Universitätsklinik für
HALS -, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE IM INTERVIEW
Prof. Dr. Herbert Riechelmann gibt Einblicke in die Klinik
UNGELIEBTES SCHNARCHEN Rezepte gegen die „Volkskrankheit“
BÖSER SCHNUPFEN Wenn Schnupfen gefährlich wird
Medical Der verlässliche Partner für Beratung & Service.
Damit Sie sich ganz auf Ihre Patienten konzentrieren können.
Diagnostik Ersatzteile
Beratung
Behandlung
Dienstleistungen & Service
Chirurgie
Audiologie
EDV Hygiene
NEUROTH Medical Division • 1050 Wien • Wiedner Hauptstraße 120 Tel 01 / 54 55 013 • Fax 01 / 54 55 01 35 00 • medicaldivision@neuroth.at
www.neuroth.at
INHALT
INHALT 04
„ES TUT SICH WAS!“ Klinikleiter Prof. Dr. med. Herbert Riechelmann im Interview.
20
08
HÖREN HELFEN Das Hören ist der erste wiederherstellbare Sinn.
22
12
UNGELIEBTES SCHNARCHEN Rezepte gegen die Volkskrankheit
14
GEFÄHRLICHE HEISERKEIT Diagnose Kehlkopfkrebs – was nun?
16
BÖSER SCHNUPFEN Meistens verläuft die Erkrankung unbedenklich. Aber eben nicht immer.
18
FORM UND FUKTION ZUSAMMENBRINGEN Rund 300 Naseneingriffe werden pro Jahr verzeichnet.
KLEINER EINGRIFF – GROSSE WIRKUNG Die Stimmlippen sind jener Teil des Kehlkopfs, der Luft- und Speiseweg trennt. INNOVATIVE HILFE Kindliche Atemnot: An der HNO-Klinik Innsbruck sind die Kleinen in den besten Händen.
24
EINGRIFF MIT WARNSYSTEM Jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Gesichtsnervüberwachung ermöglicht einen behutsamen Zugang zur Ohrspeicheldrüse.
26
INFORMATIONEN & KONTAKTE
IMPRESSUM: HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, office@econova.at, www.econova.at. FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH: Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck. PROJEKTLEITUNG: Martin Weissenbrunner, Mag. Sandra Nardin. FOTOS: TILAK, istockphoto.com REDAKTION: Tamara Kainz. GRAFIK & LAYOUT: eco.nova corporate publishing, Ines Weiland. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter. DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
INTERVIEW
4
INTERVIEW
„ES TUT SICH WAS!“
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
Die Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ist klinisches Zentrum Tirols für Patienten mit Kopf-Hals-Erkrankungen. In der HNO-Klinik werden im Jahr ca. 13.000 überwiegend Tiroler Patienten ambulant behandelt, davon knapp 5.000 im Rahmen einer Notfallbehandlung. Die rund 40 Betten sind gut ausgelastet. Ein Blick hinter die Kulissen.
5
INTERVIEW
D
er ärztliche Leiter Prof. Dr. med. Herbert Riechelmann und sein 25-köpfiges Ärzteteam kümmern sich um alle Erkrankungen der Ohren, der Nase und Nasennebenhöhlen sowie Erkrankungen von Mund, Rachen, Kehlkopf, Hals und der Speicheldrüsen. In den Jahren 2008 bis 2010 wurde die HNO-Klinik baulich tiefgreifend umstrukturiert und entspricht somit heute modernsten Anforderungen. Sie stehen der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde seit 2008 als ärztlicher Leiter vor. Was konnten Sie in Ihrer Zeit als Direktor bewegen? Prof. Dr. med. Herbert Riechelmann: Wir haben viel Aufbauarbeit in Richtung einer modernen Uniklinik geleistet und segeln heute wieder unter einer Flagge. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Teams der HNO-Klinik funktioniert genauso wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen ausgezeichnet. Wir sind bei allen technischen Verfahren am neuesten Stand und medizinische Innovationen aus unserem Haus erregen immer wieder internationales Aufsehen – perfekte Rahmenbedingungen, um auch komplexe Erkrankungen nach internationalen Top-Standards zu behandeln. Es freut uns sehr, dass wir als Resultat all dessen zum Beispiel bei den Überlebensund Heilungsraten unserer Patienten mit Tumorerkrankungen im absoluten Spitzenfeld liegen. Bei uns sind Sie richtig gut versorgt und jeder kann jederzeit zu uns kommen – wir sind immer für Sie da! In den Patientenbefragungen werden der HNO-Klinik laufend Bestnoten ausgestellt. Worauf wird in Ihrer Klinik besonderer Wert gelegt? Das Wohl der Patienten steht natürlich an oberster Stelle. Unsere Patienten betonen in den Befragungen immer wieder, dass bei uns an der HNO-Klinik der menschliche Aspekt einen ganz hohen Stellenwert in der Behandlung einnimmt. Das ist mir auch persönlich sehr wichtig. Während andere über individualisierte Medizin reden, praktizieren wir sie! Erfahrene Spe-
zialisten kümmern sich um jeden Einzelnen und machen die HNO-Klinik damit zu einem Ort, an dem die Patienten auch Genesung, Anteilnahme und Fürsorge erfahren. Zudem wurden die Räumlichkeiten der HNO-Klinik in den vergangenen Jahren baulich adaptiert: Heute sind es überwiegend neu renovierte Einund Zweibettzimmer mit Nasszelle, die den Aufenthalt für die Patienten so angenehm wie möglich machen. Die ebenfalls generalsanierte Ambulanz verfügt über fünf Untersuchungs- und Behandlungsräume, von denen ein Raum speziell für die Versorgung von Notfällen ausgestattet wurde. Selbstverständlich ist auch der Operationssaal mit modernstem Equipment bestückt. Die Qualität der Versorgung insgesamt wird anhand mehrerer Systeme laufend überprüft. Wie bewerten Sie den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Tirol generell und welche Rolle nimmt die Innsbrucker HNO-Klinik ein? Den Vergleich mit anderen führenden Zentren in Europa brauchen wir nicht zu scheuen! Tirol ist modern und pulsierend. Die HNO-Klinik arbeitet eng mit der „Schwesterklinik“, der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, zusammen. Darüber hinaus werden mit der Medizinischen Universität Innsbruck, Instituten und jungen Unternehmen im Land sehr wertvolle klinische und wissenschaftliche Kooperationsprojekte initiiert. Intern betreiben wir drei praxisnahe Forschungslabors, deren Nutzen wiederum direkt dem Patienten zugutekommt. Eindrucksvoll unterstrichen wird die internationale Bedeutung des Forschungs- und Wissenschaftsstandortes Innsbruck durch eine Reihe von Vorreiterrollen: An der HNO-Klinik wurde beispielsweise die weltweit erste Bonebridge®, ein neuartiges Hörsystem, implantiert. Auch hinsichtlich neuer Operationsmethoden mittels Laser oder bei computerassistierten Eingriffen wurde in unserem Haus Pionierarbeit geleistet. Aktuell sind wir maßgeblich an der Entwicklung des ersten Kehlkopfschrittmachers beteiligt – auch diesbezüglich nehmen wir weltweit eine führende Position ein. Es tut sich was!
Schnupfen? Sinusitis?
Sinupret® löst den Schleim öffnet die Nase d Sinusitis Schnupfen un n ge ge t eker. k ir w Arzt oder Apoth sinformation, flanzenkraft – Sie Gebrauch n informieren nge rku Wi Kombinierte P te ünsch mögliche unerw Über Wirkung
rz_BIO_Sinu_Ins_Frau_185x80_SIN_2015_012.indd 1
6
und
SIN_2015_012
befreit den Kopf
05.03.15 13:10
INTERVIEW
„Unsere Patienten betonen in Befragungen immer wieder, dass bei uns an der HNO-Klinik der menschliche Aspekt einen ganz hohen Stellenwert in der Behandlung einnimmt. Während andere über individualisierte Medizin reden, praktizieren wir sie!“ Prof. Dr. med. Herbert Riechelmann, ärztlicher Leiter
Wie geht es Ihnen privat in Innsbruck? Ich hatte 2008 ja auch einen Ruf an einen deutschen Lehrstuhl, aber mit Innsbruck ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Von Deutschland hierher zu kommen war eine meiner besten Entscheidungen – beruflich und privat. Nach den Stationen Freiburg, einer klassischen Ohrklinik, Mainz, wo der Fokus auf Tumorchirurgie lag, und Ulm, einer der besten Nasenkliniken, fühle ich mich angekommen und rundum wohl. Das kollegiale Arbeitsklima in Kombination mit dem attraktiven wissenschaftlichen Umfeld, das fruchtbares Zusammenarbeiten und richtungsweisende medizinische Fortschritte fördert, aber auch die wunderbare Umgebung und meine Freunde in Tirol möchte ich nicht missen. An der HNO-Klinik arbeitet ein zukunftsorientiertes, vorbildliches Team, das sich mit ganzer Kraft für unsere Patienten, für die Ausbildung der Studenten und für die Weiterentwicklung unseres Faches einsetzt. In diesem Zusammenhang freut es mich auch, dass ich mein Wissen hier in Innsbruck an die
Hilfsmittel für Laryngektomierte und Tracheotomierte. Als zuverlässiger Partner bieten wir Ihnen nicht nur hochwertige Produkte, sondern auch erstklassigen Service – und das von Anfang an. Eine Grundeinweisung erfolgt durch unsere erfahrenen Medizinprodukteberater direkt in der Klinik. Auch eine kontinuierliche Nachbetreuung zu Hause ist durch HEIMOMED garantiert. • eigene Entwicklungsabteilung • eigene Produktion • Optimierungen sind in hauseigener Technik schnell und unbürokratisch umsetzbar • individuelle Patientenlösungen • Patientenschulungen im Umgang mit Hilfsmitteln
bereits dritte Generation von angehenden Ärzten weitergeben darf. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mein Team und ich weiterhin vielen Menschen Gesundheit geben können, denn die ist nun mal das höchste Gut. |
Gute
Versorgung von
Anfang an.
So wächst Vertrauen.
• Team von Medizinprodukteberatern flächendeckend in Österreich und Deutschland • zuverlässiger, schneller Reparaturdienst dank eigener Technikabteilung • ständige Forschung und Entwicklung zum Wohle der Patienten
AZ_TILAK-HNO_Image_185x80.indd 1
HEIMOMED Heinze GmbH & Co. KG Carl-Benz-Straße 18 · 3300 Amstetten Tel.: 07472 6659-5 · Fax: 07472 6659-6 info@heimomed.de · www.heimomed.com
25.02.15 16:25
7
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
DAS HÖREN
8
DAS HÖREN
HÖREN HELFEN Das Hören ist der erste wiederherstellbare Sinn – eine moderne Tiroler Innovation hilft dabei.
D
ank eines regen Implantationsprogramms an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde kann die Lebensqualität von immer mehr Patienten mit nicht vorhandenem oder stark eingeschränktem Hörvermögen deutlich gesteigert werden. Das Hören wird damit zum ersten wiederherstellbaren Sinn! Möglich machen dies neben dem medizinischen Know-how des Ärzteteams unter der Leitung von Ass.-Prof. PD Dr. med. Joachim Schmutzhard innovative Hörsysteme aus dem Hause MED-EL. Das Tiroler Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern auf dem Gebiet und hat seinen Sitz nur wenige hundert Meter von der Innsbrucker HNO-Klinik entfernt. „So richtig etabliert hat sich das Programm, seit wir die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Hörimplantaten besser verstehen. Während früher nur gänzlich Taube oder Taubgeborene dahingehend behandelt wurden, können wir heute auch einseitig Tauben oder hochgradig Schwerhörigen zu einem viel besseren Hörvermögen verhelfen“, informiert Schmutzhard. Bei Menschen mit schwerer bis hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit, für die herkömmliche Hörgeräte meist keine ausreichende oder gar keine Lösung darstellen, kommen in erster Linie die so genannten Cochlea-Implantate (CI) von MED-EL zum Einsatz. Diese Technik ermöglicht es, jene Teile
„Selbstverständlich wird vor der Operation jedes Detail mit dem Patienten besprochen und abgestimmt.“ Ass.-Prof. PD Dr. Joachim Schmutzhard
lose Kosten barung verein Termin 888 0 880 080
„Zum Glück habe ich auf meine Frau gehört, als ich anfing, immer schlechter zu hören.“
Hansaton – über 85 x in Österreich, 9 x in Tirol.
Johannes Graf · Hörgeräte-Träger
sser verstehen. Besser hören. Be gleich zu einer Kommen auch Sie essung! kostenlosen Hörm 0800 880 888
www.hansaton.at
6020 Innsbruck • Anichstraße 16 6020 Innsbruck • Museumstraße 7 6060 Hall in Tirol • Krippgasse 14 6130 Schwaz • Andreas-Hofer-Straße 3 6370 Kitzbühel • Jochberger-Straße 8 6460 Imst • Stadtplatz 10 6500 Landeck • Malserstraße 64 6600 Reutte • Untermarkt 37 9900 Lienz • Mühlgasse 19
9
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
DAS HÖREN
10
des Innenohrs, die nicht mehr funktionieren, zu umgehen. Dafür werden die Nervenfasern in der Hörschnecke/Cochlea durch elektrische Impulse stimuliert. Ein CI-System besteht aus zwei Teilen: Dem extern getragenen Audioprozessor, der hinter dem Ohr oder überhaupt frei vom Ohr getragen wird, und dem internen Cochlea-Implantat, das bei einem chirurgischen Eingriff direkt unter der Haut platziert wird. „Selbstverständlich wird vor der Operation jedes Detail mit dem Patienten besprochen und abgestimmt“, so Schmutzhard, der für das Jahr 2015 mit rund 40 derartigen Operationen rechnet. Das Cochlea-System wird am häufigsten verwendet, je nach Anforderung werden aber auch ähnlich innovative Produkte von MED-EL wie die Bonebridge®, ein Knochenleitungshörgerät,
eingesetzt. Die gesamte Therapie findet in enger Zusammenarbeit mit der Schwesterklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen statt. Für die Aktivierung der Implantate bedarf es nämlich zusätzlicher Unterstützung von Logopäden und anderen Experten. Ist das Gerät schließlich exakt angepasst, kann der Träger wieder hören! Ertaubten, Patienten mit angeborener Taubheit oder hochgradiger Hörstörung sowie einseitig Ertaubten eröffnet das völlig neue Dimensionen. „Altersbegrenzung für die Behandlung gibt es keine. Neugeborene operieren wir allerdings nicht sofort, sondern warten, bis die Kinder ein Jahr alt sind, denn auch dann verläuft die (Sprach-)Entwicklung ganz normal“, ergänzt Schmutzhard und merkt an, „dass der Rehabilitationserfolg grundsätzlich umso besser ist, je kürzer die Ertaubung zurückliegt“. |
30 JAHRE KOMPETENZ & ERFAHRUNG Für Ihre bestmögliche Betreuung führen wir die gängigen Markenprodukte
e.U. r Lambert Raitmay
HEIT VOR! D N U S E G E R IH R HÖRTEST N E S O L SORGEN SIE FÜ N E T S O MIT UNSEREM K Mitglied der
AUDIO-AKUSTIK HÖRGERÄTE e. U. Lambert Raitmayr · Michael-Gaismair-Str. 5 · 6020 Innsbruck Tel. 0512-551663 · Fax 0512-551504 · office@audioakustik.at · www.audioakustik.at
. w at w i. w a-d e
i-h
6 WOCHEN KOSTENLOS PROBETRAGEN! * alle Marken zum besten Preis
Tiroler Familienbetrieb Innsbruck · Hall · Telfs · Imst · Schwaz · Wörgl S E IT Ü B E R 30 JA H R E N I H R TI ROLE R HÖR A K USTI K-S PE ZI A LI ST
SCHNARCHEN
UNGELIEBTES SCHNARCHEN Rezepte gegen die „Volkskrankheit“
H
ilfe, mein Mann schnarcht.“ Diesen Satz hören Dr. med. Birte Bender und Ass.-Ärztin Teresa Steinbichler in beinahe jeder wöchentlichen Schnarchsprechstunde. „Tatsächlich sind es zumeist Männer, gar nicht so selten aber auch Frauen, die derart heftig schnarchen, dass der Partner oft schon aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen ist“, beschreiben die beiden Ärztinnen einen doch erheblichen Leidensdruck. Der betrifft freilich auch den Schnarchenden selbst, denn starkes Schnarchen kann den Erholungsfaktor des Schlafes gegen null sinken lassen. Vor allem dann, wenn das Schnarchen mit längeren Atempausen verbunden ist. Ab diesem Punkt kann es auch gefährlich werden. Grundsätzlich sind aber viele Formen des Schnarchens harmlos und stören nur unangenehm. An der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Innsbruck wird dem Problem Einhalt geboten. „Zur genauen Abklärung des Schnarchverhaltens führen wir mit den Patienten als Erstes ein Gespräch. Im zweiten Schritt eruieren wir, woher das Schnarchen kommt. Um eine exakte Diagnose erstellen zu können, werden verschiedene Parameter untersucht und anatomische Anlagen wie Nase, Mund, Rachensegel, Zahn- und Kieferstellung geprüft“, erklärt Bender die Ursachenforschung. Für die Analyse kann ergänzend dazu der Besuch in einem Schlaflabor hilfreich sein. Sobald der Befund feststeht, wird gezielt behandelt – die Rezepte sind vielfältig. Steinbichler: „Manchmal reicht es schon aus, wenn die Patienten ihren Lebensstil ändern, sprich das Gewicht reduzieren, abends auf Alkohol verzichten und eine gewisse Schlafhygiene – also ein dunkles Zimmer, keinen Fernseher sowie regelmäßige Schlafenszeiten – berücksichtigen. Auch die Einnahme von Medikamenten kann den Schlaf negativ beeinflussen.“ Kritischer wird es, wenn das Schnarchen mit „obstruktiver Schlafapnoe“, einhergeht. „Solche Atemaussetzer passieren, wenn es im Rachen und Gaumensegel zu einem Kollaps des Atemweges kommt. Die Folge ist ein äußerst schlechter Schlaf, der langfristig mitunter auch die Herzfunktion beeinträchtigen kann“, warnt Bender zur Vorsicht. Diese Krankheit geht übrigens nicht immer zwingend mit lautem Schnarchen einher und: „Schlafapnoe entwickelt sich oft schleichend, vorzugsweise mit dem Alter, und ohne dass der Betroffene es merkt. Er wacht währenddessen nämlich nicht wirklich auf“, informiert Steinbichler. Alarmsignale sind jedenfalls dauerhafte Müdigkeit und/oder ein hoher Blutdruck.
12
SCHNARCHEN
So vielfältig die Ursachen fürs Schnarchen, so vielfältig sind auch die Behandlungsmethoden. Für reine Schnarcher gibt es Schienen, die ganz einfach den Unterkiefer nach vorne schieben, Rückenlageverhinderungswesten, die halten, was ihr Name verspricht, oder spezielle Kissen, die die Patienten dazu animieren, den Kopf seitlich zu drehen – auch das kann durchaus schon ausreichend sein. Bei nächtlichen Atempausen empfiehlt sich eine nasale Überdruckbeatmung mit einer Maske. Ebenfalls für „schwerere Fälle“ ist ein neues, individuell einstellbares Stimulationsgerät gedacht, das die Zunge im Schlaf nach vorne verlagert. Ein großes Angebot, dem allerdings ein gravierender Nachteil gemein ist: Alle genannten Geräte und Hilfsmittel müssen ein Leben lang getragen bzw. eingesetzt werden. Viele Patienten bevorzugen deshalb einen einmaligen operativen Eingriff. Dabei wird entweder das Gaumenzäpfchen gestrafft oder erweitert, das Gaumensegel nach vorne verlagert oder die Mandeln werden entfernt. Wenn nötig kommt es auch zu einer Kombination aller drei Varianten. Bender: „Eine Operation bringt generell sehr gute Erfolge und macht deshalb Sinn.“ Zwar bedarf es einiger Tage stationären Aufenthalts in der HNO-Klinik, dafür sind die Patienten danach in der Regel beschwerdefrei. Für bestmögliche Ergebnisse arbeiten die Experten der HNO-Klinik eng mit dem Schlaflabor der Neurologie, aber auch externen Spezialisten wie jenen des europaweit größten Schlaflabors in Mannheim zusammen. |
Ass.-Ärztin Teresa Steinbichler und Ass.-Dr. med. Birte Bender
INFO Die Schnarchsprechstunde findet jeden Mittwoch ab 14 Uhr an der Innsbrucker HNO-Klinik statt. Bitte nur mit Voranmeldung.
en f a l einsch en
he n
f a l h c c s h c a dur w f u a t l erho
Wir übernehmen Verantwortung:
ER-15/02-ONC-03-D
Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekämpft Merck die Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika.
www.merckgroup.com/bilharziose
Calmaben Das Ein- und Durchschlafmittel aus Ihrer Apotheke
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker
rezeptfrei www.montavit.com
13
KEHLKOPFKREBS
GEFÄHRLICHE HEISERKEIT
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
Diagnose Kehlkopfkrebs – was nun?
14
KEHLKOPFKREBS
D
er Kehlkopfkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten im Kopf-Hals-Bereich. In Tirol erkranken pro Jahr rund 50 Personen an diesem bösartigen Tumor, der in der Fachsprache als Larynxkarzinom bezeichnet wird. Die Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs sind im Einzelnen noch nicht geklärt. „Sicher ist jedoch, dass Rauchen häufig zu Kehlkopfkrebs führt“, weiß Dr. med. Volker Schartinger. Seltener hängt die Neigung auch mit dem Alkoholkonsum zusammen. Höhere Kehlkopfkrebsraten werden außerdem bei Berufsgruppen beobachtet, in denen mit Asbest, Quarz, Zementstaub oder Teerprodukten gearbeitet wird. Larynxkarzinome breiten sich zunächst im Kehlkopf aus, können in der Folge ins umgebende Gewebe einwachsen und über die Lymphbahnen auch die Lymphknoten befallen. Wie bei jeder Erkrankung ist die Therapie daher unter anderem stark vom Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig. Schartinger: „Wird das Larynxkarzinom bereits im Frühstadium erkannt, liegen die Heilungschancen bei 90 Prozent.“ In den meisten Fällen entsteht der Kehlkopfkrebs im Bereich der Stimmlippen. Anhaltende Heiserkeit ist daher ein ernstes Warnsignal. „Ist man länger als drei Wochen heiser, sollte man unbedingt einen Facharzt aufsuchen“, rät Schartinger zur Vorsicht. Auch ein ständiger Räusperzwang, Hustenreiz, Schluckbeschwerden oder vergrößerte Halslymphknoten können – müssen aber nicht! – Symptome einer Kehlkopfkrebserkrankung sein. Gewissheit bringt jedenfalls eine zeitnahe Untersuchung an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Innsbruck. Erkennen und therapieren Mittels Ganzkörper-Computertomografie und einer Endoskopie in Vollnarkose, bei der auch eine Probe vom Tumor genommen wird, erfolgt die endgültige Abklärung. „Sollte sich die Diagnose Kehlkopfkrebs bestätigen, wird jeder Fall einzeln in einem interdisziplinären Expertengremium, dem Kopf-Hals- Tumorboard, besprochen, um für den Patienten die optimale Therapieform festzulegen“, erklärt Schartinger. Bei Früherkennung kann der Tumor oft mit Hilfe eines Lasers über den Mund entfernt werden. Der Krankenhausaufenthalt dauert dann nur wenige Tage. Nach dieser Operation bleibt jedoch oft eine anhaltende Hei-
OA Dr. med. Volker Schartinger
serkeit zurück. Besser kann die Stimmqualität bleiben, wenn eine Strahlentherapie zum Einsatz kommt. Schartinger: „Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die es im Einzelfall individuell abzuwägen gilt.“ Im fortgeschrittenen Stadium müssen meist mehrere Therapiekonzepte kombiniert werden. Kommen Kehlkopf-erhaltende Operationen aufgrund der Tumorgröße nicht in Frage, wird oft eine kombinierte Radiochemotherapie angewandt, um den Kehlkopf eventuell noch erhalten zu können. „Eine onkologisch sehr sichere Form der Behandlung stellt immer noch die totale Entfernung des Kehlkopfs dar. Die geht aber natürlich mit dem Verlust des Organs einher“, führt Schartinger aus. An der Klinik für HNO gehört zu jeder erfolgreichen Behandlung ein engmaschiges Nachsorgeprogramm mit intensiven Checks und allfälligen Rehabilitationsmaßnahmen. Schartinger verweist außerdem auf Selbsthilfegruppen für Halsatmer, die Betroffenen zusätzliche Unterstützung bieten. |
Für Ihr Wohlbefinden haben wir die passenden Haare!
MEISTERBETRIEB 6020 Innsbruck Brixnerstrasse 3/1
15
SCHNUPFEN
BÖSER SCHNUPFEN
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
Durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Jahr kommt es bei Menschen zu einem Infekt der oberen Atemwege – gemeinhin als Schnupfen bekannt. Meistens verläuft die Erkrankung unbedenklich. Aber eben nicht immer.
16
SCHNUPFEN
D
amit es erst gar nicht zu einem Schnupfen kommt, empfiehlt Prof. Dr. med. Florian Kral speziell in „Grippezeiten“ gewissenhaftes Händewaschen und Desinfizieren. Für den Krankheitsfall verweist er auf Erkältungsmittel. Dabei handelt es sich zumeist um Kombinationspräparate, die eine abschwellende und schmerzlindernde Wirkung haben, sowie auf Nasenspülungen, die vor allem in dieser ersten Erkältungsphase Linderung bringen. „Sollte es nach einigen Tagen zu keiner Besserung des Gesundheitszustandes kommen, ist zusätzlich ein Cortison-Nasenspray ratsam“, ergänzt Kral und weiter: „Ein Antibiotikum wird nur bei einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung verschrieben. Diese entwickelt sich aus einer viralen Entzündung der Nase und Nasennebenhöhlen, tritt aber nur bei etwa einem Prozent der Patienten auf.“ Vorsicht bei „Dauerschnupfen“ Generell gilt: Sollten Beschwerden wie Kopfdruck, eingeschränkter Riechsinn, verstopfte Nase und Nasenfluss länger als zwölf Wochen anhalten, so ist von einer chronischen Nasennebenhöhlenerkrankung auszugehen. Bei „Dauerschnupfen“ ist Vorsicht geboten! Deshalb sollte man einen Facharzt aufsuchen. Liegt bereits eine chronische Rhinosinusitis, wie die Erkrankung im Fachjargon heißt, vor, hilft das Team um Prof. Kral weiter. „Wir unterscheiden zwei Formen: Ohne oder mit Polypen, wobei die aber bitte nicht mit den Rachenmandeln bei Kindern zu verwechseln sind“, erklärt Kral. Haben sich keine Polypen gebildet, werden die verschleimten Engstellen in den Nasennebenhöhlen durch einen schonenden operativen Eingriff wieder frei gemacht. Sind jedoch Polypen vorhanden – ihre Entwicklung wird durch eine Immunstörung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen bedingt –, ist im Anschluss an die Nasennebenhöhlen-OP eine langfristige lokale Spraybehandlung erforderlich. Um die Nasenfunktion und damit auch den Geruchssinn wiederherzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit der Behandlung stellt Cortison in Tablettenform dar, das die Polypen in ihrem Wachstum hemmen kann. Weil Cortison aber Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen wie Blutdruck, Blutzuckerwerte oder Knochenumbau hat, sollte es nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Kral: „Eine gute Alternative ist Nasenspray mit pharmakologisch verändertem Cortison, das keinerlei
Ass.-Prof. PD Dr. med. Florian Kral
Wirkungen im Gesamtorganismus hat, sondern nur lokal an der Nasenschleimhaut wirkt. Die Wirkung in der Nase ist sehr gut, aber die Nebenwirkungen wie beim Cortison in Tablettenform treten nicht auf. Oft können alle medikamentösen Therapien die Beschwerden nicht ausreichend bekämpfen und die Lebensqualität in normalem Ausmaß wiederherstellen. Dann ist die Nasennebenhöhlenoperation das beste. Wir führen pro Woche ca. 5 solche Eingriffe durch, verfügen also über große Routine. Es handelt sich um eine anatomisch anspruchsvolle Region. Deswegen wird dabei mit modernsten Navigationsgeräten gearbeitet. Im Gegensatz zu früher ist nach dem Eingriff heute übrigens oftmals keine Tamponade in der Nase mehr notwendig oder es werden speziell beschichtete Tamponaden verwendet, die sich schmerzfrei entfernen lassen. Selten gibt es sehr schwere Formen der chronischen Sinusitis, die mit Asthma und Medikamentenunverträglichkeiten einhergehen. Eine spezielle Diagnostik und Therapie ist dann erforderlich. „Hier haben wir mit der Hautklinik und den Lungenfachärzten eine enge Kooperation“, so Kral. |
Gute Aussichten für Allergiker Nasenspray lindert Heuschnupfen-Beschwerden Heuschnupfen (med. allergische Rhinitis) ist eine allergisch bedingte chronische Entzündung der oberen Atemwege und weit verbreitet. Er kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen und verursacht dazu erhebliche sozioökonomische Folgekosten – darunter auch höhere Einbußen an Arbeitsproduktivität als bei Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Depressionen. Die Behandlung des Heuschnupfens ist eine Herausforderung. Studien zeigen, dass die meisten Allergiker auch unter ärztlicher Behandlung weiter an Symptomen leiden und zwei von drei Patienten mit ihrer medikamentösen Therapie nicht zufrieden sind. Nun
gibt es einen neuen Nasenspray, der erstmals sowohl Antihistaminikum als auch Kortison in einem Arzneimittel enthält. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend: Im Vergleich zu den bisher verfügbaren Einzeltherapien konnten besonders die Schwellung der Nasenschleimhäute und das Jucken der Augen deutlich schneller und signifikant besser gelindert werden. Ein derartiger Unterschied zu bestehenden Therapien ist außergewöhnlich, weshalb die Behörden den Weg für das innovative Antiallergikum rasch frei machten und Experten von einem möglichen Durchbruch in der Therapie des allergischen Heuschnupfens sprechen.
17
NASENEINGRIFFE
FORM UND FUNKTION ZUSAMMENBRINGEN
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
Rund 300 Naseneingriffe werden an der Innsbrucker Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde pro Jahr verzeichnet – und die sind nicht zwangsläufig ästhetisch motiviert.
18
NASENEINGRIFFE
B
eim Begriff Nasen-OP wird meist an ästhetische Korrekturen gedacht. Dieser Aspekt spielt an der HNO-Klinik aber nicht immer die Hauptrolle. „Das fällt mehr in das Feld der plastischen Chirurgie. Wir sind in erster Linie darum bemüht, funktionelle Störungen des Atmungs- und Riechorgans zu beheben“, erklärt Dr. med. Claudia Völklein. Tatsächlich ist es so, dass sich äußerliche Formvarianten der Nase auch auf deren Atemfunktion auswirken können. „Menschen mit Hakennasen oder klassischen Schiefnasen etwa klagen öfter über Probleme mit der Atmung als Menschen mit geraden Nasen“, so Völklein und ergänzt: „Längst nicht jede Fehlstellung bringt eine Einschränkung mit sich. Trotzdem sollten Beschwerden ernst genommen werden, da eine schlechtere Nasenatmung auch Folgeerkrankungen mit sich bringen kann.“ Nasenatmungsbehinderungen können in jedem Alter auftreten – verursacht durch äußerliche Einwirkungen wie einen Unfall oder bedingt durch die individuelle Entwicklung der Nasenanatomie- während des Wachstums oder beim Älterwerden. So lässt beispielsweise die Stützstruktur der Nase im Laufe des Lebens an Elastizität nach. Im Rahmen der Behandlung analysieren Völklein und ihre Ärztekollegen zuerst ganz genau, warum die Luftzufuhr behindert ist. Röntgenbilder und Untersuchungen geben Aufschluss darüber, ob die Nasenscheidewand, -schwellkörper, -muschel, das knöcherne Nasengerüst oder eine Nasenspitzendeformation ausschlaggebend sind. Nach Besprechung der genauen Vorgangsweise mit den Patienten kann der Zustand in vielen Fällen operativ verbessert werden. Außer bei Kindern: Für eine harmonische Entwicklung des Mittelgesichts wird bei ihnen wenn möglich der Abschluss der Wachstumsphase abgewartet. „Das Innere der Nase für den Luftstrom wegsam zu machen, ist größtenteils ausreichend“, beschreibt Völklein die Nasenscheidewandkorrektur als gängigste Methode. Dieser sehr kleine, ca. 50-minütige Eingriff bringt nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt mit sich. Die Patienten fühlen sich danach für einige Tage wie verschnupft. Salben und Spülungen schaffen aber rasch Abhilfe, die Schwellung geht zurück und der Gewinn der
OÄ Dr. med. Claudia Völklein
Operation wird spürbar. Umfangreicher gestaltet sich das Vorgehen, wenn zusätzlich äußerliche Korrekturen der Nasenform gewünscht oder notwendig sind. Völklein: „Der Heilungsprozess dauert dann etwas länger, dafür ist die Nase nach diesem funktionell-ästhetischen Eingriff aber auch formgebend eingerichtet.“ Das endgültige Ergebnis hängt unter anderem von den anfänglichen Voraussetzungen jedes Einzelnen ab. Das Gewebe beispielsweise kann sehr unterschiedlich sein. „Form und Funktion hängen eng zusammen. Deswegen sehen Nasen nach Eingriffen zur Verbesserung der Nasenfunktion auch meist einfach gut aus“, so Völklein. Weil die Nase so wichtig ist, muss der Eingriff mit besonders viel Gefühl, Vorsicht und Respekt angegangen werden. Um die Stützstruktur der Nase zu stabilisieren, werden bisweilen auch Knorpeltransplantationen durchgeführt. Bei dieser Variante werden kleine Knorpelanteile aus den eigenen Ohren oder aus der Rippe in die Nase eingesetzt. |
19
STIMMLIPPEN
KLEINER EINGRIFF – GROSSE WIRKUNG
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
Die Stimmlippen sind jener Teil des Kehlkopfs, der Luft- und Speiseweg trennt. Bei der Atmung klappen sie normalerweise auf und zu. Ist diese Funktion gestört, können Luft und/oder Stimme knapp werden.
20
STIMMLIPPEN
O
ftmals sind es neurologische Erkrankungen wie die so genannte spasmodische Dysphonie, die Patienten fast stimmlos machen. Univ.-Doz. Dr. Claus Pototschnig, M.Sc. behandelt diese seit über 25 Jahren und als einer der ersten in Europa durch die Injektion von Botulinum-Toxin überaus erfolgreich. Meist ist es jedoch eine ein- oder beidseitige Lähmung der Stimmlippen, die zu knapper Luft und Stimme führt. „Eine Lähmung der Stimmlippen kommt etwa nach Schilddrüsenoperationen vor. Tumore, Entzündungen, Lungenoder Herzerkrankungen können die Stimmlippen aber ebenfalls außer Betrieb setzen“, erklärt Pototschnig. Ist nur eine Seite von der Lähmung betroffen, bekommen die Patienten noch ausreichend Luft, die Atmung ist also wenig bis gar nicht eingeschränkt. Aber die Stimme ist heiser und schwach. Pototschnig: „Allerspätestens zwei Wochen nach Auftritt dieser Symptome ist es deshalb höchst an der Zeit, einen (Fach-)Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen!“ Bestätigt sich die Diagnose einer Stimmlippenlähmung, wird zuerst versucht, dem Problem logopädisch entgegenzuwirken. Denn manchmal heilt die Erkrankung auch von selbst aus. Dafür arbeitet die Innsbrucker Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde interdisziplinär mit anderen Abteilungen wie der Schwesterklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen zusammen. Bringen die logopädischen Maßnahmen keinen Erfolg, besteht die Möglichkeit der Stimmlippenunterfütterung: „Dabei wird in einem kurzen Eingriff neben und hinter den Stimmlippen ein Stoff injiziert, der ihnen umgehend ihre Stimmfunktion zurückgibt“, verspricht Pototschnig eine sofortige Wirkung und in der Folge auch nahezu völlige Beschwerdefreiheit für die Patienten. Diesen Eingriff führt er seit fast 30 Jahren erfolgreich durch. Etwas komplizierter wird es bei einer beidseitigen Stimmlippenlähmung, bei der es sich grundsätzlich umgekehrt verhält: Der Betroffene hätte eigentlich noch eine gute Stimme, tut sich aber beim Atmen schwer bzw. kriegt teilweise sogar kaum noch Luft. Achtung, das ist mehr als ein Warnsignal! Extreme Luftknappheit kann lebensbedrohlich sein! Im absoluten Ernstfall kommt als Soforthilfe nur noch ein Luftröhrenschnitt in Frage. Die Lebensqualität der Patienten – sie werden zum „Halsatmer“ – wird dadurch jedoch stark eingeschränkt. Eine weitere Möglichkeit im Fall einer beidseitigen Stimmlippenlähmung ist
eine Erweiterung des Kehlkopfs mittels Laser-OP. Zurück bleibt dabei allerdings eine viel schlechtere, weil sehr heisere Stimme. Hilfe durch Kehlkopfschrittmacher Für Pototschnig waren die beiden letztgenannten Varianten auf Dauer nicht zufriedenstellend genug. Er suchte daher nach einem Weg, wie man bessere Ergebnisse erzielen könnte. In jahrelanger Forschung hat er gemeinsam mit Ärztekollegen aus den Kliniken in Gera und Würzburg sowie den Innovationsmeistern von MED-EL den weltweit ersten Kehlkopfschrittmacher entwickelt. Die zukunftsweisende Technik wird schon bald eine echte Alternative zu den bisher gängigen Behandlungsmethoden darstellen! „Das Programm steht noch am Anfang, aber wir konnten den Kehlkopfschrittmacher bereits neunmal höchst erfolgreich implantieren“, freut sich Pototschnig. Das Interesse an der neuen Errungenschaft von Seiten anderer Kliniken im In- und Ausland ist dementsprechend. Mit nur vier kleinen Schnitten (minimalinvasiver Eingriff) wird das Gerät unter die Haut geführt. Dort versorgt eine Elektrode den Kehlkopf mit elektrischen Impulsen – der öffnet und schließt wieder ordnungsgemäß. |
Olympus Austria GmbH
Shuttleworthstrasse 25 • 1210 Wien • Tel: 01-29101-0 • Fax: 01-29101-222 • www.olympus.at
21
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
KINDLICHE ATEMNOT
22
INNOVATIVE HILFE Kindliche Atemnot: An der HNO-Klinik in Innsbruck sind die Kleinen in den besten Händen.
O
b es Auffälligkeiten in der Atmung geben wird, kann schon im Rahmen der Ultraschalluntersuchungen bei Schwangeren festgestellt werden. „Fehlbildungen, Gewebswucherungen, Zysten oder anderes mehr können bei Neugeborenen für Luftknappheit sorgen. In so einem Fall müssen wir davon ausgehen, dass das Kind nach der Geburt erstickt“, fasst Univ.-Doz. Dr. Claus Pototschnig, M.Sc. die harten Fakten zusammen. An der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sind die Kleinen jedoch in den allerbesten Händen, denn hier wird die Gefahr erkannt – und gebannt.
Die Ärzte helfen auch in ausweglos erscheinenden Situationen. Kindlicher Atemnot beispielsweise wird mit der so genannten Exit-Procedure entgegengewirkt. Die Innsbrucker Klinik war bei den Ersten im gesamten deutschsprachigen Raum, die diese Behandlungsmethode angewandt haben. Die Vorgehensweise könnte kaum innovativer sein: „Gemeinsam mit Gynäkologen, Kinderärzten und Anästhesisten bereiten wir einen Kaiserschnitt vor, bei dem zuerst nur der Kopf des Babys entbunden wird. Die Nabelschnurversorgung bleibt dabei noch aufrecht. Durch Intubation oder einen Luftröhrenschnitt stel-
KINDLICHE ATEMNOT
len wir dann den Atemweg her, bevor die Geburt schließlich zu Ende geführt wird“, erklärt Pototschnig die einzelnen Schritte und merkt an: „Die moderne Medizin bietet uns unvorstellbare Möglichkeiten, an die man vor einigen Jahren noch gar nicht dachte.“ Dazu gibt es noch zwei gute Nachrichten: Erstens kommt diese Prozedur in der Praxis sehr selten zum Einsatz und zweitens können höchst erfreuliche Ergebnisse erzielt werden. Anders verhält sich die Therapie, wenn bei Kindern leichte Variationen des Kehlkopfs, wie etwa ein zu enger Kehldeckel, diagnostiziert werden. Das kann die Atmung ebenfalls einschränken. „Kontrollieren und Beobachten reicht aber meist aus“, beruhigt Pototschnig. Dasselbe gilt für Kinder mit Stimmlippenlähmungen – nur im äußersten Notfall muss in so einem Fall ein Luftröhrenschnitt in Betracht gezogen werden. Bei angeborenen oder erworbenen Luftröhrenstenosen (Verengungen) wird operativ eingegriffen, bei Lymphangiomen oder Hämangiomen (Lymph- oder Blutschwämmen) hingegen meist nicht mehr. Pototschnig: „Wo früher große Operationen nötig waren, kann man heute oft auf viel weniger belastende Behandlungsformen zurückgreifen. Etwa auf die Einnahme oder Injektion von Medikamenten.“ Weil Vorsicht immer besser ist als Nachsicht, sollten Eltern natürlich generell auf gesundheitliche Veränderungen bei ihren Kindern achtgeben. Allein schon ein lautes Schnarchen sollte hellhörig machen. |
Univ.-Doz. Dr. Claus Pototschnig, M.Sc.
www.merkur.at
Das Leben auch beim
351× als Wunder erleben
Damit Sie das Leben auch beim 352 × als Wunder erleben – wenden Sie sich zur individuellen Beratung an: Landesdirektion Tirol Leopoldstrasse 17 6020 Innsbruck Telefon: 0512-598 40 E-Mail: ld.tirol@merkur.at WIR VERSICHERN DAS WUNDER MENSCH.
185x122_Tirol_RZ01.indd 1
20.03.15 09:28
23
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
OHRSPEICHELDRÜSE
24
OHRSPEICHELDRÜSE
EINGRIFF MIT WARNSYSTEM Jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Gesichtsnervüberwachung ermöglicht einen behutsamen Zugang zur Ohrspeicheldrüse – einem eher unbekannten, aber wichtigen Organ.
W
ie der Name erahnen lässt, ist die Ohrspeicheldrüse für die Produktion des flüssigen Speichelteils zuständig. Fällt das Organ aus, kommt es zu Mundtrockenheit. Die schlechte Nachricht: Es ist fast immer ein Tumor, der die Funktion der Ohrspeicheldrüse beeinträchtigt. Bemerkbar macht sich die Erkrankung in Form eines Knödels an der hinteren Wange, der nicht schmerzt, aber konsequent wächst. Dafür gibt es keine konkreten Auslöser. „Prinzipiell kann so ein Tumor bei jedem auftreten, wobei Kinder seltenst betroffen sind. Eine größere Häufigkeit stellen wir mit fortschreitendem Alter fest“, so Ass.-Prof. PD Dr. Joachim Schmutzhard. Zwar sind Tumore an der Ohrspeicheldrüse anfangs oft noch gutartig, sie neigen aber leider dazu, mit der Zeit bösartig zu werden. Schmutzhard rät den Patienten im Fall einer solchen Diagnose deshalb generell zu einem operativen Eingriff. „Das ist allerdings eine etwas heikle Angelegenheit, weil wir das Problem haben, dass der Gesichtsnerv mitten durch die Ohrspeicheldrüse führt. Es besteht die Gefahr, dass der Nerv bei der Entfernung des Tumors verletzt wird, was wiederum dauerhafte Schäden bzw. eine Lähmung im Gesicht mit sich bringen könnte.“ Um maximale Sicherheit für unsere Patienten zu erreichen wird an der HNO-Klinik standardmäßig das so genannte „Fazialismonitoring“ angewandt – eine Gesichtsnervüberwachung via Bildschirm. „Wir legen eine Sonde, die Signale abgibt, wenn wir dem Gesichtsnerv zu nahe kommen“, erläutert Schmutzhard das „Warnsystem“, dank dem an der HNO-Klinik in Innsbruck ca. 1x pro Woche an der Speicheldrüse mit größtmöglicher Si-
Ass.-Prof. PD Dr. Joachim Schmutzhard
cherheit operiert werden kann: „Wir arbeiten uns entlang des Nervenhauptstamms vorsichtig durch das Gewebe. Die Operation erfolgt unter dem Mikroskop. Das gewährleistet beste Sichtverhältnisse. Ist der Tumor oberflächlich angesiedelt, können wir ihn gleich herausnehmen, liegt er tiefer, gewährt uns die Methode des Fazialismonitorings einen gesicherten Zugang.“ Das Fazialismonitoring wird durch eine erfahrene medizinischtechnische Assistentin überwacht und betreut. „Manchmal kommt es nach dem Eingriff zu vorübergehenden Irritationen, Bleibende Schäden am Nerv kommen bei gutartigen Erkrankungen extrem selten vor“, schließt Schmutzhard. |
25
INFOS
INFORMATIONEN & KONTAKTE Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Anichstraße 35, 6020 Innsbruck Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Herbert Riechelmann Chefsekretariat: Angelika Ties Tel.: +43 (0)50 504-23141, angelika.ties@uki.at Stellvertretender ärztlicher Leiter: OA. Ass.-Prof. Dr. med. Florian Kral Tel.: +43 (0)50 504-23142 , florian.kral@i-med.ac.at Klinikoberschwester: Margerethe Weiler-Zangerl Tel.: +43 (0)50 504-27457, margerethe.weiler-zangerl@uki.at Wichtige Telefonnummern: +43 (0)50 504Allgemeine Ambulanz: -23147 Privatambulanz: -23142 Erwachsenenstation Ost: -23161 Erwachsenenstation West & Privatstation: -23165 Kinderstation: -23168
Allgemeine Infos: Die Allgemeinambulanz befindet sich im Erdgeschoß, die Privatambulanz im 2. Stock der HNO-Klinik. Die HNO-Klinik verfügt über zwei Erwachsenenstationen (3. Stock) sowie eine Kinderstation (1. Stock). Auf der Kinderstation besteht die Möglichkeit, Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr mit einer Begleitperson (z. B. Erziehungsberechtigter/Elternteil) aufzunehmen. Besuchszeiten auf allen Stationen: 10 bis 19 Uhr Patientenaufnahme: Schalteröffnung um 7:45 Uhr Stationäre Aufnahmen: an Wochentagen auf der Erwachsenenstation Ost um 10 Uhr / auf der Erwachsenenstation West um 11 Uhr an Sonn- und Feiertagen um 14 Uhr in der allgemeinen HNOAmbulanz im Erdgeschoß Für eine Untersuchung in der Allgemeinambulanz ist eine Terminvereinbarung erforderlich: Mo. bis Fr. von 9 bis 13 Uhr unter +43 (0)50 504-23147 Privatpatienten können direkt einen Termin im Chefsekretariat von Prof. Herbert Riechelmann vereinbaren: Mo. bis Fr. von 9 bis 16 Uhr unter +43 (0)50 504-23142
UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR HALS-, NASEN- UND OHRENHEILKUNDE
SPRECHSTUNDENZEITEN & SPEZIALSPRECHSTUNDEN
26
Ambulanz
Wochentag
Behandlungszeiten
Allgemeine Ambulanz Nasennebenhöhlen-/allergologische Sprechstunde Kindersprechstunde Sprechstunde für Hörimplantate Schwindel- und Gleichgewichtsabklärung Schnarchsprechstunde Spezialsprechstunde ästhetisch-plastische Gesichtschirurgie*) Tumorsprechstunde Privatordination Prof. Riechelmann*) Ordination Prof. Kral*)
Mo. bis Fr. Mo. Mo. und Di. Di. Mi. Mi. Mi. Do. Mo. Do. Mi.
8:15 bis 11 Uhr 12 bis 14 Uhr 14 bis 15 Uhr 12 bis 15 Uhr 15 bis 15 Uhr 14 bis 15 Uhr 8:15 bis 12 Uhr 8:15 bis 11 Uhr 14 bis 16 Uhr 10 bis 12 Uhr 14 bis 15:30 Uhr
Terminvereinbarung unter +43 (0)50 504-23147 werktags von 9 bis 13 Uhr *) Terminvergabe außerdem unter +43 (0)50 504-23142 von 9 bis 16 Uhr
VERLÄSSLICH UND DISKRET – DIE TIROLER TAXIS! Zahlreiche Tiroler Taxi- und Mietwagenunternehmen haben mit den einzelnen Sozialversicherungsträgern einen Vertrag über die Beförderung von Strahlen-, Chemotherapie- sowie Dialysepatienten abgeschlossen. Dadurch genießen Sie die Vorteile des Taxis – diskrete Abholung, verlässliches Fahrpersonal und zudem werden die anfallenden Fahrtkosten von der jeweiligen Sozialversicherungsanstalt übernommen! Komfortabel und persönlich – die Tiroler Taxis! Man kennt sich, weiß, welche Interessen der Fahrgast hat und über welche Dinge man gemeinsam lachen kann! Genau das ist es, was die Beförderung mit dem Taxi ausmacht! Daher
ist es für uns selbstverständlich, dass Sie zu Ihren Behandlungsterminen nach Möglichkeit immer vom selben Fahrer gefahren werden. Dieser informiert Sie im Falle von Mehrfachbehandlungen auch gerne über die Abläufe, da sich die Fahrer in den Räumlichkeiten der jeweiligen Spitä-
MIT DE M TAXI ZU BEHAN R DLUNG
Ihr A informie rzt rt Sie ge
rne!
ler auskennen, sowie mit dem dortigen Personal vertraut sind.
SYNCHRONY Cochleaimplantat-System Mit 3,0 T MRT-Sicherheit ohne Magnetentfernung und Automatic Sound Management 2.0 bietet SYNCHRONY ein ausgezeichnetes Hörerlebnis.
24499r1.0
Im Einklang mit natürlichem Hören.
MED-EL Niederlassung Wien | Fürstengasse 1 | 1090 Wien Tel. +43(0)1-317 24 00 | office@at.medel.com | medel.com
medel.com
Im Einklang mit natürlichem Hören