. Diese sinnvolle Verschmelzung war das vorrangige Ziel hinter dem Neubau der Kinderklinik. Ein Zentrum zu schaffen, das für das Kind da ist. Dieses Ziel wurde erreicht. „Messen müssen wir als Universitätsklinik uns im internationalen Vergleich“, sagt Jürgen Brunner. Und? „Dieser Vergleich hält.“ |
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heilkunde, alle Subspezialisierungen abgebildet“, erläutert Jürgen Brunner. Urologie, Augenheilkunde und Optometrie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Orthopädie und Neuroorthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie die Anästhesie sind die chirurgischen Fachdisziplinen, die als Station D im vierten Stockwerk des Zentrums untergebracht sind. „Bei vielen Patienten gibt es neben einer pädiatrisch-internistischen Grunderkrankung auch ein chirurgisches Problem – für die Zusammenarbeit zwischen Pädiatern und Chirurgen ist die räumliche Nähe also ein enormer Vorteil“, so Thomas Müller. Zugeordnet wird der Patient immer jenem Fachbereich, in den seine Grunddiagnose fällt. „Je nachdem, ob und inwieweit diese Diagnose auch andere Fachbereiche betrifft, werden vom verantwortlichen Vertrauensarzt die entsprechenden Kollegen zugezogen und involviert. Eine Besonderheit ist etwa auch die Zusammenarbeit zwischen den altersspezifisch spezialisierten Fachärzten: Bei jenen Kindern, die an einer chronischen Erkrankung leiden, ist an der Schwelle zum Erwachsenwerden auch oft ein Arztwechsel notwendig. Im Bereich der Diabeteserkrankungen beispielsweise, wo mitunter eine lebenslange ärztliche Betreuung notwendig ist, ebenso wie in der Kardiologie oder bei Rheumaerkrankungen. Hier soll jungen Erwachsenen, die bereits von klein auf in der Klinik in Behandlung sind, der Umstieg
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LEBEN IM
GRENZBEREICH
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Frühgeborenen und anderen Risikokindern den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, ist das Ziel der Neonatologie. Diese relativ junge Disziplin der Kinderheilkunde basiert auf einer hochspezialisierten und umfassenden Betreuung von Kindern an der Lebensgrenze sowie deren Eltern – auch nach ihrer Entlassung aus der Klinik.
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Von den insgesamt etwa 360 Frühgeburten, die pro Jahr auf der Station der Neonatologie betreut werden, werden etwa 80 vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren. In ganz Österreich kommen etwa neun Prozent aller Kinder mit weniger als 37 Schwangerschaftswochen zur Welt.
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s ist schwer zu glauben, dass sich diese nach außen hin perfekten, kleinen Menschen an der Grenze der Lebensfähigkeit befinden. Alles ist da, wo es hingehört. Und doch fehlt noch so viel. Manchmal zu viel, doch meistens kann das Fehlende wachsen. Die Medizin hat unglaubliche Fortschritte gemacht: In über 60 Prozent der Fälle kann heute ein Frühgeborenes, das mit 24 Schwangerschaftswochen zur Welt gebracht wird, überleben. Nach 28 Schwangerschaftswochen sind es bereits über 90 Prozent. Ein gewisses Risiko bleibt bestehen – nicht nur, was das Überleben anbelangt, sondern auch, wie das gewonnene Leben sein wird. „Je unreifer ein Baby bei der Geburt ist, umso höher ist auch das Risiko, dass es zu Entwicklungsverzögerungen kommt, denn desto unreifer sind auch seine Organfunktionen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ursula Kiechl-Kohlendorfer, Direktorin der Pädiatrie II, eines der Perinatalzentren Österreichs, in welchen sich alles um Frühgeborene – Neugeborene mit weniger als 37 Schwangerschaftswochen – sowie termingeborene Babys mit Erkrankungen oder Fehlbildungen und deren Nachbetreuung dreht. „Wir betreuen ,unsere‘ Kinder bis zum Schuleintritt weiter, bleiben Ansprechpartner für die Eltern und beobachten, wie sich die Kinder entwickeln. Diese Kontrollen sind wichtig, damit wir gegebenenfalls auch entsprechende unterstützende Maßnahmen anbieten können.“ Eine etwas langsamere Entwicklung im Vergleich zu Altersgenossen kann vorkommen, manchmal steigen die Frühchen auch nicht optimal aus und ent-
wickeln Defizite. Vorhersagen, wie sich ein ansonsten gesundes Frühgeborenes individuell entwickeln wird, sind in der Regel nicht immer möglich. Nicht möglich ist es außerdem, das Risiko einer Frühgeburt völlig auszumerzen. Treffen kann es prinzipiell jede werdende Mutter.
DIE LEHRE DES NEUGEBORENEN Im Zentrum der Neonatologie stehen die Anpassungsvorgänge von Neugeborenen nach der Geburt, die insbesondere bei Frühgeborenen gestört sein können. Zur Neonatologie gehört auch die Behandlung von Kindern mit angeborenen Krankheiten und Fehlbildungen, welche heute meistens mittels Pränatalmedizin diagnostiziert und nach der Geburt entsprechend behandelt werden können. Frühgeborene ab 23 Schwangerschaftswochen werden an der Neonatologie betreut. Hier sind es vor allem unterstützende Maßnahmen, um die Reifung von Gehirn, Augen, Lunge und MagenDarm-Trakt zu ermöglichen. Geburtshilfe und Neonatologie arbeiten eng zusammen, Disziplinen wie etwa die Kinderkardiologie, Kinderchirurgie oder Kinderanästhesie sind Teil dieser interdisziplinären Behandlung, die auch Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden und andere pädiatrische Fachdisziplinen erfordert.
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„Je unreifer ein Baby bei der Geburt ist, umso höher ist auch das Risiko, dass es zu Entwicklungsverzögerungen kommt, denn desto unreifer sind auch seine Organfunktionen.“ Univ.-Prof. Dr. Ursula Kiechl-Kohlendorfer, Direktorin der Pädiatrie II
Schwer einschätzbar In etwa 80 Frühgeburten sind es pro Jahr, die auf der Station der Neonatologie betreut werden, in ganz Österreich kommen etwa neun Prozent aller Kinder mit weniger als 37 Schwangerschaftswochen zur Welt. „Es gibt Risikofaktoren“, bestätigt Kiechl-Kohlendorfer. Etwa eine Infektion im Vaginalbereich während der Schwangerschaft, die oft unbemerkt bleibt, aber nicht immer folgenlos: „Eine Infektion kann zu vorzeitiger Wehentätigkeit oder einem Blasensprung und damit zu einer Frühgeburt führen.“ Auch während der Schwangerschaft auftretender Bluthochdruck bei der Mutter stellt einen Risikofaktor dar: Dieser kann, in Verbindung mit anderen Symptomen, wie etwa Eiweiß im Urin, auf eine so genannte Schwangerschaftsgestose hindeuten. Eine derartige Komplikation muss nicht zwangsläufig zu einer Frühgeburt führen, eine frühzeitige Entbindung kann aber aus mütterlicher Indikation notwendig werden. „Der Anstieg an Frühgeborenen ist auch der wachsenden Zahl an künstlichen Be-
fruchtungen geschuldet. Dadurch kommt es häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften, welche zu speziellen Komplikationen führen können“, erklärt Kiechl-Kohlendorfer. „Seit einigen Jahren versucht man dem insofern entgegenzuwirken, als dass nur mehr eine oder befruchtete Eizellen implantiert wird.“ Ausgeschlossen werden kann eine Frühgeburt jedoch nie. Auf ein erhöhtes Risiko dafür wird im Rahmen der Mutter-KindPass-Untersuchungen geachtet. „Oft werden Symptome für eine Frühgeburt zufällig entdeckt“, so die Neonatologin. Eine Wachstumsverzögerung des Ungeborenen etwa, die dem betreuenden Gynäkologen auffällt und der die werdende Mutter zur weiteren Abklärung oder zur stationären Beobachtung an die Universitätsklinik überweist. „Ein vorzeitiger Blasensprung hingegen ist für die Schwangere auf jeden Fall ein augenscheinlicher Grund, schnellstmöglich medizinische Hilfe zu suchen.“ Ist nach einer ersten medizinischen Abklärung klar, dass eine Frühgeburt nicht abgewendet werden kann, was in manchen Fällen durchaus im Bereich des Möglichen liegt, wird die betroffene Frau sowohl von gynäkologisch-geburtshilflichen als auch neonatologischen Experten aufgeklärt und beraten. Und man trifft erste Maßnahmen, um dem Kind einen verhältnismäßig guten Start zu ermöglichen: „Bevor das Baby auf die Welt gebracht wird, versucht man mittels Lungenreifungsinduktion die Reife der noch nicht fertig ausgebildeten Lungen des Ungeborenen
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Auf der insgesamt zwölf Betten fassenden Intensivstation, auf welcher die Babys rund um die Uhr überwacht werden, soll das Umfeld für die Kinder dem Mutterleib so nahe wie möglich sein. Im sanften Halbdunkel der Brutkästen werden störende sensorische Reize wie helles Licht oder laute Geräusche vermieden.
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Die „Wall of Fame“ in der Neonatologie zeugt von vielen, vielen ehemaligen Sorgenkindern, die sich trotz ihrer frühen Geburt prächtig entwickelt haben.
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„Wir Neonatologen leben oft in dem Bewusstsein, dass die Kinder nicht nur unreif oder krank sind, sondern dass sie wachsen müssen.“ Univ.-Prof. Dr. Ursula Kiechl-Kohlendorfer, Direktorin der Pädiatrie II
medikamentös zu beschleunigen“, so Kiechl-Kohlendorfer. Zwei intramuskuläre Injektionen, die der Schwangeren im Abstand von 24 Stunden verabreicht werden, können das Risiko für Komplikationen reduzieren und dem Kind die Atmung erleichtern. Warten auf Leben Im neuen Departement für Kinder- und Jugendheilkunde sind die Geburtshilfe und die neonatologische Intensivstation auf kürzestem Weg miteinander verbunden. „Im Rahmen der Erstversorgung ist die räumliche Nähe entscheidend, sie verbessert die Prognose für das Kind wesentlich“, unterstreicht die Direktorin der Neonatologie einen der größten Vorteile des Klinik-Neubaus für die Neonatologie. Auf der insgesamt zwölf Betten fassenden Intensivstation, auf welcher die Babys rund um die Uhr überwacht werden, herrscht
eine ganz eigene Atmosphäre. Dem Mutterleib so nahe wie möglich soll das Umfeld für die Kinder hier sein. Im sanften Halbdunkel werden störende sensorische Reize wie helles Licht oder laute Geräusche vermieden. Trotz der zahlreichen Apparaturen, die notwendig sind, um sämtliche Organfunktionen zu überwachen, herrscht eine friedliche Stimmung. In den Brutkästen schlummern die Kleinen – und wachsen: Jetzt sind vor allem Schutz und Zeit notwendig. Innerhalb der Medizin nimmt die Neonatologie diesbezüglich eine Sonderstellung ein. „Man greift nur dann unterstützend ein, wenn das Baby es alleine nicht schafft. Wir als Neonatologen sind weniger proaktiv, sondern warten und beobachten, was das Kind kann und was nicht. Wir leben oft in dem Bewusstsein, dass die Kinder nicht nur unreif oder krank sind, sondern dass sie wachsen müssen.“ Einen besonderen Stellenwert nimmt eine frühzeitige Interaktion mit den Eltern ein, die ihr Kind rund um die Uhr sehen können. Mutter und Vater werden so bald wie möglich in die Pflege miteingebunden. „Durch die Übersiedlung der Neonatologie in die neuen Räumlichkeiten können wir nun auch unserem Wunsch Rechnung tragen, uns weiter in Richtung eines Eltern-Kind-Zentrums zu entwickeln“, beschreibt die Direktorin den Prozess, der bessere Aufnahmemöglichkeiten für Eltern mit mehr Hotelkomponente zum Ziel hat, denn es ist mitunter sehr viel Zeit, die Familien hier verbringen. Diese Zeit soll so angenehm wie möglich gestaltet sein.
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Lebenslang betreut „Die Neonatologie stellt, obgleich sie eine verhältnismäßig junge Disziplin ist, einen integralen Bestandteil in der Pädiatrie dar“, erläutert Kiechl-Kohlendorfer. „Durch das junge Alter haben wir allerdings auch noch keine Daten darüber, wie es Frühgeborenen im hohen Alter geht.“ Denn dieses Arbeiten an der Grenze der Lebensfähigkeit hat sich erst in den letzten Jahren so positiv entwickelt. Unter anderem ist auch deshalb – für die Ärzte und die Kinder gleichermaßen – die Nachsorge so wichtig, als dass man vieles noch nicht weiß, aber wissen muss, um nachfolgende Generationen an Frühchen und Risikokindern adäquat betreuen zu können. An der Uniklinik Innsbruck forschen die Neonatologen etwa im Bereich der neonatalen Neurowissenschaften. „Hier beschäftigen wir uns beispielsweise damit, welche Substanzen eine Hirnschädigung beim Neugeborenen verhindern können. Die Forschung zum Schutz des neugeborenen Gehirns fällt nicht ohne Grund in den Arbeitsbereich der Neonatologen, da sich die Hirnentwicklung in der 24. Schwangerschaftswoche bis wenige Monate nach der Geburt in einer entscheidenden Phase befindet. Neue Erkenntnisse und Therapien in diesem Bereich können das Outcome von Frühgeborenen weiter verbessern.“ Auch die Ernährung der Frühgeborenen spielt eine entscheidende Rolle, die man genauer erforschen will. Ziel von allem ist es, diesen kleinen Menschen den bestmöglichen Start in die Welt zu ermöglichen, die sie viel zu früh betreten haben. |
NEU AN DER NEONATOLOGIE Neonatologische Intensivstation: – Verbesserung der Facilities für die Eltern (z. B. eigene Küche) – Vier Zimmer mit Nasszelle zum Übernachten für die Eltern Intermediate Care Station: Vergrößerung der Station um zwei Patientenbetten Neonatologische Nachsorgestation: – Acht Eltern-Kind-Zimmer auf der Nachsorgestation mit mehr Hotelcharakter, mit normalen Begleitbetten (keine Krankenhausbetten) – Spielecke für Geschwisterkinder – Aufbau einer Elternschule (Babymassage-Kurse, Erste-Hilfe-Kurs für Eltern, Stillberatung…)
Die Schädlingsexperten Die Schädlingsexperten
Effektiver Schutz vor Tauben 500 Millionen verwilderte Tauben leben weltweit in Städten. Auf den ersten Blick machen sie einen harmlosen Eindruck – viele Menschen füttern sie sogar. Doch dieser Eindruck täuscht: Tauben verursachen in den Städten eine Vielzahl materieller Schäden an Gebäuden und Fassaden. Da ihr Kot durch die enthaltene Salpetersäure hochgradig ätzend ist, werden durch ihn viele Hausfassaden regelrecht zerstört. Der Taubenkot korrodiert Dächer; Nistmaterialien verstopfen zudem regelmäßig Dachrinnen und Abflüsse. Auf diese Weise entstehen jährlich Millionenschäden an vorhandener Bausubstanz. Noch schwerwiegender als die negativen wirtschaftlichen Folgen des Taubenkotes oder Flugratten werden genannt. erscheint die Tatsache, dasssieStadttauben als Überträger diverser verwilderte meldepflichtiger Rund 500 Millionen Stadtoder Flugratten werden sie genannt. Krankheiten gelten. Am Körper der Tauben, tauben leben weltweit in Städten. Jähr- in deren Nestern und Fäkalien findenStadtsich über Rund 500 Millionen verwilderte lich verursachen sie Millionenschäden 100tauben verschiedene Parasiten und Krankheitsleben weltweit in Städten. Jähran vorhandener erreger, die von hierBausubstanz. aus in die Gebäude lich verursachen sie Millionenschäden eindringen und dort Mensch und Haustier an vorhandener Bausubstanz. befallen. Die Beseitigung von Taubenzecken, • Taubenkot ist hochgradig ätzend Vogelmilben, Flöhen oder Bettwanzen hat • Die Harnsäure zerfrisst Steine • Taubenkot ist hochgradig ätzendund jährlich enorme Bekämpfungskosten und korrodiert Metalle Mietausfälle zur Folge. • Die Harnsäure zerfrisst Steine • Taubenkot verdreckt und zerstört Umund Menschen und Gebäude wirksam und korrodiert Metalle Balkone, Dächer, Fassaden nachhaltig vor Tauben zu schützen, ist eine • Taubenkot verdreckt und zerstört fachmännische Beratung erforderlich. Balkone, Dächer, Fassaden „Im Vertrauen Rahmen einerSie kostenfreien der Nr.Erst-Inspekti1! on begutachten die Situation vor Ort und • Kostenlosewir Erst-Inspektion erstellen ein auf den Vertrauen SieEinzelfall der Nr.maßgeschnei1! • Gebäude-Charakteristik, Fassadendertes Konzept“, sagt Reinhard • Kostenlose Erst-Inspektion Hell, Country Beschaffenheit und Befallsdruck Director vom Schädlingsbekämpfungsunter• Gebäude-Charakteristik, Fassadenwerden individuell berücksichtigt nehmen Rentokil. „Unterschiedliche Elektro-, Beschaffenheit und Befallsdruck sowie SpanndrahtVernetzungssysteme • Speziellund geschulte werden individuell Edelstahlspitzen werdenberücksichtigt dann von uns für die Schadvogel-Techniker Taubenabwehr eingesetzt.“ • Speziell geschulte AufSchadvogel-Techniker Wunsch beschaffen die SchädKostenlose Beratung: lingsexperten von Rentokil auch behördliche Ausnahmegenehmigungen, Gerüste oder Hotline: 0800 206628 Kostenlose Beratung: Baustellenabsicherungen, um eine optimale Hotline: 0800zu206628 Abwehr von Tauben erzielen.
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Ist das Neu- oder Frühgeborene nicht mehr auf intensivmedizinische Betreuung angewiesen, wird es auf der Intermediate Care Station weiter versorgt. Diese Station stellt einen Mittelweg zwischen der Intensiv- und der Nachsorgestation dar. In Letzterer werden Eltern und Kind auf ihre Entlassung vorbereitet. „Erst wenn das Kind stabil ist, also keinerlei unterstützende Maßnahmen mehr notwendig sind, können wir es nach Hause schicken“, betont die Medizinerin. Das ist ein mitunter langer Weg, auf dem ein Team aus speziell für den neonatologischen Bereich geschulten Ärzten und Pflegepersonal die Eltern bestmöglich begleitet, unterstützt und berät.“ Und dieser Weg endet nicht mit der Entlassung aus der Klinik.
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EDITORIAL
HERZKLOPFEN – LUFT HOLEN GLÜCKLICH SEIN im ersten ambulanten kardialen & pulmonalen Rehazentrum Tirols
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Obwohl die häufigste aller angeborenen Fehlbildungen bzw. Erkrankungen, ist die Diagnose „Herzfehler“ für die Eltern des betroffenen Kindes immer ein Schock. Ist dieses zentrale Organ erkrankt, ist oft das Leben in Gefahr. Dann sind die Experten der Kinderkardiologie gefragt, die den Rhythmus des Lebens wiederherstellen sollen.
Die Patienten werden von einem Ärzte- und Therapeutenteam unter Leitung eines Kardiologen im modernen und großzügigen Ambiente professionell betreut. Nach einer genauen Anamnese wird für jeden Rehabilitanden ein maßgeschneiderter Rehabilitationsplan erstellt. Die Therapie erfolgt in der Akutphase (REHA Phase II) zumindest drei Mal pro Woche. Dr. Rudolf Pfister, Facharzt für Kardiologie, verweist auf die Tatsache, dass immer mindestens 2 Ärzte auf der Trainingsfläche oder in den Untersuchungsräumen anwesend sind. Das gibt den Patienten die notwendige medizinische Sicherheit. Die in der REHA angeordnete körperliche Leistung wird permanent über EKG-Schreiber überwacht. Ein Schwerpunkt der kardialen Rehabilitation ist die Medizinische Trainingstherapie. „Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining bilden die Grundlage auf dem Weg zur Verbesserung der eigenen Leistungsfähigkeit“, erläutert der ärztliche Direktor, Dr. Christoph Puelacher. Herzerkrankungen bedeuten sehr oft eine massive Einschränkung der Lebensqualität. Gesundheitspsychologische Interventionen vermindern oder verhindern innere Unruhe, Angst und Depression. Mag. Gabriele Possert, eine der wenigen, speziell ausgebildeten Kardiopsychologinnen, coacht einzeln und in Gruppen. Die PKA REHAMED TIROL bringt einen zusätzlichen, besonders nachhaltigen Aspekt in die moderne Rehabilitationsbehandlung. Im Rahmen der ambulanten Therapie ist erstmals auch eine Phase III Rehabilitation in Tirol möglich. Die Phase III (dauert zwischen drei und neun Monaten) kann sowohl nach der ambulanten als auch nach der stationären Akutrehabilitation beantragt werden. In dieser Zeit wird das in der Akutrehabilitation erlernte Wissen gefestigt, zwei Mal pro Woche Training gemäß der Medizinischen Trainings-Therapie durchgeführt und damit in den beruflichen und familiären Alltag eingebaut. Die Kosten für die ambulante Rehabilitation werden nach Genehmigung durch die Sozialversicherungen getragen. Die PKA REHAMED TIROL ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. mit dem Auto (hauseigene, kostenlose Tiefgarage) erreichbar, der Zugang zu den Therapieeinrichtungen ist barrierefrei.
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ie private Krankenanstalt REHAMED TIROL ist Tirols erstes ambulantes Rehazentrum, das Patienten mit allen Herzkrankheiten z.B. nach Herzinfarkt mit und ohne Stentversorgung, Bypass-, Herzklappenoperation, Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit und anderen schweren Gefäßerkrankungen (PAVK) oder vor und nach Herztransplantationen professionell und interdisziplinär versorgt. Das ambulante Konzept ist dem stationären ebenbürtig, der Verbleib des Patienten im gewohnten familiären und beruflichen Umfeld unterstützt die Wiederherstellung der Gesundheit sowie die gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung nach einem Akutereignis nachhaltig.
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s gibt heute sehr viel mehr erwachsene Menschen mit einem angeborenen Herzfehler als noch vor wenigen Jahrzehnten. Und das ist eine gute Nachricht. Denn es bedeutet, dass all diese Menschen dank der Fortschritte der Medizin überlebt haben – dass ihr Herz nicht versagt hat. Vor 50 Jahren hätten sie diese Chance nicht gehabt, die heute zur Verfügung stehenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten gab es damals nicht. Für viele jener Kinder, die mit einem Herzfehler zur Welt kamen, bedeutete das den Tod. Heute erreichen 85 Prozent der Kinder mit einem komplexen, angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter.
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Gar nicht selten „Die Kinderkardiologie befasst sich mit der ganzen Palette an angeborenen Herzfehlern, deren Diagnose und Therapie“, erklärt Kinderkardiologe Dr. Ulrich Schweigmann. Diese speziellen Erkrankungen werden zumeist schon pränatal oder im Kindesalter entdeckt. Erwachsene werden in gemeinsamen Sprechstunden von altersspezifisch spezialisierten Fachkräften betreut. Festgestellt werden können Herzfehler – „wenn man gezielt danach sucht“, wie Schweigmann betont – heute oft bereits in der 14. Schwangerschaftswoche. „Dann können wir erste Aussagen darüber treffen, ob es einen Hinweis für einen gravierenden Herzfehler gibt. Genaue Aussagen sind aber oft erst zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche möglich. Bereits sehr früh
iagnostizierbar sind schwere Herzfehler. Etwa dann, wenn ein d Teil des Herzens fehlt oder die Schlagadern vertauscht sind. Diese Diagnostik bieten wir gemeinsam mit der Frauenklinik im Spezial ultraschall der Geburtshilfe an.“ Etwa acht von 1000 Neugeborenen sind von einem angeborenen Herzfehler betroffen. In der Pränataldiagnostik sind es wesentlich mehr – „nicht alle Ungeborenen, die in der 14. Woche mit einem solchen Herzfehler diagnostiziert werden, erleben die Geburt – auch ohne menschliches Zutun.“ Eine Seltenheit ist ein Herzfehler also nicht. Wie es dazu kommt, weiß man. Warum sie aber entstehen, lässt sich nicht sagen. Der Schlag beginnt Die Entwicklung des menschlichen Herzens ist ein unglaublich komplexer Vorgang. 23 Tage nach der Befruchtung beginnt es zu schlagen – der Embryo ist jetzt gerade mal vier Millimeter groß, das Herz dominiert das Erscheinungsbild des zu diesem Zeitpunkt durchsichtigen, länglichen Wesens, das dem Menschen, der aus ihm werden wird, noch nicht sehr ähnlich sieht. Das Organ schlägt jetzt doppelt so schnell wie das eines Erwachsenen – die frühe und intensive Herztätigkeit ist Voraussetzung dafür, dass sich die weiteren Organe entwickeln und auch versorgt werden können. In den ersten Lebenswochen besteht das Herz des Embryos noch aus einem Vorhof, einer Herzkammer und ei-
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In manchen Fällen bleibt eine Operation am Herzen erspart, der Schaden kann mittels Kathetereingriff behoben werden, wo über einen Zugang durch die Vene am Herzen gearbeitet wird. „Komplexe Herzfehler können in der Regel nur durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden. Ist in der Folge ein weiterer Eingriff notwendig, kann dieser aber oft im Katheterlabor erfolgen“, bestätigt Kinderkardiologe Dr. Ulrich Schweigmann.
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In der Pränataldiagnostik können Herzfehler frühestens in der 14. Schwangerschaftswoche festgestellt werden. Genaue Aussagen sind aber erst zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche möglich. Das Ultraschallbild zeigt ein Kind mit Atrioventrikulärem Septumdefekt: Die gesamte Scheidewand zwischen den Vorhöfen und ein großer Teil der Scheidewand zwischen den Kammern fehlen.
„Unsere Herzkinder erfordern einen hohen Grad an aufwändiger Betreuung. Von diesem Erfahrungsschatz profitieren auch herzgesunde Kinder, zum Beispiel in der Intensivmedizin.“ OA Dr. Ulrich Schweigmann, Kinderkardiologe
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nem Arterienstamm. In einem hochkomplexen Vorgang teilen Scheidewände schließlich die Herzhöhlen, Drehungsvorgänge bedingen die Entstehung zweier Herzteile. Ab der 5. Schwangerschaftswoche ist das embryonale Herz dann zweigeteilt: Die rechte Kammer wird nach der Geburt das sauerstoffarme Blut aus den Organen aufnehmen, die linke wird es, mit Sauerstoff angereichert, wieder an die Organe zurückleiten. Geht während dieser fetalen Entwicklung des Herzens etwas schief, ist die Folge ein Herzfehler.
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Behandlungsvarianten Das Spektrum an möglichen angeborenen Herzfehlern ist breit. Am häufigsten mit circa 30 Prozent kommt der Kammerscheidewanddefekt vor, ein Loch in der Herzscheidewand zwischen den Herzkammern. Ist der Defekt klein, kann er sich in den ersten Lebensjahren des Kindes von selbst verschließen. Deshalb wird in diesen Fällen oft abgewartet, bevor operiert wird. Ist der Defekt größer, muss er chirurgisch verschlossen werden, in einigen
Fällen ist auch ein Verschluss im Herzkatheter-Labor möglich. Seltener mit sieben Prozent ist der Vorhofscheidedefekt: Vor der Geburt haben alle Menschen ein Loch in der Vorhofscheidewand zwischen den Herzvorhöfen – das sogenannte „Foramen ovale“. In den ersten zwei Lebensjahren verschließt es sich bei zwei Dritteln aller Babys von selbst. Bei einem Drittel bleibt ein kleines Loch bestehen, das sich im Kindesalter noch vollständig verschließen kann. Wie bei einem Kammerscheidewanddefekt gilt auch hier: Ist der Defekt zu groß, muss gehandelt werden, denn dann stellt er eine zu große Belastung für den Kreislauf dar. Durch das Loch gelangt über eine Kurzschlussverbindung sauerstoffreiches Blut vom linken in den rechten Vorhof. Dadurch muss das rechte Herz stärker arbeiten, das vermehrte Blutvolumen belastet außerdem den Lungenkreislauf. In manchen Fällen bleibt den Kindern eine Operation erspart, der Defekt kann mittels Kathetereingriff behoben werden. Dabei wird über einen Zugang in der Leiste am Herzen gearbeitet und das „Loch im Herzen“ durch die Implantation eines Schirmchens verschlossen. „Komplexe Herzfehler können in der Regel nur durch einen chirurgischen Eingriff behandelt werden. Ist in der Folge ein weiterer Eingriff notwendig, kann dieser aber oft im Katheterlabor erfolgen. In manchen Fällen ist auch eine Kombination aus Herzoperation und Herzkathetertechnik sinnvoll, um die Größe des Eingriffs zu reduzieren. Das nennt man Hybrideingriff“, bestätigt Schweigmann. Wissensschatz Kommt ein Kind mit einem Herzfehler zur Welt, kann es direkt nach der Geburt zum Notfall werden. „Durch die Umstellung von vor- auf nachgeburtlichen Kreislauf können Mechanismen, die im Mutterleib noch gut funktioniert haben, außer Kraft gesetzt werden“, so Schweigmann. Die direkte Nähe zwischen den im Ernstfall geforderten Disziplinen ist im neuen Kinderzentrum von enormem Vorteil: Die Neonatologie mit ihrer Intensivstation liegt direkt neben den Kreißsälen, auch die Kinderherzchirurgie und die Kinderkardiologie sind im selben Gebäude untergebracht. „Wir haben hier alles, was für eine umfassende und hochqualitative Versorgung dieser speziellen Patientengruppe räumlich, technisch und fachlich notwendig ist“, zeigt sich Schweigmann begeistert von den neuen Strukturen, die unter anderem eine hohe Anzahl an Ambulanzräumen, eine Bettenstation und Echolabore sowie ein neues Herzkatheterlabor, das sich durch eine deutlich niedrigere Strahlenbelastung auszeichnet, inkludieren. In etwa 4600 Patientenkontakte pro Jahr umfasst die stationäre und ambulante Versorgung an der Kinderkardiologie. Neben den zahlreichen Patienten, die vom niedergelassenen Kinderoder Hausarzt an die Klinik zur weiteren Abklärung überwiesen werden, bleiben auch die so genannten „Herzkinder“ in fort-
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laufender Betreuung. „Operierte Kinder müssen nachversorgt werden – denn auch, wenn funktionell eine normale Situation geschaffen wurde, befinden sich oft noch Fremdmaterialien im Herz, die nach einer gewissen Zeit erneute Eingriffe notwendig machen können.“ Nicht immer wird operiert oder mittels Katheter eingegriffen. Gelegentlich reicht eine medikamentöse Therapie. Manchmal muss es aber auch viel mehr sein. „Ganz am Ende des Herzversagens steht die Kreislaufunterstützung mit einem so genannten Kunstherzsystem und die Herztransplantation.“ Kunstherzsysteme sind seit den 1980er-Jahren in Entwicklung. In Innsbruck werden diese von der Herzchirurgie seit den 1990ern für Erwachsene angeboten. Das erste Kind, ein 14-Jähriger, wurde im Jahr 2000 mit einem Kunstherz versorgt. Seitdem wurden 20 Kinder – vom Säugling bis zum Jugendlichen – mit Kunstherzsystemen behandelt. „Unsere Herzkinder erfordern einen hohen Grad an aufwendiger Betreuung. Von diesem Erfahrungsschatz profitieren auch herzgesunde Kinder, zum Beispiel in der Intensivmedizin. Denn viele Probleme, die wir bei Herzkindern häufig mit extrakorporalen Unterstützungsverfahren, also Nieren- oder Lungenersatz etc., behandeln, treten bei anderen Kindern selten auf. Wenn sie aber auftreten, ist es gut, wenn das Know-how vorhanden ist“, so Schweigmann, der seine Patienten jahrelang betreut. „Eine besondere Freude ist es, wenn Patienten, die ich schon als Kind betreut habe, jetzt selber Kinder bekommen können.“ Das macht einen wesentlichen und enorm großen Teil der Arbeit der Spezialisten am Kinderzentrum aus: die Begleitung der kleinen Patienten bis ins Erwachsenenalter – als Arzt und als Vertrauensperson, die oft jahre-, und lebenslang mitfühlen und miterleben darf. |
DAS HERZ IM ZENTRUM Synergieeffekte schaffen – das war das erklärte und erreichte Ziel des Kinder- und Herzzentrums, das im Osten an die Frauen-Kopf-Klinik und im Westen an das Chirurgiegebäude angebunden ist. Damit gelingt neben klaren städtebaulichen Strukturen auch inhaltlich eine moderne Zentrumskonzeption. Eine Versorgung nach Patientenzielgruppen, Prozessen und modernen medizinischen und betriebswirtschaftlichen Managementprinzipien bildet das inhaltliche Gerüst: Denn Erkrankungen des Herzens sind nicht lokalisiert auf das Organ an sich, sondern sind kardiovaskulär, betreffen also auch das Gefäßsystem und somit ein breites Spektrum des Körpers. Das neue Herzzentrum deckt demzufolge die gesamte Bandbreite der Kardiologie, Kinderkardiologie, Herzchirurgie und Angiologie (Gefäßerkrankungen) bis zur Gefäßchirurgie sowie der diagnostischen und interventionellen Radiologie ab. Das neue Herzzentrum ist das erste seiner Art auf universitärer Basis in Österreich. Die akademische Positionierung fördert in der Folge auch die internationale Konkurrenzfähigkeit: Das Herzzentrum versorgt immerhin ein Einzugsgebiet von rund einer Million Menschen. Das Zentrum dient einerseits der medizinischen Qualitätssicherung, da man sich einen weitaus synergetischeren und damit strafferen Ablauf samt kurzen Wegen und verschiedenen spezialisierten Fachrichtungen verspricht. Dies ist vor allem bei Krankheitsbildern, die ein rasches Handeln verlangen (z. B. Herzinfarkte), ein wichtiges Kriterium. Auf der anderen Seite entstehen damit auch Synergieeffekte in der Forschung und die überregionale Forschungsaktivität wird gesteigert.
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6 Psychiatrie 7 Zentrales Versorgungsgebäude (ZVG)
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